So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog
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Ja, wo laufen sie denn hin?

Dividendentitel gegen Anlagenotstand

Von 10. April 2014 um 17:51 Uhr

Wenn Sparer in diesen Tagen Geld verdienen möchten, müssen sie bereit sein, Risiken einzugehen. Mit ihren Sparbüchern kommen sie nicht weit. Wenn sie die Inflationsrate vom Zins abziehen, schreiben sie rote Zahlen. Aktien mit hohen Dividendenrenditen sind daher heute – noch mehr als sonst – eine attraktive Anlagealternative. Ich denke, mit einem einigermaßen breit gestreuten Portefeuille lässt sich vor Steuern verlässlich eine Rendite von 3,5 bis 4 Prozent erreichen. Das haut denjenigen nicht um, der denkt, unter 10 Prozent macht er es nicht, aber real sind das, gerechnet mit der aktuellen deutschen Inflationsrate von 1,0 Prozent, immer noch 2,5 bis 3 Prozent und damit mehr als die wahrscheinliche mittelfristige Zuwachsrate des realen Sozialprodukts. Aus den inflationsgesicherten Bundesanleihen lässt sich ablesen, dass die Marktteilnehmer für die nächsten fünf Jahre eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,05 Prozent erwarten, die künftige Inflationsrate für die Anleger also real etwa so viel übrig lassen wird wie heute.
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Stricken wir uns einen Eurobond!

Von 7. Februar 2014 um 15:53 Uhr

Nach der gestrigen Pressekonferenz von Mario Draghi bin ich davon überzeugt, dass europäische Staatsanleihen für Anleger immer noch attraktiv sind: Der Euro wird überleben, und die EZB behält ihren expansiven Kurs mindestens noch für ein Jahr bei.

Um zu vermeiden, dass man auf’s falsche Pferd setzt, kann sich jeder seinen eigenen synthetischen Bond kreieren, in dem die Papiere der wichtigsten staatlichen Emittenten Eurolands enthalten sind. Es ist nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick aussieht. Weiter…

Auf dem Weg in die Deflation und den Aktiencrash

Von 31. Januar 2014 um 17:45 Uhr

Wo ich recht habe, habe ich recht, wenn ich das mal sagen darf. In Deutschland geht die Disinflation weiter, nicht so rasch wie im übrigen Euroland, aber doch stetig in Richtung null, wie ich mir das angesichts der niedrigen Kapazitätsauslastung, der beträchtlichen Produktivitätsreserven, des relativ festen Euro, der Deflation auf den vorgelagerten Stufen und der immer noch moderaten Lohnsteigerungen vorgestellt hatte.
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DAX schwächelt trotz starkem Ifo-Index

Von 27. Januar 2014 um 19:18 Uhr

Die Erwartungskomponente im Ifo-Index bewegt sich seit vielen Jahren im Gleichschritt mit der deutschen Industrieproduktion – und die wiederum ist ein Indikator dafür, wie sich das reale Sozialprodukt entwickeln wird. Nach den Zahlen, die das Ifo Institut am Montag veröffentlicht hat, dürfte die Zuwachsrate der Industrieproduktion gegenüber dem Vorjahr im kommenden April deutlich über fünf Prozent liegen.
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Bondschwäche wird bald enden

Von 31. Dezember 2013 um 14:51 Uhr

Zum Ende des vergangenen Jahres haben Anleger mit zehnjährigen Bundesanleihen Geld verloren. Die Rendite ist von 1,32 auf 1,93 Prozent gestiegen, was einem Kursverlust von etwa 6 Prozent entspricht; der mickrige Zins hat den Rückgang des Marktwerts bei Weitem nicht ausgleichen können. Ist die Bondrallye, die vor drei Jahrzehnten begann, nun vorbei?
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Was Anleger 2014 schockieren könnte

Von 22. Dezember 2013 um 12:55 Uhr

Deutsche Aktien sind teuer, Bundesanleihen und Pfandbriefe werfen real kaum noch etwas ab, der Euro hat sich von 1,22 Dollar im Juli 2012 auf fast 1,36 Dollar aufgewertet und in den attraktiveren Städten des Landes gibt es bei Immobilien inzwischen so etwas wie einen Miniboom. Auch an ausländischen Märkten gibt es kaum noch etwas, was wirklich billig ist. Die Zentralbanken geben Gas, aber da die Kapazitätsauslastung überall noch niedrig ist und die Löhne nur sehr moderat steigen, entwickelt sich in den Industrieländern kein Aufschwung, der sich selbst zu tragen verspricht. Die USA könnten die erfreuliche – und wichtige – Ausnahme sein. Aber selbst dort kaufen Unternehmen trotz rekordniedriger Zinsen lieber ihre eigenen Aktien zurück als in Sachanlagen zu investieren. Vielfach haben Aktien den Kontakt zur Realwirtschaft, also zur Entwicklung der Gewinne verloren. Die Hausse hat etwas Künstliches. Will sagen, wenn es Schocks geben sollte, kann es vor allem an den Märkten, die in letzter Zeit gut gelaufen sind, zu deutlichen Kurskorrekturen kommen.
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Wie sich Sparer vor Deflation schützen können

Von 19. November 2013 um 11:45 Uhr

Deflation wird bis auf Weiteres das Thema für alle seriösen und weniger seriösen Anlageberater sein, nachdem kaum noch jemand Angst hat vor der vielbeschworenen Inflation. Die EZB hat aus Sorge vor einem rückläufigen europäischen Preisniveau den Leitzins von 0,5 auf 0,25 Prozent gesenkt: Die Inflationsrate war im Oktober im Vorjahresvergleich auf 0,7 Prozent gefallen.

Bei Spiegel Online wird eine Langfriststudie der Credit Suisse und der London Business School zitiert, nach der “in Zeiten extremer Deflation … der Realertrag mit Anleihen im Schnitt 20 Prozent pro Jahr [betrug]. … Allerdings brachten auch Aktien in einem extrem deflationären Umfeld eine reale Rendite von im Schnitt elf Prozent pro Jahr.” Die Halter von Gold hatten in solchen Zeiten eine Realrendite von zwölf Prozent pro Jahr erzielt. Ich staune: Am besten schütze ich mein Vermögen vor Deflation, indem ich einfach alles kaufe. Fehlen nur noch Immobilien in der Liste!
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Fünf Jahre Lehman und nichts gelernt

Von 19. September 2013 um 12:52 Uhr

In der Finanzpresse wird gerade das fünfjährige Jubiläum der Pleite von Lehman Brothers begangen. Sie gilt als der Beginn der Finanzkrise, in der die OECD-Länder immer noch stecken. Ich würde den Beginn allerdings eher auf den Sommer 2007 datieren, als der amerikanische Hypothekenmarkt zusammenbrach, der europäische Geldmarkt auf einmal illiquide wurde und die Düsseldorfer IKB gerettet werden musste. Die Banken hatten sich damals plötzlich nicht mehr gegenseitig über den Weg getraut, weil sie den Verdacht hatten, dass sich viele von ihnen mit amerikanischen (asset backed) “Wertpapieren” verzockt hatten – was sich ja bald als zutreffend erwies. Im Sommer und Herbst des Jahres 2007 begann sowohl in den reichen Ländern als auch in den wichtigsten Schwellenländern ein starker Rückgang der Aktienkurse und – wenn auch nur in den Ländern mit guter Bonität – ein scharfer Rückgang der Anleiherenditen.
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Ölpreis vor dem Fall

Von 2. August 2013 um 00:29 Uhr

Mit dem Ölpreis ist es wie mit der Inflation: Angesichts des schwachen globalen Wirtschaftswachstums und der hohen Arbeitslosigkeit ist es nicht plausibel, dass sich der Ölpreis zwischen 100 und 110 Dollar je Fass hält, nachdem er in den 15 Jahren bis 2002 bei 20 Dollar gelegen hatte. Genauso ist es kaum nachvollziehbar, warum die Verbraucherpreise in Westeuropa und Nordamerika nicht schon längst nachhaltig sinken, so wie bis vor Kurzem in Japan. Beides hat offenbar mit verschiedenen Rigiditäten an den Märkten zu tun, also mit Strukturen, Mechanismen und Strategien, die das verhindern.
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Aktien sind nicht mehr billig

Von 24. Mai 2013 um 14:52 Uhr

Seit seinem Tiefpunkt am 6. März 2009 ist der DAX von 3.666,41 auf aktuell rund 8.300 Punkte geklettert. Das ist ein Anstieg um 127 Prozent oder 21,4 Prozent pro Jahr. Das ist mehr, als Sie in der Zeit mit Ihrem Sparbuch verdient haben. Zugegeben, eine etwas effekthascherische Einleitung! Dennoch enthält sie eine klare Botschaft: Die Aktienkurse sind ziemlich hoch. Wer jetzt einsteigt, lebt gefährlich. Ich erwarte eine größere Korrektur, wenn nicht jetzt, dann doch in der näheren Zukunft. Was sind die Gründe?
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