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Wird es eng für Ahmadinedschad?

 

Fragt sich der Guardian in einem anscheinend wohlinformierten Bericht. Die schlechte wirtschaftliche Lage im Land, die Sanktionen, die Ungnädigkeit des Obersten Führers und das (offenbar von oben erlaubte) Rebellieren von 150 (!) Parlamentsabgeordneten deuten villeicht daraufhin, dass die Tage des Irren von Teheran gezählt sein könnten.

43 Kommentare

  1.   Docaffi

    Ich kann aus meiner Erfahrung berichten, dass Ahmadinedschad im Iran vom Tag zu Tag unbeliebter wird. Er hat seine Wahlversprechen nicht gehalten und war sowieso seit langem bei den Intellektuellen und Studenten sehr unbeliebt. Wenn man in den Strassen von Teheran geht, findet man keine Ecke, wo nicht ein paar Witze über ihne erzählt werden. Sein einziger Trumpf oder seine letzte Chance ist die ewige Diskussion um iranisches Recht auf atomare Energie, die bald im Iran niemanden mehr interessiert.

  2.   Joerg Lau

    Über dieses „Recht“ gibt es ja auch schon bezeichnend viele Witze. JL

  3.   AM

    Toll, wenn Ahmadinedschad bald stürzt, weil die Iraner Witze über ihn machen und mit ihm unzufrieden sind. Leider wissen wir ja nur zu gut, dass es immer wieder Witzfiguren ohne Rückhalt gibt, die aber weiter den Finger fest am Drücker haben und sich einfach durch Eskalation Gefolgschaft erzwingen.

  4.   J.S.

    Was würde sich ohne Ahmadinedschad ändern? Es kommt doch eigentlich auf den „Obersten Führer“ an, denn der hat die Macht.
    Wir lassen uns vielleicht alle viel zu sehr von dieser Ahmadinedschad-Show blenden. Worauf es wirklich ankommt ist wie die iransiche Führung sich in Zukunft zu den Themen Terrorismus und Atombomben stellt. J.S.

  5.   Docaffi

    Ahmadinedschad ist radikal und ist zu allem, was er sagt bereit. Eigentlich vom Typ Bush sehr ähnlich. Seine Vorgänger und auch Khamenei sind alle Mullahs, die an die Macht kleben, wie Rafsanjani das große Geld verdienen und auf keinen Fall Ihre Stellung verlieren wollen.

  6.   J.S.

    Docaffi irrt sich. Ahmadinedschad ist nur ein kleiner Schreihals im Dienste von Ayathollah Khameni. Genau deswegen darf man Witze über Ahmadinedschad machen, aber nicht über den Ayathollah.
    Ahmadinedschads Aufgabe ist, durch Provokationen die Konfrontation mit dem Westen anzuheizen. Diese Konfrontation erfüllt zwei Hauptaufgaben: Zum einen bringen die Reaktionen aus dem Westen die Iraner wieder hinter ihre Führung. Und zum anderen heizt die Konfrontation den Öl-Preis an, was den Iranern eine Menge Geld einbringt ohne dafür etwas tun zu müssen.
    Wenn die Situation eskaliert, können die Mullahs Ahmadinedschad einfach absetzten und sagen „Der Irre war es! Und jetzt ist alles wieder gut“. Genau danach sieht es im Moment aus. Es ist auch kein Zufall, das dies in der kalten Jahreszeit passiert. Denn die US-Armee hat es im Winter wesentlich leichter, einen Krieg in dieser heißen Gegend zu führen.

    An den Handlungen des Iran hat sich durch Ahmadinedschad sowieso nichts geändert. An Atomraketen haben die Iraner auch schon vor Ahmadinedschad gearbeitet und Terroristen haben sie auch schon früher unterstützt. Es wird sich also praktisch auch nichts ändern, wenn der Schreihals ausgedient hat. J.S.

  7.   J.S.

    @Docaffi
    Es ging nicht darum, über wen die besseren Witze erzählt werden, sondern darum über wen man im Iran Witze erzählen darf. Zudem weiß kein Mensch außer den Mullahs, was die mit einer Atombombe wollen.
    Was eine “Attrappe” angeht, irren Sie sich sicher! Die würde nur dann Sinn machen, wenn der Gegner keine Atomwaffen hat. Sonst läuft man Gefahr Atomar vernichtet zu werden, obwohl man nichts weiter als eine “Attrappe” besitzt.
    Israels Atomwaffen könnten (noch) ein Bluff sein, weil deren Gegner (noch) keine haben. Die Amerikaner sind mit Atomwaffen übrigens nicht aufzuhalten. J.S.

  8.   AM

    @ J.S.
    „Sonst läuft man Gefahr Atomar vernichtet zu werden, obwohl man nichts weiter als eine “Attrappe” besitzt.“
    Was sind denn Sie für ein durchgeknallter Spinner? Sie reden hier von einem atomaren Erstschlag wie von einem Sandkastenspiel. Selbst in den schwärzesten Szenarien des Kalten Krieges war ein atomarer Erstschlag nur als letzte Option gegen einen massiven konventionellen Angriff akzeptabel. Daran kann man ermessen, in welche Abgründe uns die Präventivkriegideologie geführt hat. Sind Leute wie Sie überhaupt noch rational mit echten Atomwaffen abschreckbar? Oder ist es vielleicht angezeigt, Sie mit einem unprovozierten Erstschlag aus dem Verkehr zu ziehen, um damit Schlimmeres zu verhindern?

  9.   ABritishView

    They’re broken men, so don’t let them take us to a new war:
    http://observer.guardian.co.uk/comment/story/0,,2000375,00.html

  10.   J.S.

    „Sie reden hier von einem atomaren Erstschlag“
    Nein!
    Was Sie nicht begreifen ist, das man u.U. nicht abwartet, bis der Erstschlag des Gegners geglückt ist, sondern den Zweitschlag sofort auslöst. Schon ein ungeschickter Raketentest kann so etwas provozieren. Deswegen gibt es aufwändige Sicherheitsmaßnahmen. Raketentests werden z.B. angekündigt und von den anderen Atommächten überwacht. Der Spielraum für Atommächte ist extrem eng und Fehler können furchtbare Folgen haben. Was ist wenn eine Rakete der Iraner bei einem unangemeldeten Test eine Fehlfunktion hat und plötzlich Richtung Israel fliegt? Vielleicht kurz nach dem Ahmadienschad gerade mal wieder vom Ende Israels gefaselt hat? Die Israelis könne es sich gar nicht leisten abzuwarten ob das eine Atomrakete oder eine Attrappe ist, dafür ist Israel zu klein. Man kann als Atommacht auch nicht mehr so einfach „Tod den Amerikanern“ schreien, die könnten das nämlich als sehr sehr ernste Drohung auffassen. Die Spielregeln für Atommächte habe übrigens nicht ich gemacht. Aber ich bin nicht überzeugt davon, das die Theokraten in Teheran reif genug sind um verantwortungsvoll mit Atomwaffen umzugehen und sich penibel an diese Spielregeln zu halten. Und in Zukunft mäßigen Sie ihren Ton etwas! J.S.