Ajatollah Christina
Christina von Braun, Gender-Forscherin,

sagt auf “Muslimische Stimmen“:
“Zum Beispiel das Bild von der unterdrückten Frau im Islam. Solche Behauptungen werden einfach in den Raum geworfen, und keiner hinterfragt sie. Und wenn man nachfragt: Wen meinst du genau? Heißt es als Antwort: Die Frauen mit Kopftuch. Und dann soll das Kopftuch als ‘eindeutige’ Symbolik diese Behauptung belegen. Man muss einfach mal in Erinnerung rufen, dass auch in deutschen und amerikanischen, wie natürlich auch in muslimischen, Haushalten Gewalt am weiblichen Körper verübt wird. Die Projektionen auf ‚Die Frau im Islam’ sind Ablenkungsmanöver von den Problemen in den westlichen Ländern.”
Das hätte der iranische Revolutionsführer nicht besser sagen können, dass der Westen bloss von eigenen Problemen ablenken möchte, wenn er immer auf die Lage der islamischen Frauen verweist.
Ich finde allerdings, man sollte das konsequent zuende denken: Nur das Kopftuch – nein, der Vollschleier, kann die Frau davor beschützen, zum Sexualobjekt degradiert zu werden, wie es im Westen gang und gäbe ist. Der Westen (i.e. der verhasste westliche Mann) mit seinem Fortschrittglauben und seinen kolonialen Eroberungen will nun auch noch die muslimische Frau befreien (und so genannte Feministinnen helfen ihm dabei!): Denn die muslimische Frau mit Kopftuch ist der letzte noch nicht kolonialisierte Flecken dieser Erde!
Unterm Dirndl wird gejodelt, doch unterm Schleier wächst der Widerstand!
Dies hier ist meine Lieblingspassage, schöner kann man es sich nicht ausdenken:
Der fremde Kontinent, der erobert werden musste, war ein weiblicher Körper, der schwarze Kontinent und natürlich auch die Kolonien waren weibliche Körper, die man imaginär befruchten, penetrieren und erobern musste. Diese Fantasie hat im Westen eine lange Geschichte. Wenn im Westen der weibliche Körper so rasant schnell und radikal entblößt worden ist, steckt keine Befreiung der Frau dahinter, sondern vielmehr ein Wunsch, auch hier am weiblichen Körper einen bestimmten Fortschrittsgedanken festzumachen. In dem Zusammenhang muss man auch über die weiblichen Essstörungen reden, die zuerst in den westlichen Industrieländern aufgetaucht sind. Magersüchtige Frauen wollen nicht – wie so oft behauptet – einem Schönheitsideal entsprechen, sondern wenn man mit ihnen spricht, sagen sie, sie wollen ‚leicht’, ‚dünn’ oder ‚unsichtbar’ sein. Das heißt, sie wollen sich einem Druck auf den weiblichen Körper entziehen, diesen als nackte Wahrheit – als entblößtes Fleisch – im öffentlichen Raum auszustellen.”
Wenn die Frauen im Westen also entweder “radikal entblösst” werden, oder sich nur durch Magersucht dem Sex-Terror entziehen können, folgt zwingend:
“Am Problematischsten (…) ist, dass so ein bestimmter westlicher Feminismus sich hinstellt und sagt: Ihr braucht nur so zu werden wie wir, dann seid ihr glücklich.
Wir schließen:
Magersucht und Kolonialismus – dagegen hilft nur Totalverschleierung.
Freiheit ist Sklaverei, Anpassung ist Widerstand, Kopftuchtragen ist der wahre Feminismus! Das Kopftuch ist der Aufstand gegen die Eroberungslust des westlichen Mannes!
Scheich Karadawi, übernehmen Sie!
Die taz hatte schon vor sechs Wochen ein interessantes Stück dazu:
http://www.taz.de/pt/2007/02/15/a0210.1/textdruck
Muslimische Feministinnen denken nur ganz anders über das Thema, als schwärmerische Intellektuelle im Westen:
http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1177/moral-und-kontrolle/
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Foucault ist in den 80ern gestorben. Ich glaube kaum, dass er damals schon diese Differenzierung zwischen Islam und Islamismus gekannt hatte. M.E. wurde diese erst nach dem 9/11 in die Debatte eingeführt. Deswegen sind seine Texte zum Islam auch in anderem Kontext mit anderer Konnotation zu sehen, und nicht auf der heute vorliegenden Folie des Islamterrors.
Aber ich kenne seine Texte zu wenig, um hier urteilen zu können und bin für Laus Hinweis dankbar.
Ich finde es aber nicht in Ordnung, jeden als “Islamfreund” zu beschimpfen (denn als abwertend wird dieser Begriff offensichtl. v. @Tuotrams verwendet), der versucht diesen Kulturkreis zu verstehen. Und als “Kulturkrieg” bezeichne ich jene Auseinandersetzung zwischen Christen und Moslime, die Kriege mit Bomben und nicht Aufklärung verursacht, wozu auch Hetzerei gegen Moslime allgemein zählt. Von militanten KopftuchträgerInnen und Frauenverprüglern ist dabei nicht die Rede…. Gegen diese Gruppe muss man rechtsstaatlich vorgehen, so sie gegen unseres Recht verstoßen – und Punkt!
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@Emil Moritz Grattke
Die Grünen haben sich bis heute, als Partei, nicht dazu durchgerungen das Kopftuch, das Symbol des politischen Islams und der Islamisten zu ächten.
Und auch sonst tun grosse Teile der SPD/Grünen alles dafür um Islamisten zu schonen, zum Beispiel in Afghanistan.
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@Tuotrams, ich denke schon, dass Grüne Abgeordnete sich deutlich gegen Kopftuchpraxis geäußert haben wie z.B. Frau D??, die wegen ihres Vorschlages, die Moslima sollen ihre Kopftücher bittesehr weglegen, Morddrohungen erhielt und nur noch – so wird gesagt – mit Polizeischutz durch die Gegend marschieren kann. Ich erinnere mich auch an Antikopftuch-Äußerungen von Roth u.a. Es wird viel veröffentlicht und Medien halten sich hin und wieder auch bedeckt, wenn mal von Grünen etwas Sinnvolles geäußert wird.
Und ob sich Grüne in Afghanistan schonend vor Islamisten stellen, müssten sie beweisen.
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aus verständlichen Gründen hat Meister Lau meine letzten Kommentare rausgeschmissen. Kritik an christliche Großmeister ist für diese eben genauso schmerzhaft wie für Ajatollahs Kritik an ihnen.
Und das ist ein Punkt, den ich beschreiben wollte: man muss nicht immer seine eigene Weltsicht, nur weil man selbst damit sich zufrieden in seiner Haut anfühlt, auch sogleich auf den Rest der Welt stülpen wollen. Das gilt für alle Parteien – und hier muss eine neue Welle der Aufklärung stattfinden. Um über Moral und Ethik nachzudenken braucht man im Westen im Grunde nur die einfachen gedanklichen Ideen eines Sokrates (Platon) und man kann auf Religion verzichten.
Religionsanhänger aber wollen das nicht, sie wollen ihr Weltbild als einzig hinstellen. Und da beginnt der Fanatismus.
Aus all den Angeboten an Denkrichtungen sich das herauszuarbeiten, was dann letztlich auch gesellschaftlich tragen könnte, ist eine geistige Arbeit, die kaum geleistet werden kann.
Einfacher ist es , sich auf einen Namen zu beziehen (wie auch ich mit Sokrates), dem allgemein Respekt anhaftet. Das Mittelalter zu verherrlichen und die Unterdrücktheit von musikalisch entzückten Bauern als Demut zu bezeichnen, lieber iceman, ist genauso daneben, wie wissenschaftlich zu arbeitende Menschen mit irgendwelchen Begriffen wie Ajatollahs zu beschimpfen, nur weil sie sich mit dem Objekt der Ajatollahs befassen.
Darüber solltet Ihr hier, wenn’s denn recht wäre, mal nachdenken.
Herrn Lau danke ich aber auch für diese Debatte und seinen Hinweis auf Foucault, den man auch in seiner Zeit lesen und verstehen muss, als man noch nicht zwischen Islam und Islamismus differenzierte. Die Ebene der reinen Anschauung des Lebens ist nicht gleichzusetzen mit jener Ebene der Praxis. So ist das nun mal in der Philosophie.
Das Thema ist zu ernst als dass man lapidar damit umgehen sollte, à la Juppi-Hipp-Hopp …
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@ Herr Grattke: Habe nichts rausgeschmissen, es gibt ein Porblem mit dem Spamfilter, tut mir leid.
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dann darf ich an @Tuotrams noch richten: sehr wohl haben grüne Abgeordnete wie Frau De(… Namen vergessen, eine Türkin) in einer Parlamentsrede die Kopftuchträgerinnen aufgefordert hat, das Kopftuch wg. bekannter Assoziationen und Symbolik abzulegen. Sie erhielt Morddrohungen und kann heute nur mit entsprechendem Schutzpersonal durch die Gegend marschieren.
Das Problem ist, dass unsere Medien offensichtlich auch einen Spamfilter einsetzen und sich mit solchen Nachrichten “Morddrohung an Grüner Abgeordneten wg. Aufruf, Kopftücher abzulegen” oder “Kühn und Beck im Iran, um dort inhaftierten Herrn Klein zu besuchen” nicht befassen. Man sieht es in der Öffentlichkeit lieber, wenn eine etablierte konservative Partei Umweltschutz oder Friedenspolitik auf ihre Fahnen schreibt.
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@Emil Moritz Grattke
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,459277,00.html
>>Aber es fiel mehr als nur einem Beobachter auf, dass weder Claudia Roth noch Reinhard Bütikofer die Causa Deligöz in ihren Parteitagsreden im Dezember aufgriffen. Da sitzt eine Abgeordnete im Veranstaltungssaal, der auf Schritt und Tritt BKA-Beamte folgen – und den Parteivorsitzenden auf dem Podium 20 Meter entfernt fällt nichts dazu ein.
“Das wurde totgeschwiegen”, sagt ein Mitglied der Bundestagsfraktion. “Das Thema Kopftuch sollte nicht diskutiert werden, weil es hierzu keine einheitliche Meinung gibt.”<<
Die Migranten bei den Grünen, die ihre eigenen Leute logischerweise besser kennen, haben einen schweren Stand in dieser Realitätsverweigerungsorganisation.
Über Claudia Roth können sie sich hier informieren:
http://www.politicallyincorrect.de/2007/01/claudia_roth_deutungshoheit_du.html
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