Traditionelle Muslime, tut endlich was gegen die Extremisten!

Von 2. Juli 2007 um 17:58 Uhr

Die Anschlagserie in England scheint manche traditionelle Muslime endlich aufzuwecken. Es reicht nicht, einfach immer zu behaupten, Islam und Islamismus hätten nichts miteinander zu tun. Auf Eteraz.org fand ich dieses Plädoyer, das mir sehr einleuchtet:

“Of course, the overwhelming majority of Muslims are not terrorists, nor are all terrorists Muslim. But we’d be kidding ourselves if we claimed that a disproportionate number of terrorists aren’t Muslim or that the most destructive and deadly terrorist attacks aren’t perpetrated by Muslims fighting under the banner of Islam. Furthermore, terrorism is but an extreme manifestation of a rejectionist mentality that is all too common amongst Muslims.

Though few Muslims attempt to justify terrorist attacks, many steadfastly deny that Muslims were ultimately responsible, attributing them to elaborate conspiracy theories in which the Muslim hijackers/bombers were unwitting pawns in a grand plot directed by America/Israel/India/Freemasons. Even if such views are to be taken at face value, their advocates seem disturbingly unconcerned about the propensity of Muslims to be brainwashed and unwittingly recruited into shadowy non-Muslim conspiracies.

freedom to hell.jpg

Even many Muslims who do not share the conspiratorial mindset cannot accept the idea that Islamic extremism is any more prevalent or dangerous than extremist movements in other communities. They illustrate their denial by drawing superficially relevant paralells between al-Qaeda and abortion clinic bombers or the Irish Liberation Army. But such comparisons miss the mark; no other community has extremists that have sought to wage a decentralized war on an entire civilization and indiscriminately turn major urban centers into battlegrounds. (Endlich! JL)

As much as we’d like to believe that terrorist attacks are the work of a tiny minority of locally-oriented fringe extremists, this tiny minority is active and vocal, their ambitions are global, and they don’t seem to be starved for recruits. Their websites are on the Internet for all to see. Their message boards attract posters from around the world who wish destruction on the West and preach hatred of non-Muslims (and Shi’ites). Their rhetoric advocates the imposition of Islamic hegemony through perpetual conflict with “Dar al-Harb”. Who knows how many adherents to such views frequent mainstream masajid; I can remember a few Muslims in the masjid I grew up in who were disturbingly indifferent to the horrors of 9/11. That’s a few too many.”

Leser-Kommentare
  1. 9.

    Integration funktioniert: Deutsche Jugendliche passen sich der dominanten orientalischen Kultur zunehmend an.

    http://www.myvideo.de/watch/1772019

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    • 3. Juli 2007 um 00:30 Uhr
    • Wachtmeister
  2. 10.

    Lieber Karl Ohlig, der Kreuzzug ist in vollem Gange. Jene Ärzte, die im Irak Dienst taten und all die vielen verletzten, verkrüppelten, sterbenden und getöteten Zivilisten sahen und ihnen vielleicht nicht mehr helfen konnten und die nicht begreifen können, dass dieses alles “nur” Kollateralschäden im Krieg gegen den Terrorismus sind, scheinen sich gegen den Westen zu rekrutieren. Sie kapieren nicht oder wollen nicht kapieren, dass sie im Grunde doch nur befreit worden sind vom weitaus größeren Wahnsinn eines Saddam-Regimes.

    Ein Arzt – der nicht aus dem Iran sondern dem Irak kommt, wie jüngste Nachrichten melden – ist in London bereits aktiv geworden. Er lebt. Man wird ihn verhören und sehen, was er zu vermelden hat. Ich persönlich werde nie wieder einen Arzt aufsuchen. Denn es könnte sich ja auch ein Konvertite hinter einem freundlichem westlich scheinendem Gesicht verbergen. Der Kreuzzug ist voll im Gange!

    Für Menschen wie J.S. wird es erst Beruhigung geben, wenn der Messias sich endlich erbarmt und seine und seines Gleichen Seele erretten wird. Das Dumme dabei ist nur, dass auch der Islam einer Erlösungsfantasie verfallen ist und wie auch das Judentum (resp. deren Anhänger) auf den Messias wartet.

    Dieser aber ist erst im Andromedanebel angekommen und man weiß noch nicht, ob er zur Milchstraße und dann möglicherweise auch auf die Erde kommen wird, oder ob er erst einmal andere Universen aufsuchen wird, um dort die Wesen zu erlösen.

    Das Chaos ist perfekt. Der Kreuzzug ist in vollem Gange! Keine Ruhe und keine Erlösung. Keine Worte können noch irgendetwas ausrichten. Keine Philosophie, keine Politik, nicht einmal Bomben. Selbst wäre Teheran zerstört und die dortige Regierung gestürzt, selbst wären die Hamas und die Taliban mit ihren Drogenfeldern zerstört, gäbe es weiterhin Kräfte, die alles vernichten wollen, was nicht so ist, wie sie selbst glauben, dass alles zu sein hat. Die Apokalypse ist voll im Gange. Der Kreuzzug ist voll im Gange! Doch der Erlöser ist erst im Andromedanebel….

    Puh – wohin soll das führen?

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    • 3. Juli 2007 um 00:40 Uhr
    • Lebeding
  3. 11.

    Noch eine Umfrage, die sich Optimisten (“winzige Minderheit von Extremisten” etc.) mal zu Gemüte führen sollten. Sie bestätigt die Trends anderer Erhebungen, z.B. der von Pew.

    http://www.worldpublicopinion.org/pipa/pdf/apr07/START_Apr07_rpt.pdf

    Nur einige Punkte:
    - In Ägypten unterstützen 56% der muslimischen Bevölkerung die Ziele Al-Qaidas, in Indonesien 39% (S. 14).
    - Forderungen nach Errichtung eines Kalifates, Anwendung der Scharia und Kampf gegen westliche Werte sind in allen arabischen Staaten und Indonesien mehrheitsfähig (S. 15)
    - Bin Laden wird in arabischen Staaten und Indonesien von weitaus mehr Muslimen positiv beurteilt als negativ (S. 16)

    Die Berufsoptimisten werden sich einzelne Zahlen herausgreifen: Demokratie ist z.B. durchweg sehr beliebt (S. 23). Man sollte allerdings die Frage stellen, was für Parteien gewählt werden sollen…

    @Lebeding:
    Im Irak töten Sunniten Schiiten und umgekehrt. Es war zwar naiv von Briten und Amerikanern anzunehmen, daß die Iraker zivilisiert genug seien um die Chance der Absetzung Saddam Husseins zu nutzen, aber warum sollte ein Arzt britische Zivilisten töten, um gegen schiitisch-sunnitische Gewalt zu protestieren? Glauben Sie doch bitte nicht jede Terroristenpropaganda.

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    • 3. Juli 2007 um 01:03 Uhr
    • Wachtmeister
  4. 12.

    Es wird also keine Beruhigung eintreten!? Gut, oder besser gesagt schlecht. Das heißt, alle Muslime, die nichtterroristischer Gesinnung sind, können sich verbal oder nonverbal, wie auch immer, von solchen Gewaltakten distanzieren, sich darüber empören, selbst martern usw., es würde die demokratische Öffentlichkeit nicht beruhigen, da die Gefahr und auch die Umsetzung von Terrorakten weiter besteht. Was bringen dann die ständigen Forderungen an diverse islamische Verbände und Organisationen, sie mögen sich doch distanzieren. Ich frage mich, ob die Forderung diese Forderung bedeutet, Abstand zum Terrorismus oder Abstand zum Islam. Wenn aber nie eine Nähe zum Terrorismus bestanden hat, wozu sollten sie sich eigentlich dann davon distanzieren. Das klingt unlogisch. Oder ist doch eine Distanzierung vom Islam gemeint, denn da würde eine solche Forderung sinnvoll sein, hier könnte Distanz eingenommen werden, egal wie sie aussehen mag.
    Vielleicht kommt ja noch eine weitere Forderung nach Distanz in Frage. Die Distanzierung von den reinen Interessen der Terroristen, also jenseits vom Kampf der Kulturen, von wegen religiöser Konflikt und so.
    Zurück zur Frage nach der Beruhigung der öffentlichen Geister.
    Forderung: Die hinterhältigen Anschläge müssen aufhören!
    Ein sehr hoher Anspruch bei einer latenten Bedrohungslage. Ergeht diese Forderung an die weltweite islamische Gemeinde der Nichtterroristen? Wenn ja, wird die gesamte Religion in Kollektivhaftung genommen und in die Nähe der Terroristen gerückt, was in ihren Augen nicht gerechtfertigt ist (und zu heftigen Distanzierungsorgien führt). Wenn nein, was fordert man dann von ihnen. Ihre Religion aufzugeben durch eine Distanzierung vom Islam? Oder die Umwandlung von einer uns unverständlichen bizarren Ideologie in eine aufgeklärte, fassbare Theologie? Ich frage mich, warum all diese Forderungen zusammen auftauchen müssen. Weil es mehr moralischen Halt bietet als den Islam offen pauschal zu verurteilen und wegen Terrorismus abzustrafen?
    Tritt gar eine Beruhigung bei “uns” ein, wenn alle Anhänger des Islam auf Islamistenhatz gehen, um so Allahs Weste vom Terror zu reinigen, die mancher derart beschmutzt sieht. Den Beweis ihrer Redlichkeit werden sie uns wohl schuldig bleiben, wegen der latenten Bedrohungslage und Anschlägen von Zeit zu Zeit. Aussichtslose Lage, oder?
    Aprospros Lage, vielleicht sollte man das mit der Bedrohung mal Schritt für Schritt aufdröseln. Vielleicht kommt man ja zu Forderung 3 (siehe oben): Distanzierung von den Forderungen der Terroristen, die ja nicht lauten: Sterbt oder konvertiert! Forderungen, die aus einem Interesse resultieren und nun mit aller Gewalt durchgesetzt werden sollen, im Rahmen von Machtmitteln oder Ohnmachtmitteln. Und da können wir uns ja mal ganz dumm fragen, was das für Interessen sind und ob sie berechtigt sind.
    Das wird wohl zu kompliziert.

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    • 3. Juli 2007 um 01:20 Uhr
    • Karl Ohlig
  5. 13.

    “Es war zwar naiv von Briten und Amerikanern anzunehmen, daß die Iraker zivilisiert genug seien um die Chance der Absetzung Saddam Husseins zu nutzen … ” wie Wachtmeister es ausdrückt, nenne ich eine rotznasenfreche arrogante, typische westliche Haltung westlicher Leute jenen gegenüber, die nicht so sind wie sie selbst, hier Irakern gegenüber, die keineswegs nur wilde Urwaldmenschen sind.
    Wachtmeister, Sie verstehen, nicht greife ich Sie persönlich an, sondern diese Auffassung, wie Sie sie hier niedergeschrieben haben. Und dass Sunniten Schiiten bekriegen, sei eine Folge der amerikanischen Kriegspropaganda gegen den Iran, sagen manche. Ob es stimmt? Keine Ahnung. Es nervt jedenfalls all dieses destruktive bösartige und hassverbreitende Gerede und Geschreibe von irgendwelchen Herrenmenschen und Besserwissern (vielleicht bin ich ja selber einer?).

    Gute Nacht! Und Frieden Euch allen! Das meine ich jetzt echt ernst. Vorher war ich etwas wütend – aber das ist ja wohl menschlich, solange die Wut Worte bleibt.

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    • 3. Juli 2007 um 01:24 Uhr
    • Lebeding
  6. 14.

    Herr Ohlig, Sie bringen das alles auf den Punkt. Aber wie oft wurde schon versucht, annähernd oder ähnlich wie Sie sich auszudrücken und es bringt nichts. Jene, die den Islam in Kollektivhaft nehmen wollen und diese Religion als Terrorideologie abstempeln wollen, werden das weiterhin tun. Und sie werden sich auch ihre Argumente so zurechtbiegen, dass sich darin irgendeine Realität abbilden könnte ..

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    • 3. Juli 2007 um 01:33 Uhr
    • Lebeding
  7. 15.

    @Karl Ohlig

    Selbstverständlich müssen sich die Muslime klar und eindeutig gegen Terrorismus, der aus ihren eigenen Reihen kommt, bekennen. Was denken Sie denn!?
    Das ist bisher leider noch viel zu wenig geschehen.

    Sie haben weiterhin richtig erkannt, dass auch eine Distanzierung von manchen “Werten” des Islam dringendst erforderlich ist.
    Einige Stellen im Koran sind der Nährboden für diesen Terrorismus.

    Bei Ihrem Artikel könnte man meinen, nicht der islamistische Terrorismus sei das Problem, sondern die “Diskriminierung” der Muslime. Jeder Muslim, der heute in Europa lebt, hat 100mal soviel Freiheiten wie seine GlaubensbrÜder im Iran, Irak, Pakistan oder einem ähnlich “paradiesischem” Land. Von den Musliminnen ganz zu schweigen.

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    • 3. Juli 2007 um 01:47 Uhr
    • tati
  8. 16.

    @wachtmeister
    “Die richtige Reaktion von Muslimen wäre an andere Muslime gerichtet und würde klarstellen, daß die Einsätze in Afghanistan und im Irak sowie die Bekämpfung der Hamas kein “Angriff auf den Islam” sind, sondern die Bekämpfung von Islamisten, die im Interesse aller Muslime und Nichtmuslime liegt. Die richtige Reaktion würde deutlich machen, daß nicht dänische Karikaturenzeichner und Salman Rushdie, sondern Bin Laden, Haniyeh und wie sie alle heißen die wahren Feinde des Islam sind. In der richtigen Reaktion würden alle Muslime dazu aufgerufen, Islamisten zu bekämpfen bis die Bewegung nicht mehr existiert und somit auch der Konflikt zwischen Islam und Westen überwunden ist.”

    Ich versuche, das einmal richtig zu verstehen. Alle Muslime, die nicht islamistisch sind, sollen sich also selbst aufklären, das der Westen die fernen Fronten in ihrem eigenen Interesse aufgemacht haben. Welches Interesse besteht denn bei diesen Muslimen, das der Westen z. B. in Afghanistan eindrucksvoll vertritt?
    Es besteht also ein Konflikt zwischen dem Westen und Islam, der welcher ist? Das der Bodensatz des Islam terroristisch ist? Oder verstehe ich das absichtlich falsch?
    Wenn alle Muslime so reagieren, wären sie beruhigter? Warum?
    Bin Laden und Handingsda sind Feinde des Islam? Weil sie den Islam missbrauchen, ihr Interesse ideologisch zu legitimieren oder weil sie im Namen des Islam grundlos Verbrechen begehen?
    Also langsam: Am Anfang stehen Islamisten, die sich in den letzten Jahren in Theologie geschult haben und sich von Allah auserkoren sehen, seine Sache mit all den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu vertreten. Das heißt, er zieht in den Krieg gegen den Westen. Der Westen nimmt die kulturelle Kriegserklärung an und versucht die Fronten militärisch zu stabilisieren. Gleichzeitig erkennt er die groteske Ideologie der Terroristen und sieht sich zusätzlich aufgerufen, den friedlichen Islam im Namen der gemäßigten Muslime am Hindukusch und sonst wo zu verteidigen. Ganz klar, es geht um einen religiösen Konflikt, den der Westen nicht eröffnet hat. Vielleicht ist die Frage naiv, warum diese theologische Zuspitzung erst in den letzten Jahren erfolgte.
    Wer wacht dann, sollte der kulturelle Konflikt zwischen Islam und Westen jemals überwunden sein, über die islamische Theologie, damit sich keine Islamisten mehr profilieren können?

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    • 3. Juli 2007 um 01:49 Uhr
    • Karl Ohlig
  9. Kommentar zum Thema

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