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Ein Koranverbot ist falsch, wir müssen Islam von Islamismus unterscheiden

 

Der Gottseibeiuns der Islam-Debatte, der früheste und schärfste Mahner und Warner gegen den Islamismus, der Amerikaner Daniel Pipes, hat in der Welt (online) einen ziemlich vernünftigen Kommentar zur Frage des Koranverbots geschrieben – und zur darunterliegenden: ob es sinnvoll ist, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden.

Pipes_Daniel.jpg
Daniel Pipes

Kernzitat:

Meine Sicht? Ich verstehe das auf Sicherheitsdenken gründende Drängen, den Koran, den Islam und die Muslime auszuschließen, aber diese Bemühungen sind zu weit gefasst, weil sie mit den anstößigen Passagen die inspierenden verwerfen, Reformer mit Extremisten, Freunde mit Feinden. Sie ignorieren darüber hinaus die Möglichkeit positiver Veränderung.

Es wäre praktischer und konzentrierter die Bedrohung durch Jihad und Scharia zu reduzieren, indem man islamistische Interpretationen des Koran verbietet, genauso wie den Islamismus und die Islamisten. Vergleichbare Fälle gibt es. Ein saudisch gesponserter Koran wurde aus Schul-Büchereien entfernt. Prediger sind wegen ihrer Interpretation des Koran ins Gefängnis geschickt worden. Extreme Varianten des Islam werden strafrechtlich verfolgt. Organisationen sind verboten worden. Politiker haben die Islamisten aufgerufen, das Land zu verlassen.

Nicht der Islam ist der Feind, der Islamismus ist es. Tolerieren wir den moderaten Islam, aber merzen wir seine radikalen Versionen aus.

0 Kommentare

  1.   Sebastian Ryll

    Es ist nur sinnvoll wenn gleichzeitig sichergestellt werden könnte, dass sich der Islamismus nicht als moderater Islam tarnen kann.
    Dies ist die wirklich schwierige Debatte und ob sie funktioniert, ist noch nicht erwiesen.
    Die Auseinandersetzung zwischen Daniel Pipes und Tariq Ramadan ist ein Beispiel dafür.

  2.   Erol Bulut

    Nachdem nun sich langsam die Erkenntnis durchringt, dass billige auf Unterstellung beruhende Agitation gegen Moslems nichts bringt, außer das die niedersten Instinkte bei den Moslemjägern ausbrechen, ist ein Startegiewechsel langsam Erkennbar.

    Dass Pipes, Huntington oder andere zurückrudern, zeigt, dass jene noch ein Gewissen haben, und ihre populistischen Thesen zu der Natur von Moslems bereuen. Wenn man das auf niedersten menschlichen Instinkten beruhende Ausmaß an Menschenverachtung miterlebt, die durch die eigenen unausgegorenen Schuldzuweisungen undifferenzierter Art gegen alle Moslems ausgesprochen werden, wird man sich als denkender Mensch seiner Verantwortung bewusst, und schaut nicht mehr nur auf das Portemonnaie.

    Es bleibt allerdings eine Anmaßung, Inhalte aus dem Koran verbieten zu wollen! Da müsste man ja gleichermaßen Inhalte aus der Bibel verbieten, wenn schwachsinnige Christen Abtreibungsärzte verfolgen. Das solcherlei Anmaßung stattfindet, begründet sich darin, dass man sich selber über die Moslems stellen möchte, jedoch nicht bereit ist, diesen Kulturkampf auf ethischen Grundlagen auszutragen. Welch erschreckender Gedanke muss das für charakterschwache Wesen sein, dass etliche Moslems friedlicher, toleranter, offenherziger und hilfbereiter sein könnten, was bei dem gezeigten Verhalten gar nicht schwer ist. Unbegründete Schuldzuweisungen und Anmaßungen sind ein deutliches Zeichen für Charakterschwäche.


  3. Es war mal vor einigen Monaten Stand der Diskussion, dass es deutlich schwer ist, einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus zu finden.
    Die Aussagen, auf die sich Islamisten berufen, stehen im Koran, da beißt die Maus keinen Faden ab.
    Die Diskussion über die Unterscheidbarkeit zwischen Islam und Islamismus ist ja u.a. deswegen aufgekommen, weil man es nie erlebt hat, dass sich die friedlichen Muslime gegen die fanatischen Muslime stellten. Wenn es darauf ankam, hat man sich immer zusammen hinter die grün-weiße Fahne gescharrt und den Westen als gemeinsamen Feind ausgesucht.
    Erst in letzter Zeit, wo genau wegen dieser Tatsache der Druck auf die gemäßigten Muslime immer größer wurde, und einige von ihnen anfingen sich öffentlich von den Fanatikern zu distanzieren, lohnt sich die Unterscheidung zwischen Gemäßigten und Fanatikern wieder.

    Wenn wie gestern bei Titel, Thesen, Temperamente ein Muslim sagt, dass es die Muslime auch lernen müssen, mit harter Kritik zu leben und umzugehen, dann ist das in meinen Augen ein Riesenfortschritt, den man u.a. auch der harten Islamkritik der letzten Zeit zu verdanken hat.

  4.   emcee

    Zitat: „… islamistische Interpretationen des Koran verbietet, genauso wie den Islamismus und die Islamisten …“

    Das ist doch alles nur Augenwischerei. Nachdem es mit der Islamhetze nicht mehr so richtig läuft, kommen jetzt smarte Typen wie Pipes und sagen uns wer Isl(abcdeg…)mist ist und wer nicht. War es nicht der Weblogbetreiber selber, der österreichische Wissenschaftler als Islamisten denunziert hat?

    Wer entscheidet dann über die Definition Muslim – Islamist? Die Stasi?


  5. @ mc: Willkommen zurück! Ist doch klar, wer über die Definition Muslim-Islamist entscheidet. Nicht Qom, nicht Al-Azhar, die Uni Osnabrück natürlich!

  6.   tati

    @mc

    Ob Islam Mist ist oder ob man lieber Islamist ist

    ist hier eine Frage des Schüttelreims.

  7.   ed2murrow

    Scheußlich, aber selten sich mit user Erol Bulut einer Meinung wieder zu finden. Verbote, die man selber nicht aussprechen kann, mithin der Ruf nach der Obrigkeit, ist in der Tat ein Zeichen der Schwäche, charakterlich, literarisch, politisch, beinahe schon libidinös.
    Der Koran (und die Bibel, AT) ist wie die Formel für die Kernspaltung, auf den Gebrauch kommt es an. Und so hat man, wenn man den bewaffneten Konflikt letztlich vermeiden will, die Wahl zwischen selbstbewusster Gelassenheit und fundamentalistischer, sprich: extremistischer Interpretation der Wirklichkeit. –istisch ist dabei aber immer ein Grund, zumindest aufmerksam zu werden. Auf beiden Seiten der Atome …

  8.   ed2murrow

    @ tati
    kumm eini, kumm eini
    is lahm, is lahm,

    Zitat aus: Spaziergang im Rotlichtviertel Teherans

  9.   Fatma

    @tati
    Die deutsche Leitkultur ist gerettet, endlich! Juchu, hier versteht sich jemand sogar in der Poesie. Wo hast Du denn soviel Bildung her? ups..du bist doch zur schule gegangen, oder?! Es tut mir leid, wenn ich hier in ein Fettnäpfen getreten bin. Ich weiß, dass deine posts nur ein stummer schrei nach liebe sind. Es ist ja auch schrecklich, dass man den ganzen lieben langen Tag nur in diesen Kasten schreibt. Keiner, aber auch niemand ist da, der Dich in den Arm nimmt. Da ist es klar, dass Du gerade Leute hasst, denen Familie sehr wichtig ist. Dir fehlt es wahrscheinlich. Familie, Liebe, Zuwendung, Freunde! Versuche es doch mal mit Liebe. Ich meine, wechsel doch mal Deine Strategie. Denn bekanntermaßen erzeugt Gewalt Gegengewalt und Liebe wird immer mehr, wenn man sie gibt! Du tust mir wirklich leid, aber Deine Lebensumstände können, so schlimm sie auch seien mögen, keine Entschuldigung für unflätiges Verhalten sein.
    Und vielleicht kannst Du Deine Probleme auch besser lösen, in dem Du genau Deine persönlichen und speziellen Probleme benennst. Nur so können wir Dir helfen!

  10.   Riccardo

    Man kann den Islamismus und mißliebige Koraninterpretationen nicht verbieten,das ist doch lächerlich, man kann doch auch das dazu gehörende Denken nicht verbieten. Und wir können schon gar nichts machen. Sollen wir etwa Gesetze erlassen, die einen politisch korrekten Koran vorschreiben und die Einhaltung dieser Vorschriften in den Moscheen überprüfen? Mit diesem Problem muß die Islamische Welt sich ganz allein auseinandersetzen ,und das ist auch der Knackpunkt für ihre Glaubwürdigkeit und Akzeptanz.