‹ Alle Einträge

Muslimische Mädchen doch nicht wasserscheu!

 

Huch! Gute Nachrichten! Was machen wir jetzt bloss!
Ich bin gespannt, wann diese Meldung bei unseren islamkritischen Freunden übernommen wird:

Fast alle muslimischen Mädchen gehen zum Schwimmunterricht
Umfrage bei den Kultusministerien

Die Nichtteilnahme muslimischer Schülerinnen am Schwimmunterricht ist im Schulalltag kein drängendes pädagogisches Problem. Das ist ein wichtiges Ergebnis der Umfrage unter den für Schulfragen zuständigen Ministerien in den Bundesländern. Nach übereinstimmender Auskunft fast aller Ministerien, die sich an der Befragung beteiligten, werden in den wenigen Einzelfällen, in denen sich muslimische Schülerinnen aus religiösen Gründen dem Schwimmunterricht verweigern, vor Ort Lösungen gefunden, die den Interessen aller Beteiligten gerecht werden.

Das „Clearingprojekt: Zusammenleben mit Muslimen“ des Interkulturellen Rates hatte die 16 Kultusministerien in den Ländern am 1. Juni 2007 angeschrieben und um Auskunft gebeten, wie und auf welcher Rechtsgrundlage mit der Frage der Teilnahme bzw. Befreiung muslimischer Schülerinnen vom Schwimmunterricht umgegangen wird. Anlass für die Umfrage waren Eingaben an das Clearingprojekt, nach denen die religiös begründete Nichtteilnahme am Schwimmunterricht zur Abwertung der Zeugnisnote für das Sozialverhalten geführt hatte. Mit Ausnahme Bremens und Hamburgs haben alle Bundesländer die Anfrage beantwortet. Weitere wichtige Ergebnisse sind:

* Die Befreiung vom Schwimmunterricht aus religiösen Gründen kommt in den Bundesländern nur dann in Betracht, wenn kein getrennt geschlechtlicher Schwimmunterricht angeboten wird. In einigen Bundesländern wie z.B. Baden-Württemberg und Bayern findet der Sport- und Schwimmunterricht ab Klassenstufe 5 bzw. Klassenstufe 7 generell nach Geschlechtern getrennt statt.
* Gemäß den Vorgaben des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. August 1993 (Az.: 6 C 8.91) werden Schülerinnen auch im Falle des koedukativen Schwimmunterrichts in den meisten Bundesländern auf Antrag erst ab dem vollendeten 12. Lebensjahr – also mit Einsetzen der Pubertät – vom Schwimmunterricht befreit.
* In Berlin wird Anträgen auf Befreiung vom Schwimmunterricht aus religiösen Gründen grundsätzlich nicht entsprochen. Ein religiöses oder weltanschauliches Bekenntnis ist dort kein wichtiger Grund, der nach dem Schulgesetz eine Befreiung vom verpflichtenden Schwimmunterricht rechtfertigen könnte.
* Die Befreiung vom Schwimmunterricht aus religiösen Gründen darf in keinem Bundesland dazu führen, dass die entsprechende Fachnote abgewertet wird. Ohne vorherige Befreiung wird die religiös begründete Nichtteilnahme am Schwimmunterricht wegen nicht erbrachter Leistung in der Regel mit der Fachnote „ungenügend“ bewertet.
* Ein Zusammenhang zwischen der religiös begründeten Nichtteilnahme am Schwimmunterricht und der Note bzw. den Anmerkungen zum Sozialverhalten ist in keinem Bundesland vorgesehen bzw. zulässig.
* Seit dem Jahr 2000 sind in keinem Bundesland, das an der Befragung teilgenommen hat, Gerichtsverfahren anhängig, in denen es um die religiös begründete Befreiung vom Schwimmunterricht geht.

„Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die in öffentlichen Diskussionen häufig geäußerten Unterstellungen falsch sind, wonach die Nichtteilnahme von muslimischen Schülerinnen am Schwimmunterricht in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen und zu einem Problem geworden ist, das den Erziehungsauftrag der Schule gefährdet,“ erklärte der Leiter des Clearingprojekts, Torsten Jäger.

Vielmehr bemühe man sich in den Schulen vor Ort mit Erfolg um Organisationsformen des Schwimmunterrichts, die einen schonenden Ausgleich zwischen dem staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag einerseits und der Religionsfreiheit andererseits zuließen. Zudem seien vor Ort eine Vielzahl von präventiven und gesprächorientierten Lösungsstrategien entwickelt worden, die auch die Eltern muslimischer Schülerinnen mit einbeziehen und in der Regel zu einvernehmlichen Lösungen führen würden. „Die Schulpraxis ist in der Frage der Teilnahme muslimischer Schülerinnen am Schwimmunterricht sehr viel weiter und erfolgreicher, als es die öffentliche Debatte vermuten lässt. Das ist eine gute Nachricht für unser Zusammenleben“, erklärte Jäger abschließend.


0 Kommentare


  1. Ist denn in den Statistiken auch aufgeführt, wieviele muslimische Mädchen einfach Sport blaumachen oder „ihr Sportzeug vergessen“ haben.
    Nicht jede muslimische Familie hat Lust, den Rechtsweg zu beschreiten, wenn sie nicht möchte, dass ihre Tochter den Schwimmunterricht mitmacht.

    Da sich mein Freundeskreis zu 80 % aus Lehrern zusammensetzt und viele von denen schon in Schulen in sozialen Brennpunkten unterrichtet haben, habe ich ein ungefähre Ahnung davon, dass das, was in den Ministerien zusammengeschrieben wird, wenig mit dem zu tun hat, was vor Ort passiert.

    Nichtdestotrotz: wenn es positive Neuigkeiten gibt, soll man die nicht mit aller Gewalt schlecht reden. Und das ist doch eine positive Neuigkeit.


  2. […] Fast alle muslismischen Mädchen gehen zum Schwimmunterricht Herzlichen Dank an Jörg Lau zum zweiten. […]

  3.   Erol Bulut

    Herr Lau, Sie glauben doch nicht, dass Fakten bezüglich falscher Aussagen bei den „Islamkritischen“ zu irgendeiner Relativierung in der Einstellung führen. Dazu ist die Einstellung, wie man ganz leicht beobachten kann, viel zu sehr Selbstzweck.

  4.   emcee

    Zur Not gibt es ja immer noch den Burqini.


  5. @ mc: Soll ich Ihnen was verraten: Ich stelle mir manchmal heimlich Sie in einem solchen vor, mit tropfnassem Bart. Uuh!

  6.   AM

    Das ist doch mal ein guter Beitrag. Auch wenn sich hinter den Zahlen noch ein Problem verbergen sollte, ist es jedenfalls keine Flut, in der wir alle unweigerlich ertrinken müssten. Es ist höchste Zeit, dass der Tonfall der Aussichtslosigkeit überwunden wird, der so tut, als wollte er etwas tun, in Wahrheit aber jede Motivation dazu untergräbt.

  7.   Ockham

    Da können wir mal sehen auf was für Quellen sich lebowski beruft, anstatt den Statistiken zu glauben, vertraut er lieber auf die Verdächtigungen der Lehrer.
    Er will doch nicht allen Ernstes behaupten das diese Statistik so positiv ausfällt weil die Moslems ihre Kinder zum blau machen anstiften…..das iost wieder eine Verleumdung!


  8. Ich kenne einen muslimischen Vater der seine extrem wasserscheue Tochter die sich befreien lassen wollte, vor die Wahl stellte. Entweder im Urlaub als Schwimmerin mit nach Hause ans Meer oder als Nichtschwimmerin bei ihrer Tante in der Berlin zu bleiben. Nun kann sie schwimmen wie ein Fisch im Wasser, auch wenn sie bei Brandenburger Seen immer noch Proben mit dem Großen Zeh nimmt um sich zu vergewissern das, das Wasser nicht zu kalt ist.

    Die im Wasser lungernden Ungeheuer, Fische wie Krebse stören sie nicht.

  9.   Sebastian Ryll

    @Erol
    Nanana, Klischee! Wissen Sie was? Ich fands auch als männlicher Kufar immer recht peinlich mich bei der Sportumkleide oder für den Schwimmunterricht ausziehen zu müssen.
    Glücklicherweise hatte ich dann ne Chlorallergie.

    Die Partizipation beim Schwimmunterricht ist eine typisch deutsche Übersprungsdebatte. Gemeinsamer Schwimmunterricht macht noch keine gemeinsame Gesellschaft, sonst wäre die Situation heute anders.

  10.   Tuotrams

    Vielleicht nochmal durchlesen, Herr Lau!

    Grund dieser „Umfrage“ war mal wieder die gefühlte Benachteiligung von integrationsunwilligen Muslimen die sich hier weigern am Schwimmuntericht teilzunehmen.