Orientalistentag
Am morgigen Montagabend bin ich auf dem Deutschen Orientalistentag in Freiburg, um über “den Islam in den Medien” zu diskutieren. Audimax der Universität, 20.00 bis 21.45.
Kategorien: Debatte, Die Freunde und die Feinde des Islams
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Sie sollten mal anregen, dass sich orientalistische Institute etwas weniger von Saudis sponsern lassen sollten. Das tut dem kritischen Geist dieser Wissenschaft nicht gut.
Gut wäre auch, wenn man den Unterschied zwischen Orientalistik und islamischer Theologie wieder deutlicher herausstreichen würde. Es gibt schließlich auch einen Unterschied zwischen Theologie und Religionsphilosophie.
Ein Raddatz ist mir offen gestanden lieber als hundert Annemarie Schimmels.
http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~EEB2A8403FF844BC99655C12B866C40EE~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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Korrekt Lebowski, stimme Ihnen zu.
Insbesondere die DEUTSCHE Islamwissenschaft, die ursprünglich einmal von Juden begründet worden war (zu Anfang d. 20 Jhd. und der 1920er Jahre) hat sich nach 1945 nur zu sehr zum Tummelplatz alter und neuer ANTISEMITEN entwickelt – eine Annemarie Schimmel, Tochter eines Nazi-Funktionärs sollte diesebezüglich einmal kritischer in ihrer Biographie und “wissenschaftlichen” Entwicklung betrachtet werden (ich persönlich halte sie nicht für wissenschaftlich seriös: ihr “Spezialgebiet” ist die KALLIGRAPHIE – das wäre so, als wenn sich im westlichen Wissenschaftsbetrieb ein Experte für HERALDIK als Historiker für mittelalterliche Geschichte ausgeben würde).
In einigen Quellen (im Netz) wird sie ausdrücklich als Hochstaplerin ausgewiesen, tatsächlich gibt es über ihre wissenschaftliche Vita sehr widersprüchliche Angaben, z.b. über die Zeitpunkte der Promotion und Habilitation – laut wikepedia während des 2. Weltkrieges, nach anderen Quellen und entsprechend einem normalen Studienverlauf erst nach 1945 (die womöglich sogar mit derselben Arbeit erreicht wurden). Vermutlich durch das Nachkriegschaos ist es ihr gelungen, diese Schritte der wissenschaftlichen Vita zu verschleiern – so wie es während dieser Jahre ja auch ein “Notabitur” gab, so wurden viele akademische Grade flott vergeben.
Ich zitiere hier aus einer etwas zweifelhaften Quelle im Netz wie ich zugebe (http://www.geocities.com/films4/schimmel.htm). Dennoch sollten die dort aufgeführten Angaben dazu führen, dieser Dame einmal retrospektiv genauer auf die Finger zu sehen. Die aufgeführten Argumente zeigen zumindest eine hohe Plausibilität, und, wie der zweifellos seriöse link: http://www.bautz.de/bbkl/s/s1/schimmel_a.shtml
auf das biographisch-bibliographische Kirchenlexikon erweist, decken sich dessen Angaben weitgehend mit den Informationen dieser seriösen Quelle.
Hier also der (entschuldigung Herr Lau) längere Zitatausschnitt:
“Halt, liebe Leser, an dieser Stelle wollen wir Annemarie Schimmels Märchenstunde kurz unterbrechen und das ganze nüchtern betrachten, denn da nimmt es sich weit weniger spektakulär aus: 1922 als Tochter eines Kriegsgewinnlers und Inflations-Spekulanten geboren, lernte sie mit 15 einen Araber kennen (aus dem Gefolge von Amin Mohammed al-Husseini, dem Mufti von Jerusalem, der gerade von den Briten verhaftet worden war, dem aber zwei Jahre später eine abenteuerliche Flucht gelang, die ihn binnen weiterer zwei Jahre über Beirut, Bagdad, Teheran und Rom nach Berlin führen sollte, wo Hitler ihm und anderen Feinden des Judentums großzügig Asyl gewährte). Der führte sie u.a. in die Welt des islamischen “Mystizismus” ein, eine etwas schwiemelige Angelegenheit, die das Gehirn benebeln und klares Denken verhindern sollte – und es wohl auch bei ihr tat, denn was sie im folgenden über Schule, Arbeitsdienst und Studium geschrieben hat, ist entweder das Produkt einer völligen geistigen Verwirrung, oder aber schlichtweg erstunken und erlogen. In Wahrheit ging sie mit 16 ohne Abschluß von der Schule ab (was man natürlich als “ab-itur” bezeichnen kann, wenn man will
und zum Arbeitsdienst. Der war damals für Mädchen noch freiwillig, denn dem “Gesetz über die Arbeitsdienstpflicht für die gesamte deutsche Jugend” vom 26.06.1935 fehlte es noch an Durchführungs-Verordnungen, so daß vorerst nur Jungen eingezogen worden. Erst am 04.09.1939 wurde die VO verabschiedet; aber die Arbeitspflicht galt auch jetzt noch nicht für Mädchen, die in der Berufsausbildung bzw. im Studium standen – unabhängig von der Fachrichtung. (Ursprünglich war der RAD [Reichsarbeitsdienst] eine Maßnahme zur Beseitigung der Jugendarbeitlosigkeit, vor allem für verkrachte Schulabgänger ohne Abschluß – also genau die Zielgruppe, der Schimmel angehörte; als solcher hatte er schon in der Weimarer Republik bestanden.) Annemarie Schimmel hätte ihr “Pflichtjahr” ja ohnehin schon hinter sich gehabt; aber sie blieb weiter freiwillig dabei, allerdings nicht mehr auf dem Dorf im Schweinestall, sondern sie reiste ihrem Vater (der inzwischen – als alter NS-Parteigenosse – ein hohes Tier mit guten Beziehungen geworden war) nach Berlin nach und belegte nebenbei ein paar Kurse als Gasthörerin an der dortigen Universität – u.a. in “islamischer Kunstgeschichte”. Zwei Jahre später wurde der (bezahlte) “Kriegshilfsdienst” als Fortsetzung des RAD eingeführt; ihr Vater besorgte ihr innerhalb des KHD eine Stelle als Hilfsübersetzerin im Auswärtigen Amt, und zuvor – damit sie die hierfür notwendige Qualifikation nachweisen konnte – eine Promotions-Urkunde (die nach nur vier Gast-Semestern natürlich nur getürkt sein konnte; aber wenn man den Nazi-Bonzen nichts schlimmeres hätte vorwerfen können als ein bißchen Urkundenfälschung…).
Gleichwohl blieb Annemarie Schimmel an der Universität Berlin eingeschrieben, wechselte allerdings an den Fachbereich Geschichte, wo sie dreieinhalb Jahre an einer “wissenschaftlichen Arbeit” über die Mamelucken herum schrieb, bis die Russen vor Berlin standen. Am 1. April 1945 leistete man sich den April-Scherz, Fräulein Schimmel noch ein falsches Doktor-Diplom in die Hand zu drücken, damit sie endlich aus Berlin abhauen konnte. (Die Stadt bestand längst nur noch aus Trümmern – und nach einer Karriere als Trümmerfrau stand ihr nicht der Sinn.) So gelangte sie – im Schlepptau der Amerikaner, die das von ihnen eroberte Sachsen und Thüringen gemäß den Vereinbarungen mit den Sowjets räumten – nach Marburg, wo sie die Dreistigkeit besaß, ihr Mamelucken-Skript statt als Doktor-Arbeit als Habilitationsschrift auszugeben (Frechheit siegt) und nach einem Semester einen Vortrag zu halten, den sie später als ihre “Antrittsvorlesung” ausgab. Flugs galt sie als “habilitiert” und bezeichnete sich selber als “Dr. habil.” Natürlich widersprach das allen Gesetzen – aber welche Gesetze galten damals überhaupt noch? Legal, illegal, scheißegal, dachte man in einer Zeit, da die meisten Menschen in Deutschland Kohlen klauen mußten – mit ausdrücklicher Billigung des späteren Kardinals Frings, aus dessen Namen für diese Tätigkeit sogar ein neues Verb, “fringsen”, gebildet wurde -, um nicht zu erfrieren, und Kartoffeln, um nicht zu verhungern. (….).
Wer scherte sich da noch um das (un-)rechtmäßige Zustandekommen einer venia legendi? Nun, die Deutschen, als es ihnen wieder besser ging. Jedenfalls erkannten sie nach der Gründung der Bundesrepublik all den faulen Zauber aus der Nachkriegszeit nicht mehr an, und Annemarie Schimmel mußte froh sein, daß die Universität Marburg ihr leicht erweitertes Mamelucken-Skript 1951 wenn schon nicht als Habil.-Schrift, so doch wenigstens als Ersatz-Dissertation anerkannte, zwar nur für eine Fantasie-Promotion zum “Dr. sc. rel.” (den es eigentlich gar nicht gab, jedenfalls hat die Uni Marburg diesen merkwürdigen Grad vor und nach der guten Annemarie niemandem mehr verliehen
, aber immmerhin. [Ein halbes Jahrhundert später sollte ein gewisser "Skyhawk" von der Universität Mainz auf einer Internetseite das Gerücht in die Welt setzen, Frau Schimmel habe sich daraufhin an der Universität München "habilitiert". Dieses Märchen wollte auch der Traugott-Bautz-Verlag ursprünglich in sein Kirchenlexikon übernehmen (der Entwurf stand schon im Internet); auf eine dezente E-mail von Dikigoros hin hat er das aber dann doch stillschweigend gestrichen, denn an der Universität München weiß man davon nichts.] Ein weiteres Märchen berichtet, Annemarie Schimmel sei 1953 Professorin in Marburg geworden. Tatsächlich reiste sie in jenen nebulösen Jahren nach ihrer “echten” Promotion mehr oder weniger ziellos herum, immer auf der Suche nach einer akademischen Karriere – nach Schweden, in die Niederlande, in die Schweiz; aber mehr als nette Gastaufenthalte mit (angeblichen) Sprachstudien wurden nie daraus.
Da für sie in Europa offenbar nichts zu holen war, ging Annemarie Schimmel schließlich in die Türkei, die sie 1952 erstmals als Touristin bereist hatte, um das Mausoläum von Maulana Rumi in Konya zu besuchen. 1954 bekam sie in Ankara eine Stelle als Lehrerin für Religionsgeschichte. Fleißige Legendenstricker machten daraus später eine “Universitäts-Professur”; aber an der Universität Ankara weiß man davon nichts, und die anderen Hochschulen der türkischen Hauptstadt – Bilkent, Gazi, Hacettepe, ODTU [TH] und Militärhochschule – haben gar keine Ilahiyat Fakültesi [Theologische Fakultät]. (Annemarie Schimmel behauptete anno 2000 in einem kürzlich noch einmal ausgestrahlten Interview von “Alpha-Forum”, dem “Bildungskanal des Bayrischen Rundfunks”, sie habe an einer “Ilahiyat Fakultät” gelehrt.) Außerdem wird dort durchweg auf Türkisch unterrichtet, einer Sprache, die Schimmel damals noch lange nicht hinreichend beherrschte. Aber es gibt in Ankara noch zwei Einrichtungen, die sich in etwa mit einer amerikanischen “High School” vergleichen lassen [so werden sie auch offiziell ins Englisch übersetzt: "Anatolian High School" (7 Jahre) und "Anatolian Imam and Preacher High School" (8 Jahre). Eine Weiterübersetzung von "High School" ins Deutsche mit "Hochschule" verbietet sich freilich; vielmehr entsprechen diese beiden Schultypen, die sich an die 5-jährige Grundschule anschließen, in etwa einem früheren deutschen "Real-Gymnasium"], in denen auch auf Englisch, Französisch und Deutsch unterrichtet wird, und deren Lehrkräfte – nach französischem Vorbild – “profesör” genannt werden, wie die Hochschullehrer. An einer dieser Einrichtungen wird Annemarie Schimmel wohl unterrichtet haben.”
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dann trifft man sich im freiburg
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“Der Islam in den Medien”
Alles klar, dann passen sie mal auf das man sie nicht auf Linie bringt, versuchen wird man es in jedem Fall.
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@Molinocampo (2)
“(http://www.geocities.com/films4/schimmel.htm)”
Also, ist dieser link für Sie nun “zweifelhaft” (erster Satz des zweiten Absatzes) oder “seriös” (letzter Satz des zweiten Absatzes) ???
- 1941 Doktorarbeit: „Die Stellung des Kalifen und der Qadis im spätmittelalterlichen Ägypten“ (Doktor der Philosophie)
- 1951 Promotion in Marburg: „Studien zum Begriff der mystischen Liebe in der frühislamischen Mystik“ (Doktor der Religionsgeschichte)
- 1953 Ernennung zum apl. Professor der Universität Marburg (die scheinen davon zu wissen, sie schreiben es auf ihrer Internetseite)
- bis 1954 Dozentin an der Universität Marburg
- Ab 1961 außerplanmäßige Lektorin am Seminar für Orientalische Sprachen bei der Universität Bonn (die scheinen ebenfalls davon zu wissen, zumindest erwähnen sie es in ihren Uni-Protokollen selber)
- 1967 – 1992 Fakultätsmitglied in Harvard als Dozentin, ab 1970 Professor für Indo-muslimische Kultur (ob die in Harvard wohl davon wissen?) mit dem Auftrag, ein Institut für Indo-Muslimische Kultur aufzubauen
- Lehrtätigkeit an der Universität Teheran (1979), am Ismaelitischen Institut London (1982/83), an der Universität Edinburgh (1992/93)
- ab 1992 Honorarprofessorin am Orientalischen Seminar der Universität in Bonn
- Übersetzungen aus dem Arabischen, Türkischen, Persischen, Urdu und Sindhi in’s Englische und Deutsche
- Ehrendoktorwürde: Sind (1975), Islamabad (1976), Peshawar (1978), Uppsala (1985) und Konya/Türkei (1988) (die wissen wahrscheinlich alle davon nichts)
- 1982 Bundesverdienstkreuz Erster Klasse mit Stern und Schulterband
- 1984 Umbenennung eines Basars in Lahore (Pakistan) in „Khiyaban-e Annemarie Schimmel“, das Deutsche Kulturzentrum in Lahore (Goethe-Zentrum) heißt “Annemarie-Schimmel-Haus” (die scheinen auch davon zu wissen)
- 1995 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, Laudatio durch den Bundespräsidenten Roman Herzog
- 1996 Ägyptischer Verdienstorden für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse
- 1996 ähnliche Ehrung in Türkei durch Ministerpräsident Süleyman Demirel
- 1997 richtet die Universität Bonn den Annemarie-Schimmel-Lehrstuhl für indo-islamische Kultur ein
- 1998 Ehrenbürgerin der pakistanischen Hauptstadt Islamabad
- 1998 höchster jordanischer Verdienstorden aus der Hand von Kronprinz Hassan
Ihr Spezialgebiet war nicht Kalligraphie, sondern islamische Mystik. Außerdem hat sie zahlreiche islamische Dichtungen in europäische Sprachen (Englisch, Deutsch) übersetzt.
http://kultur-news.blog.de/?tag=orientalistinnen
http://en.wikipedia.org/wiki/Annemarie_Schimmel
http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/12374/
http://www.goethe.de/ins/pk/lah/deindex.htm
http://www.boersenverein.de/de/96671?pid=111722
http://www.uni-marburg.de/fb10/ios/altorientalistik/fachgebiet/geschichte/schimmel
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Orientalistentag in Freiburg
http://www.mainpost.de/aaw/kulturwelt/art584,4129168
auch interessant eine inner islam debatte von orientalisten, islamwissenschaftler,…. Tilmann Nagel vs. Luxenberg, Ohlig,…
“Befreit den Propheten aus seiner religiösen Umklammerung!
Von Tilman Nagel”
http://www.mainpost.de/aaw/kulturwelt/art584,4129168
Eine arbeit vom bekannten islamwissenschaftler Frants Buhl
http://www.diss.fu-berlin.de/2000/32/KAP1.PDF
http://www.diss.fu-berlin.de/2000/32/KAP2.PDF
http://www.diss.fu-berlin.de/2000/32/KAP3.PDF
http://www.diss.fu-berlin.de/2000/32/KAP4.PDF
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Wie war denn die Stimmung dort, Herr Lau?
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bitte beachten Sie meinen Beitrag über “Buddhismus und Quantenphysik”.
Es ist ein Beitrag zum Ost-West Dialog, den ich in der Sektion “Indologie” auf dem 30. Orientalistentag gehalten habe. Er zeigt, daß das Thema des politischen Islam zwar im Zentrum des 30. Orientalistentags stand, aber doch nicht ausschließlich das einzige Thema war. Außerdem versucht dieser Beitrag die Aktualität der traditionellen indischen und buddhistischen Denkweisen darzustellen. Die Welt besteht nicht nur aus dem “Westen” und aus der “islamischen Welt”, wie es uns die Berichterstattung über den 30. Orientalistentag nahelegen möchte.
Christian Thomas Kohl
http://ctkohl.googlepages.com
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