Times: Planung für Iran-Krieg hat begonnen
Die Londoner Times vom Sonntag berichtet, eine Sondereinheit der Air Force habe im Pentagon damit begonnen, konkrete Pläne für einen Krieg gegen Iran zu kalkulieren. “Project Checkmate” (Projekt Schachmatt) ist der passende Name dieser Einheit, die bereits die Luftangriffe für den ersten Krieg gegen Saddam Hussein geplant hatte. Sie wird geleitet von einem Air Force General mit dem schönen Namen Lawrence A. Stutzriem, der nicht von ungefähr an die Welt von Dr. Seltsam erinnert.

Brigadegeneral Lawrence Stutzriem, Leiter von “Checkmate” Foto: Pentagon
Im Juni, sagen Pentagon-Quellen, sei die Einheit bereits im Stillen wieder zusammengerufen worden. Dass ihre Arbeit nun öffentlich gemacht wurde, darf man getrost als Teil der Propagandakrieges begreifen. Zusammen mit den Äußerungen des französischen Präsidenten (“iranische Bombe oder Bombardierung Irans”) und seines Aussenministers, der letzte Woch erstmals von einem “Krieg” gegen Iran sprach, ergibt sich das Bild einer gezielten Eskalation.
@Joachim S.
Der internationale Terrorismus wird zur Zeit hauptsächlich in Terrorcamps in Pakistan logistisch und ideologisch vorbereitet. Unter atomarer Abschreckung. Pakistan ist dabei noch ein befreundeter Schurkenstaat. Was lässt Sie vermuten, dass der internationale Terrorismus unter iranischem Atomschild nicht noch intensiver wird, als jetzt? Glauben Sie, die Islamistischen Terroristen werden uns nach einer Militäraktion gegen Iran dann 110%ig, statt nur 100%ig hassen?
Ich glaube auch nicht an einen Regimewechsel. Aber in ein funktionierendes Nuklearprogramm muss man schon etwas mehr investieren, als in ein abgelegenes Haus im Sauerland. Ich wage zu behaupten, dass Deutschland nur deshalb keine Atomwaffen entwickeln konnte, weil die Infrastruktur durch alliierte Intervention geschwächt wurde. Das dürfte auch im Iran klappen.
Man könnte es auch ganz einfach mit Erpressung versuchen: Gebt uns Eure 50 Kilo Uran, oder wir werfen noch eine Bombe, und noch eine und noch eine…
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Rafael, ein bisschen Geschichtswissen schadet nicht.
1. Der internationale islamistische Terrorismus erfuhr durch den Irakkrieg einen nie dagewesenen Aufschwung und einen nie dagewesenen Erfolg bei der Rekrutierung neuer Attentäter.
2. Die Terror-Ausbildungslager in Pakistan haben nicht das geringste mit der pakistanischen Atombombe zu tun (die wurde als Antwort auf die indische Bombe entwickelt), aber vieles mit der Teilautonomie der paschtunischen Stammesgebiete und den Folgen der Aufrüstung der Terroristen in den 80er-Jahren, als sie noch “Freiheitskämpfer” genannt wurden.
3. Die schiitisch inspirierten Terrororganisationen (vor allem die Hezbollah) richten ihre Aggression zur Zeit einzig gegen Israel; falls der Iran vom Westen angegriffen würde, stünden sofort Tausende potenzielle Selbstmordattentäter bereit, die ihre Angriffe, wie schon in den 80er-Jahren, gegen die USA und Europa richten würden. Auch das hat wenig oder nichts mit dem Besitz der Atombombe zu tun.
4. Das iranische Nuklearprogramm wird von Russland und China unterstützt. Iran hat sehr wohl die Möglichkeit, eine Bombe zu bauen und beabsichtigt das wohl (obschon die letzten Beweise fehlen).
5. Deutschland hat keine Atomwaffen entwickelt, weil
a) die Nazis das Potenzial dieser Waffen Gott sei Dank nicht erkannten.
b) die Bundesrepublik bewusst auf die Entwicklung von Atomwaffen verzichtet hat, was Adenauer und Strauß anders sahen.
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>>>>Der Iran ist dem Westen prinzipiell feindlich gegenüber eingestellt.
Gemessen an dem Handelsvolumen scheinen die Prinzipien recht locker zu sein. Feindliche Haltung ist zwar vorhanden, aber dies dem Iran mit seiner Scheindemokratie zuzuschreiben, wird der Sache nicht gerecht, was ja sowieso kein Anliegen hier ist.
>>>>Der Iran nimmt große Opfer der Zivilbevölkerung (auch der eigenen – erster Golfkrieg) in Konflikten billigend in Kauf.
Dies ist keine besondere Qualität. Abgesehen davon, dass die Iraner im Golfkrieg angegriffen worden sind, und sich verteidigt haben, besitzen beispielsweise die USA auch wenig Rücksicht auf ihre Soldaten. Man kann auf das Golfkriegssyndrom verweisen, und auf die Lügen, um den Angriffskrieg legal wirken zu lassen.
>>>>Der Iran unterstützt Terrororganisationen im nahen Osten.
Sanktionen werden keine Änderung der iranischen Pläne bringen.
Die USA auch, indem sie Israel laufend Geld und Waffen zuschieben. Man kann die Toten zählen, die die eine Seite zu verantworten hat, und die andere. Können Sie zählen?
>>>>Das Regime hätte mit Nuklearwaffen die Möglichkeit der atomaren Abschreckung gegenüber Militäroperationen des Westens
Wie schlimm, gelle? Dann könnte der Iran ja ein solches Schicksal wie das im Irak erspart bleiben.
>>>>(natürlich würde das Regime nur in äusserster Not zur Bombe greifen – äussertse Not ist der Verlust der Privilegien dieses Regimes)
Klar, das macht alle zu Selbstmördern, die ihre Familien in den Tod reissen wollen. Wäre ja auch ein enormer Bruch am Muster, wenn Sie jetzt plötzlich erkennen würden, dass nur ein Atomschlag gegen den Iran der einzige sinnvolle Grund ist, davon auszugehen, dass die Iraner die Atomwaffen einsetzen.
>>>>Durch eine zeitnahe militärische Intervention des Westens werden auch für die Zukunft Möglichkeiten der Intervention offen gehalten.
Weil solche Menschen wie Sie, die anscheinend gerne Bomben auf Menschen für einen Segen halten, sofern es die zig Tausend „Richtigen“ trifft, sonst das Wort „Gerechtigkeit“ nicht weiter vergewaltigen könnten?
Ich bin höchstwahrscheinlich auch intelligenter, doch für die hiesigen Weisheiten braucht man keine große Intelligenz. Beispielsweise ist es eine einfacher Gedanke, den Unsinn zu erkennen, wenn man ein Land mit der Begründung ins Chaos stürzen möchte, Gerechtigkeit herstellen zu wollen. Es bedarf auch keiner großen Intelligenz in den Atomwaffen einer Nation, die kein Problem damit hat, Tausende Zivilisten wegen zwei gefangener Israelis zu töten, mehr Gefahr zu erkennen, als bei einem Land, dass „nur“ Oppositionelle und andere „aus der Art geratene“ tötet. Aber das Ganze hat ja recht wenig mit Intelligenz zu tun.
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Hmmm. Dann ist die iranische Atombombe also gar nicht so schlimm? Warum machen wir Westler denn dann so ein Gewese um das iranische Atomprogramm? Gibt es irgendeinen stichhaltigen Grund, warum die Iraner keine Atombombe besitzen sollten? Meine Argumente wurden ja gerade alle entkräftet. Also zurücklehnen, genießen und das Geld verprassen, mit dem die Mullahs bei uns Zentrifugen kaufen?
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@Joachim S.
Gezielte Luftschläge gegen iranische Atomanlagen können sehr wohl das iranische Nuklearprogramm lahmlegen. Dafür braucht es gewiss keinen Bodenkrieg. Eine solche Strategie der systematischen Infrastrukturzerstörung, kombiniert mit scharfen Wirtschaftssanktionen hat bereits im Irak vor dem zweiten Irakkireg hervorragend funktioniert. Warum? Weil es eine realpolitische Massnahme war. Dann kamen in Washington die Ideologen an die Macht.
Bei der Vorstellung eines iranischen Regimes, das auf Atombommben Zugriff hat, befällt mich jedenfalls das nackte Grauen. Gewiss wird der Westen für eine militärische Intervention einen Preis zahlen müssen. Als Reaktion wird Iran nämlich die ölwaffe einsetzen. Ausserdem ist eine Verstärkung der Terroraktivitäten im Westen zu befürchten. Was das ölproblem betrifft, wird man zumindest auf die Unterstütztung des Saudischen Regimes rechnen können. Die sind nämlich Irans Todfeinde.
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@eipott
“Bei der Vorstellung eines iranischen Regimes, das auf Atombommben Zugriff hat, befällt mich jedenfalls das nackte Grauen.”
Das geht mir ähnlich. Könnten Sie es trotzdem etwas ausführen? Was wäre anders, wenn das iranische Regime Zugriff auf Atombomben hätte? Wäre das Grauen so schlimm, dass es eine militärische Intervention rechtfertigen würde?
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@Rafael
Das Grauen wäre in der Tat gross. Iran wäre damit in der Lage, seine Feinde (insbesondere Israel) von der Landkarte zu tilgen und grösstes Unheil in der Region zu stiften. Natürlich kann man dagegen einwenden: so blöd sind die Mullahs nun auch nicht, dass sie die Bombe gegen Israel einsetzten würden, denn das hätte ihren sofortigen Untergang zur Folge. Gewiss, aber man darf nicht vergessen, dass wir es mit einem fundamentalistischen, fanatischen Regime zu tun haben. Und solche Regime entwickeln – wenn die Bedingungen dafür gegeben sind- auf Kurz oder Lang autodestruktive Tendenzen. Dies liegt in der Radikalität ihrer Natur begründet und daher ist ein Kriegsszenario gegen Israek gar nicht so unwahrscheinlich wie es auf dem ersten blick erscheinen mag.
Nicht zu vergessen ist ausserdem die Gefahr, dass die Atomtechnologie auch für terroristische Zwecke verwendet werden kann. Stellen sie sich mal vor, dass Iran Minibomben (oderf auch nur das know how zum Bau primitiver A-Bomben) an terroristische Gruppierungen weitergibt. Ein Alptraum!
Ausserdem würde der Besitz der Atombombe Irans Vorherrschaft in der Region auf unabsehbare Zeit zementieren und verstärken. Der Handlungsspielraum des Westens würde dramatisch eingeschränkt.
Dem würde ich hinzufügen, dass Iran als diktatorisches Regime chronisch instabil ist. Stellen sie sich vor, eines Tages begehrt ein Teil der Bevölkerung gegen das Regime auf, oder es kommt zu einem Machtkampf innerhalb der iranischen Machtelite. Nicht auszudenken, was alles passieren könnte, wenn die Bombe während solch eine Phase der Instabilität in die falschen Hände geriete.
Es gibt also genügend Gründe, die für eine militärische Intervention gegen Iran sprechen. Wir dürfen die Gefahr die von diesem Staat ausgeht nicht unterschätzen, das wäre ein Riesenfehler!
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@Rafael
Eine Iranische Atombombe ist nicht besser als eine russische, pakistanische, US, GB oder israelische. Eher eine schlechtere als die meisten.
Es geht nicht darum, ob man das gut oder schlecht finden soll. Wenn ein Land wie der Iran sich die Atombombe aneignen will, wird es das tun, früher oder später. Die einzige Möglichkeit dies zu unterbinden, ist, angeblich im Namen der Gerechtigkeit, ein völliges Chaos mit Millionen von Toten und und Flüchtlingen (vergessen Sie nicht 2Kriege und die Sanktionen mitzurechnen) wie im Irak herzustellen. Und warum fühlt man sich berechtigt dafür? Weil dumme Menschen annehmen, dass der Iran wider jegliche Logik eine totale Zerstörung der Heimat durch einen atomaren Vergeltungsschlag in Kauf nehmen würde.
Worum geht es eigentlich bei diesem Angriff, sofern er denn stattfindet. Die USA-Waffenlobby hätte dann mal wieder Waffen getestet, beworben und Grund geschaffen, für neue Geld auszugeben. Israel könnte noch die Option offen halten, hemmungslos Krieg gegen jeden Nachbarn führen zu können. Insbesondere gegen ein Libanon, dass durch die Völkerrecht verletzende Kriegsführung der Israelis einen Sympathieschub für die Hisbollah bekommen hat und deshal potentielles Angriffsziel wegen Israelischen Allmachtsanspruch (sich das Recht gebend, über fremde Regierungen bestimmen zu können) in dieser Region wäre.
Warum macht der Westen soviel Trara und warum sind selbst seriöse Zeitungen unfähig zu erklären, wieso das propagierte Atombedrohungsszenario durch den Iran stattfinden soll, obwohl man mindestens 20% Palästinenser mit Töten würde und selber atomar von der Landkarte getilgt werden würde?
Ganz einfach, weil man hier annimmt, dass man selbstgefällig meint, als Verein von Atommächten andere ausschließen zu können. Man hat auch den Südamerikanischen Nationen lange auferlegt, was sie tun dürfen sollen, bis diese sich von dem schadhaften Protektionismus der Ökonomie der 1-Welt-Länder befreit haben. Erstens will man im Bereich der Atomwirtschaft keine Konkurrenz und zweitens gibt es hier eine starke Lobby von US- und Israel-Interessen, die auf das Bedürfnis der Politiker bauen können, Probleme durch Erzeugung von Feindbilder vernebeln zu wollen.
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