Israelischer Militärexperte: Wir können mit der iranischen Bombe leben

Von 27. September 2007 um 22:26 Uhr

Israels bekanntester Militärhistoriker Martin van Creveld empfindet die Aufregung um das iranische Atomprogramm als Hysterie. In einem seiner berüchtigten, kalt analysierenden Artikel im jüdischen “Forward” geht er der iranischen Stärke nach:

Mahmoud Ahmadinejad looks and sounds as if he is in a panic — and the Iranian president, on tour in New York this week, has very good reason to be.

Israel, which Ahmadinejad regards as his country’s great enemy, has just carried out what seems to be a very successful strike against an important Syrian installation. And behind Prime Minister Ehud Olmert stands President Bush — the same President Bush who four years ago needed no reason at all to take on Iran’s neighbor to the west and demolish it to the point where it may never rise again.

Both Olmert and Bush have repeatedly signaled their determination to prevent Iran from going nuclear, using force if necessary, and they may very well carry out their threats. Should they do so, then Iran — so often presented as some kind of regional juggernaut — will have little to put in their way.

Though rich in oil, Iran is a third-world country with a population of 80 million and a per capita income of $2,440. By the best available figures, those of the London-based International Institute of Strategic Studies, its annual defense budget stands at about $6.3 billion — a little more than half of Israel’s and a little less than 2% of America’s.
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Martin van Creveld von der Jerusalemer Hebrew University

Iran, in fact, spends a smaller percentage of its resources on defense than any of its neighbors except the United Arab Emirates. And while Iran might very well operate covert programs whose cost would bump up its total defense expenditures, the same can be said of many other countries.

Should the United States strike at Iran — and let’s be clear here, we are talking about a strike by cruise missiles and manned aircraft, not about an invasion for which Washington does not have the troops — then Tehran will have almost no way to hit back.

….

In case Bush does decide to attack Iran, it is questionable whether Iran’s large, well-dispersed and well-camouflaged nuclear program can really be knocked out. This is all the more doubtful because, in contrast to the Israeli attacks on Iraq back in 1981 and on Syria three weeks ago, the element of surprise will be lacking. And even if it can be done, whether doing so will serve a useful purpose is also questionable.

Since 1945 hardly one year has gone by in which some voices — mainly American ones concerned about preserving Washington’s monopoly over nuclear weapons to the greatest extent possible — did not decry the terrible consequences that would follow if additional countries went nuclear. So far, not one of those warnings has come true. To the contrary: in every place where nuclear weapons were introduced, large-scale wars between their owners have disappeared.

General John Abizaid, the former commander of United States Central Command, is only the latest in a long list of experts to argue that the world can live with a nuclear Iran. Their views deserve to be carefully considered, lest Ahmadinejad’s fear-driven posturing cause anybody to do something stupid.

Kategorien: Außenpolitik, Iran, Israel
Leser-Kommentare
  1. 1.

    So ähnlich hab ich mir das auch immer gedacht. Der Denkfehler dabei ist aber nicht zu berücksichtigen, dass das Regime nicht ewig stabil bleibt, siehe Unruhen in Pakistan. Die Analyse trifft nur auf den status quo zu.
    In dieser Region besteht allerdings am ehesten die Wahrscheinlichkeit, dass religiöse Fanatiker an die Bombe gelangen, die ihr eigenes Leben und das von unzähligen Zivilisten nicht kümmert.
    Man wäre im schlimmsten Fall erpressbar durch Menschen, die es schlicht in Kauf nehmen als Zweiter zu sterben, denn das Paradies wartet ja auf sie…

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    • 27. September 2007 um 22:52 Uhr
    • Stossdämpfer
  2. 2.

    Wenn “Die Bombe” in Händen der Irren nicht so schlimm ist kann man Iran ja erst recht und ohne Bedenken in die Steinzeit zurückbomben.

    Keiner glaubt doch heute wirklich das Bush den Iran angreift, vielleicht sollte er es deshalb tun, schon in Hinblick auf seine Bilanz.

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    • 28. September 2007 um 00:16 Uhr
    • Tuotrams
  3. 3.

    @tutrams
    Was Kolateralschäden angeht, ist doch seine Bilanz bisher gar nicht so schlecht!!

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    • 28. September 2007 um 00:36 Uhr
    • docaffi
  4. 4.

    Der Iran scheint mir das einzige Land zu sein, das es schaffen könnte, sich aus eigener Kraft von der Mullah-Herrschaft zu befreien. Das wäre ein echter Schlag für den politischen Islam.

    Man schien da auf keinem schlechten Weg zu sein, bis George W. Bush auf die Idee kam, Iran auf die “Achse des Bösen” zu setzen.
    Was für ein strategischer Fehler!

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    • 28. September 2007 um 07:48 Uhr
    • lebowski
  5. 5.

    @lebowski

    Iran hat sich doch eben erst vom feudalextremistischen Kapitalismus der US Pro Consuln befreit, und ist daher historisch gesehen als Land relativ frei jedenfalls freier als europäische Imperiumsvasallen wie Deutschland, als auch seine Bürger freier sind als unter den nun zu Demokraten mutierten Savac Folterern..

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    • 28. September 2007 um 09:16 Uhr
    • CharlesMcWaeffele
  6. 6.

    @ einen an der Waffel: Haha! Immer wieder lustig, Ihre Islamistenparodie!

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    • 28. September 2007 um 09:54 Uhr
    • Joerg Lau
  7. 7.

    Man kann im Grunde als Laie und Normalinformierter gar nicht mehr beurteilen, was an Infos in Gazetten und Medien nur Propaganda oder konkrete Realität ist. So schrieb der Spiegel:

    >>Der ehemalige US-Luftwaffen-Colonel Sam Gardiner, der Kriegssimulationen für Militär- und Politik-Experten veranstaltet, hat sich laut “Newsweek” in der letzten Zeit auf einen möglichen Schlag gegen Iran konzentriert. Erörtert werde bei den Simulationen die Frage: Sind die Einschätzungen israelischer Geheimdienstleute zur Gefahr durch Iran übertrieben? Wird Israel Iran angreifen, wenn die USA das nicht machen? Gardiners Schlussfolgerung: Auch wenn die Vereinigten Staaten noch auf Sanktionen und Diplomatie im Atomstreit setzten, könnte ein Angriff Israels auf Irans Atomanlagen die USA in einen Krieg hineinziehen. “Wenn Israel alleine zuschlägt, wären wir blamiert” zitiert die “Newsweek” Gardiner.<< http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,507446,00.html

    und die FAZ spricht von Provokation zur selben Newsweek-Info:
    >>Die Zeitschrift „Newsweek“ berichtete am Sonntag, der amerikanische Vizepräsident Dick Cheney habe erwogen, Israel um Raketenangriffe auf iranische Atomanlagen zu bitten. Die Zeitschrift berief sich auf eine entsprechende Äußerung von Cheneys Berater David Wurmser, die zwei nicht genannte Informanten zitierten. Demnach hätten die israelischen Angriffe iranische Vergeltungsschläge provozieren sollen. Sie wären der Vorwand für amerikanische Angriffe auf den Iran gewesen, meldete „Newsweek“.<<

    Ich denke aber, da die USA-Reg. immer mehr Geld in den Irak-Friedensprozess pumpt, wird man wohl kaum zu einem Krieg gegen Iran aufrüsten. Aber Israel “vorschieben” – hm, ob das eine ernste Option sein kann? Könnte man solches wirklich den Amerikanern zutrauen?

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    • 28. September 2007 um 10:38 Uhr
    • lebeding
  8. 8.

    @lebeding

    Nicht die Amerikaner, sondern die Waffenlobby, die im regelmäßigen Abstand dafür sorgt, dass produzierte Waffen auch eingesetzt werden. Bringt “Werbung” für den Verkauf dieser Waffen und die Notwendigkeit von neuen Waffen, die durch die US-Regierung gekauft werden müssen. Bush ist nicht mehr lange Präsident. Der nächste könnte weniger darauf erpicht sein, seine Lobbyistenfreunde mit dicken Verträgen auf Kosten der US-Steuerzahler auszustatten.

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    • 28. September 2007 um 12:25 Uhr
    • Erol Bulut
  9. Kommentar zum Thema

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