Olmert: Ohne Zweistaatenlösung “wäre Israel am Ende”
Ein erstaunliches Interview des israelischen Premiers in Haaretz: Wenn die Zweistaatenlösung im Nahostkonflikt nicht kommt, sagt Ehud Olmert nach dem Annapolis-Gipfel in Washington, “dann sehen wir einem Kampf nach südafrikanischem Muster für das Wahlrecht auch in den besetzten Gebieten entgegen – und dann ist Israel am Ende”.
Warum? Weil dann die amerikanische Israel-Lobby aufhören würde einen solchen Staat zu unterstützen, der seinen Bürgern keine Demokratie und kein Wahlrecht für alle geben könne.
Zitat: “If the day comes when the two-state solution collapses, and we face a South African-style struggle for equal voting rights (also for the Palestinians in the territories), then, as soon as that happens, the State of Israel is finished,” Prime Minister Ehud Olmert told Haaretz Wednesday, the day the Annapolis conference ended in an agreement to try to reach a Mideast peace settlement by the end of 2008.
“The Jewish organizations, which were our power base in America, will be the first to come out against us,” Olmert said, “because they will say they cannot support a state that does not support democracy and equal voting rights for all its residents.”
Wer sagt da, der Mann meint es nicht ernst? Er spricht von Südafrika und zieht damit die Apartheids-Parallele! Der Premier Israels bringt sein eigenes Land in Vebindung mit der Rassenunterdrückung gegen die Schwarzen! Bei alle, was schief läuft, ist Israel eben doch ein tolles, freies Land.
Der Rest des Interviews findet sich hier.
@Tuotrams
Dann bräuchte man aber einen König oder Militärdiktator für die Palästinenser.
Im Libanon und Syrien gibt es übrigens meines Wissens Terrorcamps. Im Libanon stehen sogar schon westliche Truppen. Allerdings schützen unsere Truppen im Libanon wohl mehr die Terroristen vor den Israelis. Genau solche dummen Planlosigkeiten gilt es zu vermeiden. Ein Palästinenserstaat wäre also erst dann akzeptabel, wenn die Palästinenser komplett und eindeutig dem Terrorismus abgeschworen haben.
Und Jordanien bzw. Ägypten traue ich auch nicht.. Mohammed Atta stammte aus Ägypten und al-Zarqawi aus Jordanien.
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Wie wärs: das Westjordanland geht an Jordanien, der Gaza-Streifen an Ägypten. Alle Probleme gelöst.
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“Wie wärs: das Westjordanland geht an Jordanien, der Gaza-Streifen an Ägypten. Alle Probleme gelöst.”
Gab es das nicht schon mal? Gelöst war dadurch gar nichts.
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@lebowski
“Wie wärs: das Westjordanland geht an Jordanien, der Gaza-Streifen an Ägypten. Alle Probleme gelöst.”
Nee, denn dann würde die Hamas von ägyptischem Terretorium aus Raketenangriffe gegen Israel starten. Das wäre ein Casus Belli und der von Sadat und Begin ausgehandelte Frieden wäre hinüber.
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Wie wollen Sie Ägypten dazu bekommen, den Gaza-Streifen zurückzunehmen? Die Ägypter lassen nicht mal die Palästinenser durch den Grenzübergang Rafah. Zumindest nicht offiziell.
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@Rafael
Natürlich werden die den nicht zurücknehmen. Es würde aber schon reichen, mit so einem Vorschlag die politische Bühne zu betreten.
Bislang wird das Palästinenserproblem als Aufgabe des Westens betrachtet. Das würde den Ball ins Feld der Araber spielen. Die reden immer schön von ihren palästinensischen Brüdern, haben aber bislang noch keinen Finger gerührt, um ihnen zu helfen.
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@Lebowski
Im Gegenteil. Sie haben nicht nur keinen Finger gerührt, sie arbeiten auch konkret gegen die Interessen der Palästinenser. Es ist ja nicht so, dass der Gaza-Streifen von Israel isoliert und ausgehungert wird. Das ist eine schöne Propagandalüge. Israel hat die Übergänge in sein eigenes Land dicht gemacht, was sehr gut verständlich ist. Aber der Übergang Rafah ist auch dicht. Und der wird von Ägypten verwaltet. Soweit ich weiss, wird Ägypten aber weder mit Kassam-Raketen beschossen, noch wird ihm von der Regierung Gazas das Existenzrecht abgesprochen. Trotzdem verhalten sich die Ägypter genau so restriktiv gegen die Palästinenser, wie die Israelis. Kritik liest man aber irgendwie immer nur an die Israelis gerichtet.
Und was das Westjordanland angeht: Man sollte die Geschichte des schwarzen Freitag kennen, wenn man das Verhältnis zwischen Jordanien und der PLO-Untergruppe Fatah verstehen will.
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Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen dummen Erklärungen Menschen verfallen, wenn ein fälschlich propagiertes Weltbild zusammenfällt.
Selbst wenn es “Ägypten” wäre, der den Grenzübergang dicht gemacht hat, erklärt dies nicht den offensichtlichen Umstand, das Israel die Seewege nach Gaza absperrt.
Abgesehen davon, gibt es noch zwei Faktoren, die man berücksichtigen sollte, wenn man einer solchen menschenverachtenden unausgegorenen Meinung, wie sie hier vertreten wird, entgehen möchte. Zum einen spielt die Verantwortung für die wirtschaftliche Schwäche der Gazaner eine erhebliche Rolle (was eigentlich denen klar sein müsste, die ständig für Deutschland nur wirtschaftlich Starke “Einwanderer” fordern), die von Israel maßgeblich verursacht ist. Wenig intelligenten Menschen werden hier wieder die lange Besatzung und die reale Abriegelung durch Israel ignorieren, weil das eben den Verstand überfordert. Und zum anderen ist Mubarak Lakai der USA und weit dadurch näher an Israelischen Interessen, als den Palästinensischen.
Dumme Weltbilder entstehen unter anderem, wenn man elementare Zusammenhänge aus rassistisch motivierten Gründen unberücksichtigt lassen muss. So auch in dem Punkt, dass es grundsätzlich dem Stärkeren egal sein kann, ob er anerkannt wird, während der Schwächere aus humanistischen Gründen Anerkennung braucht, damit die Stärkeren kein Unrecht praktizieren.
Ist schon ein ziemlich peinliches Programm, was hier abläuft!
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