Der deutsche Staat betreibt Faschismus…

Von 13. März 2008 um 13:03 Uhr

… gegenüber den Türken hierzulande, ist Hürriyet-Kommentator Yigit Bulut überzeugt:

„Entweder Assimilation oder Streichholz“ ist die heutige Kolumne  Buluts in der HÜRRIYET überschrieben: „Die Deutschen assimilieren die Türken, und wo sie es nicht können, verbrennen sie sie“, schreibt Bulut. Europas Politiker, „die bei jeder Gelegenheit auf das Demokratiedefizit in der Türkei aufmerksam machen, sind bei Deutschland, das sich auf die Losung eingeschworen hat: ‚Die beste Integration ist Assimilation’ sprachlos.“ Hinter den Vorkommnissen der letzten Zeit – Bulut meint die Brände in von Türken bewohnten Häusern – stecke „eine bewusste Politik“, so Bulut weiter, die sich nicht zuletzt an Sprachverboten in Schulen und dem reformierten Zuwanderungsrecht deutlich mache. „Der Deutsche Staat betreibt Türken gegenüber einen bewussten ‚Faschismus’ und der türkische Staat zeigt keinen Widerstand, oder ist sich der Sache gar nicht erst bewusst.“

Solche Polemik ist in meinen Augen eine Form der Volksverhetzung, und dies sollte endlich den Presserat und die Gerichte beschäftigen.

Kategorien: Debatte, Integration, Türkei
Leser-Kommentare
  1. 9.

    Ich frage mich immer, wer sind diese Türken, die sich nicht angenommen und diskriminiert fühlen. Ich lese von ihnen und erlebe sie im Internet. In meinem privaten Umfeld kenne ich nicht einen, der sich darüber beschwert, dass man ihm fremdenfeindlich begegnen würde.

    Was ich schon mal höre, dass es nervt, ständig auf Islamisten angesprochen zu werden unter Betonung, dass sich dies nicht gegen Muslime richte. Die Nichtmuslime fühlen sich dann genötigt zu erklären, wie sie zum Islam stehen als Außenstehende.

    Ferner würde bei der Frage, wo kommst Du her, unterschwellig mitspielen, man sei ein Fremder. Dies dann auf eine Weise, dass betont würde, wie sehr man doch die türkische Kultur möge und sich der Deutschtürke dann frage, was das soll, er würde ja auch nicht jedem Deutschen erzählen, wie toll er es in Deutschland fände. Dass dies krampfhaft wirken würde und nerve, weil man nicht immer Lust habe, sich über die Türkei zu unterhalten.

    Was ich höre von türkischen Bekannten, dass es ihnen völlig auf den Geist ginge, wie sich muslimische und andere Verbände aufspielen würden als ihre Interessenvertreter. Ich kenne nicht einen Türken, der sich durch diese Verbände vertreten fühlt und deren Interessen teilt. Den Verbänden wird auch ein Stück weit angelastet, dass jeder Türkei als Moslem wahrgenommen würde, weil die Verbände eben alle für sich vereinnahmen würden. Dass man so immer die Situation käme über die eigene Weltanschauung reden zu müssen, um aus der Schublade wieder raus zu kommen.

    Daher, ich stehe immer vor einem Rätzel, wenn ich solche Dinge höre und frage mich wirklich, wer da befragt wird und wie es sein kann, dass meine persönlichen Erfahrungen so mit dem auseinander klaffen, was ich dann lesen muss.

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  2. 10.

    Ups. ich bin im falschen Thread….ich wollte das eigentl. in dem mit der Umfrage posten…war wohl nix :-)

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  3. 11.

    @Stefanie

    “Ich frage mich immer, wer sind diese Türken, die sich nicht angenommen und diskriminiert fühlen. Ich lese von ihnen und erlebe sie im Internet. In meinem privaten Umfeld kenne ich nicht einen, der sich darüber beschwert, dass man ihm fremdenfeindlich begegnen würde.”

    Es könnte daran liegen, dass Ihre Bekannten, wie die meisten Türken, sehr höflich sind. Was in diesem Kulturkreis bedeutet, dass man sich im persönlichen Gespräch keinesfalls über Sie oder Ihre Volksgruppe (in diesem Fall Deutsch) beschweren würde. Untereinander und relativ anonym vertreten sicherlich auch Ihre Bekannten ganz andere Meinungen.

    Vermutlich kennen Sie auch nur ziemlich erfolgreiche Türken. Wieviele der Türken, die Sie kennen, sind denn relativ bildungsfern, Hausfrau, pensioniert oder langzeitarbeitslos? Und wieviele Türkinnen unter Ihren Bekannten tragen ein Kopftuch?

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    • 13. März 2008 um 15:41 Uhr
    • Rafael
  4. 12.

    Doch doch Stefanie – das passte trotzdem!

    Stimme Ihnen auch in der Grundlinie zu – solche “sich nicht vertreten fühlenden” Türken kenne ich auch.

    Doch schlimm, und befragenswert!, warum sie sich nicht in der ÖFFENTLICHKEIT von diesem Anmaßungen eines Erdogan oder der türkischen Medien wehren!

    Bekannt sind ja die üblichen Ausnahmen: Kelek, Ates etc.

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    • 13. März 2008 um 15:41 Uhr
    • Molinocampo
  5. 13.

    @molinocampo, Stefanie

    Genau, diejenigen Immigranten, die sich so fürchterlich genervt fühlen, wenn man sie auf die Themen Türkei, Türke und Muslim anspricht, tun herzlich wenig, um den ach so bösen Interessenvertretern und hetzerischen Zeitungskolumnisten mal die Meinung der schweigenden wirklichen Migrantenelite entgegenzusetzen. Daher hält sich mein Mitleid für diese Warmduscher auch arg in Grenzen.

    Wer sich nicht wehrt, landet am Herd.

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    • 13. März 2008 um 15:47 Uhr
    • Rafael
  6. 14.

    @Stefanie

    ## Ich frage mich immer, wer sind diese Türken, die sich nicht angenommen und diskriminiert fühlen. ##

    All jene, die Bildungsbenachteiligungen erfahren oder mitbekommen, oder von der Kanzlerin abgesegnete Kochsche Diskriminierungs-Wahlkämpfe zu bewerten in der Lage sind. Fragen Sie doch mal Ihre Bekannten, wie die auf diese Frage antworten würden. Es ist was anderes sich zu beschweren, als auf diese Frage zu antworten, wenn sie einem gestellt wird. Sich zu “beschweren” setzt auch gewissermaßen voraus, dass ein gewisses Interesse beim gegenüber vorhanden ist, die Beschwerde ernst zu nehmen, und nicht immer zwanghaft ein Islambashing daraus zu konstruieren. Sie könnten sich auch die Frage stellen, wieso Sie nicht an Ausländerverbände als Interessenvertreter bei dieser Fragestellung denken und sofort die Moslemverbände aus dem Hut zaubern.

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    • 13. März 2008 um 15:48 Uhr
    • Erol Bulut
  7. 15.

    @Rafael

    Statistik nicht gelesen? Es sind nicht nur die Bildungsfernen.

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    • 13. März 2008 um 15:51 Uhr
    • Erol Bulut
  8. 16.

    @Erol Bulut

    Klar habe ich die Statistik gelesen. Die Bildungsfernen sind meiner eigenen Erfahrung nach aber ehrlicher (oder weniger höflich – kann man so oder so sehen) und damit authentischer in dem, wass sie einem Autochtonen erzählen würden. Daher meine Vermutung, dass Stefanie nur mit den deutsch-türkischen Bildungsbürgern zu tun hat.

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    • 13. März 2008 um 16:02 Uhr
    • Rafael
  9. Kommentar zum Thema

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