Amerika hat seinen Kredit überzogen

Von 22. Oktober 2008 um 06:31 Uhr

Wir müssen Andrew J. Bacevich lesen.

Im August hat dieser Professor für internationale Politik am Boston College ein Interview gegeben, in dem alles angesprochen ist, was kurz darauf so spektakulär schief ging. Geradezu unheimlich, wie klar dieser Mann das Unheil kommen sieht. Bacevich ist ein West-Point-Absolvent und Vietnam-Veteran, ein konservativer Mann, dessen Sohn sein Leben als Soldat im Irak ließ.

Wenn so ein Mann solche Dinge sagt, dann ist das ein weiteres Indiz dafür, dass in Amerika vieles in Bewegung ist. Ich kenne derzeit keine kühlere, radikalere Kritik von kenntnisreicher Seite:

Mehr hier. Und hier. Und hier. Und hier.

Leser-Kommentare
  1. 17.

    @ PBUH

    “der Irakkrieg hat doch nun sehr wenig mit dem “war on terror” zu tun. Das glaubt doch nichtmal Präsident Bush, der brauchte nur ne Begründung für den Versuch den Nahen Osten zu demokratisieren.”

    Das wird wohl so sein, wobei man den Aspekt “Öl” und den Aspekt “Rache für den Papi” nicht außer Acht lassen darf. Dennoch war die Hauptbegründung für den Krieg gegen Saddam die Vernichtung seiner angeblichen Massenvernichtungswaffen sowie seine angebliche Unterstützung des Qaida-Terrorismus.
    Wer durchsichtige Vorwände benutzt, um Politik zu machen (sei sie nun richtig oder falsch), ist entweder ein sehr gewiefter Politiker (wenn er Glück hat und erfolgreich ist) oder ein Volltrottel (wenn er, wie im Falle Irak vorauszusehen, seine Ziele nicht oder nur unzulänglich verwirklicht).

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    • 22. Oktober 2008 um 17:33 Uhr
    • Joachim S.
  2. 18.

    @PBUH

    hehe, den nahen osten zu “demokratisieren”….. sie sind witzig. ich weiß von keinem forums konsens, aber falls es einen geben möge, dann gehörte ich nie dazu.
    Die USA ist dort alleinig wegen dem schon erwähnten standbein auf deren ganze wirtschaft fußt, den fossilien rescourcen. Das man nebenbei im Iraq auch den Treiber spielt, um es an dem us system anzuschliessen versteht sich von selbst. Wer die hauptstützen des us rechts-system animmt und kompatibel mit der usa wird, der wurde als weitere komponente ins system integriert und darf seine hilfs-dienste leisten, doch weshalb das alles ? genau wegen den fossilen rohstoffen in der region. das saddam sein öl auf euro umschalten wollte und das die chinesen im hintergrund immer noch lauern die lieferwege vermehrt in ihre richtung fliessen zu lassen war eine weitere strategische befürchtung.

    wenn sie das alles “demokratisierung” nennen, dann lasse ich ihnen gerne diesen selbstbeweiräucherten euphemismus der neocon “good guys”. Ich bin da ganz klassisch und nenne das imperialismus, kolonialismus, eroberende straf und raub expidition eines machtbewussten imperiums das seine rescourcen und lieferwege auch für die zukunft absichern wollte, indem ihre raffgierige hand weiter kräftig zupackend am weltweiten öl hahn bleibt.

    Ich will aber nicht bestreiten dass der eine oder andere us positiv thinker wirklich die eigenen lügen glauben mochte, um all das triebhaft animalische besser verarbeiten zu können. Die sich selbst konstruierten selbst lügen können da sehr hilfreich sein sich auch weiterhin im spiegel sehen zu können und von sich als das gute in der welt zu schwärmen, darin ist man in den usa auch wirklich weltführend.

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    • 22. Oktober 2008 um 17:54 Uhr
    • Milko
  3. 19.

    Für diejenigen, die immer noch den Kopf in den Sand stecken. Bei der Finanzkrise geht es um Geldbeträge, die für uns allle sehr utopisch klingen. Es sei den, man will dafür die Magellansche Wolke kaufen.
    “2 Billiarden (europäische) Dollar. Da diesen Betrag niemand wird bezahlen können, steht uns folgendes bevor. Totaler Zusammenbruch des Finanz- und Wirtschaftssytems welt Menschenmassen, zuerst auf den Straßen dann in Inhaftierungslagern (USA), Krieg, Hunger, Währungsreform. So war es im Lauf der modernen Geschichte immer. Sogar in der Antike werden diese Zyklen vermutet
    http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/bernd-senf-text
    und
    http://www.infokrieg.tv/

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    • 22. Oktober 2008 um 18:04 Uhr
    • pedro bergerac
  4. 20.

    @ Milko

    “Die sich selbst konstruierten selbst lügen können da sehr hilfreich sein sich auch weiterhin im spiegel sehen zu können und von sich als das gute in der welt zu schwärmen, darin ist man in den usa auch wirklich weltführend.”

    Die meisten moslemischen Geleerten können das noch weit besser

    Antworten

    • 22. Oktober 2008 um 18:06 Uhr
    • Joachim S.
  5. 21.

    @Milko

    Ich will hier nicht wieder alles durchkauen, im 11 September haben Bushs neokonservative Einflüsterer die Chance gesehen nun ihren “alten” Plan umzusetzen und die Zukunft einer ganzen Region zum Positiven zu verändern, Demokratie und Rechtsstaat für alle Bürger im Nahen Osten und ein freier Markt.

    Für die Moslems natürlich recht peinlich die Sache, nun weiss die ganze Welt, Muslime brauchen die Knute und sind weder in die Freie Welt noch in freie Gesellschaften zu integrieren.

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    • 22. Oktober 2008 um 18:41 Uhr
    • PBUH
  6. 22.

    Einer, der den Ärger auch kommen sah, war Randy Newman.
    Wie sagte der nochmal:
    “They all hate us anyhow, so lets drop the big road now.”
    Und über den Konsumismus der Amerikaner hat er sich schon in den Siebziger Jahren lustig gemacht.

    Kritik wird anscheinend erst dann glaubhaft, wenn sie von Konservativen geäußert wird.
    Wichtig ist der Meinungswechsel, schlecht ist, wenn man von Anfang an dagegen war.
    Und für die Analyse von Bacevich braucht man auch keine Hellsicht. So etwas macht jeder Möchtegernmarxist in 5 Minuten als kleine intellektuelle Fingerübung.
    Auch die Aussage, dass der amerikanische Konsument die Außenpolitik mit seinem Wunsch nach billigen Waren und Öl mitbestimmt, ist zwar richtig, greift aber doch etwas arg kurz.
    Denn der Wunsch, das Leben möge eine einzige große Shopping-Tour sein, ist nicht genetisch bedingt, er muss einen eindressiert werden. Und man wenn das verstehen will, landet man irgendwann bei der Kapitalismuskritik.
    (zB hier: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28822/1.html)
    Ich meine jetzt nicht den Kapitalismus, den man mit dem Wählen der “Linken” angeblich abschaffen kann.
    Ich meine den Kapitalismus, der schon zur Seinsgrundlage geworden ist und der völlig bewußtlos hingenommen wird; und den man nur mit einem passenden Begriffsapparat überhaupt kritisieren kann.
    Der schreckt aber leider etwas ab, denn Adorno und Co sind schwer zu verstehen.
    Etwas appetitlicher bereiten die ganze Sache Leute wie Bacevitch auf. Das klingt schlau und gelehrt und ist mundgerecht zurechtgeschnitten, ist aber immer nur ein kleiner Ausschnitt der Wirklichkeit und kratzt auch nur an den Symptomen.
    Und am Ende des Tages wird aus den Analysen von Bacevitch wieder ein Buch, das als Konsumgut gehandelt wird und das sich Amerikaner und andere für billig Geld kaufen wollen, womit dann klar ist, dass Bacevich auch nur Teil jenes Systems ist, das er kritisiert.

    Diesmal links!

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    • 22. Oktober 2008 um 18:48 Uhr
    • lebowski
  7. 23.

    @lebowski

    Diese Verzichtspredigten bringen gar nix, wir sollte mal lieber über Wertewandel reden.

    Das machen die Linken/Linksliberalen aber nicht gern, denn diese Diskussion würde zum wirklichen Kern des Problems führen.

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    • 22. Oktober 2008 um 19:18 Uhr
    • PBUH
  8. 24.

    @PBUH

    Verzichten zu können ist ein Wert. Fragen sie einen drogen junkie, welch großen Wert ein “Nein danke” besitzen kann.

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    • 22. Oktober 2008 um 20:36 Uhr
    • Milko
  9. Kommentar zum Thema

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