Ein Blog über Religion und Politik

Ohne Worte

Von 1. Dezember 2008 um 17:21 Uhr

Ein Poster der Lashkar-e-Taiba, der Terrororganisation, die hinter den Anschlägen von Mumbai stecken soll:

Quelle

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Oh, da bin ich aber froh, das dieses Poster nicht von einem dänischen Karikaturisten stammt.
    Man stelle sich die Empörung in der muslimischen Welt vor…..

    • 1. Dezember 2008 um 19:09 Uhr
    • tati
  2. 2.

    Die oberste Flaggen ist die Pakistanische oder die Indische?

    • 1. Dezember 2008 um 19:13 Uhr
    • Zagreus
  3. 3.

    Also Zagreus,

    das ist natürlich die Irische, spiegelverkehrt, seitenverkehrt und in der Mitte verdreckt.

    • 1. Dezember 2008 um 19:17 Uhr
    • tati
  4. 4.

    Ach so – haben sie sie mit der dänischen verwechselt oder ist es nur ersatz, weil sie die gläubigen nicht mit dem provozierenden Christlichen Zeichen des Kreuzes auf der dänischen Fahne verärgern wollen?
    Übrigens, hat eigentlich noch niemand den Dänen gesagt, dasss sie eigentlich alle rassisten seien, da sie noch nicht das Kreuz von ihrer Fahne ggenommen haben und sie somit in einer tour die armen moslems provozieren zu gewalttaten? Sehr unsozial, sehr diskriminierend von den Dänen, also wirklich!

    • 1. Dezember 2008 um 19:45 Uhr
    • Zagreus
  5. 5.

    @Zagreus

    Mit so manchen Kreuzen haben viele Muslime keinerlei Probleme, eher mit Sternen.

    • 1. Dezember 2008 um 19:50 Uhr
    • tati
  6. 6.

    Oh, da bin ich aber froh, das dieses Poster nicht von einem dänischen Karikaturisten stammt.
    Man stelle sich die Empörung in der muslimischen Welt vor…..

    @ tati

    Ich würde schon sagen, dass die Empörung über Poster in der islamischen Welt doch schon von dem darauf gezeigten Motiv abhängt und nicht nur von dänischer Urheberschaft.

    Selbst dann, wenn dazu nicht alle Empörten die Motive gesehen müssen, Motive hinzugefügt wurden oder sich daneben auch der eine oder andere saudische Geistliche über Mickey Mouse empört.

    Die islamische Empörung über Poster/Karrikaturen, die überhaupt nicht existieren, existiert nicht, und ein Poster, dass die Vernichtung Israels, der USA und Indiens symbolisiert ohne das dabei zumindest auch der Prophet Mohammed in unorthoxer Weise abgebildet wird, wäre, selbst wenn es von Dänen gefertigt wäre, ein untauglicher Anlass für Empörung in der islamischen Welt.

    Kurzum: An deiner Stelle würde ich, deiner Empörung über den Islam im Allgemeinen und Besonderen zum Trotz, den oben zitierten Kommentar noch einmal überdenken.

    • 1. Dezember 2008 um 20:16 Uhr
    • N. Neumann
  7. 7.

    @Neumann

    stimmt. die empörung gelingt, wenn man den Propheten oder den Quran direkt besudelt, die zwei grundfesten des glaubensbekentnisses. Solange man die muslime selbst oder einzelne personen oder länder in verabscheungswürridger weise attackiert gelingt keine aufstachlung.

    • 1. Dezember 2008 um 20:36 Uhr
    • Milko
  8. 8.

    @ Milko

    Sie machen es sich etwas einfach und blenden dabei die „vermittelnde“ Ebene aus, die doch wesentlich, sowohl qualitativ als auch quantitativ gesehen, zum Ausmaß der Empörung beigetragen hat.

    In diesem Zusammenhang erinnere mich zusätzlich an zwei Reportagen. Die erste war aus der Süddeutschen. Der arabisch sprechende Reporter diskutierte mit dem offenbar recht frommen Betreiber eines Antiquariats in Kairo, der an der Eingangstür ein Schild mit der Aufschrift „Kein Zuritt für Dänen“ angebracht hatte. Die beiden schrieen sich auch an, die Frau des Geschäftsinhabers wirkte mäßigend auf die beiden ein und Letzterer erklärte sich schlussendlich bereit, die Karikaturen (darunter nicht die den Karikaturen aus Jyllands Posten hinzugefügten, z.B. jene, die den Propheten als Schwein darstellen sollte) in Augenschein zu nehmen. Danach hängte er das Schild ab.

    Die zweite war ein Fernsehbeitrag eines britischen Journalisten. Er versuchte einige Zeit nach dem Karikaturenstreit einen besonders wütenden älteren iranischen Mann ausfindig zu machen, der auf den Bildern der entsprechenden iranischen Demonstration zu sehen war. Als er den Mann, ein strenger Verfechter des iranischen Gottestaates, der seine Söhne im Krieg gegen Saddams Irak verloren hat, gefunden hatte, erklärte auch dieser sich bereit, sich die Karikaturen einmal anzusehen. Dabei konnte man in den Gesichtszügen des Mannes kein Entsetzen und keine Wut erkennen. Bei einer Karikatur, jener mit dem Bombenturban, lachte er und sagte (aus dem Kopf zitiert): „So kann der Prophet nie ausgesehen haben, das ist doch ein Inder oder Pakistani!“

    • 1. Dezember 2008 um 21:24 Uhr
    • N. Neumann
  9. 9.

    Das Poster hängt wahrscheinlich bei Christophe Jaffrelot, einem höchst prominenten guten Menschen Entscheider des französischen politisch-exekutiven Komplexes im Büro. Quand les musulmans réclament justice, titelt er (h/t), und jammert:

        On peut donc comprendre ces attaques de Bombay comme de nouvelles représailles et un appel aux autorités indiennes pour qu’elles fassent justice aux musulmans alors que les „bourreaux“ du Gujarat n’ont toujours pas été punis.

    Solange die Schande vergangener Massaker nicht gerächt ist, müssen Muslime eben selektieren, töten und foltern. Mindestens ist es verständlich und gar nicht mal so irrational. Sagt der Chef vom CERI (Sciences Po! nicht Wanne-Eickel) und Senior Research Fellow beim CNRS. L’Europe, c’est foutue. Lebowski, das sind die Typen, mit denen ich Probleme habe – Islam, Namus, Paschtunwali, Kanun und dergleichen Primitivismen kommen an zweiter und dritter Stelle. Dazu kommen diejenigen, welche

        a) totalitären Konsumismus
        b) totalitären Konsumismus primär in den USA

    feststellen. Ja, Sie. Und auch solche, die unseren „Lebenstil krank“ finden, „ohne Abstriche krank„, machen mir Sorgen, denn wenn der way of life faul ist, dann ist es die Gesellschaftsordnung, die ihn erst ermöglicht, letztlich auch. Die Umma dagegen hat es mit Entfremdung, Materialismus, Entspiritualisierung und all dem andren Gedöns der Aufklärung nicht so, und das macht sie irgendwie sexy. Und dann fängt man an zu quatschen. Z.B. mit dem ZMD, dem Islamrat sowie anderen Muslimbrüdern und Turkfaschisten. Über die man nämlich nicht so pauschalisierend, sondern höchst differenzierend urteilen sollte, weil der Balken in unserem Auge ja so groß sei.

    Natürlich ist der Westen Menschenwerk und somit ein work in progress, aber Kritik hat auf Basis Poppers und Hayeks zu erfolgen, nicht Marx und Mohammeds – nicht mal ansatzweise. Daran hält Schäuble sich leider nicht: Der lädt Kai Hafez nicht nur zum Vortrag über islamophobe Medien, sondern folgt auch seinen Empfehlungen – und verordnet ihr verantwortungsvolle konstruktive Kritik à la Prawda. Mit solchen Typen gilt: L’Europe, c’est foutue, encore une foi.
       
       
       
       
       
    @Milko
    Könnten Sie uns nicht mit Ihren kruden Einfältigkeiten verschonen? Es ist weitgehend bekannt, wie eifernde Muslime es aktiv und passiv mit dem Besudeln und dem Aufstacheln halten. Das Selektieren, Töten und Foltern empört auf jeden Fall nicht, bestenfalls sekundär über das bestürzend islamophobe Presseecho. Oder brennen irgendwo die Madrassas der Fanatiker, werden ihre Fahnen zertrampelt? Ihresgleichen hatte doch kürzlich noch so liebevoll gestaltete Poster? Warum vergammeln die jetzt im Keller?

  10. 10.

    Neumann, natürlich macht Milko es sich einfach – Komplexitätsreduktion macht ihm seinen Glauben doch erst lieb & wert in diesen rast- und ratlosen Zeiten.

  11. 11.

    Kurzum: An deiner Stelle würde ich, deiner Empörung über den Islam im Allgemeinen und Besonderen zum Trotz, den oben zitierten Kommentar noch einmal überdenken.
    Kommentar von N. Neumann

    OK, ich habe über das Problem nachgedacht.

    Es ergeben sich Fragen.

    Ausgangslage ist Deine von milko bestätigte Vermutung,
    das Poster sei unabhängig vom Hersteller nicht geeignet, die Muslime zu empören.

    Was wäre, wenn ein dänischer Karikaturist den Propheten Mohammed mit Dolch abbilden würde, wie er gerade durch die Flaggen von Indien, USA und Israel sticht.

    Worüber würden sich die Muslime mehr empören, weil:
    1.Der Prophet an sich abgebildet ist
    2.Der Prophet in der handelnden Weise abgebildet ist

    Der zweite Punkt ist darüberhinaus sehr interessant, weil sich die Urheber des Original-Posters in ihrem „Kampf“ gegen die Ungläubigen gerade auf die Vita des Propheten beziehen – ihn aber, sobald er sichtbar wird, in einer Empörungsreaktion negieren.

    • 1. Dezember 2008 um 22:22 Uhr
    • tati
  12. Kommentar zum Thema

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