Neue Studie: Türken am schlechtesten integriert
Nichts Neues für dieses Blog, aber eine herbe Nachricht für das Land und für Berlin im Besonderen: Eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zeichnet ein dramatisches Bild von der (Nicht-)Integration weiter Kreise unter den hiesigen türkischstämmigen Migranten.
30 Prozent ohne Schulabschluss, nur 14 % eines Jahrgangs machen Abitur, kaum Bildungsmotivation bei der dritten Generation, und zu 93 % wird in der eigenen Gruppe geheiratet.
Die Spätaussiedler, die auch erhebliche Integrations-Schwierigkeiten hatten, scheinen sich zunehmend besser zu integrieren. EU-Ausländer kommen besser klar. Afrikaner kommen besser zurecht. Asiaten sowieso. ALLE kommen besser zurecht als die Türken. Wann wird das zu einer Stolz-Frage für diese sonst so stolze Gruppe?
Was aber sind die ersten Folgerungen aus der Studie, die heute erst komplett der Öffentlichkeit vorgestellt wird? Mehr Förderung, bürokratische Hürden senken, den Doppelpass erlauben…
Macht nichts, dass der Vergleich mit anderen Einwanderergruppen überhaupt keinen Anlass gibt zu diesen Forderungen!
Ein Satz aus der Berliner Zeitung bringt die Realitätsverweigerung auf den Punkt:
“Sie wurden wie Gäste behandelt, und fingen an, sich auch wie solche zu verhalten. Als ihr Zuhause sahen sie Deutschland nicht.”
Wer als Gast behandelt wird, hat also keine Verpflichtungen? Wer als Gast behandelt wird, kann sich hängen lassen? Wer als Gast kommt, wird darum hier nicht zuhause sein wollen?
Es ist also eine Strafe, als Gast aufgenommen zu werden? Gast zu sein demotiviert?
Haarsträubend. Wieder ist die Gastgesellschaft schuld. Man hat den Türken einfach nicht genug gegeben. Hätten Sie von Anfang an einen Doppelpass gehabt, hätten wir heute keine Integrationsprobleme. Wer glaubt denn sowas?
Man lese etwa folgenden Text meines Kollegen Martin Spiewak, der sich auf die Spurensuche nach den Gründen des Erfolgs der Vietnamesen in Deutschland gemacht hat:
“Die meisten Vietnamesen halten sich als Selbstständige über Wasser. Wegen ihrer Sprachprobleme finden sie keine reguläre Anstellung. Bis zu 60 Stunden in der Woche arbeiten sie in ihren Nippesläden und Blumengeschäften, in Nagelstudios oder auf Wochenmärkten. Dass viele sich verpflichtet fühlen, regelmäßig Geld an Verwandte in der Heimat zu schicken, erhöht den Einkommensdruck.
Oft müssen die Kinder im Geschäft mit anpacken. Dung musste sich um Bruder und Schwester kümmern. Denn jahrelang bekamen die Kinder ihre Eltern wenig zu sehen. Nur am Nachmittag erschien die Mutter kurz, um das Essen zuzubereiten. Ansonsten waren die Geschwister viele Stunden auf sich allein gestellt. Dennoch beugten sie sich am Nachmittag über die Bücher und brachten exzellente Noten nach Hause.
Wie ist das möglich, Herr Nguyen? Warum sind vietnamesische Kinder so gut in der Schule? Jetzt lächelt der Vater, der bislang recht streng geschaut hat, das erste Mal. Das Thema gefällt ihm besser als das Reden über die Vergangenheit. Seine Antwort ist verblüffend einfach: »Weil alle vietnamesischen Eltern wollen, dass ihre Kinder gut sind in der Schule.« Übersetzt heißt dies wohl: Die Kinder lernen früh, welche Noten sie ihren Eltern schulden und dass sie dafür viel lernen müssen.”
In anderen Worten: Es ist eine Frage des Bewußtseins, der Mentalität, der Kultur. Eine andere Lern- und Bildungskultur ist entscheidend. Wenn diese nicht von den Eltern vertreten und durchgesetzt wird, kann der Staat nicht mehr viel retten.
p.s. Und hier die erste Reaktion von Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde (TGD):
“Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Kenan Kolat, hat sich Angaben der MILLIYET zufolge gegen Ergebnisse einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung gewendet, die türkische Bürger in Deutschland als die am wenigsten integrierte Bevölkerungsgruppe darstellt. Aus den Ergebnissen könnten falsche Schlüsse gezogen werden, so Kolat. Doch vielmehr gelte es darum, das Zustandekommen zu analysieren. Kritik äußert Kolat daran, dass in der Studie weder die finanzielle Situation noch die Bildungssituation der untersuchten Menschen thematisiert werde. Die türkische Community in Deutschland habe 80 Prozent, die in Armutsverhältnissen lebten. Unter Deutschen seien das nur 13 Prozent. Es könne nicht sein, dass diese Zahlen nicht berücksichtigt werden.”
Warum aber leben 80 Prozent in “Armutsverhältnissen”? Warum haben sie eine so schlechten “Bildungssituation”? Ob Herr Kolat sich einmal mit einem Vetreter der Vietnamesen unterhalten möchte? Der könnte ihm sicher einige Tips geben.
p.p.s. Die Studie jetzt hier.
@Zagreus
Das Hauptproblem sind deutsche Politiker, die z.B. immer noch, wider besserem Wissen, den Doppelpass oder den Beitritt der Türkei zur EU fordern.
Von DIBIT und Co. kann man in Sachen Integration nix erwarten, die vertreten türkische Interessen und wollen die Kontrolle über ihre Leute nicht verlieren.
Die Türkei hat kein Interesse an Deutschtürken mit deutscher Identität, das muss man sich immer wieder klarmachen.
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Es ist eine Frage des Bewußtseins, der Mentalität, der Kultur. Eine andere Lern- und Bildungskultur ist entscheidend. Wenn diese nicht von den Eltern vertreten und durchgesetzt wird, kann der Staat nicht mehr viel retten.
Das sind natürlich Banalitäten, aber rassistische, wie man hier lesen kann:http://tinyurl.com/be8uts
Wer andererseits zulässt, dass sich Einwanderer per Sozialhilfe etablieren, darf sich nicht beschweren. Zum hundertsten Mal: Es muß ein selektives Einwanderungsrecht her.
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Habe die Studie gefunden.
http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Studien/Integration_RZ_online.pdf
Zu Hessen @ PBUH # 2
Zitat aus der Studie:
In Hessen haben 23
Prozent aller Einwohner einen Migrationshintergrund,
ein im deutschlandweiten Vergleich
sehr hoher Wert. In diesem Anteil verbergen
sich nicht nur ehemalige Gastarbeiter
und deren Nachkommen, sondern auch viele
hoch Qualifizierte, die von der Finanz- und
Dienstleistungswirtschaft angezogen werden.
Das zeigt auch der hohe Bildungsstand der
Migranten: 28 Prozent verfügen über einen
Hochschulabschluss, während bei den Einheimischen
nur 24 Prozent Akademiker sind.
28 Prozent der 16- bis 20-jährigen Personen
mit Migrationshintergrund besuchen eine
gymnasiale Oberstufe – nur etwas weniger
als bei den Einheimischen, die auf 31 Prozent
kommen.
Allerdings tut sich in Hessen eine Kluft zwischen
gut und schlecht qualifizierten Zugewanderten
auf. Mit zwölf Prozent Migranten
ohne jeden Bildungs- und Berufsabschluss
gehört das Bundesland nicht gerade zur
Spitzengruppe.
Das hat eher wenig mit Koch oder dem Doppelpass zu tun.
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@Joachim S.
Habe ich auch nicht behauptet
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Hallo,
sich der ganzen Sache mit bloßen Statitiken zu nähern ist meiner Meinung der falsche Weg. Etwas Humor kann nie schaden: staytubed.de
Grüße
Gretus
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Die Kluft zwischen (internatinal agierenden und auch reisenden) hochqualifizierten Fachpersonal und schlecht qualifizierten Zuwanderern ist sicherlich damit nicht erklärbar mit doppelpass, Koch & Co.
Doppelpass steht hier mehr als ein symbol (und ausdrucksmöglichkeit) zu einem bekenntnis zur mehrheitsgesellschaft, zu diesem land – positiv durch annahme, negativ durch abklehnung.
In der dritten udn vierten generation nach 20 jahren in deutschland sollte schon eine akzetanz da sein, wenn man denn auch hier bleiben möchte und sich auch eingleidern mag. Eingliedern in Form des Sprach- & Bildungserwerbs, der sittlichen Anpassung (sitten = bräcuhe hier bitte verstehen) etc…
Das scheint aber bei sehr vielen gar nicht vorhanden zu sein, ja, das Gegenteil scheint es viel mehr zu sein, siehe doch viele Thematiken hier im Forum wie den Burkini usw… [und denke dabei auch immer: auch religion u. a. ist ein soziales ereignis und hat soziale auswirkungen] – und das ist in meinen Augen auch des Pudels Kern.
Antworten
http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Studien/Integration_RZ_online.pdf ,
wäre der bessere Link zur Studie des Berlin-Instituts gewesen.
Sehr beachtlich Kapitel 1, die Zusammenfassung der Ergebnisse, durch Herrn Klingholz.
Lesen Sie diese Zusammenfassung, die ist nüchtern, sachlich und weniger sensationsorientiert. Man muss nicht Futter an Leute verteilen, die ohnehin ganz andere Absichten verfolgen, als sich um Aufklärung zu bemühen.
Grüße
Christoph Leusch
PS: Das Berlin-Institut stellte auch ein Online-Handbuch zur Demografie zusammen. Das hilft bei der Bewertung sehr und man ist plötzlich nicht mehr auf sekundäre Quellen und deren Interpretationen angwiesen. Es gilt doch im Journalismus, Reflexe vermeiden.
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