Israelische Kriegsverbrechen in Gaza?

Von 20. März 2009 um 13:30 Uhr

Eine Militäroperation, bei der solche Dinge geschehen, bringt einen moralischen Verfall der israelischen Streitkräfte zum Vorschein. Kein Wunder, jahrzehntelange Besatzung korrumpiert jede Armee. Sie ist nicht durchzuhalten, ohne die andere Seite zu enthumanisieren. Und das schlägt dann natürlich auch zurück.
In Israel wird dergleichen – weil es eine offene Gesellschaft ist – immerhin öffentlich. Der Gaza-Krieg hat nicht nur Trümmer und Tote auf der Seite der Araber hinterlassen. Auch auf der israelischen Seite sind Zerstörungen zu besichtigen.

Aus Ha’aretz:
“The platoon commander let the family go and told them to go to the right. One mother and her two children didn’t understand and went to the left, but they forgot to tell the sharpshooter on the roof they had let them go and it was okay, and he should hold his fire and he … he did what he was supposed to, like he was following his orders.”

According to the squad leader: “The sharpshooter saw a woman and children approaching him, closer than the lines he was told no one should pass. He shot them straight away. In any case, what happened is that in the end he killed them.

“I don’t think he felt too bad about it, because after all, as far as he was concerned, he did his job according to the orders he was given. And the atmosphere in general, from what I understood from most of my men who I talked to … I don’t know how to describe it …. The lives of Palestinians, let’s say, is something very, very less important than the lives of our soldiers. So as far as they are concerned they can justify it that way,” he said.

Another squad leader from the same brigade told of an incident where the company commander ordered that an elderly Palestinian woman be shot and killed; she was walking on a road about 100 meters from a house the company had commandeered.

The squad leader said he argued with his commander over the permissive rules of engagement that allowed the clearing out of houses by shooting without warning the residents beforehand. After the orders were changed, the squad leader’s soldiers complained that “we should kill everyone there [in the center of Gaza]. Everyone there is a terrorist.”

Leser-Kommentare
  1. 1.

    JL, als ich den artikel in haaretz gelesen habe, hatte ich ganz aehnliche gedanken, wie Sie oben.

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    • 20. März 2009 um 13:38 Uhr
    • mathilde
  2. 2.

    In Israel wird dergleichen – weil es eine offene Gesellschaft ist – immerhin öffentlich.

    Und stand gestern schon auf der Achse
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/gil_yaron_in_gaza_war_alles_erlaubt/

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    • 20. März 2009 um 14:13 Uhr
    • xNWO
  3. 3.

    @JL
    Hoffentlich machen Sie auch öffentlich einen Rückzieher, wenn sich das Ganze als Gerücht herausstellt.

    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3689388,00.html

    Es ist ja nicht so, dass das, was in allen Armeen dieser Welt vorkommt, nicht auch in der israelischen Armee passiert.
    Auch in der wird es Irre geben. Und wenn die das getan haben, was ihnen vorgworfen wird, sollen sie zur Rechenschaft gezogen werden.
    Aber blöderweise ist es auch so, dass Israel und die IDF schon öfters Opfer von Medienkampagnen waren.
    Die Kampagnen haben Israels Ansehen beträchtlichen Schaden zugefügt (Al-Dura). Als sich aber die Vorwürfe nachher als falsch und als Inszenierung heraus gestellt haben, gab es nicht mal eine müde Entschuldigung.

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  4. 4.

    Menschliche Fehler sind keine Kriegsverbrechen.

    Moralischen Verfall kann ich hier auch nicht erkennen, man kann nur so human kämpfen wie der Gegner es zulässt.

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    • 20. März 2009 um 14:24 Uhr
    • PBUH
  5. 5.

    Das Wunschdenken von JL geht leider nicht auf, aber immer wieder auf Propaganda hereinfallen, um damit das eigene Weltbild zu bestätigen, ist ein weit verbreitetes Phänomen.

    Ja die Zeitungsenten. Schön, dass wir eine Bloggerszene haben, die schnell und weltweit recherchieren kann und die Propaganda dann auch entlarvt.

    Hier keine Propaganda:
    Endlich:

    El-Zayat, Islamist Nr. 1 in D. und Milli-Görüs-Boss angeklagt: Bildung einer kriminellen Vereinigung:

    “Milli-Görüs-Generalsekretär im Visier der Staatsanwaltschaft/Islam-Funktionäre unter mehrfachem Verdacht: Geldwäsche, Betrug, Bildung einer kriminellen Vereinigung
    Köln (ots) – Die Münchener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Spitzenfunktionäre deutscher Islam-Vereine. Wie der “Kölner Stadt-Anzeiger” (Freitag-Ausgabe) berichtet, steht der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Oguz Üçüncü, im Verdacht, zusammen mit dem Vorsitzenden der “Islamischen Gemeinschaft in Deutschland” (IGM), Ibrahim El-Zayat, und fünf weiteren Verdächtige an der Bildung einer kriminellen Vereinigung beteiligt zu sein. Die Gruppe habe durch Straftaten Geld einnehmen wollen, um “politisch-religiöse und letztlich islamistische Ziele” zu verfolgen. Mit dem Geld könnten islamistische Gruppen im Raum München und Ulm unterstützt worden sein, sagte der Behördensprecher, Oberstaatsanwalt Anton E. Winkler, der Zeitung. Den Verdächtigen wird unter anderem Geldwäsche und Betrug vorgeworfen. Üçüncü und El-Zayat wiesen auf Anfrage der Zeitung alle Vorwürfe zurück. Die Ermittler halten El-Zayat, der von Köln aus seine weltweiten Geschäfte organisiert und unter anderem arabische Investoren berät, für den “Kopf der Gruppierung”. Ihm und den von ihm vertretenden Gruppierungen werfen die Ermittler “direkte Bezüge zur Muslimbruderschaft und zu einer auch in Deutschland agierenden türkischen Islamistengruppierung” vor. Die Muslimbruderschaft strebt die (gewaltsame) Errichtung islamischer “Gottesstaaten” an. El-Zayat gilt als Strippenzieher hinter den Kulissen des “Koordinierungsrats der Muslime in Deutschland”. Als Generalbevollmächtigter der “Europäischen Moscheebau- und Unterstützungsgesellschaft” verwaltet er mehr als 600 Moscheen in Europa und betreut die Immobilien von “Milli Görüs”. Dieser Verein ist die dominierende Kraft im “Islamrat”, der an der Islamkonferenz von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) teilnimmt. Wie der “Kölner Stadt-Anzeiger” weiter berichtet, ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen drei vertretungsberechtigte Vorstandsmitglieder der großen Migrantenorganisation außerdem wegen Steuervergehen und falscher Bilanzen für die Jahre 2001 bis 2005.
    Pressekontakt:
    Kölner Stadt-Anzeiger
    Politik-Redaktion
    Telefon: +49 (0221)224 2444
    ksta-produktion@mds.de

    http://www.presseportal.de/pm/66749/1372905/koelner_stadt_anzeiger

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    • 20. März 2009 um 14:45 Uhr
    • Katarina die Grosse
  6. 6.

    >El-Zayat, Islamist Nr. 1 in D. und Milli-Görüs-Boss angeklagt: Bildung einer kriminellen Vereinigung:

    Ja, sehr lustig, hier kann man mal wieder den Unterschied zu (anderen) Glaubensgeminschaften sehen.

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    • 20. März 2009 um 14:57 Uhr
    • PBUH
  7. 7.

    Eine fettes Gerücht. Die Geschichte wurde an Haaretz von Dani Zamir (Oranim Academic College, Kiryat Tivon) herangetragen, der sich seit 20 Jahren eine Karriere daraus gebastelt hat, Israel im Allgemeinen und die IDF im besonderen anzugreifen, indem es sich (als Reservist) regelmäßig Einsätzen verweigert, dafür abgemahnt (und 1990 sogar inhaftiert) wird. Dann schreibt er eine Pressemitteilung oder ein Buch drüber.

    Die in Haaretz verbreiteten Aussagen entstammen einem Seminar zur Vor- und Aufarbeitung des Militärdienstes am Oranim Academic College, das von Dani Zamir geleitet wurde. Zamir hat dort Äußerungen seiner Studenten “verdichtet zusammengetragen”. Die inkriminierenden Äußerungen gehen auf nur 2 seiner Studenten zurück.

    Ein israelischer Fernsehsender hat nachgehakt: “Channel 2 TV Army correspondent Roni Daniel stated at 6:30 PM this evening, that he personally tracked down one of the soldiers interviewed for the Ha’aretz article. Apparently the soldier’s testimony to Ha’aretz wasn’t based on anything he personally saw or witnessed, rather based on rumors and hearsay he heard (and the soldier wasn’t even in Gaza!)”

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    • 20. März 2009 um 14:57 Uhr
    • Frl. Mensa
  8. 8.

    ob es stimmt oder nicht — ich fand es schon eingermassen abstossend, dass dradio.de gestern den ganzen tag von israelischen “gräueltaten” sprach.
    in bezug auf hamas oder hisbollah haben die sich noch nie auf so ein niveau herabbegeben.

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    • 20. März 2009 um 15:18 Uhr
    • arne anka
  9. Kommentar zum Thema

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