Ein Blog über Religion und Politik

“Krieg gegen den Terrorismus” ist zuende

Von 31. März 2009 um 06:53 Uhr

Jedenfalls der Gebrauch des Begriffs. Das sagte die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton Reportern auf dem Flug nach Den Haag, wo sie heute an der Afghanistan-Konferenz teilnimmt.

Es gebe keine Direktive zum Wortgebrauch. Die Obama-Regierung habe einfach aufgehört, das Wort zu benutzen.

Gut so. Es war von Anfang an eine dumme Idee, einen Krieg gegen eine Methode zu führen.

Und dann kam noch hinzu, dass die Phrase für die Propaganda zur Vorbereitung des Irak-Krieges gebraucht wurde. Und der Krieg gegen Saddam Hussein hatte mit dem internationalen Terrorismus nun wirklich gar nichts zu tun.

Ironie der Lage: Während uns die Worte ausgehen, um den Konflikt zu beschreiben, wird die Lage immer dramatischer, vor allem in AfPak. Der “lange Krieg” ist noch lange nicht vorbei: 

Replying to a question on the plane bringing her to The Hague, Clinton declared: “As you said, the administration has stopped using the phrase, and I think that speaks for itself, obviously.”

The secretary of state, who was to take part in an international conference on Afghanistan in the Dutch administrative capital, said of the phrase: “I haven’t heard it used. I haven’t gotten any directive about using it or not using it. It’s just not being used.”

The Bush administration that preceded Obama in the White House used the “war on terror” to justify its intervention in Iraq, as well as its imprisonment of detainees at Guantanamo in Cuba and secret CIA prisons abroad.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ich sach nur “Krebsgeschwür” ;-)

    Deutsche Journalisten sind leicht zufrieden zu stellen.

    • 31. März 2009 um 08:11 Uhr
    • PBUH
  2. 2.

    @ PBUH: ???

  3. 3.

    “Es war von Anfang an eine dumme Idee, einen Krieg gegen eine Methode zu führen.”

    Nein, es war eine ausserordentlich kluge Idee! Denn auf die Art und Weise hätte man alle zum mitmachen bewegen können. Genauso wie bei der Ächtung des Gaskrieges.
    Man war auf dem besten Weg “Des einen Terrorist ist des anderen Frieheitskämpfer” auszuhebeln.
    Eine allgemeine Definition von Terrorismus und seine Ächtung waren in Sicht.

    Das Problem mit dem “Krieg gegen den Terrorismus” war mangelnde Unterstützung. Man hat sich einen Spass daraus gemacht die Amerikaner auflaufen zu lassen. Und das werden wir alle noch bitter bereuen.

    “Der “lange Krieg” ist noch lange nicht vorbei: ”

    Der hat vielleicht noch gar nicht richtig angefangen.

    • 31. März 2009 um 08:50 Uhr
    • J.S.
  4. 4.

    “Eine allgemeine Definition von Terrorismus und seine Ächtung waren in Sicht.”

    • 31. März 2009 um 09:17 Uhr
    • AM
  5. 5.

    @Jörg Lau

    Haben sie das “Krebsgeschwür” etwa nicht mitbekommen.

    Ist doch auch total egal wie etwas gelabelt ist/wird, auf den Inhalt kommt es an. Muss ich Journalisten doch wohl nicht erklären.

    Wenn schon kein Politikwechsel, dann bleibt dem voreiligen O-Fan immer noch die andere Sprachregelung, war bei Bill Clinton ja auch so.

    • 31. März 2009 um 09:25 Uhr
    • PBUH
  6. 6.

    @J.S.

    “Das Problem mit dem “Krieg gegen den Terrorismus” war mangelnde Unterstützung. Man hat sich einen Spass daraus gemacht die Amerikaner auflaufen zu lassen. Und das werden wir alle noch bitter bereuen.”

    Das Problem mit dem GWOT war, dass die US Regierung schlecht Krieg gegen sich selbst führen kann.

    Was die mangelnde Unterstützung betrifft, so fühle ich mit Ihnen. Ich hätte mir auch Bush/Cheney vor dem Tribunal in Den Haag oder besser noch in einem geheimen Gefängnis in Ägypten gewünscht.

    v.

    • 31. März 2009 um 11:55 Uhr
    • value
  7. 7.

    Ja, vorbei. Ich habe heute Steve Reichs Different Trains (1988) im Ohr, der die ungläubige Stimme einer amerikanischen Jüdin verwendet. The war is over. Der fast achtjährige Krieg ist vorbei.

    • 31. März 2009 um 19:17 Uhr
    • Hans-Peter Müller
  8. 8.

    Ein Artikel zur neuen amerikanischen Strategie in der Bekämpfung des Terrorismus:

    The new Obama strategy for Afghanistan and Pakistan is thus better described as a “counter-haven” strategy then a counter-terrorism strategy.

    http://www.tnr.com/politics/story.html?id=2588efeb-f1a5-46e6-ba5c-e8137fa9ea07

    • 1. April 2009 um 17:17 Uhr
    • Abidullah
  9. Kommentar zum Thema

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