Marjane Satrapi: Nicht ist mehr wie es war im Iran!

Von 4. Juli 2009 um 18:23 Uhr

Die großartige iranische Zeichnerin und Filmemacherin Marjane Satrapi lebt nun schon seit mehr als 10 Jahren im Exil. In der New York Times hat sie aufgeschrieben, was die Demonstrationen der Opposition in ihr auslösten. (Unten ein Trailer für ihren Film “Persepolis” – über das Aufwachsen mit der Revolution – und gegen die Revolution – muss man gesehen haben!)

The question much of the media asked before the election was: “Are Iranians ready for democracy?”

“YES!” came the answer, loud and oh, so clear.

With a voter turnout of 85 percent, they started to dream that change was possible.

They started to believe “Yes they can,” too.

It’s likely needless to remind you that this was not the first time Iranians showed how much they love freedom. Look only at the 20th century: They launched the Constitutional Revolution of 1906 (the first in Asia); nationalized the oil industry in 1951 (the first Middle Eastern country to do so); mounted the revolution of 1979; and engineered the student revolt of 1999. Which brings us to now, and that deafening cry for democracy.

Almost 20 years ago, when I started studying art in Tehran, the very idea of “politics” was so frightening that we didn’t even dare think about it. To talk about it? Beyond belief!

To demonstrate in the streets against the president? Surreal!

Criticize the supreme leader? Apocalyptic!

Shouting “Down with Khamenei”? Death!

Death, torture and prison are part of daily life for the youth of Iran. They are not like us, my friends and I at their age; they are not scared. They are not what we were.

They hold hands and scream: “Don’t be afraid! Don’t be afraid! We are together!”

They understand that no one will give them their rights; they must go get them.

They understand that unlike the generation before them — my generation, for whom the dream was to leave Iran — the real dream is not to leave Iran but to fight for it, to free it, to love it and to reconstruct it.

They hold hands and scream: “We will fight! We will die! But we won’t be humiliated!”

They went out knowing that going to each demonstration meant signing their death warrants.

Today I read somewhere that “the velvet revolution” of Iran became the “velvet coup,” with a little note of irony, but let me tell you something: This generation, with its hopes, dreams, anger and revolt, has forever changed the course of history. Nothing is going to be the same.

From now on, nobody will judge Iranians by their so-called elected president.

From now on, Iranians are fearless. They have regained their self-confidence.

Despite all the dangers they said NO!

And I’m convinced this is just the beginning.

From now on, I will always say: Once you leave your homeland, you can live anywhere. But I refuse to only die in Iran. I will one day live in Iran…or else my life will have had no meaning.

Kategorien: Iran
Leser-Kommentare
    • 10. Juli 2009 um 10:24 Uhr
    • J.S.
  1. 18.

    @14

    Das Regime braucht keine 14 Mio. Menschen zu verhaften.

    Ich schätze 140 Verhaftungen reichen aus um die Proteste massiv einzuschränken, 1400 um die Protestbewegung in die Bedeutungslosigkeit zu drücken und 14000 und man hört erst in der nächsten Generation wieder davon.

    Leute auf der Straße zusammenzuprügeln bringt nichts, die Ikonen zu verhaften ist sogar kontraproduktiv.

    Was da offensichtlich passiert ist aus Sicht des Regimes am effizientesten: den Mittelbau des Aufstands aushöhlen.

    Informationen sammeln und Beziehungsgeflechte entschlüsseln und dokumentieren, Schlüsselpersonen finden und ggfs. ausschalten. Durch herstellen von Transparenz wird weit mehr Druck erzeugt als von tumben Schlägern auf Motorrädern.

    Die Geschichte mit dem Facebookaccount ist exemplarisch. Die Aktion alle Facebookbeziehungen auszuwerten erzeugt massivsten Druck, Beziehungsgeflechte zerbrechen, wer traut noch dem anderen? Und das kann man nicht nur mit Facebook machen.

    Wie sollen die Protestler diesem Druck ausweichen? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: a) Radikalisierung b) Widerstand im Rahmen des Regimes

    a) Radikalisierung ist Hoffnungslos, die technischen Notwendigkeiten der Konspiration würden den Protest von der Zivilgesellschaft abschneiden und Mitglieder und Sympathisanten zu einem Ziel der (dann zumindest teilweise legalen) Repression machen

    b) Widerstand im Rahmen des Regimes würde in die vorhandenen Strukturen eingebettet und damit nach und nach erstickt werden.

    So leid es mir tut, aber das Regime ist offensichtlich rechtzeitig aufgewacht. Die Ereignisse haben sich nicht schnell genug zugespitzt das die Autokraten kopflos geworden sind. Die einzige Chance hätte ich gesehen wenn der Konflikt so schnell brutal geworden wäre das die Ausbreitung des Protests durch politische und soziale Mitnahmeeffekte nicht mehr aufzuhalten gewesen wäre.

    Ich wünsche den Leuten die in dieser Situation außerordentlichen Mut und persönlichen Einsatz zeigen alles Gute, aber ich fürchte die Opfer sind ab jetzt vergeblich.

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    • 10. Juli 2009 um 10:32 Uhr
    • Mattes
  2. 19.

    @ mattes

    Jup – einfach im nachhinein einige ausschalten und den ein oder anderen zur Not aufhängen…
    In China hat es doch bisher auch super geklappt – oder was ist aus den Studenten des Platzes des himmlischen Friedens geworden udn die diese unterstützenden Politiker?

    Die Reaktionen des Regimes sind bisher bzl. ausschaltung der Opposition (prodestler) richtig – und die zensurmaßnahmen werden wohl noch verstärkt werden.
    Guit möglich, dass das regime es auch wieder schafft/weiterhin schafft, einen Großteil der Bevölkerung hinter sich zu bringen.
    Die Demonstranten sind nur ein teil – und zwar wohl ein kleiner teil – der Bevölkerung/der Volkes.
    Wenn das regime es schafft in Folge, die <Unruhen als vom Westen gesteuert zu verkaufen und den religiösen islamischen Wahnsinn weiter positiv zu verkaufen, könnte es relativ unbeschadet aus der Geschichte herauskommen.
    In Europa zumindest ist es das ja, da die großen prodestgruppierungen, die sog. ‘Linken’ zum regime hielten oder zumindest sich extrem verdeckt gehalten haben.

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    • 10. Juli 2009 um 10:53 Uhr
    • Zagreus
  3. 20.

    @ Zagreus

    “Die Demonstranten sind nur ein teil – und zwar wohl ein kleiner teil – der Bevölkerung/der Volkes.”

    Pardon, wenn allein in Teheran mehr als eine Million (!) Menschen auf die Straße geht, handelt es sich definitiv nicht um einen kleinen Teil des Volkes.

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    • 10. Juli 2009 um 11:07 Uhr
    • Joachim S.
  4. 21.

    Kein – groß…. bestimmt sich nicht nach einer anzahl, sondern nach einer relation.

    Woher haben sie die Zahl 1 Million?

    Wie auch immer: im Iran leben gute 72 Millionen Menschen; davon allein in Teheran 13 Millionen.

    Zieht man nun einfach einmal 1/3 ab für all diejenigen, die Zu Jung, zu alt, behindert usw…. sind, bleiben immer noch über 50 Millionen Menschen.
    Selbst wenn wirklich 1 Million an den prodesten Landesweit beteiligt waren, sind das genrade mal 1/50. Nimmt man dann noch dazu, daß es 4x soviele symphatisanten gab, die aber nicht auf die Straße gingen, sind wir bei 5 Millionen von 50 – also 10%.
    10% hört sich sehr wohl nach ‘kleineren teil’ an.

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    • 10. Juli 2009 um 11:15 Uhr
    • Zagreus
  5. 22.

    @ Zagreus

    Über eine Million allein in Teheran!

    http://www.zeit.de/online/2009/25/iran-unruhen-polizei

    Zitat: “Auf mindestens eine Million schätzte die Polizei am Ende die Zahl der Teilnehmer, die sich rund um das gigantische “Tor zu Iran” versammelt hatten.”

    Laut Berichten gingen Beobachter von bis zu 2 Millionen Teilnehmern aus. Mehr als 1/10tel aller Stadtbewohner auf einer Massendemo. Wenn das Ihrer Meinung nach wenig ist, dann kaufen Sie sich bitte eine Brille!

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    • 10. Juli 2009 um 11:59 Uhr
    • Joachim S.
  6. 23.

    @Amir
    Ich glaube übrigens das der Mykonos Prozess ohne Druck von Seiten der USA anders oder gar nicht stattgefunden hätte.

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    • 10. Juli 2009 um 12:03 Uhr
    • J.S.
  7. Kommentar zum Thema

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