Ein Blog über Religion und Politik

Sorgen eines Wechselwählers (7): Bekenntnis eines politischen Geisterfahrers

Von 30. September 2009 um 12:22 Uhr

Zum letzten Mal – meine wöchentliche Kolumne zur Bundestagswahl (aus der ZEIT von morgen, Nr.41, S. 7):

Ich akzeptiere ohne Umschweife, dass ich die Wahl verloren habe. Es hilft kein Drumherumreden: Ich finde mich auf der Seite der Verlierer wieder. Ich habe SPD gewählt.
Überrascht bin ich allerdings nicht. Ich habe schließlich mit knirschenden Zähnen rot gewählt, weil mir das Desaster schon schwante. Und jetzt kann ich es ja sagen: Ich wollte sie gar nicht unbedingt an der Macht sehen, die Sozis. Elf Jahre sind erst mal genug. Diese Partei braucht eine Macht-Pause.
Das klingt paradox. Aber am letzten Sonntag schien es mir plötzlich vernünftig, eine chancenlose SPD zu wählen. Schwarz-Gelb verhindern? Darum ging es nicht mehr. Selbst wenn die Chance noch bestanden hätte: Ich hätte nicht mein Kreuz bei der SPD gemacht, um Merkel-Westerwelle zu blockieren. Ich hatte nun mal – und habe immer noch – keine Angst vor Angela und Guido. Mehr noch: Die Kampagne gegen die beiden als sozial kalte, radioaktiv strahlende Finanzhaie fand ich einfach nur töricht. Sie roch unangenehm nach den Achtzigern, als die Linke noch gegen die »geistig-moralische Wende« wetterte, als Kohl sie längst abgeblasen hatte.
Ich bin Wechselwähler. Durch Merkel bin ich vor vier Jahren schwach geworden und vom Rot-Grünen zum Unionswähler mutiert. Bereut habe ich es zwar nicht. Doch nun habe ich zu meinem eigenen Erstaunen noch einmal rot gewählt – vom erwartbar verlorenen Posten aus.
Eigentlich liegt mir das nicht. Ich will mit meiner Stimme etwas bewirken. Und beim Blick auf die Wählerwanderunsgdiagramme überkommt mich ein beißendes Gefühl der Vergeblichkeit: Der Wanderungssaldo zwischen SPD und Union beträgt 620.000 zu Gunsten der Kanzlerin! Hunderttausende Genossen stimmen für Merkel – und noch erstaunlicher: 430.000 wandern zur erzbösen FDP? Und ich auf der  Gegenspur als politischer Geisterfahrer?
Ich hatte es ja geahnt: Warum dennoch SPD? Eben weil ich mir schon dachte, dass die Stammkundschaft zuhause bleiben würde. Aber so viele – das hat mich doch umgehauen! Meine zarte Wechselwählerstimme ist kein Ersatz für zehn Hartz-4-Empfänger, die gar nicht mehr wählen.
Mein Wahlziel am letzten Sonntag war nur noch, die Demütigung der Partei zu verhindern. Damit bin ich – zugegeben – grandios gescheitert. Denn anders als meine Wenigkeit hat der SPD-Stammwähler nach elf Jahren Regierung keine sentimentalen Anwandlungen. Im Gegenteil. Nahezu zwei Millionen von seiner Sorte sind einfach zuhause geblieben. Seit 1998, rechnen uns die Demoskopen jetzt vor, hat sich die Wählerschaft der Sozis halbiert. Vielleicht haben die Leute ja Recht und die SPD braucht eine unmißverständliche Botschaft. Aber ein Desaster biblischer Dimension? Wo bleibt die Gerechtigkeit?
Klingt ganz schön sentimental.
Sei‹s drum: Ich habe nicht bloß aus Gefühligkeit und Mitleid SPD gewählt. Ich hatte ernsthafte taktische, demokratietheoretische Gründe. Ich glaube nämlich an das Modell der Volkspartei, das jetzt ein bisschen voreilig für obsolet erklärt wird. Ich hoffe sogar, in Zukunft wird es mehr als zwei davon geben. Keine Partei hat hierzulande Überlebenschancen als krawallige Klientelpartei, und das ist auch gut so. Alle müssen Volksparteien werden. Die FDP übt schon, die Linke sperrt sich im falschen Triumphgefühl. Und darum wird die SPD noch einmal gebraucht, genau wie die Union in ihrem Lager.
Ich bin merkwürdiger Weise auch als Verlierer eigentlich recht zufrieden mit dieser Wahl. Die Große Koalition war zwar besser als ihr Ruf. Sie hat die beiden Großen gezwungen, sich über ihre Nähe ehrlich zu machen. Aber für uns Wechselwähler war sie Gift. Wir brauchen keine ideologischen Lager im vermufften Retro-Look, aber ohne erkennbare Alternativen geht es nicht.
Eine stabile Regierung zu haben, ist nämlich nur das eine. Die Aussichten dafür stehen jetzt immerhin nicht schlecht. Aber für meinen seelischen Comfort als Wechselwähler ist wichtig, dass die Opposition als übernahmebereite Reserveregierung bereitsteht. Und da hakt‹s: Nach der Riesenklatsche vom Wochenende sehe ich nicht, wie das linke Lager sich unter Führung der Sozis zur schlagfähigen Ersatzmannschaft formieren könnte. Es ist ja nicht mal absehbar, ob die Sozis sich selber so bald eine neue Führung zimmern können. Viel hängt davon ab, ob der Linkspartei die SPD nun endlich klein genug ist – oder ob die wahre Demontage jetzt erst los geht.
Warum bin ich trotzdem alles in allem zufrieden? Die Volksparteien sind jetzt frei, unser zunehmend chaotisches Parteiensystem neu zu ordnen: Die Union muß der FDP die marktpopulistischen Flausen austreiben. Und die SPD (zusammen mit den Grünen) der Linken den Retro-Geist. Beide Parteien, die sich noch standhaft weigern, aus der Krise zu lernen, müssen sanft in die Gegenwart geführt werden. Und da hat die Machtverteilung ihren Sinn: Die Union kann das mit der FDP nur in der Regierung schaffen, die SPD mit der Linken nur in der Opposition.
Steinmeier war groß im Unglück: einen so graziösen Loser habe ich noch nie gewählt. Wer so anmutig, fair und ohne Ressentiment verlieren kann, dachte ich am Sonntagabend, dem möchte man wünschen, eines Tages auch mal zu gewinnen. Schon wieder diese Sentimentalität! Halten wir fest: Ich habe SPD gewählt, und die Partei hat verloren. Es war für die Katz.
Es tut mir zwar nicht leid. Trotzdem mache ich das so bald nicht wieder. Jedenfalls nicht aus dem gleichen Grund. Nächstes Mal, liebe Genossen, brauche ich schon ein besseres Motiv.

Kategorien: Bundestagswahl 2009
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Meinen Respekt für ihre offenen Bekenntnisse.

    >Steinmeier war groß im Unglück: einen so graziösen Loser habe ich noch nie gewählt.

    Dafür wird er nun von der eigenen Seiten um so härter angefasst, auch die Medien schiessen aus allen Rohren auf die Verlierer Münte, Steinmeier und Steinbrück.

    Das ist wie beim Zerfall eines autoritären Systems, die ganzen Kriecher und Speichellecker kommen und treten den Leuten, die nun am Boden sind nochmal ordentlich vor den Kopf.

    Der Hass der lernresistenten 68er lodert hier noch mal auf, getragen vom Feindbild Schwarz-Gelb.

    Wenn Steinmeier und Co. jetzt nicht standhaft bleiben werden Nahles, Gabriel und Annen die SPD in die sichere Vernichtung führen.

    Merkel kann sich freuen, von der Opposition droht die nächsten Jahre erstmal keine Gefahr.

    • 30. September 2009 um 13:05 Uhr
    • PBUH
  2. 2.

    „Der Hass der lernresistenten 68er lodert hier noch mal auf…“

    Welcher 68er?

    • 30. September 2009 um 14:21 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  3. 3.

    @ PBUH: Ich weiss allerdings aus einem Hintergrundgespräch vor etwa 5 Wochen, dass Merkel sich überhaupt nicht freut über diese Vernichtung. Klar will sie gerne regieren, aber eine starke Union braucht auch ein starkes, zurechnungsfähiges Widerlager in einer starken SPD.
    Aber diese Welt ist vielleicht für immer futsch.

    • 30. September 2009 um 14:23 Uhr
    • Jörg Lau
  4. 4.

    In einem gewissen Sinne freud mich aber das straucheln der alten tante SPD doch sehr.
    Sie haben es einfahc mit aller gewalt herbeiführen müssen – und angefangen hat es wohl bereits deutlich mit Schröder, dem Genossen der Bosse. Die Soziale Agenda der SPD wurde da nocheinmal für alle deutlichst aufgegeben – durch eben explerimente wie eben HARTZ und das sie Oskar damals gehen ließen.
    Dazu kommt noch etwas – und das ist die PDS, nun die LINKE.
    Der Erfolg der LINKEN beruht zum einen auf Oskar undd er abwanderung vieler Linker Spd-ler inc. gewerkschaften zur Linken eben.
    Zum anderen aber an noch etwas anderem – und durchaus entscheidenden dabei auch.
    Nämlich, daß die SPD es versäumte sich in ihrem ‚Kampf egegen Rechts‘ gegen Links abzusicher.
    Was, neben vielen Inhaltlichen, unterscheidet denn grundsätzlich einer Partei wie die SPD von einer Partei wie der PDS?
    Inmeinen Augen das klare bekenntnis zur Demokratie und wegwenden von allen linksextremen strömungen – das Gotesberger Programm.
    Dieser Unterschied ist schlicht und ergreifend nicht deutlich genug kommuniziert worden, war vielleicht so auch gar nicht möglich, trotz aller Hinweise von SPD-Seite, einfach weil sich partiell in unserer gesellchaft – übrigens durchaus auch von den medien angefeuert – der eindruck festgesetzt hat, daß nur von Rechtsextremen, oder exakter: die unter RECHTS fallende Spannbreite, die viel weiter ist als eben nucr die Rechtsextremen, eine Gefahr für unsere Demokratie ausgehe.
    Das Problem einer Partei wie der SPD, also die ‚Konkurrenz‘ liegt aber nicht im Rechten politischen Spektrum, sondern im Linken.
    Nach ‚rechts‘ verliert eine Partei wie die SPD Wähler an die FDP oder CDR/CSU, aber selten wohl an die NPD oder wie auch all diese kleinen rechtsextremen Parteien heissen. nach links aber an diverse Kommunistisch-sozialistische Katerparteien, die partiell nun eine größere gemeinsame heimat in der LINKEN gefunden haben. In der LINKEN, die eben ihre extremistischen Ansichten toleriert. Der Skandal dabei zum Schaden für eben die SPD ist es, daß viele Wähler der Unterschied zwischen einer bekenntnismäßg allen extremistischen Strömungen abgeschworenen Sozial(istisch)en Partei und einer extremistmus tolerierenden und integrierenden Partei nicht mehr essentiell ist.
    Und ich denke, das hier die SPD ihr Profil schon lange hätte wieder scherfen müssen – eben auch in einem medialen kampf, in dem deutlich wird, dass linksextremismus genauso mörderisch, undemokratisch udn schlimm wie rechtsextremismus ist.

    • 30. September 2009 um 14:40 Uhr
    • Zagreus
  5. 5.

    @Jörg Lau
    Lieber Herr Lau, faire Worte. Kopf hoch; SPD wird wieder kommen, weil FDP die Wähler nicht halten kann. Dafür hat Guido einfach zuviel vom Himmel versprochen, was er nicht verwirklichen kann und wird. Außerdem hätte sich SPD als kleiner Partner in der großen Koalition langfristig selbst zerfleischt.
    Ich habe zwar auch nicht gewonnen, weil ich wie immer die Grünen gewählt habe, aber bin zufrieden, sie einigermaßen gestärkt aus dieser Wahl kommen zu sehen.

    • 30. September 2009 um 14:48 Uhr
    • docaffi
  6. 6.

    @ Zagreus

    „…und das sie Oskar damals gehen ließen.“

    Der Mann hat sich französisch verabschiedet. Hätte man ihn anbinden sollen?

    „Nach ‘rechts’ verliert eine Partei wie die SPD Wähler an die FDP oder CDR/CSU, aber selten wohl an die NPD oder wie auch all diese kleinen rechtsextremen Parteien heissen.“

    Als Mitte der 90er die Republikaner 8 Jahre lang im BW-Landtag saßen, kam etwa ein Drittel ihrer Stimmen von früheren SPD-Wählern. Ich reche es der CDU hoch an, dass sie eine Zusammenarbeit mit diesen Leuten strikt verweigert hat und lieber eine große Koalition eingegangen ist, als das notwendig war und hoffe, dass sich die SPD nicht der Linkspartei öffnet.

    • 30. September 2009 um 14:54 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  7. 7.

    @ HJS
    “Der Hass der lernresistenten 68er lodert hier noch mal auf…”
    PBUH meint seinen eigenen Hass auf die SPD. Jetzt wo sie ausblutend am Boden liegt, merkt er, wie unangemessen er vielleicht war. Deshalb entsorgt er ihn bei den 68ern. Die sind so schön gesichtslos und überhaupt ein ganz praktischer Mülleimer.

    • 30. September 2009 um 15:01 Uhr
    • AM
  8. 8.

    #

    “Der Hass der lernresistenten 68er lodert hier noch mal auf…”

    Welcher 68er?

    Hab ich mich auch gerade gefragt. Annen ist Jahrgang ’73, Nahles ’70 und Gabriel ’59.
    Ist vermutlich typische PIpifanten-Denke: Jeder der irgendwie links ist, ist ein „scheiß 68er“.

    • 30. September 2009 um 15:03 Uhr
    • Hein_W
  9. 9.

    @Zagreus

    >Die Soziale Agenda der SPD wurde da nocheinmal für alle deutlichst aufgegeben – durch eben explerimente wie eben HARTZ und das sie Oskar damals gehen ließen.

    Bitte keine Legendenbildung. Hartz war überfällig und im Kern ursozialdemokratisch, wird nur leider nicht konsequent umgesetzt, hier sollte Schwarz-Gelb mal ansetzen. Der Protest zu Hartz IV kommt auch nicht von den kleinen Leuten.

    Oskar hatte den Machtkampf mit seinem Kanzler verloren und konnte sich international mit seinen Finanzkonzepten nicht durchsetzen. Aber man darf nicht vergessen, er hatte nach wie vor in seiner Position eine unglaubliche Machtfülle wie kaum ein Politiker vor ihm. Der Mann ist schlicht ein exekutiver Versager, genau wie Gysi.

    • 30. September 2009 um 15:50 Uhr
    • PBUH
  10. 10.

    Es ist viel zu viel Liberalität geopfert worden, um die Folgen der Zuwanderung von Islamisten in den Griff zu bekommen.
    Hoffentlich muss sich die CDU nun dank FDP andere Lösungen einfallen lassen als Online-Duchsuchungen usw..

    • 30. September 2009 um 15:51 Uhr
    • J.S.
  11. 11.

    @Hein_W

    Ich meine die 68er in den Medien, Prantl und Co.

    Sehen sie sich den youtube link an den ich hier gepostet habe

    http://blog.zeit.de/joerglau/2009/09/29/was-ausenminister-westerwelle-will_3074#comments

    • 30. September 2009 um 16:03 Uhr
    • PBUH
  12. 12.

    Klar will sie gerne regieren, aber eine starke Union braucht auch ein starkes, zurechnungsfähiges Widerlager in einer starken SPD.
    Aber diese Welt ist vielleicht für immer futsch.

    @ Jörg Lau

    Wenn die Parteilinke in der Opposition nicht die Oberhand gewinnt und der Kampf um die Mitte aufgegeben wird. Gucken Sie sich mal die Wählerwanderungen an: Gut eine Millionen Wähler sind zusammengenommen zur CDU und zur FDP abgewandert. Die Parteilinke und große Teile der Presse (Unkenntnis? Konflikte anheizen?) tun nun so, als ob die Ex-SPD-Wähler sämtlich zur Partei die Linke abgewandert wären. Und mit Blick auf die große Zahl der ehemaligen SPD-Wähler, die zu den Nichtwählern gewandert sind, lässt sich darüber streiten, ob diese eher zur Mitte hin tendierend unzufrieden waren oder nach links hin.

    Es kann zumindest als fraglich gelten, ob Angela Merkel zukünftig das Kunststück fertig bringt und sich in ihrer Eigenschaft Führerin einer schwarzgelben Koalition als gemäßigte Wirtschaftsliberale zu empfehlen. Zumal der stramm wirtschaftsliberale Flügel der CDU nun nicht mehr mit dem Hinweis auf großkoalitionäre Kompromisse ruhig gestellt werden kann.

    • 30. September 2009 um 16:09 Uhr
    • N. Neumann
  13. 13.

    Wenn Steinmeier und Co. jetzt nicht standhaft bleiben werden Nahles, Gabriel und Annen die SPD in die sichere Vernichtung führen.

    @ PBUH

    Da ist was dran bzw. könnte was dran sein. Wenn die Bundes-SPD so blöd sein sollte und die Mitte räumt, landet sie nachher bei 15%.

    Allerdings gehört Sigmar Gabriel nicht zu den Parteilinken, sondern wandelt zwischen den sog. Netzwerkern und dem Seeheimer Kreis. Und zwar auch dann, wenn er die Beibehaltung des Atomaustiegs konsequent betrieben hat und Ihnen das absolut nicht gefällt.

    • 30. September 2009 um 16:15 Uhr
    • N. Neumann
  14. 14.

    @JL

    Wo steht denn geschrieben – bei aller Sentimentalität- dass sich das linke Lager hinter der SPD formieren muss? Die Ex-Kommies werden diesen Sauhaufen, der neuerdings Hoffnungsträger wie Gabriel, Nahles und Wowereit ins Rennen schicken will,in Stücke reissen. Wie man heute liest, ist der Geheimplan der SPD, die Linken durch Annäherung zu eliminieren.Ein lustiges Vorhaben, das damit enden wird, dass Oskar die dann inzwischen völlig überflüssige SPD übernimmt und als SED 2.0 in die Wahl 2013 führt. Ich hoffe nur, dass Sie bis dahin Ihre melancholische Phase überwunden haben und nicht wieder falsch wählen.

    • 30. September 2009 um 16:17 Uhr
    • riccardo
  15. 15.

    @N. Neumann

    Zusätzlich ist die Seehofer CSU auch geschwächt.

    Tumbe Sozis gibt es aber in der CDU mehr als genug und diese haben schon immer Wege gefunden vernünftige Politik zu verhindern.

    Merkel hat den unsäglichen Blüm hoffentlich nicht vergessen.

    • 30. September 2009 um 16:20 Uhr
    • PBUH
  16. 16.

    >Und zwar auch dann, wenn er die Beibehaltung des Atomaustiegs konsequent betrieben hat und Ihnen das absolut nicht gefällt.

    Das haben sie wirklich gut erkannt, Neumann.

    Vielleicht bin ich ja voreingenommen, aber Gabriel ist für mich einfach der Inbegriff der Unseriösität.

    Die SPD zur Atomaustiegspartei machen zu wollen und sich mehr Stimmen davon zu erhoffen spricht auch nicht unbedingt für taktische Intelligenz. Und diese hat er auch schon in seinen anderen Jobs vermissen lassen.

    • 30. September 2009 um 16:32 Uhr
    • PBUH
  17. 17.

    Tumbe Sozis gibt es aber in der CDU mehr als genug und diese haben schon immer Wege gefunden vernünftige Politik zu verhindern.

    @ PBUH

    Auch wenn Ihnen das nicht gefällt: Ihre „tumben CDU-Sozis“ haben Wahlen gewonnen. Der schwarzgelbe Wahlsieg sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der orthodoxe Wirtschaftsliberalismus der FDP und der orthodox wirtschaftsliberale Flügel der CDU bzw. die damit verbundenen Vorstellungen auch von etlichen CDU-Wählern nicht geteilt werden.

    Die „Sozialdemokratin“ Angela Merkel hat – wenn auch unter Inkaufnahme vieler Stimmen für die FDP – die Wahlen gewonnen, weil sie aus dem Leipziger Parteitag, der Kopfpauschale und dem Professor aus Heidelberg (Wahlkampfelfmeter für Schröder) für die Stimmenmaximierung die richtigen Lehren gezogen hat. Wenn sie (wie 2005) einen wirtschaftsliberalen Wahlkampf gemacht hätte, wäre es für Schwarzgelb mindestens knapper geworden. Und wohlgemerkt: Die CSU hat im Vergleich zur letzten Wahl federn lassen, nicht die CDU.

    • 30. September 2009 um 16:35 Uhr
    • N. Neumann
  18. 18.

    Vielleicht bin ich ja voreingenommen, aber Gabriel ist für mich einfach der Inbegriff der Unseriösität.

    Es wäre müßig, Sie vom Gegenteil überzeugen zu wollen. Er gehört jedoch de facto nicht zum linken Parteilflügel.

    Die SPD zur Atomaustiegspartei machen zu wollen und sich mehr Stimmen davon zu erhoffen spricht auch nicht unbedingt für taktische Intelligenz.

    Sie müssen zwischem dem unterscheiden, was sie für politisch-taktisch richtig halten und dem, was wahltaktisch richtig ist. Das Festhalten Gabriels am Atomaustieg war – egal, ob man es gut findet, nicht gut findet oder es einem egal ist – sicher kein wahltaktischer Fehler, weil die Mehrheit der Bevölkerung immer noch (mehr oder weniger) für einen Atomaustieg ist. Allein das Thema spielte in diesem Wahlkampf nur eine geringe Rolle.

    Schwarzgelb würde sich wahltaktisch gesehen wiederum wahrscheinlich kaum ins Knie schießen, wenn die Laufzeiten bestimmter AKWs verlängert werden (ein Happen für die Grünen). Ein wahltaktisches Problem für schwarzgelb wäre wahrscheinlich erst der Bau neuer Atomkraftwerke.

    • 30. September 2009 um 16:45 Uhr
    • N. Neumann
  19. 19.

    Der Wanderungssaldo zwischen SPD und Union beträgt 620.000 zu Gunsten der Kanzlerin! Hunderttausende Genossen stimmen für Merkel – und noch erstaunlicher: 430.000 wandern zur erzbösen FDP?

    @ Jörg Lau

    Sorry, mein Hinweis weiter oben war redundant.

    Gut, dass Sie das erwähnt haben. Wenn man es nicht besser wüsste, bekommt man den Eindruck, die Stimmenverluste der SPD gingen sämtlich aufs Konto der Partei Die Linke (740.000).

    • 30. September 2009 um 17:06 Uhr
    • N. Neumann
  20. 20.

    @ N. Neumann
    „Die CSU hat im Vergleich zur letzten Wahl federn lassen, nicht die CDU.“
    Das habe ich auch gelesen, aber es stimmt nicht. Die CDU hat in Baden-Württemberg kaum weniger verloren als die CSU in Bayern. Richtig ist also, dass die Union dort verloren hat, wo sie besonders stark war.

    „Ein wahltaktisches Problem für schwarzgelb wäre wahrscheinlich erst der Bau neuer Atomkraftwerke.“
    Das ist innvationsfeindlicher Unsinn. Warum sollte der Neubau eines Kernkraftwerks als Ersatz für ein altes am selben Standort ein wahltaktisches Problem sein? Dadurch verbessert sich nur die Sicherheit.

    • 30. September 2009 um 17:08 Uhr
    • AM
  21. 21.

    @ AM

    „Richtig ist also, dass die Union dort verloren hat, wo sie besonders stark war.“

    Wobei auffällt, dass eben dort die FDP besonders gut abgeschnitten hat. Viele FDP-Wähler sind Stammwähler der Union, die eine Fortsetzung der großen Koalition verhindern wollten.

    „Warum sollte der Neubau eines Kernkraftwerks als Ersatz für ein altes am selben Standort ein wahltaktisches Problem sein?“

    Sie erinnern sich doch sicher an die AKW-Schlachten der 70er-Jahre, als in erzkonservativen Regionen wie dem Kaiserstuhl oder der Wilstermarsch der Aufstand geprobt wurde, nicht nur von Berufsprotestierern, sondern auch von einfachen Bauern.

    • 30. September 2009 um 17:18 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  22. 22.

    Ich bin mit dem Ausgang der Wahl zufrieden. Hoffentlich geht die Kanzlerin etwas auf die FDP zu. Es hätte ruhig etwas mehr FDP sein können.

    Die FDP wird 2013 Volkspartei!

    • 30. September 2009 um 17:28 Uhr
    • emcee
  23. 23.

    @ NN

    Die SPD hat die Mitte geraäumt und ist 15 % schon erstaunlich nahe.

  24. 24.

    @ HJS
    „Sie erinnern sich doch sicher…“
    Yep. Aber warum sollte das jemand tun, wenn die Bundesregierung einen moderneren und sichereren Neubau in Krümmel als Ersatz für den Pannenreaktor genehmigen würde? Noch schöner wäre es natürlich, wenn sie im Gegenzug auch Brunsbüttel schließen würde, aber das würde Proteste der Belegschaft auslösen.

    • 30. September 2009 um 17:31 Uhr
    • AM
  25. 25.

    Ein optimistischer Blcik auf die Zukunft der SPD sieht anders aus:

    http://www.hans-ulrich-klose.de/mdb.php/cat/3/aid/363/title/Danke

  26. 26.

    @ M Riexinger: Oder hat die Mitte die SPD geräumt?

    • 30. September 2009 um 17:35 Uhr
    • Jörg Lau
  27. 27.

    @ HJS

    Angesichts der enormen Ergebnisse in Ba-Wü sollte die SPD vielleicht auch mal einen Gedanken daran verschwenden, dass womöglich so mancher, der bei dieser Wahl FDP gewählt hat, der IG-Metall seinen Beitrag entrichtet.

  28. 28.

    @ JL

    So kann mans auch sehen, siehemein Posting eins weiter oben.

  29. 29.

    @ MR

    „Angesichts der enormen Ergebnisse in Ba-Wü sollte die SPD vielleicht auch mal einen Gedanken daran verschwenden, dass womöglich so mancher, der bei dieser Wahl FDP gewählt hat, der IG-Metall seinen Beitrag entrichtet.“

    Schon möglich. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass ein Gutteil der südwestdeutschen Gewerkschaftsmitglieder regelmäßig ihr Kreuz bei der CDU macht.
    (Mein Schwager nutzt die IG-Metall-Demos, um auf Gewerkschaftskosten nach Stuttgart zu fahren und dort zu shoppen.)

    • 30. September 2009 um 17:48 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  30. 30.

    @ marriex
    „Die SPD hat die Mitte geraäumt …“
    Wenn das so wäre, wären allerdings 48% für Union und FDP ziemlich prekär. Erfahrungsgemäß schwinden Mehrheiten im Laufe der Regierungszeit. Gerade für Metaller in BaWü brechen sehr schwierige Zeiten an. 1/4 aller Kurzarbeiter Deutschlands leben in BaWü, und in BaWü hat die neue Berliner Koalition besonders viel zu verlieren.

    • 30. September 2009 um 17:58 Uhr
    • AM
  31. 31.

    @ AM

    wären allerdings 48% für Union und FDP ziemlich prekär.

    Sie sind es, bestreitet doch keiner.

  32. 32.

    „Gerade für Metaller in BaWü brechen sehr schwierige Zeiten an.“

    Keine Frage. Die Kurzarbeit ist ausgereizt, jetzt stehen Entlassungen an. Und nicht nur bei gering Qualifizierten. Und ich weiß nicht, wie lange die meist mittelständischen Maschinenbauer und ihre Zulieferer noch von der Substanz leben können. Der Auftragsrückgang in dieser Branche lag auch im August noch bei 40%, verglichen mit dem Vorjahresmonat. Das ist mehr als dramatisch. Ein befreundeter Maschinenbau-Ingenieur berichtet, dass seit Beginn der Krise nur noch komplizierte Sonderwünsche als Aufträge hereinkommen, an denen nichts verdient ist.

    • 30. September 2009 um 18:18 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  33. 33.

    @ N. Neumann
    “Die CSU hat im Vergleich zur letzten Wahl federn lassen, nicht die CDU.”
    Das habe ich auch gelesen, aber es stimmt nicht. Die CDU hat in Baden-Württemberg kaum weniger verloren als die CSU in Bayern. Richtig ist also, dass die Union dort verloren hat, wo sie besonders stark war.

    @ AM

    Hier haben Sie es ganz genau: Die CDU hat im Bund 0,5% an Stimmen verloren, die CSU hat hochgerechnet auf den Bund 0,9% an Stimmen verloren:

    http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/ergebnisse/bundesergebnisse/index.html

    Die CSU hat somit auch in absoluten Zahlen (und nicht nur in, so gesehen, relativen „Bayernzahlen“) im Vergleich zur CDU stark verloren.

    “Ein wahltaktisches Problem für schwarzgelb wäre wahrscheinlich erst der Bau neuer Atomkraftwerke.”

    Das ist innvationsfeindlicher Unsinn. Warum sollte der Neubau eines Kernkraftwerks als Ersatz für ein altes am selben Standort ein wahltaktisches Problem sein? Dadurch verbessert sich nur die Sicherheit.

    Lesen Sie doch nicht so schlampig. Es ging mir in diesem Zusammenhang nicht darum, wie der Bau neuer Atomkraftwerke in der Sache zu beurteilen ist bzw. wäre, sondern darum, dass er einer schwarzgelben Koalition nicht zum wahltaktischen Vorteil gereichen würde, weil eine Bevölkerungsmehrheit immer noch nennenswerte Vorbehalte gegen Atomkraft hat – mithin auch CDU-Wähler.

    • 30. September 2009 um 18:50 Uhr
    • N. Neumann
  34. 34.

    @ NN

    Die SPD hat die Mitte geraäumt und ist 15 % schon erstaunlich nahe.

    @ MR

    Möglicherweise operieren wir beide mit einem vollkommen unterschiedlichen politischen Koordinatensystem, aber dass Frank-Walter Steinmeier und die Bundes-SPD einen linken und keinen „eher mittigen“ Wahlkampf geführt haben und sich in der Großen Koalition betont links verhalten haben, kann ich nicht erkennen.

    Vielmehr handelt es sich bei der mittigen Merkel-CDU, die zumal nach 2005 auf stramm wirtschaftsliberale Untertöne verzichtet und im bevölkerungsreichsten Bundesland sogar einen Arbeiterführer in ihren Reihen hat, um einen für mittige Sozialdemokraten sehr schweren Gegner.

    Wohlgemerkt: Sie würden sich zumal im Lichte der jetzigen Mehrheit für Schwarzgelb wundern, was für sozialdemokratische wirtschafts- und sozialpolitische Ansichten bis weit in die CDU-Wählerschaft hinein vertreten werden. Schröder konnte 2005 für die SPD nicht zuletzt noch ein überraschend gutes Ergebnis erzielen, weil er sich auf dem Hintergrund des Leipziger Parteitages der CDU, der Kopfpauschale und last but not least des Professors aus Heidelberg gegenüber Angela Merkel als der sozialere Kandidat empfehlen konnte. Angela Merkel hat dies erkannt.

    Ob innerhalb der SPD die Parteilinke die Oberhand gewinnt und die SPD die Mitte wirklich räumt, wird sich erst noch zeigen.

    • 30. September 2009 um 19:14 Uhr
    • N. Neumann
    • 30. September 2009 um 19:34 Uhr
    • N. Neumann
  35. 36.

    @ NN

    Es kommt darauf an, wie der Einfluss Steinmeiers innerpareilich eingschätzt wurde. Die Koalitionsverhandlungen in Thüringen deuteten auf fortgesetzten Ypsilantilismus hin.

    • 30. September 2009 um 19:49 Uhr
    • Martin Riexinger
  36. 37.

    @ Marriex

    Die Koalitionsverhandlungen in Thüringen deuteten auf fortgesetzten Ypsilantilismus hin.

    Wie wahr, wie wahr – und ich glaube nicht, dass sie dieser Frucht fortgesetzt wiederstehen können. Aber man wird sehen.

    Übrigens ein schöner neologismus von ihnen: Ypsilantilismus 😀

    • 30. September 2009 um 20:26 Uhr
    • Zagreus
  37. 38.

    Dazu passt:

    (…)In diesen Tagen wird viel über das Schicksal der SPD geschrieben und über die Ursachen des scheinbar unaufhaltsamen Niedergangs der Traditionspartei spekuliert. Die SPD war bei ihrer Gründung eine Partei für die aufstrebenden Schichten. Die Arbeiterklasse, die sich bilden, qualifizieren, ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen wollte. Sie war eine Partei für aktive, selbstbestimmte, nach Unabhängigkeit strebende Menschen. Nun geht nichts Innovatives mehr von der SPD aus. Sie konzentriert sich mehr und mehr auf die Umverteilung von Geldern, die erwirtschaftet werden, ohne sich um die Bedingungen zu scheren, unter denen der produktive Kern unserer Gesellschaft arbeitet und lebt. Statt für ein innovatives Klima im Land zu sorgen, wird mittels Neiddiskussionen, die bis zur Hetze gegen die „Reichen“ geht, die Spaltung der Gesellschaft betrieben .Weder in ihren Forderungen, ihren Mitteln, noch ihren Zielen unterscheidet sich die SPD- Linke noch wesentlich von der nach wie vor totalitären Linken(…)

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/doppeltagebuch_1989_2009_30_september/

    • 30. September 2009 um 21:13 Uhr
    • christian aka tati
  38. 39.

    Ich würde sagen: wir brauchen nicht mehr, sondern weniger „Volksparteien“.

    Ein kleiner Angestellter oder Arbeiter sollte quasi blind die SPD wählen können, im Wissen daß diese seine unmittelbaren Belange vertritt. Niemand hat Zeit, und viele nicht die Kompetenz, Partei- und- Wahlprogramme zu studieren. Das ist nicht mehr gegeben: Die Schröder-SPD ist ihm da spürbar in den Rücken gefallen, von den noch-nicht-spürbaren Zumutungen wie „um die menschliche Gesellschaft zu erreichen, muß die männliche abgeschaft werden“ ganz zu schweigen.

    Dito die Grünen: Als 08-15 Grüner kann ich ja wohl verlangen, daß die Partei pazifistisch und ökologisch ist. Und was macht die Partei: Hat parteiiintern die höchste Zustimmungsrate für Bundeswehrauslandseinsätze und verdingt sich in Spitzenposten bei RWE und Pipelinebauern.

    CDU und FDP lass ich mal weg, ist aber im Prinzip nicht anders. Selbst Die Linke und NPD wildern: OK, man macht immer noch schön Rosa-Luxemburg- bzw. Rudolf-Hess-Gedenkmärsche. Aber Die Linke ist ein Zwitter: Im Osten im Endeffekt fiskalisch konservativ (Berlin!) Industrie (am besten Stahl & Bergbau, weil’s pittorest qualmt), xenophob (Oskar und alle Regionalbasisfürsten) und antiinterventionalistisch (Afghanistan) und im Westen multikulti, windmühlig und internationalistisch.

    Was die NPD will, weiß so recht auch keiner mehr: NIcht mal die Gedenkmärsche sind mehr linientreu. Letztlich gabs wohl sogar welche für Designerklamotten (Steiner) und mit Ausländern (al-Quds-Tag).

    Mehr Linie bitte! Ich will ja auch im Eissalon Schoko, Pistazie und Erdbeer — und nicht daß alle Sorten „Super-Volks-Eis“ heißen.

    • 30. September 2009 um 22:42 Uhr
    • Frl. Mensa
  39. 40.

    @N. Neumann

    Der Punkt ist, die SPD als Atomaustiegspartei aufzublasen bringt überhaupt keine zusätzlichen Stimmen, im Gegenteil.

    Hier geht es ja nicht um irgendwelche Gebäude die man für mehr oder weniger gefährlich hält. Bei diesem Thema geht es um die Energiekosten in Deutschland, für Verbraucher UND Industrie.

    Ich bin ja vielleicht ein wenig altmodisch aber für mich sollte der Industriearbeiter eigentlich zum Kernklientel der SPD gehören. Die SPD macht aber Politik gegen diese Leute und das wird auch wahrgenommen.

    Den gleichen Fehler wiederholt die SPD wenn sie nun Forderungen der LINKEn übernimmt.

    @christian aka tati

    Von…

    >Die Arbeiterklasse, die sich bilden, qualifizieren, ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen wollte. Sie war eine Partei für aktive, selbstbestimmte, nach Unabhängigkeit strebende Menschen.

    …zu Sozialtransfers für alles und jeden. Gabriel, Nahles und Co. werden hier wohl kaum die notwendige geistige-moralische Wende in der SPD einleiten.

    • 30. September 2009 um 23:56 Uhr
    • PBUH
  40. 41.

    @ NN

    Es kommt darauf an, wie der Einfluss Steinmeiers innerpareilich eingschätzt wurde. Die Koalitionsverhandlungen in Thüringen deuteten auf fortgesetzten Ypsilantilismus hin.

    @ MR

    Einerseits sind/wären rot-rote bzw. rot-rot-grüne Regierungen für die SPD zur Mitte hin eine Belastung.

    Andererseits waren bzw. sind die rot-roten Landesregierungen im Osten und in Berlin bisher kein schweres Drama. Im Osten mitregierende Akteure der Partei die Linke wissen, was ein Haushaltsplan ist und richten sich mehr oder weniger danach. Derlei Pragmatismus haben die linken Spinner in den westlichen Landesverbänden bisher noch nicht an den Tag gelegt.

    Insofern würde ich mit Blick auf Thüringen nicht von fortgesetztem Ypsilantismus sprechen. Spitzenkandidat Christoph Matschie scheint bei großen Teilen seines Landesverbandes nun nicht als Erlöserfigur gefeiert zu werden und der Landesverband der Partei die Linke in Thüringen ist landespolitisch realistischer aufgestellt und besetzt als der der in Hessen.

    • 1. Oktober 2009 um 01:05 Uhr
    • N. Neumann
  41. 42.

    Im Osten im Endeffekt fiskalisch konservativ (Berlin!)

    @ FM

    Das ist etwas zuviel gesagt. Aber für den fiskalischen Realismus in Berlin hat die Partei die Linke bei den letzten Wahlen eine Quittung bekommen.

    Bedenklich sollte in diesem Zusammenhang stimmen, dass der große Vorsitzende Lafontaine zu den größten parteiinternen Kritikern der rot-roten Koalition in Berlin (neoliberal!) gehört. Auch war es Lafontaine, der eigens nach Dresden gereist ist, um die „rechtsabweichlerische“ Hälfte der Linken-Fraktion im Stadtparlament auf Linie zu ziehen, weil diese mit allen anderen dort vertretenen Fraktionen wohlbegründet dem Verkauf der öffentlichen Wohnungen zustimmen wollte (und trotzdem zustimmte).

    • 1. Oktober 2009 um 01:16 Uhr
    • N. Neumann
  42. 43.

    Apropos Thüringen:

    Abfuhr für ein rot-rot-grünes Regierungsprojekt: Der thüringische SPD-Landesvorstand hat in der Nacht beschlossen, mit der CDU Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Er wandte sich damit gegen die in der Bundes-SPD diskutierte Öffnung zur Linken und viele Stimmen aus der Parteibasis.

    Erfurt – Die Entscheidung zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der CDU sei mit 18 zu sechs Stimmen im Vorstand gefallen. Das teilte SPD-Landeschef Christoph Matschie nach knapp vierstündigen Verhandlungen in der Nacht zum Donnerstag in Erfurt mit.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,652450,00.html

    • 1. Oktober 2009 um 01:50 Uhr
    • N. Neumann
  43. 44.

    Vera L.: In Thüringen wird heute mit großer Wahrscheinlichkeit die drittstärkste Partei entscheiden, mit wem sie Koalitionsverhandlungen aufnimmt. Damit wird die demokratische Gepflogenheit, dass die stärkste Partei zu Gesprächen über eine Regierungsbildung einlädt, stillschweigend beerdigt. Weil das so schön ist, wird gleich noch eine andere demokratische Tradition , dass der Ministerpräsident von der stärksten Partei gestellt wird, entsorgt. Damit wird SPD-Chef Christoph Matschie zu einer entscheidenden Schwächung der Rechtsstaatlichkeit beitragen, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem verlässlichen Partner in Europa und in der Welt gemacht hat. Das Bemerkenswerteste ist, dass es kaum jemanden zu interessieren scheint, welche Folgen die Regierungsbildung in Thüringen haben wird. Die bisher erfolgreichste deutsche Demokratie gerät in Gefahr, weil zugelassen wird, dass sie entwertet wird, indem ihre Regeln nicht mehr eingehalten werden.

    Drunter sollte man es nicht machen.

    • 1. Oktober 2009 um 01:54 Uhr
    • N. Neumann
  44. 45.

    @JL
    Ich bin auch Wechselwähler und bin diesmal zu den Linken gewechselt. Weniger aus Überzeugung als aus Wut darüber, dass die vier BT-Kandidaten von SPD, FDP, CDU und Grünen in Münster allesamt durch einen Spitzenplatz auf den Landeslisten abgesichert waren. Ich gehe ja auch nicht in die Kneipe, bestelle ein Bier und die Bedienung bringt mir außerdem ungefragt noch ein Weizen, ein Altbier und ein Guiness für die ich dann blöderweise auch noch bezahlen soll.
    Mit einer Wahlentscheidung treffe ich nicht nur eine positive Entscheidung für einen Kandidaten sondern auch eine negative gegen die anderen.
    Ich betrachte die Wahl übrigens als Erfolg, denn zumindestens der Kollege(http://www.rp-online.de/public/article/politik/bundestagswahl/762848/Laurenz-Meyer-am-Ende-seiner-Karriere.html) kommt nicht wieder ins Parlament. Man muss auch mal für kleine Erfolge dankbar sein.

  45. 46.

    Es gibt auch vernünftige Sozialisten:
    Thilo Sarrazin, Zitat aus der Süddeutschen:

    Sarrazin plädiert beispielsweise für eine Änderung bei der Immigration: „Die Medien sind orientiert auf die soziale Problematik, aber türkische Wärmestuben können die Stadt nicht vorantreiben“, meinte der Ex-Senator.

    „Ich würde einen völlig anderen Ton anschlagen und sagen: Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest sollte woanders hingehen.“

    Die Probleme Deutschlands:

    -in den 60ern gab es pro noch 1.5 Millionen Neugeborene, heute nur noch 680.000. Diese Leute werden ab 2020 in Rente gehen.

    -jährlich wandern 160.000 meist gut qualifizierte Deutsche aus
    (WELT: Immer mehr Fachkräfte wandern aus Deutschland aus)

    -Herr Lau impliziert 5 Threads weiter unten, daß der Ausländeranteil nicht steige („Mythos Einwanderungsland“). Amtlicherweise hat ein Drittel der Kinder Migrationshintergrund. Gemäß älterer amtlicher Zahlen sind davon 10% Moslems. In Österreich zB waren 2008 14% aller Neugeborenen Moslems, 1990 waren es erst 3.8% (diese Zahlen wurden hier vor ein paar Wochen besprochen und verifiziert). In Deutschland wird’s nicht anders sein.

    Ohne Ehegattennachzug vergrößert sich eine Community die im Schnitt pro Familie 3 Kinder hat pro Generation um 50% (2 >>> 3). Mit Ehegattennachzug sind es 200% (2 >>> 6).

    -Gestern kamen amtliche Zahlen, daß im bevölkerungsreichsten Land NRW jeder 4. Bewohner Migrationshintergrund hat. Das ist dort, wo deutsche Frauen häufiger arbeiten gehen als türkische Männer.

    Land der neuen Integrationschancen
    1. Integrationsbericht der Landesregierung
    Seite 201
    Erwerbstätigenquoten (*) der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen 2006
    türkische Bevölkerung (1) 40,6%
    türkische Männer 54,1%
    deutsche Frauen 61.8%

    Der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen in der WELT:
    Zuwanderung nur noch für Hochqualifizierte
    Um die Belastungen der Haushalte zu reduzieren, schlägt Finanzexperte Raffelhüschen vor, die Zuwanderung nur auf hochqualifizierte Fachkräfte zu beschränken.
    Ein Ausländer zahlt nach seinen Worten im Vergleich zu einem Deutschen im Laufe seines Lebens deutlich weniger Abgaben an den Staat als ihm an staatlichen Leistungen zufließen.

    Wenn sich die Politik in Deutschland nicht radikal (im Sinne von Blut, Schweiß und Tränen, und „tough love“ für Immigranten und Sozialfälle) ändert, dann wird Deutschland untergehen. Und zwar sehr bald.

    • 1. Oktober 2009 um 08:56 Uhr
    • Black
  46. 47.

    Wer verstehen will, warum die SPD so im Eimer ist, muss sich nur mal die Causa Sarrazin anschauen. Es ist das eine, Missstände zu kritisieren und etwas ganz anderes, ganze Bevölkerungssschichten, ja ganze Bevölkerungen wie eben die Berlins zu verunglimpfen. Und der entscheidende Punkt ist nun, dass er sich das leisten konnte, solange er in der SPD und in Berlin war. Erst in der Bundesbank hat er plötzlich fertig damit:
    Bundesbank watscht Sarrazin ab
    Sarrazin – Zu viel ist zu viel
    Beim nächsten Mal werden sie ihn einfach feuern.
    Die SPD war zuletzt randvoll mit Leuten, die keinerlei Kontakt mehr zu den Leuten hatten, die sie angeblich repräsentieren. Sarrazin ist da ein perfektes Beispiel: zu Zeiten in die SPD eingetraten, in denen es einfach schick war, links zu sein, und außerdem der beste Weg in den Staatsverdienst. Dann eine Staatsdiensts- und Ministerialkarriere wie gemacht für einen preußischen Junkerssohn. Alles, nur eines nie: eine direkte Wahl durch das Volk, das er abgrundtief verachtet (wie der preußische Adel eben in seinen schönsten Zeiten). Diese Krankheit, die sich die „Volkspartei“ SPD in den 70er Jahren eingehandelt hat, ist seither ihr größtes Problem (Schon als es anfing, sind massenhaft die Arbeiter aus den Ortsvereinen ausgetreten, nur hat das damals niemanden interessiert). Gegen diese Krankheit gibt es nur ein Mittel: Mandatsverluste, Mandatsverluste, Mandatsverluste und nochmals Mandatsverluste. Erst wenn der morsche und hohle Wald gründlich abgebrannt ist, kann er wieder grünen.

    • 1. Oktober 2009 um 09:28 Uhr
    • AM
  47. 48.

    @ Black
    „Es gibt auch vernünftige Sozialisten:Thilo Sarrazin“
    Tausend Dank, Black, ein wunderbarer Überschneider! Als ich meinen Beitrag angefangen habe, war Ihrer noch nicht da. „Vernünftige Sozialisten“ werden also immer nur von Leuten gelobt, die sie niemals wählen würden. Besser kann man das Problem nicht auf den Punkt bringen. Danke!

    • 1. Oktober 2009 um 09:35 Uhr
    • AM
  48. 49.

    @AM

    Meine Güte AM, die Realität zu beschreiben ist doch keine Verunglimpfung.Das einzige was man Politikern vorwerfen kann, ist dass sie diese Realität angeblich immer erst dann erkennen, wenn sie nicht mehr in Amt und Würden sind.

    • 1. Oktober 2009 um 10:59 Uhr
    • riccardo
  49. 50.

    „jährlich wandern 160.000 meist gut qualifizierte Deutsche aus“

    Was sollte die auch hier halten? Andernorts ist das Wetter besser, Die Steuern niedriger. Die Löhne höher. Die Mieten niedriger. Es gibt mehr Jobs. usw.

    Und so etwas wie Heimatgefühle die jemanden an dieses Land binden könnten, kommen hierzulande wohl nur noch selten auf.

    Es sind übrigens nicht nur die Hochqualifizierten sondern auch das Kapital. Warum sollte jemand hier investieren? Anderswo sind schlicht die Renditen höher,

    Weniger Hochqualifizierte und weniger Geld dafür aber mehr Alzheimerkranke.

    • 1. Oktober 2009 um 11:01 Uhr
    • J.S.
  50. 51.

    @ riccardo
    Es ist erstens ein Riesenunterschied, ob man den Leuten etwas Unangenehmes sagt oder ob man es über sie sagt. Letzteres hat Sarrazin zweitens immer getan, solange er im Amt war. DER Vorwurf geht nun wirklich meilenweit an der Sache vorbei. Wenn er in einen Kiez gegangen wäre und einer Sozialhilfeempfängerin gesagt hätte, dass es vielleicht nicht die günstigste und beste Lösung ist, wenn sie ihren 3 Kindern das „Spar“-Menü von McDonald’s einwirft, dann wäre dagegen nie etwas einzuwenden gewesen.

    @ J.S.
    „Und so etwas wie Heimatgefühle die jemanden an dieses Land binden könnten, kommen hierzulande wohl nur noch selten auf. “
    Wie auch, wenn man Ihre deutschfeindlichen Tiraden liest! Von den 160000 im Jahr sind wahrscheinlich 10% nach Irland gezogen, aber nicht wegen der günstigen Mieten und wegen des guten Wetters. Die sind jetzt fast alle schon wieder daheim bei Muttern, obwohl die Mieten in Dublin gerade so schön fallen. Nur haben Sie und die Medien es noch nicht mitbekommen. Das dauert erfahrungsgemäß ca. 2 Jahre.

    • 1. Oktober 2009 um 11:36 Uhr
    • AM
  51. 52.

    @AM

    >Die SPD war zuletzt randvoll mit Leuten, die keinerlei Kontakt mehr zu den Leuten hatten, die sie angeblich repräsentieren.

    Gerade auf Sarrazin trifft das nicht zu, der kann den Leuten sogar vorrechnen wie sie wunderbar mit ihrem Hartz IV hinkommen und sich dabei gesund ernähren.

    Sarrazin hatte schon immer recht, in allem was er gesagt hat. Das ist keine Kritik an den Leuten sondern an den Zuständen. Auch Deutschland braucht ein vernünftiges Bevölkerungsmanagement.

    • 1. Oktober 2009 um 11:58 Uhr
    • PBUH
  52. 53.

    @N. Neumann

    >Drunter sollte man es nicht machen.

    Ein komisches Völkchen, die Ossis

    http://www.spiegel.de/images/image-19916-panoV9free-nfyr.jpg

    • 1. Oktober 2009 um 12:17 Uhr
    • PBUH
  53. 54.

    @lebowski

    Das ist aber eine etwas merkwürdige Begründung, denn in absolut sicheren Wahlkreisen brauchen sich Kandidaten ja auch nicht über die Liste abzusichern.

    Der „Wirtschaftsexperte der Union“ Laurenz Meyer am Ende seiner Karriere, in der Tat kein Verlust für Deutschland.

    • 1. Oktober 2009 um 12:33 Uhr
    • PBUH
  54. 55.

    @ PBUH
    „Gerade auf Sarrazin trifft das nicht zu, der kann den Leuten sogar vorrechnen wie…“
    Nein, Er hat es nicht den Leuten vorgerechnet, sondern den Medien. Nicht damit die Betroffenen etwas davon haben, sondern damit er den Beifall der Nichtbetroffenen bekommt, z.B. Ihren:-) Das ist der entscheidende Unterschied, der ihn als Politiker, zumal der SPD, zur Null macht. Es ist doch symptomatisch, dass er Unterstützung genau von denen bekommt, die seine Partei niemals wählen würden. Wer hätte sie also noch wählen sollen außer Idealisten wie JL? So gesehen sind 23% sogar noch richtig viel. Da geht noch was nach unten. Man kann sie auf vielfältige Arten loszuzwerden versuchen. Man könnte zum Beispiel Matschie nötigen, auf Biegen und Brechen eine Koalition mit der Linken zu machen, obwohl er und sein Landesvorstand das eben nicht wollen. Oder man könnte im Gegenteil verkünden, dass man nie und nimmer irgendetwas zusammen mit den Linken machen würde. Dieses Mal aber echt! Für Selbstmord gibt es sehr viele Optionen, und die SPD will sie wohl systematisch alle durchprobieren. Zäh wie sie ist, hat sie da noch was vor sich.

    • 1. Oktober 2009 um 12:38 Uhr
    • AM
  55. 56.

    @AM

    >Nein, Er hat es nicht den Leuten vorgerechnet, sondern den Medien

    Er hat es den Leuten über die Medien vorgerechnet, normales Vorgehen um möglichst viele Leute zu erreichen.

    Der Punkt ist, die SPD muss endlich zu einer Sozialpolitik finden, die sich nicht auf Geldverteilen beschränkt und Sozialfälle nicht wie kleine Kinder behandelt. Die SPD spielt aber lieber den Weihnachtsmann und verteilt Geld was sie nicht hat.

    Das hat alles nix mit Sozialdemokratie zu tun und ist deswegen (z.B. für mich) unwählbar.

    • 1. Oktober 2009 um 13:15 Uhr
    • PBUH
  56. 57.

    wer hat uns verraten?…sozialdemokraten

    • 1. Oktober 2009 um 13:17 Uhr
    • alle
  57. 58.

    merkel & westerwelle= werkelmelle haben sich die schenkel geklopft, der wählerfrust über die besch. politik der letzten jahre hat voll die spd abbekommen. der witz: es ist schwarz gelbe politik gewesen, die politik des sozialabbau und der geschenke für die reichen.nun geht das spiel erst richtig los.die merkel wuste, warum sie keinen wahlkampf machen brauchte

    • 1. Oktober 2009 um 13:29 Uhr
    • alle
  58. 59.

    @alle

    Halten sie sich bitte an die Fakten, es gab weder Sozialabbau noch Geschenke an die Reichen.

    • 1. Oktober 2009 um 13:40 Uhr
    • PBUH
  59. 60.

    im verhältnis zu dem was in zukunft an soz.abbau noch auf die leute zu kommt, haben sie so unrecht nicht….

    • 1. Oktober 2009 um 14:03 Uhr
    • alle
  60. 61.

    Die Schwarz-Gelben werden nicht den Mut aufbringen in Bezug auf bestimmte Migranten von Deutschland Schaden abzuwenden – Buschkowsky oder Sarrazin gehören nicht zu den „Bürgerlichen“ oder „Konservativen“. Auch in Zukunft werden bürgerliche Familien mit Kindern wirksamer mit den Füßen als mit den Händen abstimmen, wollen sie die Zukunft ihrer Kinder nicht schon in der Schule beschädigen lassen.

    • 1. Oktober 2009 um 14:03 Uhr
    • Krähling
  61. 62.

    @N. Neumann

    >Drunter sollte man es nicht machen.

    Ein komisches Völkchen, die Ossis

    http://www.spiegel.de/images/image-19916-panoV9free-nfyr.jpg

    @ PBUH

    Das ist jetzt Ossi-Bashing, die Jusos sind fast bundesweit mit 2/3-Mehrheit total bescheuert.

    • 1. Oktober 2009 um 14:03 Uhr
    • N. Neumann
  62. 63.

    @PBUH
    „es gab weder… noch Geschenke an die Reichen“

    Klar gibt es die. Sie merken es nur nicht. Diese Geschenke nennen sich Zinsen. Ein Großteil des Staatsetats geht mittlerweile für den Schuldendienst drauf. Und raten Sie mal, bei wem sich der Staat verschuldet hat! Bei der eigenen Bevölkerung und da hauptsächlich bei den Reichen.

    Hier ist ein schönes Beispiel:

    „Einen besonders exemplarischen Fall schilderte „Bild“ am 27. Juli 1990 unter der Überschrift:
    Fräulein Quandt (3 Milliarden) heiratete Herrn Klatten (4600 Brutto)
    um dann im Text einige interessante Einzelheiten aufzudecken:
    Der gebürtige Hamburger hat die Liebesprobe bestanden und braucht nicht mehr für 4600 Mark brutto im
    Monat zu arbeiten. Er hat schließlich im Nobel–Ort Kitzbühel (Österreich) ein scheues Mädchen geheiratet,
    das alleine an Zinsen täglich über 650.000 Mark verdient. Jan hätte sich zwölf Jahre als Angestellter abplagen
    müssen, um die Tageseinnahme seiner Frau zu verdienen.
    Beim Einkommen von Herrn Klatten ist das Wort „verdienen“ sicher angebracht. Ob es auch für die
    650000 DM zutreffend ist, die das bisherige Fräulein Quandt jeden Tag auf ihrem Konto
    gutgeschrieben findet, scheint jedoch fragwürdig. Denn der Begriff „verdienen“ ist eigentlich nur bei
    erarbeitetem Einkommen, also bei eigenen Leistungseinbringungen zutreffend.
    Natürlich stammen jene 650000 DM pro Tag auch aus Arbeitsleistungen, aber aus der Arbeit anderer.
    Denn statt des Jan Klatten, der dazu zwölf Jahre benötigt hätte, müssen 12 x 365 = 4380
    Normalverdiener a la Klatten jeden Tag ihren vollen Verdienst an Susanne Quandt abliefern. Da aber
    auch Normalverdiener nicht von Luft und Liebe leben können, müssen dreimal so viele „Klattens“,
    nämlich 13140, jeden Tag ein Drittel ihres Tagesverdienstes hergeben, damit der Zinsertrag von
    650000 DM zusammenkommt. Und da auf die gleiche Weise auch alle anderen Vermögen laufend
    mit Zinsen bedient werden müssen, gilt dieser Schlüssel auch für alle Arbeitsleistenden in der alten
    Bundesrepublik, in der 1993 rund 29 Mio. Erwerbstätige ein Kapital von ca. 10 Billionen DM
    bedienen mussten.“
    http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/creutz/geldsyndrom/pdf/gs.pdf

  63. 64.

    @JL
    Ich bin auch Wechselwähler und bin diesmal zu den Linken gewechselt.

    @ Lebowski

    Gratulation, du hast deinen Teil dazu beigetragen, dass Sarah „Hugo“ Wagenknecht und Ulla „mit dem Mullah“ Jelpke über die Landesliste-NRW der Partei die Linke in den Bundestag eingezogen sind.

    Weniger aus Überzeugung als aus Wut darüber, dass die vier BT-Kandidaten von SPD, FDP, CDU und Grünen in Münster allesamt durch einen Spitzenplatz auf den Landeslisten abgesichert waren.

    Aus demokratietheoretischer Sicht halte ich das für ein höchst interessantes Protestverhalten. Denn es ist schon eine Unverschämtheit, dass Delegierte in den Parteien darüber abstimmen, welche Bundestagskandidaten möglichst sicher in den Bundestag einziehen sollen.

    Ich gehe ja auch nicht in die Kneipe, bestelle ein Bier und die Bedienung bringt mir außerdem ungefragt noch ein Weizen, ein Altbier und ein Guiness für die ich dann blöderweise auch noch bezahlen soll.

    Klar. Wenn ich in eine Kneipe ginge, in der mir eigentlich nix schmeckt, weil die Brauer über die Zutaten für das Bier bestimmen, würde ich dort vor lauter Wut auch ein bisschen Wasser aus der Kloschüssel schlabbern und es mir berechnen lassen.

    • 1. Oktober 2009 um 14:42 Uhr
    • N. Neumann
  64. 65.

    @ Neumann

    😉 herb, aber treffend!

    • 1. Oktober 2009 um 14:57 Uhr
    • Zagreus
  65. 66.

    Neumann
    Sie haben noch den Paech vergessen!
    Soweit ich weiß gibt es in jeder Partei ein paar Irre. Der Kölner CDU-OB Schramma hat zu seiner besten Zeit auf einer Veranstaltung des türkischen Islamisten Erbakan in Köln die Begrüßungsrede gehalten.

    „..würde ich dort vor lauter Wut auch ein bisschen Wasser aus der Kloschüssel schlabbern und es mir berechnen lassen..“

    Neumann, ob der Urin aus der CDU-FDP-SPD-Grüne-Kloschüssel süffiger ist als das Wasser aus der LINKEN-Kloschüssel.

  66. 67.

    @lebowski

    Und raten Sie mal, bei wem sich der Staat verschuldet hat! Bei der eigenen Bevölkerung und da hauptsächlich bei den Reichen.

    Ja, furchtbar, diese Reichen. Alle abschaffen. Aber, bei wem soll man sich dann zukünftig verschulden?

    • 1. Oktober 2009 um 15:13 Uhr
    • riccardo
  67. 68.

    @riccardo
    Raten Sie doch mal! Vielleicht kommen Sie drauf!
    Einfach mal im Link von meinem Kommentar nachsehen.

  68. 69.

    @ PBUH
    „Die SPD spielt aber lieber den Weihnachtsmann und verteilt Geld was sie nicht hat.“
    Yep, immer schon. Zuletzt trugen die Empfänger allerdings Nadelstreifen und hielten sich für die Tüchtigsten überhaupt. Vielleicht erklärt das ja die mangelnde Begeisterung am letzten Sonntag. Die neue Sorte Sozialfälle kennt ja gar keine Dankbarkeit mehr. Ausserdem sind sie zahlenmäßig nicht so ergiebig für den Geldverteiler. Das ist ein strategisches Problem für die Geldverteilungspolitiker, über das sie nochmals nachdenken sollten.

    • 1. Oktober 2009 um 16:11 Uhr
    • AM
  69. 70.

    @lebowski

    Kein Wunder, dass Ihr Weltbild aus dem Lot ist. Wenn Sie weiter diese Schundliteratur lesen, kommt das hier raus:

    http://www.youtube.com/watch?v=L8gV4hy5iAI

    • 1. Oktober 2009 um 16:21 Uhr
    • riccardo
    • 1. Oktober 2009 um 18:20 Uhr
    • Zagreus
  70. 72.

    Was mich wundert ist, dass niemand die Grünen-Schelte von Frau Lengsfeld kritisiert, die ein Teilnehmer verlinkt hat (Achse des Guten). Da wollte ich gerade auf Strom aus regenerativen Energiequellen umstellen und muss lesen, dass ich dadurch nur eine Clique von Ökofundamentalisten reich machen würde.

    • 1. Oktober 2009 um 21:37 Uhr
    • emcee
  71. 73.

    @lebowski

    Alles klar, lieber junge Welt geschädigter Dude, Kapitalgeber sind jetzt dafür verantwortlich wenn sich Leute bei ihnen Geld leihen.

    Die Quandts sind soweit ich weiss bei BMW Aktionäre und haben ihre Milliarden nicht auf dem Sparkonto, bekommen also keine Zinsen sondern Dividende falls BMW Geld verdient.

    Ich sehe hier auch keine Geschenke an die Reichen, Leute leihen sich Geld weil sie damit mehr Rendite erzielen können als sie Zinsen bezahlen, ein fairer Deal.

    • 2. Oktober 2009 um 01:15 Uhr
    • PBUH
  72. 74.

    @lebowski

    BTW: Sehen sie sich nur die arme Frau Schickedanz an, von einer Multimilliardärin zum „Sozialfall“ – Sie sehen, für Reiche gibt es keine Garantien.

    Unter Schwarz-Rot sind die Reichen überhaupt ziemlich verarmt.

    • 2. Oktober 2009 um 01:33 Uhr
    • PBUH
  73. 75.

    @ emcee
    „…Schelte von Frau Lengsfeld…“
    Lol!

    • 2. Oktober 2009 um 10:05 Uhr
    • AM
  74. 76.

    Sarrazin. Bei aller Polemik spricht er wesentliche Wahrheiten aus. Die Demographie, die ökonomische Schädlichkeit dieser Art der Einwanderung und die Ablehnung Deutschlands durch viele Zuwanderer.

    Thomas Schmid in der WELT:
    Liest man das Interview genau und im Zusammenhang, sieht man schnell, dass Sarrazin keineswegs ein populistischer Scharfmacher ist. Und vor allem: Er spricht eine offenkundige Wahrheit aus. Nicht, dass sie ausgesprochen wird, schürt rassistische Vorurteile. Es gilt umgekehrt: Wenn derlei nicht ausgesprochen werden darf, schürt es die Verbitterung derer, die aus täglicher Anschauung ganz genau wissen, dass zutrifft, was Sarrazin da gesagt hat.

    Die Auseinandersetzung über Einwanderung und Integration verträgt auch rauere, realistischere Töne als den sozialarbeiterischen, der seit geraumer Zeit vorherrscht. Einwanderung ist kein Heilsgeschehen, sondern ein oft konfliktreicher Vorgang. Die aufnehmende Gesellschaft hat selbstverständlich das Recht, die Einwanderung auch nach ihrem gesellschaftlichen Nutzen zu befragen. Und die Einwanderer müssen es sich gefallen lassen, dass sie dort kritisiert werden, wo sie keine Anstrengungen unternehmen, Teil dieser Gesellschaft zu werden.

    @lebowski

    BMW gehört immer noch den Eigentümern (Aktionäre, Quandt, Klatten), oder nicht? Oder bringen die Arbeiter das Werkzeug, die Produktionsstraßen und die Markenrechte von zu Hause mit?

    BMW hat ungefähr eine Marktkapitalisierung von 20 Milliarden Euro. Bei einer 5% Rendite verdienen die Eigentümer ca 1 Milliarde. Nur liegen die Personalkosten von BMW bei 7.5 Milliarden Euro! Die Einkommensaufteilung zwischen Arbeit und Kapital beträgt also 7.5 : 1.

    Volkswirtschaftlich schaut’s ähnlich aus. Die Lohneinkommen und Einkommen aus selbständiger Tätigkeit übersteigen die Kapitaleinkommen um das Mehrfache! Ganz anders in sogenannten „gerechten“ Ländern wie Kuba, Venezuela oder dem Iran. Dort herrschen Kamarillas, die das gemeine Volk nach Strich und Faden ausbeuten.

    • 2. Oktober 2009 um 10:34 Uhr
    • Black
  75. 77.

    @ AM

    „Die SPD war zuletzt randvoll mit Leuten, die keinerlei Kontakt mehr zu den Leuten hatten, die sie angeblich repräsentieren“

    In dem Punkt gebe ich Ihnen recht.
    Der SPD-Kandidat meines Wahlkreises, ein ganz junger, meinte in einer öffentlichen Wahlveranstaltung zur Wirtschaftskrise: „Bis vor einem Jahr haben wir Champagner getrunken.“
    Das kam im Arbeitermilieu ganz schlecht an. Der Mann hat offensichtlich privat keinen Bezug zu den einfachen Leuten.

    • 2. Oktober 2009 um 11:47 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  76. 78.

    @ Black

    „BMW hat ungefähr eine Marktkapitalisierung von 20 Milliarden Euro. Bei einer 5% Rendite verdienen die Eigentümer ca 1 Milliarde. Nur liegen die Personalkosten von BMW bei 7.5 Milliarden Euro! Die Einkommensaufteilung zwischen Arbeit und Kapital beträgt also 7.5 : 1.“

    Eine Milchmädchenrechnung ist Dreck dagegen.

    • 2. Oktober 2009 um 11:55 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  77. 79.

    Zu Sarrazins Äußerungen: Wo er Recht hat, hat er Recht. Viel zu große Teile Berlins hängen am Tropf der Gesamtrepublik. Berlin hat reisige ökonomisch-soziale Probleme; trotzdem ist die Stadt hip.

    • 2. Oktober 2009 um 12:21 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  78. 80.

    @Black

    Wo haben sie jetzt die 5% her? Wenn ich mich recht erinnere hat BMW 2009 eine Dividendenrendite von 1.9% ausgewiesen. Da bringt ja jedes Sparbuch mehr. Furchtbar, wie man als Kapitalist in diesem Land verarmen kann.

  79. 81.

    @riccardo

    Es wird nicht der vollständige Gewinn per Dividende ausgeschüttet, es wird auch neu investiert, was dann den Unternehmenswert wieder steigert.

    3% bekommt man momentan für sichere Anlagen, wie man an der Umlaufrendite beobachten kann. Ein bischen Risikoaufschlag für Aktien dazu, und wir sind bei 5% (oder einem KGV von 20, was dasselbe ist). Die Analysten von BMW erwarten für 2010 ein Eregebnis von 1.54 Euro pro Aktie, was bei einem momentanen Kurs von 32 Euro ungefähr einer Verzinsung von 5% entspricht.

    @HJ S
    Eine Milchmädchenrechnung ist Dreck dagegen.

    Wie Recht du hast!

    • 2. Oktober 2009 um 13:35 Uhr
    • Black
  80. 82.

    @Black
    „BMW hat ungefähr eine Marktkapitalisierung von 20 Milliarden Euro. Bei einer 5% Rendite verdienen die Eigentümer ca 1 Milliarde. Nur liegen die Personalkosten von BMW bei 7.5 Milliarden Euro! Die Einkommensaufteilung zwischen Arbeit und Kapital beträgt also 7.5 : 1.“

    Ich geb auf, Sie sind ein Genie! Und was macht Frau Klatten, wenn sie über Jahre hinweg ihre Kapitalrendite eingestrichen hat, die sich dann auf mehrere Milliarden addiert? Die ganz Kohle kann man nicht mit Wellness-Urlaube durchbringen. Die legt man auf die hohe Kante sprich bei Banken wie -sagen wir jetzt mal- Sal-Oppenheim an. Und jetzt raten Sie doch mal, Black, was Sal-Oppenheim mit der Kohle macht.

    • 2. Oktober 2009 um 17:25 Uhr
    • lebowski
  81. 83.

    @ Lebowski

    Tröstlich dabei ist, dass viele haupberufliche Firmenerben das Geld verschleudern und es so wieder unter die Leute bringen. Beispiele: Gunther Sachs, Arndt von Bohlen und Halbach u.v.a.m.

    Und Frau Klatten wurde ja von Herrn Sgarbi um einen Teil ihres Vermögens gebracht. Leider landete das bei einer obskuren italienischen Sekte.

    • 2. Oktober 2009 um 17:33 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  82. 84.

    @lebowski

    http://www.smava.de/

    😉

    • 3. Oktober 2009 um 14:10 Uhr
    • PBUH
  83. 85.

    Interessant, Merkel will den letzte Konservative der CDU, Roland Koch, nach Berlin holen.

    • 4. Oktober 2009 um 13:09 Uhr
    • PBUH
  84. 86.

    Tröstlich dabei ist, dass viele haupberufliche Firmenerben das Geld verschleudern und es so wieder unter die Leute bringen.

    @ HJS

    Das ist zwar ein sehr treffliches Argument für Reichtum, und zwar selbst dann, wenn das Vermögen dabei nicht durchgebracht wird, es ändert aber nichts am Sozialneid von Kreti und Pleti.

    Zumal es wiederum die vulgärmarxistische Vorstellung, dass Erben großer Vermögen (meistens) nicht arbeiten, entgegen kommt. Diese wurde unlängst vor einem Millionenpublikum von Supertopchecker Hans-Ullrich Jörges befördert, der ernstlich meinte, dass eine Vermögenssteuer ja vor allem Leute betreffen würde, die nicht arbeiteten.

    Auf die Idee, dass das vulgarwirtschaftsliberale Gejammer und legale Steuerflucht über eine zu hohe Besteuerung von Reichen in Deutschland nicht zuletzt daraus resultieren, dass die meisten darunter viel arbeiten, kommt er offenbar nicht. Möglicherweise hängt er ja sogar der Vorstellung an, dass sozusagen nach der Einkommensteuer Schluss sei und Kapitalerträge in Deutschland nicht besteuert würden.

    • 4. Oktober 2009 um 16:53 Uhr
    • N. Neumann
  85. 87.

    @ lebowski

    Und jetzt raten Sie doch mal, Black, was Sal-Oppenheim mit der Kohle macht.

    Zaubern und vermehren.

  86. 88.

    Sal-Oppenheim scheint in letzter Zeit mit dem Vermehren nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein.

    http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Presse-Deutsche-Bank-will-mehr-von-Sal-Oppenheim-679320

    • 5. Oktober 2009 um 12:14 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  87. 89.

    Hoffe nur, dass die FDP das Finanzministerium bekommt und auch die witschaftsfreundliche Mehrheit der CDU für ihren Kurs gewinnt. Außenminister kann auch jemand von der CDU werden. Frau Merkel mit ihrem Kurs der sozialen Wärme wird mehr und mehr zu einer Belastung für die CDU. Es gibt doch fähigere Leute in der CDU. Wenn es mit einem wirtschaftsfreundlichen Kurs nicht klappt, wird es schwierig für unser Land.

    • 7. Oktober 2009 um 08:37 Uhr
    • emcee
  88. 90.

    @ emcee
    „Wenn es mit einem wirtschaftsfreundlichen Kurs nicht klappt…“
    Die Preisfrage ist doch, was ein „wirtschaftsfreundlicher Kurs“ in einer Zeit ist, in der die Umsätze vieler Unternehmen innerhalb eines Jahres um 30% gefallen sind. Da sind die Antworten von gestern nicht unbedingt die richtigen – und mit den Mehrheiten wird es auch schwierig.

    • 7. Oktober 2009 um 08:52 Uhr
    • AM
  89. 91.

    Die Neoliberalen haben sich gründlich blamiert. Daher glaube ich nicht an einen neuen Kurs. Die Krisenbewältigungsstrategie der großen Koalition war alles in allem richtig, von der Abwrackprämie mal abgesehen.

    • 7. Oktober 2009 um 09:06 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  90. 92.

    Beispiel: Augenwischerei Bürgergeld
    FDP-Positionen sind nicht per se „wirtschaftsfreundlich“.

    • 7. Oktober 2009 um 09:52 Uhr
    • AM
  91. 93.

    Ich lese täglich zum Frühstück die NZZ. Ich bin möglicherweise durch schweizerische Feindpropanda (Peitschen-Peer) beeinflusst. Auf der anderen Seite stehen dort jede Menge Konzepte, die von Schwarz/Gelb nur umgesetzt werden müssten: schlanker Staat (auch ohne DB-Bahn), Kündigungsschutz, gerechte Steuern, Bürgergeld statt H4 usw.
    Ein erfolgreicher Finanzminister müsste eigentlich nur die NZZ aufmerksam lesen und dann handeln.

    In der heutigen NZZ schreibt Hans-Hermann Tiedje dann:

    „Aber in der Schweiz ist der Staat ja auch für den Bürger da, in Deutschland ist es eher umgekehrt.“

    Das beschreibt die Sachlage vorzüglich. Deutschland kann es besser. Deutschland braucht mehr Wettbewerb und mehr Kapitalismus! Vielleicht werde ich ja noch Mitglied der FDP. In der SPD war ich schon, das ist aber eine andere Geschichte.

    • 7. Oktober 2009 um 10:33 Uhr
    • emcee
  92. 94.

    @ AM

    Jenseits von der FDP sehe ich derzeit keine Antworten darauf, wie die Umsätze vieler Unternehmen zu steigern und im Gleichzug neue Arbeitsplätze zu schaffen sind. Diese Partei muss allerdings viel Mut beweisen, um ihre Pläne umzusetzen. Wenn sich die CDU darauf einlässt, von mir aus auch ohne Frau Merkel, darf sie Volkspartei bleiben.

    • 7. Oktober 2009 um 10:42 Uhr
    • emcee
  93. 95.

    @ emcee
    „Auf der anderen Seite stehen dort jede Menge Konzepte, die von Schwarz/Gelb nur umgesetzt werden müssten: …, Bürgergeld statt H4 usw.“
    Das ist eine Mischung aus Wunderglaube und Phrasendrescherei. Auf die Kritik am Bürgergeld im FTD-Artikel gehen Sie ja noch nicht einmal ein. Der Begriff klingt wohl zu gut, als dass man ihm das antun dürfte.

    “Aber in der Schweiz ist der Staat ja auch für den Bürger da, in Deutschland ist es eher umgekehrt.”
    Selbstgefälligkeit fühlt sich gut an, auch in der Schweiz.

    „In der SPD war ich schon..“
    Glaub ich gern. Immer auf der Suche nach den aktuellsten Traumphrasen.

    • 7. Oktober 2009 um 11:15 Uhr
    • AM
  94. 96.

    AM hat recht, statt neue Überschriften zu erfinden sollte die FDP lieber bei der Verschlankung und Neuordnung der Arbeitsverwaltung ansetzen. Hier können zig Milliarden eingespart werden ohne einem einzigen Arbeitslosen die Geld-Leistungen zu kürzen.

    Die Förderprogramme sind nach wie vor einzig dafür da sich an den Arbeitslosen zu bereichern. Der Bereich Bildungsträger ein einziger rot-rot-grüner Sumpf, den soll die FDP mal trocken legen.

    Gerade wenn man kein Geld hat sollte man auf Entbürokratisierung drängen, hier wäre dann auch Merkel und ihr Machtwort gefordert.

    • 7. Oktober 2009 um 11:50 Uhr
    • PBUH
  95. 97.

    Zitat FTD:

    „Ungleich verteilte Bildungschancen“

    Da ist sie wieder, diese Gleichmacherei.

    • 7. Oktober 2009 um 11:52 Uhr
    • emcee
  96. 98.

    emcee, Sie werden doch nicht ernsthaft bestreiten, dass Arbeiterkinder schlechtere Bildungschancen haben als z.B. Kinder von Pädagogen!

    • 7. Oktober 2009 um 12:29 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  97. 99.

    Soll den die Schule die Aufgabe der Erziehungsberechtigten übernehmen und die „armen“ Arbeiterkinder in einer 24 Stunden-Vollzeitbetreung durch das Abitur peitschen?

    • 7. Oktober 2009 um 12:42 Uhr
    • emcee
  98. 100.

    @ PBUH
    Ich bezweifle, dass es aktuell sehr sinnvoll ist, die Arbeitsagentur klein zu sparen („zu verschlanken“ heißt der Euphemismus). Viel sinnvoller wäre es, mit den vorhandenen Ressourcen mehr zu leisten, also mehr Leute zu vermitteln und mehr konkrete Abzocker aufzuspüren.

    @ HJS
    Tja, wer sogar Chancengleichheit mit Gleichmacherei gleichsetzt, ist ein besonderer Fall. Dass man damit mal in der SPD gewesen sein kann, spricht doch Bände:-). Man muss sich wohl damit abfinden, dass mancher Elite sagt und vererbte Privilegien meint. In der Schulklasse meiner Tocher sind übrigens 28% Legastheniker registriert. Die offizielle Quote liegt bei 4%. Es handelt sich hier ganz eindeutig nicht um ein Unterschichtsproblem, sondern um Missbrauch durch Mittelschichtsfamilien, die die Deutschnoten aus der Bewertung bekommen wollen, wenn es um den Übergang ins Gymnasium geht. Die Mittelschicht lügt und betrügt, wo immer sie kann. Was sie natürlich nicht daran hindert, am liebsten über Leistung, die sich lohnen soll, sowie Lug, Trug und Missbrauch durch die Unterschicht zu palavern.

    • 7. Oktober 2009 um 12:49 Uhr
    • AM
  99. 101.

    @ AM

    Bekommen Legastheniker den Übergang auf das Gymansium geschenkt?

    • 7. Oktober 2009 um 13:08 Uhr
    • emcee
  100. 102.

    Hat Rot/Rot in Berlin nicht auch eine Quote für den Zugang zum Gymansium eingeführt?

    • 7. Oktober 2009 um 13:12 Uhr
    • emcee
  101. 103.

    Hat Rot/Rot in Berlin nicht auch eine Quote für den Zugang zum Gymnasium eingeführt?

    • 7. Oktober 2009 um 13:12 Uhr
    • emcee
  102. 104.

    @ AM

    Ich würde viel lieber die Mathematiknote aus der Bewertung entfernt sehen :)

    I’m bad in numbers.

    • 7. Oktober 2009 um 13:54 Uhr
    • emcee
  103. 105.

    „I’m bad in numbers.“
    Kein Problem, das kommt fast überall gut an.

    • 7. Oktober 2009 um 13:59 Uhr
    • AM
  104. 106.

    Noch jemand, der scheinbar Probleme mit diesem Fach hatte, jedoch die Zusammenhänge, auf die es ankommt, grandios darstellen kann:

    http://www.blork.org/blorkblog/2001/11/28/im-bad-with-numbers-but/

    • 7. Oktober 2009 um 14:08 Uhr
    • emcee
  105. 107.

    Einfach gegen die da oben zu wettern, um es dem Sarrazin heimzuzahlen, wäre lafontainesk; Mittelschicht, du sollst mir nicht ungeschoren davonkommen, nimm das:

    Die Mittelschicht lügt und betrügt, wo immer sie kann. Was sie natürlich nicht daran hindert, am liebsten über Leistung, die sich lohnen soll, sowie Lug, Trug und Missbrauch durch die Unterschicht zu palavern.

    • 7. Oktober 2009 um 14:49 Uhr
    • N. Neumann
  106. 108.

    Noch einer resigniert.

  107. 109.

    Interessant: Linksruck bringt die SPD um einen Koalistionspartner.

  108. 110.

    @M. Riexinger

    Da hat der liebe Oskar sich ja mal gründlich verkalkuliert :-)

    „They never come back“ gilt eben nicht nur für Boxer

    • 11. Oktober 2009 um 20:09 Uhr
    • PBUH
  109. 111.

    Vielen Dank für diese sehr lau/nige Serie über die Bundestagswahl. Es waren die Artikel, die mir am meisten aus der Seele sprachen, und mir gefiel der ironische Unterton.

  110. Kommentar zum Thema

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