Warum Gewalt manchmal eben doch hilft

Von 20. Oktober 2009 um 10:12 Uhr

Ich habe hier die Kriege gegen die Hisbollah im Libanon und den Krieg gegen Hamas in Gaza heftig kritisiert.

Das ändert nichts an den Tatsachen, die Ethan Bronner in seiner Analyse für die New York Times feststellt: Dass Gewalt im Nahen Osten bisher mehr gebracht hat als Diplomatie. Und zwar für beide Seiten: Die PLO hätte nicht den Aufstieg zum respektierten Verhandlungspartner geschafft, wenn ees die Anschläge und die Intifada nicht gegeben hätte.

Und Israel hätte die Selbstmordattentate nicht abstellen können ohne Checkpoints, Mauern und Kommando-Aktionen.

Ein wichtiger Punkt ist die Frage der Legitimität Israels, die im Gefolge dieser Politik in weiten Teilen der Welt in Frage gestellt wird.

Und zweitens die Lektion, die man aus dem Erfolg durch Gewalt für die iranische Frage zieht – wiederum auf beiden Seiten:

Meanwhile for many Israelis, the past decade looks like a model of the primacy of military action over diplomacy.

Through relentless commando operations and numerous checkpoints, the Israeli Army ended suicide bombings and other terrorist acts from the West Bank; since its 2006 war with the Lebanese militia Hezbollah, widely dismissed as a failure at the time, the group has not fired one rocket at Israel; and Israel’s operation against Gaza last December has greatly curtailed years of Hamas rocket fire, returning a semblance of normality to the Israeli south.

Two years ago, Israeli fighter planes destroyed what Israel and the United States say was a budding Syrian nuclear reactor; and last year in Syria, Israeli agents assassinated Imad Mugniyah, the top military operative for Hezbollah and a crucial link to its Iranian sponsors, a severe blow to both Hezbollah and Iran.

Diplomatic efforts, whether the Oslo peace talks of the 1990s or the Turkish-mediated negotiations with Syria last year have, by contrast, produced little. Every Israeli military operation of recent years — including the December invasion of Gaza that was condemned Friday by the United Nations Human Rights Council by a vote of 25 to 6 and referred to the Security Council following a report by a committee led by Richard Goldstone — has come under international censure.

Today all are viewed here as having been judged prematurely and unfairly but having delivered the goods — keeping Israel safe through deterrence.

Kategorien: Iran, Israel
Leser-Kommentare
  1. 73.

    ” wenn Sie von einer Besatzungsmacht geplant und organisiert wird,”

    Ja Wenn!

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    • 21. Oktober 2009 um 14:56 Uhr
    • J.S.
  2. 74.

    @Black
    Sie wollen uns hier empirischen “Käse” verkaufen. Weil irgendein Bild-Chefredakteur etwas erzählt, müssen wir das ja nicht glauben. Wo bitteschön fand in Europa nach dem Krieg “erfolgreich” ethnische Entwirrung statt. In Joguslawien etwas? Haben wir ja viele Jahre später schmerzhaft festgestellt, wie erfolgreich diese Entwirrung dort war. Die einzige “erfolgreiche” Säuberung die stattfand und angeblich eine Homogenität verursachte war ja die Judenvernichtung und Vertreibung.

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    • 21. Oktober 2009 um 17:14 Uhr
    • docaffi
    • 21. Oktober 2009 um 20:20 Uhr
    • Stefanie
  3. 76.

    “Vor mehr als neun Monaten endete der Krieg im Gazastreifen. Doch um die Deutung der dreiwöchigen Kampfhandlungen wird weiter gestritten. Der UN-Bericht zum Thema ist einseitig und ignoriert viele Fakten. Was man heute über den Konflikt weiß, ergibt ein differenzierteres Bild – mit Grauzonen und offenen Fragen.”

    http://www.welt.de/politik/ausland/article4928389/Um-Gaza-tobt-nun-ein-Krieg-der-Worte.html

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    • 22. Oktober 2009 um 11:14 Uhr
    • Stefanie
  4. 77.

    @ riccardo: “Ja, weil sie den Krieg verloren haben. Wie man´s richtig macht haben die Russen gezeigt. Krieg gewinnen, annektierte Gebiete behalten und dem unterlegenen Gegner die Schuld zuschieben.”
    Dem unterlegenen Gegner die Schuld zuschieben?
    Sie brauchen eine Reise nach Petersburg/Leningrad. Da können Sie sich über die Blockade informieren, bei der die Deutschen versucht haben, die Stadt auszuhungern. Kannibalismus war an der Tagesordnung. Hunderttausende Tote. Es packt einen das kalte Grausen angesichts dieser Barbarei. Sie hat keinen Platz in unserem Gedächtnis.
    Wir feiern die Befreiung von Auschwitz – ohne einen General der Roten Armee, weil der Kalte Krieg in den Köpfen immer noch weitergeht. Die Russen sind die Hauptopfer Hitlers – zahlenmässig weit vor den Juden. (Und Opfer Stalins ebenso.)
    Es sollte sich verbieten, so darüber zu reden.

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    • 22. Oktober 2009 um 14:48 Uhr
    • Jörg Lau
  5. 78.

    @JL

    Eigentlich habe ich über die Sauereien in Polen gesprochen, aber das interessiert Sie im Grunde nicht, oder?

    Antworten

  6. 80.

    http://www.dallasnews.com/sharedcontent/dws/dn/opinion/viewpoints/stories/DN-raskin_22edi.State.Edition1.28a514e.html

    und auch noch dieser sehr lesenswert zum Thema, der Goldstone Bericht sei nicht einseitig.

    http://www.dallasnews.com/sharedcontent/dws/dn/opinion/viewpoints/stories/DN-raskin_22edi.State.Edition1.28a514e.html

    Offen bleibt hier leider, was genau Sie mit der Aussage, dass die Operation gegossenes Blei “an der Legitimität Israels zehre” in Ihrer Antwort auf meinen Post ausdrücken wollen. Annehmen, dass Sie dies so meinen, wie ich es verstanden möchte, möchte ich es nicht.

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    • 23. Oktober 2009 um 17:36 Uhr
    • Stefanie
  7. Kommentar zum Thema

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