Zur Kritik der Kritik der Islamkritik

Von 19. Januar 2010 um 09:56 Uhr

Ein guter Text von Hamed Abdel Samad in der “Welt”:

Man mag manche Islamkritik für überzogen oder provokativ halten. Ich persönlich bin nicht mit allem einverstanden, was Frau Kelek und Herr Broder sagen. Doch deren Islamkritik halte ich nicht für das Hauptproblem des Islam, sondern für einen Spiegel dieses Problems. Der Islam hat ein Problem mit sich selbst, mit seinen Ansprüchen und Weltbildern. Und ihm läuft die Zeit davon. Relativismus und Wundenlecken sind da die falschen Rezepte.

Ein altägyptisches Sprichwort sagt: „Der wahre Freund bringt mich zum Weinen und weint mit mir. Er ist aber kein Freund, der mich zum Lachen bringt und innerlich über mich lacht.“ Wer Muslime tatsächlich ernst nimmt, muss Islamkritik üben. Wer mit ihnen auf gleicher Augenhöhe reden will, sollte mit ihnen ehrlich sein, statt sie als Menschen mit Mobilitätsstörungen zu behandeln. Schlimm genug ist es, wenn jemand Menschen für Behinderte hält, die keine sind. Noch schlimmer ist es, wenn er anfängt, vor ihnen zu hinken, um eine Behinderung vorzutäuschen, in der Illusion, sich mit ihnen dadurch zu solidarisieren.

So sehe ich das auch.

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Leser-Kommentare
    • 19. Januar 2010 um 10:11 Uhr
    • M. Riexinger
  1. 2.

    Dem Islam läuft die Zeit davon?

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    • 19. Januar 2010 um 10:45 Uhr
    • Rafael
  2. 3.

    “muss Islamkritik üben. Aber gerade die gilt in Europa als politisch unkorrekt.”
    Wie bitte: politisch unkorrekt? Islamkritik ist längst so wohlfeil, dass Heerscharen von Publizisten ihren Lebensunterhalt mit ihr verdienen können. Aber die Pose der unterdrückten Minderheitsmeinung gehört wohl zur Selbstadelung dazu.

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    • 19. Januar 2010 um 11:14 Uhr
    • AM
  3. 4.

    Passt irgendwie, die SZ kauft jetzt schon lobenden Blog-Posts für ihre Gay-Phone App.

    http://meedia.de/nc/details-topstory/article/sz-stolpert-ber-eingekaufte-jubel-blogger_100025694.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=e8a69c0e4b

    Ich seh schon wie in ein paar Jahren Saudiarabien SZ und FAZ vor der sicheren Pleite rettet.

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    • 19. Januar 2010 um 11:15 Uhr
    • PBUH
  4. 5.

    @AM

    Es ist kein Zufall wenn die einzigen halbwegs geduldeten Islamkritiker Juden und Personen mit Migrationshintergrund sind.

    In Deutschland gilt die Islamkritik ganz sicher als “politisch unkorrekt”, nach wie vor.

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    • 19. Januar 2010 um 11:24 Uhr
    • PBUH
  5. 6.

    Ob lau sich schonmal nach einer neuen zeitung umschauen oder mal seine meinung ändern muss?
    Maybe irre ich ja mich auch – aber lange wird das nicht gut gehen, mit den zu abweichenden Meinungen – dafür hat die Debatte islam-islamkritik zu viele semireligiöse Einsprengselungen und kocht somit zu viele emotionen hoch.
    http://www.zeit.de/2009/52/Minarette?page=all

    ich hoffe, daß ich die sache auf dauer falsch einschätze – aber teile der Zeit scheinen durchaus einem Hexentreiben gegen die bösen *islamophoben*^^ nicht abgeneigt zu sein – siehe auch:
    http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/01/12/von-kommunisten-und-rassisten_2313

    in einem Blog, der dezitiert nur gegen *rechts* (nein, die meinen nicht rechtsradikale, sondern seit neusten unverholten, menschen, die eine konservative einstellung haben – siehe auch den Angriff in diesem Blog gegen M. Mohring) angeblich sei und deshalb auch rechtsradikale erscheinungen unter moslimischen Jugendlichen z. b. in Deutschland wegzensiert mit dem Hinweis, dass man gegen nazis sei und Ausländerproblematiken hier nicht debatoeren wolle.

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    • 19. Januar 2010 um 11:33 Uhr
    • Zagreus
  6. 7.

    @PBUH

    Ich denke mal, die sind in der freien Wildbahn genauso in Mehrheit wie auch hier im Blog.

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    • 19. Januar 2010 um 11:46 Uhr
    • Boothby
  7. 8.

    @ PBUH
    “die einzigen halbwegs geduldeten Islamkritiker.”
    Und was ist mit Ihnen? Sind Sie nicht geduldet oder doch eher unduldsam:-)

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    • 19. Januar 2010 um 11:59 Uhr
    • AM
  8. Kommentar zum Thema

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