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Karsai glaubt nicht mehr an den Sieg

Von 14. Juni 2010 um 13:37 Uhr

Wow. Gut zu wissen (gestern in der New York Times):

“… Mr. Karzai had lost faith in the Americans and NATO to prevail in Afghanistan.

For that reason, Mr. Saleh and other officials said, Mr. Karzai has been pressing to strike his own deal with the Taliban and the country’s archrival, Pakistan, the Taliban’s longtime supporter. According to a former senior Afghan official, Mr. Karzai’s maneuverings involve secret negotiations with the Taliban outside the purview of American and NATO officials.

‘The president has lost his confidence in the capability of either the coalition or his own government to protect this country,’ Mr. Saleh said in an interview at his home.”

Amrullah Saleh ist der Geheimdienstchef Afghanistans, der kürzlich gefeuert wurde. Er wird als pro-westlicher Hardliner gesehen und vor allem von Pakistan abgelehnt.

Ich halte fest: Unser Alliierter Karsai glaubt nicht mehr daran, dass die Nato in Afghanistan den Konflikt siegreich bestehen wird. Er möchte ohne amerikanische Aufsicht mit den Taliban verhandeln und scheint sich auf Pakistan als neue Schutzmacht einzustellen.

So redet der Mann, dessen gefälschte Wahl wird unterstützt und finanziert haben? Eine Wahlbeobachterin, die die ganze Zeit vor Ort war, sagte mir kürzlich, der einzige Unterschied zu Iran sei – was die Qualität des demokratischen Prozesses angehe – dass der Westen die Wahlen in Afghanistan bezahlt habe.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    “Unser Alliierter Karsai glaubt nicht mehr daran, dass die Nato in Afghanistan den Konflikt siegreich bestehen wird.”

    Das glaubt auch sonst kaum noch einer. Dafür hat man den Einsatz zu gründlich an die Wand gefahren und letztes Jahr endgültig das Vertrauen verspielt, als man sich auf einen Beginn des Rückzugs festgelegt hat.

    Selbst beim einsatzfreundlichen Weblog Sicherheitspolitik glaubt man nicht mehr an einen Erfolg: http://weblog-sicherheitspolitik.info/2010/06/14/struck-uber-afghanistan-wir-haben-uns-grundlich-getauscht/

    • 14. Juni 2010 um 13:43 Uhr
    • Delta 0219
  2. 2.

    Mit Loosern wie der Eu kann man nunmal keinen Krieg gewinnen.

    Gratulation an die Linke & Co – ihr dürft euch bald wieder an lustigen Steinigungen erfreuen dürfen.

    • 14. Juni 2010 um 13:53 Uhr
    • Zagreus
  3. 3.

    Was ist falsch daran, wenn sich der Westen da wieder raushält?

    • 14. Juni 2010 um 14:09 Uhr
    • FreeSpeech
  4. 4.

    Der Afghanistanfeldzug kennt noch ganz andere Verlierer als die EU, ich habe auch durchaus Vertrauen darin, das die US-Streitkräfte keine Boxsackstreichler sind. Oder die Linken, gerade die: Das letzte mal, als die gaaaanz Linken da waren, waren die alles andere als zimperlich, hat allerdings auch nicht geholfen, 1987 hatte die auch den Kaffee auf, wir hätten ihre Erfahrung beherzigen sollen.

    • 14. Juni 2010 um 14:10 Uhr
    • Boothby
  5. 5.

    Will Karzai als zweiter Nadschibullah enden?

    Der Westen (Obama et al.) hat den Riesenfehler gemacht, einen baldigen Truppenabzug in Aussicht zu stellen. Voerher will man zwar die Taliban verstärkt bekämpfen, aber was bringt das? Ausrotten kann man sie und ihre Ideologie nicht, der afghanische Staat reicht kaum über Kabul hinaus. Die Taliban und andere militante Gruppen brauchen nur den Abzug des Westens abzuwarten.

    Ergebnis: der gleiche Schlamassel wie nach dem Abzug der Sowjetunion.

  6. 6.

    @ Zagreus

    Außer EU-Bashing fällt Ihnen nichts dazu ein?
    Seien Sie froh, dass wir die EU haben!

  7. 7.

    Wer hat denn wirklich an Demokratie in Afghanistan geglaubt?

    • 14. Juni 2010 um 14:15 Uhr
    • J.S.
  8. 8.

    Vielleicht hilft ja dieser Motivationsschub: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,700503,00.html

    Der Slogan könnte heißen: “Drin bleiben für den Umweltschutz”.

    • 14. Juni 2010 um 14:15 Uhr
    • Boothby
  9. Kommentar zum Thema

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