Ein Blog über Religion und Politik

Wo Deutschland verteidigt wird

Von 20. Juli 2010 um 12:47 Uhr

Ein Fundstück auf dem immer wieder anregenden (und zum Glück wieder aktiven) “Weblog Sicherheitspolitik“, das die Bedrohung in AFG in ein erfrischendes Verhältnis zu anderen Bedrohungen der Sicherheit des Landes setzt:

“Deutschland wird aus unserer Sicht durch Überschuldung und den dysfunktionalen Sozial- und Schuldenstaat weit stärker bedroht als durch militante Islamisten in Afghanistan.”

Deutschland wird auch am Sozialamt verteidigt…

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Herr Lau, ich finde ihren Beitrag sehr gut aber wuensche mir Sie wuerden mehr ins Detail gehen. Danke Lill-Karin Bryant

    • 20. Juli 2010 um 15:13 Uhr
    • karin bryant
  2. 2.

    Deutschland wird nicht nur am Sozialamt verteidigt, sondern auch in Duisburg-Marxloh oder Berlin-Neukölln.

    Es ist schon absurd, dass Deutschland Polizisten in einem muslimischen Land wie Afghanistan ausbildet, aber die deutsche Polizei mit unseren muslimischen Mitbürgern in Deutschland nicht zu Rande kommt.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article8534459/Tuerkische-Polizei-soll-in-Problemvierteln-aushelfen.html

    • 20. Juli 2010 um 15:33 Uhr
    • Krause
  3. 3.

    „Deutschland wird auch am Sozialamt verteidigt…“

    Ein schönes Bonmot von Lau. Und obwohl es natürlich satirisch gemeint ist, sicher wert, näher diskutiert zu werden.

    Zitat von „Weblog Sicherheitspolitik“:
    „Deutschland wird aus unserer Sicht durch Überschuldung und den dysfunktionalen Sozial- und Schuldenstaat weit stärker bedroht als durch militante Islamisten in Afghanistan.“

    Wenn man sowas liest, weiss man sofort, was für Typen das sind, und was die meinen.
    Bei denen lautet die schlichte Formel: Zuviel Migration, zuviel muslimische Migration, zuviel Sozialleistungen für muslimische Migranten – und das Ganze wird mit dem deuschen „Schuldenstaat“ in Verbindung gebracht. Fertig ist der Kuchen.

    Meine Meinung ist, dass die fehlgesteuerte Zuwanderung zwar den Niedriglohnsektor erheblich belastet hat, jedoch nicht die Hauptursache für den „Schuldenstaat“ war. Das war ein Einnahmeproblem, ein Ausgabenproblem (dt. Einheit) sowie die Wirkung der Zinsdynamik .
    Den Migranten die Verschuldung in die Schuhe schieben zu wollen, ist verkehrt.

    DIE EXPLOSION DER FINANZMÄRKTE
    (Umsätze in Mrd. US-Dollar pro Tag, Durchschnittswerte 2007)

    FINANZWIRTSCHAFT: 5.500

    REALE WIRTSCHAFT: 130

    WELTHANDEL: 20

    Im “real existierenden Kapitalismus” gibt es keinen Regulationsmechanismus, der das beständige Auseinanderdriften von monetären und realen Grössen korrigiert (Geld zieht Geld an), weshalb inzwischen 97 Prozent des täglichen Geldumlaufs als ´Spielgeld´ für Spekulanaten dienen, während der kümmerliche Rest die eigentliche Wirtschaftstätigkeit abbildet.
    Wenn weltweit über 1.000 Milliardäre mehr besitzen als die Hälfte des jährlichen Einkommens der Weltbevölkerung, oder wenn Grossbritanniens Staatsverschuldung in einem Jahr um 13 Prozent ansteigt, dann kann das weder in sozialer, ökonomischer, ökologischer oder sonstiger Hinsicht „normal“ oder „vernünftig“ sein.

    Warren Buffett bezeichnete die CDS (Credit Default Swaps) bereits im März 2003 als „Massenvernichtungswaffen“ – und auf grausame wie kuriose Weise sollte er Recht behalten. Ohne den Terroranschlag am 11. September 2001 hätte es sicher keinen Krieg gegen den Irak gegeben, den die Bush-Regierung damit begründete, „weapons of mass destruction“ aufzuspüren.
    Beide Grosskatastrophen, sowohl der Angriff auf WTC, wie auch der heftigste Crash der Nachkriegszeit (2008), fanden im September statt. Vergleicht man nun beide Ereignisse bezüglich ihrer Wirkung auf die amerikanische Börse – in einem Heft von Le Monde diplomatique sind mir die Zacken regelrecht ins Auge gestochen -, dann stellt man Erstaunliches fest:

    WEAPONS OF MASS DESTRUCTION – Die Zerstörungspotenz der Immobilienblase im Vergleich:

    - Nach dem 11. September 2001, der Zerstörung des WTC, sank der amerikanische Aktien-Index von 11.000 Punkte auf 9.000 (ein Minus von 18 Prozent).

    - Nach dem 15. September 2008, dem Crash an der Wall-Street, sank der Dow Jones von über 14.000 Punkte auf 6.500 (ein Minus von 54 Prozent).

    Das bedeutet:
    Die „Subprime“-Krise schlug 3 Mal stärker auf den Aktienmarkt durch als die grösste Katastrophe des Westens in der Nachkriegszeit. Vielleicht macht das klar, worum es hier in Zukunft geht. Die Kopftuchmama ist da mit Sicherheit nicht schuld dran!

  4. 4.

    @grinsdebil
    Ich bin einer dieser “Typen”. Zuwanderung habe ich dem Beitrag nicht erwähnt. Aber vielleicht können Sie mir ja erklären, wie der deutsche Schuldenstaat die nächsten zehn Jahre ohne hohe Inflation oder Währungsreform überstehen soll.

  5. 5.

    P.S. Der Kontext des Zitates sind die ernstgemeinten Sparanstrengungen von Minister zu Guttenberg, die ich für wichtiger zur Bewertung seiner Leistung als Politiker halte als einzelne Fehlentscheidungen bzgl. Afghanistan.

  6. 6.

    @grinsdebil

    Die suboptimale Masseneinwanderung hat Deutschland enorm und auch nachhaltig geschwächt. Dummer Weise genau zu dem Zeitpunkt da nicht nur asiatische Schwellenländer immer besser und leistungsfähiger werden.

    Ein relativ starker Rückbau des Sozialstaats ist absolut unvermeidlich. Ohne das Migrationsproblem könnte dieser Rückbau sicher weniger stark ausfallen, das Ganze wird für die Politik noch ein riesen Problem.

    Die zunehmende offensichtliche Lustlosigkeit der Politbonzen ist kein Zufall.

    Die „Subprime“-Krise betrifft übrigens die reale Wirtschaft und bei den Umsätze der Finanzwirtschaft dürfen sie nicht die Minimargen Vergessen.

    Sie können mit $10.000 auch als Privatmann bei Onlinebrokern andere Währungen im Wert von $1 Million erwerben (ohne Kreditvertrag) und z.B. fünf Mal am Tag kaufen und verkaufen -> Umsatz $5 Millionen * 200 Tage = $1 Milliarde im Jahr.

    Wenn sie gut waren, dann haben sie am Ende des Jahres mit diesen Trades vielleicht $15000 gemacht -> Umsatzrendite: 0,0015%

    • 21. Juli 2010 um 02:01 Uhr
    • PBUH
  7. Kommentar zum Thema

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