Ein Blog über Religion und Politik

Amerika unterstützt iranischen Protest

Von 15. Februar 2011 um 12:22 Uhr

Die Frage, die ich gestern noch etwas skeptisch gestellt hatte – ob Amerika im Licht der tunesischen und ägyptischen Ereignisse umdenkt und sich deutlicher an die Seite der Demokratiebewegungen in der Region stellt – kann heute als beantwortet gelten: Ja.

Secretary of State Hillary Rodham Clinton has expressed support for the tens of thousands of protesters in Iran’s capital, saying they deserve to have the same rights that they saw being played out in Egypt and are part of their own birthright.

“Let me, clearly and directly, support the aspirations of the people who are in the streets in Iran today,” Clinton told reporters after meeting with the Republican speaker of the House of Representatives, John Boehner.

“What we see happening in Iran today is a testament to the courage of the Iranian people, and an indictment of the hypocrisy of the Iranian regime — a regime which over the last three weeks has constantly hailed what went on in Egypt,” Clinton said.

“We wish the opposition and the brave people in the streets across cities in Iran the same opportunities that they saw their Egyptian counterparts seize.”

Clinton spoke after an Iranian opposition website said dozens of people were arrested on Monday while taking part in a banned rally in Tehran to support popular uprisings which toppled the governments in Egypt and Tunisia in recent weeks.

Großartig! Endlich die richtige Sprache. Ich bin sehr froh, dass die USA nicht zusehen, wie Teheran versucht, auf zynische Weise die Errungenschaften der Demokratiebewegung im Ägypten als “islamisches Erwachen” zu kapern. Die Proklamationen von Khamenei und Achmadinedschad über den Aufstand in Ägypten sind lächerlich: Alle die Helden der ägyptischen Revolution wären im Iran längst im Knast.

Kategorien: Außenpolitik, Iran, USA
Leser-Kommentare
  1. 1.

    hier mal ein wichtiges blog (+videos) dazu:
    http://homylafayette.blogspot.com/

    so wie ich die videos einschätze sind deutlich weniger Demonstranten da als bei den Anti-Wahl-Protesten. Aber das besagt natürlich nichts.

    • 15. Februar 2011 um 13:26 Uhr
    • Bravoleser
  2. 2.

    Ein fader beigeschmack bleibt, denn die deutlichkeit in Sachen Ägypten ließ lange auf sich warten … und wird bei Algerien, Jordanien, und vielleicht demnächst Marokko immer noch vermisst.

    • 15. Februar 2011 um 15:05 Uhr
    • Marin
  3. 3.

    Die amerikanische Aussenpolitik reagiert schon seit längerem mit Statements, welche die Frage nach der Einhaltung der Menschenrechte in den Vordergrund rücken. Spätestens nach den Protesten gegen die gefälschten Wahlen im Sommer/Herbst 2009 im Iran hat Hillary Clinton des öfteren die Einhaltung der Menschenrechte im Iran angemahnt.

    In wieweit diese Veränderung auch einen konsequenteren Einzug in die konkrete Politik hält, bleibt abzuwarten. Die Frage nach einem internationalen Gericht der Charta der UN nach dem Vorbild des Gerichtes für Menschenrechte in Den Haag steht auf dem Programm einer internatinalen Agenda – in diese Richtung sollten sich Obama und Clinton bewegen.

  4. 4.

    Wie schrieb korrekterweise Louise Roug (Editor bei ‘The Daily Beast’) in ‘Newsweek’ ?
    international strategy is an awkward mélange of ideals and realpolitik.
    And while there may have been good reasons why successive administrations supported military dictators in the Middle East and South Asia, Pakistan’s past — and Egypt’s present — suggest that America needs to change course to offer more than rhetorical support for democratic movements.

    Louise Roug: “The Spy Who Knew Everything” – February 06, 2011

  5. 5.

    Link daz (pardon, hatte ich vergessen):
    http://www.newsweek.com/2011/02/06/the-spy-who-knew-everything.html

  6. 6.

    Irans PressTV kommentiert die oppostionellen Unterstützungs-Proteste in Iran. Wenn man dem Kommentar lauscht sowie die Reaktion der Abgeordneten im Parlament beobachtet(1:14 ff.), kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, es mit Irrenhaus-Insassen zu tun zu haben

    http://www.guardian.co.uk/world/video/2011/feb/15/iran-opposition-protests-tehran-video

  7. 7.

    @ J. Lau,

    dann sollte man aber bitte nicht “vergessen”, dass es in anderen Ländern ebenfalls Proteste gegen undemokratische Regime gibt.

  8. 8.

    Was für ein unglaublich überflüssiger Beitrag, Herr Lau.

    • 15. Februar 2011 um 18:34 Uhr
    • Spirit of Çanakkale
  9. Kommentar zum Thema

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