Pierre Vogel: Beten für bin Laden

Von 4. Mai 2011 um 17:46 Uhr

Der deutsche Prediger Pierre Vogel möchte am Samstag in Frankfurt für Osama bin Laden beten. Das Thema wird sein: “Osama bin Laden wurde hingerichtet. War das wirklich Gerechtigkeit?” Man muss sich die Einladung zu Gemüte führen. Es findet offenbar in der Salafistenszene eine scharfe Radikalisierung statt unter dem Eindruck der Tötung bin Ladens. Und Pierre Vogel möchte davon profitieren. Er gibt dem Affen Zucker.
Es gehe nicht um eine Verteidigung des 11. Septembers, sagt er eingangs, denn solche Taten seien “unislamisch”. (So wie auch die Tötung von “Zivilisten in Afghanistan” durch Amerikaner vor Gericht gehöre, was ja nun auch geschehe.)
Bin Laden hätte die Chance verdient gehabt, zu den “Vorwürfen”, die ihm gemacht werden, Stellung zu nehmen. “Im Zweifel für den Angeklagten”, fordert Vogel: Das bedeutet hier, man müsse darüber reden, “welche Beweise es gebe, dass Osama bin Laden hinter dem 11. September stecke”.
In anderen Worten: Vogel nährt die Verschwörungstheorien über die ungeklärte Urheberschaft des Anschlags. Seine Distanzierung und Verurteilung der Anschläge hat er damit selbst als bloßes Lippenbekenntnis entlarvt.

Die Tötung bin Ladens, so viel steht offenbar schon fest, sei eine ganz grobe Ungerechtigkeit. Je größer die Ungerechtigkeit, desto eher die Revolution, sagt Vogel, dabei kurioser Weise Friedrich Engels zitierend.
Bin Laden habe doch “nur einen Terroranschlag gutgeheißen” (und das Band mit seinem Bekenntnis war aber auffällig zusammengeschnitten) – also wie könne man diesen Menschen als schuldig betrachten?
Ihn mitten in der Nacht mit seiner Frau zu erschießen! Und Barak Obama und die anderen Mitglieder der Sicherheitsteams schauen sich das auch noch an – “pervers wie sie sind” (Vogel). Dann geht es in dem zunehmend wirre Vortrag um die “2000 Vergewaltigungen pro Tag” in Amerika – und “diese Leute nehmen sich heraus, den Weltpolizisten zu spielen”. In ihm hingegen “brenne die Wahrheit”, so Vogel, und die müsse raus. Dazu dient das Frankfurter Happening. Die Amerikaner, sagt er, hingegen haben die Neigung, solche Leute, in denen die Wahrheit brennt, zu eliminieren:
“Diese Leute (bin Laden und seine Entourage, JL) sind als Muslime gestorben, und sie haben verdient, dass man für sie betet.”

Das Band ist ein erstaunliches Dokument: Wenn Pierre Vogel den Sicherheitsbehörden Gründe liefern wollte, seinen Auftritt zu verbieten, dann war diese Ankündigung ein voller Erfolg.

Kategorien: Islamismus und Terror
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Und Barak Obama und die anderen Mitglieder der Sicherheitsteams schauen sich das auch noch an – “pervers wie sie sind” (Vogel)

    Und Mete meinte eben, dass sie dabei noch Truthahn-Röllchen gegessen hätten.

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    • 4. Mai 2011 um 18:11 Uhr
    • N. Neumann
  2. 2.

    Das meinte nicht ich, Sie Osterhase, sondern die DOGAN Mediengruppe Milliyet. Haben Sie nicht den link verfolgt?

    Klar beim Schlammschmeissen hat man keine Zeit für die Wahrheit.

    Antworten

    • 4. Mai 2011 um 18:17 Uhr
    • Mete
  3. 3.

    Wann werden solche Leute ausgewiesen, mitsamt denen, die ihnen anhängen?
    Doch Deutschland hat es in seiner Duldungsmentalität offensichtlich nicht besser verdient.

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    • 4. Mai 2011 um 18:18 Uhr
    • BELIEVER
  4. 4.

    @ Believer

    Deutsche Staatsbürger kann man nicht ausweisen.

    Antworten

    • 4. Mai 2011 um 18:21 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  5. 5.

    EBEN so schade!
    Aber wir sollten etwas gegen STAATSFEINDE tun.

    Antworten

    • 4. Mai 2011 um 18:31 Uhr
    • BELIEVER
  6. 6.

    wer hat hier wen gerichtet?

    Antworten

    • 4. Mai 2011 um 18:47 Uhr
    • Brigitte Huxoll
  7. 7.

    @Jörg Lau

    Es findet offenbar in der Salafistenszene eine scharfe Radikalisierung statt unter dem Eindruck der Tötung bin Ladens.

    Ich habe letzte Woche, also vor der Tötung bin Ladens, Salafistentexte verlinkt, die zeigen, dass die Radikalisierung der Szene längst vollzogen worden ist.
    Schauen Sie sich nur salafimedia.de an (die haben sich pikanterweise das ZEIT-Logo angeeignet; es erscheint nach ein paar Sekunden auf der Homepage) oder den Islambrüderschaft-Blog.

    Hier eine Kostprobe: eine “wunderschöne Übersetzung” der Fatwa zum Begriff “Zivilist” aus islamischer Sicht.
    Zitat aus der PDF, die zum Download bereit steht:

    Wenn wir uns jetzt den Zustand der Amerikaner und der Europäer anschauen, sehen wir, dass diese sich in einem Kriegszustand mit uns befinden. Dies aufgrund ihrer Teilnahme an den Wahlen, in denen sie ihre Regierungen wählten, welche die Muslime bekriegen. Sie befinden sich in einem Kriegszustand mit uns, da ihre Regierungen Muslime in Palästina,
    Irak und Afghanistan töten und diejenigen bekämpfen, welche die Sharī’a einführen wollen. Folglich nehmen wir sie ins Visier, weil sie an erster Stelle Ungläubige sind und, weil sie uns bekriegen. Sie sind also im Krieg mit uns und sind nicht von den Leuten, mit denen es einen Vertrag gibt, solange ihre Regierungen die Muslime überall (auf der Welt) unterdrücken.
    Wir können auch nicht sagen, dass sie von Ahl aḏ-Ḏimma sind, da sie nicht die notwendigen Bedingungen für einen Ḏimmī –Status erfüllen. Basierend darauf, was wir also zuvorerwähnten, ist es legitim die Westler ins Visier zu nehmen und wir haben keinerlei Zweifel daran.
    http://www.islambruederschaft.com/blog/?cat=607

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    • 4. Mai 2011 um 18:50 Uhr
    • Miriam G.
    • 4. Mai 2011 um 18:56 Uhr
    • M. Riexinger
  8. Kommentar zum Thema

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