Ein Blog über Religion und Politik

Der Iran vor der Mullah-Herrschaft

Von 18. Juni 2011 um 18:39 Uhr

Da der Blogwart derzeit viel unterwegs ist (Recherche über Salafismus), hier nur eine kurzes Lebenszeichen.
Eine Erinnerung an den anderen Iran durch die Zeitmaschine iranischer TV-Werbung der Jahre 1969-78:

Kategorien: Curiosa, Iran
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Das ist Rechtspopulismus!

    • 18. Juni 2011 um 19:53 Uhr
    • M. Riexinger
  2. 2.

    HUS war gestern. HuT ist heute.

    http://www.ndr.de/regional/hamburg/islamisten121.html

  3. 3.

    Lieber Herr Lau, danke für den tollen Beitrag. Ist schon erstaunlich zu sehen, wie fortschrittlich dieses Land sowohl kulturel als auch wirtschaftlich vor der Mullahherrschaft war. Traurig ist, dass die junge iranische Generation jene Fortschritte nur aus solchen Beiträgen, die im Iran durch Internetzensur immer schwerer errichbar sind, kennen können. Man muss aber auch immerwieder erwähnen, dass die Revolution und die Machtergreifung der Mullahs erst durch die viele Fehler und Ungerechtigkeiten der Pahlawi-Dynastie möglich wurden.

    • 18. Juni 2011 um 20:04 Uhr
    • docaffi
  4. 4.

    @docaffi

    Das ist ur-islamische Logik: “viele Fehler und Ungerechtigkeiten der Pahlawi-Dynastie”.
    Wenn man ein System durch ein dooferes ersetzt, sollt man nicht dem vorherigen die Schuld geben, sondern denen, die das doofere ermöglichten.

    • 18. Juni 2011 um 21:00 Uhr
    • FreeSpeech
  5. 5.

    @FS
    “Wenn man ein System durch ein dooferes ersetzt, sollt man nicht dem vorherigen die Schuld geben, sondern denen, die das doofere ermöglichten.”

    Ok, jetzt weiß ich auch, warum die Deutschen sich so sehr unnötig den Kopf über die Rolle der weimarer Republik zerbrochen haben.

    • 18. Juni 2011 um 21:25 Uhr
    • docaffi
  6. 6.

    @ FS

    Das ist ur-islamische Logik:

    Würden Sie dann auch beispielsweise die Ansicht, die “Machtergreifung” der Nationalsozialisten wäre ohne den Versailler Vertrag (oder eben: die Kamarilla um Hindenburg, etc.) nicht möglich gewesen, als Ausdruck “ur-islamischer Logik” ansehen?

    Wenn man ein System durch ein dooferes ersetzt, sollt man nicht dem vorherigen die Schuld geben, sondern denen, die das doofere ermöglichten.

    Es besteht ein Unterschied dazwischen, eine Kausalität zu behaupten und darauf gestützt eine teilweise (mittelbare) Verantwortlichkeit anzunehmen und einer Sache die (alleinige) unmittelbare Schuld an einer anderen Sache zuzuweisen. Wenn docaffi schreibt:

    Man muss aber auch immerwieder erwähnen, dass die Revolution und die Machtergreifung der Mullahs erst durch die viele Fehler und Ungerechtigkeiten der Pahlawi-Dynastie möglich wurden.

    dann sollte für einen denkenden Menschen klar sein, dass er damit sicher nicht die Mullahs exkulpieren will oder jene, die ihnen bei der Machtergreifung unmittelbar halfen. Vielmehr will er offensichtlich darauf hinaus, dass die Machtergreifung der Mullahs ohne die “Fehler und Ungerechtigkeiten der Pahlawi-Dynastie” nicht stattgefunden hätte. Damit behauptet er in erster Linie eine Kausalität.

    Und wenn Sie – aus welchen Gründen auch immer – an dieser Kausalität etwas auszusetzen haben, dann begründen Sie das doch bitte inhaltlich und nicht mit einem argumentum ad personam, das in denkbar absurder Form auf die Religionszugehörigkeit abhebt.

    • 18. Juni 2011 um 21:39 Uhr
    • NKB
  7. 7.

    @NKB
    Vielen Dank; sehr treffend formuliert!

    • 18. Juni 2011 um 21:54 Uhr
    • docaffi
  8. 8.

    @Jörg Lau

    Sehr interessanter Beitrag (und übrigens viel Erfolg bei Ihrer Arbeit über den Salafismus).

    Beim Anschauen dieser alten Werbefilme habe ich mir spontan gedacht, wie weit wohl die Lebenswirklichkeit im Iran der späten 1970er Jahre von den “Botschaften” dieser Filme enfernt gewesen sein mag.
    Ich glaube – ein ganzes Stück weiter als die Lebenswirklichkeit der Menschen in Westeuropa oder in den USA, wo ja prinzipiell die gleiche Werbung lief.

    Man kann zudem davon ausgehen, daß diese Werbefilme bezogen auf die Gesamtbevölkerung nur einem kleinen Teil der Menschen im Iran der 1970er Jahre zugänglich waren. Dieser Teil bestand vermutlich überwiegend aus säkular orientierten Stadtbewohnern.
    Die Kompatibilität der Ansichten der iranischen Gesamtbevölkerung (was Sitten und Gebräuche angeht) dürfte eher gering gewesen sein.

    Eine Gottesstaats-Revolte wie die von 1979 im Iran funktioniert nicht auf Basis einer marginalen Schicht islamistischer Fanatiker – sie muss schon von einem grösseren Teil der Bevölkerung getragen werden. Im Iran wurde sie das, wenngleich von vielen auch nur aus Antipathie gegen den Schah.

    So bleibt mir schlussendlich nur festzustellen: die Welt in der Werbung ist schon im Westen verzerrt, für das Jahr 1978 im Iran war sie SURREAL.

    • 18. Juni 2011 um 23:02 Uhr
    • tatix
  9. Kommentar zum Thema

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