Wiedersehen mit Hebron
Fast fünf Jahre nach meinem letzten Besuch war ich wieder in Hebron, der zentralen Stadt im Westjordanland, südlich von Jerusalem. Die Stadt ist heute ruhig und so sicher wie lange nicht mehr. Der Preis dafür ist, dass Hebron aufgehört hat, als normale Stadt zu existieren. Sie ist zum Ort eines Kampfs um die historische, religiöse, mythische Wahrheit geworden. Hebron ist extrem, aber die Stadt ist auch ein Mikrokosmos der israelischen Besatzung.
Seit 5000 Jahren ist dieser Ort ununterbrochen bewohnt, er hat schon vieles gesehen. Wer sich von der Wahrheit des Satzes von Christopher Hitchens überzeugen will, “dass Religion alles vergiftet”, ist hier am richtigen Ort. Islam und Judentum beanspruchen das Erbe des Patriarchen, der hier nach dem Glauben beider Religionen begraben liegt – Abraham (nebest Sarah und Rachel).
Einige Bilder von meiner Reise: Diese zentrale Straße der Altstadt ist verwaist. Sie ist “steril” im Jargon des israelischen Militärs, d.h. Palästinenser dürfen sich hier nicht aufhalten. (Mit dem Abkommen über die Palästinensische Autonomie wurde Hebron zweigeteilt in H1 und H2. H1 steht unter Kontrolle der PA, H2 – die historische Altstadt -, ist von jüdischen Siedlern bewohnt, die durch die Armee geschützt werden.)
An dieser ebenfalls “sterilen” Ecke hat sich während der “Zweiten Intifada” ein Selbstmordattentat ereignet. Man achte auf die Leuchtreklame.
Jehuda Shaul von der israelischen NGO “Breaking the Silence” war Soldat in Hebron während der Terrorwelle der Zweiten Intifada. Heute engagiert er sich gegen die Besatzung. Er führt Gruppen durch Hebron, um die Realität der Okkupation aus der Sicht eines Ex-Soldaten zu erklären. Hier hält er ein Foto aus dem Jahr 1999, das zeigt, wie die verlassene Straße einmal in besseren Zeiten aussah.
Im Zentrum Hebrons: Armeeposten auf verlassenem Marktgebäude. Auf dem Plakat werden die historischen Ansprüche der Siedler formuliert.
Haus an der Shuhada Strasse in Hebron: Palästinenser dürfen das Haus nicht durch den versiegelten Vordereingang betreten. Die Familie im Obergeschoss hat einen Käfig an ihrem Balkon angebracht, um sich vor Steinwürfen der Siedler zu schützen. Auf den Plakaten unten und oben wird der Kampf um das historische Recht am Ort ausgetragen.
Sperrmauer in Hebron zwischen jüdischem und arabischem Teil mit Graffito des zerstörten Zweiten Jerusalemer Tempels.
Im arabisch kontrollierten Teil Hebrons: Israelis haben in H1 keinen Zutritt. Die IDF errichten je nach Sicherheitslage Checkpoints und Kontrollen und können den Zugang zu diesem Teil der Stadt abschnüren.
Am Ende dieser Straße in H1 ist der israelische Checkpoint, an dem die für die Palästinenser Hebrons erlaubte Zone endet.
Soldat auf Patrouille in H2, dem israelisch kontrollierten Teil Hebrons. Der Lieferwagen gehört Siedlern in der Stadt, die an die Soldaten kostenlose Süßigkeiten und Erfrischungen verteilen.
(Alle Fotos: J. Lau. Mehr zum Thema in meiner kommenden Reportage für das ZEIT-Magazin.)









“Shuhada Strasse ” – klingt nach guter Nachbarschaft.
@ TH: Manchmal ist es auch in Ordnung, nichts zu sagen.
Attempted break-in to Beit Hadassah Museum in Hebron
vom 24. Januar 2012
http://www.youtube.com/watch?v=a6PC-GGS7wo
Was will der holm mit dem video von radikal orthodoxen juden sagen. Dass es gut ist die palis zu verjagen?
Islamos in der Moderne
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,815501,00.html
Gute Nachbarschaft braucht Geduld …
Meeting Sheikh Jabari: The Hebron Fund, AFSI, and Hebron residents
hxxp://www.youtube.com/watch?v=VQjdj8OPz78
… denn wahre Schuhada will Weile haben:
“Palestinian terrorists issued a fatwa against Sheikh Jabari. These terrorists warned that if the Sheikh does not “recant” his statements criticizing Abbas and recognizing Jewish rights in Hebron, “our response will be with armaments.” This is a death threat, pure and simple.”
http://dailycaller.com/2011/10/11/the-most-endangered-species/
Bei Pappa Abbas jedenfalls; bei Assad geht das schneller.
Was hier ungesagt bleibt:
Wenn schon die Teilung Hebrons nicht funktionierte, wie soll das erst in Jerusalem ausgehen?
@ Serious B: Sie mißverstehen das. Diese Teilung Hebrons “funktioniert”. Der Streit geht um den Preis. Der Preis für diese Art der Teilung ist die Zerstörung der Stadt. Ist keine andere Art möglich?
Teilung – Separation – ist nur ein Teil der Geschichte. Landnahme durch Siedlung ist der andere Teil. Unsere Führung begann im “Meir Kahane Park” in Kiryat Arba, der Siedlung am Rande Hebrons. Kahane ist ein Rassist, der deswegen in Israel auch verurteilt wurde, aber für viele der Siedler dort wegen seiner offensiven Vertreibungspolitik gegenüber den Arabern immer noch ein Held. Wer sagt, eine friedliche Teilung ist nicht möglich, muss sich klar sein, ob die Kahane-Agenda die Alternative ist.