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Die Not christlicher Flüchtlinge aus Syrien

 

Midyat war das alte Zentrum des syrisch-aramäischen Christentums in der Türkei. Ich verbringe dort einige Tage auf der Recherche nach den Spuren der Süryani, wie die Türken sie nennen, beziehungsweise der Aramäer oder schlicht „Syrer“, wie sie selbst sich nennen – der ca. 2000 verbliebenen syrisch-orthodoxen Christen im Südosten der heutigen Türkei.

Vor hundert Jahren hat hier über eine halbe Million Christen gelebt, auf dem Hochplateau des „Tur Abdin“ (Berg der Gottesknechte) zwischen Tigris und  mesopotamischer Tiefebene. Der Völkermord von 1914/15, der bei uns immer noch allein mit den ermordeten Armeniern in Verbindung gebracht wird, hat Hunderttausende in den Tod oder außer Landes getrieben. Die folgende Entrechtung der Christen in der Türkei hat eine der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt nahezu ausgelöscht. Ich bin hier unterwegs, um den gefährdeten Resten nachzuspüren.

Im Kloster Mor Abraham in Midyat treffe ich die vierköpfige Familie A., die seit fünf Wochen hier im Pilgerheim untergekommen ist.  Sie kommen aus Al-Kamischli, der nächstgelegenen syrischen Stadt, in der viele syrisch-orthodoxe Christen leben. Der Vater, ein Mittfünfziger, will seinen Namen nicht nennen, aus Angst vor Repressalien durch das Regime. Er ist Rechtsanwalt, seine Frau Mariana ist Lehrerin. Die beiden Töchter Randa (17) und Yara (19) sind mit der Schule fertig. Die beiden Abiturientinnen wollen gerne in Deutschland studieren, die Jüngere Medizin, die Ältere interessiert sich für Management.

Die türkischen Behörden wollten die Familie in ein Lager aufnehmen. Dem konnte sie entgehen, weil der Vater behauptete, man habe Verwandte in Midyat, die sich kümmern könnten. Verwandte gibt es auch, aber die sind zu arm zum Helfen. So kam man bei der Kirche unter.

Blick vom aramäischen Kloster Mor Augin auf die mesopotamische Ebene, nach Syrien hinein.      Foto: J. Lau

In Kamischli haben die Spannungen zugenommen, sagt der Vater. Es sei vereinzelt schon geschossen worden, wenn auch noch keine Kriegshandlungen wie in anderen Städten Syriens zu beobachten waren. „Ich hätte mich alleine noch getraut zu bleiben, aber ich habe Todesängste wegen meiner Frau und meinen Töchtern ausgestanden. Darum sind wir gegangen.“

Der syrische Staat habe de facto der kurdischen Miliz der PKK die Herrschaft über die Grenzregion überlassen, wohl wissend dass die Kurden bis zum Tod gegen eine eventuelle türkische Invasion kämpfen würden.

Der Vater sagt, er habe nichts übrig für das Regime Assad, obwohl Assad die Christen geschützt hat. Von den Rebellen erwartet er aber auch nichts Gutes: „Da sind zu viele Al-Kaida-Typen darunter.“ Für die Christen werde ein Umbruch wahrscheinlich schrecklich: Man werde sie als Nutznießer des Regimes angreifen, und weil sie einer Islamisierung des Landes im Weg stehen. Es drohe der gleiche Exodus wie im Irak nach dem Fall Saddam Husseins.

Die Wohnung hat man abgeschlossen, den gesamten Besitz zurückgelassen. Ein Cousin kümmert sich darum. Wie lange der noch bleiben kann, ist unklar.

„Wir wollen Demokratie und Rechtsstaat, wie auch manche andere, die die Rebellen unterstützen. Aber in Syrien wird es eine lange Übergangsphase brauchen, bis wir gelernt haben, was das heißt. Ich rechne mit 5 Jahren Chaos und Rechtslosigkeit. Für die Minderheiten im Land wird das eine Zeit der Angst. Ich will nicht, dass meine Töchter unter solchen Umständen aufwachsen. Wir können nicht zurück.“

Das Tragische für diese Familie, wie für viele andere ist, dass sie auch nicht weiterziehen können. Es gibt kaum eine Chance für syrische Flüchtlinge, in Europa aufgenommen zu werden, wenn sie erst einmal in einem „sicheren Drittland“ wie der Türkei sind.

Nach der Rückkehr führe ich Gespräche mit Flüchtlingsorganisationen. Die ersten Auskünfte sind ernüchternd. Man werde wohl nicht helfen können. Viele syrische Flüchtlinge befinden sich im Fegefeuer der Lager in Jordanien, in der Türkei, im Libanon. Das ist richtig. Ich denke aber, man muss im Auge behalten, ob sich die Lage in Syrien für die Christen dahingehend verändert, dass eine Rückkehr nur unter Lebensgefahr möglich ist. Dann müsste Europa handeln und Kontingente von diesen Menschen aufnehmen, wie es im Fall des Irak ja auch geschehen ist – nur damals leider zu spät und zu zögerlich.

Das ist eine ambivalente Politik, die nur durch äußerste Not zu rechtfertigen wäre: Hilfe für Menschen wie die Familie A. bedeutet nämlich, den Exodus der orientalischen Christen von den ältesten Städten zu beschleunigen. Und Hilfe nur selektiv Christen zukommen zu lassen würde auch das Vorurteil bestätigen, die Christen dort seien eine „Fünfte Kolonne“ des Westens.  Was abseitig ist: Syrische Christen sind gegenüber den später gekommenen türkischen und arabischen Muslimen, und auch gegenüber den Kurden und Jeziden und den zig anderen Volksgruppen der Region eine Art Urbevölkerung.  Ihre Sprache, das Aramäische, reicht tief in vorchristliche Jahrtausende zurück. Sie gehören nicht zum Westen, sie gehören in diese Region, und man kann nur hoffen, dass sich dieser Gedanke noch verbreitet, bevor es zu spät ist.

 

352 Kommentare

  1.   ThorHa

    @20 Supertalent:

    „1492 Spanien an, was das Christl. Spanien mit den Juden und Muslimen gemacht haben.“

    Das greif ich gerne auf, weil mir Legendenbildung auf die Nerven geht. Juden und Christen waren im maurischen Spanien Menschen zweiter Klasse, die sich u.a. als „Schutzbefohlene“ mit höheren Steuern, Missionsverbot (!) und Schriftenverbreitungsgebot der Gnade des Kalifen auslieferten, der sie dafür am Leben liess. An neue Kirchen war ebenso wenig zu denken, wie heute ausnahmslos im gesamten islamischen Raum.

    Im übrigen galt diese Toleranz auch nur bis spätestens zur Machtübernahme der Almohaden in der Mitte des 12. Jahrhunderts, war also schon lange vor 1492 beendet. Danach herrschte auch im Emirat von Granada offene Apartheid.

    Zugegeben – das war deutlich besser als das, was Andersdenkenden im „christlichen“ Europa der Zeit nur zu häufig drohte.

    Vorbildlich sieht dagegen anders aus, die Muslime in Deutschland haben um Grössenordnungen mehr Rechte, als die Christen und Juden im Emirat von Cordoba.

    Die Bemerkungen zur religiösen Toleranz im Osmanischen Reich sind im grossen und ganzen korrekt, allerdings war diese auch nicht höher, als z.B. im alten Preussen.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  2.   Zagreus

    @ supertalent

    „Die Kirchen in der Türkei sind durchweg alle älter als die in Europa, warum?“

    stimmt doch gar nicht – denn die türkei gibt es erst seit 1923 und vorher gab es dort das osmanische reich, dass von seienr strktur anders aufgebaut war als der nationalstaat und republik türkei.
    Das Problem in der türkei ist der nationalbegriff, der von den jungtürken übernommen wurde.
    Vorher war es das nach religionen getrennte millet-system im osmanischen reich – das aber seine ganz eigene problematiken hatte, wie sie sich dann unter abdülhamid II. dann zu schweren progromen führte.


  3. @ Supertalent

    „Sorry bin vom Thema abgekommen “

    Kein Problem; es steckt auch beim winzigsten Thema stets die Wucht des ganzen Programmes dahinter; und daher: gut das Sie das alles ansprechen.

    Als Historiker kann ich Ihnen sagen:

    Wenn es um die Geschichte geht, dann geht es um das Ganze, um alles.

    „Es war damals erstrebenswert zu den fortschrittlichen muslimischen Osmanen anzugehören“

    Vor allem für fünjährige Knaben auf dem Balkan, wenn sich das Einkassierkommando die Ehre gab zur:

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Knabenlese

    ALLES geht jetzt für die Türkei nach hinten los.

    Ist heftig für den Teil Ihrer Generation, der auf Erdogan gebaut hat.

    Sehen Sie es doch mal so: ‚Das Türkentum‘ ‚die Osmanen‘ … sind von allen verraten worden, die damit zu tun bekamen; von den Arabern bis zu den Albanern. Zum Protzen gibt die Türkei nichts mehr her und das spüren Sie wohl auch – ist Ihnen das Alternativprogramm der Wehleidigkeit wirklich gut genug ?

    Assad ballert in die Türkei hinein und die Opposition fragt, ob Angela Jolie wohl CIA-Agentin sei …

    http://www.euronews.com/2012/09/21/turkish-towns-evacuated-on-border-with-syria/

  4.   ernsthaft

    25
    Sie übertreiben holm, die knaben waren schon um die 15-

  5.   BeIIfruta87

    Das Früchten ist back!

    „Vor hundert Jahren hat hier über eine halbe Million Christen gelebt… Die folgende Entrechtung der Christen in der Türkei hat eine der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt nahezu ausgelöscht.“

    Das betrifft nicht nur die islamische Türkei, sondern letztlich alle Ländern in denen die religöse Ideologie Islam von Bedeutung ist. Auslöschen von Nicht-Muslimen ist das Ziel des Islams.

    „Aber Allah wollte durch seine Worte der Wahrheit zum Sieg verhelfen und die Ungläubigen ausrotten, um der Wahrheit zum Sieg zu verhelfen und Lug und Trug zunichte zu machen, auch wenn es den Sündern zuwider war. (8:7-8)

    (Damals) als dein Herr den Engeln eingab: Ich bin mit euch. Festigt diejenigen, die gläubig sind! Ich werde denjenigen, die ungläubig sind, Schrecken einjagen. Haut (ihnen mit dem Schwert) auf den Nacken und schlagt zu auf jeden Finger (banaan) von ihnen! Das (wird ihre Strafe) dafür (sein), daß sie gegen Allah und seinen Gesandten Opposition getrieben haben (? schaaqquu). Wenn jemand gegen Allah und seinen Gesandten Opposition treibt, (muß er dafür büßen). Allah verhängt schwere Strafen.“ (8:12-13)

    Lug und Trug, also jede andere Religion, muss zunichte gemacht werden. Opposition gegen die Ideologie Islam und seinen Erfinder wird nicht gedultet. Wo wir beim Thema Karikaturen, satarnische Bücher oder Anti-Mohammed-Filmchen wären. Und wer überbringt in der einzig wahren Friedensreligon diese Hasspredigten? Engel…

    Faktisch judenrein sind islamische Ländern des Nahen Ostens ja heute schon und christenrein werden sie auch in absehbarer Zeit sein. Auf das Mohammeds/Allahs Willen endlich in Erfüllung geht:

    „Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über jede andere Religion siegen lasse. Und Allah genügt als Zeuge.“ (48:28)

    Und an diesem Ziel wurde spätestens ab der medinischen Phase kräftig gearbeitet. Erstes Opfer dieses Feldzugs gegen alles Nicht-Islamische war Mekka. Vor Mohammed eine auf religöser Ebene durchaus tolerante und multikulturelle Stadt (viele heidnische Gläubige, aber auch Christen und Juden) Nach der Eroberung durch Mohammed und seine Anhänger wurde sie zu einer Stadt der Intoleranz und der islamischen Monokultur. Eine Stadt die ein Nicht-Moslem nichtmal betreten darf. Das haben übrigens nicht erst die besonders korantreuen Wahabiten eingeführt.
    Dieses Grundprinzip wurde duch 1400 islamische Geschichte, mal mehr mal weniger konsequent und gewaltbereit, fortgesetzt. Und Jörg Lau begutachtet im Kloster Mor Abraham in Midyat wie es aussieht wenn Allahs Wille in Erfüllung gegangen ist. Nur leider versteht er die Zusammenhänge nicht. Islam bedeutet ja Frieden und in Deutschland sollten noch mehr Kinder mit den Inhalten des Korans indoktriniert werden.

    @Supertalent

    „Die Muslime, die ihr für ihre konsequentere Art den Islam ausleben zu wollen, Islamisten nennt, sind die, die in Wirklichkeit die toleranten Muslime.

    Sie tragen die Erben des religion und rassentoleranten Multikulturellen Osmanen. “

    lol! Glauben Sie tatsächlich den Stuß den Sie hier schreiben? Also von so Sachen wie der Knabenlese, wo Türken tausende christliche Kinder auf dem Balkan aus den Armen ihrer Eltern entrissen und verschleppt worden sind, über Angriffskriege, bis hin zu Verfolgung und Völkermord von Armeniern, Griechen und anderen Minderheiten, hatte das Osmanische Reich alles zu bieten.
    In dem Video sieht man gut welch Bereicherung die Osmanen waren. http://www.youtube.com/watch?v=_PhXzn-lcGs

  6.   Supertalent

    @ernsthaft Ganz im Gegenteil! Mich wundert es überhaupt nicht, dass so einiges was man in den Medien so entdeckt, die Europäer immer mehr zu dem macht, was mir ja Sorgen bereitet. Ich kann einiges ja sogar nachvollziehen. Ich müsste doch ein grosser Ignorant sein, wenn ich behaupten würde, das in der Islamischen Welt sei alles richtig. Ich denke, dass ich zu einem Teil schon richtig deutsch geworden bin und deswegen die Menthalität gut beurteilen kann. Wenn ich in W.Europa als ein Kind deutscher Eltern auf die Welt gekommen wäre, aber nie richtig die Türken/Muslime kennengelernt hätte, dann würde mich auch so einiges abschrecken, keine Frage!
    Und als Kind türkischer Muslime bin ich ja auch kein Burka-Befürworter, mal soneben bei gesagt.
    Burka ist keine Pflicht. Es heisst einfach, sich zu bedecken, weite,keine körperbetonte Kleidung zu tragen. Ich verlange in dieser Sache gar nichts von meiner Frau. Sie möchte aber gerne einen Kopftuch tragen. Ich darf doch sowas nicht verbieten. Ich glaube, dass wenn ich eine Frau wäre, hätte ich keinen Kopftuch getragen, mit der Hoffnung, dass mir mein Gott es vielleicht verzeihen würde. Das Problem hier ist es, dass man das nicht verstehen muss aber es akzeptieren und respektieren muss. Ein Verbot ist ein Unding!

    Und grade in einer Zeit, wo zumindest in meinem Ursprungsland also in der Türkei alles richtung mehr Toleranz und Freiheit geht, wird es in Europa, also meinem Heimat alles nur noch schwieriger für mich. Und ich bin von meiner Art her ein sehr liberaler Mensch/Muslim. Wie unerwünscht müssen sich denn die frommen Muslime fühlen?

    Wenn Ihnen etwas fremd vorkommt und Sie diesen Exoten gegenüber ein bissel reservierter entgegentreten, dann ist das aus meiner Sicht volkommen OK, meine Aufgabe ist es diesen Menschen ihre Angst zu nehmen, ihnen es zu erklären. Aber eine gewisse Grundfreundlichkeit darf ich schon erwarten. Sonst sind das nur asoziale.
    Was mich jetzt stört bzw. Angst macht ist, dass diese Unvoreingenommenheit verschwunden ist, und stattdessen Vorurteile und Agression zu finden sind. Und da gebe ich die Schuld den Medien und Politikern.

    Wieso kann man nicht so sein, dass man Burka/Kopftuch etc. einfach nicht hassen oder lieben muss? Kann man nicht einfach meinungslos neutral sein?
    Ich mag auch keine Burka, aber auch die Schlabberverfranzten dreckigen Klamotten der heutigen Jugend mag ich auch nicht. Aber ich komme nie auf die Idee diese verbieten zu lassen.

    Rückständig sind die ungebildeten Menschen. Es gibt sie auch in der deutschen Gesellschafft, also als Biodeutsche meine ich. Ich habe seit 40 Jahren keinen einzigen muslimischen Alkoholiker oder Penner gesehen. Schon mal aufgefallen? In Berlin laufen fast alle Jugendliche in Mitte und Prenz’l Berg nachts mit einer Bierflasche rum, sogar die Frauen, wie asozial! Sowas müssen wir auch akzeptieren, tun wir auch, aber warum fällt das uns bei den Muslimen/Ausländern so schwer?

    Die Religion ist nicht Schuld. Die Menschen sind keine guten Repräsentanten für diese friedliche Religion.
    Puritaner(Salafisten sind auch Puritaner), die damals von England nach Amerika ausgewandert sind, waren Christl. Fundamentalisten. Heute gibt es sie auch, als die Evangelikalen. Die wollen auch nur alles opfern und Kriege gegen andersgläubige führen. Oder die USA hat im Irak 1 Million Menschen den Tod gebracht, angeblich wollten sie den die Demokratie bringen, wers glaubt!
    Wir hätten viel mehr plausible Gründe den Westen zu verteufeln und alle über einen Kamm zu scheren. Aber wir tun es nicht. Oder sehen Sie eine gesamte Mobilmachung der Islamischen Armeen? Die paar aufgebrachten ungebildeten Kameltreiber sollte hierzulande die Deutschen nicht noch mehr dazu animieren, gegen die Muslime zu hetzen.

    Denn….nicht der ungebildete Mob ist es, der hier die deutsche Meinung liest, sondern NUR die vollintegrierten und deutschfreundlichen Liberalen Muslime!
    Wollt ihr wirklich diese friedlichen Muslime auch verärgern, Angst machen und eventuell auch radikalisieren?


  7. […] Die Not christlicher Flüchtlinge aus Syrien VON Jörg Lau 24. SEPTEMBER 2012 UM 12:10 UHR […]

  8.   ernsthaft

    Supertalent
    Die burka, der tschador das kopftuch sind keine mode, die einem gefällt oder nicht . Sie sind ein symbol für die rolle der frau im islam und die gefällt mir ganz und garnmicht. Ich möchte nicht das frauen die sich normal kleiden und ein freies, selbstbestimmtes leben führen bzw. führen wollen auf den status von schlampen herabgewürdigt werden. Das gefällt mir ganz und garnicht und deshalb lehne ich diese symbole ab.

  9.   Leon_

    „Ich habe seit 40 Jahren keinen muslimischen Alkoholiker oder Penner gesehen.“

    Sie sollten einmal die psychiatrischen Abteilungen von Krankenhäusern in Großstädten besuchen. Dann werden Sie entsetzt feststellen, welche Bevölkerungsgruppe dort deutlich überrepräsentiert ist.

  10.   Supertalent

    @Thomas Holm Aber genau das meine ich doch. Die Knabenlese wurde damals in Europa eben so erzählt, wie Sie das grade auch versuchen. Aber in Wirklichkeit haben sich die armen Bauer bemüht, dass ihr Sohn in die Janitscharengarde kommt und ein angesehener und reicher Mann wird, Altersvorsorge eben. Diese Menschen haben in Enderun-Schulen die besten Lehrer bekommen. Wer möchte denn nicht zur Elite gehören. Und wenn Sie mir das nicht abkaufen möchten, dann ist das eben so. Sie sind Historiker, haben Geschichte studiert, due die Siegermächte geschrieben haben. Wieso zweifeln Sie nie mal etwas an? Gehen Sie immer davon aus, dass das christl. Europa von Anfang bis hinten anständig und objektiv war?

    Und nein, ich baue nicht auf Erdogan sondern auf die neue gebildete und weltoffene Jugend, die die Moderne mit der Tradition in Einklang bringen können. Die alte kemalistische Elite wollte die Rückständigkeit von sich abschütteln, in dem sie alles traditionelle und religiöse aufgegeben ja sogar verteufelt haben. Und was hat das gebracht? Eine Generation, die sowas wie Führertum, Militarismus, Unterdrückung ALLER Minderheiten fordert und neue Verbote gutheisst z.B.für junge Frauen, die studieren wollten, aber einzig und allein wegen eines einfachen Tuches auf dem Kopf daran gehindert werden sollten.
    Eine Generation, die alle alten Lehren und Erkentnisse aus 600 Jahren Imperium auf drei Kontinenten mit drei Weltreligionen intus etc. plus Schriften aus Alt-Ägypten-Persien-Griechen und zuletzt auch aus den eigenen Reihen einfach so ignoriert!

    Herr Historiker, nicht nur Sie sind ein Historiker. In der Türkei und auf der ganzen Welt gibt es grosse Historiker, die genau das Gegenteil sagen, warum sind die Aussagen von denen weniger wertvoll?