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Von Kindern für Kinder: Das Schicksal des Thunfisches

 
Das "Save the tuna team" in Kapstadt
Das „Save the tuna team“ in Kapstadt

Unser Leser Julian ist 12 Jahre alt und lebt sehr weit weg von uns in Kapstadt, das ist eine sehr große Stadt in Südafrika. Dort besucht er die Deutsche Internationale Schule und hat sich in den letzten Monaten und Wochen sehr intensiv mit der Überfischung der Meere und dem schleichenden Aussterben des Thunfisches beschäftigt. Inzwischen hat er mit seinen Freunden Lennart, Marcel und Martin sogar eine Gruppe zum Schutz des beliebten Speisefisches gegründet. Für die KinderZEIT hat er einbenb sehr informativen Artikel über das Schicksal des Thunfisches geschrieben.

Der Thunfisch ist einer der begehrtesten Speisefische weltweit. Er wird in Salaten, aber auch vor allen in Nudelgerichten und in Sushi verspeist. Sogar als Katzenfutter wird er verwendet. Doch nur wenige wissen, wie gefährdet der Thunfisch wirklich ist. Es gibt insgesamt acht Thunfischarten, die weltweit überfischt sind. Die meisten von ihnen sind auf der Roten Liste als sehr gefährdet eingestuft und somit vom Aussterben bedroht.

Wissenschaftler zweifeln nicht mehr daran, dass der Thunfisch in ein bis zwei Jahren im Mittelmeer ausgerottet und in zwei bis fünf Jahren weltweit ausgestorben sein wird, wenn nicht sofort drastische Maßnahmen ergriffen werden. Es gab schon mehrere Konferenzen, in denen man versucht hat, den Thunfisch unter Artenschutz zu stellen. Wie in vielen anderen Fällen konnte keine Einigung erzielt werden. Es wurden lediglich Fangverbote in der Laichzeit erteilt. Monaco als auch Greenpeace haben ein weltweites Fangverbot vorgeschlagen, das jedoch nur von 20 Ländern angenommen wurde. Die restlichen 68 Länder haben es abgelehnt, sich an dieser Initiative zu beteiligen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass Thunfische am Ende der Nahrungskette stehen und deshalb nur sehr wenige Fressfeinde haben. Somit haben sie einen langsamen Reproduktionszyklus. Thunfischweibchen sind erst ab sieben Jahren geschlechtsreif. Dies stellte bis zur Erfindung der Massenfischerei, die die kleinsten Fischschwärme aufspüren kann, kein Problem dar.

Aquafarming/ © Gavin Newmann/Greenpeace
Aquafarming/ © Gavin Newmann/Greenpeace

Heutzutage kommen die meisten Thunfische, die man isst, aus Aquakulturen. Doch der Name täuscht, da es weltweit noch nicht gelungen ist, Thunfische in Gefangenschaft fortzupflanzen. Somit werden mit manchmal bis zu zwei Kilometer langen und bis zu 200 Meter tiefen Netzen, Thunfisch allen Alters aus dem Meer geholt. Dabei sterben viele Delphine und Fische. Danach wird er in großen Kolonien nahe der Küste so lange gemästet, bis er sein doppeltes Gewicht erreicht hat und dann geschlachtet. Zwar wirken die Thunfische dort auf den ersten Blick gesund, doch das ist nicht so. Der Thunfisch ist ein Schnellschwimmer und kann sich über 70 Kilometer in einer Stunde fortbewegen und bis zu 1000 Meter tief tauchen. Er macht hunderte Kilometer weite Wanderungen zur Nahrungssuche und Fortpflanzung. In den Farmen wird er jedoch in etwa 250 m2 großen Käfigen zusammengepfercht gehalten, die nicht sehr tief sind (siehe Foto). Somit hat der Thunfisch einen äußerst unidealen Lebensraum, was man als Tierquälerei beschreiben kann.
Zum Aussterben der Thunfische kommt noch die BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko dazu. Dorthin schwimmen die Blauflossenthunfische immer zum Laichen. Doch durch das ausgestoßene Öl vom Bohrloch werden ihre Augen gereizt, verkleben ihre Kiemen, toxische Bestandteile dringen in den Körper ein und verursachen Entzündungen, innere Blutungen und schädigen Leber und Nieren. Außerdem legen die Thunfische ihre Eier im Plankton ab, das schnell verölt. Die meisten Eier sterben sofort ab. Die, die noch überleben und schlüpfen, sind meist Schwächlinge und Missgeburten. Nach einigen Tagen sterben auch diese. Somit überlebt nur noch eine geringe Menge an Thunfischkindern. Da der Hering nur wenige oder auch fast keine Thunfischkinder findet, von denen er sich ernährt, verhungert er meistens. Und da der Thunfisch sich in der Nahrungskette vom Hering ernährt, hat er weniger Nahrung, woraufhin er aufgrund von Nahrungsmangel verhungert.
Thunfisch ist lange nicht so gesund wie allgemein angenommen wird. Der Thunfisch ist ein Fettfisch, der zwar sehr gut schmeckt und ein vorzüglicher Omega-3-Fettsäuren Lieferant ist. Aber Thunfischfleisch enthält eine hohe Konzentration an Quecksilber und anderen toxisch gefährlichen Metallen, die aus verschmutzten Küstenregionen und Öl im Meer stammen. Dies führt zur Herzmuskelschwächen und Gehirnschäden. Auch kann Thunfisch, vor allem in Sushi, zu einer Lebensmittelvergiftung führen, die für den Menschen in vielen Fällen auf der Intensivstation endet oder sogar zum Tod führt.

Das Team rund um Julian informiert Passanten über die Gefahren für den Thunfisch
Das Team rund um Julian informiert Passanten über die Gefahren für den Thunfisch

Die Umweltbelastung durch Thunfische in Aquafarmen ist sehr hoch. Durch die enge Thunfischhaltung wird das Wasser stark verschmutzt, so dass es andere Fische und das Ökosytem beeinträchtigt. Außerdem wird beim Futter des Thunfisches oft Hering verwendet, der meistens aus Mexiko tiefgekühlt geliefert wird. Sehr umweltfreundlich ist das nicht, da auch der Hering ein sehr gefährdeter Fisch ist. Diese trägt zur Ausrottung des Herings bei. Um ein Kilo Thunfisch zu erzeugen, muss man 20 Kilogramm Heringe verfüttern, den man eigentlich auch selber essen könnte. Nach einem halben Jahr wird der Thunfisch dann geschlachtet und danach direkt mit einem Flugzeug nach Japan geflogen, wo er dann meistens zu Sushi verarbeitet wird, um danach wieder überall in der Welt verkauft zu werden. Durch den häufigen Transport mit dem Flugzeug, werden große Mengen an CO2 ausgestoßen, was wiederum negative Auswirkungen unseren Klimawandel hat.
Wissenschaftler haben neue Studien über Thunfische veröffentlicht, in denen sie zeigen, dass Thunfische einen hohen Intelligenzgrad besitzen. Sie empfinden Schmerzen und lernen schneller als andere Tiere. Außerdem können sie Emotionen empfinden wie Wut oder Willen äußern. Thunfisch zu essen ist genauso, als ob man Hunde- oder Katzenfleisch essen würde.
Helfen Sie mit den Thunfisch zu retten, indem Sie ihn nicht essen und andere auf seine akute Gefährdung aufmerksam machen. Helfen Sie mit, dass der Thunfisch nicht das gleiche Schicksal erleidet wie der Dodo und viele andere Tierarten, die „ganz plötzlich“ spurlos verschwanden und nun ausgelöscht sind.

logo_thunfisch

Wie können Sie mithelfen?
– Kaufen und essen Sie keinen Thunfisch!
– Verwendet Sie kein Tierfutter, das Thunfisch enthält!
– Verzichtet Sie auf Sushi, denn sonst ist der Blauflossen und Rotflossen Thunfisch in kürzester Zeit ausgerottet!
– Informiert Sie Ihre Familie und Freunde darüber, wie gefährdet der Thunfisch ist!
– Überzeugen Sie Mensen, Kantinen und Restaurants, keinen Thunfisch mehr zu verwenden!
– Machen Sie bei uns mit, SOS.Save.the.Tuna@gmail.com, so dass wir gemeinsam mit Umweltschutzorganisationen bei Regierungen etwas erreichen können!
– Denken Sie daran: „Der erste Schritt beginnt immer bei einem selbst!“ (N. Mandela)
– „Du weißt nie, welche Ergebnisse deine Aktionen haben. Nur, wenn Du nichts tust, gibt es keine Ergebnisse!“ (M. Ghandi)

SOS.Save.the.Tuna@gmail.com
www.sos-save-the-tuna.co.za