Ach du heilige Kuh

Rinder, die heilig sind. Affen, die angebetet werden. Und eine Katze als Göttin. Das mag sich seltsam anhören – aber in vielen Kulturen werden Tiere verehrt

Von Alexandra Frank

Heilige Kuh© Ami Vitale/Getty Images
In Indien haben Kühe Vorfahrt

Autos hupen, Fahrradfahrer und Fußgänger drängeln, und mittendrin versucht ein Polizist, das Chaos zu bändigen. Vergebens! Denn mitten auf der Straße in der Altstadt von Delhi in Indien stehen zwei Kühe – und die haben hier Vorfahrt! Kühe sind nämlich in Indien heilige Tiere. Einer Kuh Gewalt anzutun oder sie zu essen ist undenkbar für einen gläubigen Hindu. So heißen die Anhänger der Religion Hinduismus. Etwa 900 Millionen Menschen gehören ihr an, viele leben in Indien. Hindus haben verschiedene Götter, und die Kuh ist in ihrem Glauben der Ursprung des Lebens. In einer alten Geschichte heißt es nämlich, dass Kühe dem Gott Krishna das Leben retteten. Seitdem werden sie verehrt. Weiter„Ach du heilige Kuh“

 

Der Windjäger

Pfadfinder haben ziemlich viel Spaß. Sie erleben Abenteuer beim Zelten, beim Kochen über dem offenen Feuer und beim Toben durch den Wald. Lovis, 11, macht seit zwei Jahren mit

Von Hauke Friederichs

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© Arne Mayntz

Pfadfinder Lovis

Lovis ist am liebsten nachts im Wald. Nicht alleine, sondern zusammen mit den anderen Windjägern. So nennt sich seine Pfadfindergruppe. »Manchmal ist das schon unheimlich«, sagt der Elfjährige. Aber für Angst oder Heimweh bleibt kaum Zeit. Dazu sind Pfadfinder meist zu beschäftigt: Die Kinder und Jugendlichen reisen gemeinsam durch ganz Europa. Auf Fahrt gehen sagen sie dazu. Unterwegs wird Lovis’ Stamm Geisterburg aus Bargteheide in Schleswig-Holstein zur Ersatzfamilie. Die Älteren passen auf die Wölflinge auf – so heißen die Sechs- bis Elfjährigen. Pfadfinder sind die Jugendlichen bis 15 Jahre. Noch ältere Jungen tragen den Titel Rover, die Mädchen heißen Ranger. Pfadfinder wie Lovis gibt es fast überall auf der Welt, nur in Diktaturen wie Birma und Nordkorea sind sie verboten. Mehr als 260.000 Mitglieder zählen allein die rund 140 Pfadfinderbünde in Deutschland. Lovis gehört dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder an, dem größten Verband hierzulande. Er wird nicht, wie andere Pfadfinderbünde, einer der großen Kirchen zugeordnet. Eines von Lovis’ spannendsten Erlebnissen war der Übergang vom Wölfling zum Pfadfinder. Lovis folgte einer Kerzenspur durch den Wald. Bei jedem Licht lag ein Zettel mit einem Spruch. »Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren«, stand da zum Beispiel. Am Ende wartete der Stamm im Zeltlager mit Fackeln in den Händen und feierte die neuen Pfadfinder. Weiter„Der Windjäger“

 

Wenn es dunkel wird

Licht bestimmt unser Leben: Bei Licht kann man lesen, lernen und arbeiten. Wir aber begleiten unseren Autor Ulrich Baron bei einem Ausflug in die Finsternis

Eulen© Hulton Archive/Getty Images

Im Winter vor einigen Jahren hatte ich eine alte Villa an der Nordsee gemietet. Dass ich sie für mich allein haben würde, hatte ich erwartet. Nicht aber, dass ich erst in finsterster Nacht ankommen würde. Zum Eingang des Hauses führten mich Lichter, wie von Geisterhand geschaltet und ebenso schnell wieder erloschen, wie sie aufgeflammt waren. Vielleicht kennt ihr das auch von zu Hause: Das Gartenlicht geht automatisch an, wenn jemand den Weg betritt.

Drinnen im Haus war es dunkel. Das wenige Licht von draußen verlor sich schon nach der ersten Biegung der Wendeltreppe, die ins obere Stockwerk führte. Und nun erinnerte ich mich auch wieder daran, dass die Schalter im Treppenhaus schon bei meinem letzten Besuch alt gewesen waren und das Licht nach wenigen Sekunden wieder ausgehen ließen. Die Hälfte des Weges musste ich also mit der schweren Tasche im Dunkeln zurücklegen. Ich sah nicht, was hinter der nächsten Biegung auf mich lauerte. Gerade als das Licht verlosch, nahm ich diese Biegung ein wenig zu schwungvoll und stieß gegen etwas Weiches. Dann legten sich kalte Arme um meinen Hals, und ein leichter Körper sank auf meine Schultern. Weiter„Wenn es dunkel wird“

 

Die ganz besondere Polizei

Beim Deutschen Bundestag in Berlin arbeiten 170 Polizisten. Warum braucht das Parlament eigene Ordnungshüter? Was tun sie? Und wen schützen sie?

Von Susanne Gaschke

Handschellen
© photocase.de/ shipyard

Unter Polizeiarbeit stellt man sich oft etwas sehr Spannendes, Gefährliches vor, einen Beruf mit Verfolgungsjagden und Schießereien, wie im Fernsehen. Aber eigentlich ist es die Aufgabe der Polizei, Verfolgungsjagden und Schießereien möglichst zu verhindern – und das gilt besonders für eine kleine, ungewöhnliche Polizei, von deren Existenz die wenigsten Menschen wissen: die Polizei beim Deutschen Bundestag. Weiter„Die ganz besondere Polizei“

 

Im gelben U-Boot

400 Meter tief kann JAGO tauchen. Mit dem knubbeligen Unterwasserfahrzeug erforschen Wissenschaftler den Meeresboden. Die 12jährige Anna hat sich alles genau erklären lassen

Von Susanne Gaschke

Im gelben U-Boot
© Karen Hissmann/IFM-GEOMAR

Oh Mann, warum tun wir das? Karen Hissmann ist eine nette Biologin, und Jürgen Schauer ist ein vertrauenerweckender Techniker, und beide versichern uns, dass ihr Forschungstauchboot Jago absolut sicher ist – und vor allem, dass es in dem drei Meter langen und zwei Meter breiten Gefährt keinen Grund gibt, Angst zu haben! Weiter„Im gelben U-Boot“