Die Autorin
Andrea Böhm hat zuletzt in New York fünf Jahre als Reporterin für Geo und die ZEIT gearbeitet. Ihr Buch Die Amerikaner – Reise durch ein unbekanntes Imperium erschien 2004 im Herder-Verlag. Bald danach zog sie zurück in die alte Welt und ist seit Januar 2006 Redakteurin im Politik-Ressort der ZEIT. Dort befasst sie sich unter anderem mit internationaler Strafjustiz, mit (Nach)Kriegsgesellschaften und den mehr oder weniger erfolgreichen Missionen der UN. Ihr Recherchegebiet reicht vom Kosovo bis zum Kongo. Damit dabei der wundersam irrsinnige und irrsinnig wundersame Alltag in Prishtina, Kinshasa oder Kabul nicht zu kurz kommt, schreibt sie in ihrem Logbuch über ihre Begegnungen mit Box-Trainern, Schönheitsköniginnen und Erweckungspredigern. Wenn es gar nicht anders geht, kommentiert sie auch die Weltlage.

Das, was Sie hier sehr gut beschreiben, spielt sich tagtäglich tausendfach in afrikanischen Spitälern ab. Nur interessiert dies normalerweisen keinen. Warum wohl jetzt?!
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Natürlich kann man alles damit abtun, dass die Presse heuchlerisch und sensationsgeil ist. aber vielleicht könnte man sich einfach freuen, dass solche informationen jetzt endlich mal zur sprache kommen?!
Besser jetzt als nie! und ich freue mich, die dinge die mir schon seit langem von freunden erzählt werden, endlich mal aus dem Mund einer andere Europäerin zu hören.
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Prädikat lesenswert
Manueller Trackback
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bekomme den Wahlkampf im Kongo nur passager von der anderen Seite der Grenze mit und finde ihre Berichte sehr anschaulich. hoffe, es bleibt ruhig, die “Ruhe vor dem Sturm”…
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Liebe Frau Böhm, mit großem Interesse haben meine Frau und ich Ihre letzten Artikel über den Kongo gelesen. Wir können die Situation, die Probleme und die Stimmung vor und nach den Wahlen in Kinshasa, von denen Sie berichten, gut nachempfinden, da wir im Februar 06 selbst für eine Woche dort waren. Wir haben das Hilfswerk für Straßenkinder in Kinshasa (ORPER= Oeuvre de Reclassement et de Protection des Enfants de la Rue) der Steyler Missionare besucht, das unsere Gemeinde in Freiburg/Breisgau seit vielen Jahren unterstützt. Der jetzige Leiter des Hilfswerks heißt Pater Zibi Orlikowski, er setzt sich mit viel Engagement und Mut für die verstoßenen und oft als verhext angeklagten Kinder ein. Es wäre vielleicht interessant für Sie, mit ihm Kontakt aufzunehmen und die verschiedenen Einrichtungen und Projekte kennen zu lernen; vielleicht darüber auch mal einen Artikel in der Zeit zu schreiben, damit die Zeitleser bei allen Problemen des Kongo auch mal positive Informationen über diese humanitäre Hilfe erfahren.
Hier die Adresse: ORPER, Avenue Salvias n° 444, Limete Résidentiel, KiLichtenbergstr. 44
nshasa, RDC, B.P. 256 Kinshasa-Limete; tél. (243) 98 182 564; e-mail: orper@ic.cd; oder: orzibi@yahoo.fr
Wir wünschen Ihnen weiterhin einen interessanten Aufenthalt im Kongo und sind gespannt auf Ihre folgenden Berichte.
Mit freundlichen Grüßen,
Eckhard und Monika Rattunde, Lichtenbergstr. 44, 79114 Freiburg.
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DR KONGO:
EU – Kongopolitik schlittert in die Krise
Liebe Freunde Afrikas,
Liebe Freunde der DR Kongo,
Der Wahlprozess in der Demokratischen Republik Kongo neigt sich dem Ende zu. Anfang Januar 2007 werden die Senatorenwahlen als Abschluss der Wahlreihe im Rahmen des Sun-City-Prozesses stattfinden.
Aus panafrikanischer und speziell kongolesischer Sicht wundern sich viele Menschen, dass die seit langem erwarteten Gesamtwahlen im Kongo-Kinshasa keinen Anlass zu Freude und/oder Hoffnung darstellen. Im Gegenteil: Die Menschen im größten Land Zentralafrikas erwarten mit Sorge und Spannung die Bekanntgabe der Präsidentschaftswahlergebnisse am 19. November 2006.
Presseberichten zufolge stehen alle Indikatoren im Land auf rot. Einerseits gibt es Anzeichen dafür, dass die größte Mehrheit der Bevölkerung im Westen Kongo und in der Hauptstadt Kinshasa nicht bereit ist, eine Wahlfarce tatenlos hinzunehmen. Die Drohgebärden seitens der MONUC und EUFOR Kommandeure in Kinshasa ändern nichts daran. Andererseits warten die zahlreichen bewaffneten Milizen im Osten nur auf eine günstige Gelegenheit, um wieder aktiv zu werden.
Wovor Oppositionsführer Dr. Etienne Tshisekedi, dessen Partei UDPS aus den jetzigen Gesamtwahlen durch Machenschaften ausgegrenzt wurde, und die mächtige katholische Kirche Kongos ständig gewarnt haben, kann leider geschehen. Volk und Wahlverlierer akzeptieren den Wahlausgang nicht, was Kongo-Kinshasa erneut in eine schwere Legitimitätskrise stürzen würde – ganz gewiss nicht im Sinne des Volkes noch der EU.
Rolle der internationalen Gemeinschaft / MONUC, EU, AU
Man muss sich fragen, ob die Internationale Gemeinschaft bereit ist, ihre schwere Verantwortung in der DR Kongo zu tragen. Sie haben ja den nicht inklusiven Wahlprozess zum größten Teil finanziert und ihre offene und direkte Einmischung in den Wahlprozess ist kein Geheimnis mehr. Dennoch würde es zweifellos im Nachhinein heißen, die Afrikaner seien selber schuld, es mangele ihnen an politischer Kultur, und Kongo sei noch nicht reif für die Demokratie – einfache Erklärungen, die nur dazu dienen, die inzwischen bekannten Machenschaften der internationalen Gemeinschaft im rohstoffreichen Kongo zu verschleiern. Dabei scheint man zu vergessen, dass die Kongo-Politik der EU zum Beispiel bevorzugt auf ehemalige bewaffnete Rebellenorganisationen wie Kabilas AFDL, Ruberwas RCD-Goma und Bembas MLC gesetzt hat anstatt die demokratischen Kräfte Kongos wie die sozialdemokratische Partei UDPS zu unterstützen. Von Anfang an konnte diese Kongopolitik nichts Gutes bringen. Die so genannte Unterstützung der kongolesischen Zivilgesellschaft ist eine Augenwischerei, um die hiesige Öffentlichkeit zu beruhigen.
Dass die deutsche Bundesregierung ebenfalls mit ehemaligen kongolesischen bewaffneten Rebellenbewegungen bevorzugt zusammenarbeitet, ist für vielen Kongolesen unverständlich. Weshalb unterstützen die EU-Länder weiterhin undemokratische Organisationen in Afrika? Aus welchen Gründen soll Demokratie für Europa gut sein, aber für Afrika schlecht? Die Realpolitik kann wahrlich diese eurozentristische Haltung nicht immer rechtfertigen.
Bessere politische Alternative für die kongolesische Bevölkerung
Die kongolesischen Bürgerinnen und Bürger verdienen eine bessere politische Alternative, die das Land tatsächlich befrieden wird und den Menschen ein normales Leben in Würde und Freiheit ermöglichen wird. Dem jetzigen Zustand der Armut und des Staatsverfalls in der DR Kongo muss dringend ein Ende gesetzt werden. Nur durch legitime demokratische Machtausübung und kollektive Unterstützung seitens der Bevölkerung können die großen sozialen Herausforderungen im Kongo/Zaire gemeistert werden. Alles anders ist nur Selbstheuchelei.
Aus diesem Anlass appellieren wir an unsere Freunde und Partner in Deutschland, die Demokratiebewegung im Herzen des afrikanischen Kontinents weiterhin zu unterstützen und sich von Kriegsverbrechern und Rebellenbewegungen zu distanzieren.
Mit freundlichen Grüssen,
Jimmy Kenga
Koordinator
Initiative AFRIKA 2000, Wuppertal
Initiativeafrika2000@gmx.de
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Vielen Dank für Ihren ausgezeichneten Bericht. Wir kennen durch Christine und Carlos Schuler-Deschryver seit Jahren die grauenhaften Zustände. Christine ist in Bukavu aufgewachsen, Carlos lebt seit 1989 dort. Er war immer in Bukavu, auch während des Krieges. Er arbeitet für die GTZ und dank ihm war die GTZ als einzige Hilfsorganisation immer vor Ort. Christine kümmert sich seit einiger Zeit intensiv um die vergewaltigten Frauen. Wir haben im November 2005 den Verein “Hilfe für Kongo-Kivu” gegründet. Spenden kommen zu 100% ohne Abzug irgend welcher Spesen den misshandelten Frauen zu Gute. So können Sie sofort helfen:
Unsere Homepage “www.kongo-kivu.ch” Spendenkonto Urner Kantonalbank 108742-0071 PC 60-34-8 /
IBAN CH80 0078 5001 0874 2007 1
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Hallo Frau Böhm. Die Situation in Kinshasa sollte nicht die angespannte Situation im Kivu verschleiern und wenn wir vom Kivu sprechen, darf man nicht General Nkunda übersehen, der mit seinen Truppen ein grosses Gebiet im Masisi und Ituri überwacht und mit seinen Zielen (Sicherheit und Strassen) und seiner Disziplin bereits viele Sympathisanten gewonnen hat. Im Gegensatz zu der korrupten staatlichen Soldateska agieren seine meist in Ruanda gut ausgebildeten Milizen eher als stabilisierender Faktor in dessen Gebiet . Ich denke dass wir von diesem Mann in Zukunf noch einiges hören werden.
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