Online und Offline – über das Leben in zwei Welten

Wenn die Wolke verschwunden ist

Von 12. Oktober 2009 um 10:01 Uhr

T-Mobile hat gerade – ohne es zu wollen – darauf hingewiesen, welche Risiken das Cloud Computing birgt. “Cloud Computing” gilt als der große Trend in der Infomationstechnologie. Die Idee ist, Daten in einer virtuellen “Wolke” zu speichern. Sie liegen nicht mehr auf dem eigenen Rechner, sondern werden in Datenzentren ausgelagert, auf die man immer Zugriff hat – in der Regel zumindest.

Die ersten Cloud-Anwendungen waren Mail-Postfächer bei GMX, Hotmail oder mittlerweile Google. Doch der Trend geht zu mehr: Notizen, Kalender und Kontakte werden längst in der Wolke gespeichert. Das gilt als praktisch, um sich vor Datenverlust zu schützen und alles immer nutzen zu können, schließlich kann von jedem Rechner oder Device auf die Daten zugegriffen werden.

Doch Cloud-Computing birgt Risiken, die noch selten thematisiert werden. Wer sein ganzes digitales Leben in der Cloud und womöglich bei einem Anbieter speichert, kann einfach überwacht werden. Wer kennt sich schon mit den Datenschutzgesetzen den Ländern aus, wo die Rechenzentren stehen?

Auch der Zugang zu den Daten ist nicht wirklich sicher, sind sie meist doch nur mit einem Login-Namen und einem Passwort geschützt. Das aber kann gehackt werden.

Ein anderes Problem zeigt ein Fall in den USA. T-Mobile vertreibt dort den Sidekick, ein kleines Smartphone, Termine, Notizen und Kontakte verwalten kann. In Deutschland war das Gerät als “HipTop” auf dem Markt. Die Daten des Smartphone werden praktisch in der Wolke abgespeichert. Emails, Kontakte und Notizen liegen normalerweise in einem Rechenzentrum der Microsoft-Tochter “Danger”, die den Sidekick produziert und vertreibt.

Doch die Wolke ist gerade verschwunden. Kunden können auf ihre Daten nicht mehr zugreifen und T-Mobile musste nun verkünden, dass diese womöglich verschwunden sind. Ein Server-Fehler wird als Ursache genannt. In der bisherigen Geschichte des Cloud Computing ist es das größte bekannte Desaster. Und alles, was T-Mobile tun kann, ist eine Warnung an die Kunden: “Sidekick-Kunden, solange dieser Service unterbrochen ist, bitte NICHT die Batterie aus dem Gerät nehmen, einen Reset machen oder zulassen, dass es keinen Strom mehr hat.”

Unfreiwillig startet T-Mobile damit eine notwendige Verbraucherinformations-Kampagne zu den Risiken der Cloud.

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 9.

    Na dann los und eigenen Wolkenknoten aufsetzen: http://allmydata.org/

    ;-)

    -jsl

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    • 12. Oktober 2009 um 13:58 Uhr
    • Jay Silence
  2. 10.

    nelson-muntz-esques “Ha Haaa”!

    Antworten

    • 12. Oktober 2009 um 17:25 Uhr
    • ben_
  3. 11.

    Links des Tages…

    3sat »neues« mit einem Themenschwerpunkt zur Netzzensur
    Wenn die Wolke verschwunden ist – In den USA sind dem T-Mobile-Sidekick Daten abhanden gekommen, die in einer »Cloud« bei der Microsoft Tochter »Danger« gespeichert waren. Auch aus datenschutzrec…

    Antworten

  4. 12.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass es 1-2 Organisationen in USA gibt, die ein Fullbackup der Daten haben. Einigen Sicherheitsgesetzen zum Dank ;-)

    Ansonsten ist man doch selbst dran Schuld, wenn man sich auf die Datenspeicherung bei anderen verlässt. Wahrscheinlich steht in den Nutzungsbedingungen unter §1 Abs. 1 drin, dass der Provider keine Garantie für die Daten übernimmt und ein totaler Verlust nicht zum Schadenersatz berechtigt.

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    • 12. Oktober 2009 um 22:11 Uhr
    • kuste
  5. 13.

    Cloud oder nicht Cloud spielt doch gar keine Rolle. Datenverluste gab es schon, als Cloud noch ein meteorologischer Begriff war.

    “Cloud” = Buzzword 2009 ohne Relevanz.

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    • 13. Oktober 2009 um 08:20 Uhr
    • wolke
  6. 14.

    Dann warte mal auf Deinen ganz perönlichen Datenverlust.
    Ich werde doch meine privaten Daten nicht einem externen Unternehmen anvertrauen, da brauchen wir über Datenschutz gar nicht mehr weiterreden.

    Bei Apple gehen die Daten sogar teilweise unverschlüsselt über die Leitung.

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    • 13. Oktober 2009 um 08:22 Uhr
    • wolke
  7. 15.

    die anderen anbieter haben diese methode auch im angebot.
    ich nutze sie nicht, da die telefonanbieter mit datan und privatsphäre recht gedankenlos umgehen.
    als ich mich neulich fragen mußte, wie es kommt, daß ein kumpel nur mit meiner telefonnummer in einem interenettool auf den meter genau verfolgen kann, wo ich mich aufhalte, wurde ich in der tat fündig.
    in meinem account bei meinem mobile phone anbieter fand sich ein neuer button “lokalisierung”, hinter dem sich die bereiterklärung zur freigabe und nutzung meiner gps-daten (auch durch dritte) befand.

    erstaunt habe ich festgestellt, daß der betreffende telefonanbieter so fürsorglich war, für mich das häkchen in die bereiterklärung zu setzen.

    >:-(

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    • 13. Oktober 2009 um 08:42 Uhr
    • mcharlie
  8. 16.

    [...] Neuestem habe ich mein Online-Leben umgekrempelt und komplett in die Cloud verlagert. Das mag zwar nicht immer die allerbeste Idee sein, für mich funktioniert es aber — [...]

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  9. Kommentar zum Thema

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