Wikileaks, OpenLeaks und die Folgen

Bescheidenheit ist eine Zier…

Von 5. Juli 2011 um 19:13 Uhr

…aber es geht auch ohne ihr. Dieses elegante Sprichwort kommt einem in den Sinn, wenn man das neue WikiLeaks-Werbevideo sieht. Es stellt mit allen Mitteln der smarten Reklamekunst Zahlen zusammen, die die aktuelle Situation bei WikiLeaks und insbesondere bei Julian Assange beschreiben. Da geht es um sichere Telefone, Server, die weltweit verteilt sind, die Kosten der laufenden Gerichtsverfahren und die entgangenen 15 Millionen Spenden-Dollar.

Bekanntermaßen hatten die beiden weltgrößten Kreditkartenunternehmen auf Druck der US-Regierung im letzten Herbst die Weiterleitung von Spenden an WikiLeaks unterbrochen. Den dadurch entstandenen Verlust beziffern die WikiLeaks-Macher in dem Werbespot auf 15 Millionen Dollar. Ganz offenbar handelt es sich also bei Haltung und Handlung der Kreditkartenunterhemen um eine Schweinerei. Da überrascht es nicht, dass die Leaking-Organisation gegen die “unrechtmäßige Finanzblockade” klagen will. Was dagegen überrascht, ist die Pointe des Werbespots. In aller Bescheidenheit nimmt WikiLeaks für sich in Anspruch, der entscheidende Impulsgeber der arabischen Revolutionen gewesen zu sein. Die Verdienste der WikiLeaks-Veröffentlichungen im Zusammenhang mit den Umbrüchen insbesondere in Tunesien und Ägypten sind zwar offensichtlich.  Jedoch die Rolle des Impulsgebers zu beanspruchen ist einfach überflüssig, zeugt von Hybris und nimmt dem Werbespot die entscheidende Wirkung.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Wie heißts so schon: A small leak can sink a great ship.

    Eine Pointe muss der Spot doch haben. Ich seh da nicht das Problem.

    • 5. Juli 2011 um 22:15 Uhr
    • Mia Miau
  2. 2.

    Nur weil jeder gute Spot eine Pointe hat, muss es ja nicht gleich das Verdienst zukünftigen Weltfriedens sein. Es behauptet ja auch kein Werbespot der Welt, dass er für Unsterblichkeit sorgen kann, nur weil er eine Pointe braucht.

    • 7. Juli 2011 um 08:39 Uhr
    • Markus Heidmeier
  3. 3.

    Obwohl das wenigstens einigermaßen witzig wäre. Kaufen sie diesen Mittelklassewagen und die genießen ab sofort Unsterblichkeit. Garantiert, Durch unseren Partner AIG.

    • 7. Juli 2011 um 08:39 Uhr
    • Markus Heidmeier
  4. 4.

    Das ist doch jetzt sehr überzogen Herr Heidmeier…

    Wir reden hier nicht davon, dass der Spot sich komplett die Revolutionen im arabischen Raum vereinnahmt.

    Ob sie es mögen oder nicht, WikiLeaks hatte wohl auch einen Anteil daran. Wenn auch nur einen kleinen. Aber wenn man dann schonmal was unterstützt hat, dann lässt man es großspurig raushängen.

    Ich glaub das tut jeder, Sie etwa nicht? ;)

    • 7. Juli 2011 um 18:46 Uhr
    • Mia Miau
  5. 5.

    natürlich ist es ein bisschen dick aufgetragen- aber wer macht das in der werbung nicht. der spot ist gut!

    • 29. Juli 2011 um 13:17 Uhr
    • sidenstein werbefilm
  6. Kommentar zum Thema

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