21. September 2017 – Ausgabe 39

Leserbrief zu „Von den Schülern geliebt Von den Kollegen gehasst“ von Martina Kix

Dankeschön für Ihren Bericht über Neid und Missgunst in deutschen Lehrerzimmern. Die Schulform Berufliches Gymnasium wird im Artikel leider als Notlösung oder zweite Wahl auf dem Weg zum Abitur dargestellt. Die Verhältnisse in Brandenburg kenne ich nicht, aber in Hessen oder Baden-Württemberg sind die Zweige dieses Oberstufengymnasiums sehr begehrt, auch bei Gymnasiasten, die sich mit Leistungskursen wie Datenverarbeitung, Wirtschaft oder Ernährung besonders auf ein entsprechendes Studium vorbereiten. Die Abiturschnitte der landesweit gleichen Prüfungen lassen nicht den Schnitt zu, dass hier prinzipiell eine „bildungsferne“ Schülerschaft zum Abschluss geführt wird. – Ralf Pauli


Leserbrief zu „Die Durften Nicht Fliegen“ von Claas Tatje

Der interviewte Pilot hat recht, die durften wirklich nicht fliegen. Ich weiss definitiv von einem Piloten aus meinem engeren Freundeskreis, dass abends vor seinem geplanten Flug dieser storniert wurde, obwohl keiner der Besatzung krank war oder aus anderen Gründen verhindert war. Das Fluggerät war ebenfalls vor Ort. Die Crew war bereit zu fliegen und durfte nicht. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Von den Schülern geliebt Von den Kollegen gehasst“ von Martina Kix

Beim Lesen des Artikels bin ich über die Formulierung „Seine nicht repräsentative Studie ergab.. 54%“ Gestolpert. Was immer in der zitierten Studie herausgefunden wurde, die dort genannten Prozentzahlen haben denknotwendigerweise keine allgemeingültige Aussagekraft. Warum also solche Zahlen zitieren? Weil diese Zahlen besonders spektakulär klingen? Weil diese Zahlen eine Relevanz des Themas „belegen“ sollen, für die Autorin keine wirklichen Belege gefunden hat? Seit mehr als 30 Jahren lese ich wöchentlich Die Zeit, wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir Sensibilität im Umgang wissenschaftlichen Studien und den daraus zitierten Zahlen wünschen. Das größte Problem bei Statistiken, ist nicht deren Fälschung, sondern deren Missbrauch zur Konstruktion suggestiver Schlussfolgerungen außerhalb des Kontextes. – Dr. Reiner Hoffmann


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ von Larissa Hofmann und Thomas Lohr im ZEIT Magazin

Bitte , bitte geben sie mir etwas hoffnung : wann hören sie mit diesem thomas/larissa-schwachsinn auf ? Bitte bitte bald. – Dieter schultz


Leserbrief zu „Ich bin aufgewühlt, enttäuscht und wütend” von Stephan Lebert

Mit dem Verkauf von Versicherungen macht man sich bekanntlich nicht nur Freunde, aber wie im Fall von Carsten Maschmeyer immerhin viel Geld, das sei ihm gegönnt. Aber Herr M. will mehr, nicht nur von all seinen Kunden, sondern offenbar von der ganzen Republik geliebt werden. Das Krönchen der Integrität setzte er sich in Person von Frau Ferres auf, die durch die Auswahl ihrer Rollen, jetzt als Ehefrau, eine hohe moralische Verfasstheit kommuniziert, „sie kann nicht anders“. Bei so viel Ehrlichkeit dürfen wir wohl die erfolgreiche Anlage ihres Geldes durch den Herzenssohn Marcel in Cum-Ex-Geschäften vernachlässigen. Denn wie sagte ihr Mann im Untersuchungsausschuss so schön:“von Steuern habe ich keine Ahnung“. Wieviel öffentliche Aufmerksamkeit möchten Sie dieser Schmierenkomödie eigentlich noch widmen? – Julia Bernt-Dori


Leserbrief zu „Von den Schülern geliebt Von den Kollegen gehasst“ von Martina Kix

Wir wissen, dass der Umgang mit heterogener Schülerschaft die zentrale Herausforderung und Aufgabe für Deutschlands Schulen ist. Wir wissen, dass 10 % der Eltern ihre Kinder mittlerweile in Privatschulen schicken. Wir wissen: ca. 50.000 Schüler verlassen jährlich die Schulen ohne Abschluss, es gibt 7,5 Mio. Analphabeten in der BRD und das bei Spitzengehältern der verbeamteten Lehrerschaft  (im OECD-Vergleich). Es besteht seit langem dringender Handlungsbedarf in Bezug auf die Entwicklung zeitgemäßer Unterrichtsmethodik und –didaktik. Es stimmt mich traurig und macht mich fassungslos, wenn reformwillige PädagogInnen solche Schicksale, wie im Artikel geschildert, erleiden müssen! – Hans-Joachim Rohnke


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Vielen Dank für die sehr lesenswerte Reportage im heutigen Zeitmagazin! Sie ist geradezu liebevoll und angenehm nachdenklich. Trotzdem geht es mir auch hier so, wie bei allem was ich in den letzten Jahren zu Ostdeutschland gelesen habe, dass mir etwas fehlt, dass ich das Gefühl habe, die „Seelenlandschaft“ ist unvollständig dargestellt – und ich bin auf der Suche danach, was fehlt. Wir leben seit 4 Jahren in Jena, sind aus dem tiefsten Westen hergezogen – kein echter Kontakt mit Ostdeutschland, keine Ahnung von der „Seelenlandschaft“, aber (und das ist denke ich typisch für die Menschen unter 50) auch keine ausgeprägten Vorurteile. Einfach Nichtwissen, geprägt von der Vorstellung, es werde so lange nach der Wende schon keinen Unterschied mehr machen. Vielleicht war diese Naivität gut, denn es ist uns rasch gelungen, Kontakt zu knüpfen und viele ostdeutsche Freunde zu finden – neben den unverbindlichen Bekanntschaften, die sich aus dem Alltags- und Berufsleben ergeben.

Im Prozess des Kennenlernens und Sich-Näherkommens fallen uns nun doch unterschiedliche Mentalitäten auf, es wird uns unser Nichtwissen umso klarer. Ost und West macht einen gewaltigen Unterschied und es hat lange gedauert, bis wir das herausgefunden haben. Kleine Unterschiede, die sich ergeben, wenn man aus dem katholisch geprägten Rheinland in eine durch und durch säkularisierte Gegend kommt – wie zum Beispiel das vollkommene Fehlen des Christkindes zugunsten des Weihnachtsmannes. Oder große Unterschiede, die sich z.B. daraus ergeben, wie das Verhältnis zu Obrigkeiten und Autoritäten geprägt ist – nämlich, dass von dort grundsätzlich nur Unsinn zu erwarten ist und man dem am besten durch geschmeidiges Aufbauen von Potemkinschen Dörfern begegnet, um in der Realität einfach das zu tun, was man selbst für richtig erachtet. Unabhängig davon, ob die angebliche „Obrigkeit“ vielleicht im konkreten Fall ein sinnvolles Anliegen hat. Westdeutsche erleben dies Verhalten im schlimmsten Fall als unehrlich, meistens zumindest als wegduckend, ausweichend und unberechenbar.

Aber neben diesen Aspekten haben wir rascher und unvermittelter einen anderen Unterschied gefunden: wir sind hier vielen Menschen begegnet, denen wir die Energie einer neugewonnenen Freiheit und Selbstbestimmung anmerken. Das Engagement, mit dem unser katholischer Kindergarten betrieben wird, die Sorgfalt und Liebe, die die Kindergärtnerinnen an den Tag legen, ist beispiellos. Die meisten von ihnen sind seit der Gründung vor ca. 25 Jahren dabei und es ist ihnen bis heute anzumerken, wie wertvoll es für sie ist, sich endlich endlich nicht mehr verstecken zu müssen und die Pädagogik machen zu dürfen, die sie immer schon angestrebt haben. Ähnliches kann man beim lokalen Biobauern erleben, der im Familienbetrieb den Hof weiterführt und selbstständige Ideen hat, die er unbehelligt umsetzen kann. Oder bei der Tagesmutter, die auf ihre alten Tage ihren Traumberuf ausüben darf und ihre Aufgaben von ganzem Herzen treulich jeden Tag erfüllt.

Aber es sind nicht nur berufliche Beispiele: tief beeindruckt haben mich die Geschichten der, nicht mehr ganz jungen, Mütter, die ihr erstes Kind in der DDR und ihr zweites Kind nach der Wende bekamen – die Erzählungen von den Gängeleien noch unter Presswehen bei der ersten Geburt, die abwesenden Kinder, der Schmerz beim frühen Abgeben in der Krippe – und die große Erleichterung bei der späteren, würdigeren Geburt, das Beisammenbleibendürfen – all das resultiert in einem besonders starken Familiensinn und einem oft innigeren Zusammengehörigkeitsgefühl als bei vielen westdeutschen Familien. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Anzahl der „Wutbürger“ unter diesen Müttern sehr groß ist.  Wenn wir also ein bißchen durch den Bekannten- und Freundeskreis gucken, dann haben wir das Gefühl, die Menschen begegnen der Herausforderung einer Wende in der eigenen Biographie auf sehr unterschiedliche Weise: es gibt diejenigen, die mit einer DDR-Prägung einfach so weitermachen (wir vermuten, dass hier möglicherweise auch in Jena „Wutbürger“ zu finden sind – aber naturgemäß wird das uns gegenüber nicht kommuniziert) und es gibt diejenigen, die die neue Freiheit genießen und ihre Persönlichkeit entfalten können und aufgeblüht sind. Hier finden wir eine Dynamik, eine Herzlichkeit und eine Konzentration auf das Wesentliche, die im Westen nicht so unmittelbar anzutreffen ist und wo man sich ruhig eine Scheibe abschneiden könnte. Materiell macht das unserer Beobachtung nach keinen Unterschied – vielleicht steht erstere Gruppe sogar eher etwas besser da.

Und natürlich, wie so oft, gibt es ganz viel dazwischen – Dynamik in einem Lebensbereich, Starre in einem anderen.  Und da komme ich wieder zu dem Ausgangspunkt, dass mir in allen Berichten über Ostdeutschland etwas fehlt: während wir hier viele Freunde gefunden haben, die alle zur zweiten Gruppe gehören, und uns vielleicht in dieser befreiten Dynamik sogar wohler, weil unverstellter, fühlen als im Westen, bleibt uns der emotionale Zugang zur ersten Gruppe komplett versperrt. Vielleicht hat das tatsächlich mit einer Prägung zu tun, die uns einfach vollkommen fremd ist und die ich nicht verstehen kann, weil ich sie nicht kenne. Ich vermute, dem liegt das Bedürfnis nach Freiheit zugrunde. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man sich in einem repressiven System einrichten kann, ohne permanent Magenschmerzen zu haben. Aber vielleicht erlebt man das komplett anders, wenn man es wirklich nicht anders gewohnt ist und wenn vor allem die enge Familie sich damit gut eingerichtet hat. Dann steht das „Versorgtsein“, das „Sich-Auskennen“ im Vordergrund. Wenn allerdings die enge Familie im Grunde immer schon Freiheit wollte, dafür vielleicht auch etwas in Kauf genommen hat, dann scheint ein repressives System unerträglich, egal was für materielle Konsequenzen entstehen. Ein Taxifahrer, der mich mal zum Bahnhof fuhr, und hier seit 20 Jahren arbeitet aber selber aus Syrien stammt, behauptete, er könne sofort erkennen, ob ein Ostdeutscher oder Westdeutscher in sein Auto steige – die Westdeutschen seien freier in allem was sie tun.   Mich würde mal interessieren, ob Ostdeutsche selber sich eigentlich gegenseitig verstehen.   Ich glaube, Ihre Reportage bringt tatsächlich die wichtigste Erkenntnis an der Stelle, wo sie ausführt, dass die ostdeutsche Berichterstattung über Ostdeutsche in den großen Medien fehlt. Ich sehe das auch so. Interessant ist nur die Diskrepanz zu der Tatsache, dass schon seit ein paar Jahren u.a. in der Zeit ostdeutsche Journalisten über Ostdeutschland berichten – warum haben wir dennoch das Gefühl, die ostdeutsche Stimme kommt zu kurz? Vielleicht, weil die Wahrnehmung über diese Berichte zu oberflächlich ist.

Ich glaube, wir Westdeutschen müssen wirklich eingestehen, das wir an einigen Stellen einfach keine Ahnung haben und dass es darum gehen muß, zuzuhören und zu verstehen. Da gibt es noch viel zu tun. Aber neben der Darstellung der negativen Auswirkungen der Nachwendezeit, der Einsamkeiten und Entwurzelungen, die entstanden sind, fehlen mir vor allem die positiven Berichte. Ich glaube, solche Berichte könnten viel zu einem beginnenden Verständnis beitragen und quasi eine Brücke schlagen. Wir haben die positiven Beispiele hier gefunden und ich finde, die befreiten Biographien und was alles daraus Positives entstanden ist, kommen in der Berichterstattung zu kurz. Es wird zu wenig berichtet, was der Westen lernen könnte. Die positiven Einflüsse, die eine „unterbrochene“ Biographie haben kann, kommen zu kurz. Das Lebendige und Bunte, das aus so einem wechselvollen Leben entstehen kann, wird kaum honoriert. Und ganz konkret: ich habe noch nie verstanden, warum „Zeit im Osten“ nur im Osten erscheint – im Westen wäre sie viel notwendiger. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Pass auf, Deutschland!” von Giovanni Di Lorenzo

„Endlich ein Neuanfang“! Auch Trump ist ein Neuanfang! Endlich? Was soll denn neu anfangen? Fällt Ihrer Zunft nichts mehr ein? Wenn Merkel so langweilig ist, müssen deswegen die Medien einen Einheitsbrei aus Skandalstichworten (Diesel als Teufelszeug, heilige Windkraft, E-mobil für die Reichen) verbreiten? – Dieter Redl


Leserbrief zu „Unter Strom“ von Mirko Borsche im ZEIT Magazin

Als Vielradler habe ich mit Interesse Ihren Bericht gelesen. Danke dafür. Vielleicht erfüllt dieses Modell Ihren Gedanken… https://hovding.de/video/  – Hans-Joachim Schröder


Leserbrief zu „Keine Kohle!“ von Petra Pinzler

Offensichtlich haben Sie große Probleme damit, den EU-CO2-Emissionshandel (der mit Unterstützung der Grünen eingeführt wurde) zu verstehen. Der Unsinn wird nämlich ewig weitergehen. Während wir Pseudo-Diskussionen führen, bereiten die EU-Länder längst neue Zielsetzungen für den EU-ETS 2030 vor. Aber das interessiert ja niemanden. – Wolfgang Ströbele


Leserbrief zu „Eurovision Contest“ von Lisa Nienhaus

Sie haben Zweifel daran, „ob die FDP überhaupt die Kraft und den Willen hat, das durchzuziehen“ Zweifel daran habe ich auch, obwohl es Herrn Lindner durchaus ernst ist mit der Sorge um die „Enteignung“ der Sparer (das darf man ruhig so sagen, wenn Lebensversicherungen rückwirkend die Leistungen kürzen!!) und derjenigen, die auf ihr angesparte Alterversorgung, (Versorgungswerke etc.) angewiesen sind. Deswegen bin ich mir sicher, dass Herr Lindner keinen Koalitionsvertrag unterschreibt, der ein „weiter so!“ mit zahllosen Rettungsprogrammen garantiert. Andernfalls dürfte ein scharfes Schwert mit der Zunge auf der Seite der Opposition für die weitere Genesung der FDP förderlicher sein! Sonst werden sich bestimmt sehr viele Wähler wieder abwenden! – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Wir brauchen die Kunst!“ von Klaus Weise

Ich empfehle Herrn Weise, mo. bis fr. von 19:00 bis 20:15 3sat einzuschalten. Dort hat er alles: Heute, Kulturzeit (mit allen von ihm geforderten Themen) und Tagesschau. – Peter Janssen


Leserbrief zu “Das Gesicht als Nummernschild” von Stefan Schmitt

Apple ist wegen Desensibilisierung Schuld daran, dass Polizei und Geheimdienste Gesichtserkennung verwenden. Endlich nennt mal jemand den wahren Schuldigen! Technologie ist grundsätzlich problematisch und kann nur zu Problemen führen. Natürlich zeigt die Geschichte, dass Technologie nicht aufzuhalten ist. Was wäre die Alternative? Könnte die sichere und auf Privatsphäre achtende Implementierung von Gesichtserkennung im iPhone X vielleicht auch als gutes Beispiel und Ansporn für andere dienen? Könnten Bürger so vielleicht sehen, dass digitale Transformation nicht notwendigerweise zur Erosion von Bürgerrechten führen muss? Nein! Denn dazu müssten wir genauer hinsehen, nachdenken, unsere Kaufentscheidungen ändern, mehr Privatsphäre einfordern und Parteiprogramme lesen. Das ist zu anstrengend!

Klar, Journalisten wie Sie könnten helfen. Aber dann wären solche Artikel auch viel schwerer zu schreiben. Schlimmer noch, wollen die Leser überhaupt so differenzierte Betrachtungen lesen? Nein, wir wollen unsere Vorurteile bestätigt sehen (alle Technologie ist böse, es kommt nicht auf die Umsetzung an). Dann freuen wir uns auch viel mehr, wenn am Donnerstag die neue Ausgabe kommt. (Ich schreibe diese Email übrigens von einem Mac aus. Ja, ich bin ein Fanboy! Es ist ja nicht so, dass ich als Akademiker das Denken gelernt hätte, dass ich seit Jahren online wie offline um digitale Bürgerechte kämpfe, dass ich mich um die Zukunft unserer Demokratie sorge, und dass mich Schwarzweißmalerei wie Ihre daran hindert, mit meiner Aufklärungsarbeit vorwärts zu kommen.)

Glauben Sie wirklich, dass Artikel wie der Ihre jemals neue Technologie verhindert haben? Wir können lediglich über die richtige Ausgestaltung aufklären und für bessere Gesetze kämpfen. Artikel wie der Ihre haben eine demotivierende Wirkung. Keiner wird darauf hin anders handeln oder realistische Gesetzesänderungen unterstützen. Lesen Sie vielleicht noch mal 1984. Dann überlegen Sie mal, ob Sie Ihre Arbeit in Zukunft ernster nehmen wollen? Ich kämpfe für eine Zukunft, in der unsere Software human und die Demokratie gesichert ist. Wollen Sie auch dafür kämpfen oder es lieber weiterhin bequem haben? – Dr. Jürgen Schweizer


Leserbrief zu „Von den Schülern geliebt Von den Kollegen gehasst“ von Martina Kix

Ihr Artikel spricht mir aus der Seele und spiegelt in etwa wieder, was ich einst durchgemacht habe. Auch ich wurde von Kollegen gemobbt bis ich keine Lehrerin mehr war. Ich habe meine Schüler lange sehr vermisst und ich vermisse es heute noch zu unterrichten. Wenn ich jetzt manchmal so höre, was in der Schule vor sich geht, dann blutet mir das Herz.  – Petra Malatynski


Leserbrief zu „Land ohne Lächeln“ von Fritz Habekuß im ZEIT Magazin

Die „antik aussehende Statue“ auf S. 29 ist eine Nachbildung der weltberühmten David-Statue von Michelangelo. Haben Sie von der noch nie ein Bild gesehen? – Christian Klarhoefer


Leserbrief zu „Pass auf, Deutschland!” von Giovanni Di Lorenzo

Es gilt zu Fragen, warum Konservativ als Pest ständig hingestellt wird. Die Medien tun so als hätte ein Konservativer die Seuche am Hals. Ich darf erinnern, nur durch konservative Politik haben wir den Wohlstand geliefert bekommen. Die Konservativen sind vielleicht moderner als jede andere Partei. Warum sollte man Traditionen nicht bewahren wollen. In keinem Land auf unseren Planeten wird die Tradition missachtet. Und das ist auch recht so. Trotz Globalisierung. Das Gewese um des Kaisers Bart ist kontraproduktiv und dümmlich. Ihr Autor bringt die Grünen ins Spiel. Angeblich will das auch Frau Merkel. Für mich wäre das die schlechteste Option. Die ist weder modern noch zielführend. Die ist aus ihrer Rolle als Protestpartei nicht wirklich herausgekommen.

Sorry, vertippt. Ich fahre fort: Frau Merkel hat sich von ihrer Partei zu weit fortbewegt. Den Riss hat sie mit zu verantworten.  Das Desaster in der Flüchtlingsfrage war der eigentliche Auslöser. Warum Herr Schultz keinen Boden sieht, ist für mich ein Rätsel. Das die soziale Frage so an den Wähler vorbei geht. Dafür habe ich keine Erklärung. Das einzige was mir dazu einfällt sind die Personen in dieser Partei. Da ist für die Wähler kein Liebling darunter. Herr Oppermann hat kein Ansehen in der Bevölkerung. Der Mann hat sich als Plaudertasche selbst disqualifiziert. Und noch schlimmer: er hat einen Kollegen über die Klinge springen lassen. Und Herr Heil ist kein Typ. Der langweilt nur.  Deutschland mit seinen Medien wird über kurz oder lang sich reformieren müssen. Tut sie das nicht, was anzunehmen ist, wird sie eines Tages abgestraft. – Gunter Knauer


Leserbrief zu “Uromas unterschätztes Herbstfrüchtchen“ von Katharina Menne

Danke für den Beitrag. Beim „Männlein steht im Walde“ hat man wohl falsche Hagebuttensorten ohne schwarzes Käpplein ins Bild gesetzt. Seit meiner Kindheit pflücke ich die frostgereiften Früchtchen bei Waldspaziergängen und sauge sie mit Behagen aus. Die kleinen schlanken Früchte haben mehr Aroma, als die dicken dargestellten Brocken, vermutlich auch mehr Vitamine. – Diether Sieghart


Leserbrief zu „Land ohne Lächeln“ von Fritz Habekuß im ZEIT Magazin

Ja, Herr Habekuß hat es mit seiner Geschichte über den Osten richtig getroffen. Ich bin gelernte DDR – Bürgerin und kann das beurteilen. Es kommt noch dazu, je näher eine Großstadt ist umso besser geht es dem Dorf. Wenn man schnell ins Theater oder Museum kommt, ist es schön wieder in das ruhige Dorfleben abzutauchen. Uns regen Reportagen über den Osten auf wenn z.b. so ein Typ ein paar Tage nach Bautzen fährt und meint, er hat alles erforscht. Eine Jana Hensel brauchen wir auch nicht für uns sprechen lassen. – Liane Hampel


Leserbrief zu „»Das hatte Signalwirkung«“ von Rudi Novotny

Drei Monate Elternzeit, oh! Erlauben Sie mir, dass ich nicht beeindruckt bin. Als Ihre zweite Tochter drei war, gingen Sie in Teilzeit – und die Monate dazwischen? Teilzeit mit 80%, na bravo! Nach Ihrem Montag sind aber noch vier Schul- und Kindergartentage zu bewältigen, ganz zu schweigen von den kleinen Arbeiten des Alltags (nicht die großen, die Chorproben und die Sommerfeste) wie Frühstück machen, auf den Weg bringen, Schulranzen durchschauen, Elternabende, Hausaufgaben… ach, lassen wir das, Sie kennen die Litanei. Wer hat denn diese Arbeiten in Ihrem Haushalt gemacht? Jetzt sagen Sie bloß nicht: Nannys, Haushaltshilfen, Au-pairs. Ich meine: die wirklich kleinen und die absolut alltäglichen Arbeiten.

Und nach viereinhalb Jahren übernimmt dann – wer eigentlich? Interviews wie das mit Ihnen machen mich wütend. Wir alle wissen, dass die Kindererziehung einen Flaschenhals hat (er liegt ungefähr in den ersten 120 Monaten, es können durchaus ein paar mehr sein) und die zwei oder drei Vätermonate wirken angesichts dieser Zahl schon ein bisschen albern. Drei Monate haben Mütter schon locker mit ihrem Mutterschutz für ihre Arbeit ‚verloren‘ (ja, wirklich, Mütter fallen kurz vor, während und kurz nach der Geburt aus – bis auf einige Hochbegabte, die auch im Kreißsaal arbeiten). Gleichheit hieße doch: Für jede Stunde, die die Mutter für die Familie beruflich kürzer tritt, tritt auch der Vater eine Stunde kürzer (und umgekehrt). Dabei lernen beide Arbeitsmanagement und Disziplin und können ihre guten Ausbildungen nutzen. Ach so: Die Karriere ist gefährdet? Tja, bei Müttern leider auch. Wie wäre es denn mit Modellen zu einem Lebensarbeitszeitkonto, das den Flaschenhals zu überbrücken hilft statt auf die Illusion der drei Vätermonate und der viereinhalb 80%-Jahre als „Signalwirkung“ zu vertrauen? Ich bin für die Inklusion der Mütter in den Arbeitsmarkt! – Susanne Hartwig


Leserbrief zu „Das letzte Mittel” von Nicola Kurth und Jan Schweitzer

Die Argumentation, die Pharmaindustrie sei am Einsatz von Methadon nicht interessiert, weil eine Behandlung nur acht bis zwanzig Euro einbrächte, während sich mit einem Krebsmittel 20 000 bis 25 000 Euro verdienen ließen, ist nicht schlüssig. Zwar sind Verträglichkeit und Nebenwirkungen bei einem so alten Medikament bekannt, die Wirksamkeit in der neuen Indikation aber wäre noch nachzuweisen. Es müsste also einen wesentlichen Teil des Zulassungsprozederes durchlaufen (540 Mio. Euro bzw. 2 Mrd. Euro nach Ihren Angaben). Auch wenn für Methadon nur ein Teil dieses Aufwands nötig ist, bleibt ein Riesenbetrag. Methadon würde also – auch für die bisherigen Anwendungen – erheblich teurer, und der Kostenvergleich wäre hinfällig. Nebenbei: Der Patentschutz ist längst abgelaufen, und keines der Unternehmen könnte eine solche Preiserhöhung am Markt durchsetzen. – Werner Toporski


Leserbrief zu „Armer Hund!“ von Björn Stephan

Mit Entsetzen musste ich zur Kenntnis nehmen, dass das Cover des aktuellen Dossier-Teils – sagen wir mal zur einen Hälfte – überhaupt keinen Zusammenhang zum Inhalt des Artikels aufweist, der sich nämlich nicht etwa, wie von mir auf den ersten Blick erwartet, mit Themen wie „Sexismus (unter Hundebesitzern?)“ oder „Warum immer noch mit Brüsten (für Hunde?) geworben wird“ auseinandersetzt, sondern ich stellte geschockt fest, dass mit dem Brüste-Cover offensichtlich selbst für einen mit Brüsten gänzlich unzusammenhängenden Inhalt geworben wird, nämlich die Folgen von Überzüchtung bei Hunden! Da kann ich nur sagen (wie man zu sagen pflegt:) „sind wir denn hier“ bei der BILD-Zeitung, bei der eine solch anti-intellektuelle und sexistische Blickfang-Strategie zum Markenkern gehört? Gewissermaßen handelt es sich hierbei nicht, wie ich oben im Betreff schrieb, (Achtung, Kalauer) um ein Bildcover, sondern um ein BILD-Cover! Ich hoffe, Sie verzichten in Zukunft auf solche der Zeit (und diese im doppelten Sinne) unwürdigen Gestaltungskonzepte! – Felicia Schliebs


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ von Larissa Hofmann und Thomas Lohr im ZEIT Magazin

Wann werden die Leser des ZEIT-Magazins endlich erlöst von dieser narzistischen Selbstinszenierung ? So langsam wird es unerträglich. Null Informationswert … null Relevanz. – Jürgen Hilleke


Leserbrief zu „Pass auf, Deutschland!” von Giovanni Di Lorenzo

Schämt Euch, Ihr Tendenzjournalisten. Noch schnell ein paar Stimmen für Martin herbeischreiben und den Teufel an die Wand malen. Habe seit Jahrzehnten immer wieder gerne Zeit gelesen, aber so kotzt ihr mich an. – Johannes Becker


Leserbrief zu „Keine Kohle!“ von Petra Pinzler

These der Redakteurin: Aus Gründen des Klimaschutzes müsse richtig viel Braunkohle aus der Stromerzeugung verbannt werden. Tatsache ist jedoch: Ein staatlich reglementierter beschleunigter Ausstieg aus der Braunkohle führte zu höheren Treibhausgas-Emissionen. Konsequenz wäre nämlich nicht deren Ersatz durch erneuerbare Energien. Die haben Einspeisevorrang vor allen anderen Energien und gewinnen zusätzliche Marktanteile durch staatliche Förderung. Vielmehr würde mehr Erdgas verstromt. Das müsste aus Russland importiert werden. Die dadurch bei dessen Förderung und auf den langen Transportwegen entstehenden zusätzlichen Emissionen an Methan und an CO2 sind – anders als die CO2-Emissionen aus der Verstromung von Braunkohle – nicht durch das europäische Emissionshandelssystem gedeckelt.

Eine staatlich reglementierte Verdrängung der Braunkohle zur Erfüllung des nationalen Treibhausgas-Minderungsziels von 40 % bis 2020 im Vergleich zu 1990 hätte nur eine Verlagerung der Emissionen innerhalb der EU zur Folge. Die Höhe der Emissionen von Energiewirtschaft und Industrie wird nämlich durch die für diese Sektoren EU-weit gültige Obergrenze bestimmt. Bei einer Betrachtung über die Grenzen der EU hinaus wäre also eine durch administrierte Maßnahmen in der Kohleverstromung erzwungene nationale Zielerfüllung mit Mehremissionen verbunden. Dem Klimaschutz würde ein Bärendienst erwiesen. Sinnvoll wäre stattdessen eine Neujustierung des nationalen Treibhausgas-Minderungsziels mit der Konsequenz einer Begrenzung auf die Sektoren, die nicht dem europäischen Emissionshandelssystem unterliegen. Das sind der Gebäudesektor und der Verkehr. Nationale Maßnahmen sollten sich auf Bereiche richten, die nicht europäisch geregelt sind, statt europäische Regelungen zu unterlaufen. – Dr. Hans-Wilhelm Schiffer


Leserbrief zu „Distanziert euch von den Autokraten!“ von Thorsten Benner und Wolfgang Reinicke

Das könnte euch so passen. Unsere liberale Demokratie hat sein Ende erreicht. Es hat sich gezeigt, das auf Dauer ohne einen Ordnungsrahmen der Gesellschaftsrahmen große Baustellen hinterlassen hat. Wo kommen wir hin, wenn jetzt auch noch die großen Unternehmen dafür missbraucht werden sollen. Das läuft darauf hinaus, daß die freie Marktwirtschaft politisch korrumpiert werden soll. Was sind das denn für Wissenschaftlicher.? Nein, mit unserer Demokratie wird das noch ein schlimmes Ende nehmen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Herr Minister muss leider gleich weiter“ von Thomas Fischer

Herr Fischer würdigt in seiner „Würdigung“ der Arbeit von Heiko Maas nur das, was Herr Fischer selbst kann: das Strafrecht. Es wäre leserfreundlich gewesen, nicht erst im drittletzten Absatz deutlich zu machen, worum es dem Autor eigentlich geht (was der Leser freilich schon ahnte): Strafrechtspolitik. So hält der Artikel nicht, was er verspricht. Die Tätigkeit des Justizministers besteht aus mehr als nur dem Strafrecht, auch wenn Herr Fischer sich für andere Bereiche nicht interessiert. Mehr als Expertenkritik ist das nicht. Ist das Justiz-Ressort der ZEIT der richtige Ort dafür? – Sarah Wilkens


Leserbrief zu „Keine Kohle!“ von Petra Pinzler

der ruf nach einer radikalen energiewende ist völlig verfehlt, da die wende schon längst beendet ist. dies belegen die zahlen für die installierte leistung zur stromerzeugung in deutschland: es stehen bundesweit beinahe 100.000 mw kraftwerksleistung bei den „konservativen“ energien (kohle, uran, gas…) ebenso wie bei den alternativen (sonne, wind, wasser…) zur verfügung. dabei benötigen wir maximal 80.000 mw,  d.h. wir haben weitere ca. 120.000 mw zur verfügung. jedes zusätzliche  neue sonnen- oder windkraftwerk kann gar nicht mehr eingesetzt werden. die abkehr von der kohle ist unmöglich, da nur wenige mw an  alternativer leistung zur verfügung stehen, wenn die sonne nicht scheint  und der wind nicht bläst. dann benötigen wir dringend kohle- oder  kernkraftwerke. im übrigen ist auch der einsatz von gaskraftwerken keine  lösung, da auch diese co2 freisetzen und die vorräte endlich sind. wie  lange hält also diese unrealistische forderung nach einer „radikalen  energiewende“ und dem ausstieg aus der kohle noch an? – Dr. Helmut Kiendl


Leserbrief zu „Ich bin aufgewühlt, enttäuscht und wütend” von Stephan Lebert

Ihr seid die ZEIT und diese „Interviews“ stehen im Wirtschaftsteil, oder?…Laecherlich!‎!! – Heike Mertens


Leserbrief zu „Sangerhausen“ von Christoph Dieckmann

Haben Sie schon mal Kuchen gebacken? Stachelbeer gibt’s entweder mit Baiser oder mit Eierschecke, Letzteres eine thüringische Spezialität, die es offenbar bis nach Sachsen-Anhalt  geschafft hat. Der Eierstich gehört in die Suppe. Das weiß sogar ich als Abubü. – Cordula Orphal


Leserbrief zu „Von den Schülern geliebt Von den Kollegen gehasst“ von Martina Kix

In 2 aufeinander folgenden ZEIT-Ausgaben wird mal wieder die eigentlich sehr erkenntnisreiche Hattie-Studie zitiert, aber in einen sehr unglücklichen, weil wenig hilfreichen Zusammenhang gestellt. Ja! Die Persönlichkeit des Lehrers sowie die persönliche Beziehung zwischen Schülern und Lehrern sind entscheidend für den Lernerfolg. So weit, so gut und richtig! Dieser wertvollen Aussage wird LEIDER immer wieder eine konterkarierende und mir rätselhafte Behauptung voran bzw. gegenüber gestellt. So heißt es in der Zeit vom 21.9.: “Weder Geld noch Klassengröße entscheiden über den Lernzuwachs einzelner Schüler. Es kommt fast ausschließlich auf den Lehrer an.”  Schon am 14.9. war zu lesen:  “Nicht die Ausstattung einer Schule oder die Größe der Klassen bestimmen, was Schüler lernen.” Solche Studienergebnisse kommen natürlich wie gerufen, wenn Einsparungen im Bildungssystem gerechtfertigt werden sollen, aber was sollen wir Lehrer daraus schließen?

Es ist also “nur” eine Frage des guten Willens der Lehrer bzw. ihrer naturgegebenen Persönlichkeit, ob sie persönliche, motivierende, individuelle Beziehungen zu 15, 20 oder 30 nach Aufmerksamkeit verlangenden Schülern pro Klasse aufbauen und pflegen?   Beziehung hat also tatsächlich nichts mit Zeit und Lernerfolg nichts mit Ausstattung zu tun? Räume, in denen Brandschutz vor Schallschutz geht, wo Schüler nicht ekelfrei die Toiletten benutzen können, alles zweitrangig?? Bilden wir uns die Bedeutung der Klassengröße nur ein? Oder hat jemand Studien so konstruiert, dass diese Ergebnisse rauskommen?  Bei einem Lehrervortrag vor hoch motivierten Schülern mag das ja stimmen, aber das ist nicht die Realität. Gerade die ZEIT, die sich doch sonst für Bildung stark macht, sollte sich nicht vor diesen Karren spannen lassen. Mich macht es wütend. – Barbara Rogge


Leserbrief zu „Von den Schülern geliebt Von den Kollegen gehasst“ von Martina Kix

Als Lehrperson misst man sich intellektuell das ganze Berufsleben lang nur mit den auszubildenden Jugendlichen. Einige tun sich dann schwer mit Kollegen, die mehr können. Mir ist das als berufs- und lebenserfahrener Quereinsteiger selbst widerfahren. Einige Kollegen hatten vielleicht Angst, dass ihre offensichtlichen Mankos, wie beispielsweise die fehlende Praxiserfahrungen, durch mich aufgedeckt würden. – Martin Novotny


Leserbrief zu „Pass auf, Deutschland!” von Giovanni Di Lorenzo

Wenn Herr Di Lorenzo schreibt „Pass auf, Deutschland! Rechtsradikale im Bundestag,…“, dann springt Herr Di Lorenzo nicht nur zu kurz, sondern insbesondere daneben. Richtiger wäre die Überschrift „Passt auf, Ihr Eliten, Euch droht der Putsch !“

  1. Von der AfD geht nicht vorrangig eine Gefahr für Demokratie aus. Sie wäre ggf. unter der Aufsicht von mindestens einem der zahlreichen Verfassungsschutzorganisationen, was aber nicht der Fall ist. Die innerparteilichen demokratischen Defizite sind in der AfD nicht so ausgefeilt kaschiert wie in den etablierten Parteien. Es gibt keine Partei, deren innerparteiliche Demokratie nicht durch Netzwerke ausgehebelt wäre und deren Struktur nicht zu einer Negativauslese in Bezug auf Bildung, Qualifikation und Charakter führen würde. Exemplarisch kann man in Ihrer aktuellen Ausgabe über die dürftigen Qualitäten des noch amtierenden Bundesjustizministers in dem Artikel „Herr Minister muss leider gleich weiter“ nachlesen. Über den aktuellen Aussenminister würde man mit höchster Wahrscheinlichkeit eine ähnliche Expertise lesen können, sollte mal ein gebildeter Insider eine solche anfertigen. Die Qualität der zukünftigen Minister wird nicht anders ausfallen, unabhängig davon, welche Partei an die Regierung kommt. Dieser Umstand ist einfach den innerparteilichen Demokratiedefiziten der Parteien geschuldet. Eine skrupellose und anpassungsfähige Person, die ihre Energie und Zeit nicht in Bildung und Studium, sondern in Netzwerke und Parteiarbeit investiert, wird sich gegenüber einem fleissigen und gebildeten Akademiker stets durchsetzen. In den Neugründungen setzen sich die Erwerbslosen, vielleicht noch höhere Beamte durch, weil sie die meiste Zeit, ggf. den notwendigen Erwerbsdruck haben. Ein Blick in die AfD-NRW ist da recht aufschlussreich. Aber auch bei den Piraten sieht es vergleichbar aus.
  2. Die AfD setzt sich nicht nur aus Rechtsradikalen und Reaktionären, sondern zu mindestens 50 Prozent, also mehrheitlich, aus Opportunisten ( Petry, Pretzell, Meuthen, Weidel, pp. ) zusammen. Die Wählerschaft selber dürfte kaum im nennenswerten Umfang schwerpunktmäßig rechtsradikal sein. Das wäre ggf. schon deutlich früher und unter Begleitung einer deutlich höheren Gewaltquote aufgefallen. Die AfD ist vorrangig eliten-feindlich. Das erklärt auch am ehesten den Hass von etablierten Politikern und Medien gegen die AfD.
  3. Der Hass im Volk gegen Politiker, Parteien und auch Medien ist als Poltik(er)verdrossenheit seit Jahrzehnten durch Umfragen, Nichtbeteiligung an Wahlen und Protestwählerschaft bekannt. Die rückläufigen Auflagen bezüglich der Leitmedien und die rückläufigen Einschaltquoten bezüglich der öffentlich-rechtlichen Sender ist gemeinhin bekannt. Ebenfalls ist bekannt, dass sich die Einschaltquoten und Auflagen konform zur Demografie entwickeln. Dass jetzt die AfD, Pegida, pp. „Lügenpresse [ halt die Fresse ]“ oder „Hau ab Merkel“ oder „Hau ab Maas“ rufen, ist lediglich eine neue Stufe der Eskalation. Im Westen erfolgt die Kommunikation noch zivilisierter, aber das sollte nicht zur Fehlinterpretation verleiten, dass der Hass weniger ausgeprägt wäre. Die Wahl- und Konsumverhalten und die Umfrageergebnisse weisen eine eindeutige Entwicklung auf. Die AfD kanalisiert den Hass auf die Elite und spitzt diesen zu.
  4. Ich glaube auch, dass der Hass auf die bisherige Elite zugunsten der AfD zunehmen wird. Die Vorbehalte gegen die Zuwanderung stellt schon jetzt eine Zäsur im Verhältnis der urbanen Bevölkerung zur rot-grünen Ideologie dar.

Der Meinungsumschwung von der Welcome-Gefühlsduselei hin zur Zuwanderungskritik ist eine Zäsur. Vor zwei Jahren wäre wohl niemand auf die Idee gekommen, dass sog. Entfremdung zum Meinungsumschwung führen würde. Erstaunlicherweise ist das links-grüne urbane Milieu besonders empfänglich. Der Wählerschwund bei SPD-Grüne spricht Bände. Der Begeisterung für Multi-Kulti rauscht dahin und das Entfremdungsgefühl tritt an ihre Stelle. Es soll hier lediglich angemerkt werden, dass ich persönlich von derartigen Gefühlschwankungen gar nichts halte. Verantwortung übernimmt man mit dem Verstand und nicht mit dem Bauch. Ich frage mich einfach nur: Was soll diese ganze urbane Gefühlsduselei, diese Infantilität ?! Die infantile Begeisterung für Anti-Kernkraft- / Klimaschutz- / Welcome- / Diesel- / E-Auto- / Gender- Hysterie verstehe ich auch nicht. Sie ist völlig irrational. Die meisten politischen Entscheidungen sind auf diesen Feldern ebenso irrational, unausgegoren und völlig unverhältnismässig. Die infantile urbane Begeisterung wird auch hier rapide nachlassen und mittelfristig einer scharfen Kritik unterzogen werden. Die Frage der Verhältnismässigkeit wird aufkommen, wenn die Produktivitätssteigerungen und Wirtschaftswachstum ausbleiben und die Folgekosten nicht kompensiert werden können. Die Skepsis wird sich in der Folge gegen die Parteien und Medien, die diesen Hype jeweils erzeugt haben, richten. Vermutlich mit der gleichen emotionalen Intensität wie jetzt die Entfremdung.

  1. Die Frage ist m.E. noch, ob gerade im urbanen Bereich die Emotionalität für rot-grüne-Themen grundlegend in Hass gegen diese Themen umschlagen könnte. Die AfD könnte dann tatsächlich Volkspartei werden und die heutigen Eliten dürften dann der Vergangenheit angehören. Wenn man sich das Ergebnis der tiefenanalytischen Umfrage des Rheingold-Instituts vom 4. September 2017 anschaut, dann ist eine derartige Entwicklung nicht auszuschließen:

https://www.rheingold-marktforschung.de/veroeffentlichungen/artikel/Gebremste_Wut_der_Waehler_-_Eigenstudie_zur_Bundestagswahl_2017.html  „• Das Misstrauen gegenüber Politikern wächst rasant. Der Wahlkampf wird als Ablenkungsmanöver empfunden, um den wahren Problemen auszuweichen. • Deutschland wird trotz des Wohlstandes als verwahrlostes Land mit maroden Schulen, No-Go-Areas, sozialer Ungerechtigkeit und Geheim-Absprachen zwischen Politik und Industrie gesehen. • Zwar sind viele Wähler unzufrieden mit Angela Merkel (CDU), scheuen aber Veränderung aus Angst vor Instabilität.  • In der Wahlkabine werden sich die Wähler mit der Schönfärberei der Politiker arrangieren, sie schwanken zwischen halbherzigen Treue-Bekenntnissen zu Angela Merkel und kompensatorischen Korrektur-Versuchen. • Die Grünen haben es schwer. Die Wähler verbinden mit ihnen „Dinkel und Dünkel“ und finden das Thema Umwelt nicht so wichtig. • Die AfD wird als Sprachrohr der Bevölkerung erlebt, es fehlt ihr aber eine berechenbare Leitfigur. • Dieses Problem hat auch die LINKE, die aber ansonsten klar konturiert wirkt.“

Die Studie bestätigt auch die Analyse von Di Lorenzo, dass das drängendste Thema, das Flüchtlingsthema aus der Sicht der Befragten ausgeklammert ist und dass der Wähler mit der Polarisierung, ein Nazi zu sein, weil man einerseits nicht überfremdet werden möchte, oder ein Gutmensch zu sein, weil man andererseits auch gerne hilft, nicht einverstanden ist.

Die Studie spricht davon, dass trotz des hassvollen Volkszorns die AfD nicht gewählt würde, um den Laden noch zusammen zu halten:

Der hassvolle Volkszorn macht den Wählern Angst, dass in Deutschland alles auseinanderfliegen kann. Diese Angst aktiviert bei vielen eine Selbst-Bremsung. Sie verpflichten sich stillzuhalten, die Verhältnisse nicht grundsätzlich in Frage zu stellen. ‚Nur nicht dran rühren‘ lautet die insgeheime Devise: Mutter Merkel darf auf keinen Fall verprellt und abgewählt werden, denn sie ist die Einzige, die die wölfischen Despoten – Erdogan, Putin oder Trump – zur Räson bringen kann. Zudem ist Deutschland ja trotz aller Mängel immer noch das sicherste und erfolgreichste Land der Welt.“  „Die AfD soll sicherstellen, dass Merkel die Tür nicht wieder für die Fremden öffnet und die deutschen Werte verrät. Die AfD wird oft als Arbeiterpartei erlebt, als Sprachrohr der Bevölkerung: „Die artikulieren etwas ohne Aber.“ Ihre Vertreter beziehen als einzige Stellung, und „sie sind für Volksentscheide“. Die AfD verspricht die Befreiung von den Fremden und dem Befremden im eigenen Land – durch rigide Abschottung, nationalen Egoismus und eine Rolle rückwärts in die Beschaulichkeit der alten Bundesrepublik: „Die ändern was. Denn die sind gegen Frauenquote, Flüchtlinge und Homo-Ehe.“ Erst einmal sollen alle Deutschen einen Arbeits-oder Kindergartenplatz bekommen. Trotz ihrer radikalen Standpunkte im Osten gilt die AfD nicht als eine rechtsradikale Partei wie etwa die NPD. Die AfD kanalisiert zwar das Wüten der Wähler, aber ihr fehlt eine berechenbare Leitfigur. Es war daher aus Sicht der AfD ein Fehler, Frauke Petry auszubooten. Die beschriebene Selbstbremsung der Wähler führt auch dazu, dass die AfD allenfalls die drittstärkste Partei werden wird.“

Die Warnung von Di Lorenzo müsste also richtigerweise lauten: „Passt auf, Ihr Eliten !“ In Hinblick auf das deutsche Volk bleibt die Frage, ob die nächste Elite besser wird. Zweifel sind angebracht, aber nicht zur Entlastung der aktuellen Elite. Diese wird auch rückwirkend eine Katastrophe bleiben. Das gilt auch in Hinblick auf die schreibende Zunft. Es ist zwar schön, dass ich die Zeit verbessert. Aber in Hinblick auf die Tageszeitungen fallen die deutschen Produkte weit hinter die der schweizerischen zurück. – Reinhard Wilhelm


Leserbrief zu „Herr Minister muss leider gleich weiter“ von Thomas Fischer

Abgesehen von einer Jugendsünde (August 1975 an den Spiegel, nicht veröff.) schreibe ich Leserbriefe nur ab und an für die hiesige Lokalzeitung (Die Glocke), wenn es kommunalpolitisch denn zu sehr faktenfremd und lobbyzugetan wird, aber Thomas Fischers Bilanz der vierjährigen Amtszeit des Ministers Heiko Maas zeigt derartig überzeugend zugleich und bestürzend, zudem noch als stilistischer Genuss, wie weit politische Gestaltung sich in inhaltsleichtem Aktionsmus verirrt hat, dass ich nicht anders kann, als leserbrieflich mein Kompliment zu machen. – Dr. Bernward Fahlbusch


Leserbrief zu „Pass auf, Deutschland!” von Giovanni Di Lorenzo

Sie haben für den Durchschnitts-Leser zu viel geschrieben. Wahlen sind m.E. überflüssig. Wir brauchen eine andere Demokratie. Unsere Demokratie ermöglicht die grenzenlose (!) freie Entfaltung von Egoismus und Habsucht, was jeder mehr oder weniger in sich trägt. Maßloser Konsum und maßlose Mobilität haben übermächtige Konzerne und Banken erschaffen, die folgerichtig die Politik in den wesentlichen Bereichen steuern müssen. Wir brauchen eine Regierung, die den Forderungen eines Ethik-Öko-Gremiums folgen muss, deren Mitglieder jährlich neu gewählt bzw. wiedergewählt werden. Gremium-Mitglieder, die nachweislich unabhängig von der Wirtschaft und Politik sind sowie freiwillig einen umweltverträglichen und sozialverträglichen Lebensstil haben. – Volker Freiesleben


Leserbrief zu „Eine blendende Analyse“ von Elisabeth Raether

In Zukunft werde ich Beiträge von Elisabeth Raether meiden. Immer wenn es in Ihren Artikeln um Frauen geht, bedienen Sie sich zahlreich an rhetorischen Figuren, um auf die scheinbare Benachteiligung der Frau hinzudeuten. Zwar behaupten Sie, Clinton sei nicht aufgrund ihres Geschlechts gescheitert, dennoch geht es in dem Text immer wieder darum, welche Nachteile Frauen haben.. Beispielsweise nachts Angst im Park zu haben. Haben Männer etwa keine Angst auf ihrem Heimweg durch den Park? Natürlich sind Frauen von Natur aus das schwache Geschlecht, aber darauf haben wir keinen Einfluss. Die Gleichstellung von Mann und Frau ist ein langwieriger Prozess und kann nicht, so wie Sie es gerne hätten, von jetzt auf gleich erfolgreich. – Adam Vuckic


Leserbrief zu „Habe Geld, suche Einfluss „ von Ulrich Ladurner und Steffen Richter

Auch das ist ein Ergebnis merkelscher Austeritätspolitik. Erst wird Griechenland gezwungen Tafelsilber zu verschleudern – denn was sind schon 280 Millionen Euro Erlös gegenüber 328 Milliarden Schulden – und dann in die Hände dubioser Investoren getrieben die im Zweifel bestimmt nicht die Interessen und Werte der EU vertreten. Dass dieses Spiel vor allem in einigen osteuropäischen Staaten durchschaut wird liegt auf der Hand und dass diese sich andere Optionen offen halten wollen ist nur legitim. Eine integrative Europa – Politik sieht anders aus. – Rüdiger Weigel


Leserbrief zu „Scham-Rot-Gold“ von Mariam Lau und Paul Middelhoff

„Rund die Hälfte der …Abgeordneten gehört zum rechten Flügel der Partei“ Ist das nicht immer so? Die Mitte ist in der Mitte, weil rechts und links von ihr gleich viel ist. Sonst ist die Mitte nicht in der Mitte. Auf dem Dachfirst gegenüber sitzen 10 Vögel. Fünf davon sitzen links von der Mitte und die anderen Fünf sitzen rechts von der Mitte. Wer hätte das gedacht? – Hans-Ulrich Wagner


Leserbrief zu „Herr Minister muss leider gleich weiter“ von Thomas Fischer

Wöchentlich wandert mein Blick auf die Rubrik „Recht & Unrecht“. Wenn ich dort den Namen Thomas Fischer lese, so freue ich mich auf die stets lesenswerte Kolumne des Bundesrichters a. D. Versucht sich indessen ein Redakteur der ZEIT in dieser Rubrik, kann ich die Zeitung getrost beiseite legen. Dann wird wieder ein Strafurteil aufgearbeitet: „Wie konnte zum Tod von XY kommen?“, „Warum sahen alle weg?“. Die ZEIT-Redaktion setzt offensichtlich Recht mit Strafrecht gleich. Dabei gibt es genügend andere Themen mit rechtlichen Einschlag, die eine Befassung verdienen.

Mein Vorschlag daher: Überlassen Sie Herrn Fischer gleich die Rubrik und ersparen Sie den Lesern die langatmigen Ausführungen ihrer Redakteure zur (mutmaßlichen) Opfer- und Täterpsyche in Strafprozessen, die mit Recht und Unrecht sehr wenig zu tun haben! Es ist verwunderlich, dass in Ihrer Zeitung politische und wirtschaftliche Themen gut recherchiert sind und einen hohen inhaltlichen Anspruch haben, während juristische stiefmütterlich behandelt werden und einen wissenschaftlichen Tiefgang insgesamt vermissen lassen. – Carsten Schier


Leserbrief zu „Die Durften Nicht Fliegen“ von Claas Tatje

Das Interview von Tatje mit einem anonymen Piloten war wichtig. Passt zeitlich auch wunderbar wg. den aktuellen Vorkommnissen bei diesem bekannten irischen Flieger bei denen die Piloten wegrennen wie die Lemmingen. Dieser Fluggesellschaft sucht nun Piloten in Südamerika, weil Piloten in Europa wohl zu teuer seien. So ähnlich wie etwa in Vietnam oder sonstwo Pflegekräfte für unsere Senioreneinrichtungen geholt werden. Angeblich weil der Markt in Deutschland leergefegt sei. Und dann fragt Tatje:  Noch einmal: das ist weiterhin ein sehr hohes Gehalt aus fernen Zeiten der Monopole. Aber Herr Tatje! Was wollen sie denn? Anständige Gehälter sind das A und O einer flüssig laufenden Volkswirtschaft. Frei nach Henry Ford: „Autos kaufen keine Autos“.

Überall, überall wird versucht, Lohnkosten zu senken. In der Pflegewirtschaft führt so etwas zum Abkehr von diesem an sich schönen und ehrenwerten Beruf (kein Wunder, dass der Markt „leergefegt“ ist), und Piloten sollen ihrer Verantwortung und ihren fachlichen Anforderungen entsprechendes Gehalt beziehen. Punkt.  Branchentarifverträgen sind gut. Sehr gut sogar. Das wird allmählich wiederentdeckt! Weil es ein Instrument ist, einen Wettbewerbswettlauf über Lohnkosten zu verhindern. Das führt auf Dauer nur in die Deflation. Kostenwettbewerb über bessere Verfahren und derlei sind völlig in Ordnung. Nicht aber über Personalkosten. Das Gleiche gilt auch für das Thema Flexibilisierung der Arbeit. En Masse umgesetzt sorgt das für Planungsunsicherheiten und z.B. Familiengründungen (die mit Anschaffungen verbunden sind, Konjunkturimpulse eben!) werden auf die lange Bank geschoben.  Fazit: der Arbeitsmarkt ist etwas ganz anderes als der „Gütermarkt“. Das hat nichts mit Monopole zu tun. Im Gegenteil. *Bestimmte* Monopole sind wichtig.

Ich zitiere aus dem Werk des ehemaligen Wirtschafts-Sachverständigen der Bundesregierung, Wolfgang Stützel: Freilich schützt dieses Angebotspreiskartell der Arbeitnehmer automatisch auch die Unternehmer davor, ihrerseits in den Teufelskreis einer auch für sie unangenehmen Rationalitätenfalle zu geraten. Das gewerkschaftliche Angebotspreiskartell befreit die Unternehmer von dem Marktzwang, ihrerseits in ihrem Konkurrenzkampf gegeneinander zur Waffe eines unmenschlich harten Drucks auf die Stundenlohnsätze greifen zu müssen. Hätten ja auch nur einige Unternehmer Zugang zu dieser Waffe, so müßten die anderen, um zu überleben, zur selben Waffe greifen. Genau das aber bleibt ihnen dank des gewerkschaftlichen Arbeitsangebots—Preiskartells erspart. (Marktpreis und Menschenwürde, 1981) – Rob Maris


Leserbrief zu “Maschmeyers neuer Fan“ von Christian Fuchs et al.

Eine zweiseitige Lobeshymne mit Interview und Ehrerbietung für einen Mann, der sich mit zwielichtigen Methoden auf Kosten von Drückerbanden und zu Lasten vieler vertrauensvollen Kunden ein Vermögen zusammengerafft hat, ist schon mehr als zweideutig.  Wahrscheinlich kennen Sie seine Methoden nicht, wie er zu seinem Reichtum gekommen ist:  Die AWD schaltete Jobangebote für die kostenlose Ausbildung zum Versicherungs- und Vermögensberater, Schulabschlüsse, Qualifikation, Alter und Geschlecht spielten alles keine Rolle. Hauptsache die Maße an Bewerbern war ausschlaggebend und wurden zur Präsentation der Aufgabe eingeladen. Die Ausbildung dauerte nur wenige Stunden mit Filmvorführungen, Folien und Grafiken, die einen Verdienst vorgaukelten, der einem Akademiker gereicht hätte.

Keiner der Anwesenden wollte sich eine solche Gelegenheit entgehen lassen. Und dann kam die Frage, was man wohl hätte für eine solche Einführung bezahlen müssen, die der AWD den Bewerbern und künftigen „Freien Mitarbeitern“ kostenlos hat angedeihen lassen? „Ja, also da hätte man sicherlich bei anderen Firmen eine Gebühr bezahlen müssen“, war die einhellige Meinung. Aber die AWD war ja großzügig und meinte, man solle mal Verwandte, Freunde und Bekannte aufschreiben (dafür lag ein besonderer Vordruck auf dem Pult) die eventuell von den Angeboten, die man vorgestellt hatte, profitieren könnten. Und schon hatte man seinen Kundenkreis mit einfachen Mitteln erweitert. Entweder warben die neuen „Mitarbeiter“ ihren Bekannten- und Freundeskreis selber, dann bekamen sie einen Anteil von den Versicherungs- und Bankenprämien, oder sie überließen es einem ranghöheren Angestellten der AWD die Kundenbesuche und Abschlüsse.

Die Rangordnung war militärisch ausgerichtet: Rekrut, Gefreiter, Feldwebel, Leutnant, Oberts, General (Maschmeyer) und die Verteilung der Prämien wurde nach einem besonderen Schlüssel vorgenommen – der General bekam von JEDEM Abschluss einen Prozentsatz. Das ist die Kurzform des AWD Schneeballsystems.

Ich erinnere mich noch an einen Vorgang nach der Wende bei einem Bauträger, der Wohnungen im Osten sanierte und als Eigentumswohnungen verkaufen wollte. Ein Geschäft an dem die AWD im großen Stil beteiligt war, als Vermögensbildung für kleine und große Investoren. Er kam mit seinem Privatflugzeug und einem Tross von Sekretärinnen und „Unteroffizieren“, wie ein König mit seinem Hofstaat, und erwartete von dem Bauherrn auch so empfangen zu werden. Ich fühlte mich zum Statisten degradiert oder verschwand so schnell um meine Countenance nicht zu verlieren. Und so einem Menschen gibt man eine Plattform um sich weiterhin als „König in der Höhle der Löwen“ darzustellen. In dieser Sendung geht es letztlich nicht um Start-ups zu unterstützen, sondern Start-ups zu finden, mit denen sie mit ihren Investitionen viel Geld auf Kosten der willigen und risikofreudigen Gründer machen können.

Es ist schon erstaunlich wie man dieser Person und seiner, in die Jahre gekommenen Schauspielerin, Ehefrau eine solche Bühne in Ihrer Zeitung kostenlos bietet und mit schmeichelhaften Inhalten hofiert. Bedauerlich nur, dass ich auch noch mit meinem ABO-Geld dafür bezahlt habe. Ich denke mal diesen Artikel über Maschmeyer, Ferres und Co. hat sich sicherlich niemand gewünscht. Klatsch und Tratsch ist etwas für BILD, Bunte, Grünes Blatt, etc. aber nicht für eine (nach eigenen Ansprüchen geltende) seriöse Zeitschrift. Was ich aber in der letzten Zeit an Inhalten entdecken musste, macht diese Einschätzung bedenklich. Vielleicht wäre es gut mal das Ohr am Bürger, Abonnenten, Kunden zu haben. – Peter B. Sanden


Leserbrief zu „Armer Hund!“ von Björn Stephan

Ich habe mich wirklich sehr gefreut, dass mal ein Artikel über dieses heiße Thema in der „Zeit“ erscheint – leider leider bin ich maßlos enttäuscht über die miserable Qualität Ihrer Recherche. Sie haben in Ihrem Artikel Dinge vermischt, die null und nichts miteinander zu tun haben und Dinge über eine Kamm geschoren, die völlig verschieden sind. Richtig ist, dass es ein massives Problem mit der Gesundheit vieler Hunderassen gibt – und dass dies viel mehr gesetzlich reglementiert werden müsste. Dies kommt von einseitiger Zuchtauswahl auf phänotypische Merkmale, die durch die Genlokalität oft mit Anderen – für den Züchter erstmal unsichtbaren – Eigenschaften verbunden sind (wie zB mit bestimmten Krankheiten wie Taubheit oder Augenprobleme, auf die ja kein Züchter bewusst selektiert). Dazu kommen dann noch die von Ihnen so in den Vordergrund gestellten Rassen, deren Schönheitsideal schon in seiner anatomischen Beschaffenheit Gesundheitsprobleme provoziert. Dies ist nur bei einem relativ geringen Teil der Rassen der Fall – das viel größere Problem liegt in der Rassezucht auf ein bestimmtes festgelegtes Äußeres als solches. Hundezüchter haben in den allermeisten Fällen keinerlei Ahnung von Vererbung & Genetik, sie beurteilen die Qualität ihrer Zuchthunde daran, wie sie auf Ausstellungen bewertet werden – äußerlich – und hier liegt das eigentlich Hauptproblem, welches in Ihrem Artikel leider nicht ein einziges Mal erwähnt wird:

Der VDH ist der Hauptschuldige und Initiator des ganzen Schlamassels – der VDH richtet diese unsehligen Ausstellungen aus, auf denen den Leute erzählt wird, der eine Hund ist gut, der andere nicht – auf der Basis von rein subjektiven Kriterien. Voher soll denn der Hundekäuferlaie wissen, dass ein „Champion“ eben tatsächlich nur bedeutet, dass der Hund ein völlig fiktives Schönheitsideal zufällig trifft – oft genug entscheidet sogar noch mehr die perfekte Vorführung (was auch die Kleidung des Vorführers – bei Frauen sind zB kurze Röcke sehr vorteilhaft – beinhaltet!!!!) darüber, ob ein Hund auf Ausstellungen vorne steht oder eben nicht. Und ja, das Ganze hat einen sehr großen monitären Hintergrund, wie das meist bei Übeln der fall ist. Dieses kranke System der Bewertung ist das Übel und nicht dieser Mulm, den sie da über Liebe schreiben. Liest man Ihren Artikel, könnte man meinen,  Hunde, die mit Stachelhalbändern gedrillt werden (findet man auch heute in der „richtigen Szene“ ohne weiteres) sind die Glücklicheren, weil man mit denen, wie mit Tieren umgeht.

Ihre Artikel behauptet, Hunde würden wie Menschen behandelt und damit gequält  – in der darauf folgenden Aufzählung schreiben Sie: „trägt ihn auf dem Arm oder in der Tasche (bei genügen Rassehunden ist das aus Größengründen schon nicht möglich)..was für eine sinnlose und schwachsinnige Verallgemeinerung, davon abgesehen, dass sicher kaum ein Kleinhund ein wirkliches Problem damit hat, mal getragen zu werden. Weiter schreiben Sie…“er kauft ihm Biofleisch  und Frischfleisch vom Schlachter“…was ist daran jetzt genau schlecht und was vermenschlicht? Ist es menschlich, dass auch ein Hund etwas zu sich nehmen muss???? Ja, das muss auch tatsächlich jeder Mischling mit normallanger Schnauze tun, um zu überleben und wenn man als Halter, gerne eine nachhaltigere und tiergerechtere Nutztierhaltung unterstützen möchte und den klimaaschädlichen Sojaimport aus Lateinamerika genausowenig wie die Ausbringung von krebserregendem Glyphosat unterstützen will, ja tatsächlich, dann kauft man eben UU Bioprodukte.Bei der Motivation Bioprodukte vorzuziehen (weil sie nachhaltiger sind ) ist doch vollkommen unerheblich, was man dann damit macht! Ähnlich sinnfrei, Ihre Aburteilung von „Fleisch vom Schlachter“, die Sie auch direkt hinter „dass er ihn damit quält“ auflisten. Was ist daran jetzt genau schlecht und tierquälerisch??? Hunde sind nunmal Fleischfresser und Fleisch die gesündeste Ernährungsweise. Schlachtabfälle können so prima verwertet werden, ohne sie noch aufwendig und mit Energieaufwand weiter zu transortieren bzw. weiter zu verarbeiten (oft genug dann zu Instant-Tiernahrung) .  Natürlich finden Sie in Ihrem Artikel auch weiterverarbeitetes Futter „schlecht“ – was genau sollen denn Hunde Ihrer Meinung nach zu sich nehmen?

Falls Ihnen in Ihrer Pauschalisierungswut mal aufgefallen ist, verkauft Fressnapf auch Hundefutter und es gibt tatsächlich Leute (wie mich), die bei Fressnapf einkaufen und noch nie sowas wie Hundepralinenen oder Hundekleidung gekauft haben, sondern schlicht und einfach dort von zeit zu Zeit ihr Hundefutter erwerben. Meine Familie hatte schon vor meiner Geburt Hunde (meinen ersten Eigenen hab ich mit 6 bekommen und habe mit mittlerweile mit fast 40 immernoch zwei Hunde) – weder meine Eltern noch ich haben jemals Hundebier, Hundepediküre, Hundeyoga, Hundefiseur, Hundekita, (…und den ganzen anderen Quatsch, den Sie da aufzählen) in Anspruch genommen – und das gilt für die absolute Mehrheit der Hundehalter!!!

Insgesamt stellt ihr Artikel die Auswüchse der VDH Rassehundezucht und von einigen verrückten alten Frauen als Pauschalisierung von Hundehaltung dar und vergisst dabei die durchschnittliche Realität: die meisten Menschen kaufen sich nähmlich keine Hunde, um damit ihr Ego mit Ausstellungstiteln aufzupolieren, noch um sie zum buchautor zu machen. Sie kriegen nur vom VDH und deren Züchtern eingetrichtert, dass Mischlinge immer total krank seien und überhaupt immer aus polnischen Hinterhofzuchten kommen würden – sowas kann man natürlich nicht unterstützen, wenn man einen Sinn für sozialen Status hat und kauft deshalb einen Rassehund. Die probleme, die man damit bekommen kann, erzählt einem natürlich weder VDH noch Züchter, die ja beide damit Geld verdienen.

Auch Ihre Behauptung, dass Hunde keine Liebe/Zuneigung empfinden/zeigen können, ist, sowohl empirisch als auch wissenschaftlich betrachtet, schlicht falsch. Hunde besitzen eine eindeutige Körpersprache, mit der sie sowohl gegenüber Artgenossen als auch gegenüber Menschen Zuneigung mitteilen können.  Es gibt mittlerweile jede Menge wissenschaftlicher Studien, die sich mit der Gefühlwelt von Tieren (nicht nur Hunden) beschäftigen und deren Existenz zweifgelsfrei nachgewiesen haben – vor diesem Hintergrund zu behaupten, dies wären rein menschliche Gefühle, zeugt von keinerlei Recherche und einem Allgemeinwissen aus dem vorletzten Jahrhundert. Hätten sie sich ansatzweise mit Recherche beschäftigt, dann wäre Ihnen vielleicht auch mehr Sinnvolles zum „Gebrauch“ bzw. „Gebrauchgtwerden“ von Hunden eingefallen – Tatsachen, wie etwas jene, dass Hundehalter in unseren entfremdeten gesellschaften erwiesener Maßen glücklicher, stabiler und sogar langlebiger sind ( http://www.presseportal.de/pm/32294/1763497 ) hätten Ihnen zB einen Hinweis in die richtige Richtung geben können.

Und nein, es geht dabei nicht um Vermenschlichung – die wäre davon abgesehen auch mit jedem Mischling möglich und hat somit null und nichts mit dem Thema des Artikels (Rassehundezucht) zu tun. Dass, was Sie „Vermenschlichung“ nennen, gab es nebenbei bemerkt schon immer – lange lange vor der Rassehundezucht im heutigen Sinne (nach Rassestandard): schon auf frühmittelalterlichen Bildern können Sie Hunde finden, die schlafend am Fußende ihres Herrn in dessen Bett liegen. Die tatsächlich wichtigsten Gründe und Motive heutzutage Hunde zu halten kommen in Ihrem Artikel überhaupt nicht vor…und nein, es liegt nicht immer alles an Ängsten und anderen „Absonderlichkeiten“ – Sie werden es nicht glauben, aber selbst im abgelegensten Urwalddörfern in Lateinamerika, in den Savannensiedlungen der afrikanischen Sahelzone, in den Jurten von Steppennormaden Zentralasiens halten die Menschen Hunde – heute noch – oft mehrere pro Familie – ganz ohne Fressnapf und Hundekleidung. Frage Sie sich doch mal, wie das sein kann und warum ( und nein, die Hunde arbeiten dort genausowenig wie hier heutzutage, die Hunde sind meist komplett unerzogen )? Schade, dass ein so wichtiger Artikel, der eigentlich von der Qualzucht berichten sollte, derartig falsche Antworten liefert. – Nora Irrgang


Leserbrief zu „Der Kampf der Politiker“ von Marc Brost et al.

Ihr Beitrag zur Wahl lässt aus meiner Sicht einen Aspekt aus. Ich vermisse die Auseinandersetzung mit den Linken (Mitte-Links und Links), insbesondere mit der Weigerung der SPD mit der Linkspartei ein Bündnis einzugehen. Ist diese Weigerung der SPD heute nicht überholt? Ich denke an die Thüringer Koalition. Die Gefahr einer Diktatur geht ja nicht nur von Links aus. Das zeigen mehr als deutlich das Entstehen der AfD, die Proteste auf den Wahlveranstaltungen der CDU in Ostdeutschland und die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Hier sollte meines Erachtens an die Frage links und rechts und die Gefahr von Diktaturen neu herangegangen werden. Selbst die Grünen sind nicht ganz frei von solchen Tendenzen, die uns zum Beispiel einen Veganer-Tag aufschwatzen wollten. In der Auseinandersetzung mit der AfD fehlt mir eine stärkere Auseinandersetzung mit ihrer gesamten Politik, die in ihrer Auswirkungen gerade jene enttäuschten dürften, die jetzt am lautesten auf der Straße schreien. Und noch einen Hinweis. „Die Zeit“ hatte bis in jüngerer Zeit auch hin und wieder eine Seite mit Berichten aus den Bundesländern. Ich vermisse sie schon. – Gerhard Morgenroth


Leserbrief zu „Land ohne Lächeln“ von Fritz Habekuß im ZEIT Magazin

DANKE an den Autor, Fritz Habekuß, und den Fotografen, Pieter Hugo, für diese gelungene Reportage über die Ostdeutschen (bin selbst einer von denen)! Die Begegnung mit den Menschen ist spürbar, ihre Situation, ihre Probleme sind feinfühlig benannt. Und -liebevoll  das Titelfoto mit Hildegard! Zu lesen und zu sehen ist die Bitte: Redet miteinander, fragt nach, seid aufmerksam füreinander. Ich schreibe wenige Stunden vor der Wahl. Möglich, dass nach der wahl mit dem Finger auf den osten gezeigt wird. Nachdenken, besuchen, fragen – das darf, bitte, nicht aufhören. – Volkmar Gartenschläger


Leserbrief zu „»Ich hätte gerne öfter erlebt, Martin, dass du dich mal ereiferst«“ von Iris Radisch und Alexander Cammann

Der arme Herr Schulz. Was Frau Zeh empfiehlt, obwohl ich sie sehr mag, wäre genau der falsche Ansatz. Das mag für die Intellektuellen zutreffen, aber nicht für den gemeinen Bürger. Die haben mit Europa nichts am Hut. Und warum ist das so: Es fehlt die Legitimation für ihr handeln. Die jungen Menschen beklagen das besonders  (siehe Brexit). Herr Schulz weiß das. Seine Antwort ist leider undurchsichtig. Frau Merkel ist für viele Bürger die Mutter Gottes. Das  hatten wir noch nie. Die Reputation der Politiker tendiert ohnehin gegen Null. Frau Merkel nimmt da eine Sonderstellung ein. Sie hat ihren größten Fehler, die unkontrollierte Einwanderung, längst bereut.  Ein solches Bekenntnis ist den Politikern sonst fremd. Die Bürger haben ihr verziehen.  Ob Herr Schulz oder ein anderer von der SPD, ich behaupte, keiner wäre gegen Frau Merkel angekommen. Und sollte das morgen anders kommen, dann vergessen Sie ganz schnell meinen Leserbrief … – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der Riss im System“ von Felix Rohrbeck und Kolja Rudzio

Seit 36 Jahren bin ich privatversichert, noch nie bin ich durch eine separate Tür zu einer „edlen Sitzlandschaft“ gegangen, empfangen vom „Patientenmanagement“. Noch nie habe ich im Krankenhaus „a‘ la carte“ gespeist, eine Zeitung hat mir auch noch keiner dort gereicht. All das, was Sie ausführlich beschreiben mag für einige, wenige Privatkliniken  (bzw.- Abteilungen) zutreffen, betrifft aber nicht den „Alltag“ von geschätzt 99,9% der Privat-Krankenversicherten. Auch die immer wieder behauptete bevorzugte Behandlung von Privatversicherten hält sich in engen Grenzen. Zum Beispiel warte ich jetzt insgesamt gut 2 Monate auf eine Augen-OP. Aber ich wechselte auch nicht vor 36 Jahren wegen erwarteter Vorzugsbehandlung von einer Ersatzkasse zu einer Privatkasse, sondern aus finanziellen Gründen.

Durch meine Verbeamtung – zunächst auf Probe –  fiel der Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung weg, mein Beitrag verdoppelte sich dadurch. Der Berater der Ersatzkasse empfahl mir, Krankenhausrechnungen sowohl bei der Beihilfestelle meines Dienstherrn  als auch bei der Ersatzkasse einzureichen und dadurch mehr erstattet zu bekommen, als ich bezahlt hatte, dadurch also den erhöhten Beitrag  wieder „einzuspielen“. Jedes Jahr hätte mindestens eine Person aus meiner Familie ins Krankenhaus gehen müssen. Darauf ließ ich mich nicht ein (dies ist auch längst nicht mehr möglich). Sondern ich wechselte zur Privatkasse und zahlte kaum mehr Beitrag als vorher, obwohl ich bei der Verbeamtung schon relativ alt war und schon drei Kinder hatte. Seitdem hat sich der Beitrag vermehrfacht – wie auch in der gesetzlichen  Versicherung. In den 36 Jahren habe ich „meiner Kasse“ etwa doppelt soviel gegeben wie sie erstattet hat. Dieses Polster soll für die höheren Erstattungen im hohen Alter reichen – so haben es jedenfalls die Statistiker berechnet. – Aolf Ronnenberg


Leserbrief zu „Wir brauchen die Kunst!“ von Klaus Weise

Ich bin mir nicht sicher, aber was ich in vielen Jahren im Fernsehen an Abendnachrichten gehört und gesehen habe ist oft nur Bilder und Informationen mit reißerischer Aufmachung, meist weit weg von unsererem Horizont . Hauptsache schrill, und möglichst dramatisch . Unsere direkten Nachbarn in Europa kommen so gut wie nie vor. Es sei denn es gibt Krawall oder sonst etwas. Wie  unsere Nachbarn leben und ihren Alltag gestalten? Nie davon gehört!  Ich spreche von den Nachrichten um 19.00 und 20.00 Uhr, und weiter, nicht die regionalen Sender. Die Nachrichtensender sind auch viel zu aufwendig ,ein Sender wäre wirklich ausreichend, da sie sowieso immer das gleiche berichten. Nur die Moderatoren und das aufwendige Studio sind unterschiedlich. – Klaus Luening


Leserbrief zu „Herr Minister muss leider gleich weiter“ von Thomas Fischer

Ich war erstaunt über Ihren Artikel. Ich wussste nicht, dass bei Ihnen (subjektive) Meinungsbeiträge und recherchierte Informationen nicht mehr getrennt werden. In diesem Text sehe ich ausschließlich die Meinung eines früher sicher hochgeehrten, jetzt aber frustrierten Juristen, dem offenbar nicht genug Aufmerksamkeit („Herr Minister muss leider gleich weiter“) entgegen gebracht wurde. Denn für eine tatsächliche Würdigung finde ich keinerlei abwägende Überlegungen zur Arbeit einer Legislaturperiode. Und das kann aus meiner laienhaften Sicht nicht sein. Relität zeigt sich in Schattierungen, nicht im Schwarz in schwarz. – Dr. Gerhard Raff


Leserbrief zu „Land ohne Lächeln“ von Fritz Habekuß im ZEIT Magazin

Dieser junge Journalist hat es geschafft, die ewige Meinungsgleichheit der westlichen, vermeintlich Wissenden, zu durchbrechen und eine differenzierte, intelligente Reportage zu diesem Thema zu schreiben. Respekt und Glückwunsch! Es hat mich schon lange geärgert, wie eindimensional die übliche Berichterstattung ist. Die ständigen Empörungen über die inakzeptablen Äusserungen einzelner AfD Politiker, die immer gleichen Bilder der östlichen Wutbürger, die überhebliche Art, derartige Denkansätze selbstverständlich nicht verstehen zu können. Dieser Artikel erklärt sehr plausibel und einfühlsam, warum es zu dieser Entwicklung gekommen ist und warum es Gründe dafür geben kann, so zu denken. Er bewertet nicht, er spielt sich nicht als Besserwisser auf, sondern sucht nach Erklärungen. Ich kann dem sehr gut folgen und denke, dass wir nur dann diesen rechten Trend umdrehen können, wenn wir anfangen, die Sorgen und Gedanken der betroffenen Menschen ernst zu nehmen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen. – Katrin Hering


Leserbrief zu „Das letzte Mittel” von Nicola Kurth und Jan Schweitzer

Ihr Methadon-Artikel ist leider wenig überzeugend, da das Interesse Erkrankter zu gering und nur mit einem Seitenhieb auf ergänzende Mittel als “Alternativmittel” ins Abseits gestellt wurde. Die pauschale Disqualifikation von z.B. Mistel wirft Fragen Ihrer journalistischen Unvoreingenommenheit auf. Außerdem fehlen ernstzunehmende Stimmen, die leider bei Ihnen nicht zu Wort kommen. Das Thema hätte eine breiter angelegte Diskussion verdient (was sagt die Gegenseite, was ist die Antwort der Pharmaindustrie, wie sehen die Einzelfälle aus, …). – Adolf Georg Riedel


Leserbrief zu „Der Riss im System“ von Felix Rohrbeck Und Kolja Rudzio

Der PKV-Verband wirft Ihnen starke Einseitigkeit bei der Recherche vor. Nach Lektüre Ihres Artikels kann ich das nachvollziehen. Ich erwähne nur ein paar Punkte, da eine umfassende Analyse des Bias Ihres Artikels hier den Rahmen sprengen würde.

  1. Sie führen anhand des Beispiels der Klinik mit zwei Eingängen erst mal das Bild der Zweiklassenmedizin ein, um später Leistungslücken der PKV etwa in der Psychotherapie aufzuzeigen. Was ist denn nun das System, das für die Versicherten mehr leistet?
  2. Sie zeigen die Kosten auf, die der GKV durch die beitragsfreie Mitversicherung von Angehörigen ohne Einkommen entstehen. Sie erwähnen nicht, dass die etwas über 10% PKV-Versicherten zusammen mit ihren Kostenträgern mit 25 – 30% des Gesamtaufwandes weitaus mehr an die Leistungserbringer zahlen als deren Bevölkerungsanteil entspricht und somit eine Stütze des Systems sind- Viele Ärzte können überhaupt nur deshalb eine Praxis mit Ertrag betreiben, weil die Leistungen für privat Versicherte höher vergütet werden.
  3. Sie führen das Beispiel eines Handwerkers auf, dessen Prämie von 297 DM auf 503 EUR gestiegen sei, und stellen dessen Prämie von vor 22 Jahren dem damaligen Beitrag von 770 DM für die GKV entgegen. Was Sie nicht erwähnen (weil es wohl den gewünschten Effekt beeinträchtigen würde), ist der Beitrag, den der Betreffende heute als freiwillig Versicherter an die GKV zahlen würde – das wären etwa 750 EUR je nach Zusatzbeitrag der gesetzlichen Kasse. Hinzu kämen ggfs. noch Kosten für eine Zusatzversicherung, um auf das Niveau des Tarifs NK 1 der Halleschen zu kommen.
  4. „Wer jung und gesund ist, zahlt wenig. Wer alt ist oder krank, zahlt viel.“ Ist im wesentlichen Demagogie. Ist Ihnen das Äquivalenzprinzip der Tarifkalkulation bekannt? Einen Beitragsanstieg nur aufgrund des Alters gibt es nicht! Was zum Tragen kommen kann, sind Selbstbehalte, wenn man erkrankt – aber das trifft auch GKV-Versicherte, dort nennt man das Zuzahlungen.

Was wollen Sie erreichen – der sogenannten Bürgerversicherung das Wort reden? Sie können Sich gerne im Vereinigten Königreich umsehen, was eine allgemeine steuerfinanzierte Gesundheitsversorgung für die Patienten bedeutet. Dort gibt es eine echte Zweiklassenmedizin – wer es sich leisten kann, lässt sich im Ausland behandeln, und das sind dann nur noch die wirklich Vermögenden. – Michael Buscher


Leserbrief zu „Ich bin aufgewühlt, enttäuscht und wütend” von Stephan Lebert

Da bin ich ja jetzt beruhigt: Wenn der Partner der Ferres ein Krimineller wäre, würde sie ihm den Laufpass geben – und da das bis jetzt nicht der Fall gewesen ist, hat Herr Maschmeyer alle seine Millionen auf redliche Weise verdient. Wer etwas anderes auch nur andeutet, ist ein von der Konkurrenz geschmiertes Mietmaul gewesen. Systematische Fehlberatung von AWD-Kunden durch die Vermittlung von riskanten geschlossenen Fonds auch an Durchschnitts- und Geringverdiener waren also auch nur böse Unterstellungen von Neidern, da hat der Maschi der Ferres sein großes Indianerehrenwort gegeben. Warum haben Sie dieses sogenannte Interview in der ZEIT veröffentlicht und nicht in Bunte oder Gala? – Michael Buscher


Leserbrief zu „Pass auf, Deutschland!” von Giovanni Di Lorenzo

Damit wieder einmal etwas Lesenswertes auf der ZEIT-Titelseite steht, müssen Sie wohl selbst ran. Zwischen den Zeilen glaube ich eine gewisse Fassungslosigkeit darüber zu spüren, dass die ZEIT Angela Merkel so lange so kritiklos begleitet hat. Und die schmerzhafte Erkenntnis, dass Helmut Schmidt während einer Zigarettenlänge mehr durchdachte politische Gestaltungskraft entwickeln konnte als Angela Merkel in 12 Jahren. – Gerhard Reinelt


Leserbrief zu „Der Riss im System“ von Felix Rohrbeck Und Kolja Rudzio

Danke für diesen Artikel. Es ist definitiv die exklusiven Privatkassen abzuschaffen und eine gemeinsame Bürgerversicherung zu gründen. Wer sich dann noch zusätzlich privat absichern will kann das ja weiterhin. Allerdings muss dann das zusätzliche Geld auch bei den Leistungserbringern sprich Ärzten ankommen. Ein Großteil der Arztpraxen könnte ohne die Einnahmen aus Privatrechnungen gar nicht existieren. Würde man dann auch gleich noch ein Primärarzt System schaffen , in dem der Hausarzt wieder ärztliche Kompetenzen und Möglichkeiten zur medizinischen Diagnostik hat und das niedergelassene Facharztsystem abschaffen, wären wir einen großen Schritt weiter. Es gäbe wieder Anreize sich als Hausarzt niederzulassen , da sowohl der Verdienst, als auch die Arbeitskompetenz stimmt. Fachärzte würden dann , wie in allen anderen Ländern auch im Krankenhaus die ambulante und stationäre spezialisierte Medizin fachübergreifend gestalten. Dieses System wäre effektiver und kostengünstiger! – Dr.med. Andreas Pauw


Leserbrief zu „Das letzte Mittel” von Nicola Kurth und Jan Schweitzer

Ich bin immer wieder entsetzt, wie einseitig und diffamierend in der „Zeit“ über die Alternativmedizin, aber auch die Hoffnungen von Menschen geurteilt wird, die dem Tod geweiht sind. Ihre Anhänger werden als ahnungslose Idioten beschrieben, die dubiosen oder „obskuren“ Heilversprechen zum Opfer fallen. Als Apothekerin, die beide Richtungen der Medizin gut kennt, würde ich mir eine differenziertere, sachlichere und einfühlsamere Darstellung an Stelle von Polemik wünschen. Man weiß aus Studien, dass Placebos nicht nur Wirkungen, sondern auch unerwünschte Wirkungen haben. Angesichts ihrer häufig beeindruckenden Wirksamkeit wundere ich mich, dass man den Placeboeffekt in der medizinischen Praxis nicht viel häufiger nutzt, sondern wie im Zusammenhang mit der Homöopathie allenfalls abwertend von einem Placeboeffekt spricht. Es sei ethisch nicht vertretbar, ein Scheinmedikament zu verabreichen, höre ich immer wieder. Die zum Teil erheblichen Nebenwirkungen von Medikamenten sind es offensichtlich. Der Fachmann staunt darüber, der Laie wundert sich.

Wir leben zum Glück in einem Land mit einer freiheitlichen Grundordnung. Jeder Bürger hat das Recht seinen Weg durchs Leben frei zu gestalten – auch bei der Wahl der medizinischen Behandlung. Es ist die Aufgabe des Gesetzgebers seine Bürger vor Methoden zu warnen und zu schützen, die die Gesundheit gefährden können. Er nimmt diese Aufgabe wahr –  oftmals auf Kosten der Freiheit des Einzelnen und unter Anwendung von zweierlei Maß, denn gefährliche Sportarten werden beispielsweise nicht verboten, obwohl auch sie die Gesundheit gefährden können. Und das ist richtig so, weil ein mündiger Bürger auch das Recht haben muss zu entscheiden, wie viel Risiko er in seinem Leber eingehen will. Diese Maßgabe sollte dann allerdings auch für die Wahl seiner medizinischen Versorgung gelten. Die evidenzbasierte Medizin hat in der Vergangenheit immer wieder Wege eingeschlagen, über die kritische Fachleute den Kopf geschüttelt haben. Irgendwann waren die Langzeitdaten dann so eindeutig, dass eine Kehrtwende notwendig wurde. Man denke nur an die Verschreibungshäufigkeit für den sogenannten Magenschutz (Protonenpumpenhemmer) oder an den massenhaften Einsatz von Antibiotika. Die moderne Schulmedizin ist noch jung und muss daher noch viel lernen, denn jeder Schritt nach vorn hat häufig eine Kehrseite, die sich manchmal erst später zeigt.

Man hat den Eindruck, der medizinische Laie soll dem Fachmann blind vertrauen – in anderen Gebieten darf er gerne kritisch sein, aber nicht, wenn es um seine Gesundheit geht. Dazu sind jedoch nicht alle Menschen bereit. Ich bin absolut damit einverstanden, dass jeder Patient ausführlich über den aktuellen Stand der Erkenntnisse rund um seine Erkrankung aufgeklärt wird, beispielsweise zu Methadon in der Krebstherapie. Wenn er sich unter Abwägung aller Vor- und Nachteile für einen anderen Weg entscheidet als die sogenannten Experten empfehlen, ist das die Entscheidung eines mündigen Patienten, den jeder respektieren sollte. Die Fachleute sollten aber auch ehrlich sein und zugeben, dass auch sie nur einen Teil der weltweit durchgeführten Studien kennen und sich auf bestimmte Behandlungsformen spezialisiert haben, von denen sie überzeugt sind. Es gibt meist viele Wege nach Rom, auch in der Medizin.

Vielfach suchen Menschen nach alternativen Behandlungsmethoden, weil sie aus Sicht der Schulmedizin austherapiert sind, oder weil sie sich die Nebenwirkungen einer medikamentösen Therapie ersparen wollen. Sie tun dies aus freiem Willen und häufig vielleicht auch, weil sie sich an den vermeintlich rettenden Strohhalm klammern. Daran ist jedoch nichts verwerflich! Es ist vielmehr bewundernswert wie sie um ihr Leben oder ihr Wohlbefinden kämpfen – und haben gerade daher bessere Heilungschancen, weil sie aus ihrer Passivität heraus kommen. Sie verdienen daher nicht nur Hochachtung, sondern ebenso Verständnis, Respekt und Toleranz wie jeder andere Patient, gerade wenn es um Leben und Tod geht. Artikel in Ihrer Zeitung verhöhnen die Betroffen jedoch immer wieder unterschwellig. Das finde ich weder akzeptabel noch dem Niveau der „Zeit“ angemessen. Es ist bedauerlich, dass Patienten sterben, aber das Leben verläuft nun einmal zu 100 % letal. Daran wird auch die Schulmedizin nichts ändern, die den Fokus derzeit dem Anschein nach allerdings eher auf eine Verlängerung der Lebensquantität und nicht auf eine Verbesserung der Lebensqualität gerichtet hat. Wenn man Zahlen von Patienten nennt, die im Rahmen alternativer Behandlungen an den Folgen ihrer Erkrankung gestorben sind, sollte man diese Zahlen fairerweise der Zahl der Todesfälle in Folge einer herkömmlichen medikamentösen Therapie gegenüber stellen: 1,6 Millionen Patienten werden hierzulande pro Jahr aufgrund unerwünschter Arzneimittelwirkungen im Krankenhaus behandelt. 30.000 Menschen sterben an den Folgen von Nebenwirkungen. (Quelle: Pharmazeutische Zeitung 3.8.2017) Darüber hinaus sollte man erwähnen, wie viele Menschen pro Jahr an den Folgen der entsprechenden Erkrankung trotz evidenzbasierter Medizin sterben. Vielleicht hätte manch einer länger gelebt, wenn er eine andere Behandlung bevorzugt hätte, aber er hat sich eben anders entschieden!

Muss man sich vor dem Hintergrund dieser Zahlen wirklich wundern, dass mündige Bürger eine gesunde Skepsis gegenüber der Schulmedizin mitbringen? Und was wohl dabei heraus käme, wenn man genauso viel Geld in medizinische Studien für naturheilkundliche Behandlungsverfahren stecken würde wie in die Medikamentenforschung? Ich habe einen Traum, dass der Frontenkrieg zwischen Schul- und Alternativmedizin beigelegt wird, dass beide gemeinsam zum Wohle des Patienten beitragen und sich niemand mehr für seinen bevorzugten Weg rechtfertigen muss. Dazu könnte eine tolerante, vorurteilsfreie Berichterstattung in den Medien beitragen! – Sabine Ritter


Leserbrief zu „Auf der Suche nach der Zusatzbevölkerung“ von Wolfgang Streeck

Mich stört an der ganzen Diskussion das man überhaupt nicht an die Länder denkt aus denen die Flüchtlinge kommen. Mein Freund, ein Syrier, spricht von Arroganz der politischen Elite im Westen. Genau die Personen, die der Westen sucht, werden in den Herkunftsländern auch dringend gebraucht, wenn sich die arabischen Länder einigermaßen stabilisiert haben. Vielleicht dringender denn je. Der Westen muß halt mehr für die Familien tun, damit die Geburtenrate wieder ansteigt. Und dafür öffentliche Einrichtungen schafft, damit die Eltern ihre Berufe ausüben können. Eine solche egoistische Einstellung des Westens ist der Anfang von kriegerischen Auseinandersetzungen. Es wird ständig von Globalisierung gesprochen, die aber nicht mit Leben auf beiden Seiten gefüllt wird. Die ständige Kritik für Andersdenkende ist kontraproduktiv und trennt eher als zusammenzuführen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der Riss im System“ von Felix Rohrbeck Und Kolja Rudzio

Eine umfassende Darstellung der Situation. Vielleicht zwei ergänzende Details.

  • Durch den Mix von PKV- und GKV-Patienten können manche Arztpraxen überleben, durch diesen nicht genau quantifizierbaren Effekt sponsort die PKV auch die Allgemeinheit.
  • GKV-Patienten können durch Zusatzversicherungen auch alle denkbaren Leistungen bekommen wie PKV-Versicherte und es gibt auch bei der PKV Tarife bei denen nicht mehr bezahlt wird als in der GKV.

Wichtiger finde ich jedoch wie es weiter gehen soll. Ich finde es bedauerlich, dass es bei den Parteien gar kein Konzept in die Richtung gibt, die GKV zu Gunsten der PKV abzuschaffen oder ein Mischmodell. Beides mit Steuerzuschüssen für Bedürftige und ggf. Kinder. So könnte man die Vorteile beider Konzepte nutzen. – Christian Voss


Leserbrief zu „Ich bin aufgewühlt, enttäuscht und wütend” von Stephan Lebert

Zu Herrn Maschmeyers und Frau Ferres öffentlicher Immagekorrektur ist nur zu sagen, dass es nachvollziehbar und verständlich ist in gutem Licht dastehen zu wollen. Leider sind die Indizien zu dieser hochbrisanten Schmierenkomödie meines Erachtens zu entlarvend. Aber nicht nur an der Familie Maschmeyer bleibt der schale Geschmack von Einflussnahme, Korruption und Käuflichkeit hängen, sondern auch die regierenden Parteien und ihre Vertreter spiegeln das Bild einer korrupten „Demokratie“ wider. Wirtschaftsbosse die mit eifriger Lobbyarbeit zu ihrem eigenen Vorteil auf die Gesetzgebung einwirken und sich ihr eigenes Wirtschaftswunderland basteln, mit staatlichen Zuschüssen, Steuererleichterungen und Abschreibungslücken werden von gewählten, willfährigen, auf ihrer Gehaltsliste stehenden Volksvertretern devot bedient, als wäre dieses auszubeutende Land das ihrige.Kein Wunder, dass bei derartigen Enthüllungen die Wut auf die „Volksvertreter“ immer größer wird. Verwunderlich ist aber nur, dass dies nicht schon lange zu anderen politischen Mehrheitsverhältnissen geführt hat. Oder sollte etwa der kommende Wahlsonntagabend doch noch eine Überraschung parat haben? – Eckhard Adler


Leserbrief zu „Armer Hund!“ von Björn Stephan

Vielen Dank für Ihren Bericht zum Thema Mopszucht. Wir sind selbst Besitzer von einem Mops und ärgern uns oft über die gesundheitlich angeschlagenen Artgenossen von unserem Eddie. Es ärgert uns allerdings auch, dass selbst Fachleute wie Dr. Oechtering oder Frau Ries-Scherf verallgemeinernde Aussagen treffen wie „Es gibt keinen einzigen gesunden Mops“ oder „Möpse hätten schon immer geschnarcht“. Das ist zum Glück falsch! Wir haben im Bekanntenkreis (Züchtertreffen und entsprechende WhatsApp Gruppe) dutzendfache Gegenbeispiele. Es handelt sich um dir Untergattung der Möpse die Sie im Artikel außen vor gelassen haben: die altdeutschen Möpse. Diese Rückzüchtung ist von den Züchterverbänden leider noch nicht anerkannt, daher zählen Sie de facto zu den Möpsen.

Hier werden lediglich hochbeinige Tiere mit ausgeprägter Schnauze verpaart. Dadurch sind die Hunde genauso agil und alltagstauglich wie normale gesunde Hunde. Alle Tiere aus den verschiedenen Würfen unserer Züchterin (Mopszucht vom Stromberg) sind schlank und sportlich. Das bestätigen auch die Tierärzte der verschiedenen Besitzer. Couch-Potatoes mit den üblichen Mops-Gebrechen gibt es daher auch nicht. Die Tiere haben nicht mehr oder weniger Probleme bei Hitze als andere Rassen. Unser Hund ist sogar ein echter Sonnenanbeter. Das traurige ist, dass die meisten Menschen sich über den Kauf eines Hundes soviel Gedanken machen wie über den Kauf eines neuen Paares Schuhe. Nach dem Motto: „Oh ein Schnäppchen, da greife ich zu.“ Wir haben lange recherchiert und uns bewusst für einen altdeutschen Mops entschieden und gegen die bekannten Quetschnasen. Seit wir den Hund haben bekommen wir auch laufend Komplimente und die Anmerkungen „Schade, dass das nicht mehr Leute machen“. Hoffentlich gibt es in dieser Hinsicht bei der großen Masse langfristig eine Bewusstseinsänderung, die Hunde haben es verdient. – Julian Fuchs & Jasmin Sitter


Leserbrief zu „Der Riss im System“ von Felix Rohrbeck Und Kolja Rudzio

Ich danke Ihnen für Ihren Artikel. Er war längst überfällig! Ja, es stimmt etwas nicht mit dem System wenn:

– der (Kassen)-patient uninteressant wird, weil dieser kein Interesse an IGEL-Leistungen hat.

– dem (Kassen)-patient bei akuten gesundheitlichen Problemen die Behandlung mit dem Hinweis verwehrt wird, dass man eine Terminpraxis sei und kein Zeitfenster für Notfälle habe.

– einem bei Beschwerde bei der KVO gesagt wird, es gibt keine Zwei-Klassen-Medizin, da jede Blinddarmop. – ganz gleich ob privat oder gesetzlich versichert – nach gleichen Standards durchgeführt wird.

– ich auf einen Facharzttermin  4 1/2 Monate warten muss.

Dies sind meine ganz aktuellen Erfahrungen der letzten Wochen mit dem Fachgebiet Orthopädie. Mittlerweile bin ich in privatärztlicher Behandlung, um eine weitere Schädigung meiner Gesundheit zu verhindern. Ob eine Bürgerversicherung oder wie immer man sie letztendlich nennt hilft, weiss ich nicht. Es muß sich aber grundsätzlich etwas beim ärztlichem Ethos verändern. Das Pendel ist mir in den letzten Jahren zu extrem zur betriebswirtschaftlichen Seite  – dies insbesondere bei der nachwachsenden Ärztegeneration – ausgeschlagen. – Ursula Thomas


Leserbrief zu „Herr Minister muss leider gleich weiter“ von Thomas Fischer

Es hat mich ein wenig verwundert, dass sich die Zeit mit dem Artikel zu Heiko Maas auf Stammtischniveau begibt. Der Beitrag von Thomas Fischer ist gut geschriebener und nicht minder spannender, wäre da nicht dieser beleidigte Habitus. Dieses, dem ist es zu leicht gemacht worden: „Das zeigt sich schon früh als er vom Rechtsreferendar, ohne Umweg zum Staatssekretär befördert wurde,…, während man in Bayern dafür erst mühsam promovieren muss.“ Auch der Frauenfeindliche Unterton stößt auf: „…ein neues Sexualstrafrecht….Das wurde zur Sicherheit gar nicht mehr im Ministerium entworfen sondern gleich von den feministischen Spezialistinnen im Rechtsauschuss.“  Sobald Herr Fischer etwas beschreibt, dass im missfällt bzw. was seiner Meinung nach nicht richtig gelaufen ist, wird darauf hingewiesen, dass es eine Frau war, die diese Entscheidung durchgeführt hat. So wie bei der Einstellungsverfügung zu Herrn Range. Wohingegen vorher „hochqualifizierte Ministerialbeamte“ durchs Land reisten, um sich von Fehlentscheidungen (das waren die der Feministinnen) zu distanzieren. Bestimmt ist viel Richtiges und auch Erhellendes an dem Artikel von Herrn Fischer leider ist er in der Form allein dazu angetan an Stammtischen alter Männer zitiert zu werden. Schade! – Ann-Christin Wehmeyer


Leserbrief zu „Ein barocker Totentanz“ von Michael Struck-Schloen

Willkommen im (ZEIT) Club , Michael Struck-Schloen ! „Mein“ Moderator als ständiger Hörer von  WDR 3 -Mosaik, Lieblingsstücke, Klassikforum etc. Werde ich jetzt häufiger Kritiken von Ihnen in DIE ZEIT lesen ? – Hartmut Wagener


Leserbrief zu „Früher war mehr gestern“ von Matthias Geis

Ihr Artikel, der pointiert die Herausforderung des konservativen Denkens einer, sagen wir mal salopp, sich hurtig verändernden Welt beschreibt, hat mir gut gefallen. Allerdings: Und hier möchte ich ein Zitat von Karl Kraus einfügen – nämlich: „Deutsche und Österreicher sind durch eine gemeinsame Sprach getrennt.“, ist mir der letzte Absatz dann doch aufgestoßen:

Verkürzt zusammenfassend: Horst Seehofer meinte, Bayern habe während der napoleonischen Kriege mal auf Österreichs mal auf Frankreichs Seite gekämpft, wäre aber letztendlich auf der Seite der Sieger gestanden. Nochmals ein Einschub: Soweit historisch korrekt und mitnichten meinerseits auch nur das Geringste gegen die Errungenschaften der französischen Revolution. Und dennoch eine kleine Anekdote zum Abschluss: Im Zuge der napoleonischen Kriege wurde eine Tiroler Adelige wegen Spionage zum Tode verurteilt. Durch den Strang. Ihre kurze Bemerkung dazu. Hängen na gut, aber dann mit dem Gesicht nach Tirol und mit dem Arsch nach Bayern. – Norbert Budil


Leserbrief zu „Wir brauchen die Kunst!“ von Klaus Weise

Das wäre in der Tat einmal eine dringende Nachfrage wert, warum nämlich in gebührenfinanzierten Nachrichtensendungen von ARD und ZDF, die Kultur im engeren Sinn kaum vorkommt. Der Verweis auf die Spartensender 3-sat und Arte hilft der Sache da nur bedingt weiter, denn es geht nicht darum, den kulturaffinen Nutzer zu erreichen, sondern gerade den, dem sich diese spannenden Felder bisher nicht erschlossen haben. Leisten könnten das die öffentlich-rechtlichen Anstalten ohne Frage, man muss die Bedeutung dieses wichtigen Informationssegments aber auch erkennen. – Dr. Wolfgang Weikert


Leserbrief zu „Land ohne Lächeln“ von Fritz Habekuß im ZEIT Magazin

Was für eine großartige Reportage ! Ich lebe seit 5 Jahren in  Brandenburg und kann verstehen und fühlen, was die Beiden schildern. Ich  hoffe, Fritz Habekuß bekommt einen Preis zusammen mit Pieter Hugo. So wünsche ich mir das Zeitmagazin ! – Alfred Preuß


Leserbrief zu „Von den Schülern geliebt Von den Kollegen gehasst“ von Martina Kix

  1. Mobbing ist immer eine sehr, sehr subjektive Wahrnehmung und vor allen Dingen gehören immer zwei Parteien dazu. Sich bei Meinungsverschiedenheit gemobbt, gedisst oder diskriminiert zu fühlen, gehört gegenwärtig zum Zeitgeist.
  2. Klassenraum- und Lerngruppenwechsel sind bei jedem Schuljahrsbeginn, mitunter sogar im Halbjahr, wegen der unsteten Personalversorgung (Schwangerschaften, Burnout, Lehrermangel…) ganz normaler Schulalltag.
  3. Natürlich bekommt man jede Klasse in allen Jahrgangsstufen mit Chill-Ecken, Kuchenbacken, vermeintlich originellen Arbeitsblättern und ähnlichen Konzentrationsvermeidungsstrategien bespaßt und damit um den Finger gewickelt. Die Frage ist nur, mit welcher Ernsthaftig- und Nachhaltigkeit dann die fachlichen Inhalte noch wahrgenommen werden. Ich stelle mir gerade den Club der toten Dichter mit Playmobil hantierend vor.
  4. Privatasyl für Schüler halte ich für bedenklich, weil weniger gutmeinende Schüler und Eltern daraus beispielsweise einen Pädophilie-Strick drehen könnten.
  5. Offensichtlich wird die Welt nicht automatisch in dem Verhältnis besser, wie Frauen in Führungspositionen gelangen. Erstaunlicherweise ist in dem gesamten Artikel nur von Lehrern die Rede und nicht einmal von LehrerInnen, wo doch fast alle Kollegien inzwischen in der Mehrzahl aus Frauen bestehen.
  6. Schließlich bleibt die Frage nach der Sinnhaftigkeit der angesprochenen Auszeichnungen. Welche Qualifikation bringen Schüler mit, um die Güte von Unterricht beurteilen zu können? Wie kann sich eine Schulverwaltung ein solches Schülervotum zueigenmachen, ohne beim Gepriesenen vielleicht übertriebene Vorstellungen zu wecken? Beliebtheit ist jedenfalls kein Kriterium, denn ich halte mich schließlich auch für schön, schlau, rank und schlank und nähen kann ich auch! – Ulrich Maas

Leserbrief zu „Gretchenfrage!” von Evelyn Finger und Wolfgang Thielmann

Die Gretchenfrage: „Sag, wie hast Du’s mit der Religion?“ ist obsolet. Die aktuelle und nach wie vor wichtige Frage sollte sein: Gibt es unanhängig von unterschiedlichen Glaubensorietierungen gemeinsame Merkmale des Religiösen? Die statistische Einordnung der Konfessionen aufgrund ihrer Mitgliedszahlen und der Bezug auf deren oft unkritische Selbstdarstellungen werden diesem Thema nicht gerecht. Die Herausforderung liegt darin, dass Religionen keine abschließend und objektiv darstellbare Größen sind, sondern erst durch das individuelle Verhalten der Gläubigen Gestalt annehmen. Auch in den Medien werden Religionen viel zu oft als sachlich definierbare Phänomene gehandhabt – was dazu führt, dass sich dort Leute zu Wort melden, die ihr Religionsverständnis selbst nicht geklärt haben. Die in dem Artikel erwähnte Kritik an einer Aussage der Bundeskanzlerin zum friedensfördernden Auftrag der Religionen finde ich jedenfalls überzogen. Da sollten sich die Autoren lieber mal an die eigene Nase fassen. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Der Riss im System“ von Felix Rohrbeck und Kolja Rudzio

Zu dem Thema ist auch festzustellen, dass zahlreiche Ärzte die privaten Krankenkassen ganz offensichtlich als Selbstbedienungsladen betrachten. Eine Umfrage in meinem Bekanntenkreis ergab, dass teilweise völlig überhöhte Rechnungen erstellt und auch Leistungen abgerechnet werden, die nicht bzw. nicht im angeführten Umfang erbracht worden sind. Die Versicherten sind jedoch zu einer Auseinandersetzung mit den Ärzten nicht bereit, weil „ja die Krankenkasse alles zahlt“. Die Krankenkassen / Beihilfestellen sehen sich außerstande, hier zu intervenieren, weil ihnen das notwendige Wissen über den tatsächlichen Ablauf der Behandlung fehlt. Ich selbst kämpfe zur Zeit mit einer Anästhesistin, die eine ganz einfache Dämmerschlafnarkose anläßlich der OP meines Grauen Stars als Vollnarkose mit dem 3,5-fachen Satz (angeblich eine sehr schwierige OP im Kopfbereich) in Rechnung gestellt hat. Die betreffende Rechnung enthält noch mehrere Posten, die nicht nachvollzogen werden können.

Das nächste Problem ist die Tatsache, dass die meisten Patienten die Rechnungen gar nicht auf Plausibilität prüfen und einfach an ihre Krankenkasse / Beihilfestelle zur Erstattung weiterleiten. Es wäre m.E. eine lohnende Aufgabe für eine Zeitung wie die ZEIT, einmal eine Umfrage zu starten, welche Erfahrungen ihre Leser insoweit gemacht haben und evtl. auch Privatkrankenkassen einzubeziehen. Durch das Verhalten sowohl der Ärzte, als auch der Patienten sowie der Krankenkassen und Beihilfestellen werden die Kosten immer höher getrieben. – Edith Pauckner


Leserbrief zu „Der Riss im System“ von Felix Rohrbeck und Kolja Rudzio

Grundsätzlich stimme ich Ihrem Artikel zu. Es muss eine gesetzliche Krankenversicherung für alle Bürger geben, egal ob selbstständig, Arbeitnehmer oder Beamter und mit deutlich höheren Beitragsbemessungsgrenzen. Sich darüberhinaus privat zu versichern, steht jedem frei. Aber leider schüren Sie gleich im ersten Absatz durch eine tendenziöse Darstellung Vorurteile und Neid! Das ist dem Niveau der “ Zeit “ nicht würdig! Ich bin als Bundesbeamter privat versichert. Aber ich müsste aber als Privatversicherter bei der von Ihnen als Beispiel gewählten Klinik auch durch die Tür für die Kassenpatienten. Ich würde mir das Zimmer mit den Kassenpatienten teilen, das gleiche Essen essen, von den gleichen Ärzten behandelt werden und hätte trotzdem die doppelten bis dreifachen Zuzahlungen zu zahlen wie ein Kassenpatient. Und würde ich die Tür für die Privatpatienten nutzen, müsste ich mindestens mein Auto verkaufen, um diesen Aufenthalt zu finanzieren!

Das erkennen Sie schon daran, dass an der Rezeption russisch und arabisch gesprochen wird. Hier geht es um völlig andere Privatpatienten. Im normalen Patientenalltag erlebe ich es vielleicht einmal in fünf Jahren, dass ich in der Terminvergabe bevorzugt werde. Dafür werden mir in der Regel Beträge in Rechnung gestellt, die weit über die Verrechnungssätze der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen. Die Differenz beträgt für mich und meine Tochter mehrere Tausend Euro. Diese Differenz zahle ich aus meinem Nettoeinkommen, obwohl mein Versicherungsbeitrag nicht niedrig ist. Für mich wäre die gesetzliche Krankenversicherung günstiger! – Rainer Funke


 

 

14. September 2017 – Ausgabe 38

Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Die Zeit verwirrt mich gerade ein wenig, was ist nun richtig ? Aussage von Fr. Weidel, zu Ihrem Thema Schwarzarbeit, oder Ihr Bericht. Hier hängt auch die Glaubwürdigkeit, der Zeitung mit von ab. Da ja Fr. Weidel Ihren Bericht dementiert… – Peter Piechnitzek


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Stefan Schmitt hat in dem Artikel „Unser Blauer Planet“ versucht eine globale ökologische Bestandsaufnahme zu machen. Dies scheint mir äußerst wichtig, da die Diskussionen über Klimaschutzziele meist über Maßnahmen in einem Land, z. B. Deutschland, geführt werden. Der Vergleich von Maßnahmen sollte aber immer auch die Fragen nach der Durchführbarkeit, der Nebenwirkungen, der weltweiten Effizienz und die Frage nach den Kosten beinhalten. Wenn Deutschland über Kohleausstieg und endgültigen Atomausstieg spricht, müssen gleichzeitig die Fragen nach realistischen Alternativen mit gleichbleibender Versorgungssicherheit und nach den Kosten gestellt werden. Die Schwankungen bei Sonne und Wind müssen bei der Stromerzeugung ja ausgeglichen werden. Da bleiben die alten Technologien Kohle oder besser Gas für die Stromgewinnung auf absehbare Zeit notwendig. Da nur ca. ein Drittel der Energie für Stromerzeugung benötigt wird, ist die Frage von fundamentaler Bedeutung, wie man den größeren Teil z.B. für Wärmeerzeugung, kurzfristig klimaverträglich reduzieren will. Da auch dies nur längerfristig erreicht werden kann, stellt sich die Frage nach schnelleren Lösungen für die Rettung des Weltklimas.

Hier gibt es aus meiner Sicht (und vor allem aus Sicht von bedeutenden Fachleuten wie Nicolas Stern und Claude Martin) die relativ einfache Lösung: sofortiger Stopp der Regenwaldrodungen! Hiermit könnte in kurzer Zeit für unseren Planeten wirklich sehr viel erreicht werden, denn die laufende Vernichtung von Regenwald hat durch die entstehenden klimaschädlichen Gase extremen Einfluss auf unser Weltklima. Der im 3. Teil des Artikels dargestellte Rückgang der Artenvielfalt könnte so ebenfalls gestoppt werden. Dieses Ziel kann natürlich nur durch größere Kompensationszahlungen an die betroffenen Länder erreicht werden. Hier wäre eine Lösung die langfristige Pachtung von Regenwaldflächen. Dabei muss nicht in Millionen sondern Milliarden Euro gerechnet werden. Aber dies ist immer noch billiger als die indirekte und direkte Subvention von Anlagen zur Gewinnung von alternativen Energien zur Stromerzeugung (z.B. Windkraftanlagen) in wenig effizienten Gegenden. Insgesamt ist Regenwaldschutz preiswerter und effektiver.  Die Ziele Klimaschutz und Artenschutz können so auch schnell  zusammengeführt werden. Die von Politikern manchmal geäußerte Auffassung, Klimaschutz hier und Regenwald- / Artenschutz in anderen Ländern seien zweierlei Dinge und diese würden aus verschiedenen „Töpfen“ finanziert ist bürokratisch, unsinnig und schädlich. – Karl Enk


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Mit großem Interesse verfolge ich die kritischen Leserbriefe, die regelmäßig einem ZEITmagazin-Modeheft folgen. Ja, ich warte schon regelrecht darauf. Dabei frage ich mich, wann die ZEIT diese – und damit ihre Leser – endlich ernst nimmt und mit der Zumutung „Modeheft“ aufhört. – Marcus Heckerle


Leserbrief zu „Ein zorniger Veränderer“ von Werner A. Perger

W o h l b e k o m m‘ s !

Im Nachruf für Heiner Geißler bringt DIE ZEIT vom 14. September ein Zitat aus ihrem „Gleisweilerer Dialog“. Gleisweiler, Gleisweilerer, am Gleisweilersten: Heiner Geißler hat auch in seinem pfälzischen Gleisweiler den Superlativ verdient.  Die dortige Lage seines Weinbergs heißt im Übrigen „Gleisweiler Hölle.“ Wenn der Gleisweiler Geißler den Himmel um ein Glas Wein bittet, wird ihm wohl die gute  „Gleisweiler Hölle“ kredenzt. Der „Veränderer“ Heiner Geißler hat ihn unverändert verdient.

Wohl bekomm’s ! – Frank Müller-Thoma


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Die Information in dem Artikel „Himmel, Lille!“ war schon erschreckend. Nun hat die Frau demnach einem Versicherungskonzern gearbeitet und hat da sicher mit Kollegen intensive Kontakte gehabt. Die frage ist, wird in diesen Kreisen so gesprochen? Bleibt das in diesem geschlossenen Zirkel geheim? Die Dame weiß wohl nicht, dass Die Deutschen schon längst eine Mischung der europäischen Nachbarn sind? Eine kleine Auswahl: Franzosen, Polen , Italiener, Holländer, Spanier, Russen, Türken und viele Andere gehören längst zu uns und sind weitgehend nur an den Familiennamen erkennbar. Bis sich diese Menschen ganz und gar als Deutsche fühlen, müssen einige Generationen vergehen. Bei den Türken gibt es noch das Problem, dass die alte Heimat  mit Geld und Organisation immer noch versucht auf diesen Bevölkerungsteil zuzugreifen.

Ich bin inzwischen 92 Jahre alt und bin in Polen als Deutscher aufgewachsen. Ich weiß sehr wohl, dass die alte Heimat in einem zunächst fremden Umfeld attraktiv ist, da man immer mit der Nase darauf gestoßen wird, eben anders zu sein. Unabhängig davon wurde meine Mutter in Sarajevo geboren und ist in Wien groß geworden. Ihr Vater war ein hoher österreichischer Offizier. Mein Vater wurde in Hamburg geboren, der Großvater war Direktor bei Nagel und Kamp. Ich habe daher über Brasilien, der Schweiz und ach Schweden eine weit verstreute Verwandtschaft. Meine Sandkastenfreunde hießen: Wlatke, Staszek Franzek Felek u.s.w. Diese völkische und rassistische Aufteilung der Menschen nach Religion, Hautfarbe, Sprache und sonstigen Kriterien sind für mich nicht nachvollziehbar. – Heinrich Mecke


Leserbrief zu „Huhu, hört ihr mich?“ von Maximilian Probst

Ach, was fühle ich mich mit meinen 56 Jahren doch jung bei der Lektüre der Fragen, die größtenteils auch meine sind. Ist die Übereinstimmung vielleicht weniger eine Altersfrage als eine Frage des Status? In besseren Kreisen etabliert oder eher (noch) nicht? Geärgert hat mich die unübersichtliche Präsentation. Wollten Sie dadurch ausdrücken, dass  Sie die Fragesteller für nicht ernst zu nehmen halten? – Susanne Sänger


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Als ständiger Leser ihres Blattes bin ich doch erstaunt auf welches Niveau sie sich begeben. Ich frage mich, was das Diskreditieren der kleinen Parteien kurz vor der Bundestagswahl nützt? FDP hinterzieht Rentenbeiträge, AfD Spitze stellt Schwarzarbeiter ein, nun, .welchem Interesse nutzt das? Was ist der journalistische Beweggrund? Insb. dieser Beitrag hat absolut keine Relevanz, außer der Versuch, den kleinen Parteien zu schaden?! Anmerkung : Ich bin kein Parteisoldat, sondern gehöre zur Spezies gemeiner Wähler, der sich schon per Briefwahl enschieden hat. – Erhard Sendowski


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Wenn auch Sie schon mit der ZEIT immer  rechter werden und zB. als Kopartner die AFD von der Stiftung Lesen als Lesepaten einladen lassen, dann ist es auch kein Wunder, dass der Rest von Deutschland nach rechts driftet. Schade, ich war mal eine begeisterte ZEIT Leserin. Sie schüren mit dem Flirten mit der AFD in Ihrer Berichterstattung auch den Rechtsruck. – Myriam Halberstam


Leserbrief zu „Hau ab!“ von M. Brost et al.

Die Zeit drängt….noch fleißig Schlagzeilen gegen AfD produzieren, dass auch ja noch mehr potentielle Wähler aufwachen, die Partei zu wählen. Dann noch mit solch uninteressanten und schlecht recherchierten Anfänger-Schlagzeilen. Muss da sein?? Hätte Ihre Zeitung seriöser eingeschätzt. (So etwas traut man ja nur „Bild“ zu.) – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Nun also geht es richtig unter die Gürtellinie. Alice Weidel soll eine Hilfe schwarz beschäftigt haben!! Was meinen Sie, wieviel politische Prominenz ähnliches tun?! Wetten, dass Sie auch nicht einen Finger krumm machen, um dies aufzuklären?! Ich verabscheue diesen regierungs-kriecherischen Schmieren-Journalismus, der  alles tut, um das Ansehen  der Print-Presse ins Bodenlose sinken zu lassen. So denken viele und wenden sich dem Internet zu. – Horst Blanck


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Was soll ich sagen. Das hätte ich nicht von Ihnen gedacht. So eine Blüte zur Titelstory zu machen: „Frau Weidel hat syrische Putzhilfe beschäftigt“. Also wirklich, Leute. Das ist doch offentsichtlich eine Kampagne und keinen TitelWert. Ich bin kein AFD-Wähler und hatte mich schon für die SPD entschieden. Aber wer so hartnäckig angegangen wird wie die AFD verdient schon um der Demokratie willen meine Stimme. – Peter Zimmer


Leserbrief zu „Huhu, hört ihr mich?“ von Maximilian Probst

Immer wieder wird behauptet, die „Belange der Jugend“ kämen in der Politik zu kurz – wer ist denn „die Jugend“? Der 25-Jährige, der sich in diesem Sinn bei der ZEIT-Umfrage geäußert hat, könnte sich doch selbst einer Partei-Gruppierung anschließen und für seine Belange eintreten! Viele Mitbürger- und nicht nur junge-, wollen von der Politik „bedient“ werden. Das ist meines Erachtens ein falsches Politik-Verständnis in einer Demokratie. – Dr. Karin Michaelis-Jähnke


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Eine Antwort könnte sein, dass dieses Land sich immens vergrößert – friedlich zur Abwechslung. Wir leben virtuell global, jedoch real bereits mindestens europäisch. Im Sport, in der Musik schon immer – in anderen Branchen jetzt auch. Bilingual ist jetzt schon im Kindergarten normal, nur da kommt schon nicht jeder mit.. Hinterher Hinkende haben in diesem Land auch Wahlrecht… – Tanja Czibulinski


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Es liegt auch daran, das sich diese Zeitung hier so dem Materialismus verbunden fühlt, dass sie im „Leitartikel“ die Frage zulässt: Erkennen Sie die Zukunft, wenn sie vorfährt? Und was erkenne ich? Eine Zukunft, in der der Mensch nicht mehr vorkommt! – Lothar Flachmann


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Sie und Ihre studentischen Freunde müssen etwas falsch gemacht haben. Es gibt in Deutschland tausende junge Männer, die kostenlos wohnen und leben. In Köln, so habe ich gehört, gibt es sogar die Möglichkeit, kostenlos bei Vollpension im Hotel zu wohnen, sie bekommen dazu noch Taschengeld und zahlen keine Studiengebühren. Das allerdings finde ich übertrieben. Und deshalb wähle ich nicht links! – Renate Ehrich


Leserbrief zu „Kalifornien ruft” von Uwe Jean Heuser

Das ist ja eine wunderbare Nachricht: man kann jetzt eines der Hauptprobleme des Elektroautos- zu schwere und teure Lithiumbatterien mit zu geringer Kapazität- einfach durch ein Softwareupdate lösen! Eine wundersame Kapazitätsvermehrung? Wohl kaum. Für uns Nichtfachleute wäre eine Erklärung, wie das funktionieren soll, sicherlich hilfreich. Meine laienhafte Vermutung geht dahin, daß durch ein Software- Update schlicht die Entlade- Schlußspannung niedriger eingestellt (was aber vermutlich auf Kosten der Lebensdauer der Batterie gehen würde) oder die Leistung reduziert wird. Für das Image von Tesla dürfte die Nachricht – im Zusammenhang mit Irma- aber sicherlich von Nutzen sein. – Dr. Michael Woernle


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Ich finde den Artikel sehr gut gelungen – Sie stellen sehr anschaulich dar, was hierzulande passiert. Ich fühle mich beinahe angesprochen(allerdings bin ich 46 Jahre) – aber die Motivationen der jungen Generation, die Sie beschreiben, kann ich nachvollziehen – im Prinzip habe ich es ebenso gemacht. Daher gute Frage – wann wehrt sich Ihre Generation dagegen, ich fürchte auch sie werden Merkel wählen…. – Birgit Kasimirski


Leserbrief zu „Ein zorniger Veränderer“ von Werner A. Perger

„Er wird fehlen“ – aber trotz aller seiner Verdienste ist es gut, dass ein Politiker seines Zuschnitts heute vermutlich keine Chance mehr hätte: Wie oft hat Heiner Geißler seine Meinung – oder das, was er dafür ausgab – radikal geändert, seine politischen oder weltanschaulichen Gegner bewusst verletzt und diffamiert und dabei gelegentlich ein eigenartiges Verhältnis zur Wahrheit offenbart!  Auch noch so viel Geißlersche Haarspalterei konnte seinen schlimmen Satz vom Pazifismus, der Auschwitz erst möglich gemacht habe, nicht aus der Welt schaffen. – Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Peter Dausend

Ein schönes Psychogramm der Beziehung zwischen Sozialdemokratie und Linker bzw. historisch kommunistischer Linker in Deutschland. Aber irgendwie auch wieder typisch „ZEIT“: Der Rauch wird begutachtet, aber zum Feuer gibt es keine Silbe. Mag es vielleicht sein, dass dem Zwist auf der „Beziehungsebene“ eine harte Differenz auf der „Sachebene“ zugrunde liegt? Folgendes Denk-Angebot an die Autoren: Durch das gefühlte „politische Lager der Linken“ läuft ein fundamentaler ökonomischer Riss (nicht nur zwischen Linkspartei und SPD, sondern manchmal auch mitten durch die Parteien selbst – übrigens: früher auch durch die Grünen):Die einen haben sich mit dem Kapitalismus arrangiert und aufgehört (bzw. nie angefangen), die ungeheuren Vermögen einer Elite, die durch das System bereichert wird (und die damit zusammenhängende auch politische Macht) in Frage zu stellen. Sie akzeptieren dieses System und diese Machtverhältnisse und beschränken sich darauf, in diesem Rahmen fortschrittliche Politik zu machen. Sie wollen zwar soziale (und manchmal auch ökologische) Verbesserungen, aber bitte niemals, ohne die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen „Wirtschaftsstandortes“ im Buhlen um die Gunst des großen privaten Kapitals zu gefährden. Das ist ihr geistiges „Framing“ (nach Elisabeth Wehling) – ob ausgesprochen oder nicht. Sie nennen diese Anpassung an die Machtverhältnisse „Realpolitik“ – und werden hierfür auch von nahezu der gesamten Medienlandschaft gelobt und gefördert (man erinnere sich auch an die Medienkampagnen gegen die „Fundis“ bei den Grünen in den 1980er Jahren).

Die anderen stellen ebendiese Machtverhältnisse und das System, das sie hervorbringt, fundamental in Frage (darum auch „Fundis“). Sie haben ein anderes Framing im Kopf, in etwa so: „Die Ökonomie hat den Menschen zu dienen. Oberster Zweck sind soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und eine funktionierende Demokratie. Wir müssen die Wirtschaftsordnung so lange umbauen und die vorhandenen Konzentrationen von Vermögen und Macht auflösen, um dieses jemals erreichen zu können. Wer diese bestehenden Verhältnisse jedoch explizit oder implizit anerkennt (und im Zweifel sogar noch verteidigt), gehört nicht zu unserem Lager, sondern zusammen mit den Bürgerlichen zum gegnerischen Lager.“ (By the way: Wie kann man einen Artikel zu Wagenknecht schreiben, ohne ihre Bücher, die vom Umbau der Wirtschaftsordnung handeln, sowie ihre sehr sachliche Argumentation gegenüber der SPD, die alles andere als feindselig ist, auch nur zur Kenntnis zu nehmen?). Ist es nicht im Kern dieses – ökonomisch fundierte – Feuer, das die eigentliche Ursache für den Rauch ist, den die ZEIT beschreibt? Und ist es nicht vielmehr so, dass die ZEIT als Redaktionslinie selbst die Position A mit einer großen Selbstverständlichkeit vertritt, so dass ihr eine solche Differenz nicht in den Blick geraten kann („toter Winkel“, sozusagen)? – Kris Kunst


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

…was mich an der ZEIT am meisten stört, ist die einseitige Ausrichtung auf rot-grün vieler Redakteure (was auch sehr leicht zu erkennen ist) ….beispielsweise Ulrich, Dausend, Pinzler,  etc. Ich hatte das früher nie so empfunden! Ich bedauere dies sehr, da es in der ZEIT sehr viele interessante Artikel -abseits der Parteipolitik- gibt, die ich nur ungern missen möchte. Ganz früher gab es Sommer, Jungblut … natürlich auch Dönhoff und Schmidt, die sich trotz gewisser „Herzensanliegen“ wie Brandt’sche Ostpolitik oder Europa nie haben so sehr durch die Politik vereinnahmen lassen. – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Peter Dausend

Sie schreiben, dass Ebert und Noske keine Räterepublik wollten. Dies wollten etwa 90 % der deutschen Bevölkerung nicht. War  es nötig war, um das zu verhindern, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu töten? Darüber kann man streiten. Ob Ebert und Noske diesen Tod wollten, ihn wenn nicht direkt veranlassten,  zumindest aber billigend in Kauf nahmen, werden weitere historische Forschungen zeigen.

Aber zum Kern ihres Artikels. Er erinnert mich an Christian Morgenstern: Meistes ist mit sechs bis acht Wörtern völlig abgemacht, doch mit ebenso viel setzen lässt sich Bandweisheit schwätzen. Kurz, lassen Sie Herrn Schulz morgen sagen, eine Koalition mit Frau Wagenknecht wäre noch gar keine so  schlechte Sache, die Zahl der SPD Wähler würde sich halbieren. So einfach ist das. Und dazu braucht man keine 2 Seiten. – D. Höffler


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass die Zeit grundsätzlich objektiver berichtet als die anderen wichtigen Mainstream Medien. Diese Artikelreihe und die über die AfD haben meinen Glauben daran aber erschüttert. Was gibt Frau Finger das Recht,  Wähler, die in der ehemaligen DDR  gegen Frau Merkel, lautstark und teilweise ausfällig und  gemein protestieren, als Feinde der Freiheit zu bezeichnen? Nur weil diese Proteste  nicht  ihren Vorstellungen über political correctness  folgen? Begreift denn keiner in der ZEIT Redaktion , dass die Wähler in der ehemaligen DDR nach 40 Jahren SED Propaganda in den Medien ein feines Gespür dafür entwickelt haben, wenn ihnen Nachrichten vorenthalten werden, auch wenn die gegenteiligen in den neuen Medien  nicht immer der Wahrheit entsprechen?  Glauben Sie denn im Ernst, dass das Strafverfahren gegen Frau Petry, ein paar Wochen vor der Wahl in Gang gesetzt, dass die rechtsradikale E – Mail  von Frau Weidel  von 2013 und ihre Beschäftigung einer  Asylantin als  “Schwarzabeiterin “ den Anteil der AfD – Wähler  unter die  5% Grenze zu drücken? Merken Sie denn nicht , dass in der Bevölkerung die Meinung wächst, außer bei den Wahlen nichts mehr zu sagen zu haben? Begreifen Sie denn nicht, dass man die Wahl des Herrn Steinmeier zum Bundespräsidenten nicht als demokratischen Prozess akzeptiert, weil seine Kandidatur  vorher zwischen SPD und CDU “ausgemauschelt” wurde und die Bundesversammlung diese Mauschelei nur bestätigen durfte. Meinen Sie denn, dass die geplante Verlängerung der Legislaturperiode des Bundestages von vier auf fünf Jahre der Bevölkerung als Effizienz Maßnahme verkauft werden kann?

Glauben Sie denn im Ernst, dass der kleine Mann einen französischen Eurofinanzminister über seine Steuergelder verfügen lassen will? Meinen Sie denn, dass der deutsche Facharbeiter bereit ist, höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu zahlen, damit ein griechischer oder italienischer Arbeitsloser bessere Zahlungen erhält.  Warum werden Volksabstimmungen  in EU Fragen  von den alten Parteien abgelehnt? Wenn Sie diese Ansichten weiter verteidigen, dann steht zu befürchten, dass in der Bevölkerung die Ablehnung des Systems “Parlamentarische Demokratie”  wachsen wird. Wenn weiter so gemacht wird ( und Frau Merkel bietet ein gewisse Garantie dafür) dann hat doch Rainer Mausfeld Recht, der einmal sagte: Die gegenwärtige Formen repräsentativer Demokratien sind Elite Demokratien, also de facto Wahloligarchien. Seit ihren historischen Anfängen wurde die Idee einer  repräsentativen Demokratie mit der Absicht entwickelt, das als irrational, infantil und als launenhaft angesehene “dumme” Volk von politischer Macht und Einfluss fern zu halten. – Ulf Hanel


Leserbrief zu „Welches Deutschland hätten Sie denn gern?“ von Matthias Krupa

Sie haben in Ihrem Artikel die Unterschiede in den Zielen der Parteien aufgedeckt. Mir sind dagegen Gemeinsamkeiten aufgefallen, die es unmöglich machen, die Favoriten und deren mögliche Steigbügelhalter beim Kampf um die Kanzlerschaft zu wählen. Ganz gleich, welche Wohltaten sie ihrer oft egoistischen Klientel versprechen. Denn sie vergessen dabei ganz die sorgsame Herstellung und Erhaltung der menschlichen Würde. Frau Wagenknecht ist dafür bekannt, dass sie zu ihrem persönlichen Genuss lebende Tiere in kochendes Wasser werfen lässt. Herr Schulz verzehrt gerne Gänsestopfleber, die nur durch extreme Tierquälerei erzeugt werden kann. Unser für den Tierschutz zuständiger Minister der CSU beantwortet nicht einmal Nachfragen zum Thema Küken schreddern oder monatelange Kastenstände von Schweinen. Dieses Verweigern einer Antwort auf kritische Wählerfragen hat er mit Frau Wagenknecht und ihren Mitstreitern gemeinsam. Das passt nicht zur demonstrativ behaupteten Nähe zum Menschen in beiden Parteien.

Über Monate hinweg habe ich in zahlreichen Briefen an die Parteien, insbesondere an die SPD und die LINKE, versucht, zu erreichen, dass sie in ihren Wahlkampfreden leidenschaftlich gegen die furchtbare, durch Gesetze unterstützte Tierquälerei ankämpfen. Sie haben mit kalter Ignoranz gegenüber dem Leid der Tiere geantwortet. Wer solche Menschen wählt, macht sich mitschuldig an künftiger millionenfacher Tierquälerei in Deutschland. Die Medien unterstützen das – ob gewollt oder nicht – durch Verzicht auf entsprechende Nachfragen zum größten Skandal in Deutschland. Ich hätte gern ein Deutschland, dass sich bewusst ist, welches Verhalten notwendig ist, damit man von einer Gemeinschaft mit respektablem, würdevollen Verhalten sprechen kann. Dann wären die Volksparteien auch wieder wählbar. – Klaus Lachetta


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Sie haben mit „Der blaue Patient“ einen grandiosen Statusbericht zum Thema Umweltzerstörung geschrieben. Nur: Warum  haben Sie diesen nicht auf Seite 1 genannt? Denn letztendlich wird die Umweltzerstörung viele der Probleme, die wir derzeit haben, noch vergrößern. Gegen zukünftige Flüchtlingsströme ist alles, was in den letzten Jahren aus Syrien zu uns kam, ein Klassenausflug.

Die kommende soziale Ungerechtigkeit wird uns glauben lassen, wir lebten derzeit im reinsten Sozialismus. Wir müssen viel mehr Anstrengungen, viel mehr Kraft, aber auch mehr Verzicht in den Schutz unseres bislang einzigen Planeten stecken, um diesen noch zu schützen. Aber vielleicht ist das Titelthema dieser „Zeit“ ein erster Schritt dahin. Mit Nationalismus lässt sich beim Umweltschutz nämlich nicht viel erreichen. Es wäre in der Debatte vielleicht sinnvoll, dies als weiteren wichtigen Punkt hervorzuheben. – Hauke Mewes


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Investigativer Journalismus wird bei der „Zeit“ offenkundig ganz groß geschrieben, insbesondere wenn es um das Privatleben der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel geht. Was seid Ihr doch für armselige und miese Schreiberlinge, die nichts Wichtigeres zu tun haben, als bei einer mutigen und ehrenhaften Frau, der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel, im privaten Bereich und auch noch am schweizer Wohnort herumzuschnüffeln, um vielleicht doch noch etwas herauszufinden, was dieser Frau vor der Wahl noch schaden könnte. Bevor solch ein armseliger und mieser Bericht erscheint, solltet Ihr mal besser Hintergründe erfragen, beim Betroffenen selbst, das schweizer Recht ausleuchten und dann vor allem soviel Anstand in der „Hose haben“, subjektive Annahmen und Vermutungen völlig wegzulassen und auch nicht mit Fragezeichen zu versehen. Aber Anstand kennt die „Zeit“ zumindest wenn es um die AfD oder deren Funktionäre geht nicht. Eben ein Haufen mieser und feiger Schreiberlinge. Statt das Wahlplakat der CDU aus dem Jahre 1991und die grundgesetzwidrigen Machenschaften einer Kanzlerin Merkel seid 2015 auszuleuchten und festzustellen, dass diese Wahlaussagen der CDU von 1991 die Aussagen der AfD von heute sind, seid Ihr nur noch darauf aus, dieser AfD zu schaden. Es wird Euch nicht mehr gelingen, Ihr charakterlosen Feiglinge. – Werner Christ


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Das ist ja fast wie im amerikanischen Wahlkampf. Mann, muss euch die Muffe gehen. – Klaus Lüßenhop


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Evelyn Finger greift ordentlich in die Tasten. Aber Zwischentöne werden oft geschlampt. Die Paraphrasierung verschwimmt. Aber zum Stück selbst. Genau dort, wo der Anschlag der Akkorde mit heftigem Forte intoniert wird, dröhnen einem die Ohren: Hass. Man braucht jedoch kein ostdeutscher Schöngeist zu sein, es reicht schon ein westdeutscher Musikliebhaber, um zu hören, um zu verstehen, um welche Partitur es sich handelt. Das Stück ist durchdrungen vom Identitätsthema. Mit fordernden Anklängen toleranter Begleitinstrumente, die dem Spiel größere Farbigkeit verleihen sollen, setzt die Solistin Evelyn Finger das eine und andere Rhythmus getragene Highlight. Während bei Wagner eher die germanischen Themen dominieren – sein Bayreuth liegt schon fast an der ehemaligen Grenze zwischen West – und Ostdeutschland, das früher DDR hieß. Diese tiefe Trennung nimmt die Solistin zum Anlass, De Bruyns “Theorie der Abgrenzung” als kurzes Zwischenthema einzuspielen und leitet kühn zu ihrer Theorie vom “Stolz der Verlierer” über. Arrangiert In einem rasanten Stakkato brüllen die Blechbläser “ihren Hass gegen die Politiker heraus”.

Von Verdis NABUCCO kennt man die Hymne des Gefangenenchors, ein Meisterstück melodisch – einnehmender Kunst. Aus “den” Ostdeutschen macht die Solistin “aus Befreiten nur Feinde der Freiheit” – eine schroffe Intonierung. Ihnen sei keine Freude zu entlocken, eine Freude, die bei Verdis Musik Sänger und Publikum geradezu in Verzückung geraten lässt. Bei Ostdeutschen dagegen – so posaunt die Solistin – gäbe es nur so etwas wie einen (peinlichen ) “Verliererstolz”, der den alten “Dünkel vom besseren Deutschland im Osten überlebt” habe. Diese Passage ist nicht nur in Moll gefärbt, hier gerät das Orchester aus dem Takt. Auch wenn einige Flöten dieses Thema unbeiirt weiterspielen. Aber tatsächlich reicht die Titelmelodie viel weiter. SIe ergreift nicht nur Ossis. Auch Migranten, Nazis, Salafisten. Die amerikanischen Südstaaten seien dafür “das große politische Vorbild”. Jetzt klingt im Hintergrund die Titelmelodie des Musicals Porgy und Bess an, die von Gershwin abgeguckte Art des unverfälschten afrikanischen “Shoutings”. Warum aber bringt das unverfälschte ostdeutsche Shouting die Solistin aus dem Takt? Wollen sie sich vielleicht bloß ihrer Heimat vergewissern? Aber für differenzierte Töne scheint das Titelthema der Solistin keinen Platz zu lassen. Doch im nächsten Satz wird übergeleitet zu den feineren Klängen. Mit subtiler Phrasierung werden doch noch Differenzierungen in der Ost – Westdeutschen Partitur herausgearbeitet. Aber Cui bono? Im Osten setzte schulische Bildung noch 1989 beim Abitur auf Goethe und Schiller. Im Westen dagegen “gleich auf Plenzdorf”. Und schon bewegt sich das Spiel des Orchesters wieder auf ein Crescendo zu, bei dem “der Konflikt zwischen den verschiedenen Arten des Deutschseins eskaliert” – “nach der Wende”. Etwas lieblos und unterkomplex wird die deutsch – deutsche Partitur heruntergespielt, wenn die Solistin – angesichts der Vielstimmigkeit des Chores – alles ihrer Titelmelodie unterordnen will: “Stolz der Verlierer”, “Hass gegen die Politik”.

Dem Gefangenenchor gab Verdi eine geradezu sehnsuchtsvolle Melodie, eine Melodie, die Heimat beschwört. Diese Melodie findet nach wie vor auf der ganzen Welt – nicht nur in Ostdeutschland – ein begeistertes Publikum: Va, pensiero, sull’ ali dorate – ein Lied, das Gedanken fliegen lässt, die die Sehnsucht nach Heimat ausdrücken. Und – nach einem zustimmungsfähigen Kommentar – Heimat gilt Menschen als der konkrete Ort, der die Identität des Menschen prägt. Für Kölsche ist das Köln, für Dresdner ist das Dresden. Nicht um Nation, sondern um Heimat geht es. Die Idee der Heimat ist universell. “O membranza, si cara e fatal!” Dieses Pathos können viele nur in der Musik Verdis nachempfinden, nicht unbedingt im Text. Statt O schmerzlich süßes Angedenken” singt man in Köln: Mer losse d’r Dom en Kölle… und jeder Kölsche kann hier sofort mitsingen. Die Solistin des Stolzes der Verlierer überspielt aber diese heimatliche Tonlage und verlegt sich gleich auf ein stakkatoartiges: Befreite wurden zu “Freiheitsfeinden”. Statt der hymnischen Leitmelodie Verdis klirrt es in ihrem Schlussakkord. Starke Motive der Spaltung, des Eigenen und des Fremden übernehmen die Führung und das gesamte Orchester schließt mit einem Furioso der “Wut gegen die Allerschwächsten: die Flüchtlinge”.Ein Fortissimo der Blechbläser verstärkt die Leitmelodie der Solistin mit “Verliererkonkurrenz” und “Ausländerhass”. Wo aber hört man die leisen Töne der Sehnsucht nach Heimat? – Klaus D. Lubjuhn


Leserbrief zu „Kalifornien ruft” von Uwe Jean Heuser

Habe ich das richtig gelesen? Die Tesla Kunden haben die ganze Zeit eine Batteriekapazität spazieren gefahren, die sie nicht nutzen konnten. Nur wegen dem Hurrikan Irma hat dann Herr Musk die Kapazitäten frei geschaltet. Das ist doch wohl ziemlich absurd. – Karlheinz Martin


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Nein, ich bin bisher weder AfD Wähler noch neige ich dazu, meine bisherige Parteipräferenz aufzugeben.  Was Sie in den letzten Tagen fast schon zwanghaft in Richtung AfD / Frau Weidel – entschuldigen Sie den Ausdruck, „absondern“ ist fast schon  bemitleidenswert. Sie machen es Ihren Lesern zunehmend schwer, die „Schöpfer“ Ihrer Auslassungen, nein, ZON überhaupt, noch ernst zu nehmen.  Offensichtlich hat die Studie der Otto-Brenner-Stiftung zum Versagen der Presse in Ihren Reihen nichts bewirkt. Ich bedauere das. – Otto Werthmann


Leserbrief zu „Zähes Geschöpf“ von Josef Joffe

Wenn meine Frau und ich donnerstags die neue Zeit erhalten, gilt mein zweiter Blick nach dem  Lesen des Inhaltsverzeichnisses oft dem „Zeitgeist“, den ich häufig lesenswert finde, denn der solide Konservatismus des mir öfter als  gläubig-aufgeklärten Atlantikers vorkommender Autor fordert bei mir das Überprüfen der eigenen Position wie auch zum Widerspruch  immer wieder  heraus.Meines Erachtens handelt es sich im vorletzten Absatz beim eingeschobenen Relativsatz um keinen grammatisch und inhaltlich vernünftigen Satz. Es heißt wörtlich: „Ohne Zusammenhalt, die der Verpflichtung gebiert, zerfällt die Nation in lauter selbstbezogene Stämme“Wie bitte? Wer oder was gebiert hier wen oder was? So elaboriert gestammelt ich den Satz syntaktisch finde, so kühn ist die fast hinter dem Kuddelmuddel veschwindende These von dem Zerfall in lauter selbstbezogene Stämme. Soll ich an die berühmten Hottentotten denken, von der meine Elterngeneration (Jahrgänge 21 und 23 des 20. Jh.) gelegentlich sprach oder an Bayern, Westgoten, Bretonen oder Sachsen? Ich bitte um Aufklärung im Sinne der Aufklärung. – Jürgen Hahn-Schröder


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Es ist mittlerweile sehr sehr peinlich wie alle Medien versuchen Frau Dr.Weidel und Ihre AFD in Misskredit zu bringen. Da sind Sie leider Gottes keine Ausnahme. So funktioniert die deutsche Demokratie nicht. Das ist unterste Wahlschublade und  Wilder Westen. Kehren Sie um und hören auf gleich geschaltet zu sein. Wovor haben Sie alle eigendlich  Angst wenn interlektuelle Leute offen Ihre politische Meinung sagen und dann öffendlich so an Kreuz genagelt werden. Gerade bei dieser Wahl ist das nicht mehr mein Deutschland und die Medien sind auch nicht mehr wiederzuerkennen. Darüber sollten Sie mal nachdenken ob das alles so seine Richtigkeit hat. Das hat nichts mehr mit seriösem Jornalismus zu tuen. Eine Schande für diesen Berufsstand, das Fernsehen und Ihre Sendungen eingeschlossen. – Klaus Ostermeier


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Das Titelthema stellt die Frage: „Warum rückt das Land nicht nach links?“ Traditionell verband man in der Bundesrepublik die SPD mit Rot als Symbolfarbe für den politischen Linksbegriff. Martin Schulz hingegen bezeichnet sich selbst als einen Konservativen, was im Farbspektrum der Parteien besser zum Schwarz der CDU passt. Die großformatige Wahlwerbung des Wissenschaftsforums der Sozialdemokratie in derselben Ausgabe unter der Überschrift „Mit starker Wissenschaft und Forschung in die Zukunft“ sagt über den Verlust des Attributs „links“ bei der SPD einiges aus. Zwar kommt die rote Farbe noch im angefügten Logo der SPD vor, doch der Text spricht eher für ein Weiter so! im konservativen schwarzen Spektrum. Von den insgesamt 54 Unterzeichnenden stehen 46 männlichen gerade mal 8 weibliche Professoren gegenüber. Der Inhalt der Anzeige verspricht, die „erfolgreiche sozialdemokratische Politik für Hochschulen, Wissenschaft und Forschung“ auch in den kommenden Jahren fortzusetzen. Ist das Verhältnis männlich 46 zu weiblich 8 in der Professorenschaft in den Augen der SPD und ihres Kanzlerkandidaten etwa ein Ausdruck erfolgreicher Wissenschaftspolitik? Auch optisch präsentiert die Anzeige ein vermännlichtes Wissenschaftsverständnis: Das zukunftsweisende Foto in der Anzeige präsentiert einen modisch-bärtigen jungen Mann im typischen Silicon Valley-Outfit; ein ebenfalls männlich designter Roboter assistiert dem deutschen Jungstar bei seiner Lösung weltumspannender Probleme.

Während man im klein gedruckten Block der Unterzeichnenden die wenigen Frauen mit einer Lupe noch finden kann, kommt im groß gedruckten Text das in der Bundesrepublik im Vergleich mit anderen EU-Ländern besonders gravierende Problem der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern nicht nur im Bereich von Wissenschaft und Forschung, sondern auf allen Ebenen des sozialen Lebens gar nicht vor. Willy Brandt hatte einst mit dem Aufruf: Mehr Demokratie wagen! die weiblichen Wähler für sich und die SPD gewinnen können. Bisher sieht es mir nicht danach aus, als wolle die Partei mit Martin Schulz an die Tradition der Brandt-Regierung anknüpfen. – Professor em. Dr. Herta Schmid


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Hat also ihren Hauptwohnsitz nicht in der BRD. SELTSAM, daß es nicht Voraussetzung für eine Kandidatur für den Bundestag ist, daß man auch im Inland wohnt. Oder WENIGSTENS innerhalb der EU?!??? Wenn ich bei den Kommunalwahlen für ein Amt kandidieren will, muß ich in der betreffenden Gemeinde wohnen, und zwar nicht erst seit gestern. tsk tsk tsk – Rena Rappel


Leserbrief zu „Meister der hocherotischen Zone“ von Martin Machowecz

Die Vielzahl herausragender Artikel häuft sich, daher muß ich mich schon wieder rühren:  Herzlichen Dank, Herr Machowecz,  an Sie & an die ZEIT für Ihr herausragendes Gespräch < Meister der hocherotischen Zone   mit  Neo  Rauch über den leider verstorbenen Arno Rink.  Es tut sehr gut ( speziell für mich als Künstler :  https:// youtu.be/ ZvS2TiT84jI   )  des geschätzten Neo Rauchs herrlich künstlerisch + politisch unkorrekte Ansichten zu Kunst & Leben in solch beispiellos wohltuender Ausführlichkeit in der ZEIT zu lesen!  Da kann sich speziell das ART-Kunstmagazin noch eine dicke Scheibe von der ZEIT abschneiden! Bitte weiter so. – Paul Zendo


Leserbrief zu „Der Ersatzkaktus“ von Doris Dörrie

Stacheln oder Dornen? Doris Dörrie schreibt „Aber was ist ein Kaktus ohne Stacheln?“. Nun, Kakteen haben KEINE Stacheln, sondern Dornen (… und Rosen haben Stacheln). Dornen sind umgewandelte Blätter und wurzeln in tieferen Schichten. Ihre Aufgabe in den heißen und trockenen Wüstenregionen erfüllen diese hervorragend: Vor Fraß schützen (Kaktus als Feuchtigkeitsquelle für andere Tiere), vor UV-Strahlen schützen (intensive Sonneneinstrahlung), Reduzierung der Verdunstung (dichtes Dornenkleid spendet Schatten). Sie können – ebenso wie ihre Vorfahren, die Laubblätter – mit der Zeit abfallen. Stacheln sind Sonderformen der äußersten Zellschicht, der Epidermis und „piksen“ uns z.B. an Rosen. – Annette Fiering


Leserbrief zu „Buntes auf dem Bildschirm“ von Matthias Schütte und Sven Stillich

Danke für die immer wieder erhellenden Beiträge von Jana Simon und Christoph Dieckmann – auch und nicht nur über den OSTEN.   Wenn dann aber in „gesamtdeutschen“ Statistiken die Geschichte der DDR immer wieder hinten runterfällt, versteht man auch immer wieder das Gefühl, nach 1990 der eigenen Biografie beraubt worden zu sein.  Denn selbstverständlich gab es im Fernsehen der DDR mit dem „Kessel Buntes“ auch eine „wichtige Unterhaltungsshow“ in Farbe – mit dem unsäglichen Rainer Süß und der frechen Helga Hahnemann. Ich selbst habe den „Kessel“ – jung und anti – nie geschaut, aber die halbe DDR eben doch. Selbstverständlich werde ich deshalb nicht AfD oder LINKE wählen. Aber für den einen oder anderen wird diese immer wieder durchschlagende West-Ignoranz (und das schreibe ich ganz ohne moralische Empörung) das Fremd-Fühlen gegenüber dem bundesdeutschen „System“ stets neu befestigen. – Matias Mieth


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Die „Wutbürger“ im Osten gehören mehrheitlich einer Generation an, die noch in diktatorischen Zeiten („die Partei hat immer Recht“) aufgewachsen ist und der ein Abscheu gegen „die Politik“ und „die Politiker“ eingeimpft wurde. Hinter allen Beschlüssen wittern sie böse, egoistische Machenschaften einer Kaste. Leider haben wir es nach der Wende versäumt, diese anders tickenden Menschen in demokratische Prozesse einzubinden. Auch heute noch gibt es im Osten – leider auch unter Lehrern – immernoch eine Scheu, sich politisch zu outen, wie ich bei meinen häufigen Besuchen „drüben“ erfahren habe. Und genau das ist ja kontraproduktiv: es werden nur Funktionsträger, und es wird nicht die diskutierende Basis wahrgenommen. – Dr. Karin Michaelis-Jähnke


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Die Zeit hat sich also endgültig in den schleimigen Kanzlerin-Wahlverein eingereiht. Wo ist Robert Leicht ? – Gerhard Hetzer

Leserbrief zu „Das Leben danach” von Ilka Piepgras im ZEIT Magazin

Ich bin überwältigt, geschockt und doch beruhigt, als ich die Geschichte von Ariel Levy zu Ende lese. So sehr Sie bemüht ist Ihr Leben als lesbische Ehefrau- dann zwischendurch Fremdgeherin inklusive künstlicher Befruchtung selbstbewusste Frau darzustellen und als postmoderne freie Feministin zu gelten, wird mir als Lesererin klar, dass so ein Leben ganz ohne Furcht und Tadel am Ende zu nichts führt. Wir brauchen Regeln als Fundamente in unserem Leben. Ich würde sogar eine Schritt weiter gehen und ihren Satz neu schreiben, „Wir haben längst nicht soviel Kontrolle über unser Leben wie wir glauben, denn nicht die Natur ist unser Boss sondern Gott.“ – Marzena Juliana Pustelnik


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Drei riesige ZEIT-Seiten nur Klage! Was wäre denn die Abhilfe der Herren Ménélon, Sanders usw.? Ein Gesetz, nachdem ein Anstellungsvertrag immer für das ganze Leben gilt? Der Vorgeneration fehlte halt noch die chinesische Konkurrenz (und ein PC kostete zwei Monatsgehälter) … – Werner Koetz


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Weil in diesem Land in allen relevanten Felder seit Jahren längst linke Politik gemacht wird: in der Flüchtlingspolitik seit der Grenzöffnung August 2015, in der unengagierten Kriminalitätsbekämpfung, in der Umweltpolitik, in „solidarischen“ Bürgschaften für die Schuldenpolitik anderer Länder…Und der Protest dagegen vertritt ja aus Sicht der ZEIT nicht „unsere“ Werte und soll deshalb lieber heute als morgen von der politischen Landschaft verschwinden! – Dr. phil. Hans-Joachim Eberhard


Leserbrief zu „Zähes Geschöpf“ von Josef Joffe

Endlich sagt’s mal einer! Man muss nur in ein beliebiges Geschichtsbuch zu schauen, um festzustellen, dass die weitaus meisten Konflikt daraus entstehen, dass man unterschiedliche Kulturen zwangsverheiratet. Der gewöhnliche Deutsche mag halt seine Bratwurst mit Kartoffelsalat und reagiert ungehalten, wenn man die zwangsenteignet und durch Hähnchenflügel und Fladenbrot ersetzt. Wenn man vorsichtig auf diesen Umstand hinweist, darf man sich allerdings in der Regel sofort das goldene Nazi-Abzeichen an die Brust heften. Wieso erwarten die Multi-Kulti-Propheten eine unglaubliche Aufgeschlossenheit bis zur Selbstverleugnung beim Normalbürger, während ihre Politik sich geistig nach wie vor auf dem Niveau von Dschinghis Khan gewegt?

Das gilt insbesondere für die EU. Von den Bürgern der 27 Nationen kann man sich – schon sehr gute Schulbildung vorausgesetzt – gerade mal mit einer Hand voll direkt verständigen, und von gut einem Drittel ist noch nicht einmal die Schrift zu entziffern. So lange die EU nach dem Design EUdSSR konstruiert ist, wird sie genauso wie die Blaupause im Orkus der Geschichte landen. Es wäre sinnvoll und hilfreich, wenn die Medien die Volksbefindlichkeiten Ernst nehmen, anstatt in Hyperventilieren und Nazi-Gebrüll auszubrechen, wenn mal jemand sagt „Ich mag aber lieber Bratwurst mit Kartoffelsalat“. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Eine brillante, klare Analyse der materiellen Situation der jungen Generation (m.E. bis ca. 45 Jahren) und ihres beruflichen sowie politischen Verhaltens in den westlichen Staaten, einschließlich Deutschlands. Als 67igjähriger bin ich in der Tat sehr verärgert darüber, dass mein Sohn und wohl auch künftig mein Enkel im Vergleich zu mir im Alter zwischen 25 und 45 Jahren über ein deutlich niedrigeres Arbeitseinkommen verfügt, verfügen wird,;  selbst bei Festanstellung als Hochschullehrer, nach jahrelangen Praktika, befristeten Verträgen.

Dies ist ein gesellschaftlicher Skandal, der von den 25 – 30jährigen ganz offensichtlich eben nicht als solcher wahrgenommen wird, weil sie nichts anderes kennen als diese Situation, der, reden wir Klartext: Ausbeutung. Diese Ausbeutung in jungen Jahren mit Dumpinglöhnen induziert auch Altersarmut – es gibt dann keine ältere Generation mehr, die die junge Generation materiell unterstützen könnte…. All das, wofür ich in jungen Jahren politisch kämpfte, auch für Kinder und Enkeln, wurde politisch und ökonomisch  pulverisiert durch einen faktisch schrankenlosen Kapitalismus. Das Leistungsprinzip ist insbesondere auf dem Arbeitsmarkt völlig außer Kraft gesetzt durch das Prinzip „Macht“.  – Rainer Egold


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

In der Schweiz ist es gesetzlich so geregelt: Für Haushilfen in Teilzeitbeschäftigung braucht es keinen Vertrag, keine Sozialabgaben, und der Lohn ist bar auf die Hand zu zahlen. Die im o.a. Artikel Frau Weidel unterstellten Fake-Verdächtigungen sind also nur eine ekelhaft widerliche Hetze von 3 Ihrer Mitarbeiter, die vortrefflich in das Team der ZEIT-Lügenpresse passen. Ich bin ein lebenslang in der Wolle rot gefärbter Sozialist und wollte Schulz und SPD wählen.  An Stelle der von Ihnen natürlich nicht zu erwartenden Wiedergutmachung Ihrer Verleumdung hab ich mich entschlossen, meine Stimme diesmal der AfD zu geben. – Hans-Joachim Blankenburg


Leserbrief zu „Zu intelligent fürs Leben” von Gero Von Randow

„Wenn Siri Unsinn antwortet …“ – da frage ich, wer ist Siri Unsinn?  Aber Spaß beiseite, der Artikel spricht mir aus der Seele.  Es gibt keine künstliche Intelligenz, es gibt nur programmiert gesteuerte Geräte bzw. Maschinen (pgGs).  Das ist es, was alles als künstliche Intelligenz bezeichnet wird, ist meist eine Übertreibung. Vorweg bedarf es einer Begriffsdefinition, was ist Intelligenz?  Ich verstehe darunter „die Fähigkeit des selbständigen Denkens“.  Demnach gibt es keine künstliche Intelligenz, denn hinter all diesen programmiert gesteuerten Geräten steckt menschliche Intelligenz.  Die Computersystemen (Watson, AlphaGo, Deep Blue) zugeschriebenen Siege bei Quiz (Jeopardy), Go und Schach sind nicht Siege von Maschinen sondern Siege der Programmierer.  Die Computer stellten lediglich die Hilfsmittel und Werkzeuge hinsichtlich von großer Rechenleistung und von gewaltigen Speichermöglichkeiten dar.  Die Algorithmen jedoch stammen von menschlicher Intelligenz, von Programmierern.  Warum wird das Computerspiel Tetris nicht als künstliche Intelligenz betrachtet?  Da gewinnt auch hin und wieder der Computer – aber das wird als zu minder betrachtet.  Dabei ist es hier auch nichts anderes als eine von Menschen geschaffene Hard- und Software, die dahinter steckt.

„Künstliche Intelligenz“ oder „Artificial Intelligence“ sind Marketingbegriffe.  Ein großes IT-Unternehmen geht bereits zu dem Begriff  von „kognitiver Intelligenz“ an der Stelle von „künstlicher Intelligenz“ über.  Das ist viel zutreffender.  Eingabeinformationen (z.Bsp. durch Sensoren) werden „erkannt“, durch Algorithmen verarbeitet, durch Zusatzinformationen (wie Daten) ergänzt, dann werden Aktionen gesetzt.  Ein Kfz erkennt einen Prüfstand und drosselt den Schadstoffausstoß.  Das entspricht der gängigen Computer-Architektur – Eingabe, Informations/Daten-Senke, Verarbeitung, Ausgabe.  Auch bei „neuronalen Netzen“  bzw. „selbst lernenden Systemen“ muss das „selbst lernen“ erst einmal programmiert werden.  Eine Technologie (Biologie) durch eine andere Technologie (Mechanik, Elektronik, Elektromechanik) zu ersetzen ist keine Lösung für eine selbständige Intelligenz.

„Selbst lernende“ Systeme basieren auf „Try and Error“ (Versuch-und-Irrtum).  Kein Pilzsucher und kein Verzehrer von Pilzen agiert nach diesem System.  Ein Kind, welches heiß als solches erst erkennt, nachdem es sich verbrannt hat, hat zwar dazu gelernt, aber eine intelligente Leistung ist das nicht.  Unlängst wurde in einer Radiosendung des ORF ein autonom fahrendes Kraftfahrzeug als künstliche Intelligenz bezeichnet.  Im nächsten Zug wurden selbst lernende Systeme als künstliche Intelligenz erwähnt.  Ich will in keinem selbst lernenden Fahrzeug sitzen, sondern in einem, welches nach allen Regeln der Kunst ausgetestet wurde, die komplette Hard- und Software!  Die grundsätzlichen Parameter der Straßenverkehrsordnung sind beispielsweise durch Menschen vorgegeben und nicht selbst erlernt.  Bumms, das war jetzt falsch – so ein Verfahren ist unzureichend. „KI- und Robotersysteme müssten ihr Handeln erklären können“ heißt es in Ihrem Artikel.  Die Erklärungen gibt es bereits!  Sie sind in den Daten, Informationen und Programmen, die dem Handeln zu Grunde liegen.  Software-Tester kennen die „Traces“ zum Verfolgen von Programmabläufen.  Aber das hat einen Umfang, den sich kaum jemand ansehen will.  Diese Forderung ist vielleicht für Programme wie Tetris zu erfüllen, ist aber für komplexe Systeme mit großen Datenmengen oder Berechnungen völlig unrealistisch.  Wobei ich unter Daten auch Informationen anderer Art, wie beispielsweise von Sensoren, verstehe.

Beim Streit zwischen Musk und Zuckerberg und auch Hawking geht es beispielsweise um die Frage, ob Roboter irgendwann so intelligent werden, dass sie ihre menschlichen Schöpfer töten könnten.   Natürlich kann es programmiert (digital und/oder analog) gesteuerte Maschinen und Geräte geben, beispielsweise Drohnen, die gezielt (einige oder vielleicht alle) Menschen töten.  Alles was einem Menschen ähnlich sieht wird gekillt.  Aber nicht weil sie so intelligent sind, sondern weil sie von Menschen so programmiert wurden.  Vielleicht geraten sie auch aufgrund eines Software-Errors außer Kontrolle.  „Beware of the Software Error“ sage ich immer.  Es gibt bereits Roboter, die gegeneinander in Wettbewerben kämpfen.  Aber dahinter steckt menschliche Intelligenz.   Menschen entwickeln die Regeln, Algorithmen, Techniken, Programme nach denen die so genannte „künstliche Intelligenz“ ablaufen kann.  Ich fürchte nicht die künstliche Intelligenz, sondern die menschliche Intelligenz bzw. noch viel mehr „die menschliche Dummheit“.  Durch dumme oder bösartige Programmierer oder durch Software-Fehler könnten digital gesteuerte Geräte großes Unheil anrichten.  Das ist das eigentliche Problem.  Die Chefs sind nicht „Bits und Bytes“, sondern die vorgebenden Programmierer.  Alle Macht den Programmierern, das soll man sich einmal überlegen.  Notfalls kann man die Stromversorgung der Geräte kappen, dann hat man statt der angeblichen künstlichen Intelligenz wieder tote Materie.

PS: Ein Programm muss nicht unbedingt aus einer Software bestehen, es kann auch ein rein Hardware-mäßig vorgegebener Ablauf sein (wie früher bei den Lochkartenmaschinen beispielsweise oder einer Wasserstoffbombe).   Übrigens ist in meinem Meyers Lexikon für die umfangreiche Begriffsdefinition von Intelligenz die „Try-and-Error-Systematik“ ausgeklammert („… somit Versuch-und-Irrtum-Verhalten und Lernen an Erfolgen, die sich zufällig einstellen, entbehrlich macht“).  Das noch als Anmerkung zu den selbst lernenden Systemen, ich nenne sie nicht künstliche Intelligenz sondern Try-and-Error-Systeme, die auf Zufallsalgorithmen beruhen. – Peter Jürß


Leserbrief zu „Meister der hocherotischen Zone“ von Martin Machowecz

Wie so viele bin auch ich eine kleine Bewunderin und Bestaunerin Ihrer Werke (und eine noch etwas größere Bewunderin und Bestaunerin der Werke Ihrer Frau Rosa Loy). So habe ich gerne Ihr Interview mit der ZEIT vom 14. September gelesen und bedauere sehr den Tod Ihres Freundes Arno Rink. Ich bin froh, dass der Selbstzweifel und „das Aus der Malerei“ in den neunziger Jahren sie nie vom Malen abgehalten hat. Ich möchte zum Interview nur eines anmerken. Es ist weniger ein Kritisieren, mehr ein Hinzufügen. Sei meinen, Sie wünschten sich manchmal, „dass ein Kerl wie Arno Rink durch die Ateliers der Kunststudenten gehen würde, um die jungen Männer zu ermuntern, dass es doch nicht schlimm ist, wenn man sich von weiblichen Körperformen angeregt fühlt.“ Ich wünschte mir manchmal, dass jemand, durch die Ateliers der Kunststudenten gehen würde, um die jungen Frauen zu ermuntern, dass es doch nicht schlimm ist, wenn man sich von männlichen Körperformen angeregt fühlt. Genauso wie ich mir manchmal wünschte, dass jemand durch die Ateliers der Kunststudenten gehen würde, um den jungen Männern zu ermuntern, dass es doch nicht schlimm ist, wenn man sich von männlichen Körperformen angeregt fühlt und den jungen Frauen zu ermuntern, dass es doch nicht schlimm ist, wenn man sich von weiblichen Körperformen angeregt fühlt. Es geht nicht darum zu verbieten, „der weiblichen Schönheit Huldigungen darzubringen“, aber darum, dass die Frau mehr kann und will, als gehuldigt zu werden, dass auch die Frau Huldigungen darbringen kann, der männlichen Schönheit zum Beispiel.

Es geht nicht um ein Ausradieren von Schönheit oder um ein Verzicht auf Begehren, sondern um ein Lenken der Aufmerksamkeit darauf, dass die aktiven und passiven, die als schön gepriesenen und die als schön preisenden Rollenbilder auch anders verteilt werden können als bislang, und dass mit der bisherigen Rollenverteilung stets viele ausgeschlossen wurden. Es geht nicht um zwanghafte Sprachpolizei und „gendersensible Bücklinge“, sondern darum, dass Frau und Mann jeglicher Sexualität und jegliches Geschlechts diese Art des „Hedonismus“ hätten erleben dürfen und können, wie Sie und Arno Rink ihn als heterosexuelle Männer in Ihrer Studienzeit erlebt haben – und zwar mit einer Sensibilität für Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen und Ausgrenzungen, die damit einher gehen können. Sensibilität und Lust schließen sich nicht aus. Es mag sein, dass es innerhalb der feministischen Bewegung Menschen gibt, die das anders sehen. Es mag sein, dass für sie die genderneutrale Sprache eine weitaus höhere Priorität hat, als für mich (und scheinbar für Sie). Doch Gendersensibilität auf Sprachpolizei, Bücklinge und Inquisition zu reduzieren, versperrt den Blick darauf, wofür sie wirklich wichtig ist: auf tatsächliche Gleichberechtigung aller Geschlechter ohne dabei die Besonderheit des einzelnen Menschen zu verlieren. Danke. – Iphigenia Andreou


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Ich vermisse Helmut Schmidt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ein derart krudes Machwerk auf der ZEIT-Titelseite zugelassen hätte. – Gerhard Reinelt


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Bernd Ulrich

Eine einleuchtende, gute und klare Analyse des Verhältnisses von „Die Linke“ und „SPD“. Jedoch scheint es mir ein globaleres Problem zu sein, warum nicht mehr oder so wenig links gewählt wird. Es läßt sich ja europaweit und fast weltweit beobachten, daß ein Riß durch die „linke Ecke“ geht. Und zwar meist zwischen etablierter Linker und neuen, meist jugendlichen linken Bewegungen. Um nur einige zu nennen: In Griechenland will Syriza nicht mit den alten Sozis koalieren (eher mit einer extrem rechten Partei). In Frankreich verschmäht Mélenchon die „alten“ Sozialisten um Hollande. In Spanien will Podemos nichts mit der PSOE zu tun haben. Und in den USA stritten sich Bernie Sanders und die etablierte Hillary Clinton um den „linken“ Ansatz. Irgendwann hat die Linke (generell – nicht die dt. Linke) ihren Auftrag oder ihr Anliegen über Bord geworfen.

Mir scheint, das war mit „New Labor“ und unserem brionihaften „Agendakanzler“. Die Erzählung lautete plötzlich: die Globalisierung kann man nicht aufhalten, also müssen wir uns anpassen.  Hieß übersetzt: die Schwachen müssen sich anpassen. Die Linke hat damals aufgegeben, die Globalisierung gestalten zu wollen und zu können! Und gerade mit New Labor und der „Agenda“ wurden Reformen eingeleitet, die letztlich nur die Schwachen zur Anpassung zwingen. Es heißt ja immer, das die „Agenda“-Reformen (ich benutze bewußt keinen Namen eines Dieselskandalfirmenmanagers) Deutschland fit für die Globalisierung gemacht haben und eben die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. Aber zu welchem Preis, bzw. auf wessen Kosten? Doch gerade nur der Schwachen – eben der Klientel, um die sich die Linke eigentlich kümmern sollte, anstatt z.B. die Abschlagssteuer für alle Wohlhabenden auf 25% zu senken oder von den Starken rein gar nichts zu fordern! Letztlich ist die Linke eingeknickt vor dem immer wieder gebetsmühlenartig vorgetragenen Argument, daß doch „Arbeitsplätze gefährdet seien“ und man die Globalisierung nicht aufhalten könne. Das mag ja sein! Aber man kann sie gestalten! Und da hat in allen westlichen Ländern die Linke versagt und ist deswegen nun gespalten. Gespalten bis zu dem Punkt, daß sie untereinander nicht mehr kooperiert und eben linke Politik überhaupt nicht mehr stattfindet!

Und leider profitiert davon eben überall eine populistische Rechte, da sie erkannt hat, daß sie mit der Unzufriedenheit der gesellschaftlich und wirtschaftlich Abgehängten Reibach machen kann – ohne deren Bedürfnisse und Nöte in irgendeiner Weise ernst zu nehmen geschweige denn diese in politische Programme aufzunehmen.  In Deutschland mag der Zwist zwischen Lafontaine und Schröder die Entzweiung der Linken befördert haben, aber weltweit steckt da Größeres dahinter. – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Danke für den Artikel und für die wichtige Frage, warum es keine Bewegung nach links gibt. Der Ausschnitt, den Sie betrachten, ist allerdings zu klein! Geisteswissenschaftler, Psychologen…. Sie sind eine Minderheit des Jahrgangs. Absolventen der MINT Fächer finden sehr bald feste Anstellungen, oft schon vor Beeidigung des Studiums… War nicht immer so. Bei Juristen und Wirtschaftler sieh es auch nicht so schlecht aus, wie es mal war. Im Handwerk werden Gesellen gesucht. Wenn ich also den gesamten Jahrgang betrachte, dann schildern Sie die Situation einer Minderheit. Kann es sein, dass diese sich ihrer Minderheitssituation bewusst sind? Dazu würde mich Ihre Meinung interessieren. Deutschland täte eine Linke Regierung sooo gut! Vielleicht ist es in 4 Jahren so weit! – Dr. Götz Dyckerhoff


Leserbrief zu „Nicht alles schlucken” von Greta Taubert

Viel trinken ist das neue Beten. – Margot Neuser


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Ein sehr schöner Artikel von Caspar Shaller – interessant durch seine zumindest teilweise Aussensicht. Ein wichtiges Moment oder Motiv für den Unterschied der Einstellung in Deutschland einerseits und USA, Grossbritannien,Frankreich etc. andererseits bleibt jedoch unerwähnt. Und das ist die grosse Wende der Jahre 1989 ff.Die Wende betraf zwar ganz Europa und Amerika, aber Deutschland doch noch in ganz anderer Weise : Hier war ein Teil des Landes (zumindest real-)sozialistisch gewesen. Und dieser Sozialismus war jetzt – 1989 – nicht nur moralisch (Mauer), sondern auch ökonomisch, politisch, eben faktisch gescheitert.Das war so in Westeuropa und Amerika nicht geschehen.Ein Rückgriff auf einen solchen „looser“ ist nicht eben attraktiv (ausser für die „Linkspartei“). Das schwächt jede Alternative.In meiner altersbedingten Erinnerung war die Einstellung und das Verhalten der entsprechenden Altersgruppe (nicht nur an der Uni) in den achtziger Jahren in der damaligen Bundesrepublik noch wesentlich anders. Damals wunderten wir uns eher über das politische Desinteresse z.B. der amerikanischen Studenten. Diese spezifisch Situation in Deutschland – und Osteuropa- erklärt auch zumindest teilweise die in anderen Artikeln derselben ZEIT-Ausgabe beklagten Schwäche der Linken und diesen seltsamen „rechten Antikapitalismus“ in Ostdeutschland und Osteuropa. Denn wo ein linker Antikapitalismus  die Produktionsverhältnisse in den Blick nimmt, kapriziert sich die rechte Variante auf die „Eliten“.Marx hätte hier wahrscheinlich vom Verharren auf der „Erscheinungsebene“ gesprochen. – Jürgen Elsner


Leserbrief zu „Meister der hocherotischen Zone“ von Martin Machowecz

Die Wut packt mich im Feuilleton: Ich lese dort, dass einer der bekanntesten deutschen Maler sich wünscht, dass ältere Männer die jüngeren männlichen Kunststudenten stärken. Damit sie endlich mal wieder mutig, lustig und „genussfähig” einen Blick auf Frauen werfen. Was für ein unglaublich unkritisch geführtes und hochpeinliches Interview mit Neo Rauch!  Neben den offensichtlich uralten, abgelutschten, weinerlichen „Argumenten” (dass man heute keinen Spaß mehr haben dürfe und ui, immer muss man sich als Mann so intensiv mit dieser nervigen Sprache auseinandersetzen und auf sooo viele Gemüter Rücksicht nehmen!) und der unkommentiert gelassenen Andeutung, dass Frauen „Minderheiten“ seien, entsetzt mich an diesem Interview, dass die ZEIT es nicht schafft, Herr Rauchs Antworten in den Kontext der aktuellen Diskussion um Sexismus im Alltag der deutschsprachigen Hochschulen zu stellen (siehe das Dossier im Merkur:  https://www.merkur-zeitschrift.de/2017/07/06/sexismus-an-schreibschulen-hildesheim/ bis https://www.merkur-zeitschrift.de/2017/08/28/sexismus-an-hochschulen-8-und-schluss/ sowie https://www.merkur-zeitschrift.de/2017/08/04/presseschau-sexismus-an-hochschulen/, eine Presseschau mit den Reaktionen darauf – in der die ZEIT auffallend wenig präsent ist).

Somit wird dieses Interview zu einem herrlich passenden Beitrag in genau dieser Diskussion. Allerdings ist es nicht gerade so, dass wir auf noch mehr Beiträge gewartet hätten, die uns beweisen, dass alte Männer im Dienst von Kunst, Freiheit, Spaß (oder welchem hehren Ideal sie im Moment nacheifern), sich öffentlich alles erlauben dürfen. Im Gegenteil! Eigentlich erhoffen wir uns mehr Portraits von Menschen, die einen differenzierten Blick auf unsere Gesellschaft werfen und Interviewer, die nicht hilflos überfordert sind, wenn ein Gespräch solche Bahnen nimmt. Deshalb erlauben wir uns auch, diesen Leserbrief an Sie in modifizierter Form als offenen Brief auf unserem Blog zu posten: https://www.wepsert.de/artikel/neo-rauch-sexismus-ein-offener-brief-an-die-zeitRicarda Kiel


Leserbrief zu „Ein Mann mit Agenda“ von Harald Welzer

In Ihrer im Übrigen sehr detaillierten und ausgewogenen Beschreibung Gerhard Schröders und seiner Agenda 2010 fehlt ein Hinweis auf die sozialpolitische und wirtschaftliche Situation der Zeit: Wir hatten eine sehr hohe Arbeitlosigkeit von über 5 Millionen, die z.T. auf die zu hohe Lohnnebenkosten zurückzuführen war. Die Arbeitslosenzahlen sind bis heute auf ca. 3 Millionen zurückgegangen. Schröders Agenda hatte also auch einen erheblichen sozialpolitischen Hintergrund.

Zu dem von Ihnen so gelobten Geschichtsbewusstsein Gerhard Schröders möchte ich zwei Einschränkungen machen: Er gehörte neben Grass und anderen zu den Skeptikern der Wiedervereinigung. Sie wollten die DDR als soziale Demokratie neben der BRD etablieren. Schröder hätte wissen müssen, dass ein Nachfolgestaat der DDR im Zusammenhang der deutschen Geschichte keine Berechtigung hatte. Zu dieser Fehleinschätzung passt der Vorschlag der Bundeskanzlers Schröder, den 3. Oktober als arbeitsfreien Feiertag abzuschaffen. Damit hat er sich dann ja auch nicht durchgesetzt. – Reimer Wohlenberg


Leserbrief zu „Und jetzt, wohin?“ von Jan Ross

Meine Frau stammt aus dem Süden von Myanmar, wir haben dort Grundbesitz und reisen regelmäßig dorthin. Ich habe daher einen etwas anderen Blick auf das Land als manche Journalisten, Touristen oder Medienkonsumenten. Ihr Artikel beschreibt  meines Wissens richtig die Historie der durch britische Kolonialkräfte betriebene Ansiedlung muslimischer Anwohner im ehemaligen Arakan (heute: Rakhine). Was leider fehlt ist die Feststellung, dass die vielfach seit ca. 20 Jahren verwendete Bezeichnung „Rohingya“ historisch nicht belegt ist. Die von offizieller Seite in Myanmar verwendete Bezeichnung „Bengali“ („Bengalen“) dürfte korrekter sein. Festzuhalten ist: Diese Menschen sind in Myanmar nicht nur in ihrem unmittelbarem Umfeld, sondern im ganzen Land extrem unbeliebt. Fraglich ist daher aus meiner Sicht, von Aung San Suu Kyi einen wie auch immer gearteten Einsatz für die „Rohingya“ einzufordern. Sie hätte sofort ihr gesamtes Volk gegen sich, und in dem bis dato stolzen (und weltweit einzigartigen) 135-Ethnien-Staat Myanmar wäre ein Bürgerkrieg die unausweichliche Folge. So gesehen, ist sie eine kluge und versierte Politikerin – trotz der aus westlicher Sicht tragischen Vertreibung muslimischer „Rohingya“. – Jan Schüsseler


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Das Bild was Ihre Autoren von Frau Weidel und der AfD überhaupt, ist der eigentliche Grund warum die AfD die drittstärkste Partei  in unserem Land wird. Vorher wurde Frau Petri zur Unperson von den Medien erklärt. Herr Gauland ist der Nachkomme von Hitler. Sie machen sich langsam lächerlich. Wahr ist dagegen: die AfD ist die eigentliche Opposition von allen anderen Parteien. Und Frau Weidel triftet nicht ab, sondern versucht aus der Pleitepolitik wieder ein Leben für die Bürger zu schaffen, ohne  täglich Angst haben zu müssen , ob man morgen noch am Leben ist. Weil der Terror und die hohe Kriminalität Ausmaße angenommen haben, die viele Bürger verrückt machen. Und wenn ich hören muß: „Das muß eine Demokratie aushalten können“. Einen noch blöderen Spruch habe ich noch nie gehört. Wer nicht zum Mainstream passt, wird von Ihnen niedergemacht.  Aussenseiter sind nicht willkommen. Die Scharfmacher sitzen nicht in der AfD sondern in Ihren Redaktionen. Das Chaos, daß die etablierten Politiker in Deutschland und Europa hinterlassen kann schlimmer nicht sein.  Ich grüße Sie trotzdem recht herzlich, aber nur, weil für Ihr Blatt auch Autoren schreiben, die Intelligenter sind. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Bernd Ulrich

Ein absoluter Witz. Die SPD und die GRÜNEN zum linken Lager zu rechnen, ist für mich ein absoluter Witz. Dies zeigt, wie weit inzwischen unser Land nach rechts gerückt ist. Das macht mich sehr traurig. – Artur Borst


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Bernd Ulrich

Wegen solcher Analysen lese ich die Zeit. Super. – Martin Loser


Leserbrief zu „Hau ab!“ von M. Brost et al.

Die Schreiber dieses Artikels glauben, etwas Neues aus der Bundesrepublik Deutschland zu beschreiben. Da irren sie sich. Wie hat man Helmut Kohl zugerufen während seines letzten Wahlkampfs? Wie hat man Franz Josef Strauß genannt, beschimpft, welche unflätigen Bemerkungen machte Helmut Schmidt über ihn!!  (Die Autoren mögen aus dem Archiv jene Zeit-Ausgabe mit Bild und Bildunterschrift auf der 1. Seite – wenn ich mich recht erinnere  –  herausholen:  da ist vom pissenden Bullen die Rede.) Zum Verhalten gegenüber  Strauß schreibt Golo Mann am 5.4. 1980: „Ich würde nicht für ihn eintreten, wenn nicht  …. eine Hetzkampagne gegen ihn stattfände, wie ich es vorher nur einmal erlebt habe,  und das ist sehr lange her, gegen Friedrich Ebert in den zwanziger Jahren.“   Die Autoren übersehen das Verhalten der bekannten Parteien gegenüber der AfD, beschrieben in einem Artikel der NZZ vom 13. September 2017 auf S. 5: Die Ghetto-Brüder von der AfD. Sie übersehen die Schmähungen und Behinderungen ‚Linker‘ gegen die Professoren Münkler und Baberowski an der Humboldt-Universität in Berlin. Audiatur et altera pars – gilt dieser Grundsatz noch und die Debatten-Regeln des 21jährigen  Benjamin Franklin? – Helmut Wiench


Leserbrief zu „Meister der hocherotischen Zone“ von Martin Machowecz

Ich musste mich schon sehr wundern, über die Formulierungen des Herrn Rauch : „Wer mit den Jahren nicht konservativer wird, dem ist nicht zu helfen.“ Ist Herrn Rauch noch zu helfen? „Den Ort zu verlassen, das ist eine typisch deutsche Anwandlung“…Was soll denn das?? Was sind „sich selbst verwirklicht habende junge Paare“ und „Weibspersonen“? Seit wann ist das Wort „anfühlen“ „neudeutsch“?  Und wenn ein KunstProfessor in dieser Weise über „gendersensible Jünglinge“ herzieht, dann kann man nur noch mit dem Kopf schütteln…. – Gernot Lindner


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Sie haben recht, dass junge Leute in Deutschland erstaunlich leise sind, wenn es darum geht, die Auswirkung des Raubtierkapitalismus auf unsere sozialen Systeme anzuprangern. Da liegt vieles im Argen. Aber als jetzt 63-jähriger kann ich Ihnen versichern: Die geschilderten Schicksale Ihrer Altersgenossen lassen sich 1:1 auf viele meiner damaligen Kommilitonen übertragen (Stichwort „Lehrerschwemme der 80er Jahre“). Und ich gestehe: Analog zu den heutigen Jobs als Pizzaboten oder Kaffee-Ausschenker habe ich in dieser Zeit Säcke geschleppt, geputzt und niedere Lagerarbeiten gemacht, um über die Runden zu kommen. Das war…normal !  Wenn Sie solche Tätigkeiten als „Bullshit-Job“ bezeichnen, ist dies eine schwere Beleidigung für die dort arbeitenden Menschen und zeugt leider von einer erheblichen Arroganz. – Dr. Thomas Rutt


Leserbrief zu „Versöhnung war gestern” von Michael Thumann

Eine Billion Dollar (sofern hier die deutsche und nicht die amerikanische Einheit gemeint ist) entspricht 840 Milliarden Euro und nicht 840 Millionen.  Wie kommt es, dass die „Stuttgarter Nachrichten“ den gleichen Fehler enthalten, während die FAZ die richtig umrechnet?  *) – Wolfgang Schäfer


Leserbrief zu „Versöhnung war gestern” von Michael Thumann

840 Millionen Euro, gleich 21 Euro pro Einwohner, will Polen als Ausgleich für die Kriegsschäden? Da ließe sich doch ein Weg finden, wie Polen einen geldwerten Ausgleich erhält, der dann nicht Reparation genannt wird. Hat nicht seinerzeit Bundeskanzler Schmidt mehrere  illiarden DM in die polnische Rentenkasse gezahlt, damals ausserordentlich von Frau Dönhoff in der ZEIT gelobt?  eider steht der genannte Euro-Betrag in Klammer als Ihre Umrechnung. Vor der Klammer steht: eine Billion Dollar. Dies entspricht 1.000.000  Millionen Dollar bzw. 1.000 Milliarden Dollar. Je nach aktuellem Wechselkurs weicht der Euro-Betrag etwas davon ab.  Ich bin gespannt, ob die Redaktion die Leser so wertschätzt und ein Erratum bringt. – Adolf Ronnenberg


Leserbrief zu „Zukunft ist keine Lösung“ von Peter Kümmel

Ein journalistisches Meisterstück! Ein Hochgenuß für mich als Leser! Bitte mehr davon… – Dieter Gollong


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Mit großem Interesse habe ich den Artikel gelesen, in dem sich der Autor darüber wundert, weshalb junge Deutsche ihre prekären Arbeitsverhältnisse akzeptieren, statt für mehr Gerechtigkeit auf die Straße zu gehen. Ich denke, das lieg daran, dass die Menschen nach dem verlorenen Weltkrieg zugunsten des Wiederaufbaus ihre persönlichen Interessen den Anforderungen von Arbeitsmarkt und Gesellschaft untergeordnet haben. „35 Jahre lang Haken für den Duschvorhang“, sozusagen. Es wurde schlicht und ergreifend das gearbeitet, was gefragt war. Für die materielle Sicherheit haben die Menschen freiwillig und unaufgefordert Selbstverwirklichung & Co ins Rentenalter verschoben … Die (Groß-)Eltern der heutigen Jung-Akademiker verzichteten also auf etwas, das die junge Generation wertschätzt und als Fortschritt empfindet: eine selbstbestimmt Berufs- und/oder Studienwahl. Dafür bringt sie nun ihrerseits ebenfalls freiwillig und unaufgefordert ihr Opfer: die materielle Sicherheit.

Das Problem liegt darin, dass sowohl Jung als auch Alt davon überzeugt sind, diese beiden Alternativen wären eine klares Entweder Oder. Wer das Studium nach Herzenswunsch statt nach Arbeitsmarktanforderungen wählt, opfert  die Sicherheit und muss damit leben. Punkt. Statt Musik hätte frau ja auch IT studieren können, nicht wahr? Dabei wird dann gerne übersehen, dass auch die vermeintlichen Vernunftlösungen heutzutage nicht automatisch zu materieller Sicherheit, sondern genauso in prekäre Arbeitsverhältnisse führen. Wenn die Jungen erkennen, dass sie einem falschen Glaubenssatz aufgesessen sind, werden sie schon noch zu kämpfen beginnen. Es wird sich nur nichts an ihrer Lage ändern, solange die Alten (und damit die etablierten Entscheidungsträger) selbst noch dem falschen Glaubenssatz nachhängen, die richtige Berufs- oder Studienwahl wäre automatisch ein Schutz vorm Prekariat. – Doro Simpfendörfer


Leserbrief zu „Zu intelligent fürs Leben” von Gero Von Randow

In Ihrem Artikel lassen Sie diejenigen zu Wort kommen, die mit Robotik Geld verdienen . Es ist doch naheliegend, dass sie aus Eigeninteresse die Gefahren herunterspielen. Wenn gleichzeitig das Physik-Genie Hawking und ein sehr zukunftsgerichteter, erfolgreicher Visionär vor den Gefahren warnen, dann weiß ich, wem ich eher glaube. Wenn die ersten vollautonomen Kampfdrohnen eingesetzt werden, außer Kontrolle geraten und nicht nur Familien auslöschen, die den Drohnenbesitzern egal sind, dann sind wir an dem Punkt, vor dem gewarnt wird. Das ist dann noch nicht KI, schon klar, was aber wenig tröstlich ist. Da niemand weiß, unter welchen Bedingungen Bewusstsein erlangt wird, kann mich kein Robotik-Unternehmer damit beruhigen, dass wir uns keine Sorgen machen müssen. Roboter werden vermutlich nicht dadurch Bewusstsein erlangen, dass Forscher dies zu erzeugen versuchen. Irgendwann wird es plötzlich einfach da sein, ohne dass dies jemand beabsichtigt hat. – Heiko Friedrichs


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Vielen Dank für Ihren Artikel „Unser blauer Patient“. Es ist ein Thema, dass wir alle so sehr verdrängen. Viele Menschen, denen ich begegne, merken garnicht die drastischen Veränderungen selbst in ihrer unmittelbaren Umgebung. – Heiko Friedrichs


Leserbrief zu „Versöhnung war gestern” von Michael Thumann

Eine Billion sind 1000 Milliarden, und auch von einer Billion Dollar sollten, jedenfalls im Deutschen und wahrscheinlich auch im Polnischen (im Gegensatz zum Englischen) 840 Milliarden Euro übrig bleiben. Mit Ihrer Umrechnung haben Sie dem Artikel gekonnt die Basis weggespült. Denn schenke ich der Euro-Zahl Glauben, dann liegt in der Bedienung der polnischen Forderung die Chance eines echten Schnäppchens für die Deutschen! Was hat die polnische Regierung nun gefordert? Und wie versöhnungswidrig ist die Forderung dann wirklich? Sinnlos, den Artikel bis zum Ende zu lesen. – Jochen Stecher


Leserbrief zu „Viel Gewinn, wenig Steuern. Wie kann der Fiskus Apple und Google zur Kasse bitten?“ von Marcus Rohwetter

Sie beschreiben Denkansätze, wie der unfairen Besteuerung internationaler Konzerne durch EU-Länder wie Irland oder Luxemburg (Holland und Belgien könnte man wohl auch noch nennen) begegnet werden könnte. Aber Sie schreiben auch, dass Länder wie Deutschland, Frankreich usw. sich solche Besteuerungsansätze auf europäischer Ebene genehmigen lassen müssten. Ich halte das für erklärungsbedürftig. Wie kann es sein, dass Irland zu unserem Schaden machen kann, was es will, und wir uns neue Steuerregeln EU-seitig genehmigen lassen müssen, womöglich noch einstimmig?? – Gebhard Boddin


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Glückwunsch zu diesem Dossier des Herrn Caspar Shaller! Glückwunsch an die ZEIT, dieses auch zu veröffentlichen. Ein Einspruch allerdings muss sein: Ich kenne  einige junge Leute (allesamt Akademiker), die in Unternehmen der von der Presse hochgepriesenen Kreativwirtschaft( start-ups in Berlin!!!!!!!) arbeiten und dort dermaßen ausgebeutet werden, dass es eine Schande für Deutschland ist. Moderne Sklaven! Allerdings: Diese jungen Leute finden das gar nicht so cool wie es die Reportage glauben machen möchte. Die sind nämlich ziemlich verzweifelt, vor allem, wenn sie keine zahlungsfähigen Eltern haben und kein Erbe winkt! In diesem Zusammenhang wäre die Bekanntgabe des Klicks, mit dem man sich „leckere Lebensmittel besorgen“ kann sehr sinnvoll, vielleicht aber würde dieser Klick den berechtigten Zorn weiter verhindern. – Barbara Hornbacher


Leserbrief zu „Kalifornien ruft” von Uwe Jean Heuser

Ich bin auch der Meinung: Wir sollten so bald wie möglich  nur noch regenerative Energie nutzen.   Wir haben aber nicht nur Millionen PKW, die fossile Energie nutzen. Wir haben Millionen LKW, Millionen heizende Haushalte und eine Industrie die riesige Mengen fossiler Energie verbrauchen. -Wir können in Deutschland nicht ausreichend regenerative Energie erzeugen um Verkehr, Haushalte und Industrie zu versorgen.  -Wir  können regenerative Energie  nicht  in ausreichenden Mengen speichern um wind- und sonnenarme Zeiten zu überbrücken.Wir werden also weiter Energie importieren müssen. Wir müssen diese transportieren und speichern.   Man kann zum Beispiel in den Wüsten der Erde aus der Sonnenenergie fast unbegrenzt elektrische Energie erzeugen. Man kann diese aber schlecht speichern und schlecht über große Entfernungen transportieren. Man kann daraus aber leicht Wasserstoff erzeugen.

Der ist auch noch schwer zu speichern und zu transportieren. Aus dem Wasserstoff  kann man mit CO2 aus der Atmosphäre  synthetische Kraftstoffe (E-Fuels – Erdgas, Benzin oder Diesel ) als Energieträger  gewinnen. Diese sind gut zu transportieren  und gut zu speichern. Bei diesen Umwandlungen geht zwar Energie verloren aber die Sonnenenergie steht fast unbegrenzt zur Verfügung.  Wenn wir diese synthetischen Kraftstoffe verbrauchen, geht zwar CO2 in die Atmosphäre aber das wurde bei der Herstellung aus der Atmosphäre entnommen,  der Verbrauch  ist CO2 – neutral.  Wir können diese  synthetischen Kraftstoffe guten Gewissens im Verkehr, in den Haushalten und in der Industrie verbrauchen.  Die Verbrennungsmotoren arbeiten mit den E-Fuels  sauberer  und CO2-neutral.  In Norwegen wird gerade eine Großanlage für E-Fuels gebaut, um überschüssige Energie aus Wasserkraft zu nutzen. – Bernhard Schulz


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ von Larissa Hofmann und Thomas Lohr im ZEIT Magazin

Ich lese gerne und oft die Zeit samt Magazin. Seit Beginn des Jahres ärgere ich mich allerdings jede Woche, dass Sie ein Fotografenduo (Larissa und Thomas) präsentieren, das weder von den Bildern noch von den Texten dem Niveau des Zeitmagazins entspricht. Ich frage mich, was an den Fotos oder den Nachrichten der beiden interessant sein soll und behaupte, dass es weitaus bessere Möglichkeiten gäbe, die beiden Seiten zu nützen … eventuell weiß lassen als Raum für Notizen?  Mir ist bewusst, dass man über Geschmack nicht streiten kann, aber ich bin jede Woche aufs Neue enttäuscht. Da ich den beiden nun schon einige Chancen gegeben habe, möchte ich mein Feedback nicht für mich behalten. Mir ist bekannt, dass ich nicht die einzige Kritikerin der beiden in meinem Bekanntenkreis bin, allerdings möchten sich die anderen die Zeit nicht nehmen, extra ein e-mail zu schreiben. – Birgit Kraus


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Nun also Frau Weidel. Eine Mail, von der Sie nicht mit Gewissheit sagen können, ob sie von Alice Weidel geschrieben wurde, reicht aus, um mit Hilfe einer ihrer ehemaligen Freundinnen eine doppelte Alice zu kreieren. Die Freundin, die Sie offenbar zu den Künstlern und Linken rechnen, ist enttäuscht und packt aus: Wie kann man Zugpferd einer rechten Partei werden, wenn man Linken freundschaftlich verbunden ist? Wie kann man links und damit gut sein, und rechts und folglich böse? Ja, und böse ist Frau Weidel, wie die E-Mail zeigt. Ihr Text ist ein Beispiel für unseriösen und unethischen Journalismus. Sie warten nicht ab, bis die Echtheit der Mail geklärt ist. Sie verurteilen aufgrund eines Textes, von dem der Leser nicht erfährt, an wen er gerichtet ist und in welchem Zusammenhang er steht. Enttäuschte Freunde sind mitunter unangenehmer als alte Feinde.

Ganze acht Mal ist in Ihrem Text die Rede von Weidels Bekannten, Freunden, Freundeskreis oder (ehemaliger) Freundin. So, als ob es sich um viele denkende Menschen handle. Darf man vermuten, dass es sich um eine einzige Gewährsfrau handelt, die wiederum von gemeinsamen Bekannten spricht? Sie schreiben, die zweite Version, also die böse Weidel, „wurde scheinbar erst in diesem Wahlkampf geboren“. Meinen Sie, was Sie schreiben? Oder meinen Sie „anscheinend“? Wenn Ersteres zutrifft, ist meine Kritik natürlich völlig unberechtigt. – Johannes Kettlack


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

„Wut, Angst, Frust“ …….

……. könnte von mir stammen. Schrieb dazu ein Essay in 2016 mit dem Titel „Die Stufen einer babylonischen Gefangenheit hin zum vollendeten Chaos“ für den Zeitraum 2008 (zunehmend eigene innere Zweifel) bis 2016 (vollendete Abkehr). Dabei geht es nicht um mich, sondern um die Zukunft meiner Kinder und Enkel. 1938 hineingeboren in eine liberal-konservative, lutherische, hanseatische Familie, ist meine jahrzehntelange  – auch aktive –  politische Ausrichtung gewiß umfassend genau beschrieben. Zur BTW 2009 vergab ich nur noch die Erststimme an „meine Koalition“ . Bei der BTW 2013 weder Erst- noch Zweitstimme. Und dies wird auch diesmal so sein. Aber was denn diesmal ? Ich gehöre sicherlich zu den weiter steigend 30-35 % „Wutbürger“, weil sich die gewählten Mitbürger von der Polis und der Humanitas  – leider nicht bis zur eigenen Aufgabe durchringend – verabschiedet haben. Stattdessen verstecken sie sich hinter Floskeln wie Zwängen der Globalisierung, europäischer und internationaler Verpflichtungen und den Verweis auf neue „Angstgegner“, statt politisch aktiv in die Speichen des Räderwerks eines Wandels zum Besseren zu greifen. Naiv ? Nein ! Ein Grufti wie ich zitiert hier gerne  – pars pro toto –  Sascha Lobo in der Illner-Runde am 15.12.2016: „Wenn die Republik die innerdeutsche Willensbildung der Menschen weiter falsch versteht, wird die etablierte Politik ihr blaues Wunder erleben. Und die sich seit Jahren verstärkende Unzufriedenheit der Bevölkerung geht wegen der nicht mehr aufzuhaltenden Exzentrizität durch die fünfte Macht im Staate (Medien aller Art) weit über die erste Revolte der Mitte- & Ende der 60-er Jahre hinaus“.

Untertitel “ Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links ?“, …….

……. weil jede GROKO die Offenbarung eines nicht mehr zur Gestaltung fähigen Gemeinwesens ist. Kohls Mädchen kriegt doch schon lange wichtige Gesetze nicht mehr durch den Bundesrat. Durch den Bundestag paukt die erste Ministerin des Kabinetts nur mühsam ihre GROKO-Verordnungen. Roman Herzog mit seiner Forderung „ein Ruck muß durch die Gesellschaft gehen“, war nicht nur an die Bürger zum politischen Ungehorsam gerichtet sondern auch und besonders an die gewählten Handelnden, ihre völlig überkommenen „Grundgesetze“ ihrer parteilichen Strukturen der Gegenwart anzupassen. F.J.Strauß hatte vor 50 Jahren  – zu Zeiten der 68-er Bewegung –  schon einmal die Idee, die stief-schwesterliche Liaison der Union aufzugeben und bundesweit zu gehen. In meinen Kreisen wäre das jubelnd begrüßt worden. Jetzt alle im Grufti-Alter, hofften wir seit dem 2015-Alleingang der Dame-Alternativlos noch einmal, die Bayern-Partei würde nach all den Verbissen ihrer frühen Jahre endlich die rote Karte ziehen. Gewiß, zu spät für die jetzige Wahl. Aber allein die Ankündigung hätte die AFD ordentlich in´s Schlingern bringen und als Vorschußlorbeer die alte Union (fast) zur absoluten Mehrheit führen können. Mit Sicherheit aber hätte es zu vier Jahren Schwarz/Gelb gereicht. Und die älteste Volkspartei hat nur noch eine Chance wieder Boden unter die Füße zu kriegen. Sie muß nach mehr als 25 Jahren der deutschen Vereinigung einen“ Zusammenschluß der Linken“ forcieren, wenn sie in weiteren vier Jahren wieder in Richtung Augenhöhe wachsen will. Hätte „die alte Dame“ dies analog zur Bayer-Partei ebenfalls noch vor der Wahl artikuliert, hätte sie analog zur Union alle Wahlvorhersagen kippen können. Beide Maßnahmen von rechts und von links hätten  – da bin ich mir sicher – die Massen der Politikverdrossenen mobilisiert .

Fazit …….

……. aus dem hätte, wäre, wenn bleibt, dass ich wie immer wählen gehe, auch wenn sich meine Stimme nur in den Überhangmandaten des vorderen Wahlkampf-Sextetts aus wie stets etwa 2,5 Prozentpunkten der „Anderen“ in Brökchen verteilt ……. Hinein also in die  baldige Zukunft aller Wutbürger für meine Kinder und Enkel mit posthum einem späten Triumph für einen der letzten Großen wie Roman Herzog, nachdem nun auch Heiner Geißlers Stimme nicht mehr zu uns dringt. – Peter Rutenberg


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Ist ein Teil unserer Bevölkerung von Sinnen?

Wir leben in einer Zeit, in der sich der größte Teil unserer Bevölkerung in Deutschland in einem Wohlstand und in Lebensverhältnissen befindet, wie diese selbst Kaiser und Könige in früheren Jahrhunderten nicht genießen konnten. Sicher gibt es massive Wohnungsprobleme besonders in den Großstädten und die Schere zwischen arm und reich klafft immer weiter auseinander. Ebenso haben sich die Pflegeverhältnisse in den Krankenhäusern und in den Altenheimen in den letzten Jahren  zum Teil deutlich verschlechtert. Auch das Flüchtlingsproblem ist riesengroß.

Weiterhin bedarf die unglaubliche Bereicherung der Vorstände in den Banken und in den Konzernen durch ungerechtfertigte Millionenboni einer neuen gesetzlichen Neuregelung. Als Sozialdemokrat sehe ich in einer großen Koalition mit einer konstruktiven linksgrünen Opposition, deren Argumente auch wirklich beachtet werden sollten, den besten Lösungsansatz. Wut, Angst und Frust sind jedoch die schlechtesten Ratgeber. Mit Gottvertrauen, Beachtung der wichtigsten neutestamentlichen Lebensregeln und mit klarem Verstand kommen wir sicher in der Lösung dieser Probleme, soweit das möglich ist, am weitesten. – Klaus Koch


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Bernd Ulrich

Für den Artikel, „Die Lust an der Vergeblichkeit“ möchte ich Herrn Ulrich meine Anerkennung aussprechen, es ist das Beste, was ich seit längerem in der Zeit gelesen habe. – Hermann Spielhofer


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Vielen Dank für Ihren Artikel. Viele der von Ihnen angesprochenen Probleme sehe ich sehr ähnlich. Allerdings teile ich nicht Ihre Auffassung hinsichtlich der ersten Begründung für das Fehlen der Begeisterung für das Thema soziale Gerechtigkeit. Denn wenn ich Ihren Gedanken zu Ende denke, dann müssten Sie m. E. fordern, dass die Eltern ihre Kinder finanziell nicht unterstützen, damit diese Armut erfahren und deshalb für ihre sozialen Rechte auf die Straße gehen. Eine solche Forderung macht m. E. diese jungen Menschen zu Objekten der, falls ich Sie richtig verstanden haben sollte, von Ihnen gewünschten Versammlungen für soziale Rechte. Aber eine solche Forderung vermag ich nicht in Einklang zu bringen mit der Menschenwürde dieser jungen Menschen. M. E. ist in der Solidarität der Eltern mit Ihren Kindern eine Chance zu sehen. Denn dies könnte es den Kindern tatsächlich ermöglichen, nicht jede angebotene Stelle annehmen zu müssen, sondern tatsächlich eine Wahl zu haben. Sie könnten sich also gegen ihre Ausbeutung wehren, weil ihre Eltern es ihnen ermöglichen. Mehr noch, sie könnten sich dafür entscheiden, sich selbständig zu machen und eine neue, sozial gerechtere Arbeitskultur zu etablieren. Sie könnten die Unternehmer von morgen sein, die aus Überzeugung anders wirtschaften, arbeiten und vielleicht sogar einstellen. Und dabei wird ihnen auch ihre, im Vergleich zu ihren Eltern höhere Bildung helfen, die vor allem der Entfaltung ihrer Persönlichkeit dient, aber sie eben auch besser dazu befähigt, über sich selbst zu bestimmen und die Welt, in der sie leben, mitzugestalten.

Diese lässt sich jedoch besser mitgestalten, wenn man und auch diese jungen Menschen in Entscheidungspositionen sind. Bis dahin mag es ein langer, beschwerlicher und entbehrungsreicher Weg sein. Aber von da aus lässt sich die Welt besser verändern und sozialer gestalten. Und sollten die jungen Menschen diesen Weg auf sich nehmen, dann ist es um so besser, wenn sie die Möglichkeit haben, von günstigen Alternativen zur Lebensgestaltung zu profitieren. Denn dann scheitert ihr Widerstand wenigstens nicht an zu teuren Lebensverhältnissen. Allerdings braucht es dafür noch etwas, was die Eltern dieser Kinder, aber auch die politische Bildung diesen jungen Menschen mit auf den Weg geben muss: die Überzeugung davon das soziale Rechte Menschenrechte sind, mit denen alle Menschen geboren werden und von denen und deren Durchsetzung die jungen Menschen überzeugt sind. Der Welt könnte gar nichts besseres geschehen als mehr Eltern, die ihre Kinder bei einem solchen zivilen Ungehorsam und sozialen Widerstand finanziell unterstützen würden. Und das gilt ganz besonders auch für junge Menschen mit Migrationshintergrund, die derart ihre Unterdrückung und die Ungerechtigkeit, die sie in dieser Gesellschaft erfahren, aushebeln könnten. Denn der Staat versagt bei diesen und den o. g. jungen Menschen. – Atefeh Shariatmadari


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Bernd Ulrich

Die Ausgabe der ZEIT ist zum lupenreinen Richtungsblatt der Linken mutiert. Eklatante  Defizite in puncto Rechtmäßigkeit politischen Handelns seitens der Linken werden unter den Tisch gekehrt. So wurden z.B. etliche Gesetze, die Lafontaine in seiner Eigenschaft als Kurzzeit-Finanzminister in der Ära Schröder angestoßen hatte,  später vielfach wegen Verstoß‘ gegen die Verfassung korrigiert oder ganz für nichtig erklärt. – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Der Autor des Dossiers wundert sich, dass es von den Leuten seines Unter-30-Umfeldes keinen öffentlichen Protest wegen ihrer Situation gibt. Mich wundert das nicht, weil diese Leute gebildet sind und ich ihnen daher zutraue, Folgendes zu wissen oder zumindest irgendwie zu spüren: Sie sind auf coole Berufe in coolen Großstädten fixiert – während in der Provinz viele Betriebe händeringend Mitarbeiter und Auszubildende suchen (und viele Wohnungen verfügbar sind). Sie können mit ihrer Ablehnung „normaler“ Berufe vermutlich ihre Mitbürger, die überwiegend solche Berufe ausüben, nicht gewinnen. Und sie bekommen schlimmstenfalls (Hartz IV) vom „System“ immerhin Miete, Heizung und Krankenversicherung bezahlt – und noch etwa 400 Euro monatlich obendrauf. Also ist es in der Tat angemessen, in Sachen Protest den Ball flach zu halten. – Christian Sorge


Leserbrief zu „Ein zorniger Veränderer“ von Werner A. Perger

„Jeder intelligente Katholik ist im Inneren auch immer ein Protestant“, davon war der Katholik, frühere Jesuiten-Schüler und Luther-Kenner Dr. Heiner Geißler überzeugt. Genauso überzeugt war er von der Notwendigkeit, dass in die Gestaltung einer gerechten Politik die humane und soziale Dimension des Evangeliums mit einfließen muss. So lässt nicht zuletzt Geißlers eigene politische Verortung die Anschauung vermuten, die bestmögliche Politik sei allenthalben von leicht links der Mitte umzusetzen. Die Würdigung Geißlers etwa durch Bundeskanzlerin Merkel, die in ihm Ratgeber und Stütze, überdies einen intellektuell herausragenden, rhetorisch brillanten und streitbaren Geist gesehen hat, findet ganz ohne Frage zu Recht einen breiten und parteiübergreifenden Gleichklang. – Matthias Bartsch


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Natürlich ist mir bewusst, dass die gedruckten Medien auf Werbung angewiesen sind. Doch als Käuferin Ihrer kostspieligen Zeitung, die mich im Normalfall mit sorgfältigen Reportagen und intelligenten Artikeln begeistert, möchte ich im Magazin nicht mit primitiven Bildern und Werbung eingedeckt werden. Nach zwei Modenummern erhoffe ich mir wieder Gehaltvolleres. – Monika Schumacher-Bauer


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Neben all den jungen Leuten in den schlecht bezahlten und oft befristeten Jobs gibt es auch all die schlecht bezahlten nicht mehr jungen Menschen, oft unfreiwillige Minnijobber,  in den Supermärkten, Tankstellen, Altenheimen,  Haushalten, Friseursalons, etc., wovon einzelne Betriebe profitieren und jeder einzelne von uns.  Was machen wir, wenn alle gut ausgebildet und studiert haben und sich keiner mehr findet, der für uns Besserverdiener die Regale auffüllt, die Haare schneidet, putzt, unsere Eltern pflegt? Es muss sich lohnen, zu studieren. Aber es wird auch in Zukunft so sein, dass einige Menschen einfach nicht in der Lage sind, eine höhere Ausbildung zu erreichen- aus welchen Gründen auch immer. Auch diese Menschen sollten besser verdienen, feste Arbeitsplätze haben, auch sie werden gebraucht und erfüllen für eine Gesellschaft wichtige Aufgaben. Auch da sollen junge Menschen hinschauen. – Marianne Merz-Petrat


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

In Ihrem Artikel vermisse ich die andere Seite, die der Arbeitgeber. Wenn heute 50% alle Kinder studieren, wollen sie  nach Ende des Studiums ein sehr hohes Einstiegsgehalt.  Für jeden Arbeitgeber stellt sich dann die Frage ob er sich fest an jemanden binden möchte, von dem er gar nicht weiß, ob er nicht nur studiert hat sondern auch etwas für den Betrieb leisten kann.  Die Eltern ohne Studium und mit einigem Wohlstand, haben sich langsam emporgearbeitet, mit 14 Jahren angefangen und nicht mit Ende 30. Zuviel Akademiker mit zu hohen Gehaltserwartungen lassen ein Überangebot entstehen, daß drückt die Preise. Besonders heute kann ein guter Facharbeiter und Handwerker ganz schnell eine Festanstellung erhalten, denn da herrscht  Mangel. Ist da nicht ein Fehler im System?  Positiv sehe ich bei den Jungen Menschen (ich habe 4 Kinder zwischen 30 und 37), die dies teilweise auch so halten) daß alles besitzen nicht der Schlüssel zur Zufriedenheit ist, Leihen statt kaufen ist in vielen Bereichen zu begrüßen. Die Generationen vor uns haben dies in der Nachbarschaft praktiziert, heute hat jeder alles was einmal im Jahr gebraucht wird im eigenen Keller, statt nebenan zu fragen. Ich bin 62 Jahre alt und werde vielleicht  noch erleben, ob diese Einstellung der unter 30jährigen, auch in 10-20 Jahren noch vorhanden ist oder ob auch dann der Habitus wichtig geworden ist. – Elisabeth Hoffmann


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Ich habe eben Euer Dossier gelesen und bin begeistert. Es geht mir hier jetzt nicht darum von meiner Seite weitere Ansichten oder Argumente beizutragen. Ich möchte an dieser Stelle Caspar Shaller ein Kompliment aussprechend wie hervorragend der Artikel recherchiert wurde und wie gut, aus meiner Sicht, die vielen soziologischen und volkswirtschaftlichen Aspekte ausbalanciert wurden.  Solche Ausführungen, die das „Grosse Ganze“ kritisch in den Kontext stellen, gibt es viel zu wenige. Gar zu oft sind in der Presse nur tendenziöse Fragmente finden und es ist regelrecht anstrengend selbst auch andere Aspekte zusammenzutragen. Leider sind damit auch viele der angesehen Medien wie FAZ, SPIEGEL oder SZ gemeint.  Dieses Dossier ist der Grund warum ich so gerne die Zeit lese. – Gunnar Finck


Leserbrief zu „»Herausgefordert ja, überfordert nein«“ von Anna-Lena Scholz und Jan-Martin Wiarda und zu „Auf dem Weg zum Streber“ von Martin Spiewak

S.80 „Chancen“: Bildung und Biografie von Edelgard Bulmann: …“Sogar privat spielt Bildung eine Rolle: Seit 1979 ist sie mit einem Professor verheiratet. Auch bei mir spielt Bildung privat eine Rolle ohne mit einem Professor verheiratet zu sein!!!

S.82 „Chancen“: Deutschlands Bildung (Wie immer sie zu definieren ist!) erhält von der OECD recht gute Noten

Die Ausgaben pro Schüler liegen über dem internationalen Durchschnitt, die Jugendarbeitslosigkeit ist vorbildlich, auch wegen der dualen Ausbildung.

Bitte setzen Sie diesen Nebensatz nicht in Klammer, sondern unterstreichen Sie ihn ganz bewusst!

Dann geht es wie üblich weiter: … Bildungsstatistik…OECD mokiert sich über niedrige Akademikerquote…Deutsche holen bei Studienanfängern auf…Deutschland erlebt eine zweite Bildungsexpansion…

Verehrter Schreiber, Martin Spiewak, wo sind unsere Meister erfasst?, was hat es mit dem einen Drittel Studienabbrechern auf sich?… So pauschal kann man dieses Thema nicht angehen! Danke, dass ich etwas zu kritisieren gefunden habe! – Gisela Prebeck


Leserbrief zu „Nicht alles schlucken” von Greta Taubert

Haben Sie schon einmal von „Acetyldehyd“ gehört? – Ihre Autorin offenbar schon. Jedenfalls hat sie sich offenbar entsprechend verhört. – Acetyldehyd [wohl zu sprechen als: Acetyl-Dehyd] wäre eine chemische Nonsensverbindung, Acetaldehyd [sprich: Acet-Aldehyd] hingegen nicht. Acetaldehyd gibt es tatsächlich. Und wie es sich leicht recherchieren lässt, soll es auch von PET-Flaschen freigesetzt werden. Schon wieder ein falsch wiedergegebener Schlüsselbegriff in der ZEIT (siehe meine Mail von gestern), so dass man Zweifel am gesamten Artikel bekommt (Hastig zusammengestricktes Machwerk? Inkompetente Autorin?).Bezweifeln will ich auch die verbreitete Statistik, dass ein Deutscher 1970 nur 12,5 Liter natürliches Mineralwasser konsumiert haben soll – das widerspricht gänzlich meiner persönlichen Erfahrung; in meiner Familie und im gesamten Umfeld (Nordbaden) trank „man“ kein Leitungswasser (es sei denn, abgekocht, veredelt als Tee/ Kaffee), sondern „Sprudel“, der jede Woche vom „Sprudelmann“ ins Haus geliefert wurde. Ob nun jedes „Sprudelwasser“ „natürlich“ war, weiß ich nicht. Doch das ist ja nicht der Fokus Ihres Artikels. – Wie gründlich hat die Autorin diese – höchst zweifelhafte – Statistik geprüft?

Mein zweiter hier vorgetragener Zweifel ist, zugegeben, rein spekulativ, der erste hingegen gesichert. Muss ich solch seichtes Handwerk als Leser eines, wenn auch im „Ich-Stil“ geschriebenen, Artikels der ZEIT hinnehmen oder soll ich einen Leserbrief schreiben, der sicher auch Ihrem Korrektorat zu gelten hat? Ich habe mich für die lautere Variante entschieden. – Jochen Stecher


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Nicken. Zustimmen. Sich endlich mal verstanden fühlen. So ging es mir beim Lesen Ihres Artikels. Vergessen haben Sie nur diejenigen von uns, geboren in der DDR, keine reichen (Groß-)Eltern, in derselben Lage. Mit Anfang 30, 2 kleinen Kindern (2 und 3 Jahre) einem Diplom in BWL und zig tausend Euro Schulden (Bafög, KFW, Studienkredit) frage ich mich oft: für was habe ich studiert? Mit Mitte 30 schuldenfrei, das wäre schön. Würde ich es noch einmal machen? Ich denke nicht. Mit 16 eine Ausbildung beginnen, 15 Jahre (Teilzeit) arbeiten, schuldenfrei leben und eine Familie gründen. Das wünsche ich mir für meine Kinder. Ich fang schon mal an zu sparen. Ihren Artikel sollten all die Eltern und Großeltern lesen deren Ersparnisse eben nicht für schöne Reisen im Alter etc. ausgegeben werden können. Ihnen ist vielleicht gar nicht bewusst, dass sie (wenn auch nur indirekt) die Unzulänglichkeiten deutscher Politik kompensieren. Eigentlich müssten und sollten gerade sie laut aufschreien! Das würde auch „uns Jungen“ helfen. – Romy Gröschner


Leserbrief zu „Viel Gewinn, wenig Steuern. Wie kann der Fiskus Apple und Google zur Kasse bitten?“ von Marcus Rohwetter

Ich habe mich für eine „populistische“ Antwort entschieden. Die Staaten sind eigentlich ratlos, wie sie solche Firmen wie Google an den Steuertopf heranführen können. Das liegt an ihrer Steuergesetzgebung. Jetzt werden sie dafür bestraft. Recht geschieht ihr. Wenn sie auf Prof. Kirchhoff gehört hätten, dann wäre heute die Kuh vom Eis. Stattdessen wurde er lächerlich gemacht. Recht so! Ausserdem ist die Verwendung des eingezahlten Geldes der Bürger ohnehin eine Farce.  An diesen sozialen Töpfen darf heute die halbe Welt teilnehmen. Deutschland macht es möglich. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Versöhnung war gestern” von Michael Thumann

Die seit kurzem wieder erhobenen Reparationsforderungen aus Polen sollen, so ist zu lesen,  „1 Billion US-$ (840 Millionen EURO)“ betragen. Nun, wenn ein US-Amerikaner von „one billion $“ spricht, sind in der Tat eine Milliarde gemeint [warum die Milliarde im US-Englisch nicht „milliard“, sondern „billion“ heißt, kann ich nicht erklären], aber wenn Polen von einer Billion Dollar spricht, dürfte auch eine Billion Dollar gemeint sein  – und das wären dann etwa 840 Milliarden EURO. – Michael Buscher


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Der Grund, warum wir auf der großen Bühne – also Demos usw. – still bleiben, ist der, dass die Generationenkonflikte innerhalb der Familie schon unsere ganze Kraft kosten. Ich bin die erste in meiner Familie, die studiert. Darauf sind meine Großeltern einerseits stolz, andererseits verstehen sie nicht, warum ich nicht endlich Geld verdiene, sondern im Gegenteil,  das Studium auch noch Geld frisst. Meine Tante, ihr Leben lang Beamtin und jetzt in Pension, ihr Mann Bauingenieur  im Ruhestand, sie reisen sehr viel, fragt mich regelmäßig, wohin denn mein nächster Urlaub ginge. Wenn ich ihr sage, dass ich nicht in Urlaub fahren kann, weil ich einfach kein Geld dafür habe, antwortet sie mir, ich müsse mir halt ein, zwei T-Shirts weniger kaufen. Ich kaufe mir nicht andauernd T-Shirts und die Kleidung, die ich tatsächlich kaufe, hat bestimmt nicht den Gegenwert eines Urlaubs. Seit ich kein Bafög mehr bekomme, gebe ich jeden Monat mehr Geld aus, als ich verdiene, aber ich will und muss mein Studium beenden. Ich möchte endlich meine Traumstelle finden. Meiner Familie erklären zu müssen, warum ein Studium sinnvoll ist oder warum ich mir keinen Urlaub leisten kann, kostet da nur unnötig Kraft. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Da ich einige junge Leute mit einer ähnlichen Biographie kenne, habe ich Caspar Shallers klare und differenzierte Darstellung der Situation der 20 – 30 jährigen in Deutschland mit großer Anteilnahme gelesen.

Möge sich der Artikel bis zur Bundestagswahl möglichst weit vor allem unter jungen Leuten verbreiten, ihnen den Anstoß geben ihr Wahlrecht wahrzunehmen und einer der Parteien ihre Stimme zu geben, die sich für eine solidarischere Gesellschaft einsetzen und für politische Vertreter, die von der Wirtschaft mehr Verantwortung sowohl für die Gesellschaft als auch die Umwelt einfordern. Eine Reform des Systems von innen ist notwendig und möglich. Protest und Wut allein führen letztlich ins Leere! – Gudrun Rogge-Wiest


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Bernie Sanders wählen und Donald Trump bekommen, dazu ist Deutschland  viel zu schade. Diesen Artikel kann nur ein amerikanisch sozialisierte  Journalist schreiben. – Josef Stempfle


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Ist es heute wirklich so viel schwieriger, eine unbefristete Anstellung zu finden? Ohne Mühe kann ich an beiden Händen Universitätsabsolventen meiner Generation abzählen, die seit gut 30 und mehr Jahren trotz Promotionen und bester Noten in prekären Jobs oder als schlecht bezahlte Selbständige arbeiten oder denen es erst nach mehrfach wechselnden fachfremden Tätigkeiten  gelang , eine längerfristige Anstellung zu  finden. Um- bzw. Neuorientierung war das Gebot der Stunde. Nicht jeder war dabei gleichermaßen erfolgreich. Ist das nun sozial gerecht oder ungerecht? Jede Generation muss sich den Herausforderungen ihrer Zeit stellen. Und was die soziale Gerechtigkeit betrifft: wäre es nicht möglich, statt  diesen Begriff punktuell auf einen Zeitpunkt ( z.B. das  hier und jetzt ) zu fokussieren   eine “ Total Life“  Betrachtung in Erwägung zu ziehen?  Das könnte zu ganz neuen Ideen und Bewertungen führen. – Mathilde Hammerschmidt


Leserbrief zu „Zu intelligent fürs Leben” von Gero Von Randow

Im Artikel versucht der Autor Gero von Randow, eine Standortbestimmung zum Thema „Künstliche Intelligenz“ mit einfachen Erklärungsversuchen vorzunehmen. Leider verschleiert der Artikel die Aktualität und Problematik  der Technologien, indem dem Computer zu Recht jegliches Bewusstsein oder intelligente Denkweisen abgesprochen werden. So kann man folgerichtig auch die auf solchen Annahmen basierenden apokalyptischen Prognosen trivialisieren und als Dystopien (Siehe Aldous Huxley und George Orwell) entlarven. Wären da nicht die selbstlernenden Systeme und die globalen Abhängigkeiten von algorithmischen Steuerungs- und Kontrollmechanismen! Im Zeitalter von Digitalisierung, Big Data und autonomen Systemen haben diese im übertragenen Sinne ein „Eigenleben“ entwickelt, um die Welt „smarter“ zu machen.  Und das Ganze wird uns auch noch serviert mit einem Schuss Sicherheitsversprechen und Umweltschutzbewusstsein, denn wir sparen Energie mit „Smart Grids“, fahren risikofrei mit „Smart Cars“ und leben wohlbehütet in „Smart Cities“.  Damit gehört zur Standortbestimmung nicht nur, ob der Computer dereinst ein Bewusstsein hat und kognitiv heuristisch denkt wie ein Mensch, sondern welche algorithmischen Steuerungs- und Kontrollmechanismen global schon heute und besonders in der Zukunft wirksam werden! – Prof. Dr. Detlev Doherr


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Es ist die Berufswahl und nicht das System! Unbefristete Vollzeitstellen gibt es für Maurer, Köche, Altenpfleger, Erzieher, Mittelschullehrer, Ingenieure … . Der Bedarf für Museumsangestellte, Graphikdesigner und ZEIT-Redakteure ist überschaubar. Natürlich kann jeder junge Mensch eine Berufsausbildung nach Neigung und am „Bedarf“ vorbei wählen. Wenn es dann mit der gut dotierten, unbefristeten Vollzeitstelle nicht gleich klappt, liegt es vielleicht nicht nur am System. – Dr. Wulf-Rüdiger Herzog


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Ich möchte Ihnen herzlich für den umfangreichen Artikel zu Natur- und Klimaschutz in der aktuellen Ausgabe der ZEIT danken. Auch ich bedauere, dass dieses Thema im Wahlkampf so wenig Beachtung findet. Zu abstrakt und zu wenig präsent im persönlichen Alltag der Menschen scheint es zu sein. Ich selbst versuche, meinen kleinen Teil beizutragen, auch wenn es nur ein winziger Tropfen auf den heißen Stein ist: Lebensmittel kaufe ich ökologisch und wo immer möglich regional und saisonal, unterstütze bei allen Kaufentscheidungen lieber kleine lokale und nachhaltig wirtschaftende Unternehmen als Konzerne, Müll und insbesondere Plastikmüll haben wir auf ein Minimum reduziert und wir beziehen schon seit vielen Jahren Ökostrom. Wenn ich mit Freunden oder Kollegen über diese Themen rede, versuche ich zu informieren (ohne zu missionieren), denn viele beschäftigen sich leider immer noch wenig mit Umwelt- und Klimaschutz oder machen sich häufig die Zusammenhänge (z.B. der Ausbreitung von Palmölplantagen in Indonesien zu ihrem eigenen Konsumverhalten) nicht bewusst. Daher freue ich mich sehr, wenn dieses wichtige Thema in großen meinungsbildenden Medien aufgegriffen wird, um es stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken. Dafür möchte ich Ihnen danken und hoffe, dass Sie weiterhin über diese Themen berichten, auch wenn diese anscheinend weniger populär sind als andere. Auch das ist nur ein kleiner Beitrag. Aber wenn jeder einen kleinen Schritt tut und im Rahmen seiner Möglichkeiten einen kleinen Beitrag leistet, dann könnten wir schon einiges erreichen. – Maren Sommer


Leserbrief zu „Dieses Bad geriet im Sommer völlig aus dem Lot“ von Ursula März

Da gibt es ein Bad , das 1873( 1842) gegründet wurde. Nur für Frauen, ein Damen Bad . Niemand dachte damals an Kopftücher, oben Ohne, Religion, Feminismus. Die Frauen von damals, behaupte ich jetzt mal, wollten einfach ihre Ruhe haben. Keine Sportler, die das Wasser im Gesicht oder Frisur verteilen und keine Unruhe, die Männer nun mal so vermitteln, sportlich aktiv eben.  Frauen unter sich, ein sozialer Faktor, ein sozialer Aspekt, der viele Jahrzehnte funktioniert hat. Jetzt kommen die anderen Frauen, die aus ganz anderen Gründen in dieses Schwimmbad drängen. Das kann  nicht gutgehen! Die Frage, ob sich diese Frauen an unsere Regeln anpassen müssten, und nicht umgekehrt…. will ich hier gar nicht stellen,  jedoch um meinen Leserbrief abzukürzen, möchte ich folgenden Vorschlag machen: Schild an die weiße Tür hängen mit der Aufschrift:  Wegen Überfüllung ist das Bad vorübergehend geschlossen, bitte benutzen sie das Familienbad. Oder auch: aus Sicherheitsgründen ist das Frauenbad vorübergehend geschlossen. Die Bademeister haben die Hoheit und nicht die muslimischen Frauen.

Und nebenbei, in Deutschland gehen wir in ein Schwimmbad um zu schwimmen und nicht um zu beten. Allerdings, wenn das Beten wichtiger ist als das Schwimmen, dann sollten die Islamverbände, in der Tat, ein Schwimmbad bauen für diese Frauen, die in Deutschland ( Europa) noch lange nicht angekommen sind.  – Astrid Behrendt


Leserbrief zu „Der Messi der Herzen“ von Peter Dausend

Der Vergleich Martin Schulz mit dem SV Elversberg ist beleidigend und dumm. – Jutta Hoff


Leserbrief zu „Ein Mann mit Agenda“ von Harald Welzer

In Ihrem Artilel über Gerhard Schröder fiel mir ein Absatz auf, zu dem  ich einige Fragen an Sie als Soziologen habe. Sie schreiben über die Aufstiegschancen und Durchlässigkeit der  Gesellschaft zu dieser Zeit, auch am Beispiel Schröder und Fischer. Die  Aufstiegschancen sind, so entnehme ich es Ihrem Artikel ist  zurückgegangen, Schuld ist die Bildungspolitik. Das gleiche erzählen auch unsere Politiker vor dem Wahlkampf und  versprechen Besserung.  Für mich stellt sich die Frage: können wir die Zeit damals, mit der Zeit  heute vergleichen. Die Eltern dieser Generation hatten zwar kein Abitur,  aber Arbeit und oft auch Aufstiegschancen. Sie waren bemüht, ihren  Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen und haben Werte vermittelt  auch wenn sie ihnen nicht das Abitur ermöglichen konnten. Die  Bildungspolitik hat diese Lücke erkannt und vielen eine zweite Chance  ermöglicht. Die Situation ist doch heute eine ganz andere. Es gibt viele  Möglichkeiten, auf verschiedenen Wegen einen Abschluss zu erreichen.  Wenn heute von einem bildungsfernen Millieu gesprochen wird, ist damit  nicht nur das fehlende Abitur gemeint. Es spielen auch andere Faktoren  eine Rolle warum Kindern aus diesen Familien ein Aufstieg schwerfällt. Als Soziologe mit so vielen guten Ideen und Schlussfolgerungen  und  Forschungsmöglichkeiten müsste es doch spannend sein, hier einmal  grundlegender zu forschen. Welche Gruppe ist betroffen, welchen Einfluss hat das Elternhaus, das  Milieu in dem die Kinder aufwachsen? Was kann die Gesellschaft, die  Politik konkret anbieten ohne in die Grundrechte der BürgerInnen  einzugreifen. Die Erkenntnisse von vor über 50 Jahren und deren Lösungen sind nicht  mit heute zu vergleichen. Hier könnten Sie und Ihre Kollegen wertvolle  Erkenntnisse liefern um zu einer gezielten Verbesserung der Situation  beizutragen. – Marlies Wenzel


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf Erden, das seinen Lebensraum (mit wachsender Begeisterung) freiwillig selbst zerstört und somit das Aussterben seiner Gattung voran treibt. – Siegfried Knauer-Runge


Leserbrief zu „Versöhnung war gestern” von Michael Thumann

„Ihr Innenminister hat die Summe der Kriegsschäden schon mal mit einer Billion Dollar (rund 840 Millionen Euro) beziffert.“  Eine Billion Dollar entsprechen 1000 Milliarden Dollar und das sind nie und nimmer 850 Millionen Euro! Die Verwirrung entsteht regelmäßig durch die falsche Übersetzung des US-amerikanischen „billion“. Diese „billion“ wird korrekt mit Milliarde übersetzt und nicht mit Billion! – Günter Schütte


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Dieser Artikel greift in aller Klarheit und in angemessenem Umfang das Thema “Soziale Gerechtigkeit”  auf. Auch ich wundere mich, dass  angesichts vieler prekärer, befristeter und unterbezahlter Arbeitsplätze offenbar nur wenige bemerken, wie seltsam niedrig die Preise von T-Shirts, von Milch und anderen Dingen, die wir konsumieren und wie astronomisch hoch Gehälter von so manchem Manager oder Fußballspieler hier in Deutschland sind. Wer bemerkt es und wer empört sich? Wir finden in dem einen oder anderen Artikel den Hinweis darauf, dass die soziale Schere in Deutschland stetig weiter auseinander geht. Aber die Bedeutung, die dieses Problem verdient, hat es in der Politik nicht. Und wenn das so ist, warum gehen dann nicht, wie bei den zeitweiligen wunderbaren sonntäglichen Treffen “Pulse of Europe” die Menschen (und nicht nur die jungen) auf die Straße und zeigen, dass wir uns nicht damit abfinden, wie wenig chancengleich es in Deutschland zugeht. Hoffentlich setzt das nächste Wahlergebnis vom 24.9. deutliche Zeichen. – Anne Menke


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Bernd Ulrich

Es erscheint sehr sinnvoll, vor einer Bundestagswahl die Spitzenkandidaten aussichtsreicher Parteien genauer zu beleuchten, insbesondere wenn es sich mit Sahra Wagenknecht und Martin Schulz um potentielle politische Bündnispartner handelt. Sie stellen Fragen an die Beziehungsprobleme der Linken und der SPD, die bisher keine gemeinsame Regierungsbeteiligung zuwege gebracht haben, unter drei Aspekte:

– die politischen Charaktere von Sahra Wagenknecht und Martin Schulz,

– die Psychologie ihrer Parteien,

– die deutsche Geschichte mit der Ermordung Rosa Luxemburgs oder den Rückzug Oskar Lafontaines aus der Schröder-Regierung.

Der wichtigste Aspekt aber fehlt meiner Meinung nach in Ihrem Artikel, nämlich die Diskrepanz der inhaltlichen Ziele in den jeweiligen politischen Programmen. Die Linke strebt einen Umbau unseres Gemeinwesens an: Die Überführung der grundlegenden Elemente der Daseinsvorsorge in staatliche Trägerschaft (z. B. Energie, Wohnen, Bahn/Straßen, Alterssicherung), konsequente Gewinn- und Erbschaftsbesteuerung, Friedens- und Entwicklungspolitik, die ihren Namen verdient. Die SPD könnte sich darauf einlassen,wenn sie ihre Ideale einer sozialen Marktwirtschaft ernst nimmt (vgl. Godesberger Programm). In der Theorie klingt das linke Bündnis ziemlich leicht machbar. In der tatsächlichen Praxis verweisen Sie, Herr Ulrich, auf die gestörte Kommunikation zwischen Sahra Wagenknecht und Martin Schulz und auf historisch bedingte unüberwindliche Differenzen eines geschiedenen Paares. Dem halte ich ein Zitat des preußischen Staatsphilosophen Hegel entgegen: “Wenn die Theorie nicht mit den Tatsachen übereinstimmt, umso schlimmer für die Tatsachen.” – Viktor Rintelen


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller und zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Ich will obige Artikel nicht kommentieren, denn die Artikel sprechen für sich. Ich spreche Ihnen an dieser Stelle meine Anerkennung dafür aus, dass die ZEIT über Themen berichtet, die über das Tagesgeschehen hinaus wichtig sind und bleiben. Und ich finde es gut, dass eindeutig Stellung bezogen wird und der Leser herausgefordert wird, ebenfalls Stellung zu beziehen. Diese Artikel bestätigen mir, dass es eine gute Entscheidung war, die ZEIT zu abonnieren. Ich werde diese beiden Artikel aufheben und meinen Kindern zeigen – mal sehen, wie sich die Welt in den nächsten Jahren entwickelt. – Erich Würth


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Zum Thema der Zeitung „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links!“, sehe ich vieles ähnlich. In 12 Jahren konservativer immer nur reagierender statt gestaltender Regierung, die mit Brot (Hartz IV) und Spielen (Weltmeisterschaft) das Volk bei Laune hält und die Kreisbewegungen in Umwelt-, Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialpolitik als Fortschritt preist, haben wir uns wohlig an das Gerede „Uns geht es doch Gut! was soll sich ändern?“ gewöhnt. Wir scheuen jede Veränderung, egal ob es um Flüchtlinge, die Energiewende, die Entwicklungshilfe oder die Agrarreformen geht, wir haben Angst dass uns etwas weg genommen wird. Die Folgen sind wie in einem Einmachglas von Mirabellen zu besichtigen. Die konservierten Früchte bleiben unter ihres gleichen, besaufen sich an ihrem eigenen Saft und werden braun. Hoffentlich ändern Wahlen doch etwas und die unheilvolle Mischung aus Machtstreben,Nationalismus, Radikalität, Hass, Bequemlichkeit, Dummheit und Fatalismus wird verhindert. – Jochen Kleem


Leserbrief zu „Nicht alles schlucken” von Greta Taubert

Man kann dem Artikel nur zustimmen. Leider geht er nach hinten los. Unfreiwillig sicher, aber es werden jede Menge von Wässerchen bei Klarnamen genannt. Das macht die Wassersüchtigen doch erst richtig durstig. Jetzt wollen alle diese Flüssigkeiten auch noch haben. Aber gemach,eines Tages ist der Planet trocken, um das Restwasser wird erbittert gekämpft werden.Das ist dann der letzte Krieg.Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Ich sende Ihnen ein paar von meinen Gedanken zu dem Artikel von Caspar  Shaller – ich würde sehr gern 27 Seiten dazu schreiben, aber Ihre Zeit  ist begrenzt, und die des jungen Journalisten, wo er jetzt die  großartige Chance hat für „die Zeit“ zu arbeiten, Gott sei’s gedankt,  erst recht:   Zu dem Artikel von Caspar Shaller eine Widerrede. Zunächst ist es  wunderbar, daß so viele Schüler gegenwärtig das Abitur machen – 50%! Es  stattet sie, so sie gute Lehrer haben (und hier hapert es schon: Lehrer  fehlen, und die jungen Leute, die den Freundeskreis des Autors  ausmachen, werden zum „Quereinstieg“ in den Lehrerberuf nur bei größter  Verzweiflung bereit sein) mit einer guten Allgemeinbildung aus, die  einen Wert per se darstellen sollte. Viele Schüler in sozialistischen  Systemen, welches unter 30-jährigen heute wieder an Attraktivität  gewinnt und deren Parteien sich zuzuneigen der Autor sich von den  deutschen Altersgenossen wünscht, hätten das auch gewollt. Was sie sich  auch – wie alle jungen Menschen – wünschten, war eine Studienrichtung  nach ihren Neigungen zu wählen. Zu solchen Fehlinvestitionen war und  wäre ein sozialistischer Staat aber nicht bereit: es gab eine  Studienlenkung, studieren konnte man das, was gebraucht wurde, und  arbeiten hinterher dort, wo Bedarf war, z.B. als frisch approbierter  Arzt in Bitterfeld oder auf dem Lande – nicht in Berlin, es sei denn man  war Kind eines Kaders. Es werden heute in allen Ausbildungsberufen  händeringend Bewerber gesucht – die jungen Leute studieren je nach  Neigung aber lieber Kommunikation und Medienwissenschaften,  Grafikdesign, Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte – sie haben die  Freiheit dazu, wir leben ja nicht im Sozialismus, und es sei ihnen auch  gegönnt. Wenn die Omi, die für Caspars Freundin Nina Geld für die  Ausbildung gespart hat, pflegebedürftig werden sollte, wird sie jemand  aus Rumänien, Polen oder Rußland pflegen – keine Schulkameradin der  Enkelin jedenfalls.  Wenn nun mehr Geld von den Wohlhabenden per Steuern gewonnen würde, was  sein soll, und davon auch etwas in Theater oder Museen fließen würde,  reichte das nicht, um genügend unbefristete Stellen für alle jungen  Bewerber  zu schaffen, die in den vergangenen 10, 15 Jahren die  korrespondierenden Studienrichtungen gewählt haben. Wenn es – was auch  sein soll – eine faire Bezahlung für Zusteller und Callcentermitarbeiter  geben sollte, werden daraus auch noch keine Traumberufe. Wacht auf,  Kinder: Eure Eltern und Großeltern haben finanziert, daß Ihr Euer  Wunschfach studieren konntet – daß es für 50% einer ganzen Generation  den Traumjob da draußen danach gibt , mag für Utopia gelten, nicht für  das reale Leben, unter sozialistischer oder kommunistischer Führung nun  auch ganz bestimmt nicht, egal was deren gealtertes Parteipersonal heute  verspricht. Zur erinnernden Lektüre sei empfohlen: „Balzac und die  kleine chinesische Schneiderin“ von Dai Sijie. – Dr. H. Schroeder


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Im Leitartikel von Frau Finger wird offensichtlich im Zusamenhang mit dem Zweiten Weltkrieg die Forderung, neben den Opfern der Deutschen auch auf deutsche Opfer zu schauen, als „fatal“ bezeichnet (fatal=unangenehm, peinlich). Der Kritikpunkt wird mit einem die Empörung der Autorin unterstreichenden Ausrufezeichen versehen. Ich bin der Meinung, dass es gerade solche pauschalisierenden Aussagen an zentraler Stelle sind, die politischen Kräften am rechten Rand in die Karten spielen und ihnen leichtfertig Argumente liefern, da man historische Tatsachen offensichtlich nicht so recht wahrhaben will. Kein Mensch, der einigermaßen bei Trost ist, wird die verabscheuungswürdigen Taten Deutscher in jener Zeit leugnen oder relativieren, dass jedoch die Tatsache, dass auch Deutsche Opfer waren und – ohne Schuld zu tragen –  erheblichen Leiden ausgesetzt waren, Würdigung verdient und ein entsprechender Wunsch keinesfalls fatal ist, müsste eigentlich politischer Konsens sein. Meine betagte Mutter, die als Kind Flucht und Vertreibung von der Krim miterlebte, könnte Ihnen mit Blick auf die Opfer ein paar gruselige Geschichten erzählen. Sie und viele andere Menschen ihrer Generation tragen bestimmt keine Schuld an den Verbrechen Nazideutschlands. Und ganz bestimmt üben sie sich nicht „in nachgeholter Selbstgerechtigkeit“. – Robert Hartung


Leserbrief zu „Das Letzte“ von Finis

Nomen est omen. Wie gut, wenn man sich „Finis“ nennt- denn das bedeutet ja etwas, und  dieses ist durchaus Programm! Wenn also „Finis“ jüngst in seinem Verriß  der Frau Steinbach die „Flüchtlinge“ von 1945 und 46- also die Millionen  geflüchteter und vertriebener Ostdeutscher, mit den „Flüchtlingen“ von  heute bei uns, also den Hunderttausenden von Migranten, den Arabern,  Südosteuropäern, Nordafrikanern und Asiaten in einen Topf wirft und  direkt vergleicht bzw gleichsetzt, dann offenbart er (sie) eben eine sehr „begrenzte“ Sicht der Zusammenhänge und der Dinge, und zudem ein  sehr beschränktes geschichtliches Wissen und Differenzierungsvermögen -aber das darf man sich offenbar bei einem solchen Pseudonym erlauben… Ansprechend bzw überzeugend ist es deswegen dennoch nicht- eher peinlich, das muss man dem „Finis“ wirklich in dem Fall klar sagen, da nützt auch das Pseudonym nichts mehr. Ein bisschen Niveau sollte selbst  durch eine Glosse noch durchscheinen… – Karl-Heinz Grau


Leserbrief zu „Kalifornien ruft” von Uwe Jean Heuser

Selten habe ich einen so faden Artikel auf Seite 1 der ZEIT gelesen. Entschuldigung, es war Seite 3; die ersten beiden Seiten der ZEIT bestanden ja zu drei Viertel aus der Werbung (vorsichtshalber ohne Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen) eines Automobilherstellers, dessen Mutter dann auch brav im Seite-„1“-Artikel als „führender Autokonzern“ gelobt wird, der als einer der „ersten“ ein vielfältiges Spektrum an Antrieben auf die Straße bringt (in acht Jahren…). Apropos Spektrum: der Artikel hätte einen echten Mehrwert gehabt, wenn Herr Heuser — anstatt dem gerade in Mode gekommenen Batterieantrieb als scheinbaren Heilsbringer gegen die Dieselemissionen zu hofieren — auf die Brennstoffzelle und dem mangelnden politischen Interesse hieran (siehe Seite 28 der selben ZEIT-Ausgabe) verwiesen hätte. Und nur für den Fall, dass auch dieser journalistische Tellerrand noch zu naheliegend ist: die Eisenbahn zeigt schon seit Jahren, wie wirklich umweltverträgliche Elektromobilität funktionieren könnte (genauer gesagt: mangels politisch-gesellschaftlichem Interesse eben gerade nicht funktioniert). – Martin Herrenbrück


Leserbrief zu „Kalifornien ruft” von Uwe Jean Heuser

Der Leitartikel „Kalifornien ruft“ von Uwe Jean Heuser in der aktuellen Zeit ist der Anlaß für mich, mich zum Tag der Zeit anzumelden und Ihnen einen Leserbrief zu schreiben. Vielleicht ist ja am 7. Oktober Zeit bei der Zeit für ein Gespräch:

Es erschreckt mich, wie die E-Mobilität sich von der möglichen Innovation zur teuren Ideologie wandelt. Anstatt von starwarstauglichen 1000 Volt mit 1000 Ampere beim Tanken – pardon Laden – einer 300kWh Batterie in 20min zu träumen, wünsche ich mir als ersten Schritt anstatt der 1kWh-Blei- einen oder zwei 5kWh-Lithiumionen-Akkus in meinem Auto. Reicht denn dazu nicht ein Plug-In-Hybrid-Konzept mit 25km Reichweite für die erste Million Elektrofahrzeuge oder ist Ihnen das einfach nicht spacig genug? – Christoph Oertel


Leserbrief zu „Das Letzte“ von Finis

Das Problem ist nicht Frau Steinbach oder Herr Gauland. Das Problem sind Sie. Ihr Beitrag ist ein Paradebeispiel für den „Untergang“ des Abendlandes. Sie rennen wie die Lämminge in den Abgrund. Unten angekommen ist nichts mehr. Selbst den Unterschied zwischen Vertriebene und Flüchtlinge ist Ihnen nicht bekannt. Hauptsache draufhauen, irgendwann wird es auch den Richtigen treffen. Stimmig ist viel, aber das Geschreibe Ihres Autors ist weder stimmig noch richtig. Sie haben für Ihren Aufsatz eine fünf Minus verdient. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

In dem doppelseitigen Artikel, zu dem auch Sie unter Ziffer 3 einen erneuten Beitrag zum Thema Artensterben verfasst haben, fällt auf: von Ackergiften, die ein massives Artensterben verursachen, ist mit keinem Wort die Rede. Schon vor einigen Wochen gaben Sie in einem diesbezüglichen Artikel Ihrer Verwunderung Ausdruck, wieso es überhaupt zu einem solchen komme, weshalb ich Ihnen eine deutliche Kritik schrieb. Ihre Antwort: Sie seien auf der Suche, es gäbe halt keine belastbaren Zahlen. Falsch. Inzwischen konnten Sie sich informieren: 140 000 Tonnen Pestizide pro Jahr allein auf Deutschlands Äckern, was kein Kleinkram ist,  unter ihnen 6000 Tonnen reines Glyphosat. Dies hat die Aufgabe, sämtliche Ackerwildkräuter zu töten und damit die Lebensgrundlage der Insekten, Schmetterlinge, Vögel, Käfer zu vernichten. Hinzu kommen u.a. Nervengifte wie Neonikotinoide, durch die zum Beispiel Bienen, Schmetterlinge und Fledermäuse sterben.

Sie machen Monokulturen, Bodenversiegelung oder den sogenannten Klimawandel, besser: die Erderwärmung verantwortlich. Die Vergiftung des Ökosystems bleibt unerwähnt.  Nun liefern Sie also die Haupt-Übeltäter nach: sulawesische Banden, die beim Fischfang das Nervengift Cyanid einsetzen. Schurken in Thailand, die illegal das letzte Rosenholz schlagen. Sogar die europäische Erdhummel in Chile muss herhalten, dieser Bösewicht.  Ihre Schuldigen sind über unseren Planeten verstreut, namenlose Bewohner der Zweiten und Dritten Welt, die irgendwelchen Raubbau oder anderen ökologischen Unfug treiben, man kann ihrer nicht habhaft werden. Und dann auch noch die Invasion der Arten, die den Planeten überkommt wie ein Naturereignis, was soll man da machen.  Lieber Herr Habekuss: schon wieder reden Sie um den heißen Brei herum, und das wissen Sie auch. Die Hersteller von Ackergiften ( z.B. in gebeiztem Saatgut, Spritzmitteln, Pestizid-kontaminiertem Futter) sind alles andere als marodierende Halunken aus Ländern, wo der Pfeffer wächst. Sie tragen Krawatte und sind anzutreffen als Gast im Bundestag, haben einen Namen und eine Firmenadresse, zum Beispiel in Leverkusen oder St. Louis. Denn sie wollen mit Hilfe der Politik ihre Geschäfte ausweiten, um demnächst 65% des weltweiten Agrarmarktes kontrollieren zu können. Keine Chance also für die „Arten“: sie werden weiter sterben, und zwar gar nicht weit von uns, sagen wir mal, in Zeven oder in der Uckermark.

Bis auch die Menschen umfallen, vergehen noch einige Jahre diffuser chronischer Leiden, so dass eine Kausalität durch Ackergifte nicht nachweisbar ist. Ärzte zucken die Achseln und verordnen Cortison. Moderne Kreislaufwirtschaft, Super- Geschäftsmodell von Agrar- und Pharmaindustrie.  Das muss ja ein verdammt heißes Eisen sein, auch diese Verantwortlichen zu benennen, so wie Sie und Ihre Kollegen sich darum herumdrücken, es anzufassen. Ihre Leser sind aber nicht so deppert, wie Sie vielleicht denken: langsam fällt es unangenehm auf. Gehe ich recht in der Annahme, dass man Ihnen einen Maulkorb verpasst hat ? Vielleicht mussten Sie sogar was unterschreiben ( „Vermeiden Sie eine Kritik an Monsanto, Bayer, Syngenta, Dow … finden Sie irgendwas mit Erdhummeln „… ) Denn ich weiß von früher, dass Sie ganz viel wissen, was Sie aber nicht (mehr ? ) schreiben. Insofern geht ein so durchsichtiges Manöver leider nach hinten los, weil Ihr einst renommiertes Blatt durch diese Art von Gefälligkeitsjournalismus in ein trübes Licht gerückt wird. Kann das sein –  nun auch die gute alte ZEIT käuflich ? – Sybilla Keitel


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Die vielen Pauschalierungen helfen uns nicht weiter bei der Suche nach Gründen für die Wut und den Hass eines Teils der Ostdeutschen. Ich habe im Herbst 1989 mit vielen anderen „Wir sind das Volk“ gerufen. Nicht gebrüllt. Denn in uns war kein Hass, wir wollten unsere unerträglich gewordene Situation verändern. Vermutlich waren auch Sie damals in derselben Stadt dabei wie ich.

Als 2015 „Wir sind das Volk“ von manchen Ostdeutschen lautstark zu hören war, entsetzte das mich, wie viele andere Ostdeutsche auch. Wie konnten die, die vermutlich 1989 gar nicht oder erst spät dabei gewesen waren, den Begriff für sich in Anspruch nehmen, ohne wissen zu wollen, welchen großen Teil der Bevölkerung aus Ost und West ihnen überhaupt nicht zustimmten. Mittlerweile brüllen viele von ihnen noch ganz anderes, und sie haben keinerlei Respekt für alle anderen Menschen als sich selbst. Aber wir anderen sind da, und wir verteidigen das, wofür wir 1989  demonstrierten, und dazu gehören auch Demokratie und Freiheit. – Dr. Petra Hoffmann


Leserbrief zu „Hauptsache, gelikt” von Larissa Kikol

Larissa Kikol hat eine kurze, aber erstaunlich uninformierte Kritik am Umgang von Museen mit sozialen Medien verfasst. Selbstverständlich setzen viele Museen mittlerweile auf die „Macht“ (wie auch immer sie definiert sei…) von social media: Teils machen Museen momentan immer noch erste Schritte, teils bespielen sie verschiedene Kanäle auf professionelle Weise. Manche Aktionen und Projekte scheitern, andere funktionieren. Zahlreiche Instagramer oder Blogger (oftmals Frauen) widmen sich Museum – und produzieren Inhalte und Diskussionen. Ganze Konferenzen finden rund um das Thema statt. Und oft gibt es in den Institutionen noch viel zu wenig Gelder, um Stellen zu finanzieren, die sich mit social media beschäftigen. Der Vergleich, ein „analoges“ Angebot wie einen Workshop des C/O Berlins in Konkurrenz zu digitalen Inhalten zu setzen, schlägt fehl: Er zeugt von einer Vorstellung von „Virtualität“ vs. „Realität“, die schlichtweg nicht mehr zeitgemäß ist. Sowohl Workshops, Führungen, Bildungsarbeit oder Vorträge als auch social media sind Wege, Menschen in Museen zu bringen und Auseinandersetzungen zu fördern. Analog und digital ergänzen und inspirieren sich gegenseitig, sie erfüllen teils komplementäre, teils ähnliche Aufgaben. Ein so komplexes Feld auf eine derart simple Kritik herunterzubrechen, tut zahlreichen Ansätzen unrecht. Übrigens zeigt ein schneller Blick auf ins www: Das C/O nutzt – wie andere Häuser und Institutionen – Facebook, Twitter, Youtube und Instagram. Und Workshops. P.S.: Es wäre toll, wenn sich DIE ZEIT zu einer regelmäßige kleine Kolummne zu Museen und social media überreden ließe… Julia Dombrowski


 

Leserbrief zu „Meister der hocherotischen Zone“ von Martin Machowecz

Danke danke an Martin Machowecz für das tolle inhaltsstarke Interview. Besonder Rauchs Einlassungen zur Gendersensibiltät und zum Konservativ-Sein bestärken mich in Haltungen, die ich gelegentlich mich kaum noch traue in der Öffentlichkeit lautstark zu vetreten. Nächstens kommt es noch soweit, dass „Liebe machen“ selbst als maskuliner Dominanzakt des invasiven Eindringens denunziert wird und gefälligst abgeschafft gehört. Nun gut.Rinks und Rauchs aufrechte Gangart schaffen Platz für Lebenseuphorie. – Mathias Kleinschmidt


Leserbrief zu „Nicht alles schlucken” von Greta Taubert

Sie sprechen mir ganz aus dem Herzen! Von Dr. med. M.O. Bruker, der die Gesellschaft für Gesundheitsberatung gegründet hat (www.ggb-lahnstein.de), kommt der Spruch: Kauf nichts, wofür Werbung gemacht wird. Ja, wir sollen uns nach dem Durstgefühl leiten lassen….stellen Sie sich mal vor, wir würden den ganzen Tag immer essen wie manche immer am Trinken sind! Damit das gesunde Hungergefühl aufkommt, sollen wir auch 4 – 5 Stunden zwischen den Mahlzeiten lassen. – Marian Blass


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“ und zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Die Frage zu dem Titelthema ‚Warum rückt das Land nicht nach links?‘ hat sich  im Rahmen des Wahlkampfes ja wirklich in erdrückender Weise gestellt. Daher Glückwunsch zu diesem hervorragenden Artikel, der sehr interessante und nachvollziehbare Antworten enthält und journalistisch sehr ansprechend aufbereitet ist. Die Erkenntnis, dass es nicht (nur) am Wahlkämpfer Schulz liegt, kommt aber leider ein wenig spät. So ist  auch die ZEIT bedauerlicherweise in den letzten Ausgaben dem Mainstream gefolgt, Herrn Schulz auf seinem Weg anstatt mit Argumenten mit weiteren Hürden zu begleiten (man denke nur an die entgleiste Lokomotive). Schön, dass Sie mit dieser Ausgabe der ZEIT die Kurve bekommen haben. Ich hoffe, Herr Shaller hat nun bei der ZEIT eine Festanstellung erhalten! – Matthias Gruner


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Ich kann der Analyse weitgehend zustimmend folgen, doch ein gravierender Fehler ist dem Autor unterlaufen. Einem Autor, der seine Ausbildung im Ausland absolvierte, fehlt der Blick auf das „Duale System“. Ein Großteil der beschriebenen Altersklasse hat die Schule mit 16 Jahren verlassen, anschließend eine Lehre absolviert und arbeitet als gesuchte Fachkraft in sicheren Berufen. Mit 30 Jahren haben sie über zehn Jahre Berufserfahrung als Krankenschwester, ErzieherInnen, Monteure, Disponenten, Facharbeiter an CNC-Maschinen usw. Diese Berufsgruppe hat schon über zehn Jahre Steuern gezahlt und Beiträge in die Sozialkassen abgeführt. Sie unterstützen Demos gegen Umweltskandale. Studenten haben in dieser Zeit eine weitgehend kostenfreie Bildung genossen. Dieses Bildungsprivileg, von der Allgemeinheit finanziert, kann nicht überschätzt werden. Mit dieser umfassenden Bildung, sollte es doch gelingen, in einen Beruf zu starten (Quereinsteiger), wo Fachkräftemangel herrscht. – Dr. Erwin Kreim


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Ich habe selten eine Ausgabe der Zeit so gründlich und so gerne gelesen wie die letzte. Ich kann mich nur bedanken für die guten Recherchen und Analysen. Besonders haben mich als ehemaligen Biologielehrer die Artikel zum Thema „Wie geht es der Erde?“ angesprochen. Ich fand darin viele Gedanken wieder, die ich in der vergangenen Woche bei einem Vortrag von Dr. Franz-Alt zur Eröffnung der Klimaschutzwoche im Kreis Coesfeld hören konnte. Nachdenklich hat mich die Auflistung der Fragen junger Menschen an die Politiker gemacht, zeigt sie doch, wie sehr der derzeitige Wahlkampf sich zu sehr mit Themen der älteren Generation befasst. Aufgerüttelt hat mich das abgedruckte Generationen-Manifest, das sich ein jeder Politiker an die Bürotür heften sollte. Es ist bestens für eine politische Gewissenerforschung geeignet. Was ich an der letzten Zeit-Ausgabe kritisieren möchte sind die großformatigen Anzeigen von Audi, BMW und Porsche anlässlich der IAA. Die passen so gar nicht zum Inhalt der Zeit-Artikel und machen lediglich die machtvolle Seite der Automobil-Lobby deutlich. Wie gehen Sie in der Redaktion mit dieser Widersprüchlichkeit um? Lässt sich damit auf Dauer leben? – Heinz-J. Holthaus


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Eine Gruppe als gleichzeitig „freiheitsfeindlich“ und „islamfeindlich“ zu bezeichnen und diese Begriffe noch dazu nebeneinander zu stellen zeugt von einem sehr eigenartigen Freiheitsverständnis. Dies weckt Erinnerungen an DDR-Freiheitsplätze. Es zeigt wohl das Bedürfnis, mit Begriffen Menschen zu manipulieren oder eine bezeichnete Gruppe zu diffamieren. Kann man islamfreundlich und gleichzeitig freiheitsfreundlich sein? Es wäre mir ein Bedürfnis, von Frau Finger zu erfahren, welchen Staat mit mehrheitlich islamischer Bevölkerung sie auf dieser Erde ausfindig machen kann, in welchem es Freiheit, insbesondere Religionsfreiheit, sozialen Ausgleich, Frieden und Respekt vor Frauen gibt. Mehr ist dazu gar nicht zu sagen.

Übrigens: warum wird in den Medien tunlichst vermieden, über die Tatsache der Begeisterung Hitlers für den Islam zu berichten, der wohl zum zündenden Faktor für den Antisemitismus der arabischen Länder im 20. Jahrhundert wurde? Wie kann dann Nazitum mit Islamfeindlichkeit überhaupt unter einen Hut gebracht werden? Deutschland arbeitet mit der Ansiedelung archaischer Völker in Europa fest daran, den Antisemitismus erst richtig zu institutionalisieren. Mit Israel-Boykott-Aufrufen ist auch die Politik schon vorne dabei, selbst linke Parteien sind längst zu Kollaborateuren der Israelfeindschaft geworden. – Siegfried Molnár


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Parteipolitisch werde ich jedenfalls nicht (noch weiter) nach links rücken, obwohl die Linke auf den Gebieten Wirtschaft, Finanzen und Soziales zwar bedenkenswerte Vorschläge macht, aber außen- und sicherheitspolitisch für mein Empfinden immer noch im Märchenland verharrt. Nicht, dass ich gegen das Ziel Frieden wäre, allerdings kann das nur erreicht werden, wenn der Weg dahin klar und wirklichkeitsbezogen definiert wird. Die Grundlage dafür kann nicht aus einem polarisierbaren politischen Konzept bestehen, sondern muss beinhalten, dass wir vorurteilsloses Menschsein als ursprünglichen Wert unserer Existenz verstehen und dialogisch und kooperativ damit umgehen.

Und noch eine Bemerkung zu dem Zitat von Gerd Lippold in Bezug auf die im Wahlkampf zu beobachtende Verrohung der Sitten und der Methoden einiger Gruppen, sich bemerkbar zu machen: „Es geht vielen nur noch darum, dumpfen Hass loszuwerden.“ Diesen oft angeführten Hass deute ich in erster Linie als Selbsthass: Man ist nicht bereit, sich den komplexen sozialen Situationen zu stellen, und füllt dieses Defizit mit der Skandierung von Parolen und Angriffen auf diejenigen aus, die sich um angemessene Lösungen aktueller Herausforderungen bemühen Auf reduktuionistischen Aktionismus und perfektionist zugespitzte Idealisierungen, mit denen man sich selbst unter Druck setzt, sollte sich niemand einlassen, denn damit würde man sich nur weiter von sich selbst entfernen. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Auf diese Artikel habe ich lange gewartet. Sie fassen zusammen, was schon in zahlreichen Buchpublikationen belegt und zahlenmäßig untermauert ist. Wir sind dabei, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Das müssten auch unsere Politiker wissen. Ja, wir leben gut und gerne in Deutschland, wie die CDU plakatiert. Dabei aber so tut, als ob unseren Enkeln noch all das verfügbar sein wird, was wir jetzt haben.

Was mich stört, ist dieser Mangel an Courage, uns reinen Wein einzuschenken, auf unvermeidliche Wohlstandsverluste hinzuweisen und einen Weg zu zeigen, wie wir damit fertig werden könnten. Stattdessen: Kabbeleien um die richtige Türkeipolitik und Weitermachen wie gehabt. – Prof. em. Dr. Wolfgang Butzkamm


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Und ausgerechnet ihr solltet still bleiben! Ich gehöre mutmaßlich zu der sogenannten Generation Y oder Generation Praktikum. Zumindest hat man uns damals in den 2000ern so genannt. Gegen Ende meines Studiums hat man uns damit versucht zu erschrecken. Ihr bekommt keine unbefristeten Verträge mehr und müsst euch von Praktikum zu Praktikum durchhangeln, hat man uns erzählt. Ich habe auch Leute wie Lara kennengelernt, in diversen Jobs neben meinem Studium. Soziologen, Museologen, Theaterwissenschaftler, Geisteswissenschaftler, Kommunikations- und Medienwissenschaftler, u.ä.. Was haben die einem immer alles erzählt, wie fantastisch sie ihren Studiengang finden. Nur auf die Fragen, was sie damit später denn mal machen wollen, respektive wie sie gedenken ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, konnten die Wenigsten eine klare Antwort geben. Und für all jene ist es auch so gekommen, wie die düsteren Prophezeiungen es vorausgesagt haben: Nur befristete Stellen, Praktika, Volontariate, schlechte Bezahlung, unsicheres Leben. ABER: ich kann ihn hören den Aufschrei. Unser Land braucht auch Kultur- und Geisteswissenschaftler. Man kann doch seinen Beruf nicht nur nach den Verdienstmöglichkeiten wählen, usw. …Nicht dass man mich falsch versteht. Gern soll jeder das studieren und den Beruf ausüben, den er möchte. Die Laras dieses Landes haben größtenteils ein kostenloses Studium erhalten (Semesterbeiträge mal ausgenommen, Studiengebühren gibt es meist nicht) und konnten ihr Selbst sowie offensichtlich ihre Leidenschaft verwirklichen. Nur stellen sie eben nun erstaunt fest, dass niemand für ihre Liebhaberei zahlen möchte und sie sich kein Haus kaufen können. Sie sind auch keine Minderheit mehr wie vielleicht noch vor Jahrzehnten und wenn man allein an der Universität Leipzig seit dem WS 13/14 jedes Jahr über 1.000 Erstsemester an der Philologischen Fakultät zulässt (Vergleich WiWi-Fakultät ca. 600 Erstsemester), dann muss man sich über Fachkräftemangel und prekäre Einkommenssituationen von Hochschulabsolventen nicht wirklich wundern.

Wie der Verfasser des Artikels bemerkt, sind die Proteste in Deutschland noch ausgeblieben, aber Gedanken wie das Grundeinkommen werden immer wieder in die Welt geworfen, damit in Zukunft sich auch wirklich jeder auf seine Hobbies und Selbstverwirklichung konzentrieren kann. Auch ich werde bei der Aussicht auf ein Grundeinkommen schwach, habe ich doch bisher niemand gefunden, der mich für meine Leidenschaften wie Schlafen, Essen und sommerliche Spaziergänge im Regen bezahlen will. Im Übrigen: Von allen anderen Bekannten und Freunden, die nicht unbedingt ihr Hobby zum Beruf gemacht haben und bspw. Jura, Informatik, Ingenieurswesen, Medizin, Wirtschaftswissenschaften, u.ä. studiert haben, erhielten ausnahmslose alle, die ich kenne, nach ihrem Studium relativ nahtlos einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Vielleicht hat auch meine Generation – heute Mitte 30 bis 40 Jahre – noch Glück gehabt. Vielleicht finden sich die heute unter 30-Jährigen bald als Ärzte, Informatiker und Ingenieure in prekären Arbeitsverhältnissen wieder. Oder aber es gibt doch das Grundeinkommen für ALLE, verbunden mit einer staatlichen Garantie für Wohneigentum. – Andreas Blum


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Bernd Ulrich

An der Berichterstattung und Kommentierung zur Bundestagswahl in den Medien und auch in Ihrer Zeitung missfällt mir vor allem eines: Es wird fast gar nicht nach den Qualitäten der Kandidaten gefragt.  Offenbar spielen bei der Frage, wer die Bevölkerung demnächst im Bundestag repräsentieren wird und wer in der künftigen Bundesregierung als Minister oder Staatsekretär fungieren soll, fachliche Qualitäten, Kenntnisse und Führungseigenschaften so gut wie keine Rolle.  Sogar bei Kandidaten, die bereits Ämter und Mandate innehatten, wird kaum  die bisherige Leistung bewertet. „Er (oder sie) hat diesen Wahlkreis bereits zweimal direkt gewonnen“ reicht als Leistungsbeschreibung aus – dass man von ihm oder ihr zwischen den Wahlen so gut wie nichts wahrgenommen hat, keine  Initiative bekannt und keine Rede erinnerlich ist, wird nicht thematisiert. „Die Partei XY fordert das Finanzministerium“ – eine solche Aussage wird nur  unter machtpolitischen und koalitionstaktischen Aspekten diskutiert. Die Frage,  wer denn die für dieses Amt am besten geeigneten Persönlichkeiten sind,  wird gar nicht erst gestellt.  Bei jeder Einstellung eines Sachbearbeiters wird die Qualifikation des Kandidaten   intensiver geprüft als bei unseren Vertretern in Legislative und Exekutive. – Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „Geschacher um den Euro“ von Georg Blume und Mark Schieritz

Der französische Präsident Emmanuel Macron nennt drei Ziele für den Umbau der Währungsunion: Einen eigenen Haushalt für die Eurozone, einen eigenen Finanzminister und ein eigenes Eurozonen- Parlament. Dies würde für die Eurozone eine kraftvolle aktive Wirtschaftspolitik ermöglichen.   Die Eurozone bekäme das fiskalpolitische Instrumentarium, um zusammen mit der Geldpolitik der EZB ihre Dienstleistungsfunktion gegenüber der Wirtschaft besser zu erfüllen.   Ein viertes Ziel ist jedoch zwingend erforderlich, um aus dem Euro die sicherste Währung der Welt zu  machen: die Garantie der EZB für alle Euro-Giroguthaben im Euroraum. Die Umwandlung des Euro von einer 1%-Reserve-Währung zu einer 100%-Reserve-Währung würde alle Zahlungsmittel in der Eurozone sicher machen, seien es Münzen, Banknoten oder Euro-Giroguthaben. Die Eurozone würde sich von einer Nutzgemeinschaft für Wirtschaft und Finanzinstitute auf Kosten der Steuerzahler zu einer Schutzgemeinschaft für die Bürger wandeln. Die Staaten, die Wirtschafts- Unternehmen  und die Bürger würden durch diese Reform aus der Geiselhaft des Finanzsektors befreit.   Die Voraussetzungen für diese Reform sind günstig: Durch die viel gescholtene Politik der EZB unter Herrn Draghi hat sich die Deckung der Giroschulden der Banken in der Eurozone von 3,7 % (Dez. 2014) auf 13,4 % (Dez. 2016) erhöht.

Die Ende Dezember 2016 bestehende Geldmenge M1 von 7.238 Mrd. Euro setzt sich aus dem Bargeldumlauf von 1.087 Mrd. Euro und den Giroschulden der Banken von 6.151 Mrd. Euro zusammen. Diese Versprechen der Banken zur sofortigen Lieferung von Zentralbankgeld von 6.151 Mrd. Euro sind durch Guthaben der Banken bei der EZB von 823 Mrd. Euro (13,4 %) gedeckt. Dank Herrn Draghi und der EZB ist dies inzwischen wesentlich mehr als die vorgeschriebene Mindestreserve von 1 %. Trotzdem bleibt eine fehlende echte Liquidität (Zentralbankgeld) von 5.328 Mrd. Euro. Bei dieser bestehenden Luftnummer von 5.328 Mrd. Euro hilft das Garantieversprechen der Physikerin Dr. Merkel (CDU) für die deutschen Sparer nicht weiter. Der Bundeshaushalt Deutschlands hatte 2016 nur ein Volumen von 316,9 Mrd. Euro. Das gezeichnete Kapital des ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) beträgt bisher auch nur 704 Mrd. Euro (davon Deutschland 190 Mrd. Euro). Von diesen 704 Mrd. Euro sind bisher nur 80 Mrd. Euro eingezahlt.   Eine Mobilisierung der Wähler durch die Aufklärung über die immer noch bestehende Gefahr für Ihre  Geldvermögen würde einen heilsamen Druck auf widerstrebende Eliten ausüben. Infolge der bereits  erreichten Deckung von 13,4 % der Giroschulden der Banken erscheinen die Gefahren eines vorübergehenden  Runs auf die Banken beherrschbar.   Der bisher nur  intern in der SPD diskutierte Antrag „Rettet unser Geld“ vom 12.02.2017 aus der SPD  Berlin-Tegel ist zur  weiteren Erläuterung des Reformplans  als Anlage beigefügt. – Josef Langenmayr


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Herr Shaller sollte seine Wut etwas abkühlen, weil sie klares Denken verhindert: Welches ist denn die Alternative zur Eigenverantwortung, die  er so vehement ablehnt? Meint er etwa eine staatliche Fürsorgepflicht für uns alle, damit sich jeder in seiner Selbstverwirklichung suhlen kann? Es geht ihm wohl vor allem um Menschen, die Helmut Schmidt in einem Bonmot als diejenigen bezeichnet hat, die „alles bestreiten, außer ihrem  Lebensunterhalt“, aber gerne Forderungen an die Gesellschaft stellen, die für ihre Unzulänglichkeiten und  Leistungsverweigerung aufkommen soll – und das ausgerechnet für Leute, die sich doch zur geistigen Elite zählen… Das größte Einstellungshindernis  ist das deutsche Arbeitsrecht mit ständig wachsenden „Schutzbestimmungen“ für Arbeitnehmer, die durch den Arbeitgeber zu organisieren und mitzufinanzieren sind – warum eigentlich?

Die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung würde keine einzige Vollzeitstelle mehr schaffen, weil Arbeitgeber die Risiken höher bewerten als die Chancen – Punkt. All diese Schutzbestimmungen verhindern einen Mindestlohn in vielleicht doppelter Höhe von heute,  der bezahlt werden könnte und sollte, wenn dafür das Risiko sinkt, auch in schlechten Zeiten oder bei schlechter Leistung des Mitarbeiters auf den Kosten sitzenzubleiben und deswegen  ev. sogar in Insolvenz zu geraten. Wenn das Einstellungsrisiko für Arbeitgeber sinkt, steigt erwiesenermaßen die Beschäftigung,  wer keine rote Brille aufhat, kann das etwa in der Schweiz sehen. Der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit ist Bildung, Einsatzwillen, Flexibilität und z.B. die Bereitschaft, seinen Studiengang der Nachfrage anzupassen statt den eigenen Bedürfnissen. Wer das Programm von linken Parteien verherrlicht, übersieht, dass sie weltweit den Nachweis der Wirksamkeit schuldig geblieben sind (Ostblock) oder noch schuldig bleiben (Frankreich, Kuba, Venezuela u.v.a.m.). Herr Shaller: Machen Sie doch ein Praktikum im Arbeitnehmerparadies Venezuela, wo der Staat für alle sorgt, zumindest noch so lange, bis er Pleite ist, woran dann wieder der westliche Kapitalismus schuld sein wird und nicht das Missmanagement und die Korruption. Danach schreiben Sie wieder für uns – ich lese es, versprochen! – Hans Markwalder


Leserbrief zu „Der zerbrechliche Riese“ von Tilman Jens und zu „Ein Mann mit Agenda“ von Harald Welzer

Die Serie „Deutschland, deine Kanzler“ läuft unter dem Motto „die Bundesrepublik verstehen“ und fragt auch bei Kohl und Schröder „Was haben sie bewegt?“ Ich empfehle, beide Artikel nacheinander zu lesen und sich dabei wiederholt zu vergegenwärtigen: „Wer über einen anderen Menschen urteilt, der urteilt auch über sich selbst.“ Tilman Jens „verurteilt“ sich in seinem Text selbst – daher kein Kommentar. Man mag Gerhard Schröder mehr oder, wie ich, weniger schätzen: Harald Welzer zeichnet vom Menschen, wie vom Kanzler, seiner Amtszeit, seinen Vorstellungen, Überzeugungen. Zielen,  den politischen Gegebenheiten und Zwängen, den z.T. bis heute strittigen Entscheidungen ein höchst differenziertes, vor allem nicht einseitiges Bild. Sein Bericht: Gelungen. – Emil Göggel


Leserbrief zu „Huhu, hört ihr mich?“ von Maximilian Probst

Ob das wohl die Wahl-Kandidaten lesen? Zumindest ihre Berater könnten die 1 Woche noch nutzen. Allerdings bin ich erstaunt, dass es nur 100 Zusendungen gegeben hat.   Obwohl nicht zum Kreis der Angesprochenen zählend ( bin 70 J.) würde ich folgende Frage stellen, die mich umtreibt:

Warum wird nicht generell für nur maximal 2 Legislaturperioden gewählt?  Für mich ist es undemokratisch, wenn Politiker länger im Amt sind. Das gilt auch für Kanzler und Minister. Wir haben ja schon fast afrikanische, monarchische Verhältnisse! Darin liegt meiner Meinung nach auch eine der Ursachen für die Politikverdrossenheit (immer dieselben Gesichter, kein neuer Geist, fehlende Visionen…).

Warum gibt es in den Parteien bei der Aufstellung der Kandidaten kein Quote für Jugendliche ? Ich würde mir wünschen, dass mindestens 1/3 der Kandidaten jünger als 35 Jahre sind und dass das Parlament dann von den gewählten Parteien auch so besetzt sein wird. Ich weiß nicht wie es tatsächlich machbar wäre, aber warum hat die angesprochene Jugend nicht in diesem Sinne mehr Teilhabe und Mitsprache gefordert? – Ingrid Kube


Leserbrief zu „Der zerbrechliche Riese“ von Tilman Jens

Besten Dank für Ihre Reihe „Deutschland, deine Kanzler“, der ich mit Interesse und Gewinn folge. Die Würdigung der Kanzler der Weimarer Republkik, sozusagen als Einleitung zu den Kanzlern der Bundesrepubklik, versprach von Anfang an eine faire Würdigung der Leistungen der beschriebenen Personen, ohne ihre Schwächen zu leugnen. Namhafte Historiker und Soziologen waren die Autoren der meisten Beschreibungen bislang. Bei Helmut Kohl fiel Ihre Autoren-Wahl auf einen Journalisten, der durch seinen Rechtsstreit mit Kohl von vornherein als befangen gelten muss. Entsprechend gestaltet sich auch dessen Betrachtung, die vor allem seine Widersprüchlichkeiten, seine Eitelkeit, seinen Machtinstinkt und seine verbalen Ungeschicklichkeiten in den Vordergrund stellt. Selbst seine politischen Leistungen wie der Zehntpunkteplan, der die Grundlage zur Deutschen Wiederveinigung legte, werden, wenn überhaupt, unter den Gesichtspunkt einer egozentrischen Grundmotivation gestellt. Breiten Raum nimmt die Klage des Autors ein, dass seine gerichtlich gestoppten und nicht autorisierten Veröffentlichungen von Kohls derben Bewertungen politischer Weggefährten, nicht veröffentlicht werden dürfen.

Bedauerlich vor allem angeblich deshalb, weil dadurch der Öffentlichkeit, Kohls Wortgewalt vorenthalten wird. Wie kommen Sie dazu eine derart geschmacklose und voreingenommene Darstellung von Helmut Kohl in einer solchen Reihe abzudrucken? Es drängt sich dem Leser der Verdacht auf, sie setzten mit der Wahl dieses Autoren Ihre zweifelhafte Helmut Kohl Politik von 1976 fort, als sie den Kanzlerkandidaten kurz vor der Wahl öffentlich und bewusst und ohne Autorisierung Ihres Interviews mit ihm, vor der Öffentlichkeit blamierten. Tilmann Jens kassierte aufgrund dieses, journalistischen Regeln des Anstands widersprechenden Vorgehens, ein eindeutiges  Gerichtsurteil. Wäre es nicht angemesssen gewesen, einem renommierten Historiker an dieser Stelle Raum für eine reflektierte Darstellung zu geben? Ein bißchen mehr Größe und Ausgewogenheit Ihres Hauses wäre jedenfalls angemessen gewesen. – Bernhard Olpen


Leserbrief zu „Gesellschaftskritik“ von Heike Faller im ZEIT Magazin

Im letzten Zeit-Magazin habe ich Ihre Gesellschaftskritik gelesen. Was Sie über die Glaubensbekenntnisse schreiben, scheint mir sehr oberflächlich; als ob diese immer nur eine Modeerscheinung wären. Und wenn Sie dann zum Schluss schreiben vom „zum Jesuskind beten“, stört mich das als gläubige Christin. Kinder beten zum Jesuskind, Erwachsene zu Christus bzw. zu Gott. Schade, die „Zeit“ hat sonst mehr Niveau! – Angelika Hoch


Leserbrief zu „Versöhnung war gestern” von Michael Thumann

Auf die polnischen Forderungen ruhig und ohne Aufrechnung oder Eskalation zu reagieren, ist vollkommen richtig. Auf eines aber sollte immer wieder verwiesen werden: es kann keine Sippenhaftung geben. Meine Kinder und Enkel haben keinem Polen etwas zuleide getan und sind keinem Polen Geld schuldig. Ich selbst, Jahrgang 1942, habe bereitwillig mitgetragen, was nach dem Kriege an Opfer geflossen ist – in Solidarität mit den Opfern und weil ich die Deutschen noch kannte, die zu Tätern und Mitläufern geworden waren, einschließlich naher Verwandter. Es würde mich freuen, wenn Sie diese Stellungnahme abdrucken könnten; noch wichtiger wäre mir, wenn die hochgeachtete ZEIT diesen Gedanken, wie man es mit Sippenhaftung hält, selbst weiter tragen würde. – Dr.-Ing. Gerd Eisenbeiß


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Als geradezu empörende deutsche Wirtschaftswunder-Unmöglichkeit darzustellen, wenn heutige Großeltern in der Lage sind, ihrer Enkelin monatlich 800 Euro „Gehalt“ fürs Studium zu zahlen, ist doch etwas sehr weit hergeholt. Verglichen mit den Kosten, die Familien in all den vom Autor genannten anderen Staaten – allen voran Großbritannien und die USA – für das Studium ihrer Kinder oder Enkelkinder aufwenden (müssen), nimmt sich der familiäre Eigenanteil in Deutschland doch sehr bescheiden aus. Warum kann der Autor sich eigentlich nicht darüber freuen, dass ein Studium a) in Deutschland so preiswert ist, b) genügend Familien es bezahlen können und c) es genügend Unterstützung in Form von Bafög und Stipendien gibt, die denen, die es sich nicht leisten können, helfen?

Auch fokussiert der Autor völlig einseitig auf geistes- und kulturwissenschaftliche Absolventen; für die war der Berufseinstieg aber auch vor 30 Jahren keineswegs leichter als heute, und dass wir uns damals (ich bin Jahrgang 1962) in den Zwanzigern mehr hätten leisten können als die junge Generation heute, kann ich auch nicht erkennen. Im Gegenteil: Unsere Ansprüche waren oft um ein Vielfaches geringer und auch unsere Möglichkeiten. Hinzu kommt: Hätte der Autor sich bei technischen Hochschulabsolventen, Medizinern oder Naturwissenschaftlern umgehört, wäre er wohl sehr rasch zu gänzlich anderen Ergebnissen gekommen. Auch in vielen Handwerksberufen suchen die Betriebe bekanntermaßen händeringend nach Nachwuchs – und stellen ihn unbefristet ein.

Bei der Studienwahl aufs falsche (Selbstverwirklichungs-) Pferd gesetzt zu haben, kann man nicht „dem System“ anlasten. Allenfalls kann man beklagen, nicht genügend Unterstützung, Zeit, Mut und Kraft für die richtige Studien- und Berufswahl bekommen oder gefunden zu haben. Da hilft aber kein Megaphon für die Straße, sondern nur ein Griff an die eigene Stirn. Insofern scheint die Merkel-Jugend doch ein Stück weit vernünftiger zu sein als ihre Altersgenossen in anderen Ländern! – Birgitta vom Lehn


Leserbrief zu „Die Überschätzten“ von Martin Spiewak

In dem Artikel schreiben sie in der zweiten Spalte oben “ afrikanischstämmige Oberschulrätin“ . Ich finde das erste Wort sehr undifferenziert, da Afrika kein Land ist und es in Afrika viele unterschiedliche Kulturen gibt und es nicht pauschal DAS AFRIKA gibt. Alle anderen Nationen werden in dem gleichen Artikel mit ihren Land genannt, dritte Spalte unter steht „vietnamesische Familie “ und nicht asiatische Familie. Es wäre schön, wenn sie bei ihren weiteren Artikel berücksichtigen könnten, das es DAS AFRIKA nicht gibt und die einzelnen Länder auflisten würden, so wie sie es bei Personen aus anderen Kontinent in dem Artikel auch gemacht haben. – Muriel Schäfer-Asch


Leserbrief zu „Ein Mann mit Agenda“ von Harald Welzer

Herr Welzer hat leider vergessen (?)  Folgendes zu erwähnen: Als Bundeskanzler unterstützte Schröder das Nordstreamprojekt der  Gazprom und besiegelte es mit dem „lupenreinen Demokraten “ Putin am 8.9.2005. Noch in ihrer Amtszeit übernahm die Regierung Schröder im November 2005  eine staatliche Bürgschaft für einen Kredit von deutschen Banken iHv. 1 Milliarde € für Gazprom. Nur einen Monat (!) später im Dezember 2005 erhielt Schröder seinen mit 250 000€ dotierten Posten bei Gazprom. Noch Fragen zur Moral? – Jürgen Neunaber


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Wenn schon nicht die großen Politiker, so prangerst du wenigstens den katastrophalen Zustand unseres Erdballs an. Demnach müssten wir alle grün wählen, denn wie heißt es so schön? „…dann erst merken wir, dass man Geld nicht essen kann“. Danke für den aufrüttelnden Bericht. – Brigitte Wörl


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Mit viel Zeit und Worten haben Sie eine Arbeitswelt von unter 30jährigen beklagt die es so nur in Ihrem Kosmos gibt. Im Handwerk, in der Bauindustrie, in allen Ingenieurberufen und auch im kfm. Bereich werden händeringend Mitarbeiter gesucht. Als Arbeitgeber kann ich Ihnen sagen das das Angebot an Bewerbern die Nachfrage seit Jahren nicht deckt. Wenn junge Leute allerdings vor Beginn ihrer Ausbildung nicht prüfen wo Bedarf besteht oder nicht zielgerichtet Ihren Ausbildungsweg beschreiten kann natürlich eine Minderheit auch in der aktuellen Marklage außen vor sein und als Taxifahrer enden. Aber solche Karrieren gab es auch schon immer. – Peter Knappmann


Leserbrief zu „Nicht alles schlucken” von Greta Taubert

Für Leser und natürlich auch für Greta Taubert erzähle ich ein Wassererlebnis aus meiner Jugendzeit: Als Fußballer durften wir im Training, besonders aber beim Spiel gegen einem Gegner in unserer Liga (Regionalliga) kein Wasser trinken. Die Sportlehrer oder Fußballtrainer hatten uns Spielern klargemacht, das zuviel Wasser im Körper die Leistung schwächt. Es würde eine bestimmte Schwerfälligkeit eintreten. Auch wer starken Durst verspürte, durfte nicht trinken. Erst bei Spielende war es gestattet. Das ist doch auch eine nette Story. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Dieses Bad geriet im Sommer völlig aus dem Lot“ von Ursula März

Das ist ein typischer Beitrag der mich sprachlos macht. Was ist bloss aus Deutschland geworden. Anstatt klare Kante zu zeigen ducken sich ständig bestimmte Menschen vor dem Islam weg und andere wiederum sind dem Islam hörig. Wie konnte es nur soweit kommen. Wer unsere Kultur auch Badekultur nicht aus innere Überzeugung mittragen mag, sollte in das Ambiente zurückkehren, in dem  allein er/sie sich wohlfühlt. Was denn sonst! Kein Land auf dieser Welt würde sich diese Demütigung gefallen lassen. Es wird immer wieder gefragt, woher die Wut oder gar Hass in unserem Land herkommt: Das ist ein typischer Fall der viele Bürger zur Weissglut bringt. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Huhu, hört ihr mich?“ von Maximilian Probst

DANKE! Die ausführliche Auflistung politischer Vorstellungen un d Fragen  der „ungehörten“ jungen Generation ist für mich beeindruckender als  jedes noch so ausgefeilte Wahl- oder Parteiprogramm. Nämlich: Sehr  lebens- und menschennah sowohl in aktueller als auch in langfristiger  Themensicht. Ich bin 70 Jahre alt und fühle mit den allermeisten Themen,  Forderungen und Fragen sehr vertreten. Gerade weil zur Zeit die  demographische Realität den Stimmen der älteren Generation automatisch  mehr Gewicht verleiht, müsste den Themen der jungen Generation besonders  viel Raum und Bedeutung zuerkannt werden, besonders da, wo es nicht um  Macht und Kapital geht, sondern um tragfähige existentielle Inhalte für  ALLE Menschen. Dann geht die Politik der Alten auch nicht mehr an den  Jungen vorbei. Und dann werden in Zukunft die jungen Leute vielleicht  auch nicht mehr überrascht sein, überhaupt gefragt zu werden. – Eva Fortelka


Leserbrief zur Grafik „Buntes auf dem Bildschirm“ von Matthias Schütte und Sven Stillich

In die „deutschen“ Wohnzimmer kam z.B. auch „ein Kessel Buntes“. Warum blenden Sie die DDR wieder aus? Auch wenn diese Grafik eher unwichtig ist, zur deutschen Geschichte gehört eben nicht nur Westdeutschland. – Eva-Maria Nickel


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Das Leben wird von Zufälligkeiten geprägt. Das 1945 die Einen im Osten des Landes den Russen ausgeliefert wurden und die Anderen im Westen den Amerikanern hing nicht mit Verdiensten der Betreffenden zusammen sondern nur mit der Geographie. Die Einen haben Pech gehabt und die anderen Glück. Wenn allerdings der Morgenthau Plan verwirklicht worden wäre, dann hätten wiederum wir im Westen Pech gehabt. Nur weil Stalin zur Gefahr wurde und er obendrein aus dem Osten ein Musterschaufenster des Sozialismus machen wollte, hat der Westen Westdeutschland jetzt plötzlich als vorgeschobenes Kampffeld in einem befürchteten 3.Weltkrieg gebraucht und aufgerüstet. Jetzt kam der Marshallplan. Unser Glück im Westen war, das es nicht zu einem Krieg gekommen ist. Sonst gäbe es uns heute nicht mehr.

Arroganz und Hochmut sind also nicht angebracht. (waren eigentlich noch nie). Es fällt auf, das heute unsere bestimmende Elite fast geschlossen hinter der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel steht. Mit Personen, die kritische Töne einfließen lassen, wird nicht mehr gesprochen. Dabei fallen 2 Gesichtspunkte auf:

— die deutsche Elite hat eigentlich immer versagt. Bei der Integration der Gastarbeiter aus Anatolien, im 3.Reich, in der Feudalzeit wurde von Gott gesandten Herrschern das Herrschen ermöglicht, im 30 jährigen Krieg hat man die Zerschlagung des Staates geschehen lassen usw.

— es fällt auf, das fast weltweit kein anderer Staat etwas ähnliches macht. Selbst altbewährte Einwanderungsländer machen nichts ähnliches. Wobei wir Kritik nur an Osteuropäern üben, im westlichen Lager halten wir uns vornehm zurück. Das wir wieder einen Sonderweg beschreiten, hängt wohl mit unserer Geschichte zusammen. Die heutige Elite möchte das Versagen der Elite im 3.Reich vergessen lassen  und  heute selber besonders menschenfreundlich erscheinen.

Nun muss man sagen, menschenfreundlich müssen wir natürlich immer sein. Und die Flüchtlinge 2015 aufzunehmen, war ein Gebot der Stunde und alternativlos. Kritisieren kann man etwas anderes. 4 Jahre schaut die BRD dem Morden in Syrien ungerührt zu. Als Italien und Griechenland um Hilfe rufen, blockt Berlin und Paris ab. Bis eben im Herbst 2015. Jetzt stehen die Flüchtlinge auf der Autobahn. Jetzt wird eine Willkommenskultur ausgerufen und damit ganz Nordafrika eingeladen, nach Deutschland zu kommen. Das wir Flüchtlingen helfen, ist selbstverständlich. Das wir die Umsiedlung ganzer Bevölkerungsgruppen von Afrika nach Mitteleuropa fördern, etwas anderes. Sie monieren zu Recht den Hass, der bisweilen auf Kundgebungen zutage tritt. Nun ist Hass etwas gefährliches und in keiner Weise hilfreich. Dessen Auftreten erkläre ich mir wie folgend:

— in der DDR sind Babys mit 1 Jahr in der Kita gelandet. Ein Psychologe würde wahrscheinlich sagen, diesen Menschen ist von der Mutter kein Urvertrauen vermittelt worden. Und wir im Westen, vor allem Rot-Grün, machen heute denselben Fehler. Die Industrie braucht Arbeitskräfte und dem hat sich alles unterzuordnen. Auch die Erziehung der Kinder.

— die Treuhand hat den Osten deindustrialisiert. Heute noch entvölkern sich im Osten ganze Landstriche. Die Zurückgebliebenen kann man nur bedauern.

— wir haben eine größere Gruppe von Bürgern, die benachteiligt worden sind. Entweder einen befristeten Arbeitsvertrag haben, oder keine preisgerechte Wohnung.  Die Russlanddeutschen haben wenig Unterstützung bekommen. Teilweise sogar Häme. Es wurde auf ihren deutschen Schäferhund verwiesen. Dabei hatte gerade diese Volksgruppe stark unter den Verbrechen des 3.Reiches gelitten und alles verloren. Verständnis haben sie nicht bekommen. Die Gastarbeiter aus Anatolien sind bei ihrer Integration nicht im Geringsten unterstütz worden. Deshalb haben wir heute Parallel Gesellschaften im Lande. Die von Saudi-Arabien durch den Bau von Moscheen unterstütz werden, und von der Türkei durch türkisch sprechende Imame.

— jetzt können wir endlich froh sein, das das Christentum friedlich geworden ist. Nach 1600 Jahren endloser Gewalt. 400 nach Christi ist in Mailand die erste Synagoge in Flammen aufgegangen und es wurde verkündet, kauft nicht bei Juden. Heute besinnt sich die Kirche endlich wieder auf die Lehre Jesu. Und jetzt wird der Islam nach  Deutschland geholt. Ein Religion, die sich seit 1000 Jahren in der größten Krise ihrer  Geschichte befindet. Heute macht der Islam das, was das Christentum vor 1000 Jahren gemacht hat. Damals war der Islam dem Christentum überlegen und  der Papst hat zum Kreuzzug gegen den Islam aufgerufen, und allen Streitern, die im Kampf gegen den Islam fallen sollten, das ewige Leben versprochen. Dies liegt zum Glück inzwischen hinter uns. Heute werden alle Konfliktgruppen Nordafrikas nach Deutschland geholt, Schiiten, Sunniten, Türken, Kurden, Antisemiten. Schon die Aussage, dies kann zum Problem werden, wird nicht akzeptiert. In unserer Tageszeitung stand 2015, dies sind die Menschen, die unsere Renten erwirtschaften werden. Es können nicht genug kommen. Dabei sollte doch Jedem klar sein, bis ein deutsches Kind zu einem verantwortungsvollen Menschen herangewachsen ist, ist viel Kraft und Aufwand erforderlich. Und manchmal scheitert es sogar. Und bei Kindern von Eltern aus einem anderen Kulturkreis, anderer Religion, anderer Sprache wird es nicht einfacher sein. Das hat nichts mit Rassedünkel zu tun, so eine Anpassung erfordert Generationen. Und dann dürfen keine Fehler gemacht werden wie z.B. bei den Gastarbeitern.

Und wenn heute ein Verbrechen im Namen Allahs erfolgt, werden muslimische Verbände nicht müde zu betonen, dies habe nichts mit dem Islam zu tun. Auch die Kreuzzüge hatten nichts mit der Lehre Jesu zu tun. Weil es aber der Papst angeordnet hatte, war es ein christliches Verbrechen.

— bei hoheitlichen Aufgaben versagt unser Staat in der Regel: NSU, Anis Amri, G20 Gipfel, usw. Die Fragen der Sicherheit und der Wohnungssituation hatte man schon seit 15 Jahren schleifen lassen.

— es fällt auf, es gibt von Seiten der Politik und der Medien einen Konsens, den Bürger mit Problemen in der Flüchtlingsfrage nicht zu belasten. Anscheinend traut man dem Bürger nicht. Die Silvesternacht in Köln ist ein Beispiel. Nach den Ereignissen, am nächsten Morgen lässt die Polizei verlauten, es war eine ganz normale Silvesternacht. Erst am 5.1. fanden die Ereignisse langsam Eingang in die bundesweiten Nachrichten, dank einiger lokaler Blätter, die schon vorher darüber berichtet hatten. Die Politik hatte die Erwartungshaltung vorgegeben, über schlimme Vorfälle im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle wird nicht berichtet. Und fast alle haben sich erst einmal daran gehalten.

— Die Grünen verabschieden auf ihrem Parteitag einen Satz der lautet: Uns geht es nicht um Recht oder Unrecht in der Flüchtlingsfrage, uns geht es um die Zurückdrängung des deutschen Bevölkerungsanteils. Und Niemand findet dies einen Kommentar wert. Das Volk soll noch die Flüchtlinge aufnehmen und integrieren und sich dann verabschieden. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan und kann gehen.

— Fr.Özoguz, die Migrationsbeauftragte der SPD, verlautet, es gäbe zwar eine deutsche Sprache, aber keine deutsche Kultur. Hier kann jeder seine Meinung sagen. Auch Fr.Özoguz, interessant ist nur die Reaktion. Es kam erst einmal überhaupt keine. Bis sich H.Gauland gemeldet hat mit einer schlimmen Formulierung. Und jetzt beschäftigten sich alle damit, aber nicht mit Fr.Özoguz, sondern mit H.Gauland. In der Regel wurde Gauland zu Recht verurteilt, was Fr. Özoguz gesagt hatte, blieb unerwähnt.

— unsere etablierten Parteien können von Glück reden, das die radikalen Kräfte fast immer mit nicht akzeptierbaren Antworten kommen. Ich kann mir vorstellen, wenn an der Spitze der AFD ein logischer kühl rechnender Stratege sitzen würde, wäre der Anteil dieser Partei größer. So gesehen können die heutigen Parteien über die heutige unlogische AFD recht froh sein.

Traurig ist es, weil Hass und auch Wut schlechte Ratgeber sind und nicht weiterführen. Und das Wahlprogramm der AFD wird in Bezug auf Zukunftsfragen zur Belastung. Einen Grund misstrauisch zu werden, hatte man manchen Bürgern aber geliefert .Es geschieht eben nichts ohne Grund. Ich würde unserer Politik mehr Ehrlichkeit vorschlagen. Und alle mitzunehmen, das wäre ihre Aufgabe. – Reiner Püschel


Leserbrief zu „Kalifornien ruft” von Uwe Jean Heuser

Es ist immer wieder erstaunlich wie einfach doch Innovation geht. Ein Softwareupdate des Tesla und die Batterie kann bis zur vollständigen Entleerung gefahren werden (das heißt aber im Umkehrschluss, Tesla bevormundet seine Fahrer…). Toll! Und damit fährt Tesla den deutschen Autobauern davon. So einfach – und doch so falsch.

Zur Klarstellung: Ein Batterieauto trägt heute und auch in mittelfristiger Zukunft (von ca. 10 Jahren) nicht zu einer Reduzierung der CO2 Emission bei. Ein Artikel der Zeit vor einigen Wochen beschreibt dies und noch etwas ausführlicher auch eine Untersuchung des Energieversorgers „Naturstrom AG“ bei der ein Typ Golf untersucht wurde der mit Benzin, Diesel und als Stromer ganzheitlich betrachtet wurde. In der Betrachtung hat nun mal die Batterie einen sehr großen CO2 Rucksack (und andere Emissionen auf die nicht näher eingegangen wurde) von rd. 5 Tonnen. Diesen Rucksack kann man nur dadurch reduzieren, in dem mit dem E-Auto auch Benzin oder Dieselkilometer vermieden werden. Geht man nun vom Fall aus das Strom aus dem Deutschlandmix der Stromherstellung zum Laden der Batterie eingesetzt wird, dann muss man ca. 46.000 km/a fahren. Geht man davon aus, dass man mit regenerativer Energie die Batterie geladen wird sind es immerhin noch 18.000 km/a um diese anfängliche Negativbilanz der Batterieherstellung zu eliminieren. Das Problem ist also offensichtlich, dass man schon eine hohe Laufleistung benötigt, damit ein E-Auto überhaupt die CO2 Emissionen wieder „herreinfährt“. Gleichzeitig stellt sich die Frage ob die Batterie diese Ladezyklen überhaupt in der Lebensspanne übersteht. Fakt ist jedoch, dass dadurch die Energiewende nicht zu erreichen ist zumal auch unklar ist woher die viele regenerative Energie kommen soll. Der Verkehr hat einen Gesamtprimärenergiebedarf von rd. 750 TWh/a wovon 83% auf den Benzin und Diesel getriebenen Individualverkehr zählt (Incl. LKW). Diese Energiemenge zu erzeugen würde ein vielfaches der derzeit installierten Leistung der regenerativen System betragen.

Es gibt aber viel einfachere und vor allem extrem viel kostengünstigere Methoden, um die Energiewende voranzubekommen. Da wären zunächst einmal die Kühltheken in den Supermärkten und noch viel schlimmer die „offenen Kühlschränke“ aus dem man die kalte Cola vom Bäcker um die Ecke bekommt. Letztere haben einen Strombedarf von ca. 6000 kWh/a – mehr als das doppelte des Strombedarfs des Haushalts des Autors dieser Zeilen. Ein weiteres einfaches Betätigungsfeld sind Pumpen. Es gibt Studien die sagen, dass 8% des Strombedarfs in Deutschland aufgewendet wird um Wasser (und andere Flüssigkeiten) im Kreis zu pumpen. Diesen Aufwand könnte man ohne viel Aufhebens einfach durch richtige Planung um ein Vielfaches reduzieren. Aber das ist natürlich nicht innovativ sondern man müßte nur die seit 100 Jahren bekannten Formeln anwenden und leider kann man kein Softwareupdate einspielen, so dass es nach Innovation aussieht.

Der Autor könnte noch viel berichten – aber leider ist alles nicht innovativ und deshalb leider für die meisten nicht von Interesse. Alexander Knirsch


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Den Zwiespalt, in dem sich junge Leute unter 30 in Deutschland befinden, kann ich gut nachempfinden. Ich selbst habe mich nach ein paar Wendungen im Lebenslauf für ein Leben als Lehrer entschieden. Nicht nur, weil mir der Beruf tatsächlich Spaß macht, sondern auch, weil unser erstes Kind die Perspektive auf das Leben entscheidend geändert hat. Ich wollte nicht mehr ein Spielball der Wirtschaft sein, ständig auf Firmenreise sein und mir Gedanken über den nächsten Vertrag machen.  Mit mittlerweile zwei Kindern haben wir außerdem tatsächlich Bedarf an ausreichend Wohnraum. Auch ein schöner Nebeneffekt: Ich kann es mir leisten, politisch aktiv zu sein und meinen Namen unter diesen Leserbrief zu schreiben, ohne finanzielle Repressalien durch den Arbeitgeber fürchten zu müssen.

Die für mich offensichtlichste, wirtschaftliche Lösung des von Ihnen genannten Problems: das bedingungslose Grundeinkommen. So würden (nicht nur) Studenten und Berufseinsteiger unabhängig von unterbezahlten Praktika oder Nebenjobs.  Arbeitgeber werden mit attraktiven Jobangeboten um diese Leute werben müssen. Wer diese fehlenden Stellen in unserer Dienstleistungsgesellschaft auffüllen soll, ist eine andere Frage. Ebenso, wie man das Ganze finanziert. Grundsätzlich würde sich jedoch die Perzeption der Berufswelt als persönliches Spielfeld des Erfolges oder Scheiterns ändern. – Fabian Kellermeier


Leserbrief zu „Himmel, Lille!“ von Marc Brost, Sarah Jäggi und Mariam Lau

Ja, es ist unmöglich wie sich einige Afd-Repräsentaten verhalten!  Es gibt aber etliche Menschen  – die gerne Menschen in Not unterstützen

– die sich unwohl fühlen, wenn zunehmend „fremde“ Personen (Sprache,  Aussehen, Benehmen, Erziehung) das öffentliche Bild bestimmen und das  nicht haben möchten.

– die sich nicht belehren lassen wollen, dass sie Ihre Befindlichkeiten  zu ändern haben

– die mit Sorge unlösbare Probleme bei der Integration von Menschen aus  Kulturräumen, die im Vergleich zu unserem 500 Jahre zurück sind (keine  Reformation, keine Aufklärung etc.), sehen.  – die durchaus Fremdes als Bereicherung ansehen, aber wenn es auf  gleichem Niveau ist, nicht 500 Jahre rückständig.

– die die Gesellschaft von vor 500 Jahren in Europa heute auch nicht  haben wollen, sondern als überwunden ansehen.

– die zustimmen, dass z.B. deutsche „Ballermann-Leute“ auch sehr  unangenehm für die dortige Bevölkerung sein können (aber aus  geschäftlichen Gründen offenbar doch wieder attraktiv sind und ja auch  nach der Saison wieder verschwinden)

– die keine Lust haben theoretische Debatten über „was ist deutsch“ zu  führen.

Diese Einstellung wird von keiner Partei repräsentiert, ausser von  Teilen der AfD, allerdings eben auch mit erheblichen „Nebenwirkungen“.  Das ist sehr traurig. Das sollte auch einmal in Ihrer Berichterstattung  erwähnt werden. – Christian Voss


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Sie haben es deutlich gemacht, warum „Deutschland“ nicht nach links rückt. Die deutsche Politik ist von den Lobbies der Verbände „eingewickelt“ oder „gekauft“. Und das ist nicht nur Verschwörungstheorie., Die aktuelle ZEIT Ausgabe wurde in vier Seiten Audi Reklame  verpackt. Es sind Konzerne wie VW, Audi, Daimler die die Meinung und Politik bestimmen. Siehe die Reaktion der Regierung zum Diesel-Abgas-Skandal: nur ein „Software update“ . Der Diesel-Abgas Skandal und die Reaktion der Regierung – die m.E von den Manipulationen schon vor 2015 wußte  – sind nur das augenfälligste Beispiel dieses Betrugs. Die Mehrheit der Deutschen ist träge und vielleicht auch zu sehr beschäftigt und wünscht sich nach Feierabend Ruhe, die sie für  erste Bürgerpflicht hält, da sie um ihre – of prekären Jobs bangt.

Nicht nur die Junge Generation ist wütend, viele alte Linke natürlich auch, und dies seit fast 30 Jahren, der Wiedervereinigung, über die Aneignung der DDR –SED Vermögen durch alle Parteien (außer Grüne), aber insbesondere durch CDU, und danach durch die Treuhand – man lese die Seite „Vereinigungskriminalität“ des Bundestags (vielleicht im Archiv noch verfügbar). Manche Wut in den Ost-Ländern ist verständlich. Warum schreibt die ZEIT keine Serie über Parteien-Vermögen und wie sie zustande kamen? Schäuble hat jetzt volle Kassen, aber er hat ja auch kräftig zugelangt, so daß die Schere (Gyni-Index) zwischen Reich und Arm weiter auseinander klafft und die Reallöhne fallen.

Hier nur einige Posten der Regierungs-Abzockerei:  Benzinsteuer, Erneuerbare Energie Abgabe(n) (jetzt 55% des Strompreises und steigend lt VBZ)*.  SOLI wird weiter kassiert, sollte schon 2000 abgeschafft werden., jetzt soll er verallgemeinert werden)., die MWSt.wurde auch durch Merkel erhöht, das größte Verbrechen aber ist, daß die Regierung die Banken nicht zwingt, die DISPO-Zinsen an das Markt-niveau von unter 1% anzupassen. Auch Krankenkassenbeiträge wurden wegen befürchteter Mehrausgaben durch Flüchtlinge Anfang 2017 erhöht.  Pflegeskandal und  Abrechnungsskandal sind Resultate der Gesetzlosigkeit, die den Versicherten nicht erlaubt, die Abrechnungen der Ärzte und Heime bei den Kassen für ihre Behandlung/Pflege einzusehen.  Beschiß ist auch, daß die CSU über das Hintertürchen CDU in die Regierung kommt, und immer wichtige z-B  Verkehrsminister stellt.

Da keine der Parteien auch nur annähernd diese Elemente der „sozialen und ökonomischen Gerechtigkeit“ in ihr Programm genommen hat – nicht einmal die Linke – gehen sie alle an den Problemen vorbei und die Wahl einer Partei ist witzlos. Verarschen können wir uns selber. Die GroKo hat zwar den Mindestlohn eingeführt, aber die Unternehmer „unternehmen“ erhebliche Anstrengungen, diesen mit neuen Verträgen zu unterlaufen.  Wir fordern : Freibeträge immer parallel zum Mindestlohn erhöhen, damit nicht Mindestverdiener auch noch vom Finanzamt „entlastet“ werden. Mit € 13600 Mondestlohn ( d.i.= 12x4x40x8.5o pro Jahr) und einem Freibetrag von 8,800 werden noch € 5,600 vom Mindestlohn besteuert. Ein Freibetrag von 1000 pro Monat wäre angemessen.

Die Finanzämter sollten sich eher auf Steuerflucht, Global Players (Starbucks, Google), und Spitzenverdiener konzentrieren, dann könnte auch das Rentenniveau bei 50% finanziert werden. Wieviel gehen dem dt. Fiskus durch die Politik „Besteuerung am Firmensitz“ verloren ? Die Bundesrepublik ist zur Bescheiß-Republik geworden, und kein Politiker oder keine Partei hat bisher einen„Ruck durch Deutschland“ gefordert, damit die Abzocke der Steuerzahler und Arbeitnehmer durch Regierung und Private Unternehmen aufhört. Von Steinmeier hätte ich mehr erwartete – er hat noch nicht mal eine Ansprache gehalten. – A. Massing


Leserbrief zu „Teuflisch fromme Christen“ von Wolfgang Thielmann

Der Artikel über die Christen in der AfD war sehr gut und auch sehr deutlich. Wir sollten nicht böse und unversöhnlich mit dem Finger auf die AfD zeigen – Christen in anderen Ländern sind auch nicht immer vorbildlich – denken wir an Russland, Polen oder auch die Trump Fans in den USA. In unserer eigenen Vergangenheit hat es ebenfalls manch braunen Fleck gegeben – auch wenn wir gerne an die Widerstandskämpfer und Märtyrer erinnern.  Nur: Wer sich den Text „Wo die Güte und die Liebe“ – auch als Ubi Caritas et amor aus Taizé bekannt – vornimmt – der muss einfach anerkennen: Für nationaler Eingrenzer ist in der Kirche kein Platz. „Brich dem hungrigen Dein Brot“ (Jes 58) – das gilt ohne Einschränkung. Es ist bedauerlich, dass sich engagierte Christen von diesem Kern der Lehre abwenden – dann muss man einfach klar sagen: Du gehörst nicht mehr in die Gemeinde – an vorderer Stelle im Kirchenvorstand / Pfarrgemeinderat – das geht nicht. Es muss diesen Leuten doch klar sein, dass sie in einer Gruppe mitarbeiten, die aktiv Gewalt schürt und blinden Hass fördert. Alles andere wäre falsch verstandene Toleranz. – Stephan Siegel


Leserbrief zu „Auf dem Weg zum Streber“ von Martin Spiewak

Angesichts zunehmend vieler Akademiker in Bullshit-Jobs und deutlichen Problemen, überhaupt noch Azubis für Handwerkberufe zu finden, verdient sich die OECD mit ihrer Kritik einer „zu niedrigen Akademikerquote“ eine glatte 6- . Wenn man sich dann noch anschaut, mit welchen Kenntnissen und Einstellungen die Studienanfänger an den Hochschulen erscheinen, kann ich als ehemaliger Inhaber einer MINT-Professur nur sagen, dass ich heilfroh bin, seid einem Jahr pensioniert zu sein und mich nicht mehr damit auseinander setzen zu müssen, dass die Realität nichts mit der Eigenlobhudelei zu tun hat, die man ständig aus Politikermund vernehmen muss. – Gilbert Brands


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Vielen Dank für Ihren Artikel, ich hoffe, dass ihn viele junge Leute gelesen haben. Als ich als Psychologin in der Klinik mit einem befristeten Arbeitsvertrag angefangen habe (nach einem einjährigen Praktikum in derselben Klinik!), war ich erschrocken, wie selbstverständlich dies in meinem Bekanntenkreis aufgenommen wurde: „Das ist doch mittlerweile üblich“, „Sei froh, dann kannst du dich nach einem Jahr nochmal neu orientieren“… Glücklicherweise habe ich nach 2 Jahren einen unbefristeten Vertrag erhalten, da meine Stelle ohne Sachgrund (!) befristet gewesen war. Ich kenne jedoch viele, bei denen die Befristung der Dauerzustand ist. Auf der anderen Seite erwartet man, dass die Deutschen mehr Kinder bekommen, dabei sind doch befristete Verträge das beste Verhütungsmittel! – Merlin Halbach


Leserbrief zu „Meister der hocherotischen Zone“ von Martin Machowecz

Schade. Kein Gespräch über Malerei. Stattdessen Herrenreiter-Phantasien: Der „genussfähige Mann“, der über ein Heer untertäniger Frauen verfügt. Heroisch entreißt er der Welt das große Kunstwerk – im Kampf gegen Parteisoldaten, Gender-Tugendwächter und schlecht gekleidetem Pöbel.   Der autoritäre Charakter, der andere verachtet und nach Herrschaft strebt? Klingt irgendwie nach Propaganda des Wilhelminischen Zeitalters. Oder nach Ayn-Rand-Ideologie, die gegenwärtig in den USA populär ist.  Gruseliges Weltbild. Genie-Inszenierung vom Hersteller des Exportartikels „deutsche“ Kunst … – Irma Stolz


Leserbrief zu „Teuflisch fromme Christen“ von Wolfgang Thielmann

Der Verfasser der „Kirchenpolitischen Manifestes“ der AFD aus Trier sollte eigentlich die Schriften des Kirchenlehrers Nikolaus von Kues (Cusanus) kennen, denn das Cusanus-Forschungsinstitut befindet sich in Trier. Cusanus schrieb schon im 15. Jahrhundert nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen:

„Wenn es Dir so zu handeln gefällt, werden Schwert und blanker Hass und jegliches Unheil aufhören, und alle werden erkennen, wie es nur eine einzige Religion in der Riten-Mannigfaltigkeit gibt. Die Religion soll eine und die anbetende Verehrung eine sein, damit die Verschiedenheit zur Vermehrung der Frömmigkeit beiträgt.“ (De pace fidei). Cusanus bewertet die Vielfalt der Riten und religiösen Gebräuche positiv und betrachtet sie als Mehrung der Gottesverehrung. Er sieht alle Religionen, auch den damals in Europa so verhassten Islam, rückgebunden an die göttliche Wahrheit, die sich in Christus inkarniert und offenbart habe.

Von diesen Gedanken aus dem 15. Jahrhundert ist es nicht weit zur von dem Theologen Hans Küng angestoßenen Stiftung „Weltethos“. Im Kloster Jerichow an der der Elbe in Sachsen-Anhalt, dort wo die AFD besonders viele Wähler findet, befindet sich ein Bildungszentrum der Stiftung. Ein sehr lohnenswertes Ausflugsziel für AFD-Funktionäre. Kein Überleben unseres Globus ohne ein gemeinsames Weltethos. Das ist die Quelle des christlichen Abendlandes, das den Christen in der AFD doch angeblich so wichtig ist. – Dr. Erwin Kreim


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Viele jungen Menschen der Jahrgänge ab 1985 wurden in ein wachsendes System der Unzuständigkeiten geboren, aber gleichzeitig aus angeblicher Fürsorge „in Watte“ gepackt. Die Gemeinden ließen Schulen verkommen, die Länder ordneten per Erlass an, dass nur noch wenige Schüler sitzen bleiben durften und entmündigten engagierte Lehrer, das Abitur wurde inhaltlich ausgedünnt. Den Eltern wurde vor­gemacht, dass eine „Drei“ in diesem System eine gute Note sei und feierten eine vermeintliche „Großtat“ ihres Kindes, wenn es das „Abitur“ schaffte. Etwas Profanes wie Elektriker, Krankenpfleger oder Finanzbeamter (mit weiteren Aufstiegschancen) kann man mit Abitur ja nicht er­ler­nen, sondern man braucht einen möglichst „krea­tiven“ Beruf. Bei einem monatlichem Groß­eltern-Sti­pen­dium von 800 € bis Mitte zwanzig kann dann leicht eine weltfremde Einstellung zur Arbeitswelt entstehen! Auf welcher Basis soll denn ein Arbeitgeber sofort einen dauerhaften Arbeitsvertrag mit einigen zehn­tausend € p.a. ausstellen? – Prof. Emeritus Dr. Wolfgang Ströbele


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Der Artikel beschreibt die Lage der jungen Generation leider nur sehr unzureichend und ist in seiner Oberflächlichkeit für ein Dossier in der Zeit erschreckend. Natürlich gibt es Probleme durch hohe Lebenshaltungskosten, besonders durch die Mietpreise in einigen Universitätsstädten und die Politik muss hier mehr tun. Es ist auch völlig richtig, dass oft die (Gross-)Eltern mit Geld unterstützen. Allerdings fehlt in der Beschreibung komplett, dass man in Deutschland, im Gegensatz zu den USA oder Frankreich, auch nahe der Heimat eine gute Ausbildung oder ein Studium absolvieren kann. Ebenso fehlt, dass hierzulande sowohl im Handwerk als auch in den MINT Berufen derzeit massenhaft Leute gesucht und auch schnell gut bezahlt werden!

Ich bin selbst Jahrgang 79 und auch meine Eltern sind weder Akademiker noch Selbstständige. Jede Wunschvorstellung war nicht oder nur schwer realisierbar, aber mit ein wenig Prakmatismus (Ich habe einfach bei der Wahl des Studienortes schon mal an mögliche Kosten gedacht) war es möglich meine Wünsche zu verfolgen. Der übergrossen Mehrheit meiner Abiturkameraden ist es ebenso ergangen, praktisch alle die ich treffe Leben in guten, gesicherten (fast schon „spiesigen“) Verhältnissen. Auch die Zeit hat vor kurzem einen Artikel veröffentlicht, in dem einer ihrer Reporter seinen Heimatort besuchte, in dem es den Menschen seines Jahrgangs überwiegend gut geht. Dieser Artikel trifft für Deutschland, so einseitig wie er geschrieben ist, nur auf ein eng begrenztes Milieu zu. Für ein Dossier über eine ganze Generation darf man dieses zur Recherche aber gerne einmal verlassen! – Eric Theisinger


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Sie gehören sicher auch zu den Menschen, die sich zu Recht empört gegen Pauschalisierungen und unzulässige Verallgemeinerungen wenden, wenn beispielsweise von „den Ausländern“, „den Asylanten“, „den Muslimen“ usw. die Rede ist. Wenn es da Konflikte gibt, muss man doch sehr differenzieren und genauer hinschauen. Auf keinen Fall generell verurteilen oder von Minderheiten auf das Ganze schließen.

Mich wundert nur, dass Sie in Ihrem Artikel keine Probleme haben, genau das zu tun. Völlig faktenfrei (Statistische Belege? Zahlen? Prozente?) kreieren Sie das Bild des „Ostdeutschen“ allgemein. Hässlich, demokratiefeindlich, undankbar, ungebildet, Verlierer, Nazis. Sie schreiben: „Das »Volk« zeigt im Osten jetzt ein so hässliches Gesicht“. Genau: „Das Volk“. Wer aber ist das Volk, möchte man mit Brecht fragen. Es ist zu befürchten, dass im Osten 25% AfD wählen werden. Etwa drei Viertel werden andere Parteien, vor allem CDU, SPD und LINKE wählen und sich unwesentlich von den Mitbürgern im besorgten Westen unterscheiden. Ist das keine gute Nachricht?

Sie werden jetzt entrüstet sagen: Ja aber das eine Viertel macht mir Sorgen. O.K., mir auch, aber dann müssen Sie es auch so formulieren und auf diese unsägliche Pauschalisierung (die zugleich Diffamierung der Mehrheit im Osten ist) verzichten. Mich stört nicht Ihre Meinung. Ich bin entsetzt über Ihre journalistische Methodik. Sie erinnert mich in fataler Weise an den Stil der DDR-Presse. – Andreas Michel


Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Bernd Ulrich

„Warum ruft er nicht an?“

Vielleicht, weil bei solchen Telefonen der Hörer auf der Gabel liegen muss, damit es klingen kann… – Axel Dorlas


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Mit Interesse verfolge ich Ihre Artikel über die globalen Herausforderungen des Klimawandels aber auch über die nationalen politischen Diskussionen und den Klimaschutz in Deutschland.  Besonders interessant war der letzte Artikel von Maximilian Probst und Daniel Pelletier „Wir schweigen uns zu Tode“ (18.September 2017) in dem Sie über das „Todschweigen“ der Thematik sprechen und dass im Wahlkampf dieses doch so essentielle Thema nicht aufpoppt, obwohl es doch letztlich die Grundlage für das weitere Leben auf unserem Planeten bedeutet.  Als Klimaschutzmanager in einer kleinen Kommune steh ich tagtäglich vor der Herausforderung die Bevölkerung hinsichtlich der Thematik des lokalen Klimaschutzes zu sensibilisieren.

Der Erfolg bei den Kollegen und mir ist mäßig, aber es bedarf eines langen Atems den wir alle mitbringen!  Mit „Wir“ meine ich meine Klimaschutzmanager Kolleginnen. Viele von uns sind interessanter Weise auch im Alter zwischen 25 und 40 Jahren.  Eine Altersgruppe, die in der Zukunft durchaus noch eine wichtige Rolle einnehmen wird.  Ich möchte Ihnen bzw. Ihrer Zeitung eine Vorschlag machen, der mir schon länger im Kopf herumgeistert: Die Themen „Wirtschaft“, „Politik“ und „Wissen“ sowie viele weitere Themen sind fester Bestandteil ihrer Zeitung.  Aber auch ihre Zeitung gehört zu den wichtigsten Printmedien unseres Landes und trägt zum Meinungsbild vieler Bürgerinnen und Bürger bei.  Somit stehen auch Sie in der Verantwortung das Thema weiter in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu bringen.   Wäre es nicht eine besondere Neuerung und auch ein Statement, wenn Sie in ihren Ausgaben, dass Thema „Klimaschutz“ einreihen in die übrigen Themen und auch hier einen festen Themenblock (Es reicht ja auch eine Seite) veröffentlichen, in dem Sie Herausforderungen des Klimaschutzes ansprechen ,aber auch besondere Projekte aus Wirtschaft, Gesellschaft und Ehrenamt vorstellen und somit den Menschen Material an die Hand geben, dass ein Handeln möglich macht?

Bei Bedarf kann ich Ihnen gerne Plattformen nennen, wo Sie Projekte dieser Art finden!  Es gibt bereits „Grüne“ Medien, die sich dem Thema widmen, aber auch diese werden vornehmlich nur von bereits Interessierten Lesern genutzt.  Ich muss Ihnen ja wahrscheinlich die Filme „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ oder „Power to Change“ nicht vorstellen, aber ist es nicht an der Zeit, dass auch die „Massenmedien“ sich an der lebenswerten Zukunft beteiligen, in der unsere Kinder hoffentlich leben werden?  Wie schreiben Ihre Kollegen so treffend: „In der deutschen Debatte ist der Klimawandel aber nur eine Randnotiz.“ tragen Sie dazu bei, dass der Klimawandel nicht nur eine Randnotiz bleibt. – Stephan Baur


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Die Probleme einer zu wenig politisierten Jugend in Deutschland sind existent und allgegenwärtig. Ich stimme zu, dass auch gerade Studenten, die finanziell durch ihre Eltern abgesichert sind, die Tragweite der sozialpolitischen Entscheidungen der letzten Jahre verkennen. Als umso schlimmer empfinde ich die künstlichen Wahlaufrufe – nicht nur von von Politikern und Parteien – sondern von ahnungslosen Youtubern, die ihre „Community“ nach anbiedernden Interviews mit Frau Merkel und Herrn Schulz zur Wahl animieren.  Ganz nach dem Motto: Besser uninformiert irgendwas wählen, als nicht zu wählen. Was eine Bankrotterklärung an die Demokratie!

Warum animieren dieselben Youtuber nicht mal zu einer Groß-Demo gegen die soziale Ungerechtigkeit? Ganz einfach – weil auch diese durch ihre gutbezhalte werbefinanzierte Tätigkeit die Probleme nicht sehen.  Der Autor bemerkt zurecht, dass Ideale wie Altruismus oder Minimalismus schöne Handlungsmaximen sind, die Miete des Monats damit aber noch nicht bezahlt ist. Solange wir alle 4 Jahre unser Kreuz irgendwo setzen und in der Zwischenzeit als Paketbote fleißig ausliefern, ist ja auch die Welt in Ordnung. Warum also noch beschweren? Auf Instagram bilden wir doch auch nur unsere schöne Welt ab. – Christian Popp


Leserbrief zu „Ein Mann mit Agenda“ von Harald Welzer

Ich verstehe nach wie vor nicht, wie sich diese Mär von der „strukturpolitischen Weitsicht“ der „Agenda 2010“ so hartnäckig hält. Setzt der Autor doch den einschneidenden Maßnahmen, die gerade für die „Mittelschicht“ Abstieg und Bedrohung bedeuten lapidar alle Erleichterungen der sozial Starken entgegen, die sicherlich erheblich zur der mehr und mehr auseinanderklaffenden Einkommensschere beitragen, als da sind:

– Entlastung höherer Einkommen

– Absenkung Spitzensteuersatz

– geringere Besteuerung von Kapitalgesellschaften

– kapitalgedeckte Altersvorsorge

– Zulassung von Hedgefonds

– Staatsunternehmenprivatisierung.

Es scheint, als hätte die Sozialdemokratie den allseits angehimmelten „trickle-down-effect“ bestens umgesetzt und nun wundert sie sich, daß die Union und bald die FDP von diesem ihnen ureigenen Ansatz profitieren! Von den Kleinen wird gefordert, nämlich prekär zu leben und die Großen befördern sich ins Steuerparadies und pfeifen auf gesellschaftliche Verantwortung! Was ist daran sozialdemokratisch? 20-24% werden noch viel zu viel sein für diese Partei, die die gesellschaftliche Getechtigkeit verraten hat! – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Danke für den interessanten Beitrag von Caspar Shaller. Die dargestellte Entwicklung wurde und wird, soweit ich das wahrnehme, mit der Globalisierung und dem damit verbundenen Wettbewerb der Arbeitsmärkte erklärt, dem sich ein Staat nicht ohne Nachteile entziehen kann.  Und Wettbewerb hat den Nachteil, dass er nicht danach fragt, welche sozialen Folgen die Gesellschaft treffen, sondern nur danach, wie Kosten gespart werden können. Ein grundsätzlich gutes Prinzip der Marktwirtschaft – aber nur dann, wenn es durch einen Rechtsrahmen entsprechend flankiert ist, um unbillige Effekte zu vermeiden. Hier liegen Defizite. Wieso allerdings der derzeit vielfach genannte Fachkräfte-Mangel nicht zu einem Wettbewerb der Arbeitgeber um geiignetes Personal führt und damit die Position der Bewerber stärkt, ist für mich nicht klar. Als ich Ender der 70-er-Jahre mit dem Studium fertig war, wurden wir von der Firmen umworben und die Einstiegsgehälter waren dabei ein Element – begründet duch den damaligen Ing.-Mangel, der z.B. heute ebenso besteht, wenn man den Meldungen Glauben schenkt. – Tilmann Wolf


Leserbrief zu „Der Wasserstoff, aus dem die Träume sind“ von Dirk Asendorpf

Wenn 95% des Stroms für der Erzeugung des Wasserstoffs aus fossilen Energieträgern gewonnen wird, dann gilt dies auch für E-Autos mit Akkus. Das ist kein Argument für oder gegen die Brennstoffzelle.  Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind nur sinnvoll, wenn der Strom in größerem Maße aus Wind, Sonne und Wasser gewonnen wird. Auch Atomkraftwerke wie in China, sind keine gute Idee. Für Fahrzeuge mit Akkus muss dazu dringend die Frage der umweltschonenden und „conflict free“ Herstellung (Bsp. die Gewinnung von Rohstoffen wie Kobalt) und Entsorgung bzw. Wiederverwertung gelöst werden. Es ist wenig hilfreich, ein Problem zu lösen (lokale Emissionen) und dafür andere zu erzeugen, auch wenn sich diese nicht mehr vor der eigenen Haustüre abspielen. – Dietmar Baier


Leserbrief zu „Kalifornien ruft” von Uwe Jean Heuser

Ich habe Ihren Artikel zum Anlass genommen, einmal nachzurechnen, wie realistisch die Forderung nach Elektrifizierung der gesammten Verbrennungsmotor-Flotte ist. Bitte übergeben Sie die Berechnungen im Anhang einem Ihrer Fachleute in der Redaktion zwecks Überprüfung. Die verwendeten Zahlen habe ich aus dem Internet, sie sind teils stark gerundet, teil auch nur geschätzt, aber insgesamt realistisch..

Es gibt in der BRD 46 000 000 PKW’s. Die durchschnittliche PS- Zahl sei 60 PS entsprechend 44 kW. Jedes Auto sei Schnitt eine halbe Stunde pro Tag unterwegs (Annahme ). Das macht pro Tag einen Energieverbrauch pro Auto von 44 kWh * 0.5 = 22 kWh

Alle Autos zusammen haben einen Energiebedarf von

22kWh * 46 000 000 = 1 012 000 000 kWh = 1 012 000 MWh

Die Nennleistung eines Inland-Windkraftwerks beträgt maximal 5 MW  (bei Windstärke 5 ).

Davon werden im Schnitt aber nur 17% entsprechend 5*0,17MW = 0,85 MW realisiert.

Bei 24h Laufzeit pro Tag ergibt das eine Energiemenge von 24* 0,85 = 20.4 MWh.

Energiebedarf aller Autos / Energielieferung eines Windrades

=        1 012 000 MW             /                20,4  MW     =   49 608

Um alle Pkws mit Strom zu betreiben, werden ca. 50 000 Windräder benötigt, wenn deren Strom aosschließlich für PKWs verwendet wird. Installiert sind im Moment ca. 30 000.

Jetzt die LKWs

2 300 000 LKW * 250 KW * 8h = 4 600 000 000  kWh = 4 600 000  MWh

4 600 000  MW / 20,4  MW =  225 000  Windrräder

Sollen auch die LKW elektrisch fahren, so werden weitere 200 000 Windräder benötigt. Insgesamt würden wir 8 mal so viel Winddräder brauchen, wie im Moment installiert sind. Dabei sind nicht berücksichtigt: Die Leitungsverluste, Die Energie, die zum Bau der Akkus benötigt wird, Die Energie, die zum Bau der Windräder benötigt wird usw.

Fazit:    250 000 Windräder?  Da sollten wir uns lieber was Anderes überlegen. – Gottfried Mertens


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Ich lese die Zeit seit  30 J. Das Dossier in der letzten Ausgabe war wirklich erstklassig,  habe alles verstehen und nachvollziehen können. Bin zwar nicht unter 30  J, trotzdem hat mich der Artikel getroffen und berührt, weil ich mich und  meine Kinder wiedererkannt habe. Mr. Schaller: Ich möchte mehr von Ihnen  in der ZEIT lesen! – Andreas Lauber


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Warum rückt das Land nicht nach links? Warum war die letzte Nummer so total links?  Ich will eine sachliche Presse und nicht eine Ausgabe, die sich wie eine Parteizeitung liest. Das war nicht mehr objektiv, sondern vollkommen tendenziös. Schade – sehr schade, haben Sie das nötig? Ich bin regelmäßiger Leser, werde aber für längere Zeit,  Ihre Zeitung nicht mehr kaufen. – Alfred Faltermeier


Leserbrief zu „Hau ab!“ von M. Brost et al.

Fälschlicherweise wird Frau Merkels Handhaltung als Merkel-Raute bezeichnet. Mathematisch gesehen handelt es sich nur dann um eine Raute, wenn alle Seiten des Vierecks gleichlang sind. Da Daumen und Zeigefinger diese Eigenschaft nicht haben, handelt es sich also um einen Drachen. Nun hört sich Merkel-Drachen natürlich nicht gut an. Ist es das Streben nach Vollkommenheit, dass dise Kleinigkeit übersehen wird? – Dieter Strommenger


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Sie stellen in Ihrem Artikel selbst fest, dass es sich hier um „unzulässige Verallgemeinerungen“ handelt. Hindert Sie aber nicht daran, mit Verallgemeinerungen, Vorurteilen, Einseitigkeit und Totschlagbegriffen zu arbeiten. Bürger, die ihre Grundrechte der Versammlungs- und Meinungsfreiheit wahrnehmen, aber nicht die offizielle Einheitsmeinung vertreten, die „brüllen“. Ja in der Tat, wer aufgrund seiner Machtposition alle Mikrofone und Kameras auf sich zieht, wenn er ungefragt seine Meinung zu egal welchem Thema absondert, der hat das nicht nötig. Aber hier geht es ja darum, friedlich protestierende Bürger als hässliche Brüllaffen dastehen zu lassen.

Dann werden alle in einen Topf geworfen: NSU, AfD, Kameradschaften, alles eine Soße, Nazis halt – auch wenn der Zusammenhang hier vielleicht keine rechtliche oder semantische Eindeutigkeit besitzt, so ist er doch intendiert. Dass so eine Verallgemeinerung nicht nur im Diskurs nichts nutzt, sondern vor allem als demokratiefeindliche Diffamierung wirkt, dürfte auch Ihnen klar sein. Der Zweck des Artikels ist also – wieder mal – die Diffamierung der AfD kurz vor der Wahl. Der Nazi -Begriff geht Ihnen inzwischen so leicht aus der Feder, wie den „demokratischen“ Politikern von den Lippen. Da das immer ein – bei Erfolg absolut tödlicher – Versuch eines Rufmordes und das Gegenteil von Diskurs ist, zeigt sich hier, dass es Ihnen nicht um Demokratie oder Freiheit geht, sondern um Verteidigung der Hegemonie.

Ich habe jetzt über hundert mal, bei Ihnen wieder, von „Feinden der Freiheit“ oder von „Demokratiefeinden“ gelesen, wenn es um die AfD oder auch um Pegida ging. Was jedes Mal fehlte, war eine plausible Begründung für diesen sehr ernsten Vorwurf. Es wird Sie überraschen, aber nur weil jemand der Meinung ist, dass Deutschland kein Einwanderungsland sein sollte oder weil jemand die (statistisch nachweisbare und im öffentlichen Raum nicht zu übersehende) Ausbreitung des (fundamentalistischen) Islam kritisch sieht, macht das keinen Feind der Demokratie oder der Freiheit aus ihm. Ich bin im Gegenteil nach intensiver Beschäftigung mit den aktuellen Ausformungen des Islams in Deutschland zu der Ansicht gekommen, dass es ein Zeichen der Sorge um Freiheit und Demokratie ist, wenn jemand die Ausbreitung des Islam kritisch sieht. Da können Sie gern andere Meinung sein. Aber argumentieren Sie sauber, recherchieren Sie, respektieren Sie andere Auffassungen und hören Sie bitte mit Ihren billigen Diffamierungen auf! Und verharmlosen Sie nicht den Nationalsozialismus.

Ich frage mich wirklich, wie ein solch schwacher Artikel es auf die Titelseite der Zeit schafft.

…als ich das letzte Mal brüllend auf der Straße war, war das in Berlin, beim Protest gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg. Ich bin immer noch stolz auf unseren Erfolg beim Kampf gegen die Atomkraft. Damals habe ich den Euro, die EU, die öffentlich-rechtlichen, insgesamt die deutsche Presse noch sehr positiv gesehen. Ich bin völlig fassungslos, was ich seither mit ansehen muss. Und ich musste vielen Recht geben, deren Haltung ich damals ablehnte. Ach ja, ich bin Wessi, war 1990 in der Oberstufe, habe da meinen Goethe gelesen, bin beruflich erfolgreich, familiär glücklich und leide vor allem an der verlogenen öffentlichen Debatte. Auf meinem Nachttisch liegen derzeit Puer Robustus von Dieter Thomä und Finis Germania von Sieferle. Und Erich Kästner.

Sie können weiter fortfahren, die Bürger zu guten Sozialdemokraten zu erziehen, aber es glauben immer mehr Menschen Ihre Narrative nicht mehr ohne weiteres. Und nein, meine zweifellos vorhandene Wut richtet sich nicht gegen die „Flüchtlinge“, sie richtet sich vor allem gegen jene, die eine zynische und dumme Politik als „mitmenschlich“ und politische Abweichungen von der Political Correctness als „hässlich“ verkaufen wollen. Mit Diffamierung statt mit ehrlichen Argumenten, mit Manipulation statt Information. – Michael Frank


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Sie sind so alt wie meine Tochter und haben einen Teil Ihrer Biografie in der DDR erlebt. So wie meine Tochter auch, die leider kein staatliches Abitur in der DDR aufgrund ihrer Eltern machen durfte. Deshalb hat sie das beste Abitur gemacht, dass es in der DDR gab – das kirchliche, ohne Marxismus-Leninismus, aber dafür mit den alten Sprachen. Ich weiß nicht, was Ihre Eltern von Beruf waren. Wahrscheinlich haben Sie ein staatliches Abitur, da Sie 1989 Ihr Abitur ablegten. Deshalb versuche ich, Sie neutral zu verstehen.

In Ihrem Text stellen Sie die Bevölkerung gleichermaßen dar. Sie verwechseln Hass und Wut. Unter den von Wut beseelten, gibt es Leute, die vom Hass geprägt sind. Beide Gruppen sind auseinander zu halten. Ich war ein aus DDR-Sicht ein Hassbürger. Ich zählte mich zu den Wutbürgern, die verändern wollten und dafür Repressalien in Kauf nahmen. Wir haben uns nicht vereinnahmen lassen und werden uns nicht vereinnahmen.

In der DDR, zzt. da sie geboren wurden, haben wir den Schülerinnen und Schülern, auch Abiturienten, das Reden gelehrt, ihnen Musik und Literatur nahe gebracht. Sie äußern sich negativ über die Literaturkenntnisse des Ostens. Das mag für Sie vielleicht gelten. Wir haben nicht nur das kulturelle Erbe hochgehalten, (dazu zählt z.B. Haydn, dessen Streichquartett op. 76,3 bei uns zu hören war, besonders der 2. Satz), sondern haben, auch meine Tochter, bereits Erich Loest z. B. „Es geht seinen Gang“, Roswitha Geppert „Die Last, die du nicht trägst“, Ephraim Kishon, Frére Roger, Maxi Wander „Tagebücher und Briefe“, Inge von Wangenheim „Die Entgleisung“, Jurek Becker z. B. „Irreführung der Behörden“, Günter Görlich „Eine Anzeige in der Zeitung“, Stefan Heym, Ulrich Plenzdorf z. B. „Die neuen Leiden des jungen W.“, Ruth Kraft „Menschen im Gegenwind“, Alexander Solschenizyn z. B. „Der Archipel Gulag“, Boris Pasternak „Doktor Schiwago“, Christa Wolf z. B. „Kassandra – vier Vorle-sungen – eine Erzählung“, Erwin Strittmatter z. B. „Tinko“, Anna Seghers z. B. „Das siebte Kreuz“…

Uns zeichnete nicht nur die Vielfalt unserer Literatur aus, sondern wir waren sehr schnell dabei, die von der SED veranlassten Auslassungen uns aus dem Westen zu beschaffen. Bereits 1984 haben wir einen vertraulichen Brief von Klaus Höpcke an Kurt Hager über die Auslassungen zu „Kassandra“ in der Hand. Auch ein Teil unserer gemeinsamen Geschichte.

Ich wünschte mir, dass Westdeutsche ein gleich gutes Wissen über das kulturelle Erbe besäßen wie wir. Dann wüssten sie, was Goethe am 23. Oktober 1928 in Weimar zu Deutschland äußerte: „Mir ist nicht bange, dass Deutschland nicht eins werde … vor allem aber sei es eins in Liebe untereinander.“ Oder Schiller zur Freiheit geäußert hat, bevor er eine Professur in Jena annahm. Oder Heine „Denk ich an Deutschland“. Fragen Sie einmal einen Hamburger nach dem Heine-Denkmal.

Wenn man nach den Gründen der Wut forscht, dann sollte man folgende Fragen sich beantworten.

  1. Warum wurde die Entscheidung Rückgabe vor Entschädigung getroffen? Damit hängt die Frage zusammen, dass unwahrscheinlich viel Geld in den Osten transferiert werden musste.
  2. Warum wurden die Arbeitsplätze im Osten so zerstört, dass der Osten auf Transferleistung ange-wiesen war und ist? Damit wurde in einer Krisenzeit des Westens Arbeitsplätze im Westen erhalten, zu Lasten der ostdeutschen Beschäftigten. Vergleichbar wäre das mit einer sofortigen Schließung der Autoindustrie, die Dieselfahrzeuge herstellen. Oder Braunkohleindustrie.
  3. Das Ostdeutsche selbst in ihrem angestammten Landesteil sich von Westdeutschen bevormunden lassen mussten. Und das immer mit dem Hintergedanken: War da etwas in der DDR? Der ständige Verdacht, eine Gruppe Deutscher unter Generalverdacht.
  4. Warum sind die Ostdeutschen immer noch nicht gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger in Deutschland? Warum sind die Renten und Löhne nicht den westdeutschen gleichgestellt? Und das nach 28 Jahren friedlicher Revolution. Ein Novum in der Geschichte der Menschheit. Dass es mit der Gleichheit innerhalb eines Volkes anders gehen kann, beweist uns Südafrika.
  5. Die Abschaffung des ALG 2 hat vorrangig Ostdeutsche betroffen. Eine weitere Rücksetzung, die nicht kommuniziert wurde.
  6. Die Gleichberechtigung der Frauen war in der DDR weiterentwickelt als im Westen. Plötzlich muss-ten die Frauen ihre Rechte aufgeben und mussten sich dem niedrigerem Niveau des Westens anpas-sen. Hätte man bereits 1990 die positiven Regelungen für die Frauen und Mütter übernommen, dann hätten wir nicht Armut für Erziehende, dann hätten wir nicht den ungleichen Lohn.
  7. Die Ostdeutschen hatten die Lasten des 2. Weltkriegs vorrangig leisten müssen (moderne Maschi-nen mussten gegen Panzer und andere Waffen getauscht werden, 40 Jahre Ausgrenzung, 40 Jahre Umweltzerstörung, auch im Namen der westdeutschen Industrie, 40 Jahre Grenzgebiet, 28 Jahre Mauer.

Die Menschen im Osten erleben wie Geld für Bankenrettung, für Flüchtlinge, für Diktatoren und Autokraten da ist, wie Geld für Infrastruktur ausgegeben wird, aber keine Angleichung. Nicht die Rente der heutigen Jugend ist ein Problem, dieses kann leicht gelöst werden, wenn man das will, die Rente von heute ist ein Problem für die Ostdeutschen. Die Armut von heute muss zuerst gelöst werden. Die Politiker und Politikerinnen, der Journalismus haben den Ostdeutschen, nachdem sie ihre Identität verloren, das Selbstwertgefühl genommen. Das Selbstwertgefühl zu nehmen ist eine unbegreifliche Grausamkeit, eine seelische Folter. Und das 27 Jahre nach der deutschen Einheit, nicht der Deut-schen Einheit. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Hier wird sie tagtäglich mit Füßen getre-ten. Wie lange hält das eine Menschengruppe aus? In einem Sprichwort heißt es: Abschied ist die Geburt der Erinnerung. Wie wir damit umgehen, entscheidet jeder für sich selbst.

Den Ärger gegen Merkel kann ich verstehen. Man empfindet sie als das Fettauge auf der Suppe der Geschichte. Junge Menschen, die Demokratie nicht als das erleben, was sie sein kann, kann man keinen Vorwurf machen. Demokratie lebt vom Wort, vom gesprochenen Wort. Demokratie lebt vom Wechsel, lebt vom Wortwechsel, von der Einheit zwischen gesprochenem Wort und Handeln, vom Streit der Worte und Wettstreit der Worte und vom Kompromiss im Handeln. Demokratie lebt vom Personenwechsel. Demokratie braucht das „Du“. Demokratie braucht das „Ich“. Demokratie braucht das „Wir“, die Gemeinschaft, die Ideen, das Tun, die Zeit, von uns, mit uns, für uns. Und dieser Grundsatz ist in Gefahr. Die Politik entwickelte und entwickelt sich zu einem instabilen Isotop mit ganz kurzen Halbwertszeiten. Arno Gruen nennt diese politische Verhaltensweise „Verweigerung der Realität im Namen der Realität“.

Die Menschen erleben, dass der Journalismus zu Diskriminierungen schweigt. Ein Beispiel: Am 26. Juni 2017 habe ich Plakate entdeckt, die für die Bundeswehr werben sollen. „Mach, was wirklich zählt.“ Ich fühle mich diskriminiert, da ich 1. den Wehrdienst in der DDR nicht wahrgenommen habe, weder als Soldat, noch mit dem Spaten, und 2. dass ich „nur“ in der Alten- und Behindertenhilfe sowie in der Kinderhilfe tätig war. Das zählt nach der Aussage, die die Bundesregierung zu vertreten hat, nicht wirklich. Sie diskriminiert 99,5% der Menschen, die den Wohlstand für unsere Gesellschaft erarbeiten und die Regierung bezahlt, also ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Da nenne ich die Dreherin und den Dreher, die Krankenschwester und den Krankenpfleger, die Professorin und den Professor, die Künstlerin und den Künstler, die Designerin und den Designer, die Richterin und den Richter, die Ärztin und den Arzt, die Studentin und den Studenten, die Forscherin und den Forscher, die Journalistin und den Journalisten, die Reinigungskräfte, die S-Bahn-Fahrerin und den S-Bahn-Fahrer, die Buchhalterin und den Buchhalter usw. (Die Reihenfolge stellt keine Priorität dar.) Ob die Politikerinnen und Politiker etwas machen, das nicht wirklich zählt, kann die Regierung wahrschein-lich besser einschätzen als ich. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie keine ungeteilte Zustimmung unter Ihren Kolleginnen und Kollegen erfahren. Denn das bedeutete, dass das Parlament und damit die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die Grundlage unserer Demokratie, überflüssig seien. Übrigens, zur G-20-Veranstaltung waren diese Plakate verschwunden, nachdem ich die Regierung angeschrieben hatte, und hinterher wieder da. Demokratie! Vergessen wir nicht, dass der (männli-che) Frieden auf vier (weiblichen) Säulen steht, nämlich der Freiheit, der Demokratie, der Solidari-tät und der Gerechtigkeit. Auch ein kulturelles Erbe.

Deshalb: Reden wir miteinander. Jeder muss eingeladen werden und eingeladen sein. Beginnen wir eine neue Epoche der Aufklärung durch Transparenz in Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität. Es gibt nur einen Ausweg aus dieser scheinbaren Ausweglosigkeit. Wir brauchen wieder einen runden Tisch, an dem die Regierung einer nationalen Einheit und politische Persönlichkeiten ohne Parteibuch nach Lösungswegen suchen. Das müssen keine gewählten Vertreter sein, sondern Menschen mit Weitblick und versöhnlichen Gedanken. Wenn die Regierung sich mit gerichtlich festgestellten Be-trügern an einen Tisch setzt, dann muss sie es auch mit unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern tun. Ich stünde auf alle Fälle in Demut zur Verfügung. Wenden wir die Exekution der Freiheit auf dem Scheiterhaufen der Sicherheit ab. – Ortwin Ringleb


Leserbrief zu „Ein zorniger Veränderer“ von Werner A. Perger

Ja, es ist wahr:“Heiner Geißler war immer in Bewegung, liebte den  Konflikt“ und „Geißlereien“, wie Willy Brandt den „zornigen Veränderer“  etikettierte. Aber als er am 9. März 1977 Generalsekretär der CDU wurde,  hatte ein anderer bereits die Modernisierung der Partei vorangetrieben:  Kurt Biedenkopf. 1973 hatte die CDU den Rücktritt des unglücklich  agierenden Vorsitzenden Rainer Barzel hinnehmen müssen. Helmut Kohl  wurde am 12. Juni 1973 Parteivorsitzender. Seine erste Amtshandlung war,  den wie er 1930 in Ludwigshafen geborenen alerten Professor und  ehemaligen Henkel-Manager Biedenkopf, der es gelernt hatte, die  Organisation eines großen Apparates excellent zu handhaben, zum  „General“ zu berufen. Biedenkopf machte aus der unter Barzel  verlotterten CDU eine moderne Partei, wollte aber nach vier Jahren nicht  weiter im Schatten eines Parteivorsitzenden bleiben, dem er sich  intellektuell weit überlegen fühlte. Kohl hatte aber einen ebenbürtigen  Nachfolger: Heiner Geißler, den er 1967 zusammen mit Bernhard Vogel in  Rheinland-Pfalz als Aufpasser im Kabinett Peter Altmeier durchgesetzt  hatte. Altmeier blieb pro forma im Amt bis Kohl ihn 1969 als  Ministerpräsident bis 1976 ablöste.  Heiner Geißler, 1965 in den Bundestag gewählt, wurde in Mainz Minister  für Soziales, Gesundheit und für Sport und hatte damit ein weites Feld  in der Gesellschaftspolitik, das er mit Leidenschaft und skrupellos  beackerte. Enttäuscht war er, als nicht er, sonderen Bernhard Vogel CDU  Landesvorsitzender wurde. Die CDU wurde für ihn Nebenschauplatz, bis er  im März 1977 beim Bundesparteitag in Düsseldorf zum Generalsekretär  avancierte.

In Rheinland-Pfalz hatten seine scharfe Zunge und sein forsches  Auftreten nicht nur Sozialdemokraten, sondern auch Gewerkschafter  verärgert. Kritisierte die SPD ein sozialpolitisches Problem, konterte  er „was nützt die beste Sozialpolitik, wenn die Kosaken kommen“ und  freute sich spitzbübisch, wenn die Gegner sich erregt an die boshafte  Unterstellung erinnert fühlten, Sozialdemokraten seien „die fünfte  Kolonne Moskaus“.  Obwohl Mitglied in Hans Katzers und  Norbert Blüms schwarz-roten  Sozialausschüssen, prangerte Geißler die „Übermacht der Organisierten“  an, die er 1976 in seinem Buch „Die Neue Soziale Frage“ beschrieben hat.  In Mainz hatte er Arbeitskammern mit zwangsweiser Mitgliedschaft aller  Arbeitnehmer schaffen wollen, die „sich in allen sozial-, wirtschafts-  und berufspolitischen Fragen für die Interessen der Arbeitnehmer  einsetzen“. Gewerkschaften sollten überflüssig werden, die „Mitarbeit  des DGB“ solle neben katholischen Standesvereinen „nötig“ sein.  Der Jesuitenschüler Geißler, der einmal behauptet hat, den Gott der  katholischen Theologie gebe es nicht, kämpfte für ein „Schwarzes  Rheinland-Pfalz“. Der viel gelobte Erfinder der Sozialstationen duldete  diese Einrichtung nicht in Händen der Arbeiterwohlfahrt. Träger sollten  die katholische Caritas oder das Diakonische Werk der evangelischen  Kirche sein. Bei Kindergärten verfuhr er ähnlich. Als kritisiert wurde,  für Kindergärten gebe es in Rheinland-Pfalz weniger Geld als in Hessen  und NRW, zauberte er ein neues Gesetz wie ein Kaninchen aus dem Zylinder  und verkündete, „wir haben das erste Kindergartengesetz der  Bundesrepublik“. Das Gesetz legte fest, Gemeinden dürften nur Träger von  Kindergärten sein, wenn es „keine freien Träger“ gebe. Die fanden sich  immer in Kirchengemeinden.  Als Geißler Minister in Mainz wurde, verkündete er gerne, die CDU sei  „die beste aller Parteien“. Wer dieser idealen Partei in die Quere kam,  wurde wortgewaltig und mit rüden Methoden attakiert. Als Generalsekretär  behielt er diese Praxis bis zum Bremer Parteitag 1989 bei, als er  glaubte, im Interesse der Partei Kohl durch seinen alten Freund Lothar  Späth ersetzen zu müssen. Seinem Ansehen als Querdenker hat das bei  Freund und Feind nicht geschadet. – Theobald Groß


Leserbrief zu „Der Ersatzkaktus“ von Doris Dörrie

Wir bringen auch aus aller Welt Kakteen mit, meist nur Blätter mit etwas lokaler Erde, die dann bei uns zu Hause wurzeln und groß werden. Besonders aus Mexiko, wo wir seit 20 Jahren etwas zu Hause sind, kommen unsere stachligen Freunde. Zuletzt konnte ich auf einer Nord-Süd-Fahrt der Baja California viele Kakteen besichtigen, und ein kleienr Ableger reiste im Koffer mit zurück.  Es ist ja schade, dass der kleine Nopal bei Dir so traurig ist – es fehlen ihm bestimmt Hitze, Sonne, Mariachi und Artgenossen. Gemeinsam im Topf oder Gruppe – so unser gefühlte Erfahrung – tun sich die Kakteen leichter mit den 10.000 km Entfernung von Mexiko. Dass wir öfters mexikanische Musik hören, mexikanische Freunde uns besuchen und Tequila & Tortillas geniessen, bekommen die Kakteen wohl auch mit.  Gerne geben wir Dir einen (Ersatz) Kaktus ab,  der schon die klimatische und kulturelle Hürde genommen hat. Im November reise ich wieder nach Mexiko, und bringe neue botanische Immigranten mit. – Hans und Susanne Hess


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Wenn ich meine 3 Söhne (heute erwachsen) über Jahre beobachtet habe, dann ist das in der Tat aussergewöhnlich. Die wählen die Mutter Gottes und fertig. Fragen sie warum: die lässt uns arbeiten und lernen und nervt uns nicht mit dem sozialen Gehabe. Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Peng! Die Medien vermitteln täglich ein anderes Bild. Gezielt und unverdrossen zeigen sie Menschen, die das Beklagen.  Warum rückt das Land nicht nach links – fragen Sie. Die Medien möchten das gern. Die Wirklichkeit sieht anders aus, die von Ihnen ständig ignoriert wird. Damit will ich nicht sagen, daß es auch Jugendliche gibt, die das sehr wohl interessiert. Aber das ist eben die Minderheit. Und das ist auch gut so. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der zerbrechliche Riese“ von Tilman Jens

Ich vermag diesen doch recht gehässig geschriebenen Artikel nicht als eine objektive Schilderung zu erkennen. Offensichtlich hat der Autor die Niederlage vor dem LG Köln nicht  verwunden. – Dr. Hans Georg Rummel


Leserbrief zu „Zähes Geschöpf“ von Josef Joffe

Wie immer mit grossem Interesse habe ich Ihre Zeitgeist-Kolumne zum „Zaehen Geschoepf“ Nationalstaat gelesen. Und in Grossbritannien – wohin ich vom durch und durch europaeisch gesonnenen Luxemburg aus woechentlich einmal pendle  – hat der Nationalstaat ja in der Tat keineswegs kapituliert, ebensowenig in jenen Mittel-Osteuropaeischen und Mittel-Oestlichen Laendern, die regelmaessig die Krisen-Beitraege der „Zeit“ fuellen. Der Nationalstaat scheint mir damit aber eher die wahrscheinliche Ursache denn eine moegliche Loesung der grossen Probleme der Zeit zu sein und das Anwachsen der UN-Mitglieder eher ein Indiz dafuer zu, dass die zwischen dem Hundertjaehrigen und dem Zweiten Weltkrieg geschafffenen Nationalstaat in alte und neue Gliedstaaten „nach unten“ zerfallen und in neue zwischen- und ueberstaatliche Voelkerrechtssubekte „nach oben“ aufgehen, die zunaechst die problemloesenden Aufgaben und schlussendlich die sinnstiftenden Aufgaben der Nationalstaaten der Neuzeit uebernehmen, wie Jose Ortega y Gasset dies bis fuer sein Land noch heute sehr eindruecklich – und in Katalanien aktueller denn je – im „Aufstand der Massen“ beschrieben hat: was heute als nationale Gemeinschaft ebenso „natuerlich“ erscheint wie Spanien war dies zuvor als Aragon und wird dies in der naechsten Generation vielleicht als Europa sein, weil alleine dies die grossen sozio-oekonomischen Herausforderungen wie kuenstliche Intelligenz in der Arbeitswelt, Migration und „Generationengerechtigkeit“ zu loesen vermag, um nur einige der Themen der „Zeit“ dieser Woche aufzugreifen. Emmanuel Macron und seine grosse Vorwahl-Koalition hat mit Europa ebenso gewonnen wie die (wahrscheinliche) Grosse Koalition vor und nach der Wahl in Deutschland unter Angela Merkel und Martin Schulz.

Und vielleicht erklaert die Tatsache, dass Angela Merkel den auf die mittleren bis aelteren Waehler der  „Zweidrittel-Gesellschaft“ gemuenzten wirtschaftlichen Wohfuehl-Slogan von „uns ging es noch sie so gut“ mit dem auf die juengeren und junggeblieben Waehler gemuenzten ideellen Wohfuehl-Slogan von „wir schaffen das“ in der Fluechtlingskrise verband, dass die Jungwaehler in Deutschland – anders als in den angel-saechsischen Laendern mit ihren wirtschafts-und national-konservativen Regierungen – bisher nicht „nach Links ruecken“. In Grossbritannien wird Angela Merkels Entscheidung im Sommer 2015 zwar fuer die „Brexit“-Entscheidung mitverantwortlich gemacht – auch wenn dies eher auf eine verantwortungslose Berichterstattung zurueckzufuehren ist – aber es gab auch andere Reaktionen wie die von Baroness Neuberger, die sich aufgrund von Angela Merkels humanitaeren Entscheidung in der Fluechtlingsfrage entschloss, den ihr angebotenen deutschen Pass anzunehmen und ich kenne viele, die auch anfingen, stolz auf ihn zu sein. Meines Erachtens nach wird das materiell wie ideell ueberlebensfaehigste Geschoepf das einer gestufen Ordnung und Identiaet sein: als Buerger einer Heimatstadt und region, eines Landes, Europas und der Welt. – Daniel-Christian Mörler


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Inzwischen bin ich etwas allergisch gegenüber dieser immer wiederkehrenden Darstellung, die Ostdeutschen brüllten, wir seien ein Volk. Wer rief das wirklich? Oder wer inszenierte es hinein? Die Ostdeutschen riefen: Wir sind das Volk! Das war die Essenz einer Entwicklung, die ich selbst mit bezeugen kann. Ich bitte Sie darum, mit darauf zu achten, dass eine Wahrhaftigkeit im journalistischen Gebrauch der Zeithistorie erkennbar ist. – Dr. Renate Schubert


Leserbrief zu „Nicht alles schlucken” von Greta Taubert

„Viele kleine blaue Tropfen verteilen sich über Deutschland! Sowas macht mich fröhlich.“

Und dieser herrliche Artikel von Greta Taubert macht MICH fröhlich !!!!! Er hat für mich alle Qualitäten eines guten, klugen Beitrages: Sehr unterhaltsam geschrieben, teilweise schön „subversiv“ (1.Abschnitt!!), das modische Trend Hinterherdackeln wird fein seziert. Dazu gibt’s köstliche Seitenhiebe gegen alle, die ALLES glauben, was die Werbung ihnen suggeriert, ohne mal in Ruhe nachzudenken und nachzuforschen, was sie da eigentlich tun. Soweit ich es beurteilen kann, finden sich darüber hinaus aber auch noch interessante Recherchen zu den Themen Wassergewinn und Firmengewinn und den unlauteren Profitmaximierungen von Nestle und Danone unter dem Mäntelchen des Gesundheitswahnes. Der letzte Teil des Artikels fasst recht gut noch mal wichtige Fakten dazu zusammen ohne moralisiernd zu wirken. Bis zum Schluss trotz allem lustig..Glänzender Journalismus – Glückwunsch und bitte mehr davon!!!! (Denn auf viele üble Schicki Micki Artikel im ZEIT Magazin könnte ich gut verzichten….Natürlich nicht auf Janosch, Martenstein und Elisabeth Raether).. – Leonore Pastewka


Leserbrief zum Titelthema „Warum rückt das Land eher nach rechts als nach links?“

Bei der Lektüre der Artikel tauchen Fragen auf: Ist die politische Unterscheidung zwischen rechts und links aus den Anfangszeiten unserer Demokratie heute noch zeitgemäß? Liefert die rein räumliche Verortung eine zuverlässige Definition und Abgrenzung politischer Inhalte? Führt „rechts-links“ nicht vielmehr zu einer riskanten Simplifizierung und Verwischung differenzierter politischer Standpunkte und Ziele? Wirkt diese unzulässige Vereinfachung am Ende beim Wähler nicht kontraproduktiv und fördert ein undemokratisches Freund-Feind-Denken?

Wir kennen rechte Parteien (CDU/CSU, FDP, AfD), die stellen Wirtschaft und Kapital in den Mittelpunkt ihrer Analysen und Strategien und betrachten den Bürger, vereinfacht, als deren Bestandteil. Wir haben die Linken und die Grünen, deren politische Verantwortung gilt primär dem Wohl des Bürgers. Wirtschaft und Kapital haben dort eher dienende Funktion. Diese grobe Unterscheidung zwischen den beiden Wertestandorten „Vertreter der Wirtschaft“ einerseits und „Humanisten“ andererseits reicht natürlich nicht. Sie müsste in den Namen und den Programmen der Parteien ausgebaut und verfeinert werden. Dann erst könnte der Bürger seine jeweilige Rolle in unserer demokratischen Gesellschaft und seine politische Heimat auf anregenden, anspruchsvollen und interessanteren Wegen finden, als ihm das heute möglich ist. – Anselm Stieber


Leserbrief zu „Huhu, hört ihr mich?“ von Maximilian Probst

Vielleicht ist die geringer als erwartete Zahl der Zuschriften zum Leseraufruf ein Zeichen dafür,  daß die  ZEIT den 15 -25jährigen eben auch zu wenig bietet, was ihnen politisch interessant sein könnte! – Ernst Haase


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

In den „weichen“ Fächern ist das mit den befristeten, schlecht bezahlten Arbeitsplätzen fast immer so gewesen. Ich selbst war etwa 10 Jahre meiner Berufstätigkeit beim Theater und dort sind unbefristete Festanstellungen (vielleicht mal von der Theaterkasse und der Verwaltung abgesehen) niemals je ein Thema gewesen. Wenn man das Theater anstrebt, muss man wissen, worauf man sich einlässt. Das war immer so, vermutlich schon vor 2000 Jahren. Vom Staat bezahlte Stellen sind nun mal nicht besonders gut dotiert, dafür darf man dann Dinge tun, die einen interessieren (Ausstellungsskuratorin z.B.). Viele junge Leute scheinen das ganz pragmatisch genau so zu sehen wie ich in den späten Achtzigern.

Davon abgesehen gibt es auch bei den weichen Fächern durchaus Möglichkeiten, Karriere zu machen und Geld zu verdienen, z.B. im Vertrieb. Und in anderen Bereichen, z.B. Hauswirtschaft, werden die Absolventen mit Kusshand genommen. Aus meiner Sicht hat sich also, was die Berufsaufnahme in den weichen Fächern betrifft, seit den 80ern nichts geändert. – Dr. Verena Streitenberg


Leserbrief zu „Zu intelligent fürs Leben” von Gero Von Randow

Gratuliere zu Ihrer Formulierung  „Sie erkennen nicht, wo die Grenzen ihrer Kompetenz zu liegen“ bei Ki-Systemen. In künftigen Artikeln erwägen Sie bitte auch die Formulierung, dass maschinell lernende Systeme „nicht auf Unverhergesehenes trainiert“ werden können (das ist logisch unwiderlegbar), während der Mensch mit Unvorhergesehenem mit seinem assoziativ und logisch arbeitenden Hirn durchaus fertig wird. – Dr. Dirk Bade


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Langweilen Sie Ihre Leser mit Fußballern. Warum nur? Wenn ich mir die Leserbriefe angucke, dann regen sich ziemlich viele Leser darüber auf. Warum ärgern Sie die Leser. Das sollten Sie den Sportzeitungen überlassen. Der Fußball ist ohnehin kein Ballspiel mehr. Es geht nur noch darum den Gegner kampfunfähig zu machen. Die vielen Verletzten sind das Ergebnis. – Gunter Knauer


Leserbrief zur Grafik „Buntes auf dem Bildschirm“ von Matthias Schütte und Sven Stillich

Da quält ihr euch über viele Seiten und Artikel dieser Ausgabe mit der Frage herum, warum ihr (auch in Person unsrer lieben Politiker) euch aus dem Osten so angebrüllt fühlt. Schaut euch einfach eure Seite 44 an. Da habt ihr einen schönen „Überblick über die wichtigsten Unterhaltungsshows der letzten 50 Jahre“ in den „deutschen Wohnzimmern“ hinbekommen. Ganz in Siegermanier. Ihr merkt es glaube ich wirklich nicht. Jaja, es geht doch um das Farbfernsehen und das kam im Osten vermutlich bisschen später. – Eva Säuberlich


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Liebe Frau F., ihr Artikel hat etwas bei mir erzeugt, was mir beim langjährigen Lesen der „Zeit“ noch nie passiert ist. Meine Nackenhaare haben sich vor Entsetzen und Wut in Sekundenschnelle dauerhaft aufgerichtet. Ihr übles Vokabular, brüllende Ossis, Hochmut der Beleidigten bei Ossis , Nazis und Südstaatler gleichermaßen, dass Volk zeigt im Osten zeigt jetzt ein so hässliches Gesicht , ist eine solche dreckige Steilvorlage für die rechtsradikalen Gesinnungstäter, dass man ihnen ihren ostdeutschen Geburtsort Halle aberkennen müsste. Und sie haben garantiert während des G 8 Gipfel in HH einen schicken Urlaub gemacht, den ich Ihnen natürlich von Herzen gönne. Jedenfalls waren in HH wohl auch ein paar Wutbürger dabei. Waren aber wohl nich alle aus dem Osten mit dem hässlichen Gesicht. Schade, ne?? – Hartwig Pradel


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Ebenso wie Herr Shaller kann auch ich natürlich nur für den Teil der   jungen Generation sprechen, der mir aus dem Familien- oder Freundeskreis   bekannt ist, doch dieser Teil ist hochpolitisch, gut informiert und denkt   vor allem global. Ein Großteil lebt vegetarisch – nicht nur aus Liebe zu den Tieren, sondern   weil sie sich der verhehrenden Folgen der Massentierhaltung für die   weltweite Agrarwirtschaft und das Klima bewusst sind. Sie bemühen sich,   ökologisch und fair produzierte Kleidung zu kaufen, soweit es der   Geldbeutel zulässt, und die Aussage, ein Auto nicht für ein   erstrebenswetes Gut zu halten, ist durchaus keine Schutzbehauptung, um die   eigene Bedürftigkeit zu verschleiern. Vor allem aber ist diesen jungen Menschen sehr bewusst, dass der deutsche   Wohlstand, mit dem sich Frau Merkel so gerne schmückt, auf Kosten anderer   Weltregionen erreicht wurde, die unter den Folgen des Klimawandels und   globaler wirtschaftlicher Verstrickungen erheblich mehr leiden, als es   deutsche Jungakademiker mit unbezahltem Praktikum tun. Angesichts dieses   Bewusstseins wütend nach einem eigenen Stück der fetten Torte zu schreien   – undenkbar! Sie würden sich eher zu Tode schämen. – Susanne Tammena


Leserbrief zu „Versöhnung war gestern” von Michael Thumann

In Ihrem Artikel ist Ihnen ein Umrechnungsfehler unterlaufen: Eine  Billion Dollar wären 840 Milliarden (in nicht Millionen) Euro. Die  „billion“ im amerikanischen Sprachgebrauch entspräche dagegen einer  (deutschen) Milliarde. Es ist allerdings anzunehmen, dass der polnische  Innenminister den im Artikel angegebenen Euro-Betrag (840 Millionen)  fordert. Warum hat er eigentlich in Dollar gefordert und nicht in Euro? – Jörn Bullwinkel


Leserbrief zu „Unser blauer Patient“ von Stefan Schmitt

Ich muss Ihnen ein Kompliment für diesen Artikel aussprechen. Da er ein so klares Bild vom erschreckenden Zustand unserer Erde abbildet. Noch erschreckender finde ich allerdings, dass dieses immense Problem nicht einmal in einer satten und aufgeklärten Wohlstandsgesellschaft wie unserer klar thematisiert wird. Weder im Wahlkampf, geschweige denn im tatsächlichen politischen Handeln.

Den Menschen muss vermittelt werden, dass es ohne ein wenig Verzicht nicht zu schaffen ist.

Wenn meine Kinder mich mal fragen werden: warum habt ihr damals nichts getan als es noch möglich war? Dann habe ich keine Antwort. – Jakob Bröhan


Leserbrief zu „Hau ab!“ von M. Brost et al.

Furcht vor Fremdem (von DAS Fremde) ist ein in einer potenziell gefährlichen Welt ein tief sitzender Schutzreflex bis hin zu Vögeln und Fischen. Er hat eine wichtige Schutz-Funktion auch bei uns. Wenn Sie irgendwo neu hinziehen, ist eine ihrer ersten Maßnahmen, die nähere Umgebung zu erkunden, um die Fremdheit abzubauen. Im unbekannten fremden Wald gehen Sie lieber dort, wo schon andere gegangen sind. Es gibt endlos Beispiele dieser Art. In Westdeutschland hatte man Jahrzehnte Zeit, sich an Fremde zu gewöhnen, doch auch in Stuttgart gab es Spannungen, als in den 60er Jahren der Ausländeranteil auf über 20% stieg. Inzwischen nimmt man Italiener und Spanier nicht mehr als fremd wahr, ein Erfolg der EU-Integration. Aber es braucht Zeit. So lange sich immer noch Leute wundern, dass dort, wo das Unbekannte unbekannt ist, mehr Angst herrscht als dort, wo man es schon kennt und es vertraut ist, ist nichts begriffen. – Andreas Elepfandt


Leserbrief zu „Zu intelligent fürs Leben” von Gero Von Randow

Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel. Als theoretischer Neurowissenschaftler beschäftige ich mich unter anderem mit (künstlicher) Intelligenz und beobachte den seit einiger Zeit kursierenden Hype sowie die damit einhergehende Panik. Leider gehen im Diskurs bisher die tatsächlichen Möglichkeiten und Beschränkungen der Technik neben ebenjenem Duo aus Hype und Panik weitgehend unter. Schön, dass Sie durch Recherche und Auswahl tatsächlicher Experten, deren  Ziel es nicht ist ihren eigenen wirtschaftlichen Mythos zu fördern (Musk) oder eher philosophisch motivierte Utopien zu spinnen (Hawking), ein realistisches Gegengewicht geboten haben. Hoffentlich gelingt es mit solchen Artikeln das öffentliche Bewusstsein auf die tatsächlichen Herausforderungen von Techniken künstlicher Inteligenz zu lenken. – Simon Renner


Leserbrief zu „Unter Strom“ von Tillmann Prüfer im ZEIT Magazin

Zum Frühstück lese ich oft das Magazin, obwohl mir der Inhalt immer weniger gefällt. Ihr Autor lebt wahrscheinlich in Berlin. In Düsseldorf tragen junge Menschen zuhauf einen Hut  Und die Story vom Zahnarzt kann ich gut verstehen. Er hätte zu meinem Zahnarzt besser Zahnärztin gehen sollen. Da wäre ihm das alles nicht passiert. Und er wäre wieder gerne zur Zahnärztin gegangen. Vor allen Dingen auch deswegen, weil sie verdammt gut aussieht……. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Sehr interessant und lesenswert, auch wenn ich nicht in allen Punkten zustimme. Die Quote der Studienanfänger ist von 1980 bis 2015 von 19,5% auf 58,2 % gestiegen. Die Diskussion über gefühlte und tatsächliche Wertigkeit des Studiums erscheint mir überfällig.  Vergleiche ich den relativen Wohlstand meiner Jugend mit heute (Anzahl Autos, Reisen, Gadgets) ist die Entwicklung durchaus proportional. Die gewählten Anfangsbruttoeinkommen von 130.000 € (p.a.) und 1.800 € (p.m.) halte ich nach meinen Erfahrungen für sehr extreme und zu bedauernde Einzelfälle. Die Sozialleistungsquote stieg von 24,1% (1990) auf 29,2% (2015) ein Prinzip von steigender Eigenverantwortung kann ich daraus nicht ablesen. Die großen Themen (z. B. Gerechtigkeit, Ressourcen, Jugendarbeitslosigkeit) sehe ich nicht durch linke oder rechte Programme lösbar – vielleicht ist die heutige Jugend nicht nur „reicher“, sondern auch realistischer in ihrer Einstellung. – Andreas Klingebiel

Leserbrief zu „Die Lust an der Vergeblichkeit” von Bernd Ulrich

Die Situationsbeschreibung über die, die „am Unrecht der DDR beteiligt  gewesen“ sind  (vulgo: Stasi), die dann „über den eigenen Schuldanteil  nicht wirklich öffentlich reden“ konnten, weil man „ständig  angeschrien…, moralisch herabgesetzt, wenn nicht vernichtet wurde“  lässt sich 1:1 auf SS-Leute nach 1945 übertragen. Das sagt einiges über  die Berechtigung dieser Mitleidsfloskel („Im Westen macht man sich keine  Vorstellung davon, wie es war …“). Die Summe dieser ZEIT-Ausgabe frei  nach Ihrem Star-Humoristen Dausend: „Wahlhilfe first. Denken second.“. – Rolf Platho


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Unbezahlte Praktika und auf Dauer angelegte, schlecht bezahlte, befristete Jobs sind unschöne Auswüchse, die korrigiert werden müssen. Darin stimme ich mit dem Autor überein. Allerdings kann ich die Klagen über die Lasten und Ungerechtigkeiten, welche die Generation Y zu tragen hätte, nicht nachvollziehen. Keine Generation vorher hatte vergleichbare Möglichkeiten während Schule, Ausbildung und Studium. Natürliche gibt es genügend Einzelfälle, an denen Missstände aufgezeigt werden können. Schlecht bezahlte, unangenehme Nebenjobs während Schule und Studium gehören m.E. allerdings nicht dazu. Die gab es schon vor 40 Jahren (z.B. 8h täglich im Wasser stehend Bierfässer reinigen). Das Handwerk hat übrigens Schwierigkeiten seine Ausbildungsplätze und Arbeitsplätze mit qualifiziertem Personal zu besetzen. In der Regel nicht üppig aber sehr ordentlich entlohnt. Vielleicht ist es ja für den oder die ein oder andere der  Generation Z eine Option, statt Mediendesign oder Event-Management, eine Ausbildung zum Elektriker, Schreiner, Spengler, Heizungsbauer oder Lüftungsfachmann/frau in Erwägung zu ziehen. Nicht ganz so hipp und sexy, aber gefragt und ordentlich bezahlt.  PS: Links zu sein ist – und war schon immer – ein Privileg der Jugend. – Dietmar Baier


Leserbrief zu „Museum“

Zunächst möchte ich Ihnen zu der Beilage „Museum“ gratulieren. Es ist wunderbar, dass die Museen in gesonderten Artikeln gewürdigt werden. Leider kommen die Museen der Naturwissenschaften und Technik nicht vor. Auch diese gehören zur Kultur. Wir als Freundes- und Förderkreis des Deutschen Museums sehen es als unsere Aufgabe an, Menschen jeglichen Alters für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Es wäre sehr schön, wenn die ZEIT auch über das Deutsche Museum und andere Technische Museen berichten würde. Kunst und Technik schließen sich übrigens auch nicht aus. Der Freundeskreis der Alten Pinakothek, der Pinakothek der Moderne und unser Freundeskreis werden unter dem Motto „Kunst trifft Technik – Technik trifft Kunst“ gemeinsame Veranstaltungen für ihre Mitglieder durchführen, die erste findet am 14. Dezember 2017 statt. Ich hoffe, dass ich Ihr Interesse für das Deutsche Museum damit geweckt habe. – Dr. Sabine Rojahn


 

Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Der Autor hat natürlich mehr als recht, wenn er moniert, daß unser „System“ auf Kosten der Jungen funktioniert. Wenn seine sicher qualifizierten Recherchen ergeben haben, die Jungen (in Deutschland) kommen gar nicht auf die Idee, staatliche Eingriffe und Umverteilung zu fordern, so ist dieses Faktum höchst bedauerlich. Wenn Grosseltern, die möglicherweise nicht im Überfluß gelebt haben, ihren Enkeln Hilfe im Studium geben, dann ist dieses für das Individium Enkel oder Enkelin zwar angenehm aber grundsätzlich abzulehnen, da hierfür prinzipiell der Sozialstaat aufzukommen hat. Steuern, von wem auch immer, werden ja zur Genüge eingenommen. Wenn man nach einem Wunschstudium vom Staat keinen garantierten Arbeitsplatz erhält, so ist dieses etwas, was unserem „System“anzulasten und grundsätzlich abzulehnen ist. Ein Graphikdesign- Master fühlt sich vom Staat verständlicherweise hintergangen, der ihn  mit ausgeübtem zeitlichen Druck an einem vergnüglichen Studentenleben, wie im neunzehnten Jahrhundert üblich, gehindert hat. Die Herausgeber der ZEIT sollten überlegen, ob sich ein solches journalistisches Talent nicht sofort für die Chefredaktion empfiehlt. – Klaus Grasenick


Leserbrief zu „Sie wollen doch nur üben“ von Alice Bota

Ihr Artikel, mit dem Sie ja auch dem westlichen Lager seine Politik  verdeutlichen möchten, finde ich wichtig. Vielleicht, um zu deeskalieren  und eine notwendige Brücke zwischen Ost-West zu bauen, können Ihre  Kollegen, die in Deutschland arbeiten, über die Gedanken von „Pluraler  Frieden – Leitgedanken zu einer neuen Russlandpolitik“ HSFK-Report  2/2017 berichten bzw. ein Interview mit den Autoren Dembinski und  Spanger führen, auch wenn es seitens etlicher Autoren starke  Gegenpositionen gibt, die in der Zeitschrift Osteuropa artikuliert  wurden  – alle Artikel siehe  https://www.zeitschrift-osteuropa.de/themen/internationale-beziehungen/aussen-und-sicherheitspolitik/Walther Moser


Leserbrief zu „Nicht alles schlucken” von Greta Taubert

Ich danke Frau Taubert, dass sie ‚das Fass zum Thema Wassertrinken‘ geöffnet hat!  Endlich mal jemand – ausser mir – der sich Gedanken über den Wassertrinkwahn macht. Mich beschäftigt dieses Thema seit 1999. Am Grand Canyon entdeckte ich eine Reisegruppe, die vom Bus bis zum Rim max. 100 m zurücklegen musste. Jeder hatte eine 0,5 l Flasche mit Wasser in der Hand. Es war keine Gruppe, die zu einer Wanderung aufbrach. Inzwischen ist der Wassertrinkwahn längst zu uns hinübergeschwappt. Meine jugendliche Skepsis hat mich auch mit 62 Jahren noch nicht verlassen. Vor allem erinnere ich, dass während meines Sportstudiums vor mehr als 40 Jahren niemand mit einer Flasche Wasser zum Sport kam.

Meine Sommerferien in der Schulzeit habe ich regelmäßig auf dem Bauernhof meiner Großeltern verbracht. Zur Feldarbeit und Getreideernte wurden keine Getränke mitgenommen. Ist es nicht erstaunlich, dass die Menschen früher ohne Zufuhr von Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten keinen Schaden genommen haben?! Mein Großvater ist 89 Jahre alt geworden und hat bis fast zu seinem Ende noch leichte Arbeiten auf dem Hof verrichtet. Warum wundern sich meine massiv Wasser trinkenden Zeitgenossen nicht darüber, dass man früher ohne diesen Mineralwasserhype überleben konnte? Es kann doch nicht sein, dass die meisten Menschen offensichtlich völlig unkritisch der unterschiedlichen Werbung gegenüber stehen. Natürlich braucht unser Körper Flüssigkeit, und die errechneten 2 l/Tag decken wir zur Hälfte bereits durch das, was wir essen, denn ausser in Zwieback und Knäckebrot ist in fast allen Speisen Wasser enthalten. Falls ich Wasser trinke, ist es unser gutes Leitungswasser. – Brigitte Ganschow


Leserbrief zu „Zu intelligent fürs Leben” von Gero Von Randow

Roboter, Software, KI können kein Bewusstsein entwickeln? Dann beantworten Sie sich bitte dazu zwei Fragen:

  1. Was spricht dagegen, dass eine Maschine, die genauso komplex wie das menschliche Gehirn ist, Bewusstsein entwickelt?
  2. Würde ein Ausserirdischer, der ein isoliertes menschliches Gehirn untersucht, folgern, dass ein Lebewesen damit zwangsläufig Bewusstsein entwickelt?

Komplexe Systeme entwickeln immanente Eigenschaften, das heißt Eigenschaften, die sich nicht aus dem System direkt folgern lassen. Ich vermute, ab einem bestimmten Grad von Komplexität entwickeln alle Systeme Bewusstsein. – Uwe Dieckmann


Leserbrief zu „Stolz der Verlierer“ von Evelyn Finger

Der Aufmacher von Evelyn Finger reiht sich meines Erachtens prominent in die Reihe ossiphober Artikel der ZEIT ein. Die Geschichtsvergessenheit und Arroganz des Textes sind haarsträubend. Der Untertitel diffamiert die Ossis pauschal als Feinde der Freiheit. Unglaublich! Die Menschen im Osten haben ihre Befreiung aus eigener Kraft vollbracht. Und dass sie damals das Unwort „Volk“ gebrauchten, war kein Hauch von rechtslastig, denn es sei erinnert: nur in der BRD gab es Nazirichter, Wehrmachtstradition und eine NPD. Die braune Soße schwappte von West nach Ost.  Auch wurde „Wir sind das Volk“ nicht „gebrüllt“, sondern es war der gewaltfreie Ruf nach Veränderung und Freiheit.

Die Wessis hatten zu diesem Zeitpunkt die Einheit Deutschlands längst verkauft und sich aufs Geschäftemachen mit der Clique Honecker und Schalck verlegt. Als die Ossis die friedliche Wende erreicht hatten, fielen die Gierigen über den Osten her und haben die Problemsituation geschaffen, die der Autorin nun offenbar so unangenehm ist. Falls die Autorin Interesse an den Ursachen verspürt, empfehle ich als Lektüre die Studie der Uni Leipzig „Wer beherrscht den Osten?“ Letztendlich sollte man auch unterscheiden zwischen Wut und Hass. Trillerpfeifen bei Wahlkampfgedöns sind friedlicher Protest. Die Ossis haben Grund zur Wut und die Geschichtsbücher werden belegen – zu Recht! Ob auch rechtzeitig für eine Wende zum Besseren, wird sich zeigen. – Detlef Ulrich


Leserbrief zu „Und ausgerechnet ihr bleibt still!“ von Caspar Shaller

Wenngleich sich Caspar Shaller in o. g. Artikel, auch entlang eigener und als stellvertretend betrachteter biographischer Gegebenheiten argumentierend, u. a. der Gefahr einer Betroffenheitsverengung und Selbstbespiegelung aussetzt, ist ihm eine wichtige und überzeugende Aufklärungsleistung darüber gelungen, welche gesellschaftlichen/ ideologischen Konformitätsfaktoren – vorliegend insbesondere die Jugend-bezogene – Revitalisierung und (allgemein) Perpetuierung kapitalistischer Ausbeutungsstrukturen befördern.

Es mag die vorurteilsbeladene Ignoranz eines 40-Jährigen aus mir sprechen, aber ich habe mich selten mit einem solcherart (auch bzgl. Gegenstandsauswahl) klaren Blick für Relevanz und argumentative Umsicht aus der Feder eines Endzwanzigers konfrontiert gesehen. Bleibt mir, auf einen – gegen den hier beschriebenen Trend bewahrten – klügeren und würdigeren Umgang der ZEIT-Verantwortlichen mit ernstzunehmenden Nachwuchsautoren zu hoffen. – Martin Ditz


 

 

7. September 2017 – Ausgabe 37

Leserbrief zu „Der untaugliche Plan“ von Petra Pinzler

Den Überlegungen von Frau Pizler stimme ich vollkommen zu! Ich halte den Plan aber außerdem für ungeheuerlich:
Seit Jahrzehnten wird Diesel durch die Steuerbegünstigung subventioniert. Und schon vor Jahrzehnten waren zumindest helle Diesel-PKWs an den Schmauchspuren über dem Auspuff bereits von Ferne zu erkennen. Auch damals schon wurden die Diesel durch „geschickte” Bewertung des Feinstaubs sauber gerechnet. Und selbst heute noch kann man sehen, dass z. B. Diesel-BMW beim Start an der Ampel eine Rußwolke abblasen.
Nun soll nach dem neuen Plan die Allgemeinheit aller Steuerzahler die Sanierung der Dieselschäden finanzieren.
Wenn sich schon niemand traut, die Steuervergünstigung für Diesel endlich abzuschaffen – d. h. Diesel auch in Zukunft weiter subventioniert wird – dann sollten wenigstens die tricksenden Verursacher der schlechten Luft in den Städten für die Behebung der Schäden aufkommen!
PS: Die Aussagen von VW-Vorstand Herbert Diss zu „Diesel-Thematik” im Interview auf Seite 28 halte ich für nur widerlich! – Hansjörg Hahn


Leserbrief zu „Gesellschaftskritik“ von Matthias Stolz im ZEIT Magazin

Schön, dass Sie auch mal was auf Französisch bringen, doch korrekt sollte es dann doch sein. Das frz Verb für ‚korrspondieren, entsprechen‘ heißt ‚corresponDRE‘ und nicht corresponder. Vielleicht korrespondiert auch der Drucker mit dem Druckfehlerteufel, um Ihnen vielleicht eine Ausrede zur Hand zu geben, die nicht mit Unwissen korrespondieren muss… – Thomas Wöhler


Leserbrief zu „Merkels letzte Wahl“ von Bernd Ulrich

Im Sinne Bernd Ulrichs sehe ich die einzige Chance für die Grünen bei dieser Bundestagswahl darin, offen für schwarz-grün zu werben, das heißt um die Stimmen bürgerlicher Wähler, die Angela Merkel als Kanzlerin behalten wollen, aber für eine konsequente Klimapolitik, gegen ein Einknicken vor Putin oder Trump und gegen eine Obergrenze für Asylberechtigte sind. So wie die FDP früher ihre besten Ergebnisse eingefahren hat, wenn sie potientielle CDU-Wähler angesprochen hat mit dem Versprechen, für einen Kanzlerwechsel (von Adenauer zu Erhard) zu sorgen, ein Abdriften der sozialliberalen Koalition nach links aufzuhalten oder einen Kanzler Strauß zu verhindern. „Mit Angela Merkel und Katrin Göring-Eckardt gegen Horst Seehofer und Jens Spahn“ müsste die Devise sein, zu der sich die Grünen aus lauter Zaghaftigkeit wohl nicht durchringen werden. – Jürgen Thiede


Leserbrief zu „Wochenmarkt“ von Elisabeth Raether im ZEIT Magazin

Als jahrzehntelange Leserin Ihrer Wochenzeitung samt Magazin muss ich heute meinen Frust über die wundersame Wandlung Ihres Magazins loswerden.

Früher immer das erste, was ich aus der gedruckten ZEIT herausgefischt habe, hat es sich zu einer ungeliebten Dreingabe entwickelt, deren Aufmachung insbesondere, immer „design-iger“, sprich seltsamer wird. Nachdem nun Gott sei Dank die gelb unterlegten, nur durch Augenzukneifen lesbaren Bildunterschriften verschwunden sind, „erfreuen“ uns nunmehr die, ebenfalls mit einem Gelbfilter verunstalteten Rezeptfotos des „Wochenmarkts“! Wäre ich nicht schon seit Jahren ein Fan von Elisabeth Raethers schlichten, aber meist leckeren Rezepten, würde ich aufgrund der unappetitlichen Fotos niemals auf die Idee kommen, eines zu lesen oder gar nachzukochen.

Meine dringliche Bitte: abgehobene Fotos Reportagen von Jürgen Teller überlassen und Dinge zum Essen auch so fotografieren, dass man sie essen möchte! – Claudia Dittrich


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Die zwei ZEIT-Magazine vom 7.9. und 31.8.2017 bestätigen mich wieder darin, die Zeit nicht regelmäßig zu abonnieren. Insbesondere das Zeit-Magazin vom 31.8. ist eine Verschwendung von Zeit und Geld, und die Ausgabe vom 7.9. quillt nur so von  belanglosen Fotos eines belanglosen „Sohnes“. Schaffen Sie das Zeit-Magazin ab, und integrieren die guten Reportagen daraus in die  Gesamtausgabe der Zeit! – Volkmar Stein


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen” von Jens Jessen

Dieser Artikel ist eine Beleidigung Ihre Leser. Herr Jessen stellt alles bisher zur Diskussion der Leitkultur Gesagte in den Schatten. Seine Ausführungen “.. von Leuten . die sich an diese Kultur klammern, dabei  wohl eher an  Würstchen mit Kartoffelsalat denken“ stellt die, die seinen abstrusen Vorstellungen zu Mulitkulti nicht folgen wollen, als Idioten dar. Teile seiner Argumentation, die vor Arroganz und  Dünkel strotzt, lassen sich nur mit seinen abgedrehten Ansichten begründen, z.B. “Wir dürfen kein Kreuz auf das Schloss stellen, weil wir uns damit  an der multireligiösen Gesellschaft , vergreifen, die den Staat zu  strikter Toleranz verpflichtet? Ich muss aber in einem Krankenhaus, von der öffentlichen Hand betrieben, Krankenschwestern mit Kopftuch akzeptieren? Nicht wir, sondern er ist  mit seinen seltsamen Vorstellungen in der Minderheit. Seine AfD Psychose  ist eine Zumutung. Ich wäre daher  Ihnen dankbar, wenn Sie  in Zukunft auf  einen solchen,  Tatsachen verneinenden Schwachsinn  verzichten würden. – Ulf & Barbara Hanel


Leserbrief zu „Ein bisschen Spaß muss sein“ von Felix Dachsel

Ich bin weiblich, fast 60 Jahre alt und sehr erstaunt, dass Otto und Mario Barth zu  Vertretern des politischen Fernsehhumors zählen. Fallen darunter nicht Hildebrandt, Jonas und weitere Namen des deutschen Kabaretts? Ich finde, Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Otto ist irgendwo zwischen Pubertät und Adoleszenz hängengeblieben, Mario Barth mag Menschen belustigen, die über Flachwitze lachen und Harald Schmidt, wie passt er in diese Reihe? Ein Zyniker, der in seiner Überheblichkeit ausnahmslos jeden schlecht macht und sich am Ende einen Oliver Pocher an die Seite nimmt, um (sich) zu beweisen, dass die Jugend es auch nicht drauf hat? Und Frauen, egal, ob aus dem Genre Politiksatire oder Klamauk, existieren nicht und bedürfen keinerlei Beachtung? Es wäre sicher interessant, zu betrachten, welche Entwicklung sich im politischen Kabarett der letzten 50 Jahre vollzogen hat und dann wäre der Bezug zu Uthoff und Böhmermann eher zu verstehen. Nur finde ich das in ihrem Artikel nicht wieder. Mit den Worten von Joachim Ringelnatz :“Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.“ – Marlu Bohn


Leserbrief zu „Am seidenen Faden“ von Matthias Nass

Bezogen auf Nordkorea und seinen Diktator schreibt Herr Nass: „Deshalb ist es richtig, die Sanktionen noch einmal zu verschärfen, bis zum totalen Handelsboykott. Nur noch humanitäre Leistungen sollten erlaubt sein.“ Hunger und Krankheit, das Leiden von Millionen Menschen, das jetzt schon furchtbar ist, würde Herr Nass in Kauf nehmen um des guten Zwecks willen: „Das politische Ziel sollte ein Regimewechsel sein.“ Sehr originell ist dieses Ziel nicht. Von den USA wird es seit vielen Jahren, ja seit Jahrhunderten angewendet. Mit Millionen und Abermillionen Toten im Gefolge. Nun ist Kim Jong Un bestimmt einer der schrecklichsten Diktatoren und vermutlich noch schlimmer als der König von Saudi Arabien, obwohl er noch keine Massenmorde wie die der Saudis im Jemen vorzuweisen hat. Zudem kümmert sich Nordkorea einen feuchten Kehricht um UNO-Beschlüsse und führt sein Atomprogramm einfach weiter – wie es Indien, Pakistan, Israel usw. getan haben und weiter tun. Mir ist nicht bekannt, ob Herr Nass für diese Staaten auch den totalen Boykott nebst Regimewechsel fordert. Ich kann ihm allerdings nicht zustimmen, wenn er schreibt, Kim Jong Un verhalte sich, „als trage er eine geheime Todessehnsucht in sich.“ Nein, im Gegenteil, er verhält sich absolut logisch. Wie soll er sich sonst davor schützen, dass der Rat von Herrn Nass (Regimewechsel!) in die Tat umgesetzt wird? Und hungern wird er sicherlich nicht müssen. – Klaus Schuricht


Leserbrief zu „Du siehst aus, wie ich mich fühle“ von Julia Christie

Die Fotos in dieser Rubrik finde ich so köstlich. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sie als Sammlung herausbringen.- Gerlinde Hofmann


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Das heutige Zeitmagazin ist sehr enttäuschend… Bei Holger Penn haben Sie immer vermerkt, wer so selbstlos die Kleider zur Verfügung gestellt hat, z.B. Dior Homme. Fendi, Dolce &  Gabbana usw. usw.. Warum haben Sie bei den Barenboim-Söhnen nicht die Friseure, bei Johannes Laschet nicht die Firmen für Hemd und  Krawatte und bei Anton Kern z.B. nicht das Uhren- und  das Hemdenfabrikat genannt? Bei dem hohen journalistischen Anspruch der ZEIT (z.B. allein für Gerechtigkeit nehme ich doch an) ist das für mich nach über 40 Jahren ZEIT-Lektüre völlig unverständlich…. – Dieter Stemshorn


Leserbrief zu „Wir haben sehr viel Vertrauen verloren“ von Roman Pletter und Claas Tatje

Ich werde jede Woche bei Ihnen intervenieren, um endlich auf Ihrer Seite des Journalismus zu erreichen, dass Sie bei technischen Fragen und den dazugehörigen Antworten Kompetenz einbringen.

Auf Ihre Frage, “Ist der politische Fokus auf das Elektroauto aus ihrer Sich der richtige Weg?”, antwortet dieser Mann, führender Manager im VW-Konzern mit drei Millionen Euro Jahresgehalt technisch falsch und die Journalisten und Bürger irreführend, um Ihnen Alternativen zum E-Auto anzuzeigen. Dieser Mann meint, einen Unterschied –also eine Alternative- zum E-Auto mit der Wasserstoff-Brennstoffzelle zu sehen. Nehmen wenigstens Sie zur Kenntnis und achten Sie darauf solchen irreführenden Antworten zu begegnen:

Die E-Autos haben einen Antriebsstrang, den E-Motor. Die Energie für den E-Motor ist E-Strom mit entsprechender E-Spannung. Der Energiespeicher dafür (also der E-Tank) ist unterschiedlich. Einmal hat man eine Batterie, die mit E aufgetankt wird und dann entsprechend ihrer Kapazität den E-Motor für eine Kilometerreichweite X versorgt. Die andere Methode des Energiespeichers ist der Wasserstoff in einem Tank, aus dem dann der Wasserstoff mittels Umformer (das ist die Brennstoffzelle) zu E-Spannung und E-Strom geführt wird. Und auch hier ist die Wasserstofftankkapazität die bestimmende Größe für die Reichweite des E-Autos.

Also, wie Sie nun erkennen können, beide Energiespeicher liefern das, was ein E-Motor braucht. Und somit handelt es sich letztlich um ein E-Auto, also die E-Mobilität. Somit ist die von dem Mann Diess aufgezeigte Alternative kein Alternative zum Elektroauto!!!

Er nennt dann noch den Gasmotor. Das ist eine technische Pseudo Alternative zum E-Auto. Warum? Weil der Gasantrieb immer noch ein Verbrennungsmotor ist, mit entsprechenden Emissionen an LÄRM, Abgas und CO2.

WENN man nun eine Alternative zum  bisherigen Auto -und zwar aus Gründen der Emissionen!!!- sucht, dann ist der Verbrennungsmotor raus aus den Lösungsvarianten!

Die Frage an Sie und an den Mann Diess ist also: Warum versucht so ein hochbezahlter Manager, der auch noch sagt, dass er das hohe Gehalt verdient, weil “…ich hier viel leiste”, der Öffentlichkeit Alternativen zu suggerieren, die gar keine sind? Könnte es sein, dass er diese technischen Sichtweisen selbst gar nicht versteht? Sicher ist allerding: Der MAnn Diess, der VW-Konzern und alle anderen Autobauer, die auf Verbrennungsmotoren setzen, haben keine Alternative!!!

Meine Vermutung der Unkenntnis hochbezahlter Manager  ist gar nicht polemisch sondern eher begründet. Warum? Wie ich Ihnen aufgezeigt habe gibt es zwei E-Energieversorgungssysteme für den E-Antrieb: die Batterie und den Wasserstoff. Mit den Batterien sind die Reichweiten sehr begrenzt und die TAnkzeiten sehr lang. Mit dem Wasserstoff hat man Reichweiten wie für Autos üblich zwischen 700 und 1000 km (ist nur eine Frage der Wasserstofftankgröße). Und die Tankzeit ist gleich dem von Flüssigkraftstoffen für Verbrenner!!!

Sie erkennen damit, dass das Wasserstoff-E-Versorgungssystem dem System der Batterie überlegen ist und damit auch alle Stammtischgegenargumente hinsichtlich E-Auto einfach vom Tisch sind!!!

Und nun frage ich Sie: Warum will VW eine Batteriefabrik bauen? Das ist doch eine Fehlinvestition!

Meine Antwort: Weil man Manager hat, die die Technik nicht verstehen. Sie als Journalisten sollten das aber verstehen, damit Sie nicht ungewollt zur Fehlmeinungsbildung der Bürger beitragen. Sie sollten es auch deshalb wissen, um möglichen Fehlinvestitionen in der Wirtschaft vorbeugen zu helfen!

Und mit Hinweis auf die letzte Seite im ZEIT-Wirtschaftsteil, sage ich Ihnen hinsichtlich journalistischer Verantwortung auch: Der VDA mit Herrn Wissmann, kann wohl so eine konstruktive Kontrolle der Autohersteller nicht ausführen, ist doch Herr Wissmann Jurist! – Franz Steiner


Leserbrief zu „99 Fragen an Martin Schulz“ von Moritz von Uslar im ZEIT Magazin

Die ZEIT-Frage (Nr.62) im Interview nach einem weiteren gesellschaftlichen Thema, „das es bringt“ hat mich elektrisiert. Die Antwort konnte ich kaum erwarten. Seit Monaten schreibe ich unzählige Briefe an Martin Schulz und die SPD-Granden, mit der verzweifelten Bitte, doch endlich im Wahlkampf das Thema aufzugreifen, mit dem Deutschland zweifellos blutige Schande auf sich lädt: Die vom Gesetzgeber erlaubte barbarische Quälerei der Tiere, die auch für Wähler immer unerträglicher wird. 50 Millionen Küken werden Jahr für Jahr am ersten Tag ihres Lebens geschreddert. Millionen wehrloser Schweine zwängt man monatelang in Stahlkäfige, die jede Bewegung unmöglich machen. Zahllose weitere Quälereien sind bekannt. Immer wieder habe ich Martin Schulz gebeten, doch endlich in einer seiner Reden für die wirklich Schwächsten und Wehrlosen, für die Tiere –  einzutreten. Vergeblich. Ihre Frag Nr. 62 hätte ihm die gute Gelegenheit gegeben, ohne Risiko dieses Thema anzusprechen. Er hat es versiebt und sich so zu erkennen gegeben. Auch meine Entwürfe für Wahlplakate der SPD zum Tierschutz (siehe Anlage) hat er ignoriert. Mein Hinweis, dass er mit den Themen, die alle seine Konkurrenten ohnehin auch benutzen, krachend verlieren wird, wenn er nicht ein Thema mit Alleinstellungsmerkmal publikumswirksam aufgreift, hat ihn und seine Marketingprofis nicht interessiert. Ich habe ihm die Niederlage bereits zu Zeiten des Schulz-Hype prophezeit und ich – als ehemaliger SPD-Wähler – hoffe inzwischen, dass sich die Wähler ebenso von ihm abwenden wie sich die SPD seit Jahren von den Schwächsten abwendet. – Klaus Lachetta


Leserbrief zu „Über Sprachguillotinen“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Ihre Diskussionsbeiträge im ZEIT Magazin lese ich immer zuerst vor allen anderen Beiträgen, jeweils mit großem Vergnügen. Überwiegend kann ich Ihnen auch zustimmen. Ob Sie aber mit Ihrem Vorschlag neuer Monatsnamen der Sprachguillotine sicher entgehen können, erlaube ich mir zu bezweifeln. Ihre gewählten Namen folgen in etwa den Regeln, die für sog. germanische Monatsnamen gelten, wie sie in der Zeit des Nationalismus propagiert wurden: Hartung, Hornung, Lenzing, Ostaramond, Wonnemond, Brachet, Heuert, Ernting, Scheiding, Gilbhard, Neblung, Julmond. So bleibt dann wohl nur, die Monate zu numerieren (in der sog. neuen Rechtschreibung nummerieren). – Joachim Schulze-Osterloh


Leserbrief zu „99 Fragen an Martin Schulz“ von Moritz von Uslar im ZEIT Magazin

Ich bin entsetzt über dieses Interview mit Martin Schulz und frage mich, was die SPD-Spitzen dazu bewogen hat, ihn zum Kanzlerkanditaten zu ernennen. Mir fehlen die Worte. Dennoch wäre es interessant, nach der Wahl, von den Nominierern – rinnen die Gründe für diese einmalige und ausschliessliche Festlegung auf einen Kandidaten wie Martin Schulz zu erfahren. – Klaus Tiedje


Leserbrief zu „Kampfansage“ von Georg Blume, Elisabeth Raether und Gero von Randow

Wichtig scheint mir, daß diese – nötige – Reform ausgeglichen ist.

Das Beispiel der sogenannten Agenda 2010 zeigt ja, daß eine Öffnung und Liberalisierung des Arbeitsmarkts sinnvoll ist und der Wirtschaft insgesamt einen Schub gegeben hat.

Allerdings wurde beim Fördern und Fordern eben nur bei den sozial Schwachen gefordert – der ALG-II Empfänger muß sich bis aufs letzte Hemd ausziehen und von den Wohlhabenden fehlen qua fehlender Vermögenssteuer alle Daten (sprich das letzte Hemd), um auch bei den Vermögenden zu fordern und somit nach beiden Seiten Gerechtigkeit und Chancengleichheit zu üben. Wohl mit ein Grund für die sich immermehr spreizende Einkommensschere.

Es bleibt zu hoffen, daß Frankreich da einen gesamtgesellschaftlich gerechteren Weg gehen wird. – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Ist sie ein echter Dalí?“ von Amrai Coen

Dem ehemaligen Tennis-Star Boris Becker, dem amerikanischen Rapper Jay-Z., dem verstorbenen französischen Präsidenten Francois Mitterand, den Königen Juan I. von Spanien und Albert II. von Belgien – ihnen allen wurden uneheliche Kinder nachgesagt. – Gerhard Sittner


Leserbrief zu „Bewahre die Schöpfung!“ von Alexandra Endres

Für diesen Artikel vielen Dank, aber Tadel für diese Überschrift!  „Bewahre die Natur!“ (3. Absatz) und „die Erde zu bewahren“ (6. Absatz) und „die Welt zu erhalten“ – so zitieren Sie im Artikel die Arhuaco.   Und Ihre Überschrift darüber lautet „Bewahre die Schöpfung!“ Obwohl ein Schöpfer im gesamten Artikel nie vorkommt! Obwohl christliche Missionare diese schöpferfreie Kultur jahrhundertelang mittels eines Schöpfergottes unterdrückten (2. Spalte oben)!  Wie lange wird es noch dauern, bis man diesen Unsinn einer „Schöpfung“ in der ZEIT nicht mehr lesen sein muss? Denn: Wer hätte dann diesen Schöpfer erschaffen? Welche der zwei sich widersprechenden Schöpfungen wäre die wahre? Und warum wird immer unterschlagen, das jener Schöpfer auch als Zerstörer zu bezeichnen wäre? In zwei Fluten von 40 und 150 Tagen Dauer? Neben vielem weiteren hirnzerreißendem Schwachsinn, angeblich göttlich, sicher unmenschlich.   Ist Darwin und die Evolution denn in der Redaktion noch immer unbekannt? Dürfen sie nicht gedruckt werden? Obwohl die Evidenz dafür immer noch weiter wächst, mehr und mehr Beweise dafür gefunden werden.   Fast hätte ich mein nach Jahrzehnten beendetes Abonnement wieder aufgenommen – aber nicht bei diesem nicht enden wollenden Kirchenblättchen-Niveau. – Manfred Schleyer


Leserbrief zu „Der Abgasreiniger“ von Claas Tatje

Herr Wissmann war Verkehrsminister und ist seit Niederlegung seines  Abgeordnetenmandats nach 30 Jahren Bundestag nunmehr seit 10 Jahren  oberster Autolobbyist. Der VDA diktiert dem Gesetzgeber Gesetze und ist
trotzdem nicht in der Lage, sie einzuhalten. Und dennoch ist die  Autoindustrie ist „hochinnovativ“? Im Entwickeln und Einsetzen von
Schummelsoftware, Kartellabsprachen, platz- und ressourcenfressenden SUVs?  Ja. Alles andere? Fehlanzeige. Tiefschlaf. Arroganz. Hybris, soweit das  Auge reicht. Greenpeace hat das 3-Liter-Auto auf Basis eines Renault
Twingo schon in den 80er Jahren vorgestellt. Mobilitätskonzepte wie  Carsharing, flächendeckende Verfügbarkeit von Fahrrädern, Jobtickets oder  jüngst der E-Stadttransporter der Post ist von anderen entwickelt worden!
Und jetzt? Herr Wissmann will weiter „Klartext“ reden? Das was wir hier  als Scheingefecht zwischen geschwächter Autoindustrie und mutigem VDA-Chef  wahrnehmen sollen, erscheint mir eher als inszeniertes „Good Cop – Bad
Cop“ Spielchen. Wissmann spricht von Transparenz und Vertrauen, die  Autoindustrie macht weiter wie bisher und wird wie in den letzten
Jahrzehnten die Kohle- und Stromindustrie ihr blaues Wunder erleben. Wir  dann leider auch, weil das jahrzehntelange Missmanagement, das am Ende nur  noch mit Betrügereien kaschiert werden können, mal wieder wir Steuerzahler  wg. „too big to fail“ finanzieren müssen. – Markus Schilling


Leserbrief zu „Abbruch hilft nicht“ von Michael Thumann

In der Frage des Abbruchs der Beitrittsverhandlungen zur EU zwischen Ankara und Brüssel vertritt Michel Thumann den Standpunkt, daß Martin Schulz in dem sogenannten Fernseh-Duell mit Kanzlerin Merkel nicht die richtigen Worte gefunden habe. Thumann meint bündig: “der Abbruch helfe nicht“. Nun ist aber die Frage, ob es überhaupt möglich ist, von außen auf Erdogan irgendwelchen Druck auszuüben, von seinem autoritären Regierungsstil Abstand zu nehmen?

Weder eine °Apeasement°-Politik des Aussitzens der Beleidigungen und groben Rechtsverstöße seitens Erdogan, noch irgendwelche Retorsionsmaßnahmen der EU oder von Deutschland allein  sind offenbar  geeignet, das AKP-Regime unter Erdogan von seinem hyper-nationalistischen Kurs abzubringen. Das einzige ,  maßgebliche,  Argument von Michel Thumann, vom Abbruch der Beitrittsverhandlungen abzusehen, ist, daß viele EU-Länder da nicht mit machten. Wenn dem so ist, bleibt nur die Entscheidung, die Beitrittsverhandlungen eingefroren zu lassen. Die Bundesrepublik wird allerdings dadurch nicht von ihrer Pflicht enthoben, gegen die ungerechtfertigte Verhaftung von Bundesbürgern entschiedener vorzugehen. Im Kontext diplomatischer Handlungsmöglichkeiten muß ernsthafter die Option geprüft  werden, entweder die deutsche Botschaft in Ankara in einen Gesandtenstatus herunter zu stufen oder bei fortdauernder Aggressivität der türkischen Regierung gegenüber der Bundesrepublik die deutschen Interessen vorübergehend durch einen anderen , mit Deutschland verbündeten Staat, vertreten zu lassen. – Sigurd Schmidt


Leserbrief zu „Begreife, dass ich Macht will“ von Hans-Joachim Noack

Es macht mir großen Spaß, Ihre Artikelreihe über die Kanzler zu lesen. So sehr, dass ich mir auf YouTube alte Wahlsendungen zu Bundestagswahlen angeschaut habe. Dabei fiel mir etwas auf. Sie schrieben, Brandt hätte „zum ersten und einzigen Mal“ für die SPD ein Ergebnis erzielt, dass die Partei zur stärksten Fraktion im Bundestag machte. Zum ersten Mal stimmt. Einziges Mal nicht. 1998 gelang Gerhard Schröder dasselbe und sogar noch viel eindrucksvoller.

Aber sonst: Ganz tolle Artikel – Ihrer auch. Ich freue mich auf die nächste Ausgabe. – Volker Schoegel


Leserbrief zu „Typisch FDP Typisch Grün“ von Benedikt Herber und Karsten Petrat

Ich wollte einfach mal ein großes Lob an an Adresse Grafiker, Layouter und Illustratoren loswerden. Auf einmal eine Arbeit wie die von Petrat auf Seite 3 auf dem Tisch zu haben, die nicht nur schön ist, sondern eine regelrechte Interpretation der Zahlen ist, bestätigt einen darin, das Geld für die Papierausgabe aufzubringen! – Matthias Meindl


Leserbrief zu „Bitte mehr Wumms!“ von Uwe Jean Heuser

Ich möchte Ihrem Artikel zwei Entgegenhaltungen machen und zum Schluß eine Frage stellen. Sie werfen der aktuellen (Wahlkampf-)Politik vor, zu sehr im Gestern zu verweilen. Das macht irgendwie den Eindruck, ja. Aber es gehört auch zu seriöser Politik, falsche Entscheidungen oder schlecht gemachte Gesetze (z.B. Hartz IV) wieder ins Lot zu bringen. Ihrer Meinung nach gibt es außerdem zu wenig Visionäres. Ich kann nur feststellen, dass es zwischen Rot-Rot-Grün lange Zeit ein Netzwerk gab (oder noch gibt, man hört wenig davon), wo nicht ganz unmaßgebliche Politiker regelmäßig teilgenommen haben. Das Projekt R2G wird jedoch anscheinend nur in den Parteibasen positiv betrachtet. Themen wie das  Bedingungslose Grundeinkommen werden in allen drei „linken“ Parteien diskutiert, mal mehr mal weniger. Aber selbst ist einer Visions getriebenen Partei, wie den Grünen, war das ein sehr schwieriger Prozeß (eigene Erfahrung). Und nun zu meiner Frage: warum wird eigentlich nur von der politischen Linken Visionäres erwartet? Welche Vision hat denn die Merkel-Union? Wollen die Deutschen überhaupt politische Visionen? Oder tendieren diese eher dem alten Schmidt-Spruch zu „wer Visionen hat, sollte zum Arzt“? Ich meine Letzteres, denn die aktuelle Stimmungslage im Land ist doch eher die (angelehnt an ein englisches Sprichwort) – „an Angie a day keeps the doctor away“. – Michael Hauck


Leserbrief zu „Bitte mehr Wummms!“ von Uwe Jean Heuser sowie „Armes deutsches Würstchen“von Jens Jessen

Zeit-Redakteur Uwe Jean Heuser vertritt den  Standpunkt, der Bundestagswahlkampf sei deshalb so langweilig, weil keine Partei mit einem großen Zukunftsentwurf aufwarte. Nun ist es aber doch so, daß die  Grundausrichtung der deutschen Innen- wie Außenpolitik von Haus aus nicht auf weit ausgreifende Visionen und sehr anspruchsvolle gesellschaftspolitische Ziele ausgerichtet ist . Helmut Schmidt hat einmal spöttisch gesagt, wer die Politik mit Visionen gestalten wolle, möge doch bitte besser in die Psychiatrie eingewiesen werden !!  Die Denkfigur: bitte keine zu hoch fliegenden  politischen Ziele,  wird auch mit dem nüchternen Argument begründet, man solle keine  zu hehren Zukunftsabsichten verkünden, wenn nicht klar sei, wie diese  eigentlich zu finanzieren seien.^^  Die Zukunftsglocke im Sinne progressiver Wünschbarkeiten zu läuten, kommt bei der deutschen Wahlbevölkerung doch offenbar auch gar nicht so recht an. Auch die Einrichtung von innovativen Think-Tanks im Stil der Londoner Institution  N e s t a  würde die deutsche Politik nicht progressiver machen, zumal ja nun gerade der Brexit zeigt, daß in der gegenwärtigen britischen Politik ein gehöriges Maß an Irrationalität herrscht !!

Wenn an anderer Stelle in der ZEIT Jens Jessen sagt, die Bundesrepublik befinde sich in einer „panischen Identitätsdebatte“  , der Schauplatz öffentlicher Unsicherheit und des Unmuts der Bevölkerung sei nicht die Politik, sondern die Kultur, die Globalisierung erschüttere alle nationalen Traditionen,  dann ist diese Feststellung  zwar nicht falsch. Nur ergibt sich hieraus noch kein konkretes,  politisches Handlungskonzept für die Parteien . ^^ In der  gegebenen Situation:  beträchtliche Fragilität der EU,  ein großes offenes Fragezeichen bezüglich der Administration in Washington unter  Donald Trump, die Super-Krise in den Beziehungen mit der Türkei, verbunkert sich gewissermaßen die  deutsche Wahlbevölkerung  hinter  der Haltung: „nur keine Experimente“ . Die politische Epoche unter Konrad Adenauer feiert Urständ !! – Sigurd Schmidt


Leserbrief zu „Gesellschaftskritik“ von Matthias Stolz im ZEIT Magazin

Gerade habe ich die ‚Gesellschaftskritik‘ gelesen und bin doch etwas überrascht über die Ausführungen von Herrn Stolz. Süffisant schreibt er über die ’schwurbelige‘ französische Sprache und eine ‚furchtbaren Satz‘.

Bevor man sich ein solches Urteil erlaubt – oder gar anmaßt – sollte man doch mit der betreffenden Sprache etwas vertrauter sein, als Herr Stolz unter Beweis stellt – der Infinitiv von ‚correspondent‘ ist nun mal ‚correspondre‘, und nicht, oh Schreck, ‚corresponder‘. Nur gut, dass die bei Martenstein diese Woche beschriebene Guillotine längst abgeschafft ist !! – Jutta Gier


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Meinen Glückwunsch habe Sie. Das gestern erschienene Zeit-Magazin ist mit Abstand das Schlechteste. Nachdem ich seit Monaten die absolute Inhaltslosigkeit über Larissa und Thomas hedonistischen Lebensstil, eine „Reportage“ über junge privilegierte Menschen ganz ohne Sorgen, deren Hauptthema eine (unrealistische) Dokumentation des Immobilienmarktes zu sein scheint, ertragen habe, nehme ich heute jenes Zeit-Magazin in die Hand, das schwerer scheint als die zuvor Erschienenen. Cool wie Daddy

Der Grund: Diverse Seiten Anzeige zu, nun ja, ein und dem selben Magazin wie ich es offensichtlich schon in der Hand halte: ZEIT MANN. Dazu: Söhne berühmter Väter fein brav von Frauen interviewt und untermalt mit Mode-Anzeigen für eben jene Väter und Söhne. Verstehen Sie mich nicht falsch. Gerne schaue ich mir Bilder von schönen Männern an. Noch lieber lese ich allerdings inhaltsreiche Beiträge. Geschichten über zu spät beantragte Reisepässe gehören nicht dazu. Liebes Zeit-Magazin, im Sinne des Umweltschutzes halte ich es sinnvoll sich von Larissa und Thomas zu trennen. Was ich auch eben beiden raten würde. Deine Charlotte.Und lieber Thomas, bitte gehe doch auch für mich eine Wohnung besichtigen, wenn du schon einmal dabei bist.

Ps. Über Harald Martenstein, einen Mann der seit sicherlich 70 Jahren keine Schule mehr betreten hat, äussere ich mich heute nicht. (Auch wenn ich es als diesjährige Abiturientin nur zu gerne tun würde.) – Charlotte Feu


Leserbrief zu „Gepokert und verloren“ von Felix Rohrbeck und Christian Salewski

Ob nun private Beteiligungen an Projekten der öffentlichen Hand sinnvoll und wirtschaftlich sind, sei dahingestellt (der Autor verkneift sich einen entsprechend bissigen Kommentar). Fraglich und hoch diskussionswürdig ist aber, warum sich die öffentliche Hand in so vielen Bereichen immer wieder auf Verträge einläßt, die sie selbst benachteiligen? Bzw. warum läßt sich die Politik immer wieder über den Tisch ziehen? Vielleicht wäre neben der Schuldenbremse im GG auch mal eine „Über-den-Tisch-zieh-Bremse“ zu verankern! Ein durchaus berechtigter Selbstschutz! – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „99 Fragen an Martin Schulz“ von Moritz von Uslar im ZEIT Magazin

Habe das nette Interview mit Genossen Schulz mit großem Vergnügen gelesen. Allerdings hätte man dem Kandidaten auch noch ein paar böse Fragen stellen können. Angesichts der Klima-Katastrophen, die derzeit die Welt erschüttern, wurde ja das drängende Thema Umwelt völlig ausgeklammert!

Z.B. stellt sich unsere Kanzlerin in Paris hin und fordert streng die Welt auf ihre Co2 Emissionen herunterzufahren, schafft es aber im eigenen Land nicht einmal die Klimakiller Braunkohlekraftwerke abzuschalten! Stattdessen mußten Hals über Kopf die Atomkrafwerke vom Netz – ein ziemlicher Kurzschluss angesichts dessen, dass in unserer unmittelbaren Nachbarschaft über 50 Atommeiler auf Volldampf laufen. Und der Koalitionspartner hat das still mitgetragen.

Man könnte auch fragen warum noch immer der Klimakiller Luftverkehr subventioniert wird, der jeden Tag gewaltige Mengen Kerosin verpulvert, während die umweltfreundliche Bahn brav ihre Stromsteuer zahlen muß. Allein der Münchner Airport pumpt täglich 3000 Tonnen! Kerosin in die Flieger, deutschlandweit werden im Jahr ca.9 Millionen t Flugkraftstoff verpulvert. Dabei sind die Kurzstreckenflüge wegen des hohen Startverbrauchsanteils besonders klimaschädlich. Für einen Flug München – Berlin braucht man wohl allein 20 000 Liter K. Müßte die Airline dafür Steuern zahlen wären das allein wohl16 000 €!

Da unser Co2 Ausstoß noch immer steigt, auch weil statt kleinerer immer größere Autos gekauft werden, frage ich mich warum nicht endlich die schweren Autos spübar höher besteuert werden. Denn um einen Menschen in die Stadt zu befördern braucht man keine 2 Tonnen Blech, dazu reicht ein 700-Kilo Smart völlig, der nur die Hälfte Sprit braucht.

Das Problem ist, die großen Parteien wollen nur ja nicht jemand auf die Füße treten! Anders Macron, der wohl auch deshalb gewonnen hat weil er dem Volk nicht verschwiegen hat, dass die Zukunft nicht ohne Opfer zu haben sein wird.  – Rolf Wittig


Leserbrief zu „Nach dem Boom” von Axel Schildt

Im Wahlvolk hält sich die Legende ja hartnäckig, aber Ihre verantwortlichen Redakteure sollten es besser wissen: 1982 sah die FDP eben nicht „den Moment gekommen, die sozialliberale Ehe aufzukündigen“ sodern Helmut Schmidt stellte der FDP ein Ultimatum, das nur mit dem Rücktritt der 4 FDP-Minister beantwortet werden konnte (sinngemäß: „vergesst den Koalitionsvertrag – ab heute gilt nur noch, was ich entscheide!“). Ausführlich ist das im Bericht von Klaus Bölling im Spiegel vom 11.10.1982 nachzulesen; Bölling begründet es als „Präventivschlag, um der FDP zuvorzukommen“ und ist auch heute noch stolz darauf, dass nicht einmal der Fraktioinsvorsitzende Wehner vorher vom geplanten Coup erfuhr. Das Timing war wohl bedacht: während der Unterhaltung Schmidt-Genscher liefen in Hessen die Druckpressen für die SPD-Plakate „Verrat in Bonn!“, denn dort war Landtagswahl.

Warum Schmidt so auf den Rest seiner Amtsperiode verzichtete, habe ich bis heute nicht verstanden. Ich vermute, er hoffte, zusätzlich zum Wahlsieg in Hessen auch noch mit einem Salto mortale wieder mitten im Schoß der SPD zu landen – was ihm aber auf dem folgenden Bundesparteitag gründlich misslang. Und: dass sich Hans-Dietrich Genscher von dieser politischen Hinrichtung unwahrscheinlicherweise doch wieder erholte, hat Helmut Schmidt ihm bis zu seinem Tod nicht verziehen. – Bernhard Hecker


Leserbrief zu „Bloß nicht mit denen!“ von Mariam Lau

„Man wohnt in ähnlichen Vierteln, ist gebildet, gut bezahlt und antiautoritär“ sagt Miriam Lau von der FDP und den Grünen. Sie hätte auch sagen können: in den gleichen Vierteln – das weisen die nach Wahlbezirken detaillierten Wahlergebnisse von Anfang (der Grünen) an aus. Das ist auch gar kein Wunder, denn es geht oft sogar um die gleichen Familien: etwas überspitzt gesagt, ist der Konflikt zwischen FDP und Grünen ein Generationenkonflikt. Zum Beispiel saß ein aufmüpfiger Jungdemokrat jahrelang mit mir im FDP-Kreisvorstand, wo er sich durch genaueste Satzungskenntnis (die Waffe der Abstimmungs-Verlierer) unbeliebt machte, seine erste Frau war FDP-Landtagsabgeordnete; später ging er zu den Grünen, für die seine zweite Frau jetzt im Bundestag sitzt. Durchaus kein Einzelfall, wie ich aus dem Geschehen in vielen Ortsverbänden weiß.

Die Grünen hatten selbstverständlich noch andere Wurzeln: Linksutopisten, Dauer-68er, Pazifisten, Blut-und-Boden-Ideologen und viele mehr. Die waren sich aber nur in der heftigen Ablehnung der etablierten Parteien einig. Organisationsfähig und damit politikfähig wurden die Chaoten-Truppe erst durch den Zuzug aus dem liberalen Umfeld. Auch das Thema Umwelt erscheint ja bekanntlich (?) erstmals in den „Freiburger Thesen“ der Liberalen. – Bernhard Hecker


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Daß die ZEIT auf BUNTE -Niveau einschwenkt ist sehr schade und nicht zu tolerieren. Aber das Gefälligkeitsinterview „Schulz“ im Zeit – Magazin ist schlimm. 7 Seiten Nettigkeiten sind schlimm. – Franz Raab


Leserbrief zu “Scheinehe” von Peter Dausend

Wieso, lieber Herr Dausend, wissen selbst Zeit-Autoren nicht zwischen „am gleichen“ und „am selben“ (Kabinettstisch) zu unterscheiden? – Norbert Weis


Leserbrief zu „Mit ihm?“ von Matthias Geis und Tina Hildebrandt

Das Bundesverkehrsministerium kann man nicht dadurch aufmöbeln, „indem man etwas mit Digitalisierung dazupackt“. Wissen Matthias Geis und Tina Hildebrandt nicht, dass das BMVI schon seit 4 Jahren auch für die „digitale Infrastruktur“ zuständig ist? Siehe: https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/Bundesministerien/BMVBS/_node.html und www.bmvi.de  – Jürgen Thiede


Leserbrief zu „Begreife, dass ich Macht will“ von Hans-Joachim Noack

Der Artikel erfordert zwingend eine  Korrektur.  Noack schreibt ‚ Am Ende seiner betont emotionsgeladenen Kampagne, während der in allen Schichten beheimatete „Bürger für Brandt“ ihre Gesinnung stolz als Button am Revers tragen, werden die Sozialdemokraten zum ersten und einzigen Mal im Deutschen Bundestag stärkste Fraktion. Richtig ist, die Sozialdemokraten werden nicht nur 1972 sondern auch bei den Bundestagswahlen 1998 und 2002 – es war die Zeit der Kanzlerschaft Gerhard Schröders – stärkste Fraktion im Parlament. Zum Ausdruck kommt dies auch durch die Besetzung des Bundestagspräsidenten durch den SPD Politiker Wolfgang Thierse, die traditionell der stärksten Parlamentsfraktion zukommt. Es fällt mir schwer zu glauben, dass ein versierter und kenntnisreicher politischer Journalist wie Noack dies nicht weiß. Diese wäre schon über die Maßen verwunderlich. Ich denke, Noack sollte seine Falschaussage in seiner Betrachtung über die Kanzlerschaft Willy Brandts selbst korrigieren. – Hubert Diehl


Leserbrief zu „§ 1.1 Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer auf eine Frau eine fremde unbefruchtete Eizelle überträgt“ von Martin Spiewak

Bei den Eizellspenden, um die es in dem Augsburger Gerichtsverfahren geht, werden, wie von Martin Spiewak beschrieben, die Eizellen einer fremden Frau im Labor mit dem Samen des Mannes befruchtet und der Empfängerin eingesetzt. Die Überschrift ist deshalb nicht zutreffend. Es geht nicht um § 1.1, sondern um § 1.2. Dieser Absatz lautet: Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer es unternimmt, eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich zu befruchten, als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt. – Dr. Wolfgang Hachtel


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen“ von Jens Jessen

Ihr Artikel “Armes deutsches Würstchen” läßt mich etwas ratlos zurück. Bin ich so ein armes Würstchen, oder habe ich das Ganze nicht richtig verstanden? Oder waren Sie selbst mit dem Thema nicht ganz glücklich? Letzteres könnte ja sein, da Sie nach Ihren Texten und Ihrer Sprache nach zu urteilen ja auch zu den “alteuropäisch Gebildeten” gehören, denen der “Abstieg in die Bedeutungslosigkeit” droht. Warum die mit ihrer “deutschen Spezifik (gibt es das?) bald nichts mehr zu beißen haben”, verstehe ich nicht. Verstehen Sie das? Haben Sie auch Zukunftsangst?

Eingangs konstatieren Sie, das Land sei von einer Unruhe befallen, “die bereits Züge von Paranoia und Panik” trägt, – und dann fällt Ihnen als Beispiel für diese Panik nur der Streit um das Kreuz auf dem Berliner Stadtschloß oder der Streit um die flapsige Bemerkung von Spahn ein. Also, wenn das schon Panik ist,…  Das Problem in der “deutschen Selbstfixierung” zu lokalisieren, scheint mir Angesichts der politischen Verhältnisse in den USA, in Frankreich, England, Holland, Polen, Ungarn….selbst ein Symptom für diese “deutsche Selbstfixierung” zu sein.

“Für Junge, gut Ausgebildete…liegt darin die Chance,…den Lasten deutscher Identität zu entkommen.” Die AfD wird sich freuen: damit haben wir ja die Frage, was wir heute noch mit Auschwitz zu tun haben, gelöst: nichts. Und das führt selbstverständlich zu einem “Mehr an Lebensfreude”. Daß “alteuropäische Bildung” (was is´n das?) “mindestens in Arbeitslosigkeit “ führt, gibt der Bildungsdebatte eine ganz neue Wendung, (macht sie vielleicht ganz überflüssig?). Kann man also die Gleichung ansetzen “weniger alteuropäische Bildung” = mehr Lebensfreude und sicherer Arbeitsplatz? (Meiner Lebensfreude hat jedenfalls Mozart, Shakespeare, Chartres… noch keinen Abbruch getan.) Dieser Satz, “Für Junge, gut Ausgebildete….liegt darin die große Chance…. sich frisch und unbeschwert in der ganzen freien Welt zu tummeln. Für diese bedeutet ein Weniger an Identität…eher ein Mehr an Lebensfreude” ist so schlicht, der könnte aus irgendeinem Wahlprogramm stammen.

Ist Ihnen vielleicht mal der Gedanke gekommen, daß es im Grunde nicht um eine kollektive Identitätsfindung geht (“Wer sind wir Deutschen?”), sondern um eine individuelle (“Wer bin ich?”), – und dabei spielt u.a. die Zugehörigkeit zu einer Nation eine wichtige Rolle, sonst wäre z.B. das Problem mit Auschwitz ja leicht gelöst.

Von Goethe (au wei, schon wieder so was Alteuropäisches) stammt der Satz: Was die Eltern ihren Kindern mitgeben müssen sind “Wurzeln und Flügel”, – und das gilt nicht nur für die Deutschen in ihrer “Selbstfixierung”. Vielleicht sind die Wurzeln eine Voraussetzung dafür, “sich frisch und unbeschwert in der ganzen freien Welt zu tummeln”, d.h. seine Flügel benutzen zu können; dann wäre es auch lohnend über eben diese Wurzeln zu diskutieren, statt über das Kreuz auf dem Stadtschloß oder die Äußerung Spahns. Wenn wir nicht ernsthaft über diese Wurzeln diskutieren, überlassen wir das Thema so dumpfen Nationalisten wie Gauland und Höcke, die es allein auf einer politisch-kollektiven Ebene bearbeiten. Die Hoffnung, dergleichen könnten Parteien in ihren Wahlprogrammen oder gar in einem Fernsehduell leisten, ist ja wohl Unsinn.

Daß die Frage, ob sich jenseits der Sprache eine deutsche Kultur identifizieren läßt, “nicht von Leuten, die sich an diese Kultur (an welche?) klammern, dabei aber wohl eher an Würstchen und Kartoffelsalat denken”, beantwortet werden kann, ist wohl richtig, aber die Intellektuellen, die bei Kultur nicht zuerst an Würstchen und Kartoffelsalat denken, halten sich bei dieser Diskussion vornehm zurück und “tummeln” sich lieber in der weiten Welt. Ist auch einfacher. (Übrigens klingt das “sich in der freien Welt tummeln” so, als seien Sie früher mal bei den Pfadfindern gewesen).

Was ist eigentlich das Fazit Ihres Artikels? Laßt das mit der alteuropäischen Bildung und tummelt euch lieber? Bin ich ein “armes deutsche Würstchen”?

Sie haben schon bessere Artikel geschrieben, die ich meist auch gerne gelesen habe. – Prof.Dr.M.Volkamer


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ von Larissa Hofmann und Thomas Lohr im ZEIT Magazin

Offenkundig sind schon Leserbriefe bei Ihnen eingegangen, die sich kritisch zu der Rubrik ‚Fernbeziehung‘ äußerten.

Auch wir, langjährige Leser der ZEIT, stören uns seit Längerem an der Belanglosigkeit, Sinnfreiheit und elitären Larmoyanz der Beiträge. Die Fotografien empfinden wir durchgehend als langweilend oder auch in ihrer vorgeblichen Authentizität als ärgerlich und nervend.

Wen interessiert, wie viele reiche „Freunde“ Larissa in der ganzen Welt hat? Uns jedenfalls nicht. Die gelegentlichen SMS, die wir uns als Ehepartner schreiben, haben einen höheren Nähr- und Unterhaltungswert als die dümmlichen Pseudo-Aphorismen dieser beiden im besten Fall nichtssagenden, im schlimmsten Fall narzisstischen, Kinder des Materialismus. In den 80er Jahren hätte man solche Charaktere als Yuppies bezeichnet. Als literarische Figuren wären sie austauschbar und flach.

Die Lektüre, oder eher Betrachtung, lässt uns mit einem Gefühlt der Leere zurück, versinnbildlicht sie doch die Oberflächlichkeit einer konsumorientierten und ich-bezogenen Welt, ohne dabei jemals reflektiert zu sein. Leider geht es hier eben nicht um Entlarvung oder Gesellschaftskritik, sondern das Ende der Geschichte von Larissa und Thomas ist vorhersehbar. Wir können es kaum erwarten. – Julia und Marvin Ilg


Leserbrief zu „Wir haben sehr viel Vertrauen verloren“ von Roman Pletter und Claas Tatje

Was für ein arroganter Satz. Was soll man jetzt davon halten? Hat VW Vertrauen verloren in seine Kunden die ihnen den Betrug nicht großzügig verzeihen? Und auch noch Entschädigung verlangen! Reicht es denn nicht, dass wir (VW) nicht schon Milliarden an die dösigen Amerikaner bezahlen müssen die uns erwischt haben?  Und warum zieht man so über uns (die VW Manager) her? Es sind doch schon ein paar entlassen worden und auch Herr Winterkorn hat mit seinem Rücktritt die Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten (welches Fehlverhalten?) gezogen.   Also nach dem Interview zu urteilen, sind nicht die betrogenen Autokäufer, nicht die fleissigen Fließbandarbeiter, die VW Angestellten die Opfer, nein, es sind die armen und gebeutelten VW Manager die Opfer und die jetzt mit einer hohen Abfindung gesegneten Manager die gehen müssen.

Manchmal hat man das Gefühl, dass die Medien und solche Leute wie ein schuldunempfindlicher Herbert Diess, die Leser und im Allgemeinen die Bürger/innen in Deutschland für blöd halten und sich mit schwarzer Druckerschwärze „verarschen“ lassen.  Solchen Leuten wie Herrn Diess und all die anderen Manager Müller, Blessing, Stadler auch noch eine Plattform zu bieten (statt die Stirn) damit sie ihren geistlosen Unsinn verbreiten können (ich denke an die Äußerungen zu den Elektrofahrzeugen und neuen Techniken), finde ich gelinde gesagt nicht das Druckpapier wert, auf dem Ihre Zeitschrift dieses Interviews (wie auch eine Menge anderer) druckt.  Da ist jeder cent den ich für diese Zeitschrift bezahle zuviel und wäre sicherlich wertvoller dort einzusetzen wo man den Menschen helfen kann, z.B. in Afrika. – Peter B. Sanden


Leserbrief zu „Begreife, dass ich Macht will“ von Hans-Joachim Noack

„‚Begreife, dass ich Macht will‘, hatte Brandt … zugeraunt, um später … seine Qualitäten zu beweisen.“

Zum Gebrauch von um zu s. Duden, Band 4, Berlin 2016, Randziffer 950, Randziffer 951
„… verdächtigten sie den früheren Radikalsozialisten, der im ‚Dritten Reich‘ nach Norwegen geflüchtet war, um von außen die Nazi-Diktatur zu bekämpfen, …“
Hier wird um zu korrekt gebraucht. – Gerhard Sittner


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Ich bin der James Bond der SPD (Martin Schulz)

Frage 37 Welches ist ihre stärkste weibliche Eigenschaft?

Kandidat: „Unkomplizierter Zugang zu Kindern.“ Ob das aber die stärkste weibliche Eigenschaft ist muss offen bleiben. Ich hätte aus meiner Praxis folgendes geantwortet: Morgens Kaffemaschine befüllen, Eierkocher präparieren, den Eierschalensollbruchstellenverursacher bereit halten, Brot schneiden, Aufschnitt auswählen, Kürbiskerne drüber streuen, der Frage, ob es heute regnet sachkundig antworten, kein Wort über Politik verlieren, Zeitung von unten holen (50 Stufen). Dann den Geschirrspüler einräumen, nachdem ich ihn zuvor ausgeräumt habe, dann Betten machen, ggf. frisch beziehen, waschen, bügeln, in den Schrank legen. Dann dem Sauger die Wohnung zeigen, dann erschöpft den Tag genießen (als Kandidat mich natürlich den gesellschaftlichen Anliegen widmen!).

Um Neun ist alles erledigt! So gewinnt man Wahlen! (Heiratsanzeigen unerwünscht) – Burkhard Breslauer


Leserbrief zu „Typisch FDP Typisch Grün“ von Benedikt Herber und Karsten Petrat

Was soll das alberne Parteien-Gedöns !

„Gegen die Diktatur des Finanzkapitalismus …“ schrieb Stephane Hessel (Mitautor der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen, Buch Empört Euch). Er hat m.E. Recht. – Durchschnittsbürger haben seit etwa 1955 mit maßlosem Überfluss-Konsum und maßloser Überfluss-Mobilität den Konzernen und Banken die entscheidende Übermacht in Deutschland verliehen. Die wirklich bedauernswerten Politiker können nur noch dort Wesentliches für die Zukunft unserer Kindeskinder und für die Zukunft der Erdkugel bewirken, wo es der Wirtschaft nicht schadet. Sonst hagelt es Arbeitsplatz-Abbau. – Es ist leider immer noch eine klitzekleine Minderheit der Bürger, die bescheiden sowie konsequent umweltverträglich und sozialverträglich leben wollen.

George Bernard Shaw, irischer Dramatiker 1856-1950, schrieb wohl grinsend und innerlich verzweifelt : „Demokratie ist eine Regierungsform, welche die Anordnungen einiger Korrupter durch die Beschlüsse vieler Inkompetenter ersetzt.“ – Volker Freiesleben


Leserbrief zu „Gesellschaftskritik“ von Matthias Stolz im ZEIT Magazin

Beim Lesen der „Gesellschaftskritik“ zum Thema „Französisch für Aufsteiger“ in der Ausgabe vom 07. September zeigt sich, dass der Autor offenbar nie eine längere Zeit in dem Land verbracht hat, über dessen vermeintliche Sprach-Vorlieben er sich auslässt. Die Beliebtheit des Verbs „corresponder“ in Spanien kann ich nicht beurteilen, in Frankreich würde man wohl eher „correspondre“ sagen. Das System der Grandes Écoles mag nicht zeitgemäß sein – von der nationalen Vergleichbarkeit des in der heutigen Form vor mehr als 200 Jahren eingeführten französischen (Zentral-)Abiturs und vom Ganztagsschulsystem kann Deutschland hingegen noch einiges lernen. – Jacob Fast


Leserbrief zu „Begreife, dass ich Macht will“ von Hans-Joachim Noack

In seinem Essay „Begreife dass ich Macht will“ über Willy Brandt schreibt Hans-Joachim Noack, dass Herbert Wehner den Kanzler 1973 in Moskau als „abgeschlafft“ und „entrückt“ „denunziert“ habe. Was soll diese Wortwahl? Ist – auch öffentlich geäußerte – Kritik gleich Denunziation? Wenn dieser Begriff für jenen Vorgang angemessen ist, dann ist die deutsche Politik insgesamt ein Saustall von Denunzianten und Verrätern. Nun glaube ich nicht, dass Noack das so sieht. Nein, er meint, ganz persönlich, Herbert Wehner. Dahinter steht ein Bild, das Stereotyp oder moderner gesagt das Frame von Wehner als notorischer Verräter. Einmal Denunziant, immer Denunziant. Einmal Kommunist, immer Kommunist. „Wer einmal in seinem Leben Kommunist war, den verfolgt Ihre gesittete Gesellschaft bis an sein Lebensende…“ (Wehner, 1975).
Ob Wehner 1937 in Moskau wirklich „denunziert“ hat, ist strittig. Aufgrund der Quellenlage ist es zu bezweifeln. Und im Zweifel gilt…
Eine Brücke von Wehners Verhalten 1937 zu seiner Kritik an Brandt 1973 zu schlagen ist jedenfalls sachfremd. Zu fragen ist: Worum ging es Wehner mit seiner Kritik? Alle seriösen Quellen belegen: Der Fraktionsvorsitzende wollte den ersten sozialdemokratischen Kanzler nicht stürzen, sondern dessen Ostpolitik stärken, sie wieder flottmachen. Es gebe keinen besseren Kanzler als Brandt, sagte Wehner seinen Moskauer Gesprächspartnern.
Am Ende, nach Moskau, schwenkte Brandt auf Wehners Linie bei der Handhabung der deutsch-deutschen Beziehungen ein, zum Wohle der Menschen im geteilten Deutschland. Den Kanzler Brandt aus seiner wohl auch psychisch bedingten partiellen Lethargie zu reißen, das vermochte Wehner nicht. Insofern darf natürlich gefragt werden, ob die politisch gerechtfertigte Kritik Wehners am Regierungsstil des Chefs psychologisch klug war und ob sie am Ende ihr Ziel, den Kanzler wieder flott zu machen, nicht doch verfehlte. – Prof. Dr. Christoph Meyer


Leserbrief zu „99 Fragen an Martin Schulz“ von Moritz von Uslar im ZEIT Magazin

Ihr Interview mit Martin Schulz hat mir sehr gefallen, vor allem, weil ich Martin Schulz und seine Antworten sehr schätze.

Eine Kleinigkeit jedoch ärgert mich  ein bisschen, nämlich die Formulierung „Sein nordrhein-westfälischer Singsang“. Es gibt keine Nordrhein-Westfalen und auch keinen entsprechenden Singsang. Es gibt Westfalen und Rheinländer. Nach dem 2. Weltkrieg wurden diese beiden Provinzen aus wirtschaftlichen Gründen zusammengefasst, worüber sie ähnlich „glücklich“ waren wie Baden-Württemberg. Martin Schulz ist ein Rheinländer, so wie ich eine wasch- und kochechte Westfälin und zugleich „gelernte“ Berlinerin bin.  – Dr. Almut Mey


Leserbrief zu „Wir haben sehr viel Vertrauen verloren“ von Roman Pletter und Claas Tatje

Wenn man wissen möchte, an welchen Einstellungen, Visionslosigkeiten und  Betriebsblindheiten die deutsche Autoindustrie krankt, gibt einem das  Interview mit Herrn Diess eine ganz gute Kurzzusammenfassung. Der  VW-Chef hat keine Ahnung davon, wie Carsharing anno 2017 funktioniert  und findet, dass mehr Zeit im Stau schon okay ist, VW kann sich doch  schöne Gedanken dazu machen, wie man diese Zeit verbringt. Elon Musk  baut übrigens schöne Raketen.

Nebenbei gibt das Interview auch einen überraschend ehrlichen Einblick  in die moralischen Vorstellungen hochbezahlter Führungskräfte. Jeder  unvorteilhafte Vergleich ist unzulässig, im Zweifel tragen andere die  Schuld und überhaupt war man zum fraglichen Zeitpunkt ja noch gar nicht  beim Unternehmen. Wenn jemand unter Druck und mit einer  Millionenabfindung seinen Posten aufgibt, wird das zum Vorbild an politischer Verantwortungsnahme umgedeutet.Ein andere deutscher Hersteller warb nach zahlreichen Skandalen und Qualitätsproblemen Mitte der 90er mit dem Slogan „Wir haben verstanden“. Bei VW ist man eindeutig noch nicht so weit. – André Fromme


Leserbrief zu „Wer wird’s?“ von Anna-Lena Scholz und Martin Spiewak

Sie haben mal wieder- Zeit-gemäss – in der Tüte der Vorurteile gekramt. Sie (?) maßen sich an, Qualitätskriterien für die nächste Besetzungsrunde des Bundesbildungsministeriums zu erstellen und verraten dabei einen unglaublichen Dünkel.
Natürlich kann nur ein/e VOLLAKADEMIKER/IN dieses Ressort beschlagnahmen-vorzugsweise auch noch mit bildungsnahem Partner und ganz wichtig:Ostdeutsche..eine Merkel der Bildungspolitik! Wenn Sie finden, dass dies ein Positivum  ist, dann sind Sie nicht ganz im Bilde
über das, was bei uns hier momentan abgeht. Frau Merkel richtet unser Land zugrunde..wollen Sie das auch für unser Bildungssystem ? Die Weichen dafür sind bereits gestellt!
Sie erwähnen richtig, dass Frau Aigner, die kompetente Wirtschaftsminsterin des Landes, das den höchsten Beitrag im Länderausgleich zahlen darf und KANN, ja NUR  Mittlere Reife hat-fängt bei Ihnen das Menschsein erst mit dem Erreichen des Abiturs an ? Sie offenbaren hier den typisch deutschen Akademikerdünkel des 19. Jahrhunderts und das in einer*liberalen* Zeitung!
…und gekrönt wird das Ganze mit dem Vermerk – es gäbe schlechtere Kandidaten (aus München)-und das ist besonders infam. Der Freistaat Bayern hat eines der besten Bildungssysteme Deutschlands-ein bayerischer Realschulabsschluß ist gleichwertig mit dem Bremer Abitur!
Wo sind denn die größten Mängel im staatlichen Bildungssystem ? In den Ländern, in denen lange die SPD regierte (Berlin, Bremen NRW etc.)- selbst  im einstmals gescheiten Baden-Würtemberg hat die von SPD – Bildungsminster(innen)  aufgewärmte *Gemeinschaftsschule* zu einem rasanten Bildungsabstieg geführt-darüber verliert niemand ein Wort.
Des *Bayern-bashings* in Ihrer Zeitung bin ich überdrüßig. Was Sie in Hamburg so *auf der Pfanne* haben, hat sich im Sommer beim Gipfeltreffen gezeigt.  Wir haben in Bayern (und jährlich in München) große internationale Tagung mit Themen, die auch Sprengstoff liefern.
Bisher verlief alles reibungslos. Und kein Bundesland hat den immensen Flüchtlingsansturm 2015 organisatorisch besser bewältigt als Bayern.
Oft denke ich darüber nach, warum -speziell in Ihrer Zeitung- so negativ über Bayern (wenn überhaupt) berichtet wird-ist es vielleicht nur der Neid der Wohlstands- und Bildunsgräben, die uns von den Nordlichtern trennen ?
Mit meinem verstorbenen Mann  (Akademiker !!!) war ich nun fast 40 Jahre Zeit-Leserin und obwohl ich das Feuilleton nach wie vor sehr schätze, mißfällt mir mehr und mehr Ihre einseitige politische Ausrichtung und die gelegentlich überhebliche Häme.
Das ist nicht mehr *meine Zeit* in jeder Beziehunng. – Gabrielle Franz


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen” von Jens Jessen

Wie bei der Immigration, so muß Deutschland auch bei der Gestaltung  der Zukunft unumkehrbare Zeichen setzen und damit weiterhin Vorbild  sein für seine rückwärtsgewandten europäischen Nachbarn!? Wir sollten das Berliner Stadtschloß natürlich nicht mit einem Kreuz,  sondern einem Regenbogen schmücken als Symbol für grenzenlose  Weltoffenheit – so lange, bis er einem Halbmond weichen darf! Wir sollten Deutsch abschaffen und durch Englisch ersetzen; später,  aus demografischen Gründen, durch Türkisch, Arabisch, Suaheli! Wir sollten die störrische, vergangenheitssüchtige Minderheit der  deutschen Parallel-Community in einem Rückzugsgebiet entsorgen, das  natürlich auf ehemaligem deutschen Boden liegt, z. B. in Namibia!Dort kann sie, dank des trockenen und heißen Wüstenklimas, oft und  reichlich Bier auf Deutsch bestellen, ihrer in Frage gestellten  (Leit)Kultur frönen und pünktlich ihre Rente erhalten! Privilegien,  die selbstverständlich jedes bedrohte Volk unserer Erde genießen darf! Grenzenlose Toleranz gegenüber allen Minderheiten, heute (noch) unter  dem Kreuz – und morgen, unter dem Halbmond? – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Abbruch hilft nicht“ von Michael Thumann

Symbolischer Akt? Wie meint denn Herr Thumann das: EU-Beitrittsverhandlungen abbrechen sei der zweite Schritt vor dem ersten tun, nämlich wirtschaftliche Sanktionen zu verhängen? Soll man, sozusagen, dem türkischen Volk den Boden unter den Füßen wegziehen und es erst danach ankündigen? Ein Abbruch oder Aussetzen (was auch immer) von Beitrittsverhandlungen  ist keineswegs nur „ein symbolischer Akt“. Es zeigt ganz klar unser Missfallen gegenüber dem Autokraten und seinem despotischen Gebaren (nicht gegenüber dem türkischen Volk). Und das hat auch konkrete Konsequenzen. Es gibt das Signal an das türkische Volk, dass die demokratischen Prinzipien eine Grundbedingung für einen EU-Beitritt sind, und wir diese Grundrechte verteidigen. Davor darf man auch nicht wegen des Flüchtlingsdeals einknicken und auch nicht als NATO-Partner. Bei beidem wäre ich mir in der Verlässlichkeit der Türkei im übrigen nicht so sicher. – Martin Grau


Leserbrief zu „Ein bisschen Spaß muss sein“ von Felix Dachsel

Bravourös, diese Abrechnung – inhaltlich wie stilistisch. Das muss man doch noch sagen dürfen. Muss man? Unbedingt!

PS: Böhmermann und Konsorten gehen mir fett am Abend vorbei. Ich lasse mir aber auch nicht von Mario Barth „die Badfliesen vollpissen.“ – Hans-Joachim Bertram


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen” von Jens Jessen

Weißgott ja, arm dran, denn es geht so: Sollte es wg. internationalisierender Globalisierung nur noch Multikulturalität geben, politisch korrekte, gegenderte Kommunikation, keine deutschen Schweinehaxen mehr (allenfalls oder nur noch marginal bei einer Minderheit), keine Eisbeine, die doch weder koscher noch halal sind, keine Vereine mehr, die frisch fromm fröhlich frei turnen, singen und schießen, dann gibt es andere Rituale: mit Beschneidungen, auch von Mädchen, mit Schächtungen (gegen die schon im frühen 19. Jh. englische Tierschützer protestierten, sie galten dann als antisemitisch), mit dogmatisch fundamentalistischen Mentalitäten, mit archaischen Rechtsvorstellungen, mit barbarischen Bestrafungen, mit antidemokratischen Überzeugungen, mit Bejahung und Praktizierung von Gewalt, mit Körperverhüllungen statt textilsparender, hautnaher Minibedeckung usw., etc. Die Aufzählung kann leicht verlängert werden, Beispiele sind unnötig.

Die globalisierte, multikulturelle Welt rutscht vom Regen unter die Traufe, gelöst ist da gar nix. Trotzki wird recht behalten: er sagte, in der multikulturellen Gesellschaft – bei ihm heißt es: in der klassenlosen – wird es Kämpfe geben darum, wo in der Sahara Brunnen gebohrt werden sollen. Also wo man Windräder installieren will oder Gebetsräume in Schulen, Kreuze auf Kuppeln.

Vae victis! Wehe der untergehenden alteuropäischen civilisation (französisch) und Kultur (deutsch).

Allerdings ist gar nicht klar, dass man sich „gegen die Umwälzungen“ „nicht wehren“ könne, wie Jens Jessen in seinem herausragenden Artikel schreibt. Vivere militare est, leben heißt kämpfen, sagen die Lateiner; man kann. Wehrlosigkeit ist fatalistische Resignation. – Dr. Erwin Leibfried


Leserbrief zu „Wir haben sehr viel Vertrauen verloren“ von Roman Pletter und Claas Tatje

Bisher hatte ich gedacht, die Autobranche sei „nur“ von Managern ohne Moral und Anstand geführt – wie die Banken. Aber nun zeigen die Kriminellen (Verurteilung-en- in USA) ihr wahres Gesicht: sie wollen – um jeden Preis – Käufer und Staat betrügen. Herr Diess weiss im Interview nie etwas von „Machenschaften“ – für wie doof hält der uns? Und die Verantwortlichen sind ja alle weg- wie bitte ? Viele von denen kassieren gutes Geld statt Knast. Und das Ganze funktioniert wegen mafiöser Strukturen mit der Politik (Dobrindt, Weil, Wissmann u.a.). Fakten sind: wir brauchen immer Inidividualverkehr, wir brauchen noch länger den Verbrennungsmotor, wir brauchen die Arbeitsplätze in dre Autobranche. Unwahr ist aber, dass wir DESHALB nichts machen können. Versteuerung aller Gewinne der Autobranche zu 90%, bis der Betrug (auch mit Hardwareveränderung) beendet ist, laufende Bezahlung der E-Autos für jedes Jahr, finanziert aus der Abschaffung des Dieselprivilegs, alle Busse ab soofrt mit Sondersteuer, wenn es Diesel sind und aus dieser Steuer Finanzierung der Verbesserung des ÖPNV, „Positivquote“ – je mehr Nicht-Verbrennunsgmotor (auch ausländische Hersteller) ein Konzern in Deutschland verkauft, umso höhere Zuschüsse werden beim Kauf gezahlt und – vor allem – Betätigungsverbot von Ministern und Staatssekretären oder anderen Amtsträgern in einer Branche, mit der sie politisch zu tun hatten für die doppelte Amtszeit. Sonst – ja sonst wird sich das Wahlvolk irgendwann angewidert von den klassischen Parteien abwenden…. – Peter Helbig


Leserbrief zu „Das Auto-Auto und die Ethiker“ von Dirk Asendorpf

Autonome Systeme technischer Art treffen keine Entscheidungen, sie folgen vorgegebenen Algorithmen. Sie schätzen Abstände und Geschwindigkeiten nicht ein, sie messen diese. Und sie sind nicht aufmerksam, sie sind in Betrieb oder nicht, genau so wenig beherrschen sie Verkehrssituationen, sie befolgen Regeln, die in Form von Bitfolgen gespeichert sind und gemäß einer Datenlage verarbeitet werden.  Einem charmanten Blechhaufen mit relativ überschaubarer Technik einen Namen zu geben, mag ja noch angehen, wie wir uns ja auch daran gewöhnt haben, organischen autonomen Systemen wie Hund, Katze, Maus Namen zu verpassen und allerlei Menschliches dort zu entdecken meinen. Einem technischen autonomen System einen solchen anzuheften ist hingegen zumindest bedenklich: Es ist die Aufweichung einer Differenz. Das Bewusstsein ob dieser Differenz hat in gleichem Maß zu steigen, wie die Autonomisierung in Form der Automatisierung technischer Systeme voranschreitet. Sonst finden wir uns gar irgendwann in der dann doch peinlichen Lage, einem autonomen Ethik-Kommissar ‚Leon‘ die Empfehlung in menschlichen Dingen zu überlassen. Womit wir dann freilich unsere Hände in Unschuld waschen können. – Volker Homann


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen” von Jens Jessen

So ungern ich das auch mache, aber ich muss Herrn Spahn Recht geben und Frau Özoguz bezüglich ihrer Entgleisung Kulturlosigkeit bescheinigen – anscheinend ist sie zwischen zwei Kulturen hängen geblieben, was nun wirklich kein gutes Licht auf das Personal wirft, das uns regieren will.

Kultur ist wesentlich mehr als Sprache, auch mehr als Kunst, wie selbstverliebte und sich mit dem Titel „Kreative“ schmückende Zeitgenossen gerne behaupten. Zeuge dafür, wie weit „Kultur“ zu fassen ist, ist ausgerechnet der Bereich, der wirklich international ist: die Wirtschaft. Selbst kleinere Unternehmen verkaufen ihre Produkte global und sind so globalisiert. Aber haken Sie genau bei den Firmen einmal nach, was wo verkauft wird. Sie werden feststellen: im Endconsumer-Bereich gelingt es keinem Unternehmen, Produkte gegen die Kultur in den Zielländern zu verkaufen. Selbst hier gut laufende Produkte müssen nicht selten beim Export nach Frankreich modifiziert werden, um nicht im Regal zu verstauben.

Mag sein, dass Herr Spahn hier die Bildung von Kulturlosigkeit oder, um mit Herrn Jessen zu sprechen, einer neuen Kultur beobachtet. Gerade Herr Jessen sollte aber darauf achten, worüber er fabuliert. Die Chancen stehen ganz gut, dass diese neue Kultur oder Kulturlosigkeit Leute wie Jessen nicht mehr braucht. – Gilbert Brands


Leserbrief zu „Ist sie ein echter Dalí?“ von Amrai Coen

In diesem Artikel bezeichnet die Autorin die Tochter von Boris Becker als „Besenkammer-Mädchen“. Das ist aller-aller-aller-unterste Schublade!!! Und das in der ZEIT! Unfassbar, und Anlass, diese Zeitung am kommenden Donnerstag NICHT zu kaufen. – Heika Haase


Leserbrief zu „Bloß nicht mit denen!“ von Mariam Lau

Beim Lesen der aktuellen ZEIT-Ausgabe bin ich über einen Fehler gestolpert: Dort schreibt die  Autorin, dass die FDP seit März in Nordrhein-Westfalen mitregiert. Dies  ist falsch: Die Landtagswahl in NRW fand am 14. Mai statt, im Amt ist  die neue Landesregierung in Düsseldorf seit Ende Juni. Gleichwohl dies  sicher kein für das Gesamtveständnis des Artikels schwerwiegender  Fauxpas ist, so halte ich es als treuer ZEIT-Leser und  Nachwuchsjournalist doch für wichtig, dass Sie diesen Fehler in Ihrer  nächsten Ausgabe berichten.  Danke schonmal und weiterhin alles Gute für Ihre (von solchen Fehlern  abgesehen) großartige journalistische Arbeit! – Daniel Godeck


Leserbrief zu „§ 1.1 Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer auf eine Frau eine fremde unbefruchtete Eizelle überträgt“ von Martin Spiewak

Geschäft mit dem Kinderwunsch

Da sieht man es wieder: wo viel Geld zu verdienen ist, werden Begehrlichkeiten geweckt. Erst passt kein Kind in die Karriere, es wird viele Jahre lang auf Kosten der Gesundheit hormonell verhütet. Wenn man dann spät entschlossen doch noch Kinder möchte, ist man zu alt und auf „frische“ Eizellen junger Frauen angewiesen. Diese wiederum setzen sich gegen Bezahlung belastenden Hormonbehandlungen aus. Wie wäre es, wenn die knapp 100.000 Babys, die sich jährlich in Deutschland unerwünscht ankündigen, zur Adoption frei gegeben, statt abgetrieben würden? So könnte vielen Familien geholfen werden.  Allerdings werden sich die Kinderwunschzentren im benachbarten Ausland wehren und betonen, wie wichtig es ist, dass wenigstens ein Elternteil seine Gene ans Kind vererbt. – Inga Hager


Leserbrief zu „Ein bisschen Spaß muss sein“ von Felix Dachsel

Es war sehr schön zu lesen, dass es dem modernen Kabarett nicht nur in meinen Augen an Humor fehlt.

Ich bin in den 70er Jahren mit Kabarettsendungen aufgewachsen, in denen sich darüber lustig gemacht wurde, was nach Meinung der Kabarettisten politisch falsch lief. Heute muss ich mir von Kabarettisten erklären lassen, was für jeden politisch korrekt zu sein hat. Sie lassen sich tatsächlich nur noch verhüllend als „Comedian“ und nicht mehr als „Komiker“ bezeichnen. – Manfred Koopmann


Leserbrief zu „Abbruch hilft nicht“ von Michael Thumann

Leider gewiss, beim Einmaleins im politischen Wahlkampf zählen Stimmzettel mehr als Fakten, ist Opportunismus ein effektiverer Multiplikator als Vernunft. Die verbale Camouflage von Schulz und Merkel versus Erdogans Türkei ist jedoch, Michael Thumann führt es in seinem Leitartikel zutreffend und nachvollziehbar aus, auch unter den gegebenen Umständen überraschend ungeschickt und höchst überflüssig. Derartigen Populismus sollten deutsche Politiker weder sich selbst noch den Wählern antun. – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Wer unterrichtet unsere Kinder?” von Milena Reimann

Um Lehrerstellen wieder adäquat besetzen zu können, sollte zunächst der Lehrerberuf wieder attraktiv gemacht werden. Eine Verbeamtung in allen Ländern, sowie die gleiche und faire Entlohnung aller Lehrer wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. – Valentin Unger


Leserbrief zu „Dies ist Kunst, um ihrer selbst willen“ von Karl-Heinz Kohl

Was für das Humbolt-Forum geplant wird, ist doch ein eher klägliches Kleckern in einem großen Betonklotz. Warum eigentlich nicht ein Museum der Weltgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart? Mit dem Ton vor allem (aber nicht nur) auf den Hochkulturen und ihrer politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung? Das wäre allemal spannender als die wild zusammengeklaubten Zufalls-Kuriositäten zu arrangieren. Für ein Weltgeschichte-Museum mag einiges aus dem Dahlemer Fundus verwendet werden, aber das Gros sollte doch dort bleiben, zumal sich die Rückgabe-Debatte verschärfen könnte. Dass man ein solches Museum nicht mal so hopplahopp hinstellt, ist mir selbstredend klar. Aber man sollte sich auch nicht von irgendwelchen Eröffnungsterminen kujonieren lassen, um dann nach drei Jahren wieder alles umzubauen. – Dr. Ralf Zerback


Leserbrief zu „Begreife, dass ich Macht will“ von Hans-Joachim Noack

In Ihrem o. a. Beitrag (5. Spalte, 22. Zeile) nutzten Sie den Begriff „Parteigenossen”.  Einer nicht unüblichen Unsitte folgend, wollten sie sicherlich den Begriff „Genossen” benutzen – eine übliche Anredeform in sozialdemokratischen, sozialistischen, kommunistischen Parteien. Eigentlich mehr für den internen Parteigebrauch, für Externe nicht unbedingt vorgesehen.  Falsch und irreleitend ist jedoch der von Ihnen benutzte Begriff „Partei- genossen”. Mit dem Zusatz „Partei” haben sich die Nationalsozialisten von den Genossen in anderen Parteien abgesetzt.  Nachlesbar u. a. bei Wikipedia:  „Parteigenosse”, Abwandlung des Wortes Genosse durch die NSDAP aber auch Duden und andere Nachschlagewerke.

Zwar tauchte in der „Vor-Nazi-Zeit” die Bezeichnung Parteigenosse hin und wieder auch bei den anderen Parteien auf. Die Regel war das jedoch nicht. Seit der Übernahme des Begriffs durch die Nazis hörte das jedoch auf.  Verfolgung, Terror und Hetze, ausgeführt durch allgegenwärtige Partei- und Volksgenossen zwischen 1933 und 1945, haben dann diesen Begriff so negativ belastet, das sich die Anwendung auf Nicht-Nazis ausschließt. Es kann keinen „unschuldigen Gebrauch”  von Nazi-Begriffen geben (siehe auch Prof. Dr. Michael Wildt).  Auch in Blick auf Pegida und AfD sollten wir mit  der Verwendung von Begriffen aus dem Wortschatz der Nationalsozialisten bewusst umgehen und nur jene Parteigenossen nennen, die es wirklich waren oder wieder gerne wären. – Uwe Schoormann


Leserbrief zu „Gesellschaftskritik“ von Matthias Stolz im ZEIT Magazin

Für gewöhnlich liebe ich diese Rubrik und muss beim lesen meist wohltuend lachen, aber diese Ausgabe ist ein wenig mißlungen…

Was der Autor versucht rüberzubringen ist nachvollziehbar, doch hat er einen falschen Aufhänger gewählt…

Erstens heißt das Verb das er meint “ correspondre“ und nicht “ corresponder“ was an der Stelle schon ein echt doofer Fehler ist und außerdem ist correspondre wirklich sehr gebräuchlich, nicht nur an Eliteschulen…

Korrespondieren im Deutschen hat schlichtweg eine andere Bedeutung als correspondre im französischen, deshalb kann man nicht einfach buchstäblich etwas übersetzen und dann feststellen, dass es komisch elitär klingt…

Als Halbfranzösin kommt es gelegentlich noch heute vor (in meiner Schulzeit war es häufig), dass ich ein französisches Wort in seiner für mich normalen Bedeutung übersetzt in einen deutschen Satz integriere… einfach weil mir kein ideales deutsches Wort dazu einfällt. Das Resultat war für mich erschreckend und prägend… Ich würde für arrogant und hochgestochen (ähnlich wie elitär…) gehalten und verstand überhaupt nicht warum…

Summa summarum: Vorsicht mit der Wertung wenn es um Fremdsprachen und Übersetzungen geht und v.a. darf so ein Verbfehler nicht übersehen werden, wenn Sprache Gegenstand der Kritik ist… – Myriam Vincent


Leserbrief zu „Abbruch hilft nicht“ von Michael Thumann

Abbruch hilft nicht und kann ja sowieso nur von der EU gemeinsam beschlossen werden. Bleibt die Frage, was denn hilft, um die Spannungen mit der Türkei nicht vollständig aus dem Ruder laufen zu lassen? Nach meinem Empfinden wird zu einseitig auf der Wirkungsebene argumentiert. Man sollte sich auch fragen, welche Berechtigung Erdogan und seine Leute sich für ihre Strategie und ihre Ziele zurechtlegen.Wie legitimieren sie ihre Ansprüche? Sie ziehen die Erlaubnis für ihr Verhalten und ihre taktischen Maßnahmen aus ihrem Religionsverständnis, aus den angeblich nicht hinterfragbaren Werten ihrer instrumentalisierten Interpretation des Islams – und isolieren sich damit. Und das widerspricht dem ursprünglich dialogischen Charakter der Religionen. Man sollte Herrn Erdogan also auffordern, sein Religionsverständnis und daraus abgeleitete Ansprüche der Bewährung im Gespräch mit anderen zu öffnen. Sollte das zu positiven Ergebnissen für alle Beteiligten führen, stünde für die Türkei die Tür zu Europa sicher wieder offen. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen” von Jens Jessen

Vermutlich wollten Sie Frau Özoguz etwas Gutes tun, als Sie ihre Behauptung, eine spezifisch deutsche Kultur sei „jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar“ (also jenseits der Sprache schlechterdings nicht identifizierbar), so interpretierten, als habe sie gesagt, jene sei jenseits der Sprache nicht schlicht, also nicht auf schlichte Weise, identifizierbar. Das wäre dann ein Satz, mit dem ich mich, und wahrscheinlich auch viele andere, sehr viel eher anfreunden könnten als mit Frau Özoguz Original-Text; der von ihr aber eben nicht so formuliert wurde. Oder meinen Sie im Ernst, dass Frau Özoguz ihr ‚schlicht‘ in Ihrem Sinne verstanden haben wollte? – Bernhard Schröter


Leserbrief zu „Ein bisschen Spaß muss sein“ von Felix Dachsel

Kann es sein, dass Felix Dachsel den Unterschied zwischen Comedy und Kabarett nicht kennt? Beides hat seine Berechtigung und sein Publikum. Aber so wenig man dem Comedian Inhaltsleere vorwerfen kann, kann man vom Kabarettisten „Witzigkeit“ verlangen. Es ist mitnichten Aufgabe des Kabaretts, das Publikum „aufzumuntern“, wie Dachsel schreibt. Bezeichnend ist, das in dem Artikel der Name des Kabarettisten Georg Schramm nicht fällt, der alles sein will, aber nicht witzig, und bei dem es dementsprechend auch nichts zu Lachen gibt. Und doch ist das, was er macht, große Kunst.

Wer über die Kalauer eines Mario Barth lachen kann, soll das tun. Viele möchten aber vom Künstler nicht gerne für blöd gehalten werden und sehen lieber Die Anstalt im ZDF. Dass die Dramaturgie dieser Sendung eher dem Kasperletheater folgt – geschenkt. Aber jedes inhaltliche Detail stimmt. Wollen wir wirklich eine Fernsehunterhaltung, die uns bei bester Laune von der Realität fernhält? Das gab es doch schon mal… – Wolfgang Schröter


Leserbrief zu „Mein Wortschatz“ von Renate Heinold

Es liegt durchaus nicht „im Dunkeln“, warum der Hagestolz unverheiratet blieb. Der Hagestolz (Althochdeutsch hagustalt, also Hagbesitzer) war kein Besitzer eines Hofes, was durch Erbfolge meist der älteste Sohn wurde. Er besaß lediglich ein eingefriedetes Grundstück, das zu klein war um nach Heirat darauf einen eigenen Haushalt zu gründen. (vgl. Fr. Kluge: Ethymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache) Ein „überzeugter Single“ war er also eher nicht. Vielmehr war er gezwungen, eine beschnittene, „kryptische“ Existenz zu fristen. In meiner Skulptur „Hagestolz“ aus Bardiglio-Marmor habe ich versucht, das darzustellen.

Der moderne Nachfahre des alten Hagestolz wäre für mich übrigens jemand, der trotz meherer (schlecht bezahlter) Jobs kaum über die Runden kommt. – Detlef Großkopf


Leserbrief zu»Es fehlt der unbedingte Wille zum Witz. Wie ihn Fips Asmussen und Otto Waalkes haben, die nur eine Währung kennen: Lacher«“ von Felix Dachsel

Ich habe nicht schlecht geschluckt, als ich Ihre Beurteilung von Böhmermanns Zigenficker-Gedicht gelesen habe: Was um Himmels Willen ist da „großartig-lustig“ dran? Richtig ist, dass daraus (fast) eine Staatskrise entstand, und ich will nicht ausschließen, dass Erdogans derzeit gestörtes Verhältnis zu den Deutschen viel mit diesem Machwerk zu tun hat. Halb Deutschland hat sich schließlich darüber kaputt gelacht. Vollmundige Solidaritätsbekundungen wurden abgegeben, und selbst greise Comedians, die gescheiter bei ihrem Palimpalim geblieben wären, haben versucht, diesen Unsinn noch zu toppen. Die besonnenere Hälfte der Deutschen hat sich vielleicht entsetzt, wie unverfroren der Begriff der Meinungsfreiheit pervertiert wurde. Kriege wurden geführt und Menschen haben ihr Leben gelassen für das Recht, den Mächtigen sagen zu dürfen: So geht das nicht! Das ist Unrecht! Aber doch nicht, um straffrei jedem persönliche Beleidigungen übelster Art unter die Gürtellinie zu hauen. Deshalb war für mich auch der komischste Moment, wie Böhmermann mit gestrichen vollen Hosen abgetaucht ist.

Aber hier liegt doch der Hase im Pfeffer, der auch was mit der von Ihnen angestoßenen Anständigkeitsdebatte zu tun hat: Können wir nur noch lachen, wenn andere verunglimpft werden? Ich finde das gar nicht witztig. – Hannelore Schreiner


Leserbrief zu „Gesellschaftskritik“ von Matthias Stolz im ZEIT Magazin

das französische Verb „corresponder“ gibt es nicht. Korrespondieren heißt „correspondre“. – Agnete Hagmann-Stephan


Leserbrief zu»Es fehlt der unbedingte Wille zum Witz. Wie ihn Fips Asmussen und Otto Waalkes haben, die nur eine Währung kennen: Lacher«“ von Felix Dachsel

Gratulation zu Ihrem treffenden Artikel. Ich bin Gründungsmitglied des Kabaretts “ Die Niveauhilisten“ und habe drei Jahre lang versucht, den Witz in den Mittelpunkt unserer Nummern zustellen. Gegen meine Mitstreiter konnte ich mich auf Dauer nicht durchsetzen. Der akademische Wahn hatte die Mitglieder befallen. Aus diesem Grund habe ich die Gruppe verlassen. Schabe fertig! – Wilfried Vendel


Leserbrief zu»Es fehlt der unbedingte Wille zum Witz. Wie ihn Fips Asmussen und Otto Waalkes haben, die nur eine Währung kennen: Lacher«“ von Felix Dachsel

Au weia, das darf ja wohl nicht wahr sein.  Sicher, über Humor kann man streiten und verschiedene  Menschen finden eben verschiedene Dinge komisch. Aber  warum darf sich ein Herr Dachsel eine ganze Seite lang  über Humor auslassen, der so jemand wie Mario Barth  komisch findet, aber ganz bestimmt noch nie Volker Pipsers  in einem Live-Programm auf der Bühne gesehen hat. Sonst  wüsste er nämlich, dass da sehr viel gelacht wird und das  durchaus zurecht. Das gleiche gilt für die Live-Auftritte  von Claus von Wagner, einer der besten der jüngeren  Kabarettisten. Allerdings muss ich zugeben, dass deren  Texte nebenbei auch noch Niveau haben und das scheint  diesen Herrn Dachsel grundsätzlich zu stören. Nun, sein  Problem. Aber warum muss ich sowas ausgerechnet in der  Zeit lesen ? Wird auch ihr Niveau jetzt peinlich ? – Eva Wilde


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen“ von Jens Jessen

Ihr Artikel gefiel mir überhaupt nicht. Was mir aufstieß, habe ich aufgeschrieben.

Auf dem Stadtschloß in Berlin prangte einst ein Kreuz. Da das Äußere nach altem Vorbild neu gebaut wurde, gehört ein Kreuz wieder oben drauf. Das ist nur konsequent. Die Frage, ob so ein Neubau sinnvoll und vertretbar war und ist, hat sich nach dem Bau erledigt. Folglich gilt das auch für die Diskussion um das Kreuz. Was sollen in dem Zusammenhang „internationalisierte, andersreligiöse Fremde“ eine Rolle spielen? Fremde haben sich, wenn sie hier auf Dauer leben wollen, anzupassen und zu integrieren. Andernfalls sind sie Gäste, die eh nicht mitbestimmen.

Sie beklagen sich über Herrn Spahn – der mir auch nicht gefällt -, der sich in Berlin über eine arrogante Dominanz einer kosmopolitischen Elite aufregt. Diese spreche in manchen Cafes nur noch englisch. Im übrigen wird sowieso viel zu oft ohne Sinn und Verstand mit englischen Vokabeln um sich geschmissen. Wenn Herr Habeck das als jugendliche Weltoffenheit bezeichnet, dann ist das für mich nur eine geschichtslose Marotte in der Gegenwart.

Sie zitieren die türkischstämmige Frau Özoguz, die außer der deutschen Sprache keine deutsche Kultur identifizieren könne. Ihr fehlt halt die ganze deutsche Geschichte und Kultur. Bei ihrer Herkunft nicht verwunderlich. Das mache ich ihr nicht zum Vorwurf, dann sollte sie aber auch auf solche Äußerungen verzichten. Es stellt sich dann auch die Frage, ob sie als Integrationsbeautragte die geeignete Person ist. Sie weiß doch gar nicht, wohin die Fremden integriert werden sollen. Nur für einen einfachen Arbeitsplatz fit machen, reicht ja wohl nicht aus.

Als Ihr eigentliches Thema bezeichnen Sie die eskalierende Globalisierungsfurcht. Deutschland internationalisiere sich und relativiere eigene Gewohnheiten, Traditionen und nicht zuletzt die eigene Sprache. Man muß sich wohl in der Gegenwart und weltweit orientieren, sicher auch nicht nur wegen der Arbeitsplätze und des Verdienstes. Wenn das so ist, dann sollte man sich auch um die Geschichte und Kultur des jeweils anderen Landes kümmern. Ansonsten bleiben wirklich nur Würstchen und Kartoffelsalat, primitiv und oberflächlich.

Genauso, wie Sie Frau und vielleicht Kinder, Geschwister, Verwandte und Bekannte sowie Vorfahren haben – also eine persönliche Geschichte – haben auch Länder Geschichte und Geschichten. So etwas verschwindet doch nicht durch die neumodische „Globalssierung“. Kontakte zwischen Staaten, Ländern und/oder Völkern hat es immer gegeben, mal freundlich und mal weniger freundlich. Daraus jetzt ein Drama zu machen, erscheint mir einfach zu kurz und zu oberflächlich gedacht zu sein. – Ulrich Arnold


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen“ von Jens Jessen

Jens Jessens Beitrag zur Identitätskrise in Deutschland misslingt insgesamt zu einer pauschalisierenden Karikatur, was schon mit seiner überzogenen Diagnose  „Paranoia und Panik“  beginnt.

Jessens Klischee bezüglich der deutschen Gesellschaft:  Auf der einen Seite stehen zunehmend  „Junge, gut Ausgebildete“ , die die Lasten der deutschen Identität gerne eintauschen gegen die befreiende internationale Lebensfreude in der Globalisierung  ( dabei dann wohl auch gerne englisch sprechen in ihren Berliner Szenekneipen ).  Auf der anderen Seite finden sich dagegen zunehmend  „weniger Junge, weniger Gebildete“  wieder, die voller Angst dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit und Armut entgegenblicken.  Welch krudes, schwarzweißes Zerrbild !

Wenn Jens Jessen dann noch herablassend meint, einen Teil der Befürworter einer spezifisch deutschen Identität als  „Armes deutsches Würstchen“  karikieren zu müssen  ( noch verstärkt durch das unangemessene Foto mit dem Würstchenteller ) , so ist dies stillos und peinlich:  Auf einem solchen Niveau sollte die Debatte in der  ZEIT  nicht geführt werden. – Ulrich Herrlein


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen“ von Jens Jessen

Ihr Autor Jens Jessen versucht den Zustand in unserem Staat zu beschreiben.  Ich kann das insofern bejahen, daß das alles nur Nebenkriegsschauplätze  sind. Aber das eigentliche Problem was die Bürger auf die Palme bringt, hat ganz andere Gründe. Den interessiert kaum die Kuppel des Stadtschlosses in Berlin. Sehrwohl aber die gnadenlose Plünderung unserer Sozialsysteme. Die Wohnungsfrage, die durch die Flüchtlinge mit in Anspruch genommen wird. Wohlwissend, daß der Wohnungsbau sträflich vernachlässigt wurde und die deutschen Bürger selbst dringend bezahlbaren Wohnungsraum benötigen. Die Kriminalität, die ständig steigt und maßgeblich von den Flüchtlingen ausgeht. Obwohl die Politik das bestreitet.  Die „Gutmenschen“ in der Politik und andere, sind keine Hilfe mehr. Sie sind nur Plage geworden. Der große Selbstbetrug hat viele Bürger um ihre Zukunft gebracht. Vom Terror will ich gar nicht erst sprechen. Es sind schlicht und einfach die Alltagsprobleme, die die Bürger um ihren Verstand bringen.  Auch die ständigen Lügen in der Klimafrage, können sich viele Bürger aufregen. Die erneuerbaren Energien sind gar nicht in der Lage die Welt mit Strom zu versorgen. Ohne fossilen Brennstoff würde die halbe Welt im Dunkeln sitzen. Jedenfalls in den nächsten 50 Jahren. Manche sprechen von einer viel längeren Zeit. Aber das hat wenig mit den Flüchtlingen zu tun. Eher ihre Herkunftsländer, die wenig oder nichts dazu beigetragen haben. Besonders was die Solarenergie betrifft. Die ständigen Frechheiten mancher Muslime, die viele Bürger aufregen. In vielen Schulen bestimmen die Muslime wie der Tagesablauf auszusehen hat. Allein die Burkatragenden Muslime auf den Straßen besonders in den Ballungsgebieten unseres Landes werden als Affront gesehen. Das hätte Ihr Autor auch zur Sprache bringen sollen. Das sind die wirklichen Aufreger der Nation. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Frauen finden die Arbeit auch super“ von Hanno Rauterberg

Das hat Ihren Interviewer aus den Latschen katapultiert. Solche Menschen, Künstler gefallen mir. Olaf Metzel würde  ich den Friedenspreis gönnen. Unter den Künstlern ist er ein Ausnahmetalent – nicht nur künstlerisch. Mir gehen die Intellektuellen schon lange auf den Senkel, die angeblich die Welt besser machen wollen. Das Gegenteil ist der Fall.  Aber das scheint es nur in Deutschland zu geben .  Die glauben ständig ihre Arbeit mit politischer Agitation zu unterlegen.  Die Medien sind auch Meister darin. Die sollen vernünftige Arbeit abliefern und die Politik den Politikern überlassen.  Das sind alles noch 68er Manieren, die unserem Land nur geschadet haben. Der große Selbstbetrug ist im vollen Gange . – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Geschichten aus dem Knast“ von Marcus Rohwetter

Dass Thomas Middelhoff in seinem Buch ernsthaft sein Leben mit dem Dietrich Bonhoeffers und die deutsche Justiz mit der NS-Justiz auf eine Stufe stellt, Hinrichtung mit rutschigen Füßen vergleicht, zeugt von Wehleidigkeit und Narzissmus auf seiner Seite, von absolut unreflektiertem Lesen und Schreiben Ihrerseits. – Isabella Draxler


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Ich habe drei Fragen:

  1. Welche coole Unterwäsche trägt Hopper Penn?
  2. Welche Armbanduhr schmückt sein Handgelenk?
  3. Wieviel Prozent der Zeitleser interessiert solch eine Bilderserie ? – Alfred Preuß

Leserbrief zu „Abbruch hilft nicht“ von Michael Thumann

Ihrem Artikel möchte ich dergestalt widersprechen, als es jedem aufmerksamen Beobachter der türkisch-europäischen Verhältnisse schon lange klar ist, dass es der deutschen Politik, vor allem in Gestalt der Bundeskanzlerin, nie daran gelegen war, der Türkei einen Mitgliedsstatus in der EU  zuzugestehen. Die Kanzlerin wollte nie, dass die Türkei der EU als Vollmitglied angehört, oder habe ich da etwas übersehen? Vielleicht hätten wir heute eine andere Situation, wenn die Türkei tatsächlich Mitglied der EU wäre. Dann könnte sich Erdogan möglicherweise nicht so aufführen wie er es tut. – Horst Jakob


Leserbrief zu»Es fehlt der unbedingte Wille zum Witz. Wie ihn Fips Asmussen und Otto Waalkes haben, die nur eine Währung kennen: Lacher«“ von Felix Dachsel

Ich vermute, dass Jan Böhmermann und Genossen nicht ein Zehntel der Gage bekommen, die Harald Schmidt bekam. Das sagt eigentlich alles über ihren Unterhaltungswert. – Klaus Scheffler


Leserbrief zu „§ 1.1 Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer auf eine Frau eine fremde unbefruchtete Eizelle überträgt“ von Martin Spiewak

Was hat denn der weiß auf schwarzem Grund groß als Überschrift zitierte § 1.1 des Embryonenschutzgsetzes mit dem Inhalt des Artikels zu tun??? Darin geht’s doch gerade und allein um die Einpflanzung nicht einer „unbefruchteten“, sondern einer befruchteten Eizelle, s. z. B. Sp. 3., 2. Abs. Auf diesen Fall trifft doch eher § 1.2 ESchG zu; dieser ist allerdings so formuliert, dass er sich für einen schlagwortartigen journalistischen Zugriff kaum eignet („eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich zu befruchten, als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt“). Ich halte daher einen Korrekturhinweis in einer der nächsten Ausgaben für angebracht. – Volker Morstadt


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen“ von Jens Jessen

Es ist ja alles unabänderlich, die (englisch sprechende) Globalisierung frisst ihre nationalen Kinder (auch die deutsche Sprache), da kann man nichts machen, vor allem die deutschen „Würstchen mit Kartoffelsalat“-Liebhaber nicht, die sowieso nicht „identifizieren“ können, was deutsche Kultur ist. Für die gut ausgebildeten Jungen ist es ohnehin eine Erleichterung, den „Lasten deutscher Identität“ zu entkommen und ein „Mehr von Lebensfreude und Entfaltungsmöglichkeiten“. Und für „viele andere, weniger Junge, weniger Gebildete (mit deutscher Spezifik) dämmert dagegen am Horizont der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit“. Diese „Revolution“ ist nicht aufzuhalten, wer meint, etwas dagegen tun zu können, verteilt Placebos und ist „retro“. Das ist so etwa das Fazit des Meinungsbeitrags von Herrn Jessen zur derzeitigen Debatte.

Der Beitrag klingt etwas überheblich, ist aber in recht gutem Deutsch geschrieben, was man nicht von jedem ZEIT-Artikel in letzter Zeit sagen kann. Gegen die Meinung Herrn Jessens kann man einiges vorbringen, was aber in einem Leserbrief nur verkürzt möglich ist. Wir hören ja gern auf ausländische Meinungen zu unseren Stammeseigenschaften, besonders auf englische. Churchill sagte über die Deutschen: Man hat sie entweder an der Gurgel oder zu Füßen. Er will wohl damit sagen, dass die Deutschen zu Extremen neigen. Er hat Recht, die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist ein Beispiel dafür. Im Moment sind viele Deutschen Musterknaben der Globalisierung und, um im Bild Churchills zu bleiben, dabei, ihr die Füße zu küssen, die deutsche Sprache globalisierungstauglich umzustellen und vieles andere mehr. In diesem Trend sehe ich diesen ZEIT-Artikel.

Frage: Wenn sich die deutschen Würstchenesser auf Hot Dogs und Hamburger umstellen, finden sie dann Gnade vor Herrn Jessen? Noch etwas: Ich habe zwei Söhne, die gut Englisch sprechen. Sie werden im Ausland trotzdem als Deutsche erkannt, entkommen also nie – wie alle Deutsche, auch Herr Jessen und ich – den „Lasten deutscher Identität“, leiden aber nicht darunter und haben auch trotz der noch nicht vollendeten Globalisierung sehr ausreichend „Lebensfreude und Entfaltungsmöglichkeiten“. Ich bin seit Jahrzehnten Abonnent der ZEIT, also weniger jung, zwar eher gebildet, aber mit deutscher Spezifik (ich schreibe Bücher in deutscher Sprache), und arbeite unverdrossen weiterhin daran, nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Dazu dient auch dieser Leserbrief. Und ich bilde mir doch tatsächlich ein, trotz allem weltoffen zu sein. so betreue ich einen jungen Flüchtling aus Eritrea. Abschließend sage ich mit Goethe (deutscher Dichter und Kulturmacher): Wenn Ihr’s nicht fühlt, Ihr werdets nicht erjagen. – Manfred H. Schmitt


Leserbrief zu „Wir haben sehr viel Vertrauen verloren“ von Roman Pletter und Claas Tatje

Ihr Interview mit Herrn Diess ist von ihm ja wohl autorisiert. Das, was er dort äußert, kann also kein Mißverständniss sein. Es handelt sich vielmehr um den Standpunkt der Spitze von VW.

Herr Diess sagt/schreibt: “ In den USA ist die rechtliche und technische  Situation grundsätzlich anders als in Deutschland. Entsprechend schwierig ist es, diese Fahrzeuge in einen ordnungsgemäßen Zustand zu bekommen. Es geht nicht nur um Software, sondern auch um die Hardware. … damit die Fahrzeuge den Anforderungen der Behörden genügen.“

So deutlich habe ich es bisher noch nicht gehört.

Es ist also nicht nur technisch möglich, sondern auch praktisch machbar.  Bisher hat man immer so getan, als wäre das so gut wie unmöglich.

Warum verhielt man sich auf allen anderen Märkten anders, auch in Deutschland? Weil es hier keine entsprechenden Anforderungen der Behörden gab und gibt!  Kosten kann man auf diese Weise  einsparen. Folglich betrügt und belastet man auch in Deutschland die Käufer und die Bevölkerung. Dem eigenen Unternehmen und der gesamten Wirtschaft fügt  man zudem riesige Schäden zu.  Eine Unverschämtheit, die der VW-Vorstand zu verantworten hat. – Wann werden die VW-Verantwortlichen strafrechtlich belangt? Selbst kleinste Diebstähle am Arbeitsplatz werden mit fristloser Kündigung geahndet. Sie kennen doch den alten Spruch: Die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen.

Eine ähnliche Verantwortung müßte die Bundesregierung, vor allem Herr Dobrindt übernehmen. Spätestens seit der Skandal in den USA auffiel, hätte hier etwas geschehen müssen. Außer blabla aber nichts!

Es geht nicht um die Verteufelung der Autoindustrie, sondern um das Versagen der Manager! – Ulrich Arnold


Leserbrief zu „Ein bisschen Spaß muss sein“ von Felix Dachsel

Was für ein wahres Wort. Böhmermann ist das Brechmittel der Satire. Und die, die ihm den Grimme Preis verliehen haben müssen von einem anderen Planeten kommen. Ich bin allerdings nicht mehr auf dem neuesten Stand , weil ich mir das alles nicht mehr antue. Ihr Autor Felix Dachsel hat diesen erbärmlichen Zustand meisterhaft wiedergegeben. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Wir haben sehr viel Vertrauen verloren“ von Roman Pletter und Claas Tatje

Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen. Ich bin Betroffener mit einem VW Passat Variant und fordere von der VW AG seit 2015 Rückkauf meines Fahrzeugs und Schadensersatz. Ich hatte einen temporären finanziellen Engpass und musste einen Kredit aufnehmen, da mein Fahrzeug bereits Ende 2015 nicht mehr zu einem angemessenen Marktwert verkäuflich war. In der Korrespondenz belügt und betrügt mich die VW AG fortlaufen mit falschen Behauptungen. Sie haben stellenweise mit Fragen nachgehakt, aber Herrn Diess auch mit Ausweichen und Ausflüchten entkommen lassen. Zwei entscheidende Fragen haben Sie nicht gestellt. Unabhängig von allen Fragen der Nachrüstung per Software/ Hardware und den Behauptungen, dass die Fahrzeuge verkehrssicher seien und alles Genehmigungen auswiesen steht ein Faktum fest: Sie sind nahezu nichts mehr wert. Viele Gebrauchtwagenhändler kaufen die betroffenen Diesel nicht mehr auf. Privatleute kaufen diese Modelle ohnehin nicht mehr. Zumindest dieser Schaden müsste ersetzt werden. Die Abwrackprämien sind Augenwischerei der VW AG. Einen Teil der (vom Staat bezahlten Prämien holt sich der Händler wieder über einen anderen Hauspreis herein)

Die zweite Frage, die Ihrer Vorbereitung entgangen ist: Die VW AG droht -auch im anders gelagerten deutschen Rechtssystem- nahezu jedes individuelle angestrengte Gerichtsverfahren zu verlieren. Bevor es aber zur Klage und zum negativen Urteil kommt, bietet die VW AG den Klägern einen sehr großzügigen Vergleich an. Natürlich unter der Voraussetzung, dass Stillschweigen zu bewahren ist. Warum recherchieren Sie nicht und haken da nach, wo man die Betrüger packen kann? Ich kann Ihnen für ein Dossier meine Akte VW AG Dieselbetrug gerne zur Verfügung stellen, um nachzuweisen, dass eine große Lüge weiter besteht: „Man nimmt den jahrzehntelangen Stammkunden nicht ernst, sondern belügt ihn weiterhin!“ – Dr. Michael Möglich


Leserbrief zu „Folge 5: Was rät der alte Revolutionär?” von Mareike Nieberding

Bloss nicht schon wieder. Cohn-Bendit war das, was Dutschke in Deutschland war.  Mit Ihrer Autorin will ich mich auf Grund Ihres Alters in der Kritik zurückhalten. Sie sollte ihr Dasein mit besseren Dingen des Lebens beschäftigen.  Nichts als Chaos, Angst und Unzufriedenheit der meisten Menschen geht durch unser Land.  Dafür mache ich den 68er Epochenbruch für verantwortlich. Dieser große Selbstbetrug hat uns Armut und Kriminalität allerorten gebracht. Freiheit wurde generiert, die in weniger Freiheit endete.  Die Angst steckt dem Menschen nach wie vor in den Knochen.

Ich frage mich, was will das Mädchen verteidigen. Die Personen, die Sie nennt, sind in Wirklichkeit völlig harmlos. Auch wenn sich manche daneben benommen haben. Die ständigen Übertreibungen ist den Altvorderen vorbehalten, die sich Reihenweise in den Medien festgesetzt haben. Die braucht kein vernünftiger Mensch. Einige wenige Journalisten haben sich geoutet und Bedauern heute ihren Jahrhundertirrtum.  Vielvölkerstaat, das hat die Welt gezeigt, macht jeden Staat instabil.  Das ist das allerschlechteste Geschäftsmodell was man sich wünschen sollte.  Nur des Revolutionswillen wegen, sollte man nicht wieder in das alte Muster verfallen, was sich nur in den Büchern gut lesen lässt.  Sie wird bald erkennen müssen, das dafür der Zug bereits abgefahren ist.  Sie sollte ihre Zeit nicht dafür verschwenden. Wenn Sie ein „Gutmensch“ sein will, dann rate ich ihr zu einer Tätigkeit in den vielen Hilfsorganisationen. Das wäre eine produktive und sinnvolle Tätigkeit.  Das schreibt Ihnen ein lebenserfahrener Mann und aufrechter Demokrat. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen” von Jens Jessen

Fluchtmigration, Islam und die Türkei sind die großen Aufregerthemen in diesem Bundestagswahlkampf. Dies gilt nicht nur für die Kandidat/innen der Parteien und die Medien sondern auch für die Bevölkerung. Vor allem für die Bevölkerung ohne den sogenannten Migrationshintergrund. An den Infoständen der Wählerlisten kann man die Gereiztheit und zuweilen die Aggressivität der Passanten beobachten. Prominente Politiker/innen werden bei Kundgebungen mit Pfiffen empfangen oder mit Tomaten beworfen wie zuletzt unsere Kanzlerin. Die Wut richtet sich meistens nicht gegen ihre Klimapolitik oder ihren Umgang mit der Automobilindustrie. Gesundheit scheint Privatsache zu sein, und die chancengerechte Teilhabe an Bildung, Wohnen und Kultur eine Frage der individuellen Leistungsbereitschaft. Die zentrale Gretchenfrage für das eigene Wohlempfinden ist: Wie steht die Politik zu Flüchtlingen, Muslimen und Erdogan?

Die deutsch-türkischen Beziehungen sind wahrlich an einen Tiefpunkt angelangt. Besorgniserregend sind auch die antidemokratischen Entwicklungen in vielen EU-Staaten und in den USA. Eine gemeinsame Einstellung der Populisten ist: Wir wären eine große Nation, wenn nicht so viele kulturfremde Migranten zu uns kämen. Transnationale Verträge und Verpflichtungen schränken unser Selbstbestimmungsrecht ein. Dies gilt insbesondere für die EU-Bürokratie. Wir wollen zwar alle Vorteile der globalisierten Ökonomie haben (Vielfalt ist eine Bereicherung in den Regalen der Supermärkte), aber wir wollen nicht Menschen als Nachbarn haben, die mit ihrer Anwesenheit unsere privilegierte Lebensweise in Frage stellen. Wir wollen nicht mit Schutzsuchenden aus armen Ländern face to face konfrontiert werden. Die von uns Solidarität statt Barmherzigkeit erwarten (so Paul Mecheril). Der Vorwurf der Wutbürger an Angela Merkel lautet immer wieder: Wir schaffen es nicht so viele Flüchtlinge zu integrieren. Diese belasten unsere Sozialsysteme und unsere Sicherheit. Wenn Flüchtlinge sich integrieren, ist es aber auch nicht recht, weil sie dann mit uns auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt konkurrieren.

Bei solchen Kritiken geht es nicht nur um Unsicherheit in Bezug auf den eigenen Wohlstand, sondern um das ungeklärte Selbstverständnis der eigenen Gesellschaft: wer sind wir und wer gehört dazu? Deutschland ist nicht erst durch den großen Zuzug der Geflüchteten eine Migrationsgesellschaft geworden. Es ist legitim darüber zu streiten, wie wir diese veränderte Gesellschaft gestalten wollen – zusammen mit den „neuen Einheimischen“, den „neuen Deutschen“, die de facto dazugehören. Das ist für viele eine Zumutung und der Vorwurf an die Bundeskanzlerin und an andere Politiker, die uns das eingebrockt haben.

Diese Zumutung hatten wir davor in der Geschlechterfrage, die nicht nur eine Frage der Frauen war. Männer versuchen in vielen Bereichen bis heute ihre Privilegien zu verteidigen. Viele „Nichtmigranten“ wollen ihre bisherige Dominanz bei der Platzierung der „Anderen“ beibehalten. Ich bin das Volk und räume dem Neuankömmling (dem Muslim, dem Deutschtürken) ein eingeschränktes Gastrecht ein – egal wie lange er schon hier lebt. Die einen gewähren, die anderen müssen sich erst bewähren.

Auch die Befürworter der offenen Gesellschaft treibt die Frage um, was uns verbindet außer der gemeinsamen deutschen Sprache im öffentlichen Leben und dem Einhalten der Gesetze.

Heimat, Gemeinschaft und Zugehörigkeit, hierzulande historisch belastete Begriffe, werden neu definiert. Das Institut für Auslandsbeziehungen veranstaltet dieser Tage eine Konferenz zu den „Kulturen des Wir“.

Die neue Wir-Kultur, die den sozialen Zusammenhalt in Vielfalt stärkt, kann nicht über Herkunft definiert werden. Eine Migrationsgesellschaft muss von daher zugleich eine „postmigrantische“ sein (Naika Foroutan). Wenn die gemeinsame historische Tradition fehlt, bedarf es einer Verständigung darüber, was das gute Zusammenleben heute und in der Zukunft ausmacht. Darüber hören wir in diesen hitzigen Wahlkampfzeiten wenig. Die AfD bietet bei Migrationsfragen Alternativen zu demokratischen Grundprinzipien und möchte ein Gesellschaftsmodell wie vor 1968 etablieren. Mit Strategien der 1950er Jahren und davor lässt sich aber die Realität von 2017 nicht produktiv gestalten, auch wenn etwa 15 Prozent der Wähler dies gerne hätten. Ihre Gereiztheit ist ein Ausdruck der Sehnsucht nach einer scheinbar homogenen Nation und der wachsenden Einsicht, dass diese Zeit endgültig vorbei ist.

Was bleibt? Das Grundrecht aller auf ein gesundes und glückliches Leben und der noch ausstehende gesellschaftliche Aushandlungsprozess, was dieses jenseits des ständigen materiellen Wachstums ausmacht. Es besteht eine enge Wechselwirkung zwischen persönlichem Wohlbefinden und einem solidarischen Miteinander. Wir haben die Möglichkeit, eine neue inklusive Wir-Kultur zu entwickeln, die auf dem gerechten Ausgleich von Geben und Nehmen basiert – vor Ort und global. Politik kann diesen Perspektivwechsel in vielfältiger Weise fördern, beginnend mit einer neu ausgerichteten Bildungspolitik, auch wenn wir keine fertigen Antworten haben, wie die Welt von morgen aussehen wird. – Gari Pavković


Leserbrief zu „Wer wird’s?“ von Anna-Lena Scholz und Martin Spiewak

Ein sehr informativer Vergleich der BMBF-Aspiranten! Bravo!  Im Kästchen über Ranga Yogeshwar bin ich nicht sicher, ob Sie seine Bildungsnähe bewundern oder anzweifeln.  Leider kennt die Allgemeinheit weniger und weniger den Unterschied zwischen „scheinbar“ und „anscheinend“.  Von der Redaktion des Bildungsteils läßt sich wohl die genaue Kenntnis der entsprechenden Adverbien erwarten.  Zur Not hilft Mr. Google weiter:  – scheinbar: zum Schein; Herr Yogeshwar täuscht seine Bildung vor;  – anscheinend: es scheint,daß Herr Yogeshwar eine hohe Bildung besitzt.  Eine unbekannte Nuance der Semantik, die doch selbst so Gebildeten wenig geläufig ist.  Aber was soll man erwarten, wenn viele Bildungsminister unterschiedlicher Parteifarbe nicht mal wissen wie die Endungen -ig oder -ng korrekt ausgesprochen werden. (Tip: Duden Bd. 6 Aussprachewörterbuch) – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „99 Fragen an Martin Schulz“ von Moritz von Uslar im ZEIT Magazin

Die stilistische Anbiederung des Interviewers an das, was das „gemeine Volk (?)“ vermeintlich zu lesen wünscht, ist weder gelungen noch trägt sie in ihrer Inhaltsleere zur Klärung der Positionen des Kanzlerkanidaten Martin Schulz bei. Was sollen solche Dummheiten wie „Können Sie jetzt  mal etwas ganz, ganz Wahres sagen?“ oder „Wie heißt Ihre Bartschneidemaschine?“ Herr von Uslar scheint unter einem mit Größenwahn gepaarten Realitätsverlust zu leiden, leider mit unentschuldbaren Entgleisungen in der Folge: Unabhängig vom politischen Desaster, das der gegenwärtig mächtigste Politiker der Welt sowohl von seinen Weltanschauunngen wie von seinem Jargon her anzurichten vermag, handelt es sich bei Herrn Trump doch um den vom Volk gewählten und amtierenden Präsidenten der Verinigten Staaten von Amerika. Ein „Turbo-Schwachlopf“?  Das ist an Niveaulosigkeit vielleicht nur noch von Herrn Böhmermann zu unterbieten. Schade, dass Martin Schulz diese Frechheit nicht pariert hat. – Armin Brost


Leserbrief zu „Kampfansage“ von Georg Blume, Elisabeth Raether und Gero von Randow

Eine ganze Seite mit differenzierten Darstellungen unterschiedlicher Gesellschaftsvertreter.

Ich habe sie gern gelesen, am nächsten Tag jedoch kamen Zweifel, und erst einen weiteren Tag später wurde mir klar, was fehlte. Steht nicht fett über der Seite „KAMPFANSAGE“? Und steht dort nicht, dass „erbittert gestritten“ wird im Land?

Auf der ganzen Seite wird nicht gestritten, und niemand sagt einen Kampf an. Reingefallen. Oder doch? Auf dem Foto die beiden Minister, sagen die einen Kampf an?

Ich erinnerte mich an einen Artikel von Georg Blume vor Frankreichs Wahl, wo er Bekannte zum Abendessen eingeladen hatte, die erklärten, was sie wählen würden. Der Artikel war leer wie eine Publikumsbefragung und erreichte nicht einmal das Niveau einer Talkshow, weil deren Moderator fehlte.

Was ich aber erwarte, ist eine begründete Einschätzung, sonst brauche ich die ZEIT nicht.

Zu den sieben eingeladenen Personen von der Kampfansage: Herr Enderlein ist Macron-Berater, Cohn-Bendit ist kein Grüner (oder gar Roter), sondern enthusiastischer Macron-Fan, Cantarel ist als Hauptnutzer des neuen Gesetzes Macron- Unterstützer, Poivey vom Arbeitgeberverband sowieso und der Personalexperte Soubie erst recht. Bleiben zwei kritische Stimmen, wobei Autain Ansätze zu einer Einschätzung bringt.

Die Einschätzung lautet: Macron scheint umzusetzen, was er versprochen hat. Trotzdem ist er schneller in der Gunst der Franzosen abgestürzt als Hollande. Wie konnte es dazu kommen?

Begründung: Man könnte denken, dass es am französischen Wahlsystem liegt, wo zu viele Kandidaten sich um das Präsidentenamt bewerben und dann einer gewählt wird, der keine 20 % der Wahlberechtigten begeistern kann. Die absolute Mehrheit im Parlament, die ihm der vierte Wahlgang bescherte, verschaffte ihm Macht, aber er setzt nicht um, was er versprach.

In allen Städten, in denen der Front National regiert, werden die ihm nicht genehmen Vereine aus der staatlichen Unterstützung gestrichen. Das soziale Netz Frankreichs beruht zu großen Teilen auf den Vereinen, auf ihrem überwiegend unentgeltlichen Engagement. Meist sind es um die zehn bis zwanzig Mitglieder mit einer hauptamtlichen Person, die ein kleines Gehalt bekommt, das staatlich unterstützt wird. Es bleiben Schützen-, Jäger-, Veteranenvereine  in den Front-National-Gemeinden. Eine der ersten Maßnahmen Macrons war die Streichung dieser Unterstützung. Eine andere Maßnahme war die Streichung eines winzigen Zuschusses zum Wohngeld, die immerhin 30 Tausend der Geringverdienenden betrifft. Cohn-Bendit verniedlicht diese Streichungen als taktische „Fehler“, denn notwendig seien sie ja gewesen.

Macrons Buch heißt „Revolution“. Tatsächlich ist einer seiner ersten Schritte die Fortsetzung der im Parlament weit verbreiteten Begünstigung von Familienangehörigen. Der Ex-Präsident Hollande erhält 15000 € monatlich, hat eine Dienstwohnung in Paris, zwei Chauffeure und fünf Angestellte, damit er nach seinem Amt nicht in ein Loch fällt. Diese Ausgaben sind vermutlich höher, als was die Bundeskanzlerin im Augenblick erhält. Und Ex-Präsidenten gibt es noch mehr. Wenn die Gattin Macron jetzt ebenfalls offiziell ein Amt bekommen hätte, wären auch die dafür erforderlichen Gelder bis zum Lebensende geflossen. Würde Merkel auf die Idee kommen, ihrem Mann ein Amt zu verschaffen?

Es wird nicht viel Widerstand gegen Macrons Arbeitsgesetz geben, weil die Opposition gespalten ist, aber die Wahrscheinlichkeit von radikalen Antworten wächst. – Gerd Stange


Leserbrief zu „Geschichten aus dem Knast“ von Marcus Rohwetter

Ein schöner Bericht!!! Allerdings scheint mir im 5. Abs. bei der Nennung von Dietrich Bonhoeffer nicht klar zu sein, ob „B., der von den Nationalsozialisten verhaftet, zum Tode verurteilt und 1945 hingerichtet wurde“ von Th. Middelhoff stammt oder ein erläuternder Zusatz von Ihnen ist. Sollte das Letztere zutreffen, so möchte ich daran erinnern, dass all diese Naziurteile inzwischen aufgehoben sind und es daher angebracht ist, nicht mehr von hinrichten, sondern nur noch von ermorden zu schreiben. Ferner ist zu bedenken, dass ja Hitler diese Ermordung befahl und somit nur ein Scheinverfahren ohne Akten und Verteidiger stattfand., vgl. Wikipedia. Mein Fazit: Der Begriff Hinrichtung darf allenfalls dann verwendet werden, wenn eine Verurteilung nach Recht und Gesetz stattfand. – Volker Morstadt


Leserbrief zu „Mengeles Glück“ von Ronen Bergman

Erlauben Sie mir ein paar Hinweise für Ihren Autor Ronen Bergman.

  • Die Freiburger Staatsanwaltschaft konnte einen Haftbefehl gegen Mengele nur beantragen, in der Regel beim Amtsgericht. Das Gericht erlässt sodann den Haftbefehl, nicht die Staatsanwaltschaft.
  • Adolf Eichmann wurde 1960, nicht 1959 vom Mossad entführt.
  • Sassen, der mit Eichmann in Buenos Aires Gespräche führte, trägt den Vornamen Willem, nicht Wilhelm.
  • Karl Wolff, Chef des persönlichen Stabs von Heinrich Himmler, wurde vom Landgericht München II nicht wegen „Kriegsverbrechen“, diesen Tatbestand kennt das dem Verfahren zugrunde gelegte Strafgesetzbuch nicht, sondern wegen Beihilfe zum Mord verurteilt.

Herrn Bergman wäre zu raten, sein angekündigtes Buch sachkundig lektorieren zu lassen.

P.S.: Von 1995 bis Mitte 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut. – Werner Renz


Leserbrief zu „Armes deutsches Würstchen“ von Jens Jessen

Das untergangsverliebte – und insofern sehr deutsche – Moll in Jessens Artikel zur Zersetzung deutscher Identität in der Globalisierungssäure vermeidet den Blick auf psychische Bedürfnisse: jeder braucht sowohl eine Individual- wie eine Kollektividentität. Die findet er etwa im Kreise sich progressiv gebender, bürgerlicher Intellektueller oder in identitären Bewegungen. Entscheidend ist, ob die Wirksamkeit der Gruppenidentität auf Ausschluss und Verfolgung Andersdenkender beruht oder Austausch und Begegnung ermöglicht. Im übrigen: Wie unaufhaltsam die ökonomische Globalisierung tatsächlich ist, wird sich nach Angleichung der Lebensverhältnisse und Übernahme der tatsächlichen, auch ökologischen Transportkosten durch Güterhersteller erst zeigen – die Wiedergeburt regionaler Versorgung scheint nicht ausgeschlossen. – Andreas Goletz-de Ruffray


Leserbrief zu „99 Fragen an Martin Schulz“ von Moritz von Uslar im ZEIT Magazin

S.g.  Herr Schulz, Nachdem dem Sie ja so für Gerechtigkeit Wahlkampf machen darf ich Sie auf folg. Tatsache hinweisen: 2004 hat Rot/Grün bereits jahrelang laufende Verträge von Direktversicherungen rückwirkend, ja rückwirkend, gesetzlich abgeändert, so dass bei Auszahlung der Lebensvers. der volle KV-Beitrag (z.Zt. ca. 18%) gezahlt werden muß. Das war bei Vertragsabschluß nicht auf Einmalzahlungen  vorgesehen. Die Beiträge wurden von meinem Netto gezahlt u. pauschal mit 20% versteuert dh. es wurden bereits der AN- plus der AG-Anteil an die KK abgeführt. Der AG hat nichts dazu beigesteuert nur die Beiträge überwiesen. Hätte ich die Beiträge selber überweisen können bräuchte ich jetzt keine KK zahlen.( oder privat versichert)  Das ist die Falle, in die man uns gelockt hat. Jetzt habe ich ca. 20 Jahre ungef. 100 Euro eingezahlt und jetzt muss ich 10 Jahre ca. 60 Euro an KK-Beiträgen zurückzahlen. Das ist doch Abzockerei. Dazu kommt, dass die Beiträge mit den Steigerungen der KK-Beiträge mitwachsen. In zehn Jahren sind wir dann u.U. Umständen bei 22% oder höher.   Vielen Dank an die SPD! Herr Schulz, sind Sie bereit dieses Unrecht zu beseitigen, oder wie würden Sie diesen Irrsinn bezeichnen? Ihr Wahlslogan würde dadurch für Millionen Betroffene wieder glaubwürdiger. – Georg Langschartner


 

 

31. August 2017 – Ausgabe 36

Leserbrief zu “Die Verfemten“ von Benedikt Erenz

Joseph Wirth zum friedenspolitischen Visionär zu stilisieren, der im Kalten Krieg auf kein Verständnis traf, geht entschieden zu weit. Treffender ist das Urteil der Zeitzeugen, „aus dem großen Rapollo-Signatar“ sei „ein kleiner sowjetischer Agitator geworden“ (DIE ZEIT vom 9. Juli 1952), getrieben von Naivität und Selbstüberschätzung. – Jürgen Thiede


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Mariam Lau hat sich heute in einem Kommentar mit Gauland und der AfD auseinandergesetzt. Das ist richtig und falsch zugleich. Es ist richtig weil es eine öffentliche Diskussion über die AfD so wie über andere Parteien geben muss. Falsch ist es aber, die bewussten Tabubrüche (und ein solcher war die Aussage von Gauland) zu jenem Großereignis zu machen, das Gauland und die AfD wollen.

Als Österreicher habe ich von 1986 an erlebt, wie die demokratische Struktur meines Heimatlandes systematisch von einer rechtspopulistischen Partei zerlegt wurde. Wenn man aus dem Aufstieg der FPÖ in Österreich etwas lernen kann, dann dass solche Bewegungen von der Empörung leben. Je mehr wir davon sprechen dass eine Grenze überschritten wurde, umso besser für die AfD – denn das ist ihr Markenzeichen. Je intensiver wir nach den „Ausratern“ dem „wahren Gesicht“ suchen und das öffentlich immer wieder diskutieren, umso besser für die AfD – denn das bestärkt ihre aktuellen Wähler und macht bisherige Nichtwähler neugierig.

Deutschland hatte lange Zeit eine NDP und Republikaner die relativ erfolglos waren. Ich musste, als ich nach Deutschland kam, sehr lange recherchieren um zu erfahren, was für obskure Gruppen das waren.  Das war eine gute mediale Strategie im Umgang mit diesen Parteien.

Nachdem Österreich gescheitert ist, bin ich jetzt überzeugt, dass ein Kommentar wie der von Miriam Lau nur zum weiteren Erfolg der AfD eher beiträgt. Es ist wie der Versuch, Öl mit Wasser zu löschen. Der Gedanke des Löschens liegt nahe. Aber das Wasser der demokratischen Diskussion ist für den Ölbrand der AfD ein Brandbeschleuniger. – Michael Resch


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Schon wieder Mode(fotografie)! Und noch immer dieser unsäglich öde
Larissa-Thomas-Dialog … Was ist nur aus dem einmal so spannenden
ZEIT-Magazin geworden? – Prof. Dr. Marlis Hellinger


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Ich muß mich schon sehr über Ihren Artikel wundern. Da kommt ein junger Mann aus Amsterdam angereist um Bambule zu machen und Polizisten mit Flaschen und sonstigem zu bewerfen und Sie versuchen das Strafmaß als ungerechtfertigt zu benennen. Wir müssen unsere Polizisten die uns schützen sollen, vor Gewalttätern schützen.  Ihre Verniedlichung dieser Art von Straftaten in der Zeit lesen zu müssen auf der Titelseite ist mir ein Greul. ich hoffe für Sie, dass sie nicht durch Flaschen oder sonstiges getrfoffen werden. Wenn doch, dann bin ich mal auf Ihren Kommentar gespannt. – Gropengießer


Leserbrief zu „Was wird aus dem neuen Berliner Flughafen?“ von Claas Tatje und Mark Schieritz

Wenn man die Meinungen Ihrer Pro und Contra Kontrahenten liest, haben sie ja beide recht. In beiden Fällen ist es ein städtebauliches Desaster, das den Glauben an die technische Unfehlbarkeit der Deutschen Ingenieur- und Baukunst in der ganzen Welt erschüttert hat.

Wenn man natürlich über Jahre Laienschauspieler statt Fachleute in die verantwortlichen Posten hievt, muss man sich nicht wundern, wenn solche Ergebnisse dabei rauskommen.   Man musste sich schon wundern woher die Berliner Provinz-Politiker ihre Bauherrn und Flughafenchefs für den BER hergeholt haben. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Da hat ein neuer Flughafenchef bereits Visionen für die Zukunft vorzustellen, statt m sich um die Gegenwart zu kümmern.  Es scheint die Masters des BER-Disasters halten es lieber mit Diskussionen am runden Tisch statt Tatkraft vor Ort. Verfolgt man die dauerhaften Diskussionen fällt mir spontan eine Geschichte ein, die ich vor Kurzem gelesen habe (leicht abgeändert):  „Da steht ein Säugling im Mittelpunkt eines deutschlandweit einmaligen Modellversuchs: „Baby Watching“ in Berlin heißt es auch „BER Watching“.  Kinder im Alter von drei bis sechs (in Berlin – Politiker und Flughafenchefs unbestimmten Alters) werden mit einem Säugling (BER-Flughafen) in Kontakt gebracht.

Man ging davon aus, dass die jahrelange Beobachtung des immer gleichen Babys (Flughafens) und seiner Mutter (hier: welchselnder Chefs) den Kindern (Politikern) entscheidend dabei hilft, Einfühlungsvermögen (Kenntnisse und Urteilsvermögen) zu entwickeln. So könnten Aggressionen und Wut abgebaut (fehlende Lüftungsklappen, Türen die sich öffnen lassen, Brandschutzwände die nicht vorhanden sind, usw. usw. usw.) werden. Also setzte sich eine ehemalige Flugbegleiterin (vielleicht wäre das die Lösung gewesen) jeden Mittwoch mitten in die Kindergartengruppe (Vorstands- und Aufsichtsrats-Meetings). Sie stillte den Säugling, wickelte und spielte mit ihm (leider fand sich für den BER niemand oder können Sie sich Herrn Mehdorn als Mutter vorstellen?). Hier lernten die Kinder sehr schnell, sich in die Gefühlswelt des Säuglings hinein zu versetzen und seinen jeweiligen Gesichtsausdruck richtig zu deuten (bedauerlicherweise fand sich beim BER Management, den Bauherrn oder  Aufsichtsräten keiner, der sich gefühlt in die Fehlerquellen hätte einbringen können um sie zu beheben).

Agressionen und Wut wurden bei den Kindern rasch abgebaut (in Berlin wird darüber noch diskutiert) und die Zeit verfliegt weiterhin wie im Rausch. So hätte es sich auch der BER (Säugling) gewünscht hätte, nur er hat keine Flugbegleiterin als Mutter dafür viele alte Männer die weiterhin an einen Aufbau glauben.“  In Berlin hat das BER-Management zumindest schon mal vorgebeugt: für ein paar Milliarden Euros mehr, kann der Flughafen in Etappen dann bis 2040 endlich eröffnet werden.    Vor diesem Hintergrund wäre es daher sicherlich wichtig, den Flughafen Tegel „aufzufrischen“ und als Auffangbecken weiterhin zu nutzen. – Peter B. Sanden


Leserbrief zu „Was wird aus dem neuen Berliner Flughafen?“ von Claas Tatje und Mark Schieritz

All die von Mark Schieritz angeführten guten Argumente für die Wichtigkeit der zukünftigen Nutzung des Tegel Areals beruhen logischerweise auf der Annahme, dass der Flughafen BER überhaupt fertigbaubar ist. Das ist jedoch wohl nicht der Fall, weil es dafür keine Hoffnung spendenden Hinweise gibt. Die größten Desaster liegen nicht im Brandschutz oder falsch verlegten Kabeln, sondern sind verfahrensmäßiger Art mit stark negativer Prognose, wie da sind: Auftragsvergabe des Baus in vielen Losen anstatt an einen Generalunternehmer, aktuelle Auftragsvergabe der Planung und Bauaufsicht an drei Planer anstatt an ein Planungs-Konsortium, unzureichend spezifizierte Ausschreibung und steter Strom von Änderungswünschen und Wowereits Sabotage der Baufortschritts- und Kostenkontrolle, insgesamt folglich ein inkompetenter Bauherr. Wahrscheinlich wäre ein Neubeginn – am gleichen Standort – billiger als der Versuch, das BER-Projekt zu sanieren. Und: öffentliche Bauherren sollten verpflichtet werden Großprojekte nur noch an gesamtverantwortliche Generalunternehmer zu vergeben, die der Inkompetenz öffentlicher Bauherren besser entgegenwirken können. – Dr. Hergen Heinemann


Leserbrief zu „Willkommen!“ von Martin Eimermacher und Robert Pausch

Mit Interesse habe ich Ihren Beitrag  „Willkommen!“ gelesen. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie gerne auf einen Journalistenwettbewerb aufmerksam machen, den der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) im Zusammenhang mit der Initiative „Rettet den Vorgarten“ ins Leben gerufen hat.

Alle Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier: www.galabau.de/rettet-den-vorgarten.aspxRoland Moers


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Ihre Kommentatorin Mariam Lau hat recht: Die Äußerung von Herrn Gauland
zur Integrationsbeauftragten der Bundesregierung Aydan Özuguz sind
widerlich, abstoßend und inakzeptabel. Erstaunlich, wie sich mein
ehemaliger Kollege und Tagesspiegel-Kommentator Gauland im
rechts-nationalistischen Milieu verrannt hat.

Allerdings kann ich den Abschnitt im Kommentar von Frau Lau so nicht
teilen, Frau Özuguz hätte nur eine demokratische Selbstverständlichkeit
artikuliert: dass wir permanent aushandeln, wie wir hier miteinander
leben wollen; jenseits der Sprache gebe es nichts spezifisch Deutsches.
Selbstverständlich gibt es bei uns demokratische kulturelle Grundwerte,
nennen wir sie deutsch, europäisch oder westlich, die uns von einer von
den Medina-Suren geprägten islamischen Kultur grundlegend unterscheiden:
Gleichberechtigung von Mann und Frau, Gleichwertigkeit von Jungen und
Mädchen, Trennung von Staat und Religion, Nachrang religiöser Normen
hinter staatlichen, Gewaltmonopol des Staates usw.. An dieser Stelle
könnte auch Frau Özoguz klarer sein. – Prof. Dr. Detlef Stronk


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Da hat sich ein Richter am AG Hamburg dazu entschieden, die bestehenden Gesetze konsequent anzuwenden und schon wird er dafür kritisiert, Das dies in einem freiheitlich, demokratischen Staat wie unserem geschieht ist durchaus legitim.   Allerdings finde ich es schade, dass in ihrem so gut begonnen Artikel, ihrer ansonsten sehr guten Zeitung, dieser nach 28 Zeilen schon wieder den -armen- Gewalttäter und seine – Spontan – Tat,  werfen einer Glasflasche auf einen eingesetzten Polizeibeamten, relativiert um somit das durch den o.a. Richter ausgesprochene Strafmaß in Frage zustellen.   Dieses Strafmaß wurde aufgrund der aktuellen Rechtslage und des neu formulierten Gesetzes zum Schutz von Rettungskräften, Polizisten etc. gefällt, oder fänden sie es toll während ihrer  Arbeit mit Gegenständen beworfen zu werden.

Ich finde das Verhalten dieser Gewalttäter, ob Mitläufer oder Hauptakteur, ob rechts oder links, oder auch nur von angeheiterten Teenies die Langeweile haben, als absolut unakzeptabel.   Deren fehlerhaftes Verhalten, auch auf dem G 20 Gipfel in Hamburg zeigt doch, dass diese Gesetzänderungen zum Schutz des dort genannten Personenkreises absolut notwendig waren.   Eine angemessene Verurteilung dieser Chaoten hat mit dem jetzt ausgesprochenen Urteil einen Anfang genommen. Dabei ist bezüglich des Strafrahmens noch genug – Luft – nach oben für  noch größere Chaoten gelassen worden.   Der o.a. Richter hat dazu in seiner Urteilsbegründung treffend angemerkt:   Zitat:   “ Polizisten sind kein Freiwild für die Spaßgesellschaft,  – wie Freizeitforscher das verharmlosend nennen -, für erlebnisorientierte Gewalttäter !“     Zitat Ende – Markus Errens


Leserbrief zu der Ausgabe 36 im Allgemeinen

Meines Erachtens ist die große Bild-Collage der Bundeskanzler in der neuesten Ausgabe der ZEIT eine eindeutige Werbung für Angela Merkel, die hervorgehoben in die Mitte aller Kanzler gerückt ist. Das ist meines Erachtens in den letzten Wochen vor der Bundestagswahl eine Verletzung der Neutralitätspflicht. Man hätte sich ja auch für eine Reihung nach der Zeitschiene entscheiden können: Merkel ganz rechts. Außerdem sind die Bilder auf den folgenden Seiten wiederum nur scheinbar Satire, in Wirklichkeit ebenfalls Sympathiewerbung für die Kanzlerin.   Ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Bildgestaltungen ohne Diskussion und Beschluss in der Redaktionskonferenz erfolgen. Ich hoffe, dass sich dort wenigstens einige kritische Stimmen gemeldet haben. – Dietrich Zeilinger


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Wie auch immer ein Richter entscheidet: Er erntet immer Kritik! Doch Ihre Teile ich nicht! Au contraire! Ich halte es für absolut notwendig, Exempel zu statuieren! Es geht nicht an, diese Reisechaoten zu schönen! Wehret den Anfängen, über die wir schon lange hinweg sind! Und der – Entschuldigung – süffisante Hinweis auf “ massiven Helm und Schienenbeinpanzer“ liegen neben der Sache! Wäre er ohne diese Schutzmaßnahmen angetreten, hätte er, zumindest im Gesicht, erhebliche Verletzungen davon getragen! Wäre Ihnen doch sicherlich nicht lieber gewesen! Hier zählt die Tat und das“Geschoss“! – Dr. Wolf Günther


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Eigentlich könnte es ganz einfach sein: Menschen dürfen nicht „entsorgt“ werden. Dies müsste für SPD-, AfD- und Linke-Politiker gleichermaßen gelten. Leider fehlte bei der „Zeit“ der Aufschrei,  als ein SPD-Mann die Bundeskanzlerin und ein Politiker der Linken gar große Teile des Volkes „entsorgen“ wollte. Diese Einseitigkeit bedauere ich sehr. – Rolf Schikorr


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Beim Lesen des Artikels stellte sich für mich die Frage, ob er in
gleicher Form erschienen wäre, sollte das Auto der Redakteurin in
Flammen aufgegangen sein. Oder wenn eine ihr nahestehende Person durch
Flaschenwürfe verletzt oder der Laden geplündert wäre.

Von einer Person, von der geschrieben wird, sie hätte mit guten Noten
das Abitur abgeschlossen, kann man wohl erwarten, dass sie weis was
Recht und Ordnung ausmacht und dass das fremde Eigentum zu schützen ist.

Ich habe nichts gegen Demonstrationen, aber etwas gegen Krawalle und
mutwilliger Zerstörung von fremden Eigentum. Die Betroffenen hatten mit
G20 nichts weiter zu tun, als das sie in der Strasse wohnten. Wenn Peike
S., wie viele andere Leute auch, friedlich gegen G20 demonstriert hätte,
würde er jetzt nicht ein solches Urteil bekommen, ob nun Rädelsführer
oder kleines Licht. – Hartmut Neumeyer


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Ist es nicht völlig unbeachtlich, ob er ein kleines oder großes Licht war? Wäre es denn wirklich zu berücksichtigen, ob das Opfer einen Schutzhelm trägt? Schließlich wäre es ja für die Strafe auch völlig unbeachtlich, ob der Täter ein hinter Panzerglas geschütztes Opfer angreift. Mit diesem Artikel stellt sich DIE ZEIT außerhalb unserer Rechtsnormen. – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Angriff auf die Königin“ von Peter Dausend

Der Angriff müsste bei Schulz über das Intellekt kommen! Aber das hat er nicht drauf! Mit „Bashing“ wird er die Mitte-Wähler nicht gewinnen können. Und außerdem: Hatte Berlusconi nicht irgendwie Recht, als er ihm die Rolle als KZ-Aufseher antrug? Dies ist mit Sicherheit seiner schneidenden rechthaberischen Stimmlage geschuldet, die eine sachliche Auseinandersetzung in den Hintergrund rückt. – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Geehrte Mitglieder der AfD. Wir dürfen, ja sollen geteilter Meinung sein über politische Inhalte. Aber was wir nicht dürfen,nie mehr, sind solch billige Vereinfachungen und die Ausgrenzung und Bedrohung Andersdenkender oder Aussehender.
Was ist Deutsch? Ich bin mit vielen Deutschen befreundet oder bekannt. Der eine hat schwarze Locken und trinkt gerne Bier, die andere hat feurig rote Haare, mag lieber Apfelschorle und hasst bBer (wie ich auch), der eine pöbelt auf dem Ballermann, der andere wandert friedlich in den schweizer Bergen, die andere produziert Käse auf einer schweizer Alp, der andere hat eine Sanddornplantage an der Ostsee (leider darf er nicht in die schweiz liefern…), die andere ist Yogalehrerin, wieder ein anderer Bergbauer mit schottischen Hochlandrindern. Der andere isst Hering, die andere Knödel, den Württemberger und Bayern verstehe ich, den Friesen nicht, und als ich in Flensburg weilte, erfuhr ich dass sogar dänisch gesprochen wird in dieser Stadt. Sie alle sind Deutsche und sie verstehen sich auch als das. Ihre Parteivorsitzende Frau Weidel wurde in meiner Stadt herzlich willkommen geheissen, (von einigen von uns, auch von mir). Ihr Gedankengut ist uns allerdings nicht willkommen, als (fremder) Mensch ist sie es. Wir sprechen auch zwei Sprachen in unserer Stadt, und vier im gesamten Land, und wir alle Menschen haben eine weitere, die des Herzens.
Eine Nation ist das, was wir bereit sind daraus zu machen. Wir können sie atomisieren und jeder gegen jeden hetzen, oder wir können uns bemühen einzusehen, dass eine nationale Identität nicht allein an der Sprache oder an blonden Haaren hängt, oder am Verspeisen des Nationalgerichtes oder was immer als „Leitkultur“ (was immer das ist) gilt.
Wir können auch eine Nation aus vielfältig „tickenden“ Menschen bilden, vorausgesetzt wir bringen die Offenheit und Neugierde mit, sich mit dem Unterschied im Gemeinsamen auseinanderzusetzen, und uns immer wieder neu als Individuum zu definieren. Eine Identiät hängt nicht nur an der Fahne oder Sprache, sondern bildet sich im eigenen Herzen, nur dort sind wir stark. Und zu erfahren, dass etwas mir Unbekanntes auch Freude machen kann, ist eines der schönsten Erlebnisse. Und das ist in jedem Land so, in der Schweiz, in Schweden, in Frankreich und hoffentlich auch immer noch in Deutschland. Denn wir haben alle etwas gemeinsam: Wir sind Menschen. Behandeln wir uns als das.
Freundliche Grüsse von einem Deutschland-Freund aus der Schweiz. – Martin Kamber


Leserbrief zum Zeit Magazin

Beim Blick auf das Titelblatt des ZEIT-Magazins dachte ich noch, „Sie
wird doch nicht…“ Aber: Sie wird.
Ich möchte das ZEIT-Magazin in der ZEIT vorfinden, und kein
Pornoheftchen. Mit „Mode“ oder „Kunst“ können Sie sich da nicht mehr
herausreden. Seien Sie wenigstens ehrlich und schreiben es gleich vorn
drauf: Porno-Heft. Warum nicht. Dann muss ich es nicht aufschlagen. Ich
liebe Ihre Zeitung sehr, und ich möchte ihr noch lange treu bleiben
können. So geht das doch nicht.
PS. Falls es für Ihre Statistik von Interesse ist: Ich bin 34 Jahre alt
und seit über 10 Jahren Abonnent. Übrigens seit über 20 Jahren
(Teil-)Leser. Wann empfehlen Sie eigentlich den Umstieg von ZEITleo auf
die ZEIT? Mit 18? – Olaf Engel


Leserbrief zu „Partei für gewisse Stunden“ von Peter Dausend

Aber das wissen wir doch alle, dass Sie SPD wählen – wie 85 % Ihrer Kollegen bei der ZEIT! Das brauchen Sie doch nicht extra zu betonen …!
Warum ich dennoch hin und wieder die ZEIT lese? Ich denke, es ist neben meiner täglichen Standard – Lektüre (FAZ) auch wichtig alternative Meinungen zu lesen -aus dem linksgrünen Mainstream sozusagen! Manchmal gibt es auch richtig gute Artikel in der ZEIT, die nachhaltig wirken und auf die ich nicht verzichten möchte! – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert


solange solche Artikel auch noch auf der ersten Seite erscheinen, ist die Frage der Sicherheit in Deutschland auf der Straße beantwortet: Krawalle klein und groß. Man kann Ihnen nur so ein kleines Licht im ganz normalen Alltag wünschen und plötzlich fehlt Ihnen ein Auge. – Klaus Kern


Leserbrief zu „Was will Jens Spahn“ von Robert Habeck

Mir erscheint die Antwort auf die in der Überschrift gestellte Frage ganz einfach und ganz eindeutig – er will politische Karriere machen, um jeden Preis und ohne Rücksicht auf Verluste. Das besonders Deprimierende daran ist: Er hat Erfolg, und alle, alle sind ihm dabei behilflich. Seine konservativen Stammwähler sowieso, aber auch sein Minister Schäuble und leider auch die Medien. Da reicht schon eine absolut lächerliche Bemerkung über Kellner in Berliner Kneipen – und schon  raschelt der Blätterwald.  Am Allertraurigsten ist – niemand fragt nach der originären Leistung dieses Berufspolitikers. Ist er  nicht Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesminsterium der Finanzen? Hat er für dieses wichtige, mit Bezügen und Privilegien üppig ausgestattete Amt die geringste fachliche Qualifikation? Hat sein Ministerium in den vergangenen Jahren auch nur einen Entwurf für eine dringend erforderliche Steuerreform auf den Weg gebracht? Hat es nicht bei der Behandlung der Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte kläglich versagt? Wo war da Herr Spahn? – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Früher waren Englands „Bobbys“ unbewaffnet und unbehelmt. Im Gegenzug war es besonders strafbewehrt, sie anzugreifen. Offensichtlich führt auch ein gutes niederländisches Abitur nicht zur Charakterbildung. Es ist gut, daß dieser „Europäer“ jetzt wenigstens den Staat, der eben auch aus solchen leider Wahlberechtigten  Bengeln besteht, fürchten gelernt hat,wenn er ihm schon keine Ehre erweisen mag.
Er hat wohlüberlegt Flaschen geschleudert-sicher kann niemand sein, ob die Schutzkleidung nicht mangelhaft ist, oder das Visier verrutscht etc. Hätte er dagegen unüberlegt geschleudert, hätte er auch einen Unbehelmten erwischen können-vielleicht kann er im Knast Einzelhaft bekommen, damit er nicht in noch schlechtere Gesellschaft kommt als mit sich selbst. – Ralph Inselmann


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Ihrer Richterschelte kann ich nicht folgen. Ihre Begründung der Täter ist „erst !“  21 Jahre und hat mit guten Noten sein Abitur gemacht ist etwas seltsam. Wahrscheinlich hätten Sie sich bei einem Hauptschüler mit einem gewalttätigen Elternhaus eher mit einem solchen Urteil anfreunden könne.   Diese Einstellung zu den angehenten sogenannten Eliten und zu den übrigen sogenannten Eliten hat mir diese Kreise schon immer unsimpatisch gemacht.  Der einfach, ungebildete Mensch hätte ja auch Frau Özoguz nur nach Anatolien ausgewiesen, aber nicht entsorgt! – Friedrich Küspert


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Mariam Lau übernimmt die These von Aydan Özoguz, „dass wir permanent aushandeln, wie wir miteinander leben wollen“.  Das ist die dogmatisch-fundamentalistische Setzung eines modischen Motivs, das  heute nun mal ín ist; alles wird performativ ausgehandelt. Dass das Unfug ist, lässt sich in einem Leserbrief nicht begründet entfalten. Jedenfalls ich fahre nicht mehr bei Grün über die Ampel, weil ich erst aushandeln will, ob mein Gegenüber nicht doch zuerst fahren will und sollte, weil er z.B. schnell zu einem Termin muss.

zur weiteren Klärung

entsorgen

Eine kluge Bemerkung als notwendige Klarstellung

Das Verb entsorgen wurde von einem SPD-Mitglied in Bezug auf Kanzlerin Merkel gebraucht. Im Land blieb es ruhig.

Als ein AfD-Mann es benutzte in Bezug auf eine Deutsch-Türkin gab es einen Sturm im Wasserglas. Die Differenz festzuhalten ist interessant. Hier kann schon bei einem nachdenklichen Menschen die Vermutung entstehen, es sei etwas dran an der Behauptung, es gebe eine MMMM, eine mainstream-medien-meinungs-mafia.

Zur Sache: Entsorgen, im Wortfeld Sorge, versorgen, besorgen usw., wird im geltenden deutschen Sprachgebrauch für Sachen verwendet  . Müll wird entsorgt. Auf Personen angewandt ist es falsch gebraucht, peinlich, unangemessen, unverschämt … Man kann hier in den Text geraten und mit Schaum vorm Mund weiterreden, es bleibt eine Entgleisung, jedenfalls im Deutschaufsatz.

Zum Kontext: Die Entsorgung Gaulands ist eine response auf eine challenge. Die stammt von der Deutsch-Türkin: es gebe keine deutsche Kultur, allerdings klug differenziert, außerhalb der Sprache, sagt sie. Das bleibt unwidersprochen, die MMMM greift das nicht auf. Der Bayernkurier hat – leisetreterisch – drauf geschaut.

Die nichtvorhandene deutsche Kultur ist ein grober Klotz; er verdient einen groben Pfeil. Es gibt eine deutsche Kultur, wohl wenig bekannt bei den guten Deutschen, aber es gibt sie. Die Entsorgte möge mittwochs 15.00 in die VHS nach Lich in Oberhessen kommen. Dort entfalte ich wöchentlich, was deutsche Kultur ist. – Dr. Erwin Leibfried


Leserbrief zu „Ein Mann des Spektakels“ von Werner Abelshauser

Zitat: „… Nachkriegsaufschwungs, der i. W. durch … im Krieg wenig zerstörten deutschen Industrie ermöglicht worden war.“ Zitat Ende

Nimmt man diesen Satz ernst und führt sich die Bilder der zerbombten deutschen Städte direkt nach dem Krieg vor Augen, kommt man unweigerlich zu dem Schluß, daß den Alliierten nicht an der Verkürzung des Krieges, sondern ausschließlich an möglichst vollständiger Auslöschung der Zivilbevölkerung gelegen war. Das halte ich nicht nur aus moralischen Erwägungen, die im Kriege eher wenig zählen, sondern auch angesichts der alliierten Verluste, die jede Verlängerung des Krieges bedeutete, für Blödsinn. Abgesehen davon fand nach dem Kriege eine nicht unerhebliche Demontage der deutschen Industrie statt, was von anderen Autoren als Grund für eine umfangreiche Modernisierung der deutschen Wirtschaft, die ihrerseits das Wirtschaftswunder erklären sollte, angesehen wird. Angesichts dieses fundamentalen Widerspruchs bleibt wohl doch als Ursache des Wirtschaftswunders nur das Wirken Ludwig Erhards übrig. – F. Kronberg


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Kann es sein, dass Sie irren?  Die harte Strafe ist das richtige Zeichen und nicht, wie Sie meinen, das falsche.
Peike S. ist von Amsterdamm nach Hamburg gereist einzig mit der Absicht, Randale zu produzieren und das ohne für eventuelle Folgen einstehen zu müssen. Er ist also nicht zufällig in die Situation geschlittert, sondern geplant und mit voller Absicht. Also kriminell! Und über solches Tun wollen Sie schützend Ihre Hand halten?  Darüber sollten Sie noch einmal in Ruhe nachdenken.
Jeder, der sich in den „schwarzen Block“ einreiht, ist ein potenzieller Krimineller und kein Demonstrant
Ich bin kein Jurist, aber mein gesunder Menschenverstand funktioniert noch. – Immo Richter


Leserbrief zu „Die Verfemten“ von Benedikt Erenz

Üblicherweise finde ich in Ihren Artikeln nichts, was der Erwähnung oder gar des Rühmens wert wäre. Dieser bildet eine Ausnahme. Da ist Ihnen wirklich etwas vorbehaltlos gutes gelungen. – Fritz Kronberg


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Dieser Artikel von Frau Rückert  „über den, ach so harmlosen und völlig zu Unrecht so hart bestraften niederländischen Gewalttouristen Peike S. aus Amsterdam“ hat mich wütend, aber auch einigermaßen sprachlos gemacht. Ich habe ein paar Stunden gebraucht, um dann diesen Leserbrief verfassen zu können. Ich war über 45 Jahre bei der Schutz – und Kriminalpolizei in Nordrhein – Westfalen als Polizeibeamter tätig. Habe Ende der 60-ziger Jahre die Vietnam-Demonstrationen, dann wenig später, in den 70-zigern, Rote  -Punkt – Aktionen, Brokdorf, Wackersdorf und Aktionen gegen die Frankfurter Startbahn West usw. erleben müssen. Über die Jahre musste ich – bis heute – feststellen, dass im Einzelnen aber auch im Allgemeinen die Gewalt gegen Personen und Sachen über Gebühr zugenommen hat. Gerade gegen Polizeibeamte!

Die Verfasserin des Artikels bezweifelt das und spricht von einer „angeblichen Zunahme von Angriffen auf Polizeibeamte!“ Man kann den Eindruck haben, Frau Rückert meint, der Gesetzgeber habe die Gewalttaten gegen Polizeibeamte, Ordnungs-und Rettungskräfte erfunden, um die Verschärfung der Gesetze begründen zu können. Wenn Frau Rückert sich informiert hätte, wüsste sie, dass mehr als 60.000 Gewalt- und Bedrohungstaten gegen Polizeibeamte im Jahre 2016 in der BRD registriert wurden. Eine noch nie dagewesene und – nicht nur ich meine – bestürzende Zahl.   Aber nun zu Peike S. und dem ergangenen Urteil. Da reist ein junger Mann aus Amsterdam einige hundert Kilometer nach Hamburg! Er begibt sich während des G 20 Gipfels dorthin, wo die richtige Randale tobt! Er gehört zu dem Verbrecher – Mob, der  Polizisten und  Rettungskräfte angreift, teilweise schwer verletzt. Das Hab und Gut von Unbeteiligten und Anwohnern grundlos zerstört oder erheblich beschädigt. Laut Frau Rückert alles nur purer Zufall! Weiter schreibt sie, Peike S. habe „nur zwei herumliegende Flaschen aufgenommen und auf Polizisten geworfen!“  Das er dabei einen Polizisten am Kopf getroffen hat, war (erneut) reiner Zufall!  Und außerdem ist ja nichts weiter passiert! Der Polizist habe sogar seinen Dienst fortgesetzt! Er sei nur leicht verletzt worden!“ Ich behaupte, es war tatsächlich nur ein glücklicher Zufall, dass der Kollege nicht schwerer verletzt wurde! Wenn es nach Frau Rückert ginge, hätte der Richter am Amtsgericht Hamburg, alle diese „Zufälle“, die den angereisten Peike S. betrafen, viel mehr zu dessen Gunsten werten und das Strafmaß hätte deshalb deutlich niedriger ausfallen müssen!  Eine sozial schädliche, mich erschreckende und gefährliche Denkweise, die die Verfasserin da an den Tag legt. Die reine Teilnahme an solchen Gewaltausbrüchen, die die Paragraphen Landfriedensbruch und Schwerer Landfriedensbruch mit Recht unter Strafe stellen, scheint nicht in das Weltbild von Frau Rückert zu passen!

Wenn die Verfasserin sich darüber informiert hätte, wäre uns Lesern möglicherweise etliches von dem Verharmlosen, was Sie von sich gegeben hat, erspart geblieben. Es wäre wünschenswert, wenn Frau Rückert nicht jedes Mittel und jede gewalttätige Aktion gegen den Staat, seine Bediensteten und die Bevölkerung toleriert, sondern als das sieht, was sie ist! Ein Verbrechen!   Genau das hat der umsichtige Richter am Amtsgericht Hamburg erkannt und so geurteilt, wie es ein Straftäter, der sich an derartigen Gewaltexzessen beteiligte, verdient hat. Peike S. hat eine gerechte Strafe bekommen! – Armin Gerber


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Ich gebe zu, dass es bestimmt nicht einfach ist, jede Woche ein attraktiv illustriertes Zeit-Magazin herauszubringen. Aber dass Sie dieses aktuell mit einer erotischen Fotoserie für Altherren-Zeitleser bestücken irritiert mich. Welche Signale wollen sie denn jungen Zeitleserinnen senden? Dass man mit Abitur Supermodell werden kann, wenn man blond ist und eine tolle Figur hat und auf den richtigen Interessenten trifft und sei es in Kolumbien?

Und wenn es schon sein muss, dann möchte ich demnächst auch das ein oder andere erotische  Foto von knackigen jungen Männern sehen. Fragen Sie doch mal Sami Abdel Fattah, ob er sich in Berlin nackt auf einer Dachterrasse ablichten lässt. – Irmhild Knoche


Leserbrief zu „Was glauben Sie, wie das knistern würde!“ von Tina Hildebrandt

Ein interessantes Interview.
Ihre Autorin Tina Hildebrandt hat nur versäumt zu fragen: Ob die Kollegen seiner Partei für den Wahlkampf auch wichtig sind. Für mich spielt das eine große Rolle. Für mich ist Herr Schulz eigentlich eine arme „Sau“.
Seine unmittelbaren Kollegen werden Herrn Schultz die Suppe versalzen.
Als ersten nenne ich da Herrn Oppermann. Von dem nimmt doch keiner ein Stück Brot mehr. Er ist meines Wissens auch der Drahtzieher hinter Herrn Schultz.
Der Mann hat keine Skrupel einen Kollegen von der Konkurrenz über die Klinge springen zu lassen.
Entschuldigt hat er sich bis heute nicht. So ein Mann sollte in der Politik nicht geduldet werden.
Herr Heil ist ein Mann zum abgewöhnen. Bei dem müssen erst alle Gesichtszüge entgleisen um ein Lächeln auf seine Lippen zu zaubern.
Herr Schröder, der zwar in Pension gegangen wurde, mischt aber fleißig in seiner Partei mit, damit vertreibt er viele SPD Wähler.
Ich weiß, wie die im Ruhrgebiet reden.
Die wählen dann teilweise die Linken oder die CDU (unter Merkel) und auch die AfD. Die wollen nicht so viele Ausländer.
Und zu guter letzt ist das Vertrauen zur Politik fast völlig verloren gegangen. Das kann auch ein Herr Schultz nicht mehr reparieren. Der Mann sagt ja eigentlich nichts verkehrtes. Die glauben ihm aber genauso wenig wie den anderen Politikern. Das Image haben sie sich selbst eingebrockt.
Ich bin die Ausnahme – ich glaube ihm. Unabhängig davon, ob es richtig oder falsch ist.
Und schließlich die vielen Flüchtlinge. Das bewegt die Bürger sehr stark, besonders die Älteren.
Beide, ob Schultz oder Merkel, da passt kein Platt Papier zwischen den Beiden (groß oder klein). Sie werden das besser wissen.
Vorteil Merkel, die hat die „Willkommenskultur als großen Fehler eingesehen.
Die AfD wird trotzdem weit über 10% kommen. Und wenn die etablierten Parteien nicht damit aufhören sie zu verdammen, anstatt das Gespräch zu suchen, werden sie weiter im Aufwind  liegen. – Gunter Knauer


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Warum machen Sie so was :

pornografische Blickwinkel eines ältlichen Fotografen-Voyeurs auf eine käufliche junge Frau und Ihre Leser zahlen dafür ? – Gertrud Tammena


 

Leserbrief zum ZEIT Magazin

Mit großem Interesse lesen wir wöchentlich unsere Zeit. Diesmal hat das Titelbild des Zeitmagazins offensichtlich auch unseren 8-jährigen Sohn inspiriert.

Unter den Text: „Was wäre, wenn allein Frauen alles entscheiden würden? “ hat er dazugeschrieben: „Dan wär unser Haus voller Klamotten – Moritz“. – Inga Münkle


Leserbrief zu „Uns geht’s gut“ von Sascha Chaimowicz

Die Bauern in dem angesagten Gebiet  kenne ich alle, aber nur im Gespräch in den Dörfern im Umkreis von München.
Auf der Straße, in der Dorfkneipe und anderswo. Halt Urlaubsgespräche. Ich suche das Gespräch aber nicht aufdringlich, das mögen sie gar nicht.
Ich kann sagen, alle haben einen gesunden Menschenverstand.
Sonst stehen sie mit der Politik auf Kriegsfuß.
Die halten von den Sozialschmarotzern wenig bis gar nichts.
Aber so lange Sie auf Ihrer „Insel“ ungestört Leben können, ist Ihnen das ganze Politiktheater ziemlich egal.
Die werden nur ungemütlich, wenn sie in ihrem Revier belästigt werden.
Aber dafür sorgt schon die CSU. daß das nicht passiert.
In Bayern gehen ohnehin die Uhren anders als im Rest von Deutschland.
Sobald es über den Weisswurstäquatur hinausgeht, beginnt für Sie das Ausland.
Ich fühle mich jedenfalls sauwohl unter den Bayern. – Gunter Knauer


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Kann mir jemand den Unterschied zwischen dieser Ausgabe des Zeitmagazins und einem Pin up Kalender auf Altherrenniveau erklären? Lieber Hr. Teller, sicher haben viele Ihrer Altergenossinnen lustige Fotos im Schrank, die sie während ihrer Phase des Erwachsenwerdens (Pupertät), mit ihren Freundinnen gemacht haben. Da haben wir uns doch alle gerne lasziv vor originellen Kullissen inszeniert. Wir sind uns dabei schrecklich avantgardistisch und selbstbefreit vorgekommen. Allerdings haben wir rechtzeitig gemerkt,  dass wir nur alte Posen nachstellen und Alles nur nichts Neues darstellen. (mit 14 ist das noch ok)

Fotos von wunderschönen Mädchen sind wahrscheinlich die einfachste und angestaubteste Methode Aufmerksamkeit zu erlangen. Da hilft alles Verrenken nichts und auch kein urbanes Brachland im Hintergrund. War alles schon zu oft da.Wirklich originell wäre es wenn Sie sich, trotz des tapfer bekämpften Bauchansatzes und lichten Haupthaares, selbst in roten Lackstiefelchen auf etwas Metallenem räkelten.

Meinetwegen können Sie das Goldkettchen anbehalten. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Der Fall Gauland/Özuguz ist ein Lehrbeispiel für Doppelmoral, und zwar sowohl der etablierten Politiker als auch der Mainstream-Medien. Denn:

  1. Herr Gauland hat die Metapher „entsorgen“ im Wahlkampf verwendet. Im Wahlkampf wird von allen (!) Seiten mit harten Bandagen gekämpft. Wahlkampf-Reden sollte man daher generell nicht auf die Goldwaage legen. Außerdem hat sich Herr Gauland selbst von seiner Wortwahl distanziert. Es ist unfair, jemanden für seine Wortwahl zu kritisieren, wenn er sich bereits selbst davon distanziert hat.
  2. Der Gipfel der Heuchelei ist, dass Herr Gauland ausgerechnet vom SPD-Abgeordneten Kahrs auf übelste Weise diffamiert wird, der selbst Frau Merkel „entsorgen“ wollte. Weder die etablierten Parteien noch die Mainstream-Medien haben kritisiert oder gar skandalisiert, dass Herr Kahrs den Begriff „entsorgen“ verwendet hat. Meines Wissens hat sich Herr Kahrs, im Gegensatz zu Herrn Gauland, auch nie von dem Begriff „entsorgen“ distanziert.
  3. Die Mainstream-Medien, auch Die Zeit, kritisieren massiv Herrn Gauland, weil er den Begriff „entsorgen“ verwendet hat. Dabei verwenden sie diesen Begriff selbst. Die Zeit beispielsweise schrieb anlässlich des Wechsels von Günther Oettinger nach Brüssel, dass dieser in Brüssel „entsorgt“ wurde. Wie kann man die Wortwahl von Gauland skandalisieren, wenn man diesen Begriff selbst verwendet?
  4. Völlig außer Acht bleibt auch der Kontext, in dem die Aussage Gaulands steht. Herr Gauland ging in seiner Wahlkampfrede auf die unfassbaren Äußerungen der Staatsministerin Özuguz ein. Diese sagte z.B., dass es gar keine identifizierbare deutsche Kultur geben würde. Sie hat damit alle Deutschen auf schlimmste Art und Weise diffamiert. Weiterhin sagte sie, dass man gegen Islamisten behutsam vorgehen soll, dass Kinderehen nicht generell verboten werden sollen und dass die Regeln des Zusammenlebens täglich (!) neu ausgehandelt werden sollen. Anstatt diese unfassbaren Äußerungen von Frau Özuguz zu kritisieren, skandalisiert man die von Gauland verwendete Metahpher.
  5. Während bei der AfD jede Petitesse skandalisiert wird, werden bei den etablierten Parteien selbst schlimmste Verfehlungen überhaupt nicht kritisiert, geschweige denn skandalisiert. Wenn z.B. Herr Stegner (SPD) fordert, man müsse das Personal der AfD attackieren, also sogar zur Gewalt gegen die AfD aufruft, dann hört man von den selbst ernannten Moralposteln aus der etablierten Politik und den Mainstream-Medien nichts. Wenn Herr Gabriel (SPD) Menschen „Pack“ oder Herr Özdemir (Grüne) „Mischpoke“ nennt oder wenn der ehemlige Bundespräsident Gauck von „Dunkeldeutschland“ spricht, wenn die Bundestagsvizepräsidentin Roth (Grüne) hinter einem Transparent herläuft mit der Aufschrift „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“, vernimmt man so gut wie keine Kritik.

Grundsätzlich wäre es wünschenswert, wenn alle Politiker zivilisiert miteinander umgehen würden. Und dass die etablierten Parteien und auch die Mainstream-Medien ihre Doppelmoral in Bezug auf die AfD ablegen. – Albrecht Hager


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Ich freue mich immer auf das Erscheinen der neuen Ausgabe der ZEIT und
des Magazins.

Heute kam wieder eines der öden Hefte, die nur Mode enthalten. Fotos
eines Modells, Fleischbeschau, daneben Plastikessen in Japan.
Entschuldigung, was soll das?
Das Foto auf Seite 42 mit der Lederkapuze  erinnert an die Aufnahmen in
Abu Ghuraib, wirklich abstoßend. – Heike Gulatz


Leserbrief zu „Im Namen des Vaters“ von Stefan Willeke

Ein typischer Fall, geschuldet durch unsere Politik, wie er heute in allen Ballungsgebieten fast zur Tagesordnung gehört.
Nicht nur der Terror mit den die Menschen leben müssen, sondern auch die Selbstjustiz der Bürger ist alltäglich. Die Polizei ist nicht mehr in der Lage solche Vergehen mit einigen ansässigen Polizisten in den Griff zu bekommen, weil sie dafür gar nicht ausgebildet sind. Da müssen immer Mannschaftsbusse voll von Spezialisten anreisen um die Lage in den Griff zu bekommen.
Die Bürger haben längst bemerkt. daß man mit der Polizei fast alles machen kann.
Und wenn ich mir dann die Urteile der Gerichte ansehe, dann ist das auch kein Wunder warum solche Zustände überhaupt möglich sind.
So kann man auch einen Staat zerstören. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was glauben Sie, wie das knistern würde!“ von Tina Hildebrandt

In dem Artikel schreibt der Psychologe Herr Lewitan u.a. Folgendes: „Wenn ich sein Coach wäre, würde ich ihm sagen: ……“. Herr Lewitan sollte wissen, dass ein professioneller Coach nie einen Ratschlag gibt, sondern es ihm gelingen sollte, diese ihm.wichtig scheinende Erkenntnis aus seinem Coachee (gecoachte Person) herauszukitzeln. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Coachee diese Sichtweise umsetzt wesentlich höher, als wenn sie ihm nahegelegt wird. – Heribert Ossemann


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Als Mehrfachabonnentin (für drei Neffen und Nichten zusätzlich) wende ich mich heute mit der Frage an Sie, ob es in Zukunft möglich ist, die ZEIT ohne das ZEIT-Magazin zu beziehen?

Mir ist diese Beilage schon lange ein Dorn im Auge, weil das Heft eine völlig andere Zielgruppe anspricht und auf einem anderen Qualitätsniveau agiert als die ZEIT insgesamt.

Die Alternative bestünde darin, sich zukünftig an den Qualitätsstandards der folgenden Rubriken zu orientieren, was mich sehr erfreuen würde: Martenstein, Lebensgeschichte und „Das war meine Rettung“.

Den Ausschlag für diesen Leserbrief gab nun die Ausgabe vom 31.08.17 mit einer Berichterstattung, die ich aus anderen Genres von Zeitschriften kenne, über „unser“ neues Model mit mehr als fragwürdigen Fotos. Als Frau möchte ich nicht für diese Berichterstattung ungefragt mit bezahlen! Dafür gibt es genügend andere Magazine! – Kora Gouré Bi


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Ihr ZEIT-Magazin vom 31.8. 2017 ist in jeder Hinsicht gelungen und exzellent! Es ist sammlungswürdig. Viel Glück dem Model Anna Ewers für ihre Karriere & großartige Fotos von Juergen Teller. Mein Kompliment! Und bitte weiter so : ) – Paul  Zendo


Leserbrief zu „Was will Jens Spahn“ von Robert Habeck

Vor exakt 400 Jahren – im Sommer 1617 – wurde die „Fruchtbringende Gesellschaft“ gegründet. Zielsetzung war die Pflege und der Gebrauch der deutschen Sprache. Damals ging es vor allem um den Einfluss des Lateins (Sprache der Wissenschaft), später des Französichen (Sprache der Herrschenden), heute um das Englische (Sprache des Marktes). Schöne „Früchtchen“, die wir da ernten. – H. G. Meyer


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Das ZEITmagazin wird immer mehr zum Ärgernis!!   Das vorliegende Exemplar hat auf knapp 160 Seiten so gut wie keinen Inhalt. Es enthält nur großformatige Modewerbung und nichtssagende Fotos von  irgend einem Fotomodell.   Wer verantwortet eigentlich, dass für eine derartige Null-Nummer circa  80 Tonnen hochwertiges Papier hergestellt und zum sofortigen Entsorgen  vertrieben werden? – Dr. Reinhold Jonas


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Titelblatt: Die Frau auf dem Buffet. Wie lecker.  –  In einem Roman von Marlene Streeruwitz sagt ein Mann zu einer Frau: “Wir sind uns doch appetitlich.” Ich denke, das war satirisch gemeint.  – Barbara Hause


Leserbrief zu „Auf dem Dorf ist die Welt noch in Ordnung“

Die drei Freiexemplare von DIE ZEIT werden bei uns aufgrund von mancher politischer Einseitigkeit, der Unhandlichkeit und der ,West‘-Bezogenheit nicht zu einem Abonnement führen, wobei uns bewußt ist, daß drei Zeitungen noch nicht unbedingt aussagekräftig sein müssen.
Zu dem Artikel ,Auf dem Dorf ist die Welt noch in Ordnung‘:
Als typisch für eine in den alten Bundesländern verlegte Zeitung empfinden wir die Wahl eines Dorfes der alten Bundesländer, in denen sich außer Technik und Mode seit dem vorigen Jahrhundert wenig verändert hat. In unserem um etwa 200 Einwohner größerem Dorf in Sachsen Anhalt ergibt sich ein völlig anderes Bild, welches allerdings dem in Hunderten der anderen Dörfer in den neuen Bundesländern ähnelt. Das ist sicher für nur wenige Abonnenten in den alten Bundesländern von Interesse. – Familie Anhalt


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Schon seit vielen Jahren ärgere ich mich sehr über die immer wieder erscheinenden Magazine mit sexistischen Nacktbildern (meist von Frauen). Ich fühle mich davon sehr gekränkt.
Sollte das nächste Zeitmagazin mit derartigen Bildern erscheinen, werde ich mein (langjähriges) Abo umgehend kündigen. Die Ausrede, das sei Kunst, gilt m.E. hier nicht. – Gertrud Eller


Leserbrief zu „Tempolimit jetzt!“ von Marcus Rohwetter

Nach allem, was man bisher über E-Autos im Praxisbetrieb weiß, werden die Verbrauchswerte/Kilometer besonders schlecht bei niedrigen (unter 35 km/h) und bei höheren Geschwindigkeiten (über 60 km/h). Da der Autor keinen konkreten Vorschlag macht, kann die Schlussfolgerung ja nur lauten: Tempo 40 im Stadtverkehr und Maximal­tempo 70 km/h außerhalb der Ortschaften.

Hat der Autor sich Gedanken über die Folgen (Tempo-30-Zonen, Berufspendler, Geschäftsreisende, Ur­laubs­reisen, …) und insbesondere die deutlich längere Lebenszeit, die im Verkehr zugebracht wird, gemacht?

  • Die Wohngebiete in den Städten mit Tempo-30-Zonen werden sich bedanken.
  • Pech auch, dass dann die An- und Rückreise aus dem Umland (Münsterland, Bremen, Bayern, …) in die Ballungsgebiete mit Jobs für Pendler, Handwerker, Selbstän­dige nicht mehr in zwei, sondern bestenfalls in drei Stunden zu schaffen ist: Das ist doch nur eine Stunde pro Arbeitstag, was kumulativ aber über 3 ½ Wochen Urlaub entspricht. Also: verstärkte Landflucht!
  • Eine längere Urlaubsreise über 450 km erfordert jeweils eine Zwischenübernachtung (was ohnehin wegen der Batteriereichweite geboten ist), oder man verbietet allen Menschen nördlich der Mainlinie, die Skiurlaube oder den Sommer in Bayern oder Österreich zu verbringen.

Das macht doch alles nichts, oder? – Prof. Emeritus Dr. Wolfgang Ströbele


Leserbrief zu „Witz oder Krieg“ von Angela Köckritz

Der Tenor des Artikels mag gut recherchiert sein und stimmen. Plaisanterie ist in der Tat ein wichtiges traditionelles Streitschlichtungsmittel in der Region. Dennoch verhöhnt die Autorin die vielen Todesopfer und Opfer von Menschenrechtsverletzungen, beispielsweise im Rahmen des innerstaatlichen Bürgerkriegs in der südlichen Region des Senegals (Casamance) – der Casamance-Konflikt, ein zugegebenermaßen „vergessener“ Bürgerkrieg der aber nichts desto trotz seit vielen Jahrzehnten ausgetragen wird und bereits tausende Tote und zehntausende Vertriebene zur Folge hat. Mit keinem Wort erwähnt? Auch die jüngsten repressiven Maßnahmen des Staates gegen politische Opposition und Demonstranten, mit keinem Wort erwähnt. Lesen Sie gerne mal bei Amnesty International nach: https://www.amnesty.de/jahresbericht/2016/senegal (oder in meiner wissenschaftlichen Feldstudie zum Casamance Konflikt).

Wenn im Artikel also steht „eigentlich müssten die Menschen hier einander die Köpfe einschlagen“ oder „immerhin wurden hier nicht willkürliche Grenzen gezogen, Völker in ein Staatsgebiet gezwängt, die nie wirklich zusammenfinden konnten…Immerhin wurde hier keine Ethnie auf Kosten einer anderen bevorzugt, was später zu Spannungen führen sollte….“…dann ist das schlichtweg falsch und auch etwas peinlich, finden Sie nicht? Diola leben durch willkürliche Grenzen geteilt auf Staatsgebieten des Senegal, Gambias und Guinea-Bissaus. Die Wolof waren seit der Zeit der Kolonialiserung die „natürlichen“ Verbündeten der französischen Kolonialmacht, also das Zentrum der Macht und sind es bis heute, inklusive aller Peripherisierungs- und Ausbeutungsstrategien. Zugespitzt und etwas provokativ könnte man sagen, dass Frau Köckritz einen post-kolonialistischen Beitrag geleistet hat, herzlichen Glückwunsch..oder einfach allzu einseitig recherchiert. Bitte stellen Sie das klar, denn in der heutigen Zeit von Fake-News brauchen wir einen faktenbasierten Journalismus mehr denn je. – Raphael Vergin


Leserbrief zu „Tempolimit jetzt!“ von Marcus Rohwetter

Überraschend, dass, soweit ersichtlich, noch  niemand über die Idee gestolpert ist. Auch einem physikalischen Laien leuchtet der Zusammenhang zwischen  Geschwindigkeit und Stromverbrauch ein. Die höchste Reichweite eines E-Autos liegt z. Z. wohl bei 500 km. Man müsste jetzt wissen, von welcher Fahrpraxis hierbei ausgegangen wird und welch größere Reichweite man bei einer Höchstgeschwindigkeit von sagen wir 100 kmh oder 120 kmh tatsächlich erzielen würde. Nur dann macht die Überlegung Sinn.

Vielleicht könnte die „Zeit“ hierzu mal einen Sachverständigen  zu Wort kommen lassen. Der zu erwartende Aufschrei der vorwiegend männlichen Autofahrer wird sicher eine ganze  Zeit-Ausgabe füllen. – Josef Vogt


Leserbrief zu „Houston, du bist das Problem!“ von Dirk Asendorf et. Al

Hurrikan „Harvey“ hat den US-Bundesstaat Texas und insbesondere die Millionenstadt Houston in ein Katastrophengebiet verwandelt.   Weite Teile des Landes sind überflutet, die Behörden sprechen von einer noch nie dagewesenen Flutkatastrophe.  Die Fluten in Texas kamen jedoch alles andere als plötzlich.   Längst sind die Stürme und Überschwemmungen für den südlichen Bundesstaat zur Routine geworden.   Bereits in den Jahren 2015 und 2016 war die Region von Überschwemmungen schwer getroffen worden.  Eine Versicherung gegen die Fluten haben die Menschen dort in der Regel nicht. Innerhalb weniger Tage haben sie alles verloren.  Für den Wiederaufbau benötigt das Bundesland Texas voraussichtlich eine Summe von 125 Milliarden Dollar.  Der viel kritisierte US-Präsident Donald Trump hat sich bereit erklärt, eine Million Dollar aus seinem Privatvermögen zu spenden.

Ein für seine Verhältnisse wahrscheinlich eher geringer Betrag. Diese Geste könnte jedoch eine Signalwirkung an die Reichen des Landes entfalten, sich ebenfalls für die Opfer dieser Naturkatastrophe finanziell spürbar zu engagieren.  Zudem will sich die US-Regierung an den Kongress wenden, um die Finanzierung für den Wiederaufbau sicherzustellen.  Es sind Zeichen der Hoffnung, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in den USA, zumindest bei schweren Krisen, noch funktioniert.  Ein noch wirkungsvolleres Zeichen wäre allerdings, wenn Donald Trump seine Klimapolitik ändern würde.  Unter dem Eindruck der mancherorts teils verheerenden Unwetter dieses Sommers auch in Deutschland und Europa sollte der Klimawandel eigentlich nicht mehr ernsthaft bestritten werden.  Ich persönlich befürchte, dass es leider bereits fünf Minuten nach Zwölf ist und wir die Klimaveränderung nicht mehr aufhalten, sondern uns lediglich darauf einstellen können.  Die Wetterextreme nehmen auch bei uns deutlich zu.  Sie können relativ unvorbereitet jede Region und jedes Haus treffen. Und sie können ganze Existenzen vernichten.

In schweren Notzeiten besinnen sich die Menschen vielfach wieder auf eine ihrer Kardinaltugenden: Mitgefühl und Hilfsbereitschaft.  Die Empathie für die Betroffenen wurde bei den schweren Katastrophen der vergangenen Jahre auch bei uns in Deutschland vielfach unter Beweis gestellt.  Aber warum müssen erst schlimme Ereignisse geschehen, damit sich der Mensch wieder darauf besinnt, dass eine humane Gesellschaft ohne diese Tugenden sowie Rücksichtnahme und Zusammenhalt auf Dauer nicht funktionieren kann?  Wir kommen nackt auf diese Erde, und verlassen sie nackt. Dazwischen liegt der Reichtum unseres Lebens. – Alfred Kastner


Leserbrief zu „Houston, du bist das Problem!“ von Dirk Asendorf et. Al

In einem Interview Ende August 2017 sagte Al Gore, von 1993 bis 2001 US-Vizepräsident (unter Präsident Bill Clinton) und Träger des Friedensnobelpreises, dass die schlimmsten Konsequenzen der globalen Erwärmung noch verhindert werden könnten. Der Einfluss des großen Geldes habe aber in den USA und in einigen anderen Ländern ein toxisches Maß erreicht. Die Konzerne hätten eine ungesunde Macht über die politischen Entscheidungen bekommen. Sie hätten die Demokratie gahackt, bevor Putin sie gehackt hat. Die Reichen nutzten ihren Reichtum, um auch politisch große Macht auszuüben. Man müsse den normalen Bürgern ihren Einfluss zurückgeben. Die „linken“ Aktivisten, die sich z.B. gegen den Kohle-Tagebau engagieren, sind laut Gore eben keine Chaoten, die nur Krawall wollen. Schließlich stehe die Zukunft der menschlichen Zivilisation auf dem Spiel. Ich möchte jeden Bürger aufrufen, sich einzubringen, in den Medien, in der Politik, in den Parteien, und sich z.B. dafür einzusetzen, dass wir endlich die unsägliche Kohleverstromung beenden. – Werner Leucht


Leserbrief zu „Der nette Herr G.“ von Harro Albrecht

Was soll  nett sein, an Herrn G.? Schon der Titel der Story ist bedenklich. Herr G., Der Leser möge selber rätseln,warum diese Abkürzung. Warum wird Minister Gröhe versteckt gehalten? Dazu gibt es allen Grund. Der Mann hat eine humane und von der Mehrheit der Bevölkerung gewünschte Sterbehilfegesetzgebung a la Schweiz, Niederlande und Belgien an die Wand fahren lassen.Aber das interessiert den im Stil vergangener Hofberichterstattung gehalteten Artikel weniger.Was wird Gröhe hinterlassen, wenn er am 24.September abtreten müsste ? Nur Baustellen. Na dann ‚mal weiter so. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Was will Jens Spahn“ von Robert Habeck

herzlichen Dank für diesen Artikel. Endlich einmal wird exellent analysiert, mit welchen Tricks CDU-Jens Spahn u. a. versuchen, sich an die Wählerklientel der AfD anzuschleimen ohne Rücksicht darauf, wen sie damit verprellen und verhöhnen. Die CDU zeigt ihr wahres Gesicht, und das kann nur Abscheu erwecken und für den Fortbestand einer Demokratie Böses ahnen lassen. – Hanna Leinemann


Leserbrief zu “Die Verfemten“ von Benedikt Erenz

Verfemt ? Besser wohl etwas drastischer, auf den Abfallhaufen der Geschichte Diese Männer haben ihr Bestes versucht. In einer Zeit in der Deutschland verfemt war unter den Bedingungen des Versailler Vertrages und seinen Nachfolgen. Welche echten Chancen hatten diese vergessenen Kanzler denn ? – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Ein ZEIT-MAGAZIN,das wie die Setcard einer Agentur gehalten ist, für Frau Ewers. Dann das volle Programm von SchickiMicki Mode und Uhren. Wenn es das  Rätsel „Um die Ecke gedacht “ nicht  gäbe, würde das ZEIT-MAGAZIN  sofort in den Papiercontainer wandern. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Auf dem Dorf ist die Welt noch in Ordnung“

16 junge Reporter haben versucht, ein Bild von einem Dorf zu erarbeiten.
Ich kenne Werpeloh nicht. Aber mir fehlt so einiges: Die Lage ist nicht
nur durch die Entfernung zur Autobahn und zur Disko, die Vergangenheit
nicht nur durch die Anzahl der vom Pfarrer zu betreuenden Dörfer zu
beschreiben. Westlich von Werpeloh liegt der riesige Krupp’sche
Schießplatz (jetzt Schießplatz der Bundeswehr), westlich davon die
Transrapid-Versuchsstrecke, östlich war bis 1992 ein
Atombomben-Munitionsdepot, südlich die einzigartige barocke Schloßanlage
Clemenswerth. Hat dies alles keinen Einfluss auf die Dorfbewohner?
Werpeloh liegt im Hümmling, ein „Sandhaufen“, früher ein Armutsgebiet.
Die Massnahmen des „Emslandplanes“, die Methoden der modernen
Landwirtschaft haben etc. haben das Gebiet vorangebracht. Laut einer
Untersuchung der Leibniz-Universität Hannover gehört der Landkreis
Emsland zu den wenigen „metropolfernen Boomregionen“ Deutschlands. Haben
die Reporter davon nichts bemerkt? Warum fand der Fotograf nicht „halb
verfallene Katen“, sondern recht neue Wohnhäuser (mit akkuraten
Vorgärten)? Warum sind im Pfarrgebiet genauso viele Taufen wie
Beerdigungen? In den meisten Gegenden Deutschlands, auch katholischen,
ist dies anders.

Ich hoffe, Sie nehmen meine Bemerkungen zum Anlass, noch einmal
nachzurecherchieren. – Adolf Ronnenberg


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Leider hat Sabine Rückert Recht. Das Urteil  wird bei den Menschen, die
glauben in einem „Un“-Rechtsstaat zu leben, sie in ihrem Glauben
bestätigen und vermutlich leider auch die Wut dagegen verstärken. – Geelke Braun


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Die verhängte Strafe ist hart, ja. Das Bagatellisieren und Relativieren der Straftat („zum Sanitäter musste er deshalb nicht…“) durch die Autorin ist für mich allerdings nicht nachvollziehbar. Steckt dahinter gar grundsätzliches Verständnis und Sympathie für die gewalttätigen Ausschreitungen  im Rahmen des G20 Treffens in Hamburg? Der Täter hat einen Polizisten zielgerichtet und sehr bewußt mit Glasflaschen beworfen. Lediglich seiner Schutzausrüstung hat der Polizist es zu verdanken, nicht schwerer verletzt worden zu sein. Für die Bewertung der Tat, ist es für mich als Nicht-Jurist allerdings weitgehend unerheblich, ob der Polizist Schutzkleidung trug oder nicht. Entscheidend ist der Vorsatz des Täters. Der Vorsatz wird auch dadurch nicht abgemildert, dass es sich um „zufällig herumliegende leere Bierflaschen“ handelte.  Soll damit eine Mitschuld der Hamburger Müllabfuhr angedeutet werden (polemisch, ich weiß). Der Verweis auf das Alter des Täters ist eine weitere Beschwichtigung („… von 21 Jahren gerade erst erreicht ….“). Es gibt drei Jahre Übergang vom Jugend- auf das Erwachsenenstrafrecht, irgendwann ist eben mal Schluss. Mit dieser Art bewertender Beschreibungen verharmlost die Autorin bewußt(?) die Tat. – Dietmar Baier


Leserbrief zu „Und was habt ihr geschafft?“ von Stefan Schmitt et. al

Diese Seite erzeugt bei mir in mehreren Punkten Widerspruch:

„Alles hier dauert lange“:

Wenn ich in einem fremden Land Fuß fassen will, warte ich nicht jahrelang auf Integrationskurse. Die Integration ist eine Verpflichtung des Migranten nicht des aufnehmenden Landes. Dazu gehört das Erlernen der Sprache des Landes. Wenn ich den ganzen Tag nichts anderes zu tun habe, ist es nach meinem Verständnis nicht zu viel verlangt, innerhalb von sechs Monaten eine Sprache zu erlernen und mir die Kultur des Landes zu erschließen. Dies gelingt selbstverständlich nicht, wenn der Migrant seine Zeit bevorzugt mit Landsleuten verbringt und in arabischen Läden einkauft.

Abgesehen davon hat ein anerkannter Kriegsflüchtling dem Asylrecht nach nicht automatisch ein dauerhaftes Bleiberecht. Wenn der Fluchtgrund – der Krieg in Syrien – hoffentlich bald zuende geht, gibt es keinen Grund für Asyl.

„Mir fehlt die Fröhlichkeit“:

Der Journalist ist seit zwei Jahren in Deutschland, spricht trotzdem nur unzureichend Deutsch. Er erwartet aber, dass er in Deutschland einen Job als Journalist findet. Ist das nur unrealistisch oder schon frech? Er ist auf Kosten des Steuerzahlers viel durch Deutschland gereist. Da hatte er natürlich keine Zeit, Deutsch zu lernen und sich eine Arbeit zu suchen.

„Nach Silvester war es etwas schwierig“:

Das Jobcenter muss ihm die Miete für die kleine Wohnung bezahlen, da sein Einkommen zu gering ist, aber das ist kein Hinderungsgrund, schon mal Nachwuchs in die Welt zu setzen.

Gleichzeitig verzichten deutsche Paare auf Kinder, da sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sein wollen!

Insgesamt habe ich das ungute Gefühl, dass es den Flüchtlingen in Deutschland viel zu leicht gemacht wird. Unterkunft, Essen, Kleidung, Integrationskurse, Sprachkurse – alles wird unbefristet finanziert, ohne dass Bedingungen oder gar Forderungen daran geknüpft werden. Sie kommen in den vollen Genuß des Sozialstaates.

Gleichzeitig werden Mitmenschen, die 30 oder 40 Jahre in Deutschland gearbeitet, Steuern und Sozialabgaben gezahlt haben und unverschuldet arbeitslos oder arbeitsunfähig werden, den Grausamkeiten der Hartz IV Gesetze ausgeliefert. Innerhalb von 1,5 oder zwei Jahren haben diese Mitmenschen den gleichen sozialen Status wie ein Flüchtling! Und es gibt heute schon viele Rentner unterhalb der Armutsgrenze! Auch sie haben den gleichen sozialen Status wie ein Flüchtling!

Für diese Mitmenschen stellt dies einen entwürdigen sozialen Abstieg dar. Dagegen ist für viele Flüchtling Hartz IV ein Aufstieg ins Paradies! Kein Wunder, dass der überwiegende Teil der Flüchtlinge nach Deutschland wollen.

Dies wird für unsere Gesellschaft eine riesige Herausforderung und birgt für unsere Demokratie große Gefahren! – Rainer Funke


Leserbrief zu „Macht Merkel noch Merkels Flüchtlingspolitik?“ von Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing

In der ZEIT Nr. 36 von 2017 schreiben Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing, auf Seite 4 unter anderem: “… dieselbe Kanzlerin hat zugesehen, wie exakt das geschah – Dänemark und Schweden schlossen die Grenzen, Österreich auch, Ungarn, Spanien und Bulgarien bauten Zäune oder hatten das längst getan.”… Anschließend: “Die Euro-Krise hat letzten Endes Mario Draghi für Merkel gelöst, …” Im Gesamtzusammenhang des Artikels sehe ich dieses beides als Vorwurf eines Versäumnisses bzw. eines Versagens gegenüber der Bundeskanzlerin an. – Als Rentnerin und ehemals kleiner Angestellter fehlt mir möglicherweise die geistige Fähigkeit, das zu verstehen: Aber was hat die Kanzlerin der Deutschen Bundesrepublik für ein Versäumnis begangen, wenn souveräne Nachbarstaaten ihre Grenzen schließen? Und wieso hat Mario Draghi “für Merkel” die Euro-Krise gelöst? Nach meinem bisherigen Verständnis ist Mario Draghi Chef der Europäischen Zentralbank, ich habe niemals irgendwo gehört oder gelesen, daß “Merkel” ihm übergeordnet sei. – E. Seysen


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Meine Wut auf den Punkt gebracht: Ich möchte gerne selbst entscheiden, ob ich mir Porno reinziehe oder nicht. Und nicht via Zeit-Magazin zwangsbeglückt werden!

Nicht nur, dass gefühlt jedes zweite Magazin sich inzwischen irgendwelchen Luxusthemen widmet einschließlich nicht gerade Alltags-tauglicher Modestrecken – jetzt soll ich mich nach Ihren Vorstellungen offenbar auch noch seitenweise mit den lasziv gespreizten Schenkeln eines Models mit Pippi-Langstrumpf-Grinsen auseinandersetzen – man könnte meinen, dass eine Horde von Pädophilen die Redaktion besetzt hätte.

Nach 46 Jahren Zeit-Abo (und vielen Jahren, in denen das Zeit-Magazin meine absolute Lieblingslektüre war!!!) verlange ich künftig die Lieferung der Zeit ohne Zeit-Magazin. Auf die entzückenden Karikaturen und tief schürfenden Gedanken von Janosch muss ich dann leider schweren Herzens verzichten. Aber was Sie seit rund zwei Jahren als Mutante des früheren Journals liefern, ist überwiegend unerträglich! – Jutta Hein


Leserbrief zu „Hängen Sie Bilder auf!“ von Katharina Heckendorf

Meine Erfahrung zeigt mir: Einen wesentlichen Faktor wird bei all den Tests und Umfragen aussen vor gelassen, weil die Traute dafür fehlt.
Ich habe in meinem langen Leben unzählige Bewerbungsschreiben und Bewerbungsgespräche geführt.
Erste Feststellung: Die Frauen sind oft intelligenter als die Männer.
Zweite Feststellung: Das hat mit der Leistungsfähigkeit sehr wenig zu tun.
Dritte Feststellung: Die Gebährfähigkeit ist das Alleinstellungsmerkmal einer Frau und damit hinderlich für eine  gehobene Positionen. Und wenn es noch eine gutaussehende Frau ist, sind in den Chefetagen Hahnenkämpfe nicht auszuschließen, und das behindert die Leistung.
Als ehemaliger Unternehmensberater, auch für Personalfragen behaupte ich; wir werden die Kuh nie vom Eis kriegen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Frau Özoguz mag ja eine nette Frau sein, als Integrationsbeauftragte ist sie leider eine krasse Fehlbesetzung. Gerade als Integrationsbeauftragte müsste sie wissen, dass es jenseits der Sprache sehr wohl spezifisch Deutsches gibt. Ob man das kennen muss, ist eine Frage. Man muss aber wissen, dass es es – wie bei  jedem anderen Volk gibt. Über den Iran würde Frau Lau solch einen Unsinn nie sagen; hier findet sie diesen Unsinn richtig. – Wolfgang Engel


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Es spricht sehr für Sie und Ihre Redaktion, dass Sie die Wachheit und
den Mut aufbringen, dieses Urteil als den ungeheuerlichen Vorgang
darzulegen, den es darstellt. Einen scheinbar zufällig herausgegriffenen
Nebentäter als Stellvertreter derart hart zu verurteilen ist
verantwortungslos und unseres Rechtsstaats nicht würdig. Wenn
tatsächlich eine (bewiesene) Vergewaltigung im Regelfall milder oder
auch nur gleich schwer bestraft wird, obwohl diese ein ganzes Leben
zerstört, steht das in keinem Verhältnis. Hier hat ein Richter
entschieden, seinerseits ein Leben zu zerstören. Ein hoher Preis für ein
abschreckendes Beispiel, das als solches kaum Wirkung entfalten wird. Es
bleibt nur zu hoffen, dass die Revisionsinstanz dieses Fehlurteil als
solches erkennt. Danke für die gründliche und reflektierte Analyse! – Julian D.


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Die AfD schmeißt mal wieder mit Dreck, ganz gezielt mit dem tiefbraunen. Viel mehr haben sie offensichtlich nach wie vor nicht in der Hand.

Diese Partei stört sich realiter nicht im Mindesten daran, für die Aussicht auf einen wahlpolitischen Erfolg das letzte bisschen menschlicher Vernunft, Empathie und Schamgefühl über Bord zu werfen.

Doch wer für seine „Werte“ Gewalt anwendet und sei es verbal, der hat nichts, das wert wäre, erreicht oder verteidigt zu werden.

Überdies, eine Partei ist so radikal wie ihr radikalste Mitglied; insbesondere gilt dies freilich, wenn es sich es sich dabei um einen sogenannten Spitzenkandidaten wie Gauland handelt.

Das sollte sich jede und jeder zu Herzen und zu Verstand nehmen, die/der demnächst die Wahl hat.

Denn Demokratie ist, was wir daraus machen. Das ist die Wahrheit, und die wird man ja wohl noch sagen bzw. schreiben dürfen. – Matthias Bartsch


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Die Art und Weise, in der Sie die junge Frau darstellen, ist nicht meine Westliche Kultur. Und ich überlege, ob Die Zeit noch meine Zeitung ist. – Liselotte Bollmann


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Die beiden o.g. Beiträge zum Prozess sind meiner Meinung nach eindeutig zu Täter-freundlich verfasst:
Woher wissen sie das Peike S. die Flaschen „spontan“ geschleudert hat? Wer extra aus einem Nachbarland anreist, um an einer Demonstration namens „Welcome To Hell“ teilzunehmen, erweckt bei mir nicht den Eindruck „spontan“ Gewalt gegen Polizisten auszuüben. Und die Tatsache, dass Polizisten nur noch gepanzert in solche Einsätze gehen können, sollte an dieser Stelle auf keinen Fall eine Straf-mindernde Wirkung haben! Der Angeklagte warf auf Kopf und Bein, nicht auf Helm und Beinpanzerung.
Warum sollte sich der IQ des Angeklagten zudem positiv auf das Strafmaß auswirken?Wenn Peike S. hochbegabt ist, hätte er sich meiner Meinung nach auch ausmalen können was passieren kann, wenn man Flaschen auf Polizisten schleudert.
Die Mutter von Peike S. tut mir auch leid- aber die Mütter der Polizisten, die tagelang Angst um Ihre Söhne und Töchter hatten, haben meiner Meinung nach mehr Mitleid verdient. Und der Kommentar zu ihrem Aufschrei ist letztendlich völlig fehl am Platz- denn seit wann richtet sich die Justiz eines Landes am Empfinden der Angehörigen eines Angeklagten?
Ich denke ich spreche vielen Hamburgern aus der Seele wenn ich das Urteil als angemessen beschreibe.
Durch Artikel wie diese liefern Sie der AFD und ähnlich Gesinnten nur Futter für Ihre fehl-geleitete Argumentation. – Klaus Rätzke


Leserbrief zu „Der nette Herr G.“ von Harro Albrecht

Jetzt halten Sie mal die Luft an.
Ihr Autor weiß wohl nicht was er schreibt.
Ich bitte Sie,: Krankenhäuser eine Katastrophe, Arztpraxen eine Katastrophe und Ausbildung scheint auch gravierende Mängel zu haben.
Ich Berichte aus eigenen Erfahrungen.
Erst in Singapur konnte man mir helfen.
Auch das immer wieder hochgelobte Gesundheitssystem (das beste der Welt) ist ein Märchen.
Durch eine Schilddrüsenoperation bin ich erst richtig krank geworden.
Ich habe heute Schwächephasen die ich vor der Operation nicht kannte.
Die Ursache dafür kann mir keiner sagen.
Ihren netten Herrn G. habe ich das auch alles mitgeteilt – kein Echo. Nichts!
Wahrscheinlich vergisst er vor lauter Nettigkeit seine Verantwortung für die Ärzteschaft und seine Krankenversicherten , die in die Fänge der Ärzteschaft geraten sind. Da gibt es dringend Nachholbedarf.
Und auch die gesetzlichen Krankenkassen kennen kein Padon.
Nun gehöre ich nicht zu den Menschen, die das nicht alles finanzieren können. Andere müssen mit Wut im Bauch das alles ertragen.
Jetzt lese ich : die Barmer Ersatzkasse hat im letzten Jahr einen Überschuss von etwa 14 Mill. eingefahren.
Ihr netter Herr G. wird dafür wahrscheinlich auch gelobt. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Den meisten Aussagen Ihres Artikels stimme ich zu. Aber dem Satz „Jenseits der Sprache gibt es nichts spezifisch Deutsches“, den Sie von Frau Özoguz zitieren, stimme ich nicht zu.
Stimmen Sie diesem Satz zu? Das wird für mich aus Ihrem Artikel nicht deutlich.
Ich stimme Ihnen zu, „dass wir permanent aushandeln, wie wir hier miteinander leben wollen.“ (Zitat von Ihnen)
Aber das heißt doch nicht, dass die Sprache das einzige ist, was Deutschland/ deutsche Kultur/ Deutschsein ausmacht, finde ich.
Was „das Deutsche“ ist, das über die Sprache hinausgeht – darüber darf
gestritten werden.
Aber ich wehre mich dagegen, dass es gar nichts über die Sprache hinaus gehendes sein soll, wie Frau Özoguz offensichtlich meint.
Es wäre schön, wenn Sie diesen Punkt konkretisieren könnten. – Anselm Schardt


Leserbrief zu „Die DDR war meine Rettung“ von Stephan Lebert und Florian Illies

Regelmäßige Besuche bei Freunden in der DDR waren für viele im Westen über die Jahre ein nicht zu übersehender Kalendereintrag. Dazu traf man sich gern in Ost-Berlin und hatte, abhörsicher, ausreichend Zeit für das,was man lieber nicht schrieb.Unsere Freunde ein Ärztin-Pfarrer-Ehepaar aus Dresden.Nicht zuletzt mit Büchern bepackt,rückten wir regelmäßig an.
Es gab riesige vom Krieg hinterlassene freie Flächen.An deren Rändern
häufig heruntergekommene Mietskasernen.Genug ausgequatscht,wollten wir
Vier anscheinend wieder unter Menschen und lasen  Chausseestraße.Hier
tauchte bei mir sofort der blaue Plattencover gleichnamigen Titels und
der Ergänzung 131 auf,Biermann auf burgartigem Ledersessel in der Mitte
mit Gitarre.Zumindest eine längere Diskussion unter uns,ob oder lieber
nicht,blieb aus.Wir suchten und hörten schließlich aus einem der oberen
Stockwerke Gitarrenackorde,das heißt:Fenster geöffnet!Eine uralte
Messingklingel und der Öffner summte.

Wohl drei Etagen hoch knarzten die Treppen und die kleinwüchsige „Oma Meume“ stand im Türrahmen,umstandslos,und bat uns hinein.Kurze
Vorstellung,die Dresdner sehr leise,und „wollten bloß mal kurz
reinschauen,da gerade in der Gegend“.Biermann stand nicht auf,stärkte
sich an fettem Geräucherten auf einem runden Brettchen und wischte sich
durch seinen Schnauz.Was ich so sagte,gefiel ihm wegen der
Ausdrucksweise nicht.Ich war Evangelischer Pfarrer in Bayern,hatte unter
anderen bei Gadamer,Löwith,Käsemann studiert.

Ich wollte keine Diskussion,auch weil die Umgebung merkwürdig familiär
und,versteht sich,voll verwanzt war.Unsere Blicke wahrscheinlich auf
erwähnten Sessel gerichtet,griff Biermann,gestärkt,quasi
alltagsroutiniert auf Konfrontation aus mit denen“in den grünen
Kisten“,unsere Erwartungen auf und schmetterte aus seiner Burg.Seine
zierliche Lebensgefährtin huschte kurz herein,freundlicher
Augenaufschlag,und wieder raus.Es war Sonntag.

Kurz unterhielten wir uns noch über den „Dra-Dra/Die große
Drachentöterschau“,woran Biermann gerade arbeitete.-Gute Wünsche und wir
waren wieder draußen. – Prof. Hans-A. Rosenberg


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Ich stimme Ihrer im Artikel geäußerten Meinung nicht zu, sondern ich halte das Urteil des Richters für richtig. Sie beschreiben die Tat (Werfen von Bierflaschen auf Polizisten) und
kommentieren das mit dem Satz „Das war’s“ und der Bezeichnung „Mitläufer“.
Damit verharmlosen Sie meiner Meinung nach diese Straftat. Sie schreiben auch, dass sich der getroffene Polizist nicht hat medizinisch behandeln lassen – wollen Sie mit dieser Bemerkung die Tat relativieren und verharmlosen? Die Konsequenz kann nicht sein: Weniger Strafe für diesen Fall, sondern mehr Strafe für schlimmere Fälle und die von Ihnen genannten „Rädelsführer“.
Eine ganz andere Frage ist die von Ihnen angesprochene des Strafvollzugs.
Falls der so abläuft wie von Ihnen angedeutet („Gesellschaft von Gewaltverbrechern und Drogendealern“), stimme ich Ihrer Kritik insoweit zu, als das vielleicht nicht zur Besserung und Resozialisierung des Täters führen wird.
Aber die Konsequenz müsste meiner Meinung nach nicht weniger/ kürzere Strafe, sondern eine andere und geeignetere Unterbringung des Verurteilten sein. – Anselm Schardt


Leserbrief zu „Macht Merkel noch Merkels Flüchtlingspolitik?“ von Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing

In Summe stellt dieser Artikel eine Menge berechtigter Fragen und gibt
zum Teil auch schlüssige Antworten. Ich muss aber zugeben, dass mir an
einer Stelle dann doch Zweifel kamen, ob hier am Ende richtig
recherchiert wurde. Es wird, eher rhetorisch, die Frage gestellt, warum
es denn unzumutbar gewesen sei, in jenem September 2015 die große Gruppe
Flüchtlinge, die aus Ungarn sich zu Fuß über Österreich auf den weg
Richtung Deutschland gemacht hatte, „den üblichen Einreisekontrollen zu
unterziehen“. Bis dato hatte ich gedacht, es sei ausreichend bekannt,
dass in dieser Situation innerhalb von 12 Stunden entscheiden werden
musste, was einer einer Grenze passieren soll, die zudem gar keine mehr
ist. Es wurden, wie immer wieder gerne geschrieben wird, damals keine
Grenzen geöffnet. Es wurden damals keine Grenzen geschlossen. Für mich
ist das ein sehr wichtiger Unterschied. Die hier vermissten
Registrierungen wurden nachgeholt und, laut BAMF, waren dieses Arbeiten
im Sommer 2016 beendet. – Carsten Schmidt


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Mit viel Zustimmung habe ich Ihren Artikel „Kleines Licht“ gelesen. Darin geht es um das überhohe Strafmaß mit dem nach dem G8-Krawallen in Hamburg einer der „Krawallmacher“ bestraft wurde Ich hätte mir gewünscht dass Sie in Ihrem Beitrag noch zwei weitere Themen ansprechen: Zunächst, ob denn gegen das Urteil noch Rechtsmittel eingelegt werden können, wenn ja wie und von wem? Auch die Staatsanwaltschaft wird sich ja fragen ob Sie das hohe Strafmaß für richtig hält. Außerdem hätte ich mir einen Querverweis auf die aktuelle Diskussion über Gewalt in Fußballstadien gewünscht. Da geht es auch um Landfriedensbruch. Wird hier mit einheitlichem Maß gemessen? Wie stehen Sie hierzu? Sie haben ja sicher die Gelegenheit den zweiten Punkt an anderer Stelle anzubringen. – Martin Lewit


Leserbrief zu „Und was habt ihr geschafft?“ von Stefan Schmitt et. al

Ich habe Ihre Berichte mit Interesse gelesen. Ich weiß fast nichts über Ihre persönlichen Schicksale und möchte deshalb zurückhaltend im Urteil sein.

Sie beide sind nach Deutschland geflohen. Sie sagen: Sie vermissen das Meer, die Wüste, die fröhlichen Menschen ihrer Heimat. Ihren zurückgelassenen Verwandten geht es gut. Aber alles hier dauert lange.

Bei allem Respekt: Ich wundere mich ein wenig über Ihre Sicht auf das eigene Schicksal. Und ich möchte Ihnen einige Fragen stellen. Sie müssen mir nicht antworten. Aber bitte beantworten Sie diese Fragen für sich selbst.

Warum haben Sie eigentlich Ihre Heimat verlassen?

Warum haben Sie Ihre Familie zurückgelassen, sie einem ungewissen Schicksal übergeben und damit letztendlich Ihrer Verantwortung, Ihrem Schutz entzogen?

Was hatten Sie erwartet, außer Rettung aus größter persönlicher Not? Halten Sie es für gerechtfertigt, mehr zu beanspruchen? Was wäre dies, und warum?

Was hatte Ihre Erwartungen geformt und wie, dachten Sie, würden Sie mit den unvermeidlichen Enttäuschungen umgehen?

Und, ich stelle diese Frage bewusst nicht an den Anfang, aber sie ist dennoch notwendig:

Ist Ihnen bewusst, dass irgendwo in der Bundesrepublik ein Werktätiger mehrere Stunden am Tag nur dafür aufwendet, Ihnen den Lebensunterhalt zu sichern, bis Sie dies, was ich Ihnen von ganzem Herzen wünsche, selbst tun können?

Ich verstehe Ihre Wünsche und Ihr Unbehagen, aber: Ihr Denken und Fühlen konzentriert sich zu sehr auf die erlebte Diskrepanz zwischen dem Erwarteten dem Gefundenen. Sie hatten ein besseres Syrien, ein besseres Libyen vor Augen. Stattdessen haben Sie ein Land bekommen, dessen Regeln, dessen verborgene Konventionen und dessen zwischenmenschliche Signale Sie nicht verstehen. Ich erwarte nicht, dass Sie dies von Anfang an hätten können müssen. Ich kenne dieses Gefühl der Ratlosigkeit und Frustration in völlig fremden Kulturen nur zu gut, denn ich arbeite viel mit Menschen in Asien (Japan, Korea, Taiwan), auch mit Muslimen (Malaysia) vor Ort in ihren Ländern zusammen.

Aber Sie müssen es lernen. Und zwar schnell. Sehr schnell.

Gewiß, Sie formulieren keine Vorwürfe, Sie sprechen über Befindlichkeiten und Sehnsüchte. Aber ich erkenne, dass Sie die beschriebene Diskrepanz für sich persönlich bisher nicht verarbeitet haben.

Es geht nicht darum, dass Sie einen Kniefall der Dankbarkeit vor uns machen. Aber Sie sollten uns, bevor Sie über Befindlichkeiten und Enttäuschungen sprechen, zuallererst spüren lassen, dass Sie selbst sich Gedanken darüber machen, mit welchen Erwartungen und Ansprüchen Sie Menschen gegenübertreten, die Ihnen Schutz in der Not bieten. Einer Not, für die die Hauptverantwortung in Ihren Heimatländern, bei Ihren früheren Mitmenschen zu suchen ist. Die Menschen, die Sie aufgenommen haben, werden Ihren Lebensunterhalt noch über Monate oder Jahre erarbeiten, manchem vielleicht ein Leben lang. Sie folgen dabei selbst gegebenen Regeln, die in Ihren Herkunftsländern völlig undenkbar sind. Sie tun dies manchmal fröhlich und manchmal mürrisch – aber sie tun es, ohne sich bei Regelverletzungen gegenseitig mit Ausgrenzung, Verachtung und Tod zu bedrohen, so wie das in Ihren Heimatländern seit Hunderten von Jahren praktiziert wird.

Sie treten Menschen gegenüber, die etwas anbieten wollen, was zeitweise oder endgültig Ihre Heimat werden könnte.  Die Mehrheit von uns möchte Ihnen zulächeln. Aber sie möchte spüren, dass Sie wertschätzen, was Sie bei uns vorfinden. Dann gewiss, aber auch nur dann, werden sie sich öffnen und Sie tatsächlich willkommen heißen. – Matthias Wagner


Leserbrief zu „Was glauben Sie, wie das knistern würde!“ von Tina Hildebrandt

Zum trotzigen und verzweifelten „Ich will Kanzler werden“ des Martin Schulz zitiere ich aus dem „Buch der Unruhe“ von Fernando Pessoa:

„Wollen heißt nicht können. Wer konnte, wollte, ehe er konnte, konnte aber erst danach. Wer will, wird niemals können, denn er verliert sich im Wollen“.

Ebenso inflationär wie Schulz sein „Ich will“ posaunt, zaubert er inzwischen, sehr verbindlich, Vorhaben und Versprechen aus dem Hut, die eher neue Zweifel an seiner staatsmännischen Souveränität und Kompetenz aufkommen lassen als Souveränität und Sicherheit auszustrahlen. Dies alles macht den Eindruck, dass es nicht auch vom Ende her durchdacht ist, sondern allein als Mittel zum Zweck „Ich will“ dient. – Dr. Herbert Powelz


Leserbrief zu „Europa ist mehr als der Euro“ von Roman Pletter und Mark Schieritz

Vielen Dank für das kluge Interview mit dem früheren Verfassungsrichter Udo Di Fabio. Fragen und Antworten treffen den Kern der Diskussion über EZB- und EURO-Rettungspolitik. Je weniger  hier dem Primat des Rechts zur Durchsetzung verholfen wird, desto mehr wird die Glaubwürdigkeit der Politik ausgehöhlt zum Schaden des gesamten Europäischen Projekts. – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Wenn ihr starker Arm es will“ von Andrea Böhm

Dass der gesellschaftliche Wandel in Saudi-Arabien durch den erforderlichen wirtschaftlichen Umbau begünstigt wird und dadurch Frauen endlich mehr individuelle Entfaltungsmöglichkeiten einfordern können und auch wahrnehmen, ist erfreulich. Wenn Traditionalisten und Wahhabisten versuchen, das trotz akuter Notwendigkeit zu verhindern, wirft das die Frage nach deren Motiv auf. Vordergründig berufen sie sich auf ihr Religionsverständnis, aber darum geht es eigentlich nicht, sondern um die Frage, ob Gesellschaften grundsätzlich eher offen nach außen und innen oder mehr durch einzuhaltende Vorschriften reglementiert werden sollen. Mit Religion hat das jedenfalls nichts zu tun, sondern mit Machterhalt, der Angst vor Neuem und dem Festhalten an passiven, lethargischen Grundhaltungen. Nur ja nicht von Strukturen abweichen, die angeblich schon immer das gesellschaftliche Erscheinungsbild bestimmt haben. Die Wahhabiten sollten sich zuerst einmal selbst fragen, was Religion überhaupt sein könnte – und dazu müssten sie sich der Bewährung im Kontakt mit anderen stellen, anstatt im egomanischen Rausch des Exklusivismus zu verharren. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Und als Nächstes Kolumbus?“ von Christian Staas

Staas versucht mit fragwürdigen Argumenten die Taten linker Hooligans zu unterstützen: die Standbilder können relativiert werden, wenn der Stand des kollektiven Bewusstseins so weit sein wird, aber sicher nicht durch Gewalttaten. „Denkmale stürzen – warum nicht!“ ist nur dumm, man erwartet von Zeit etwas mehr durchdachte Überschriften. – Marek Pelc


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Es ist bezeichnend, dass man sich nicht mit der kalkulirter Provokation von A. Özoguz auseinandersetzt sondern nur mit der  Gaulands. – Marek Pelc


Leserbrief zu „Was wird aus dem neuen Berliner Flughafen?“ von Claas Tatje und Mark Schieritz

Bestürzend zu sehen, wie auch die Zeit sich im Populismus von Volksabstimmungen verfängt. Der Volksentscheid in Berlin geht nicht der Frage nach „Was wird aus dem neuen Berliner Flughafen“ und ob dieser begraben oder fertig gestellt werden soll wie der Artikel suggeriert. Es geht einzig und allein darum, ob Tegel nach Fertigstellung vom BER nicht doch – trotz gegensätzlicher Gesetzeslage – weiter betrieben werden soll  Dass viele Wähler der Regierung und Verantwortlichen für das Disaster der BER Baustelle einen Denkzettel verpassen wollen, ist verständlich, hat aber mit dem Volksentscheid nichts zu tun. Hier geht es um die zukünftige Stadtentwicklung Berlins, inkl. tausender neuer Wohnungen, eine mögliche Komplettsanierung eines maroden Flughafens und die Gesundheit von über 300.000 Menschen, die Tag und Nacht unter dem Fluglärm eines innerstädtischen Flughafnens leiden. Bedauerlich, dass die Zeit dies nicht klarer zu trennen vermag. – Markus Knigge


Leserbrief zu „Die DDR war meine Rettung“ von Stephan Lebert und Florian Illies

Der nach seiner spektakulären Ausbürgerung aus der Ex-DDRR erwartete ganz große Erfolg war nicht zu vernehmen, obwohl er von den Medien hofiert wurde. Er hatte eine politisch gesehen „weiße Weste“ und brauchte die neue Gauck-Behörde nicht zu scheuen. Im Gegenteil. „Leichte“ Songs waren nie sein Brot. Dennoch wäre er künstlerisch in der Lage gewesen, wenigsten einen „eingängigen“ zu kreieren. Er ist fast so bekannt wie Reinhard Mey, seine Lieder indes nicht. Wolf Biermann ist übrigen der Erfinder des Begriffs „Liedermacher“, dessen Übersetzung aus dem Englischen sich hier nie so richtig „einbürgerte“. – Günter Schullenberg


Leserbrief zu „Charakterlich ungeeignet“ von Felix Rohrbeck

Wow, die Pleite eines privaten Autobahnbetreibers verheimlichen, während man die Autobahnprivatisierung vorantreibt! Nach der Autobahnmaut, die mittelfristig vor dem Europäischen Gerichtshof scheitern wird, und dem großen ‚Dieselskandal‘, der eigentlich nur ein Symptom für etwas Größeres ist, was man angesichts der angehenden Klimakatastrophe einen politisch begleiteten Suizidversuch des Autolands Deutschlands nennen darf, kommt nun also der nächste Streich des Alexander D. heraus! Ein gewisses ästhetisches Wohlgefallen kann man freilich nicht verhehlen, denn selten gleicht das Leben so der Literatur: ein rücksichtsloser Aufstiegscharakter wie aus einem modernen Schelmenroman. Moralisch freilich revoltierend. Und was sagt es über eine Partei aus, so einen zum neuen Zugpferd machen zu wollen? Nicht weniger als den Verlust jeglichen Urteilsvermögens. – Matthias Meindl


Leserbrief zu „Der nette Herr G.“ von Harro Albrecht

Eine Hymne auf den Gesundheitsminister. Aber warum geht die Not der Hebammen mal wieder bei diesem Thema unter? Überall fehlen sie, die Versicherungsfrage ist nicht gelöst, die Bezahlung ist miserabel – nach wie vor.  Ich erhoffe mir, dass Sie das aufgreifen und nicht nur Herrn Gröhe feiern. – Gabriele Heise


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Sabine Rückert verharmlost die Geschehnisse in Hamburg in einer nicht hinzunehmenden Weise.Der Niederländer Peike S. aus Amsterdam bzw. die Polizisten, die er mit Flaschen und Molotowcocktails beworfen hat, haben Glück gehabt, daß seine Taten keine größeren Folgen hatten. In kauf genommen hat er Verletzungen und schwere Schäden allemal.
Frau Rückert will Mitleid wegen des Urteils hervorrufen, was völlig fehl am Platze ist. Zwei Jahre und sieben Monate hat das AG HH verhängt, also 31 Monate. Frau Rückert müßte wissen, daß es in Deutschland absolut üblich ist, daß nach der Hälfte der Verbüßung der Strafe ein Ersttäter entlassen und der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Peike S. kann also nach höchstens 16 Monaten, die er „in der Gesellschaft von Drogendealern und Gewaltverbrechern“ verbringt, weiter demonstrieren. Zusammenfassend ist festzuhalten, daß der Täter Peike S. dieses Urteil in jeder Hinsicht verdient hat und daß der Richter in Hamburg ein richtiges Zeichen gesetzt hat.
Peike S. und die anderen gewalttätigen „Demonstranten“ haben schwere Straftaten begangen.“

P.S.: Ich bin von Beruf RA und Notar. In meiner aktiven Zeit -ich bin 69 Jahre alt- habe ich überwiegend als Strafverteidiger gearbeitet und hatte es dabei
mit vielen Gewaltdelikten zu tun. Ich bitte Sie jedoch, von der Nennung meiner genauen Adresse und meines Berufes Abstand zu nehmen, falls Sie meine Ausführungen bringen. „Wenden“ würde reichen. – Willy Müller


Leserbrief zu „Houston, du bist das Problem!“ von Dirk Asendorf et. Al

Walt Disney konnte nicht ahnen, dass Mickey und Donald mal die USA regieren würden (Vize Mike Pence). Was er aber genau kannte, waren die Fehler beim Bau. So symbolisierte der  „große, böse Wolf die Hurrikans, die es schon damals gab, mit den entsprechenden Folgen für schlechte Bauten. An Schweinchen Schlau scheiterte er, weil der sein Haus als massiven Steinbau errichtet hatte. Wäre diese pädagogische Komponente in den Mickey-Maus-Heftchen im Bewusstsein der Houston-Bevölkerung verankert, gäbe es vergleichsweise nur geringe Schäden. Mit der aktuellen Katastrophe wird sich hoffentlich auch das Bewusstsein für Klima und Politik ändern. In den USA sollten dann Typen wie Schweinchen Schlau und Tick, Trick und Track regieren, um bei Walt Disney zu bleiben. – Klaus Zieglmeier


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Das mich meine ZEIT im Magazin wieder einmal mit einem Modeheftt „beglückt“, war ja längst überfällig.

Der Bericht über das sogenannte „neue Deutsche Supermodel Anna Ewers gibt aber doch zu denken.

Am Anfang ( Seite 36 ) erfahre ich als Leser, daß „Sie in NewYork lebt und dauernd um die Welt fliegt – für Modeaufnahmen …“ !

Angesichts der gerade wieder aktuellen krassen Auswirkungen des Klimawandels in der Welt erwarte ich eigentlich von Journalisten der ZEIT ein paar kritische Fragen an die junge Dame bzgl. ihre Verantwortung für diesen Globus. Hinweise darauf sind leider nicht vorhanden.

Dazu passt dann das Foto auf der Seite 64: Frau Ewers in lasziver Haltung sitzend – natürlich ( leider ) – mit einer Zigarette in der Hand!

Wieviel hat die Tabakindustrie der jungen Frau, und wieviel der Redaktion für dieses Foto gezahlt? Hier handelt es sich um Schleichwerbung für ein Prodkukt, dessen Schädlichkeit bekannt und unbestritten ist.

Das meine ZEIT im Jahr 2017 noch Personen mit Zigaretten in der Hand abbildet – ist unglaublich.

Bleiben zwei Fragen:

  1. Was hat sich der verantwortliche Redakteur dabei gedacht ( hoffentlich nicht „gar nichts“! )?
  2. Gibt es jemanden in der Redaktion, Dir sich auch meine dargelegten Fragen stellt? – Michael Luber

Leserbrief zu „Im Namen des Vaters“ von Stefan Willeke

Die als eine Ursache angesprochene Regulierungswut der Behörden nimmt tatsächlich inzwischen Formen an, die den Schluss erlauben, dass das Merkelsche „Land, in dem wir gerne leben“ nicht unbedingt Deutschland sein muss. Der Artikel zeigt aber leider auch, dass solche Leute wie die Murads einfach in diesem Land nicht ankommen. Auch die nächste Generation wird sich so verhalten und erst mal draufhauen. Für die Polizei ist das inzwischen Standard: in vielen Städten rückt sie grundsätzlich mit 3-6 Einsatzwagen an, weil eine solche Eskalation in Vierteln mit Muradscher Ethnie zum täglichen Brot gehören, während die Politik und die Medien stets mit „bedauerlichen Einzelfällen“ abwiegeln. Auch bei diesem Fall bleibt letztlich Wut zurück, weil der Täter vermutlich mehr oder weniger frei gesprochen wird, statt wegen versuchten Mordes einzusitzen, während ein Beamter den Rest seines Lebens als Schwerbehinderter verbringen darf und die Politik nach ausführlicher Würdigung der schweren Kindheit der Familienmitglieder weitere rechtliche Freiräume schafft, um den anständigen Teil der Bevölkerung um so mehr zu drangsalieren.

Um solchen Tätern wirksam zu begegnen scheinen mir folgende Maßnahmen notwendig:

  1. Die Polizei muss endlich mit Bodycams und Videotechnik ausgestattet werden. Es geht nicht mehr an, laufend dem Gesäusel irgendwelcher Datenschützer nachzugeben und damit Gesundheit und Leben der Beamten zu gefährden.
  2. Die Polizei muss taktisch und rechtlich anders eingestellt werden. In solchen Situationen wie der beschriebenen halte ich einen Waffeneinsatz für mehr als gerechtfertigt. Die Beamten sollen unser Rechtssystem verteidigen und nicht anstelle der Politiker Prügel beziehen.
  3. Bei Politikern aus bestimmten Ecken, die sofort der Polizei die Schuld in die Schuhe schieben, medienwirksames Geschrei anstimmen dürfen und dann auch noch von karrieregeilen Staatsanwälten und Richtern hofiert werden, sollte man Klartext sagen, was man von ihnen hält, und auf die ständige political Correctness pfeifen. Leute, die sich ständig für die Rechte von Verbrechern einsetzen, sind für solche Zuständen maßgeblich verantwortlich. – Gilbert Brands

Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

 

Sie haben ja recht mit Ihrer Empörung – aber überziehen Sie nicht ein
bißchen? Herr Gauland ist ein älterer Mann, gedankliche und
sprachliche black-outs kommen da schon mal vor. Immerhin sagt er, was er
denkt. Wie gehen Sie um mit den vielen, die ihre extremen Gedanken
erst durch einen moralischen Weichspüler und einen politisch korrekten
Filter laufen lassen, bevor sie sie aussprechen? Vielleicht war Herr
Gauland noch erregt durch die Unverschämtheiten Erdogans und das
Pöbeln seiner Hiwis im deutschen Wahlkampf?
Sollten Sie nicht eher statt solcher Maulhelden diejenigen ins
journalistische Visier nehmen, die im Namen einer Religion oder
Ideologie Andersgläubige und -denkende verbal und physisch vernichten wollen? Hier nämlich hört mein Humoren auf und mein Rumoren beginnt! Dschihadisten, islamistische Terroristen –
Kollateralschäden einer „einzigartigen“ Willkommenskultur! Schreiben
Sie eine ganzseitige Philippika gegen sie auf dem Deckblatt der
ZEIT! Spüren Sie sie auf und schicken Sie sie – natürlich nicht nach
Anatolien, sondern in die (Saudi-Arabische) Wüste! Dort können sie
ihren Haß an den Sanddünen auslassen! Wissen Sie, wovor ich (deutscher Christ)in meiner Heimat Angst habe, wenn ich „nachts aus unruhigen Träumen erwache“: daß ich – nicht erst in 10, 20 Jahren, wenn der Islam unser Land dominiert dank unserer weitsichtigen Asylpolitik, sondern schon jetzt –  keine Kritik an dieser Religion und
ihren missionarischen und gewalttätigen irdischen Vertretern zu üben
wage! Irgendein Mufti könnte eine Fatwa
über mich verhängen, irgendein strenggläubiger Moslem könnte sich verpflichtet fühlen, mich ins Jenseits zu befördern!
Erinnern Sie sich an Rushdie, Charlie Hebdo, den dänischen
Mohammedkarikaturisten…? Ich bin zwar schon ein alter Knabe, hänge  aber trotzdem an meinem Leben! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Mit dem Leitartikel von Frau Rückert verabschiedet sich die ZEIT aus der bürgerlichen Mitte, indem sie es gutheißt, dass Menschen auf andere Menschen Flaschen werfen. Dabei wird der linksterroristische Täter auch noch verteidigt, da er „nur“ einen gepanzerten Polizisten getroffen hat. Was hätte Frau Rückert denn geschrieben, wäre ein Journalistenkollege oder einer der unzähligen Gaffer von den Flaschen getroffen und schwer verletzt worden?

Ich fand es im Übrigen auch schamlos, nach den Krawallen die Schuld bei der Polizei bzw. Herrn Scholz zu suchen (s. hierzu Ihre Artikel). In München findet seit Jahrzehnten die Sicherheitskonferenz statt. Das führt aber zu allenfalls minimalen Beeinträchtigungen, obwohl auch hier höchste Sicherheitsstandards gelten und viele Polizisten vor Ort sind.

Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, wer für das Chaos und die Gewalt verantwortlich war: die Linksterroristen. Es ist kein Unterschied, ob man mit einem Transporter durch eine Fußgängerzone fährt oder ob man sich für eine Häuserschlacht gegen die Polizeit rüstet und sich hierfür verschiedenster Waffen bedient. Oder sind Polizisten keine Menschen? Man muss dankbar sein, dass nicht mehr passiert ist und das ist der Verdienst der Polizei.

Als der G8 in Heiligendamm stattfand, bemäkelte die ZEIT, alles sei abgeschottet und eingezäunt. Jetzt war es anders und wieder ist es nicht recht. Hauptsache meckern und jammern, so liebt es der deutsche Journalist.

Zu S. 4: Wann begreift die Politikredaktion endlich, dass es einen Unterschied macht, ob man zur Eindämmung einer schweren Krise der EU Bürgerkriegsflüchtlinge, die sich bereits in der EU befinden, in Deutschland aufzunehmen, oder ob man Millionen Afrikaner, die in Deutschland das Land, in dem Milch und Honig fließen, vermuten, von der Migration abhält. Anders formuliert: Ein Land mit 80 Millionen Einwohnern kann nicht eine Milliarde unzufriedene Armutsflüchtlinge aufnehmen.

Zur besonderen Situation in Libyen sei angemerkt, dass die EU die Wahl zwischen Pest und Cholera hatte, als sie sich beim Aufstand für die Rebellen und gegen Ghadafi entschied. Das Nation Rebuilding wird jedoch noch sehr lange dauern, bis dahin wird man kaum Schweizer Verhältnisse in den Flüchtlingslagern erwarten können. Es zwingt jedoch niemand die Flüchtlinge, sich auf den langen Weg durch halb Afrika und bis zur libyschen Küste zu machen.

Noch Anmerkungen zum Dossier von letzter Woche. Darin plädiert der Autor, die Berichterstattung über Terroranschläge zu unterlassen. Wie armselig. Es geht doch darum, wie man darüber berichtet. Nur kennt der moderne Journalismus eben keine objektive Berichterstattung mehr, sondern nur noch die Eventisierung. Wenn sonst nichts passiert ist, wird halt über den Radlsturz mit Verletzungsfolge in Karachi berichtet. Hauptsache Not, Leid und Elend.

Der Autor will ja v. a. nicht, dass anhand der Terrorberichterstattung erkennbar wird, dass die Flüchtlings- und Migrationswelle eben auch die Terrorgefahr erhöht hat. Oder sollen tatsächlich alle terroristischen Anschläge von der medialen Bildfläche verschwinden? Also keine Linkskrawall-Berichte, keine Berichte von geschändeten jüdischen Friedhöfen oder Übergfiffen von Rechtsradikalen gegen Flüchtlinge und Migranten? Oder gibt es da keine Nachahmergefahr?

Die Medien sollten sich vielleicht eher Gedanken darüber machen, ob die alleinige Möglichkeit, sich mittels Smartphone überall und ständig zu informieren, dazu führen muss, diesem sinnfreien Craving zum Zwecke der Umsatzgenerierung und Überhöhung der eigenen Bedeutung auch nachgeben zu müssen. – Dr. David Wolff


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Die Argumentationskette von Frau Rückert ist erstaunlich unschlüssig für die Titelseite der ZEIT.

Nur weil man der Rädelsführer noch nicht habhaft geworden ist, soll man die Täter nicht hart bestrafen und sie mal wieder verstehen bzw. von Sozialarbeitern bequatschen lassen?

Eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 7 Monaten erhalten Täter im Falle des Kindesmissbrauchs in besonders schweren Fällen, ein offenbar angemessenes Strafmaß im Sinne von Frau Rückert. Ich empfinde ein solches Strafmaß als skandalös, wenn ich meine Kinder sehe.

Eine Gesellschaft hat nichts davon, den guten Kerl aus Holland zu den Schwerverbrechern in die Justizvollzugsanstalt zu sperren? Warum haben wir überhaupt noch Gefängnisse?

Kann es sein, dass wir mittlerweile das Maß aus den Augen verloren haben, wie wir mit tatsächlich straffälligen Menschen umzugehen haben? – Ulrich Meiser


Leserbrief zu „Ohne Kampf ist ihm langweilig“ von Paul Nolte

 

Dass Adenauer Kanzler der westdeutschen Bundesrepublik und eben nicht (Gesamt-) Deutschlands war, wird in dieser Würdigung konsequent ausgeblendet. Deswegen findet die Frage nach einer möglichen Vertiefung der Teilung durch Westintegration und Wiederbewaffnung und Adenauers Position hierzu keinen Platz in diesem Text. Dabei nahm dieses Thema in der innenpolitischen Diskussion der jungen Bundesrepublik breiten Raum. Und es war nicht nur der ehemalige Reichskanzler Joseph Wirth (s. „Die Verfemten“ in dieser Ausgabe), der in dieser Frage anderer Meinung als der Kanzler war. Erinnert sei  an den Rücktritt Gustav Heinemanns als Bundesinnenminister 1950 und die Debatte um die sogenannten Stalinnoten 1952. – Georg Reußner


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Die Verwendung des Ausdrucks „entsorgen“ in Bezug auf Spitzenpersonal ist keine Erfindung des AfD-Vorsitzenden Gauland, sondern schon länger belegt. Auch in der ZEIT: „Er wurde als Verkehrsminister entsorgt“, heißt es in einem Artikel (Nr. 13/2015) über den früheren CSU-Generalsekretär Dobrindt. Der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger  wurde „nach Brüssel entsorgt“ (30/2010) und ein Ex-Europaminister „diskret entsorgt“ (46/2010).

Im Unterschied zu „entlassen“, „feuern“ und ähnlichen Ausdrücken zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses scheint bei „entsorgen“ der Betroffene sozial und finanziell weich zu landen: So berichtete ZEIT-online (1.1.2012) über personelle Veränderungen an der DGB-Spitze
mit dem Hinweis, dass diese „ordentlich dotierten Posten“ auch dazu genutzt werden, „um eigenes Personal zu entsorgen und zu versorgen“. – Prof. Dr. Helmut Berschin


Leserbrief zu “Die Verfemten“ von Benedikt Erenz

Wenn auch Ihr Bericht bezüglich der Vielzahl an Zwischenkriegskanzlern eher kursorisch ist, gibt er doch einen guten Kurzdurchlauf. Nur eine Formulierung befremdet mich doch sehr (re. Sp., Z. 5.): „unsere verehrte Frau Bundeskanzlerin“ ist ein Formulierungsmissgriff in einem
historischen Überblick. Sie sollten doch nicht eine Lobhudelei für eine
Doktorhutverleihung oder etwas Ähnliches schreiben. – Volker Morstadt


Leserbrief zu „Die DDR war meine Rettung“ von Stephan Lebert und Florian Illies

 

Danke für das Interview mit diesem „kantigen Typen“ (im positiven Sinn). Er tut auf seine Weise etwas, um die Demokratie bei uns zu festigen. Seine Lebenserfahrung motiviert ihn dazu. Da hat er meinen Respekt. Nun habe ich auch endlich einen Begriff gefunden für manche Dinge, welche mir bisher gut taten und noch gut tun werden: „Seelenbrot“ – was für ein wunderbares Wort! – Klaus Prinz


Leserbrief zu „Angriff auf die Königin“ von Peter Dausend

Überschrift und Bilder sind nahe am Boulevardjournalismus; und das im Politikteil. Das hat mich ein wenig geärgert.

Auf jeden Fall hat mich die Lust zum Lesen der beiden zugehörigen Artikel sofort und dauerhaft verlassen. Schade! – Klaus Prinz


Leserbrief zu „Kein Ton für Israel“ von Jens Balzer et. al

Ich hoffe inständig, dass in einer der nächsten Ausgaben eine korrigierende Replik auf dieses unsägliche Pamphlet erscheint. Die verbrecherische Siedlungspolitik Israels in Gaza und Westjordan wird mit keinem Wort erwähnt, obwohlt dies oder die gezielte Tötung von über 2000 Menschen bei der letzten Bombardierung Gazas eine wichtige Ursache der israelkritischen Politik vieler NGOs ist. Statt dessen wird mal wieder die übliche Antisemitismus-Keule geschwungen. Klar: einen anderen Grund kann es ja nicht geben und wer gegen Erdogan ist, ist türkeifeindlich und überhaupt ist die Erde eine Scheibe! – Achim Hauck


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Was auch immer an dämlichen Sprüchen gesagt werden mag, so halte ich es für undenkbar, daß Ihr Recht als deutsche Bürgerin jemals in Frage gestellt werden kann. Mein Wunsch: Lassen Sie sich von dem oft dämlichen Geschwätz, von welcher Seite auch immer, nicht beeindrucken und bleiben Sie so, wie ich Sie seit Jahren aus Ihren Artikeln kenne. – Dr. Walter Engel


 

Leserbrief zu “Das wird schnell richtig teuer“ von Caterina Lobenstein

Das Interview mit dem Risikoforscher war frei von irgendwelchen politischen Aussagen. Das wir in einer  Klimaveränderung leiden, ist unstrittig.
Heute muß man ja schon froh sein, wenn solche Interviews Ideologiefrei geführt werden.
Die „Grünen“ können das besonders.
Die erneuerbaren Energien sind nicht in der Lage, die Welt zu versorgen. Auch das ist unter Experten unstrittig.
Und der Diesel hat kaum Anteil daran. Abgesehen davon, das sich ohnehin nicht durchsetzen lässt. Die Strombetriebenen Autos werden vielleicht in 50 Jahren vergleichbare
Qualitäten aufweisen können wie die Benzin oder Dieselautos.
Ein Diesel-Auto ist kaum zu schlagen, weil er sparender und schonender gefahren werden kann. Ein Diesel fährt auch noch bei 300.000 Kilometer.
Nur die fosilen Brennstoffe sind in der Lage die Welt ausreichend mit Strom zu versorgen. Und das wird auch noch in 50 Jahren so sein.
Rudolf Diesel hat uns eine epochale E Erfindung beschert, die es zu erhalten gilt. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Macht Merkel noch Merkels Flüchtlingspolitik?“ von Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing

Ich finde es bemerkenswert, von Frau Hildebrandt kritische Worte zu Frau Merkel zu lesen. Sie beide schreiben: Die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin war immer vielschichtiger, …., als ihre Kritiker das sehen wollen. Dann drängt sich doch die Frage auf, ob es ein Konzept für die Flüchtlingspolitik überhaupt gibt. In der Wissenschaft verfährt man so: Man stellt eine These auf, z.B. Merkel hat ein Konzept, und versucht diese These anhand der verschiedenen Äusserungen oder Handlungen zu falsifizieren. Die Statistik der Antworten gibt dann an, wie wahrscheinlich die These ist.

Nach meiner Meinung gibt es bei einem solchen Vorgehen keine ausreichende Wahrscheinlichkeit, daß Merkel ein Konzept hat. Warum also untersuchen Sie als kritische Journalisten nicht einmal die These, daß ein solches Konzept fehlt, statt Merkels Handlungen vielschichtig, geschmeidig etc. zu nennen. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu „Was will Jens Spahn“ von Robert Habeck

Auch wenn der CDU-Politiker angesichts des Gegenwindes alternativer Politikanwärter erst neuerdings aus dem Dunstkreis seiner CDU-Vorsitzenden hervortritt, in Fragen der Leitkultur hat er Recht. Und was soll daran falsch, sein, auf das Verwenden der deutschen Sprache zu drängen. Die Franzosen machen es längst so und haben sogar im Rundfunk bei Musik Quoten für französische Musiktitel und das ist völlig richtig.

Der Erfolg Deutschlands in den Künsten rührte nicht zuletzt in der sorgfältigen Verwendung der eigenen deutschen Sprache. Daran sollten wir anknüpfen und deren Verunglimpfung durch unsinnige Neuschöpfungen oder Verenglischungen schützen. – Claus Hörrmann


Leserbrief zu „Die erste Frau im Staat“ von Nicola Meier und Vera Tammen

An diesem Artikel stört mich sehr, dass Frauen einer anderen Generation aus dem völlig einseitigen Blickwinkel heutiger feministischer Weltanschauung beurteilt werden. Warum wird an Christiane Herzogs Kochsendung mit Spott erinnert, während die heutigen TV-Köche (männlich) Kultstatus genießen? Und seit wann ist „Hausfrau“ ein Schimpfwort? – Monika Axenfeld


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Das „Supermodel“, dem Sie ein ganzes Heft widmen, ist sicher ein nettes Mädchen. Leider hat sie schon in jungen Jahren einen monströsen Hängebusen. Wie Sie diesen zur Schau stellen, ist entweder hinterhältig – oder pervers. – Falk Häckel


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Juergen Teller, der Lieblingsfotograf des zeit-magazins, darf wieder einmal seine egomanen Fotos publizieren, keine Kosten sind zu hoch. Und er präsentiert das junge Model als Objekt: sexistische Posen, hurenhaft und ein wahrlich skandalöses Bild (S. 42), bei dem der Betrachter Folter oder Hinrichtung assoziiert (eine Verhöhnung derjenigen Menschen, die so etwas erleben müssen).

Im zeit-magazin breiten einige Luxus-Journalisten ihre Luxusthemen und -probleme aus, die mit dem realen Leben der meisten ihrer Leser nichts zu tun haben. Denken diese in einer Blase lebenden Menschen nie kritisch über sich selbst nach?

Gibt es eigentlich eine Kommunikation zwischen Redakteuren der Zeit und dem zeit-magazin? Tröstlich die Herangehensweise der jungen Redakteure in der Z-Sonderausgabe der gleichen Nummer. – Dr. Thomas Hohmann


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Eine deutsche Kultur nicht identizifierbar – auch für Ihre Autorin scheint der Begriff Kultur hier nicht angebracht, so dass sie ihn eben mal weglässt. Die deutsche Erinnerungskultur ist ja Teil der deutschen Kultur, auch sie nicht mehr auffindbar? Was sagen unsere Nachbarn, wenn mit der stärksten Lupe der Frau Lau eine italienische oder französische Kultur nicht identifizierbar sei? Oder ist bei uns alles anders. Aber wir verstehen schon. Hortensia Völckers leitet die nachgeordnete Kulturstiftung des Bundes. Die gibt es immerhin. Und die Direktorin – laut Gespräch im Deutschlandfunk – hat den demographischen Wandel fest im Blick. Diversity und Integration sind die Stichwörter auch hier. Werden die Migrantinnen und Migranten nicht erreicht, hat die Kunst morgen weder Akteure noch Publikum, mahnt sie. Es geht also nicht um die „Auffassung“ (so Frau Lau) einer Staatsministerin, sondern um ein politisches Programmdesign, um viel staatliches Geld, um Personalstellen. Da muss die deutsche Kultur Federn lassen, damit bunte andere hinzugesteckt werden können. Oder wachsen mit der Zeit.

Also lassen Sie die AFD. Und skizzieren Sie nüchtern unsere Zukunftsaussichten. Die ZEIT-Leserinnen und Leser halten das aus. – Wolf-Rüdiger Pürschel


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Anders als in der 20 Uhr-Tagesschau vom 28.8.17, in der über Gaulands „Entsorgung“ berichtet wurde ohne Erwähnung der Özoğuz-„Kulturkritik“  („Tagesspiegel“ vom 14.5.17), zitiert Frau Lau immerhin auch hieraus. Was sie nicht anspricht: Wie mag das Verneinen einer spezifisch deutschen Kultur durch eine für Integration zuständige Staatsministerin wirken auf vor Jahrzehnten oder zuletzt Eingewanderte? Frau Özoğuz hätte ergänzen können, dass es ebenfalls z. B. keine spezifische französische, italienische, russische, türkische Kultur usw. gebe sondern bei uns eine europäische Leitkultur Richtschnur sein müsse, wie sie Bassam Tibi fordert, dem Leitkultur-„Erfinder“. Dieses Auslassen wirkt wie ein provokativer Versuchsballon. All das hat u. a. der Schweizer Journalist Benedict Neff auf NZZ-online am 28.8.17 klug kommentiert: Gaulands Äußerung sei geschmacklos, er habe sich sprachlich grob vergriffen. Dann: In Özoğuz‘ Aussage stecke die Lust an der deutschen Selbstaufgabe. Sonst habe ihre Partei keine Probleme, Eigenheiten und Empfindlichkeiten anderer Kulturen zu schützen. Das sei penetrante Selbstverleugnung bei gleichzeitiger Anerkennung der anderen Kulturen. Heinz Johansmeier


Leserbrief zu „Witz oder Krieg“ von Angela Köckritz

Ich möchte Ihnen auf diese Weise für den schönen Artikel „Witz oder Krieg – Der Senegal ist stabiler als seine Nachbarländer. Das hat mit einer besonderen Form des Islam und mit Humor zu tun“ danken. Dieser Artikel hat mich sehr bereichert.

Senegal ist hier ein wunderbares Vorbild. So sollte es auch in vielen anderen Situationen weitergehen können. Danke. Gerne weitere Ermutigungen. – Ekkehard Arnold


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Sie interpretieren eine Eindeutigkeit der Aussage in die Worte von Gauland hinein, die seine Äußerungen nicht hergeben. Die Tabubrüche Gaulands liegen deshalb zum beträchtlichen Teil im Auge des Betrachters.   Das gilt auch für das Wort „entsorgen“, wie ein Blick in ein Synonym-Wörterbuch zeigt. https://www.google.de/search?client=safari&rls=en&q=entsorgen+synonym&ie=UTF-8&oe=UTF-8&gfe_rd=cr&dcr=0&ei=RiqoWcLhI-Xa8Ae4oLmQCQ

Möglicherweise ist das genau sein Kalkül: so bekommt er Aufmerksamkeit im Wahlkampf.   Bei Ihrer Zusammenfassung der politischen Position von Özoguz allerdings muss ich anzweifeln, dass Sie ihr „Impulspapier“ gelesen haben:   http://www.damigra.de/wp-content/uploads/Impulspapier_Teilhabe-in-der-Einwanderungsgesellschaft.pdf

Falls ja, muss ich nachhaltig an Ihnen zweifeln.   Ich jedenfalls hoffe sehr, dass durch die Wahl am 24. September Özoguz politisch entsorgt wird, also ihren politischen Einfluss verliert.  Ob sie dann ihre gewonnene Zeit an einem Strand in der Türkei oder in Spanien verbringt, ist mir herzlich egal. – Reiner Felkel


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

In ihrem Leitartikel schreiben Sie, dass vor einiger Zeit die  Integrationsbeauftragte des deutschen Bundestages Frau Aydan Özoguz  festgestellt hat,  dass eine deutsche Kultur jenseits der Sprache nicht  identifizierbar sei. Der AFD Vorsitzende Gauland hat darauf derart  reagiert, dass inzwischen vom ehemaligen Verfassungsrichter Fischer  Anklage wegen Volksverhetzung gestellt wurde. Dann schildern sie sehr  bewegend, welche Ängste und Albträume die Drohung der AFD, sie wolle  Frau Aydan nach Anatolien entsorgen, bei Ihnen persönlich auslöst.

Es gibt hier also offenbar ein mehrschichtiges Problem von erheblicher  Relevanz.  Für mich war deutsche Kultur immer etwas ganz Reales, angefangen von  den Volks- und Kirchenliedern die ich nach dem Krieg in einem  Martin-Luther-Kindergarten gelernt habe über die Gedichte der deutschen  Klassik und Romantik im Lehrplan einer Schillerschule bis hin zum  Bildungskanon eines Johannes-Kepler-Gymnasiums, der neben vielem  anderen, auch die deutsche Schuld und Verantwortung für den Holocaust beinhaltete. Ich kann wirklich nicht alles aufzählen, was deutsche Kultur ( und  deutsche Schuld ) für meine Sicht auf die Welt bedeutet, möchte aber  doch noch anfügen, dass ich mich seit mehreren Jahrzehnten jeden  Donnerstag auf die neue Zeit freue, die für mich – und vermutlich auch  für Sie – ganz zweifellos auch zur deutschen Kultur gehört.  Ich hatte das Glück, dass ich mehrere Länder unterschiedlicher  Kulturkreise bereisen durfte.

Ich war oft fasziniert, wenn ich  Andersartigkeiten kennengelernt habe, habe mich aber auch gefreut und  aufgehoben gefühlt, wenn ich nach Hause, in meinen vertrauten  Kulturraum zurückgekehrt bin.  Nie wäre ich auf die Idee gekommen, zu behaupten, es gäbe keine, sagen  wir japanische Kultur, oder eine türkische Kultur sei nicht  identifizierbar, oder eine französische oder eine afrikanische… Wahrscheinlich würde eine solche Behauptung wegen offensichtlicher  Unsinnigkeit im besten Fall wenig mehr als Kopfschütteln hervorrufen,  im schlechteren Fall aber mit Vorwürfen des postkolonialen Rassismus  bis hin zur Anklage wegen Herabwürdigung des Türkentums belegt werden.  Ich frage mich, ob die deutsche Integrationsbeauftragte Probleme ihres  Resorts, nämlich die Integration von Menschen aus anderen  Kulturkreisen, dadurch lösen will , dass sie die deutsche Kultur für  nicht existent erklärt. Diese Problemlösung erschiene mir ähnlich  tauglich, wie Selbstmord aus Angst vor dem Leben.

Ist es nicht erstaunlich, dass es in Deutschland keinen Widerspruch der  Mitte oder im linken Spektrum gibt gegen die Feststellung unserer  Integrationsbeauftragten, dass es keine identifizierbare deutsche  Kultur jenseits der Sprache gibt ?  Und welchen Sinn macht Integration, wenn es gar kein identifizierbares  Anderes gibt, in das integriert werden kann ?  Wenn die liberale Mitte den Anspruch aufgibt, zu definieren, für welche  kulturellen Werte sie steht, dann schafft sie vermutlich einen  Freiraum, den die politische Rechte besetzen wird. Und das, liebe Frau  Lau, wäre dann auch für mich angsterregend .  Ich bin sehr gespannt, welches Echo das Thema der angeblich nicht  identifizierbaren deutschen Kultur in der Zeit haben wird.  – Winfried Furrer


Leserbrief zu “ Ohne Kampf ist ihm langweilig“ von Paul Nolte

Es wäre korrekter gewesen, wenn Herr Professor Nolte bei der Erwähnung des 1952 beschlossenen Lastenausgleichs zugunsten der Flüchtlinge und Vertriebenen auch die Menschen erwähnt hätte, die ihre Immobilien durch die Kriegseinwirkungen verloren hatten; denn erst dadurch wurde die umfassende Förderung des Wohnungsbaus in Westdeutschland erst möglich.

Leider wird diese Tatsache zu erwähnen immer wieder vergessen. – Edgar Kuse


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Als ich im Jahr 1989 mit dem Studium der Rechtswissenschaften begonnen habe, wurde uns in einer der ersten Strafrechtsvorlesungen die Definition der Strafe beigebracht – es sei „staatliche Übelsandrohung mit sozialethischem Läuterungsanspruch“. Bereits damals habe ich mir die Frage gestellt, ob irgendein nach 1968 in der modernen Welt angekommener Mensch diese Definition noch ernst nehmen kann. Um es klar zu sagen hatte ich damals Zweifel am Verstand des Professors. Mindestens schien er in einer Vergangenheit gefangen, in welcher Repressalien für grundsätzlich gut und läuternd gehalten wurden. Wurde aber tatsächlich jemals ein Mensch im Gefängnis besser als er es zuvor war? Wenn der Hamburger Richter heute glaubt, dass er dem Angeklagten Peike S. durch Verurteilung/Einsperren einen Gefallen tut (Hilfe zur Besserung?!), muss er in einer kruden juristischen Theorieblase gefangen sein. Auch die, zur Begründung des Urteils, angeführte Annahme der gemeinschaftsgefährlichen Zunahme solcher Straftaten wird paranoid. Gut gemeint ist auch hier das Gegenteil von gut. Es wäre meines Erachtens verheerend, wenn eine vergleichsweise geringfügige folgenlos gebliebene Spontantat dazu führt, dass ein Fehlurteil einen Lebensweg im Gefängnis bricht. Eine Geldstrafe/Bewährungsstrafe wäre bei weitem ausreichend. Leider zeigt sich in der juristischen Praxis regelmäßig, dass Menschlichkeit, Augenmaß und der Blick für die Verhältnismäßigkeit gänzlich fehlt. Hamburg hat bereits den unerträglichen Richter Ronald Schill überstanden. Hoffen wir hier auf die zweite Instanz. – Andreas Nickel


Leserbrief zu „Ein Ort radikaler Toleranz“ von Horst Bredekamp

Die Debatte um das Berliner Humboldt Forum hat einen neuen Tiefpunkt erreicht, Wäre ihr Unglück nicht selbst verschuldet, müsste man die Museumsmacher bedauern, kämpfen sie doch auf verlorenem Posten gleichzeitig an zwei Fronten. Als vor fünfzehn Jahren nach einer Verwendung für das Innere des als Fassade wieder entstehenden Stadtschlosses gesucht wurde, verfielen sie auf den verwegenen Plan, dort die Dinge zu präsentieren, die derzeit im „Ethnologischen Museum  Berlin-Dahlem“ vor sich hin schlummern und, höflich gesagt, nicht gerade Besuchermassen anziehen. Der Versuch, gekaufte und geraubte Artefakte und andere Dinge aus vielen Teilen der Welt im Zentrum der Hauptstatdt zu zeigen und so Weltoffenheit zu beweisen, war vielleicht gut gemeint, vermutlich sogar liberal gedacht, aber doch Ausdruck eines ehrgeizenden Provinzialismus, den man sonst in Hauptstädten vergeblich sucht. In derselben Zeit, in der die gesamte Grundkonzeption sogenannter „ethnologischer“ Museen vehement in Zweifel gezogen wird, in der schon das Wort „Völkerkunde“ anrüchig geworden ist, in der die destabilierenden Folgen des Verlusts materieller kultureller Identitätsgeber durch deren Wegnahme und des dadurch verursachten Produzierens angeblich „geschichtsloser Völker“ zumal in Afrika und dem Südpazifik allenthalben manifest sind, glaubt man zu Berlin, von überall her zusammengeklaubte Artefakte und andere Dinge in dem als Fassade irgendwann wieder entstehenden früheren Herrschaftszentrum gewissermaßen als Besitz der Nation zur Schau stellen zu sollen. Welcher Tourist aber kommt nach Berlin, um gerade dort einen jeglichem adäquaten Gebrauch entfremdeten mikronesischen bai (Männerklubhaus) zu bestaunen und sich, wie jetzt in Dahlem, mit läppischen Hinweisen erklären zu lassen?

Dass Protest von links und von rechts kommen würde, hätte man von Anfang an wissen können, ja müssen. Von links, da vieles von dem, was präsentiert werden soll, unter inakzeptablen Umständen zusammengerafft oder über umtriebige zweifelhafte Ethnographicahändler wie den pensionierten Offizier Arthur Speyer angekauft wurde. Von rechts, weil die „Völkerkunde“-Schau im Herrschaftszentrum Preußens und der DDR als Affront hingestellt wird. Nachgeben können die Museumsmacher nicht. Denn das wäre die Kapitulation der staatstragenden demokratischen Mitte vor den Rändern. Die Vorneverteidigung sucht nun der Kunst- und Museumshistoriker Horst Bredekamp. Er sitzt in der Gründungsintendanz für das Humboldt Forum, ist also mitverantwortlich für das Desaster und bringt allerlei Argumente in Stellung. Doch, so zutreffend einige seiner Beobachtungen sind, so untauglich sind die Schlussfolgerungen, die Bredekamp zieht. Kompetenz für Kunst- und Museumsgeschichte qualifiziert eben allein nicht für Ethnologiegeschichte.

Erstens. Bredekamp behauptet, ein jüngst wieder, zuerst 2008, publiziertes Werk des Ethnologiehistoriographen Hendrik Frederik Vermeulen sei nur „im angelsächsischen Bereich“, nicht aber im deutschen, zur Kenntnis genommen worden. Dabei verschweigt er, dass Vermeulen seit den 1990er Jahren über die Geschichte der deutschsprachigen Ethnologie, zumeist auf Deutsch, veröffentlicht und sich damit in ein breites Spektrum von Forschungen zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte des Barock und der Aufklärung eingeklinkt hat. Diese haben facettenreich immer wieder auf den universalistischen Inklusionismus der Fachwissenschaften wie auch der Sammlungen des 17. und 18. Jahrhunderts hingewiesen. Was Bredekamp und den Berliner Museumsmachern als neu erscheint, ist überhaupt nicht neu für die Wissenschaft insgesamt. Damit fällt schon ein Hauptargument, mit dem Bredekamp das Museumsprojekt zu retten versucht: der Missbrauch der von überall herangeschleppten Artefakte und anderer Dinge zur Dokumentation des aufgeklärten Universalismus in Berlin ist unangebracht. Das alte Medium des Buchs, wenn man es denn liest, leistet mehr als jede museale Inszenierung für die Aufdeckung der Verzerrungen und Entstellungen durch das 19. und 20. Jahrhundert.

Zweitens hat Bredekamp zwar Recht, wenn er sagt, Provenienzforschung sei notwendig und werde nun mal durch das Projekt erzwungen. Aber warum ist, angesichts der oft penibel-pedantischen preußischen Museumsverwaltung, Provenienzforschung überhaupt geboten? Weil in Wilheminischer Zeit die als Räuber in den „Kolonien“ tätigen Missionare, Militärs, Kauf- und Verwaltungsleute in der Regel Dinge ohne oder ohne hinreichende Provenienzangabe lieferten und weil in den 1920er und 1930er Jahren die Bestände der Sammlungen aus dem zwielichtigen Handel mit Ethnographica und mangelhaft dokumentierten Nachlässen aufgefüllt wurden. Soll heißen: die Geschichte der Erwerbungsmodalitäten seit dem 19. Jahrhundert ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Dass gerade dieses Problem geeignet sein soll, „das deutsche Selbstbewusstsein“ zu unterfüttern, wie Bredekamp glaubt, ist nicht unmittelbar einsichtig.

Überdies ist, drittens, Provenienzforschung für die Zeit bis ans Ende des 18. Jahrhunderts kein Desiderat, sondern seit langem, von Einzelfragen abgesehen, weitgehend geleistet, Wir kennen sehr genau das Netzwerk von Wissenschaftlern in Europa und Übersee, das der Große Kurfürst, wie andere Landesherren, in Anspruch nahm, um seine „Kunst- und Wunderkammer“ mit Naturalia und Artificialia von überall her auszustatten. Diese Wissenschaftler beschrieben in der Regel genau, woher sie was wann bekommen hatten. Manche Naturalia dienten praktischen Zwecken wie der Erweiterung des Garten- und Landbaus durch Import kultivierbarer Pflanzen, andere, zusammen mit den Artificialia, sollten die Welt in die Stube holen und, soweit es ging, mit der Kontrolle des Mikrokosmos der Stube den Anspruch auf Fähigkeit zur Kontrolle des Makrokosmos der Welt dokumentieren. Die Dinge, die auf solchen Wegen ins Berliner Schloss gelangten, waren, gegen Bredekamp, dort genauso wenig „fremd“ wie die altägyptische Mumie, die zur selben Zeit als Rohstoffreserve für Mumienpulver in die Lübecker Stadtapotheke kam (und noch immer in Lübeck liegt). Im Übrigen waren auch China und Japan im 17. und 18. Jahrhundert keineswegs „fremd“, sondern schienen unter der Herrschaft des Rechts zu stehen und die tatsächliche Umsetzbarkeit der Ideale der Aufklärer beweisen zu können.

Viertens erzeugt Bredekamp durchsichtige und deswegen kontraproduktive Ideologie mit einem Griff in die Trickkiste ciceronianischer Rhetorik. Als wäre sie ein Gemeinplatz zum Einlullen seiner Gegner, verkündet Bredekamp die Botschaft, es sei eben schön, wenn die alten Dinge wieder an ihren angestammten Platz im Schloss zurückkehrten. Der Trick ist aber perfide, weiß Bredekamp doch selbst nur zu gut: die Dinge wurden seit den 1820er Jahren aus dem Schloss in die Stadt gebracht, um dort, Wilhelm von Humboldt zufolge, der Öffentlichkeit zum „ästhetischen Genuss“ zu verhelfen. Das geschah aber spät und ist folglich keineswegs ruhmreich. Man machte die Dinge zu Berlin erst öffentlich, nachdem dies in London bereits 1753 und selbst in Kassel schon 1779 stattgefunden hatte. Der historische Ort des Öffentlich-Machens der Museums-Dinge ist die Stadt, nicht das Schloss. Wenn irgendwann das Berliner Schloss als Fassade einen Museumstempel aufhübschen wird, werden die Dinge dorthin also in die Gefangenschaft zurückkehren. Bredekamp selbst bemerkt seinen Fehlschluss und entschuldigt sich: die Schlossfassade sei eben gar kein Schloss, sondern eine Stadt für sich, nach allen Seiten offen. Doch die Parallele zum Louvre, die er selbst zieht, offenbart nur die Armut des Arguments: im Louvre fegte die Revolution die Herrschaft aus dem Palast und schuf öffentlichen Raum für die Dinge. In Berlin vertrieb keine Revolution die Herrschaft, sondern die ging von allein, und das Schloss wurde gesprengt. Warum dann überhaupt wird die Fassade als Schloss wieder aufgebaut, wenn sie Stadt vorstellen soll?

Fünftens. Bredekamp vereinnahmt für das Museumsprojekt einige Personen, die entweder mit den Sammlungen nichts oder nur wenig zu tun hatten oder gerade nicht Kronzeugen für seine Sache sind. So nennt er Leibniz, Göttinger Gelehrte und Adolf Bastian als Figuren, auf die zu verweisen in Berlin geboten sei. Leibniz aber, man weiß es, hatte mit den Hohenzollern nicht eben viel am Hut, auch wenn er ihnen die eine oder andere Anregung lieferte. Von Leibniz stammt zudem ein kluger Rat aus dem Jahr 1694: „Denen hohen Häuptern ist zum höchsten nötig, daß sie sich recht Brüderlich mit einander verstehen und einer des andern Land wie sein eigenes schone. Dann sonst ist gewiß, daß manchem aus Ungedult erträglicher ist, von der Macht eines grossen Königs überwältiget als von seinem Mitstande nicht nur beschädiget, sondern auch eben dadurch beschimpffet zu werden.“ Dieser Rat zur Aufpolsterung der Legitimität von Herrschaft ist freilich in Brandenburg-Preußen-Deutschland nie wohl gelitten gewesen. Die aufgeklärten Göttinger Gelehrten des 18. Jahrhunderts erfreuten sich, wie Leibniz, der huldvollen Liberalität der hannoverschen Kurfürsten, waren emsig um die Sammlungen ihrer Universität bemüht und hatten mit Berlin rein gar nichts zu tun. Und Bastian, der in der Tat seine Spuren in den Berliner Sammlungen hinterlassen hat, bestimmte als Aufgabe der Ethnologie, „die gleichzeitigen Wachsthumsgesetze der menschlichen Völkergedanken feszustellen und dies am einfachsten nach genetischer Methode, von den Naturvölkern als niedersten und deshalb durchsichtigsten Organismen auszugehen“. Das schrieb er 1881. Will Bredekamp allen Ernst derlei Evolutionismusschrott für das Projekt vereinnahmen?

Schließlich, sechstens, greift Bredekamp in seiner Not als letzter Trumpfkarte zu dem cruel hoax, Ziel des Projekts sei es, die von den Nazis missbrauchten und verschütteten älteren deutschen Traditionen zur Geltung zu bringen. Ist Bredekamp wirklich so naiv zu hoffen, dass Zuflucht zu derlei Grotesken helfen kann? Wo die verharmlosende Ausrede Gerhard Ritters, Hitler sei bloß der Einbruch des Bösen in die ach so guten deutschen Traditionen, längst als Nebelkerze der borussischen Salonfaschisten entlarvt ist?

Kurzum, Bredekamps Versuch der Rettung des Museumsprojekts Humboldt Forum ist gescheitert. Die Staatsräson erzwingt zwar die bürokratisch-emotionsarme Weiterführung des Projekts. Dass aber ein Museum „im Herzen einer Nation“ irgendetwas Ersprießliches bewirken kann, wie Bredekamp hofft, erschließt sich dabei nicht. Man weiß im Gegenteil seit dem „Historikerstreit“ der 1980er Jahre, dass politische Instrumentalisierung von Museen billigen, ja miefigen Nationalismusklimbim à la Helmut Kohl hergibt, nichts jedoch, womit sich Staat machen und Weltoffenheit herbeizaubern ließe. – Prof. em. Dr Harald Kleinschmidt


Leserbrief zu “ Kein Ton für Israel“ von Jens Balzer et al. und „Ich finde es unerträglich“ von Evelyn Finger

Im Palästina-Israel -Konflikt begann das Boykottieren von Kultur und Medien seitens der Pro-Israel-Lobby schon in den fünfziger Jahren. So beklagt der amerikanische Autor Alfred Lilienthal in seinem 1953 erschienen Buch (Jubiläumsausgabe 2005) „What Price Israel ?“, dass Zeitungen die israelkritische Nachrichten oder Artikel veröffentlichten von Geschäftsleuten gedroht wurde, dass man ihnen die Werbeaufträge entziehen werde.  Die bekannte britische Schauspielerin Vanessa Redgrave (Kultfilm „BlowUp“ aus den sechziger Jahren) hatte laut dem amerikanischen Nachrichtenmagazin „Time“ seit den sechziger Jahren in den U.SA. praktisch keine Möglichkeit aufzutreten weil sie sich über die Ungerechtigkeit gegenüber den Palästinensern geäußert hatte.  Bei „Western“ musste sie nach Kanada ausweichen. Die Anti-Israel-Initiative ist daher eine Antwort auf diese unselige Praxis des Kulturboykotts der Israel-Lobby.

Wenn Frau Monika Grütters von Israels „Siedlingspolitik“ spricht ist das eine Verharmlosung der andauernden Völkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen im West-Jordanland. Die Journalistin Inge Günther berichtet im Kölner Stadt-Anzeiger und anderen deutschen Zeitungen sachlich über die Zustände im besetzten West-Jordanland. Kein Deutscher kann dieses Mal sagen er hätte davon nichts gewusst. – Horst Krüger


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam und „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Die beiden Artikel auf der Titelseite Ihrer letzten Ausgabe (die Zeit)  zeigen zum Einen die von Parteien und sog. objektiven Medien  beschlossene Verteufelung der AfD (es ist Wahlkampf!),zum anderen die  von einem „kleinem Licht“ verfaßte Verharmlosung von üblen Straftaten. – J.Kobler


Leserbrief zu „In Freiburg war ich nichts besonderes“ von Jürgen Teller im ZEIT Magazin

Wenn mal einmal die Augen zumacht und sich vorstellt, was für Fotos entstehen, wenn ein mittelalter Mann mit Schwabbelbrust und wenig Haaren eine der schönsten jungen Frauen der Welt fotografiert, kommt man ziemlich genau bei dem raus, was man diese Woche im Magazin bewundern darf. Schön wären auch ein paar Fotos gewesen, auf denen Anna Ewers nicht mit weit gespreizten Beinen abgebildet ist oder anderweitig infantilisiert, „pornographisiert“ oder brutalisiert wird. Die Nahaufnahmen sexuell anmutender Sushi- oder Fisch-Stückchen zwischendurch helfen nicht wirklich – und bestätigen, wenn man es vorher noch nicht ahnte, welchen Alters-, Geschlechts- und Frustrationsklassen der Fotograf entstammt.

Ich will nicht mit der Sexismus-Keule kommen, aber vergleichbare Fotos eines Mannes – gern von einer „mittelalten“ Frau gemacht – hat es bei Euch, soweit ich das überblicke, noch nie gegeben. Schade eigentlich – Frauen kaufen und lesen inzwischen ja auch Die Zeit. – Lea Mandelbaum


Leserbrief zu „In Freiburg war ich nichts besonderes“ von Jürgen Teller im ZEIT Magazin

„In Freiburg war ich nichts Besonderes“, wird Anna Ewers auf der Titelseite des jüngsten ZEITmagazins zitiert. Entschuldigung – ist sie denn jetzt etwas Besonderes unter all den Menschen auf der Erde? Oder andersherum: Sind die anderen Menschen nichts Besonderes? Etwa der syrische Teilnehmer aus meinem Sprachkurs, ein ca. 40 -jähriger Maurer, der von morgens  bis zum späten Nachmittag wie ein Brunnenputzer an seinen Sprachkenntnissen arbeitet, Deutschland ein gutes Land findet und seiner Familie mit seiner Hände Arbeit hier ein neues, gutes Leben ermöglichen will. Und mir zum Abschied einen LAMY-Füller und eine Packung Großraumpatronen schenkt, um mir seine Dankbarkeit zu zeigen.

Ich denke – und weiß aus eigener leidvoller Erfahrung –, dass die Frau Ewers zugeschriebene „Wachheit“ in diesen schlimmen Zeiten jedermann und -frau nötig hat, um seinen/ihren „gewöhnlichen“ Alltag zu stemmen – by the way: Putzt, kocht, wäscht Frau Ewers selber, geht sie selber einkaufen? –, dabei stabil zu bleiben und den Humor nicht zu verlieren. Zum Beispiel angesichts des angesprochenen Beitrags in der von mir ansonsten jede Woche mit Neugier erwarteten und mit Gewinn gelesenen ZEIT. – Denise Menting


Leserbrief zur „Deutschlandkarte“ im ZEIT Magazin

Bei jeder neuen Zeit-Ausgabe entscheidet der Zufall, ob mein erstes Augenmerk dem Rezept oder der Landkarte im Zeit-Magazin gilt.

In der Ausgabe vom 24. August blätterte ich zuerst auf die Seite mit der Illustration regionaler Bezeichnungen für das Stifteetui – hierdurch wurden Kindheitserinnerungen wach.

Leider habe ich vergeblich den in meiner kurhessischen Heimat gebräuchlichen Begriff „Griffelpennal“ .. oder kurz „Griffel“ gesucht.

Zunächst dachte ich, dieser Begriff sei inzwischen in Vergessenheit geraten – meine Schulpflicht begann anfang der 70er Jahre und ich wohne mittlerweile in Berlin. Wie mir aber in Telefonaten mit Freunden in und um Kassel bestätigt wurde, wird dieser herrlich altmodische Begriff noch heute von Erstklässlern rege verwendet, wobei die Bezeichnung „pennäler“ schon zu meiner Schulzeit in den passiven Wortschatz verbannt worden war. – Peter Mergenthal


Leserbrief zu „Mit  **** fängt es an“ von Hanno Rauterberg

Die Umstände der Entstehung von Emil Noldes Indonesien-Bildern sollten ergänzt werden: Auf Empfehlung eines Bekannten durften Emil Nolde an der „Medizinisch-demographischen Expedition nach Deutsch-Guinea“ als Begleiter und seine Frau als Fotographin teilnehmen. Die Expedition wurde unter Mediziner-Leitung zwecks Erforschung der hohen Sterbequote der indigenen Bevölkerung unternommen. Nach Anreise seit Oktober 1913  durch asiatischen Länder erreichte er im April 1914  Deutsch-Guinea. Dort trennten sich seine Wege von der Expedition, nachdem er wegen schwerster Darm-Infektion im deutschen Krankenhaus des Hauptortes behandelt werden musste. Im Mai fuhr er nach Indonesien (damals holländisch), und im Juni mit dem deutschen Postdampfer über Burma und Ceylon (Sri Lanka) Richtung Heimat. Unterwegs war der  1. Weltkrieg ausgebrochen, und am Suez-Kanal wurden von den Briten alle  1.400  Aquarelle dieser Reise konfisziert. Er entging der Internierung, weil ein holländischer Kapitän eines Nachbarschiffes ihn und seine Frau durch den Kanal geschmuggelt hat. Da sein Heimatdorf  „Nolde“ als Folge der Versailler Verträge dänisch geworden war, durfte er als Däne ausreisen, und  konnte so bei einem Trödler in London  700 Bilder wiederfinden. (Die restlichen 700 werden wohl für immer verloren sein).

Bei einem Zyklus von Nolde-Gemälden am Berliner Gendarmen-Markt  vor einigen Jahren war nach einhelliger Meinung die  schönste Ausstellung diejenige mit den sog. Indonesien-Bildern. In Noldes unübertroffener Aquarell-Technik beeindruckten hin gehauchte, zarte Bilder von normal bis freundlich schauenden Menschen. Die  drei gezeigten schwarzen, grimmigen Männerköpfe sind eine tendenziöse negative Auswahl aus den verbliebenen 700 Bildern durch die voreingenommenen Bremer Museologen. Es ist zu begrüßen, dass Herr Hanno Rautenberg diesen traurigen Unfug in der Bremer (noch so genannten) Kunsthalle relativiert hat. – Prof. Dr. med. Klaus-Werner Wenzel


Leserbrief zu „Auf dem Dorf ist die Welt noch in Ordnung“ von verschiedenen Reportern

Mit großem Interesse habe ich die Z-Sonderausgabe gelesen. Meine  Hochachtung gilt den jungen Reporten, die auf höchst einfühlsame Weise  das Leben der Dorfbewohner erkundeten und anschaulich-lesenswert in den  verschiedensten Facetten lebendig darstellten. Ich bin ganz begeistert  und das nicht nur ob der hervorragenden Reportagen sondern auch, weil  endlich einmal das „Dorf“ zur Sprache kommt. Ich selbst stamme vom Dorf  und weiß, wie leicht über die Bewohner eher distanziert-satierisch  berichtet wird.  Ich wünsche der jungen Reporten alles Glück der Welt – und dass sie  sich weiterhin die achtsame Empathie bewahren.  Der ZEIT danke ich, dass sie solche Menschen und Vorhaben fördert.  –  Hans Bichler


Leserbrief zu „Europa ist mehr als der Euro“ von Roman Pletter und Mark Schieritz

Nicht nur die von der EZB auf Umwegen gekauften Anleihen von EU-Staaten sind fragwürdig, auch das Verständnis der EZB von Preisstabilität ist, vorsichtig gesagt, eigenwillig. Die Bank interpretiert den Begriff „Preisstabilität“, die zu sichern sie verpflichtet ist, selbstherrlich als „Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex für das Euro-Währungsgebiet von unter 2 % gegenüber dem Vorjahr“. Im Klartext: Die EZB strebt eine jährliche Inflationsrate von nahe 2% an. Das ist genau das Gegenteil von dem, was gemeinhin unter Preisstabilität verstanden wird, nämlich den Wert angesparten Geldes zu erhalten. Diese sogenannte „Preisniveaustabilität“ dürfte keine Geldpolitik mehr sein, sondern, was der EZB nicht zusteht, wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik. – Dr. Eugen Schmid


Leserbrief zu „Was Mütter wirklich wollen“ von Ariane Breyer

Vielen Dank für Ihren Artikel, ich habe diesen mit großem Interesse gelesen. Ich stimme Ihren Ausführungen jedoch nur teilweise zu.

Es ist richtig, die Familienpolitik sollte verbessert werden. Erste richtige Schritte wurden unternommen. Es ist jedoch noch nicht genug. Ich möchte Ihnen jedoch folgende weitere Gedanken vorstellen.

Kann ein Mensch denn nicht ohne für Geld zu Arbeiten emanzipiert sein? Emanzipation bedeutet für mich eigene Entscheidungen zu treffen.

Nehmen Sie Frauen nicht auch Freiheit, indem Sie den Eindruck erwecken, nur Frauen die eigenes Geld verdienen sind emanzipiert. Auf die geistige Freiheit kommt es doch an.

Viele Mitbürger in Deutschland sind erst durch das Ehegattenspltting in der Lage Ihre Familien zu versorgen und die Aufgabe Familie gemeinsam zu organisieren.

Ohne Ehegattensplitting oder eine wirkungsvolle steuerliche Alternative hierzu, zwingen sie viele Familien zur Mehrarbeit oder noch mehr finanziellen Einschränkungen. Mehrarbeit würde dann wahrscheinlich noch weniger Zeit für die Familie bedeuten. – Marko Becker


Leserbrief zu “ Die erste Frau im Staat“ von Nicola Meier und Vera Tammen

Frau Büdenbender als „erste Frau im Staat“ zu bezeichnen ist sympathisch und angemessen.

Dass im Artikel dann gelegentlich „First Lady“ vorkommt, läßt sich kaum vermeiden. Als aber von den früheren Präsidentengattinnen die Rede ist und die englische Bezeichnung gefühlt in jeder dritten Zeile benutzt wird, habe ich nicht mehr weitergelesen. – Klaus Henning


Leserbrief zu „In Freiburg war ich nichts besonderes“ von Jürgen Teller im ZEIT Magazin

Ich empfinde Ihre Fotoserie über Anna Ewers sexistisch und geschmacklos. Warum zeigt die Zeit einem Fotobeitrag, bei dem eine Frau zum Objekt männlicher Begierde degradiert wird? Für mich unverständlich und abstoßend. – Dagmar Bossert


Leserbrief zu „Ein Mann des Spektakels“ von Werner Abelshauser

Eine Anmerkung bzw. Nachfrage zum Artikel über Ludwig Erhard (Spalte 4 Absatz 3):

Wie kommen Sie dazu, Fürth dem „ehemals preußischen Teil Frankens“ zuzurechnen?

  1. Preußisch war dieser Teil nur nicht ganz 20 Jahre lang, von 1791 bis 1806. Davor war Fürth jahrhundertelang entweder der freien Reichsstadt Nürnberg zugehörig oder dem Markgrafentum Ansbach.
  2. Niemand käme auf Idee, Nürnberg als „ehemals preußisch“ zu bezeichnen und auch für das unabhängige Markgrafentum Ansbach gilt dies – ungeachtet der engen familiären Verbindungen zu Preußen z.B. durch Heirat (Wilhelmine nach Bayreuth, Caroline nach Ansbach).

Zwischen mit „Preußen verschwägert“ und „preußischer Besitz“ besteht ein gewaltiger Unterschied! Ebenfalls unzulässiger ist die Verquickung mit dem Hohenfriedberger (Marsch).

  1. Wenn er wirklich für das Dragoner-Regiment des Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth komponiert wurde, so ist dazu anzumerken, dass der Markgraf von Bayreuth als künftiger Schwiegersohn des preußischen Königs dieses Kommando nur vom August 1731 bis Oktober 1732 wirklich inne hatte. Vorher hieß es Schulenburgsches Regiment“.
  2. Es handelte sich um ein rein preußisches Regiment. Ob diesem auch vereinzelt Franken angehörten, lässt sich nicht mehr klären.
  3. Der Text „Auf Ansbach-Bayreuth“ kam erst gut 100 Jahre später, nämlich 1845 dazu. Da gehörte Bayreuth schon knapp 40 Jahre zu Bayern.
  4. Mit dem Markgrafentum Ansbach hatte das Regiment hingegen nachweislich nie etwas zu tun.

Wenn man sowohl den Marsch als auch Fürth mit Preußen „zusammenzwingt“, ist das -zumal für einen Historiker – nicht zulässig, auch wenn sein Gebiet nicht Renaissance und Barock ist, sondern Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

Sehr viel interessanter und für die Person Ludwig Erhard sehr viel ergiebiger wäre, hier zu fragen,

  1. ob sich Erhardt selbst als Preuße gesehen hat und den Marsch deshalb verwendete, oder
  2. ob sich Erhardt eher als Franke fühlte und den Marsch wegen seines Textes wählte – in Unkenntnis der historischen Zusammenhänge.

Letzteres halte ich als Mittelfränkin (Ansbach) für das Wahrscheinlichere. Wenn Sie meine Ausführungen mit einer kurzen Antwort versehen könnten, wäre ich Ihnen verbunden. – Dorothea Ellrott


Leserbrief zu „In Freiburg war ich nichts besonderes“ von Jürgen Teller im ZEIT Magazin

Haben Sie keine Würde? Keinen Stolz? Kein Bewusstsein? Und keinen Geschmack?

Dass es die Teller-Fotos von Anna Ewers durch all ihre Hände und Gewissen bis ins Magazin geschafft haben, ist alarmierend. Frauenfeindlich. Antifeministisch. Es ist, werte Frauen, ekelhaft.

Bitte, lesen Sie weiter: Damit es bereits von Anfang an klar ist, dass Anna eine Puppe – und nichts anders als eine kopflose, willige Lederstiefel-Puppe ist – wird sie auf dem Schoss einer ebensolchen abgelichtet. Auf den Schoss, damit auch klar ist, dass Anna Ewers auch noch ein unschuldiges, kleines, Mädchen ist. Mit dem Nachthemdbild gibt’s gleich noch Eins obendrauf: arme, arme, unschuldige, kleine süsse Anna. Umso verletzlicher, ausgelieferter und demütiger wirkt sie dadurch auf dem BDSM-Bild in gebeugter Pose und Sack über dem Kopf. Ach nein, Modegurus sei Dank klären mich die hilfreichen Sidelines ja darüber auf, dass es eine stilechte Lederkaputze von Céline ist. Aber ja, auch die echt scharfen Lederhandschuhe von Versace ändern den Eindruck vollkommen: Anna ist stark. Sie hält auch mehrere Männer nacheinander aus.

So richtig in Stimmung bringt ja dann das nakte Filzpüppchen und die eingeschweisste Glitschnahrung, vorallem in Kombination mit dem hautfarbenen Phallusteil und einer auffordernden Anna, deren Blick sagt…komm nur mit. Es lohnt sich ja auch: Anna entblösst, in einen Raum gestellt, in dem sie nicht aufrecht stehen kann, der sie niederdrückt, gebückt behält. Immerhin darf sie zwischendurch auch Theaterpuppe spielen.

Was hat Teller wohl gedacht, als er Anna Ewers unter freiem Himmel sozusagen nackt fotografiert hat? In der Pose eines sich windenden Mädchens, das versucht, sich schamhaft zu bedecken, und doch nicht entkommen kann. Heiss wie die lodernden Flammen eines Grills in einem Yakitori-Restaurant in Shinjuku – das hat er wohl gedacht.

Anna Ewers wird präsentiert wie das ständig präsente, plastifizierte Essen. Einfach zugreifen. Zubeissen. Ablecken. Kostet fast nix. Link zum Cover: Falls Du Sushi nicht magst – Vernasch mich!

Wirklich ein krönender Abschluss, das letzte Bild: Die Anna mit Mundkorb. Genau so sieht Teller sie wohl. Mundzahm, Mundtot. Willenlos, ihm und seinen dreckigen Phantasien ausgeliefert.

Und das alles, werte Frauen, wollten Sie genau so darstellen? Keine kritischen Gedanken? Kein Hinterfragen? Alles scheissegal, wenn man dafür schön Geld machen kann mit Gucci, Prada, Dolce&Gabbana & Compagnie? Alles Firmen übrigens, die Frauen keinen Deut anders sehen als Juergen Teller. Werte Frauen, werter Herr Chefredaktor, was Sie diesesmal produziert haben ist einfach nur ein Schundmagazin.

Lieber Christoph Amend, was sagen Sie dazu? Sie haben es abgesegnet und verantworten dieses Debakel.

PS: Dies ist ein Leserinnenbief und kein Leserbrief. – salome in-albon


Leserbrief zu „Kampf um die Fachjournale“ von Martin Spiewak

Nachdem ich heute mehrere Stunden meines Arbeitstages mit dem Erstellen von Reviews für ein Elsevier Journal zugebracht habe, hat mich der Artikel von Herrn Spiewak dann dran erinnern, wie dämlich es eigentlich ist, diesen Wissenschaftsverlagen „ehrenamtlich“ dabei zu helfen, ihre 30% Gewinnspanne zu realisieren. Springer, Elsevier und Co. lassen es sich bezahlen, Forschungsergebnisse, die mit Steuermitteln generiert wurden, in Ihren Zeitschriften zu publizieren und verkaufen dann diese Zeitschriften wieder an die Universitäten, die das dann erneut aus Steuermitteln bezahlen müssen. Für die Qualitätssicherung ist einzig und alleine die Wissenschaft und zwar unentgeltlich zuständig. Man kann nur hoffen, dass die Universitäten (auch meine), diesem Unwesen die Stirn bieten!  – Priv.-Doz. Dr.-Ing. Dipl.-Inform. Andreas Zabel


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Die Straßenschlachten während des G20-Gipfels in Hamburg sind aufwühlend gewesen, das nunmehr erlassene Verdikt gegen einen Mittäter, der wohl mehr ein Mitläufer war, ist allerdings ebenso aufwühlend. Denn bei allem Verständnis für die Strafzwecktheorie, in diesem Fall schießt der Rechtsstaat durch sein Ersturteil mit einer Kanone auf das Recht eines Spatzen.

Im etwaigen Revisionsverfahren bzw. in weiteren derartigen Fällen zeigt sich der Staat, wie von Sabine Rückert völlig zutreffend begründet und formuliert, hoffentlich deutlich stärker.  – Ira Bartsch


Leserbrief zu „In Freiburg war ich nichts besonderes“ von Jürgen Teller im ZEIT Magazin

erwartungsvoll schlug ich das Magazin Nr. 36 auf, und es öffnete sich in der Mitte. So fiel mein erster Blick auf das Foto auf der Seite 42.

Ich finde es absolut verstörend und geschmacklos!!! Wie kann man in einer Zeit, in der Fotos von realen Hinrichtungen um die Welt gehen, ein derartiges „Modofoto“ inszenieren, mal abgesehen von dem Frauenbild, das Sie in der Fotostrecke zeigen? – Ute Einkopf


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Das Thema der Strafrichter am Amtsgericht und deren Urteile beschäftigten mich sehr und der grundsätzlichen Haltung von Frau Rückert gegen das Prinzip – immer feste druff – kann ich nur zustimmen. Allerdings finde ich den Artikel „Kleines Licht“ in der Ausgabe 36 nicht ganz fair. Deshalb folgender kurzer Leserbrief:

In ihrem Beitrag „kleines Licht“ kritisieren Sie den hamburger Strafrichter für sein hartes Urteil gegen den niederländischen Peike S. Wird anfänglich noch festgestellt, dass Peike S. wegen schweren Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt wurde, ist er am Ende des Artikels ein Junge der einem Polizisten einen Klaps gegeben hat, sich dann wie ein Baby auf dem Boden zusammenrollte um sich verhaften zu lassen und dafür fast drei Jahre in den Bau muss – von Landfriedensbruch keine Spur. Das wird dem Strafrichter nicht gerecht. Was dieses Urteil gesetzlich so in die Höhe treibt ist nicht etwa die Körperverletzung oder der Widerstand bei der Festnahme. Es ist der schwere Landfriedensbruch. Er schützt Leben, Gesundheit und Eigentum vor Menschenmengen, die randalierend durch die Straßen ziehen, beflügelt durch die Dynamik der Masse. Die kriminelle Energie, die dieser Paragraph bestraft, mag uns in der heutigen Zeit fremd sein. Für die Krawalle in Hamburg und damit auch Peike S., passt er aber wie die Faust auf’s Auge.   – Stella Scherer


Leserbrief zu „Geschlossene Gesellschaft“ von Julia Friedrichs

Frau Friedrichs’ Reportage ist sehr gelungen und regt zum Nachdenken über die Ursachen und die geeigneten Maßnahmen zum Gegensteuern an. Eine Erhöhung der Erbschaftssteuer wäre m.E. rein symbolisch und wenig geeignet. Insbesondere da Steuern nicht zweckgebunden sind und mit großer Wahrscheinlichkeit für andere Begehrlichkeiten herhalten müssten. Grundsätzlich haben die öffentlichen Haushalte genügend Geld. Es ist nur so, dass die Kosten für den Sozialstaat in Folge einer verfehlten Politik im Laufe der letzten Jahre sehr stark gestiegen sind (im Bundeshaushalt 25 Mrd. € entspricht 17% in 4 Jahren. Jeder € kann nur einmal ausgegeben werden. Bedenklicher als die Existenz von Internaten ala  Salem und Neubeuren, finde ich allerdings die zunehmende Beliebtheit privater Schulen, die im Bereich 300 – 600 € im Monat kosten. Mit der sinkenden Qualität der staatlichen Schulen, werden diese von immer mehr gut verdienenden Eltern (ab ca. 100.00 € Jahreseinkommen) bevorzugt. Dies wird mittel- und langfristig zu einer viel relevanteren Spaltung und Chancenungleichheit der Gesellschaft führen. – Dietmar Baier


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Man muss kein Freund der AfD sein, um die Aussagen von Politikern imWahlkampf etwas unaufgeregter zu betrachten. Immerhin wollte man bereits Angela Merkel auf einen anderen ehrenvollen Posten „entsorgen“! Auch andere durchaus verdiente Politiker wollt man auf ein komfortables Mandat ins Europäische Parlament entsenden. Man kann also insofern bereits von einem durchaus üblichen Kommentatoren- Sprech ausgehen.Ich kann mir gut vorstellen,was in Frankreich mit einer Integrationsbeauftragten geschehen würde, die Ähnliches über die französische Kultur sagen würde! – Siegfried Linn


Leserbrief zu „Der nette Herr G.“ von Harro Albrecht

Aus vielen Jahren Talkshows wissen, daß der Gesundheitsminister keine einfache Aufgabe zu lösen hat. Andere Minister übrigens auch nicht. Aber jeder neue Gesundheitsminister kam mit neuen Lösungen.

Ich wähle Politiker damit sie im Fachressort qualitativ gute Arbeit leisten. Und nicht in Talkshows herumsitzen. „Und ihr Fähnlein nach dem Wind hängen“. Wie es gerade opportun ist.

Man kennt das ja, wenn in den Arbeitszeugnissen steht: er war bei den Kollegen stehts  beliebt. Da ist mir ein „unauffälliger Handwerker“ lieber.

Obwohl ich kein CDU-Wähler bin: weiter so Herr Gröhe. – Frank Ellersiek


Leserbrief zu “ Kein Ton für Israel“ von Jens Balzer et al.

Einseitige Stimmungsmache

Die Autoren des Artikels „Kein Ton für Israel“ werfen Israelkritik, Antizionismus uns Antisemitismus in einen Topf und stellen damit die Kritik an der israelischen Besatzungspolitik, wie sie die BDS-Bewegung formuliert, unter das Label ‚antisemitisch‘.  Sie machen sich nicht die Mühe, die Forderungen der BDS-Bewegung zu untersuchen, sondern erwähnen nur Experten, die behaupten, BDS delegitimiere Israel. Damit werden aus Behauptungen anderer ‚News‘ geschaffen,  ganz im Sinne der israelischen Regierung, die zur Bekämpfung von BDS Millionen ausgibt.
Man mag darüber geteilter Meinung sein, ob ein Boykott wegen einer 500 Euro-Spende der israelischen Botschaft für eine Sängerin eine angemessene Aktion ist, das berührt aber nicht das Recht auf einen Boykott Israels, das sowohl die irische, niederländische und schwedische Regierung wie auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherina als legitim bezeichnet haben. Auch  jüdische Organisationen unterstützen die BDS-Bewegung, um gegen Israels verheerende Politik zu protestieren. Sollten das alles Antisemiten sein? Schließlich hat sogar Amnesty International im Juni die Regierungen der Welt aufgerufen, Importverbote für Produkte aus israelischen Siedlungen zu erlassen und Firmen zu untersagen, mit Siedlungen geschäftliche Verbindungen einzugehen. – Claus Walischewski


Leserbrief zu “ Kein Ton für Israel“ von Jens Balzer et al.

Guten Tag zum Artikel „Kein Ton für Israel“ möchte ich folgende Korrektur vorschlagen:

„Sie inszenieren die Palästinenser als bloße Opfer einer Besatzungsmacht, schweigen jedoch über das…“ in „Sie benennen ausschließlich die Rolle der Palästinenser als Opfer einer Besatzungsmacht, schweigen jedoch über das….„.  Palästinenser, die ja tatsächlich völkerrechtlich die Opfer einer Besatzungsmacht sind, können nicht mehr als solche in“inszeniert“ werden!

Bitte,  auch hier sollten Journalisten mit mehr Feingefühl handeln: Palästinenser werden oft mit Hamas, Fatah und somit mit Terrorismus in einem Atemzug behandelt

Wer sind „manche“ (…und so manche verfolgen keine humanitäre, sondern eine politische Agenda…)? Seit wann verfolgen NGO ausschließlich humanitäre Ziele? – Tom Waigand/Rügen


Leserbrief zu „Ich finde es unerträglich“ von Evelyn Finger

Frau Grütter hat völlig recht: Der Boykott des Berliner Pop-Kultur-Festivals durch die BDS Bewegung war antiisraelisch. Wohl auch nicht verwunderlich, wenn man die Gründungsgeschichte und die Ziele der Bewegung kennt. Allerdings ist der Artikel Ihres Autors Jens Balzer typisch für den Mainstream der deutschen Presse. Kritik am Staat Israel, seinem Premierminister und der israelischen Besatzungspolitik mit den alltäglichen Menschenrechtsverletzungen durch die israelische Armee, die Grenzpolizei und die z.T. ultraorthodoxen Siedler, deren Siedlungen von den Vereinten Nationen als völkerrechtswidrig gebrandmarkt werden, bleibt entweder unerwähnt oder wird sofort als antisemitisch abqualifiziert. So auch die BDS Bewegung, oder Musiker wie Roger Waters, der von Ihrem Autor verunglimpf wird. Gänzlich einseitig wird der Autor, wenn er eine Verbindung zwischen dem Führer der britischen Labour Party, Jeremy Corbyn, und dem behaupteten Anstieg antisemitischer Übergriffe in Großbritannien herstellt. Das ist O-Ton der pro-israelischen Lobby, die alles daran gesetzt hat, Corbyns Eintreten für die Sache der Palästinenser als antisemitisch zu diskreditieren. Ein wohlfeiler Reflex, den wir ja auch nur allzu gut von deutschen Journalisten kennen, genau wie ihn Ihr Herr Balzer pflegt. Übrigens hat sich Corbyn bereits mehrfach von seinen Äußerungen zu Hamas und Hisbollah aus dem Jahre 2009 distanziert. Etwa nicht genau recherchiert, Herr Balzer?

Ich wünsche mir von der ZEIT eine in Bezug auf Israel ausgewogene Berichterstattung. Wenn Sie nicht eigene sachkundige Journalisten haben, bitten Sie doch die israelische Zeitung Haaretz um Unterstüzung. Damit würde sich die ZEIT sehr wohltuend vom deutschen Mainstream Journalismus und dessen platten Antisemitismusvorwürfen abheben. – Bernd Guth


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Sehr befremdlich, wie sich eine Journalistin herausnimmt, die Arbeit und Urteilskraft eines Richters zu bewerten.

Mal ganz abgesehen davon, mit welcher Inkompetenz. Wie das Gewaltpotenzial des Verurteilten heruntergeschrieben und fast verharmlost wird, einfach sagenhaft. Er hat ja nur eine Flasche geworfen. Aha, und wenn ein Gewaltkollege ihm einen Molotowcocktail gereicht hätte, hätte er ihn bestimmt nicht geworfen, sondern entsetzt zurückgereicht. Schon klar.

Was übersehen wird, dass der Gewalttäter jeden Schaden in Kauf genommen hat und ein Teil des Ganzen war, der überhaupt diese chaotischen Szenen möglich machte. Daher ist die Höchststrafe für dieses Pack genau das richtige, egal wie intensiv sich der Einzelne strafbar gemacht hat.

Interessant wäre zu wissen, wenn die Journalistin selbst so ein Geschoss abbekommen hätte oder eine ihr nahestehende Person. Ich schätze, der Text wäre ein vollkommen anderer. Aber so ist es mit diesen egoistischen Menschen, ich habe keinen Schaden, was kümmern mich andere (vor allem wenn sie einen Schutz tragen).

Und diesem Menschen wird im Gefängnis die Zukunft verbaut. Ach herrje, dieser Typ wäre bestimmt Arzt oder Architekt geworden. Genau. Und nun klappt das nicht mehr. Und Schuld daran ist selbstverständlich das Urteil eines Richters, der lediglich unsere Werte zu schützen versucht.

Dieses Urteil entspricht nicht einem dürftigen, sondern endlich mal einem starken Staat.  – Jens Roßbach


Leserbrief zu „In Freiburg war ich nichts besonderes“ von Jürgen Teller im ZEIT Magazin

Ihre -eher nichtssagende – Fotoserie mit einem – eher nichtssagenden- Model in Ehren- das Foto auf Seite 42 ist abscheulich. Was soll das? Ein Mensch/ eine Frau vor der Hinrichtung auf einer Guillotine? Den Kopf in Plastik verpackt? Welch voyeuristischer Blick!!! (Männliche?)  Sado- Phantasien?

Einfach geschmacklos. Ich erwarte eine Antwort. – Mechthild Rüther


Leserbrief zu „In Freiburg war ich nichts besonderes“ von Jürgen Teller im ZEIT Magazin

Zunehmend habe ich das Gefühl das ZEIT-Magazin entwickelt sich zu einer Modezeitschrift. Ganz abgesehen davon dass ich finde dieser Bericht über Anna Ewers ist hier fehl am Platze finde ich die Art der Darstellung und des Berichts ziemlich geschmacklos. Ich denke, es gibt genug interessante Themen die für das Magazin geeigneter sind.

Zum Glück gibt es noch die Rubriken mit Janosch und Martenstein und einige andere brauchbare. – Juliane Sobing


Leserbrief zu “ Kein Ton für Israel“ von Jens Balzer et al. und „Ich finde es unerträglich“ von Evelyn Finger

Natürlich hat der Eklat Methode! Ich erinnere mich an viele politische Statements von vielen Revoltierenden  Gruppen, die heute bei den Grünen und auch SPD Ihr „Unwesen“ treiben. Bei den Linken standen die Araber  höher im Kurs. Mit den Israelis standen sie immer auf Kriegsfuß.  Das hängt wohl selbst mit ihrer terroristischen Vergangenheit zusammen.   – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was wird aus dem neuen Berliner Flughafen?“ von Claas Tatje und Mark Schieritz

Sie schreiben über den BER: „Dass er auch ein Milliardengrab und ein Planungsdesaster ist: geschenkt.“ – Genau das ist er/es leider nicht! Diese Steuergelder, meine, aber, pardon, auch Ihre, hätten für tausend Dinge sinnvoller investiert werden können.

Zur Stadtrandlage: Soweit ich weiß, liegt der Amsterdamer Flughafen Schiphol am Stadtrand. Dadurch ließ sich auch nicht verhindern, dass 1992 ein Flugzeug in zwei Wohnblocks stürzte. Es gibt andere Beispiele. Das ist doch völlig unvorhersehbar, wo ein Flugzeug abstürzt. Deswegen ist dieses Argument so lächerlich. Nur weil wir ein reiches Land sind, müssen wir unser Geld ja nicht so erbärmlich aus dem Fenster werfen. Als die französischen Alliierten aus Berlin abzogen und die Kasernen frei wurden, die ganz in der Nähe von Tegel sind, wäre ein Ausbau sinnvoll gewesen. Das wäre vielleicht ein Projekt für den „Verstand“ gewesen, den Sie dankenswerterweise mir und allen anderen Tegel-Befürwortern absprechen. Tegel funktioniert! So einen Flughafen wollen wir. Ich hoffe, wir gewinnen am 24.9.

Claas Tatje an dieser Stelle herzlichen Dank für sein intelligentes Contra. Ich erliege jetzt nicht der Versuchung, die Verstandesleistung der BER-Befürworter zu kommentieren.  – Dr. Sabrina Hausdörfer 


Leserbrief zu „Der nette Herr G.“ von Harro Albrecht

Jubeljournalismus, anders kann man den Beitrag von Harro Albrecht nicht bezeichnen, denn der nette Herr G. ist in Wirklichkeit alles andere als nett. Und erfolgreich ist er lediglich im fortgesetzten Ab- und Umbau unseres Gesundheitswesen zur Staatsmedizin.  Betroffene Patienten, ihre Angehörigen sowie Pflegekräfte und Ärzte bekommen tagtäglich von G.`s Arbeit mehr mit als ihnen lieb und ihrem Wohlbefinden zuträglich ist.

Die beiden in den Zeugenstand gerufenen Experten dienen wenig zur Wahrheitsfindung, sind sie doch selbst patientenferne Theoretiker und mehr Problem als Lösung.  Einzelne Skandale werden vermisst, weil die Arbeit des gelernten Generalsekretärs für sic h bereits ein einziger Skandal ist.

Darunter fallen u.a. folgende gänzliche verschwiegene Tatsachen: Pflegekräfte können kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten trotz hoher Arbeitsbelastung zu allen Tag- und Nachtzeiten; das wichtige Berufsbild der Kinderkrankenschwester wurde eliminiert zugunsten einer billigeren Basisausbildung; Hebammen sterben aus, Geburtsabteilungen schließen; regelmäßige und  bundesweite Hygiene- und Pflegeskandale mit  politisch in Kauf genommenen Kollateralschäden; zunehmender Ärztemangel  in Praxen und Kliniken; Patienten müssen immer mehr zuzahlen bzw. auf medizinisch vernünftige Leistungen verzichten. In Summe handelt es sich um  mangelnden Respekt vor Kranken und allen in der Patientenversorgung tätigen Menschen. Dafür fordert und fördert Gröhe den Bürokratismus und  kostenintensive, aber ineffektive Überwachungsorgane und mehrt die Gewinne des medizintechnischen und pharmazeutischen Sektors . Im gleichen Maße sonnt er sich mit der Kanzlerin in Davos bei den Reichen und  Schönen der Weltwirtschaft statt sich in die Niederungen  der wirklichen Alltagsprobleme zu begeben. Gesetzes- und Verordnungswut sind kein Ersatz für gelebte Empathie und politische Könnerschaft, die eigentlichen „Waffen“ eines wahrgenommenen, geschätzten und über vier Jahre erfolgreichen Ministers. Dazu bedarf es auch keines Schrankes, in dem vielleicht auch noch  die eine oder andere Tasse fehlt.  –  Dr. med. Christian Deindl


Leserbrief zu „Witz oder Krieg“ von Angela Köckritz

Senegal – Positives aus (über) Afrika

Der redaktionelle Einstand der neuen Afrika-Korrespondentin der ZEIT ist vielversprechend: Positives aus Afrika ist bekanntlich selten, und der Bericht über die eindrucksvolle und zutiefst humanistische senegalesische Islam-Variante der Muriden-Bruderschaft enthält über die Afrika-Reportage hinaus eine positive Botschaft über den Islam. Da ist es der ZEIT-Korrespondentin offenbar ähnlich gegangen wie vor etlichen Jahren dem deutsch-syrischen Soziologen Bassam Tibi, der durch seine Beobachtungen und Begegnungen mit dieser senegalesischen Islam-Variante sein Konzept von einem ebenso eigenständigen Euro-Islam entwickelt hat.

Was die politische Situation im Senegal angeht, so fehlt allerdings der Hinweis auf den seit über 40 Jahren andauernden ethnisch-religiös begründeten Sezessionskrieg in der südlichen Casamance-Region, in den auch das benachbarte Guinea Bissau involviert ist. Und was Guinea Bissau angeht: das Land wird in einem Nebensatz als Narcostaat bezeichnet. Damit wird eine vor über fünfzehn Jahren vom SPIEGEL und anderen europäischen Zeitungen losgetretene, aber nie nachgewiesene Rolle des Landes als angeblicher zentraler Drogen-Umschlagplatz zwischen Kolumbien und Europa kolportiert. Vielleicht wäre es eine lohnende Aufgabe für Angela Köckritz, sich mit der Geschichte der Entstehung einer solchen Legende auseinanderzusetzen – und sie eventuell zu hinterfragen. – Prof. Bernd Leber


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Nein, nein sehr geehrte Frau Rückert, bitte nicht.

Da  reist ein junger Mann aus den Niederlanden  nach Hamburg, um gezielt an Demonstrationen teilzunehmen. Aber eben nicht auf der Seite des friedlichen Protestes sondern bei den Randalierern. Und er nimmt nicht nur Teil, er wirkt tatkräftig mit. Im wahren Sinn des Wortes. Er wird gewalttätig. Er bewirft mit Bierflaschen meine Vertreter des demokratischen Staates. Und das ist, wie Sie feststellen ein „Mitläufer“? Nein. Er ist ein Täter und nicht Mitläufer. Er ist nicht mitgelaufen, er hat eine Straftat begangen. Seine Einordnung als „Mitläufer“ mindert oder gar befreit ihn ein stückweit von der Schuld und Verantwortung.

Das hatten wir bereits in unserer neueren Geschichte gehabt. Plötzlich waren alle nur „Mitläufer“, weit von jeder Schuld und Verantwortung. Eine derartige Verharmlosung, und so wirkt die Bezeichnung „Mitläufer“ auf mich, wird den Geschehnissen nicht gerecht und ist hier fehl am Platz.

Auch der Vergleich des Strafmaßes mit anderen Straftaten hilft hier nicht weiter. Wer sagt, dass die in Vergleich  einbezogenen Straftaten mit dem „richtigen“ Strafmaß bedacht worden sind? – T. Neustadt

Leserbrief zu „Auf dem Dorf ist die Welt noch in Ordnung“ von verschiedenen Reportern

In der aktuellen Ausgabe lese ich in großen Lettern „…. auf dem Dorf“. Ich darf die Frage stellen, was AUF dem Dorf denn eigentlich heißen soll. Oben drauf? Wurde etwas auf das Dorf gestellt? Ich nehme dies zum Anlass, einmal mehr die grundsätzliche Frage zu stellen, ob sich die „Zeit“ nun als Wochenzeitung für den gesamten deutschsprachigen Raum versteht. Oder eben doch für ein Medium, das nur oberhalb des Weißwurstäquators verstanden wird. „Tanke“ und Ähnliches musste ich ja auch schon lesen. Sorry, mir graut vor diesem Deutsch und ohne den Duden bemüht zu haben finde ich eine Formulierung wie „auf dem Dorf“ einfach grässlich. – Gerald Grossbauer


Leserbrief zu „Geschlossene Gesellschaft“ von Julia Friedrichs

Ein immer währendes Thema. Umso wortgewaltiger das Thema Reichtum kritisiert wird, umso mehr ziehen sich die Reichen zurück. Ich selbst bin auch kein armer Mensch. Mein Leben kann ich aber angenehm gestalten. Mein Leben spielt sich teilweise in einem Ort ab wo die Wohlhabenden Ihr zu Hause haben. Die Abschottung ist deutlich zu spüren. Sie finden fast nirgends ein Klingelschild mit Namen. Aber das ist mehr der Kriminalität geschuldet. Wohnungseinbrüche gehören hier fast zum Alltag.  Das wird in Ihrem Beitrag zum Beispiel nicht erwähnt. Das soziale Verhalten kann man durchaus bemängeln. Das will ich gar nicht bestreiten.  Das Ausland geht damit eher gelassener um. In Frankreich oder Italien wird das kaum thematisiert. Die Sozialisten in diesen Ländern sind aus einem anderen Holz geschnitzt.

So jedenfalls meine Erfahrung. In Asien oder Amerika ist es völlig in Ordnung wenn Reiche Einen weiteren Grund sehe ich an dem schlechten Zustand unserer Schulpolitik. Ich selbst habe meine Söhne nach der Grundschule privat unterrichten lassen. Heute zeigt sich das bei meinen Söhnen. daß das richtig war.  Manieren, Anstand und Leistungen waren Tugenden, die nach den 70er Jahren immer mehr in Vergessenheit geraten sind. Oder direkter gesagt: nicht mehr von der Politik erwünscht war. Das sind alles Zustände, die ein vernünftiger Erdenbürger seit Jahren beklagt hat.  Die Abschottung wurde dadurch immer intensiver. Heute, wenn es die Zeit erlaubt, ist das Zuhause eher im Ausland. Dort fühlen sich alle wohler Das hängt nicht immer mit dem Klima zusammen. Dort können sie schlicht und einfach ruhiger Leben.  Die Hotelbranche hat das erkannt. Ständig wurden neue Luxus-Hotels gebaut. Die eigene Villa ist heute nicht mehr unbedingt erste Wahl. Auch das hat sich geändert. Die großen Suiten mit bester Betreuung hat noch mehr Lebensqualität. Es ist ja richtig, daß der Reichtum heute im Milliardenbereich liegen. Früher waren es Millionäre, die könnten sich das auch nicht mehr leisten.

Heute liegt das alles im Milliardenbereich.  Die Fußballer (einige wenige) werden in einigen Jahren auch in den Milliardenbereich kommen. Ist das nicht eine verrückte Welt geworden.? In Südafrika leben viele wohlhabende Deutsche, die dorthin ihre Firma verlegt haben. Durch das digitale Zeitalter sind sie nicht mehr ortsgebunden. Fragt man sie danach wieso: „In Deutschland kannst du doch nicht mehr vernünftig Leben.“  Abschließend will ich noch das Thema Familie aufgreifen.  Die Männer sind dafür nicht geeignet auf Familie zu machen. Die Emanzipation gerät bei diesem Thema an ihre Grenzen.  Damit will ich nicht sagen, daß sie alle Rabenväter sind. Die können andere Qualitäten für ein intaktes Familienleben einbringen.

Das ist genauso wichtig wie die Betreuung der Mutter. Wenn ich zum Beispiel Zuhause war, bin ich mit den Kindern zum Beispiel sportlich unterwegs gewesen. Und wenn meine Frau sich dafür auch interessierte sind wir halt alle gemeinsam unterwegs gewesen.  Das waren für mich die schönsten Stunden.  Nichts, aber auch gar nichts hat meine Frau vermisst. Sie war mit uns Männern rundum glücklich, obwohl sie auch eine gute Ausbildung genossen hat . In Deutschland wird alles übertrieben. Der Deutsche findet selten das rechte Maß.  Die Frauen, die es in den Vorstand einer Weltfirma gebracht haben, sind fast alle gescheitert. Eher sind sie erfolgreich in einer politischen Organisation. Da gibt es einige Beispiele. Wie sieht es eigentlich bei Ihnen mit der Frauenquote ( die ich für Blödsinn halte) in der Vorstandsetage aus.? Eine solche Idee kann nur von einer Frau kommen, ohne den Frauen zu nahe zu treten.  Und ich mach mich auch wieder ins Ausland auf die Socken.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Im Namen des Vaters“  von Stefan Willeke

Sie schilderten eindrucksvoll einen weiteren schlimmen, wohl nicht untypischen Vorfall für die deutsche “Rüpelrepublik” (Schindler).

Dazu passen alltägliche Beispiele aus der “offenen Hauptstadt mit den vielen Attributen”(seit heute laut rbb “Hauptstadt des Verbrechens”).

– Kollision mit telefonierendem, männlichem Radfahrer auf dem Fußweg – gegen die Fahrtrichtung fahrend, von hinten kommend (Schulbildung vermutlich in der Bildungsrepublik), seine Reaktion: „Fick Dich, Du Votze (ich bin als Mann erkennbar?), soll ich Dir eine in die Fresse hauen“.

– Beschimpfung auf dem Fußweg durch rasende Radfahrer mit “Alter Nazi”, “Du, kein Polizist, dann Nazi”.

Mit dem geplanten Fahrradgesetz werden sicher im Interesse der umweltfreundlichen, abends/nachts oft Elektro-Energie sparenden Radfahrer Regeln eingeführt, die “störrisch-korrekte” Fußgänger zwingen, solche Kollisionen auf dem Fußweg zu vermeiden (Zuweisung Zeitfenster für Fußwegnutzung,Straßenbenutzungsschein insbesondere für altes, negatives Humankapital, Helmpflicht für Fußgänger, Verbot (?) der StVO o. ä.).

Die geschilderte Verletzung der Polizisten ist natürlich ebenfalls schlimm. In Berlin wäre das in einem vergleichbaren Fall mangels Polizei vermutlich gar nicht passiert.

Lobend muss ich aber erwähnen, dass die Ordnungsbeamten zur Parkraumbewirtschaftung “unbeschädigt” arbeiten dürfen. Sie schreiben sogar Knöllchen vor der Notaufnahme eines Krankenhauses, sofern der “Lebensretter” vor Betreten der Rettungsstation vergisst bzw. keine Zeit findet, einen Parkschein zu ziehen; “Parkschein vor Leben” – be Berlin.
(Berliner Behörden reagieren auf solche Schilderungen nicht; den genannten Beamten ist es übrigens verboten, Radfahrer zur Ordnung zu verpflichten.) – Krause


Leserbrief zu „Kalkulierter Hass“ von Mariam Lau

Ich schätze Ihre journalistischen Beiträge in der ZEIT!
Ich verstehe Ihre persönliche Betroffenheit durch die Äußerung Herrn Gaulands in Bezug auf die Integrationsbeauftragte Frau Özoguz  und ich teile Ihre Kritik in Grundzügen. Die Äußerung von Herrn Gauland hat mich allerdings nicht so überrascht wie Sie offensichtlich.

Aber ich bin völlig perplex darüber, dass sich über die Kritik an der AfD hinaus weder Sie noch irgendein anderes Mitglied der Redaktion mit dem Bezugspunkt der Gaulandschen Äußerung befasst, nämlich der Äußerung von Frau Özoguz.  Ich zitiere aus  Ihrem Artikel in der oben genannten Ausgabe der ZEIT :
„Jenseits der Sprache, so die Integrationsbeauftragte, gebe es nichts spezifisch Deutsches.“ Frau Özoguz bekleidet  immerhin das Amt einer Staatsministerin der deutschen Regierung und hat nicht nur meiner  Meinung nach die Aufgabe, das „Eigene“ und das „Fremde“ (vgl. Begrifflichkeit nach Ulrich Greiner eine Woche zuvor in der ZEIT) miteinander zu harmonisieren und die Voraussetzungen für ein zuträgliches Zusammenleben politisch zu gestalten. Was sie wohl als das „Eigene“ versteht? Eine solche Person reduziert das Deutsche auf eine Sprachgemeinschaft – welch ein erbärmlicher kultureller Horizont, welch eine bornierte Wahrnehmung gesellschaftlicher Realität! Mit einer solchen Auffassung versieht Frau Özoguz ihr Amt als Integrationsbeauftragte, ohne dass ihr jemand aus dem Regierungslager oder jemand von den linksliberalen Medien widerspricht. Ich bin schockiert. Dieser Person fehlt die Grundlage, um ihr Amt adäquat ausüben zu können. Aber genau so  kritikwürdig ist für mich ein politisches und ein mediales Umfeld, in dem sie in dieser Weise  unwidersprochen agieren kann. – Noch ein letzter Gedanke:  Nur auf diesem Hintergrund ist die Stärke der AfD  überhaupt erklärbar. – Wolfgang Baumann


Leserbrief zu „Gehen oder bleiben?“ von Lisa McMinn

Ihr Artikel hat mich zu Tränen gerührt und gerne möchte ich Ihnen verraten, wieso.

Kurz zu mir: Mein Name ist Pauline, ich bin 21 und Medizinstudentin in Hamburg.

Aufgewachsen bin ich in Hardt. Meine Papa pflegt das Sprichwort: Rom, Venedig und Hardt- einzig in ihrer Art. Er hat Recht, er ist dort aufgewachsen. Hardt ist ein 8000 Einwohner Dorf, 10km von der Innenstadt Mönchengladbachs entfernt, wo die Seele von Borussia Mönchengladbach und jeder Rheinländer genauso lacht wie auch ich: laut und eigentlich immer. Hier weiß jeder, dass Heimat unabhängig von Schönheit ist, sondern abhängig von Gemeinschaft.

In meinem Dorf bin ich viel aufgewachsen bei meinen Großeltern, die früher eine Dorfmetzgerei betrieben. Mit meiner Oma ging ich häufig sonntags mit Sonntagskleidung in die katholische St. Nikolaus Kirche, obwohl ich eigentlich evangelisch war und meine Eltern nicht übertrieben religiös. Danach machten wir Spaziergänge mit ihren alten Freundinnen durch den Hardter Wald. Als sie starb, bestand der Trauerzug aus gefühlt einem Achtel des Dorfes- und sie war eine ganz einfach Frau, eine Verkäuferin in der Metzgerei ihres Mannes.  Sie betete vor dem Schlafengehen, von ihr bekam ich meine moralapostelmässige und manchmal leicht konservativ-schicke Art, aber auch die freche. Die Gemeinschaft Hardt hatte eine nicht-ersetzbare Freundin verloren

Die Familie der Schwester meines Vaters wohnte keine 3 Minuten zu Fuß entfernt. An Wochenenden freute ich mich über die Besuche meiner Cousinen oder besuchte sie in ihren Studienorten: Münster und Aachen, 1-2 Stunden Bahn. Die damals 20-jährigen Cousinen gingen mit mir, kleinem Mädchen, ein ganzes Wochenende in den Zoo, in die Mensa, an den See, anstatt mit ihren Unifreunden durch Bars zu ziehen.

Jeder Mensch meiner Familie zählte für mich als mein Ursprung, mein Vertrauen, mein Herzschlag, mein Idol. Ich wollte immer sein, wie meine Familienmitglieder längst waren.

Ich liebte das Dorfleben, obwohl sich mein Tagesleben in der Stadt verbrachte, wo ich zu einem privaten katholischen Gymnasium ging mit den „Stadtkindern“, während die Dorfjugend auf ein näher gelegenes Gymnasium zog. Viele Nächte verbrachte ich dennoch mit meinem älteren Cousin und seinen noch älteren Freunden, die fürs Studium maximal nach Aachen gezogen waren, in der Dorfkneipe, dem Zeus, der eigentlich Jägerhof heißt, aber den jeder nur nach seinem Besitzer benennt. Hier tranken wir mittwochs Bier für 1Euro, häufig mit den Freunden meines Vaters gemeinsam, und philosophierten unseren eigentlich kurzen Weg stundenlang nach Hause.

Meine gleichaltrigen Freunde kamen jedoch aus der Innenstadt Mönchengladbachs, wo ich mich ebenfalls häufig rumtrieb, meine Mutter mich aber stets hinfuhr und zu jeder Nachtzeit abholte- inklusive aller meiner Dorffreunde, die sie in alle nach Hause fuhr. Das Dorftaxi, meine Mami.

Ich fühlte mich hier immer wohl, aber die Varianz der Menschen reizte mich nicht genug, um nach dem Studium zu bleiben. Ich wollte etwas studieren, das mich herausforderte, wollte eine Stadt kennenlernen, eine zweite, neue Heimat mit neuen, andersdenkenden Freunden finden. Wollte unabhängig werden.

Und bekam einen Studienplatz in Bochum.

Als ich mit meinem Papa durch Bochum lief, musste ich fast anfangen zu weinen. Ich war so dankbar über meinen Medizinstudienplatz, so unendlich dankbar, und trotzdem so sauer, dass ich nach Bochum ziehen sollte. Bochum erinnerte mich so sehr an Mönchengladbach. Ich wusste, dass ich hier Menschen finden würde, die ich lieben würde, dass ich Kneipen finden würde, die ein zweites Zuhause würden, dass ich glücklich sein könnte und werden würde, aber, dass es mich nicht erfüllen würde- zumindest nicht für die nächsten 5 Jahre.

Also verbrachte ich Wochen in OnlinePortalen für Studienplatztausche und tauschte nach Hamburg. Hamburg, eine Stadt mit 1,7 Millionen Einwohnern in der man schräg angesehen wird, wenn man, wie ich, andauernd laut loslacht oder freche Kommentare abgibt. Hamburg, eine wunderschöne Stadt, mit Hafen und Alster und Kultur und allem, was Mönchengladbach nicht hat, aber Menschen, die so anders eingestellt sind, als ich es war. Hier kostet ein kleines Bier 3 Euro (von Mietpreisen will ich gar nicht erst anfangen), einen Traktor hab ich tatsächlich in 3 Jahren nicht ein einzigesMal gesehen und Schlager kennt man nur vom Schlagermove, wo aber keiner, den ich kenne, hingeht. Im Zweifel ist das eine Erfindung für all die, die vom kleinen Dorf in die Millionenstadt gezogen sind. Das Ticket nach Hause kostet mind. 30 Euro pro Fahrt. Also 60 Euro, um ein Wochenende nach Hause zu kommen und zweimal mit den Eltern zu Abend zu essen, anstatt kostenlos und schnell mit dem NRW-Ticket von Bochum nach Mönchengladbach-Hardt zu pendeln.

Meine Freunde aus dem Dorf, so empfand ich es zumindest, konnten das nicht nachvollziehen. Sie gratulierten mir nicht zu dieser Chance, nichtmal meine Cousinen. Wenn ich sie ansah, fühlte ich mich, als würden sie denken, dass ich sie verurteilen würde, mich als etwas besseres empfand. Und vielleicht tat ich das auch ein bisschen. Das kleine Mädchen aus dem Dorf, die kleine Cousine des engsten Kneipen-Freundes, zog in die schönste Stadt Deutschlands, 4 Stunden, also mind. 1 1/2 Monate vom nächsten Wiedersehen entfernt, anstatt in unserer geliebten Heimat, Hardt, zu bleiben.

Ich vergaß die Heimat kein bisschen. Ich verdrückte ein Tränchen, wenn ich Bilder von Familiengeburtstagen sah, aber bereute es nicht, gleichzeitig durch die Schanze zu ziehen, neue Bars zu erkunden, Caipis in der Katze oder an der Elbe ein Alsterwasser zu trinken und Sonntags in die Kunsthalle zu gehen. Ich studierte und liebte es. Ich liebte und liebe Hamburg. Ich liebe das förmliche Sie, dessen Du man sich hart erkämpfen muss. Ich liebe das derbe, von dem alle immer reden. Ich liebe Sonntagsspaziergänge an der Alster. Und ich liebe es die Leute von hier mit meiner rheinischen Frohnatur zum Lachen zu bringen- aber ich vermisse es, von anderen diese Frohnatur zu erleben. Meine Cousinen, die inzwischen Mitte 30 sind, haben mich noch nie besucht.

Dann fing ich an für jeden Familiengeburtstag und jedes Mal, wenn meine beste Freundin aus der 5. Klasse daheim war, nach Hause zu fahren. Zu jedem Schützenfest. Auf einmal konnten meine Unifreunde aus Frankfurt, München, Berlin nicht verstehen, wieso ich so oft nach Hause fahre, was ich mit den ganzen Schlagern anfangen kann, die ich auf jeder Party um 3.00 nachts anschmeiße, und wieso ich mit so „einfach denkenden Dorftrotteln“ klarkomme, die auf Schützenparaden mit Fake-Gewehren marschieren und danach billiges Bier in Zelten trinken.  Nur Karneval fanden sie cool, was ich nicht verstand, weil sie alles daran doch verabscheuten. Aber sie fanden es auch nur im Zims in Köln cool, während ich das dörfliche Karneval als etwas ganz anderes sah. Ich hörte irgendwann auf mich zu rechtfertigen. Und sagte einfach, dass sie das nicht verstehen können und Hardt schlicht und einfach der schönste Ort der Welt ist. Wo jeder weiß, dass Heimat unabhängig von Schönheit ist, sondern abhängig von Gemeinschaft. Und ich meinte es so.

Vor 2 Monaten haben mein Freund, den ich in der ersten Uni-Woche kennengelernt habe, und ich uns getrennt. Weil wir zu oft gestritten haben. Wenn meine Freundinnen mich nach Beispielen fragten, dann sagte ich: Naja, ich bin 21 und wir haben uns darüber gestritten, wo wir später hinziehen wollen. Und ich weiß, dass das zu früh ist. Und ich weiß, dass ich da nicht festgelegt sein sollte. Aber wenn ich nunmal darüber nachdenke, wo ich später hinziehen will… dann will ich zurück. Es muss nicht Hardt sein, aber schön fand ich es doch. Aber es muss NRW sein, mir fehlen die Jecken… Mir fehlt das Leichtsinnige. Mir fehlt der Rhein, der nicht annähernd so schön ist, wie die Alster oder der Hafen an der Elbe- aber der so viele Städte verbindet, in denen Leute so denken, wie ich. Ich liebe Hamburg, ich bin ein Halber-Hamburger geworden und dennoch: ich will zurück. Nicht nur an den Rhein, sondern ins Dorf- zum Schützenfest, zum Zeus und zu den Dorftrotteln, die mit mir so viel mehr gemeinsam haben, als sie inzwischen denken.

Wenn ich mit X. darüber redete, wollte er nach Zürich, nach Singapur, nach Amerika, nach München ziehen- Hauptsache in einen wunderschönen Ort. Wo es Kulturangebote gibt wie in Berlin, Wetter wie in München, Häuser wie in Hamburg, Berge wie in Zürich, Erfolg wie in Amerika. Und das will ich auch, für ein paar Jahre. Für meine Zwanziger ist Hamburg und jede andere Großstadt, in die es mich noch ziehen wird, perfekt. Jeden Tag lobe ich mir meinen Bochum-Hamburg-Tausch. Ich fühle mich auch hier unfassbar wohl.

Aber wenn ich älter werde und Kinder bekomme, dann will ich, dass sie in einer solchen (Hardter-) Gemeinschaft aufwachsen. Mit ihren Großeltern aufwachsen. Dass sie mit Traktoren zur Schule in die Stadt fahren und stolz darauf sind. Dass sie Schlager schreien können, Mädchen fragen, ob sie sie zum Schützenfest begleiten, in Kneipen sitzen, mit Vätern und Großvätern. Geborgen. Gemeinsam.

Aber X. Konnte das nicht verstehen. Fand das engstirnig, nicht weltoffen. Er sei halt nicht so heimatpatriotisch und fänd das auch nicht erstrebenswert. Und ich fand ihn oberflächlich, weil er seine Heimat nach dem Aussehen aussuchte, nicht nach der Gemeinschaft. Ich empfand ihn so, wie meine Dorffreunde mich wahrscheinlich empfanden, als ich fürs Studium nach Hamburg zog, anstatt wie sie in der Nähe von Hardt blieb: undankbar, abgehoben, fast schon familienverräterisch.

Vor 1 Woche haben er und ich uns wiedergesehen. Das erste, was er mit Tränen in den Augen  sagte, war:“ Es tut mir so leid, dass ich dich dafür verurteilt habe, dass du zu deiner Familie zurückziehen willst. Ich weiß, das hat dich sehr getroffen. Und es tut mir so, so leid. Das ist so etwas bewundernswertes, tolles und es ist eigentlich traurig, dass ich das nicht so kenne, sehe und wünsche. Ich will, dass du weißt, dass ich dich jetzt verstehe und dafür liebe.“

Ja, dachte ich, es ist so so traurig, wenn man nicht das Gefühl kennt, immer wieder zu einem Ort zurückkehren zu wollen, nur wegen der Gemeinschaft, die dort herrscht. Wenn man das Vertrauen in Menschen nicht hat, dass sie einen noch so unspektakulären Ort zu einem so tollen Zuhause machen können.

Was aus meinen Plänen wird: weiß ich nicht. Was aus unseren gemeinsamen Plänen wird: weiß ich auch nicht. Aber was ihn angeht: Ich wünsche ihm, dass er eines Tages einen solchen Ort findet- ganz vielleicht in den Bergen, ganz vielleicht am Meer, oder vielleicht: bei mir. – Pauline Schrammen


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Es ist ein Jammer um das schöne Papier.Die blöden Bilder und Texte,es ist nicht aus zu halten.Ihr könnt es doch besser.Schade – Klaus Küsters


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

In der aktuellen Ausgabe der „ZEIT“ vom 31.08.2017 lese ich mit Unverständnis ihre Artikel über die Verurteilung des Angeklagten aus Holland wegen seiner Gewalttaten anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg. Meine Schwester war auf Seiten der Polizei im Einsatz, bekamm Steine gegen den Helm geworfen, der zerbrach und Sie verharmlosen in ihren Artikeln die Gewalttaten und kritisieren einen Richter, der den Mut hat, ein, wie ich finde, angemessenes Urteil zu sprechen. Und, dass der Polizist, der durch den Wurf des Täters getroffen worden war, ja nicht schwerer verletzt wurde, ist dann offenbar für Sie nicht so gravierend. Da verstehe ich Ihre Geisteshaltung nicht! Jemand, der im Demonstrationsgeschehen Gewalt verübt, steht eben nicht mehr unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit und missbraucht diese! Aber das scheint Ihnen durchgegangen zu sein, was mich fassungslos macht!
Schon zu Beginn der Berichterstattung in der „ZEIT“ über die schweren Gewaltauswüchse während des G20-Gipfels beobachte ich, dass die „ZEIT“ den „Weichspülgang“ eingelegt hat und die Berichte auf mich eher verharmlosend wirken. Da waren ja die marodierend, brandschatzend und plündernd durch Hamburg ziehenden Gruppen von gewalttätigen Menschen, vielfach aus dem Ausland angereist, mutmaßlich nicht so schlimm. Und die Gewalttäter auf dem Hausdach in der Schanze waren für Sie eher Menschen, die sich auf das Dach gerettet haben oder um von dort einen guten Überblick zu haben und schöne Fotos machen zu können. So naiv kann die „ZEIT“ doch nun wirklich nicht sein! – Brinja Hübner


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ von Thomas Lohr und Larissa Hofmann im ZEIT Magazin

Wann wird diese Serie endlich abgesetzt? Während Thomas Larissa liebevoll zugewandt ist, kreist diese nur um sich selbst. Es ist mittlerweile unerträglich! – Kerstin Gehlhaar


Leserbrief zu „Grüß Gott, Sie sind unsere Zukunft“ von Benno Stieber

Aus meiner Sicht kommt noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor für die Unternehmen hinzu: Es ist keineswegs sicher, dass die Energie für die E-Motoren ausschließlich aus Batterien gezogen wird. Insbesondere dann, wenn diese Technologie weltweit angewandt wird, werden die verfügbaren Resourcen zur Batterie-Herstellung wohl bald knapp und damit teuer werden. Die Möglichkeit der Erzeugung des Stroms für die E-Motoren aus Wasserstoff mittels Brennstoffzelle sollte für die entsprechenden Unternehmen ein weiterer Ansatzpunkt ihre Entwicklungsarbeit sein. Leider setzt auch die Bundesregierung nach meiner Einschätzung zu einseitig auf die Batterie-Variante. – Dieter Schuster


Leserbrief zu „Das Klo lernt vom Bau“ von Marcus Rohwetters

Ein unerschöpfliches Thema. Ich habe mich vor xxJahren damit befasst, weil ich keine Lust hatte, alle acht Tage nachzulegen, und je mehrlagiger, um so öfter! Mein Ergebnis war, dass ich für mein Studio-Dusch-WC auf die großen Rollen umgestiegen bin, die man von Raststätten kennt. Die haben einen äußeren Durchmesser von etwa 27 cm, innen ca. 7 cm. Darauf sind 320 lfdm. 2ply (!!),  ca. 20 cm je Blatt, also etwa 160 Blatt, die für gut ein halbes Jahr reichen (eine Person), also etwa zwei Rollen p.a.  Wenn man die (perforierten) Blätter einfach faltet, hat man schon 4ply. Nach meiner Überzeugung eine wirtschaftliche Problemlösung, ohne logistischen Stress.

Weitere Details erfordern Inaugenscheinnahme der Installation, für einen genauen Kostenvergleich müssten weitere Informationen zusammengetragen werden. – Ernst Hankammer


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Ihnen gegenüber ist durch Ihre weiteren Ausführungen nur gewachsen. Obwohl ich darauf hingewiesen habe, erwähnen Sie den äußerst liberalen Strafvollzug in Deutschland in Ihrem an mich gerichteten Schreiben nicht.
Darüber hinaus wäre es angebracht, in dieser Sache auch das Problem der
Mittäterschaft einzubeziehen. Das Verhalten des Peike S. während der Randale erfüllt den Tatbestand der Mittäterschaft eindeutig. Es so zu verharmlosen wie Sie es getan haben, kann nicht nachvollzogen werden.
Peike S. soll nicht für andere mitbüßen sondern nur für das, was er getan hat. Warum hat er bei der erkennbaren Eskalation nicht versucht, zumindest in seinem Umfeld andere von den Straftaten wie Brandsätze schleudern, Geschäfte plündern etc abzuhalten !? Er hat das Gegenteil
getan und mitgewirkt.
Ich denke, Sie schreiben nicht nur für die „Zeit“ sondern lesen diese auch. Ich empfehle Ihnen persönlich das Titelthema „Anstand“ in der Zeit vom 24.August 2017. Sie können für sich viel daraus lernen, wenn Sie es
denn wollen. Wenn Sie mir in Ihrer Stellungnahme vom 5.9.2017 mitteilen, daß Sie nicht in einem Land leben möchten, in dem „mit Angeklagten so verfahren wird“, dann kann ich dem nur entgegenhalten, daß ich mir überlegen muß, weiterhin Abonnent einer Zeitung zu sein, in der die Chefredaktion solche Berichte verfasst und vor allen Dingen nicht ansatzweise bereit ist, vielleicht auch mal die eigene Meinung zu hinterfragen oder sogar zu ändern.
Meine Empfehlung: suchen Sie sich ein Land, das Ihren Vorstellungen entspricht. – Willy Müller


Leserbrief zu „Da seid ihr ja wieder!“ von Lisa McMinn und Stefanie Pichlmair

Wenn ich als Leeraner (Bürger der Stadt Leer, 34042 Einwohner) nach Bremen (55700 Einwohner) gehe und nach der Ausbildung wieder Bremen verlasse ich Richtung Heimat, dann Bremen z.B. als „kleines Örtchen“ beschreibe, entspricht das dem Beitrag Petras : „Ich habe in Leer, einer kleinen Gemeinde in Ostfriesland, eine Ausbildung zur Ergotherapeutin gemacht. Das war gar nicht meins. Da klappen sie abends die Bürgersteige hoch“.

Ich habe herzlich gelacht!

Wahrscheinlich hat sie unsere Bürgersteige mit ihren eigenen Scheuklappen verwechselt, die dann aber wohl eher heruntergeklappt waren (und sind?).

„Erkenntnisse“, die hinter solch einer Wahrnehmung stecken, wären sicherlich gut zu erforschen gewesen…. – Dirk Ellée


Leserbrief zu „Was will Jens Spahn“ von Robert Habeck

So kann sich nur ein Schriftsteller, resp. Politiker (Autor ist grüner Umweltminister in Schleswig-Holstein) über eine „Fußnote“ zur heute oft zu beobachtenden Wichtigtuerei einer bestimmten Gruppe äußern, um eine Menge Schaum daraus zu schlagen. Was ist bitte ein „geschlechtsloser Nebel“, hier in Verbindung mit Entpolitisierung und Nischenthemen? In meinem Sprachverständnis ist der Nebel masculin. Für mich ergibt sich daraus die Frage nach der Auslastung eines gut bezahlten Landes-Umweltministers. Im Übrigen finde ich Mehrsprachigkeit eine hervorragende Sache. – Ilse Kasper


Leserbrief zu „Kleines Licht“ von Sabine Rückert

Da scheinen sich Sabine Rückert und Elke Spanner (im Hamburg-Teil) ja einig zu sein. Das Urteil für Peike S. ist nicht gerechtfertigt und viel zu streng.

Ich selbst kann aus den von beiden angeführten Fakten diesen Schluss allerdings nicht nachvollziehen.
Ein junger Mann wirft Flaschen auf Polizisten und nimmt damit ernsthafte Verletzungen billigend in Kauf.
Dabei spielt in meinen Augen keine Rolle, ob diese Polizisten einen Schutzanzug und Helm tragen.
Letztlich ist es doch nur zufälliges Glück für alle Beteiligten, dass nicht schlimmeres passiert ist.

Heißt das im Umkehrschluss auch, dass Banküberfälle nur noch geahndet werden, wenn diese auch gelingen?
Ist eine versuchte Vergewaltigung oder ein Überfall plötzlich eine Lappalie, weil das Opfer sich erfolgreich gewehrt hat?

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die Empörung nur so groß ist, weil es sich hier um einen Linken handelt.
Wäre es ein Skinhead gewesen, oder ein Salafist, sähe es vermutlich anders aus.

Ich denke, auch wenn ich große Sympatien für die Linke Szene hege, dass man bei gewaltsamen Ausschreitungen gegen die Polizei genau so wie in diesem Fall urteilen muss.
Sie fragen was die Gesellschaft von der Verurteilung des Angeklagten hat.
Stellen Sie sich doch mal die Frage was die Gesellschaft davon hat, wenn man hier Milde walten lässt? Machen wir unsere Polizei dann nicht immer mehr zu Freiwild?
Irgendwann muss man doch auch mal anfangen, der Verrohung der Gesellschaft entschlossener entgegen zu treten, als wir es alle derzeit tun. – Sandra Seilmann


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Unglaublich, wie viel Scheiß an Fotos wieder in obigem Magazin abgebildet ist !!

Zum großen Teil nur scheiß -Werbung a la motorwelt von ADAC, und dann diese Krücke von „super Model“ von einem Fotografen, der wohl Langeweile hatte ! Dass kurvy angesagt ist – was interessiert uns das….!

Das Abo kündigte ich besonders wegen dem scheiß -Magazin, und fühle mich seitdem besser.

Ob  ich auf Besserung hoffen darf? – Max Vierus


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Das ZeitMagazin verkommt zur Werbeplattform für Mode und Modells, oder wie lässt es sich sonst erklären, dass ich mir 15 Seiten Werbung für Mode und 43 Seiten für Anna Ewers anschauen muss. Das ist eine Zumutung. Haben Sie keine wichtigeren Themen? – Margot Schmid


Leserbrief zu „Willkommen!“ von Martin Eimermacher und Robert Pausch

Ihr frischen Autoren hätten mehr Rücksicht auf die Dorfbewohner nehmen sollen. Oder wollten sie ihre Schreibkunst beweisen. Einfacher wäre besser gewesen. Alles im Leben sollte einfacher zu Papier gebracht werden.
Aber der eigentliche Sinn Ihres Beitrages soll ja vermitteln wie die Stimmen für welche Partei auch immer zu bewerten sind. Dort  wohnen noch Bürger, die natürlich bürgerlich wählen. Die Medien kommen über die Grenze der Großstätte kaum hinaus. Daher wird oft ein falsches Bild der politischen Zustände  beschrieben, gesagt und gezeigt. Das Ergebnis ist oft ungläubiges Staunen: wie kann das bloss sein. Manche sprechen sogar von Betrug.
Die Wahlen werden auf dem Lande entschieden, damit das für alle Zeiten klar ist. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was Mütter wirklich wollen“ von Ariane Breyer

Ihrem Punkt 1. „Der Staat fördert finanzielle Ungleichheit in Partnerschaften systematisch“ kann ich unbedingt zustimmen. Hier könnte der Staat tätig werden, hier müsste mehr Druck erfolgen.
Punkt 4. dagegen sehe ich sehr kritisch. Ein Rückkehrrecht auf eine volle Stelle würde bedeuten, dass die nachfolgenden Frauen (und Männer) auf befristeten Halbtagsstellen arbeiten müssten. Es ist eine Illusion zu glauben, dass neue Stellen geschaffen würden. Diese Frauen hätten dann gar keine Aussicht auf komfortable Familienplanung. Gerade in Frauenberufen wäre das fatal, sind sie doch jetzt schon überpropotional von Schwangerschaftsvertretungen betroffen. Eine Verbesserung zulasten einer anderen Gruppe halte ich nicht für sozial vertretbar, auch wenn die SPD es in ihr Wahlprogramm aufgenommen hat.
Die Elternzeit gerechter zu verteilen würde auch nur dann Sinn machen (und die Berufstätigkeit der Frauen fördern), wenn Väter sich allein um Kinder und Haushalt kümmern würden und die Zeit nicht für einen gemeinsamen Familienurlaub genutzt würde.
Unterstützen wir Punkt 1., der würde / könnte viel bewirken. – Marlies Wenzel


Leserbrief zu „Geschlossene Gesellschaft“ von Julia Friedrichs

Die Einschätzung der Mittelschichtbelastungen ist wohl leicht ins  ironische ausgerutscht. z.B. die Bemerkung über das Aktiendepot. Wenn ein  Rentner schon mit dieser Geldanlage spekuliert, wird diese Anlage auf keinen Fall „wertlos“ wie Sie schreiben. Lediglich die Aktienwerte fallen und werden dann auch nicht versilbert.  Die von Ihnen geschilderten Erschwernisse wurden ja durch die „ Geld-Elite“ verursacht. Haben Sie einen Prozess gesehen, der diese Leute zur Verantwortung, auch nur im Ansatz, verfolgt worden wäre. Ja, die Politik. Wenn Sie nur die krummen Geschäfte mit den Cum-Cum Ergebnissen sich vorstellen, kann es einem schier die Sprache verschlagen.  Politiker sind eben keine Fachleute und lassen sich durch diese „Geld-Elite“ an der Nase durch den Ring ziehen. Die von Ihnen angeführte Salem Schule ist auch gleichzeitig eine gesellschaftliche Kaderschmiede, die ohne Geld, von keiner noch so tüchtigen Familie aufgesucht wird.   So bleibt das Sprichwort: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ auch für Leistungsschüler eine kaum zu durchbrechende  Laufbahnverordnung. Die Begabungen darf dann die Gesellschaft austragen z.B. mit der Finanzkrise etc. – Gerd Hummert


Leserbrief zu „Tempolimit jetzt!“ von Marcus Rohwetter

Der Artikel spricht mir voll aus der Seele! Ich fahre seit drei Jahren einen Toyota Yaris Hybrid. Dabei bemühe ich mich, in der Anzeige nicht über den „grünen Bereich“ hinauszukommen, denn so spare ich besonders im Nahbereich zwischen 2 und 3 Liter Benzin. Meine Fahrweise hat sich erheblich entschleunigt – was nicht heißt, dass ich wie eine Schnecke krieche. Aber insgesamt ist das Fahren ruhiger, gleichmäßiger und fast völlig stressfrei geworden, beinahe „genieße“ ich sogar auftretenden Stop -and-Go- Verkehr. Sogar meine Söhne, die eigentlich eine „sportliche“ Fahrweise bevorzugen, erkennen die Vorzüge und wetteifern, wer am wenigsten verbraucht. Da der Akku seine Energie aus Bremsenergie und Bergab-Fahrten zurück gewinnt, brauche ich noch nicht einmal eine Steckdose zum Aufladen. Wenn die Technik der Elektroautos sich weiter verbessert, werde ich sicher ganz umsteigen. Ich hoffe, der Artikel bringt viele Menschen zum Nachdenken und vielleicht zum Handeln. – Barbara Schieder


Leserbrief zu „Witz oder Krieg“ von Angela Köckritz

Wenn Sie jetzt regelmäßig berichten, bringen Sie uns Afrika näher. Nicht die großen Schlagzeilenmacher. Im Bericht Senegal sehr viel Hintergrund über das Leben der Menschen, das Denken der Kleriker und der Intelektuellen – und den Humor.   Wir haben aus den Staaten  Guinea (Conakry) und Eritrea im Verhältniss zu anderen Staaten einen hohen Anteil von Migranten in Deutschland.   Da ich junge Menschen aus beiden Ländern als sog. „Pate im Ehrenamt“ betreue, würde ich gerne mehr – als Google uns bietet – über diese beiden Staaten erfahren.   Sind z.B diese beiden Länder  auf Ihrer Agenda, wobei Eritrea sicher besonders interessant wäre aber vermutlich das Visum Schwierigkeiten bereitet ?   L’Afrique mon amour.Hartmut Wagener


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Im Zeit Magazin vom 13.8.2017 sind viele Bilder einer jungen, hübschen und meist fröhlich lächelnden Frau abgebildet. Auf mehreren Fotos ist sie in lasziven Posen und/ oder nackt zu sehen.

Was sollen diese Fotos in Ihrem Magazin? Glauben Sie, Frauen möchten solche Bilder sehen? Gibt es für Männer nicht genug andere Quellen für solche Bilder? Würden Sie auch einen jungen Mann oder einen älteren Menschen in ähnlicher Weise abbilden? Passen diese Bilder dazu, dass Sie in Ihrer Zeitung viel Wert legen auf die Achtung der Menschenwürde, „Anstand“ (siehe Artikel vom 24.8.17) und Ächtung von Sexismus (z.B. im Fall von Christian Lindner als „Objekt“)?

Mit diesen Fotos verstärken Sie altbekannte Rollenklischees, und künstlerischen Anspruch erfüllen diese Bilder auch nicht, dafür ist die Absicht viel zu schlicht und eindeutig. Ich möchte solche Bilder im Zeit Magazin nicht sehen. – Anne Zezelj


 

 

24. August 2017 – Ausgabe 35

Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Ich muss sagen, dass ich Jens Spahns Ausführungen zwar äußerst interessant, aber völlig unzureichend finde.

Zwar lebe ich nicht in Berlin, sondern in Tübingen, doch das gilt in unserer Republik ja als Inbegriff des Kosmopoliten und Linksliberalen. Und vermutlich ist meine Familie geradezu prädestiniert für Spahns Kritik(Vater spricht im Beruf nur Englisch, mein Bruder hat eine doppelte Staatsbürgerschaft etc.), trotzdem kann ich weder bei meiner Familie noch sonst wo in Tübingen eine Feindseligkeit gegenüber der deutschen Sprache finden.

Ich bin überzeugt, dass das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Sprache viel ambivalenter ist als Spahn meint. Obwohl wir uns manchmal selbst von unserer Internationalität überzeugen wollen, sind wir nicht bereit unsere Komfortzone zu verlassen.

Hier in Deutschland blamieren wir uns nur zu gerne beim Italiener, doch im Urlaub in Italien oder Frankreich erwarten wir absurderweise, dass Deutsch verstanden wird.

So durfte ich beispielsweise in Südfrankreich erleben, wie einer meiner Mitbürger lautstark auf deutsch fragte:“Habt ihr was zum Rauchen da?“ und völlig unbekümmert weiter deutsch sprach, obwohl ihn keiner verstand. Ich bin sicher jeder kennt solche Erlebnisse aus dem Urlaub.

So nerven wir Sommer für Sommer das Ausland mit unserer Uneinsichtigkeit. – Jérôme Seibert


Leserbrief zu „Afrika braucht Kapitalismus“ von Jochen Bittner

Ihr Artikel sollte jedem Entwicklungshilfeminister, ob inthroniert oder selbsternannt, vor die

Stirn getackert werden. Ihre Analyse ist ebenso treffend und prägnant wie verständlich.

Sie dürfte daher selbst den schlichtesten Gemütern der o.g. Abteilung Anreiz zum Nachdenken geben.  Danke! – Claus Marquardt


Leserbrief zu „Afrika braucht Kapitalismus“ von Jochen Bittner

Sorry, aber so viel „Schwachsinn“ hat man selten gelesen.

Ich empfehle die Lektüre von Robert Kurz (1991) unter dem Titel  „Kollaps der Modernisierung“ zum Thema nachholende Entwicklung und Lösung der Probleme Afrikas durch den Kapitalismus, das hat dort nicht funktioniert genauso wenig wie in den osteuropäischen Ländern oder zunehmend auch in allen südeuropäischen.

Das Kapital orientiert sich am Profit, nicht an den Bedürfnissen der Menschen. Afrika und andere Länder des Südens produzieren für UNS nicht für sich selbst, das ist eine der Hauptursachen der Ungerechtigkeit. Die Auswirkungen dieser „kapitalistischen-Monokultur-Politik“, insbesondere in der Landwirtschaft, die sich an unseren Bedürfnissen orientiert, kann man am Beispiel Afrika und aller anderen, zumeist südlich gelegenen Staaten, bestens ablesen.

Zu empfehlen ist hier u.a. das Buch von Stephen Emmott mit dem Titel „10 Milliarden“ oder auch „Die Humusrevolution“ von Ute Scheub.

Wer heute noch an den Kapitalismus als Lösung für unsere globalen Probleme glaubt, verweigert sich den täglichen Horrornachrichten aus aller Welt. – Georg Steinhausen


Leserbrief zu „Weg mit Bismarck“ von Josef Joffe

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem ausgezeichneten Kommentar, dem ich mit ganzem Herzen und bei vollem Verstand aufrichtig zustimme, insbesondere Ihren prägnanten Merksätzen: „Historie im Kontext, das das Nachdenken schärft“ und „Bilderstürme bilden nicht, weder das Herz noch den Geist.“ Ein herzliches Dankeschön! – Ernst Josef Krzywon


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Vielen, vielen Dank für diesen Artikel.

Seit langem geht es mir genauso.  Ich schaue bewusst keine Nachrichten mehr, lese keine Artikel, schaue mir keinen Brennpunkt zu all diesen Terroranschlägen an. Ihre Analyse ist klar, nachvollziehbar und zutreffend. Nochmals Danke – Georg Steinhausen


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Es hat Ursachen, warum es so scheint, die Welt ist rücksichtsloser geworden. Bleiben wir doch zuerst mal in unserem Land. Ich habe dazu einen Vorschlag: Nachdem die Bundestagswahl vorbei ist, könnten Sie sich einmal mit allen nichterfüllten Versprechungen der Parteien beschäftigen. Insbesondere , wie sehr gute Vorschläge in der Politik negiert werden und die Lobbyinteressen wieder die Oberhand gewinnen. Dann leisten Sie einen gewaltigen Beitrag den sozialen Schmierstoff in unserem Land zu produzieren. –  Joachim Heublein


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner und „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

„… sind es nur einige Gestalten wie Donald Trump, oder ist die Welt allgemein rücksichtsloser geworden?“

Um es vorweg zu nehmen: ich bin wahrlich kein Freund von Trump. Aber dieser Satz, von Giovanni di Lorenzo?

Das kann ich nicht glauben, denn er weiss, dass von den 194 Potentaten dieser Welt nur eine Minderheit den UN-Ansprüchen genügt. Und bei aller Kritik gehört Trump unzweifelhaft immer noch zu diesen. Oder wollen wir ihn mit Mördern in einen Topf werfen? – Robert Hagen


Leserbrief zu „Weil’s besser klingt“ von Shimon Stein und Moshe Zimmermann

Es ist sehr nett, die Juden auf dem Boot unserer Tradition mitzunehmen

aber: ist es wirklich so? Das Judentum hat in den letzten zweitausend Jahren wirklich keinen großen Einfluss auf unsere Gesellschaft gehabt außer vielleicht als Zielscheibe für frustrierte Christen. Und warum nicht „griechisch-römisch-christlich“? Und wollen wir die Araber vergessen? Sie haben – mindestens in einigen Perioden – unsere Kultur sehr beeinflusst. Und wie wäre mit dem Illuminismus und der französischen Revolution? Wenn wir unbedingt den größten Einfluss hervorheben möchten, dann genügt einfach „christlich“. Aber am besten:  weg mit diesen instrumentalisierenden Adjektiven. – Dr. Salvatore Algieri


Leserbrief zu „Weil’s besser klingt“ von Shimon Stein und Moshe Zimmermann

Zu Ihrem lesenswerten Kommentar bezüglich des Begriffes „judeo-christlich“ habe ich zwei Anmerkungen zu machen.

1.) Sie schreiben, dass die Kritiker des Begriffes „mit Recht“ darauf hinweisen, dass „Christentum und Judentum sich historisch als Gegensätze verstanden.“

Das ist nicht korrekt. Wiewohl das Judentum und das Christentum von Anfang an so getan haben, als handele es sich bei beiden Denkschulen
um unterschiedliche Religionen, waren sie doch in Wirklichkeit immer und zu jederzeit engstens miteinander verbandelte Brüder.

Das Judentum hat sich den klugen Grundsatz „divide et impera“ zunutze gemacht, als es sich vor 2000 Jahren in orthodoxes Judentum und christliches Judentum aufspaltete. Es hat seinen Propheten Jesus Christus in die Welt geschickt, um die Verheißungen Gottes,  die vielmals im AT angekündigt sind, wahr zu machen.

Denken Sie daran, was Jesus selbst sagte:

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. (Mt. 5,17)

Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. (Mt. 5,18)

Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Moses, in den Propheten und in den Psalmen. (Lk. 24,44)

2) Sie schreiben, dass ein „Ausstieg aus dem Religionsdiskurs“ notwendig ist. Da bin ich gänzlich anderer Meinung. Vielmehr ist ein Einstieg in den Religionsdiskurs dringend notwendig. – Gesa Machnik


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Eine sehr gute Analyse und Beschreibung.

Vielleicht muß der Rest der Welt – und gerade Europa – den USA helfen sich wieder zu erden. Als Primus inter Pares, aber nicht „the greatest nation in the world“.

Nach der unsäglichen Inaugurationsrede im Januar und dem blödsinnigen „America first“ gab es diese Flut von videos, das doch Land XY gerne „second“ sei und man hat sich in Lobpreisungen seines Sekundianertums überboten.

Ich fand das befremdlich, festigt es doch nur den Anspruch des „first“ (Kaisers/Trumps neue Kleider).

Was wohl gerade Not tut, ist die Betonung des Miteinander! Wird doch Deutschland/Merkel als neuer Hüter der Freiheit gefeiert. Eine Rolle die D nicht erfüllen kann und will.

Haben wir doch aus der Geschichte gelernt, daß nur ein Miteinander unter Gleichen zum Erfolg (dem besten „Deal“) für alle führt.

Wie letztens in der ZEIT berichtet über die Linke in der Schweiz, die eben den Populisten nicht nach dem Mund redet, sondern konsequent ihre Agenda propagiert, möge der verbleibende „Westen“ umso klarer die Fanfare der Einigkeit und des Miteinander blasen, statt den alten status quo weiterhin zu bestärken und zu hofieren.

Wie die Sowjetunion werden auch die USA lernen müssen Gleicher unter Vielen zu sein. Denn China scheint langsam in die Fußstapfen des „greatest and best“ zu treten, wo doch nur ein Miteinander der Welt wirklich helfen wird.

Aber wahrscheinlich ist diese Erkenntnis und Rolle für die USA einfach zu groß, können sie doch nicht über den eigenen Schatten springen die Größten sein zu wollen/müssen, anstatt zu kooperieren.

Jeder weiß und sieht es, unsere Welt wird nur überleben, wenn wir zusammenrücken und koooerieren, doch die größte Nation ist sich auf diesem Ziel nur selbst im Wege… – Wolfgang Michel 


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner, „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke und „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Das mit dem Anstand ist eine sehr gute Frage. Wenn man sich nur die Kommunikationen im Internet anschaut, kann einem sehr schnell der Eindruck kommen, dass der Anstand stark leidet.

Wenn ich mir zum Beispiel die Kommentareinträge bei meinem E-Mail Anbieter anschaue, finde ich da sehr viele Einträge mit unterirdischem Niveau und gegenseitgen Anfeindungen. Viele Leute versteifen sich darauf, das Schlechte an den Kommentaren der anderen zu finden. Wenige kommentieren Dinge, die sie gut finden.

Dann überraschen mich aber noch immer wieder vereinzelte Kommentare, die höflich und sachlich oder am besten gar humorvoll geschrieben sind. Diese Stimmen sind zu wenig. Die Anständigen fühlen sich wahrscheinlich von dem Ton der Unanständigen abgeschreckt und schreiben nicht. So liest man nur die beleidigenden, die ewig belehrenden oder herablassenden Kommentare.

Ich habe zwischenzeitlich angefangen, auch immer mal wieder Kommentare zu schreiben und die wenigen anständigen Stimmen zu unterstützen. Das ist dann mein kleiner Beitrag für eine nettere Welt.

P.S.: Ich bin für mehr gegenseitige Komplimente! ;-) – Ulrike Jung


Leserbrief zu „Wählen gehen!“ von Moritz Müller-Wirth

Die Idee der Frau Professorin Allmendinger ist mit dem Grundgesetz indes nicht vereinbar. In den einschlägigen GG-Kommentaren ist überall ausgeführt, dass das Wahlrecht auch das Recht umfaßt, nicht an der Wahl teilzunehmen. Eine Wahlpflicht wäre damit verfassungswidrig. Sie ist auch sinnlos, da sie nicht durchführbar ist. Viel heiße Luft somit. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Ich habe Ihr Vorwort im Mail über Plädoyer für den Anstand gelesen. Ja, die Zeiten sind rauher geworden.  Als Dialogprozessbegleiter versuche ich Menschen und Politker im Dialog  (eben nicht Diskussion) zu unterrichten. Da viele Menschen Dialog mit Gespräch gleich setzen, haben wohl viele  das Gefühl genug kompetent zu sein. Darum wäre es für mich sehr wichtig mit dem Thema Dialogkultur in die  Zeitungen zu kommen. Aber bis jetzt ist in der Schweiz kein Nachrichtenblatt bereit das  Thema aufzunehmen.  Wie soll es uns gelingen mehr für den Anstand zu kämpfen, wenn nicht  einmal der Journalismus ein Ohr dafür hat? Jede Unanständigkeit von Herrn Trump wird publiziert. Aber was ist dann  die Alternative? Das lässt man weg. Ist vielleicht nicht sexy genug.  Schauen Sie sich meine Homepage an (www.gute-entwicklung.ch). Hier finden Sie Erklärungen über den Unterschied von Dialog und  Diskussion oder die notwendigen Kernfähigkeiten. Begegnen wir uns wirklich oder nur noch oberflächlich? Ich bin überzeugt, dass die Dialogkultur eine Gegenstück zur  Digitalisierung und Rohheit sein kann.  Ich hoffe sehr, dass Die Zeit das Thema Dialogkultur ernsthaft aufnimmt.  –  Daniel Gut


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

»Anstand ist eine Sache jedes Einzelnen und damit eine Sache von uns allen«, schreibt Schriftsteller Axel Hacke – schreiben Sie. Nun ja, Axel Hacke ist auch der Ansicht, dass Obama ein anständiger Mensch ist. Er meint also, dass ein Massenmörder (214 Unschuldige ermordet zu haben hat er beim Kirchentag zugegeben) durchaus ein anständiger Mensch ist. Gilt das für jeden, oder gilt das nur für Obama – weil er US-Amerikaner ist? Und gilt das auch für Ihren Chef, der meint, dass man Trump im Weißen Haus ermorden solle?

Eine Diskussion über Anstand. Eine gute Idee. Aber wie kommen sie, Herr Lorenzo eigentlich dabei weg? Müssten Sie nicht längst das Handtuch werfen, oder warten Sie einfach nur ab, bis auch der zweite Herausgeber endlich das Zeitliche segnet, um dann – sehr mutig – ihn in seinem Dreck zu zeigen? Wie anständig sind Sie, lieber Giovanni? Was sind Sie noch alles bereit mitzumachen und zu unterstützen? Es ist Ihnen doch bekannt, wie das in Ihrem Haus funktioniert. Woher Sie die Instruktionen bekommen, und wer dafür auf welche Weise belohnt wird. Oh nein, mir erzählten Sie nicht, dass Sie das nicht wissen. Sie wussten auch, dass Helmut Schmidt wusste, was im zweiten Weltkrieg los war – und haben das Maul gehalten. Sehr mutig war das nicht. Ob es anständig war, müssen Sie für sich entscheiden.

Noch eine Frage Giovanni: wissen Sie noch, was Sie denken? Ist Ihnen Anstand wirklich noch etwas, worüber Sie sich Gedanken machen? Oder sind Sie, wie alle Ihre politischen Kollegen, dass was Paul Craig Roberts über Sie sagt? Medienhuren? Sind Sie eine Medienhure? Bedeutet Ihnen Wahrhaftigkeit etwas? – Karl Kroll


Leserbrief zu „Der deutschen Wissenschaft geht es so gut wie nie zuvor“ von Martin Spiewak

Selten habe ich einen derartig oberflächlichen Artikel in DER ZEIT gelesen, oder zumindest dachte ich das…sicherlich ist man nicht auf jedem Gebiet zufällig „involviert“, aber beim Thema Wissenschaft bin ich es zufällig und wenn alle Zeitartikel so oberflächlich recherchiert wären, wie dieser (was ich nict hoffe, aber eben nicht wirklich beurteilen kann), dann braucht man diese Zeitung nicht mehr lesen.

Es mag zwar sein, dass das Ansehen der Wissenschaft bei der Bevölkerung (noch) hoch ist, aber letztlich liegt das nur daran, dass kaum jemand von den katastrophalen Bedingungen in der Wissenschaft weiß. Und wenn „eine Studie“ dies sagt, dann ist es das Letzte, worin ich viel Glauben setzten würde- und das sage ich als Wissenschaftlerin in Deutschland!

Die Professoren sind doch nur die Repräsentanten, die eigentlich wissenschaftliche Arbeit wird (immernoch) von den wissenschaftlichen Mitarbeiten gemacht und das unter Bedingungen, die jeder Beschreibung spotten.

Ich arbeite seit 8 Jahren in der Wissenschaft, nicht als Professor, der ja „nur“ die Ablehnung von Drittmittelprojekten fürchten muss, sondern als „Arbeiter“ auf halben Stellen mit immer wieder befristeten Verträgen von 6 Monaten bis 1 Jahr, für den „nur“ die Ablehnung von Drittmittelprojekten, jedes Mal Existenzbedrohend ist.  Die Hauptsorge eines Wissenschaftlers in Deutschland ist es, nicht von heut auf morgen auf der Straße zu sitzen. Wie „befreiend“ eine solche Situation auf die Arbeitsqualität wirkt, kann man sicher auch irgendwo in Studien, die niemanden interessieren, nachlesen.

Da der Staat es so vorgesehen hat, dass man bei Verlassen der Wissenschaft in der Wirtschaft unterkommen muss, regt das nicht unbedingt zu „Kritikertum“ an. Wer beißt schon die Hand, von der er hoffen muss, dass sie ihn eines Tages mal füttern wird. Genug „Wissenschaftler“ müssen deshalb käuflich sein und wer ständig um seine Existenz fürchtet, überlegt sich dreimal, ob er irgendwas öffentlich von sich gibt, was missfallen könnte.

Kaum ein wissenschaftlicher Mitarbeiter schafft es heute noch so lange „im Geschäft“ zu sein, wie ich (wenn man nicht früher eingestiegen ist als ich und noch einen „alten“ unbefristeten  Vertrag hat). Meist sind wissenschaftliche Mitarbeiter gerade selbst von der Unibank gekommen und werden in der Forschung ohne Unterstützung allein gelassen (weil die Profs ja eben anderes zu tun haben) – was dann zu entsprechender „Qualität“ der Forschungsarbeit führt. Der wissenschaftliche Mittelbau ist quasi nicht mehr da…dort wurde aber das praktische Wissen weiter gegeben  zB wie bestimmte Technik zu bedienen ist, wie Versuchsanstellungen Sinn machen, was man vermeiden oder beachten muss usw. Und solche Neulinge sind es dann auch oft, die die Vorlesungen machen, mit so gut wie keiner Erfahrung mit rein angelesenem Wissen. Was nützt das Studium, was laut ihrem Artikel heute so viele abschließen, wenn die Qualität der Ausbildung schlecht ist?

Dinge wie optimales Versuchsdesign lernt man nicht aus dem Lehrbuch, sondern nur aus Erfahrung. Und diese Erfahrung ist es auch, die jene Erkenntnisse hervorbringt, die man dann in Vorlesungen weiter geben könnte.  Menschen, die diese Erfahrungen sammeln können, gibt es aber an deutschen Unis fast nicht mehr, dank Zeitverträgen und weil eben kaum jemand länger als wenige Jahre diese Stress aushält – eine Arbeitssituation mit Bezahlung knapp über dem Mindestlohn, mit riesiger Verantwortung und maximaler Unsicherheit (kein wissenschaftlicher Mitarbeiter ist Kreditfähig!) – ein Job, der Familie unmöglich macht und der, will man ihn länger machen, auch mit regelmäßigem Wohnortwechsel (Freundeskreis ade) verbunden ist, wenn man Arbeitsangeboten hinterherziehen muss. Nicht umsonst wandern so viele Wissenschaftler aus Deutschland aus, da in anderen Ländern wenigstens als Hochschullehrer noch feste Arbeitsverträge zu bekommen sind.

Auch die Professoren müssen um ihre Ausstattung kämpfen, oft genug darüber, dass sie ihre teuer bezahlte Zeit damit verbringen, sich auf zig freie Proffesorenstellen zu bewerben, um bei einem „Listenplatz“ dann in den Bleibeverhandlungen Mittel für ihr Fachbegiet rauszuschinden. Ein Professor hat soviel „am Bein“ dass er sich nicht mit der praktischen Umsetzung von Forschung auseinandesetzen kann – er hat ja zig Projekte laufen und liest im Bestfall  am Ende nur mal drüber, wenn ihm Ergebnisse geliefert werden.

Ich könnte noch Seitenweise über die Missstände in der Forschung schreiben und nicht zuletzt zeigt die Diskussion um Glyphosat, wo es endet, wenn der Staat den wissenschaftlichen Mittelbau derartig ausbluten lässt. Die Forschung, auf die man sich bei der Politikberatung bezieht, ist zum großen Teil gekauft. Schlecht für den Verbraucher, der dann eben mit der Gesundheitsgefahr leben muss, die von Firmeneigner Forschung vertuscht wird. Wissenschaft, die nur mit Drittmitteln überleben kann und somit hochgradig abhängig von ihrem jeweiligen Gönner ist, KANN per se nie frei sein, weil mit der „Auslebung“ bestimmter Freiheiten uU dann auch das Ende der Karriere verbunden ist. Nein, natürlich wird niemand gekündigt- in Deutschland fliegen die Mitarbeiter ganz  unauffällig und politisch korrekt von allein raus, wenn ihr Vertrag zu Ende ist.

Wäre schön, wenn Sie zu diesem Thema nochmal eine wirkliche Recherche machen würden. Was die Bevölkerung ohne jegliches Hintergrundwissen zu wissen glaubt, ist doch das Letzte, was irgendetwas über die tatsächliche Situation aussagt!!

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/wissenschaftlicher-mitarbeiter-erst-ausbeutung-dann-arbeitslosigkeit-a-1042945.html

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/nachwuchs-wissenschaftler-in-deutschland-unsicher-und-kinderlos-a-1134894.html

http://www.zeit.de/wissen/2013-04/nachwuchs-wissenschaftler-arbeitsbedingungen

http://www.deutschlandfunk.de/prekaer-und-befristet.724.de.html?dram:article_id=265031

http://cicero.de/innenpolitik/prekaer-befristet-raus/43240

usw.usw. – Nora Irrgang


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Danke für diesen Essay.
Bitte berichten Sie weiter, aber möglichst unaufgeregt.
Ich halte es – wie auch bei Amokläufen und z.B. großen Zugunglücken oder Flugzeugabstürzen – für wichtig, Anteilnahme zu zeigen und, auch öffentlich, Trauer auszudrücken. Aber sprachlich zurückhaltend.
Bilder von Kerzen, Mitgefühl mit den Betroffen, ja. Ausführliche Einzelschicksale, nein. Auch keine Fotos und groß aufgemachten Biografien der Täter. Und anstatt eines Links zum Tätervideo den Hinweis: Wir beteiligen uns nicht an der Verherrlichung von Gewalt und boykottieren daher die Selbstdarstellung des Täters.

Liebe ZEIT online-Redaktion , im Zusammenhang mit Herrn Berbners Essay fällt mir der Titel „Eine unkalkulierbare Gefahr“ in Rubrik „Kampf gegen den IS“ auf. Wäre es im Licht der von Herrn Berbner zitierten Studie nicht sinnvoller, auf die Kriegsrhetorik zu verzichten?  – Jutta Wagner


Leserbrief zu „Das Eigene und das Fremde“ von Ulrich Greiner

In Ihrem vorzüglichen Beitrag „Das Eigene und das Fremde“, den ich mit größtem Interesse und mit noch größerer Zustimmung soeben gelesen habe, schreiben Sie: „Es ist sinnvoll, sogar notwendig, sich des Eigenen im Gegensatz zum Nicht-Eigenen oder Fremden von Zeit zu Zeit fragend zu vergewissen.“ Ich selbst habe das bereits 1991 getan, und zwar interessanterweise unter dem gleichen Titel wie Sie und erlaube mir, Ihnen im Anhang eine Kopie meines Beitrags zu überreichen, der im Juni 1991 in der Zeitschrift „Literatur in Bayern“ (Nr. 24, S. 51 – 52) erstmals erschienen ist. – Ernst Josef Krzywon


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Danke für diese ZEIT und das Titelthema. Ganz großartig der winzig kleine Alltags-Bericht von Hans-Ulrich Treichel „Mit 65“. Bitte viel mehr davon. Dann lesen es auch hoffentlich die, die es betrifft. – Ulla Metzner


Leserbrief zur Fotokolumne „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Dass sich Larissa und Thomas auf diesen wunderbaren Foto-Dialog eingelassen haben und ihn mit tollem visuellen Inhalt füllen, überrascht und erfreut mich Woche für Woche.

Ich lerne viel über Fotografie, über genaues (Hin-)Sehen, und ich lese auch viel zwischen den Zeilen… Von wegen banal. Eines der stärksten Zeitmagazin-Konzepte seit langem.

Den beiden wünsche ich viel Glück, mögen sie rechtzeitig die Kurve kriegen, dass sie gut zusammenpassen! – Eberhard Rapp


Leserbrief zur Fotokolumne „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Oh ja, ganz meine Meinung, danke dass Sie die Leserbriefe von Frau Grosse und Herrn Häusermann abgedruckt haben. Ich bin seit vielen Jahren ZEIT Abonnentin, große ZEIT Magazin Freundin und die „Larissa und Thomas“ Geschichte ist das belangloseste, freudloseste und optisch unansprechendste was je auftauchte. Was an den beiden interessant sein könnte, wird weder gezeigt noch erzählt.

Wenn Sie was über Fernbeziehungen unter Leuten mit alltagsfremden Jobs machen wollen, nehmen Sie uns, Tim aus Potsdam und mich. Filmbeleuchterin und Aussenrequisiten Assistent.

Sonst bitte weiter so, ich werde Ihre Zeitung kaufen bis ich grau & altersarm bin.  – Rena Schulte


Leserbrief zum Titelthema „Was wäre, wenn allein Frauen alles entscheiden würden?“ im ZEIT Magazin

Eine einzige Frau (z.B. Kanzlerin Merkel) kann mehr Unheil anrichten, als alle Ihre Ministerinnen (Nahles, Schwesig, von der Layen, Umweltministerin, etc., die rstklssige Leistungen zeigen).

Wie die Merkel in der Politik “geaast” hat, zeigt die einzige Vision die sie hat, nämlich :  “Merkel” – Ego.  Sonst kannte sie nur “Raute” und “alternativlos” und hat im Prinzip – eleganter als Trump – qualifizierte Politiker “gefeuert”  (Koch, Merz u.a.) und hat sich mit “Luschen” (Profalla) und “Hörigen”  wie Kauder, Altmayer, Tauber ff.  umgeben. Und ihre einsamen Fehlentscheidungen (z.T. ad hoc)  wie zuletzt – verfassungswidrig – in der “Flüchtlingskrise”, oder dem “vertragswidrigen” Atomausstieg mit unermesslichen Kosten für den Staat (Steuerzahler) mit Folge der Energiewende.  Und in der “Dieselkrise” läßt sie sich von Wissmann und den Automobilvorständen “vorführen”, wie es arroganter nicht geht (z.B. Müller) –  und vor allem läßt sie Ihren Verkehrsminister Dobrindt  gewähren, nämlich im Nichtstun.

Das alles nenne ich  – Verletzung der Aufsichtspflicht gegenüber Ihren Ministern. Keine Spur von “Richtlinienpolitik”.

Und vor allem “Meineid”, weil sie in all den v.b. Fällen nicht das Wohl der Bundesrepublik Deutschland vertreten hat, sondern “eigenen”, von Mitarbeitern oder der Automibilfirmen – deren Managern.

Und weil Sie es zugelassen hat, dass Millionen von Besitzern von Diesel-Fzg.  um Millionen von Euro/Dollar etc. geschädigt wurden  und Sie hat bloß zugeschaut und nicht unternommen, diesem “Generationenbetrug” entgegenzutreten.  Ja, ja,  sie wird sich hinter Dobrindt verschanzen.  Aber diese “beschränkte” Person – ich wage sie nicht als Mann zu bezeichnen  und enthalte mich einer “Qualifizierung”- dient ihr wohl als “Prellbock” – wie immer:

Methode Merkel – lächerlich! Sie kann Ihre protestantische und ddr-Erziehung nicht verleugnen – Ihr Sein spiegelt Ihre Herkunft.  Vor allem Ihr Handeln – DDR—Unberechenbarkeit –

Obrigkeitsentscheid – ohne Plan und Ziel – vor allem “selbstgefällig – mit “Hoffnung” auf gelingen, statt “sachlich wirksam”.

Bewerben Sie Frauen generell –  mein volles Einverständnis.  Aber zeigen Sie auch, das Extrem  eines Frauenregimentes wie in GB Tatscher  oder jetzt May  und in D – jetzt – Merkel – auf?

Das Desaster Merkel wäre noch größer, wenn Sie statt Schröder im Irak-Krieg BKin  gewesen wäre. Sie hing Bush jr. um den Hals und Schröder sagte “No”.

Und was Putin betrifft, hechelt Merkel wieder mal den USA hinterher, statt zu den besten Beziehungen zu Russland zu stehen und die USA-Provokationen auf dem “Maidan”  und Folgen zu durchschauen.

Lesen Sie die “Eroberung  Europas durch die USA”  Westend Verlag Frankfurt/M 2015 v. Wolfgang Bittner.  Schröder hatte Recht:  “Sie kann es nicht” !!   Er hatte das, was ihr fehlt – Weitsicht – rationales Denken – Vision – Weltsicht ! Ich denke nicht, dass jemals belegt werden kann, dass Frauen – abgesehen von einzigen – die Durchsetzungsfähigkeiten – haben. Das Beispiel  “Merkel”, Tatscher und May  – abgesehen von südamerikanischen und ostasiatischen “zwielichtigen” Frauen, ist kein Beweis für Ihre These, “Frauen voran”.

Sie proklamieren pauschal – ohne individuelle Differenzierung  –  ich nenne das nicht intellektuell, sondern dämlich.

Dass Sie als Zeit-Magazin sich eine solch oberflächliche und von naheliegendem aktuellen  Frauen-Führungsproblem losgelöst  – wie ich finde,  auch noch selbstgefällig – präsentieren, empfinde ich nicht als Ihr Niveau.

Mir scheint, Ihnen steigt zunehmend einiges in den Kopf.  Vor allem seit der Gräfin Dönhoff und vor allem Helmut Schmidt. Kommen Sie mal in den Kreis anderer “Wert- und – womöglich besserwissenden Medien”  (SZ, FAZ und WDR, etc.) auf gleichen Stand.

Sie philosophieren  mehr schöngeistig auf “kultureller” Ebene. Das hat zweifellos seinen gesellschaftlichen Wert, aber maßen Sie sich weniger realpolitische Themen und “Wert-Schöpfungen” an.  In Ihnen zeigt  sich stets nichts weiterals Ihr “hanseatischer Snobismus”. – N. Krost


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Das unkultivierte Verhalten von Menschen hat die gleichen Ursachen wie die psychischen Störungen.

Mit meiner umfassenden Theorie über den Menschen kann ich Ihnen erklären, was Emotionen sind, was demzufolge emotionale Entwicklung ist und was emotionale Unentwickeltheit ist!!!

Ich als Psychotherapeut arbeite täglich mit Menschen an deren emotionaler Weiterentwicklung, denn die Emotionen bedürfen der Kultivierung. Die Wut ist genauso wenig an sich schlecht wie die Angst. Beide haben erhebliche Potenziale, die aber der Kultivierung bedürfen. Ein Trump wird von seiner Wut regelmäßig ausgelenkt und in seiner Meinung zur Extremisierung verleitet. Er weiß genauso wenig wie ein Psychologieprofessor, wie die Wahrnehmung, das Denken und daraus resultierend die Urteile und das Weltbild durch Angst, Wut oder Freude erheblich verändert werden.

In unserer Welt regieren dumme Meinungen über den Menschen. Dumme Vorstellungen, was wir brauchen, was wir fühlen oder was angeblich unsere Motive sind. Dabei spielen religiöse Vorstellungen eine erhebliche und schädliche Rolle.

Der Mensch wird in seiner Hybris – wer er sei, ständig bedient und es ist nicht bekannt, wie wir als intelligente Säugetiere tatsächlich funktionieren.

Ich kann Ihnen den Menschen von A-Z erklären – und ich kann Ihnen sehr genau und ausführlich erklären, was der einzelne für seine Entwicklung tun kann, tun muss, was wir für einander tun können und was die Gesellschaft und die Politik tun kann und tun muss, damit es eine Weiterentwicklung und Kultivierung der Menschheit geben kann!

Geben Sie mir die Gelegenheit, Ihnen meine umfassende Theorie und deren Anwendung !!! vorzustellen.##

Wenn Sie daran nicht interessiert sind, können Sie weiterhin so belanglose Artikel veröffentlichen, wie den von Axel Hacke.  – Burkhard Flügel


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Eine umfassende, tiefgründige Analyse. Ein kleiner Schnitzer ist dabei: Kann man es vertreten, die Vernichtung der Indianer als Abirrung zu bezeichnen? Und: Können sich die USA als gleichberechtigt in die Weltgemeinschaft einfügen? Für die nächsten ein bis zwei Jahrzehnte ginge eher ein Kamel durch ein Nadelöhr. Die moralische Dominanz der USA mag nun sogar aus Sicht der US-Bevölkerung ramponiert sein; die militärische Dominanz jedoch bleibt die erste Priorität der US-Geopolitik und solange der US-Dollar die Weltwährung für Anleger ist, werden die USA die Erreichung dieses Zieles auch finanzieren können. – Dr. Hergen Heinemann


Leserbrief zu „Wer einmal hilft…“ von Uwe Jean Heuser

Nur Ihr Uwe Jean Heuser kann das  geschrieben haben. Sobald ein Bürger zum Arbeitsamt läuft gehen bei Frau Merkel die Alarmglocken an. Dann ruft sie den Firmenchef an und fragt wieviel Geld er braucht um das wieder rückgängig zu machen. Der Staat subventioniert die Arbeitslosigkeit durch den Hintereingang. Ein alter Trick der Sozies. Frau Merkel schwebt auf Wolke 7 und Herr Schultz will das noch ausbauen. Und Dragi hilft dabei, daß immer wieder genügend Geld in Europa verteilt werden kann. So kann man auch einen Staat ruinieren.  Das erinnert mich alles an die ehemalige DDR. Wo die gelandet sind wissen wir heute alle. Mit einem Unterschied, die Deutschen Firmen sind in einem bemerkenswerten Zustand. Made in Germany ist nach wie vor in der Welt unschlagbar.  Bleibt das eines Tages aus, wird unser Staat in Armut versinken.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Denen zeigen wir’s“ von Yassin Musharbash

Es wird uns bis ans Lebensende begleiten. Alles nur Theorie. Auch Ihr Beitrag wird nicht hilfreich sein.  Ein demokratisches Land beinhaltet, daß die Risiken, das mein sein Leben verliert eingeplant ist. So schlimm es auch sein mag. Die osteuropäischen Staaten haben Ihr Land dicht gemacht. Das war eine kluge Entscheidung.  Deutschland beklagt dieses Verhalten, ob zu recht oder nicht lass ich mal dahingestellt.  Dafür haben wir viel Häme eingesteckt aber auch viel Lob erhalten. Viele Menschen in Deutschland sind bereit dafür ihr Leben einzutauschen. Das ist Fakt. Ich denke gar nicht daran dieses Risiko einzugehen für eine Politik, die abenteuerlich ist. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Sympton oder Ursache? Weder noch! Ich habe eine ganz andere Philosophie. Die westlichen Staaten sind krank vor lauter Ohnmacht geworden. Die Ursache sind die Araber, die nicht bekämpft werden können. Sie bieten dem Westen kein Ziel.  Die Militärexperten haben keinen Plan wie man denen beikommen kann. Das drückt sich auch in der Gesellschaft aus.  Die Wut allerorten ist das Ergebnis. Der Terror ist stärker. Die tauchen aus dem nichts auf und schlagen zu. Allah wartet im Paradies auf Sie. Kann man sich besseres wünschen. Die einzige aber auch nicht vollkommene Strategie zeigen einige osteuropäische Staaten. Abschotten -minimieren ist das Ziel.  Die Politik in Deutschland ist bereit dafür ihr Leben zu opfern. Bitte sehr – ohne mich. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Sie machen mir Mut. Schon lange habe ich das Gefühl, dass nach Terroranschlägen die überdimenisonale  Aufmerksamkeit in „den Medien“ nur den Tätern nutzt. Sie stellen völlig zu recht fest, dass in der Bevölkerung ein Prozess der Gewohnheit stattfindet, wenn durch einen grausamen Anschlag wieder viele Menschen Opfer wurden. Die Statements der Politik sind bekannt. Barbarischer Akt, abscheuliche Tat, unsere Gedanken sind bei den Opfern, usw. usw. Wem hilft das? Den Angehörigen der Opfer sicher nicht. Ich versuche, mit ihnen im stillen zu trauern. Sondersendungen, Brennpunkt , sogenannte Terror -Experten , (Einschaltquoten )  wer , wenn nicht die Täter profitieren davon? Mir ist bisher nicht bekannt, dass ein Sender oder eine Zeitung selbstkritisch mit diesem Thema an die Öffentlichkeit gegangen ist. „Der Zeit“ und Herrn Berbner sei Dank.  Mir fehlt allerdings der Glaube, dass andere Medienvertreter ähnlich selbstkritisch mit diesem Thema umgehen. Denn bekanntlich zählt nur die „Quote“. Lieber Herr Berbner, immerhin sind wir bei diesem heiklen Thema schon zu zweit. Auch wenn es sich zufällig reimt, dehalb lese ich „Die Zeit“ – Hans Weber


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Wenn man liest, was sich Herr Spahn auf der verzweifelten Suche nach der deutschen Leitplankenkultur fast ganzseitig in einer deutschen Qualitätszeitung zusammenfaselt, kann man nur hoffen, dass der Mann nicht irgendwann auf die Idee kommt, Politiker zu werden.
Es wäre eine herrliche Szene für den nächsten Film von Quentin Tarantino: Die des Englischen unkundigen Eltern von Jens Spahn sitzen in einem Hipster-Lokal in Kreuzberg und versuchen bei einem gelangweilt Kaugummi kauenden Brad Pitt erfolglos ein Kraft-Bier zu bestellen, während am Tresen zwei muskelbepackte Muslime und Herta Müller in unbeholfenem Englisch mit arabischem bzw. rumänischem Akzent über die Vorteile der Globalisierung diskutieren. Dann kommt Thomas Mann um die Ecke, checkt die Lage, schenkt mitleidig den alten Spahns eine signierte Erstausgabe der Buddenbrooks, um sich dann doch zu der Tresengruppe zu gesellen, weil die Jungs nur eine Badehose tragen. Und in seinem nächsten Beitrag in der ZEIT würde Herr Spahn dann darüber sinnieren, wie Katja Mann das vor seinen Eltern rechtfertigen würde und was davon zu halten wäre. Bitte, bitte nicht! – Joachim Fuchs


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Bastian Berbner  hat ein  ganz großartiges Dossier verfaßt ! Lassen Sie mich – fast 68 jährig – dazu einen Gedanken äußern, der vielleicht etwas zu weit geht (und anschließend viele Fragen stellen): Bis auf ein paar amerikanische Militärexperten kannte vor 40 Jahren niemand das Internet – und es wurde von niemandem vermißt! Heute sind wir alle unsere eigenen Journalisten und arbeiten fröhlich mit, an der Entwertung / Inflationierung unseres eigenen (mühsam oder auch freudig erworbenen) Wissens.

Ist das Internet des Pudels Kern, wenn es um den Terrorismus geht? Hat es etwas ähnliches in die Welt gebracht, wie einst die Spaltung des Atomkerns? Benötigen wir  eine neue Anti-Atomkraft- bzw. -bomben Bewegung, mit einer entsprechenden neuen Zielrichtung ? Bin ich ein aus der Zeit gefallener alter Träumer bzw. Spinner? Oder werden unsere Nachkommen in 40 Jahren die „Segnungen“ der Digitalisierung anders sehen? – Dr. Walter Grode


Leserbrief zu „Der Imam und elf Jünger“ von Lisa Caspari

Dass Indoktrination bei Jugendlichen um so effektiver ist, je früher sie einsetzt, dürfte gerade in Deutschland seit der Hitlerjugend bestens bekannt sein. Wie effektiv sie ist, kann man leicht bei jungen Muslimen beobachten, die Naturwissenschaften studieren und geradezu schizophrene Züge aufweisen, wenn sie naturwissenschaftliche Fakten präsentieren und im nächsten Moment unreflektiert die völlig widersprechenden frühmittelalterlichen Phantastereien ihrer Religion vertreten. Es ist unbegreiflich, dass man zwar ziemlich leicht alle möglichen Spielarten „von Rechts“ unterdrücken kann, aber religiöse Gehirnwäsche von Kindern und  – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Gezieltes Desinteresse – einfach nur langweilig.

Ja, es liest sich hart: Einfach nur langweilig. Hart für die Betroffenen, hart für ihre Verwandten und Freunde. Aber es stimmt. Terror, der missachtet wird, hat seine wichtigste Funktion verloren: Die Angst. Bastian Berber hat Recht.

Aber Journalisten können wesentlich mehr machen. Auch wenn das Dilemma zwischen Berichterstattung und Terrorförderungen nicht zu lösen, es ist aber zu regeln.

Warum gibt es keine Charta der Vernunft? Warum können sich die Medien nicht auf diese Charta einigen und damit sowohl ihrer Informationspflicht als auch der Würde der Opfer gerecht werden?

  1. Es wird nicht mehr von terroristischen Anschlägen gesprochen, sondern von (feigen) Mordanschlägen. Denn nicht mehr oder weniger sind dies Mordtaten, die auch so bezeichnet werden sollten, wie es schon zu Zeiten des RAF-Terrors erfolgreich getan wurde.
  2. Es wird nicht mehr von ‚islamistisch‘ begründeten Anschlägen gesprochen, sondern nur von Mordanschlägen. Da entzieht diesen Attacken jegliche Begründung – falls eine Religion jemals eine Begründung hierfür sein könnte.
  3. Es werden keine Filme gezeigt, sondern nur Standfotos – um die Dynamik, den möglichen Rausch aus den Aufnahmen zu nehmen.
  4. Alle Fotos und Filme werden nur noch in schwarz/weiß abgebildet und nicht mehr in Farbe. Das nimmt die Emotionalität aus den Bildern und unterstreicht den dokumentarischen Charakter.
  5. Gesichter von (mutmaßlichen) Attentätern werden verfremdet, um ihnen den Märtyrer-Mythos zu nehmen.
  6. Es werden keine ‚Spontan‘-Interviews mit den Betroffenen oder deren Freunde und Verwandten gemacht. Der weinende Mensch befindet sich in seiner intimsten Situation, in der ihn keine Kamera, kein Mikrofon belasten soll. Erst wenn das Weinen zur Trauer wird, der Mensch sich also wieder der Öffentlichkeit zuwendet, sollte frühestens auf ihn zugegangen werden.
  7. Es gibt keinen Brennpunkt oder ähnliches nach einer Nachrichtensendung, die dem Terror noch mal eine Plattform liefert. Der minütliche Anteil im innerhalb der Nachrichtensendung wird Verhältnis zu den anderen Meldungen zurückgenommen. Damit wird auch das tatsächliche Interesse der Menschen dokumentiert: 99 % aller Menschen wollen mit ihren Nachbarn in Frieden leben.
  8. Im Vordergrund steht immer die Rolle des Opfers, nicht des Attentäters. Auch hier ist die dokumentarische, nicht die emotionale Darstellung der Kern des Berichts.

Diese Auflistung ist sicherlich nicht vollständig und kann/muss erweitert werden. Aber es müssen sich auch andere Fragen gestellt werden:

Wie und was dokumentieren wir, wenn ein Attentäter vor oder nach dem Anschlag von der Bevölkerung gestellt wird? Wird dann auch die Kamera ‚drauf gehalten‘, wenn der Mob zur Lynchjustiz übergeht?

Welche Möglichkeiten geben wir den Eltern/Verwandten/Freunden von Attentätern, sich der Öffentlichkeit zu erklären?

Wie verbreitern wir ‚Ausstiegsmöglichkeiten‘, damit es erst gar nicht zum Terror kommt?

Wie entwickeln wir zusammen mit den Betroffenen ein Konzept, wie künftig ein Attentat und seine Folgen dargestellt werden sollte?

Arbeit ist also genug da für den Journalismus und auch für uns Leser und Zuschauer. – Joachim Zweig


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

nun ist es doch so weit gekommen und ich schreibe meinen ersten spontanen leserbrief.

welche eine wohltat ihre zeilen in der zeit.vermutlich wird es einen“ lovestorm“ geben,wenn es so etwas noch gibt. wenige sind wir bestimmt nicht,denen so etwas wie ein selbstverpflichtender anstand fehlt.vermutlich sind wir noch perlex und verharren im anlauf!

ich freue mich auf die lektüre des buches und werde inhaltlich bestimmt an einigen punkten mit ihnen und freunden streiten und sehe es land ab und auf in den fenstern der buchhandlungen,mit dem plakativen text und dann kann sowohl eine dringende ,wie auch  laute  diskussion durch unsere gesellschaft gehen, ähnlich der kerzen -menschenketten.ihr buch wird ein bestseller und hoffentlich können wir viele inhaltliche früchte in der alltäglichen lebenqualtiät miteinander  ernten.

mit den besten grüssen eines epikureers aus dem norddeutschen tiefland. – thomas busch


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Vielen, vielen Dank für diesen Artikel! Mit Abstand das Beste und Klügste, was ich je über Terrorismus gelesen habe! Ich selber lese entsprechende Artikel schon lange nicht mehr. Nicht weil ich eine emotional völlig verrohte, empathielose Zynikerin bin, sondern weil mir meine Zeit und Aufmerksamkeit zu schade sind für diese Verbrecher.  – Dr. Sabrina Hausdörfer


Leserbrief zu „Spring!“ von Jochen Schmidt

Ich habe den unterhaltsamen Spring!-Artikel gelesen und möchte versuchen, an zwei Punkten etwas Nachhilfe geben.

Zum einen: Die Sprungvariante „Körper“, vermeintlich falsch „Köpper“ ausgesprochen, gibt es nach meiner Erfahrung so nicht. Es ist wohl tatsächlich „Köpper“ gemeint, was soviel heißt wie „Köpfer“, also hochdeutsch „Kopfsprung“. Die verschärfte Variante dazu ist der „Flachköpper“, wie ausführlich in den Werner-Comics nachzulesen (sollte der 46-jährige Autor eigentlich noch kennen?).

Zum zweiten: Es ist tatsächlich physikalischer Unsinn, dass ein junger, leichter Mensch langsamer fällt als ein alter, schwerer. Unsinn ist aber auch, dass die Fallgeschwindigkeit nur mit dem Luftwiderstand zu tun hat. Die Fallgeschwindigkeit hat dagegen sehr mit der Erdbeschleunigung zu tun und die wirkt auf alle Körper gleich. Deshalb fallen alle Körper zunächst gleich schnell. Ein Körper mit wenig Masse und großem Luftwiderstand fällt aber etwas langsamer als ein schwerer Körper mit wenig Luftwiderstand. Deshalb fliegen Skispringer so schön lang und weit. Beim Sprung vom Zehnmeterturm wirkt der Luftwiderstand sich dagegen kaum aus, sodass jung und leicht näherungsweise genauso schnell fällt wie alt und schwer. – Dipl.-Ing. Achim Rausch


Leserbrief zum Titelthema „Was wäre, wenn allein Frauen alles entscheiden würden?“ im ZEIT Magazin

„wenn allein Frauen alles entscheiden würden“, sähen dann alle Grafiken so aus wie die zum Thema „Federmäppchen“? Ein großes Lob dafür – von einem Farbsehschwachen („Farbenblinden“). Ich bin nur einer von etwa 3,2 Millionen in Deutschland (ca. 8 % der männlichen Bevölkerung). Für uns gibt es keine Interessenvertretung. Und dabei wäre es oft so einfach und nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden, unsere Belange zu berücksichtigen. Sie haben das auf vorbildliche Weise verwirklicht. Sie ahnen nicht, vor wie viel Grafiken in Zeitungen, Büchern wir ratlos den Kopf schüttelnd jährlich, monatlich, wöchentlich sitzen. Noch einmal: ein ganz goßes Lob Ihnen! Haben Sie etwa einen farbsehschwachen Mann oder Freund? Oder war die Gestaltung im ZEITmagazin eine spontane Intuition, wie man sie – Verzeihung! – den Frauen manchmal nachsagt? – Günter Wolf


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Warum so verkrampft, Herr Spahn? Ach ja, Sie bekämpfen „den verkrampften Umgang DER Deutschen mit ihrer eigenen Sprache“. Und da Sie ja zu den Deutschen gehören, bekämpfen Sie Ihren eigenen Umgang mit der deutschen Sprache. Beispiele für Ihren verkrampften Umgang gefällig?

„Das bloße Verwenden einer anderen Sprache zur UNZEIT“ zeugt von „provinzieller Selbstverzwergung“. Unverkrampft und logisch gilt: Das bloße Verwenden der eigenen (deutschen) Sprache zur Unzeit kennzeichnet genauso (deutsche) Zwerge.
Bevor Ihr deutscher Satz sein Ende erreicht hat, haben Sie Ihre verkrampfte Abwertung des Englischen längst versteckt und deutlich ausgespuckt.

Irgendwie mögen Sie auch keine Großstädte. Sie beschimpfen sie: „DIE Großstädte verlegen sich hipsterhaft aufs Englische und schotten sich so von Otto Normalverbraucher ab.“
Echt? DIE Großstädte? Das kann nur daher kommen, dass keine deutsche Großstadt einen CDU-Oberbürgermeister hat, oder?

Und sich selbst finden Sie richtig cool, hipstergeil, superkommunikativ, Dante-gebildet, eben einfach: deutsch: „Daheim, sei es im Münsterland oder auch in Berlin, spreche ich tatsächlich auch gerne mal deutsch.“ „Tatsächlich“! ? „mal“ !! ? Und dann auch noch „gerne“!!! ? – Edwin Mock (ein alter Deutschlehrer aus der münsterländischen Provinzstadt Emsdetten, der manchmal tatsächlich und gerne sein verrostetes Schulenglisch im Deutschunterricht mit Syrern, Afghanen, Iranern und Irakern benutzt)


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Da ja auf den Herrn Spahn so eingedroschen wird, hier ein paar lobende Worte und das obwohl ich deutsch, englisch und französisch UND spanisch spreche ( und davon sogar DREI Sprachen sogar Muttersprachen sind ) .

Die Kommentatoren scheinen salopp gesagt : “ Den Schuß nicht gehört zu haben “ .

Es geht doch nur um die Tatsache, das der „Deutsche“ es versucht jedem recht zumachen, hinzu kommt, dann noch ein „Ich-schäme-mich“ für meine Muttersprache. Letztlich wird von „uns“ erwartet das WIR polyglott sein sollen, aber unsere Gäste sind es nicht.

Natürlich ist das toll, wenn ein fremder Gast hier her kommt und auch einen schönen Aufenhalt hat, aber man soll das doch mal in einem anderen Land versuchen, wird wohl eher schwierig, ganz gefährlich ist das unser Nachbar mit dem F……… .

Ich denke mal Sie als Redakteur und Herrn Spahn, wollen einem einfach nur klar machen das wir in Deutschland stolz auf unsere Sprache sein sollen, wie die Wiener auf Ihr Wienerisch und die Schweizer auch Ihr, naja, Schweizer-Deutsch :D .

Aber ( und auch das weis ich ) die Hipster-Welle ist nicht von Dauer, en vouge ist halt en vouge und irgendwann out ( um das Klischeé zu bedienen ) … also angesagt, ist halt angesagt und irgendwann nicht mehr und dann muss ein neuer Besen her.

Und was hilft geben Hipster ? Na mit eigenen Waffen schlagen, solche Lokale nicht besuchen, sich jemanden herran zitieren lassen der Deutsch kann oder noch gemeiner .. ich hätte noch Altgriechisch und Latein im Angebot , aber besser wäre Luxemburgisch …

Grüße aus der ältesten Stadt Deutschlands, in der Hoffnung einer Rückantwort. – Andreas Meier


Leserbrief zu „Die Spionin, die aus der Eiswanne kam“ von Marie Schmidt

Ich las kürzlich Ihre Filmrezension zum neuen Kinofilm „Atomic Blonde“ und möchte hierzu Kritik äußern: Mir scheint, als habe sich der Autor Jens Balzer den Film nicht wirklich angesehen, denn in seiner Rezension gibt es diverse Fehler.

Herr Balzer schreibt, Miss Theron würde am Anfang des Films in ein Schaumbad steigen…nun, da war der Autor wohl kurzzeitig mit seinen Gedanken woanders, denn Miss Theron steigt nicht in ein Schaumbad, sondern in eine Wanne voller Eiswasser und Eiswürfel, um ihren doch sehr lädierten Körper von den Schmerzen befreien zu können.

Dann schreibt Herr Balzer, dass sich die Protagonistin in einem Treppenhaus mit einem KGB-Agenten prügelt und dabei auch ihren Stiletto benutzt. Erstmal prügelt sie sich nicht nur mit einem, sondern gleich mit acht KGB-Agenten und ihren Stiletto benutzt sie dabei nicht, sondern der kommt schon viel früher zum Einsatz, nämlich in der Szene, wo es zum Kampf im Auto kommt.

Ich habe den Film heute bereits zum zweiten Mal gesehen und mir sind wieder einige Details aufgefallen, die man beim ersten Mal nicht so richtig mitbekommt. Deshalb wäre es von Vorteil, wenn ein Reporter/Journalist einer so angesehenen Zeitung wie der Zeit doch etwas ernsthafter an seinen Job herangeht und einen Film nicht schon vorverurteilt, sondern ihn gewissenhaft ansieht und ihm eine Chance gibt.

Dieser Film ist natürlich jetzt kein Meisterwerk, aber mit etwas Hintergrundwissen um den Regisseur David Leitch und die Hauptdarstellerin Charlize Theron gebührt beiden Respekt, wie ich finde. Welche Schauspielerin nimmt schon 2 1/1 Monate täglich vier Stunden intensivstes Kampftraining auf sich (und konnte an manchen Tagen, wie sie selbst sagt, vor lauter Schmerzen noch nichtmal vom Klo wieder aufstehen, geschweige denn, ihr Baby auf den Arm nehmen), damit die Kampfszenen wirklich echt aussehen und niemand behaupten kann: „Das kann eine Frau so auf keinen Fall machen!“ Wir bräuchten mehr Schauspielerinnen, denen es wichtig ist, die Rolle von Frauen im Film zu stärken, weg vom ewig süßen Bond-Häschen hin zu charakterstarken Frauen.

Die „Treppenhausszene“, in der fast zehn Minuten ungeschnitten gekämpft wird, gab es bis dato so in noch keinem anderen Film und dies erfordert sowohl vom Regisseur, als auch von den Schauspielern höchste Präzision und Konzentration. Ich finde, das kann man ruhig mal würdigen.

Hätte Herr Balzer im Vorfeld etwas recherchiert, wäre ihm sicherlich auch bekannt geworden, dass Chalize Theron ganz bewusst eine lesbische Liebesszene in dem Film haben wollte. Im Original „The coldest City“ war der Liebhaber nämlich ein Mann. Miss Theron wollte dadurch erreichen, dass es normaler wird, dass lesbische und bisexuelle Frauen in Filmen auftauchen. Dies ist, trotz der vielgepriesenen Toleranz leider bis heute immer noch nicht normal (und da weiß ich, wovon ich rede, denn ich gehöre zu den bisexuellen Frauen).

Ich bin eigentlich begeisterter Leser Ihres Online-Angebots, aber die Kinorezensionen regen mich schon länger auf, muss ich sagen, denn es entsteht sehr oft der Eindruck, dass die Autoren bereits eine vorgefertigte Meinung haben, wenn sie den Film sehen, oder, noch schlimmer, sich nur die Trailer ansehen und dann darauf ihre Kritik verfassen. Da ich selbst begeisterte Kinogängerin bin, finde ich das äußerst schade und bitte Sie, vielleicht mal darüber nachzudenken, den Posten der Kinorezensionen einem Journalist zu geben, der mit etwas mehr Begeisterung bei der Sache ist. – Nadine Rauhut


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Der Essay von Bernd Ulrich in Verbindung mit den eingeschlossenen Themenanalysen lässt mich das derzeitige Dilemma der USA besser verstehen.

Danke für so vorzüglichen Journalismus, der es gebündelt auf nur einer Seite versteht, den Niedergang einer Weltmacht  – nicht ohne Empathie, der ich mich anschließe – fundiert zu beschreiben!   – Arnulf Hülsmann


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Ihren Artikel über den Wandel der Stellung der USA (24.8., Nr. 35, S. 3) und die begleitenden kleinen Rechercheberichte etwa zum Gesundheitswesen habe ich mit großem Interesse gelesen. Aber wo in aller Welt habe Sie die fake news her, daß ein Drittel der amerikanischen Kinder an Diabetes mellitus, Typ 2 leide? Die Rate liegt bei ca. 5 /1000, also ungefähr bei 1/60 dieses Werts… Hintergrund ist vermutlich ein statistischer Anfängerfehler: die Zahl ist in kurzer Zeit um ein Drittel gestiegen.  – Dr. Michael Stolberg


Leserbrief zu „Das Eigene und das Fremde“ von Ulrich Greiner

Als jahrzehntelanger ZEIT-Leser bin ich immer von der Tiefgründigkeit und der erhellenden Beschreiben von politischen Phänomen Ihrerseits beindruckt. Ihr Artikel zum Thema “Das Eigenen und das Fremde” in der letzten Ausgabe Seite 50, veranlasst mich, doch einiges Kritischen anzumerken und das auf dem Hintergrund, dass wir doch einiges lebensgeschichtlich gemeinsam haben wie meine katholische Karriere vom Messdiener bis kurz vor die Priesterweihe, mein Kirchenaustritt in den Siebzigern und meine Wiedereintritt in den späten Neunzigern nach einigen schicksalshaften Erlebnissen. Wenn ich Ihren Worten zuhöre, so sind das Eigene und das Fremde Gegensätze. Demgegenüber sind sie für mich, sich wunderbar ergänzende Phänomene. Ohne das Fremde gäbe es doch das Eigene gar nicht. Und ohne das Fremde würde das Eigene sehr bald in einer Inzucht enden. Nicht umsonst hat die Natur die zweigeschlechtliche Fortpflanzung präferiert. Und nicht umsonst wurde der Inzest sehr früh zum Tabu erklärt. Wenn Sie das Eigene beschreiben als deutsch und nationales herrührend aus der Romantik, dann greift das für mich viel zu kurz. Mein Eigenes geht in die griechisch-römische Zeit zurück, führt durch das Mittelalter, die Renaissance und die Aufklärung bis heute als europäische Geschichte. Das Nationale ist erst ein junger Prozess der letzten 200 Jahre zur Selbstfindung von Gesellschaft, die uns viel Leid gebracht hat wie die beiden großen Weltkriege und für uns Deutsche die unverzeihlichen Verbrechen aus der Nazizeit. Wenn das Eigene für mich umschreiben würde, also dort wo ich mich zu hause fühle, dann umfasst das den Raum zwischen Köln, Mainz, Straßburg, Metz und Trier, also zwischen Rhein und Mosel sowie den angrenzenden Regionen. Das war sogar einmal ein eigenes Reich für kurze Zeit, nämlich Lotharingien zwischen dem ost- und westfränkischen Reich. Vor hundert Jahren war es der Traum meines Großvaters von der “Rheinrepublik”. Mir sind darüberhinaus die Menschen und Regionen Frankreichs viel näher als die in Nord- und Ostdeutschland. Das Eigene ist somit für mich ehre europäisch geprägt als deutsch-national. – Wolfgang Steffen


Leserbrief zu „Der deutschen Wissenschaft geht es so gut wie nie zuvor“ von Martin Spiewak

Was ist mit unseren Printmedien los – könnte man auch fragen. Hat sich vielleicht Ihr Autor zu sehr aus dem Fenster gelehnt? Was ich da alles lese, zieht einen die Schuhe aus. Ich höre auch genau zu den Menschen, die der Wissenschaft ein schlechtes Zeugnis ausgestellt hat. Jetzt muß ich nach dem Beitrag feststellen, daß ich nur Blödsinn erzählt habe. Das ärgert mich total.  Ich bin ein Mensch, der ohnehin mit der westlichen Welt ständig auf dem Kriegsfuss steht. Die Medien mit ihrer Politik verstärken noch mein Bild vom Westen.  Es lohnt sich also kaum eine Deutsche Zeitung zu lesen.  Ihr Autor Martin Spiewak wird von den Kollegen „Schläge“ einstecken müssen – kann ich mir jedenfalls denken.

Ihre Wochenzeitung scheint dagegen der Leuchtturm unter den unzähligen Tages- und Wochenzeitungen zu sein.  Ich habe mich mal schlau gemacht. Es sollen allein über 300 Tageszeitungen auf dem Markt sein. Wenn ich dem glauben schenken darf…. Das ist absoluter Rekord auf unserem Planeten. Masse statt Klasse. Die Schreiberlinge gehen wahrscheinlich nach dem Motto vor:  Glauben kann ganze Berge versetzen. Die Wissenschaft wird es mit Vergnügen lesen Dem Autor ist ein summa cum laude sicher – wenn das alles stimmt……..   – Gunter Knauer


Leserbrief zu “ Die Gejagte“ von Martin Machowecz, Paul Middelhoff und Valerie  Schönian

Jeder hat so seine Empfindlichkeiten! Anders als Herr Schollenbach kann ich es nicht ab, dass  mich Vertreter aus der stalinistischen Tradition stammender Parteien durch Missbrauch demokratischer Verfahren nötigen, mich auf die Seite von Personen zu stellen, die dem rechtsradikalen bis nazistischen Milieu zuzuordnen sind. – Jürgen Wißner


Leserbrief zu ZEIT Geschichte

manchmal scheinen Sie zu vergessen, dass Sie ein sehr aufmerksames Lesepublikum haben; ich selbst bemühe mich, ein Teil davon zu sein. Deshalb ist mir an dem Titelbild in der im Betreff genannten Zeitschrift das Folgende aufgefallen:

Das linke Bild mit den Herren H, R und G kann nicht das Original sein, aus dem das retouchierte, rechte Bild hervorgegangen sein soll und das nur noch die Herren H und G zeigt. Denn Herr G steht nicht genau so, wie auf dem linken Bild und außerdem  ist die Blickrichtung der beiden

Rest-Herren(-menschen) eine abweichende. Ich denke, ein derart gravierender, Standort und Blickrichtung verändernder retouchierender Eingriff war mit den damaligen technischen Mitteln nicht möglich.

Vielleicht irre ich mich; wenn nicht, möchte ich Folgendes zu bedenkengeben: ein Fake mit einem Fake zu belegen (ich unterstelle Ihnen nicht die Absicht; aber Schludern ist auch nicht besser), wäre fatal und Wasser auf die Mühlen derjenigen, die ständig von der Lügenpresse gröhlen. – Jürgen Wißner


Leserbrief zu „Ein Leben in der Kulisse“ von Christian Schüle

Ihr Beitrag interessiert mich weniger. Ihr Autor schrieb von „Surrogate“ – ich wusste gar nicht was das heißt. Es mag eine Bildungslücke sein aber trotzdem sollte man nicht auf unsere Sprache verzichten, die nämlich für fast alles wunderbare Namen hat. Warum schreibt der Autor nicht „Ersatz“, ein schönes Wort, daß alles aussagt um sich ein Bild zu machen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Das geht ans Herz“ von Jakob Simmank

Statine-ja oder nein-! Ein Dauerthema und Streit zwischen den beiden renommiertesten Fachmagazinen The Lancet und British Medical Journal, ausgefochten mit drastischen Worten und geradezu missionarischem Eifer! Es ist eine akademische Debatte ohne Informationsgehalt.  Sie irritiert mehr als daß sie aufklärt!- Als einziges Fazit erfährt man, daß der Einsatz von Statinen bei Risikopatienten (nach Herzinfarkt und Schlaganfall) nicht in Frage gestellt ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Zum Glück gab es noch eine Randnotiz zu dem Beitrag von Jakob Simmank, eine Faustregel, die wesentlich mehr Aussagekraft hat: “Wer keine Tabletten schlucken will, der muß entsprechend leben!” 1. nicht rauchen, 2. Normalgewicht halten, 3.Sport treiben. Alle drei Punkte wurden fachlich und für den Laien leicht verständlich erläutert! Schön wäre es, wenn besagte Fachgesellschaften sich wenigstens darauf einigen könnten!  – Günter Riemer


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Die Feststellungen dieses Artikels stimmen leider sehr oft mit der Realität überein. Nur: Es gibt auch einen anderen guten Teil dieser Realität, nämlich die offene Hilfsbereitschaft vieler Mitmenschen zu Gunsten Behinderter; dies sollte nicht unerwähnt bleiben. Wie aber verhält sich manchmal der Gesetzgeber gegenüber behinderten Menschen?

Obwohl ich als Behinderter fremde Hilfe dringend benötigte, da meine Kinder, mit denen ich zusammen wohne, weil beide berufstätig und zwei eigene Kinder zu versorgen haben, überfordert waren, wurde diese Hilfe aus der Pflegeversicherung abgelehnt unter Hinweis auf die Gesetzeslage, nach der diese Hilfe nur denjenigen zusteht, die nicht von der Familie versorgt werden können. Man kann dieses Rechtslage auch so verstehen, dass nur diejenigen, die nicht für Nachkommen gersorgt haben, von den Kindern derjenigen gepflegt werden, die Nachkommen gezeugt, großgezogen und für deren Ausbildung gesorgt haben, für diese Leistung aber von der Pflegeversicherung ausgeschlossen bleiben. – Edgar Kuse


Leserbrief zu „Der Deal mit der Bombe“ von Hauke Friederichs

Welch ein Satz! Im Wirtschaftsteil! „Khan verband Anbieter von Nukleartechnik mit Staaten, die Massenvernichtungswaffen  um jeden Preis wollten: Regime wie Nordkorea, für die Atombomben eine Lebensversicherung darstellen.“ Und das ist eine politische Aussage, wenn es um Nordkorea geht, die hat im Wirtschaftsteil eher nichts zu suchen.

Vielleicht der berühmte Freudsche Versprecher; auf jeden Fall zeigt er aber deutlich, heute hat die Wirtschaft eindeutig das Primat über die Politik. Das beweisen auch andere Artikel im Wirtschaftsteil dieser Ausgabe.

Und dieser Satz bestätigt Nordkorea, wenn es sagt, nur Atomwaffen können ein Land wirksam vor Angriffen anderer Armeen schützen. Für  die Sicherung des Machterhalts gegenüber der eigenen Bevölkerung gibt es andere Mittel als Atombomben. Aber die jüngere Geschichte kennt einige Angriffskriege auf bestehende Staaten mit dem Ziel eines „regime changes“. Von wem und mit welchem Ergebnis solche Kriege geführt werden, kann man jeden Tag in den News (ohne Fake) hören. Genau gegen diese Bedrohung richten sich eigene Atomwaffen.

Nebenbei bemerkt, Nordkorea ist nur ein Staat, auf wen bezieht sich der Plural in dem Satz? – Reinhard Granitzki


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn und „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Samstagmorgen – ausgedehntes Frühstück und die ZEIT: Spahn verzwergt sich selbst in seimem Zwirn. Danach das Dossier zu den „Terrorhelfern“ gelesen und mich gefragt: Warum bietet die ZEIT Herrn Spahn diese Bühne? Und warum – zur Hölle – lese ich diesen ausgemachten Unsinn auch noch???

(Trotzdem vielen Dank für so manches angereicherte Frühstück am Wochenende.) – Sabine von Bargen


Leserbrief zu „Afrika braucht Kapitalismus“ von Jochen Bittner

Leider schreibt der Autor nichts über die 1000 Milliarden Euro (Tendenz stark steigend), die jährlich im Rahmen korrupter Machenschaften aus den schlecht regierten, armen Ländern in die Märkte der reichen Länder (also zu uns) fließen. Über Korruption in Afrika jammern und gleichzeitig absahnen steht dem Westen nicht allzugut. Aber wir haben uns wohl schon dran gewöhnt an den warmen Regen, der aus Afrika’s Himmel auf uns niedergeht und reden lieber nicht mehr drüber, auch in der ZEIT nicht.

Und der Diskrepanz zwischen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum kann man auch dadurch begegnen, dass man DIE Prozesse fördert, die auch bei uns zum segensreichen Absinken der Geburtenrate geführt haben: Urbanisierung (in a good way…) und Stärkung incl. Bildung der Frauen. – Dr. Christian Voll


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

„Der Anstand schwand in jenem Maß, in dem das Ich das Wir vergaß“ (Andreas Greve).
Man möchte manchmal verzweifeln, wie sich vielerorts heutzutage  Menschen gebärden. Ich hoffe sehr, dass ich meinen Kindern meinen Maßstab an Anstand mit auf den Weg gegeben habe.
Hasskommentaren im Internet entgegen zu treten ist mein kleines Scherflein, das ich sozusagen als Gegenbewegung beitrage.

Im Grunde kann nur jeder Einzelne versuchen, seinen Anstand zu leben, denn ich befürchte, auf Vorbilder in z. B. der Politik müssen wir verzichten. – Julia Strelow


Leserbrief zu „MAIL AUS: Rio de Janeiro, Brasilien“ von Thomas Fischermann

„Die Zeit“, Seite 7, unter dem Titel „Politik“. Dort erzählt ein Thomas Fischermann in seiner „Mail aus Rio“, von einem nicht angegurteten KfZ-Fahrer, der von Polizei angehalten wurde, und straf- und schmiergeldlos davon kam.

Na hallo bzw. caralho! Geht’s noch grotesker/dümmer/zynischer?

Hab ich „Die Zeit“ (Ausgabe 24.August 2017) in Händen? Oder doch „Bild“?

In unsrem europagrossen Kontinentalstaat regieren Schwerverbrecher und Völkermörder und tun genau das – selbstverständlich auch gewinnbringend für so manche deutsche Unternehmen – weil sie von ihresgleichen im Kongress nicht an den Obersten Gerichtshof zur Untersuchung entimmunisiert werden, und haben vor wenigen Tagen ein weiteres, schweizgrosses Schutzgebiet für den genozidalen und biozidalen Fortschritt (ihrer Bereicherung und Immunitätsverlängerung) vogelfrei gegeben (…), und auf der Politikseite von „Die Zeit“ übt mensch sich im „lustigen“ (wirklich nur unter Anführungszeichen!) small talk.

Perdão, aber (nicht nur) für uns Indigene im wieder höchstgefahrenen Genozidfleischwolf anno 517 ist das so etwas von verachtend, dass mensch sich schon fragt, was da bei Euch, in Deutschlands Presselandschaft, die letzten 72 Jahre nicht passiert ist. – Ardaga Widor, Brasil


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

In dem in das Essay „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich eingebetteten Kurzreport über Ernährung wird behauptet, dass heute ein Drittel der amerikanischen Kinder an Diabetes Typ 2 leide. Das kann nicht stimmen und ich würde gern wissen, woher diese Angabe stammt.

Die aktuellsten Zahlen zur Prävalenz von Diabetes mellitus Typ 1 und 2 in den USA, die ich recherchieren konnte, stammen aus einem Artikel im Journal of the American Medical Association aus dem Jahr 2014 (siehe Anhang). Hier hatte eine Studiengruppe Daten aus dem Jahr 2001 und 2009 verglichen. Die Prävalenz für Diabetes mellitus Typ 2 im Jahr 2009 betrug hier 0,46 pro 1000 in der Altersgruppe zwischen 10 und 19 Jahren. Zum Vergleich betrug die Prävalenz für den durch Autoantikörper gegen Insulin produzierende Zellen verursachten Diabetes mellitus Typ 1 in der Altersgruppe zwischen 0 und 19 Jahren 1,93 pro 1000.

Laut dieser Studie ist die Zahl der Erkrankungen an Diabetes mellitus Typ 2 in der Altersgruppe zwischen 10 und 19 Jahren im Vergleich zum Jahr 2001 um 31 % angestiegen, was definitiv alarmierend ist und sicherlich auch auf schlechte Ernährung und Übergewicht zurückzuführen ist. Zum Glück für die US-amerikanische Bevölkerung und ihre Volkswirtschaft ist man aber von einem Drittel an Diabetes Typ 2 erkrankten Kindern weit entfernt. Sollte dies tatsächlich einmal Realität werden und ein Drittel der Kinder an einer schweren chronischen Erkrankung leiden, die Folgeerkrankungen von diversen Organsystemen (Herz und Gefäße, Nieren, Augen, peripheres Nervensystem) verursacht, dann wäre dies eine handfeste Katastrophe und mehr Aufmerksamkeit wert als eine beiläufige Erwähnung in einem Kurzreport. – Dr. med. Catharina Brauch


Leserbrief zu „Afrika braucht Kapitalismus“ von Jochen Bittner

Afrika braucht weder mehr Kapitalismus noch mehr europäisches Geld. Um wirklich auf die Beine zu kommen, braucht Afrika endlich seinem Entwicklungsstand entsprechende faire Handelsbedingungen. Die gegenwärtige Handels- und Zollpolitik, maßgeblich geprägt durch die Economic Partnership Agreements (EPA) der EU mit den einzelnen afrikanischen Staaten und damit verbundener gegenseitiger Zollfreiheit, erweist sich zunehmend als kontraproduktiv für  eine nachhaltige mit Industrialisierung verbundene Entwicklung. Dass die EPA in Afrika vieles kaputt machen, hat sogar der Afrika-Beauftragte der Bundeskanzlerin,  Günter Nooke (CDU), erkannt. Afrika ist für unbegrenzten Freihandel noch lange nicht reif, denn der Freihandel mit zollfreien Importen aus der EU gefährdet neben der Landwirtschaft auch bestehende afrikanische Industrien und lässt künftige gar nicht erst entstehen. Überdies verursachen die EPA bei den meisten afrikanischen Staaten teilweise erhebliche Einnahmeeinbußen. Neben good governance braucht Afrika mehr denn je Schutzzölle für seine jungen Industrien, auch um seine Rohstoffe mehr als bisher selbst verarbeiten zu können.  Vor allem der zollfreie Export europäischer Agrarprodukte nach Afrika macht die dortige Landwirtschaft kaputt, ebenso übrigens das landgrabbing von Großkonzernen. Mit den EPA  verknüpfte  einseitige europäische Exportinteressen verhindern Entwicklung! – Dr. Gerd Pflaumer


Leserbrief zu „Weg mit Bismarck“ von Josef Joffe

„Frankreich ist vollgestellt mit Napoleon-Statuen“ – kann mir der Verfasser eine solche z.B. in Paris bezeichnen? – Louis Hay


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Das hier ist einfach ein Kompliment für Ihren Artikel, der – so treffend, so einfach – eine Tendenz in unserer Gesellschaft beschreibt, die sich in den letzten Jahren (leider) sehr verstärkt hat.  Ich hoffe, der Artikel, Ihr Buch regen zum Nachdenken an. Anbei ein kleines Bild zum Thema, das ich vor rund zehn Jahren mal gemacht habe. – Jörg Schmidt


Leserbrief zu „Weg mit Bismarck“ von Josef Joffe

Das ganze Thema sollte man ein wenig differenzierter betrachten.

Das Problem mit der Statue in Charlottesville ist ja, dass die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung bis heute anhält und die Gesellschaft zutiefst spaltet – es gibt unzählige Menschen, die jeden Tag aufs Neue die Nachwirkungen von Lees Überzeugung schmerzlich spüren. Die Taten von Bismarck, auch wenn er ungefähr zur gleichen Zeit gelebt hat, scheinen dagegen tatsächlich vor allem Vergangenheit zu sein – es gibt in unserer Gesellschaft keine persönlich Betroffenen mehr, es fehlt die Brisanz.

Andersherum ist der Glaube an die weiße Suprematie noch lange nicht verschwunden, scheint momentan eher wieder einen Aufwind zu erleben, da fehlt berechtigterweise das Vertrauen, dass Lees Statue als ein Relikt der Vergangenheit gesehen wird und steigt die Angst, dass hier eine echte Verehrung immer noch stattfindet.

Statt also mit Bismarck oder Napoleon zu vergleichen, hätte der Autor vielleicht besser Denkmäler der Nazis und Wallfahrtsorte der Neonazis heranziehen sollen. Bei deren Beseitigung sind und waren wir nicht zögerlich, und Ignoranz kann man uns in diesem Punkt doch wirklich nicht vorwerfen. Geschichte kann man auch lehren, indem man Denkmäler für die Opfer schafft.

Der Rest des Artikels ist dann nur noch ein Slippery-Slope-Argument, welches jegliche Nuancen ignoriert. – Rebecca Breu


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Vielen Dank für Ihren Beitrag, auf dessen Thematik ich schon lange wartete. Eine Möglichkeit haben die Journalisten in ihrem Dilemma aber doch: Benutzt nicht ihre Sprache und nennt die Burschen nicht „Kämpfer“ oder „Terroristen“, sondern Verbrecher und feige  (Massen-)Mörder.  – Alexandra Foghammar


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

„Plädoyer für den Anstand“ – und dann das, mit der Mutmaßung, dass Trump Drogen nimmt. Pfui Teufel, was sind Sie für Heuchler! – Frank Becher


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Zum Artikel „Wir Terrorhelfer“ vom Bastian Berbner Herr Berbner verkennt, daß Hauptziel der Anschläge nicht unsere Angst, sondern eine Art „Völkermord an Ungläubigen“ ist. Zum Schutz dagegen mag das reine Ignorieren der Anschläge nicht ausreichen. Wir MÜSSEN vielmehr über andere Mittel nachdenken. Es ist vielmehr verantwortungslos nun systematisch wegzusehen, bloss weil keine einfache Lösung auf der Hand liegt. – Dr. Elisabeth Wrede


Leserbrief zu „Weil’s besser klingt“ von Shimon Stein und Moshe Zimmermann

Das „nein danke“ von Sh. Stein und M. Zimmermann steht willkürlich und unbegründet da. Es ist genauso legitim wie das Gegenteil. Das christlich-judische Menschenbild gründet in der Bibel und unterscheidet sich von dem im Koran. – M. Pelc


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Herrn Axel Hacke kenne und schätze ich, seit er schreibt – viele Jahre lang Abonnent der SZ; jetzt brauch‘ ich keine Tageszeitung mehr! ZEIT genügt!

WICHTIG genug – das Thema zu ventilieren

Die unredigierte Übernahme eines Artikels aus einem Buch – indes – muss misslingen – schade.

Folgende Schwächen meine ich ausgemacht zu haben:

  • Viiiiiel zu lang.
  • Viiiiel zu viele Frage-Sätze; das ermüdet, lässt Zweifel an einer wirklich überzeugenden eigenen Auffassung aufkommen.
  • Beispiele aus dem eigenen Umfeld, dem Umfeld der Freunde… taugen in einem solchen Exzerpt nichts; sie sind unser aller tägliche Erfahrung. Und ganz genau so viele Beispiele des vorbildlichsten Anstandes ließen sich gleichzeitig zitieren; wir publizieren sie nur nicht mehr.
  • Anstand ist ein Teil unser aller Haltung zur Erziehung/Anleitung der uns Schutzbefohlenen; seit wir auf Erziehung/Anleitung meinen verzichten zu können, können wir kaum mehr Haltung plausibel machen. Selbst Haltung, Anstand, Umgangsformen… wollen erlernt sein.
  • Es wird höchste Zeit, dass wir uns auch Haltung, gar Ausgrenzung gegenüber den bewussten Bullies bereits auf dem Schulhof wieder aneignen. Wir schaffen damit nicht die Rücksichtslosigkeit aus der Welt, aber wir können gegenüber den spitzen Ellenbogen allmählich wieder eindeutige Signale setzen. – Das langt hinein bis in den Bereich, in dem männliche Kinder von ihren noch nicht ganz so integrierten Eltern dazu angehalten werden, einer Lehrerin nicht die Hand zu geben. – Deutliche Stopppppp-Signale sollten wieder konsensfähiger werden.
  • Und dann – Lieber Herr HACKE – gleich im ersten Satz dies unsägliche …äääährlich gesagt… Auch Frau AM redet derart gedankenlos daher. Wer mit mir kommuniziert – auf welcher Ebene auch immer – von dem erwarte ich Ääääährlichkeit ohne alle Einschränkung, und von vornherein; sonst sollte sie/er bitte mit mir nicht kommunizieren wollen. – Mit weiterhin großem Respekt – Hans von Schack

Leserbrief zu ZEIT Leo

Wie schon der verewigte Ernst Jandl gedichtet hat, soll man lechts und rinks nicht velwechsern. In dieses Spiegelkabinett der Verwechslungen gehört auch die ebensofalsch wie unausrottbare Ortung von „Hitler und die Nazis“ als extrem rechts. Wie Sie selbst konstatieren, ist es den meisten Rechten wichtig, dass alles so bleibt, wie es ist. Unter dieser Prämisse kann man die NS–Ideologie nur als extrem links klassifizieren. Die Linken haben es verstanden, mit dieser semantischen Mogelei ihre politischen Gegner allezeit wiederzuhalten, sie wird davon aber nicht richtiger. Was im gegenständlichen Zusammenhang aber besonders bedauerlich ist, das ist die ganz unbedachte Propagierung ebendieser Unwahrheit als edukatives Dogma. – Alfred Franz


Leserbrief zu „Das war meine Rettung“ von Louis Lewitan im ZEIT Magazin

Als „zugereiste“ Münchnerin habe ich mich über das Interview mit Alt-OB Ude im ZeitMagazin Nr. 35 gefreut und auch manches Neue über ihn erfahren.

Etwas irritiert haben mich allerdings seine Äußerungen über die Stolperstein – Befürworter. Man kann in dieser Frage unterschiedlicher Meinung sein, aber viele Stolperstein – Befürworter sind Angehörige von Holocaust – Opfern oder sogar selbst Holocaust – Opfer. Ihnen „Selbstverklärung“ oder „moralische Selbstüberhöhung“ vorzuwerfen, halte ich nicht für angebracht. – Rosemarie Wechsler


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Gratulation zu ihrem Artikel. Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Alle Fakten sprechen für ein Umdenken. Mich stören schon lange die immer gleichen Reden und Veranstaltungen, mit denen Betroffenenheit und Einigkeit in der Verurteilung gezeigt werden. Es ist gut gemeint, bewirkt aber das Gegenteil und hilft weder den Opfern noch den ihnen nahestehenden Personen. Mehr Stille könnte allen gut tun und dem Terror einen Teil des fruchtbaren Bodens entziehen.

Warum aber so pessimistisch? Versuchen Sie, Ihre Chefredaktion,  ihre Verleger und Herausgeber zu überzeugen, so dass die wieder in den Verbänden und Organisationen der Presse und der Medien aktiv werden. Manchmal fangen große Veränderungen mit ganz kleinen Schritten an. Vielleicht kann ja auch Die ZEIT den ersten Schritt machen.  – Roland Zappek


Leserbrief zur Fotokolumne „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Ich gebe den Vorschreiben der aktuellen Ausgabe völlig Recht:
Das das unselige Lamento, ob es nun New York, London oder doch Berlin sein soll, nervt ohne Ende. Ich bin bei einem Crowdfunding für eine gemeinsame Wohnung im schönen Bonn mit einem niedrig dreistelligen Betrag dabei – wenn sie nur aufhören zu schreiben. – Ludger Schadomsky


Leserbrief zu „Afrika braucht Kapitalismus“ von Jochen Bittner

In seinem Kommentar („Afrika braucht Kapitalismus“, Die Zeit Nr. 35/2017) schildert Jochen Bittner seine Wahrnehmung, dass konventionelle Weisheiten zur Entwicklung des Kontinents mehr schaden als nutzen. Herr Bittner spricht dabei wichtige Probleme in der Entwicklungspolitik an. Autokratische Regierungsformen und Korruption untergraben die Entwicklung und verwehren jedes Jahr Millionen von Menschen lebenswichtige Ressourcen.

Bedauerlicherweise verfällt Herr Bittner jedoch in abgegriffene und einseitiger Klischees. Er verallgemeinert grob über eine Vielzahl von Staaten und circa eine Milliarde Menschen: Eine Verallgemeinerung von Sudan, den Seychellen und Südafrika ist so absurd wie ein Verallgemeinerung von Stockholm und Sofia oder von San Antonio und Sao Paolo. Er bedient sich genau jener Halbwahrheiten, die er selber kritisiert. Seine Empfehlung zu „mehr Kapitalismus“ ist ebenso leer wie fehlgeleitet.

Lassen Sie mich drei Punkte aufgreifen und dem Stand der Forschung gegenüberstellen:

Erstens, „Afrikas“ Bevölkerung wächst nicht schneller als seine Wirtschaft. Dies ist weder im Durchschnitt, noch für eine nennenswerte Zahl von Staaten der Fall. Es ist mir nicht ersichtlich, auf welchen Daten diese Behauptung fußt.

Zweitens, zum Thema Landwirtschaft: Es ist generell nicht richtig, dass „afrikanische Bauern“ wenige moderne Produktionsmethoden verwenden. Dies stimmt insbesondere nicht für Düngemittel. Bei seiner Bewertung vom „afrikanischen Familienacker“ liegt Herr Bittner leider völlig daneben. Die meisten Daten aus landwirtschaftlichen Erhebungen zeigen eine negative Korrelation zwischen der Größe der Ackerfläche und Produktivität. Das heißt größere Ackerflächen sind tendenziell weniger produktiv als kleinere. Das ist übrigens auch im vom Autor erwähnten Äthiopien der Fall. Diese ökonomisch in der Tat nicht intuitive Korrelation zu erklären ist ein aktives Forschungsfeld. Richtig ist, dass auch nach zahlreichen Reformen die EU-Außenhandelspolitik weiterhin einige entwicklungspolitische Ziele in der Landwirtschaft unterwandert.

Drittens, die Feststellung das „in weiten Teilen Afrikas“ neue Machthaber die Methoden der Kolonialherren „kopierten […] oder sie noch verschlimmerten“ ist – um es wohlwollend auszudrücken – irreführend. Allein im Belgischen Kongo starben 8 bis 10 Millionen Menschen an den Gräueltaten ihrer Kolonialherren. Zum Vergleich: Seit dem Jahr 2000 sind auf dem gesamten Kontinent circa 366,000 Menschen in Konflikten umgekommen (nach Daten des Armed Conflict Location and Event Data Project). Das sind weniger als 4 Prozent der Opfer in einer einzigen Kolonie.  Richtig ist, dass der Kontinent durch den von uns verursachten Klimawandel besonders gefährdet ist. Millionen von Menschen, im Inland und in Küstengebieten, werden bei steigenden Temperaturen ihre Felder nicht mehr bewirtschaften können und bei steigendem Meeresspiegel ihre Häuser verlassen müssen. Durch die klimatischen Veränderungen werden wesentlich mehr Menschen unter tropischen Krankheiten wie Malaria leiden. Das sind leider keine Halbwahrheiten, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse.

Insgesamt fällt dieser Kommentar somit eher in eine traurige Tradition von Artikeln, die das Nachrichten-Sommerloch mit gefährlichen Halbwahrheiten über „Afrika“ zu füllen versuchen. Pauschale Ferndiagnosen wie „[d]er üble Zustand vieler afrikanischer Länder hat tausend Facetten, aber er hat die immer gleiche Kausalkette“ würden in dieser Form hoffentlich in keinem deutschen Hörsaal fallen. Dass sie in der Zeit stehen finde ich enttäuschend. – Christian Johannes Meyer


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Es ist ein Graus mit Ihrer Typographie! Da wollen Sie in der Nummer 35 vom 24. August beeindrucken mit drei Zeilen in Versalien (= Großbuchstaben, falls Sie die Druckersprache nicht mehr verstehen) und setzen frisch und munter

PLÄDOYER FÜR DEN ANSTAND

um damit besonders Blickfang zu betreiben. Wenn Sie sich das im Druck ansehen und die optischen Zwischenräume bei

PLÄ

vergleichen, werden Sie vielleicht sogar in der Emailtype sehen, daß P und L ziemlich eng beisammen stehen, während bei L und Ä eine riesige Lücke entstanden ist. In der Druckersprache nannte man das „Lückenreißer“. Im zweiten Lehrjahr lernten die Schriftsetzerazubis, daß man solche Versalzeilen „ausgleichen“ mußte. Das bedeutete, daß dann z.B. zwischen den Bleitypen P und L ein Spatium (oder sogar

Kartonstückchen) eingefügt wurden, um diese Abstände „auszugleichen“.

Ihr Satzsystem scheint das teilweise sogar automatisch (?) gemacht zu haben, z.B. bei OY und TA, aber insgesamt nicht sehr zufriedenstellend.

Ich meine in Erinnerung zu haben, daß Ihr Layout bei einem Wettbewerb ausgezeichnet wurde. Diesen Preis sollte man Ihnen gleich wieder aberkennen, wenn Sie nicht in der Lage sind, solche früheren Standards der Typographie irgendwo in Erinnerung zu haben. Offensichtlich begnügen sich Ihre Graphiker damit, die Titelzeilen in den Computer zu tippen, das Kommando „zentrieren“ einzugehen und keinen Blick mehr darauf zu verschwenden, wie das Ergebnis aussieht.

Ich könnte mir vorstellen, daß es in einem Programm für den Schriftsatz möglich sein könnte, solche Feinkorrekturen vorzunehmen, wahrscheinlich ist das da sogar technisch einfacher als zugeschnittenen Kartonstückchen, nur muß man das wissen und es anwenden! Es ist sehr schade, daß das Typographiewissen von Facharbeitern des Graphischen Gewerbes einfach dadurch verschwunden ist, daß Journalisten unbeleckt von solchen früheren Erkenntnissen draus los tippen und niemand in der Redaktion mehr in der Lage ist, das Falsche im Ergebnis zu erkennen. Schade! – Dr. Fritz Neubauer


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Herr Spahn hätte gern mehr Klarheit in seinem Leben. Vielfalt ist gut, aber bitte nur, wo sie seiner Ansicht nach hingehört. Dann kann er sich aussuchen, in welchen Dosen er sich dieses europäische Durcheinander zumutet. Er hat augenscheinlich seine liebe Not, wenn sich zu viel kulturelles und sprachliches Mischmasch in derselben Stadt ansammelt.

Mit diesem Denkmuster erinnert ein bisschen an eine Mischung aus Loriots Frau Lohse und den Identitären – alles schön und gut mit dem Anderssein, „aber doch nicht hier, um diese Zeit!“

Spahns hat außerdem eine – nachvollziehbare – Neigung, sich leichte Ziele zu suchen. Gern auch angenehm schwammig definiert, so dass er sich einigermaßen sicher sein kann, keine direkte Widerrede der Betroffenen zu bekommen. Statt zu kritisieren, wie z.B. Facebook eine gewisse Prüderie US-amerikanischer Machart auch in Deutschland etabliert, knöpft er sich „arabische Muskelmachos“ vor, die in der Gruppendusche die Unterhose anbehalten. Er erwähnt Starbucks am Rande seines aktuellen Beitrags, beschwert sich aber nicht über die Gleichmachung der Innenstädte durch diese und ander Ketten, sondern über die vermeintliche Homogenisierung der Club- und Kneipenszene dank der „Expats“. Letzteres ist natürlich Humbug, wie ich aus eigener Erfahrung bezeugen kann. Aber das ist völlig egal – sein Thema ist griffig, jeder hat eine Meinung dazu, und vor allem ist Spahns Name präsent.

Ein Tipp hierzu allerdings: Mehr als eine halbe Seite ZEIT ist viel lang. Er sollte mal über das 140-Zeichen-Format nachdenken. – André Fromme


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Sie schreiben in der aktuellen Ausgabe im o.g. Artikel, dass ein Drittel der amerikanischen Kinder unter Diabetes Typ 2 litten. Diese Angabe übertreibt die tatsächliche Häufigkeit enorm! Tatsächlich leiden etwa 0,46 Kinder von Tausend an Diabetes 2 in den USA. Zwar hat man einen Anstieg um 30% in den letzten Jahren festgestellt, aber nicht auf 30 % oder mehr sondern auf knapp eine Erkrankung unter 2000 Kindern. Das ist immer noch sehr viel bei einer Erkrankung, die noch vor wenigen Jahren als Altersdiabetes bezeichnet wurde, aber die Häufigkeit liegt doch weit unter der von Ihnen behaupteten! – Günter Schütte


Leserbrief zu „Alles für die Lufthansa?“ von Claas Tatje

Zunächst einmal möchte ich den sehr gut recherchierten Artikel loben, der die Sachlage um das Insolvenzverfahren von Air Berlin einwandfrei beleuchtet. Auch wenn der staatliche Betrieb gewisser Einrichtungen (z.B. Autobahnen) sehr wichtig und gut für die Bürger ist, ist es dennoch nicht zulässig, dass einzelne Unternehmen (hier: Lufthansa) so auf ungerechte Weise vom Staat bevorzugt werden. Das hat auch nichts mehr mit Subventionierung zu tun, das ist eine Einschränkung der Marktwirtschaft. Insbesondere überrascht es zudem, dass die Bundesregierung hier eher zur Verstaatlichung neigt, während sie erst vor kurzer Zeit mit einer Teilprivatisierung von Autobahnen geliebäugelt hat. – Nico Jörg


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Vielen, vielen Dank für Ihr Dossier „Wir Terrorhelfer“! Endlich einmal ein Artikel, der die Effekte der Terror-Berichterstattung auf die Gesellschaft benennt. Ich bin überzeugt, dass KEINE Berichterstattung und damit „Zensur“ das kleinere Übel im Vergleich zur vorherrschenden Befriedigung der Sensations- äh, Verzeihung – Informationsgier wäre. Wenn ich am Silvesterabend gewarnt werde, aus Angst vor Terror bloß keine „Menschenversammlungen“ aufzusuchen (nur ein Beispiel von vielen), aber keine mehrstündige Autobahnfahrt irgendwelche Befindlichkeiten auslöst, kriege ich richtig Wut über die verzerrte Wahrnehmung von Gefahr. Solche Artikel werden vermutlich nichts ändern – aber es sollte trotzdem viel mehr davon geben! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Weg mit Bismarck“ von Josef Joffe

Was ist das, Papa? Ein Denkmal. Und was soll ich denken? – Ein/e Leser/in


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Jesus sagte zu seiner Mutter: Weib,was hab ich mit dir zu schaffen!  War das anständig? – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Spring!“ von Jochen Schmidt

In seiner Nabelschau „Spring!“ behauptet der Autor, dieser Rekord läge bei 9,95 m und offenbar hätten die Springer Angst vor der Distanz (gemeint sind offenbar 10m).Das Argument sticht aber nicht,  denn der offiziell anerkannte Rekord von Mike Powell liegt bei 8,95 m. Die Tatsache, dass noch niemand einen als Rekord gewerteten Sprung über 9 m geschafft hat, dürfte weniger der Psychologie, sondern der Grenze des Menschenmöglichen zuzuschreiben sein. Zudem dürften psychologische Faktoren eher beim Hoch- oder Stabhochsprung eine Rolle spielen, wo die Latte die zu erbringende Leistung vor Ablauf anzeigt – was in der Weitsprunggrube nicht der Fall ist. – Michael Buscher


Leserbrief zu „Weg mit Bismarck“ von Josef Joffe

Herausgeber J. Joffe hat in seinem Beitrag „Bismarck muß weg“ angesichts der Vorgänge in Charlotteville/USA nachgewiesen, daß auch in Deutschland, Europa und überall in der Welt viele Denkmale für bedeutende Männer der Weltgeschichte stehen, die eigentlich auch platt gemacht werden müssten. Als Beispiele nennt er ein paar US-Präsidenten, Bismarck, den „alten Fritz“, Wilhelm II., Cromwell, Napoleon und Stalin und zeigt gleichzeitig deren Janusköpfigkeit. Deshalb ist der Beitrag unbedingt zu begrüßen –  es hätten gern noch mehr Beispiele genannt werden dürfen – und auch die Schlussfolgerung, dass Geschichte weder retuschiert noch ignoriert werden darf. Also: Denkmale nicht platt machen, und Geschichte muß immer wieder neu unverfälscht und ohne ideologische Scheuklappen rezipiert werden. Am ungenannten Beispiel A. Hitler ist offensichtlich, dass Plattmachen letztlich nichts bewirkt, und Geschichte unauslöschlich ist.

Interessant wäre es zu erfahren, was Herr Joffe eigentlich mit der Bemerkung „Verdummung steigt“ gemeint hat. Vielleicht kann er der Leserschaft hierfür noch die Erklärung nachliefern? – Hans Anhoeck


Leserbrief zu „Ganz junges Gemüse“ von Christiane Grefe

Ich bin ein Stadtkind, aufgewachsen mitten in Zürich, in einer Wohnung im 5. Stockwerk, rundherum nur Strassen und Häuser, Null Grün also.

In der 4. Klasse fragte mein Lehrer, wer Lust hätte, im Projekt ‚Schulgarten‘ mitzumachen. Ich meldete mich begeistert an und fuhr fortan zweimal die Woche nach Schulschluss mit dem Tram zu ‚meinem‘ Garten, wo ein pensionierter Gärtner uns Kinder anleitete, je drei Beete anzulegen, Gemüse zu säen und es zu pflegen, die Beete zu jäten und dann stolz die Früchte unserer Arbeit nach Hause zu tragen.

Unterdessen bewirtschafte ich seit 44 Jahren einen grossen Bio-Garten, seit zwei Jahren sogar mit ‚Effektiven Mikroorganismen‘, habe viele Jahre als Freiwillige bei ‚Bioterra‘ (der schweizerischen Gesellschaft für Biolandbau) mitgearbeitet und helfe jetzt mit, in der Heimat meines Vaters Montenegro ein Projekt mit dem Namen ‚Green Idea‘ aufzubauen.

Manchmal denke ich daran, was für eine segensreiche Idee dieser ‚Schulgarten‘ war, wenn es in einem Kind so viel Interesse an der Natur wecken konnte, dass es auch 60 Jahre später als längst pensionierte Frau diese Freude und das unterdessen aufgehäufte Fachwissen weitergeben kann – über die Grenzen des eigen Gartens und sogar über die Landesgrenzen hinweg! – susanne cetkovic


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Ich bin begeistert, dass dieses Thema: wie können wir Menschen gut miteinander leben, wie können wir trotz aller Unterschiede gleichwertig zusammen leben, uns als Menschen akzeptieren, in den Medien anfängt zu leben. Axel Hackes Artikel scheint mir das Thema gut und ausführlich darzulegen. Anfügen möchte ich noch: Anstand ist für mich der Respekt vor dem Menschsein des Anderen. Jeder Mensch der geboren wird sucht seinen Weg durch die Welt, durch sein Leben. – Agnes Unterweger


Leserbrief zu „Kulisse (III): Wann ist Seitan eigentlich medium?“ von Johannes Mitterer

Im Ernst, liebe ZEIT? Ihr lasst einen Redakteur eines „Fleischfreunde-Magazins“ vegetarisches Grillgut testen? Wie erfrischend originell! Überraschenderweise kommt dieser dann zu dem Ergebnis, dass das Produkt vergleichsweise trocken schmeckt, sondern er fragt neandertalergleich auch danach, wie man Seitan medium grillt. Ich hatte gehofft, wir wären so langsam über diesen Zeitpunkt hinweg, dass sich der gemeine Fleischkonsument über vegetarische und vegane Alternativen lustig macht und sich verwundert fragt, warum man überhaupt zu derartigen Ersatzprodukten greifen könnte. Was kommt als nächstes? Ein Elektroautotest von einem Tuning-Freak, der wissen will, wo er seinen überdimensionierten Auspuff anbringen soll? – Oliver Schröder


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

In Ihrem Artikel „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich auf Seite 3 der ZEIT-Ausgabe 35 schreiben Sie:

„Als Folge der schlechten Ernährung leidet heute ein Drittel der amerikanischen Kinder an Diabetes Typ 2.“

In Wahrheit lag 2009 die Diabetes-Typ-2-Prävalenz bei amerikanischen Jugendlichen bei 0.05% [1]. Ich nehme an Sie haben das *Wachstum* der Prävalenz im Betrachtungszeitraum der Studie (30%) mit der eigentlichen Prävalenz verwechselt.

Ich finde es etwas etwas erstaunlich, dass in einem so prominent platzierten Artikel ein so eklatanter Fehler nicht entdeckt wurde. Gerade im Zeitalter von fake news und generellem Misstrauen gegenüber etablierten Medien sollte fact checking höchste Priorität genießen. – Christopher Nowzohour


Leserbrief zu „Bulli oder nicht?“ von Jens Tönnesmann

es ist wie immer erfrischend, wenn man einen Artikel über den Bulli liest, auch wenn ich mir in diesem Fall gewünscht hätte, dass der Artikel, immerhin eine ganze Seite in der „Zeit“ füllend, nicht eher oberflächlich und leider ohne wirklichen Tiefgang recherchiert worden wäre.

Nur so am Rande: Nicht alle VW-T3 haben einen luftgekühlten Motor, sondern nur die Benziner der ersten Baujahre (1979-1982). Und gegrüßt werden meist nur die T1+T2 Fahrer, vielleicht auch noch T3  Fahrer (alle mit dem Motor hinten).

Aber immerhin, der Artikel kann ein Lächeln auf die Gesichter von Zeitgenossen zaubern, die aber meist über ein großes Halbwissen verfügen und dem Mainstream bzw. Hype folgen. Man muss sich ja schon freuen, wenn Leute auf der Suche nach dem Motor die Motorhaube vorne vermissen – OK, das war jetzt übertrieben….

Aber den Grund für die Entwicklung der letzten Jahre liefert der Artikel selber: Rendite.

Auch ich freue mich über die stetige (theoretische) Wertentwicklung meines VW-Busses, aber ob der Käufer eines mäßig restaurierten Busses an seinem Kaufpreis von 40-50T€ in Zukunft Freude haben wird, bleibt zumindestens fraglich. Mancher gebrauchte Porsche ist günstiger und diese Wagen brauchen noch dazu viel Pflege.

Auch für den Preis eines neuen Campers von VW gibt es heutzutage schicke Wohnmobile anderer Hersteller mit WC, Dusche und viel mehr Platz. Aber auch dies muss jeder selber wissen. Wenigstens rostet der nicht mehr, wie die Vorgängermodelle.

Auch mit den Bulli-Treffen, die zuletzt neu entstanden sind, läßt sich wohl auch gutes Geld verdienen und die sind inzwischen wohl auch gut organisiert. Hauptsache Spaß….

Ich bin gespannt, wann der Hype vorbei sein wird und die Karavane weiterzieht. Ggf. wenn die Zinsen steigen oder woanders mehr Rendite erzeugt werden kann.

Allerdings geht die Szene für VW-Busse viel tiefer. Kennzeichen für ein Treffen „alter Prägung“ ist, dass es einen umfangreichen Teilemarkt gibt. Da schlägt das Herz eines jeden Fans höher. Dies ist dann aber natürlich nichts für Investoren, die Scheckheft-Pflege und Full-Service-Wartung gewohnt sind.

Ein Exemplar einer solchen Veranstaltung ist das VW-Bus Treffen in Wietzendorf. Das gibt es dort schon lange Zeit und es kommen auch mehrere Hundert Fahrzeuge aller Ausprägungen. Immer Mitte September.

Besonders zu empfehlen ist aber das Busfest in Malvern/England (!), auch im September. Das seit langer Zeit größte jährliche Treffen mit an die 8000 Bussen aus der ganzen Welt und mit allerlei skurrilen Dingen die zu entdecken sind. Ganz nebenbei kann das Morgan-Werk in der Nähe besichtigt werden. Autobau aus einer anderen Zeit, aber natürlich kein Bulli-Thema. Ein Morgan könnte dann allerdings wieder ein Thema für unseren o.g. Investor sein. – Max Wengeler


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Herzlichen Dank für den wichtigen Essay von Axel Hacke. Leider hat der Autor nicht den Versuch unternehmen zu klären, wie es zu der allgegenwärtigen und weltumspannenden Verrohung gekommen ist. Auffallend finde ich, daß zeitgleich die in allen Ländern festzustellende Infantilisierung aller Lebensbereiche statt findet. Könnte es nicht sein, daß Fernsehsender wie RTL, resp. RTL 2, die es in ihrer Art offenbar fast überall gibt, mit ein Grund für die zunehmende Verrohung sind? Schließlich wird hier stark gepöbelt und beleidigt, so daß manche Menschen sich das zum Vorbild für eigenes Verhalten nehmen.   –  Hans-Joachim Heuel


Leserbrief zu „Weil’s besser klingt“ von Shimon Stein und Moshe Zimmermann

Die AfD hasst, verschleiert das aber – genauso wie die Hitlerei  – Christen nicht weniger als Juden, weil Christen und Juden menschliche Werte haben, die Menschen vom reißenden Wolfsrudel unterscheiden.

Die AfD repräsentiert genausowenig wie die Nazis das Abendland, das heisst das, was das Abendland durch Aufklärung und Humanismus erreicht hat, sondern die Dumpfheit des Zurück in ein Zeitalter, wo weiße Halbaffen auf Wikingerbooten auf Essens- und Feindfang unterwegs waren. – Annette Weber


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Das finde ich eine wunderbare Debatte über ein „Problem“ (oder besser „an issue“), welches es sicherlich gar nicht gibt. Irgendwo in der Kulturmetropole Berlin reden ab und zu Leute englisch miteinander: Wow!

Wenn es also nicht um die Lösung eines Problems geht, dann ist der eigentliche Sinn der Diskussion die Debatte selbst, durch die man glaubt Wähler zu einzufangen. Nun ist das natürlich auch kein überraschendes Verhalten für Politiker.

Herr Spahn könnte diese Satire durch eine Gesetzesinitiative steigern. Die CDU könnte versuchen zu verbieten, dass Menschen, die eigentlich deutsch miteinander kommunizieren könnten, dieses auf englisch tun (Freiheitsstrafe mit Deutschkurs). Das würde glänzend in den Kontext sehr vieler völlig überflüssiger Gesetzesaktivitäten passen, die wir in den letzten Jahren erleben durften. Vor allem in Bezug auf die innere Sicherheit. – Thomas Pfau


Leserbrief zu „Herr Florek fährt nach Brüssel“ von Matthias Krupa

Vielen Dank für den spannenden Artikel über die Wettbewerbsklage der polnischen Dachfenster-Firma Fakro gegen Marktführer Velux. Einen Aspekt vermisse ich darin leider. Mich wundert, dass an keiner Stelle thematisiert wird, dass die derzeitige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager eine wichtige dänische Politikerin ist und kaum daran interessiert sein dürfte, eines der wichtigsten dänischen Unternehmen zu schwächen. Stellen Sie sich Herrn Oettinger in gleicher Rolle vor, wenn eine Wettbewerbsklage gegen Daimler auf seinem Tisch landen würde.

Schade, dass der Artikel diesen Aspekt nicht beleuchtet. Es ist immer noch umstritten, inwieweit nationale Politiker als EU-Kommissare weiterhin die Interessen ihrer Länder vertreten. – Christian Rebhan


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Drei Seiten zum Thema „Journalisten als Terrorhelfer durch überbordende Berichterstattung“. Das ist wie kettenrauchend über die Gefahren des Rauchens zu schwadronieren. – Heike Daubner


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Dieser Text ist ein wichtiger Denkanstoß. Mindestens sollte die Floskel „Zur Tat hat sich der IS bekannt“ weglassen werden. Diese Gratis-„Erfolgsmeldung“ haben die Mörder nicht verdient. Anders ausgedrückt : Der IS kann mich mal. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Ich habe aus Ihrem Artikel „Wir Terrorhelfer“ viel gelernt. Während ich immer dachte, dass diejenigen, die mit Fahrzeugen in Menschenmengen fahren oder mit Maschinengewehren um sich schießen, Schuld sind am Terror, haben Sie mich eines Besseren gelehrt: Schuld sind die Journalisten. Nicht nur sind sie Schuld daran, dass eine – Zitat – „kriminelle Tat“ erst zum Terrorakt wird, sie sind auch Schuld an der Gewaltspirale, den „fünf Schritten des Terrorismus“, wie Sie es nennen, da sie mit ihren Berichten über die Taten der „Kriminellen“ eine „Überreaktion“ produzieren.

Eine Überreaktion? Ist das wirklich Ihr Ernst?! Es ist nicht nur Ihr Ernst wie es scheint. Sie liefern auch gleich die vermeintlich korrekte Vorgehensweise, die diese „Gewaltspirale“ durchbrechen soll: keine Berichte, keine Namensnennung, keine Trauer; stattdessen ist Weitermachen angesagt: je freudiger, umso besser.
Ich halte diese Aussage für Hohn. Und zwar nicht nur gegen die Opfer, sondern vor allem gegen unser Selbstverständnis als freie Gesellschaft. Durch Ihren Wunsch nach Selbstzensur – selbstverständlich zum Wohle aller – demonstrieren Sie eins ganz deutlich: Ihre Meinung zu uns Bürgern. Wir sind unmündig. Man muss uns vor uns selbst schützen. Wir können einfach nicht mit der Realität umgehen, sie macht uns Angst, sie macht uns zu verblendeten Überreagierern.
Und mehr noch, wir müssen umdenken. Während uns all die Jahre eingebläut wurde, dass es besser sei, Probleme anzusprechen anstatt sie zu verschweigen, müssen wir jetzt einsehen, dass eben dieses Ansprechen die größte Gefahr in sich birgt: die Gefahr, dass das angesprochene Problem sich zu vielen Problemen multipliziert – eine interessante Argumentation.

Lassen Sie sie mich doch mal kurz weiterführen. Sollten Betroffene vielleicht aufhören, über ihre Vergewaltigung zu sprechen? Potenzielle Täter könnten sich daran ergötzen und sich unter Umständen motiviert fühlen. Wäre es vielleicht sogar besser, nicht mehr über den Holocaust zu sprechen, denn einzelne Täter könnten in gewissen Kreisen zu Helden stilisiert werden? Ich entschuldige mich bewusst nicht für diese Polemik.

Natürlich sind die Folgen der Berichterstattung nicht zu kontrollieren. Aber mit den Folgen ist es wie mit dem Applaus von der falschen Seite: man muss sie bzw. ihn in Kauf nehmen – zum Wohle einer unzensierten Realität.

Lassen Sie mich noch zwei Dinge sagen, Anstand ist eine Tugend. Sie gebührt selbstverständlich nicht nur den Opfern von Terror und ihren Familien sondern auch den zahlreichen Verkehrstoten. Anstand kann und sollte man nicht von oben verordnen, er ist eine Frage der Erziehung und daher mal mehr, mal weniger vorhanden. Dennoch ist mir eine hedonistische Gesellschaft, die immer nur „weitermacht“ als sei nichts passiert, so lieb wie die Menschen in Phuket, die ein paar Tage nach dem Tsunami, der ca. 230.000 Menschen das Leben kostete, wieder dem Sextourismus frönten. Aber das ist meine persönliche Meinung.

Und zweitens, kann Angst eine durchaus nützliche Emotion sein, die nach den Taten der Terroristen nicht verwunderlich ist. Ja, ich habe Angst, und nein, ich lasse nicht zu, dass die Angst mich beherrscht, weil ich eben ein mündiger Bürger bin. Vor allem – und hier möchte ich Herrn Fleischhauer zitieren – lasse ich mir als mündiger Bürger nicht vorschreiben, was ich zu fühlen habe.  – Magdalena Fischer


Leserbrief zur Fotokolumne „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Als langjähriger leser ihrer zeitung, ringe ich mich dieses mal durch, ihnen zur rubrik leserbriefseite, ZEIT nr.35 / fotokolumne fernbeziehung, „meinen senf“ dazuzugeben.

die beiden zuschriften kann ich nur voll unterstützen, was den text betrifft. es sind jedoch ca. 9/10 der seite mit einem foto belegt. auch für fotokünstler gilt, rede nicht, sondern … über die fotografien der beiden zu streiten wäre auch eine möglichkeit gewesen, in diesem speziellen fall. die idee des redakteurs war mit sicherheit nicht bis zu ende gedacht, aber welcher fotograf von den tausenden guten, sagt bei solch einer möglichkeit schon nein.

anders, z.b. die konzeption der „stil-kolumne“, ebenfalls im ZEIT-magazin, mit fotografien von herrn peter langer, großartige inszenierte, angewandte fotografie, unangestrengt, wie abstrakte malerei. ich freue mich jedes mal darauf, obwohl ich ein modemuffel bin.

übrigens ist mir ihre zeitung vom umfang zu gewaltig. nicht zuletzt auch der umwelt zuliebe. mehr verzicht würde ich mir wünschen, es wäre einfach mehr. zu viele aufgüsse, in der „einhundertsten“ variation, die in anderen medien schon behandelt wurden. mehr unbekanntes wagen. schließlich sind sie eine wochenzeitung.

für die geistige balance ist der FREITAG mein begleiter. präzise, knapp, andere hintergrundinformation – eben auch zu den brennenden themen. – hans-joachim petzak


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Ich gratuliere zu dem Dossier-Artikel von Bastian Berbner, endlich mal! Es war überfällig, die Gedanken auch öffentlich in diese Richtung zu lenken. Abgesehen davon, daß meine Mutter (altersbedingt Ex-Journalistin, Ex-Friedensaktivistin, aber immer noch Pazifistin und zähneknirschend in einer bestimmten Partei) mir genau das schon seit Jahren erzählt, es wurde Zeit für die Zeit!

Es ist ein Dilemma, natürlich. Ich frage mich nur, ob mit gutem Gewissen wegschalten die einzige Lösung ist. Warum denn nicht weniger Brennpunkte, am besten gar keinen, weniger Sondersendungen, weniger Aufregung. Jeweils kurz und knapp der Verpflichtung zur Berichterstattung genügen um dem Argument Lügenpresse zu entgehen und gut is? Die „sozialen“ Medien werden sich so oder so weiter aufregen, kommentieren, agitieren etcpp, aber bitte ohne Rückendeckung von Ihnen. Da würde der ganzen Sache schon etwas Wind aus den Segeln genommen. – Dr. Christine Kosch


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Ich bedaure es, dass im Artikel die Analyse fehlte, warum die Menschen immer unhöflicher, rücksichtsloser und egoistischer werden. Für mich liegt der Grund auf der Hand: Der sich in alle Bereiche ausdehnende Neoliberalismus, der dafür sorgte, dass das Individuum sich im ständigen Wettbewerb mit anderen fühlt und so die Bedeutung von Gemeinschaft, Gesellschaft und Gemeinwohl in den Hintergrund gedrängt hat. Schon Eltern bringen ihren Kindern bei, wie sie sich behaupten können und wie wenig Rücksicht man auf andere nehmen muss. Viele haben Angst, im Wettbewerb zu verlieren, zumal ja von neoliberaler Seite auch alles unternommen wurde, dem Individuum einzureden, es sei auf jeden Fall selbst schuld am eigenen Scheitern. Ich finde es wichtig, konkret zu benennen, dass eine neoliberale Gesellschaftsordnung klar zu diesen beklagenswerten Zuständen beigetragen hat.

Nicht sicher bin ich mir, ob „Anstand“ wirklich der richtige Begriff für das von Axel Hacke skizzierte Problem ist. Gehört doch der in den 50er Jahren wohl häufig von Eltern geäußerte Satz „Kind, zieh Dir doch mal was Anständiges an“ in eine Zeit mit rigiden Moralvorstellungen, die glücklicherweise überholt sind. Letztlich geht es vielmehr um das Abhandenkommen von Höflichkeit, Rücksichtnahme und der Erkenntnis, dass der Mensch ein Gemeinschaftswesen ist, das für seine Mitmenschen verantwortlich ist. – Florence von Bodisco


Leserbrief zur Fotokolumne „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Vorausgesetzt, dass Larissa und Thomas tatsächlich existieren, FRAU/MANN können es kaum glauben, stimmen wir den veröffentlichten Leserbriefen (Grosse/Häußermann; ZEIT Nr. 35) aus vollem Herzen mit kleinen Einschränkungen zu: – Erst einmal Einzeltherapie (kann Jahre dauern), danach auf jeden Fall Paartherapie   (egal, ob Paris, London, New York – Bielefeld wäre auch eine Alternative). –  In den nächsten 10 Jahren bitte nicht an Nachwuchs denken!   Wann endlich wird dieser Unsinn ein Ende haben??  Mit freundlichem Gruß im Namen all meiner Familienmitglieder inklusive Freundes- und Bekanntenkreis. – Sabine Dachale


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Was können wir gegen Unanständigkeit tun? Allgemein gilt, was auch in der Debatte um Integration stärker hervorgehoben werden sollte: Jeder kann darauf achten und so gut wie möglich versuchen zu verstehen, was in seinem Umfeld überhaupt geschieht und wie er daran beteiligt ist. Anstatt festgelegte Meinungen auf andere zu projizieren, ist sanfte und vorurteilslose Aufmerksamkeit nach innen und außen gefragt, wenn wir von statischen, also erstarrten Gesellschaftsmodellen und Identitätsmustern wegkommen wollen.

Als einzelnen Punkt möchte ich exemplarisch nennen: Niemand sollte sich in der Opferrolle stilisieren, um sich von da aus die Berechtigung zur Rache zuzuschreiben. Der daraus resultierende Aktionismus wäre im wahrsten Sinne des Wortes unanständig und würde dazu verleiten, Hinterfragungen, Kritik, aber auch Anregungen auszublenden. Das Eigene kann sich aber nur in der Auseinandersetzung mit dem Anderen bewähren. Das führt nicht immer sofort zu gewünschten Ergebnissen, Anstand ist auf dem Weg dahin schon erforderlich – und nützlich. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Spring!“ von Jochen Schmidt

Da Sie ganz offensichtlich nicht aus Berlin stammen, hier nur ein kleiner Hinweis: ein „Köpper“ ist ein Kopfsprung ins Wasser, ein – wahrscheinlich typischer – berliner Ausdruck und hat mit Körper  eigentlich nichts zu tun.

Vermutlich haben Sie schon von zig anderen Besserwissern Hinweise dieser Art bekommen – nichtsdestotrotz…….schöner Artikel! :-);-)  – Susanne Hüttner


Leserbrief zu „Afrika braucht Kapitalismus“ von Jochen Bittner

Endlich, Jochen Bittner! Gratulation! Ein Artikel, der die MMMM (mainstream medien meinungs mafia) konterkariert. Sie sagen das, was weithin  verschwiegen wird: dass Afrika an seinem Elend auch, großteils, selbst schuld ist. – Dr. Erwin Leibfried


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Welch ein großartiger Artikel. Immer wieder bin ich fassungslos, wenn wieder einmal die Tagesschau einen Brennpunkt bringt, damit sich alle am Leid anderer ergötzen können. Die Situation über die Berichterstattung von Unglücken jedweder Art ist mittlerweile pervers – je schlimmer das Unglück, desto intensiver die Berichterstattung. Mit der beschriebenen Folge, dass andere Verrückte die gleiche Aufmerksamkeit haben wollen und zu Mördern werden. Sind diese Berichterstattungen nicht sogar juristisch gesehen Beihilfe zum Mord und damit strafbar? Kann das nicht verboten werden? Ich weiß, es ist eine populistische Forderung, aber ich stelle sie hier, um wach zu rütteln. Unerträglich wurde es übrigens für mich, als die Lufthansa-Maschine 4U9525 von einem durchgeknallten Piloten in die französischen Alpen gesteuert wurde. In der Maschine saßen meine Schwester und mein Schwager.

Wenn es so schon mehr als schmerzhalft für mich war, wurde die nachfolgende aufgeilende Berichterstattung unerträglich für mich. Tage-, nein wochenlang, konnte ich weder eine Zeitung aufschlagen, noch eine Nachrichtensendung anschauen. Wissen die Berichterstatter eigentlich, was sie den Angehörigen mit ihrem Verhalten antun? Ich kann mir vorstellen, viele Journalisten denken wie der Autor darüber, können sich aber vermutlich nicht gegen die da oben in den Führungsetagen durchsetzen, denen es meistens nicht um den Journalismus, sondern um Verkaufszahlen und Zuschauerquoten geht. Und in Zeiten, in denen festangestellte Journalisten gern durch freiberufliche ersetzt werden, kommt mancher kritischer Journalist sicherlich ins Grübeln.

Falls Sie diesen Leserbrief abdrucken, bitte ich Sie, meinen Namen zu anonymisieren, ich hoffe auf Ihr Verständnis. Mir geht es wahrlich nicht um Aufmerksamkeit, sondern darum, die Breite der Journalisten zu erreichen, die hoffentlich den Mut finden, bei solch sittenlosem Treiben nicht mehr mitzumachen. Pikanterweise erschien der Artikel in der Ausgabe, in der das Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ hieß.  – Friedel Rohde


Leserbrief zu „Der deutschen Wissenschaft geht es so gut wie nie zuvor“ von Martin Spiewak

Herzlichen Dank für Ihren interessanten und wichtigen Beitrag, der mich zu einer Anmerkung nötigt.

Das Problem in Ihrem Artikel ist m.E. die Fokussierung auf Natur-/Ingenieurwissenschaften und empirische Forschungen als allein wissenschaftlich. Damit schließen Sie die Geisteswissenschaften aus, die allerdings für ein tieferes Verständnis der Welt, der Gesellschaft und der eigenen Person, sprich Selbstreflexion, fundamental sind. Die von Ihnen kritisierte Ignoranz des Menschen, um seine Identität zu wahren, wird ja gerade durch diese Reduzierung von Wissenschaftlichkeit befördert.

In dem von Ihnen dargelegten Bereich der Wissenschaft mag es ja tatsächlich gut aussehen. Allerdings ist die Lage außerhalb davon nicht so rosig. Aufgrund des Wissenschaftsverständnisses, das Ihnen zugrunde liegt und sich weiter ausbreitet (s. die Fixierung auf „Daten und Fakten“), müssen Fächer, die sich einer anderen Methodik bedienen, um ihre Existenz kämpfen.

Geisteswissenschaften fördern eine kritische Selbstreflexion. Zugegeben, dies ist nicht immer der Fall und viele Dinge im heutigen Bildungssystem stellen sich diesem Ideal in den Weg. Das Hinterfragen der eigenen Person ist ein intensiver und spannungsreicher, aber gerade deswegen auch enorm fruchtbarer Prozess, an dessen Ende eine Person steht, die ein tieferes Verständnis besitzt. Sie weiß um sich, um ihre Stellung in der Welt und entbehrt jeglichem Größenwahn. Es wird deutlich, wie klein und großartig man ist.

Fällt dieser Aspekt des „Zurechtstutzens“ weg, so bleibt allein das Gefühl der Großartigkeit und ein Wille, der allein sich als wahr und gültig versteht. Zu was dies in einer Gesellschaft führt, sollte deutlich sein und muss nicht weiter erörtert werden, da Sie selbst Beispiele genannt haben.

Mit Ihrer Behauptung, dass es der Wissenschaft doch gut geht, haben Sie insofern recht, als dies auf einen gewissen Teil der Wissenschaften zutrifft. Jedoch nicht auf alle. Aus diesem Grund muss auf die Lage und die Handlungsnotwendigkeit in diesen Bereichen hingewiesen werden. Eine Wissenschaft, in der alle Disziplinen solide dastehen und einen Beitrag leisten können, erzeugt eine fruchtbare Spannung, die für eine vitale und aufgeklärte Gesellschaft essenziell ist. – Antti Lück


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Ihre Meinung, die USA hätten Europa in zwei Kriegen geholfen, teile ich absolut nicht.

Begründung: Hätten sich die USA aus dem 1. WK rausgehalten – und zwar nicht nur mit Soldaten, sondern auch mit Krediten, Waffen und Nahrungsmitteln für die Entente – dann wäre dieser Krieg wohl anders ausgegangen. Als Folge dessen hätte wohl auch ein Hitler keine Chance gehabt, deutscher Diktator zu werden. Fazit: Die USA haben Europa erst richtig in die Krise gestürzt. – Hans Masjosthusmann


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Sie schreiben in der aktuellen Ausgabe im o.g. Artikel, dass ein Drittel der amerikanischen Kinder unter Diabetes Typ 2 litten. Diese Angabe übertreibt die tatsächliche Häufigkeit enorm! Tatsächlich leiden etwa 0,46 Kinder von Tausend an Diabetes 2 in den USA. Zwar hat man einen Anstieg um 30% in den letzten Jahren festgestellt, aber nicht auf 30 % oder mehr sondern auf knapp eine Erkrankung unter 2000 Kindern. Das ist immer noch sehr viel bei einer Erkrankung, die noch vor wenigen Jahren als Altersdiabetes bezeichnet wurde, aber die Häufigkeit liegt doch weit unter der von Ihnen behaupteten! – Günter Schütte


Leserbrief zu „Ein Land im Kunstkrieg“ von Hanno Rauterberg

Manche Querverbindung in Ihrem Artikel ist wirklich erhellend -z.B. die zwischen dem Bildersturm der Trumpgegner in den USA und der Denkmalschändung durch die Muslime.

Auch in unserm Land gibt es ja einen Trend, Erinnerung zu löschen, Straßen und Plätze umzubenennen, die an belastete Personen erinnern. Ein herausragendes Beispiel ist der Platz vor dem niedersächsischen Landtag, der nun nicht mehr an den Ministerpräsidenten Kopf erinnert, der sich im 3. Reich als Arisierer und Verticker jüdischer Grabsteine hervorgetan hatte.

Besser scheint mir das Alfred Hrdlicka-Modell: Neben das Kriegsdenkmal in Hamburg ein Friedensdenkmal zu setzen. So sollte man neben die ausdruckslose  Abbildung des Sklavenhalters Washington ein strahlendes Porträt des ehrenwerten Tecumseh stellen.

Und neben den kitschigen Beton-Christus hoch über Rio – Symbol der Zwangschristianisierung eines ganzen Kontinents – das Bild eines indigenen Freiheitskämpfers. – Klaus E. Margraf


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Um nach Möglichkeit keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:

  1. Ich schätze Ihre Arbeit sehr, lese Ihre Beiträge für gewöhnlich mit großer Begeisterung und bin in der Sache Ihres Essays vollkommen einer Meinung mit Ihnen, also dass ein betrüblicher Schwund des Anstands zu verzeichnen ist und es die Sache eines jeden Einzelnen von uns ist, für menschlichen Anstand zu sorgen, indem wir ihn vorleben.
  2. Ich bin absolut kein Freund von Donald Trump und allem, wofür er steht. Ich verabscheue im Großen und Ganzen sein Verhalten und vergnüge mich meistens sehr, wenn er durch den Kakao gezogen wird, wobei mir allerdings immer öfter das Lachen im Halse stecken bleibt, weil meine Angst vor dem, was er und seine Gesinnungsfreunde der Welt noch alles bescheren werden, ehrlich gestanden immer größer wird.

Jetzt aber: In einem Artikel, der zum Zweck hat, den Leser zum Anstand zu ermuntern, mit fett gedruckten Lettern einen Menschen – und in dem Zusammenhang zitiere ich Sie, wenn auch nicht wörtlich, dass wir „allen Arten von Menschen, nicht nur denen, die uns ähnlich sind, die wir mögen, mit denen wir sympathisieren usw., etwas schulden, nämlich …Rücksicht, Wohlwollen, Freundlichkeit….“ – dadurch ins Lächerliche zu ziehen, dass man seiner Geste attestiert, dass „ sie selbst einem Gorilla zu blöd gewesen wäre“ ist in meinen Augen, so sehr ich auch mit Ihnen in der Einschätzung des präsidialen Verhaltens sympathisiere, wenig anständig. Es verursachte bei mir jedenfalls die Erinnerung an den schönen, alten, wahren Satz über die Kritiker der Elche. Ich habe gar nichts dagegen, wenn über Trump Häme ausgegossen wird, meinen bescheidenen Möglichkeiten nach tue ich das auch – aber es sollte nicht so geschehen, nicht in einem Beitrag über Anstand. Nur weil er keinen besitzt, muss man den eigenen ja nicht aufgeben.

Anständig wäre meiner Ansicht nach gewesen, so etwas zwar vielleicht zu denken, die Gedanken sind ja bekanntlich frei, es aber nicht Zeitungsöffentlich zu machen – selbst wenn man dadurch auf viel anerkennendes Grinsen der Leser verzichten muss. Takt, der ja ein enger Verwandter des Anstands ist, hat immer den Nachteil, dass er quasi mit einer Tarnkappe daherkommt. Aber manchmal muss man, um des größeren Ganzen willen, eben auf einen Gag verzichten. Wenn man von allen Anstand fordert und ihn selbst dann vermissen lässt – dann hat man genau das, was unsere Gesellschaft gerade darbietet. Wobei ich mir absolut sicher bin, dass Sie im persönlichen Umgang der anständigste aller Menschen sind, bitte glauben Sie mir, dass ich Ihnen keinen Charaktermangel unterstellen will.

Ich hoffe, ich konnte klar machen, worum es mir geht und freue mich ungemindert auf jeden weiteren Ihrer Beiträge. – Renate Dehner


Leserbrief zu „Herr Florek fährt nach Brüssel“ von Matthias Krupa

Warum ich an Erfolg  vom Herrn Florek glaube?

GIOCOSO

Er kommt von dem südlichen Teil Polens. Das typische für Menschen aus dieser Gegend – ganz speziell aus dem Tatra-Gebiet (Goralen) – ist außergewöhnliche Charakterstärke und eiserne Konsequenz.

>> Nach einer starken Überschwemmung im Gebirge sah ein Tourist auf der Wasserfläche einen schwimmenden Hut. Es war merkwürdig, dass er sich eigenartig – abwechselnd mit und gegen den Strom – bewegte. Verwundert fragte der Fremde einen Einheimischen, was dies bedeuten soll.  Einfache Erklärung: „Das ist doch unser Jasiek! Er plante für heute seine Wiese zu mähen u nd das tut er. Auch unter dem Wasser.“<< –

SERIOSO

Ich glaube an zeitgeschichtliches Wissen und Denken der Entscheidungsträger und hoffe, dass sie auf ihren mahnenden TON verzichten. Übrigens – nicht nur EU-Vertreter.  – Ostblock – Länder waren im Krieg, anders als der westlicher Teil, für Vernichtung bzw.   Versklavung bestimmt. Somit war Kriegszerstörung, inkl. „menschliche Substanz“, um   vieles größer und mit anderen Teilen Europa nicht zu vergleichen;   – Ostblock-Länder bakammen nach 1945 keine Unterstützung vom Marshallplan (Ent-   scheidung aus Moskau). Bekanntlich lebten sie unter Gewalt, Verfolgungen, Terror etc.   des Kommunismus. Ihr wirklicher Start wurde daher um einige Jahrzehnte verschoben.

Auch hier kann man die Situationen nicht vergleichten; – Solidarität dieser Länder, aus praktischen Gründen beziehe mich auf Polen, wurde     ebenfalls nicht wahrgenommen oder gewürdigt: Aktive Teilnahme an mehreren Kampf-   fronten der Alliierten, wie Monte Cassino, Tobruk, Narwik oder ein außergewöhnlicher   Einsatz der polnischen Piloten für London – obwohl ihr Land okkupiert war. Man spricht  nur über „britische und französische Truppen“.  Sicherlich haben Polen selbst vieles (Informationen) vernachlässigt. Jetzt übernimmt diese Aufgabe  – in feinster Form (!) – der Diplomatiemeister, der erste richtige FÜHRER der Nation – Jaroslaw Kaczynski, mit seinen paranoiden Obsessionen. Und das  ist für Polen tödlich.  – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Genau dass, was Sie über die Hilfe durch die Journalisten für die Terroristen geschrieben habe, sage ich seit zwei Jahren. Je weniger man die Taten in den Focus stellt, umso uninteressanter wird es für Nachahmungstäter.

Terroranschläge verändern nichts, sie bringen nur Leid und Trauer über einzelne Menschen, aber die Welt dreht sich weiter.

Sie schreiben am Ende Ihres Artikels, dass es nicht genügen würde, wenn die ZEIT damit aufhört über Terroranschläge zu berichten, aber es wäre ein Anfang und man würde hellhörig! Einer sollte immer voraus gehen, um eine Welle ins Rollen zu bringen. Ich kann Ihnen nur zurufen, versuchen Sie es und Sie werden viel Publicity dadurch haben. Und… Sie haben recht! – Thomas Hahn


Leserbrief zu „Der deutschen Wissenschaft geht es so gut wie nie zuvor“ von Martin Spiewak

Der Autor macht das Wohlergehen der Wissenschaft am Budget und an Wissenschaftlerzahlen fest. Gerade die genannten Zahlen stimmen mich misstrauisch.

Ist es mit der Freiheit der Forschung wirklich so weit her, wenn Drittmittel im Spiel sind? Zu oft hört man von Fragen, die erst gar nicht wissenschaftlich geklärt werden, weil vermutlich vom Forschungsergebnis niemand wirtschaftlich profitieren kann, weshalb auch niemand bereit ist, eine Studie zu finanzieren.

Wenn ich Fragebögen für wissenschaftliche Projekte ausfülle, fühle ich mich häufig manipuliert. Was tun, wenn a oder b angekreuzt werden kann, ich aber der Meinung bin, die richtige Antwort liegt bei a-drei-fünftel?

Oder gar bei c, das überhaupt nicht vorgesehen ist. Verweigere ich ein Kreuz, streikt der Computer und ich komme nicht weiter.

Wenn mir jemand mit Studienergebnissen kommt, frage ich interessehalber, wer die Untersuchung bezahlt hat und gehe laufen. – Susanne Sänger


Leserbrief zu „Der deutschen Wissenschaft geht es so gut wie nie zuvor“ von Martin Spiewak

Der Autor macht seine These unter anderem an der finanziellen Ausstattung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen und der vermeintlichen Sicherheit ihrer Angestellten fest. Es stimmt, dass die finanzielle Ausstattung der Universitäten seit 2005 angestiegen ist.

Laut Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWiN) 2017, sind etwa die öffentlichen Ausgaben für die Hochschulen zwischen 2000 und 2014 von

17,2 auf ca 28 Mrd Euro gestiegen, also um über 50%. Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der befristet beschäftigten Wissenschaftler/innen um 91% erhöht, die der unbefristet beschäftigten

(Profesor/inn/en) aber nur um 20%. Parallel dazu hat (laut statistischem

Bundesamt) die Zahl der Studierenden im gleichen Zeitraum um ca 40 % zugenommen. Zunehmende Akademisierung bedeutet nicht unbedingt, dass es der Wissenschaft auch im Sinne höherer Qualität von Forschung und Lehre gut geht. Das Gegenteil ist der Fall, wenn die Zahl der festen Stellen nicht im gleichen Maße steigt wie die Zahl der Studierenden:

Professor/inn/en müssen mehr Studierende betreuen, befristet Beschäftigte leisten einen zunehmenden Teil der Lehre und werden nach ein paar Jahren ausgewechselt, die meisten ohne berufliche Zukunftsperspektive. Am Ende des Artikels meint der Autor, die Nichtbewilligung eines Drittmittelantrags sei das Schlimmste, das einem „deutschen Professor“ (rein-männliche Form des Autors) passieren könne.

Von diesen Anträgen hängen aber die Stellen der meisten seiner befristet beschäftigten Mitarbeiter/innen ab. Diese Probleme haben sich in den letzten Jahren enorm verschärft (BuWiN) – sieht so Wertschätzung aus? –Dr. Julius Verrel


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Den Artikel finde ich außerordentlich wichtig und hilfreich beim Verstehen der tieferen Zusammenhänge, wie der Terrorismus psychologisch arbeitet und wovon er sich nährt. – Peter Behncke


Leserbrief zu „Wer einmal hilft…“ von Uwe Jean Heuser

Die steuerfinanzierte Unterstützung von Pleitiers und Bankrotteuren gleicht ordnungspolitisch einem Sündenfall, da staatlich in die Selbstregulierung des Marktes eingegriffen wird, zudem geschieht dies – gerne zu Wahlkampfzeiten – unter Bevorzugung einzelner Firmen.

Das ist ökonomisch selbstverständlich nicht gerecht und ebenso wenig motivierend für große tragfähige und nachhaltige Wirtschaftsleistungen.

Überdies steht selbst nach solch aufwendigen Unternehmensrettungen leider sehr infrage, ob die Arbeitsplätze tatsächlich längerfristig erhalten bleiben. – Ira Bartsch


Leserbrief zu „Über Kindersendungen“ von Harald Martenstein

Ich habe beim Lesen des Artikels den Eindruck gewonnen, Herrn Martenstein täten ein paar Aufklärungssendungen gut. Sein etwas altmodisch anmutender Hausverstand reicht nicht bei allen Themen aus.

Gerne übernehme ich hier als Biologielehrerin das Informieren:

  • Vagina ≠ Vulva

In der schwedischen TV-Serie ist zwar vermutlich ein Penis dargestellt, aber sicher keine Vagina. (Die Illustration in der ZEIT entspricht fast genau dem schwedischen Original.)

Bei einer Vagina handelt es sich um einen im Unterleib gelegenen Muskelschlauch, dessen Mündung in der Vulva, so der adäquate lateinische Begriff für die gesamten weiblichen äußeren Geschlechtsteile, liegt. Eine deutsche hochsprachliche Übersetzung für „Vulva“ gibt es leider nicht. Für die gesamte Benennung von äußeren und inneren Schamlippen (oder moderner „Venuslippen“), Kitzler, Harnröhrenmündung und Scheidenöffnung existieren dafür ausgleichend eine Vielzahl umgangssprachlicher Begriffe wie z. B. „Muschi“ oder „Mumu“.

Vermutlich verhält sich das in Schweden ähnlich, so dass „Snoppen und Snippa“ (richtig übrigens „Snoppen och Snippan“) durchaus ihre Berechtigung haben könnten, wenn es um Aufklärung von Kindern (und Erwachsenen!) geht.

  • Masturbieren bei Jungen ≠ Masturbieren bei Mädchen

Für Jungen ist das Entdecken des Onanierens leicht, vermutlich weil sie das, dazu meist verwendete, Organ beim Urinieren täglich in die Hand nehmen. Die Vulven und vor allem die Klitorides von Mädchen liegen dagegen versteckter. Darin mag einer der Gründe liegen, warum Mädchen die Erfahrung der Selbstbefriedigung nicht oder spät machen.

Vorausgesetzt Onanie wird nicht aus religiösen oder anderen Gründen prinzipiell abgelehnt, spricht für mich nichts gegen eine Aufklärung – genauso wie es „Erklärungen“ auch für beispielsweise physikalische Phänomene gibt.

Vielen Menschen – so vielleicht auch Herrn Martenstein – spuken jedoch noch die Argumente der „Unnatürlichkeit“ im Kopf herum, welche begründen sollen, dass es keiner Aufklärung bedarf.  Allerdings wird meist nur auf die Natur gepocht wenn es um Sexualität geht. In fast allen anderen Bereichen einer industrialisierten Gesellschaft ist Unnatürlichkeit quasi oberstes Gebot: Auto, Kühlschrank, Medizin – nur um fast wahllos einige Beispiele zu nennen.

Alles was in der Sexualität über die reine Fortpflanzung hinaus geht ist meiner Meinung nach jedoch Kultur. Kultur, welche von Menschen gestaltet wird – im besten Falle zum Wohlbefinden aller.

Da es für eine (Liebes-)Beziehung für beide Seiten von Vorteil sein kann, sich mit dem eigenen Körper auszukennen, halte ich es sowohl für Jungen als auch für Mädchen für empfehlenswert, Masturbationserfahrung zu haben.

Anleitungen dazu erscheinen uns hierzulande noch „falsch“. Es lohnt sich aber vielleicht, die eigenen Argumente dagegen genauer zu beleuchten. – Josephine Riemann


Leserbrief zum Titelthema „Was wäre, wenn allein Frauen alles entscheiden würden?“ im ZEIT Magazin

Nun, sicherlich eine ganz interessante Frage und hypothetisch auch machbar, aber ich glaube in der Konsequenz nur hinsichtlich der biologischen Komponente des alleinigen Kinderkriegens der Frau etwas anders!

Die wirklich spannende aber weitaus hypothetischere Vision wäre eine Gesellschaft in der die Wahrscheinlichkeit das Kind zu bekommen bei 50 zu 50 für Frau und Mann liegen würde! Wenn der Vorstand mit der Sekretärin schläft und danach schwanger ist…. ob im ganz großen oder in der ganz normalen Beziehung, es wäre nichts mehr so wie es ist! Vielleicht sollte man mal etwas weiter in diese Richtung denken. – Stephan Meyer


Leserbrief zu “ Die Gejagte“ von Martin Machowecz, Paul Middelhoff und Valerie  Schönian

In Ihrem Artikel „Die Gejagte“ in der Rubrik „Recht und Unrecht“ zitieren Sie den Staats- und Verwaltungsrechtler Jochen Rozek unter anderem mit den Worten „Sie müsste es vorsätzlich getan haben. Vielleicht war es nur fahrlässig? Dann wäre der Vorwurf schon vom Tisch“.

Vielleicht hätten Sie keinen Staats- und Verwaltungsrechtler befragen sollen, sondern einen Strafrechtler?

Der fahrlässige Falscheid ist in § 161 StGB (Strafgesetzbuch) unter Strafe gestellt!

Schade, dass Sie Ihren Artikel durch die kritiklose Übernahme einer derart falschen Rechtsauskunft so entwertet haben.  – Michael Wirriger


Leserbrief zu „Wieso arbeiten Künstler für Firmen“ von Christiane Meixner

Schon für diese Fragestellung sollte eigenlich ein Kunstpreis vergeben werden.

Künstler arbeiten seit der Antike meist mit eigenen Werkstätten mit vielen Mitarbeitern für Auftraggeber, die bereit sind, die Leistungen außergewöhnlicher Handwerker entsprechend zu entlohnen. Freie, also nicht an einen konkreten Auftrag gebundene Kunstwerke sind eher die Ausnahme als die Regel. Ein Umschwung íst mehr oder weniger erst im 19. Jahrhundert zu beobachten, seit kaufkräftiges Bürgertum die Vermittlung durch Kunstsalons und Händler erforderte. Heute geht die Entwicklung eher dahin, nicht unbedingt besonders kunstfertige Handwerker durch so genannte Experten zu wichtigen Exponenten der Kunst zu deklarieren, um das Zeug an Leute zu verkaufen, die sich eigentlich nicht dafür interessieren, sondern es als Anlage- und Prestigeobjekt betrachten.

Wenn also heute einige Künstler wieder für Unternehmen arbeiten, statt vor sich hin zu daddeln und zu hoffen, dafür für bedeutende erklärt zu werden, ist das eher wieder ein Zurückkommen auf den Urzustand – dass nämlich Kunden außergewöhnlichen Handwerkern etwas abkaufen, weil das Produkt ihnen persönlich und ohne Vermittlung von „Experten“ etwas wert ist. – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Erdoğans Hexenjagd in Europa“ von Can Dündar

In der Ausgabe 35 schreibt Herr Dündar in seinem Artikel „Erdogans Hexenjagd in Europa“  – ….erteilte Erdogans Schwiegersohn, der Energieminister, in einer Rede folgende Anweisung : „ Erdrosselt die ins Ausland geflohenen Verräter, wo ihr sie antrefft“.

Dieser Aufruf steht denen des IS in keiner Weise nach und warum wird sowas nicht bekannter gemacht ?  Das ist doch ein Mordaufruf von der türkischen Regierung  und sowas machen doch nur Terroristen !  – Volker Leu


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Gratulation zu diesem Artikel, der endlich ausspricht, was ich schon lange denke: dass nämlich Journalismus nicht weit entfernt ist von Voyeurismus, weswegen ich längst keine Zeitungen mehr lese, um der Flut der sich wiederholenden Nichtigkeiten irgendwie zu entkommen. Man kann schon keinen Tatort mehr sehen, ohne von irrelevanten Hochrechnungen einer zweitrangigen Wahl in einem Zwergbundesland belästigt zu werden.

Die traurige Krönung war tatsächlich jener Amoklaufabend in München, in dem beide öffentlichen Sender ihr komplettes Abendprogramm abbliesen, nur weil jemand in der drittgrößten Stadt Deutschlands um sich schoss.

So konnten sie alle fünfzehn Minuten verkünden „Wir wissen noch nichts“

und die Panik schüren. Bravo. Umso mutiger, dass nun jemand aus der Branche selbst erkennt, was seine Branche bisweilen anrichtet. – Cornelius Hasselblatt


Leserbrief zu „Denen zeigen wir’s“ von Yassin Musharbash

O.g. Artikel in der letzten Ausgabe Nr 35 von Yassin Musharbash macht mich sehr betroffen, erinnert er doch an Zeiten, in denen sogenannte “ Volksfeinde“ zum “ Wohl“ des Staates gemeldet werden sollten. Man kann das auch Gesinnungsschnüffelei nennen.

So gut es gemeint sein möge, dass wir als Bürger wachsam sein sollten, so wissen wir auch, wie schnell sich so etwas missbrauchen lässt. Vielleicht ist es uns als Deutschen durch unsere sehr eigene Geschichte bewusster als anderen!  – Dr. Elisabeth Gabka


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Obwohl Donald Trump in seiner (politisch) exponierten Dumpfheit außerordentlich präsent ist, stellt er lediglich ein Symptom der us-amerikanischen Krise da.

Ein schier ausgewachsenes Merkmal freilich, welches leider allzu sehr ein Ausmaß angenommen hat, das die tiefer liegenden Ursachen folgenreich zu verdecken vermag.

Darüber muss sich das (vordergründig) abgewählte amerikanische Establishment unbedingt im Klaren sein, wenn es die Fehler der Vergangenheit analysieren, das politische System wirklich zugunsten aller Amerikaner verbessern und somit nicht zuletzt Politiker vom Schlage eines Trump zukünftig weitestgehend zu verhindern suchen will.

Zudem sollte es den aufschlussreichen Essay von Bernd Ulrich gelesen haben. – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Über Kindersendungen“ von Harald Martenstein

Ich, eine Studentin, habe am Ende des Monats mein Geld in „die Zeit“ investiert, da mich der Titel des Magazins brennend interessiert hat (und das mag wirklich was heißen, da Studierende bekanntlich nie Geld haben und schon gar nicht am Ende des Monats).

Da ich mich aber, trotz allgemeiner Belächelung als Feministin bezeichne, konnte ich die Finger nicht davon lassen.

Leider bin ich noch nicht zum Lesen des besagten Artikels gekommen, da ich zunächst über den „Kindersendungen“-Beitrag von Harald Martenstein gestolpert bin.

Er schreibt darin über Aufklärungssendungen des skandinavischen Fernsehens, die er moralisch zwar nicht bedenklich findet, jedoch erachtet er sie als „sinnlos“.

Dieses Statement finde ich wirklich sehr schade!

Natürlich ist es wahr, dass Menschen schon immer masturbieren. Sexualität ist so alt, wie die Menschheitsgeschichte. Das bedingt sich.

Aber das Reden bzw. die Art, wie wir über Sexualität reden, ist noch relativ jung.

Kennen wir nicht alle diese Horrorgeschichten von „damals“, als kleinen Jungen noch erzählt wurde, Masturbation mache geisteskrank und impotent?

Und stimmt es wirklich, dass „die meisten jungen Menschen“ schon immer masturbiert haben, oder handelt es sich hierbei eher um die meisten jungen Männer?

Die Selbstbefiedigung der Frau ist immer noch ein fast so großes Tabuthema, wie es „Sex“ in der katholischen Kirche ist.

Kleine Mädchen werden ermahnt, wenn sie sich an ihre Vulva fassen, um diese zu entdecken und wo es für Menschen männlichen Geschlechts hundertundeine Umschreibung für die Selbstbefriedigung gibt, wie „sich einen von der Palme wedeln“, „ein Flötensolo hinlegen“, oder „die Anakonda würgen“, gibt es für Menschen weiblichen Geschlechts halt nur die Masturbation, allenfalls poliert man sich die Perle.

Ich kenne junge Frauen in meinem Bekanntenkreis, die mit 20 Jahren noch nie in ihrem Leben masturbiert haben und welche, die niemals über „diese Sache“ reden würden.

Darüber wird eben nicht geredet und der Sexualkundeunterricht an unseren Schulen ist grauenvoll und rückständig.

Unsere Gesellschaft wirkt so furchtbar sexualisiert, weil überall halbnackte Menschen auf Werbeplakaten hängen, aber wirklich über Sex reden, ist ein ganz anderer Hut.

Die Folge ist, dass vor allem männliche Jugendliche Sex aus Pornos lernen und das Mädchen und junge Frauen ihren Körper nicht kennen und nicht wissen, was ihnen gefällt und somit bis ins Erwachsenenalter beim Schnaxeln viel seltener kommen, als Männer und Orgasmen immer noch vorgetäuscht werden.

Also HALLELUJA! Es gibt ein Kinderprogramm mit Tipps zur Masturbation? Prima! Mehr davon!

Ein Penis und eine Vagina tanzen über den Bildschirm? Cool! Entwicklungsforscher sagen, dass Kinder wertfreie Wörter für mit Scham behaftete Körperteile brauchen, um ein gesundes Verhältnis zu ihrer Sexualität zu entwickeln. Am besten seien die anatomisch korrekten Bezeichnungen „Penis“ und „Vulva“ (Die „Vagina“ bezeichnet nur den „Schlauch“ zwischen Schamlippen und Uterus).

Dass Herr Martenstein noch keine Erfahrung mit “Männern mit coolen Hüten“ gemacht hat, ist zu bedauern. Noch mehr bedaure ich allerdings seine Aussage, der Sänger Prince sei angeblich ein Hetero.

Das die Heterosexualität eines Mannes (die im übrigen niemanden etwas angeht) nicht sofort in Frage gestellt werden muss, wenn er, in der Gesellschaft als weiblich definierte Eigenschaften an den Tag legt, sollte man als Redakteur des „Tagesspiegels“ wissen.

Und warum die Kritik an der Sendung „Snoppen och Snippa“ dennoch nachvollziehbar ist und nicht ins Lächerliche gezogen werden muss, ist meines Erachtens nach offensichtlich.

Eben, weil man sich an frühpubertäre Schamgefühlsphasen erinnern kann, weckt doch den Wunsch nach mehr Aufklärung und Offenheit.

Und um Gottes Willen hoffe ich, dass in Zukunft mehr blutige Tampons auch im deutschen Fernsehen zu sehen sein werden.

Ekel und Scham vor Menstruationsblut ist wohl eines der absurdesten Dinge, die die Menschheit beschäftigt. Schließlich verdanken wir alle unsere Existenz einer Frau, die einmal im Monat blutige Tampons herauszieht oder herausgezogen hat.

Darüber könnte die „Sendung mit der Maus“ doch mal berichten.  – Theresa Humburg


Leserbrief zur Fotokolumne „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Da ich dachte, dass der Spuk mit Thomas und Larissa bald aufhören muß, habe ich mich nicht gemeldet, nun gehe ich davon aus, dass das so weitergeht und kann nicht anders als mich wehren zu müssen gegen so viel… mir fehlen einfach die Worte.

Tun Sie mir bitte einen Gefallen und lesen sich mal in der Redaktionskonferenz die Aussagen der beiden laut vor. Schnell werden Sie feststellen, dass beide, Thomas wie Larissa, einen IQ unter Oliver Pocher haben, sind aber im Zeit-Magazin.

Was die beiden von sich geben ist weder lustig noch romantisch, sondern einfach nur doof. Ich weiß nicht, ob sie untervögelt sind oder sich ihren Verstand schon rausgevögelt haben. Würde mich mal interessieren.

Also, wie lange setzen Sie das Grauen noch fort?

Apropos: Lesen Sie auch mal die Anmerkung der Redaktion laut vor, woher die kommen und so. Wenn Sie dann nicht kotzen, dann kann man Ihnen auch nicht mehr helfen. – S.C. Weiss


Leserbrief zu „Wer einmal hilft…“ von Uwe Jean Heuser

„Was früher Goethe war, ist heute Ludwig Erhard… “ beginnen Sie unter dem Titel „Wer einmal hilft…“ Ihren Bericht.

Ich stimme Ihnen zu und wundere mich zugleich: Wo bleibt die Landwirtschaft? Sie berichten über Jahrzehnte von der Steinkohle über den Diesel bis zur Computermesse. Alle möchten „gesponsert“ werden! Aber ausgerechnet dieser sehr hohe Euro-Milliarden-Subventionsbereich fehlt!

Doch wird nicht die Landwirtschaft, in der Tat fast gefühlt seit Goethes Zeiten, als dieser Begriff noch gar nicht geahnt wurde, von Vater Staat, also von allen Steuer-/Zehntenzahlern, „gesponsert“ ?  Wieso wird in Ihrem Bericht ausgerechnet dieser Milliarden-Kosten-Bereich nicht erwähnt? Wo doch inzwischen sogar die „Kuhabgase“ gelegentlich in der Presse-Berichterstattung „gerochen“ werden? Und deren Folgen bezahlt werden müssen.

Wenn ich Ludwig Erhard richtig verstehe, soll der Staat den sozial- und wirtschaftspoiitischen Rahmen setzen, in dem Staat und Unternehmen handeln. Zum Wohl des Gemeinwesens, in dem Staat, Bürger und Unternehmen letztlich Teilhaber sind. Da sind Angela Merkel, Martin Schulz und Sahra Wagenknecht in der Tat gefragt. Auch, was das „Kühe-Pupsen“ angeht! Sorry! – Reinhard Kniepkamp


Leserbrief zu „Wie tolerant sind die Deutschen?“ von Heinrich Wefing

Der Artikel von Herrn Wefing und die dazugehörigen Tabellen stehen auf 2 verschiedenen Seiten. Nun läßt sich die Zeit mit Ihrem großen Format schon nicht gut lesen. Wenn Text und Tabellen auf 2 verschiedenen Seiten stehen, wird das noch schwieriger. Ich finde diese Anordnung unglücklich. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu „Afrika braucht Kapitalismus“ von Jochen Bittner

Ich teile Ihre Meinung: Solange keine Anreize entstehen, gelingt der Aufstieg nicht. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Mit Erstaunen las ich Ihre augenscheinlich glühende Verfechtung des Sprechens der deutschen Sprache. Was anmutete wie ein Versuch, die unsägliche Leitkultur-Debatte erneut anzustoßen, entpuppte sich beim Lesen als nichts mehr als eine Beschwerde mittels einer fragwürdigere Verallgemeinerung über die Praktik weniger, seltener Cafés oder Restaurants.

Natürlich, als in Freiburg lebender (noch)-Student besitze ich sicherlich nicht den gleichen Erfahrungsschatz der Berliner Cafészene, wie Sie.

Persönlich bin ich noch kein Opfer des von Ihnen so verschrienen Englisch-Zwangs geworden, obwohl ich mich doch durchaus einer Konversation in der englischen Sprache erfreue. Ich komme nur nicht umhin, ihre Verallgemeinerung anzuzweifeln. Und noch darüber hinausgehend, die Wichtigkeit desselben für den Erhalt der deutschen Sprache und der entsprechend, wie Sie es sagen, kulturellen Nuancen. Im Gegenteil: Gerade in einer so multikulturellen Stadt wie Berlin, einem Ort, der weltweit als kosmopolitisch empfunden wird und in dieser Hinsicht Orten wie New York oder Hong Kong in nur wenig nachsteht, ist es kaum verwunderlich, dass das ein oder andere Café die Karte lediglich auf Englisch zur Verfügung stellt.

Wo wir bei Hong Kong sind, an dieser Stelle reicht mein Erfahrungsschatz, mir persönlich sind dort mehrere Lokalitäten (oder besser “Locations”?) bekannt, die ausschließlich eine englische Karte anbieten – obwohl die Stadt nun seit mehr als 20 Jahren unter chinesischer Herrschaft steht. Man mag, sicherlich nicht zu Unrecht, auf deren herkömmlicher Zwitterstellung zwischen dem Englischen und Chinesischen pochen.

Für meinen Teil kann ich nur behaupten, mich zu freuen, in meinen lokalen Irish-Pub zu gehen und dort in gepflegter englischer Sprache ein Guiness zu trinken. Ist es nicht wundervoll, auch im heimischen Ort eine fremde Sprache üben zu können und gleichzeitig Erfahrungen zu machen, für die ich, wenn es nach Ihnen geht, wohl nach Irland fahren müsste? Ist es nicht großartig, dass es in Deutschland Tandem-Partnerschaften zu beinahe jeder Sprache gibt? Und ist es nicht rein natürlich, dass sich Sprachen mit der Zeit vermischen? Sicherlich, niemandem sollte es verwehrt sein, in der Heimat auch heimische Klänge zu verspüren. Dennoch komme ich nicht umhin zu fragen: Gehen Sie auch zum Italiener, wenn sie keine italienische Speise mögen? Besuchen Sie etwa ein französisch geprägtes Café in Freiburg und wundern sich, dass die Speisen dort mit einer mehrheitlich französischen Karte die Speisen angepriesen werden?

Möglicherweise ist Ihnen bekannt, dass auch sehr viele Deutsche im Ausland es geradezu verlangen, dort mit deutscher Sprache konfrontiert zu werden. Im Örtchen in Italien, in dem meine Großeltern leben, hat dies dazu geführt, dass viele Restaurants eine Karte in deutscher Sprache bereithalten – was freilich nicht viel bringt, zumal die Bedienung deswegen noch kein Deutsch spricht. Möglicherweise hätten Sie dies in Ihren Beitrag noch aufnehmen können: Was für uns gelten soll, muss doch im Gegenzug auch für andere gelten: Erhalt der Sprache. Gerade viele Konservative scheinen sich dennoch kaum dafür zu interessieren, dass in Spanien nunmal spanisch gesprochen wird – oder in Großbritannien Englisch.

Um dem Vorwurf zu entgehen, ich hätte Ihren zentralen Punkt nicht verstanden: Gewissermaßen verstehe ich es sogar, besonders die so plakativ zur Verfügung gestellte Anmerkung über Ihre Eltern und den Verweis auf den so überragenden deutschen Mittelstand.

Und doch ist es bezeichnend, aus der Tatsache, dass ein paar kleine Restaurants und Cafés, in denen sie an einem anderen Tag von einer anderen Bedienung mit Sicherheit auch auf Deutsch bedient worden wären, einen derart an Themenschwäche leidenden Beitrag zu einer Nonsense-Debatte zu machen. Fragwürdig anmaßend finde ich es, von “elitären Hipstern“ zu sprechen. Sollten nicht gerade engagiert reisende, junge Menschen gelobt werden, die sich ihr Englisch im Zweifel selbst beigebracht haben und es nun in der Welt verwenden? Eine Welt, die durch Globalisierung (ein Trend, der den von Ihnen als so beispielhaft tugendbewussten deutschen Mittelständlern unglaublich zuträglich ist) stetig weiter zusammenwächst und entsprechend einer universellen Sprache zwingend bedarf. Ist dies nicht eine der maßgeblichen Qualifikationen, um in den meisten der von Ihnen hervorgehobenen Start-Ups zu arbeiten?

Gerne und mit Freuden unterhalte ich mich mit Ihnen, Herrn Spahn, über die deutsche Sprache als solche – und beispielsweise die in den Duden neu aufgenommenen, fremden Sprache entstammenden Wörter – die nun auch offiziell “deutsch” sind (bspw. “Selfie”, “Urban Gardening”, “Low-Carb” o.ä.). Aber aus einer Einzelfallerfahrung eine so große Sache zu machen, beweist eher den Mangel an wirklich wichtigen Themen: Bildung, Arbeit, der stetig wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich – und noch vielen mehr. Ein mangelndes deutsches Bewusstsein in einem Land zu unterstellen, das weltweit als hohe Kultur angesehen wird und dem vielfach nachgeeifert wird, basierend auf den seltenen Erfahrungen in der globalisiertesten Stadt der Republik, ist hingegen eher aufbauschend. Oder, um es mit einem guten, alten deutschen Sprichwort zu sagen: Machen Sie mal nicht aus der Mücke einen Elefanten. – Tobias Pollmann


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Der Artikel „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner spricht mir aus der Seele. Diese Art von journalistischer „Erregungs-Pornografie“, die er dort als Teil der Terrorinszenierung beschreibt, beklage ich schon seit Jahren und schalte jede Sondersendung im Fernsehen konsequent ab. Wichtig sind aus meiner Sicht regelmäßige Artikel, die die sachlichen Hintergründe beleuchten, so wie es dieser Artikel hervorragend leistet. Das bedeutet für mich journalistische Aufklärung im besten Sinne. Nur: warum werden hier dieselben Bilder veröffentlicht, deren Veröffentlichung der Autor in den Medien gerade beklagt?

Früher erzählte man sich Märchen, um die Angst vor dem Unbekannten und dem Unheimlichen zu überwinden. Vom Mythos zum Logos sollte die aufgeklärte menschliche Entwicklung gehen, aber wie wussten Horkheimer und Adorno schon: die Aufklärung kann in den Mythos zurückschlagen. Sind die Erzählungen der modernen Medien nun Teil der Aufklärung (im Sinne der Angstbindung, die dann überwunden werden kann) oder Teil des Rückschlags in eine Gegenaufklärung? – Hans-Peter Griewatz


Leserbrief zu „Vollgepumpte Schweine sollen die Wahl nicht beeinflussen“ von Christian Fuchs

Ich weiß nicht, ob die Journalisten der Zeit durchweg Faktenresistent, unanständig oder einfach ungebildet sind? Es gibt keinen Gemüsebauern, der organischen Dünger (Gülle oder Mist) zur Düngung von Salat einsetzt (ok, für Bio lege ich nicht die Hand ins Feuer) Es gibt auch kein Antibiotika in Fleisch, das ist gesetzlich verboten. Zeigen sie doch bitte Beispiele, wo es nachgewiesen wurde!

Erinnern sie sich noch an den Biosprossenskandal? Das einzige Mal, wo man eine wirkliche Kausalität zwischen der Erzeugung und dem Schaden für Menschen nachweisen konnte  und erleben durfte. Bio ist aber nicht der (ihr?) Feind, es ist die konventionelle Landwirtschaft.

Ich denke, sie sind eher der Handlanger einer grünen Indoktrinationsmasche, die einer Agrarlobby eine politische Einflussnahme unterstellt. Ich sehe es genau andersrum, sie nehmen Einfluss mit Hilfe von „alternativen Fakten“…..Her Hacke mahnt nicht umsonst „Anstand“ an, es ist wirklich nötig, besonders im Journalismus. – R. Seevers


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Sicher ein ganz ausgezeichneter und wichtiger Beitrag, den Axel Hacke hier zum Thema „Anstand“ abgeliefert hat. Vielleicht ist es prinzipiell auch gerechtfertigt, auf diesen Artikel auf der Seite 1 mit BILD-zeitungswürdigen Lettern hinzuweisen, obwohl sich beim Leser da schon ein gewisses Stirnrunzeln Bahn brechen könnte. Wie wählen Sie die Artikel aus, die eine so plakative Werbung bekommen? Vollends irritierend ist für mich allerdings die Verbindung mit der Tatsache, dass in der kommenden Woche Herrn Hackes Buch zu diesem Thema erscheint.

Und da sehe ich nun doch die Grenzen des Anstands, für den Herr Hacke so eindrucksvoll plädiert, überschritten. Es hätte auch genügt, einen weniger engen zeitlichen Zusammenhang zwischen beiden Publikationen herzustellen, um ein „Gschmäckle“ zu vermeiden. Natürlich steht es einer Zeitungsredaktion frei, kostenlose Werbung für ein Produkt zu machen, von dessen Qualität sie überzeugt ist, und trotzdem… war das nötig? – Armin Giebel


Leserbrief zu „Wut ist zu wenig“ von Armin Nassehi

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen und denke dazu folgendes: Wenn Sie als Alternative zur „Wutrede“ die Notwendigkeit betonen, die Kontext-, Zustimmungs- und Interessenabhängigkeit sowie Reichweitenbegrenztheit

von Politik zu reflektieren und darauf verweisen, dass moderne Gesellschaften einer intelligenten Steuerung bedürfen, so stellt sich mir die Frage, wie Bürger bzw. Politik konkret agieren sollten ? Was kann konkret getan werden, um die ungelösten Probleme wie Klimawandel, Finanzmarktgefahren und gezielte Gewaltakte zu bewältigen. Ich stimme Ihrer Diagnose zu, dass Strukturen und Konstellationen die Problemlösung schwierig machen, allein ich vermisse die Vorschläge, wie konkret gehandelt werden kann, um die Blockaden zu überwinden. Sie meinen offenbar, es gäbe Möglichkeiten, aber sie benennen sie nicht. Aus Ihrer Betrachtung folgt für mich ich ebenso Skepsis und Trauer, so wie auch die Wutrede von Herrn Thomä in dieses Gefühl mündet. Optimismus kann ich aus Ihrer Analyse leider nicht ableiten. – Mag. Helmut Höpflinger


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Meine Gratulation, der Artikel trifft ins Schwarze; aber es sollten daraus auch Konsequenzen gezogen werden. Wenn die mediale Aufmerksamkeit und die reißerische und angstmachende Berichterstattung das gemeine Verbrechen im Nachhinein überhaupt erst zu einen Terroranschlag macht, dann muss die Berichterstattung auf ein Minimum heruntergefahren werden. Daher mein Vorschlag:

Die wichtigsten Medien vereinbaren, dass nur einmal ganz kurz über den Fakt eines Anschlags berichtet wird. Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass man nicht durch die immer detaillierter werdende Berichterstattung zu Entstehung von Angst beitragen wolle, denn der Terror lebt von der Publizität. Man werde allenfalls nach Abschluss der Ermittlungen noch einmal knapp berichten. Wenn so die wichtigsten Printmedien: Zeit, FAZ, Süddeutsche und – vor allem auch das Sensationsblatt „Bild“ den Terroristen die Publizität entziehen, besteht möglicherweise eine gute Chance den Terrorismus allmählich auszutrocknen. Insbesondere dann, wenn sich lokale Medien anschließen. Sollten Funk und Fernsehen mitziehen, dann würde der Erfolg umso wahrscheinlicher. Die Medien müssten hier endlich einmal ihrer viel beschworenen Verantwortung in der Praxis unter Verzicht auf den Umsatz durch Sensation gerecht werden. Es wäre die größte Sensation, wenn das gelingen würde!!   – Dr. Bernhard Kraushaar


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Es geht eigentlich nur um das Phänomen, das Medien schon seit langem befriedigen und gleichzeitig befeuern – die Sensationslust vieler Leser.

Fette Schlagzeilen, Liveticker, Liveschaltung, Brennpunkte, Augenzeugenberichte usw. sind die Merkmale dieses Reality-TVs. Als Konsequenz wächst die gefühlte Bedrohung jeglicher Art, ohne der tatsächlichen zu entsprechen. Eine sachliche, unaufgeregte und in die täglichen Ereignisse angemessen eingeordnete Berichterstattung wäre ein erster Schritt. – André Hess


Leserbrief zu „Afrika braucht Kapitalismus“ von Jochen Bittner

So, so, mehr Kapitalismus. Meint Jochen Bittner mehr Wettbewerb mit hochsubventionierten Lebensmitteln aus Europa mit denen afrikanische Bauern auch ansatzweise nicht konkurieren können? Oder meint er Traktoren für Palmölplantagen, die für unsere Lebensmittel und für Biosprit „benötigt“ werden? Oder meint er noch mehr Arbeit für die unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeitenden Coltan-Bergarbeiter, damit wir jedes Jahr ein neues Handy oder Smartphone kaufen können? Oder noch mehr Ölproduktion im von westlichen Ölkonzernen total versauten Nigerdelta?

Damit kein Zweifel aufkommt: Die Hauptschuld liegt natürlich bei den Kleptokraten der afrikanischen Regierungen. Aber von wem werden sie denn hofiert? Und sie liegen natürlich auch in nur schwer zu beseitigenden, schon lange existierenden kulturellen Eigenarten und einigem mehr.

Dennoch: Herr Bittner hätte die Bücher „Der Fluch des Reichtums“ von Tom Burgis oder „Die neue Völkerwanderung“ von Asfa-Wossen Asserate lesen sollen. Beide wurden vor einigen Monaten in der ZEIT rezensiert! – Dieter Stuckenbrock


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Axel Hacke beklagt meiner Meinung nach zurecht den immer seltener zu beobachtenden Anstand in unserer Gesellschaft. Nicht einverstanden bin ich, wenn er schreibt „es geht weniger um Moral“. Anstand und Moral gehören meines Erachtens zusammen. Mir hat gefehlt in dem Essay, dass die uns regierenden Politiker Negativ-Vorbilder sind dafür, dass Anstand nichts mehr zählt. Unsere Kanzlerin lügt ganz offensichtlich vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss („ich habe von den Vorfällen auch erst aus der Presse erfahren“) und muss nicht Konsequenzen befürchten. Großunternehmen schädigen bewusst die Gesundheit der Bevölkerung, lügen und verhalten sich kriminell und müssen (weil sie „systemrelevant“ sind) ebenfalls keine Konsequenzen befürchten. Da denkt wohl mancher Bürger unserer Republik, dass Moral, Anstand und Rücksichtnahme nichts mehr gelten. Da wird zunehmend mit röhrendem Motor durch die Gegend gebrettert, Scheinwerfer zu hoch eingestellt,… – Dipl. Psych. Holger Oehmichen


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

„ Die Anstandsgrenze ist bei uns von Jahr zu Jahr niedriger gesetzt worden. Die Umgangsformen haben einfach keine Regeln mehr. Sie sind ausser Kraft gesetzt worden. Wo das hinführt, merken wir jetzt schmerzhaft in unserer Gesellschaft “ – Ralph Oldewurtel


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Der Artikel „Wir Terrorhelfer“ hat mir sehr gut gefallen und sicherlich ist es richtig, dass es nicht reichen würde, wenn Die Zeit anfangen würden, keine Artikel zu aktuellen terroristischen Aktivitäten mehr zu veröffentlichen, und hoffentlich trägt die Abstumpfung der Bevölkerung zu einer wachsenden Erfolglosigkeit von Terrorismus bei.

Nichts desto trotz kam mir beim Lesen eine Idee, die ich gerne weitergeben möchte: Zeitungen könnten terroristische Anschläge doch in einer Form wie reguläre Todesanzeigen behandeln. Todesanzeigen haben meist eine Seite Platz in Zeitungen, Personen, die direkt betroffen sind, lesen die Anzeigen, alle anderen überblättern sie meistens.

So könnten alle Anschläge immer erfasst werden (auch der Vorwurf, Anschläge in Europa oder Nordamerika bekämen mehr Aufmerksamkeit als in anderen Teilen der Erde, wäre dann obsolet) und alle hard facts könnten der Öffentlichkeit übermittelt werden. Auf Bilder und eine emotionale Berichterstattung könnte verzichtet werden.

Der gegebenenfalls gewonnene Platz kann beispielsweise für neutral recherchierte und umfassende Reportagen verwendet werden (Siehe Le monde diplomatique). – Pauline Bruckner


Leserbrief zu „Lieber Herr Schäuble: Gerechte Steuern, das überlassen Sie mal uns!“ von Carsten Schneider

Für Ihren Beitrag „gerechte Steuern“ DANKE!  WArum haben Sie während der Legislatur mit solchen Beiträgen zurück gehalten.So ist der Eindruck entstanden, dass Sie, die SPD, den Dieselskandal und die krummen Sachen von Herrn Dobrindt mit getragen haben. Ich habe oft genug auf ein Veto der SPD gwartet. Frau Merkel hätte die Koalition bestimmt nicht platzen lassen. Die Umfragewerte der SPD wären heute mit Sicherheit besser.

Das ist der Schnee von gestern. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Beitrag „gerechte Steuern“ nicht nur in der ZEIT gelesen wird sondern wirklich unter das Volk kommt. – Immo Richter


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Sie finden in Berlin nur noch mit Mühe einen deutschsprechenden Kellner?

Na und?

Sobald die Hipster-Gemeinde sich den Regeln des Karawanen-Kapitalismus folgend, in der nächsten „angesagten“ Stadt nieder gelassen hat, kehren die „Location“ wieder zu Bockwurst und Bier zurück, oder auch nicht, und das nächste Moderestaurant zieht dort ein.

Etwa mehr Gelassenheit, bitte!

Preußen und seine Hauptstadt sind nicht untergegangen, weil es zu königlichen Zeiten eine „Polnische Fraktion“ im Landtag gab. Oder weil in der Rheinprovinz, in der Provinz Posen oder gar in Ostpreußen polnisch-, oder zweisprachige Zeitungen erschienen. Berlin konnte gut damit leben, das seine Dienstmädchen schlesisch und seine Ammen sorbisch sprachen. Für ganz Preußen wurde 1908 eine Verordnung erlassen, die den nationalen Minderheiten das Recht der eigenen Sprache garantierte. So wurde also litauisch, masurisch (beachten Sie den amtlichen Unterschied zu: ) polnisch, sorbisch, französisch, wallonisch (auch hier der feine Unterschied) und dänisch gesprochen, und fast niemand störte es.

Sollten Sie bei ihren Erfahrungen die Lokale rund um den Hackeschen Markt gemeint haben, dann gehen Sie bitte ins Stadtarchiv und lassen sich Fotos von diesem Platz aus den 1920er Jahren zeigen. Da trägt jedes zweite Ladengeschäft hebräische oder kyrillische Schriftzeichen.

Preußen und seine Hauptstadt sind untergegangen, weil es Menschen gab, die mit dieser Vielfalt nicht klar kamen. Und das begann nicht erst 1933. In meinem Regal steht das „Verdeutschungswörterbuch“ von Daniel Sanders, gedruckt 1884 in Leipzig. Geholfen hat es nicht. Auch die Wilmersdorfer Witwen kämpften vergeblich gegen die Apo, die Grünen und die Türken. Fa/la/fel steht seit 2004 im Deutschen Duden.

Deutsch ist Amtssprache, es wird in der Schule gelehrt und von etwa 75 Millionen Menschen im Alltag gesprochen, wenn ich bairisch, schwäbisch, friesisch, sächsisch und die diversen Formen des Plattdeutschen dazu zähle.

Ich erfreue mich an den jungen Leuten, die umstandslos zwischen den Sprachen switchen, pardon, umschalten, mir fällt es schwer. Auf Farbfotos kann man meine bunte Familie gut erkennen. Deutsch ist die gemeinsame Hochsprache, ansonsten wird spanisch, polnisch, ukrainisch und afrikaans gesabbelt.

In dem Sinne, wechseln Sie das Lokal oder stopfen sich bei den ICE-Durchsagen die Finger in die Ohren. – Dr. phil. Kurt-Uwe Baldzuhn


Leserbrief zu „Das Eigene und das Fremde“ von Ulrich Greiner und „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Die o.a.Beiträge habe ich als im Zusammenhang stehend empfunden!

Sie beschreiben treffend die unterschiedlichen negativen Entwicklungen, wie auch ich sie seit langem mit wachsender Besorgnis registriere und auch in meiner jahrzentelangen ehrenamtlichen Tätigkeit in einem Serviceclub wahrnehme.

Was bei mir – seit ich denken kann – fest auf einer konservativ/liberalen Basis stand kommt leider in Bewegung:

Anfänglich war es nur Skepsis, die sich aber zu Unsicherheit und weiter zu Unbehagen entwickelte.
Inzwischen bin ich ratlos und ich habe große Sorgen wo das enden kann.

Wie und von wem soll die positve Wende eingeleitet werden, wenn der Abstand zwischen Unten und Oben ständig größer wird und  in Politik, Wirtschaft und Sport zu oft nur noch Unsummen und  betrügerisches Verhalten das Geschehen bestimmen. Es fehlen die positiven Beispiele, die glaubhaft den moralisch/ethisch besseren Weg vorangehen.

Das alles macht mir meine Wahlentscheidung am 24.September so schwer wie nie zuvor! – Hans-Joachim Vogel


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Auch ich habe, wie Herr Hacke über das Anständigsein nie besonders nachgedacht – bis ich im Juni die sog. Abiturzeitung meines Sohns in Händen hielt.  In der Hochglanz-Abizeitung (bezeichnend der Titel: „AbiVogue – vom Hugo zum Boss“), die an alle Schüler des Gymnasiums kostenslos verteilt wurde, gibt es eine Rubrik, in der sich die Schüler wechselseitig anonym „charakterisieren“. Dort wimmelt es nur so von rassistischen, die ethnische Herkunft diskriminierenden und homophoben Äußerungen. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie unanständig es erst im Schulalltag zugegangen sein muss, wenn schon die schriftlichen Äußerungen derart verletzend sind.

Ähnlich wie Herr Hacke bin ich ratlos, was zu einem derartigen Anstandsverlust führen kann. Die von uns angesprochenen Verantwortlichen sprechen zwar davon entsetzt zu sein, sehen aber keine Mitverantwortung und spielen entsprechend das Problem herunter. Fehlt auch dort der Anstand?  – Dr. Wolfgang Schramm


Leserbrief zu „Wie tolerant sind die Deutschen?“ von Heinrich Wefing

Nach der Infas Studie, kann sich nun jeder Deutsche auf die Schulter klopfen, im Wissen wir tolerant und weltoffen wir sind. Bloß wie passt dass zusammen, mit dem was vor Libyen gerade geschieht und mit dem was auf dem Kontinent sebst passiert (mit dem die Bundesregierung und der Großteil der Bevölkerung völlig zufrieden ist). Seit nun Jahrhunderten rauben wir diesen Kontinent aus, überziehen sie mit unserem Überangebot an Waren – die für die Bevölkerung erschwinglicher ist, als heimische Ware. Auch die europäischen Waffen sind ein großes Problem, mit dem die Diktatur die Demokratie in Schacht hält und zu guter letzt steigen die CO2 Emissionen soweit an, dass die Menschen dort kaum noch etwas anbauen können – wenn überhaupt. Anstatt sich nun diesen Symptomen kapitalistischer Deregulierung und westlicher Ignoranz zu widmen, möchte die EU (allen voran Deutschland & Frankreich) einen Grenzzaun von Mauretanien bis nach Äthiopien bauen, und sagen dann allen Ernstes wir sind tolerant. Wir sind nicht tolerant, wir haben nur gelernt wegzuschauen, während andere auf unsere Kosten sterben, dass ist der Preis den sie bezahlen für unseren Lebenstil. – Gregori Six


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Erst einmal vielen Dank für Ihren außergewöhnlichen Beitrag „Wir Terrrorhelfer“.
Dieses Thema beschäftigt mich schon seit Jahren und ich wundere mich, aber eher bin ich schon verzweifelt, dass das Offensichtliche nicht schon längst aufgegriffen und zum Thema gemacht wurde. Die Formen der Präsentation von wichtigen und nicht wichtigen Ereignissen hat momentan ein Grad erreicht, der einen nur noch entrüstet den Kopf schütteln lässt.  Ich hoffe Ihr Artikel wird eine längst überfällige Diskussion unter den Journalisten und der Medienindustrie initiieren.

Vielleicht wird in dieser Diskussion dann auch endlich mal erkannt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen den Wahlerfolgen der AfD und der Berichterstattung in den Medien gibt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und  bitte bleiben Sie an dem Thema dran. – Reinhard Scheide


Leserbrief zum Titelthema „Was wäre, wenn allein Frauen alles entscheiden würden?“ im ZEIT Magazin

Ich bitte um Verzeihung, wenn ich da „alle“ anschreibe, a b e r ….

Frau Schmidt hat wohl den prächtigen Artikel geschrieben, ich möchte aber, dass auch andere Beteiligte meine Nachricht bekommen und wusste nicht die richtige Adresse.

Einleitend möcht ich sagen, dass ich die ZEIT schon lange sehr schätze, aber – außer paar mal im Urlaub – nie dazu gekommen bin, sie ganz zu lesen. Seit einiger Zeit lebe ich hier in einem fröhlichen (Un-)Ruhestand und lese jetzt die ZEIT auch im Abo. Ich hab aber noch immer zuwenig Zeit, Eure gute Zeitung ganz zu lesen. Für all die guten bis besten Artikel hab ich Euch nur einmal gelobt und eine dankenswerte Antwort bekommen (von der Frau, die über die Männer geschrieben hat, die den ganzen Tag reden, um die Blödheiten unserer – meist männlichen! – Politiker wieder auszubügeln!).
Jetzt hab ich einmal was zu kritisieren und melde mich gleich – ich hoffe Ihr seid mir nicht böse dafür; als „Trost“ bringe ich auch noch eine Anregung dazu!

Erst die Anregung:

Ich finde das Thema viel zu ernsthaft, als es mit zwei Textseiten und paar netten Bildern abzuspeisen!

Das ist weniger als der folgende Artikel über den alten, reichen, aber sonnst nimmer sehr bedeutungsvollen Tiriac; ich glaube auch weniger, als der Bericht im Hauptteil, wo auf Seite 53 wer von Euch (samt Fotograf!?) 3 Tage und 1.300 km lang ein Dutzend Autobahnraststätten erforscht und die Meinung dazu kundtut. Ist Euch das Frauenthema nicht wichtiger??

Wenn Ihr, wie ich hoffe, dass Thema einmal ausführlicher und ernsthafter behandelt, dann gehörte da aus meiner Sicht unbedingt dazu:

Wie würde es mit den Kriegen und den Rüstungsproduktionen auf der Welt – oder von mir aus „nur“ in Deutschland aussehen?

In Eurer Zeitung hab ich, glaub ich, gelernt, dass D der drittgrößte Waffenexporteur der Welt ist!? Mit zwei Frauen an den diesbezüglichen Schaltstellen??

In guten Managementzeitschriften hab ich schon vor über 20 Jahren immer wieder gelesen, dass das kommende Jahrtausend das Jahrtausend der Frau werden wird, weil Frauen ganzheitlicher, empathischer, vernetzter, sozial intelligenter … (Ihr wisst da sicher noch viel mehr!) denken – und auch handel! – können. Ich finde, da fehlt heut noch ziemlich viel dazu – aber gut, wir sind erst ganz am Anfang des neuen Milleniums!

Ich bin sicher, dass wir mit Frauen in Entscheidungspositionen viel, viel friedlicher, länger, fröhlicher, sicherer – und letztlich auch kostengünstiger! – leben würden. Und dass das bei den Lesern und Leserinnen viel mehr Eindruck hinterließe, als die Füllung eines Kühlschrankes oder der Tiefparkgaragen…..

Jetzt die Fehlerkorrektur :

Die sinnvolle Entscheidung der Frauen in „aller Ruhe mit einem alten Kleinwagen herumzufahren“ , ist aus Sicht des globalen Footprints viel verantwortungsvoller und auch umweltfreundlicher als der „neue Tesla“! So viel CO2 kann keine noch so uralte Rostlaube in ihrem ganzen Autoleben ausstoßen, als durch die Produktion eines neuen, auch noch so ökologischen Autos entsteht!!

Wenn Ihr mir´s nicht glaubt, erkundigt Euch bitte am Wuppertalinstitut oder beim WBGU – sowas Gutes gibt es bei uns Ösis leider nicht – aber in www.footprint.at lässt sich das auch bei uns nachlesen.

Dieser Fehler ist aber keine große Schande: Eure – und  auch meine! – Bundesregierung ist mit Erfindung der sogenannten  „Verschrottungsprämie“ (die in Wahrheit „nur“ eine Verkaufsförderung der Autoindustrie war und ist und die der WBGU schon damals nicht gut geheissen hat) auch auf den Trick der Autolobby hereingefallen, a b e r … bei einer Qualitätszeitung sollte sowas nicht passieren!

Ich bleibe der ZEIT weiter gewogen, hoffe von Euch dasselbe und freue mich auf die nächste (Frauen-)Ausgabe!

Ein PS fällt mir gerade ein: Wäre das nicht auch eine Janosch-Frage?

„Herr Janosch, warum verkaufen die, die angeblich alle so für den Frieden sind (und dafür nicht nur erhebliche Steuergelder, sondern auch kostbare Menschenleben einsetzen!) Waffen für Unsummen Geldes (das wir angeblich nicht haben!??) dorthin, wo die gräßlichsten Kriege stattfinden!?

Und sie verkaufen die nicht nur, sie produzieren sie auch noch selber???“  – Oskar


Leserbrief zu „Damals“ von GVR

Dear Mr.Dean Martin, eine zu späte Entschuldigung von mir und wohl auch von vielen meiner Altersgenossen,dass wir „Damals“  überhaupt nicht an Ihnen als Schauspieler interessiert waren. Wir sahen Sie als lästigen Stichwortgeber für Jerry Lewis. Und der war für uns Kult. Das Wort gab es damals noch nicht. Aber es gab Stadtteilkinos,die mit Nachmittagsvorstellungen für 50 Pfennig das Publikum anlockten.Es gab keine Ganztagsschule, dafür aber reichlich Hausaufgaben.Letztere liessen wir sausen.Dafür Jerry, oft zwei Vorstellungen hintereinander. Oder in die nächste Lichtburg,die  einen alternativen Jerry-Film anbot.“Heute“ sieht man das differenzierter.Aber es tröstet,dass unser Jerry es immer gewusst hat, er sei am glüchlichsten gewesen, „Als mein Partner noch lebte“ – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Der o.g. Artikel spricht mir aus dem Herzen. Ich stelle schon seit langem das Radio bzw. Fernsehen aus, wenn die Terrorberichterstattung uns terrorisiert. Wenn man an Informationen interessiert ist, erhält man sie jedoch frühestens nach einiger Zeit und die spontanen „Entrüstungs- und  „Trauerrituale“ gehen einem leider nur noch auf die Nerven. Mittlerweile erlebe ich die Berichterstattung auch mehr als Unterstützung des Terrors. – Franz J. Gaupp


Leserbrief zur Grafik: „Autobahnen“ von Nora Coenenberg und Christoph Drösser

Die untere Kreuzung „Raute“ist mir ein Rätsel. Die Autobahn – Abbieger können nicht nach links abbiegen. Wenn sie die nach links führende Straße nehmen, geraten sie in den Gegenverkehr der entgegenkommenden Linksabbieger. Könnten Sie, bitte, das Rätsel lösen?  – Karl Göbel


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

„Anstand“ war das großangelegtes Titelthema der Ausgabe Nr. 35- also das ideale Futter für den Gutmenschen im ZEITleser.

Umso irritierender, dass beim Thema „Patchworkfamilie- Überleben im Urlaub“ ein Kleinkind als Eyecatcher dienen musste, gar im XXL Format: Herzergreifend weinend, ein vom Profifotografen perfekt in Szene gesetzter „Schnappschuss“.

Schade, sollte „Anstand“ bei der ZEIT nur eine Masche, eine Alternative zu „Sex sells “ sein. – Gordon von Glasow


Leserbrief zu „Wenn es nach uns ginge“ von Marie Schmidt

Frau Schmidt hat statt des plakativ angekündigten Gedankenspiels, was wäre, wenn “Frauen alles entscheiden würden” lediglich die größtenteils bekannten Ergebnisse einiger soziologischer und marktwirtschaftlich orientierter Studien zusammengefasst. Dabei hat sie versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Studienobjekte in der aktuellen und nicht in der beschriebenen utopischen Gesellschaft leben und sich daher die Entscheidung von Frauen für Kleinwagen, Familienfilme, Sex zu dritt und reduzierte Wochenarbeitszeit nicht auf eine “Frauenrepublik Deutschland” übertragen lässt.

Auch wenn ich viele Gedanken der offenbar feministisch gebildeten Autorin gutheiße und teile, kann ich nicht verstehen, warum sie darauf besteht, dass Frauen wie Männern gleichermaßen alle “Optionen, Geschmäcker und Irrtümer” offenstehen und es daher eine Sache der Neigung sein muss, dass Frauen als Mütter weniger arbeiten “wollen”, und “nicht so gerne” bei der Polizei arbeiten möchten wie Männer. Auch interessieren sich, wie sie selbst ein paar Spalten zuvor schreibt, keineswegs “alle in etwa gleichermaßen für Macht und die Erziehung von Kindern”.

Zu der Bebilderung: Darf ich davon ausgehen, dass sich Frau Callaghan die Frauenwelt als eine Ansammlung ausschließlich junger Frauen mit unnatürlich voluminösen Lippen vorstellt, die wahlweise in einer sinnentleerten Straßenszenerie shoppen oder Gassi gehen, vor dem Regal mit dem Agavendicksaft laszive Blicke werfen oder im Kino fahrige Gesten ausführen? Schüttet die Frau hier wirklich slapstickartig ihr Popcorn aus, weil sie auf eine Uhr an ihrem Handgelenk schaut? Schade um die vielen Chancen, die der Artikel trotz seiner Ambivalenzen für IllustratorInnen bietet- statt dessen mehr als eine frauenfeindliche Botschaft in den ästhetisch ansonsten durchaus ansprechenden Illustrationen.

Gerne möchte ich bei dieser Gelegenheit erwähnen, dass ich das Zeitmagazin (und die dazugehörige Ausgabe der Zeit) gerne lese. Erfreut habe ich bemerkt, dass in der Rubrik “Ich habe einen Traum” in den letzten Jahren deutlich mehr Frauen als Männer geträumt haben, ohne dass Sie extra darauf hingewiesen haben – einfach so. – Sophia Horster


Leserbrief zu „Das Eigene und das Fremde“ von Ulrich Greiner

Ihr Artikel „Das Eigene und das Fremde“ hat mich begeistert, ein ZEIT-Beitrag wie ich ihn mir wünsche, insbesondere Ihre Aussage, dass die Kenntnis der Sprache dazu befähigt, „den geistigen Raum zu betreten, den eine Kultur ausmacht.“ – Carlo Vernimb


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Wir haben uns an viele Formen der Gewalt gewöhnt. 3206 Verkehrstote gab es 2016 in Deutschland, das sind 9 pro Tag, davon ein erheblicher Teil durch überhöhte Geschwindigkeit und damit eigentlich leicht zu reduzieren. Über die wird nicht aber ansatzweise so viel berichtet wie z.B. über 12 Opfer auf dem Breitscheidplatz. Wie wäre es mit einem allabendlichen Brennpunkt über die täglichen Opfer überhöhter Geschwindigkeit?
10.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr in Deutschland fordern die über den Grenzwerten liegenden Stickstoffoxid-Werte, so die Europäische Umweltagentur, verursacht unter anderem durch die Autoindustrie und geduldet durch das Verkehrsministerium. Bei der Berichterstattung geht es meistens um die Betrugsvorwürfe und „Enteignung der Diesel-Fahrer“, kaum um die gesundheitlichen Folgen. Die Opfer und Angehörigen haben kein Gesicht. Genauso haben wir uns an mehrere 10.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr durch Alkohol und Nikotin gewöhnt.

An der Berichterstattung über die Einzelereignisse stört mich wie auch Sìe schreiben vor allem Art und Umfang, Brennpunkte, Sondersendungen, Betroffenheitsberichterstattung unmittelbar nach dem Ereignis, auch wenn noch kaum Fakten bekannt sind.  – Lutz Reder


Leserbrief zu „Lieber Herr Schäuble: Gerechte Steuern, das überlassen Sie mal uns!“ von Carsten Schneider

Ich kann Herrn Schneider nur zustimmen: Herr Schäuble hat während seiner langen Amtszeit weniger für gerechte Steuern erreicht als Uli Hoeneß mit seiner Selbstanzeige!

Und Frau Merkel hat als Kanzlerin eine dramatische Erhöhung der Kinderarmut in unserem reichen Land zu verantworten – und das in Zeiten, in denen es unserer Wirtschaft gut ging und geht.

Das ist Politik, die den Frieden in unserem Land mittelfristig  zerstört. – Dr. Christoph Damaschke


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Wäre das Thema nicht so entsetzlich traurig, es gäbe Grund zu diesem Artikel zu gratulieren. Welch eine Erkenntnis eines Journalisten, dessen Job es ist möglichst so zu berichten, dass der Leser seinem Bericht „gebannt“ folgt. Ich frage mich, was ist mit uns Menschen, Konsumierern los, das wir den langen Weg bis zur Interessenlosigkeit, Abstumpfung gehen müssen um vom Rausch der Sensationsgier frei zu werden. Was fehlt uns an Empathie? Und haben die Politiker beim Schulterschluß nach Attentaten nicht doch mehr die Selbstdarstellung im Blick. Während in Paris Politiker aus ganz Europa Soldarität mit den Betroffenen demonstrierten waren in Afrika Christen umgebracht worden, die keinerlei Erwähnung fanden. Auch die Opfer der Kriege müßten uns tag täglich auf die Strassen oder zu den TV-Brennpunkten locken. Da haben wir die Abstumpfung bereits erreicht. Jouranlisten haben eine große Macht und wir Leser/innen, sind allzu gierig auf Sensationen. Wer bedient da wen? Das Medium, welches liefert, oder der „Kunde“ der möglichst sensationsorientiert konsumieren will. Ihr selbstkritischer Beitrag, ist ein guter Einstieg aufmerksamer mit Themen jeder Art umzugehen. Vielleicht ist ein stilles Mitgefühl für alle von Gewalt Betroffenen wichtiger, und auch wirksamer. Ich danke Ihnen für diesen erkenntnisreichen Beitrag. – Maria Marx


Leserbrief zu „Das Eigene und das Fremde“ von Ulrich Greiner

Die Kulturen spielen sich in den Köpfen der Weltbevölkerung ab. Als Vielreisender um die halbe Welt kann ich ein Lied davon singen. Der Chinese denkt anders als ein Bulgare , ein Amerikaner denkt anders als ein Deutscher.  Das macht unseren Planeten so interessant aber auch gefährlich. Das Angelsächsische hat sich besonders im geschäftlichen und politischen Bereich abgespielt und zwar durch die Dominanz der Angelsächsischen Wirtschaft und auch der Politik.  Es ist müssig darüber nachzudenken die Kultur wissenschaftlich zu definieren.  Ich phantasiere Mal: Als erstes müssten alle Ländergrenzen abgeschafft werden. Das wäre ein Anfang einer Weltbevölkerung.  Ihr Autor kommt zu dem Schluß, daß der Traum vom Weltbürger sich so bald nicht erfüllen wird. Das sehe ich auch so. Ich bin allerdings fast sicher, daß sich dieser Traum nie erfüllen wird.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Kulisse (III): Wann ist Seitan eigentlich medium?“ von Johannes Mitterer

vegane Grillwürst und Steaks? Offenbar haben die Gehirne der Veganer während des Kälteschlafes auf der langen interstellaren Reise vom Stern Vega zu uns doch erheblichen Schaden genommen. Wird diese Erkenntnis Auswirkungen auf die Raumfahrtprogramme haben? – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Haben Manager, die Millionen € verdienen, indem sie ihre Angestellten in die Armut schicken,  Anstand ?

Thomas Winkelmann hat keinen Anstand. Bei seiner Antrittsrede im Februar 2017 hat er uns AirBerlin Angestellten versprochen, daß die AirBerlin nicht zerschlagen wird. Er hat sich aber sein Gehalt von 4,5 Mio. € per Bankgarantie absichern lassen. Man kann nie wissen.

„Man“ nicht, aber Thomas Winkelmann  wußte von den Plänen der Lufthansa, da er vorher bei Eurowings gearbeitet hatte. Er kassiert 4,5 Mio. € für 6 Monate Arbeit und ich, als Angestellte mit 58 Jahren, gehe in die Armut. Das Arbeitslosengeld beträgt 60% des Nettomonatslohns und damit kann ich gerade mal die Miete bezahlen und das Essen. Versicherungsverträge, Handy-  und Internetverträge muß ich alles kündigen. Zahnoperationen und Medikamente, Friseur und öffentliche Verkehrsmittel sind nicht mehr bezahlbar. Kultur und Urlaub sind Luxus, Fahrrad fahren ist gesund. Kleidung kaufen für ein Vorstellungsgespräch – nicht möglich und auch nicht mehr nötig. Wer von den tollen Managern stellt denn eine 58 jährige Frau ein? Keiner.

Ich rutsche also ab ins soziale Aus, obwohl die Staatskassen voll sind und Herr Winkelmann sehr viel Geld bekommen hat, damit er die Air Berlin rettet. Rente gibt’s erst ab 67, dafür haben die Politiker gesorgt. Was gibt’s in der Zeit zwischen 58 und 67? Das reiche Deutschland schickt ehrliche, fleißige Menschen bewußt in die Armut, Politiker und Vorstände kassieren ab.

Thomas Winkelmann hat keinen Anstand. Brigitte Zypries, Alexander Dobrindt und Angela Merkel haben auch keinen Anstand. Sie nicken alles ab, obwohl durch dieses strategische Spielchen gesetzliche und tarifliche Regeln einfach mißachtet werden. Dafür haben alle diese Vorstände, die AirBerlin in den letzten Jahren ausgesaugt haben, ihr Vermögen vergrößert.

Die Wahlversprechen …

CDU: „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“, „gute Arbeit auch für Morgen“

SPD: „Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit“, „Sichere Arbeit“, „Es ist Zeit für eine gute und verläßliche Rente“

… sind der blanke Hohn, angesichts dieser Tatsachen. Lobbyismus hat Vorrang vor Menschlichkeit und fairen Arbeitsbedingungen. Denn die Lufthansa wird die entlassenen Stewardessen zu schlechteren Bedingungen und niedrigeren Löhnen einstellen. Wir Angestellte in der Verwaltung werden entsorgt. Winkelmann und Spohr und Co. vergrößern  ihr Vermögen. Politiker sichern sich einen Posten als Aufsichtsrat bei der Lufthansa.

Und noch etwas: in dem Artikel „wer einmal hilft…“ in der gleichen ZEIT-Ausgabe,  schreiben Sie: „die Unternehmen dürfen fast alles, und wenn es schief geht, hilft der Steuerzahler.“ Dieser Aussage widerspreche ich vehement. Es muß heißen: „das Management darf alles, und wenn es schief geht bezahlen die Mitarbeiter einen hohen Preis und der Steuerzahler hilft den Vorständen“.

Denn wir Mitarbeiter hier bei AirBerlin haben immer zusammengehalten und in der Abteilung unterstützt, wo aufgrund von blindwütigem Personalabbau totaler Personalmangel herrschte. Wo Geldgier die Vorstände jeden Anstand vergessen ließ, haben wir Mitarbeiter geschuftet, damit die AirBerlin weiterfliegen kann. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Angesichts der Berichterstattung über einen der jüngsten Terroranschläge bemerkte ich zu meiner Frau: „Langsam wird es langweilig. Je mehr Anschläge, desto uninteressanter.

Es wiederholt sich und wird alltäglich. Und alltägliches verliert seinen Schrecken. Die Mehrheit der Bevölkerung stumpft allmählich ab und der Terror läuft hoffentlich bald ins Leere.“

Zunächst erschrak ich über meine Worte, doch als Politikwissenschaftler weiß ich um Motive und Ziele des politischen Terrors. – Peter W. Hendl


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Auch wenn sich die öffentlichen Medien der Berichterstattung über Anschläge in der Regel nicht entziehen können, so bleibt doch viel Spielraum für das „Wie“. Ich halte es für wichtig, mit welcher Sprache gearbeitet wird, welche Bilder benutzt werden. So wird für mehr Direktheit generell gerne im Präsens berichtet und der Eindruck „Wir sind live dabei“ und „Es geschieht jetzt“ erzeugt. Die Verwendung der Vergangenheitsform sorgt da für mehr Distanz. Auch werden selbst in diesem Dossier Fotos in Ausschnitten zitiert, die wieder „bestimmte Bilder im Kopf“ auslösen. Da ist die Bildredaktion gefordert, ganz neue Wege zu finden.

Ich selbst vermeide die Lektüre von Artikeln über Anschläge, denn diese Wahl bleibt mir als Leserin: Details muss ich nicht wissen. – Monika Feinen


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Ich würde wetten, dass in zehn Jahren ein Jugendlicher auf die Frage, was Anstand ist, nach einigem Nachdenken antwortet: Das ist die Schlange vor der Kinokasse.

Wir gehen mit den Dingen dieser Welt so um, wie die Sprache sie uns zuführt (L.Wittgenstein). Wenn der Sprache Begriffe verloren gehen, dann verschwinden sie samt allen Begriffsinhalten aus unserer Lebenswelt.  – Anselm Stieber


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Ihren Artikel halte ich für eine eindringliche und überzeugende Analyse. Danach schürt die (bisher weitgehend übliche) Berichterstattung über Terrorakte die Angst vor weiteren Anschlägen und arbeitet somit den Terroristen zu. Um das zu ändern, sehen Sie nur den Weg, die Berichterstattung und damit das Interesse an den Anschlägen zu verringern. Das ist sicher so.

Daneben gibt es vielleicht noch ein weiteres Mittel – den Humor. Wir alle wissen, dass beim Auftauchen von Problemen ein Witz zur rechten Zeit Wunder wirken kann. Ich versuch`s mal so:

Frage: Warum berichten Fernsehen und Presse so selten darüber, dass Autobahnabschnitte ohne Tempolimit zu Rasereien und schweren Unfällen mit Toten führen können – während andererseits Journalisten sich besinnungslos auf jeden neuen Terroranschlag stürzen?

Antwort: Das eine beeinträchtigt die Interessen der (schnelle Wagen produzierenden) deutschen Autoindustrie, das andere nicht.

Noch eine Frage: Haben die Grafiker Ihrer Kolumne „der unnütze Vergleich“ eine Idee? Vielleicht hilft`s ja wirklich. – Dietmar Kurtz


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Das Dossier zu lesen hat mir richtig gutgetan, Vielen Dank! Wenn immer im Fernsehn ein Bild von irgendeinem Terroristen kommt,  schließ ich  so f or t   die Augen und frage mich: muß das denn sein,  daß immer wieder diese Bilder gezeigt weren. Im Fall Amri/Berlin, der Gott sei Dank erschoßen wurde, ist es zu oft  vorgekommen. Ich ‚will!‘ diesen Typ nicht mehr sehen und was bringt es  denn, wenn sein Bild immer gezeigt wird? Auch schau ich mir keine Sondermeldung mehr an. Ich registriere es, bin  erschüttert, aber was kann ich tun? Umschalten oder ausschalten. Leider  wurden ja auch in diesem Dossier wieder Bilder gezeigt! Warum  eigentlich….? Sollen wir uns ewig dieses Gesicht merken“. Ihnen ,Herr B.Berbner, nochmal Danke, daß dieses Thema mal angesprochen  wurde! Darum lese ich schon seit 30Jahren die ZEIT, weiter so. – Angelika Gessner


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Sie schreiben über Donald Trump „gruseligsten Szenen“, „auf animalische Art aggressiv“, „eine Geste, wie sie selbst einem Gorilla-Männchen zu blöd wäre“, „unfähig zu jeder Art intellektueller Gedankenführung“.

Ist Ihr Hass auf Donald Trump eigentlich noch steigerungsfähig? Nein, den politischen Gegener unterhalb von Tieren einzuorden, ist nicht mehr zu überbieten. Was Sie hier verbreiten, ist ohne wenn und aber Hate Speech.

Nach den Maßstäben, die Sie bei Facebook anlegen, hätte Ihr Artikel nicht gedruckt werden dürfen.

Es macht mich sprachlos, dass ein Journalist Zensur durch ein Privatunternehmen feiert. Aber gut, „linksgrün“ verbreitet ja grundsätzlich keine FakeNews oder Hate Speech und ist per definitionem natürlich auch grundsätzlich gegen Gewalt. „linksgrün“, das sind ja die „Guten“, und deshalb kann das ja gar nicht sein. Und deshalb kann „linksgrün“ vom NetzDG auch nicht betroffen sein. Wenn Sie sich da mal nicht täuschen.

Akzeptabel wäre eine staatliche, entscheidungsbefugte und mit Richtern besetzte Stelle, bei denen Betroffene die Löschung von Netzeinträgen fordern können und die nach Gesetzeslage zeitnah entscheidet, was von Facebook umzusetzen wäre.

Außerdem, in Kreisen, wo mit Lügen ein Krieg (Irak) begründet wird, der Hunderttausende Tote gefordert hat, in Kreisen, wo eine Kanzlerin über eine Million Menschen unkontrolliert ins Land lässt, ohne das Parlament oder gar den Souverän zu fragen, wo die gleiche Kanzlerin mit ihrem „alternativlos“ die Demokratie in eine Technokratie tranformiert, in Kreisen eines Bill und Hillary Clinton, die wohl Dreck einer ganz anderen Qualität am Stecken haben (lesen Sie dazu mal das Dossier auf TichysEinblick), in solchen Kreisen ist für Sie das Zurseitedrängen des Präsidenten eines kleinen Landes bzw. eine Machogeste gegenüber Hillary Clinton die Inkarnation der Anstandslosigkeit.

Herr Hacke, ich bescheinige Ihnen im Wortsinn verrückte Maßstäbe.

Aber es passt natürlich perfekt ins „linksgrüne“ Trump-Bashing, dass gerade „Stern“ und „Spiegel“ mit ihren Titelseiten herausragend vollziehen. Zum Trump-Bashing darf natürlich keine Gelegenheit ausgelassen werden, und sei sie noch so abwegig.

Brillant auch, dass Sie wissen, was Trump-Wahler, AfD-Wähler etc. leitet: fehlende Aufmerksamkeit und Ängste.

Und schön, dass Sie zu den Intelligenten und Guten gehören. Da müssen ja die anderen zu den „Feigen, den Verängstigten, den Dummen“ gehören.  Mehr und deutlichere moralische Selbsterhöhung geht wohl nicht. Und da reden Sie an anderer Stelle vom gesellschaftlichen Zusammenhalt. Offenbar bemerken Sie Ihre Widersprüche nicht.

Belesen sind Sie auch, lesen Harari und Appiah. Wenn aber ein Richard Schröder meint, Skepsis gegenüber Fremden sei „für unsere absehbare Zukunft unbegründet“, dann muss das ja wohl stimmen. Denn erstens ist Herr Schröder Theologe (gehört also zu den „Guten“ und Durchblickern) und Philosoph und saß für die SPD (weshalb seine weitreichende Behauptung nicht begründet werden muss) in der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR und zweitens weiß doch jedes Kind, dass die Fremden grundsätzlich edel und gut sind, uns materiall und ideell bereichern und die Vielfalt erhöhen.

Sie haben mit ihrem Beitrag, ich will nicht behaupten Ihr Meisterstück, aber zumindest Ihr Gesellenstück in Propaganda abgelegt. – Reiner Felkel


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Anstand, eine dezidierte Definition bleibt ohnehin jedem nach Bedarf vorbehalten, scheint, obwohl gewiss schon immer rege eingefordert, selbst als konsensualer Mindeststandart mittlerweile eine überaus zweifelhafte Tugend geworden zu sein.

In erster Linie eine für naive Gutmenschen und die, die sich vor lauter Angst und Schwäche an Regeln und sogenannte Umgangsformen halten müssen.

Also, schlagen wir alle mal (wieder) nach bei Kant und führen uns seinen Kategorischen Imperativ zu Gemüte. Schaden kann das keinesfalls. – Matthias Bartsch


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Mit leichten Anflügen einer Depression aber großem Interesse und zum Schluß guten Mutes habe ich „Plädoyer für den Anstand“ gelesen.

Ich kann aber nicht umhin, Ihnen diese Geschichte zu erzählen:

Neulich in London:

Wir, zwei Mitsiebziger mit je einem Rollkoffer und kleinem Rucksack steigen in die voll besetzte U-Bahn, und es dauert nur zwei Minuten bis uns ein Sitzplatz angeboten wird. Später, ohne Gepäck benutzen wir erneut mehrere Linien der Underground und wieder: freundliche Angebote für einen Sitzplatz!

Neulich in Deutschland:

Wir, 3 Mitsiebziger quetschen uns mit unseren voll bepackten Fahrrädern in den dafür vorgesehene Raum eines RE der Deutschen Bahn. Der Zug ist so gefüllt, daß die Zugbegleiter das Kontrollieren der Fahrkarten unterlassen. In dem Fahrradabteil sitzen rundum Personen verschiedenen Alters. Dazwischen auch zwei Sitze leer, vier 30-jährige stehen mit einer Bierdose in der Hand, und auf meine Frage, ob wir für unsere Fahrräder Platz haben könnten, tönt es uns entgegen:“Ihr könnt froh sein, daß wir Eure Rente bezahlen!“

Wir haben eineinhalb Stunden stehend unsere Fahrräder festgehalten. – P. Seifert


Leserbrief zu „Über Kindersendungen“ von Harald Martenstein

Sind so begeistert über Ihre Beschreibung der Frühpubertät !

Was Ihren weiteren Text anbelangt  –  ja, das sehen wir leider auch so : den „Machern  sind die Kinder scheißegal“ – wie auch die Menschen überhaupt. Es geht wohl ausschließlich ums Geschäft – Konsum, Profite, Wirtschaftswachstum, Steuereinnahmen etc. – people are commodities/ Menschen sind Sachwerte.

Wieso sonst wird das Sexbusiness nicht geächtet / verboten ?

Die Kleinen sollen früh darauf vorbereitet werden, wie sie mit der allgegenwärtigen Sexualisierung unserer freien+offenen Gesellschaft „umgehen“können.

Es wird einem übel bei der Schilderung des skandinavischen Aufklärungsszenarios.

Die Vater-Mutter-Kind-Familie ist wohl politisch NICHT mehr erwünscht . Das ungebundene entwurzelte vollerwerbstätige (= vollkonsumierende) vereinzelte Individuum eher.  Warum sonst sollten denn beide Eltern Vollverdiener sein – warum nicht ernsthaft Strukturen ermöglichen, bei denen Eltern  mit 2 Teilzeitstellen leben könnten und noch die Zeit + Kraft für ihre Kinder hätten

Moralische Bedenken haben wir entschieden ; menschliche Sexualität, reduziert auf die nackten biologischen Tatsachen des physical exchange: Spaß + wellness (des jew. einzelnen Akteurs – wies dem „Partner“ dabei geht, braucht  ja nicht unbedingt eine Rolle zu spielen, )  fressen – so meinen wir –  Seele auf. – Esther und Jerry Burke


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

Es ist so, wie sie das beschreiben. Wo liegen die Ursachen dafür: Zur Bildung gehört auch der Anstand. Der ist seit über 50 Jahren unverantwortlich von den Lehranstalten vernachlässigt worden. Der Epochenbruch in den 60er Jahren ist die Ursache – behaupte ich. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Das Problem besteht nicht darin, dass Deutsche Englisch sprechen, auch wenn sie unter sich sind, sondern dass sich modern dünkende Ökonomen, Politiker und vor allem Journalisten englische Wörter und  Formulierungen in deutsche Texte einführen, für die es gebräuchliche und verständliche deutsche Entsprechungen gibt. Diese Unart dient nicht der Verständigung, sondern ist Ausdruck von Selbstverliebtheit und

Abgehobenheit:

Einst sprachen die Eliten/ oder die sich dafür hielten/ Latein. Das Volk war stumm./ Heut ist es dumm/ weil Sprecher und Journalisten/ die es besser wissen müssten/ ihr Deutsch mit fremden Federn schmücken/ statt sich verständlich auszudrücken./ Der deutschen Sprache nicht mehr mächtig/ finden sie nur noch Englisch prächtig./ Ein fremdes Wort, noch ungbekannt/ bezeichnen sie als „sogenannt“/ und tun, als ob sie nicht wüssten/ dass sie es erklären müssten./ So viel kopiert hab’n wir noch nie!/ Sprachlich sind wir ’ne Kolonie./ Schon vor zweitausend Jahren/ haben wir das erfahren/ doch da war’n wir noch Barbaren./ Heut führt solche Sprachverwendung/ nur zu weiterer Entfremdung.

Beispiel: „Willst du die Menschen nicht vergraulen, beginn im mainstream nicht zu kraulen! – Johannes Kettlack


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Vielen Dank für Ihren Artikel in der letzten Zeit über den Terrorismus und die Rolle des Journalismus. Leider gehr Ihr Vorschlag lieber Fussball zu gucken auch nicht mehr, wie der nachfolgende Artikel über die Fan-Gewalt, den Hass und die Wut zeigt. Auch diese Menge will nur Aufmerksamkeit und Beachtung durch die Medien. Die gleiche Spirale setzt sich in Gang. – Annegret Rublack


Leserbrief zu „Der deutschen Wissenschaft geht es so gut wie nie zuvor“ von Martin Spiewak

Vielleicht. Dem Wissenschaftsjournalismus eher nicht.

Ein engagiertes Plädoyer, zugegeben. Allerdings kommt anstelle der Autoritätsgläubigkeit die Studiengläubigkeit, eher ein Seitenschritt als ein Fortschritt. Die Website Retraction watch listet täglich Studien auf, die zurückgezogen werden müssen, sei es wegen Datenmanipulation, Datendiebstahl oder schlicht Betrug.

Studiengläubigkeit ist nicht besser als Autoritätsgläubigkeit. In den biomedizinischen Wissenschaften ist das Offenlegen von „conflicts of interest“ unterdessen deshalb Pflicht. Da nicht selten einige dieser „conflicts of interest“ „vergessen“ werden, sollte Studienresultaten etwas öfter mit mehr Skepsis begegnet werden. Dies gilt auch für Impfstudien. Pro und Contra.

Schon im ersten Abschnitt stösst einem deshalb die Aussage auf: „Ob Impfskeptiker, Klimawandel-Leugner oder Hömöopathie-Jünger, Fakten und Empirie zählen kaum noch im Lande“. Impfskeptiker in einem Atemzug mit Lügnern und Gläubigen zu nennen ist schlechter Journalismus. Skepsis bedeutet: kritischer Zweifel oder Vorbehalt eines Urteils. Skepsis ist sicher angebracht, wenn in Impfplänen für Säuglinge eine Hepatitis B Impfung auftaucht, eine durch sexuelle Kontakte und iv-Drogenmissbrauch übertragbare Krankheit.

Zusammen mit besserer Hygiene waren Impfungen sicher ein gewaltiger Fortschritt bei der Bekämpfung übertragbarer Krankheiten. Wie jeder andere Eingriff in vitale Körperfunktionen hat dieser Fortschritt seine Nebenwirkungen. Den Diskurs über diese Nebenwirkungen nicht zu Wort kommen zu lassen und den Skeptiker zu diskriminieren ist schlechter Wissenschaftsjournalismus. – Dr. med. Jürg Kuoni


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Das genau ist es!Lasst uns die Attentate und vor allem die Täter ignorieren so weit das nur möglich ist.Keine Brennpunkte mehr und immer wieder die Namen und Gesichter der Terroristen!In keinem Medium!

Mögen uns allen die Berichterstatter dabei helfen;dann schaffen wir das bestimmt.Und vielleicht ist es blauäugig zu hoffen,dass mit mangelndem Interesse die Anschläge aufhören,aber der eine oder andere verzichtet eventuell doch wenn die Publicity fehlt!

Herrn Berner sei jedenfalls gedankt! – Silvia Hostin Frankfurt


Leserbrief zu „Frieden wurde nie geschlossen“ von Bernd Stöver

Meines Wissens, wurde mit unseren europäischen Nachbarstaaten bis heute keine Friedensverträge geschlossen. Es gibt nur Waffenstillstandsverträge. Das hat bis heute gehalten. Hoffentlich bleibt das so….. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Warum lassen sie das zu?“ von Johannes Dudziak et al.

Die Ordnungshüter haben eine neue Taktik gegen die Ultras. Nichts zu tun – Sie gewähren zu lassen. Ganz deutlich war das beim G20 Gipfel in Hamburg zu sehen. Die schauten zu wie sie fremdes Eigentum kurz und klein geschlagen haben. Ordnungshüter angegriffen haben.  Der Bürgermeister und der Polizeipräsident rechtfertigten diese Zustände Was ist mit unserem Land los? Es wird jetzt erst richtig zur Sache gehen. Und die allergrößte Unverschämtheit beging Frau Merkel, die nahm Herrn Scholz noch in Schutz. Kürzlich hat ein hoher Offizier der Bundeswehr Frau Merkel zum Rücktritt aufgefordert.  Die Frau hat vieles andere auch zu verantworten und die Bürger halten soweit man das beobachten kann nach wie vor zu Ihr. Für mich sind die meisten Bürger verblödet worden. Die finden das alles ganz in Ordnung. Dafür mache ich unsere Bildungsstätten verantwortlich. Die taugen auch nichts. Das hat dankenswerter Weise Ihre Redaktion in anderen Beiträgen verdeutlicht.  – Gunter Knauer


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

lhr Artikel zum Anstand hat mich sehr bewegt! Ist es nicht so, dass die die heute rufen: Christliches Abendland…überhaupt nicht wissen, was sie (auch von sich selbst) dann zu fordern haben?

In ihrer Bibel, so sie denn eine haben, könnten sie die lakonische Forderung des hebräischen Propheten Micha in Micha 6 lesen:

Der HERR hat dich wissen lassen, Mensch, was gut ist und was er von dir erwartet: Halte dich an das Recht, sei menschlich zu deinen Mitmenschen und lebe in steter Verbindung mit deinem Gott!“ (Gute Nachricht)

Oder die, die sich lieber auf das zugenannte Neue Testament beziehen hält, Jesus in Lukas 6 den Spiegel vor die Nase:

„31 Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt sein wollt.

32 Warum erwartet ihr von Gott eine Belohnung, wenn ihr nur die liebt, die euch auch lieben? Das tun sogar die Menschen, die nicht nach dem Willen Gottes fragen.

33 Warum erwartet ihr von Gott eine Belohnung, wenn ihr nur die gut behandelt, die euch auch gut behandeln? Das tun auch die hartgesottensten Sünder.

34 Warum erwartet ihr von Gott eine Belohnung, wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr wisst, dass sie es euch zurückgeben werden? Ausleihen, um es auf Heller und Pfennig zurückzubekommen, das tun auch die Sünder gegenüber ihresgleichen!

35 Nein, eure Feinde sollt ihr lieben! Tut Gutes und leiht, ohne etwas zurückzuerwarten! Dann bekommt ihr reichen Lohn: Ihr werdet zu Kindern des Höchsten. Denn auch er ist gut zu den undankbaren und schlechten Menschen.“ (Gute Nachricht)

Den Spiegel haben wir wohl, aber weil wir gerade zu Narzissten verkommen, sehen wir nur noch das, was wir wollen und nicht mehr das was ist. Wir werden immer mehr zu Irrationalisten, obwohl wir uns für die aufgeklärteste Generation aller Zeiten halten. – Andreas Schiemionek


Leserbrief zu „Weg mit Bismarck“ von Josef Joffe

Sehr beachtenswert, verehrter Herr Joffe, finde ich Ihren Beitrag zur Fragwürdigkeit solcher von Ihnen genannten historischen Gestalten, von denen viele noch leibhaftig auf unseren Platzen stehen und in den Geschichtsbüchern zu unrecht glorifiziert werden. Ein Wegräumen ist selbstverständlich nicht möglich. Doch müssten neben ihren positiven Leistungen die verhängnisvollen, oftmals katastrophalen Auswirkungen ihrer Politik aus heutiger Sicht eingehend und schonungslos diskutiert werden. Vor allem im Geschichtsunterricht wären die so gewonnenen Einsichten unverzichtbar für die politische Bildung und in besonderer Weise dazu geeignet, einige der gegenwärtig so gefährlichen Machthaber zu durchschauen und vielleicht sogar rechtzeitig zu verhindern. Ich selber habe mir einmal bei Vorgesetzten viel Ärger eingebrockt und musste mich schließlich vor dem gesamten Kollegium rechtfertigen, als ich in meinem Unterricht die Raserei Alexanders „des Großen“ in Asien kritisch behandelt hatte. – Joachim Jankowsky


Leserbrief zu „Warum lassen sie das zu?“ von Johannes Dudziak et al.

Ich lese seit langem ihre Zeitung und auch wenn ich nicht immer einer Meinung mit den Autoren war,  lese ich die Zeitung nach wie vor gerne.

In der aktuellen Ausgabe bin ich jedoch auf einen Artikel gestoßen, der mich so verärgert hat, dass ich hiermit zum ersten Mal in meinem Leben einen Leserbrief verfasse.

Es handelt sich um den Artikel „Warum lassen sie das zu?“ aus dem Ressort Fußball. Was mich daran so unglaublich verärgert hat, war die konsequente Vermengung von Hooligans und Ultras. Ich verabscheue Gewalt in jeder Form und leider wird der Fußball dafür immer wieder missbraucht, deswegen jedoch alle Ultra-Gruppen mit Gewalttätern gleichzusetzen, ist genau der Punkt, gegen den sich die Ultras aller Vereine (gerade) bundesweit zu Recht wehren. Ich will nicht leugnen, dass es auch unter den Ultras (vielleicht etwas mehr unter den Ultras aus Dresden, etwas weniger unter den Ultras aus Freiburg oder Bremen) einzelne Menschen gibt, die das Verhalten von Hooligans an den Tag legen oder anderweitig negativ auffallen, aber generell sind Ultra-Gruppen hauptsächlich für die einmalige Stimmung im Stadion verantwortlich, für die wir weltweit beneidet werden. Großartige Bühnenshows vor Spielen, Gesänge, die Organisation von Auswärtsfahrten für Fans und vieles mehr sind nur möglich, weil sich Menschen leidenschaftlich für ihren Verein engagieren und ihre Freizeit investieren. Dass sie immer dafür wieder mit Hooligans und Schlägern gleichgesetzt werden ist ungerechtfertigt.

Nochmals, jede Form von Gewalt und Rassismus gehört geahndet, aber eine Generalanschuldigung der Ultras ist völlig fehl am Platz! Es gibt viele positive Beispiele in den Ultra-Gruppen als Vertreter von Fan-Interessen konstruktiv und erfolgreich mit den Vereinen zusammenarbeiten.

Gerne würde ich Ihnen noch erläutern, warum eine Vertretung der Ultras in den Gremien der Vereine eine durchaus wünschenswerte Sache ist und die vielen Dinge, die einen Protest gegen den DFB geradezu verlangen, aber das würde den Rahmen dieser E-Mail sprengen. Daher möchte ich Sie lediglich bitten das nächste Mal genauer zu differenzieren wenn sie über die verschiedenen Gruppen im Dunstkreis des Fußballs schreiben. – Hanna Grobe


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

In aller Kürze: meinen subjektiven Glückwunsch an die Redaktion und den Autoren zu dem durch und durch gelungenen Artikel „Wir Terrorhelfer“ in Ihrer letzten Ausgabe. Ich bin ehemaliger Journalist und habe vor rund 30 Jahren über Aktionen der Wiking-Jugend und Neo-Faschisten an der deutsch-deutschen Grenze und danach berichtet. Es war ein versprengter Haufen von verblendeten und fanatischen Menschen, sicherlich bedenklich und vielleicht auch gefährlich. Aber ich habe mir oft später genauso vorgeworfen, ihnen eigentlich erst durch meine Berichterstattung zur Öffentlichkeit verholfen zu haben, ohne die sie einfach nur armselige Geistesgestörte geblieben wären – so wie viele, die heute vermeintlich Terrorattacken ausüben, indem sie einfach ein Messer aus der Schublade holen. Journalismus ist längst aktiver Teil der Poiltik geworden, und darum ist diese gelungene Form der Selbstbefragung aus meiner Sicht absolut überfällig. – Christoph Jilo


Leserbrief zu „Über Kindersendungen“ von Harald Martenstein

Ihre Kolumne im Magazin der Zeit empfinde ich oft, nicht immer, als besonders sorgfältig, für den respektvollen Umgang der Menschen miteinander, überlegt und geschrieben. Dass Sie sich politischer Themen nicht mehr annehmen wollen, finde ich, auch wenn Ihre letzten Kolumnen auch viel Aussage hatten, sehr schade. – Agnes Unterweger


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Na, da haben wir ja das CDU-Pendant, ach! Entschuldigung!! das CDU-Gegenstück zum Veggie-Day! Brüll!

Der wöchentliche Deutschsprechtag in der Kneipe! ROFL!

Also ich wohne im flachen, hessischen Provinzland und spreche mit meiner amerikanischen Frau viel Denglish.

Und Sie werden es nicht glauben, wie sich meine Frau darüber aufregt, wie schlecht non-native speakers Englisch sprechen – sogar in der UN oder dem IMF oder der ECB!

Ach, was müssen wir alle leiden!

Und dann beziehen Sie sich auf das Land der Dichter und Denker und der tollen Sprache.

Eine Sprache, die sich immer mehr verändert – gerade nach der unsäglichen Rechtschreibreform!

Wenn ich dann Kultusminister oder Nachrichtensprecher im Fernsehen höre, die nicht mal wissen wie die Endungen -ig oder -ung korrekt ausgesprochen werden, da dreht sich mir der Magen um!

Da haben wir vielleicht etwas gemeinsam, daß wir vergangenen Idealzuständen nachtrauern.

Aber wie es so schön neudeutsch heißt:“Get a life!“ Heißt – o tempora o mores! Ach Gott, jetzt habe ich wieder kein Deutsch gesprochen!

Die deutsche Sprache verändert sich gerade und zwar unabhängig von der Rechtschreibreform der grammatikalischen Sesselfurzer (diesen Begriff müssen Sie mir mal ins Englisch übersetzen, BRUHAHA!)

Wenn allgemein nicht mehr gewußt wird, wie ein Kausalsatz mit „weil“ oder „denn“ gebildet wird (Beispiel: Ich bin müde, weil ich habe schlecht geschlafen. „DENN“ lieber Leser und deswegen „Ich bin müde, weil ich schlecht geschlafen habe“)

Das ist die eingedeutschte Anwendung des englischen „because“!

Wenn professionelle Sprecher und andere nicht mehr wissen auf welcher Silbe ein Wort betont wird: z.B sagen viele NotWENdigkeit statt NOTwendigkeit oder zehnTAUsend statt ZEHNtausend, dann ist das die Verenglischung der deutschen Sprache, da im englischen viele Wörter auf der zweiten Silbe betont werden.

Das kann man mögen oder nicht (mir dreht sich da der Magen um), aber ein CDU-Deutsch-Day wird das nicht abwenden. Genauso wie die Mauer fiel und sich viele anpassen und umstellen mußten.

Wie gesagt: get a life! – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Das Eigene und das Fremde“ von Ulrich Greiner

Wer seine Tochter statt Traudel lieber Tanita-Cheyenne, seinen Sohn statt Willi lieber Wilson-Gonzalez nennt, wer nur noch plattes Denglish oder plumpes Türk-Deutsch plappern, nicht mehr auf Sächsisch oder Bayerisch wie einst Wehner oder Strauß poltern kann, wer den Namen des Faust-Dichters nur noch, orthografisch leicht verfremdet, aus einer Filmklamotte kennt: der ist foll angekommen in der neuen Globalo-Polyethno-Multikulti-Republik mitten im Herzen Europas! Welche Weltoffenheit, die von hier auf all unsere spießig-konservativen Nachbarnationen ausstrahlt!

Nur die unverbesserlichen, vaterlandsliebenden, bald -losen Gesellen nehmen wehmütig Abschied: ade, Deutschland! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Leider ist jedes Wort in Ihrer berechtigten Antwort völlig vergeblich, Herr Spahn. Sie werden Menschen, die Sie unbedingt falsch verstehen wollen, mit noch so vielen Worten nicht überzeugen. Und das hat mit fehlendem Anstand zu tun (siehe der Artikel ein paar Seiten weiter). Wieviel kleines Karo im Hirn braucht es eigentlich, bis man es „hip“ findet, wenn Kunden in Restaurants in Deutschland nicht mehr auf deutsch bestellen können?  – Ein/e Leser/in

Leserbrief zu „Kulisse (III): Wann ist Seitan eigentlich medium?“ von Johannes Mitterer

Bildunterschrift: „ Weder Fleisch noch Fisch: Vegetarisches und veganes Grillgut“

Eine solche Bildunterschrift verlangt nach einer Klarstellung:

Grillen und BBQ bedeutet Fleisch und Fleischprodukte auf offenem Feuer/Glut zu garen.

„vegetarisches und veganes Grillgut“ gibt es nicht, denn das, was Sie da in der Abbildung zeigen, isst kein Vegetarier. Das sind allenfalls Nahrungsmittel, die von Fleischessern genutzt werden, die z.B. entschieden haben wegen der tierquälerischen Massentierhaltung oder aus anderen Gründen ab sofort auf fleisch, Fisch, Eier, Milch u.ä. zu verzichten.

Diese Menschen kann man aber nicht als Vegetarier oder Veganer bezeichnen; man könnte vielleicht von Fleischessern in Umstellung sprechen, analog zu dem konventionellen Landwirt, der seinen Hof auf BIOLAND oder DEMETER umstellt, ein Prozess, der Jahre dauern kann, an dessen Ende dann vielleicht ein Vegetarier oder Veganer herauskommt.

Der entscheidende Unterschied zwischen einem Vegetarier oder Veganer und einem Fleischesser, der gerade aufhört Fleisch u.ä. zu essen ist der: ein Vegetarier VERZICHTET auf nichts, während der Fleischesser genau die abgebildeten „Fleischimitate“ benötigt, um seinen auf Fleischgenuss programmierten Gaumen zu befriedigen. Für einen Vegetarier oder Veganer ist dieser Fleischgeschmack nicht genussbehaftet, sondern in der Regel mit Ekel.

Ich schreibe diese Klarstellung, weil mir als Vegetarier der 2. Generation immer wieder diese absurde Frage gestellt wird: „Hast du nicht irgendwann mal Heißhunger auf Fleisch?“ oder „Heimlich, wenn keiner es sieht, isst du bestimmt mal eine Bratwurst?“

Diese Situationen sind sicher für einen Fleischesser in Umstellung relevant, aber nicht für einen Vegetarier oder Veganer! – Harald Wersich


Leserbrief zum Titelthema „Was wäre, wenn allein Frauen alles entscheiden würden?“ im ZEIT Magazin

Es wäre ja schon viel gewonnen, wenn es solche Artikel über den (un-) heimlichen Missbrauch von Frauen wie im Vorgänger- ZEIT-Magazin nicht geben müsste, weil Männer Frauen als wirklich gleichberechtigte Mitmenschen respektieren würden. Was würden Männer wohl im umgekehrten Fall sagen, wenn Frauen Männer auf den Toiletten oder im Schlaf missbrauchen und dabei heimlich  filmen würden? Was ist diesen Männern passiert, dass sie nicht vernünftige, gleichberechtigte Beziehungen zu Frauen aufbauen können?

Viele, nicht alle, Frauen haben gar keine Lust auf solche Gockelkämpfe wie unter Männern, deswegen wollen sie auch gar nicht das alleinige Sagen haben. – Gisela Schock


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Ohne den Artikel vollständig gelesen zu haben, bin ich der  Meinung, dass die Wollust der Medien – aller Medien – dem Konsumenten mit der Berichterstattung über Terroristenmassaker tage – ja wochenlang – Unterhaltung zu vermitten, genau das Gegenteil dessen erreicht, was gewollt ist, es dient nicht den Opfern, sondern nur den Tätern.

Demgegenüber sollten die Fakten berichtet, den Opfern die Anteilnahme vermittelt,  die Taten deutlich verurteilt werden und das Aufbegehren der Bevölkerung gegen diese feigen Terrorakte in den Vordergrund rücken.

Schaffen die Medien das? – Melitta Nonn


Leserbrief zu „Sprechen Sie doch deutsch!“ von Jens Spahn

Leider ist jedes Wort in Ihrer berechtigten Antwort völlig vergeblich, Herr Spahn. Sie werden Menschen, die Sie unbedingt falsch verstehen wollen, mit noch so vielen Worten nicht überzeugen. Und das hat mit fehlendem Anstand zu tun (siehe der Artikel ein paar Seiten weiter). Wieviel kleines Karo im Hirn braucht es eigentlich, bis man es „hip“ findet, wenn Kunden in Restaurants in Deutschland nicht mehr auf deutsch bestellen können?   – Lisa Werle


Leserbrief zu „Wenn alles zerbricht“ von Jana Simon im ZEIT Magazin

Als Leser Ihrer Zeitung hat man oft viele ungeschriebene Briefe im Kopf, die man für sich als Reaktion auf gelesene Texte formuliert.

Manche von ihren Artikeln oder auch Texte in den Zeitmagazinen vergisst man nie, auch wenn sie Jahre zurückliegen. Einer davon war das Heft über die Boko Haram. Ich habe Monate gebraucht um mit der Be- und Verarbeitung fertig zu werden.

Und doch sind diese Berichte, ist diese Arbeit von Ihnen so unendlich wichtig, weil sie politische Auseinandersetzung impliziert und politisches Bewusstsein und Verhalten auslösen und beeinflussen kann.

So ging es mir auch mit dem jetzt erschienenen Artikel „Wenn alles zerbricht“ im letzten Zeitmagazin.

Durch ein Comeniusprojekt in der Türkei in Antalya (2014) hatte ich Kontakt mit Lehrern einer dortigen Schule. Ich weiß nicht, ob der Rektor und vor allem die Kollegen, die sich damals in dem Projekt engagiert haben noch in Freiheit leben. Ich traue mich nicht, zu schreiben, weil sie das weiter gefährden könnte.

Und beim Lesen dieses Artikels habe ich gedacht: genau das hätte mir und meinem Mann  auch passieren können, wenn sich die Lage in der Bundesrepublik so geändert hätte, wie das jetzt vor unseren Augen in der Türkei passiert.

Dieser Bericht zeigt in sehr sensibler Weise auf, wie sich schleichend oder sehr schnell Bedingungen, Freiheiten und das gesamte Leben verändern können, ähnlich wie bei uns im Dritten Reich. Von heute auf morgen kann man sich auf nichts mehr verlassen. Das schlimmste ist der Verlust  an Vertrauen (natürlich auch an Freiheit) in all das, was vorher Gültigkeit hatte.

Als ich den Artikel las, habe ich überlegt, wie viele Internetaufrufe ich in der Zeit unterschrieben habe, wo ich mich politisch engagiert habe und ich wusste, dass ich genauso zu dieser verfolgten Personengruppe gehören würde, wenn ich jetzt in der Türkei leben würde.

Darum finde ich diesen Bericht so gut. Weil er aufzeigt, wie nah wir alle an einem solchen Umbruch im Leben stehen, wenn sich die demokratischen Bedingungen in einem Land ändern. Dieser Bericht macht aus meiner Sicht sensibel dafür, wie wichtig es immer und überall ist für den Erhalt der demokratischen Werte, der Freiheit der Presse, der Heterogenität einer Gesellschaft einzutreten und den freien Journalismus zu unterstützen. Und noch deutlicher ist, dass es nie, nie selbstverständlich, dass es so bleibt, sondern dass Demokratie immer verteidigt werden muss von Menschen, die sich dafür einsetzten, die Mut haben ihre Stimme zu erheben und die den populistischen Gefahren entgegenwirken.

Darum danke ich Ihnen und dem Redaktionsteam für diesen Artikel und natürlich auch die vielen anderen, die ich schon gelesen habe, die das politische Denken schulen, wachhalten, aufrütteln, wo es versucht zu bequem zu werden.

Ich möchte Sie ermutigen, weiterhin diesen bewussten, engagierten und gut recherchierten Journalismus zu pflegen.

Für Ihre Arbeit wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg. – Claudia Weil- Jürgens


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Es wurde auch endlich einmal ZEIT , dass dieses Übel in aller Deutlichkeit angeprangert und die Folgen dieses Tuns aufgezeigt werden. Besonders bei den Anschlägen in Berlin und München wurde in epischer Breite auf allen Kanälen rauf und runter „berichtet“. Manchmal wussten die Reporter und Moderatoren nicht mehr, was sie alles noch sagen sollten und fingen an zu stottern. Grausam. Dadurch wird das Leid der Betroffenen nicht geringer. Im Gegenteil. Leider führen Sie zum Schluss Gründe an, um weiter, ausführlich zu berichten ( und Geld damit zu verdienen). Haben Sie doch endlich mal den Mut, gegen den Strom zu schwimmen! Einer muss doch mal den Anfang machen, sonst ändert sich nie etwas. Lassen Sie doch ein paar Unverbesserliche Lügenpresse rufen, oder Sie als Kartell beschimpfen. Das sollten Sie doch wohl aushalten können. Also, fangen Sie damit an und berichten nur sachlich und in geringem Umfang und wirken Sie auf Ihre Kollegen von den anderen Medien entsprechend ein. Wir werden es Ihnen danken. – Bernward Fülles


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Die „abenteuerliche Kluft zwischen Erkenntnistiefe und Eingriffstiefe“ sowie „magisches Denken der vermeint­lichen Eliten“ gilt nicht nur für die USA.

Beim Lesen ihres sehr guten Artikels wurde ich ständig auch an die ak­tuelle Bun­desregierung er­in­nert: Von der sachlich ahnungslosen Ener­giewende mit Ignorieren der energiewirtschaftlichen Ge­­gebenheiten und Notwendigkeiten über die praktizierte „Klimaschutzpolitik“ die unter Ignorie­rung des EU-Emissionshandels im­mer noch ex post eine eigene nationale Zielerfüllung wünscht, über die „Flüchtlingspolitik“, die aus Ver­sehen auch IS-Aktivisten in Deutschland herein­gelassen hat und das ganze kombiniert mit Schulen, die nur schlecht funktionie­ren, aber massenhaft „Einser-Abitu­rienten“ produzieren, bis hin zur maroden Infrastruktur.

Machen wir uns nicht auch in Deutschland etwas vor? Bis die hohen Kosten in wenigen Jahren bis Jahrzehnten sichtbar werden! – Prof. Emeritus Dr. Wolfgang Ströbele


Leserbrief zu „Über Kindersendungen“ von Harald Martenstein

Las gerade Ihre Kolumne über die Maus, und stelle mir die tollen Reaktionen Ihrer Leser (m/w) vor.  Einmal mehr leise vor mich hin lachend, an einem viel zu frühen Morgen im Flugzeug nach Hamburg. Herzlichen Dank für das Lachen und Ihre Worte. Machen Sie weiter! – Ralf Oestereich


Leserbrief zu „Folge 4: Klasse 12 will einen Kifferführerschein“ von Mareike Nieberding

Ihr Projekt „Demo“ mit dem Sie bei Jugendlichen wieder Interesse an der Politik wecken möchten ist meiner Meinung nach sehr unterstützenwert. Dennoch finde ich, dass es – zumal für einen Artikel in der „Zeit“ – zu Ihren journalistischen Recherchehausaufgaben gehören könnte, sich vor einem solchen Treffen über die besuchte Schulform zu informieren. Das Schlagwort „Anthroposophie“ gehört eher zu Schülern einer Waldorfschule, und auch diese wird nicht von „Anthroposophen“ besucht, sondern von Schülern, die nicht zwingend „dem Druck an ihren alten Schulen nicht standhalten konnten“, wie sie die Schülergruppe von der Montessori Fachoberschule in München beschreiben, sondern die das im Grundgesetz verankerte Recht der freien Schulwahl für sich in Anspruch nehmen. – Birgit Pfab


Leserbrief zu „Mit Sulz schum Zieg!“ von Peter Dausend

Lieber Deter Pausend, dielen Vank! Wir aben huns aöstlich kmüsiert und giel velackt! – Gregor san de Vand


Leserbrief zu „Herr Florek fährt nach Brüssel“ von Matthias Krupa

Ich darf von der ZEIT erwarten, dass objektiv und unabhängig berichtet wird. Dieser sich über zwei Seiten ausdehnende Artikel stellt ein Plädoyer für den polnischen Unternehmer und sein Geschäft dar.

Lediglich in zwei kurzen Absätzen lässt man den Geschäftsführer der polnischen Niederlassung des Marktführers zu Wort kommen.

Aber ansonsten liest man nur einseitige und zweifelhaft erscheinende Behauptungen wie etwa „Die Dänen sind Räuber“ – Zitat des polnischen Unternehmers.

Am Ende des Artikels versucht der Verfasser sogar noch, Druck auszuüben auf die EU-Kommissarin. Wann hören Sie endlich einmal auf mit derartig gegen jegliche journalistische Regeln verstoßende Artikel ??? – Peter Freiburger


Leserbrief zu „Das Eigene und das Fremde“ von Ulrich Greiner

Ulrich Greiner zeigt, wie viele Konservative, eine merkwürdige Kombination von Geschichtsbewusstsein und Geschichtslosigkeit – als wenn alle geschichtlichen Prozesse in der Gegenwart zum Stillstand kämen. Dabei war alles, was jetzt vertraut und traditionell ist, irgendwann einmal fremd und revolutionär. Wie hätte sich Individualismus entwickeln können, wenn sich in der Vergangenheit reaktionäre Kräfte durchgesetzt hätten? Was ist das „Eigene“ wert, wenn es nicht in Kontakt und Austausch treten kann mit Fremdem und Neuen, um sich selbst weiter zu entwickeln? Es würde zum Museumsstück degenerieren.

Reaktionär ist heutzutage nicht so sehr der Wunsch, unter seinesgleichen zu bleiben – dem folgt auch die urbane globalisierte Elite – sondern die bewusste Verweigerung, den Umgang mit Differenz zu lernen. Die Gegenwart fordert von uns, sich diese Fähigkeit im wahrsten Sinne des Wortes anzu“eignen“. Dann kann, ohne Aufhebung von Unterschiedlichkeit, zunächst Fremdes zum Vertrauten und Gewohnten werden. Zugleich gibt man das Eigene nicht auf, sondern wird es im Gegenteil erweitern und entwickeln. Die ärmeren Bewohner unserer Großstädte sind darin zwangsläufig wahrscheinlich schon weiter als manche Eliten.

Die Lebendigkeit des Eigenen kann man nicht durch Erstarrung erhalten, sondern nur, in dem man sich bewusst auf den geschichtlichen Prozess einlässt, in dem Heterogenität zunehmen wird – nicht, weil es so schön ist, sondern weil es sich im Zusammenleben von bald  9 Mrd. Menschen nicht wird vermeiden lassen. – Dorothea Schmidt


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

Mit Verwunderung habe ich in diesem Artikel die Aussage gelesen, dass „ein Drittel der amerikanischen Kinder an Diabetes Typ 2 leidet“. Die Aussage ist derartig weit von der Realität entfernt, daher würde mich interessieren, wie Sie dazu kommen und sie bitten, sie ggf. richtig zu stellen. – Prof. Andreas Pahl


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

H a s s p r e d i g e r  g e g e n  d e n  W e s t e n

Beigefügte Kollage zeigt das in El Pais dieser Tage publizierte Foto jener extremen Eitelkeit des  Terrorismus, der sich als Erneste „Ché“ Guevarry kostümiert, um nach dem Morden in Barcelona qua Video-Botschaft im Internet mit weiteren Morden zu drohen.

Auch Spanien hat dieses Morden schon „mehrmals“ erlebt. Am Hauptbahnhof in Madrid erinnert ein Mahnmal an die Mordopfer der beiden U-Bahnanschläge.

Das Mitgefühl der Spanier hatte nach dem Entsetzen in Barcelona allerdings keinesfall abgenommen, sondern war nach meinem Eindruck noch größer als bein den früheren Anschlägen in Madrid.

Dies gilt für die beiden Schweigeminuten am Tag nach dem Morden ebenso wie für die Manifestation eine Woche danach mit ca. 500 000 Demonstranten gegen den Terror.

Die landesweite Publikation von Fotos der Mörder war für die weitere Ermittlung von Mordbeteiligten und für die Verfolgung eines zunächst geflohenen Mörders essentiell. Anhand der Publikation hat ein Passant den Mörder wiedererkannt/der Polizei gemeldet. Insoweit sind die Berichterstatter gewiss keine „Terrorhelfer“, sondern auch in Spanien dringend notwendig gewesen, um diese Terrorzelle zerschlagen zu können.

Wenn und solange einzelne autokratische Staatslenker und/oder  fanatisierte Imame generellen Hass gegen „den Westen“ schüren, mag die Verbreitung einer solchen Grundstimmung ebenso nachhaltig einen terroristischen Nährboden bereiten, der mörderische Eitelkeiten fördern kann. –  Frank Müller-Thoma


Leserbrief zu „Das potjomkinsche Paradies“ von Boris Schumatsky

für Ihren nostalgisch angehauchten Artikel über die Krim bedanke ich mich sehr, hat er mich doch selbst an unbeschwerte Sommertage in einer Begegnungsstätte für junge Leute im Jahr 1969 in Gursuf (Hursuf)erinnert. Meine Reise war damals vom CVJM organisiert und vom gesamteuropäischen Studienwerk in Vlotho inhaltlich vorbereitet.

Im Gedächtnis blieben mir besonders haften die angesetzten Diskussionsrunden, bei denen meine charmante russische Gesprächspartnerin keinesfalls über Politik, sondern ausschließlich über deutsche Literatur (Böll!!!) sprechen wollte, eine Gruppe von Tschechoslowaken, die Ihren Urlaub liebend gerne woanders in Europa verbracht hätten (Einmarsch 1968!!!) sowie einen russischen Jungdiplomaten auf meinem Zimmer, der sich darüber mokierte, dass so kurz nach Kriegsende schon wieder Deutsche auf der Krim „erschienen“ (mein Vater war als Soldat auf der Krim!).

Natürlich war diese Art von Kontakten damals noch neu, was man nicht nur daran merkte, dass unsere unerfahrene Gruppe beim ungewohnten Fahnenappell nicht in der Lage war, die deutsche Nationalhymne korrekt zu singen, sondern auch daran, dass eine heutzutage jederzeit unproblematische Komunikation mit einem strohblonden russischen Mädchen in einem Leningrader Amt „postlagernd“ hängen blieb.

Ich denke auch an die Kopftuch tragenden rundlichen Kwas-Verkäuferinnen, das trunken machende südliche Licht der an die französische Riviera erinnernden Landschaft, die weitläufige Promenade von Jalta – ganz ohne Parties, Autokorsos und Remmidemmi, wie sie sich vermutlich heute darbietet.

Vielen Dank nochmals für Ihren einfühlsamen Artikel, der all diese sehr positiven Erinnerungen wieder wach gerufen hat.  – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Der amerikanische Patient“ von Bernd Ulrich et al.

In diesem Artikel stehen viele gute und richtige Sätze. Es fehlt aber noch etwas, was zur Erklärung hilfreich wäre.

Das positive haben Sie beschrieben. 200 Jahre lang waren die USA die einzige Rettung für freiheitliche Geister, die sich nicht den hiesigen von Gott gesandten Feudalfürsten unterordnen wollten. Nur durch eine Flucht in die USA war es ihnen möglich, einer Knechtschaft zu entkommen. Und der  Krieg und Sieg über über den NS-Staat kann nicht hoch genug bewertet werden. Er hat riesige Opfer und Lasten bedeutet, um uns zu erretten. Heute sind uns die USA Vorbild in fast allen Fragen der Gesellschaft. Und wenn sich ein Europäer zwischen den USA und Russland entscheiden müsste, dann würden sich wohl alle  für die USA entscheiden.

Die hundert Jahre amerikanische Weltherrschaft beinhalten aber noch mehr.

1917 sind die USA in den Krieg gegen Deutschland eingetreten und haben damit den Sieg für Frankreich und England entschieden. Den Sieg für eine Allianz, die diesen Krieg, zumindest was Frankreich angeht, seit 20 Jahren vorbereitet hatte ( 1894 Pakt zwischen St.Petersburg und Paris). So wurde der Rachefeldzug Frankreichs  (für den verlorenen Krieg 1870, den aber auch wieder Frankreich eröffnet hatte) in diesem Falle durch amerikanische Hilfe mit einem Sieg für Frankreich abgeschlossen. Und dann haben die USA den Siegern freie Hand gelassen, in der Behandlung der Besiegten. Wilson hat zwar vom Selbstbestimmungsrecht der Völker gesprochen, die Alliierten haben aber eingeschränkt, es gilt für alle, aber nicht für die Besiegten. Und dadurch hat Frankreich Deutschland gedemütigt ohne Ende. Friedensvertrag von Versailles, Ruhreinmarsch 1923. General Foche hat 1919 verlautet, dies ist kein Friedensvertrag, dies ist ein Waffenstillstandsvertrag für 20 Jahre. ( Quelle Brockhaus). Selten hat ein Militär eine solche Sehergabe bewiesen. Bei fehlender Unterstützung durch die USA wären die Kriegsparteien zu einem Verhandlungsfrieden genötigt gewesen und Frankreich hätte keine Möglichkeit gehabt, Deutschland zu demütigen. Damit hätte auch der Faschismus in Deutschland keine Chance bekommen, und damit hätte es auch keinen zweiten Weltkrieg gegeben.

  1. 2.Weltkrieg Ein Krieg für die Menschlichkeit, aber nur erforderlich wegen des Einschreiten der USA  im 1.Weltkrieges.

1953 setzen die USA und England im Iran den demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mossadegh ab (er wollte die Ölfelder verstaatlichen) und ersetzen ihn durch einen Diktator (den Schah von Persien). Dieser gewährt den Beiden jetzt freien Zugriff auf die iranischen Ölfelder. Durch den Druck des Geheimdienstes flüchtet der Widerstand in die Moscheen und der Fundamentalismus entstand. Der uns seitdem bis heute nicht zur Ruhe kommen lässt.

1964 Vietnam. Dazu brauche ich nichts weiter anzumerken.

1970 in Chile unterstützen die USA den Widerstand gegen Allende. General Rene Schneider wird ermordet mit amerikanischer Unterstützung. 1973 erfolgt ein Militärputsch und Allende wird gestürzt. General Pinochet übernimmt die Macht. Wieder ist eine Demokratie mit amerikanischer Hilfe gescheitert.

1989 Durch geschickte amerikanische Außenpolitik brechen die UDSSR zusammen. Dieses ein sehr erfolgreiches Unterfangen der USA. Es wird der Fehler gemacht, das Russland nicht in den Westen eingebunden wird. Weil der Kommunismus am Ende ist, fühlt sich der Kapitalismus als Sieger und wird hemmungslos.

2001 Afghanistan Krieg. Er dauert bis heute an. Wir stecken mit drin. Endlose Opfer ohne Ende.

2002 Guantanamo Kriegsgefangenenlager auf Kuba. Gegen jede Rechtsprechung.

2003 Irakkrieg. Ein völkerrechtswidriger Einmarsch von USA und England. Der Zusammenbruch Syriens und die Flüchtlingskrise und der IS ein Folge dieses Einmarsches.

Heute. Entgleisung des Kapitalismus. Er hat zwar in der Vergangenheit einen wesentlichen Beitrag geliefert, um global den Lebensstandard anzuheben, heute steckt er aber in der Krise.

Die USA haben seit 100 Jahren viele Kriege geführt. Außer dem 2. Weltkrieg keinen mit Sinn. Im Gegenteil, die meisten haben nur endlose weitere Probleme bedeutet. Die USA haben von ihrer Bevölkerung riesige Opfer abverlangt und ihr unnötige Lasten auferlegt. Und dann haben sie einen Fehler gemacht. Die Elite hat sich nur für Erfolgreiche interessiert, die in der Regel ihre Produkte im Ausland herstellen ließen, mit der Folge, das ein großer Teil der Bevölkerung in die Armut gerutscht ist. Eine demokratische Weltmacht vergaß ihre Wähler.

Viele amerikanische Wähler haben von dem Weltmachtsgebaren ihres Landes nichts gehabt, im Gegenteil, die alten amerikanischen Träume gelten heute nicht mehr. Die hundert Jahre Weltmacht haben Frustration erzeugt. Und eigentlich hätte man dies vorher schon erahnen können. Zu viele Fehlschläge seit genau 100 Jahren. Das muss man in die Rechnung einsetzen. Große Teile der Bevölkerung waren es eben leid. Trump hätte bei einer positiveren Bilanz nie eine Chance gehabt. – Reiner Püschel


Leserbrief zum ZEIT Magazin

Diese Geschmacklosigkeit eines Martenstein im ZEIT-Magazin letzter Woche ist eine Sauerei und Zumutung ohnegleichen, ein Suhlen in der Gosse ohne Gefühl für Anstand! Nach wenigen Zeilen und einigen Stichworten im Text blätterte ich weiter – zu nachfolgenden sehr lesenswerten Berichten.

Bundestagswahlen 2017 – Freie Wahlen in Bayern?

Wenn ich will, dass Angela Merkel wieder Bundeskanzlerin wird, muss ich in Bayern CSU ankreuzen, wo man katholisch von jeher mit C schreibt und Herr Seehofer sich freut, dass er meine Stimme seiner Partei zurechnen kann. Was für ein Betrug! – Ilse Vogel


Leserbrief zu “ Die Gejagte“ von Martin Machowecz, Paul Middelhoff und Valerie  Schönian

Ich bin Rechtsanwältin und lese gerade mit Interesse den Artikel „Die Gejagte“. Mir gefällt er gut, es ist mir jedoch ein Fehler aufgefallen. Es heißt dort, es sei mit dem Verfassungsgeichtshof jetzt endlich ein ordentliches Gericht mit dem Fall beschäftigt. Der Verfassungsgerichtshof ist jedoch überhaupt kein solches ‚ordentliches‘ Gericht im Sinne des GVG!

Wenn schon geklärt werden soll, was hinter dem Fall steckt, würde ich mir auch die Verwendung korrekter Terminologien wünschen. – Regina Klein


Leserbrief zum Titelthema „Plädoyer für den Anstand“ von Axel Hacke

… nur ganz kurz: ich fand den artikel   -freundlich ausgedrückt-   belanglos,  eines blattes wie der ‚zeit‘ nicht angemessen, und ich frage mich, wie es auch noch zu dem aufmacher gerade damit  kommen konnte.  – achim lotz


Leserbrief zu „Entspannt euch“ von Daniel Hornuff

Das erstaunlichste an diesem Artikel ist die Inanspruchnahme des Begriffs der Wissenschaft. So wie Sie diese Betätigung im Spezialfall der Geisteswissenschaft verstehen, handelt es sich hier wohl eher um eine Meinungsbildung, in der natürlich gilt „Das geisteswisenschftliche Denken ist im Kern antidogmatisch. Es rechnet damit, dass die gebildete Erkenntnis schon im nächsten Satz widerlegt sein könnte“. In der Wissenschaft sollten Erkenntnisse, die diesen Namen verdienen, wohl (im Allgemeinen), wenigstens einige Zeit der Kritik standhalten.

Jede Wissenschaft, die diesen Namen verdient,  und nicht nur die Geisteswissenschaft ist antidogmatisch in dem Sinne, dass sie zwar auf bewährten Vorstellungen aufbaut, aber bereit ist, sie bei neuen Erkenntnissen zu verändern.

Und natürlich sollte der Name Wissenschaft den Bemühungen vorbehalten sein, die der Wahrheit dienen und für die nicht gilt „Die Wahrheit ist eine Ideologie, die die Geisteswissenschaften zu unterlaufen haben“. Das ist eine Denunziation aller Menschen und auch insbesondere der Wissenschaftler, die sich um die (Annäherung an die) Wahrheit bemühen. Auch der, durch tiefe Unkenntnis geprägte Satz  „…ist Sprache …und nicht wie in den Naturwissenschaften ein bloßes Mittel zur Veranschaulichung von Daten“, geht in diese Richtung.

Meinungsbildung dagegen sollte in Parteien und Vereinigungen stattfinden und nicht in wissenschaftlichen Bereichen der mit Steuergeldern betriebenen Hochschulen.  – Reinhard Schulz


Leserbrief zu „Wir Terrorhelfer“ von Bastian Berbner

Wenn es zur Gewohnheit wird, wird es zur Gewohnheit wenig Interesse zu zeigen. Es macht mich wütend, wie dumm und geradezu verblôdet die Menschen geworden sind. Ihr Autor ist weder dumm noch verblödet und das regt mich besonders auf. Wir haben fast alle Probleme importiert. Warum nur? Ich bin mit meinen Eltern aus der ehemaligen DDR geflüchtet, die war viel aufwendiger und gefährlich. Als wir West-Berlin erreicht hätten, kamen wir in ein Aufnahmelager, indem wir über ein Jahr wohnten eher wir in den Westen durften.  Wir hatten damit überhaupt keine Probleme. Wir waren froh im Westen zu wohnen . Wir hätten das auch länger ausgehalten. Die jetzige Politik ist ein Sammelsurium von ungelösten Problemen und das wird noch schlimmer kommen.  Die Politik wusste das, das damit zu rechnen war und schon seit längerem. Es wäre ein leichtes gewesen, an den Grenzen Europas solche Aufnahmelagern, wie seinerzeit in Berlin. Auch mit der entsprechenden Infrastruktur. Und mit der EU hätten wir auch weniger Probleme. Auch die EU-Staaten im Ostblock hätten zugestimmt, die zugeteilten Flüchtlinge an der Grenze zu betreuen. Da bin ich mir ziemlich sicher.  Wir hatten alle weniger Terror und weniger Kriminalität. Der zweite Schritt ist viel schwieriger in den Griff zu bekommen. Die Integration und Familiennachzüge sollten die Politiker sich abschminken. Nicht die Familien müssen auf Reisen gehen, sondern ihre Männer und zwar in ihre Heimat zurück. Das Land braucht sie viel dringender als Deutschland oder die anderen EU Länder. Nur in Ausnahmefällen sollte das genehmigt werden. Auf keinen Fall die gebildeten Araber, die werden im eigenen Land viel nötiger gebraucht.  Was ist das denn für eine Arroganz und ein Egoismus der Politik und mancher Unternehmer. Wir sollten darüber hinaus eher arabische Studenten aufnehmen, damit sie hier studieren können. Das wäre moderne und zukunftsweisende Politik. Und in dem Tempo sollten wir unsere Demokratie reformieren. Die Altvorderen haben nur Unheil angerichtet. Die „Gutmenschen“ mit Ihrem dummen Gehabe sollten nochmals die Schulbank drücken, um sie darüber aufzuklären, wie Politik eigentlich funktionieren sollten. Der Totalitarismus der falschen Toleranz hat Deutschland in seinen Bann geschlagen. Die „Gutmenschen“ sind keine Hilfe. Sie sind zur Plage geworden. Frau Merkel hätte längst das Rathaus verlassen müssen. Es wird gern über Donald Trump gelästert, weil er heute so und morgen so redet. Frau Merkel ist nicht viel anders.  Sie hat Glück, daß die Konkurrenz noch schwächer ist. Herr Schultz tut mir leid, der hat in seiner Fraktion Kollegen sitzen, die wenig taugen. Die SPD hat in erster Linie ein Personalproblem. Von Herrn Oppermann nimmt doch keiner ein Stück Brot mehr. Und bei Herrn Heil müssen erst seine Gesichtszüge entgleisen eher er ein Lächeln auf seine Lippen zaubert.  Ihr Autor macht am Schluß seinen Abgesang mit der AfD, die eigentlich wertvoller ist als die „Linken“, weil sie als einzige Partei eine echte Opposition darstellt..Egal wie man zu Ihr steht. Ein wirklicher Demokrat würde sich eher mit Ihr intellektuell auseinandersetzen. Aber in Deutschland scheint man nur dann demokratisch zu denken und zu handeln, wenn es einem in den Kram passt. Schöne Demokraten.  In Wirklichkeit steckt unsere Demokratie noch in den Kinderschuhen. Und zu dem Medien sei das gleiche gesagt. Die haben wahrscheinlich die Demagogie aus der ehemaligen DDR übernommen. Das ist doch wenig  Journalismus zu spüren wie ihr Kollege Friedrichs das vorgegeben hat. Nein, der große Selbstbetrug hat die heutige Generation um Ihre Zukunft gebracht.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Wut ist zu wenig“ von Armin Nassehi

Oh Gott- wer hat nur Armin  Nasseih dahingehend zugeredet, dass er sich in derartigen Weise gegen den schlauen, klugen Thomä ergießt? Schrecklich,  wie er den differenziert-sorgevollen   Artikel  von Dieter Thomä verunglimpft! Anstatt ihn zu ergänzen. Wäre natürlich möglich und wünschenswert! Wie klar wird dadurch der Ursprung der Misere.  Zwei Intelektuelle,   die sich ausstechen wollen anstatt angesichts der wachsenden Ignoranz zusammen zu stehen.  (Thomä kann natürlich weniger dafür als der überkritische Nasseih,  der ohne Not den viel mutigeren Kollegen angreift) Nasseih  hält sich an non-perfekten Formulierung von Thomä auf , anstatt die Fackel (der gerechten Empörung) weiter zu tragen.  Tut mir  beinahe körperlich weh.  Es gibt ganz andere Kämpfe die geführt werden müssten.  Gegen die populistischen Nationalisten  oder z.b. die „Klimawandel Zweifler“!  Wie kann man so blöd und gleichzeitig intellektuell wie dieser Nasseih sein?  Anstatt Erdgan, Trump und Co.  zu geißeln ergießt er seinen Frust auf den sehr schlauen , mutigen Kollegen. !?  – Claudius Merz

 

17. August 2017 – Ausgabe 34

Leserbrief zu „Die Schuld der Mütter“ von Rudi Novotny

Titel wie Die Schuld der Mütter kann ich echt nicht mehr lesen. Der Einfachheit halber Eltern gegeneinander auszuspielen, auch nicht. Ich vermisse einen wesentlichen Aspekt in Ihrem Artikel – die Rolle der Gesellschaft und der Arbeitgeber. Denn es sind sich viele Paare einig was die wesentlichen Fragen in puncto Kinderbetreuung, Haushalt etc. betrifft. Nicht nur ich, auch viele andere Mütter haben schon mehrmals zu hören bekommen: Sie haben Kinder – schaffen Sie das? Dass diese Frage Vätern niemals gestellt wird, ist der eigentliche Punkt. Denn das Misstrauen, „es“ zu schaffen ist es, weshalb Männer ihre (oft besser bezahlten) Jobs behalten während Frauen zurückstecken (müssen) bzw. schlichtweg gekündigt werden. Vor allem in ohnehin prekären Berufen ist das leider gar nicht so selten, auch im Journalismus.  –  Marlene Gölz


Leserbrief zu „Wahnsinn mit Methode“ von Jochen Bittner et al.

Dass eine Zeitung mit dem Anspruch und dem Niveau wie die ZEIT im o.g. Artikel Puerto Rico mit Costa Rica verwechselt hat mich sehr verwundert, erstaunt und auch verärgert. Zeigt das doch nicht nur eine fehlende Sorgfalt in der Recherche und im Lektorat, sondern auch eine gewisse Arroganz gegenüber lateinamerikanischen Kleinstaaten.

Kennen die Autoren tatsächlich nicht den Unterschied zwischen der „Schweiz Mittelamerikas“ und der karibischen, mit den USA assoziierten Insel? Das wäre betrüblich. Das schlimme an solchen vermeintlich kleinen Fehlern aber ist, dass man sich als Leser fragt, wie viele Fehler es gibt, die man nicht findet. So wird die Zuverlässigkeit des Mediums immer mehr untergraben.

Gerade in Zeiten der angeblichen „Lügenpresse“ wünsche ich mir mehr Sorgfalt auch in Details. – Oliver Dütsch


Leserbrief zum Titelthema „Warum sind die Steuern so ungerecht, Herr Schäuble?“

Unser Steuersystem geht davon aus, dass es gerecht ist, wenn starke Schultern mehr tragen , sprich höhere  Steuern zahlen als schwache Schultern. Wie es dazu kommt, dass der eine starke Schultern , der andere schwache Schulten hat, wird  unter dem Aspekt Gerechtigkeit leider nicht weiter hinterfragt. Das wird einfach als gegeben unterstellt. Nun werden starke Schultern zum Teil bereits in die Wiege gelegt und durch glückliche familiäre Umstände gefördert. In aller Regel  werden starke Schultern aber durch langjährigen engagierten Einsatz in Schule , Studium und Beruf gewonnen. Wer aus welchen Gründen auch immer keinen Schulabschluss und keine Ausbildung schafft, kann auf seinen schwachen Schultern natürlich weniger tragen  . So kommt es ,dass 10 Prozent der starken Schultern 50 Prozent der Einkommenssteuer aufbringen  und den schwachen Schultern überhaupt keine Einkommenssteuer abverlangt wird. Sie erhalten unter bestimmten Bedingungen stattdessen Zuwendungen von Seiten des Staates.

Mir erscheint das durchaus gerecht, wenn man nur auf die Tragfähigkeit der Schultern abstellt..

Ein gerechtes Steuersystem sollte allerdings auch darauf abzielen ,möglichst viele Bürger dazu zu motivieren , starke Schultern zu entwickeln. Es ist wie beim Sport : starke Schulter entwickeln sich nur durch engagierten Einsatz . Wenn dieser nicht gefordert  und geleistet wird und man auch ganz bequem ohne Einsatz über die Runden  kommt ,erschlaffen die Schultern. Die hohe Zahl von Menschen in unserer hochentwickelten Gesellschaft ohne schulische oder berufliche Abschlüsse und  die derzeit mehr als 6 Millionen Analphabeten in Deutschland lassen vermuten , dass für viele der Anreiz ,starke Schulter zu entwickeln ,nicht sonderlich ausgeprägt ist. Ein gerechtes Steuersystem sollte daher vor allem alle Maßnahmen fördern , die den Menschen dabei helfen ,eigenverantwortlich durch Bildung und engagierten Einsatz starke Muskeln zu bilden. – Dr. Roland Haselmann


Leserbrief zu „Auf der Spur der Insekten “ von Fritz Habekuss

Es besteht nicht der geringste Zweifel: Mit allen Insekten geht es seit Jahren bergab. Desgleichen mit der Vogelwelt. Die Netze der Spinnen bleiben leer. Die “ Silent nature“hat auch uns erreicht. – Manfred Schulz-Medem


Leserbrief zum Titelthema „Warum sind die Steuern so ungerecht, Herr Schäuble?“, „Filterblase?“ von Tin Fischer und “ Wie faschistisch ist Amerika?“ von Christian Caryl

Nach sehr langer Zeit habe ich endlich geschafft, meine Tränendrüsen von eingefrorener Flüssigkeit zu befreien. Wie ein kleines Mädchen oder eine zu Gänze zerschmetterte Frau. Wenigstens ein Lebenszeichen und nicht ein kalter schlüpfriger Stein…

Ich wusste zwar, dass ich kein Talent für Wünsche habe, aber hilflos zuzusehen, wie einer nach dem anderen zersplittert und zum Scherben-Häufchen wird, ist kaum zu ertragen.

Alle alten Bildern sind plötzlich lebendig geworden und liefen vor den Augen, wie in einem Film:

Mein Besuch bei Martha Argerich  (große Idolin seit der Schulzeit), VorführunVorführung eigener Ideen – im Wort und Tanz;g eigener Ideen;  ihr Interesse an Schirmherrschaft und Bereitschaft, an diesem Projekt baktiv mitzuwirken;mitzuwirken; freudige Reaktion ihres EMI-Agenten, der die Finanzierung gleich zugesagt hatte… Dann – Briefwechsel, weit fortgeschrittene Gespräche über Termine, Orchester, Dirigenten, andere Teilnehmer, über Honorare… Das Letztere ist mit Hilfe eines befreundeten SN- Musikkritikers gelaufen…

Mit dem plötzlichen Tod von Jürgen Grant (oder Grand?) war alles begraben und konnte nicht reanimiert werden – trotzt Interesse bzw. Begeisterung vieler Mächtigen.

So abgeschwächt, wie ich derzeit bin, darf an solche Dimensionen nicht einmal denken, aber wenigstens wünschte ich mir, dass ich DIE ZEIT und Hamburg mit meinen Traumbildern anstecken kann.

Für irgendwann… wenn ich mich erholt habe. Es gibt ja dort Neumeier-Ballett und sicherlich andere aufregende Kontakte zu aufregenden Künstlern.

Eine Stunde vor Abreise hat mich meinsich Gelegenheit ergab,(wusste gar nicht, dass er noch in mir lebt!) ins Museum für Kunst und Gewerbe geführt, wo sich eine Gelegenheit ergab. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Die Schuld der Mütter“ von Rudi Novotny

Dem Tenor von Rudi Novotnys Artikel ‚Die Schuld der Mütter‘ kann ich als Männer- und Vätertherapeut nur zustimmen: zu der Retraditionalisierung von Partnerschaften, nachdem ein Kind geboren wurde, tragen beide Geschlechter bei. Neben dem schnöden Mammon – Stichwort Gender Pay Gap – spielen die Vorstellungen von Männern und Frauen eine Rolle, dass Mütter in der Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern kompetenter sind. Wofür es in der Bindungsforschung keine belastbaren Belege gibt.

Retraditionalisierung hat – wie auch in dem Artikel von Novotny – ein schlechtes Image. Warum eigentlich? Im Vordergrund muss in den Familien doch erst einmal das Wohl der Kinder sein. Und denen scheint es doch erst einmal gut zu gehen und piepegal zu sein, wer mehr zuhause bleibt. Wenn ein Paar unter Berücksichtigung sämtlicher Vor- und Nachteile ein traditionelles Familienmodell lebt, dann finde ich diese Entscheidung nicht fragwürdiger, als wenn die Familienverantwortung von beiden Elternteilen gleich geschultert wird. Oder meinetwegen die Mütter ihrer Karriere nachgehen und die Väter sich mehr um die Kinder kümmern. – Johannes Vennen


Leserbrief zu „Sind Sie in Wahrheit konservativ?“ von Marc Brost und Stefan Schirmer

Den Ströbele,unseren  Kreuzberger Ströbele als (wenn auch unbeugsamen)Spiesser zu bezeichnen,führt natürlich zu der Frage, woran  Sie einen Spiesser erkennen? Am Marmeladekochen ,am Backen von Christstollen,an der Unzufriedenheit mit dem Establishment,oder an was?

Noch besser  als eine  z.B.(im Fall Ströbele) an  Widersprüchen scheiternde  Erklärung zu liefern, wäre  es schon,wenn Sie sich schlicht und einfach bei ihm und seinen Wählern und seinen  Nicht-Wählern entschuldigen würden. – Hans-Georg v.Bechtolsheim


Leserbrief zu „Hohle Worte“ von Caterina Lobenstein

Danke für Ihre sehr guten “hohlen Worte” und für das Aufzeigen, dass zu wenig getan wird.  Bei der Bekämpfung der Fluchtursachen (hauptsächlich Armut) und für die Entstehung von mehr Wohlstand und Sicherheit geht die von Karlheinz Böhm gegründete  Organisation Menschen für Menschen schon seit vielen Jahren einen prak- tischen Weg: in  ausgesuchten, armen Gebieten in Äthiopien, werden die Menschen unterstützt (Hilfe zur Selbsthilfe), durch die Anlage von Feldern (Saatgut, Gemüsepflanzen, Obstbäume), Aufzucht von Nutztieren (Hühner, Schafen), großflächige  Aufforstungsprojekte,  Bewässerungsanlagen (Brunnenbau, Quellfassungen, Wasserreservoirs),  Kredite für Frauen, um sich selbst durch wirtschaftliche  Maßnahmen ihr Leben  zum Positiven zu verändern.

Diese Maßnahmen und auch der Bau von Schulen (Grundschulen, Mittelschulen,  Landwirtschaftliche Kurse), Gesundheitseinrichtungen (Augenoperationen, Impfungen, Zugang zu Verhütungsmitteln etc.)  greifen ineinander, damit eine langfristige Wirkung erzielt wird und sich eine Region als gesamtes entwickelt.  So brauchen die Menschen ihre Heimat nicht zu verlassen und können  sich selbst ihre Lebensgrundlage nachhaltig verbessern. – Otto W. Beuchert


Leserbrief zu „Bloß keine Quote“ von Kolja Rudzio

Die von Herrn Schulz geforderten Innovationen für die Umstellung von Verbrennungs- auf E-Motoren finden, wie alle innovativen Ideen, nicht in wahlpolitisch orientierten Reden statt sondern im stillen Kämmerlein.  Nachweislich realistische Konzepte , die man Verbänden, Experten, Umweltorganisationen und diversen Parteien macht, werden entweder garnicht beantwortet oder lapidar mit einem Dankeschön für das große Engagement, der Betonung der Nichtzuständigkeit und einem Leitsatz aus der Organisationsstrategie hochtrabend beendet. Wieder andere verweisen auf ein Buch zu dem Thema, aus dem man weitere  Infos aus ihrer Arbeit entnehmen könnte.

Wir, zwei verrentete Dipl. Ingenieure aus der Raumfahrttechnik, wollten ohne Geldforderungen, lediglich aus moralischen und ethischen Gründen der Nachwelt einen Weg hin zum E-Mobil aufzeigen. Einen sofort möglichen Übergang, mit wenig Aufwand und unter Ausnutzung aller schon vorhandenen und praktizierten Techniken vorweisen, um nicht 20 – 30 Jahre lang hehre Ziele kontinuierlich zu verfehlen. Und dies ist möglich. Man muss es nur wollen!  Und gerade daran scheint es zu hapern. Eine intakte Umwelt geht eben nicht konform mit gewinnmaximiertem Machtgehabe.

Uns beiden, deren Restlebenserwartung eher gering ist, sollte das eigentlich egal sein. Im Hinblick auf die folgenden Generationen ist das aber für uns nicht tragbar.  Die anhängende kurze Vorteils-Darstellung des empfohlenen Antriebssystems zeigt einiges auf. Ob sich dafür noch jemand ehrlich zur Umsetzung interessiert? Unsere kompetente Unterstützung könnten wir demjenigen garantieren. – Klaus Kaeser


Leserbrief zu „Die privaten Krankenversicherungen nutzen Patienten als Versuchskaninchen“ von Jan Schweitzer

Der kleine Gesinnungsaufsatz von Herrn Schweitzer würde vermutlich anders klingen, wenn er – wie ich – in der eigenen Familie den Fall miterlebt hätte, dass viele Oberärzte ratlos waren und nur der Chefarzt die richtige Diagnose einer extrem seltenen Erkrankung fand – die ohne seinen Einsatz tödlich verlaufen wäre.

Wer dann noch die innovativen Medikamente betrachtet, denen der Gemeinsame Bundesausschuss einen beträchtlichen Zusatznutzen bescheinigt, würde feststellen, dass dort die Privatversicherten ebenfalls von Anfang an den Nutzen hatten, die gesetzliche Krankenversicherung hingegen erst nach langwierigen Bewilligungsprozeduren den Weg auch für ihre Versicherten geöffnet hat.

Und wer zudem die Tatsache zur Kenntnis nimmt, dass in der Gesetzlichen Krankenversicherung die Beiträge insgesamt pro Kopf von 2007 bis 2017 pro Jahr um 3,2% gestiegen sind, in der Privaten aber nur um 3,0 %, der kommt am Ende zu anderen Ergebnissen als Herr Schweitzer. Dass er im Krankheitsfall und bei Schmerzen lieber nicht zum Arzt geht, lieber keine Diagnostik nutzt und lieber kein Medikament nehmen möchte, ist sein gutes Recht. Ob es ein guter Ratgeber für andere Patienten ist, sei dahingestellt. – Stefan Reker


Leserbrief zu „Hohle Worte“ von Caterina Lobenstein

Für Ihre Autorin lautet die zentrale Frage bezüglich der Flüchtlingsproblematik, ob sich die Europäer an ihr Versprechen halten, Afrika bei der Bekämpfung der Fluchtursachen zu unterstützen. „Tun sie genug dafür, dass dort mehr Sicherheit, mehr Frieden und mehr Wohlstand entstehen können?“ De facto geht es in erster Linie um Letzteres, da der überwiegende Teil der sogenannten Flüchtlinge aus Wirtschaftsflüchtlingen besteht. Die These, den Migrationsdruck durch die Entwicklung der Herkunftsländer zu verringern, klingt gut, ist aber unrealistisch, denn Entwicklung lässt sich nicht einfach durch externe Leistungen herstellen.

Dies ist eine bittere Erkenntnis nach über 50 Jahren internationaler Entwicklungshilfe. Falls jedoch tatsächlich eine relevante Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Situation in den „armen“ Ländern eintreten würde, könnte dies paradoxerweise dazu führen, dass die Migration in die „reichen“ Länder sogar noch zunimmt, weil die Zahl der mobilitätswilligen und -fähigen Personen dadurch steigen würde. Ein beträchtliches Wohlstandsgefälle würde nämlich nach wie vor noch lange bestehen bleiben – mit dem Unterschied, dass es nun viel mehr Personen geben würde, die in der Lage wären, 5000 oder 10 000 Dollar für die Schlepper aufzuwenden. Eine Erhöhung der Entwicklungshilfe hätte also kaum einen Effekt auf die Reduzierung des bestehenden Migrationsdrucks.

Andererseits hätte auch eine Kürzung der Entwicklungshilfe kaum einen Effekt. Mit einer solchen Drohung wollen die Industrieländer bestimmte Entwicklungsländer zu „good governance“ bewegen. Die Kürzung der Entwicklungshilfe ist jedoch ein ganz stumpfes Schwert. Viel effektiver wäre die Drohung, illegal erworbene Vermögenswerte der sogenannten Eliten der armen Länder zu konfiszieren. Diese befinden sich nämlich zum größten Teil in Bankschließfächern westlicher Länder. Im Übrigen erkennt man im betreffenden Artikel einmal mehr eine gewisse Unwilligkeit, das Problem zu Ende zu denken. Nach einer zurückhaltenden Schätzung darf man wohl annehmen, dass mindestens 2 Milliarden von den derzeit über 7 Milliarden Menschen gerne in Deutschland leben würden.

Anhand solcher Größenordnungen zeigt sich die Kurzsichtigkeit der gegenwärtigen Debatte. Unter diesem Aspekt klingt es auch sonderbar, wenn die Autorin fordert, Europa solle die legale Zuwanderung erleichtern, um weniger illegale Migranten zu bekommen. Realistischerweise würde Europa in diesem Fall mehr legale Zuwanderer bekommen, aber genauso viele illegale wie bisher. Was in diesem Artikel überraschenderweise gefehlt hat, war der beliebte Hinweis auf die „europäischen Werte“. Hierzu eine kurze Anmerkung: Die Befürworter einer anhaltenden Armutszuwanderung nach Europa haben die europäischen Werte nicht gepachtet. Man kann das nämlich auch ganz anders sehen: Mit der anhaltenden Armutswanderung werden die europäischen Werte nicht verteidigt, sondern im Gegenteil gefährdet.

Falls die derzeitige Entwicklung nicht bald und entschieden in eine andere Richtung gelenkt wird, wird Vieles von dem, was unsere Vorfahren unter großen Mühen und Entbehrungen erkämpft und aufgebaut haben, dauerhaft geschädigt. Dies betrifft unsere sozialen Errungenschaften (z. B. die Gleichberechtigung der Frau, die Wahlfreiheit bezüglich des Ehepartners, die religiöse Toleranz, die Trennung zwischen Staat und Kirche, die hohen Ausbildungsstandards, die Arbeitsethik, das Sozialversicherungssystem u.a.m.), unsere kulturellen Traditionen, unsere Lebensweise, unsere Lebensqualität und letztlich auch unsere nationale Identität. Für ein humanitäres bzw. entwicklungspolitisches Engagement Europas bzw. Deutschlands bleibt trotzdem viel Raum, aber dieses sollte nach einer vernünftigen Abwägung aller relevanten Aspekte erfolgen und nicht durch externe Erpressung sowie interne Selbstbindung zustande kommen. – Dr. Manfred W. von Glehn


Leserbrief zu „Hohle Worte“ von Caterina Lobenstein

Wenn wir hier viele einfache Jobs für Afrikaner schaffen, kommt nach zehn Jahren der Soziologe und untersucht das Einkommensgefälle zwischen weiß und schwarz. Ergebnis: Dieses Land ist rassistisch (s. USA)!

Man kann nur jemandem helfen, der sich auch helfen lassen will und nicht bei jeder vorgeschlagenen Maßnahme (z.B. Kinderreichtum) „Kolonialismus“ schreit. – Werner Koetz


Leserbrief zur Grafik: „Trinkwasser“ von Matthias Schütte und Ricarda Richter

Interessant fand ich eure ZEIT Grafik zum Thema Trinkwasser.

Ich wohne in Berlin und trinke viel Leitungswasser, das sich hier häufig geschmacklich von Leitung zu Leitung unterscheidet. Daher muss ich oft an die Schadstoffbelastung durch die häufig uhralten Leitungen denken. Trotzdem fühlt das Leitungswasser sich für mich gesünder an als Wasser aus PET-Flaschen, das zusätzlich durch Weichmacher aus dem Plastik verunreinigt wird und man nichts über das Ausmaß der schädlichen Folgen für den Körper weiß.

Schade, dass diese Aspekte nicht in der Grafik auftauchen.  – Paul Auer


Leserbrief zu „Geht’s hier zur 1b?“ von Anna von Münchhausen

Ihre Geschichte vom ersten Schultag  hat mich gefreut. Mein Mann – Jahrgang 1952 – erzählt ähnliches. Seine Mutter, verwitwet auf einem kleinen Bauernhof im Schwäbischen, vorne und hinten kein Geld, viel Arbeit –  und keine Zeit, den jüngsten Sohn beim ersten Schultag zu begleiten (zu Fuß) „Mama wir müssen gehen“ „Ja ja ich komm gleich“. Worauf der Kleine allein losmarschierte. Aber nicht nur einen kurzen Weg: nein, etwa fünf Kilometer bis zum nächsten Ort, in dem sich die Dorfschule befand. Nachdem alle Kinder aufgerufen waren und er übrig blieb, fragte man ihn nach dem Namen und wo seine Mutter sei: “Dia hot koi Zeit ghet“….

Das Kind hat durch dieses Erlebnis keine traum