20. Juli 2017 – Ausgabe 30

Leserbrief zu „Im Zweifel für den Selbstzweifel“ von Maximilian Probst

Es ist die große Ironie des Textes, dass der Autor von Selbstzweifeln völlig ungestört scheint. So schreibt Mounk explizit, dass er keine Rückkehr zum unkritischen Geist der 50er Jahre wolle. Das aber übergeht der Autor, weil er verärgert über die Kritik an „seinen Idolen“ und „seiner Bewegung“ ist. Das zeigt sich auch in seiner Aufzählung vermeintlicher Sündenböcke, bei denen er „Gutmenschen“ und „Flüchtlinge“ nennt, nicht aber die Hassgegner der eigenen Seite wie „der Westen“ oder „die Marktwirtschaft“. Merke: eigene Kritik ist kritisches Denken, Kritik an den eigenen Positionen ist die Suche nach Sündenböcken. Was hat das mit Selbstzweifeln zu tun? Die sucht man im Text jedenfalls vergeblich.  – Jan Alexander


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

Danke für die (Print)-Veröffentlichung dieses Beitrages, heute auf der Titelseite. Es ist sehr gut, dass die Automobilindustrie und die Verantwortlichen bei der Aufsicht (einschließlich der Regierung) ohne Umschweife klar und deutlich kritisiert werden. Und: „Die Zeit hat diese Sicht lange mitgetragen“. Fähigkeit zur Selbstkritik ist eine hohe Tugend. – Rob Maris


Leserbrief zum Wochenmarkt „Mousse au Chocolat“ von Elisabeth Reather im ZEIT Magazin

Eine schöne Idee ein einfaches Rezept für eine Mousse au Chocolat zu präsentieren und dazu eine englische Kochkolumne vorzustellen. Aber ich habe eine Anmerkung: man sollte das Wasser, über dem die Schokolade geschmolzen wird, auf keinen Fall kochen lassen! Wenn Schokolade zu heiß wird verbrennt sie, also auch das Wasserbad nur leicht erhitzen (40°C) und die Schololade langsam darüber schmelzen.

Ich habe diesen Fehler selbst gemacht und war etwas enttäuscht von einem Rezept im Zeitmagazin, dass genau dieses Vorgehen empfohlen wird.  – Thilo Stumpf


Leserbrief zu „Verdienen wir an Griechenland?“ von Lisa Nienhaus

„Wir wüßten es nicht genau?“ Es ist wie es ist:

Dass die Schulden Griechenlands zurückgezahlt werden, ist kaum zu erwarten, auch kaum möglich. Fällige Darlehn werden doch nur gegen neue mit immer längeren Laufzeiten getauscht. In Bilanzen müssten die Werte deswegen halbiert werten. Nur in den Staatshaushalten dürfen sie noch zum Nennwert stehen. U.a. damit Herr Schäuble seine schwarze Null verteitigen kann. Deswegen wehrt es sich so vehement gegen einen Schuldenschnitt.

Fair wäre es, Griechenland wieder die Drachme einführen zu lassen, es weiter von der EU zu unterstützten (etwa die Drachme auf etwa 50% zu halten), aber es seine eigenen Entscheidungen wieder selbst treffen zu lassen.

Verdienen tut allenfalls die Exportindustrie, von der Rüstung bis zu den Automobilen, die Griechen nur über Target2-Pump bezahlen können. – Gerhard Schroeder


Leserbrief zu „Börsenschreck Christian Lindner?“ von Mark Schieritz

Am allerwichtigsten wäre es wohl, dass die FDP mit Christian Lindner wieder in den Bundestag einzieht, um jene EURO-Politik, die Herr Schieritz mit „Kompromisse finden“ und „Gesicht wahren“ offensichtlich als notwendig erachtet, als das zu benennen, was sie in Wirklichkeit ist, nämlich eine Politik des „Durchwursteln“ und der geduldeten Regelverstöße zu Lasten der Steuerzahler und Sparer. – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Downtown Teheran“ von Christine Lemke-Matwey

Dass die Produzenten der US-Fernsehserie „I Dream of Jeannie“ sich Ende der Sechzigerjahre von der Uniform der Iran-Air-Stewardessen inspirieren ließen, ist schlicht unmöglich, weil die Damen bis 1979 keinen Schleier und kein Kopftuch trugen. Siehe die beigefügten Fotos! – Jürgen Thiede


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

Die Automobilindustrie hat Jahrzehnte lang den Umstieg auf alternative Energien boykottiert und schlussendlich den Wandel verschlafen. Ein Elektroauto ist nicht einfach ein herkömmliches Auto, bei dem man den Motor austauscht und das Getriebe weg lässt. Hier muss komplett neu gedacht werden. Dazu ist die konservative Automobilindustrie meiner Erfahrung nach nicht in der Lage. VW, Mercedes etc. wird es ähnlich ergehen wie Siemens bei der Mobiltelefonie, Kodak bei der Digitalfotografie oder Nokia durch die Smartphones. In den kommenden zehn Jahren werden wir weltweit einen kompletten Wandel der Mobilitätsindustrie erleben. Es ist nicht einmal sicher, ob das Elektroauto das Rennen macht, vielleicht boomen Personen-Drohnen oder noch revolutionäreres. – Martin Novotny


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Eigentlich kann ich Ihren Artikel unterschreiben. Ein Ergänzung hätte ich aber. Ich selber bin der Meinung, es geht bei uns ungerecht zu.

Warum? :

1.)         In meiner früheren Firma, ich bin inzwischen verrentet, waren die Putzfrauen früher bei der Firma angestellt und haben Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. In den 90ziger Jahren wurden diese ausgelagert. Jetzt wurden Putzfirmen beschäftigt, die ihre Kräfte mit Kleinbussen Abends aus der Rhön herbeigeschafft haben. Für 2 Stunden Putzen haben diese 10 DM damals bekommen und waren 4 Stunden unterwegs dafür. Sozialversicherungsbeiträge haben diese natürlich nicht gezahlt. Inzwischen werden sie hoffentlich den Mindestlohn bekommen nominell.

Die Pförtner waren früher Mitarbeiter, die aus irgendwelchen Gründen die Schichtarbeit nicht mehr schaffen konnten und nun auf diesem Posten ihr Gnadenbrot bekamen. Inzwischen sind es alles Angestellte von Sicherheitsdiensten mit Stundentarifen.

Das hier eingesparte Geld wird in erhöhte Vorstandsbezüge gesteckt, weil diese Herren es so dringend brauchen. Inzwischen ist das Auslagern von Tätigkeiten zur Norm geworden. ( Das sich die Gesellschaft für diese Entwicklung nicht schämt, ist für mich nicht zu verstehen.)

2.)          Die Scheinselbständigkeit zwingt Zeitgenossen, sich auf ihr eigenes Risiko hin zu verschulden. Und nachher fahren sie wie die Bekloppten z.B. Pakete für die Post aus, um überhaupt auf ihre Kosten zu kommen. Der dadurch bedingte billige Paketversand macht größere Umsätze bei den Versendern möglich. Der Staat sorgt für Geschäfte bei den Internetversendern!!!!

3.)         Während Österreich z.B. die Altersvorsorge für Angestellte und Beamte zusammengeführt hat, ist dies bei uns nach wie vor getrennt. Mit dem Ergebnis, das die Bezüge in Österreich spürbar höher liegen als in Deutschland.

4.)        Geringverdiener können sich in Zukunft in vielen deutschen Städten keinen Wohnraum mehr leisten. Sie bewegen sich auf einem Niveau von Personen, die in ihrem ganzen Leben noch nie gearbeitet haben und zum Schluss aber ähnliche Bezüge erwarten können.

5.)        Um vor Gericht sein Recht zu erstreiten, muss man gut betucht sein. Arme Zeitgenossen haben nicht das Geld, ihr Recht zu erstreiten.

Bisher verkaufen wir im Jahr noch für 200 Mrd. € Automobile. Unsere hochbezahlten Automobil-Vorstände haben es aber nicht für nötig befunden, dieses Geschäft abzusichern. Durch den Dieselskandal und die Elektromobilität wird dieses Geschäft in nicht allzu ferner Zukunft spürbar zusammenschrumpfen. Wenn dieses Geld nicht mehr da ist, wird  manches anders aussehen.

Die Idee der SPD war eigentlich gut. Man hat nur 3 Fehler gemacht: Die Zeit ist noch nicht reif dafür. Man hat das Thema nicht so aufgearbeitet, das sich eine Mehrheit davon angesprochen fühlte. Der Mann, Martin Schulz, ist nicht überzeugend. – Reiner Püschel


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

Ich bin mit Ihrer Meinung völlig einverstanden, aber der Harnstoff ist so widerlich wie auch andere chemische Produkte, seien es Waschmittel, Nagellackentferner, Düngemittel etc. Der widerliche „Harn“ im Harnstoff führt u.a. dazu, daß  die 5-20% Harnstoff in Hautpflegemitteln verschämt zu „Urea“ werden. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu „Die Frau im Haus“ von Cathrin Gilbert

Obwohl ich kein Freund vom Frauenfußball bin, schaue ich mir doch mal ein Spiel an, um zu wissen, wie die Frauen Fußball spielen. Ich kann alles bestätigen, was Ihre Autorin Cathrin Gilbert schreibt. Sie sollten nicht die Männer imitieren. Nicht nur weil der Vergleich hinkt, sondern auch wegen der vielen Fehler, die auch bei den Männern zu sehen sind. Fast alle weiten Pässe kommen nicht an. Bei den Eckbällen ist es nicht viel anders. Das Gefühl für solche Pässe ist verloren gegangen. Viel zu weit, viele Bälle landen im aus. Das ist auch bei den Frauen zu beobachten. Die Torschüsse ist ein Jammertal.  All das habe ich auch bei den Frauen festgestellt. Entweder zu hoch oder daneben. Die Trainer sind das Übel.  – Gunter Knauer


Leserbrief zum Titelthema „Hauptsache, Ego“

Hallo – was geschieht?: BER !

Systemtechniker wissen um die Probleme komplexer Systeme. Als überzeugte/gelernte Teamarbeiter leisten sie sich keine Egoismen. – Klaus-Eberhard Braatz


Leserbrief zu „Rote Chucks und Wohlstandsbauch“ von Johannes Dudziak

Im Artikel über Union Berlin von Herrn Dudziak heißt es heute, Hansa Rostock würde in der Regionalliga spielen. Dem ist nicht so. Hansa spielt in der bundesweiten 3. Liga. Sollte man auch ohne Wikipedia wissen, wenn man bei Ihnen auf der Seite über Fussball im Osten schreiben darf. – Sebastian Draeger


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

In der aktuellen Ausgabe der ZEIT las ich zunächst den Artikel über den „Gleichklang der Medien“, die Flüchtlingsproblematik betreffend. Danach las ich den Artikel über die SPD mit Martin Schulz.

Nun wundere ich mich doch sehr, wie sich alles wiederholt zum Thema Gleichklang der Medien.

Zur Zeit findet ein SDP – Schulz-bashing in fast allen Medien statt. Auch ich hatte vom Programm der SPD weitreichendere Reformen erwartet.  Wie wäre es wenn Sie die SPD ermuntern würden, mit Mut dringende Reformen anzugehen, mit konkreten Vorschlägen bitteschön. Meckern kann schließlich jeder.

Übrigens: Auf eine taktierende Kanzlerin ohne Zukunftsvision habe ich auch keine Lust. Sie werden mir antworten, dass die ZEIT sehr ausgewogen berichtet. Stimmt, so ausgewogen wie die Kanzlerin! – Christa Zimmermann


Leserbrief zu Prominent ignoriert „Belastung Kind“ von GNR.

Die Menschheit ist zur Zeit dabei, sich durch zu viele Nachkommen selber abzuschaffen. Reproduktionsverzicht ist nicht das letzte, aber anscheinend das größte Tabu. Würde es endlich fallen, hätten wir vielleicht noch eine Chance. – Sabine Brandenburg-Frank


Leserbrief zu „Keiner war’s gewesen“ von Charlotte Parnack

Es gibt Millionen Zeugen. Das Fernsehen hat es möglich gemacht.  Diesmal nutzten keine Rechtfertigungen. Es macht es nur noch schlimmer. Die SPD reitet sich immer mehr in die Bedeutungslosigkeit. Martin Schultz erfindet die Ungerechtigkeit in unserem Lande. Deutschland strahlt über Europa hinaus.  Obwohl auch die CDU Mist gebaut hat. Ich denke da nur an unsere Bildung und Flüchtlingspolitik. Aber das haben die Wähler überraschender Weise mitgetragen.  Was ist das alles für ein Personal.  Diese Partei habe ich mal gewählt.  Solange solche Leute wie Oppermann die Politik maßgeblich mit gestaltet hat, der ein vertrauliches Gespräch in seiner Partei breitgetreten hat und einen Politiker  über die Klinge hat springen lassen, von dem kann man sich doch nicht regieren lassen.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Musterschüler“ von Arnfrid Schenk und Martin Spiewak

Deutschland wird nie nach der Pfeife Erdoğans tanzen, auch wenn er sich dadurch unverstanden und verraten fühlt und glaubt in seiner Ehre gekränkt zu werden. Kein Politiker Deutschlands wird  jemals versuchen unabhängige Gerichte zu beeinflussen und damit den deutschen Rechtsstaat auszuhebeln, nur um Erdoğan einen Gefallen zu tun. Deutsches Recht wird in Deutschland immer Recht bleiben! Da kann der türkische Präsident sagen was er will und kopfstehen. Es wird sich daran nie etwas ändern. Erdoğan muss lernen Deutschland zu respektieren! Sonst beweist er nur, dass die Aussage „Man kann Erdoğan nur von seiner eigenen Wahrheit überzeugen!“ stimmt. Es mag auch auf Erdoğan zutreffen, dass, wenn er sein Selbstwertgefühl von der Ehre abhängig macht, die ihm entgegengebracht wird, er seinen wahren, inneren Wert nie finden wird.

Erdoğan beherrscht das kleine Einmaleins des Diktatorentums perfekt. Wer für mich ist, ist für Gerechtigkeit, für die türkische Bevölkerung und für die Türkei! Wer gegen mich ist, ist ein (Gülen-) Terrorist! Deutschland schützt Gülen-Anhänger und Gülen Schulen, deshalb ist Deutschland für Erdoğan wahrscheinlich „Terroristenland“ und „Terroristenparadies“! Zumindest schützt Deutschland, seiner Meinung nach, Terroristen! Erdoğan betreibt-möglicherweise-mit dieser Unterstellung schon „politischen Ehrenmord“ an Deutschland. Auge um Auge, Ehre um Ehre sozusagen.

Die Türkei ist nicht alleine auf der Welt und deshalb unter anderem auch von Deutschland abhängig. Deshalb muss sich Erdoğan nach der Decke strecken. Nur in der Türkei darf er in den Himmel wachsen und über Halbmond und Sterne bestimmen. Wer aber nach den Sternen greift, verliert oft seine irdische Heimat und zertritt dabei den Garten, in dem wir alle leben. Es gibt noch andere Sprichwörter, die sich Erdoğan zu Herzen nehmen sollte. „Je höher man steigt, desto tiefer fällt man (früher oder später).“ wäre so eines. Ikarus könnte ein Lied davon singen. Hochmut kommt immer vor dem Fall! – Ing. Egon Hofer


Leserbrief zu „Unser Lehrer Doktor Blex“ von Christian Schweppe

Ich bin perplex, weil es den Typ, den Doktor Blex verkörpert, noch immer gibt. Mein Lehrer (vor über 40 Jahren!) hieß Prof. B., er war ein hochbegabter Techniker und bewunderte die „technikfreundlichen Nazis“, obwohl sein Vater, nach einem Aufenthalt in einem Konzentrationslager, gezeichnet und todkrank, verstarb. Wie er das unter einen Hut bringen konnte, ist mir bis heute ein Rätsel. Am liebsten stritt er mit einem sozialdemokratischen Politiker und Kollegen darüber, ob Stalin oder Hitler der größere Verbrecher gewesen sei. Blex erinnert mich frappant an Prof. B. Dr. Blex könnte sein Bruder sein. „Unter den Nazis konnten Techniker schalten und walten wie sie wollten, da wurden sie noch gewürdigt und konnten deshalb auch Besonderes leisten!“, war einer der Lieblingssprüche von Prof. B. Von den beiden damaligen Großparteien in Österreich, mit ihrem Parteibuchzwang in die Enge getrieben, sympathisierte er schon mit der FPÖ, bevor es Jörg Haider gab.

Ich hatte sofort ein Déjà-vu der besonderen Art, als ich über Dr. Blex las. Besonders hochbegabte Menschen schließen manchmal von ihren hohen Kenntnissen in einem Spezialfach auch auf ihre außerordentliche Menschenkenntnis und auf eine allumfassende „Weltkenntnis“, was ein fataler Fehler ist! Manche hochbegabte Menschen haben in ihrer Persönlichkeit viele kleinkindhafte Anteile, die sie leider manchmal mit Allmachtsfantasien auffüllen. Dr. Blex scheint mir so ein Mensch zu sein. Er hält seinen Kopf hin für eine Ideologie der AfD, die er nie ganz verstehen wird. Aber sie macht ihn, den kleinen Außenseiter plötzlich ganz groß und bedeutend. Die AfD verleiht ihm quasi Flügel! Sie macht ihn glauben, dass ausgerechnet er die Welt retten kann und auch wird. – Ing. Egon Hofer


Leserbrief zu „Keiner war’s gewesen“ von Charlotte Parnack

Das ist seit vielen Jahren typisch für die Nachbeurteilung von aus dem Ruder gelaufene Großereignisse: Politiker, Polizei und Gott weiß, wer noch, sind schuld, bloß nicht die Radaumacher, die haben ja „bloß reagiert“. Als eine der ersten hat Frau Kipping versucht, die Schuld für die Krawalle der Polizei in die Schuhe zu schieben. Jetzt springen viele auf diesen Zug auf, leider auch DIE ZEIT. Die Krawalle werden dazu benutzt, Vertreter des Staates „in die Pfanne zu hauen“. Ganz pauschal. Das macht offensichtlich Spaß. Aber im Ernst: hätte die Polizei in die Menge geschossen, wär’s auch nicht recht gewesen.

Die Demokratie tut sich sehr, sehr schwer mit Leuten, die sich nicht an die demokratischen Regeln halten, besonders, wenn sie als Masse auftreten. – Günther Lettau


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Seit Monaten suche ich einen interessanten Gedanken oder ein sehenswertes Foto auf den Seiten, die das Zeitmagazin Ihnen dieses Jahr zur Verfügung stellt (und für die Ihnen vermutlich Honorar bezahlt wird) – bisher vergeblich. Passiert in Ihrem Leben nichts, das spannender ist, als die Frage Berlin, London oder doch New York?

Liebes Zeitmagazin,

gibt es tatsächlich keine zeitgenössischen Fotografen, denen es egal ist, was „modern“ wirkt; und es nicht „toll“ finden, nichtssagende Details oder ihre eigenen Füße zu fotografieren?

Diese beiden Seiten sind Woche für Woche so belanglos, dass es fast schon weh tut. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Fotografie-Reihe fortgesetzt würde. Aber bitte auf etwas höherem Niveau. – Claudia Wagner


Leserbrief zu „Recht und Hetze“ von Birgit Hofmann

Mit großem Interesse habe ich den Beitrag: Recht und Hetze von Birgit Hofmann gelesen.

Bei der jüngsten Durchsicht unserer Familiendokumente bin ich auf Korrespondenz meines Großvaters gestoßen, die sich mit der Suche nach den jüdischen Wurzeln seiner Familie befasst, die bis ins 18. Jhrh. zurückreichen. Hierbei stieß er auch auf das Problem des latenten Antisemitismus in Bayern um die Jahrhundertwende 1899/1900. wie folgende Kopie zeigt.

Mein Großvater entstammt  einer bereits in dritter Generation im Jahr 1800 nobilierten jüdischen Familie, die in hohe protestantische Kreise geheiratet hatte.

Als seinerzeit, 1899,  junger Leutnant der Bayerischen Armee hat ihn dieser Schmähbrief (s.u.) mit „Fahrkarte nach Jerusalem ohne Rückkehr“ offenbar sehr getroffen. Der anonyme Absender des Brief kam aber wohl aus seiner unmittelbaren Umgebung. Er hat diesen Brief mit Kuvert zu seinen Akten genommen, sodass er jetzt auf seine Enkel kam.

Seine Familie spiegelt die in Ihrem Betrag behandelte Thematik bis in die 30er Jahre des 20. Jhrh. sehr treffend wider, weshalb Sie diese Information vielleicht interessiert. – Prof. Dr. med. H. J. Diesfeld


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Ihr Artikel „Bloß starke Worte“ trifft es genau, und dass es so ist, nach meiner Meinung: auch ganz gut so. Meine Sorge ist weiterhin, dass die Wahlbeteiligung, weil alles so schön ruhig verläuft, wieder zurück gehen wird. Deshalb wird die Liedbegleitung zum Wahlkampf nach Kräften verstärkt! – Winfried Huyer-May


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Danke Frau Hildebrandt, Sie beschreiben das „Dilemma“ der SPD sehr treffend. Wenn Schulz im Zusammenhang mit der Politik der Bundeskanzlerin vom Anschlag auf die Demokratie redet, verschweigt er sehr gerne, dass seine Partei diese Politik maßgeblich mitgestaltet.  Der Ausdruck  „Anschlag auf die Demokratie“ passt aber eher zu einer Maßnahme, die ein SPD-Kanzler ergriffen hat: die Abschaffung der Parität bei den Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung.  Auch darin liegt ein „schmutziges Geheimnis“ der SPD – nur glaubt Schulz wohl, das sei doch längst vergessen. Da irrt er aber.

Würde Schulz, was er sagt ehrlich meinen, dann hätte er die SPD dazu bringen müssen, noch  in der jetzigen Koalition  ein Gesetz einzubringen, dass  die Teilung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder einführt und alle die entlastet, denen jeder Cent, den sie für die Zusatzversicherung ausgeben müssen, fehlt.

Dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich den Beitrag geteilt haben, das war ein Baustein unserer sozialen Marktwirtschaft, den die SPD zur Seite geräumt hat. Und sie hat damit die getroffen, die sich nicht wehren können. Soziale Gerechtigkeit fängt für mich damit an, erkannte Ungerechtigkeiten abzuschaffen.  So lange diese Ungerechtigkeit nicht abgeschafft ist, muss mir keiner von sozialer Gerechtigkeit und Chancenkonten reden.

Mir hat dieser Tage eine Frau ihren Rentenbescheid gezeigt: Rente: 272,22 € –  KrVers 19,87 €  – Zusatzbeitrag 2,99 € – Pflegeversicherung 6,40 €. Bleiben: 242,96 €.

Natürlich kann man jetzt sagen – die 2,99 € hätten der Frau auch nicht aus der Falle geholfen, aber man kann das auch anders sehen. EON hat im ersten Quartal 2017 über 3 Mrd. € verdient. Gäbe es die paritätische Verteilung der Kosten, wären es vielleicht nur 2,9 Mrd. € gewesen, hätte man das den Aktionären nicht zumuten können?   – Karl-Heinz Niwek


Leserbrief zu „Unser bedrohtes Gold“ von Andreas Sentker

Schön, daß Sie schreiben wie die Fruchtfolge vernachlässigt und die Chemieindustrie Ihren Teil beiträgt – aber das ist, was die Komplexität des Themas angeht zu dünn:

Kein Wort zu nachhaltiger Landwirtschaft, zu Maßhalten etc. Kein Wort zur gesellschaftlichen Dimension des Desasters mit der industriellen Landwirtschaft, zur schleichenden Vergiftung unserer Lebensmittel und zum Zustand der Böden durch Kunstdünger und schwere Maschinen.

Hier hätte noch ein großer Artikel dazu gehört, ein Appell an unsere Vernunft und unser Einkaufsverhalten! – Peter Stephan


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

neben der exzessiven Gewalt von vermutlichen „Intensivtätern“  war ich erschüttert, über den Mangel an Fürsorge dieses Staates für seine Polizeibeamte.

Ich nehme nicht an, dass ein Staatssekretär oder irgendeine Person seines Mitarbeiterstabes auf einem Fußboden neben seiner Dienstausrüstung schlafen musste.

Oder sind Ihnen derartige Meldungen bekannt? Sind denn die Polizeikräfte, die diesen Staat sichtbar gegenüber den Bürgern – auch gegenüber den gewaltbereiten – vertreten,   Menschen zweiter Klasse?

Welche Erfahrung wird also ein solcher Polizist von diesem Gipfel mitnehmen? Wie wird er künftig  sich und seinen Wert – und die Bedeutung seiner Arbeit für unser Gemeinwohl  – einschätzen?

Was hat das für langfristige Auswirkungen auf den Zusammenhalt in dieser Gesellschaft ,  auf die Motivation  heutiger und künftiger Generationen von Polizisten? Gleichzeitig weiss ich, dass auch andere Beamte, die nicht gerade an der Spitze der Hierarchie stehen, ähnliche Umgangsweisen erfahren.

Auch sie fragen sich, welchen Wert diese Gesellschaft ihrer Arbeit beimisst und wie loyal sie einem Arbeitgeber sein müssen, der ihnen gegenüber einen derartig eklatanten Mangel an Fürsorge erkennen lässt.

Ich denke, dieses Thema müsste  in aller Offenheit  und in breiter Öffentlichkeit diskutiert werden.  Auch hier geht es um „das Thema Gerechtigkeit“ des SPD Kanzlerkandidaten. Die Ungleichheiten sind eben auch vom Staat als Arbeitgeber verursacht. Warum berichtet darüber niemand? – Dr.C.Heusgen-Schloter 


Leserbrief zu „Recht und Hetze“ von Birgit Hofmann

Solange ich zurückdenken kann gibt es kein Gesetz, das den Hass vieler Menschen gegen Juden beseitigen könnte. Ähnlich geht es den Romas und Sintis (Zigeuner). Die Juden sind in den Augen vieler Menschen  „Unmenschen“. Und die „Zigeuner“ sind arbeits-und lernscheu.  Ich selbst habe mit Juden keine guten Erfahrungen gemacht. Und trotzdem würde ich keinen Juden hassen wollen.   – Gunter Knauer


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

Die Berichterstattung zu Gewalt und deren Folgen jedweden ideologischen Hintergrundes ist offensichtlich ein einträgliches Geschäft.

Politik versucht sich zu profilieren, viele Menschen bekommen Angst, Polizei, Staatsschutz und Geheimdienste werden ausgebaut, Medien sind ganz vorne präsent und berichten gerne live. Einiges scheint wie Frontberichterstattung. In manchen Beiträgen ist von Krieg und Schlachten die Rede.

Dabei wären die Fakten schlicht zu betrachten. Unabhängig von der Ideologie der jeweiligen Täter bzw. Täterinnen, seien es Autonome, Linke, Rechte – sie bekennen auch in HH dabei gewesen zu sein- , Islamisten, Hooligans – auch der Versuch kann strafbar sein-… – Polizisten/innen üben manchmal ebenfalls Gewalt aus -, bleibt im bundesrepublikanischen Rechtsstaat eine Tat eine Tat, ein/e Täter/Täterin ein/e Täter/Täterin, ein Opfer ein Opfer, ein Delikt ein Delikt bzw. eine Straftat. Aus meiner Sicht haben die verfassungsmäßig agierenden „Sicherheitsdienste“ alle Bürger zu schützen, für Sicherheit zu sorgen und Straftaten zu verfolgen. Anhand der Beweislage urteilen dann Gerichte über Täter/innen.

Jede Tat ist unabhängig von ihrem ideologischen Hintergrund zu verfolgen und zu ahnden. Eventuelle Unterstützer/innen sind entsprechend der gesetzlichen Regelungen ebenso verantwortlich.

So gesehen sollte am Beispiel der Roten Flora in Hamburg bewiesen werden, wer, wann, wie, für wen, welche Tat unterstützt hat. Die Polizei ist auch in Hamburg ihrer Schutzpflicht nur unzureichend nachgekommen. Inwieweit den Opfern geholfen werden kann, bleibt unergründlichen. Materielle Schäden sind ersetzbar, seelische oder traumatische Erfahrungen bleiben für viele offen. Der Vertrauensverlust ist massiv. Auf diesem Hintergrund sollte die Situation auch bezüglich der Roten Flora und anderen Zusammenhängen bzw. Zusammenschlüssen betrachtet werden. In jedem Fall scheint mir für den gesellschaftlichen Frieden ein integrierendes Vorgehen unbedingt erforderlich. – Rolf Scheyer


Leserbrief zu „DIe Start- Up Omas“ von Jens Tönnesmann

Völlig unkritisch wird in ihrem Beitrag gefühlte 100 mal der Begriff „Oma“für Anfang 50 jährige hart arbeitende ,  mies bezahlte  Frauen verwendet…mag sein,dass es in der „Gründerszene „so Brauch sein mag.,aber warum adaptieren sie unkritisch diesen Quatsch?.ich finds respektlos und herabsetzend.ICh bin stolz,wenn mich meine drei EnkelInnen “ Oma“ nennen.Aber nur die.Nicht Opa Tönnenmann. – Tina Kohaus


Leserbrief zu „Geduldete Gewalt“

„Wir sind die Kirche“ und der Aufschrei von Gewalt und Missbrauch in der katholischen Kirche. Gewalt und sexueller Missbrauch nicht nur unter dem Bistumsleiter Gerhard Ludwig Müller. Wegschauen und Verheimlichen im Ordinariat. Aus der Zeit N° 30.   Was bedeutet dieses auf Gott bezogen?  Gesetzt und Freiheit  Das Gesetzt ist der Ausfluss der Weisheit und der unteilbaren Einheit Gottes. Das Gesetzt ist ewig, wie der, von dem es ausgegangen. Gesetzlosigkeit würde jede Freiheit unmöglich machen, da diese nur in der Vollkommenheit zu finden ist. Das ewige Gesetz verwandelt sich uns zu Gesetzen, dem Bedürfnis der unvollendeten Schöpfung entsprechen.  Gesetz ist, dass jeder Geist die Vollkommenheit seiner Individualität erreicht, dass gewordene Vollkommenheit sich nicht mit ewiger Vollkommenheit vermischen kann. Gesetze sind: Arbeit und Sühne, Solidarität der Geister und all die Naturgesetze, deren Verwandlung mit jener der Natur verbunden ist. Die Liebe ist die Vollendung der Gesetze. Durch die Gesetzesführung erreicht der Geist seine Vollkommenheit, und diese erhebt ihn über alle Gesetze, da die Vollkommenheit der Liebe und der Erkenntnis sein Führer geworden; sie erhebt ihn über die Gesetze, weil er in den Lichtkreis des höchsten Gesetzes eingetreten ist. Aber die Gesetze wirken weiter, Welten führend und erlösend.   Ihr könnt nicht verstehen, was wahre Freiheit ist; sie ist Geistesgröße, schöpferische   Kraft, Erkenntnis-Vollendung, Liebesvollkommenheit.

Dem Geist, der die wahre Freiheit errungen, ist jeder Fehler, jeder Irrtum, jeder unklare Begriff unmöglich. Nach Euren Begriffen von Freiheit müsste diese in ihrer Vollendung 1  alles möglich machen; doch Freiheit ist nicht Gesetzlosigkeit, und dem Gesetz seiner Wesenheit entwächst kein Gesetz.

Die Einheit des Vollendeten Geistes besteht darin, dass das Gleichgewicht all seiner Kräfte oder Wesenheitsmerkmale, wie Erkenntnis, Weisheit, Wille, Tatkraft, Freiheit, vollkommen ist; dass keine dieser Kräfte anders als in der Liebe, durch die Liebe geleitet sind, da der Geist relative Liebe geworden, wie Gott absolute Liebe ist. Durch diese geistige oder eigenschaftliche Vollendung des Geistes hat auch sein Stoffliches oder Elementares die Vollkommenheit erreicht, die ich mit Wesenheitsvollendung bezeichnen möchte.

Diese Wesenheit ist einfach, reines Element, dem ewigen Gesetz der Anziehungskraft von Gleichen auf Gleiches unterworfen oder (um einen klareren Begriff zu geben) in den Lichtkreis der Führung und Wirkung dieses Gesetzes eingetreten durch das Ausscheiden aller unreinen, nicht ewigen Stoffe, die sich im Laufe seiner Turnusse in niedere Sphären mit ihm verschmolzen haben.   „Da diese Einfachheit, dieses vollkommene Gleichgewicht aller ewigen Kräfte des Geistes sein Endziel und Ursache der Wesenheitsvollendung ist, wäre es der Katholischen Kirche immer wieder zuzurufen: << Seid einfach, widerspruchslos, klar und wahr! >>  Soweit es der Stufe der Katholischen Kirche möglich ist, strebt jetzt schon dieses Gleichgewicht der in Euch nun zur Entwicklung ewiger Kräfte an.

Strebet, ringet, erweitert das Feld eurer Erkenntnis durch die Kraft und macht eurer wahren Güte, und findet darin den Beweis, dass die Vollendung des Geistes in seiner Einheit liegt. –   Die Schöpfung Gottes und Ihr Schicksal findet Ihr auch unter „Weisheit:  11,20-21.  Nur so könnt Ihr der Frevel der Gewalt und Notzucht an Schutzbefohlenen unterbinden und verhindert.   Die Ehelosigkeit (Keuschheit) ist nicht Gottgewollt, sondern eine Administration der katholischen Kirche zur Züchtigung des Priesters. Gott hat es anders definiert und gewollt.   „So werdet Ihr ungläubig den Kopf schütteln, wenn ich behaupte, dass in der ganzen irdischen Natur und bei allen Lebewesen vorhandene Gesetzte der Verbindung des Männlichen mit dem Weiblichen auch in der geistigen Schöpfung in demselben Umfang gilt und gelten muss. Denn die Materie ist ja bloß eine Verkörperung des Geistigen. Also bloß ein anderer Zustand des Geistes, der die Geistigen Gesetze nicht aufhebt, sondern sie bloß in einer der Materie angepassten Weise wirksam werden lässt.  Solche füreinander geschaffene Geisterpaare nennt man „Duale“.

Das bedeutet so viel wie: „Zwei, die Zusammengehören“. „Blicke auf alle Werke des Höchsten: immer sind es zwei und zwei (= Paare), eins zum anderen gehören“ (Sirach: 33,14). – Dass sie die Ehen die im Himmel geschlossen wurden.  – Von diesem Gesetz der paarweisen Verbindung des Männlichen mit dem Weiblichen ist bloß Gott ausgenommen.  Dieses Gesetz gilt auch von dem als erstes Geschöpf Gottes ins Dasein getretenen Sohn Gottes“, den die Katholische Kirche fälschlich „Christus“ nennt. Von allen geschaffenen Geistern gilt das Wort der Bibel:  – „Mann und Weib erschuf er sie“ und das andere Wort: „Wachset und mehret euch!“ Christus – ist der Höchsten Geist, den Gott in seiner Allmacht schaffen konnte.  2    Er ist in allem sein vollkommendes Ebenbild, soweit ein geschaffener Geist die Vollkommenheit des Schöpfers besitzen kann. Darum nennt ihn Paulus mit Recht „ein Ebenbild des unsichtbaren Gottes und den Erstling der ganzen Schöpfung“ (KoI. 1.11) Christus ist also nicht Gott, wie Sie heute lehren, sondern der als erster geschaffene „Sohn Gottes“, sein höchstes und vollkommenste Geschöpf.

Nun noch zu Ihrer Kirche:   Paulus nannte diese große Gemeinschaft der Geister auch „Kirche“.  – „Gott hat alles geordnet unter seine Füße und ihn gesetzt zum Haupt über die gesamte „Kirche“, welche sein Leib ist und die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“ (Ephes. 1,22-23).“   Christus ist das Haupt des Leibes – der „Kirche“ (KoI. 1,18). – „Die Kirche“ ist also die Gemeinschaft der gottestreuen Geister unter dem Königtum Christi. Das Wort „Kirche“ bedeutet „Herrschaft des Herrn“. Der richtige Begriff „Kirche“ hat also mit Ihrer irdischen Kirche und religiösen Gemeinschaften nichts zu gemein. Das alles ist Menschenwerk aus menschlichen Irrungen entstanden und vergänglich, wie alles Menschliche.“  Schlusswort:   Nichts ist so wie es ist, und dennoch versucht die Katholische Kirche ein Mäntelchen über das Übel zu ziehen, statt Buße zu tun. Schon der Frevel an der Bibel durch Weglassen eines ganzen Buches, sowie verfälschen in den Büchern um zu herrschen und zu züchtigen. Das heutige Christentum ist eine Irrung von teils Fehlern durch ˜nderungen von Teilen in Psalmen oder falscher Übersetzung aus dem Griechischen.  Diese Beweisführung wäre hier zu umfangreich und war hier auch nicht das Thema, kann aber woanders weitergeführt werden. Die Priester, Bischöfe oder auch Kardinäle mit Ihrem Papst, werden sich, wenn sie ihren materiellen Köper verlassen in der Geistigen Welt, wo sie nur noch ihren Astralleib haben verantworten müssen.

Je nach Schwere der Tat, werden sie in einem dunklen Verließ ohne Licht sein, bis sie bereit sind zu dienen. Diene dem, den Du verletzt hast. Erbitte um Gnade und Verzeihen, so wird Dir geholfen. Du wirst das Licht erblicken und erste Erkenntnisse der Reue und Zuversicht spüren.   Die Lehre Christi und das heutige Christentum.   Sehet zu, dass euch niemand gefangen nehme durch die sogenannte „Wissenschaft“, sowie durch die törichten und irreführenden Lehren, die sich auf menschliche Überlieferungen stützen und von den bösen, die Welt beherrschen Geistermächten herrühren, aber mit der Lehre Christi nichts gemein haben. (KoI. 2,8.)  Herr Müller hören und vollenden Sie die grundlegende Lehre des wahren Christentums, dass nicht Menschen aus sich nicht Wahrheitskünder sein können.  Ich weiß, dass würde ein Erdbeben in der Katholischen Kirche gleichkommen, wenn Sie die Lügen durch Wahrheiten ersetzen müssten. Die Macht, die Zucht, die Torheit.   Mit Paulus Worten. Wolfgang Grundmann


Leserbrief zu „Ein Leben lang vortanzen“ von Jana Gioia Baurmann und Marcus Rohwetter

Interessant ist, daß es letztlich zwei „Angebote“ zum Erfolg gibt.

Da ist die schnelle Version der Casting shows mit den 15 Minuten des Ruhms und da sind die unzähligen Seminare zur persönlichen Weiterentwicklung, die einem sagen: wer 10.000Stunden in einem Gebiet investiert, wird zum Meister.

Aber beiden ist gleich, daß letztlich nur die Veranstalter profitieren. Sie profitieren davon, daß jeder schnell zum einfachen Erfolg will und bereit ist andere dafür zu bezahlen, entweder mit teuren Seminarkosten oder mit dem Verlust der persönlichen Würde.

Keines von diesen „formulas“ kann Meister produzieren. Der Violinvirtuose muß stundenlang im Kämmerchen üben. Ebenso der Meistermaler oder erstaunliche Bildhauer. Ein Stephen Hawking kam nicht aus Bohlens Händen und die Stones waren nicht bei Britain’s got talent.

Die Eitelkeit der Welt… – Wolfgang Michel


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

Über den Artikel ärgere ich mich sehr. Er lässt jeglichen Maßstab für Recht vermissen. Wie kommt man denn auf ein fremdes Dach oder Gerüst? Sicher nicht ohne Hausfriedensbruch. Und dem Dach tut unfachmännisches Betreten auch nicht gut – Sachbeschädigung. Das sind Straftatbestände! Und was will ich auf dem Dach? Randale möglichst ohne Risiko miterleben. Das ist für mich – zumindestens geistig – Mittäterschaft. Die „klammheimliche Freude“ von 1968 lässt grüßen. Und ob die Flasche nun einen Molly enthielt oder nicht – der Flaschenwurf reicht schon. Und dass die Polizei dann hart vorgehen muss – soll sie vielleicht eine indivifuelle Gesinnungsprüfung vornehmen? „Mitgegangen – mitgehangen“ sagt das Sprichwort.

Unterstützt die Polizei in euren Artikeln, damit nicht Zustände wie in Entwicklungsländern bekommen! – Martin Müller


Leserbrief zu „Wollt ihr Beef?“ von Daniel Haas

Vielen Dank für Ihren Text! Ernsthafte und positive Auseinandersetzungen mit Hip-Hop sind spärlich in ernstzunehmenden Publikationen. Ich bin Philosophie-Student, Anfangs zwanzig aus der Schweizer Mittelschicht und habe dementsprechend vordergründig mit Hip-Hop ebenso wenig am Hut, wie Sie. Mit 15 stiess ich, dem Internet sei dank!, auf dieses wunderbare Genre. Anders als bei Ihnen war es bei mir A Tribe Called Quest’s Peoples Instinctive Travels and the Paths of the Rhythm und dann Nas doch die Emotionen die das auslöst passten haargenau zu Ihrer Beschreibung. Ich hatte Gänsehaut beim Lesen, vielen Dank für das!

Ich möchte nur etwas sagen: Der Gangster-Rap hat für mich teilweise auch etwas Plumpes in seiner Ventilfunktion. Würde sich Rap auf dies beschränken, hätte meine Faszination irgendwann nachgelassen. Irgendwann hat man ja das Phallus-Gerede und das „Ich bin der Grösste“ gehört. Aber, das ist, in meinen Augen nicht der Fall. Ich finde im Rap Analysen, Einsichten und Haltungen vorgetragen, die ich in dieser Intelligenz und Kraft in keiner anderen Musikrichtung je erlebt habe. Das wäre, was ich in Ihrem Text bemängeln würde. Es beschränkt sich nicht aufs Auslassen von Aggressionen, auch wenn dies, ich stimme Ihnen zu, ein fundamentaler Teil ist.

Es gibt Rap, der sich intellektuell und künstlerisch überhaupt nicht verstecken muss, sondern mit literarischen Werken und zeitgenössischer Kunst mithalten kann.

Vielleicht liegt das Grösste am Rap genau in der Verbindung dieser beiden Ebenen, wie es in der Jay-Z Zeile antönt. Wenn die Kraft und Aggression mit Intelligenz gepaart wird erreicht Hip-Hop etwas, was ich sonst nur ganz selten finde. – Pablo Hubacher Haerle


Leserbrief zu „Warum nicht das große SZ?“ von Jens Jessen

Lieber Herr Jessen, allein diese kurzen Zeilen waren die 5. 1O Euro für Ihre Zeitung wert. Einfach Klasse ! Vielen Dank, mit freundlichen Grüss( am besten mit te aestsch)en – Uwe Büssing


Leserbrief zu „Warum nicht das große SZ?“ von Jens Jessen

„…früher …behalf man sich mit der Kombination von S und Z,…“  Fraktur und Courrentschrift  hatten ein rundes s am Silbenende , und ein langes s am Silbenanfang; das ß ist eine Ligatur aus dem langen s mit dem in diesen Schriften 2bogigen z.  So ist SZ kein Behelf, sondern eine logische Umsetzung  dieser Ligatur in die Großbuchstaben. – Paul Zwirchmayr


Leserbrief zu „Der unnütze Vergleich“

Sie schreiben, dass im vergangenen Sommer alle Autofahrer auf deutschen Straßen zusammengerechnet 5,4 Jahre im Stau saßen.

Es gibt in Deutschland 36 Millionen Autofahrer. Aus diesen beiden Angaben ergibt sich, dass der durchschnittliche Autofahrer im vergangenen Sommer nur

5 Sekunden im Stau saß. Und dass höchstens 1% der Autofahrer länger als 10 Minuten im Stau saß. Glückliches Deutschland! – Jörg Eisfeld


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Mit Erstaunen habe ich gerade Jochen Bittners Text „Mit dem Strom“ über die Studie zur Flüchtlingsberichterstattung gelesen. Im vergangenen Jahr habe ich meine Masterarbeit im Fach „Friedens- und Konfliktforschung“ über den medialen Flüchtlingsdiskurs in Deutschland geschrieben und im Rahmen dessen die Berichterstattung der SZ und der FAZ untersucht. Meine Ergebnisse stimmen mit den vorab von Jochen Bittner zusammengefassten Kernaussagen der Studie nicht überein. Hier einige zentrale Zitate aus meiner Arbeit:

„Beide Zeitungen begreifen die Situation als „Krise“ und als immense politische Aufgabe. Damit sind die Gemeinsamkeiten aber auch schon beinahe erschöpft. Wenn die SZ und FAZ beide Zeitungen der „Mitte“ sein sollen, dann muss diese publizistische Mitte sehr breit sein, da die Berichterstattungen in ihren politischen Einschätzungen, Analysen und Forderungen kaum weiter auseinander gehen könnten.“

„Für Jasper von Altenbockum sind die hohen Flüchtlingszahlen das größte Problem in der Geschichte der Bundesrepublik. Laut Heribert Prantl war die Änderung des Asylgrundrechts Anfang der 1990er auch hinsichtlich der heutigen rechtsextremen Radikalisierung der „wohl folgenschwerste Irrtum in der politischen Geschichte der Bundesrepublik“. Die enorme Relevanz des Flüchtlingsdiskurses dürfte damit belegt sein – ebenso die diametralen politischen Ausrichtungen der FAZ und der SZ. Beide Zeitungen ähneln sich (…) aber darin, dass bei ihnen die Flüchtlinge selbst als AkteurInnen mit eigener, über die Flucht hinausgehender Handlungskompetenz kaum eine Rolle spielen.“

„Die Berichterstattung der FAZ, die drastische Töne gegen den Flüchtlingszuzug anschlägt und fortlaufend die angebliche Überforderung der deutschen Politik und Gesellschaft anspricht und anprangert, trägt damit ihren Teil zu einem aufgeheizten Diskurs bei (…)“ – Frederik Schäfer


Leserbrief zu „Die Frau im Haus“ von Cathrin Gilbert

Ihre sprachlichen Vorbehalte gegen die Kapitänin sind nicht nachvollziehbar. Gibt es im Duden, wird übrigens auch (so wie das Ihnen vermutlich auch nicht geläufige Wort Vorständin) in anderen Branchen verwendet: Luft- und Schifffahrt, die Vorständin gibt’s heute überall. Wie sehr fünfzigerjahremäßig kann man eigentlich in einer großen Wochenzeitschrift heutzutage schreiben?  Erstaunlich, dass der verantwortliche Chef-Redakteur das abgesegnet hat. (Ein schönes Zeugnis für Pressefreiheit, insofern bin ich begeistert!) Ja, Frauenfussball ist anders, deswegen aber nicht unbedingt schlechter. Der Unterhaltungswert dieser Spiele ist für mich nicht geringer als der der männlichen Kollegen. Frauen spielen Fußball, weil es ihnen Spaß macht, so wie sie auch alle anderen Sportarten betreiben. Mit Ihrer Einstellung dazu sollten Sie vielleicht zu Hause bleiben, Mann und Kinderchen  (falls vorhanden) bekochen und betutteln und Ihren Töchtern  (falls vorhanden) zwecks fortschreitender Emanzipation unbedingt das Fußballspielen verbieten. Schreiben Sie bitte in Zukunft, worüber immer Ihnen beliebt, aber lassen Sie das mal mit dem Frauenfußball.  – Dr. Sabrina Hausdörfer


Leserbrief zu „Unser bedrohtes Gold“ von Andreas Sentker

Ist das Ihr Ernst, ihr journalistisches Vermögen: Artikel in der Rubrik WISSEN, die zwar informieren, sonst jedoch nur Fragezeichen hinterlassen? Oder war das ein Sprengsatz, hingeworfen, damit die Leserschaft aufgerüttelt wird und, wie bei mir, den Impuls ausgelöst, sich ernsthaft damit zu befassen?

Über den Zustand des Weizenanbaus und die Bedrohung durch Pilzerkrankungen informieren Sie – oberflächlich. Da außer Züchtungen keine Lösungen in Sicht scheinen, liegt die Schwere auf BEDROHUNG. Leider schauen Sie nur auf den konventionellen Anbau. Wo bleiben die ökologischen Formen des Weizenanbaus und wie sieht es dort aus? Nach meinen Recherchen gibt es dort auch Sorge mit dem Gelbrost…[siehe: file:///C:/Users/LOL_SK~1/AppData/Local/Temp/versuchsbericht_oekolandbau_lwk_2014.pdf; 22.07.2017]
Nichts desto trotz bekomme ich ein einseitig ungutes Gefühl, Ihre Artikel zu lesen. Es erinnert mich an den Umgang mit Menschen, die „nicht ins System passen“. Anstatt das Bildungssystem, die Lebensgestaltungsmöglichkeiten dynamisch anzupassen, wird auch in der konventionellen Landwitschaft weiterhin auf Agrarindustrie gesetzt. Es müssen die Pflanzen angepasst werden durch Züchtung, oder – so ganz haben Sie als Autoren es anscheinend nicht gewagt auszusprechen – durch Gentechnik, sei sie auch grün. NEIN, nicht die Pflanzen und passenden Fungizide müssen entwickelt werden. Die Landwirtschaft muss sich entwickeln, und zwar „zurück“ zum Gleichgewicht des Lebens, zu Permakultur, zu alten Wissen, dass ortsangepasst war. Ich muss hier in Mitteleuropa kein Getreide aus den Staaten essen. Mir möchten Produkte aus hiesigem Anbau reichen,  und ich freue mich, wenn BäuerInnen sich wieder an Hirse, Leinkraut, Linsen und Einkorn „wagen“. Für mich heißt es, sich an neue, „alte“ Rezepte zu wagen und einen saisonalen Speiseplan.

Gibt es Zusammenhänge zu den „Weizen-frei“Moden in der Nahrungsmittelindustrie und den Gesundheitsmedien und den Ertragsausfällen im Weizenanbau?

Sie schauen in ihren Berichten nur auf Quantitäten, nicht auf Qualitäten. Es wird, trotz der Weizenhysterie im „Gesundheits-Ernährungssektor“, sicherlich hauptsächlich Weizen verzehrt. Hier ist nicht nur auf die Mengen zu schauen, sondern auf das: In welcher Form? Wie ist der Ernährungszustand der Menschen, die Produkte aus Weizenauszugsmehl essen – müssen? Wo sind die Menschen, die noch eigen angebauten Weizen direkt verarbeiten und davon leben? Wo sind die Menschen, die vom Anbau leben aber dennoch Weißmehl /Kunstmehl kaufen und essen? Wie geht es den Menschen, die nur noch Produkte aus Weißmehl verzehren? Wo sind Zusammenhänge zu finden zwischen der Qualität und dem Gesundheitszustand der Menschen – physiologisch (Zähne, Darmerkrankungen) und psychologisch?

Im weiteren scheinen Sie keine Ideen recherchiert zu haben, wie die Landwirtschaft die Pilze eindämmen kann (außer den genannten, die Sie als zu kurzlebig bezeichnen), noch welche anderen Möglichkeiten bestehen. Weizen ist nicht immer weltweit das Lebensmittel nr.1 (?) gewesen. Wovon, also, könnten wir denn noch satt werden? Was sind regional typische „Sattmacher“ gewesen?
Vielleiche BERUHIGT das die Kundschaft (dies WISSEN hat ja einen wirtschaftlichen Faktor), wenn sie wissen, woraus sie z.B. ein Brot backen können, wenn kein Weizen zu Verfügung stünde.
Ihre Berichte wirken etwas wie dahingeworfen.  Schade. Gleiche Problematik besteht ja mit „unserer“ Banane. Das hat die Süddeutsche einmal veröffentlicht. Bringen Sie doch all diese globalen Probleme mal zusammen und finden sie den Kern.

Die Zukunft ist „BIO“, oder gar nicht, „befürchte“ ich. –  Birgit Lehnert


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Für einen Vielleser der Tages- Wochen- und Monatspresse (Cicero) ist das Ergebnis der Studie nicht überraschend.  Als hätten sich die Kollegen miteinander abgesprochen. Für mich ist der Deutsche Journalismus ohnehin nicht mehr ernst zu nehmen. Ihre Wochenzeitung scheint eine Ausnahme zu sein. Ich frage mich, was vermitteln die Hochschulen der Journalisten für eine Lehre.? Das hat ja schon DDR-Format. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Kollegen in den elektronischen Medien es besonders toll treiben. Ich habe mir abgewöhnt, die unsäglichen politischen Talk-Shows anzuschauen. Auch die Politik hat sich von der Berichterstattung einfangen lassen. Wenn das so weiter geht, es stehen ja noch Millionen Flüchtlinge vor der Tür, wird Dr. Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ noch recht bekommen.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Das journalistische Credo von Hanns Joachim Friedrichs war bekanntlich: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“

Fraglos ein höchst beachtenswerter Leitsatz, aber auch, wie sich besonders in der Berichterstattung im Jahr 2015 über die Flüchtlingskrise gezeigt hat, ein durchaus nicht zu unterschätzender Anspruch an die Medien.

Kurzum, ehrliche Selbstkritik ist gut und sollte eine dementsprechend faire Anerkennung und Aufarbeitung finden. – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Ob die SPD selbst nicht glaubt, dass es in Deutschland ungerecht zugeht, möchte ich mal dahingestellt sein lassen; (mehr) soziale Gerechtigkeit auf der thematischen Metaebene lediglich als zustimmungsheischende Nebelkerze?!

Sicher ist jedoch, das Motiv verfängt nicht, es kann nicht verfangen in Zeiten, in denen nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern weltweit große Unsicherheit, Spannung und Aufruhr herrschen.

Umstände, die grundsätzlich für (erfahrene) AmtsinhaberInnen votieren lassen.

Und Sicherheit und Vertrauen werden, trotz des Missmanagements in der Flüchtlingskrise, in Deutschland mit „M e r k e l“ buchstabiert.  – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Rote Chucks und Wohlstandsbauch“ von Johannes Dudziak

Vor kurzem zog ich erst aus Rostock weg, aber an eines kann ich mich noch sehr genau erinnern.

Der FC Hansa Rostock spielt in der 3. Bundesliga, ebenso wie Carl-Zeiß Jena, Halle, Chemitz, Zwickau, Magdeburg und Rot-Weiß Erfurt!!!!!!!!! – Dr. Franziska Bürglen


Leserbrief zu „Wollt ihr Beef?“ von Daniel Haas

In diesem Fall mal ausnahmsweise per ‚Du‘: mit Hip-Hop kann ich gar nichts anfangen, aber Dein Text ist grandios. Ganz feines, intensives, aufrichtiges Stück!  Ich mag sehr, wie Du schreibst. Danke dafür!  – Sylvia Heinlein


Leserbrief zu ZEIT Hamburg

Schreibt Euch das hoffentlich hin und wieder jemand? Das  die Illus zu den Veranstaltungshinweisen im Hamburg-Teil kleinegroße Kunst sind? Denn das sind sie ja! Jedesmal hingerissen – Sylvia Heinlein


Leserbrief zu „Jedes Gramm tötet“ von Thomas Fischermann und Angela Köckritz; und „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

„Zeitungen waren eher Volkserzieher als kritische Beobachter“ steht im ersten Artikel über die Flüchtlingskrisen-Berichterstattung. Gleich der nächste, ansonsten sehr gute Artikel über den Weg des Kokains enthält geradezu ein Lehrbeispiel wie man Meinung hinbiegt statt objektiv zu berichten. Da heißt es über die Hamburger Container-Prüfanlage: „Die Hamburger Anlage schafft es, 8 Container pro Stunde zu durchleuchten …

Das ist nicht viel angesichts der 4,5 Millionen Container, die jährlich im Hamburger Hafen ankommen. … In einer globalisierten Weltwirtschaft mit ihrem ungeheuren, ununterbrochenen Warenstrom … kann kein Zollamt und keine Polizei den Transport eines Handelsguts unterbinden.“

Klar, denkt sich da der Leser der zu faul zum nachrechnen ist, da kann man nichts machen. Also Handy raus, 4,5 Millionen geteilt durch 365, geteilt durch 24 macht 514 Container pro Stunde. Das ist die Zahl die man mit 8 vergleichen muss, und die beeindruckt schon deutlich weniger.

Mit nur 6 Anlagen statt einer könnte man immerhin schon knapp 10% der Container überprüfen. Wenn das für ein Land mit dem internationalen Handelsvolumen von Deutschland unmöglich ist, dann will man nicht. – Frank Hrebabetzky


Leserbrief zu „Jedes Gramm tötet“ von Thomas Fischermann und Angela Köckritz

Sie sind in der Regel aufwendig und anschaulich gestaltet. Leider ist es häufig schwierig, Texte und Zahlen zu erkennen. Beispiel: Die Zeit n° 30 „Jedes Gramm tötet“. Symbole, Text und Zahlen dunkelrot auf schwarzem Untergrund oder 1 mm große weiße Buchstaben. An Platzmangel kann es nicht liegen, wenn allein für das Thema 150 mm, die Hälfte des gesamten Platzes für die Grafik, verwendet werden. Es wäre wünschenswert, wenn die Grafiker auf bessere Lesbarkeit achten würden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass ihre Arbeit nicht dem eigentlichen Zweck der Informationsvermittlung dient. – Eberhard Seiler


Leserbrief zu „Keiner war’s gewesen“ von Charlotte Parnack

Das Hamburg nach den schweren Krawallen beim G20 Gipfel nicht zur Ruhe kommt ist nachvollziehbar. Allerdings trägt Ihr, nach meiner Ansicht, sehr einseitige Artikel zur Erhellung nicht viel bei. Es ergibt sich fast der Eindruck die „Polizeigewalt“ sei an diesem Desaster schuld.

Die alleinige Verantwortung bei der Politik, Polizei und Scholz zu suchen ist zwar einfach greift aber zu kurz. Wer sind „die Chaoten“ und welche Krise ist ihrerseits zu managen?

Als Ressortleiterin Hamburg und Hamburgkennerin wäre eine differenziertere Berichterstattung von Ihnen und ihren mitarbeitenden Kollegen, gerade in der Zeit, wünschenswert gewesen. – Markus Rupp 


Leserbrief zu „Unser bedrohtes Gold“ von Andreas Sentker

Der Artikel über den Weizen ist hochinteressant. Aber wie glaubwürdig sind wirklich die Fakten, wenn mich schon mit dem Schulwissen von vor 50 Jahren eine Aussage stutzig macht:

China ist mit Abstand der größte Weizenexporteur der Welt und dann kommt Indien! Ich denke, das muss dem Verfasser beim Korrekturlesen auffallen, dass mit dieser Aussage etwas nicht stimmen kann. Ich habe mich noch nie mit dieser Problematik befasst, aber ich kann mir nur vorstellen, dass es sich um die Produktionsmengen handelt. – Dr. Andreas Lippold


Leserbrief zu „Unser Lehrer Doktor Blex“ von Christian Schweppe

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung. Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei. Die Sportschule der Bundeswehr. Das nordrhein-westfälische Landgestüt. Heinrich Windelen. Richard Winkels. Hans Günter Winkler und seine „Wunderstute“ Halla. Paul Spiegel. Paul Schallück. Und eine historische Altstadt zum mit der Zunge schnalzen. – Ich bin ein wenig stolz, Warendorfer zu sein. Im Wesentlichen zumindest. Und jetzt kommt Blex. Auch wenn er nicht Warendorfer ist, sondern „nur“ im gleichnamigen Kreis lebt: jede Erwähnung des Namens „Warendorf“ in Ihrem (ausgezeichneten) Beitrag versetzt mir einen Stich.

Sicher: Er wird eine schwere Kindheit und Jugend gehabt haben bei all den kruden Ideen, die der AfD-Mann so vertritt. Trotzdem kann aus ihm ja noch etwas werden, was ihn legitimierte, mit den Granden der Stadt in einem Atemzug genannt zu werden. Als Physiker und Mathematiker wäre er etwa prädestiniert, Astronaut beim ersten bemannten Flug zum Mars zu werden. Einzige Bedingung: ein One-Way-Ticket. Mach‘ hin, NASA! Es eilt! – Franz-Georg Elpers


Leserbrief zu „Was Ehre bedeutet“ von Peter Dausend

Bei manchen in der Öffentlichkeit Tätogrn scheint irgendwie nicht durchzusickern, was ihre wirklichen Qualitäten sind, nämlich: keine. Dazu gehört zum Beispiel Herr Mehdorn, der überall gnadenlos gescheitert ist und eben auch unsere Windmacher-Uschi. Sie hat in jedem ihrerJobs ein paar sehr Öffentlichkeitswirksame , aber nutzlose Scheinaktivitäten entwickelt: bestes Beispiel: ihre „Abschaffung“ der Altersarmut für ein paar tausend Betroffene. Wann wird man diese Polit-Windbeutel*In wohl endlich aus dem Verkehr ziehen? – Reinhart Groebe


Leserbrief zu „Schickt Kriegsschiffe!“ von Ulrich Ladurner

Ihr Aufruf zur Bekämpfung des Menschenschmuggels, durch den Einsatz von Kriegsschiffen, an die EU darf wohl als eine sarkastische Parodie auf naive, machiavellistische Forderungen von Rechts verstanden werden.

(Siehe da die Versuche der faschistoiden „Identitären“ Booten mit hilfesuchenden Passagieren im Mittelmeer den Weg zur Küste abzuschneiden.)

Wie sonst sollte sich Ihre Intention zur Verfassung des Artikels einordnen lassen, in dem es doch so eindeutig scheint, dass der Zusammenhalt der European Union sich durch gemeinsame, gewaltsame Aktionen stärken ließe, nach außen, wie innen.

Es scheint als würden Sie durch das Anwenden des Täter-Opfer-Schemas auf die, doch sehr komplexen Gefüge zwischen „Migrantenschindern“ und deren „Opfern“, diesen einen humanitären Konflikt in schwarz-weiß aufzwingen wollen.

Man könnte meinen Sie würden partiell rechts-neo-liberale Ansichten teilen, die einen Einreisestop von unseren Mitmenschen fordern, da von „diesen“ ein „öknonomisches und menschliches Gefahrenpotenzial“ ausgehen würde.

Geht es hier, in Ihrem Artikel, darum den Migranten und Mitmenschen die sich in einer Notlage befinden Alternativen aufzuweisen und Sie aus lebensbedrohlichen Gefahrensituationen zu retten oder verbirgt sich darunter schier der Wunsch danach die Stimmen der Hilfesuchenden verstummen zulassen indem man Ihnen den Weg ins vermeintlich bessere und/oder sicherere Leben erschwert.

Kann es tatsächlich in einer Diskussion von Mensch zu Mensch und in Anbetracht der katastrophalen humanitären Lage in Libya und den vom Krieg geschüttelten Ländern darum gehen wie man den Strom der Menschen in die Länder der Europäischen Union stoppt?
Informieren Sie sich doch bitte einmal über die Gelder die in „Institutionen“ wie Frontex fließen oder wie es mit dem europäischen, besonders dem deutschen Rüstungsexporten steht, bevor sie Mittel zur Bekämpfung des „Menschenschmuggels“ einfordern. – Penelope Brinkmann


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Anstatt konstruktive Kritik einer Studie zu nutzen, erweckt der Beitrag den Eindruck, der Autor argumentiere aus persönlicher Betroffenheit heraus mit subjektiven Einzelwahrnehmungen gegen wissenschaftliche Ergebnisse.

Da die Kritik unreflektiert und ohne Bemühung einer inhaltlichen Auseinandersetzung abgeschlagen wird, erscheint mir die infundierte Diffamierung der wissenschaftlichen Arbeit der Forscher als höchst problematisch. Eine Studie für ihre bewusste Fallauswahl zu kritisieren, zeugt von einem naiven Missverständnis grundlegender Forschungslogik. Daraufhin das Auslassen bestimmter Medien aufgrund der Vollständigkeit zu kritisieren und im Abschluss dann ein empirisch unbelegtes, willkürlich vorgebrachtes Beispiel als Einwand zur Demontage der Studie anzubringen (Gastbeiträge in der FAZ), ist schlichtweg unprofessionell und anmaßend.

Zwischen den Zielen liest sich der Artikel, als sei der Forschungsbericht verzerrt, fehlerhaft und subjektiv. Dadurch lehnt der Autor Kritik an der Rolle der Medien ab und weist jegliche Verantwortung von der Branche. Ein Armutszeugnis für ein sonst reflektiertes Medium. – Katharina Korczok 


Leserbrief zu „Keiner war’s gewesen“ von Charlotte Parnack

Entsetzen und großer Ärger packte mich beim Lesen Ihres Artikels und auch Ungläubigkeit über so viel „klammheimliche Freude“ bei der Demontage unseres Bürgermeisters Olaf Scholz!

Folgende Fragen stellten sich mir dabei:  Wer trägt die Verantwortung und Schuld für

Verletzte Menschen durch Steinwürfe, Flaschenwürfe, Molotow-Cocktails, Zwillengeschosse u.a.  Verängstigte Menschen durch Bedrohung z.B. im Linienbus und durch brennende Straßenbarrikaden und das Abfackeln von Autos.  Das  Demolieren von Fensterscheiben und sinnlose Zerstörung von Geschäften und privatem Eigentum.  Und das Herbeiführen von bürgerkriegsähnlichen Zuständen in einigen Teilen Hamburgs.  Für die Beschädigung des Ansehens Hamburgs als Gastgeber?

Wer hat die Autonomen und Chaoten eingeladen, in Hamburg zu „demonstrieren“ durch brutales Brandschatzen und Demolieren?  Weder der Bürgermeister Olaf Scholz, der Innensenator Andy Grote noch die Polizei tragen meiner Meinung nach die Schuld für diese unsäglichen Dinge, das wäre eine Verkehrung von Ursache und Wirkung!

Die politische und menschliche Verantwortung liegt bei Befürwortern von z.B. „Wellcome to hell“ ( nomen est omen!), ua, den Autonomen und Chaoten, den offenen und heimlichen Unterstützern des „Schwarzen Blocks“, die unser Recht auf Versammlungsfreiheit schamlos missbraucht haben und dafür gesorgt haben, dass friedliche und berechtigte Demonstrationen aus dem Fokus der Aufmerksamkeit gerieten!

Zum Thema „ Gerade einmal 186 Festnahmen habe es gegeben….und zu wie vielen Verurteilungen es kommen wird, ist offen“, sei angemerkt: Natürlich ist das offen, denn wir leben- Gott sei Dank- in einem Rechtsstaat und sind froh, dass bei uns keine Verhältnisse wie z.B. in der Türkei herrschen, wo eine derartige Lage sicher anders ausgegangen wäre!

Sicher sind auch Fehler auf Seiten von Olaf Scholz und der Polizei Fehler passiert, das hat er ja auch bestätigt und sicher wird das auch Konsequenzen haben müssen. Der werfe den ersten Stein, der ohne Fehler ist…..!

Wenn ich den Tenor Ihres Artikels richtig begriffen habe, erwarten Sie von Olaf Scholz, dass er zurücktreten solle!

Damit hätten die Autonomen und Chaoten wenigstens einen Erfolg zu buchen, wo es ihnen schon nicht gelungen ist, den G 20 Gipfel zu verhindern oder entscheidend zu stören! Möchten Sie das wirklich?

Ich finde es sehr  verantwortungsvoll, wenn Olaf Scholz Hamburgs Bürgermeister bleibt und das Thema „G 20 Gipfel“ mit seinem Stab sachgerecht und nüchtern aufarbeitet  und aus Fehlern lernt zum Nutzen unseres Landes. – Ricarda Lindner


Leserbrief zu „Wir wollen ein Zeichen setzen“ von Marcus Rohwetter

„Ich habe mich immer gefragt, wie das gehen konnte, dass man sich für den Bau von Atomkraftwerken entschied, obwohl man nicht wusste, wo man mit dem Atommüll bleiben sollte. Man weiß es bis heute nicht. Jetzt weiß ich aber, wie man sich dafür entscheiden konnte. Volvo-Chef Hakan Samuelsson zeigt es im Interview. Kurz gesagt: Man springt auf, auf den Zug der Verkaufserfolge. Was mit den Altwagen ist, „müssen wir berücksichtigen, wenn es so weit ist.“ Boah, wie cool. Die Atomindustrie hat ihr Problem mit dem Atommüll gerade extrem billig an den Staat verschleudert. Da werden künftig wohl viele Volvos vor Rathäusern abgestellt werden. Warum installieren eigentlich Autowaschanlagen Ölabscheider??? So ein Blödsinn…“ – Heinz Plaggenborg


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

„Zeitungen waren eher Volkserzieher als kritische  Beobachter. Stimmt das?“ schreibt Jochen Bittner im Lead.

Nein, das  stimmt so nicht. Wenn in einem christlichen Land, ausgelöst durch eine christliche Bundeskanzlerin, ein Strom fliesst, der versucht, die Gebote der christlichen Nächstenliebe praktisch umzusetzen, indem sie Flüchtlinge willkommen heisst, so ist das ein positiver Strom! Wenn die grossen Medien sich von diesem Strom mitreissen lassen und über die Flüchtlinge und deren HelferInnen engagiert berichten, so ist das eine gute  Sache, so ermutigen sie die Bürger, mitzumachen. Deutschland hat diese Flüchtlingswelle gut gemeistert. Das Land steht heute wirtschaftlich nicht schlechter da als vor der Einwanderungswelle. Die Hartz-4 Empfänger bekommen nicht weniger Sozialhilfe als vorher und sind auch nicht obdachlos geworden. Deutschland ist immer noch das wohlhabendste Land der EU! In der Schweiz haben wir keine Kanzlerin, die einen solchen positiven Strom hervorruft. Bei uns werden die ankommenden Flüchtlinge den Kirchen und den Linken überlassen. Die neutralen Bürger schliessen Augen und Ohren und gehen auf Distanz. Darum ignoriere ich seit einigen Jahren die Schweizerpresse und lese nur noch deutsche Zeitungen, insbesondere die ZEIT. – Verena Keller


Leserbrief zu „Ein Leben lang vortanzen“ von Jana Gioia Baurmann und Marcus Rohwetter

Warum eigentlich noch Schule. Mario Barth macht es vor, wie man richtig Sprüche kloppt. Statt in die Schule zu gehen, sollten sie jede Gelegenheit wahrnehmen um ihn bei seinen vielen Auftritte mit 60 – 70 Tausend Zuschauern in den Sportarenen zu beobachten.  Mir hat mal eine Lehrerin in einer Realschule gesagt: „Auf Rechtschreibung legen wir keinen Wert mehr – die Schüler sollen das selbst herausfinden .“ Für mich ist das der Untergang des Abendlandes. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Musterschüler“ von Arnfrid Schenk und Martin Spiewak

M u s t e r l e h r e r   aus den ehemals befreundeten „Musterschülern“ einer Abkehr vom Kemalismus/Laizismus der Türkei mögen inzwischen nämliche Musterlehrer geworden sein.  Beider Ziel ist womöglich das gleiche geblieben. Jedenfalls legt keiner der beiden verifizierbar etwas anderes dar.   Dasselbe galt/gilt für ihre jeweiligen Anhänger auf hochrangigen Stellen der Administration und Justiz.  Wenn Gülen und seine Anhänger heute für Kemal Atatürk unterwegs sein wollen, mögen sie dies nachvollziehbar zeigen.  –  Frank Müller-Thoma


Leserbrief zu ZEIT Hamburg

Schade, dass auch die Zeit mitmacht bei der Aufwertung dieses Selbstdarstellers. Dabei war die Überschrift doch eigentlich schon sehr zutreffend: Diesen Künstler kann man sich schenken! Wie wahr! – Sabine Gebhardt-Blunck


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

„Niemand glaube der Partei ….., dass es in Deutschland und Europa zutiefst ungerecht zugehe“ schreiben Sie. Ich schon: Zur Gerechtigkeit gehoert doch, dass Leistung sich lohnen muss, oder ?  Wer leistet mehr: ein Fond-Manager oder eine Krankenschwester ?  Und wer von beiden verdient mehr ?  Also: geht es gerecht zu ? – Hermann Weigmann


Leserbrief zu „Unser Lehrer Doktor Blex“ von Christian Schweppe

Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Unser Lehrer Doktor Blex“ gelesen. Leider hat das Interesse im Laufe des Artikels nachgelassen. In Klasse 9 wird in NRW noch keine Integralrechnung unterrichtet und das Siegel lautet „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ und nicht „Schule ohne Hass“. Da ich selbst Lehrer bin, habe ich diese beiden Details zufällig bemerkt. Durch solche Ungenauigkeiten verliert leider der ganze Artikel an Glaubwürdigkeit und Gewicht, denn man fragt sich unwillkürlich, ob die anderen Schilderungen (die man nicht zufällig selbst beurteilen kann) genauso ungenau beschrieben sind. Schade bei einem solch interessanten Thema. – Dr. Daniel Brenner


Leserbrief zu “Linke Magie” von Thomas Assheuer

Ein Beitrag in Ihrer letzten Ausgabe hat mich furchtbar verärgert; die Gründe dafür möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Im Feuilleton schreibt Herr Assheuer (Linke Magie): „Tatsächlich beweist Gewalt in demokratischen Verhältnissen immer nur eins: einen Mangel an Fantasie.“ Die Arroganz, die aus diesem Satz klingt, hat mich geschockt.

Ohne die gewalttätigen Ausbrüche in irgendeiner Form gutheißen zu wollen- eine pauschalierende Aussage, wie Herr Assheuer sie dort getroffen hat, wird der Situation und den Menschen in diesem Land in keinster Weise gerecht. Festhalten und anmerken möchte ich daher folgendes: Zunächst: Gewalt, in Form von Notwehr, ist durchaus erlaubt, man beachte dazu nur das StGB. Des Weiteren stellen sich jedoch vor allem folgende Fragen:

Ab wann handelt es sich überhaupt um Gewalt? Physische Gewalt ist relativ klar abzugrenzen, und bei deutschen Gerichten hinlänglich definiert worden. Aber nicht nur die zweite Reihe Rechtsprechung des BGH macht deutlich, dass es Formen von Gewalt gibt, die nicht so offensichtlich erkennbar sind. Wenn man das Ganze jetzt auf die Spitze treiben möchte: Beispiele prekär lebender Bürger in Deutschland gibt es hinlänglich. Wo beginnt da die Gewalt, der psychisch vermittelte Zwang, der als körperlich empfunden wird? (Ich bin mir bewusst, dass dies nicht die Reichweite ist, die der BGH im Sinn hatte, aber mir geht es darum, darauf hinzuweisen, dass Macht-, und damit Abhängingkeitsverhältnisse in Gesellschaften komplex sind, und in dieser Debatte nicht außer Acht gelassen werden dürfen).

Wenn wir davon ausgehen, dass wir in einer Demokratie leben, uns freiwillig in diese begeben haben, und innerhalb ihrer Grenzen Mittel und Wege haben, unseren Unmut auszudrücken: ab wann sind diese Wege dann als unzulänglich zu bezeichnen? Diese Frage setzt schon viel früher an: wer nach Rousseaus Idee vom Gesellschaftsvertrag einen Pakt zwischen Regierenden und Regierten annimmt, der muss auch zugeben, dass mittlerweile die Regierten in das Machtverhältnis hineingeboren werden. Junge Generationen entscheiden nicht mehr über grundlegende Strukturen des Staates, und selbst wenn noch solche getroffen werden (Stichwort: Brexit) ist dies oft auch eine Entscheidung der älteren Generation, die insbesondere eine noch nachwachsende Generation betreffen wird. In diesem Verhältnis nun soll austariert werden, wie lange die Bürger mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln ihre Kritik an der Politik ausdrücken können sollen, Kritik, die nicht reiner Selbstzweck sein soll, sondern dazu beitragen, die Gesellschaft so zu verändern, das jene, die sie ausmachen, in ihr Leben wollen und können. Wenn nun aber diese Kritik über Jahre nicht gehört, über Instanzen hin abgewehrt wird: wann ist dann das Ende der institutionalisierten Gegenwehr erreicht?

Und drittens: wie weit darf diese Gewalt dann gehen? Und wie weit darf die Gegenseite gehen, um diese Gewalt einzudämmen, ob sie nun berechtigt sei oder nicht?

Ich möchte hiermit weder die Gewalt der Polizei noch des schwarzen Blocks in irgendeiner Weise kommentieren, weder noch, weder legitimieren oder kritisieren.

Vielmehr möchte ich meinen Unmut über Herrn Assheuers Aussage kundtun, die für das Niveau, das ich von der Zeit gewöhnt bin, eindeutig zu pauschal ist, zu abwehrend, zu sehr von oben herab.

Fantasielosigkeit kann in der G20-Debatte ohne viel Auflesen beiden Seiten vorgeworfen werden (dies ist aber ein anderes Thema)- eine derartige Debatte abzuwiegeln, indem man eine Seite qua jenem Vorwurf versucht, mundtot zu machen: das ist allerdings nun wirklich fantasielos.

Vielen Dank jedoch für die sehr ertragreichen Diskussionen, die sich ob der Lektüre dieses Beitrags ergeben haben.  – Gesine Heger


Leserbrief zu „Unfreiheit ist immer spießig“ von Thomas Assheuer

Die arme, arme Frau Müller, Nobelpreisträgerin, eine verbitterte Frau,  die für ihre persönliche Geschichte ( Vater ehemalige SS und Alkoholiker, die Mutter mit 20 Jahre alt, sie selbst als 5-6 jährige soo alt) den Sozialismus in Rumänien beschuldig. Sie wäre in der europäische Demokratie genauso verbittert geworden.

Dagegen Herr Borodziej. Er sucht keinen Schuldigen sondern lebt das Leben so wie es sich ihm bietet. Die zwei Intellektuellen die kaum unterschiedlich sein können. – Gostimirka Radulovic


Leserbrief zu „Wir wollen ein Zeichen setzen“ von Marcus Rohwetter

Nachdem mich gestern schon in unserem örtlichen Tageblatt das gescheiterte „Meditationstreffen“ von Klägern vor dem Flensburger Landgericht zum Schmunzeln gebracht hatte, wurde mein Lesevergnügen durch das Foto auf Seite 20 noch gesteigert. Dabei war es weniger das Foto als vielmehr der Hinweis, dass sich darauf der Volvo links befand. Man hätte ihn ja evtl. mit dem Rentier rechts verwechseln können, auch wenn von „konventionellem Antrieb“ die Rede war. – U.Blaffert


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

Wenn der Pulverdampf sich gelegt hat hat, kommen die Schlaumeier aus der Deckung. Aufgrund der bekanntgewordenen und mühsam recherchierten Ereignisse der letzten 14 Tage stellen Sie die verantwortlichen Herren Krösser und Meyer besserwisserisch an den Pranger:

  • war es nicht absehbar
  • warum war die Polizei nicht dort
  • haben sie nicht damit gerechnet
  • auf wievielen Häusern standen Leute
  • es ist doch seltsam
  • warum hat es so lange gedauert

Hätten Sie das alles vorher auch schon gewusst?

Hier haben Frau Merkel und Herr Scholz versagt, als sie durchgesetzt haben, den G20-Gipfel inmitten der Schanze stattfinden zu lassen. Ich baue ein Haus auf einem Vulkan und beschwere mich hinterher bei den Maurern und Fensterbauern, wenn mir der ganze Kasten um die Ohren geflogen ist? Jeder vernünftig denkende Mensch hätte wissen müssen, dass diese Standortwahl im Chaos endet.

G20 ist ein Unikat und nicht mit den 1.Mai-Krawallen zu vergleichen. Noch so viele „biedere“ Streifenpolizisten aus den Bundesländern hätten gegen die internationale Stadtguerilla keine Chance gehabt. Ich kann nur hoffen, dass Sie sich im Vorwege gegen den Standort Hamburg /Messehallen ausgesprochen haben.

Ansonsten hätte ich mich an Ihrer Stelle bei diesem Interview wie ein Pharisäer gefühlt. – Klaus-F. Krone


 

29. Juni 2017- Ausgabe 27

Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Ich hab mein Auto verkauft! Fahre umweltbewußt mit Treckingrad, MTB, Tandem oder Rennrad, bin kein Dobrind Wähler. – Konrad Hagendorn


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Das menschliche Dasein ist geprägt von paranoiden und irrationalen Verhalten und kriminelle Energie in der Wirtschaft gehört in vielen Branchen zum Geschäftsmodell. Über Jahrzehnte hat die Automobilindustrie betrogen mit Einverständnis der Politik.

Jetzt vollzieht die DUH durch ihre Klagen den Rechtsstaat und nun sind alle beteitigen Überrascht. Die Dummen sind am Ende die Besitzer von Dieselfahrzeugen. Aber auch diese haben sich selber ausgetrickst, weil sie naiv und gutgläubig waren. Alternativen gibt es ja bereits seit langen , Hybrit, Autogas, Erdgas.

Überings das gleiche gilt auch für die Ofenindustrie. – Dieeter Klaucke


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Gerne dürfen sich Menschen lieben und füreinander einstehen. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Dafür bedarf es aber keiner Institution der „Ehe“. Die Ehe ist eine Erfindung Gottes, nicht des Staates. Dies ist der Rahmen, in dem nach Gottes Ordnung eine sexuelle Vereinigung stattfinden darf, und zwar ausschließlich zwischen Mann und Frau. Alles andere nennt er Unzucht und Hurerei. Nicht die Liebe zwischen Mann und Mann oder von Frau zu Frau ist vor ihm ein Gräuel und Sünde, sondern deren geschlechtliche Vereinigung.

Die derzeitige Entwicklung war absehbar und in Kapitel 1 des Römerbriefes längst vorhergesagt. Statt dass sich Politiker auf ihre „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ besinnen (Präambel Grundgesetz), glauben sie der Lüge und nicht der frei machenden Wahrheit. Kirchenobere blasen teils ins gleiche Horn und rechtfertigen dies noch mit „christlicher Lehre“. Dies ist bereits Teil des Gerichts Gottes. „Der HERR löst die Gebundenen und macht die Blinden sehend; aber die Gottlosen lässt er verkehrte Wege gehen.“ – Werner Gerberich


Leserbrief zu „Über Berliner Engpässe“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Neulich habe ich festgestellt, dass wir beide Jahrgang 1953 sind und zur selben Zeit in Mainz in die Schule gegangen sind, ich freilich nur am popeligen Gutenberg. Auf alle Fälle, so etwas verbindet. Und so habe ich den letzten Jahren eher erstaunt als empört Ihren Wandel vom liberalen, geistreichen  Spötter zum konservativen Altherren-Meckerer verfolgt. Seis drum, das geht uns allen ja mehr oder weniger so, und witzig waren Ihre Texte ja allemal.

Jetzt aber habe ich heute morgen im Bus Ihren Text über Berliner Engpässe gelesen. Das mag ja mehr oder weniger stimmen, und natürlich: Satire darf alles, auch kräftig überzeichnen. Eines aber darf nicht sein: Demokratisch gewählte Politiker mit rotlackierten Faschisten wie Herrn Maduro auf eine Ebene zu stellen. Der lässt auf seine Bevölkerung schießen und plant einen Staatsstreich. Und vor allem die Not der Menschen in Venezuela gleichzusetzen mit bürokratischem Unvermögen in Berlin. Da, Herr Martenstein, haben Sie in Ihrer Altmänner-Rage jegliches Maß und jeglichen Anstand verloren.

Wir hatten jahrelang ein ZEIT-Abo. Im Frühjahr haben wir es gekündigt, aus ganz praktischen Gründen: Wir leben jetzt einen Großteil des Jahres im Ausland. Seitdem habe ich die ZEIT hin und wieder am Kiosk gekauft, so wie auch heute morgen. Aber jetzt will ich Ihre rechtsnationale Meckerecke nicht länger mitfinanzieren. Tschüss, Martenstein, tschüss, ZEIT! – Jochem Kahl


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Nun also eine Abstimmung ohne Fraktionszwang. Dabei wird fahrlässig übersehen, dass Homosexualität ihren Ursprung in der Kindheit hat, wo die Seele tief verletzt wurde und niemand dafür Sorge trug, dass das Kind sich natürlich entfalten konnte.

Diese Belastungen können bei Jugendlichen die Entwicklung zum Frau- bzw. Mannsein unterdrücken, sodass sie in der Homosexualität ihre Identität suchen und die mit dem homosexuellen Partner erlebte Zuflucht fälschlich als Liebe empfinden – die Belastungen tragen sie jedoch weiter mit sich herum. Durch die Ehe für alle wird über diesen Zustand „Lebenslänglich“ verhängt, darf es ein Zurück in ein heterosexuelles Leben in dieser Ideologie auf keinen Fall geben.

Hier wird diktatorisch mit Denkverboten gearbeitet, dass einem Angst werden kann! Doch niemand hat das Recht, Homosexuellen zu verbieten, ihren Lebensstil zu ändern und die eigene Biographie seelsorgerlich aufzuarbeiten. Dies wäre jedoch nötig, um ein glückliches Leben auf Dauer zu ermöglichen, ist doch z.B. ein Mann, der seine Homosexualität überwindet, ein Mann, der seine eigene Natur zurückgewinnt. Die vom Fraktionszwang befreite Abstimmung wirkt darum als nachhaltiger Glücksverhinderer, sollte der Bundestag sich dafür entscheiden. – Joachim Kretschmann


Leserbrief zu „Die drei Tode des Helmut Kohl“ von Matthias Geis und Tina Hildebrandt

Es ist in meinen Augen mehr als peinlich, was sich familiär und  öffentlich hinter den Kulissen des Begräbnisses um Helmut Kohl abspielt. Mir zeigt es, dass er nie der war, den er vorgab zu sein: ein großer  Staatsmann und Mensch. Wer sich beleidigt zurückzieht, weil er sich strafbar gemacht und darum  den Ehrenvorsitz seiner Partei verloren hat, kann nicht groß sein. Hat er etwa in der Spendenaffäre geglaubt, dass für ihn geltende  Gesetze nicht gültig sind? Er konnte froh sein, dass er so milde davon  gekommen ist. Mit dem Zirkus, den nun in Nachfolge seine Familie veranstaltet und der  auch Teil seines Wirkens ist, wird Helmut Kohl für mich endgültig  demaskiert.  – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

seit einer gefühlten Ewigkeit bin ich Abonnentin der ZEIT. Als erstes greife ich immer zum Magazin – Harald Martenstein möchte ich nicht missen, Janosch erfreut mich oft, auch das Interview auf der letzten Seite lese ich jeweils mit Interesse. Alles dazwischen ist natürlich von unterschiedlichem (manchmal auch gar keinem) Interesse für mich, was jedoch nicht weiter erwähnenswert ist, da das Heft ja nicht für mich speziell gemacht ist…

Seit geraumer Zeit gibt es jedoch EINES, was regelmäßig mein absolutes Unverständnis weckt und ich dies hiermit kundtun will: die Beiträge von „Thomas und Larissa über ihre Fernbeziehung“. Meiner Meinung nach könnten sie sich getrost damit begnügen, ihren Austausch auf der privaten Ebene zu lassen. – Elisabeth Koch


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Sie veröffentlichen eine zwölfseitige Beilage zum Sonnen- und Edelstaat Türkei. Sicher gegen gutes Geld. Das macht die Sache noch schlimmer. Aus Überzeugung können Sie doch nicht Herrn Erdogan so unterstützen, der aufs Haar genau bei seinem Weg zurvtotalen Macht den Spuren Adolf Hitlers folgt. Haben Sie schon den Nanen Ycel und den anderer inhaftiertet Journalisten gehört? Uns Sie verkaufen Ihr Gewissen für mieses Geld!

Da ich alles, wirklich alles Türkische aktuell boykottiere, muss ich in Zukunft auf Ihr Blatt verzichten und freue mich dabei, wenigstens in Kleinem Ihren Gewinn aus dem Gewissensverkauf zu schmälern. Ich werde nach Kräften im Freundeskreis Stimmung gegen Ihr Blatt machen. – Lutz Landorff


Leserbrief zu „Das Anfängle“ von Urs Willmann

Auf der auf S. 30 des genannten Beitrags zu findenden Karte mit Bezugspunkt Schwäbische Alb muss es statt „Neu-Ulm“ „Ulm“ heißen. Ich bin seit einem halben Jahrhundert ZEIT-Leser, und habe natürlich Verständnis dafür, dass ZEIT-Artikel zunehmend mehr den allgemeinen Bildungsverfall widerspiegelt – auch in WISSEN. Nur: Ulm mit Neu-Ulm zu velwechsern, werch ein Illtum! – Prof. Dr.theol. Dr.phil.habil. Dipl.-Psych. Hans-Peter Heekerens


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Das Titelthema der ZEIT („Ist das Auto am Ende“) hat uns auch umgetrieben, und wir haben einen lustigen kurzen Clip dazu gemacht der eine Alternative zu den gängigen Meinungen zum Thema Selbstfahrende Autos und künstliche Intelligenz aufzeigt. Er ist durchaus im Inhalt auch ernst gemeint: Wie sieht die Sache aus der Sicht der Maschinen aus?

Der Clip (hier) ist schon ein kleiner Internet Hit (>300 000 views) was nicht zuletzt an dem Soundtrack liegt, der von einem künstlichem Japanischen Popstar (Hatsune Miku) eingesungen ist.

Es gibt auch ein Interview mit der AI dazu.

Und mit Text. Vielleicht wäre das ja etwas für Euch, da es ja zum aktuellen Thema gut passt?  Würde uns freuen! – Henrik Mauler


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Seit Jahren lese ich immer wieder Ihre hochwertige Zeitung und habe es nie bereut, heute ist es das erste Mal. Ihre Anzeigenbeilage hat mich sehr verärgert, was haben Sie sich dabei nur gedacht? Dass Sie über die Türkei berichten, auch unter verschiedenen Aspekten und mit verschiedenen Ansichten ist in Ordnung. Aber ein solches Werbeblatt beizulegen in der derzeitigen aufgeheizten Stimmung, in dem für attraktive Investitionskonditionen geworben wird, Investitionssicherheit ohne Rechts- und Planungssicherheit? für Deutsche? etwa im Gefängnis? Dazu wird noch Bodrum beworben und ein angeblicher Boom von erneuerbaren Energie. Da hat Sie dieses Mal Ihr sonst sehr bewährtes Fingerspitzengefühl völlig verlassen. Gute Besserung! Ich bin dennoch guter Hoffnung. – Achim Schick


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Kann es sein, dass Ihr Artikel „Zum Glück ein Ja!“ eigentlich für die vorletzte Seite des politischen Teils der aktuellen ZEIT bestimmt war?

Interessieren würde mich, um wieviele Menschen in Deutschland geht es, die heiraten wollen, ohne das bisher zu können? Darüber war bisher nichts zu lesen.

Und: Welche Umfragen zeigen, dass ‚mehr als zwei Drittel der Deutschen‘ – so steht es bei Ihnen – die Ehe für alle befürworten?

Schon bemerkenswert, welches Thema derzeit alle anderen verdrängt!  – Elke Bossbach-Trog


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Keine Frage, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften stehen die gleichen Rechte und Pflichten zu wie heterosexuellen. Das wird zurecht gefordert und auch von den höchsten deutschen Gerichten gestützt. Aber Kinder zu zwingen, ( ohne Chance,  das verantwortlich mitentscheiden zu können ) per Adoption in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft groß werden zu müssen, ist Kindesmissbrauch ! Kinder sind keine „frei verfügbare Masse“ zur Befriedigung durchaus verständlicher Wünsche nach Kindern. Sprechen wir es direkt an: gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind für die evolutionsgeschichtliche Entwicklung der Menschheit eine Fehlentwicklung. Bei allem Mitgefühl für Kinderwunsch, den betroffenen Kindern nützen keine gleichgeschlechtlichen Partner als Elternvorbilder. Sie werden also in ein nicht normales Elternbild gezwungen. Aber Eltern sind die vorangige Vorbilder für Kinder.

Es ist dringend zu wünschen, dass die Politik und höchste deutsche Gerichte Kinder vor diesem Missbrauch schützen ! – Udo Bauer


Leserbrief zu „Das Bodensee-Labor“ von Anna-Lena Scholz

Als Illustration zu dem Artikel über die Lindauer Nobelpreisträgertagung bringen Sie ein Foto von einem hübschen Ort, bei dem es sich allerdings nach meiner unmaßgeblichen Schätzung nicht um Lindau handeln kann (ich tippe auf Sipplingen). – Robert Meßmer


Leserbrief zu „Wenn es nicht mehr läuft“ von Burkhard Strassmann

Mit Interesse habe ich gerade Ihren Artikel in der neuesten Ausgabe der ZEIT, Rubrik Wissen, gelesen. Ihre Erlebnisse in der Apotheke kann ich nicht nachvollziehen: Sie erhalten vom Arzt ein grünes Rezept, das eindeutig kein Kassenrezept ist (Kassenrezepte sind rot) und die Apothekerin ist irritiert über die Verschreibung? Klar doch, grüne Rezepte sind nur zugelassen für das Verordnen rezeptfreier, also nicht verschreibungspflichtiger Medikamente. Später erkennt die Apothekerin angeblich ihren Irrtum. Ich frage mich: Hat da nicht eher der Arzt geirrt, weil er zum falschen Rezeptformular gegriffen hat?

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall, dass Tadalafil Ihnen hilft und Sie sich wieder gesund fühlen können. – Reinhild Berger


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Ich wundere mich immer wieder, dass in der Diskussion um die „Verkehrswende“ die öffentlichen Verkehrsmittel überhaupt keine Rolle spielen. Als ob Fahrverbote alternativlos wären, wie Dieter Reiter behauptet! Kurzfristig, mag sein – aber um das Problem (das ja nicht nur in der Stickoxidbelastung in Großstädten liegt) umfassend anzugehen, sollte die Politik auch umfassend erfinderisch werden und außerdem den Mut aufbringen, an das Menschenrecht auf Individualverkehr (ja, so kommt mir das bisweilen vor) zu rühren.

Mein erster Vorschlag dazu wäre: Dienstwagennutzung sinnvoll regeln. Gerade in den Großstädten, die jetzt um Fahrverbote ringen, sind es doch die Dienstwagenfahrer, die mit ihren viel zu großen Dieselwagen die Luftverschmutzung befördern – aus deren Sicht verständlich, denn jede Busfahrkarte, so günstig der Tarif und die Verbindung auch sein mögen, kostet sie mehr als die Dienstwagenfahrt. Diese ökologisch katastrophale Anreizstruktur aufzulösen halte ich für dringend notwendig – und für wesentlich fairer, als einseitig eine Gruppe von Menschen, nämlich diejenigen, die sich privat einen Diesel gekauft haben, für eine Problemlage zu bestrafen, die eigentlich die gesamte Gesellschaft zu verantworten hat. – Franziska Neuner


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Heute ist ein Jubeltag – und ich nenne mein Kind…

..Volker!

Welch ein kluger Schachzug, Gesetze in Abstimmung zu bringen, die längst überfällig und mehr als gerecht sind, unter der Prämisse der möglichen Koalitionspartnerschaft. Kann das bis zur Wahl nicht so weitergehen? Zum Beispiel wären säuglingsgerechte gegen-Null-Grenzwerte für Nitrate im Grundwasser überfällig. Das ginge, wenn es legalisiert werden würde, dass alle Kosten, auch Folgekosten, die durch chemisch belastende, das ökologische Gleichgewicht zerstörende Landwirtschaft auf die Verursacher abgewälzt werden könnten. Gleiches könnte für die Stromproduktion, die Verpackungsindustrie, etc. gemacht werden. Und die Verbraucher, die doch angeblich all diese Produkte möchten? Nun, legt die Kosten einfach auf die Endverbraucherpreise um. Dann werdet Ihr sehen, wohin das führt.

Danke, Volker. Christian oder Martin sind nicht so mein Fall, auch wenn es sinnvoll ist, wenn man gute Ideen übernimmt. – Birgit Lehnert


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Unglaublich, was unter dem Umweltdeckmäntelchen für eine Umweltsauerei angestrebt wird: 15 Millionen Diesel-Autos! Sollen die einfach so weggezaubert werden? Ersetzt durch 15 Millionen Neuwagen? Rohstoffe für 15 Millionen Karosserien, 15 Millionen Akkuzellen, 15 Millionen Motoren, 15 Millionen Bremsen, 15 Millionen Getriebe, 15 Millionen Inneneinrichtungen, 15 Millionen mal Fahrzeugelektronik etc.

Wo bitteschön werden diese Rohstoffe auf der Welt geplündert und verarbeitet? Wo werden die anfallenden Abfälle gelagert? Wie stark wird allein dadurch die Umwelt belastet? Wieviel CO2 wird dadurch unnötig verbraucht (auch da gibt es übrigens Grenzwerte und Klimaziele)?

Und auch die Benzinautos sondern giftige Abgase aus, darüber wird gar nicht diskutiert. Wer profitiert am Ende davon? Die Autoindustrie! 15 Millionen neue Fahrzeuge verkaufen für geschätzt 450 MILLIARDEN Euro (bei einem Schnitt von 30.000€/Fahrzeug)!

Die Politik sollte dafür sorgen, dass strenge Änderungen im Abgasverhalten die Fahrzeughersteller (mit-)tragen (z.B. umsonst Filter einbauen). Zweitens bedeutet es, dass wir – leider Gottes – diese höheren Stickoxide und den Feinstaub ertragen müssen, damit wir die Welt nicht mit jedem Messwert, der überschritten wird, noch schneller vor die Wand fahren. Sollten dazu bestehend Paragrafen in der EU geändert werden müssen, wäre es nicht das erste Mal.

Sie erwähnten ja im Artikel stellvertretend die Weber-Grills, nicht jedoch die modernen Holzpelletheizungen, die einst gefördert und gelobt, wohl morgen auch mit einem Katalysatorbann rechnen müssen.

Sorry, der Leserbrief ist etwas lang geraten und schwer zu kürzen. Falls er nicht gedruckt wird, hoffe ich auf ähnliche Reaktionen in kürzerem Wortlaut oder einer ausführlicheren Recherche Ihres Reporterteams, die sich mit den o.a. Konsequenzen beschäftigt. – Thomas Schall


Leserbrief zu „Das Bodensee-Labor“ von Anna-Lena Scholz

In der aktuellen Ausgabe passt mal wieder ein Bild nicht  ganz zum Artikel bzw. führt die Leserschaft auf eine falsche Fährte…und zwar beim Bodensee-Labor

Das Bild zeigt weder Lindau noch die Insel Mainau sondern einen Teil des Überlinger Sees… es dürfte sich im Vordergrund um Ludwigshafen handeln… – Jörg Henker


Leserbrief zu „Die Politik und die Droge“ von Antonia Hufnagel

schreiben geringe Mengen Cannabis würden in Deutschland nicht strafrechtlich verfolgt. Die Verfolgung durch die Hintertür „Führerscheinentzug“, wie in ihrem Artikel 2014 beschrieben, ist deutlich schlimmer und von meiner Auffassung vom Rechtsstaat nicht gedeckt. Dies gilt insbesondere für den demütigenden Prozess der MPU. – Adrian H.


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

12 Seiten uneingeschränktes Werben für ein Land dessen Bewohner mehrheitlich einem repressiven System ihre Stimme gegeben haben, zu bewerben, befremdet mich ungeheuer. Wie gut, dass ich über Jahrzehnten dieses Land bereisen durfte also es noch den kemalistischen Geist besaß. Heute kann ich dem NEUSULTAN  und seinem unverschämten Gebahren, gerade auch Deutschland gegenüber, kein Entgegenkommen und kein Verständnis entgegen bringen. – Barbara Fritz Leonberg


Leserbrief zu „Moin, moin!“ Charlotte Parnack

Sie haben völlig recht Frau Parnack, der Gipfel in Hamburg steht uns gut zu Gesicht. Teilnehmer und Gegner sind Teile eines demokratischen Prozesses und, dass sich die Welt im deutschen „Tor zur Welt“ trifft, passt. Aber es sind nicht wesentlich die Demonstranten, die für die Durchführung einen Ausnahmezustand erzwingen, sondern besonders die heute gegebene terroristische Bedrohung, für die ein solches Ereignis geradezu eine ideale Plattform darstellt.

Um die gegebenen Gefahren und die damit verbundenen extremen Sicherheitsmaßnahmen zu mindern wäre ein leicht zu sichernder Ort wie z.B. ein Kreuzfahrtschiff eine willkommene Alternative. Dies könnte militärisch abgeschottet werden, lediglich die An- und Abreise erforderte noch besondere Maßnahmen. Ein solches Schiff böte auch ausreichend Raum und Komfort für alle Teilnehmer inkl. der Presse und um den demokratischen Ansprüchen gerecht zu werden, könnten Sprecher der NGOs mit eingeladen sein. Organisatorisch bliebe das vorsitzende Land verantwortlich, die Kosten dürften eher erheblich geringer sein. – Wolfgang Clausmeyer


Leserbrief zu „Danke, Axl“ von Andreas Bock

Seinerzeit in einem katholischen Internat aufgewachsen und höchst aufrührerisch mit dem T-Shirt von Guns N’Roses herumgelaufen, welches die Totenschädel der Bandmitglieder auf einem Kreuz zeigt (Appetite for destruction), habe ich mich sehr über den Artikel gefreut und konnte auch viele Parallelen zu meiner Jugend erkennen J.

Eine kleine Unklarheit aufgrund der Erwähnung von The Cure. Meinte der Autor Friction Records (gibt’s auch) oder eher Fiction Records? – Uli Wahl


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Für die heutige Beilage „Turkey Discover the Potential“ habe ich wenig Verständnis. Einer Begründung bedarf es an dieser Stelle und zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht. – Uwe Frey

Leserbrief zu „Nicht mit mir“ von Arbion Gashi

A. Gashi sagt offen, was er in Deutschland sieht, wenn er schreibt, was er vom „Verhältnis, das wir in unserer Gesellschaft untereinander pflegen, Muslime und Nichtmuslime“, hält: einen potentiellen islamischen Staat, in dem neben Muslimen auch Nichtmuslime wie Christen, Atheisten und andere Randerscheinungen, also „Nichtmuslime“, vorkommen (dürfen). Wer, wie Gashi, Deutschland als eine Gesellschaft von Muslimen und Nichtmuslimen bezeichnet, will einen islamischen Staat. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zur Anzeige „Smarter Mittelstand“

Da „Die Zeit“ selbst verantwortlich zeichnet für die in ihr geschaltete Anzeige „Appell an den digitalen Pragmatismus“, sei ihre Redaktion gefragt, seit wann Unterschriften „getätigt“ werden. Ich dachte, dass Unterschriften außerhalb des Einflussbereichs von Verwaltungsgrundschulen immer noch „vollzogen“ würden; offenbar ist dieser Einflussbereich aber größer, als von mir erwartet. Ich erinnere mich, dass es seinerzeit in der Sexta für derart gröbste sprachliche Unbeholfenheit einen nassen Schwamm an den Kopf gab (eine heutzutage vielleicht zu recht verbotene päagogische Maßnahme, die wir damals freilich einer förmlichen 6 vorzogen); heute kommt man damit, breit grinsendes Konterfei inklusive, in eine von der Zeit gesponsorte Anzeige in der Zeit.

Tempora mutantur, und „Die Zeit“ im Speziellen, wie es scheint. Nach längerer Pause vor die Frage gestellt, ob ich sie nicht wieder dauerhaft abonnieren wolle, kann die Antwort nach 2 Wochen Lektüre nur höflichst lauten: „Fuck off, you bloody bastards!“  Ich habe nichts dagegen, mich mal unter meinem Niveau zu amüsieren, aber mich darunter informieren möchte ich lieber nicht! Und der Grund ist beileibe nicht nur die Grinsepeteranzeige. Blättern Sie doch selbst mal durch Ihr knappes Wirtschaftsbuch und Sie finden: Interview mit adretter Businessfrau und -witwe. Die zeitenbedingt eingegangene „Welt im Spiegel“ hätte das in ihrer meist lesenswerten Rubrik „Kurz und uninteressant“ verwurstet, doch „Die Zeit“ bringt es fertig, für solchen Personalityquark eine ganze Seite hinzuschwärzen, nur damit sie sie nicht mit wissenswerten Wirtschaftsnachrichten füllen muss. – Herbert Albrecht


Leserbrief zu „Völkische Nachtgedanken” von Adam Soboczynski

Zu Ihrem sprachlich-intellektuell (Dietl? Kujau?) etwas improvisierten Sieferle-Kommentar anlässlich von Safranskis Apologie:

  1. Hatten Sie auf dem Koblenzer Gymnasium (ich war Koblenzer Eichendorffler) kein Latein, so dass Sie der seltsame Nominativ Germania nicht stört?
  2. Safranski habe ich viel gelesen: aber ein scharfer, origineller Denker war er nie.
  3. Mich wundert diese seltsame Stereoptypie: böse Deutsche (alle?) und Gottes zum Massentod auserwähltes Volk. Theodizee Fehlanzeige! Bei Susman u.a. kann man üble Rechtfertigungen für Gottes Benutzung „der“ Deutschen (SS) für Prüfung oder Strafe lesen. So wie ja auch Jesus „ermordet“ werden musste, zwecke Erlösung. Bloß von wem?
  4. Ist Ihnen (und anderen) bewusst, dass für jeden der 6 Mio Juden (einmal als feste Ziffer angenommen) mehr als ein Deutscher unfreiwillig sterben musste? „Denn alle Schuld rächt sich auf Erden“ !? Es gab also eine SYNTHANASIE.
  5. Hitlers Nerobefehle behandelten die Deutschen als verworfene Rasse, wie die Juden nur zum Untergang tauglich. Die Neonazis wären alle ungeboren! Warum sehen sie das nicht?
  6. Warum haben die Deutschen nicht das eigene Leben und Eigentum vor Hitlers Wüten zu bewahren versucht? Wie also sollten sie dann 6 Mio Juden in Polen und Rußland „retten“ (wollen)? Und wie bitte? Schreiben Sie mal eine kontrafaktische Handreichung? Die müsste es doch lange geben…
  7. Kennen Sie Polens Geschíchte seit 1933 gut? Dann informieren Sie uns doch bitte genau über Pilsudskis Ersuchen an die Franzosen, gleich zu Beginn Deutschland zu besetzen!  Daladier lehnte ab. Die Franzosen wollten keinen Ärger. Dagegen offenbarte Goebbels 1940, dass er als frz. Premier Hitler nicht hingenommen hätte, sondern 1933 eingeschritten und evtl. einmarschiert wäre: die gegen Frankreich in Mein Kampf gerichteten üblen Seiten seien inakzeptabel gewesen! Da hatte der poln. Chef doch eine gute Idee, die selbst Goebbels gebilligt hätte. Jammerschade, nicht?  – Guido Kohlbecher

Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Ehe für Alle – Politik ohne Debatte

Dafür haben wir nicht gekämpft. Gleiche Rechte für alle, aber doch nicht ohne gesellschaftlich-politische Debatte. Man sollte die Institution Ehe und die staatliche Einmischung an sich in Frage stellen! Die Chance ist vertan. Ergebnis einer Politik ohne Debatte. – Felicitas Hentschke


Leserbrief zu „Eine letzte Umarmung“ von Henry Kissinger

Bemerkenswert der Nachruf von Henry Kissinger auf Helmut Kohl da er in Stil und Inhalt ziemlich abweicht von dem was bisher in deutschen Blättern zum Tode des Einheits-Kanzlers zu lesen war. Klar, viele deutsche Meinungsmacher seiner Epoche rieben sich nur zu gerne an seiner vermeintlichen Durchschnittlichkeit und Bräsigkeit die ihn zu einer leichten Beute von Spott und Hohn machten.

Das müssen Spitzenpolitiker eben aushalten und Kohl war ja ein Meister im Wegstecken und Aussitzen.  Ob das Strauß war oder Augstein, sie kämpften gegen den schwarzen Riesen aus Oggersheim an wie  Don Quijote gegen die Windmühle. Erst als Kohl das politische Meisterstück der deutschen  Wiedervereinigung vollbrachte ging einigen Kritikern allmählich ein Licht auf. Ich erinnere mich an ein Foto, wo Kohl mit dem amerikanischen Präsidenten Bush und seinem  Außenminister Baker in Washington zusammen saß : Man spürte förmlich die vertrauensvolle Atmosphäre die diese drei Politiker verband. Kissinger spricht in seinem Nachruf gerade diese Fähigkeit Kohls an, mit  seine Loyalität und seiner verlässlichen außenpolitischen Orientierung amerikanische Präsidenten zu  überzeugen.

Verblüffend sicher auch für Kohls deutsche Interpreten der Hinweis Kissingers auf dessen hohe Intelligenz. An Kissingers Nachruf erkennt man leicht die umfassende Sicht und Analytik des gelernten  Historikers und das hebt ihn so wohltuend ab von deutschen Kommentaren, die eher die vielen verpatzten  Gelegenheiten anklingen lassen (vielleicht ungewollt) den wahren Kohl zu erkennen. Mit Kissinger und Kohl erlebten wir 2 bedeutende Politiker die auch beide den Beruf des Historikers wählten bevor die Politik sich  ihrer bemächtigte.

Daraus den Schluss zu ziehen, dass Politiker mehr Erfolg haben wenn sie geschult sind in  historischen Zusammenhängen zu denken ginge aber zu weit. – Klaus Reisdorf


Leserbrief zu „Moin, moin!“ Charlotte Parnack

… und Tschüüß!

Die G20-Maschine fällt in Hamburg ein. Und die Autorin sieht „die Welt in all ihren Facetten zu Gast“. Leider ist dies nicht „die Welt“, es sind nur ein paar Tausend hoch schutzbedürftige Elitenmitglieder. „Die Welt“ sieht glücklicherweise auch anders aus. Und die Elite ist nicht Gast der Stadt, sondern der staatseigenen Elite. Gäste lädt sich nicht nur der Hamburger anders ein.

Zieht sich die Stadt zurück? Ja, und sie tut gut daran, denn der erste Schritt, die Okkupation der Stadt durch „Gäste“ und geschätzt 15.000 Sicherheitskräfte – importierte Body Guards nicht mitgerechnet -, ging von „der Stadt“ als Institution aus. Diese „Stadt“ hat weite Bereiche ihrer Stadt gleich zur sicherungsbedürftigen, also bürgerfreien Zone erklärt. Da müsste sich der Bürger schon gegen „seine Stadt“ wenden. Aber dazu ist der Hamburger mehrheitlich traditionell zu hanseatisch. Der Rückzug ist ein Abwinken, es geht schon vorbei. Was hätte man auch von diesen „Gästen“, wäre man offener? Zu einem Schampus mit gehobenen Diplomaten auf einer Außenalster-Terrasse würde es eh nicht kommen (gehört man nicht zum absoluten Upper-Circle der Stadt-Elite).

Warum also Hamburg und nicht Helgoland? Nicht weil es weniger weltstädtisch wäre. Sondern wegen der landschaftlichen Erosion. Ein Gipfel ist keiner deutschen Insel zu gönnen. Besser in der Tat diese Idee: ein ausgedienter Flugzeugträger. 3.000 Mann (und Frau) fasst der zu Einsatzzeiten. Da müssten die Delegationen schrumpfen, was der Verhandlungsverdichtung nur gut täte. Die Presse wäre so ausgeschlossen? Flugzeugträger treten immer im Verband auf. Ein ordentliches Journalisten-Beiboot täte es da wohl. Und die Vertreter der Zivilgesellschaft? Die Autorin meint wohl die resolutionsbewehrten NGO-Lobbyisten, die den 3.000 Medienvertretern Forderungskataloge im Dutzend vorzulegen gewillt sind. Die 3.000 müssen schließlich Futter bekommen. Und sie klauben es auf, es müssen ja Tausende von Seiten und Sites gefüllt werden. Aber dieses Pamphlete-Überreichen könnte digital effizienter abgewickelt werden.

Die Autorin redet auch von einer „Chance“ für die Stadt. Erklärt diese aber noch weniger, als von einem landläufigen Politiker erwartet werden kann. Zustimmungspflichtig jedoch ihr Aufatmen: Die Polit-Elite trifft sich in Deutschland. Und nicht in Ankara, Moskau, Washington, um nur ein paar aktuelle No-Go-Areas zu nennen. Aber warum Hamburg? Und nicht eine frisch aufgeschlagene Zeltstadt in der Uckermark? Die hinterher als Flüchtlingscamp mit besonderer Ausstattung weiterverwendet werden könnte. Auch ausgediente Kasernen rings um Neumünster hätten eine Chance verdient. Real-Life-Effekte – natürlich durch Gruppenpsychologen moderiert – täten den Delegationen vielleicht gut. Das blumig-blasige Beschlüssefassen nahezu aller „Gipfel“ könnte etwas griffigere Konsistenz gewinnen.

Warum klebt die Autorin also so sehr an Hamburg, wenn sie selbst zugesteht, der Gipfel beschere „im besten Fall“(!) nur Stau. Sie ist Leiterin der Hamburg-Redaktion der ZEIT. Sie ist gleichsam dienstverpflichtet. Was soll sie schreiben, wenn die BILD schon genüsslich über den saudischen König (Gast) berichten kann, der gleich mit Thron anreist und für den das Vierjahreszeiten-Hotel umgebaut werden muss? Sie hatte halt keine Chance. – Jo Wüllner


Leserbrief zu „Bella figura“ von Olaf Unverzart

Aufgrund der Fotos zerschrammter Autos die keinen stören im aktuellen Zeitmagazin, möchte ich anregen einmal die widersprüchlichen Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Schäden die andern zugefügt werden zu beleuchten,  zu thematisieren und gegenüberzustellen?  Daß würde vermutlich eine ganz ZEIT füllen.

Bei Schäden am Auto wird sofort die Maschinerie  Polizei, Anklage, Gericht, Strafe, in Gang gesetzt. Es kommt niemand ungestraft davon auch wenn es nur Kleinigkeiten wie Kratzer sind. und wie ists bei Schäden an öffentlichen Einrichtungen?  Vielleicht ein „macht doch nichts“ ist ja lustig, Spiegel, Blumenbeete oder Ruhebänke zu zerstören.

Schäden durch  Steuer-, Unternehmens- oder Bankberater, die oft erhebliche Vermögensschäden verursachen. Schäden an Leib und Gesundheit durch Prügeleien, ärztliche Fehler, auch hier folgt selten eine Strafe. Schäden an Ware die durch falsche Behandlung (Paketversand) leichtfertig verursacht werden.

Schäden an der Gesellschaft durch politische Fehlentscheidungen? Schäden an den Sozialkassen, weil sich private Firmen bereichern?

Die Liste dürfte noch weiter fortzuführen sein.

Niemand steht zu solchen Fehlern,gibt sie zu „a hab ich etwas falsch gemacht“  obwohl jeder gewerbliche eine Haftpflichtversicherung haben muß (Privatleute sollten eine haben) Wäre es nicht anständig in allen Bereichen Fehler zuzugeben, dazu zu stehen und den Schaden zu beheben?

Positiv über solche geregelten Fälle in den Medien berichten? – Elisabeth Hoffmann


Leserbrief zu „Nicht mit mir“ von Arbion Gashi

In der Tat sind keine Entschuldigungen wichtig, sondern dass die Imame aufhören, die Scharia zu verkünden. Die islamischen „normalen Mörder“ unterscheiden sich jedoch von den nicht-islamischen dadurch, dass sie ihre Tat stets mit dem Ruf „Gott ist groß“ begleiten. Da kommt man dann ins Grübeln, ob es vielleicht doch mit dem wunderbaren Koran zu tun hat. – Werner Koetz


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Die Debatte über die „Ehe für alle“ beinhaltete weit mehr als die Frage nach der rechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher und gegengeschlechtlicher Paare. Die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare hätte durch eine Änderung im Adoptionsgesetz vollumfänglich der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt werden können. Das wäre sehr einfach und ohne viel Aufhebens durchführbar gewesen.

Die Debatte um die „Ehe für alle“ wurde aber dominiert von einer semantischen Komponente: Haben gegengeschlechtliche Zweier-Paare ein Monopol auf die Begrifflichkeit der „Ehe“? Sympbolisiert dieses Begriffs-Monopol eine Art Überlegenheitsgefühl gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren? Kommt im Beharren auf diesem Begriffsmonopol nicht eine unerträgliche Arroganz zum Ausdruck?

Ein grundsätzliches Merkmal von Sprache ist es, unterschiedene Wörter für unterschiedliche Begrifflichkeiten zu verwenden. Dies ermöglicht erst eine differenzierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Inhalten.

Einige Wörter (z.B. „Arzt“ oder „Fernsehen“) stellen dabei Kategorien dar, die durch Doppelwörter oder vorangestellte Eigenschaftswörter (z.B. „Kinderarzt“ oder „digitales Fernsehen“) in nah verwandte Begrifflichkeiten differenziert werden. Liegen die Begrifflichkeiten weiter auseinander, werden meist verschiedene Wörter verwendet.

Die semantische Frage hinter der Diskussion um die „Ehe für alle“ ist und war, wie nahe miteinander verwandt gegengeschlechtliche und gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind. Bei einem engen inhaltlichen Verwandtheitsgrad würde sich das gleiche Grundwort anbieten, bei grundsätzlichen Unterschieden wären zwei verschiedene Wort üblich und für die differenzierte Betrachtung hilfreich.

In vielen Belangen sind gleich- und gegengeschlechtliche Partnerschaften offensichtlich sehr ähnlich. Zwei Menschen, die sich lieben, erklären dem Staat in verbindlicher Weise ihre Partnerschaft. Dazu schließen sie einen Vertrag miteinander und erhalten eine staatliche Förderung der Partnerschaft. Auch die liebevolle Erziehung von Kindern scheint beiden Arten von Paaren möglich.

Die Zeugung von Kindern dagegen ist innerhalb einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft offensichtlich nicht möglich. Gegengeschlechtliche Eigenschaften sind zwar keine hinreichende, aber (außerhalb des Klonens) offensichtlich eine notwendige Voraussetzung für die Zeugung von Kindern. Die Möglichkeit zur Zeugung von Kindern wird gegengeschlechtlichen Paaren nur durch krankhafte Zustände verwehrt. Die Frage, vor die Gesellschaft nun steht (oder stand) ist:

Ist dieser Unterschied so bedeutsam, dass gegen- und gleichgeschlechtliche Partnerschaften unterschiedliche Namen verdient haben? Oder ist dieser Unterschied eher eine Randnotiz, die im Bedarfsfall durch die Voranstellung eines Adjektivs klargestellt werden kann.

Die Entscheidung darüber wurde heute vom Parlament, auch unter Berufung auf eine überwältigende Mehrheit in Umfragen, getroffen.

Nach dem heutigen Tag lässt sich feststellen: Entscheidend für die Begrifflichkeit ist allein die verbindliche Paarbildung. Ob ein Paar die Möglichkeit hat, Kinder zu zeugen oder nicht, ist durchaus ein Aspekt, aber kein so gewichtiger, als dass er der seinen Niederschlag in der Wortbildung finden würde.

Manche mögen in dieser Ansicht eine Überinterpretation sehen. In diesem Falle hätte man sich aber durchaus auf die rechtliche Gleichstellung gegen- und gleichgeschlechtlicher verbindlicher Lebensgemeinschaften konzentrieren können. Der Duden hätte dafür seine Begriffsdefinitionnicht  ändern müssen. – Christian Voll


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Nö, Herr Dausend, so möchte ich den Satz nicht stehen lassen: „Und daß auch Konservative weltoffen sein müssen, wenn sie noch mithalten wollen.“ Wie anmaßend! Nach meiner Erfahrung sind Koservative sehr häufig , was man gemeinhin weltoffen nennt.

Wenn sie zu einem bestimmten, für viele Menschen lebenentscheidend wichtigem Thema anderer Meinung sind, wird ihnen diese Weltoffenheit sogleich abgesprochen? Ich habe in meiner Jugend in einer europäischen Hauptstadt schon früh schwule Bekannte und auch Freunde gehabt, kein Problem.

Was mich jetzt irritiert, ist die Frage, woher die zu adoptierenden Kinder kommen sollen, das bedarf doch einer Nachfrage und Diskussion? Wenn es nicht genug Kinder gibt, die zur Adoption freigegeben sind (was wohl sein könnte), sollen dann Samenspender und ggfs. Leihmütter zur Vefügung stehen? Das schwerwiegende Problem sehe ich darin, daß man garnicht wissen kann, ob viele Kinder mit dieser evtl. doppelt “ anderen Situation „, also 2 Väter/Mütter und einem unbekannten Elternteil zurecht kommen können. Insofern empfinde ich den zwar verständlichen Kinderwunsch als einen großen Egoismus. Ich weiß nicht, ob die Erkenntnis, daß man meist im Leben nicht alles haben kann, so veraltet ist, daß man damit auch zu den hoffnungslos abgehängten Konservativen gehört? – Margret Berendt


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Der besondere staatliche Schutz der rechtlichen Lebensgemeinschaft von Mann und Frau (seit alters „Ehe“), die seit unvordenklicher Zeit bis heute durch ihre Verbindung die Voraussetzung für Nachkommen und damit für die Stabilität und die Fortdauer der staatlichen Ordnung sorgen, soll gesetzlich ohne zusätzlichen greifbaren Nutzen für die  Allgemeinheit ausgedehnt werden auf die Minderheit, die in einer gleichgeschlechtlichen Verbindung diese Voraussetzung nicht schaffen und auch nicht mit Beteiligung einer oder eines Dritten garantieren können.

Ist nicht offensichtlich, dass in einem für die Allgemeinheit wesentlichen Punkt ungleiche Arten von Lebensgemeinschaften gleich behandelt werden sollen? Wählt hier der Gesetzgeber nicht ein falsches, nämlich unangemessen überschießendes und letztlich ungeeignetes Mittel zum Minderheitenschutz, indem er die Mehrheit derjenigen, die die Voraussetzung für den staatlichen Fortbestand schaffen, keiner besonderen Rechtstellung mehr für würdig hält?  – Jürgen Klose


Leserbrief zu „Die goldenen Teelöffel der Demokratie“ von Benedikt Erenz

danke für ihren beitrag.

köstlich, wie sie die von offizieller seite postulierte bedeutung des fürstlichen edelmetalls “im konzert der internationalen politik des ausgehenden 18. jahrhunderts” an ihrem eigenen furor zerschmelzen lassen.

die geschichte der bewegung und auch des kampfes für demokratie in deutschland stärker zu würdigen, ist vor einigen wochen schon einmal in der zeit gefordert worden. und das sehr zu recht, wie ich finde.

in unserer erinnerungskultur ist noch immer das brandt-wort nicht erfüllt: “mehr (geschichte der) demokratie wagen!”. – gesa pansch


Leserbrief zu „Kommt eine neue Studentenrevolte?“ von Anant Agarwala und Stefan Schirmer

Unter der Überschrift „Kommt eine neue Studentenrevolte?“ steht dick gedruckt:

An ersten Hochschulen machen Aktivisten mobil.  Was soll diese militaristische Wortwahl? Sie haben vor, zu demonstrieren, nicht vor, in den Krieg zu ziehen. – Wolfgang Burkhardt


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Gestatten Sie mir als gelegentlicher ZEIT-Leser sowie auch als Betroffener heute die folgenden Ergänzungen zu Ihrem aktuellen Diesel-Artikel in der ZEIT vom 29.06.2017, von denen ich meine, dass sie in Ihrem Artikel auch hätten thematisiert sein müssen :

Eingangs hoffe ich erst einmal, dass man mir an einem nicht allzu fernen Tag nicht die Zu-und Abfahrt als Anwohner zu meinem Haus in der Stadt Wiesbaden verbietet oder beschwert.

Ich fahre einen BMW PKW 320 d x, Quattro, 177 PS, Sechsgang-Automatik, 4er grüne Plakette, fünf Jahre jung, Neupreis um die 40 TSD Euro, Stadtverbrauch cirka 8,5 Liter. Bisher absolut ein Auto der Vernunft.

Die Umweltgesamtbilanz (!) eines bezingetriebenen Porsche Cayenne, mit dem eine Mutter fast täglich ihr Kind bis vor die Schulklassentafel in die Stadt fährt, um anschließend zum Tennis zu fahren, ist bei einem

Stadtverbrauch von cirka 26 Litern (!!!) auf einhundert KM wohl nur unwesentlich besser, wenn überhaupt.

Weiterhin will ich anmerken, dass hier im Rhein-Main-Gebiet täglich hunderte von Flugzeugen für die Mallorcareise zum Ballermann ihre Abgase herausblasen, dass  ferner zwischen den sogenannten

Umweltstädten Wi/MZ der Schiffsverkehr auf dem Rhein den Schweröldreck in die Luft bläst, und dass  in der Stadt noch über Jahre stinkende Dieselbusse Abgase produzieren.

Bevor man die Anwohner mit ihren Diesel-PKW mit Beschwernissen drangsaliert, sollte m.E. nach auch erst der Andienungs-bzw. der kleine Lieferverkehr, der Paket-und Postzustellverkehr und vor allem auch der Taxiverkehr entsprechende Begrenzungsauflagen erhalten.

Auch wären vorab erst alle Heizungsanlagen in  öffentlichen Gebäuden auch in dieser Stadt genauer zu überprüfen. Unlängst war zu lesen, dass die Heizungsanlage einer Schule in Wiesbaden nicht mehr richtig einreguliert werden kann.

Eine Optimierung der grünen Welle überall in der Stadt und auch anderswo und deren Anpassung an wechselnde Verkehrsbelastungen wäre darüber hinaus auch so ein Thema.

Vor Jahren hat man hier mit dem LKA und dem Stat. Bundesamt, der DBV und anderen häßlichen Kästen diverse Querriegel in der Nähe des Hauptbahnhofs gebaut, und schon damals hatte man Bedenken

wegen einer schlechteren Stadtbelüftung am tiefsten Punkt der Stadt. Es hat aber nicht interessiert.

Die Messstellen befinden sich im Übrigen nicht selten gleich neben den Bushaltestellen. Dass die Werte dort schlecht sind, ist doch wohl logisch.

Nun war erst kürzlich  irgendwo auch zu lesen, dass der Kreuzfahrtschiffsverkehr weltweit mehr Dreck durch das Schweröl ausstößt, als der gesamte PKW-Verkehr in der Bundesrepublik.

Die Anwohner in einigen Großhäfen schließen deswegen gelegentlich die Fenster ihrer teuren Eigentumswohnungen am Wasser, weil der Gestank sonst unzumutbar ist.

Wie man den  gesamten Verkehr auf Stromantrieb umstellen will und gleichzeitig alle Kernkraftwerke abschalten will, bleibt unklar. Vielleicht kommt der Steckdosenstrom für die  PKW künftig erst einmal aus Kohlekraftwerken, von denen ja noch etliche in Betrieb sind.

LKW vornehmlich aus dem südöstlichen Ausland versauen mit unerlaubten Abschaltvorrichtungen die Luft und niemand kontrolliert das richtig.

Bleibt ferner auch festzustellen, dass es derzeit weltweit keinen einzigen Strom-PKW gibt, Tesla eingeschlossen, der im Winter, im Dunkeln, bei eingeschalteten Zusatzscheinwerfern, bei eingeschalteten Scheibenwischern, bei eingeschalteter Klimaanlage, bei eingeschaltetem Radio, eine Reichweite von mehr als einhundert Kilometer hat.

Die gleichen  Leute, die vor Jahren erzählt haben, dass man Diesel-PKW statt Benziner kaufen soll, weil effizienter und also niedriger im Verbrauch, reden jetzt über Auflagen, die sie den Dieselfahrern aufdrücken wollen, bevor sie die anderen Maßnahmen forcieren, was anscheinend aber wohl weniger einfach durchzusetzen ist.

Diese Leute sind m.E. nach für eine sich anbahnende bundesweite gigantische Geldvernichtung und eine schleichende Teilenteignung verantwortlich, ohne dass sie dafür je in die Verantwortung genommen werden.

Und Schadenersatz durch die Hersteller – wie in den USA – gibt es hier sowieso auch nicht. Eher muss man die Nachrüstung, so eine möglich wird, sofern sie überhaupt angeboten wird, weil die Hersteller ja lieber wieder andere Neuwagen verkaufen wollen, als PKW-Halter vermutlich selbst bezahlen, während die betrügerischen Vorstände diverser Autohersteller weiterhin ihre Millionengehälter beziehen.  – Dr. Ingrid u. Peter Burkard


Leserbrief zu „Die drei Tode des Helmut Kohl“ von Matthias Geis und Tina Hildebrandt

Endlich mal ein sachlicher Artikel ohne kitschige Helden Verehrung (hallo Stern) und Zynismus. Diese Mann erteilte mit Mitterand den Auftrag für Frieden in Europa an kommende Generationen. Dieser schritt hatte groesse. Übrig bleibt ein Mann, der sich mit irritierender Hartnäckigkeit im klein-klein seiner unversoehnlichkeit verrannte. Hoffentlich hängt der von ihm ernannten nachlassverwalterin, Maike richter-kohl nicht irgendwann ihre Rolle als grashueterin seines Freund/Feind schemas wie ein muehlstein um den Hals. – Marion Rissart


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

für mich ist es kein Glück. Ich habe nichts gegen Partnerschaften gleichen Geschlechts. Wenn es aber um eine Adoption geht, dann sehr wohl. Ein Kind, das ohne Mutter groß wird hat später Probleme, die kaum noch reparabel sind. Sie neigen zur Rohheit und werden oft Kriminell. Das ist keine steile These sondern festgestellt worden. So ist es auch bei Kindern von „Rabenmüttern“. Wer selbst Kinder hat, kann das ausserdem sehr gut beurteilen. Die SPD versucht jetzt den Koalitionspartner in die Enge zu treiben. Aus reiner Not. Ich bin ziemlich sicher, das Pendel wird auf die SPD, spätestens bei der Wahl, zurückschlagen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Haben wir einen ‚Freiheitlichen Demokratischen Rechtsstaat’ oder ‚Parteiendiktatur’?

Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949 steht:

Art.1 (1)

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“.

Art.4 (1)
„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen

Bekenntnisses ist unverletzlich“.

Art.6 (1)
„Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“.

Art.38 (1)
„Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages … sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“.

Das Versprechen der Ehe in der katholischen und evangelischen Kirche heißt:
„Ich verspreche Dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet“.

Verträge werden heute nach Bedarf gebrochen. Gesetze werden so ausgelegt, dass sie haftungslos und straflos umgangen werden können. Maßstäbe des Lebens werden je nach Standpunkt und Deutungsrahmen unterschiedlich ausgelegt. Zunehmend werden Eheversprechen gebrochen, wächst die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter, mit allen Belastungen für die Kinder und die Gesellschaft. Das Grundgesetz ist bis heute durch 52 Gesetze in über hundert Fällen geändert worden. Nicht der ‚Freiheitlich Demokratische Rechtsstaat’ richtet seine Politik nach dem Grundgesetz aus, sondern die ‚Parteiendiktatur’ ändert das Grundgesetz nach Bedarf der augenblicklich angesagten Politik. Wenn die Bundeskanzlerin Merkel öffentlich das Abstimmungsverhalten der CDU/CSU-Bundestagabgeordneten freigibt bestätigt sie, dass es einen gesetzeswidrigen Fraktionszwang gibt.

Maßstäbe des Lebens sind seine Motivationssysteme. Die intensivste Motivation ist die Liebe. Das meiste, was wir im Alltag tun, ist direkt oder indirekt dadurch motiviert, dass wir wichtige Beziehungen zu anderen Menschen gewinnen und erhalten wollen. Anerkennung, Zuwendung und Toleranz sind wichtige Motivationen. Ein Absturz der Motivationen des freiheitlich demokratischen Rechtsstaates hat einen negativen Einfluss auf das soziale und kriminelle Verhalten der Gesellschaft.

 

Nach dem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz’ waren und sind noch heute alle zivilen, nationalen, europäischen und weltpolitischen Kompromisse möglich. Ein Handel ist gut, wenn beide Seiten gewinnen. Wir haben vorrangig Pflichten zu erfüllen statt Rechte einzufordern. Die eigene Freiheit endet da, wo die Freiheit des Anderen beginnt. – Otto Einsporn


Leserbrief zu „Die drei Tode des Helmut Kohl“ von Matthias Geis und Tina Hildebrandt

Kohl war einsame Klasse. Im Gegensatz zu vielen Kollegen und  Journalisten. Auch einige Autoren Ihres Blattes waren dabei. Einen Kohl wird es so schnell nicht wiedergeben. Der Mann stand mit den meisten Journalisten auf dem Kriegsfuß. Und das zurecht. Der hat alle auflaufen lassen.

Die Rache dafür waren dann die Beiträge. Für die Altvorderen war Kohl zur Hassfigur auserwählt. Das hat sich besonders bei der Spendenaffäre gezeigt. Für mich hat er richtig gehandelt. Ein Ehrenwort bricht man nicht. Bei der heutigen Generation wäre das kein Makel gewesen. Daran erkennt man, wie versaut die heutige Generation ist. Kohl hat für Deutschland mehr getan als alle anderen Bundeskanzler vor ihm und auch nach ihm. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Jetzt mal mit Gefühl“ von Stefan Schirmer

Welchen Erkenntniswert verspricht die ganzseitige (!) Beschreibung des Werbehipsters von Matt auf Seite 2 des Politikteils? Aha, ein Deko-Steinway im entmieteten Berlin Mitte Haus, echte Kirchenlampen, Kinoauto im Wohnzimmer und – jaaaa – ein Smoking Boob: Wahnsinn!!! Die letzten ernsthaften Autoren scheinen die Zeit endgültig verlassen zu haben, der personenzentrierte Life-Style-Journalismus der Turnschuhautoren hat sich endgültig durchgesetzt. Übrigens ist das Werbeplakat des die CDU pimpenden Millionärs reichlich gewöhnlich. – Dr. Christopher Woitkewitsch


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Dass die Automobilhersteller tricksen und schummeln, das ist schon richtig und gehört seitens der Gerichte entsprechend geahndet. Gleichwohl halte ich es nicht in erster Linie für ein technisches Problem, das gelöst werden muss, sondern für ein politisches.

Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wieso bei der Verkehrsplanung der Automobilverkehr so priorisiert wird. Sei es durch das Angebot an öffentlichen Parkplätzen, der stellenweise den Raum für Fußgänger und Radfahrer sehr begrenzt, oder sei es durch eine Verkehrsführung, die innerstädtisch Stadtviertel zum Teil vierspurig zerschneidet.

Hinzu kommen Grünphasen für Fußgänger, die am Autoverkehr orientiert sind und zum minutenlangen Verweilen am Straßenrand nötigen, wenn man nicht bei Rot die Straßenseite wechseln möchte. Ganz zu schweigen von dem Lärm durch Motoren und Reifen, der ein gesundheitliches Risiko darstellt.

Das Problem in den Städten, wo man in den seltensten Fällen wirklich ein Auto braucht, ist vor allem, dass dort einfach zu viel Auto gefahren wird. Und das politisch auch so gewollt ist.  – Markus Dietrich


Leserbrief zu „Eltern gegen Lehrer“ Angelika Dietrich

Nicht selten seien es angehende Lehrer, die ihre verpatzte Prüfung rechtlich anfechten würden. Welche Funktion hat dieser Hinweis am Ende des Artikels von Angelika Dietrich? Soll er beweisen, dass (angehende) Lehrer weder bessere Menschen sind noch außerhalb gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen stehen? Wer hätte das je bezweifelt?! Oder zeigt die Autorin gar versteckt ihre Schadenfreude über den vermeintlichen Bumerang, von dem viele Lehrer zu Recht getroffen werden, wenn Eltern rechtlich gegen Entscheidungen von Lehrkräften vorgehen? Einmal mehr wird die Thematik „Gewalt gegen Lehrer“ nicht sachgerecht aufgearbeitet. Wie objektiv und zielführend wäre es, würde ich der Autorin unterstellen, sie würde in ihrem Artikel lediglich aus ihren individuellen Erfahrungen als Mutter ihre Schlüsse ziehen? – Stephanie Harkcom


Leserbrief zu „Eine letzte Umarmung“ von Henry Kissinger

Ein wunderbarer Beitrag von Henry Kissinger über Kohl. Besser kann man es kaum sagen. Kissinger gehört für mich schon immer zu den Ausnahmeerscheinungen in der Weltpolitik. Der Mann hat Kohl verstanden. Obwohl vom Habitus völlig unterschiedlich. In der Ssche aber haben sie sich bestens verstanden.

Wie armselig sind dagegen die meisten Politiker. Heute wird gestritten über völlig belanglose Dinge, die keinen vernünftigen Menschen interessieren.  Die Medien zerreissen sich über Erdogàn oder Trump und ich weiß nicht mehr über wem das Maul. Eine kleinkarierte Politikkultur zum weglaufen.  So kann man Europa auch kaputtmachen.  Deutschland ist ganz unten angekommen und keiner merkt es. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Lt. Medieninfo ist es Horst Seehofer zwar gelungen die bayer. Autohersteller dazu zu bewegen, Nachrüstungslösungen für betroffene Dieselautos zu entwickeln. Anscheinend konnte man sich jedoch nicht über die Kostentragung einigen ….

Da eine Lösung der Problematik von Seiten der Verursacher (Autofahrer, Autoindustrie, Behörden, …) nicht in Sicht ist, könnte man sich ja auf die Suchr nach den Vorteilsziehenden begeben: In München mussten die Grenzwerüberschreitungen gestern veröffentlicht werden, damit kann der Nutzen von Abgasreinigungsmaßnahmen ganz konkret den Anwohnern dieser stark befahrenen Straßen zugeordnet werden. Wie etwa mir: Berufstätige, alleinerziehende Mutter von drei Kindern, schwerbehindert, ohne (!) eigenes Auto. Es könnten doch alle potentiell gesundheitlich von Abgasreinigungsmaßnahmen Profitierenden wie ich verpflichtet werden, eine Abgabe an einen Luftreinhaltefond zu zahlen. Mit dem Geld könnten dann vom SUV über Luxuskarossen bis hin zur alten Dreckschleuder alle Dieselautos nachgerüstet werden.

Mein Sohn und seine Hortfreunde, der Grundschulhort ist 50 m vom Mittleren Ring entfernt, hätten davon zwar nichts mehr, denn die von Seehofer geplanten Maßnahmen bringen erst in fünf Jahren max. 20 % Verbesserung, wenn alle mitmachen, vielleicht …. . Oder wäre ein Fahrverbot doch besser? – I. Sachs


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Was die eigentlichen Ursachen der Luftverschmutzung angeht, habe ich eher das Gefühl, das stark übertrieben wird. Wie so oft durch die Politik und Medien. Keiner kann in die Zukunft sehen. Alles nur Annahmen. Ich bin eher skeptisch, ob das alles so stimmt.  Wenn man in das Thema eintaucht kommen einen erst recht Zweifel. Die Wissenschaft ist auch zerstritten. Ist der Mensch der Hauptverursacher wie uns immer suggeriert wird. Vor etwa 1500 Jahren gab es auch schon einen massiven Klimawandel. Zu dieser Zeit konnte wohl kaum der Mensch das verursacht haben. Heute sollen circa 3% der Menschen dafür verantwortlich sein Ihre Autoren werden das doch auch wissen. Oder schreiben sie über ein Thema wovon sie keine Ahnung haben? Das kann ich mir kaum vorstellen – besonders dann nicht, wenn sie für die „Zeit“ schreiben. Warum in aller Welt wird das in ihren Beiträgen nicht aufgegriffen.? – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Über Berliner Engpässe“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Die schärfste und treffendste Satire braucht  „nur“ die Realitäten zu protokollieren.So wie hier von  Martenstein! Danke:  Denn meine Enkeltochter (nun mit  Urenkel) hat all das genau so in Berlin-Mitte erleben müssen.  – Prof. Dr. Hahn Husum


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Selten habe ich einen so schlecht recherchierten und geschriebenen Artikel gelesen.

Herrn Klinger zu allgemeinen Fragen der Rechtsordnung zu befragen („Das Gesetz gilt für alle“) ist zynisch oder einfach nur dumm. Die Passantenbefragung ist kindisch und die weitere Argumentation contra Diesel/Verbrennungsmotor phrasenhaft von Spiegel/Focus/Bild abgeschrieben.

Und dabei gäbe es soviel Aspekte des Themas zu beleuchten, als da wären:

– Die Deutsche Umwelthilfe – ein Verein mit ca.250 Mitgliedern und einem Jahres Budget von ca. 8 Millionen Euro, der einen wesentlichen Teil seines Budgets durch Abmahnverfahren generiert (laut Wikipedia) – kann ein solcher Verein im Interesse der Allgemeinheit agieren oder nur aus Eigeninteresse?

Spaßig zu sehen, wenn so ein Abmahnverein zur Abwechslung mal die Regierung vor sich her treibt und nicht pickligen File-Sharer oder kleinen Homepage-Betreiber um Taschengeld bringt. Spaßig, bis einem klar wird, dass hier Steuergeld beansprucht und verschwendet wird.

Wieso tut sich das Justizministerium so schwer professionelles Abmahnen, also das bewußte Ausnützen der schwachen Gesetzgebung zum eigenen finanziellen Vorteil, als sittenwidrig zu kennzeichnen?

– Eine untätige Politik und Verwaltung, die es seit Jahrzehnten versäumt hat alternative Verkehrskonzepte für Städte zu entwickeln, die Bevölkerungsmässig aus den Nähten platzen – wo sind die Ideen?

– Sind Dieselmotoren tatsächlich „dreckig“? Wer verdient eher eine blaue Umweltplakete, der 3 Liter Lupo (Diesel) oder der V12 Ferrari (Benzin)?

Eine echte undogmatische Gegenüberstellung von der Produktion über den Betrieb bis zur Entsorgung wäre wünschenswert.

– Eine Landbevölkerung, die es wegen mangelnder Infrastruktur in die Städte zieht und die dann merkt, daß auf der Königsstraße ganz andere Umweltbelastungen bestehen als im Schwarzwald. Wenn die Stadtbevölkerung dann demnächst wieder aufs Land zieht, werden dort die Kohlekraftwerke stehen, die den Strom für die städtische E-Mobilität liefern. hat dann irgendjemand etwas gewonnen?

– Die Alternative, die zum Verbrennungsmotor propagiert wird (Elektroauto), hat heute eine verheerende Umweltbilanz. Könnte sich lohnen mit dem Umstieg doch zu warten bis eine echte Alternative besteht?

– Kann der Streit um die Glühbirne und der Umstieg auf die nicht ausgereifte Technik der Energiespar-Lampe mit samt der (noch immer anhaltenden) Quecksilberverseuchung tausender deutscher Haushalte als Beispiel gelten wie man es nicht machen sollte?

All dies sind Fragen, die in einem journalistisch erarbeiteten Artikel eines Qualitätsmediums mit dem Thema „Wie lange darf ich noch fahren?“ beantwortet werden sollten.

Ihr Artikel beantwortet jedoch nicht einmal die Frage, die er sich selbst in der Überschrift stellt. – Dominic Schüler


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Nein, weder ist das Auto am Ende noch sind es seine derzeitigen Antriebsquellen mit weiterhin viel Entwicklungspotenzial!

Keine Frage: Die Reinhaltung der Atemluft ist ein absolut übergeordnetes Ziel, aber warum geht man bei dessen nachhaltiger Realisierung nicht zuerst an die bekannten und viel ergiebigeren Hauptverursacher?

Beispiel CO2: Das gesamte Verkehrsaufkommen ist nur zu 13% an der gesamten CO2- Emission beteiligt.

Auch das E- Mobil, die grüne Wunderwaffe, verlagert die Emissionsquelle bekanntlich nur von der Innenstadt zum (Kohle-) Kraftwerksschornstein: Kein wirklicher Beitrag zur Rettung des Weltklimas.

Beispiel Feinstaub: Hier hat der gesamte Straßenverkehr einen Anteil von 12%, überwiegend durch Reifen- und Bremsenabrieb. Diesel- PKW sind seit Jahren mit Feinstaubfiltern seriell bestückt, moderne Benzin- PKW werden jetzt ebenfalls folgen.

Beispiel Stickoxide:  Der vorsätzliche Betrug einiger Automobilhersteller beim Nachweis der NOx- Emissionswerte, übrigens seit 2008 der EU- Kommission und dem deutschen Verkehrsministerium bekannt, darf nicht zu dem Trugschluss führen, dass es sich um ein unlösbares Problem handelt. Die im Vergleich zum Benziner höheren NOx- Emissionswerte beim Diesel sind längst seriell durch die Kombination von Sammel- und SCR- Katalysatoren hinsichtlich der gesetzlichen Grenzwerte beherrschbar und bezahlbar.

Fazit:

Ein Fahrverbot für PKW oder abstruse Geschwindigkeitsabsenkungen im Stadtbereich sind blinder Aktionismus und haben somit keine zielführenden Auswirkungen. Oder geht es den resoluten Fahrverbots- Befürwortern beim Diesel- Mobbing in Wahrheit nur um ein Hinauszögern des drohenden Verkehrsinfarktes? – Michael Deil


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Solange deutsche Journalisten in türkischen Gefängnissen sitzen, empfinde ich eine 12 (!)seitige Werbe-Beilage der Türkei in der ZEIT als unverschämt und völlig deplaziert. – Dr.Karin Varchmin-Schultheiß


Leserbrief zu „Das Mistvieh“ von Amrai Coen und Stefan Willeke

Wenn sich der WWF nach diesem Artikel nicht ein neues Tier als Aushängeschild sucht, ist er für mich gestorben. Das ist alles widerlich!

P.S. ich erwarte, daß die Kanzlerin beim G20 Gipfel im Handstand pinkelt, um Herrn Xi zu beeindrucken. Brüll & auf-dem-Boden-wälz… – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Über Berliner Engpässe“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Gestern las ich in der Berliner Zeitung,daß  am Mittwoch,den 28.6., also einen Tag vor dem Erscheinen der ZEIT Nr. 27, in Berlin ein Studentenwohnheim mit 129 Mikro-Apartments fertiggestellt worden ist . Mit dem Bau von weiteren 780 soll demnächst begonnen werden.

H.Martenstein schreibt …“fertig ist trotzdem noch keine (Wohnung). Ende des Jahres soll das  Versprechen…endlich eingelöst werden,mit 129 Wohnungen.“

Da hat er sich also vertan ,der Herr Martenstein  und wer weiß ,wie oft er sich mit den übrigen  „Berliner Engpässen“  vertan hat , nur um auf dieser Stadt rumhacken zu können.

Ein bisschen bei der Wahrheit sollte man schon bleiben, meine ich. – Dr.Irmingard Weise


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Wie äußerst befremdlich: Der aktuellen Ausgabe in Österreich ist Beilage, die das „Potenzial“ der Türkei nicht genug lobhudeln kann, beigelegt.

Wie passt das zu all den Berichten über das autoritäre Regime der Türkei? Wie passt das zu Massenentlassungen, Unterdrückung von Meinungen und Einrichtung eines autoritären Staates? Wie passt das zu ihren redaktionellen Artikeln über die massiven Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit sowie der Verhaftung von nicht regimetreuen Journalisten in der Türkei?

Auch DieZeit macht für Geld scheinbar alles. Rückgrat zu zeigen ist offensichtlich keine Frage von DieZeit. Ich bin versucht zu sagen: Schämen Sie sich!!!

Es wäre sehr freundlich, wenn Sie mich als Abo-Leser hinkünftig von derartiger Propaganda verschonen und ein Qualitätsmedium bleiben würden, das sich auch wie ein solches verhält. – Doris Jagersbacher-Kittel


Leserbrief zu „Gestrandet… in Salzgitter“ von Christopher Piltz

Ich bin total gerührt von ihrem Artikel. Als Eingeborene muss ich mir seit 30 Jahren anhören, in Salzgitter möchte ich nicht tot über den Gartenzaun hängen. Auf unsere Geschichte können wir nicht stolz sein, also ist jeder auf seinen kleinen Stadtteil stolz. Oder auf das Mütterzentrum. Ich gehöre zu den Gründerinnen und bin seit 30 Jahren dabei. Ich hätte Sie gern auf einen Café in unserem Garten eingeladen. Es passieren nämlich gerade wieder sehr spannende Dinge. Das Gebäude wird erweitert, damit noch mehr Menschen in unser öffentliches Wohnzimmer kommen können.

Das Bild ist besonders gelungen, ich wollte es mir sofort ausdrucken ging aber nicht. Ich lese die Zeit online und werde morgen versuchen eine Papierausgabe zu kaufen. Vielen Dank für den sehr gelungenen Artikel – Sabine Genther


Leserbrief zu „Der große Unterschied“ von Mark Schieritz

Bei allen derzeitigen Diskussionen um Steuergerechtigkeit werden zwei erhebliche steuerliche Privilegien, die insbesondere Wohlhabenden zugute kommen, nicht in Frage gestellt. Da ist einmal der Vorteil der Nichtbesteuerung der ersparten Miete bei selbstgenutztem Wohnungseigentum und zweitens, die Befreiung sogenannter Freiberufler von der Gewerbesteuer.

Grundsätzlich sind alle Lebenshaltungskosten wie z.B. die Miete aus versteuertem Einkommen zu zahlen. Besitzt eine Familie z.B. 500.000 € und investiert diese in selbstgenutztes Wohnungseigentum dann unterliegt der Ertrag aus dieser Investition (ersparte Miete) hierzulande nicht der Einkommensteuer. Investiert die gleiche Familie das Geld z.B. in Aktien und wohnt zur Miete, dann sind die entsprechenden Erträge zu versteuern und die Miete aus dem versteuerten Einkommen zu begleichen. Um diese Ungerechtigkeit zu vermeiden wird z.B. in den USA mit „deemed income (angenommenes Einkommen)“ gearbeitet, d.h. die ersparte Miete unterliegt der Einkommensteuer.

Jeder Gewerbetreibende (z.B. Handwerker, Fabrikant, Händler) unterliegt in Deutschland der Gewerbesteuer; nicht aber Freiberufler wie Ärzte, Rechtsanwälte. Hier wird ungerechtfertigter Weise bestimmte geistige gegenüber körperlicher Arbeit steuerlich begünstigt. Ein Privileg, das sich die damals herrschende Elite vor langer Zeit zugeschanzt hat. Dies ist nicht zu rechtfertigen. Jede unternehmerische bzw. selbständige Tätigkeit sollte gleich behandelt werden.

Die Abschaffung beider Privilegien würde die Steuerbasis verbreitern und mehr Gerechtigkeit schaffen. Allerdings wäre ein Aufschrei der Betroffenen zu erwarten und dies sind große Gruppen.  – Ernst Lothar Helwig


 

13. Juli 2017 – Ausgabe 29

Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Wollen Sie Ihre Noch-Leserin wirklich für dumm verkaufen, wie Sie es im heutigen ersten Absatz Ihres Leitartikels tun? Haben Sie noch weitere Vorschläge von Diktaturen parat, wie man mit Massen umgeht, wie man Städte entleert?

Ich bin offen gestanden entsetzt. – Ingrid Witthuhn


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

G 20 – Gipfel Mächtige der Gegenwart kommen zusammen Wesentliches an Gemeinsamkeiten wird am Rande gestreift Kernprobleme werden umschifft  Wie anders zeigen Demonstranten, was im Menschen steckt: Das Feuer, die Finsternis, der Grimm, der Zorn Niederungen des Menschseins entladen sich im blinden Ausufern, in sich rechtfertigender, diffuser Staatsgewalt, in Ignoranz Außer Acht lassen von Gegenwartsproblemen, wie infernalische Destruktion, bestimmen das „Gipfeltreffen“ Finsternis überschattet Licht; Zorn herrscht über gemeinsam leben wollen: Die Menschheit sägt am Ast, ohne fliegen zu können Tag für Tag zur Nacht für immer… – Berthold Heppt


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo und „Gipfel des Terrors“ von Josef Joffe

Auf Giovanni di Lorenzos Schnappsidee, man hätte, wie es die chinesische Regierung 2016 in Hangzhou vorgemacht habe, Hamburg mit verbilligten Ferienpark-Tickets für die Dauer des G20-Gipfels zu einem Drittel entvölkern können, hat Josef Joffe die richtige Antwort gegeben: So wie die Chinesen, die jeden festnahmen, der die Absicht gehabt haben könnte zu demonstrieren, „können Demokraten nicht handeln“.

Da könnte di Lorenzo auch den Umgang der Regierung Erdoğan mit Bürgerprotesten als Vorbild hinstellen. Unrealistisch ist Joffes Vorstellung, solche Gipfel ließen sich aus den Großstädten nach Sizilien verlegen: Taormina, eine Stadt mit 10.000 Einwohnern, kann unmöglich 10.000 Mitglieder von 20 Delegationen aufnehmen.

Damit hat Joffe allerdings recht: In einem liberalen Staat kann die Polizei Gewaltausbrüche wie in Hamburg genauso wenig verhindern wie den islamistischen Terror. Doch wer gibt jedem G20-Gegner das Recht, von der Versammlungs- und Meinungsfreiheit ohne Rücksicht auf die Freiheit und die Sicherheit der Einwohner Hamburgs Gebrauch zu machen? – Jürgen Thiede


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

In der Ausgabe unmittelbar nach dem G20 Treffen sucht man vergeblich nach Berichten über den eigentlichen Gipfel. Gab es keine Ergebnisse? Dann ist der Aufwand einer solchen Zusammenkunft tatsächlich absolut ungerechtfertigt. Oder sind auch für die Zeit Bilder von brennenden Barrikaden so viel interessanter als alles andere?

Warum stürzen sich alle auf die „Linke Gewalt“ anstatt die globalen, zukunftsweisenden Themen zu fokussieren? Von der Zeit habe ich eine wesentlich breiter aufgestellte Berichterstattung erwartet: die Vielfalt der Demonstrationen, der „Gipfel für globale Solidarität“, Inhalte des G20 Treffens…alles nicht berichtenswert? – Friederike Preuschen


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?” und „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Es ist „Sommerloch“ und alle Medien widmen sich den Krawallen in Hamburg. Hat denn niemand Empathie und Interesse zu fragen warum es „Oppositionelle“ gibt? Was läuft hier aus dem Ruder?

Da kommen die reichste Länder der Welt zusammen und beraten wie sie ihre Macht weiter ausbauen können. Der Rest der Welt wurde abgehängt. Besser wären die Themen in Rahmen der  UNO besprochen worden. Oder glauben Sie, dass das alljährliche Bilderberg-Treffen (Gruppe der reichsten Personen der Welt) sich mit soviel Medien-Präsenz beraten würde?

Und dann kommt die First-Lady der USA daher und verspricht Arbeitsplätze in Afrika zu schaffen, vor allem für Frauen und Mädchen. Klingt sehr edel und karitativ. Aber, nachdem die Herstellung von Kleidung in Bangladesch ein Geschmäckle bekommen hat, sucht die internationale Industrie nach Länder in der es sich noch billiger produzieren lässt, z.B. in Äthiopien. Und wer stellt sich die Frage warum es so viele Arbeitslosen und Unterbeschäftigten in Afrika gibt? Die waren doch allen in der Landwirtschaft beschäftigt. Nach Land-Enteignung durch internationale Investoren (land-grabbing) und durch Klimawandel sind diese Frauen in den Städten getrieben worden. Um dort zu überleben würden sie sich sogar freiwillig versklaven lassen!

Apropos Klimawandel: Der Ort Hamburg war sehr klug gewählt worden. Auch Hamburg, wie heute schon Bangladesch, wird bei steigenden Meeresspiegel unter Wasser stehen und Hunderttausenden „Deutschstämmige“ zu Wirtschafts-Flüchtlinge machen.

Und im Schatten der G20-Gipfel wurde am Vorabend noch schnell ein Abkommen mit Japan unterschrieben, dass alle andere Verträge im Schatten stellt. Die USA wollen TTIP und auch TPP nicht, und wissen warum. Denn die Abkommen stehen für Geheimverhandlungen, Paralleljustiz für Großkonzerne und eine Aushöhlung von Umwelt- und Verbraucherstandards. Die EU hatte es bei den Verhandlungen um den Freihandels-Pakt mit Japan sehr schwer. Denn Japan befürchtet Billig-Agrarimporte aus der subventionierte EU-Markt, die die regionale Landwirtschaft in Japan zerstören könnte.

Und wer verteidigt den Länder Afrikas gegen Billig-Importe? Da arbeitet in Italien ein Flüchtling auf den Tomaten-Farmen, die in seine Heimat den Bauern den Garaus machen. Und in den Häfen Ostafrikas stehen neben den Sack Hilfsgetreide, ein Sack mit Export-Reis für Asien.

Meinen Sie immer noch, die 20 größten Industrieländer machen alles richtig, und der G20-Gipfel soll ein Zeichen setzen von „weiter so“?

Wir allen sollen die Ursachen und Wirkungen überdenken ! – Mark Spoelstra


Leserbrief zu „Das alles tut mir leid“ von Charlotte Parnack und Heinrich Wefing

Es wäre schade um einen tüchtigen, erfolgreichen und beliebten Ersten Bürgermeister (und doppelt schade, weil er damit auch ein Opfer anarchistischer Gewalttäter würde),

aber Olaf Scholz sollte zurücktreten. Seine katastrophale (und bei einem nüchternen und erfahrenen Politiker völlig unverständliche) Fehleinschätzung zum G20-Gipfel mit einer total mißratenen Wortwahl („Hafengeburtstag“) berauben ihn der Autorität, die er für sein Amt (und erst recht für die Aufarbeitung des Desasters) benötigt. Von diesem Ansehensverlust wird er sich – anders als die Teflon-Kanzlerin –  nicht mehr erholen.

Er würde sich, seiner Partei und dem Ansehen der Politiker einen Gefallen tun, wenn er bald zurückträte. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Die Gewaltexzesse in Hamburg kann man m.E. nicht mit links oder rechts bezeichnen, weil es Leute waren, die keinerlei Ordnung akzeptieren, genau wie bei den Fußballkrawallen. Die einen haben nichts mit Politik, die anderen nichts mit Sport zu tun. Dass es immer öfter zu solch gewalttätigen Krawallen kommt ist ein Zeichen dafür, dass unser Erziehungs- und Bildungssystem mit seiner übertriebenen Laxheit versagt, damit müssten sich die Politiker von links bis rechts auseinandersetzen. – Bernd Roth


Leserbrief zu „Deutschlandkarte: Bilder auf Gullydeckeln“ im ZEIT Magazin

Im aktuellen Magazin zeigen Sie auf Seite 10 in ihrer Deutschlandkarte Bilder auf Gullydeckeln. Einen einmaligen Gullydeckel haben Sie leider vergessen: Den Mecklenburger Gullydeckel auf der Ratzeburger Domhalbinsel vor dem Ratzeburger Dom mit dem Wappen Mecklenburg-Vorpommerns.

Silvester 2016 wurde in der fast tausendjährigen Geschichte des Ratzeburger Domes zum historischen Datum: Der Dom verlor seine Reichsunmittelbarkeit. Nach Gründung der Nordkirche deutete sich an, dass jegliche Ausnahmen und Sonderregeln beseitigt würden; die wohl bemerkenswerteste Ausnahme lag auf der Domhalbinsel in Ratzeburg. Ein Domprobst einer mecklenburgischen Domkirchengemeinde in der ehemaligen Grenzstadt Ratzeburg, in der eine Pröpstin für den Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg residiert. Zu DDR-Zeiten rund um den Dom herum eine mecklenburgische Exklave.

Als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation existierte, war das Organ, welches die Länder, Bistümer usw. unmittelbar vor dem Kaiser vertrat, der Reichstag.

Er hatte etwa 100 Mitglieder und unterteilte sich in die Weltliche und die Geistliche Bank, bzw. in Viril- und Kuriatstimmen.

Nach der Säkularisation der Bistümer Schwerin und Ratzeburg in Fürstentümer durch den Westfälischen Frieden 1648 kamen diese beiden Landesteile zu Mecklenburg, und aus dem 5-Felder-Wappen wurde ein 7-Felder-Wappen.

Mecklenburg war auf dem immerwährenden Reichstag (ab 1521 bis 1806) in Regensburg mit 4 Stimmen vertreten: Der Stimme für Mecklenburg-Schwerin, der Stimme für Mecklenburg-Güstrow (fiel 1701 an Meckl.-Schwerin), der Stimme für das Bistum/Fürstentum Schwerin (fiel 1648 an Meckl.-Güstrow) und der Stimme für das Fürstentum Ratzeburg (fiel 1648 an Meckl.-Schwerin und war die einzige Stimme für Mecklenburg-Strelitz).

Die Stimme des Fürstentums Ratzeburg, die aus dem Bistum (dem Dom) von Ratzeburg kam, begründete also die Reichsunmittelbarkeit von Mecklenburg-Strelitz. Daraus resultierte dann 1806 bei Auflösung des Reiches die Souveränität von Mecklenburg-Strelitz, ohne die auch die Erhebung zum Großherzog unmöglich gewesen wäre.

1803 kam es auf dem Reichstag zum sogenannten Reichsdeputationshauptschluß – im Prinzip die Vorstufe der Auflösung des Reiches 1806. Es kam zur umfangreichen Säkularisation. In der Folge kam es zu einer Vielzahl von Verträgen. Die vermögensrechtlichen Folgen der Enteignungen kirchlicher Güter stellen noch heute in Form der Staatsleistungen ein staatskirchenrechtliches Problem dar. Da durch die Bildung der Nordkirche eine Umstrukturierung stattfindet, geht der Dom aus der ELKM nach Lauenburg und verliert damit den Status der Reichsunmittelbarkeit, den ihm Westfälischer Friede und Reichsdeputationshauptschluss gegeben haben. Er fällt damit vermutlich aus der Patronage des Landes Mecklenburg-Vorpommern an Schleswig- Holstein. Es ist letztlich eine Folge des Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 – der Abtretung des Domhofes, die jetzt auch hinsichtlich der kirchlichen Organisation umgesetzt wird.

Der Historiker Dr. Rajko Lippert fasst zusammen: „Für das Herzogshaus Mecklenburg-Strelitz hat dieser Dom durch seine Stimme auf dem immerwährenden Reichstag eine herausragende Bedeutung. Der Dom war das Stein gewordene Symbol der Souveränität. Ohne ihn hätte es weder eine Königin Sophie Charlotte von Großbritannien noch eine Königin Luise gegeben, niemals hätte es Ehen mit den „großen Thronen“ Europas – England, Russland, Preußen – gegeben.“ – Felix Evers


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Es ist erstaunlich, wie Sie als unabhängiger Journalist die Rhetorik der Entscheider in Politik und Polizei verteidigen. Von der Zeit, auch noch eine Hamburger Zeitung, erhoffte ich mir viele kritische Nachfragen zum G20-Gipfel in der neuen Ausgabe. Jegliche Kritik an der Polizei jedoch pauschal als „ahnungslos und verblendet“ darzustellen verhindert jegliche differenzierte Einschätzung der Geschehnisse schon auf der Titelseite. Gleichzeitig hat dieses Thema nichts mit der grundsätzlich Eignung einer Großstadt als Gastgeber zu tun. Mit Ihrer Einschätzungen einen anderen Ort zu wählen gebe ich Ihnen Recht, unabhängig davon muss der Einsatz der Polizei immer hinterfragt werden dürfen. Emotionslos und auf Fakten basierend.  – Felix Liebl


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Nach dem überraschenden Votum für einen Brexit ließ Herr di Lorenzo in einem Leitartikel verlauten, dass man sinngemäß die Sorgen der Bürger ernst nehmen müsse, und es einer gewissen Neuausrichtung des Diskurses bedürfe.

Nach etwa einem halben Dutzend Seiten zu den G20-Krawallen ist mir allmählich klar, worauf sich dies unter anderem beziehen mag.

Schließlich scheint mir diese Berichterstattung quantitativ die Beleuchtung von so unwichtigen Ereignissen wie der Frankreich- oder US-Wahl zu übertreffen – zumindest in Bezug auf eine Ausgabe.

Selbstverständlich ohne die Fehler der Polizeiführung oder Repressionen gegen Journalisten zu thematisieren. Ein Schelm,wer das auf den Druck von Rechtsaußen zurückführt.

Auch wenn Sie mehrheitlich in Hamburg leben und arbeiten mögen, bitte ich doch um eine Wahrung der Verhältnismäßigkeit. Letztlich handelt es sich eben nur um schwere Ausschreitungen ohne Tote. Alle darüber hinausgehenden Bezeichnungen verhöhnen die wahrhaftig Leidenden dieser Welt. – Nathanael Häfner


Leserbrief zu „Ich muss kein Klavierkonzert geben“ von Henning Sußebach und Stefan Willeke

Die Tatsache, dass H. Süßebach und S. Willeke dem selbstverliebten, laut Selbsteinschätzung „besten Übungsleiter der Balltreterei in Deutschland“, ehemaligem „Lautsprecher der Liga“und „Weltmeister im Selbstvermarkten“ P. Neururer eine journalistische Bühne geben und damit dem „Inszenierer Neururer“ auf den Leim gehen, ist sicherlich der jetzigen „Sauren-Gurken-Zeit“ im Fußball-Geschäft geschuldet.

Da ich P. Neururer mehrmals im Golfclub begegne und ihn somit ein wenig kenne, wundert es mich, dass dieses boulevardartige Interview in der renommierten und seriösen „Zeit“, die ich etwa 50 Jahre im Abo wöchentlich lese, erscheint. Dem Selbstmitleid ob seiner Arbeitslosigkeit könnte P. N. selbst Abhilfe leisten, indem er sich als „Diplom-Sportlehrer“ dem Schuldienst zur Verfügung stellen würde. Dieser Dienst an der Gemeinschaft dürfte dem Herrn N. aber sicherlich gehalts- und renommeemäßig zu popelig sein. Ich trage die Hoffnung, dass ich zukünftig in der „Zeit“ von ähnlich platten Beiträgen verschont bleibe, um auch weiterhin die Lektüre genießen zu können. – Norbert Göllner


Leserbrief zu „Mal nicht so entspannt!“ von Luisa Jacobs

Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich kann das total bestätigen: da besteht absolut Redebedarf! Aber gleich mal vorweg: Ihre Freundin hätte dann doch nicht nach London fliegen müssen oder 200€ zahlen müssen. Dazu gibts die wirklich tollen Zentren für Sexuelle Gesundheit und Familienplanung in Berlin. Die machen das super souverän und alles anonym. Kostet wenn man was verdient 10€, als Studi kostenlos, dauert eine Woche bis zum Testergebnis. Ich mache das einmal jährlich, man muss sich nicht rechtfertigen, die Ärzte sind locker. Die machen ein kleines Beratungsgespräch aber das ist gar nicht belehrend. Ich hab bis jetzt immer was dazu gelernt. Sie machen auch Vergleichstests mit Partner. Man muss auch nicht lange warten.

Ansonsten muss ich auch sagen, wenn man offen darüber spricht wird man echt schief angeguckt. Auch meine Hausärztin war letzens leicht irritiert, wo ich sie mal gefragt habe. Ich frage mich auch schon lange, wieso Frauenärzte das nicht anbieten. Bei Frauen ist die Ansteckungsgefahr auch höher, weil wir die Flüssigkeiten länger speichern.

Ich frage mich auch, wieso Leute in Beziehungen da immer nur Schultern-Zuckend sagen “ passt schon“ Der Beziehungsstatus hat doch nichts mit der Ansteckungsgefahr zu tun! Erst bei Schwangerschaft wird routinemäßig ein Test gemacht.

Ich versuche bei Typen immer zu kommunizieren, „dann und dann war mein letzter Test und bei dir so?“ Bei mir kam dann schonmal die Antwort „Ich schlafe ja nicht mit hunderten“ Was soll das?

Wie es in Groß Britannien läuft finde ich Super!  Es ist auch so paradox: auf der einen Seite haben wir vergleichsweise viel offensivere Sexwerbung und auch sonst behaupten wir ja nicht grade prüde zu sein. Aber der Schein trügt. Mich nervt das voll.

Danke für den Artikel!  – Friederike Aps


Leserbrief zu „Eine Dreckschleuder sieht Grün“ von Isabell Beer

Die Umweltzonenschilder kann man getrost abräumen und die Kontrollen beenden.
Die Umweltzonen dienten der Absatzförderung von Fahrzeugen, die mit Schummelsoftware legal Grün sehen. Wer sich mit der grünen Plakette vom Internet-Dealer dem politischen Zwang zum Neuwagen entzieht, fährt preiswert Grün, auch geschummelt, aber nicht unbedingt die größere Dreckschleuder. – Holger Heimann


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Auf der Straße waren die Autoanzünder und die Steinewerfer und auch die friedlichen Demonstranten.

In der Elbphilharmonie saßen die Hände- und Füßeabhacker, die Auspeitscher und gelegentlich auch Kopfabhacker, die Länderbombardierer und Menschenrechtsverächter und die Kollaterialschadenverursacher, die Ignorierer von UN-Resolutionen, die Entscheider einer Weltwirtschafts(hunger)ordnung und die Formulierer von Tier(quäler)schutzgesetzen.

Beide Gruppen erhalten ihren Lohn: Die Kleinen jagt man, den Großen serviert man Champagner und Beethovens Hymne an die Freude.

Wer sich aber jetzt beeilt, dem politischen Gegner quasi die Pflastersteine der Randalierer in die Jackentasche zu schieben, der betreibt das Geschäft der wirklich großen Verbrecher und stellt im übertragenen Sinne den Radikalen die Molotowcocktails für den nächsten G20-Gipfel schon heute bereit.

Angebracht wären wahrhaftige Ursachenforschung und ernste Lösungssuche statt die demonstrative Vortäuschung eines durchschaubaren Tugendbürgertums. – Klaus Lachetta


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

In den Medien wurde in den letzten Tagen nach meinem Eindruck wesentlich mehr über die Krawalle als über die G 20 – Konferenz selbst berichtet. Ob das berechtigt war, mag man unterschiedlich beurteilen.  Den Vogel schießt jetzt aber die ZEIT in ihrer Nummer 29 vom 13.7. ab. Wenn ich richtig sehe – und ich habe die Zeitung hierzu mehrfach durchgesehen -, gibt es darin keinen einzigen Artikel darüber, was bei der Konferenz herausgekommen ist. Sie mögen vielleicht der Meinung sein, das sei nicht viel oder gar nichts. Falls das so sein sollte, würde ich dafür aber gern wenigstens eine Begründung lesen. Ohne jeden entsprechenden Hinweis fühle ich mich ausgesprochen schlecht informiert. Das ist kein Ruhmesblatt für Ihre Zeitung! – Dr. Jürgen Raecke


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Der Vergleich zwischen Hamburg und Hangzhou hinkt mehr als nur ein wenig!

Fazit Ihres Vergleichs und mit Einschränkung Ihres Beitrags wäre, dass man derartige Gipfeltreffen demnächst nur noch in Diktaturen  (China) oder ähnlich undemokratisch strukturierten Ländern (Türkei) durchführen sollte! Davon gibt es ja unter den G20-Ländern einige!

Besser wäre es, derartige Treffen vielleicht auf einem Kreuzfahrtschiff  (Arosa o.ä) durchzuführen! Die verfügen meistens auch über einen Hubschrauber-Landeplatz und könnten in genügender Weite von allen Ufern vor Anker gehen!

Mit dem Geld, das der Gipfel in HH gekostet hat, könnte die BReg ein solches Schiff sogar kaufen und immer wieder nutzen! – Dr. Wolf Günther


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Der Kommentar von Giovanni di Lorenzo spielt den Ball in die richtige Richtung. Denn den G20-Gipfel hätte man niemals in Hamburg abhalten dürfen, da bereits der G8-Gipfel 2001 in Genua sehr deutlich gezeigt hat, dass man bei einer derartigen Veranstaltung mitten in einer Großstadt niemals wirklich die Sicherheit der Normalbevölkerung garantieren kann. Zudem stimmt das von etlichen Politikern jetzt zur Selbstverteidigung angeführte Argument, wonach nur eine größere Metropole über die nötigen Kapazitäten verfügen würde, um eine solche Zusammenkunft auszurichten, schlicht nicht, da gerade in der jüngeren Vergangenheit auch von einigen anderen G20-Gastgebern deutlich kleinere Orte ausgewählt wurden. Deshalb erfordert eine glaubwürdige Selbstreflexion der Politik vor allem, dass man sich ehrlich eingesteht, dass die Idee als solche der entscheidende Fehler war! – Rasmus Ph. Helt


Leserbrief zu „Am Kaffeetisch mit …Hundertjährigen“ von Felix Dachsel, Jan Ludwig und Gene Glover

Nach der Lektüre von diesem Interview, ist der Wunsch viel älter zu werden als vielleicht 80 Jahre, entschwunden. Sehr deutlich kommt zum Vorschein, wie sehr die Lebensqualität im hohen Alter stark abnimmt. Die Fähigkeit von Hören und Sehen ist stark vermindert. Die schwerste Beeinträchtigung, besteht dadurch, dass man für alles auf fremde Hilfe angewiesen ist – für’s Essen, Trinken, Waschen und den Gang zur Toilette. Und die Ansprache der Menschen um die Hundertjährigen, die hört sich an wie bei einem 3 – 4jährigen Kind. Wer das nicht glauben mag, soll sich unter die Geburtstagsgäste einer hundertjährigen Geburtstagsfeier mischen und aufmerksam zuhören, was und wie gesprochen wird.

Sachlich und nüchtern betrachtet lassen im hohen Alter alle Fähigkeiten stark nach: Auch jener der oben im Kopf noch ganz klar ist, hat grosse Einschränkungen in seinem Körper darunter. Nicht zu sprechen von den täglichen «Begleitern», den Gebrechen und Schmerzen an Körper und Gliedern.

Die Gesellschaft ist stark gefordert, sich mit der immer grösseren Zahl von Menschen in sehr hohem Alter auseinanderzusetzen und jenen Lösungen anzubieten, die nicht mehr können, die nicht mehr wollen und jene die nur noch den einen Wunsch haben, gehen zu können. Abends einzuschlafen und morgens nicht aufzuwachen. Sie haben diesen Wunsch, weil sie spüren, fühlen und sich bewusst sind, dass sie einem Zustand entgegentreibenden den sie nicht mehr als lebenswert annehmen können. Diesen Menschen sollten wir zu Hilfe eilen. Es fordert uns heraus, es wäre aber mitmenschlich. – Ernst Seiler


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Nicht nur linkslastige deutsche Experten halten den deutschen Exportüberschuss für zu groß und für unvorteilhaft sondern auch renommierte deutsche Ökonomen wir Hans-Werner Sinn. Es stimmt zwar, dass Deutschland den Wechselkurs des Euro nicht beeinflussen kann. Jedoch hat Deutschland eine gleichwertige Stellschraube wie die Beeinflussung des Wechselkurses verfügbar in Form von maßgeschneiderten und schrittweisen Absenkungen der MwSt-Erstattungen für Exporte, was etwa wie folgt aussehen könnte:

Die Möglichkeit mit multiplen erwünschten Auswirkungen wäre, die Bundesregierung per Gesetz zu ermächtigen, schrittweise, generell oder branchenorientiert oder mit Einzelfallmaßnahmen, die Mehrwertsteuererstattung für Exporte abzuschmelzen (und bei Bedarf auch wieder anzuheben) UND die Exportindustrie darüber zu informieren, dass es Ziel der Maßnahmen ist, durch entsprechende Erhöhung der Preise auf den Exportmärkten die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse zu reduzieren, und, dass die Verringerung der MwSt-Erstattungen so lange verstärkt wird, bis der gewünschte Erfolg eintritt.

Die erwünschten Nebeneffekte dieser Maßnahme wären die Erzeugung vorwiegend aus dem Nicht-EU-Ausland finanzierter massiver Finanzmittel der Bundesregierung, welche für dringende Investitionen in Bildung und Infrastruktur verwendet werden könnten.

Absehbare Kritik dieser Maßnahmen seitens der Exportindustrie und Gewerkschaften entbehrt jeglicher vernünftiger Grundlage, da hier nur ein Teil der übermäßigen Export-Erleichterungen schrittweise wieder zurück genommen würde, welche die Industrie durch die Einführung des Euro gewonnen hat im Vergleich zu einer Situation, in der Deutschland die DM behalten hätte. Und all das ohne zusätzliche Schulden, lediglich unter teilweiser Einforderung der besseren, höheren Preise, die die Exportindustrie in einer fortdauernden DM-Situation erzielt hätte. So könnte die Bundesregierung eine gezielte Aufwertung der eigenen Währung simulieren. – Dr. Hergen Heinemann


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Ich bin langjähriger ZEIT-Leser und normalerweise großer Fürsprecher Ihrer Zeitung. Der aktuelle Titelbericht „Block und Beton“ irritiert mich jedoch erheblich (und hoffentlich nicht nachhaltig, siehe meine Erwartung unten).

Vor zwei Wochen schrieb C. Parnack („Moin, Moin“), dass „Deutschland […] kaum einen geeigneteren Austragungsort für den G20-Gipfel als Hamburg  [hat]“. Der gesamte Artikel relativiert und verharmlost m.E. zudem potentielle Belastungen, die auf die Stadt und die Bürger zukommen können deutlich. Nach dem Motto: Stellt Euch nicht so an, Hamburger!

Aktuell titelt G. di Lorenzo dagegen: „…wenn man festhält: Eine offene Großstadt ist der falsche Gastgeber“. Nach dem Lesen des Artikels dachte ich nur noch an das Fähnchen im Wind. Kein Wort im Artikel zu dem deutlich abweichenden und die vermeintlich ängstlichen Hamburger anklagenden Titel vom 28.06.2017.

Gleichzeitig verurteilte die ‚Elbvertiefung‘ (in meinem Sinne) vor ein paar Tagen massiv die seinerzeit noch fehlende Entschuldigung von Olaf Scholz.

Liebe ZEIT: Diese beiden Titel passen nicht zueinander! Ich erwarte von Ihnen  eine entsprechende Einordnung der beiden Titel in der nächsten ZEIT. – Alexander Thoben


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

NachDenkSeiten – Die kritische Website

„Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.“

Albrecht Müller · Mittwoch den 12. Juli 2017

Auf unsere Beiträge zu G 20 kamen viele, auch weiterführende Lesermails. Diese werden wir zusammenstellen und in den NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern zugänglich machen. Vorweg heute die Stellungnahme einer Reihe von Geschäfts- und Gewerbetreibenden des Hamburger Schanzenviertels, die auf Facebook gepostet worden war. Es ist ein interessantes Dokument, das zu lesen sich lohnt.

STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE

Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern.

In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der Polizei gerungen.

Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.

Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels.

Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert.

Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen und das Pflaster aufgerissen wurde.

Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden.

Tagelang.

Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Zum Höhepunkt dieser Auseinandersetzung soll in der Nacht von Freitag und Samstag nun ein „Schwarzer Block“ in unserem Stadtteil gewütet haben.

Dies können wir aus eigener Beobachtung nicht bestätigen, die außerhalb der direkten Konfrontation mit der Polizei nun von der Presse beklagten Schäden sind nur zu einem kleinen Teil auf diese Menschen zurückzuführen.

Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel oder Bushido- Konzert über den Weg laufen würden als auf einer linksradikalen Demo.

Es waren betrunkene junge Männer, die wir auf dem Baugerüst sahen, die mit Flaschen warfen – hierbei von einem geplanten „Hinterhalt“ und Bedrohung für Leib und Leben der Beamten zu sprechen, ist für uns nicht nachvollziehbar.

Überwiegend diese Leute waren es auch, die – nachdem die Scheiben eingeschlagen waren – in die Geschäfte einstiegen und beladen mit Diebesgut das Weite suchten.

Die besoffen in einem Akt sportlicher Selbstüberschätzung mit nacktem Oberkörper aus 50 Metern Entfernung Flaschen auf Wasserwerfer warfen, die zwischen anderen Menschen herniedergingen, während Herumstehende mit Bier in der Hand sie anfeuerten und Handyvideos machten.

Es war eher die Mischung aus Wut auf die Polizei, Enthemmung durch Alkohol, der Frust über die eigene Existenz und die Gier nach Spektakel – durch alle anwesenden Personengruppen hindurch –, die sich hier Bahn brach.

Das war kein linker Protest gegen den G20-Gipfel. Hier von linken AktivistInnen zu sprechen wäre verkürzt und falsch.

Wir haben neben all der Gewalt und Zerstörung gestern viele Situationen gesehen, in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen. Die anderen Vermummten die Eisenstangen aus der Hand nahmen, die Nachbarn halfen, ihre Fahrräder in Sicherheit zu bringen und sinnlosen Flaschenbewurf entschieden unterbanden. Die auch ein Feuer löschten, als im verwüsteten und geplünderten „Flying Tiger Copenhagen“ Jugendliche versuchten, mit Leuchtspurmunition einen Brand zu legen, obwohl das Haus bewohnt ist.

Es liegt nicht an uns zu bestimmen, was hier falsch gelaufen ist, welche Aktion zu

Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt.

Dass diese nachvollziehbare Wut sich am Wochenende nun wahllos, blind und stumpf auf diese Art und Weise artikulierte, bedauern wir sehr. Es lässt uns auch heute noch vollkommen erschüttert zurück.

Dennoch sehen wir den Ursprung dieser Wut in der verfehlten Politik des Rot-Grünen Senats, der sich nach Außen im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse sonnen möchte, nach Innen aber vollkommen weggetaucht ist und einer hochmilitarisierten Polizei das komplette Management dieses Großereignisses auf allen Ebenen überlassen hat.

Dieser Senat hat der Polizei eine „Carte Blanche“ ausgestellt – aber dass die im Rahmen eines solchen Gipfels mitten in einer Millionenstadt entstehenden Probleme, Fragen und sozialen Implikationen nicht nur mit polizeitaktischen und repressiven Mitteln beantwortet werden können, scheint im besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von Macht und Glamour vollkommen unter den Tisch gefallen zu sein.

Dass einem dies um die Ohren fliegen muss, wäre mit einem Mindestmaß an politischem Weitblick absehbar gewesen.

Wenn Olaf Scholz jetzt von einer inakzeptablen „Verrohung“, der wir „uns alle entgegenstellen müssen“, spricht, können wir dem nur beizupflichten.

Dass die Verrohung aber auch die Konsequenz einer Gesellschaft ist, in der jeglicher abweichende politische Ausdruck pauschal kriminalisiert und mit Sondergesetzen und militarisierten Einheiten polizeilich bekämpft wird, darf dabei nicht unberücksichtigt bleiben.

Aber bei all der Erschütterung über die Ereignisse vom Wochenende muss auch gesagt werden:

Es sind zwar apokalyptische, dunkle, rußgeschwärzte Bilder aus unserem Viertel, die um die Welt gingen.

Von der Realität eines Bürgerkriegs waren wir aber weit entfernt.

Anstatt weiter an der Hysterieschraube zu drehen sollte jetzt Besonnenheit und Reflexion Einzug in die Diskussion halten.

Die Straße steht immer noch, ab Montag öffneten die meisten Geschäfte ganz regulär, der Schaden an Personen hält sich in Grenzen.

Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten welcher Reaktion geführt hat.

Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht.

Der für die Meisten von uns Gewerbetreibende weit größere Schaden entsteht durch die Landflucht unserer Kunden, die keine Lust auf die vielen Eingriffe und Einschränkungen durch den Gipfel hatten – durch die Lieferanten, die uns seit vergangenem Dienstag nicht mehr beliefern konnten, durch das Ausbleiben unserer Gäste.

An den damit einhergehenden Umsatzeinbußen werden wir noch sehr lange zu knapsen haben.

Wir leben seit vielen Jahren in friedlicher, oft auch freundschaftlich-solidarischer Nachbarschaft mit allen Formen des Protestes, die hier im Viertel beheimatet sind, wozu für uns selbstverständlich und nicht-verhandelbar auch die Rote Flora gehört.

Daran wird auch dieses Wochenende rein gar nichts ändern.

In dem Wissen, dass dieses überflüssige Spektakel nun vorbei ist, hoffen wir, dass die Polizei ein maßvolles Verhältnis zur Demokratie und den in ihr lebenden Menschen findet, dass wir alle nach Wochen und Monaten der Hysterie und der Einschränkungen zur Ruhe kommen und unseren Alltag mit all den großen und kleinen Widersprüchen wieder gemeinsam angehen können.

Einige Geschäftstreibende aus dem Schanzenviertel

  •  BISTRO CARMAGNOLE
  •  CANTINA POPULAR
  •  DIE DRUCKEREI – SPIELZEUGLADEN SCHANZENVIERTEL
  •  ZARDOZ SCHALLPLATTEN
  •  EIS SCHMIDT
  •  JIM BURRITO’S
  •  TIP TOP KIOSK
  •  JEWELBERRY
  •  SPIELPLATZ BASCHU e.V.
  •  MONO CONCEPT STORE
  •  BLUME 1000 & EINE ART

Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben. – Dr. med. Anna Stoliaroff


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Gemeinsames Gedenken und Feiern kann man nicht auf dem Verordnungsweg erzwingen. Der 14. Juli ist nun allerdings überhaupt kein Tag, der als gesamteuropäischer Feiertag in Frage käme. Denn er steht nicht nur für bürgerliche Befreiung, sondern auch für den Beginn einer beispiellosen Steigerung inner- wie zwischenstaatlicher Gewalt in Europa. Es wurden in den Zeiten des Ancien Regimes nie so viele Menschen verfolgt und getötet, wie nach der Französischen Revolution. Nie hat es mehr Ausbeutung und Ausbeuter gegeben, als nach der politischen Emanzipation des Bürgertums. Dagegen waren die Exzesse des früher herrschenden Adels bedeutungslose Eskapaden. Nein, Herr Erenz, diese „Revolution“ kann keine Grundlage europäischen Selbstverständnisses sein. – Josef Riga


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?” und „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Ich freue mich über den Leitartikel von Giovanni di Lorenzo und ärgere mich über den Titel „Wie viel Gewalt steckt in der Linken?“ Mit diesem Titel arbeiten Sie jenen Ideologen in die Hände, die „Gewalt“ mit „links“ und infolgedessen „links“ mit „Gewalt“ assoziieren. – Hans Fink


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Genau das ist es, was Sie beschrieben haben: Monster-Veranstaltungen wie der G-20-Gipfel sind in einer Stadt wie Hamburg nicht möglich – jedenfalls nicht zu akzeptablen Bedingungen und „Preisen“. Unbegreiflich, dass das ein Olaf Scholz einfach nicht kapiert und trotz seiner katastrophalen Fehleinschätzung nicht zurücktreten will. So verkommen seine „Entschuldigung“ und der Begriff von der politischen Verantwortung zu wertlosen Leerformeln. Das wiederum steigert den Verdruss an unseren Politikern. – Christoph Lütgert


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert“ von GRN.

Das grosse Eszet …

… ist eine sogenannte Ligatur, bestehend aus dem „langen“ S und dem angehängten Z aus der Zeit der Frakturschriften. Dieses Wissen scheint verloren gegangen zu sein. Abscheulich allerdings ist der Anblick eines in VERSALIEN eingebauten ß. Dieses muss mitnichten von Grafikern neu gestaltet werden. Es ist in den meisten gängigen Schriften vorhanden. Sinngemäss richtig wäre die Schreibweise BUSZE, sollte man mit der korrekten Deutung von BUSSE in einem normal verständlichen Satz Problem haben. – Interessant zu wissen, dass die Schweizer mit dem Verzicht des ß überhaupt keine Probleme haben! Woran das wohl liegen mag?

Tragisch der Anblick, wenn ein Fußballer beispielsweise namens GROB – äh GROß – in den Nebelschwaden etlicher Bengalis verschwindet … – Udo Göckler


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Den Artikel finde ich wichtig, weil er die hohe Lebensqualität auch in Gegenden Deutschlands thematisiert, die nicht großstädtisch oder zentral sind. In der Tat ist das eine der großen Stärken unseres Landes, dass es bei allen Herausforderungen durch die Demographie keine Gegenden gibt, aus denen alle weg wollen.

Herr Schieritz nennt in seinem Beitrag den Länderfinanzausgleich als Ausgleichsinstrument. Das greift zu kurz. Es ist unser funktionierender und quicklebendiger Förderalismus. Egal ob im Saarland, in Rheinland-Pfalz, entlang der Außengrenzen, an der Küste oder im Bayerischen Wald, bei uns können die Bürger Ihren Lebensraum gestalten, im Ort, auf Ebene des Landkreises und im eigenen Bundesland. Dadurch entsteht Identifikation und daraus erwächst Engagement. Während in den europäischen Zentralstaaten Verwaltung, Wissenschaft und Kultur sich nach Leistung und Geltung konzentrieren, gibt es in Deutschland eine vor Ort gestaltete Buntheit. Das macht das Leben lebenswert und dabei entstehen ganz unterschiedliche Strukturen.

Ähnlich ist das im Bereich der Wirtschaft. Unsere Struktur mit vielen Klein- und Mittelbetrieben sowie die große Vielzahl von Familienunternehmen ist das Rückrat unseres Wohlstands. In unserem Land übernehmen viele Menschen Verantwortung und insbesondere die föderale Struktur eröffnet dazu Möglichkeiten.

Deshalb wäre es wohltuend, wenn weniger auf den Föderalismus geschimpft würde und auch in der Zeit ein Loblied auf unsere föderalen Strukturen gesungen würde. Viele Freunde von mehr Bundeseinheitlichkeit glauben, dass bspw. im Bildungsbereich durch Vereinheitlichung insgesamt ein höheres Niveau erreicht werden könnte. Die Erkenntnisse aus der Mathematik zur Berechnung von Durchschnitten legen dagegen nahe, dass eine Vereinheitlichung eher auf dem mittleren, dem Durchschnittsniveau endet. Insofern sollten wir uns mehr über die Unterschiede freuen. Wenn wir stärker die Verantwortlichkeit für gute oder schlechte Lebensbedingungen – in der Kommunal-, in der Landes- und in der Bundespolitik – sichtbar machen, können die Bürger in ihren jeweiligen Wahlentscheidungen die Verantwortung verteilen.

Nicht vergessen darf man bei der Analyse allerdings, dass wir eine hervorragende Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage haben. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Chancen für die Bürger großartig. Insofern ist neben der föderalen Struktur auch unsere soziale Marktwirtschaft eine wesentliche Grundlage für den großen sozialen und gesellschaftlichen Frieden. – Markus Keller


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert“ von GRN.

„…die Einführung des großen ß, das die Typografen erst noch zeichnen müssen.“

Da ist DIE ZEIT aber nicht auf der Höhe der Zeit! Seit über 100 Jahren gibt es typografische Entwürfe für ein großes ß (sog. Versalie) in verschiedenen Schriften. Auch 2006 hat man noch einmal einen Anlauf genommen, als sich die Einführung als Großbuchstabe (2008) abzeichnete. Im DDR-Duden steht es schon 1957 auf dem Titelblatt: „DER GROßE DUDEN“.  Näheres siehe Wikipedia unter „Großes ß“. – Burckhardt Großbach


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Die Kommentare, Beobachtungen und Interviews samt Bildern sind große Klasse. Vielen Dank.

Eine klassische Situation ist eingetreten: Eine große und gut gerüstete Übermacht, hier die deutsche Polizei, verliert die Aktions-Hoheit. Der gerichtlich genehmigte Zelt-Übernachtungsplatz im Volkspark wird im voraus als Ursache einer Gefährdung benannt.

Trotzdem ist im Volkspark keine ausreichende Staatsmacht vor Ort um bürgerkriegsähnlichen Zuständen vorzubeugen und eine guerillaähnliche Taktik zu verhindern. Wenn 20 000 mit modernster Technik gerüstete Polizisten nicht ausreichen, sind Prioritäten falsch gesetzt. Hochmut kommt vor dem Fall. – Reinhold Pollet


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Gut, dass ich nicht der einzige bin, dem dieser Zusammenhang zwischen Länge der Vorwahl und der eigentlichen Rufnummer in seiner Jugend aufgefallen ist. Dieser Zusammenhang ist aber zwangsläufig, da die Richtlinie E.164 der Internationalen Fernmelde-Union (ITU) genau das vorschreibt.  Diese Richtlinie geht übrigens schon auf Regeln aus den 1960er Jahren zurück, so dass Ihre Jugend auch noch locker davon erfasst sein sollte. – Christian Faulhammer


Leserbrief zu „Wie schließt man einen Zoo?“ von Martin Spiewak

Vielen Dank für den sehr interessanten Artikel.

Meine siebenjährige Nichte sagt zu diesem Thema:

„Wenn wir die Zoos schließen, wären die Tiere frei, und das fände ich schön. Aber wenn es keinen Zoo gäbe, würden Kinder vielleicht denken, ein Erdmännchen wäre bloß ein Fantasywesen in Harry Potter oder so. Ein Python entstünde, wenn man falsch auf einer Querflöte bläst. Und Kugelfische wären die Munition für ein Unterwassergewehr.“

Persönliche Anschauung vermag eben mehr als Tierfilme und -bücher. – Burkhard Schwarzkopf und Tanja Holz


Leserbrief zu „Die Schreibhälse“ von Petra Pinzler

Als langjähriger und begeisterter Leser der „Zeit“ frage ich mich, ob ihr nicht ein Stück Objektivität und der Blick in die Zukunft verloren geht. In mehreren Ausgaben wird der Dieselmotor als das Übel der Welt beim Umweltschutz dargestellt und seine Schädlichkeit für den Menschen beschrieben, ohne exakte Argumente zu liefern, die sich aus dem dauernden  „Dieselbashing“auch nicht herleiten lassen.  Sicherlich hat der Dieselmotor,   wie andere Antriebsquellen auch,  Auswirkungen auf Umwelt und Mensch, die es so weit wie möglich zu vermeiden gilt. Auch haben Teile der Automobilindustrie sich beim Diesel ins moralische Abseits -eine juristische Bewertung will ich nicht vornehmen- gestellt, wenn Abgaswerte offensichtlich nicht stimmen.Da ist nichts zu beschönigen.  Stattdessen soll jetzt für den privaten PWK-Verkehr die E-Mobilität der Heilsbringer sein und  von Abgaswerten  befreien.

Das ist nur die halbe Wahrheit und Augenwischerei  zugleich. Dass die E-Mobilität begrenzt ist, die Leistung und Reichweite des Fahrzeuges sinkt sobald Verbraucher wie Licht, Heizung, Klimaanlage betätigt werden, erläutern Sie nicht.  Auch nicht, dass Strom nicht flächendeckend abrufbar ist, er nicht aus der Steckdose kommt, sondern zum großen Teil aus Braunkohlekraftwerken, erwähnen Sie höchstens  immer nebenbei, abgesehen davon, dass Windenergie nicht „gelagert“ werden kann, um Millionen privater PKW mit Strom zu versorgen. Wer genau schädliche NOX-Emissionen verursacht und in welchem Umfang das den „Diesel“ betrifft – m.E. sind es ca. 1/3 – legen Sie nicht nur versteckt  offen. Nein!  E-Mobilität ist zur Zeit  Augenwischerei. Wenn schon der Umweltschutz und die menschliche Gesundheit im Mittelpunkt zu stehen haben – und nicht wirtschaftliche Interessen der E-Mobilität – dann sind ,dringend folgende Fragen zu beantworten.

  1. Wie lange haben wir noch Rohstoffe auf dieser Erde, um Batterien für Autos zu bauen und wollen wir den Planten dabei ausplündern?
  2. Wohin mit den alten verbrauchten Batterien? Nach Gorleben, dann ist Krach vorprogrammiert!

Solange diese Fragen nicht beantwortet sind habe ich kein Vertrauen in E-Mobilität, wirtschaftlich und umweltpolitisch sinnvoll ja oder nein. Jetzt sind technische Innovationen beim Diesel gefragt, die der Automobilindustrie  abverlangt werden müssen und die diese auch liefern kann, denn das Knowhow ist vorhanden. Das die Umsetzung von neuen Abgaskonzepten beim Dieselmotor teuer ist bin ich gern bereit in Kauf zu nehmen, um meinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Von anderen Verbrennungsmotoren, die mit Wasserstoff oder Gas betrieben werden,   und deren Zukunft berichten Sie nicht und stellen auch die Entwickelungsmöglichkeiten  von diesbezüglchen  Alternativen nicht dar, wurden  Konzepte schon auf der EXPO 2000 angeboten. Vielleicht denken Sie auch einmal über diese Möglichkeiten nach. Ich jedenfalls fahre meinen PKW-Diesel der neusten Generation zunächst weiter und warte auf den kommenden Fortschritt, denn mit 80 Litern Verbrauch auf 1000 km  Strecke bin ich vom Motorkonzept überzeugt. – Holger Dreyer


Leserbrief zu „Ergebt euch. Oder flieht!“ von Christian Fuchs

Der Bericht über den Putsch in der Türkei hat mich nur bestätigt. Schon vor einem Jahr habe ich gesagt: Erdogan hat viel aus der Geschichte der Deutschen (Adolf Hitler) gelernt. Wie der Führer hat er ein Talent die Massen für sich zu gewinnen, sich und seine Machenschaften dabei zum Wohl des Volkes darzustellen. Dabei die tatsächlichen Absichten aber wirkungsvoll zu verschleiern. Wenn das Volk erst einmal begriffen hat, wie es manipuliert wurde ist es für eine Umkehr leider zu spät. Jede Opposition ist eingesperrt oder ausgereist.

Die Entlassung von Führungskräften in allen Bereichen (Militär, Polizei, Justiz, Presse, Hochschulen und Schulen, etc.) sorgt letztendlich dafür das auch keine Opposition mehr nachwächst.Kim Jong Un würde zustimmen und sagen: „Alles richtig gemacht“. Allen in Deutschlan lebenden Türken die  Erdogan gewählt haben, würde ich raten der Bundesrepublick Deutschland schnell den Rücken kehren, damit sie in ihrer türkischen Heimat schnell in den Genuß ihrer getroffenen Wahl kommen. Sie sollen nicht verpassen, wenn ihr Erdogan die Türkei wieder groß macht. Das im Untersuchungsbericht nichts neues zu Tage kam verwundert nicht, der Überfall Polens 1939 war genauso real wie dieser türkische Putschversuch. Meiner Meinung nach ein gut inzeniertes Theater durch Erdogan, was ihn auch zu dem Ausspruch verleitete: „Das das ein Geschenk Gottes sei“. Wie alle Despoten neigt er zur Selbstüberschätzung.

Wenn wir uns die Konsequenzen seines Handelns mal auf die Bundesrepublick Deutschland umlegen, wird man erkennen wie tiefgreifend schon jetzt die daraus entstehenden Konsequenzen sind. Das dieses Land noch immer NATO-Partner  ist, beweist nur wie gut Herr Edogan die schwachen (demokratischen) westlichen Regierungen eingeschätzt hat. Die Flüchtlingskrise kam da zur rechten Zeit. – Heinrich Behre


Leserbrief zu “Google und die Frau am Herd“ von Eva Wolfangel

Frau Wolfangel beschreibt gut den Stand der Technik in der Künstlichen Intelligenz: Das Maschinelle Lernen ist deshalb so mächtig, weil die Maschine aus unseren Daten ohne großes Zutun lernt (Übersetzen, Bilder klassifizieren, Autofahren, etc.), indem sie sich quasi selbst programmiert. Dabei spiegelt die Maschine unsere Welt dann ungefiltert und ohne Garantie für normativ gewünschtes Verhalten wider. Wenn viele Texte von Frauen in Aufsichtsräten oder auf dem Bau handeln würden, dann ergäben sich hier starke Assoziationen. Wenn normale Autofahrer ein autonomes Auto trainieren würden, dann würde es wohl zu schnell und zu dicht auffahren.

Die wissensbasierten Expertensysteme auf der anderen Seite können gewisse gute Eigenschaften garantieren, sind aber aufwändig zu programmieren und skalieren nicht. In der Forschung arbeiten wir längst an der Hypothese: Die kognitiven Systeme der Zukunft sollen dann die Macht der Daten mit der Kraft des Wissens vereinen. Diese Systeme können dann hoffentlich auch erklären, warum sie in bestimmten Situationen wie handeln und noch wichtiger — man wird sie leichter korrigieren können. – Dr. Aljoscha Burchardt


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Schuld ist, wer nicht verhindert – oder überhaupt erst ermöglicht -, dass Eskalation entstehen kann. Es lohnt sich, nach den Motiven der Entstehung zu fragen: Wessen Gewalt zieht welche Gewalt nach sich? Die einen verhielten sich, wie sich ein Outcast eben verhält. Die anderen hatten das Monster ja selbst kreiert.

P.S. Es ist eine psychoanalytische Erkenntnis, dass alles Verdrängte mit doppelter Wucht zurückkehrt! – Joachim Westphalen


Leserbrief zu „Nichts für arme Leute“ von Jan-Martin Wiarda

Gegenüber dem Bezugsartikel sollten Sie richtigstellend Folgendes bringen:

In Zeiten der Fake News sollte die seriöse Presse doch zumindest wörtliche Zitate korrekt bringen. Es steht keineswegs wie Wiarda behauptet – im Grundgesetz, dass Privatschulen nur genehmigt werden dürfen, wenn „an ihnen ‚eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird'“, vielmehr heißt es für diesen Fall dort in Art. 7 Abs. 4 Satz 3: „Die Genehmigung ist zu erteilen, […]“. Dass die Genehmigung zu versagen ist, sieht nur der folgende Satz 4 vor, und zwar für den Fall, dass „die wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Lehrkräfte nicht genügend gesichert ist.“ Man mag mit den Auslegungskünsten der (Verfassungs-) Juristen trotzdem dem Satz 3  ein „Sonderungsverbot“ entnehmen können, kann aber dafür nicht den Wortlaut des Grundgesetzes anführen.  – Prof. Dr. Michael Sachs


Leserbrief zu „Goodbye, Humboldt?“ von Josef Joffe

Herr Joffe schreibt mit Bezug auf Künstliche Intelligenz, die Literatur baue “eine andere Brücke zur Wahrheit, als ein Ingenieur sie je konstruieren könnte”. Hier liegt die weit verbreitete Annahme zugrunde, dass es auf der einen Seite die Fachexperten gibt und auf der anderen Seite die Ingenieure.

Wir propagieren als Leitmotiv die menschzentrierte Künstliche Intelligenz, bei der alle Intelligenz vom Menschen ausgeht und dann aber erweitert wird. So kann in der Zukunft ein Literaturwissenschaftler etwa tausende von Büchern in allen möglichen Sprachen nach bestimmten Figuren untersuchen, ein Krebsforscher zehntausende von Patientengeschichten nach bestimmten Krankheitsverläufen auswerten oder ein Archäologe bestimmte Stilkennzeichen in allen Fundstellen der Welt suchen.

Das erfordert in der Tat, wie Herr Hoffe schreibt, eine sehr gute (Allgemein-)Bildung aufseiten der Fachexperten und der Ingenieure und eine interdisziplinäre Kooperation. Maschinen sind wie Kinder — sie brauchen gute Lehrer, über die sie hinauswachsen können. – Dr. Aljoscha Burchardt


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Endlich einmal eine frische Idee für die alten, bis her unlösbaren Probleme. Allerdings ist wohl die Kuba/USA-Lösung nicht 1:1 umsetzbar auf Afrika/EU. Es sind viel zu viele Staaten involviert mit unterschiedlichen Interessen. Mir stellen sich vorerst folgende Fragen:

– Mit welchen Staaten Afrikas vereinbart man Quoten? Kann eine geographische Grenze z.B. der 5. nördliche Breitengrad sein?

– Voraussetzung wäre wohl, daß die EU vorher festsetzt, wie viele Migranten sie insgesamt aufnehmen will (Obergrenze!).

– Voraussetzung ist natürlich auch, daß alle Quotenmigranten einen gültigen und nicht gefälschten Paß haben.

– Trotzdem wird es weiterhin illegale Migranten geben. Wohin will man diese zurückschicken, wenn ihre Herkunft nicht geklärt werden kann?

– Und ein sehr schwieriges Problem: Wie erfolgt die Aufteilung auf die einzelnen EU-Staaten?

Wäre es nicht viel einfacher und radikaler. wenn die EU einen Fährdienst einrichten würde, der die Migranten gegen eine geringe Vergütung, notfalls auch kostenlos, von Nordafrika nach Europa bringt unter der Voraussetzung, daß nur Reisende mit einwandfrei gültigen Papieren an Bord gelassen werden. Wer keine Papiere hat, muß in Afrika bleiben. Gleichzeitig werden alle Rettungsmaßnahmen im Mittelmeer, gleichgültig ob Frontex oder NGO eingestellt. – Klaus Haack


Leserbrief zu „Museen & Galerien“

Warum taucht in Ihrer Übersicht “ Museen & Galerien“ eigentlich nie ‚Kiel‘ auf? – Kurt Tschenett


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Karl Popper hat in seinem Buch „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ den Rechtsstaat, dem sich alle fügen, als eine der wichtigsten Grundlagen einer Demokratie beschrieben.

Das gilt freilich für die (wechselnden) Mehrheiten genauso wie für die (wechselnden) Minderheiten in einer demokratischen Gesellschaft.

Wer also des Denkens mächtig ist, kann zu keiner Zeit ein Interesse haben an in Aufruhr und Gewalt eskalierenden Demonstrationen, an rechtsfreien Zonen und Anarchie, de facto an der Infragestellung der rechtsstaatlichen Ordnung und Gewalten(zu)teilung.

Für den Riot in den Straßen und die Trolle im Internet hingegen stellen (Lebens)Frust und blinder Hass auf „das System“ das konstituierende Element ihrer pathologischen Ideologie und Kampfbereitschaft dar.

Doch mit emotionalen Provokationen und martialischen Auftritten können keine politischen Ziele allgemein glaubwürdig und anerkannt verfolgt werden. Wer Gewalt anwenden muss um seine Werte durchzusetzen hat nichts, das wert wäre, errungen zu werden. Aus diesem Grund stellt sich natürlich die Frage nach öffentlich vernehmbaren Stimmen linker Politiker und Intellektueller, die den ideologischen Fanalsetzungen während der Hamburger Chaos-Tage entschieden hätten widersprechen können, nicht zuletzt, um eine kommunikative Deeskalation zwischen den Ordnungskräften und den diversen Gruppierungen zumindest jenseits des Schwarzen Blocks (und somit jenseits der Vernunft) zu versuchen.

Das gilt umso mehr, als dass wir in Deutschland in einer der bewährtesten Demokratien leben dürfen. Hier gilt das Primat des Wortes, der Meinungsfreiheit im verbalen Austausch, obgleich zugegebenermaßen auch die Erkenntnis Jean Pauls (1763-1825, dt. Schriftsteller): „Sprachkürze gibt Denkweite“ bisweilen mehr Beachtung finden sollte.

Die sicherheits- und ordnungsrelevante Aufarbeitung des diesjährigen G20-Gipfels steht nun an, und man darf leider getrost von einem regen Wechsel an gegenseitigen Schuldzuweisungen ausgehen. Die Aufarbeitung der politischen Inhalte inklusive der (normativen) Abschlusserklärung erfolgt auf höherer Ebene, hoffentlich aber nicht weniger ambitioniert und zielorientiert – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Der Autor stellt am Anfang des Artikels die Frage „Darf man einen Rewe-Supermarkt plündern und kurz und klein schlagen?“.

Der Rest des Testes widmet sich dann ausführlich den Möglichkeiten und Aspekten einer „Abwägung“ dieser (und ähnlicher) Fragen.

Das ist falsch. Die richtige Antwort lautet: nein. – Ulrich Korsch


Leserbrief zu „Die Tatortreinigerin“ Sebastian Kempkens und „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Heute möchte ich Ihnen ausdrücklich danke für zwei „positive“ Artikel.

Die Ereignisse von Hamburg haben mir persönlich zugesetzt und meine Sorge um diese Land und seine Menschen noch weiter verstärkt.

Deshalb haben mir Ihre Artikel „Die Tatortreinigerin“ (Politik S. 5) und „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ (Politik Seite 9) gut getan und mich gefreut. Dies einfach zwischendurch. – Manuela Strotmann-Engel 


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Die Ereignisse um den G 20-Gipfel in Hamburg werden in diesem Artikel zynisch missbraucht, um eine globale und pauschale Anklage gegen „die Linke“ loszulassen, wie sie von der Rechten seit je und zunehmend auch in Mainstream-Medien zu vernehmen ist. Und wieder einmal mit der gleichfalls ebenso uralten wie absurden Unterstellung: Wenn ähnliche Gewaltübergriffe von Demonstranten verhindert werden sollen, muss man linke Kapitalismuskritik abschaffen, weil diese die „Ideologie“ ist, die solche Gewalt erzeugt. Wurden nicht einst z. B. Adorno und Habermas als „Überbau“ von Baader-Meinhof diffamiert?

Und dieses demagogisch vorgetragene antilinke Ressentiment hüllt sich hier in die Form eines langen Artikels, in dem nicht mit einem einzigen Satz auf den bisherigen Wissens- bzw. Unwissensstand zu den Gewalt-Vorfällen in Hamburg eingegangen wird: Was für extremistische Personen und Gruppen genau haben Gewalt ausgeübt? Das einzige, was dazu bisher klar ist: zweifellos nicht „die Linke“. Aber wenn linke Personen und Gruppen, sind das solche, die überhaupt jemals ernstzunehmende politische Kapitalismuskritik artikuliert hätten?

Haben dabei eventuell auch agents provocateurs mitgewirkt? Vor allem:

In welchem Maße ist Polizeigewalt von vornherein unverhältnismäßig und vielleicht rechtswidrig eingesetzt worden?

Das durchgehend Demagogische dieses Artikels lässt sich an vielen Stellen aufdecken. Ein Beispiel: Die Zuschreibung der „apokalyptischen“ Diffamierung des zu bekämpfenden Gegners als „das schlechthin Böse“ ist bekanntlich keine linke Rhetorik, sondern eine Erfindung des George W. Bush, der für die Handlungen, die er mit dieser Erfindung und vielen Lügen legitimierte, vor dem Internationalen Strafgerichtshof der UNO wegen des Verbrechens illegaler Aggressionskriege angeklagt werden müsste. In der gleichen demagogischen Weise, wie er die in Marketing-Sprache aufgezählten Errungenschaften des Kapitalismus anpreist, reiht Mangold Beispiele für eine angebliche „Dämonisierung“ des Kapitalismus durch „die Linke“, um deren Gesellschaftskritik, einschließlich der in seinem eigenen ZEIT-Feuilleton oft vorgetragenen, lächerlich zu machen:

Alles, „was irgendwie unschön ist“, schiebe sie dem bösen Kapitalismus in die Schuhe und nicht – wie es Konservative und Apologeten seit je gemacht haben – der condition humaine.

Dass zu genau dieser Sorte von Ideologen und Demagogen ab sofort auch Herr Mangold zu zählen ist, hoffentlich mit beruflichem Aufstieg in den Vorstand einer wirklich schönen Stiftung, geht aus seinem freudigen Schlussbekenntnis hervor, die Gewalt-Ereignisse in Hamburg hätten „das System stabilisiert“ und die Polizei beliebt gemacht. – Norbert Mecklenburg


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Auf den Seiten 3 bis 5 der Ausgabe vom 13.07. wird des öfteren der Begriff „Riot“ ohne Erklärung der Bedeutung dieses nicht deutschen Wortes wie selbstverständlich verwendet. Es mag für die (jungen?) Verfasser der Artikel selbstverständlich sein, dass „man“ den Begriff und seine Bedeutung allgemein kennt.  (Ich kannte ihn nur im Zusammenhang mit der Moskauer Girl-Band Pussy Riot  und erahnte seine Bedeutung nur. Um ihn nachzuschlagen, war mir dies nicht wichtig genug.) Ist es für die Redaktion schon selbstverständlich , dass alle Leser die Bedeutung englischer (nicht alltäglicher) Vokabeln kennen müssen? Wenn nicht, schulen Sie doch bitte Ihre jungen (so bis 45 Altersjahre) Mitarbeiter entsprechend. – Joachim Kramer


Leserbrief zu „Über Distanzierungen und Gemeinsamkeiten“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Sie schreiben „Den einen hatte ein stramm linker Biodeutscher geschrieben …“.

Es kann ja sein, dass ich Ihre Ironieebenen nicht auf die Reihe bekomme, aber ich empfinde den Begriff „Biodeutscher“ als abwertend und beleidigend durch die Gleichsetzung von mir mit Biogemüse oder Biofleisch etc.

Darüber hinaus transportiert der Begriff die Vorstellung, dass die biologische Abstammung von Menschen keine Rolle spielt bzw. spielen darf und damit implizit eine Befürwortung von Massenzuwanderung, bei der ethnische und kulturelle Herkunft keine Rolle spielen (dürfen).

Ich habe nun die Einschätzung, das würde unser Land massiv verändern und zwar in einer Weise, die meinen persönlichen Interessen nicht förderlich wäre.

Vielleicht ist Ihnen der Begriff „Biodeutscher“, natürlich auch „Biodeutsche“, da hätte ich Ihnen ja fast ein unkorrektes Email zugemutet, ja bei Gelegenheit eine Kolumne wert, mit der ich mich dann gerne auseinadersetzen würde. – Reiner Felkel


Leserbrief zu „Kann die SPD das noch drehen?“ von Matthias Krupa

Ein neuer Laserbrief zu ’kann die SPD das noch drehen?’

z. B. mit ‘alte Zöpfe sofort abschneiden’:

1. der Bart muss ab!
2. Genosse/in muss weg! – Dr. Hans-Joachim Schumann


Leserbrief zu „Goodbye, Humboldt?“ von Josef Joffe

In seiner Eigenwerbung hätte Herr Joffe neben Euklid und Platon auch noch Sokrates bemühen können: „ένα ξέρω ότι δεν ξέρω τίποτα“! Diese Bemerkung des bedeutenden alt-griechischen Philosophen hat nichts an seiner Aktualität verloren, ungeachtet der Tatsache, dass sowohl Wilhelm als auch Alexander von Humboldt großes geleistet haben. – Jürgen Rohlfshagen


Leserbrief zu „Heute ein König“ von Gero von Randow

Frankreich überrascht den Nachbarn Deutschland mit dem Feuerwerk einer quasi politischen Revolution seiner Institutionen, im Präsidentenamt und in der Assemblée Nationale. Daß Emmanuel Macron im Alter von 39 Jahren an die Macht in Paris gelangt ist , ist im wesentlichen dem Tatbestand zu verdanken, daß das System der US-amerikanischen primaries, also den frz.  „primaires“,  der de Gaulle“schen 5. Republik übergestülpt wurde.

Die „détresse“ und der „pessimisme“ , also Traurigkeit und Pessimismus in Sachen Zukunftszuversicht,  haben dem Frankreich der letzten zwei Jahrzehnte einen Art °Marasmus°  beschert, also zumindest einen  ziemlich heftigen psychischen Kräfteverfall.^  Nun baut Macron  an einer neuen °grandeur de la France°, wobei er als Ziel vor Augen hat, die „exception  culturelle francaise“ von ihrer alten Patina einer ehemaligen Weltmacht zu befreien und nun als leuchtendes Reformprojekt einer sozialliberalen „brave new world“ erstrahlen zu lassen. ^^

Politologisch handelt es sich bei der „République en marche“ um eine „Bewegung“ und dieses Wort ist nun leider im deutschen Geschichts-Bewußtsein mit den aller/negativsten Konnotationen besetzt. Deshalb erklärt sich auch die Vorsicht deutscher Kommentatoren des zeitge-nössischen Frankreichs , Emmanuel Macron bereits zu früh in den Olymp eines vollständigen Erneuerers Frankreichs zu erheben. – Sigurd Schmidt


Leserbrief zu „Anti.Autoritär“ von Yascha Mounk

Neue Romantik statt Neuer Rechte?

Der junge Polit-Theoretiker Yascha Mounk gibt vor, ein pädagogisches Rezept gegen die „Neue Rechte“ zu haben: „Vertrauen statt Kritikfähigkeit“ und „Patriotismus statt Nihilismus“. Dieses Rezept ist grundfalsch, da auch schon Mounks Analyse grundfalsch ist. Schlimmer noch: Mounks Rezept spielt gerade denen in die Hände, deren Methoden damit eigentlich bekämpft werden sollten. Mounk spielt das Spiel der Neuen Rechten mit: Die Gegenaufklärung. Gefühl statt Verstand.

Die politischen und gesellschaftlichen Probleme der heutigen Zeit haben Ihre Ursache nicht in zuviel, sondern, wie bisher auch, in mangelnder Kritikfähigkeit. Wir hinterfragen nicht zuviel, sondern immer noch viel zu wenig. Wir sind immer noch viel, viel zu denkfaul! DARAN krankt die Pädagogik, damals und heute. Kaum einer macht sich die Mühe, zumindest zu versuchen, die Dinge konsequent zu Ende zu denken. Die Mehrheit der Menschen ist mit der vorgeblich einfachen und vorgebliche offensichtlichen Lösung zufrieden, die dem angeblich so gesunden Menschenverstand entspräche. Alternativlose „Vernunft“! Das gilt nicht nur für die Neuen Rechten, das gilt auch für Politiker aller Couleurs, das gilt für Pädagogen, das gilt auch für die meisten Hochschuldisziplinen, die sich wissenschaftlich nennen. Unser Problem: Die vorgeblichen Lösungen der Neuen Rechten sind besonders einfach und geistig bequem.

Die „Fakten“ haben allein die Funktion, das Weltbild zu festigen, Sicherheit vorzugaukeln. Wäre die Kritikfähigkeit der Menschen etwas ausgeprägter, fielen sie nicht darauf herein. Der wissenschaftliche Analphabetismus ist erschreckend! Das gilt besonders hinsichtlich der Naturwissenschaften. Selbst viele Wirtschafts-„Wissenschaftler“ träumen immer noch von einem ewig möglichen Wachstum. Die Katastrophe des menschenverursachten Klimawandels wäre längst gebannt, wenn Politiker und Wirtschaftswissenschaftler früher auf die Naturwissenschaftler gehört und nicht alles besser gewusst hätten. Wir brauchen jetzt nicht noch mehr Gegenaufklärung! Wir brauchen dringend eine Aufklärung 2.0, eine Aufklärung, die selbstreflektierend ist, die akzeptiert, dass der Mensch kein rationales Wesen sein kann. Gefühl UND Verstand! Das aber setzt ausreichend Muße und Mut voraus – zum unvoreingenommenen Erforschen der eigenen Gefühlswelt und zum anschließenden Nachdenken!

Die Pädagogik war übrigens als Ganzes nie antiautoritär: Ohne Autorität wäre kein Unterricht möglich, gestern nicht und heute auch nicht. Es wird vielleicht nicht mehr geschlagen, die Erziehungsmethoden wurden subtiler. Früher wie heute zeichnet sich ein guter Lehrer durch seine Persönlichkeit aus. Und durch seine Bereitschaft, zusammen mit den Schülern dazuzulernen. Durch seine Offenheit gegenüber der Welt. Diese Offenheit ist nicht ohne ein gerüttelt Maß an Kritikfähigkeit zu denken: der Welt und sich selbst gegenüber.

Blindes Vertrauen in den Staat und in die staatlichen Institutionen war noch nie angebracht und ist es auch heute nicht: Klimawandel, Dieselskandal, TTIP, um nur ein paar wenige Beispiele aufzuzählen: Sie sind Ausdruck von Lobbyismus und demokratiefreier Machtstrukturen. Die repräsentative Demokratie ist erstarrt. Sie hat damit ihre Zukunftsfähigkeit verloren. Wir brauchen dringend neue und ergänzende Formen der Demokratie, z.B. Losen statt Wählen. Was immer gern vergessen wird: Demokratie ist kein Zustand, Demokratie ist ein Prozess. Und daher immer anstrengend! Vertrauen kann man nicht in der Schule lernen, sondern nur durch eigene Erfahrung: Die Institutionen müssen immer wieder zeigen, dass sie das Vertrauen wert sind.

Was wir nicht brauchen: einen neuen Patriotismus. Auch keinen „moderaten“. Es gibt keinen „moderaten Patriotismus“, genauso wenig, wie es eine „moderate“ Schwangerschaft gibt. Patriotismus ist zudem ein künstliches Gefühl, ein Ersatz-Gefühl, dass fehlendes Selbstvertrauen, fehlende Selbstgewissheit ersetzen soll. Es ist eine Krücke, die auf einen Mangel hinweist. Man kann einzelne Menschen lieben, eventuell noch eine Gruppe von Menschen, man kann einen Ort, eine Stadt und eine Region lieben. Ein „Vaterland“ zu lieben aber deutet auf eine psychische Störung hin, die keine scharfe Grenze zum Nationalismus hat. „Patriotismus“ setzt eine Einheit und damit eine Einheitlichkeit voraus, die es in Wirklichkeit nicht gibt. „Patriotismus“ setzt ein Drinnen und ein Draußen voraus – Freund und Feind. Es gibt aber nur eine Menschheit. „Ein Europa der Vaterländer“ – das ist die schwarze Propaganda der Neuen Rechten, die letztlich zum Krieg führt. Mounks Aufsatz ist ein Ausfluss nicht unbedingt der „Neuen Rechten“, aber zumindest der Neuen Romantik. Und die war schon einmal ein (ungewollter) Wegbereiter in den Wahnsinn nationalistischer Diktaturen. – Volkmar Heitmann


Leserbrief zu „Was Terroristen antreibt“ von Stefan Weidner

Meines Erachtens machen Sie es sich viel zu einfach. Zwar haben Sie Recht, wenn Sie die ungerechte Weltordnung (eine zugegebenermaßen tatsächlich sehr „schwer erträgliche Realität“) dafür verantwortlich machen, dass sich Menschen radikalisieren. Als alte Linke würde ich das in jedem Fall unterschreiben.

Ihr Fehler liegt jedoch darin, dass Sie sich ausschließlich auf diese Ursache konzentrieren und radikale islamistische Propaganda als Verursacher von Terrorismus kategorisch ausschließen. Beide Realitäten existieren leider nebeneinander und machen daher die Bekämpfung islamistischen Terrors umso schwerer.

Was geschieht zum Beispiel gerade in der neuen fortschrittlichen Moschee in Berlin, in der Sunniten, Schiiten, Männer und Frauen gemeinsam beten sollten und die auch anderen Religionen sowie Atheisten offen stehen sollte? Die Leiterin der Moschee erhielt über

100 Morddrohungen, gegen sie wurde eine Fatwa ausgesprochen, denn eine solche Offenheit wird von den Vertretern des Steinzeit-Islamismus nicht geduldet. Mittlerweile finden Gottesdienste in der Moschee nur noch unter schwerstem Polizeischutz statt.

Ich bin unbedingt für eine multikulturelle, offene Gesellschaft und habe mich in den vergangenen 2 Jahren immer wieder ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert. Leider musste ich jedoch realisieren, dass viele arabischstämmige, islamische Flüchtlinge mich als Frau nicht respektieren wollen. So wurde ich abends in der Berliner U-Bahn von einer Gruppe alkoholisierter arabischer Jugendlicher begrapscht. Sehr oft werde ich auf der Straße aggressiv angeglotzt. Beim letzten Sprachcafé in Berlin-Zehlendorf, das dazu dient, Flüchtlingsfamilien in Kontakt mit Helfern zu bringen und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, saß ich mit einer syrischen Familie am Tisch. Das erste, was der Familienvater mir im Beisein seiner Tochter und seiner verschleierten Frau sagte, war, dass er in Syrien 4 Frauen hatte und die auch gern hier hätte. Dabei grinste er mich dreckig an. Sicher können Sie sich vorstellen, dass ich mich in dieser Situation alles andere als wohl gefühlt habe…

Ich rate Ihnen: Fragen Sie die Frauen aus ihrem Bekanntenkreis, ob sie schon ähnliches erlebt haben! Und lesen Sie Alice Schwarzer. Ihre Analyse scheint mir vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen und der Erfahrungen vieler meiner Freundinnen und Kolleginnen leider nach wie vor höchst zutreffend sein. – Martina Weitendorf


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Die Legitimität von Gewalt ist bei Protestierenden bisweilen ambivalent besetzt. Leider vermeidet der ZEIT Artikel hier eine eindeutige Stellungnahme. Der Autor kokettiert gar mit diesem Thema, da “ es schön, aber auch ein bißchen langweilig ist, jetzt alle Gewalt zu verurteilen.“ In einer Subsumierung diverser Szenarien von Gewalt wird dem Leser subtil auch die Lust an der Gewalt vermittelt. Nicht einmal der Versuch einer rationalen Ursachenforschung gerade in demokratischen Staaten, wo die „Zustände unerträglich“ sein sollen. – Dr. Matthias Euler


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

„Ein bisschen langweilig, dass jetzt alle die Gewalt verurteilen“, findet Iloma Mangold. So einfach möchte er es der (den) Linken nicht machen und sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, ihnen ihre Kapitalismuskritik mal so richtig um die Ohren zu hauen. „Die Linke“ und RAF-Terror und Karl Marx, alles in einen Sack und feste druff, wer wird da gleich nach differenzierterem Urteil rufen?

Nach Adorno ist AUTONOMIE die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen. Es ist in diesem Sinne ein Hohn, wenn sich die hirnlosen, von blinder Zerstörungswut und Hass getriebenen kriminellen Rabauken, die in Hamburg, vermummt wie Gangster, Steine auf Menschen werfen, Autos in Brand setzen und Schaufenster einwerfen, A u t o n o m e  nennen. Schon gar nicht autonome Linke mit einer dezidierten politischen Meinung sind sie. Wenn überhaupt, sind diese Leute zu vergleichen mit Hooligans und grölenden Neonazi-Horden vor Asylbewerber-Unterkünften.

Das alles weiß Mangold natürlich, weshalb bei seinem Feuilleton-Beitrag sehr durchsichtig ist, woher der Wind weht und vor allem wohin. Der Beifall des Kapitalismus-affinen schwarzgelben Lagers ist ihm gewiss – auch ein bisschen langweilig oder? – Uwe Blaase


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Bezüglich der Gewalttaten im Rahmen der Demonstrationen zum G 20 Gipfel, beschäftigen mich 2 Fragen, welche nicht gestellt wurden.

Hat ein Bürger der Bundesrepublik Deutschland, welcher sich mit einer solchen Gewalt , gegen den Staat stellt, nicht jedes Recht verloren? Mir gehen zwei Gedanken durch den Kopf. Wenn jemand sich auf diese Art und Weise gegen den Staat stellt, hat er jegliches Recht auf finanzielle Unterstützung durch den Staat verwirkt. Arbeitslosengeld , Hartz 4 , und Rentenversicherung sollten für einen längeren Zeitraum ausgesetzt werden.

Darüber hinaus sollte man den Gesamtschaden, durch die Anzahl der Überführten und Verurteilten teilen, und zurückerstatten lassen.

Die zweite Frage ist etwas schwierig, da ich die Gesetzeslage in dem Bereich nicht genau verstehe. Aber ich bin davon überzeugt, das sich diese Frage sehr viele Menschen in Deutschland stellen. Wenn ein Polizist mit Stahlgeschossen aus einer professionellen Zwille, für mich eine Waffe, beschossen wird, warum schisst er nicht zurück?

Es wurden Grenzen der Gewalt überschritten und die Bundesrepublik Deutschland muss reagieren. Mit härteren Strafen oder den Polizisten mehr Rechte geben.

Es ist ein Wunder das in Hamburg niemand ums Leben gekommen ist. Muss es erst wieder soweit kommen, bevor die Politik reagiert ? Ich hoffe nicht. – Michael Gerstendorf


Leserbrief zu „Ein breites Feld“ von Carolin Würfel und Heike Faller im ZEIT Magazin

Endlich nimmt sich auch das Zeit-Magazin dieses zukunftsweisenden Themas an. Eine Aussage, die sich auf den zweiten Blick, als gar nicht so ironisch erweist.

Angefangen von der, in Mittelstandtoiletten zu 100%, vertretenen Aufforderung im Sitzen zu pinkeln, über das unsägliche Penetrationsbashing des ausgehenden letzten Jahrtausends, mit dem sich eine ganze Männergeneration auseinandersetzen musste, sind wir also nun beim manspreading gelandet. Geht´s noch!

Ganz abgesehen davon, dass Frauen in der U-Bahn mit ihren „Handtaschen“ und mit lässig übereinander geschlagenen Beinen (gegenüber) auch sehr raumgreifend unterwegs sind, wird man bei Bedarf in der Regel Platz machen.

Interessant zu lesen, dass oft Feministinnen und Genderexpert*innen hinter den Forderungen nach Benimmtafeln stehen. Würde mich wundern, wenn diese Personen sich scheuten, Platz zu nehmen.

Dem, nicht selten öffentlich geförderten, Männerhass, ist nichts zu blöde oder banal.

Was lassen sich die Männer denn noch alles gefallen. Aus der dümmlichen Mutti in der Werbung, ist heute der tollpatschige Mann geworden. Und wir Männer lachen mit. Unbeholfene Komplimente darf sich noch ein Georg Clooney oder sonst ein Sahnetörtchen erlauben. Jeder andere muss um seine Kariere fürchten.

Männliche Instinkthandlungen werden diskreditiert und noch schlimmer, der Lächerlichkeit preisgegeben.

Der alte, weiße Mann ist zum Übel schlechthin geworden. Wer mal darüber nachdenkt, welche Eigenschaften in unserer kulturellen Entwicklung der letzten Jahrzehnte in „Ungnade gefallen“ sind, dem wird schnell klar, dass nahezu alle männlich konnotiert sind. Dies war zum Teil notwendig, aber es wird Zeit das Geschlechter- Gerechtigkeits- Pendel abzubremsen.

Ich bin sicher, Frau Faller trifft mit ihren Schlussgedanken den Nagel auf den Kopf. Es sind die Abgehängten, die Trump oder AfD wählen, aber es sind nicht die finanziell, sondern die kulturell abgehängten. – Michael Breining


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Wie es der Artikel von Mariam Lau ‚Moralische Panik‘ auf der Seite 1 der ZEIT geschafft hat, ist mir ein Rätsel. Es ist abenteuerlich, den Deal zwischen den USA und Kuba als Blaupause für ein Abkommen Europas mit Nigeria zu empfehlen. Kuba: ca. 11,5 Mio Einwohner (Tendenz abnehmend), 65% Weiße / 18% Mestizen, hochentwickeltes Bildungssystem

Nigeria: ca. 200 Mio Einwohner (Tendenz Verdoppelung bis 2050), 100% Schwarze, Alphabetisierung 60% Dazu noch der verunglückte Vergleich mit dem Türkeiabkommen: bekanntlich wollen die Migranten nicht nach Griechenland, sondern nach Nordeuropa, und dieser Weg ist durch die Schließung der Balkanroute versperrt. – Renate Ehrich


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Die G20-Bilanz verdichtet sich bei mir auf wenige Sätze und Fragen: trotz aktuell dürftiger Ausbeute sind solche Gipfeltreffen wichtig, auch – weltweiter Beachtung wegen. Der Aufwand ist hingegen in nicht vertretbare galaktische Dimensionen gestiegen – ein weiterer Aspekt, Protestwillen zu aktivieren.

Das Sicherheitskonzept der Hamburger Veranstaltung zwingt sicherlich Fragen zu stellen: Haben Verfassungsschützer versagt – über zu kriminellem „Protest“ bereite Bürger keine alarmierenden Signale erhalten. Die eklatanteste Auswirkung ist im Hinblick auf bevorstehende Wahlen darin zu sehen, dass Bilder einer staatsfraulich charmanten Kanzlerin, wenngleich keine glanzvollen Erfolge einfahrend, vorrangig sie stärken,… negative Schlagzeilen dagegen die SPD schwächen – auch weil Hamburgs Erster Bürgermeister in medialer Auswertung erlebter Randale nicht cleverargumentierte.

Drastisch ausgedrückt hieß das Ergebnis der Sache: Den vormaligen Koalitionspartner lässt Frau M. freudvoll ins Messer laufen, obwohl sie es war, die den Gipfel in die Hansestadt brachte.-  klaus heyde


Leserbrief zu „Der Mob“ von S. Kempkens

Der Mob, die Kriminellen, die Stadtviertel von Hamburg ruiniert haben, scheinen in der Tat besonders stark gewüstet zu haben. Das haben auch andere bemerkt. Ich will mich über diese Menschen nicht weiter auslassen. Es sind alle ein Produkt der Politik und der Intellektuellen.

Selbst bei einem solch massiven Versagen der Politik scheint es keinerlei Konsequenzen für die Verantwortlichen zu geben. Wir selbst lassen es ständig zu, daß die fehlgeleiteten Menschen an Größe zunehmen.

Der Anfang dieser Zerstörung der guten Sitten hat bereits in den 68er Jahren begonnen. Wer das als einzig vernünftiges Zusammenleben für Frieden und Wohlstand ansieht, kann nicht richtig im Kopf sein. Es wird eines Tages heißen: Der Friede ist zwar bewahrt worden, aber nur, weil die Menschen in ihren Ländern sich selbst umgebracht haben oder Sie liessen sich umbringen.  – Gunter Knauer


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

„Versteckte Zustimmung

Trumps Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen ist nicht nur ein „Sieg“ Trumps und seiner amerikanischen Unterstützer, sondern weltweit auch ein „Sieg“ großer Teile der Wirtschaft und der Konsumenten, die beide auf Handlungsebene der Logik des privaten und volkswirtschaftlichen Wirtschaftswachstums folgen.

Im Gegensatz zum energieaufwendigen Wirtschaftswachstum  wären ein nachhaltiges Wachstum in Form von Wissen und Reflektionsfähigkeit, technische Kompetenz in Form von Energiereduzierung, soziales Wachstum in Form von Solidarität und Liebe, ein Wachstum der Mobilität  in Form von Stärkung der Eigenbewegung und der Ersetzung des motorisierten Individualverkehrs durch öffentliche Verkehrsmittel, eine Stärkung der Natur im Erdzeitalter des Anthropozäns  eine reale Option für die Zukunft der Erde und der Menschheit.“ – Dr. Boje Maaßen


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Ein Schelm wer böses dabei denkt, daß so viele Ehemalige von Goldman&Sachs in wichtigen Positionen sitzen (z.B. Herr Draghi).

War und ist doch das Mantra von GS und Anderen: nur Schulden sind gut.

Aber warum?

Wer Schulden macht, begibt sich in Abhängigkeit und ist somit manipulierbar. Die beste Voraussetzung auf Kosten anderer Geld zu „verdienen“. – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Der Mob“ von S. Kempkens

Ich fand es etwas schade, dass Die Zeit die Einsatzberichterstattung ihrer Online-Redaktion nicht ausgewertet hat. Es wurde in dieser deutlich, dass die Polizei eine Entscheidung traf, die Randalierer in ‚ihr eigenes Viertel‘ zu drängen, damit sie dieses verwüsten würden – womit man sich das Problem der Dachschützen selbst einhandelte. Wäre es nicht kriegstaktisch klüger gewesen, die Autonomen von ihrem Rückzugsgebiet abzuschneiden. In Berlin zum 1. Mai kontrolliert die Polizei den Kern von Xberg 36 von Anfang an, und Straßenkämpfer werden nach außen abgedrängt. Leute wie Dudde, die hart durchgreifen wollen, wie Schönbohm einst in Berlin, sind zum Scheitern verurteilt, weil sie eben hauptsächlich staatliche Macht demonstrieren wollen. Dass man nun die Schanze opferte, um zerstreute Sachbeschädigung in bürgerlicheren Vierteln zu verhindern, ist dann vielleicht das Pendant zu dem „Zynismus“ der Autonomen, die den Kampf in die Reichenviertel tragen wollten? – Matthias Meindl


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Warum nicht als Feiertag der Tag der Unterzeichnung der Römischen Verträge? Und warum dagegen der Tag der Erstürmung der Bastille? Ein Pariser Mob stürmte die Bastille, befreite eine Handvoll Gefangener und ermordete die Besatzung, zog anschließend mit deren abgeschlagenen Köpfen triumphierend durch die Stadt. Dies als europäischer Festtag? Ich sehe hier keinen Zusammenhang mit der Erklärung der Menschenrechte vom 26. September. Warum nicht dieser Tag als Feiertag? Oder gar die erweiterte Erklärung von Olympe de Gouges von 1791? Ich weiß hier leider nicht das genaue Datum, aber vielleicht lässt sich das herausfinden? Aber grundsätzlich bin ich für den Vorschlag von Priya Basil. Für den Europagedanken wäre ein gemeinsamer Feiertag sicher eine gute Sache. – Helga Bertsch-Messerschmied


Leserbrief zu „Mal nicht so entspannt!“ von Luisa Jacobs

Luisa Jacobs meint es sicher gut. Mehr Präzision hätte dem Artikel allerdings gut getan. Die Übertragung von Hepatitis A wird ebenso wenig von Kondomen verhindert wie die von Krätze oder Filzläusen. Das weiß die Autorin vermutlich. Warum belässt sie es nicht bei den anderen, gewiss ernsthaften Infektionen? Die Wahrscheinlichkeit für eine HIV-Infektion ist heute bei heterosexuellen, nicht extrem promiskuitiven Partnern sehr gering. Eine befreundete Ärztin, die eine HIV-Praxis leitet, hat ihrem Sohn nur eine Broschüre als Aufklärung gegeben. Diese Mutter dürfte wohl wissen, was sie tut. Müssen wir also reden? Gewiss. Aber vielleicht sollte das Thema eher die HPV-Schutzimpfung für Jungen sein. – Dr. med Mike Juraschek


Leserbrief zu „Goodbye, Humboldt?“ von Josef Joffe

Josef Joffe führt in seinem Artikel aus, dass Bildung im Gegensatz zu Ausbildung den runderen Menschen hervorbringt. Nur, welche Bildung soll das sein? Wenn, wie Joffe hervorhebt, unter Bildung hauptsächlich universitäre Bildung verstanden wird, frage ich mich, wie Intellektuelle wie J.S.Mill oder M.Montaigne, um nur einige zu nennen, ohne diese Art von Bildung bis heute einen gewissen Einfluss aus das Geistesleben ausüben können.

Mill schreibt z.B. in On Education, dass der Lernende Fächer wie Geschichte sehr gut aus dazu geeigneten Büchern erlernen  kann.Weiter frage ich mich, wenn man in die Leserbriefecke mancher, meistens konservativer Zeitungen, zu Themen wie der Ehe für alle schaut, ob der Unterschied so mancher promovierten oder habilitierten Menschen zum Mob auf der Straße nur in der geschliffeneren Sprache besteht? Wie also ist Bildung überhaupt messbar? Durch einen Abschluss von Uni X ?

Bringt die steigende Studentenzahl überhaupt gebildetere,interessantere, klügere Menschen hervor oder lernen die Studenten nur, um einen Job zu ergattern, der zum jährlich erneuerten Sportwagen und der VIP-Lounge im Stadion nebst Mitgliedschaft im örtlich angesagten Golfclub führt?Werden die Geisteswissenschaften nicht immer mehr in den Universitäten an den Rand gedrängt, verkleinert, geschlossen ? Hannah Arendt sprach von Gräben, die sich auftun, wenn sich Menschen geistig immer weiter von den anderen entfernen. Karriereförderlich ist das auch nicht. Warum also soll sich ein Mensch bilden? Die Freude daran, dass man bestimmte hochgeistige Texte wenigstens im Ansatz durchdringen kann, ist kaum mit jemand anderen zu teilen. Um mit Joffe zu schließen, bin ich dankbar, dass Menschen die Ergebnisse langer Denkarbeit in Bücher einfließen lassen, die ich mir leihen oder kaufen kann. Da ich nicht studiert habe, komme ich so gut wie gar nicht in ein Gespräch mit gebildeten Menschen.

Also bleibt mir nur das Lesen. – Michael Schmitz


Leserbrief zu „Der Präsident diktiert” von Can Dündar

Sehr aufschlussreich, auch dieser Artikel (s.u. meine spontane Reaktion auf das Interview selbst, i.e. mein Leserbrief daraufhin)

Die erdogansche Entgleisung zum „du“ gegenüber Herrn di Lorenzo findet Can Bey offenbar nicht mal sooo erwähnenswert. Schon klar, was sind sprachliche Feinheiten gegenüber inhaltlichen Keulen?

Und trotzdem…. – erna apfelbacher


Leserbrief zu „Das alles tut mir leid“ von Charlotte Parnack und Heinrich Wefing

Nun stellt sich die frage waren die gewalttaetet Ev. Christen oder katolische Fanatiker? oder gar Atheisten die die weltordnung der glaeubigen christlichen ordnung stuerzen wollen.denn muslime koennen es nicht sein die sich mit den radikahlem randalieren der roten flora zusammen geschlossen haben.

Denn im koran steht kein moslem darf einen andeten menschen schaden zu fuegen. – christian knaut


Leserbrief zu „Fühlt sich übel an“ von David Berger

GENAU SO !!!

Ja, es gibt ihn ganz offenbar, den „neuen sekulären Dogmatismus, der im Gewand der Toleranz auftritt, aber nur eine Wahrheit gelten läßt“.

Und er nimmt mir jede Chance, gegen AfD-ler zu argumentieren, die sich genau darüber aufregen und das für den Mainstream halten. Was er meiner Erfahrung nach aber gottseidank nicht ist.

*seufz und doppelseufz*  que faire?

Zumindest in der ZEIT scheinen „ohne ideologische Scheuklappen“ Denkende eine Platform zu finden. *hoff und dreifachhoff*

es ist mir durchaus bewusst, dass ich, wenn ich Schwulen gegenüber zwiegespalten bin, das zu tun hat mit meiner (erzkatholisch-)sexualfeindlichen Erziehung. Weil ich offenbar NICHT GANZ DAS tiefsitzende VORURTEIL ausradieren kann, dass Schwule nur Sex haben um des Sex Willen, ohne „innere Anteilnahme“

ABER spätestens als ich das Wort „Kotstecher“ las (und nachgoogelte, weil ich es, natürlich, nicht kannte) war mir schon klar, dass Leute, die solche Begriffe erfinden, IN JEDEM FALL die größeren Ärsche, sorry, sein müssen. Wirklich: UNGLAUBLICH !!! – Rena Rappel


Leserbrief zu „Achte auf deine Körperhaltung“ von Nina Pauer

Es müßte eher auf den Lebenswandel unserer Gesellschaft heißen. Der Deutsche neigt zum Extremismus. Wenn ich durch die Straßen der Großstätte laufe, dann sehe ich fast nur dickleibige Menschen. Manche sind es übermäßig. Weniger Essen, und das möglichst gesund tun und etwas Bewegung verspricht ein langes Leben in Gesundheit.

Alles andere ist Tinnef. Leistungssport ist ungesund. Das ist wissenschaftlich belegt.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „In der Truzburg“ von Christoph Twickel

Nun all diese berichte um gewalt wo bleiben jene aber tausende die fridlich in hambuge ihr recht verteidigt haben ihre meinug fridlich kund zu tun.

Nun hat sich die rohte flohra zur schaltzentrale der gewalt des hasses mal wieder entpupt. das hat nix mit meinungfreiheit und erst recht nix mit dem christlichen glauben in deutschlab zu tun. denn gewalt wird auch bei den ev. lutherischen christen denen ich seit meiner geb. 1956 ANGEHÖRE. UND AUCH NIX MIT DEM KATOLISCHEN GLAUBEN zuTUN.

WO BLEIBEN DIE 2GOSSEN WELT RELIGION, DIE SICH VON IHREN GEWALTTÄTER DISTANZEN.

Auch wenn sich die gewaltarter nicht aufs Christentum berufen. glaeubige aller religioen distanziert euch gegen gewalt. Denn es gibt sie auch bei den christen die gewalt in der kirche predigen die gewalt in der familie dulden und foerdern. Es gibt auch die frauen die gewalt foerdrrn und dulden in den frauen haesern und behoerden schulen und kindergaerten. Denn ohne dises netzwerk der stillen Hilfe des immer noch ns Sympathisanten in behoerden polizei gerichte. Koennten sich rechts radikale gewalttaeter nicht staendig aus der schlinge des staates erfolgreich ihrer Verantwortung entziehen. Die schlaegertrups der rechtsradikalen und auch links werden aus der wirtschaft und der bevoeölkerrung gespeisst der deutschen.

Zeig euch ihr demokraten zeigt flage zeigt euren demokratischen ungehorsam. Zeigt eure fridlichen staerken  – christian knaut


Leserbrief zu „Über Distanzierungen und Gemeinsamkeiten“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Danke, Herr Martenstein, für diese Kolumne. Besonders für den 5. Abschnitt, in dem Sie dafür plädieren, nicht „Islamkritiker und Moslemhasser“ „in einen Topf zu werfen“. Schließlich gebe es viele Muslime, die Islamkritiker sind.

Mir fällt eine ebenso falsche und dumme Gleichsetzung ein, die anscheinend überall salonfähig ist und viele Anhänger in Politik und Gesellschaft hat, nämlich die Gleichsetzung von Israelkritik und Antisemitismus. Dabei gibt es genügend Juden (z. B. „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Israel und Palästina“) oder Friedensgruppen in Israel, die heftige und berechtigte Kritik an der Politik Israels, vor allem an der Besatzungspolitik, üben und deshalb als „Israelhasser“ und „Antisemiten“ bezeichnet und dämonisiert werden. Dabei haben sie den Wunsch, die israelische Gesellschaft vor Verrohung zu bewahren und die Werte des jüdischen Glaubens durchzusetzen (vgl. Rolf Verleger: m“Israels Irrweg“).

Lieber Herr Martenstein, schreiben Sie doch einmal eine Kolumne über dieses Thema. Sie werden merken, dass Sie sofort gesellschaftlich geächtet sind, denn hierzulande gibt es eine starke „Israellobby“, die unter allen Umständen und mit großem finanziellen Aufwand verhindern will, dass über die Besatzungsprobleme und die unmenschliche Behandlung der Palästinenser („Ungeziefer, Schlangen, brecht ihnen die Knochen!“) berichtet wird. – Gertrud Reber


Leserbrief zu „Fühlt sich übel an“ von David Berger

Ist gut, wenn Leute wie David Berger zu Wort kommen und sich verteidigen dürfen. Die Hosianna und kreuzige ihn Rufe gibt es seit es die Menschheit gibt. Mögen sich für David Berger das  Hölderlins Zitat „Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch“ bewahrheiten. Es ist sehr unfair, wie man mit ihm in letzter Zeit umgegangen ist. Er schreibt  mit Leidenschaft und Brillanz gegen die Irrtümer seiner Zeit an, und verkündet seine Meinung, die für viele  unbequem ist.   Es gibt kaum eine Sache an der, er  sich nicht seine Finger verbrannt hat. Bei uns gilt für viele Linksextremismus nur als unvermeidlichen Kollateralschaden einer mit linken Bewußsein ausgestatteten Spaßgesellschaft. Die Demokratie ist nie vollkommen und braucht immer der Diskusssion. Was ist dann wenn viele Meinungen ausgegrenzt werden . Wer Meinungen unterdückt beseitigt nicht die Extreme sondern schafft sie erst. Danke das David Berger sprechen konnte.

Es bringt die Ferienzeit mit sich , dass man oft auf Zeitungen stößt, die man vorher nicht kannte oder gelesen hat. wie ich die

philosophia perennis

Die Zeit kenne ich schon lange. Durch die „Zeit“ wurde ich auf meine spätere Arbeitsstelle aufmerksam.

Wer heute eine wirkliche kontroverse Position vertritt wird sogleich Skandalgeschrei zu vernehmen, so hat es einmal Jens Jessen einmal in der „Zeit “ formuliert und Gräfin Dönhoff hat einmal gesagt, Wir müssen wieder lernen , dass abweichende Meinungen nicht unbedingt der Bosheit entspringen,sondern auch nur Argumenten , vielleicht nur einen anderen Lebensgefühl.Eine kämpferische Demokratie darf nicht nur gegen ihre Feinde , sondern muss auch für ihre Freiheit kämpfen. Wenn es bloß darumginge, alle Meinungen auf der Mitte des politischen Zentrums zu begrenzen, was wäre da der Unterschied zur Diktatur.“

Heute hat ein Leser 2 Drittel der „Zeit“ im Lesesaal auf Borkum enwendet.  Es ehrt natürlich  die „Zeit“ dass ihr soviel Interesse entgegengebracht wird. Aber nicht auf dieser Weise. Peter Haertling , dem Jens Jessen den Nachruf widmete , lernte ich einmal auf einer Lesung kennen. Er hatte damals auch für den Schriftstellerverein, einen Aufruf gegen Bernd Engelmann verfasst, als Engelmann sich sehr schäbig gegen Frau Drewitz verhalten hatte. Darüber habe ich auch mit Peter Chotjewitz gesprochen, den ich gut kannte. – Eckhard Krause


Leserbrief zu „Über Distanzierungen und Gemeinsamkeiten“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Wir haben es verstanden. Sie finden Muslime irgendwie doof. Die meisten zumindest. Vielen Dank für diese Meinungsäußerung. Ich kenne auch doofe Muslime.

Wenn ich jedoch donnerstags beim Aufschlagen des Zeitmagazins bei Ihrer Kolumne lande, denke ich jedes Mal, dass ich aus Versehen ein altes Exemplar in der Hand habe. Es befällt mich diese unendliche Müdigkeit.

Mich würde mal eine Kolumne über ein anderes Thema interessieren, das Ihnen so an einem langen Tag durch den Kopf geht oder in den Medien begegnet. Gibt es da denn gar nichts? Falls Ihnen nichts einfällt, hier eine selbstverständlich unverbindliche Liste von möglichen Themen für die verbleibenden 24 Donnerstage des Jahres:

Neues Auto Ihres Nachbarn, Insektensterben, Windenergie, Situation der Presse in Ungarn, Situation der Gerichte in Polen, verschissene Bürgersteige in Großstädten, Vermögensverhältnisse von Macron, Vermögensverhältnisse von Donald Trump, zu verregneter Sommer, zu milder Winter, Fahrradhelme, Produktionsbedingungen in der Textilindustrie, Korruptionsskandale in Brasilien, Diskussionskultur in politischen Talkshows, Blitzermarathon, Comeback der Vinyl-Platte, Comeback der FDP, Geschenke für Leute die schon alles haben, Dieselskandal, Trend zum Schottergarten in Neubaugebieten, Palmöl, vegane Ernährung, Twitternachrichten von Regierungssprechern, neue Haarpflegeprodukte in Ihrer Lieblingsdrogerie.

Na los: Tun Sie mal was Verrücktes! Bringen Sie etwas Farbe in Ihren tristen Alltag! Geben Sie sich einen Ruck und schreiben Sie über etwas anderes! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Der Präsident diktiert” von Can Dündar

Was schreibt den Ihr Autor für einen Nonsens.? Unparteiischen Journalismus in Deutschland. Da lachen selbst die Hühner in Omas Garten. Unabhängige Medien: wo sind die? Welches Land meint Ihr Autor? – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Eine Woche nach seinem Ende beherrscht der G20-Gipfel mit allem Drum und Dran nun schon die Berichterstattung in den Medien. Sogar zu einem Eklat kam es deswegen in der TV-Sendung Maischberger, indem der prominente CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach wegen des unqualifizierten Geschwätzes der Diskussionsteilnehmerin Jutta Ditfurth empört die Runde verließ.  Chefredakteur G. di Lorenzo wagte nun in dem Beitrag „Block und Beton“ etwas zaghaft festzustellen und begründet dies auch, dass es keine Kapitulation vor Gewalttätern sei, wenn nicht eine offene Großstadt wie Hamburg als Tagungsort gewählt würde.

Regelrecht verwegen preschte dagegen sein Kollege, Mitherausgeber J. Joffe, vor, indem er in der gleichen „ZEIT“-Ausgabe („Gipfel des Terrors“) vorschlägt, solche Treffen auf ein Kreuzfahrtschiff zu verlegen.

Solcher Vorschlag, der inzwischen auch von anderen Journalisten geäußert wurde – ich selbst hatte die Idee schon lange bevor sie in den Medien auftauchte, aber leider nicht urheberrechtlich schützen lassen – kann und muß von jedem rational Denkendem nur unterstützt werden. Demonstrationen als „Elixier der Demokratie“ (Joffe) darf angesichts der zu erwarten gewesenen verbrecherisch-terroristischen Aktionen  des „schwarzen Blocks“ kein höherer Wert beigemessen werden als dem unbedingten Schutz der Bürger und ihres Eigentums.

Und was haben die „reinen“ Demonstrationen eigentlich bewirkt? Absolut nichts! Der Gipfel war zwar nicht ganz umsonst (Kontakt Putin-Trump), aber das lange fertige Programm wurde abseits jedes Außeneinflusses routinemäßig abgespult, und nächstes Jahr wird es wieder einen G20-Gipfel geben, aber in der Bundesrepublik Deutschland erst wieder in 20 Jahren.

Die Kosten des Schutzes der Veranstaltung vor den  Terroristen und die der angerichteten materiellen Schäden mögen berechenbar sein, die gesundheitlichen und psychischen Schäden der Opfer bleiben dagegen unentschuldbar! Eventuelle Rücktritte von versagt habenden Politikern würden am angerichteten Dilemma nichts ändern. – Hans Anhoeck


Leserbrief zu „Anti.Autoritär“ von Yascha Mounk

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass die Erziehung zum Gehorsam die Grundlage für den Nationalsozialismus bildete. Ich glaube aber, dass es bei der Betrachtung dieses Phänomens einige blinde Flecken gibt.

Zu erst einmal kann ein Bildungswesen nicht für sich allein autoritär sein. Dazu muss immer auch die elterliche Erziehung autoritär sein – zumindest bei einem Großteil der Bevölkerung. Eine nicht autoritäre Erziehung – die natürlich nicht zwangsläufig antiautoritär sein muss – wird zum Beispiel keine autoritären Lehrer hervorbringen.

Dann glaube ich, dass Erziehung zum Gehorsam und autoritäre Erziehung nicht dasselbe sind. Und da versteckt sich auch die Begründung, warum auch gebildete Menschen sich von Populisten blenden lassen. Wir erziehen unsere Kinder nicht mehr autoritär, jedenfalls die meisten, aber immer noch zum Gehorsam. Weil das viel subtiler ist als „du machst was ich sage, sonst gibt’s Schläge!“.

Kindern wird hier nicht zugestanden, selbst zu wählen, was für sie richtig ist. Selbst ihre Empfindungen werden ihnen oft aberkannt.

Ersteres zeigt sich im Schulsystem, in dem alle dasselbe lernen müssen, ohne Rücksicht auf Stärken, Schwächen und Vorlieben. Dann kommt hinzu, dass die Schüler durch die Notenvergabe abhängig sind vom Wohlwollen des Lehrers.

Zweiteres beginnt schon früh mit Kleinigkeiten: „jetzt wein‘ doch nicht, das hat doch nicht weh getan!“.

Und last but not least: wir haben hier Schulpflicht! Wenn immer in die Schule müssen, gleichgültig welche anderen Lebensthemen gerade anstehen, nichts mit Erziehung zum Gehorsam zu tun hat, weiß ich nicht, was dann.

Aber da dies alles völlig selbstverständlich ist, wird es gar nicht mehr gesehen. Ich meine, da muss man ansetzen, wenn man das wirklich möchte: mündige Bürger.  – Franziska Reichert


Leserbrief zu “Kanzler von Kösching” von Peter Dausend

Zuerst dachte ich mal wieder an die äußerst eifrigen Köschinger Genossen, als ich von dem Besuch des Kanzlerkandidaten in Kösching erfuhr. Doch der wahre Grund seines Besuches könnte doch tiefer liegen.

Noch tiefer, als nur eine Tradition zu wahren.

Vielleicht erhoffte er, hier in Kösching etwas zu lernen:

Als im Frühjahr 2014 die Kommunalwahlen anstanden, regierte in Kösching bereits zwölf Jahre Herr Schöner (CSU). Die SPD-Kandidatin Andrea Ernhofer machte Wahlkampf mit einem vernünftigen Programm, dem plakativen Spruch „Andrea putzt Schöner“, unter anderem auf roten Putzeimern aufgedruckt, und gewann in der Stichwahl deutlich, obwohl sie weder mit ausgeprägtem Charisma, noch mit deutlich erkennbaren Führungsqualitäten punkten konnte.

Wer wird hier die Parallelen leugnen können?

Schulz braucht jetzt nur noch den richtigen Spruch auf das passende Präsent gedruckt, dann kann ihm nichts mehr passieren…

Übrigens gehört meine Wahlheimat Kösching zu den Orten, in denen es sich besonders angenehm lebt. Besuch von Kanzlerkandidaten braucht man dazu gar nicht. – Frauke Heins


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Anders als Sie meine ich, dass der G 20 in einer offenen Großstadt wie Hamburg nicht nur  durchgeführt werden kann, sondern auch richtig angesiedelt ist. Politik betrifft nun einmal  zuerst die Polis und dann erst die Provinz. Warum soll letztere ausbaden, was ersterer nicht  gelingt?

Nach meiner Einschätzung gab es drei Fehlerquellen:

  1. Die grundsätzliche Einstellung zur Größe und zum Risikopotenzial der Veranstaltung: Es war kein Hafengeburtstag und ein struktureller Personenschutz der Delegationen ist kein umfassendes Sicherheitskonzept.
  2. Die Unterbewertung der Veranstaltung führte zu operativen Fahrlässigkeiten, wie z.B. der fehlenden Absicherung von Gerüsten und Baustellen sowie der mangelhaften Absicherung von Wohngebieten.
  3. Die tendenziell negative Einstellung der Sicherheitsbehörden und Teilen der Politik zum Grundrecht der Versammlungs- und Meinungsfreiheit führte zu einem unnötig provozierenden Konfrontationskurs gegenüber auch dem friedlichen Teil der Demonstranten, z.B. in der Frage  der Camps.

Eine offene, liberale, demokratische Stadt hätte aus Anlass einer Veranstaltung mit breit  gefächerter internationaler Beteiligung auch jene aus ebenso breit gefächerten Regionen   willkommen heißen können, die andere als die vom G 20 zu erwartenden politische Signale  fordern.

So hätte  z.B. eine seitens der Stadt organisierte Zeltstadt auf der großen Stadtparkwiese, in  der angereiste Demonstranten kostenlos einen Schlafplatz erhalten, sich allerdings wie in  jedem Hotel hätten anmelden müssen, zugleich ein positives, deeskalierendes Signal  gesendet und eine Möglichkeit geschaffen, allgemeine Voraussetzungen für das Bewahren  der öffentlichen Sicherheit ( zu schaffen. Das wäre mit Sicherheit billiger und Image fördernder  gewesen als die kreativitätsfreie Starrsinnigkeit, die die Behörden, vorweg die Polizeiführung,  im Vorfeld des G 20 an den Tag legte. Aber wie hätten sie auch darauf kommen sollen? Für  die Sicherheit eines gewöhnlichen Hafengeburtstag bedarf es eben auch nur der  Hafengeburtstagsroutine – außer natürlich für den Personenschutz der G 20 Delegationen und ihrer Chefs.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Her Scholz von seinem Amt als Erster Bürgermeister zurücktreten müsse.  – Peter Schmitz


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Für meinen Geschmack verharmlost Herr Mangold mit seiner einfühlsamen und verständnisvollen Argumentation die Terror Tage und Nächte von Hamburg. Auch die journalistische Zuspitzung, es sei „ein bisschen langweilig, dass jetzt alle die Gewalt verurteilen“ scheint mir – selbst in einer linksliberalen Zeitung – mißglückt zu sein. – Dr. Werner Milota


Leserbrief zu „Anti.Autoritär“ von Yascha Mounk

Das ist wirklich eine steile These, die Harvard-Dozent Yascha Mounk vertritt. Sie passt auch prima zum 68’er-Bashing, das aktuell schwer angesagt ist. Allerdings hat die Sache einen gewaltigen

Schönheitsfehler: Sie ist zu theoretisch und argumentiert aus dem Elfenbeinturm heraus. Kaum anzunehmen, dass der Autor seine eigenen Kinder in eine deutsche Schule schickt. Ich begleite als Mentorin SchülerInnen der Mittelstufe und sehe die Ursachen der beklagten Misere

woanders: zu wenig fundiertes Wissen über unsere Demokratie. Lehrer, die auf Filmchen statt auf Unterricht setzen, Arbeitsblätter, die seit zehn Jahren unverändert kopiert werden und Schüler, die das Thema „Parlamentarische Demokratie“ nach der Klassenarbeit ad acta legen.  Ich diagnostiziere „Abfrageritis“ statt „Hinterfrageritis“. Fragen Sie mal Azubis im Handwerk über ihr politisches Wissen. Da tun sich Abgründe auf. Die aktuellen Verwerfungen der politischen Landschaft sind irritierend bis gefährlich. Aber sie haben auch einen positiven Aspekt:

Immer mehr junge Menschen interessieren sich (wieder) für Politik. Und das ist gut so. – Dr. med. Ulrike Blatter


Leserbrief zu „Mild und in Moll“ von Jens Jessen

Nachruf auf Peter Härtling

Ist es eigentlich beim Tod eines Schrifttellers notwendig, ihn nochmals einzuordnen in literaturhistorische Schubladen?  Ihn zu beurteilen, wie ein Schulmeister?

Als Leserin ist mir diese Einordnung nicht wichtig. Ich las die Texte von Peter Härtling, weil sie mich in meiner Seele erreicht haben. Ich verwende bewusst den Begriff „Seele“, weil er in meinem Leben nicht in Misskredit geraten ist. Nicht nur in Herrn Jessens Nachruf wurde die Lyrik  Peter Härtlings  kaum gewürdigt. Sie ist für mich das Wesentliche in seinem Werk .

Mein Nachruf als Leserin enthält die Dankbarkeit für Peter Härtlings genauen und ganz eigenen Umgang mit der Sprache und für seinen Mut, die Schwere des Daseins in allen Lebensphasen zu benennen.  – Anne Grillenberger


Leserbrief zu „Was Terroristen antreibt“ von Stefan Weidner

Mit dem Beitrag erreicht die ZEIT leider einen neuen Tiefpunkt. Denn die Thesen Stefan Weidners liegen irgendwo zwischen absurd und postfaktisch. Absurd ist, dass Weidner seine Häme über den Verweis auf europäische Werte mit Katar begründet. Ja, das Land ist eine Diktatur, es ist religiös intolerant (vgl. http://www.statistiker-blog.de/archives/religiose-toleranz-statistik/5038.html) und beutet trotz seines Wohlstandes die Arbeiter dort aus. Es ist aber weder europäisch noch christlich noch arm. Natürlich kann man die Politik Europas kritisieren, auch hierzulande ist nicht alles perfekt. Aber gerade das Beispiel Katar zeigt, dass es mit Freiheit, Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit in anderen Regionen noch schlechter aussieht.

Europa und seine Werte für die Situation in Katar oder Nordafrika verantwortlich zu machen ist eine absurde Umkehrung der Realität. Zumal Islamismus nicht in erster Linie eine Reaktion auf Armut ist. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass er – wie sein Bruder, der europäische Faschismus – oft aus der Mitte der Gesellschaft kommt. Wenige Länder sind religiös so intolerant wie die Golfstaaten und wenige sind so reich. Was wir an den europäischen Werten – oder besser den Werten der Aufklärung – haben werden viele erst merken, wenn sie verloren sind. Einen Vorgeschmack bietet ein Blick auf die reichen aber dennoch unfreien Länder am Golf – wenn man die Situation dort richtig interpretiert.  – Tilman Weigel


Leserbrief zu „Die Farbe der Macht“ von Mirko Borsche

Tillmann Prüfer schreibt in seiner Stil-Kolumne, rote Schuhe gehörten „zur Standardgarderobe eines Papstes“ und die markante Farbe solle „an das Blut und die Kreuzigung Christi erinnern.“ Als Beleg dient ihm die Praxis Benedikts XVI., der seinerzeit auffällige rote Schuhe trug.

Ob Joseph Ratzinger dabei jene Erinnerung im Sinn hatte? Eine solche Obszönität sollte man ihm nicht unterstellen, denn es war für ihn einfach nur ein ästhetisches Vergnügen. Isso.

Dass man Standards aber auch verändern kann, beweist Papst Franziskus nicht nur mit seinen schwarzen Schuhen. Der Teufel trägt Prada und fährt keinen Lada. Dada. Frohes Schaffen! – Hans Joachim


Leserbrief zu „Deutschlandkarte: Bilder auf Gullydeckeln“ im ZEIT Magazin

Ihre Deutschlandkarte muss neu gezeichnet werden! Sowohl Warnemünde als auch Cuxhaven verfügen über besonders hübsche Kanaldeckel. Beweis liegt bei. Schöne Grüße aus Köln (Wappengeschmückte Gullydeckel) – Petra Trinkaus


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Die Beiträge zu den Hamburger Gewaltereignissen in der ZEIT-Nr. 29 vom 13. 7. 2017 legen eine klare Antwort nahe auf die Leitfrage, wie viel Gewalt in der Linken steckt: Nämlich keine. Herr Joffe bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt: “Wir nennen sie ‘Linksextremisten’, passender wäre ‘Terroristen’ … Die Gewalt ist das Ziel, die Verwüstung das Motiv, die Machtdemonstration der Kick”.

Die wahren Linken werben um Zustimmung zu nachhaltigem Wirtschaften, zu verlässlicher Daseinsvorsorge durch das Gemeinwesen, zu Friedenspolitik und vielem mehr. Die heutige Linke hat den Irrwegen der Vergangenheit abgeschworen, etwa der “Diktatur des Proletariats”, der “Stadtguerilla”-Strategie oder der “Gewalt gegen Sachen”-Symbolik. Der demokratische Sozialismus verlöre seine politische Legitimation, wenn er in massenfeindliches Sektierertum zurückfiele. Selbsternannte Selbstbestimmte (sog. “Autonome”), die voller Selbstverliebtheit Bürgerkrieg spielen, sind asoziale Kriminelle, keine Linken. – Viktor Rintelen


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Bei aller Sympathie für den breitgefächerten Artikel überrascht mich die wie selbstverständlich eingeschobene These: “Verantwortlich für militante Taten sind nur die Täter”. Doch damit nicht genug, mit gnadenloser Überheblichkeit wird noch nachgelegt, “darüber muss nicht diskutiert werden”. – Doch, es muss, sogar dringend.

Leider urteilt der Autor hierbei vorschnell über einen Sachverhalt, der immer noch nicht ausführlich genug behandelt worden ist. Schließlich agieren hier, ähnlich wie beim Thema Volksverhetzung,  neben den anarchischen Praktikern jene, die diese Auswüchse organisieren. Es bleibt zu prüfen, ob nicht bereits das Verhalten des Veranstalters von “Welcome to Hell” vor und während der Demonstrationen den Straftatbestand des Landfriedensbruchs (§ 125 StGB) bzw. des besonders schweren Falles des Landfriedensbruchs (§ 125 a StGB) erfüllt. Hier heißt es, dass bereits, wer auf die Menschenmenge einwirkt, um ihre Bereitschaft zu solchen Handlungen (Plünderung, Gefahr von Tod und schwerer Gesundheitsschädigung für andere) zu fördern, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden kann.

Somit stellt sich die Frage, warum die Justiz nicht bereits im Vorwege, also nach der schwammigen, aber für die Empfänger der Botschaft unmissverständlichen Ankündigung potenzieller Straftaten durch den Veranstalter, spätestens aber zu Beginn der Demonstrationen, konsequent auf die nunmehr schlüssige Bereitschaft zur Ausübung und im Ansatz begangener Straftaten aus dem Kreis der gewaltbekannten Täter (Schwarzer Block) konsequenter reagiert hat. Wofür sonst haben wir die Gesetze?

Man darf gespannt sein, wie sich die Politik, stets geübt in sophistischem Wortgedrechsel und unterstützt von einem geneigten Justizapparat, auch zukünftig aus der Verantwortung stiehlt. –Ulrich Strohauer


Leserbrief zu „Kann die SPD das noch drehen?“ von Matthias Krupa

Martin Schulz, die Zweite.

Der erste Anlauf des großen SPD-Programmatikaufschlags ist kläglich gescheitert, die Partei dümpelt weiter 20% hinter der Union. Jetzt versucht Schulz also erneut einen Befreiungsschlag, aber leider ist eigentlich nichts Neues von ihm zu hören. Das Chancengeldkonto für jeden, der ins Berufsleben einsteigt: Gefüllt mit 20 000 Euro hört sich ja auf den ersten Blick spannend an, ist aber völlig untauglich in der Praxis. Erstens wäre eine enorme Bürokratie nötig. Zweitens würden auch Menschen viel Geld erhalten die es gar nicht benötigen. Drittens ist dem Betrug Tür und Tor geöffnet, wenn man dieses Geld auch für „ehrenamtliches Engagement“ verwenden kann, so wird eine neue „Ehrenamtsindustrie“ entstehen, die nur auf dieses Geld spekuliert. Viertens wird es den Steuerzahler Milliarden kosten.

Schulz fordert ferner eine „Investitionspflicht“ für den Staat. Ich glaube, Herr Schulz muss sich keine Sorgen machen, dass der Staat sein Geld nicht ausgibt, woher sonst kommen denn die Milliarden Schulden, die der Staat angehäuft hat? Frau Merkel hat richtig reagiert, indem sie sagt, der Staat muss schneller investieren und Bürokratie abbauen. Das ist in der Tat der richtige Weg.

Bei einem Vorschlag von Herrn Schulz muss ich ihm aber Recht geben. Er fordert, dass EU-Länder, die unsolidarisch bei gemeinsamen europäischen Aufgaben wie der Bewältigung der Flüchtlingsaufnahme sind, EU Gelder gestrichen werden können. Dies ist richtig, es kann nicht sein, dass einzelne Länder nur Rosinenpickerei betreiben und die Lasten anderen aufladen. Hier muss die EU in der Lage sein, auch harte Mittel wie das Einfrieren von Regionalisierungsgeldern oder von Zuschüssen für die Landwirtschaft durchzusetzen. – Marco Altinger


Leserbrief zu „Heiter bis glücklich“ von Claire Beermann im ZEIT Magazin

Heiter bis glücklich stimmt mich das Bild in meinem Kopf, von Kindern bei der Einschulung mit dieser Eis-Schultüte in der Hand; davon träumend, was die nächsten Tage / Jahre wohl so bringen wird und ob sie wirklich mal in echt so ein großes Eis essen werden. – Steffi


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Überspitzt gesagt feiern Sie in Ihrem Artikel den Kapitalismus für die Gleichstellung der Frau, sehen aber keinen Zusammenhang zwischen dem Kapitalismus und einer Sinnleere, wie sie mit der Verwandlung von wirklich ALLEM in Waren einhergeht? Zunächst ist natürlich jeder Mensch für seine eigene Sinngebung selbst verantwortlich.

Insgesamt würde ich die Schwerpunkte jedoch genau anders setzen. Demokratie und das Engagement Vieler haben den Weg zur Gleichstellung der Frau geebnet, und Demokratie ist auch mit anderen Wirtschaftssystemen denkbar, wenn auch aktuell nur in der Theorie, nicht in der Praxis. Außerdem erinnere man sich, dass die Frauen in der nicht kapitalistischen DDR ein wenig emanzipierter waren als ihre westlichen Schwestern. Und der verschärfte Materialismus, gegen den zurzeit kein Kraut gewachsen ist, geht sehr wohl Hand in Hand mit mit dem ach so alternativlosen Kapitalismus. – angela paap


Leserbrief zu „Das alles tut mir leid“ von Charlotte Parnack und Heinrich Wefing

Ich bin gebürtiger Hamburger, lebe aber schon seit über 30 Jahren in Mailand/Italien. Natürlich fühle ich mich trotzdem meiner geliebten Vaterstadt nach wie vor sehr verbunden und habe mit einigem Entsetzen regen Anteil genommen an den furchterregenden Ausschreitungen des Mobs und des Schwarzen Blocks während des G20 Gipfels in Hamburg.

Schon im Vorfeld fragte ich mich, ob und wie es der Stadt Hamburg wohl gelingen könnte, die üblichen gewalttätigen Ausschreitungen zu verhindern, die seit Jahren jede große politische Veranstaltung dieser Dimension in Europa begleitet.

Deshalb war ich sehr beruhigt in der Presse Ihre Versicherungen zu lesen, daß

  • die Hamburger sich keine Sorgen machen müßten
  • ihre Sicherheit sei garantiert
  • die Polizei sei gut vorbereitet und werde mit 20.000 Kräften für einen geregelten Ablauf des Gipfels sorgen
  • Gewalttaten und unfriedliche Kundgebungsverläufe würden von vornherein unterbunden werden
  • Es werde viele Leute geben, die sich am 9. Juli wundern würden, daß der Gipfel schon vorbei sei

Mit anderen Worten, Sie verbreiteten in vielen Veranstaltungen und Interviews die zweifelsfreie Zuversicht, dass der G20 Gipfel in Hamburg ohne Gewalttaten einen friedlichen Verlauf nehmen werde.

Leider haben die Ereignisse in der vergangenen Woche dann jedoch in dramatischer Weise erwiesen, daß Ihre Zuversicht und Ihr Sicherheitsversprechen naiv und voreilig waren.

Ich habe im Fernsehen und in Pressedokumentationen mit großer Bestürzung regen Anteil an den erschreckenden Ereignissen genommen und fühte mich erinnert an ähnliche Gewalttaten, die in den Vorjahren bei vielen anderen politischen Events in Europa an der Tagesordnung waren.

Deshalb wunderte ich mich auch, daß Sie in den darauffolgenden Tagen immer wieder folgende Statements zur Verteidigung ihrer Sicherheitsversprechen im Vorfeld des Gipfels machten:

  • Ausschreitungen dieses Ausmasses seien nicht vorhersehbar gewesen
  • man habe nicht mit einem guerillaartigen Vorgehen radikaler und marodierender Straftäter gerechnet
  • Das für den Gipfel vorbereitete Sicherheitskonzept sei auf eine asymetrische Krawallführung nicht eingestellt gewesen
  • Eine derart exzessive zerstörerische Gewalt habe es in diesem Ausmaß in Hamburg und in anderen deutschen Städten noch nicht gegeben

Die Logik dieser Verteidigungslinie, sehr geehrter Herr Bürgermeister, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es handelte sich ja bei dem G20 Gipfel in Hamburg nicht um eine provinzielle rein deutsche oder hamburgische Veranstaltung, sondern um einen hochpolitischen internationalen Event. Mir bleibt völlig schleierhaft, warum sich Ihr Sicherheitsteam während der 18 – monatigen Vorbereitungszeit nicht mit den Risiken und Ausschreitungen bei ähnlichen Veranstaltungen im europäischen Ausland vertraut gemacht hat.

Diese sind ja weithin dokumentiert und einsehbar und stellen eine Blaupause für die brutalen Ereignisse dar, die Hamburg in der letzten Woche erleiden mußte. Ich nehme an, daß Sie das Ihnen vorgestellte und von Ihnen genehmigte Sicherheitskonzept hinterfragt und abgelehnt hätten, wenn Sie und Ihr Sicherheitsteam sich während der Vorbereitung mit den denkwürdigen Ereignissen bei internationalen politischen Events  in anderen europäischen Städten vertraut gemacht hätten.

Hierzu hätte bereits ein Blick auf die zahlreichen Dokumentationen in youtube ausgereicht – und natürlich hätte ich erwartet, daß die zuständigen deutschen Behörden und Ihr Sicheheitsstab diese bedrohlichen Ereignisse als eine   sehr naheliegende Warnung für den Ablauf des G20 Gipfels in Hamburg in ihr Sicherheitskonzept eingebaut hätten.  Ich selbst habe vor 2 Jahren erlebt, wie dieselben marodierenden Banden während der Eröffnung der Expo 2015 Teile der Innenstadt Mailands  in Brand gesetzt und zerstört haben.

Das Muster dieser Ereignisse war identisch wie jetzt in Hamburg – der Black Block marodierte mit  extremer Gewalt und derselben Guerilla Taktik wie in Hamburg – dazu gehörte die sogenannte asymetrische Krawallstrategie ebenso wie das  Ablegen der schwarzen Vermummung beim Wechsel in andere Locations in der Stadt.  Ich erlaube mir, Ihnen zur Ansicht einige Video – Links zuzusenden, die beispielhaft belegen, daß die Abläufe in Hamburg keine nicht planbare Überraschung darstellten sondern bei einem Blick über die Grenzen durchaus vorhersehbar waren.

Dem Beobachter der Lage stellt sich da natürlich die Frage nach der Professionalität der Sicherheitsvorbereitungen Ihres Stabs in Hamburg und nach Ihrer  eigenen  Glaubwürdigkeit   Ich erlaube mir, eine Kopie dieser mail auch an das Magazin DER SPIEGEL und an DIE ZEIT zu senden. – Detlef H. Schnetzer


Leserbrief zu „Eine Dreckschleuder sieht Grün“ von Isabell Beer

Wenn ich solche Berichte lese, verliere ich zunehmend das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit unseres Staates. Die Durchsetzung von Regeln und Gesetzen scheint nur noch bei Normalbürgern (Arbeitnehmer, Rentner und vielleicht noch kleineren Betrieben) zu funktionieren. Hier ist alles strengstens reglementiert: Steuern, Sozialabgaben, … . Alle anderen können offensichtlich ungestraft machen, was Sie wollen. Betrugsfälle wie hier beschrieben werden kaum verfolgt. Und Konsequenzen braucht niemand zu fürchten.

Reiche und und Konzerne können selber entscheiden, ob, wo und wie viel Steuern sie zahlen wollen.

Autokonzerne können über Jahre (in Europa) ungestraft Abgaswerte manipulieren. Dem deutschen Kunden wird von der Regierung die Möglichkeit von Sammelklagen verwehrt.

Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Es ist deprimierend. – Rainer Funke


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Der Autor hat das eigentliche Problem zwar unterhalb der Überschrift genannt, aber seine Meinung dann nicht klar begründet. Deshalb muss ihm widersprochen werden. Wenn  in demokratischen Rechtsstaaten zukünftig keine solchen Gipfeltreffen mehr stattfinden könnten, hat die  Internationale der militanten Kämpfer gegen den globalen Kapitalismus einen Sieg errungen. Das hätte fatale Folgen. Viele junge Menschen könnten sich nach diesem Erfolg den überall in Europa agierenden gewalttätigen Gruppen anschließen. Man sollte nicht vergessen, dass nach dem Sieg der Terrormilizen des islamischen Staates sich Tausende junger Moslems nach Syrien und dem Irak aufmachten und durch ihren Einsatz dem Terrorregime  Dauer und eine religiöse Scheinlegitimation verliehen. – Armin Steinmüller


Leserbrief zum Titelthema „Die Anbetung des Körpers“

Warum wird unten in der Sektion Z das männliche Geschlechtsteil in seiner eigentlichen Form als Penis dargestellt, das weibliche jedoch nicht? Die Vagina erscheint als schwarze Fläche, warum? Sie verdient genauso eine Darstellung wie der Penis. Ich halte es für enorm wichtig, dass beide Geschlechtsteile gleichwertig dargestellt werden. Dies ist viel zu oft nicht der Fall. In Schulbüchern zum Beispiel sind Vaginas oft nur ein Strich.

Als Konsequenz wissen Mädchen wie auch Jungen zu wenig über das weibliche Geschlechtsorgan, empfinden Scham und werten es gegenüber dem männlichen ab. Ich wünsche mir mehr Wertschätzung gegenüber diesem wichtigen Organ und Mut zur Darstellung. Mädchen und Frauen sollten stolz sein. Warum haben Sie diese Darstellungsform gewählt? – Hannah Hübner


Leserbrief zu „Nichts für arme Leute“ von Jan-Martin Wiarda

Auf den Kopf gestellt

Forscher vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) behaupten, Privatschulen unterlaufen das Sonderungsverbot – mit Duldung der Länder. Dass ihre Folgerungen in der Skandalisierung von Privatschulen als „Reichenschulen“ münden, verwundert nicht, denn sie stellen die falsche Frage und verwechseln Ursachen und Effekte. Wer sich mit dem Sonderungsverbot beschäftigt, sollte wissen, dass die Bundesländer eine grundgesetzliche Institutsgarantie der Privatschulen, also eine staatliche Finanzierungspflicht zu erfüllen haben. Doch die von der öffentlichen Hand gezahlte Finanzhilfe ist vielfach so gering, dass sie die tatsächlichen Schulbetriebskosten deutlich unterschreitet. An fast allen Privatschulformen liegen die von Privathaushalten durch Schulgeld zu kompensierenden Finanzierungslücken über der verfassungsrechtlichen Sonderungsschwelle. In Berlin decken die vom Senat an die Privatschulen überwiesenen Beträge je nach Schulform nur etwa 50 Prozent bis 60 Prozent der tatsächlichen schulbetrieblichen Vollkosten. Das ist der eigentliche Skandal. Und dass Privathaushalte diese Lücke kompensieren (müssen oder können), freut und entlastet den Staat, der somit auch den Preis sozialer Kohäsion bestimmt. – Helmut E. Klein


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Ist es nicht eigenartig, daß unsere uniformierten Staatsbürger den Staatsgästen den Rücken zuwenden müssen, um dabei ihre Waffen und Schilde gegen die eigene Bevölkerung zu richten. Gegen jene, die (egal welcher Couleur) im September eine hohe Wahlbeteiligung sichern sollen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind unter den Schutzleuten Sympathisanten derer, die sie qua Amt zurückweisen. Entsetzen, Bestürzung, Bedauern über Ereignisse sind längst vor deren Eintreten formuliert und bei den jeweiligen Sprechern hinterlegt. Also, die Gewaltereignisse sind kalkulierter, realistischer Bestandteil der Planung einer Schau der Eitelkeiten von Ladenden und ihrer Gäste. Diesmal auf Kosten der Hamburger Bevölkerung. Verletzte, brennende Autos, geplünderte Geschäfte sind ebenso vorhersehbar wie von den Betroffenen nicht versicherbar.

Kurz: Warum „G20“ nicht auf Helgoland feiern? Ähnlich einer Epidemie werden die Einwohner evakuiert, für 3-5 Tage in die Sterne-Hotels an der Alster chauffiert, alles inklusive . An der Sicherung des Inselfriedens mit Kriegsschiffen, Flugzeugträgern, U-booten und Hubschraubern dürften Geladene je nach Demonstrationsbedürfnis teilhaben. Für mitreisende Partygäste wird sich bestimmt eine Wiese für ein Kultur-Happening finden.

Sollte der Vorschlag zu martialisch erscheinen, wie wäre es mit einer Insel in der Südsee. Als Friedensgeste könnte sie von den Verursachern zunächst dekontaminiert werden und anschließend als Kulturerbe fungieren.

Für diesmal ist es zu spät, aber es gibt immer ein nächstes Mal. – Wolfgang J.Reitinger


Leserbrief zu „Anti.Autoritär“ von Yascha Mounk

Wenn es erforderlich wird muß man auch Klartext sprechen können. Die Ideologie ist vorwiegend was für  Wissenschaftler oder Intellektuelle. Untauglich für den Gebrauch.

Ich bin nach der Lesart nicht wissenschaftlich gebildet. Meine Universität ist mein Zuhause und meine Erfahrungen durch die vielen Reisen. Ähnlich wie bei den Humboldts.

Wer an der Universität Harvard lehrt muß was auf den Kasten haben. Aber nur in der Theorie. Wenn ich meine Söhne so erzogen hätte, wären sie heute nicht so erfolgreich durchs Leben gegangen. Eine Lehranstalt ohne Autorität kann nicht vernünftig geführt werden. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Als Querdenker, der viel und gerne mit seiner linken Tochter debattiert, möchte ich Ihnen gern folgende Überlegung zu den verschiedenen G20-Krawall-Artikeln mitteilen:

Nach meiner meiner Einschätzung ist der Kapitalismus kein System, sondern nur die Summe über die Gier in uns allen.  Wenn also ein linksautonomer Steinewerfer einen Supermarkt plündert, dann ist das ein Akt kapitalistischer Gewinnmaximierung. Er nimmt sich soviel wie möglich und versucht dafür so wenig wie möglich herzugeben.  Klassischer Kapitalismus.  Wenn ein anderer Linksautonomer dem Ladenbesitzer hilft, den Laden zu beschützen, dann ist das ein kommunistischer Akt. Denn er verlangt ja vom Ladenbesitzer keine Gegenleistung dafür.  Natürlich schrecken uns die Konsequenzen, die von den Handlungen der Staatenlenker hervorgerufen werden, gerne ab. Aber was hat das mit Kapitalismus zu tun?

Ist der einflussreiche Xi Jinping nicht der Vorsitzende einer kommunistischen Partei? Und ist Herr Erdogan jetzt wirklich ein Kapitalist? Gibt es irgendwo ein Land, in dem es keinen Kapitalismus gibt? Und sei es nur ein Schwarzmarkt? Oder gibt es ein Land, in dem es keine kommunistisch-sozialistischen Handlungen gibt? In den USA, dem Lieblingsfeind vieler Kapitalismuskritiker, gibt es z.B. ganz viel ehrenamtliches Engagement und sehr viel Hilfsbereitschaft untereinander, ohne das Gegenleistungen eingefordert werden.

Nein, für mich gibt es immer überall einen schwarzen Block, der es einfach ablehnt, dass jemand über ihn bestimmt, und der meint, das Recht zu haben, sich einfach das nehmen zu können, was ihm grad gefällt. Das ist aber keine Kapitalismuskritik, sondern einfach nur Selbstgefälligkeit.  – Ralf Seyfried  

Leserbrief zu „Liebe Grüße“ von Antje Von Stemm

Schöne Ideen gibt`s da zum Thema „endlich mal wieder was Handschriftliches“! Hier trotzdem eine elektronische Rück-Post. Die Beiträge und Ideen haben mir wie gesagt gut gefallen, nur die Luftballongrüße gehen natürlich gar nicht. Was passiert denn mit den (geschätzt 95%) Luftballons, die nicht gefunden werden? Die bleiben in Bäumen hängen, liegen auf Wiesen und Feldern rum, fallen in Flüsse und Seen. Und was passiert dort mit den Plastikfetzen? Bestenfalls rotten sie vor sich hin, wofür sie viele Jahre brauchen. Ist ja Plastikmüll. Sie können aber auch vielen Tieren zum Verhängnis werden. Wildtiere und Vögel, die sie zu schlucken versuchen, die sich in den Fetzen verheddern, sterben langsam und qualvoll. Die Tiere ersticken oder verdursten und verhungern. Diese geplatzten Luftballons sind doch nichts anderes als all der andere Plastikmüll, der auch die unsäglichen riesigen Müllinseln in den Ozeanen bildet und dort die Natur bedroht.

Ich und bestimmt viele andere Naturschützer wären Ihnen dankbar, wenn Sie dahingehend Aufklärungsarbeit leisten könnten. – Charlotte Schaffarz


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag? Die Antwort ist zunächst ernüchternd: Weil Europa keine Nation ist! Europa ist im besten Fall eine Union mehrerer Nationen, allerdings eine Union, beruhend auf gemeinsamen kulturellen Werten, die einen so hohen Wert haben, dass allein schon diese Werte einen gemeinsamen Feiertag rechtfertigen. Leider werden diese Werte aber nur selten klar formuliert.

Man könnte dadurch fast meinen, Europa wäre nur eine Wirtschaftsunion. Es ist daher auch kein Wunder, dass das europäische Solidaritätsgefühl derzeit noch auf schwachen Füßen steht. Aber Benedikt Erenz hat in seinem Artikel einen wertvollen Hinweis gegeben, einen Hinweis auf wichtige Daten der europäischen Geschichte. Allerdings würde ich statt des 14. Juli eher dafür plädieren, den 26. August zum europäischen Nationalfeiertag zu machen.

Denn es war der 26. 08. 1789, als erstmals in Europa von der französischen Nationalversammlung die Menschenrechte verkündet wurden. Es wäre sowieso höchste Zeit, diesen Tag endlich mehr zu würdigen und immer wieder an diese Erklärung zu erinnern, in der in einer genial einfachen, populären, emotionalen und doch auch rationalen Form einige der wichtigsten Grundsätze der europäischen Werte, der Aufklärung und des Humanismus formuliert wurden. Umso mehr, da schon in der Einleitung dieser Erklärung darauf hingewiesen wird, dass man diese Prinzipien nie vergessen möge, weil, wie es dort heißt, eben das Vergessen und die Missachtung der Menschenrechte die entscheidenden Ursachen für alle politischen Missstände seien.

Man kann einwenden, selbst die Französische Revolution habe sich doch schon bald über die Erklärung des 26. August hinweggesetzt. Ja, leider stimmt das und leider hat auch ganz Europa die Menschenrechte immer wieder ignoriert und in zwei Weltkriegen alles andere als Menschenrechte kultiviert. Aber wäre das nicht ein Grund mehr, uns des 26. August immer wieder zu erinnern und diesen Tag endlich gebührend zu feiern, auch deshalb, weil am Ende doch die Menschenrechte siegten und Europa zu einer Einheit fand? Und selbst wenn diese Einheit und mit ihr auch die Menschenrechte heute wieder in Gefahr sind, dann ist das ein Grund mehr, diesen Tag zum europäischen Nationalfeiertag zu machen! – Dr. Rupert Biedrawa


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Mein Kompliment: Ihr Artikel „Es ist doch nur ein Twingo“ ist wirklich gut durchleuchtet. Ich bin so froh, dass Sie sich nicht mit nur einer Perspektive zufrieden gegeben haben. Viele Stimmen kamen zur Sprache. Das nenne ich guten Journalismus!

Ein Artikel, der sich wirklich lohnt zu lesen und der in mir etwas geöffnet hat. MERCI!! – Gabriele Callegari


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Durch die Krawalle bei der G20 wurden Linke bis hin zu den Grünen wieder einmal ins Abseits gestellt. Falls es Krawallanten nicht geben würde, müsste man sie erfinden, um Protestierende zu kriminalisieren. Das Feindbild «Islamisten» wurde nach den G20 durch das alte Feindbild «Linke» ergänzt. Die Fiktion der islamistischen Terrorbedrohung, die Elias Davidsson in seinem Buch Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung dokumentierte, wurde aufgewärmt durch die Bedrohung unserer Demokratie von links. Sofort wurde nach den G20 Krawallen eine noch schärfere Überwachung der linken Szene gefordert. – Heinrich Frei


Antwort auf den Leserbrief von Heinz Krüger über „Ehe für alle“

Wenn Herr Krüger seine offensichtliche Homophobie durch Zitate aus einem „heiligen Buch“, das die Aussagen eines übersinnlichen Wesens wiedergibt, zu rechtfertigen versucht, dann ist das eine Sache. Eine ganz andere aber ist es, dass die ZEIT diesem gefährlichen Unfug auch noch Platz auf ihrer Leserbriefseite einräumt. Mir ist jedenfalls deutlich wohler, wenn unser Parlament seine Beschlüsse nicht unter dem Einfluss des Glaubens an ein abstruses, allmächtiges aber irgendwie seit 2000 Jahren verschwundenen Wesens diskutiert oder gar fällt.  – Priv.-Doz. Dr.-Ing. Dipl.-Inform. Andreas Zabel


Leserbrief zu „Was Terroristen antreibt“ von Stefan Weidner

Stefan Weidner ist nicht der einzige, der es weiss. Wir alle wissen es:

Dass am Ausgangspunkt unserer mäandernden Gewaltmärsche durch die Labyrinthe der Teil- und Detaillösungen EINE Frage beantwortet werden muss, die den Kompass gleichsam ausrichtet: wie wollen wir leben? – Thomas Haase


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Der Artikel suggeriert eine Naturgesetzlichkeit, die keine ist. Dass nämlich das Gegenteil der deutschen Ausgabenzurückhaltung eine enthemmte Verschuldung sei. Die scheinbar einfache Lösung für die lernunwilligen Länder aus dem Süden: Nieder mit den Löhnen! Alle Macht dem Angebot! Wenn in Frankreich oder Athen die Straßen brennen, wundert man sich. Dabei wäre ja genug Geld da. Steueroasen, in denen sich hinterzogenes Geld mit dem aus dem organisierten Verbrechen und dem aus der Terrorfinanzierung mischt, gilt es mit aller Härte trocken zu legen. Der Markt muss gebändigt werden. Wir sollten ihm die Stütze der Demokratie – eine kritische Mittelschicht – nicht durch die Erpressbarkeit Mithilfe prekärer Beschäftigung (moderner Sklaverei) als Opfer darreichen – Johannes Stockerl


Leserbrief zu „Aussortiert bei H&M“ von Kolja Rudzio

Es ist kein Trost für die betroffenen H&M Mitarbeiter, aber es soll noch mehr Unternehmen geben , die mit ähnlichen Verfahren vorgehen.Oft leicht zu erkennen mit dem Test, es wird immer am meisten davon geredet von dem, was nicht vorhanden ist. Wenn  ein Unternehmen übermässig herumprahlt mit Teamgeist,wir sind alle auf Augenhöhe ect.,dann ist Vorsicht geboten. Es bleibt eben dabei,mit minimalen Einsatz ,den höchsten Profit Und das geht nur auf dem Rücken der Mitarbeiter.Weltweit, in diesem Sinne herrscht schon echte Globalisierung. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Der unnütze Vergleich“

Sie reproduzieren den Vergleich (Google Maps) der 150tägigen Haft des Journalisten Deniz Yücel in türkischen Gefängnissen mit der 60maligen Dauer einer Wanderung von Goslar nach Templin. Dieser Vergleich ist nicht nur unnütz, er ist zynisch und menschenverachtend.

Eine Aussage über die Dauer seiner und anderer Häftlinge Haft gehört wöchentlich auf die erste Seite Ihrer wöchentlichen Ausgabe der „Zeit“. Das wäre eine den realen Bedingungen entsprechende redaktionelle Form der Berichterstattung. – W. Sieveking


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Ich musste den Artikel auf der Titelseite von Mariam Lau mehrfach lesen. Ich konnte einfach nicht glauben, dass Sie sogar auf der Titelseite einen solch widersprüchlichen und – sorry – unausgegorenen Artikel veröffentlichen.

Zu Beginn wird die ganze Palette der furchtbaren Aspekte aufgezeigt bis hin zu der neuen, unbelegten Erkenntnis, dass hier die europäische Mafia (was ist das?) ihre Finger im Spiel hat. Dann wird die unfähige Politik abgekanzelt und das Dilemma skizziert um dann darzulegen, wo die einzig denkbare Lösung liegt. Und dann wird es kurios: Nicht durchgeführte Abschiebungen führen zur Enttäuschung? Bei wem? Entwicklungshilfe führt dazu, dass sich noch mehr Menschen – nicht die Ärmsten ! – auf den Weg machen? A ha !? Den Gedanken habe ich noch nicht gedacht, musste Frau Lau vordenken. Dann kommt die Aufklärung, woran Nigeria Interesse hat. Spannend, jetzt wird es interessant. Eine Denkfabrik – das ist ja ihre Aufgabe – hat für uns und für Frau Lau vorgedacht. Wenn wir also 20.000 Nigerianer und Nigerianerinnen absprachegemäß dem Beispiel Kuba / USA folgend aufnehmen, wird alles gut.

Was glaubt Frau Lau wohl, wie das in der Praxis funktioniert? So eine Art Green Card? Kann sie sich annähernd vorstellen, wie in Nigeria darauf ein Run mit Bestechung und Vetternwirtschaft losgeht und davon ausschließlich gut ausgebildete Leute mit Geld und Beziehungen profitieren? Meint sie wirklich, dass Nigeria solche Optionen fair anbietet? Und hat sie bedacht, dass gerade Menschen, die aufgrund ihrer Ausbildung dringend im Land selbst gebraucht werden, nach Europa wollen? Aber nein, es kommen ja Devisen ins Land und das auch noch von 40.000 Illegalen, deren Herkunft schleierhaft bleibt. Afrika ist Paria? Dann das (Tot)Schlagwort postkolonial ! Klar, Europa und der Westen knechten Afrika und lassen es einfach nicht zu, dass dort Überbevölkerung, Bildungsarmut, fehlende Infrastruktur und grassierende Korruption bekämpft wird.

Dass die Gründe in den Ländern selbst liegen können, ist einfach nicht denkbar. Zum Schluss dann der Hammer: der Deal mit der Türkei als Vorbild ! Frau Lau, ich erinnere an ihre Anmerkung zur europäischen Mafia. Was ist denn mit der Ausbeutung der Syrer, Afghanen und anderen durch die türkische Mafia? Oder gibt es die nicht? Ich habe diverse Reportagen gelesen / gesehen, wie diese Leute in allen Formen massiv ausgebeutet werden. Und das muss als Vorbild herhalten? Ja, gut, ist ja nicht die europäische Mafia, dann können wir uns ja wieder schlafen legen.

Im Ernst, ich habe keine Lösung und sicher nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen oder gepachtet. Aber die riesengroße europäische Herausforderung mit Migration, die uns noch Jahre und Jahrzehnte beschäftigen wird, mit „20.000 Nigerianern“ zu lösen, ist bestenfalls furchtbar naiv. Selbst wenn solche Kontingente dann auch für Libyen, den Süd-Sudan, Äthiopien, Elfenbeinküste etc. geschaffen würden, wäre des für den Migrationsdruck aus Afrika nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und eine gemeinsame europäische Politik, die dies überhaupt erst möglich machen könnte, ist in unerreichbarer Ferne, Stichwort Ungarn, Polen.

Also um zum Eingangsstatement zurück zukommen. Liebe ZEIT Redaktion, denkt nach und diskutiert besser noch einmal, bevor ihr solchen – ich wiederhole mich – unausgegorenen Schmarrn auf die Titelseite setzt. – Martin Wischott


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Wie vermutlich die meisten Bürger dieses Landes war ich entsetzt  über die blinde Zerstörungswut Linksradikaler in Hamburg während des G20-Gipfels,worüber in den Medien,wie auch in der ZEIT, berichtet wurde.Besonders geärgert hat mich ,dass die Organisatoren dieser gewaltsamen Demonstrationen danach versucht haben,der Polizei oder ausländischen Extremisten für das entstandene Chaos die Schuld zuzuschieben, obgleich sie doch selbst diese Randalierer aus ganz Europa  eingeladen haben.Ebenso haben Vertreter der LInkspartei in diese Kerbe geschlagen. Wie schäbig und feige! Zuerst schürt man Hass und Hetze, ist dann aber nicht bereit, die Verantwortung für die Zerstörungen und die Gewalttaten zu übernehmen, ganz abgesehen von den politischen Auswirkungen.

Und ich stimme den Ausführungen in der ZEIT völlig zu, wenn Sie auf der Titelseite u.a. schreiben, dass die Ausschreitungen beim G20-Gipfel links-ideologisch munitioniert waren. – Marianne Frank


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Spät kommt er, doch er kommt – Ihr Blick und der manch eines ZEITredakteurs in die Zukunft! Bisher schien er vernebelt durch eine vom Überschwang an Weltoffenheit und Willkommenskultur beschlagene rosarote Brille! Verbal abgestraft wurde ich, als ich vor 2 1/2 Jahren schrieb: wenn wir immer nur Menschen aufnehmen, wird sich in den Fluchtländern überhaupt nichts ändern; was sich allein fundamental verändert, ist Europa, ist Deutschland. Bei „Europa“ habe ich geirrt:  die Mehrzahl der demokratischen europäischen Staaten weigert sich, am deutschen Asylwesen zu genesen!

Primär verantwortlich für das Beilegen der Konflikte und das Schicksal der Menschen in den vorderasiatischen und afrikanischen Staaten sind die Arabische Liga und die OAU! Sie stehlen sich aus ihrer Verantwortung und machen uns Europäer zu Hehlern der von ihren Territorien aus operierenden Schleuserbanden!

Der Vorschlag eines politischen Laien: unsere Weltoffenheit zeigen wir nicht durch fortwährende Aufnahme von Menschen aus den Konfliktregionen unserer Erde, sondern, indem wir den Fluchtländern Hilfe beim Aufbau einer Infrastruktur anbieten und investieren. Die Arbeit soll zu den Menschen kommen und nicht umgekehrt! Als Gegenleistung erwarten wir eine effektive Geburtenkontrolle und die Rücknahme ihrer geflüchteten Bürger. Deutschland, besser ganz Europa, bietet jungen Menschen aus den potentiellen Fluchtländern einen qualifizierten Ausbildungsplatz an, zeitlich begrenzt, mit der Verpflichtung zur Rückkehr in ihre Heimatländer. Dort sollen sie die erworbenen Kenntnisse zu ihrem und ihrer Gesellschaft Nutzen einbringen. Nebenher lernen sie dabei eine europäische Sprache und unsere Lebensart kennen, vielleicht schätzen, und verlassen das Gastland – mit etwas Glück – als Freunde! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Aussortiert bei H&M“ von Kolja Rudzio

Keine Lust mehr auf Buhmänner

Ich oute mich: Ich bin böse, unmoralisch und vielleicht auch ein wenig ansteckend. Ich kaufe regelmäßig bei H&M und Aldi ein und das –Achtung!- sogar ziemlich gern. Aber äußere ich so etwas halbwegs öffentlich, werde ich wie eine Aussätzige behandelt. Dabei ist es nicht so, dass ich mir nicht etwas höher Preisiges leisten könnte- ich WILL es nur einfach nicht. Ich habe eben andere Prioritäten im Leben und finde nicht, dass ich nennenswerte Abstriche an Qualität und Design mache, wenn ich dort kaufe.

Das könnte nun ganz allein meine private Angelegenheit sein, wenn sich nicht in letzter Zeit ein Artikel nach dem anderen über die vermeintlich verheerenden Arbeitsbedingungen dieser Konzerne die Klinke in die Hand geben würden. Das Rad wird dabei nicht neu erfunden. Bangladesch hatten wir schon- und bevor es allzu sommerlich still wird, müssen eben die innerdeutschen Zustände bei H&M herhalten. Dass damit nicht nur permanent die ‚Billig-konzerne‘ diskriminiert werden, sondern auch der Kunde, scheint den Redakteuren nicht weiter von Belang. Die Vorteile von H&M und Co passen eben nicht in den Puls der Zeit.

Missstände aufzuklären ist eine Sache, Einseitigkeit die andere. Kaum einer schreibt über die Arbeitsbedingungen anderer Bekleidungsketten im höheren Preissegment. Dabei unterscheiden die sich oft in keinster Weise von den stets genannten Buhmännern. Ich habe jahrelang für eine Modekette der gehobeneren Klasse gearbeitet.

Was mangelnde ‚Pinkelpausen‘ anbelangt, könnte man sowieso weit ausholen: Gastronomie, Medizinbereich, etc. Aber das muss wohl so. Besuche ich hingegen die hiesige Filiale von H&M finde ich fast immer einige Damen in angeregtem Gespräch vertieft, von mangelnden Pausenmöglichkeiten kann hier nicht die Rede sein.

Und wenn dann noch etwas ganz publikumswirksames her muss, wird tatsächlich zitiert, man müsse auch im Krankenstand noch arbeiten, da man als „Stundenlöhner“ nicht wisse, ob genügend Arbeit nachkomme. Selten so gelacht, wurde doch keine zwei Sätze zuvor noch behauptet, dass sei ja eben das Problem, dass zu wenige Personal für zu viel Arbeit da sei.

Das H&M wohl auch Vorteile habe, kann mir nicht allein aufgefallen sein, die Verkaufszahlen geben mir recht. Nur traut sich das kaum einer mehr zuzugeben, nach dem ‚Shitstorm‘ der letzten Jahre auf den Konzern. Ein Umdenken wird damit offensichtlich nicht erreicht, weder auf Seiten der Anbieter noch der Kunden, da keinerlei Umsatzeinbußen in Sicht sind.

Solange genau die, die am lautesten vegan und nachhaltig schreien, in einem unbeobachteten Moment wieder einmal zu H&M huschen, nur um „mal eben schnell ein paar Basics einzukaufen“, wird der Modemarkt kein anderer werden- warum auch? Nur öffentlich zugeben sollte man es nicht. – Anca Herzog


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Über wen oder was redet Ijoma Mangold? Er spricht auf jeden Fall nicht von Menschen, die in unserem Wirtschaftssystem unverschuldet arbeitslos geworden sind oder von prekären Mehrfachjobs leben und ihren Kindern kaum die materiellen Voraussetzungen einer erfolgversprechenden Bildungsbiografie bieten können. Diese Menschen, die, grob geschätzt, in Hamburg ca. 30% der Bevölkerung ausmachen, waren in den G-20-Tagen wohl kaum auf einer Demo zu sehen, weil sie sich missachtet und abgemeldet fühlen.

Mangold ist belesen, er gibt zunächst den Superkritiker des Kapitalismus, um ihn ein paar Absätze später als die beste Politik- und Wirtschaftsform überhaupt darzustellen. Er tut geradezu so, als habe er ernsthaft reale Probleme der Wirtschaftsform erörtert und im Handstreich widerlegt, um einer nicht genau eingegrenzten Gruppe junger Leute und alter „Linker“ den Vorwurf zu machen, ein übertriebenes Feindbild des Kapitalismus entwickelt zu haben, das den ideologischen Überbau von linker Gewalt darstellt. Er selber kommt selbstredend ohne Ideologie aus. Jedoch nicht diese zahlenmäßig überschaubaren jungen Bürgerleute sind das Problem, die in den G-20-Tagen schwere Verbrechen begangen haben und ansonsten ihre Karrieren weiterbauen werden, weil sie unentdeckt bleiben.

Nicht sie sind das Problem und noch weniger sind es ihre „Antikapitalista“-Rufe auf den besagten Demos. Die sehr vielen hingegen sind das Problem, die keine Stimme haben, in Deutschland und Europa so wenig wie in vielen Regionen der Welt, in denen das Kapital, dieses steuervermeidende scheue Reh, seine Anlagemöglichkeiten sucht, um dann zu verschwinden, wenn es die Regionen ökonomisch, ökologisch und politisch ruiniert hat. – Ernst-Wilhelm Otte


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Grundsätzlich müssen nach meiner festen Überzeugung Begegnungen von Regierungen und Staatenlenkern in großen Städten demokratischer Staaten stattfinden, wie bereits oft geschehen, um zu gewährleisten, dass die Bevölkerung von ihrem Grundrecht der Meinungsfreiheit und der Demonstrationsfreiheit Gebrauch machen kann und Journalisten darüber berichten können (und zwar 5.000 und nicht nur 50 auserwählte!) Auch muss es möglich sein, dass Nichtregierungsorganisationen daran teilhaben und ihre Meinung äußern dürfen.

Sie Berichten vorwiegend über den Krawall und den schwarzen Block ­ über das genutzte Demonstrationsrecht Vieler lese ich bei Ihnen wenig.

Einen kausalen Zusammenhang zwischen dem G20 und den verabscheuungswürdigen unmenschlichen, militanten Krawallen sehe ich nicht. Daher bin ich zum Beispiel auch der Meinung, dass Bundesligaspiele immer mit Zuschauern stattfinden sollten, da ich zwischen Fußball und Krawall auch keinen kausalen Zusammenhang sehe!

Kausale Zusammenhänge, die unser sofortiges Einschreiten fordern sehe ich jedoch zu hunderten. (Bsp. Autofahren und die massive Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung, wenig Mittel für Bildung und das Abhängen großer Gesellschaftsgruppen, Altersarmut, Einsparungen und Gesundheitsvorsorge, das Gleiche gilt für das Fliegen, die Energieversorgung mit Kohle und Kernkraft u.v.m.)

Auch das über ein Jahrzehnt Zurückfahren der Stellen bei der Polizei, deren völlige Überlastung und deren völlig unzureichende Bezahlung wäre bei den Hamburger Krawallen ein kausaler Zusammenhang.

Wer also will mir hier durch die Hintertür einen Zusammenhang einflüstern, der nicht da ist?

Die zu vernehmenden Forderungen, die ein Stück unserer neuen Empörungskultur entspringen und die von manchen Medien unterstützt werden haben einen sehr politischen, einerseits auf die Bundestagswahl bezogenen bis hin zu rechtspopulistischen Hintergrund. Die Forderungen staatliche Konferenzen auf Inseln, Flugzeugträger o.ä. zu verbannen haben m.E. demokratiefeindlichen Charakter und sind nicht gut überlegt.

Ja, G20 höhlt für mich ein zu großes Stück der Kompetenzen der Vollversammlung der Vereinten Nationen aus, dies kritisiere ich scharf.

Die globale Finanzwirtschaft lässt Staaten und ihre demokratischen Entscheidungen schwächer werden und langfristig an Bedeutung verlieren. Auch das ist zutiefst demokratiefeindlich. Aber G20 verbannen?

Über die anonymen Krawaller habe ich selbst noch keine Meinung, kein klares Bild. Ich stelle mir nur die Frage, wer eigentlich auch ein Interesse an dem Krawall haben könnte und an diesem Bild, welches Hamburg und der Bundesrepublik damit international und national abgibt? Da habe ich ein paar noch sehr unreife Ideen. Hinter den Aktivitäten dieser Krawaller stehen keine politischen, menschlichen Aspekte, das ist wie im Fußballstadion, auf der Autobahn oder nachts in der dunklen Straße.

Das Bewerten Olaf Scholz´ Handelns darf die freie Meinungsäußerung natürlich gern, ist aber grundsätzlich falsch, da dies kein Alleingang war.

Ich wünsche mir sehr, dass der zivilisierte Teil unserer Gesellschaft dieses G20 Wochenende in Ruhe, besonnen und unter Berücksichtigung aller Zusammenhänge diskutiert.

Zu unserer etwas degenerierten Kommunikations- und Denkkultur empfehle ich als Lesestoff sehr: Carolin Emcke / Gegen den Hass / ISBN: 978-3-10-397231-3 Roger Willemsen / Wer wir waren/ Zukunftsrede / Herausgegeben von: Insa Wilke/ ISBN: 978-3-10-397285-6 – Michael Reuter


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert“ von GRN.

Eine Revolution bewegte die orthographische Welt, und fast keiner bemerkte es: Die Einführung des großen ẞ , das kleine ß existiert ja schon seit langer Zeit  ( in deutschen Landen vollgemerkt !)

Ich kam von meinen Eltern den Nachnamen „Heß“, und dies steht in der Geburtsurkunde und begleitet mich nun seit 56 Jahren.In nachfolgenden Dokumenten wie Personalausweis, Reisepass oder Führerschein wird immer der Geburtsname verwendet.

Schon beim frühen Schüleraustausch nach Frankreich gab es Sprech- und besonders Schreibprobleme bei franz. Lehrern, Gasteltern und Freunden – denn dieses ß gibt es auf keiner franz. Tastatur. Aber man bewältigte die Hürde mit der Schreibweise „Hess“.

Im späteren Leben, besonders in den USA, gab es schon fragende Blicke bei Einreise oder Flug-Checkin, weil im oberen Teil des Reisepasses Heß stand und sonst immer nur Hess. Nun gut, ich hatte immer meine Erklärung parat.

In Mexiko, bei Eröffnung eines Bankkontos, endete das Verständnis trotz Erklärung in fließendem Spanisch. Bei Bancomer heiße ich seit Jahren Senor „Heb“, denn das fehlende ß wurde durch b ersetzt. Ähnlich erging dokumentarisch es in China oder in Kuba, aber da bin ich ja selten.

Mit der jüngsten Entscheidung, dem kleinen ß einen großen Bruder ẞ offiziell zu geben, gibt etwas Freude. Aber in der Praxis ist es mühsam, den kleinen Bruder einzutippen. Der Hinweis von www. deutsch-online-lernen.com (siehe unten) ist nett gemeint. Aber zum einen hat mein Laptop keinen NUM-Block, und was wäre denn der Ascii-Code für das große ß? –  HANS J. Heß


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Ob die Vorschläge für eine Lösung reichen, kann nur bezweifelt werden. Die meisten der z.Zt. gemachten Vorschläge sind eher „palliativer“ Art. Diese Maßnahmen müssen  zwar auch verfolgt werden, sie sind notwendig, aber nicht hinreichend. Denn vom Nukleus des Problems sind sie sehr weit entfernt.

Und der ist, dass die Menschen sich im wesentlichen wieder selbst helfen können müssen statt sich in Perspektivlosigket zu ergehen, um dann zu fliehen. Jeder von uns würde es nicht anders machen.

Das bedeutet, dass je nach Lage vor Ort Strukturen geschaffen werden müssen, die das Umfeld wieder zu einer zukunftsfähigen Heimat machen. Das ist natürlich ein Riesenprozess, der unendliche Geduld, Mittel und Maßnahmen erfordert. Das ist von „uns Reichen“ als Gesamtheit gefordert. Heimat ist da, wo Zukunft möglich ist.

Entscheidende Fragen des Lebens sind seltener mit Entweder-Oder, sondern meist mit Sowohl-Als auch zu beantworten. – Ernst Hankammer


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Mit großer Genugtuung im Ergebnis wie in der Begründung habe ich Ihren Artikel „Böser, böser deutscher Export“ gelesen, und frage mich, warum noch Niemand oder kaum Jemand sich in der niveauvollen Medienszene klar für die deutsche Finanzpolitik ausgesprochen hat. Man braucht sie ja nicht als Ganzes zu befürworten. Aber solide Finanzen sind nun einmal für ein gestaltendes politisches Handeln unerläßlich: „Ohne Moos nix los“. Die „Manövriermasse“ des Haushalts dürfte ohnehin noch gering genug sein. In den letzten rd. 30 Jahren betrug sie nach meiner Kenntnis nur um die 10%. Alles Andere waren vorgegebene Ausgaben. Ich kann auch nicht erkennen, daß Deutschland sich mit seinem Exportüberschuß den eigenen Wohlstandsast absägt, auf dem das Land derzeit komfortabel sitzt. Denn das Bruttosozialprodukt eines Landes ist ja keine nach oben begrenzte Masse, in der sich lediglich ein Verteilungskampf bewegt und dafür sorgt, daß jedes Mehr des Einen notwendig ein Weniger beim Anderen mit sich bringt. Vielmehr kann der Erfolg des Einen auch einen Vorteil beim Anderen nach sich ziehen, wie die Beispiele der baltischen Staaten und inzwischen anscheinend auch von Portugal und Spanien zeigen.

Die z. T. unsäglichen Angriffe gegen Merkel und Schäuble speziell während der Griechenland-Krise erschienen mir, von Nuancen abgesehen, unverständlich bis unverschämt. Es wurde mit Varoufakis ein neuer Star am Medienhimmel geboren, der nach meinem Eindruck vor allem das Versagen der griechischen Politik und Gesellschaft kaschieren wollte und sollte (keineswegs nur das der Regierung Tzipras, sondern auch jenes zahlreicher Vorgänger-Regierungen), und ich darf für mich in Anspruch nehmen, kein Reiter des hohen Rosses zu sein. Hollande wollte auf ähnlicher Klaviatur spielen, nur eben mit deutlich mehr Piano, glücklicherweise ohne Erfolg. Ich behaupte auch ohne wissenschaftliche Recherche, also als bloßer Politik-Interessierter, daß die meisten finanziellen Probleme in der EU länderindividuell hausgemacht sind, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Gleichwohl gibt es natürlich auch in Deutschland auf einigen Finanzfeldern Nachhholbedarf: Die von Schulz angesprochenen Investitionslücke in der Infrastruktur – nur ist der SPD-Kandidat schon wieder dabei, das Kind mit dem Bade auszuschütten und zu übertreiben, eine große Steuerreform à la Kirchhof mit der Beseitigung nahezu aller Ausnahmen – damit würde vermutlich mehr Sozialpolitik de facto geleistet als mit jeder anderen vorgeschlagenen Sozialreform, um nur zwei Beispiele zu nennen. Bloß scheint das Niemand so recht zu erkennen. Na ja, ein Notgroschen für Steuerberater wäre dann auch fällig.

Schäuble muß man nicht sympathisch finden, aber er macht insgesamt einen richtig guten Job. Keiner, so mein Eindruck, kann ihm auf diesem Gebiet etwas vormachen, und nur Wenige vermögen ihm das Wasser zu reichen. Diese Unangreifbarkeit macht unbeliebt. Umso wichtiger finde ich, daß Jemand wie Sie ihm in der Sache Recht gibt, wenn ich Ihre Zeilen richtig verstanden habe.

Das einzige Haar in der Suppe: Der Titel hätte nicht so reißerisch zu sein brauchen. „Böser deutscher Export oder vernünftige Finanzpolitik?“ z. B. hätte es auch getan. Das ändert nichts an meiner Hochachtung für Ihren Beitrag. – Rolf Heeger


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Lasst uns Europa feiern!

Selbst wenn wir nur die 28 Nationen der Europäischen Union betrachten, ist Europa eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Die vielen Sprachen, die unterschiedlichen Charaktere, 28 Nationalfeiertage. Die vielen „Familienkräche“, nicht mal eine einheitliche Währung – 9 Länder bestehen auf eigener Münze. Das Europaparlament, mal in Brüssel, mal in Straßburg – also eigentlich mittendrin und doch unwirklich weit von der Wirklichkeit entfernt, zu allem „Überfluss“ die Kommission in Brüssel. Auch das noch!

Wo ist der Grund zum Feiern? Ach ja, die Reisefreiheit, keine Passkontrolle, kein Zoll. Darüber kann man sich freuen – aber feiern? Und die anscheinend unüberbrückbaren Unterschiede zwischen den armen und den reichen Ländern? Auch kein Grund.

Damit kommen wir zum Kern des Problems. Zur Lösung kommen wir gleich. Europa versteht sich in allererster Linie als ein Wirtschaftsunternehmen, als Konzern,  der dem „shareholder value“ verpflichtet ist. Aber wer außer den Aktionären liebt schon einen Konzern? Selten genug die Menschen, die für ihn arbeiten. Europa als Geldmaschine – das ist das Problem.

Wenden wir uns der Lösung des Problems zu. Die lässt sich in einem kurzen Satz zusammenfassen: Europa ist mehr als Geld. Unter dieser Zeile wurde der folgende Beitrag am 30. Juni 2016 verfasst und in einer der großen Tageszeitungen veröffentlicht:

„Europa hat  sich kleiner gemacht als es ist. Am 23. Juni hat sich die Mehrheit der britischen Bürger für LEAVE entschieden, raus aus der EU, der Europäischen Union. Statt 28 Staaten nur noch 27. Einer weniger. Aber das hat genügt. Die Welt steht kopf. Jedenfalls wird das so berichtet.

Die Briten haben sich gar nicht gegen Europa entschieden, nur gegen die EU. Das ist ein großer Unterschied. Europa ist mehr als die Europäische Union. Politik und Wirtschaft haben das offenbar nicht begriffen. Das ist das Trauerspiel, das jetzt auf allen Bühnen aufgeführt wird.

Armes Europa, dessen Reichtum die Briten infrage stellen! Es geht nur ums Geld. Wie viel verlieren wir? Wie viel gewinnen wir? Das fragen sich die Politiker aller Länder, die Wirtschaftsmanager sowieso. Europa – die Geldmaschine. Ist das wirklich alles?

Sollte das so sein, dann haben wir wirklich ein Problem. Denn die Geldmaschine arbeitet nicht für alle und jeden. Sie arbeitet vor allem für die, die schon alles haben.

Zu dumm, dass wir das erst jetzt begreifen. Die Herren Kohl und Mitterand haben die Sache wohl so – guten Glaubens hoffentlich – eingefädelt: der EURO würde schon alles regeln. Irrtum! Europa ist mehr als Geld.

Seinen wahren Reichtum verdankt Europa seiner Kultur. Kein anderer Kontinent reicht an diese Vielfalt heran. Das geht seit unendlichen Zeiten so. So viele Länder, so viele Dichter, Schriftsteller, Maler, Philosophen, Wissenschaftler – ein Reichtum ohnegleichen. Die Goethes und Schillers, die Kafkas und Brechts, die Kästners, Kleists, die Shakespeares, die Sartres, Prousts, Flauberts, die Gides, Maupassants, Balzacs und alle die anderen? Die Bachs, Mozarts, Beethovens, die Strauß. Die Dürers und Brueghles, Picasso und Baselitz. Die Einsteins, um die Wissenschaft zu erwähnen, auch die Freuds und Jungs. Sie sind der Reichtum Europas, unser Reichtum.

Es wird Zeit, dass wir uns zusammenreißen und darüber reden und nicht über Geld. Sogar Tante Minchen ist hier weiter als die Politik. Als sie, ohne Passkontrolle und damit ohne Grenze nach Frankreich, Italien, Dänemark und sonstwohin in Europa reisen konnte, da hat Tante Minchen festgestellt, dass die Franzosen und alle anderen genauso sind wie sie, genauso nett und genauso unerträglich. Grenzenloses Europa.

So klein fängt Kultur an und entwickelt sich im Laufe der Zeit zum Großen. Daran sollten wir denken und nicht ans Geld. Das können wir dann immer noch machen. Auf die Reihenfolge kommt es an.“

Europas Kultur – wenn das kein Grund ist, zu feiern!

Und nun Benedikt Erenz mit seiner Frage „Warum hat Europa keinen National-feiertag?“ vor wenigen Tagen in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Der Autor fragt nicht nur, er gibt auch eine Antwort – eine Antwort, die dem Thema neuen Schwung gibt, eine Antwort, die den wahren Werten Europas die Aufmerksamkeit verschafft, die sie verdienen, die Aufmerksamkeit von Millionen und Abermillionen Bürgern in allen Ländern. Ein europäischer Nationalfeiertag? Ja, genau das – auch wenn es auf den ersten Blick nicht besonders logisch klingt, weil es doch so viele Nationen in Europa gibt. Aber genau das, die vielen kleinen Kulturen, machen Europas Reichtum aus.

Ein europäischer Nationalfeiertag, ein Tag, an dem alle Europäer frei haben – ist das nicht nur ein Trick? Große und kleine Reden werden geschwungen, denen sowieso niemand zuhört. Nein, da steckt mehr drin. Wenn alle Europäer einen gemeinsamen Feiertag haben, egal was sie damit anfangen, dann muss es ja wohl etwas geben, das über das eigene Land hinausgeht, das mit allen anderen Ländern und ihren Menschen verbindet.

Wer jetzt an „honey is good for trapping“ denkt oder „mit Speck fängt man Mäuse“, was aufs selbe hinausläuft, sollte nicht die Nase rümpfen. Verführung, die zu etwas Gutem führt, ist nicht nur erlaubt, sondern notwendig.

Und wenn hier eine Idee verführerisch ist, dann ist es der Vorschlag von Benedikt Erenz: Der 14. Juli soll der Europäische Nationalfeiertag werden. Der und kein anderer.

Ist das nicht Frankreichs Nationalfeiertag? Ja. Der wird von staatswegen in Paris mit viel Pomp zelebriert. In der Provinz aber wird er gefeiert, dass es nur so kracht. Da freut sich jeder, dass er Franzose ist, nicht nur Bretone  oder einer aus der Normandie, der Auvergne, von der Côte azur, so wichtig das auch sonst sein mag.

Dieser und kein anderer Tag soll es sein. Am 14. Juli 1789 wurde die Bastille gestürmt, Triumph der französischen Revolution. Liberté. Egalité, Fraternité – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Alles das, wonach wir heute noch streben.

Dieser Tag überstrahlt alles, jeden anderen Nationalfeiertag. Wir haben diesen Tag noch nicht? Richtig. Dann nehmen wir ihn uns jetzt – diesen einen Tag im Jahr!  – Peter Gudelius


Leserbrief zum Titelthema „Die Anbetung des Körpers“

Gott ist tot. Nation, Stand, Klasse und Rasse sind als sinnstiftende Großerzählungen erledigt oder von der Geschichte ad acta gelegt worden. Zuletzt hat es die Arbeit, die Familie, ja sogar die Liebe erwischt. In postmodernen Zeiten geben auch sie keinen Halt mehr. Der letzte Zufluchtsort des heimatlosen Individuums scheint der eigene Körper zu sein. Denn der Körper – besonders der junge Körper – enttäuscht nicht.

Mit etwas Willensstärke lässt er sich nach dem eigenen Bilde formen (laut Fitnessjargon: „definieren“). Dazu bedarf es nur Training (und/oder der Plastischen Chirurgie). Das Individuum wird zum Schöpfer seiner selbst. Training verzaubert die entzauberte Welt. Die sinnstiftende Instanz ist nicht mehr transzendent/extern, sondern nach einer langen Reise endlich beim Ego angekommen (siehe Einleitung).

Aber auch der Körper birgt noch zu viel Enttäuschungspotential. Das wissen vor allem die Alten. Darum wird man hier nicht stehen bleiben und Enttäuschungsresistenteres suchen. Bieten sich da nicht die Gene an, mit dem Genom-Editing als Fitness-Programm der Zukunft?  – Michael Holz


Leserbrief zu „Ein breites Feld“ von Carolin Würfel und Heike Faller im ZEIT Magazin

Es ist ein interessantes Phänomen, gerade in den USA, daß einerseits staatliche Bevormundung verpönt ist, aber dann nach solchen Einschränkungen wie gegen „manspreading“ gerufen wird.

Können die Menschen sich nicht mehr äußern bzw. behaupten?

Wenn jemand meinen persönlichen Toleranzbereich verletzt, sei es durch furzen, rauchen oder spreading (übrigens durchaus ganz geschlechtsunabhängig), dann sage ich etwas – ich BEHAUPTE mich.

Genauso, wie mir die Bevormundung zu vegetarischem Kantinenessen auf den Geist gehen würde, würden mich jegliche „Benimmregeln“ stören.

Es scheint, wo die wirklich wichtigen Probleme der Menschheit (Verschmutzung, Einkommensschere, Unterbezahlung von Frauen etc.) gar nicht mehr angegangen werden, dort bringt die Ersatzhandlung der Zurechtweisung zumindest etwas Trieberleichterung. – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Die Qunitessenz aus  dem Artikel von Mark Schieritz:“Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ beschreibt er deutlich  im ersten Satz seines letzten  Absatzes:

“ SO SCHLIMM SIND W I R NEOLIBERALEN GAR NICHT“

Es passt! – Hans-Sieghard Runkel


Leserbrief zu „Die Tatortreinigerin“ Sebastian Kempkens

Die maßlose Untertreibung für die Beschreibung, dass der Zustand der Stadt (andrerseits maßlose Übertreibung, es waren höchstens einzelnen Stadtteile) sie an  einen Bürgerkrieg erinnern, lässt vermuten, dass die junge Frau kein Interesse an Nachrichten außerhalb ihres europäischen Radius hat. Sie kann in ihrem Poloshirt ja gerne mal in eine Einrichtung für psychologische Beratung für Kriegsflüchtlinge besuchen und das Gelächter über ihre Angst und Vorstellung von Bürgerkrieg erfahren. Hoffentlich macht sie das nicht nur noch trauriger, wie könnte man damit noch umgehen? Die Angst „um ihre schöne Stadt“ ist sicherlich eine Angst, der wir uns unbedingt annehmen sollten. Wieso gibt die Zeit solchen Menschen überhaupt eine Plattform für ihre Selbstinszenierung? – Diana Böhm


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Bitte halten Sie doch bei Ihren Lösungsvorschlägen oder Aufzeigung von Möglichkeiten ein bisschen davon fest, was ebenso wichtig und richtig und nun immer mehr von eigentlich offenen, sagen wir liberalen, intellektuellen Zeitungen und Medien unerwähnt bleibt:

Das peinliche Nicht-Zusammenhalten und –arbeiten der EU haltet immer noch an und dazu werden, auch von Ihnen bisher nicht sehr viele Lösungsvorschläge gebracht bzw. aufgezeigt.
Dies wäre nicht nur sehr wohl die moralische Vorraussetzung, sondern es wäre auch eine Notwendigkeit um Ihre Vorschläge möglicher Lösungen umsetzen zu können.
Eine demokratische Aufteilung unter den EU-Staaten der Flüchtlinge und der damit verbundenen Herausforderungen, würde nämlich ebenso einen enormen Zeitgewinn bringen.

Ich will sie nicht verlieren unsere in Europa einzigartigen, fortschrittlichen und für mich einzig richtigen Grundwerte des Menschseins – und ich hoffe auch für Sie ist das so, auch deshalb lese ich die Zeit: sie muss sich nicht absolut links präsentieren und kann auch rechten Gedanken nachgehen, etwas abgewinnen, ihm etwas zu gestehen… Aber Grundwerte wie unsere sollten weder ständig links noch rechts zugeordnet werden. Selbst ein Herr Strache würde vermutlich (hoffentlich) einen Algerier vor seinen Augen nicht sterben lassen…..warum? Weil er auch Europäer ist und diese Grundwerte eigentlich injiziert bekommen hat.
BITTE vergessen Sie deshalb nicht dieses Thema der Diskrepanz zwischen Werten, aber schlechter Zusammenarbeit in der EU in zumindest einem kurzen Satz und offen gestanden in eigentlich jedem Artikel zu diesem permanenten und präsenten Thema klar zu formulieren. Einfach nicht unerwähnt lassen.

Es braucht nur einen kurzen Satz um eine klare Grundhaltung zu zeigen, ohne dabei Meinungsfreiheit einzubüßen. Das Nachgehen und selbst ein Gutheißen, auch von rechts angedachter Lösungsvorschläge kann niedergeschrieben und als möglicherweise gut geheißen werden. Grundwerte sind in Europa eigentlich weder nur links noch rechts und sollten daher immer erwähnt werden.  – Thomas Hüttl


Leserbrief zu „Gipfel des Terrors“ von Josef Joffe

Dies ist mein erster Leserbrief. Als jahrelanger Abonnent der Zeit bin ich für die völlig unausgewogenen Artikel des Herausgebers Joffe immer wieder peinlich berührt. Nichts gegen den Rest, die liberalen Ansprüche, die Pro-und Contra-Streitigkeiten usw.

Im Vergleich der Berichte zu G20 und den Hintergründen zwischen Spiegel und Zeit ist die Zeit nur peinlich. An oberster Stelle Josef Joffe. Dieser Herausgeber ist für mich ein Widerspruch zum Anspruch der Zeit. Derartig staatstragend, dass die Verfassung keine wichtige Rolle spielt. Ich schaue ins Feuilleton und erhoffe von Ijoma Mangold Inspiration.

Nach 2 Spalten ist mir klar, dass der Autor inhaltlich nichts zu bieten hat und lieber mit der Sprache ls mit den Inhalten kokettiert.Herr Joffe: Die Autonomen sind keine Blindgänger, sondern meistens intelligente Menschen, die diverse Benachteiligungen erfahren haben und denen die Verfassung heilig ist. Sie wollen Gerechtigkeit und greifen zu den falschen Mitteln.

Die Provokationen der Staatsgewalt waren eindeutig dokumentiert. Hier wurde der Bürger, wie fast immer seit der Gründung der BRD, zum Vollpfosten erklärt. Dies ist Aufgabe der Pressefreiheit. Die anderen Gewalten zu überwachen. Hier hat die Zeit, für mich unerklärlich, total versagt. Der Chefredakteur ist nicht schuldlos.

Hamburg war eine Zäsur. Die Linken müssen ihre durchgeknallten (depressiven) Mitgänger endlich ausgrenzen. Gewalt war nie eine Option. Denn Gewalt ist Primat des Staates.  Diejenigen, die Gewalt befürworten, sind nur verzweifelt und es widert sie die allgegenwärtige Ungerechtigkeit an.

Wenn Olaf Scholz den Begriff Polizeigewalt derartig negiert, hat er alle Aufgaben nieder zu legen. Eine derartige Provokation liberaler Menschen ist nicht zumutbar. Damit hat er dem Projekt „Regierung“ der SPD unglaublichen Schaden zugefügt.

Mein Abonnement steht auf der Kippe. Herr Joffe hat mich mit seinem Fetisch Amerika immer wieder irritiert. G20 hat mich bzgl. der Berichterstattung über diverse Widersprüche in der Zeit völlig enttäuscht.

Der Spiegel war für mich das Krawallblatt – die Speerspitze der Demokratie. Die Zeit versuchte verschiedene Meinungen verständlich zu machen.

Seit G20 in Hamburg habe ich leider das Vertrauen verloren, dass die Zeit wirklich an investigativer Recherche interessiert ist. Joffe sei Dank. – Uwe Paul


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Seit mehr als 50 Jahren lese ich wöchentlich die ZEIT um eine breite Ausgewogenheit meiner Meinungsbildung zu sichern. In letzter Zeit habe ich mit wachsender Irritation die zunehmenden Bemühungen verschiedener Schreiber verfolgt, Anarchie, Linksterror und Zerstörung der demokratischen Grundlagen zu legitimieren.

Teile der Kommentare vor und nach dem Hamburger Gipfel übersteigen nun das für mich akzeptable Maß endgültig – nicht zuletzt auch der entwürdigende Versuch blindwütige Randalierer moralisch in die Nähe der Attentäter gegen Hitler zu rücken.

Ich werde nicht dazu beitragen, das Wirken von Demokratiezerstörern sowie ihrer geistigen Vordenker und Helfershelfer zu fördern. Deshalb kündige ich hiermit mein Abonnement zum Ende des laufenden Bezugsjahres und bitte um Rückbestätigung.

Mit Bedauern, Wehmut und verärgertem Unverständnis, dass die maßgeblichen Gremien der ZEIT diese Entwicklung toleriert oder sogar wohlwollend unterstützt haben, grüße ich zum letzten Mal nach Hamburg – Erich Reiter


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

In der aktuellen ausgabe nr.29 suche ich vergeblich nach einem bericht,  der sich mit dem „alternativen gipfel zur weltwirtschaftspolitik“  befasst -. habe ich was übersehen, oder ist das so, dass man randale machen muss,  um wahrgenommen zu werden? – k.schmiedek


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert“ von GRN.

Schön, dass man sich wieder  dem  etwas vernachlässigten  ß zuwendet!

Die letzte  Rechtschreibreform hat bisweilen für einige Unsicherheiten gesorgt. So glaubte so mancher, dass es das  „ß“ gar nicht mehr  gäbe. Noch heute entdeckt man  Schreibweisen wie etwa „Strasse, Füsse oder mit freundlichen Grüssen.“ Es scheint  , dass entsprechende Rechtschreibregeln nicht bewusst sind:  ss nach kurzem Vokal, aber ß nach langem Selbstlaut. Dies betrifft auch den s-Laut vor einem t. Beispiel:  Er isst  gern Süßes.

Dass nun ein großes ß eingeführt werden soll, ist zu begrüßen, sorgt es doch   vor allem bei  Namen und Bezeichnungen für exakte  und  eindeutige Schreibweisen. Nicht gut allerdings, dass in den Fällen weiterhin SS möglich ist.

Vernünftige Rechtschreibregeln, die vor allem nicht dauernd verändert werden, sind wichtig.

Wichtiger aber ist, dass erstens der Stellenwert der Rechtschreibung erhalten bleibt und zweitens  das Training der Rechtschreibkompetenzen nicht vernachlässigt wird, insbesondere in der Schule.

IN DEM SINNE VIEL SPA ẞ BEIM SCHREIBEN !

So gelingt jetzt schon  das  große Eszett auf dem Laptop:

diese 4 Zahlen  und Buchstaben tippen: 1E9E

danach  auf die ALT  Taste  und gleichzeitig  auf den Buchstaben  c  drücken!

Das war übrigens eine Information auf der Kinderseite der WAZ  vom 30.06.2017 – Gabriele   Gottbrath


Leserbrief zu „Gipfel des Terrors“ von Josef Joffe

Killerwale (genauer Schwertwale) sind bekanntlich hochintelligent, kooperativ und ernaehren sich raeuberisch auch von Robben, die ihrerseits gnadenlos Fische dezimieren. Ihr Vergleich hinkt also… Herzlich! – Prof Reinhard Renneberg


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei als Vorbild für weitere Abkommen heranzuziehen, erscheint mir vollkommen unangebracht. Ich empfehle Ihnen hierzu die Lektüre des Essays von Beate Klarsfeld und Benjamin Abtan in der Welt vom 6.7.2017, „Wir brauchen Erdogan nicht“. Abkommen mit autokratischen Präsidenten oder korrupten Regierungen helfen weder den Flüchtlingen noch der EU. Die Empfehlung eines „kühlen Interessenpokers“ ist ebenfalls unangebracht.

Eine andere Agrar- und Wirtschaftspolitik der EU und anderer Länder, z.B. der USA und China ist überfällig. Nach wie vor verschlingt die Agrarpolitik der EU ein Drittel der finanziellen Mittel oder sogar mehr. Die Überproduktion der Agrarindustrie wird gefördert und damit prekäre Arbeitsplätze und das Elend der Tier hierzulande. Lagerung und Export nach Afrika werden ebenfalls subventioniert und zerstören die lokalen Märkte und somit die Existenz der örtlichen Erzeuger. Aber dafür wird dann natürlich das nächste Hilfsprogramm aufgelegt. Fischereiflotten der EU, Chinas und anderer Länder überfischen die Fanggründe afrikanischer Fischer. So wird den Menschen jede Perspektive im eigenen Land zunichtegemacht. Hier einen „kühlen Interessenpokers“ zu empfehlen, ist m.E. zynisch. – Wilfried Bebber


Leserbrief zu „Aussortiert bei H&M“ von Kolja Rudzio

Wenn man sein Image pflegen will, müssen Außenwerbung und Innenwirkung zusammen passen. Das scheinen Ihre Manager nicht verstanden zu haben. Ganz schnell zu entsprechenden Seminaren (z.B. ArbeitszeitG) anmelden. Übrigens auch zu solchen, die das BetrVG zum Inhalt haben! Ich konnte jedenfalls meine Frau überzeugen, erst mal nicht mehr bei Ihnen zu kaufen. – Bernd Buschmann 


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Allerdings hätte ich eine Frage bzgl. G20:   In der letzten Ausgabe waren u.a. die Krawalle in Hamburg zum Thema.   Wurden in einer der vorherigen Ausgaben – also vor meinem Abo –  auf die einzelnen Positionen der G20-Teilnehmer, soweit der Presse bekannt,  wie auch  zumindest auf die wesentlichen Kritikpunkte mancher NGO  zu diesen Verhandlungsthemen der betreffenden politisch Verantwortlichen näher eingegangen und zudem erörtert?

Ich denke,  es dürfte schon  zu einer recht informativen, (möglichst) wertneutralen, objektiven Zeitung wie der Ihren  einfach dazugehören,  dass sie wie z.B. in der obigen Angelegenheit  Pro und Contra aufzeigt (also keine einseitige Berichterstattung- wohlgemerkt),  so dass man als LeserIn doch insofern ziemlich gut informiert wird,  was bei anderen Medien  leider nicht unbedingt der Fall ist, – und verbleibe mit freundlichen Grüßen – Marina Vogel


Leserbrief zu „Kann die SPD das noch drehen?“ von Matthias Krupa

Man muss dem „Zukunftsplan“, den Martin Schulz präsentiert hat, nicht in allen Punkten zustimmen.  Aber Schulz und die SPD demonstrieren damit wenigstens etwas, was man in den vergangenen Jahren in Deutschland leider vermisst hat: den beherzten Willen, etwas zu gestalten und unser Land zukunftsfest zu machen.  Im Gegensatz dazu steht Kanzlerin Merkel.  Ihr bisheriges Agieren im Wahlkampf wirkt alles andere als angriffslustig, teilweise sogar regelrecht lustlos.

Sie macht keine Anstalten, sich aus der Reserve locken zu lassen.  Ihre Wahlkampfstrategie scheint erneut hauptsächlich in einer „asymmetrischen Demobilisierung“ zu bestehen, insbesondere durch ihr Vermeiden von Stellungnahmen zu kontroversen Themen.  Merkel muss sich den Vorwurf gefallen lassen, sich (bis jetzt) wieder einmal dem Wahlkampf zu entziehen.  So lange ihre Taktik wirkt, wird die Kanzlerin sie auch anwenden.

Dies ist das Hauptproblem von Kanzlerkandidat Schulz, der die Amtsinhaberin gerne aus der Reserve locken würde, sie jedoch nicht richtig zu fassen bekommt.  Die Demokratie lebt von der Debatte, Merkel jedoch vermeidet alle inhaltlichen Debatten.  Dabei liegen die wichtigen Themen auf dem Tisch: Von der Bekämpfung der (A)ltersarmut bis zur (Z)ukunft der Arbeit.  Eine vage Hoffnung gibt es für Schulz und die SPD allerdings noch.  Ich bin gespannt, ob die Bürger in Zeiten einer aufgewühlten politischen Stimmung Merkels „Wahlkampf-Desinteresse“ dauerhaft goutieren werden.  Die Zahl der unentschlossenen Wähler ist nach den aktuellen Umfragen mit 60 Prozent außerordentlich hoch.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die SPD in den kommenden Wochen noch einen Teil dieser Unentschlossenen für sich gewinnen kann.  Denn unabhängig von den parteipolitischen Präferenzen wäre es gut für unsere Demokratie, wenn Merkel nicht wieder völlig kampflos obsiegen würde. – Alfred Kastner


Leserbrief zu „Die Schreibhälse“ von Petra Pinzler

Die Energieraute

Angeblich sollen wir Deutschen ja alles so gut planen können und so überaus organisiert sein. Es ist allerdings völlig unverständlich wie unorganisiert und dilettantisch der Wechsel zur Elektromobilität angegangen wird.

Da treffen sich ein paar Ministerpräsidenten und verabschieden Allgemeinplätze als „Absichts“erklärung und die Industrie jammert nur über möglichen Arbeitsplatzverlust (DAS Totschlagsargument schlechthin!).

Wo bleibt die Planung?

Warum setzt sich die Bundesregierung nicht mit allen relevanten Entscheidungsträgern aus Industrie, Politik und Wissenschaft zusammen, um ein tragfähiges Konzept zur Elektromobilität zu erstellen? (Beim Atomausstieg ging ähnliches ja auch).

In den 1970er Jahren hat Kalifornien – heute die achtgrößte Wirtschaft -den Abgaskatalysator verpflichtend eingeführt. Um im Markt zu bleiben, haben damals alle Autohersteller nachgerüstet und Katalysatoren verwendet.

Wenn nun Deutschland, als viergrößte Wirtschaft eine ähnlich verbindliche Regelung für Elektroautos einführen würde, würden sicherlich viele Hersteller nachziehen.

Doch höre ich schon die Unkenrufe, daß das doch Arbeitsplätze kostet und man so etwas nicht im nationalen Alleingang durchziehen könne. BLABLABLA…

Warum nicht einfach Standards eruieren und sie dann festlegen?

Z.B. die Pflicht, daß alle Elektroautos nicht nur geladen werden können (möglichst mit einem Standard an Strom und Ladesteckern), sondern daß die Batterien auch austauschbar sind. Z.B. an einer Tankstelle (das würde den Tankstellenpächtern neue Geschäfte bringen und Arbeitsplätze gingen hier NICHT verloren).

Warum nicht jetzt verbindlich einen Standard festlegen auf dem dann aufgebaut werden kann?

Als Bill Gates sein Betriebssystem entwickelte, konnte sich niemand einen größeren Speicher als 640Kb vorstellen. Alle Innovationen drehten sich lange darum dieses Manko auszugleichen.

Warum macht man genau die gleichen Fehler jetzt wieder bei der Elektromobilität? Da gibt es mindestens drei Standards der Stromversorgung und der entsprechenden Ladestecker – WARUM?

Wieder kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen und es fehlt an vorausschauenden Vorgaben, die verbraucherfreundliche Innovationen fördern. (eine Eigenschaft, die der Politik, die nur marktkonform auf die „Bedürfnisse“ der Märkte reagiert immer mehr abgeht!)

Wann lernen Politik und Wirtschaft endlich vorrausschauend zu denken und zu entwickeln und nicht einer Entwicklung hinterherzurennen, bzw. nur nachzukitten, wenn wieder etwas schief gelaufen ist? – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Ein Argument wird nicht dadurch besser, dass man es wiederholt“ von Johanna Rahner

Es ist wahrscheinlich nicht nur für mich erstaunlich, mit welcher Arroganz manche Theologen sich mit pseudowissenschaftlichen Themen beschäftigen, die heutzutage nur mehr Kopfschütteln verursacht.. Angesichts der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse seit Kopernikus gehen den Religionen langsam aber stetig immer mehr glaubwürdige Argumente ab. Das hat nichts mit links oder rechts zu tun! Die Behauptung Gott habe das Universum in 7 Tagen geschaffen. wobei er sich am 7.Tag quasi von den Strapazen erholt hat, löst – dezent gesagt – mitleidsvolles Lächeln aus. Mit den orientalischen Märchen vom Verweis aus dem Paradies, von der Erbsünde, von einem Weiterleben nach dem Tod (Auferstehung), von einem paradiesischen Himmel und einer schrecklichen Hölle usw. Liebe weltfremde Theologen aller Religionen: Das frisst heute niemand mehr.

Der Prozess vom strengen Glauben über den Zweifel zur Gewissheit, nämlich der Ablehnung der orientalischen Märchen, findet seit dem Stauferkönig Friedrich Bararossa statt: authentica habita („Wir wollen es wissen“, der Startschuss für die ersten Universitäten). Es sollte seit 800 Jahren genug Zeit gewesen sein, um das zu begreifen! – Johann Ernst


Leserbrief zum „Kunstmarkt“ im Wirtschaftsteil

Ehrlich gesagt, wenn ich das Wort „Kunst“ (im Sinne moderner Kunst) höre, kräuseln sich mir die Zehnägel. Und nun auch noch im Wirtschaftsteil! Soll damit ein neue Marke der gesellschaftlichen Dekadenz gesetzt werden, wenn gezeigt wird, wie irgendwelche Leute, die nach5 Geldspeichern keine Lust mehr haben, den 6. zu bauen, ihren Überfluss in Schund investieren?

Bitte nehmen Sie das wörtlich: Schund! Künstler ist heute anscheinend jemand, der keinerlei Schamgefühl besitzt, irgendein primitives Gedaddel in die Welt zu setzen, dass für das jeder Handwerker seinen Gesellen- oder Meisterbrief verliert, und gleichzeitig das Glück hat, Leute zu finden, die vom Fehlen des Schamgefühl so beeindruckt sind, dass sie ihn protegieren, bevor die weiß bekleideten Leute mit den Ich-hab-mich-lieb-Jäckchen ihn in die nächste Anstalt verfrachten. Wenn ein zugekiffter Künstler Spaghetti bolognese an die Wand klatscht, ist es Kunst, wenn Erna Müller aus der Plattenbausiedlung das macht, eine Sauerei? Nein, danke!

Früher wurden Künstler vom Publikum beauftragt, weil sie Außergewöhnliches zu Stande brachten, heute – und da schauen Sie sich den Plebs auf den Kunstauktionen doch an – kauft das Publikum nicht, was ihm gefällt, sondern das, was ihnen ein „Experte“ mit „Kunstsachverstand“ empfiehlt, Preis und seine eigene Marge gleich inbegriffen. Was ein Quark! Für mich muss ein Künstler etwas Außergewöhnliches können, und da kann man mit Recht heute sehr skeptisch sein. Sehr treffend hat das Joseph Beuys auf den Punkt gebracht. Er konnte! Es gibt Filmdokumente, die das belegen. Von ihm stammt aber auch die Aussage „Warum soll ich mich anstrengen, wenn ich mit Müll mehr Geld verdienen kann?“ – und bekannt ist überwiegend sein Müll. Erhellend auch das zweibändige Werk „Skulptur“ aus dem Taschenverlag, dass die Werke bis zur Moderne für sich selbst sprechen lässt und sachliche Kommentierungen liefert, während bei moderner Kunst etwa in Art eines Unglücks, bei dem dem Künstler ein Leimtopf umkippte und die Werkzeuge am Arbeitstisch fixierte – hochkant gestellt ein „außergewöhnliches Beispiel moderner Kunst“ – die Sprache um so pompöser wird, je lächerlicher das Kunstwerk ist, und bezüglich des Pompösen selbst NS-Literatur schließlich locker in den Schatten stellt.

Bei einer meiner Nichten hängt ein gerahmtes Bild an der Wand. Eine meiner Schwägerinnen, ihres Zeichens kunstinteressiert und Kunstlehrerin, fragte „Oh, ein (Druck eines) Jackson Pollock?“. Nein, sorry, ist ein echter Nele, 4 Jahre, Kindergartenarbeit. Ist schön, passt an die Stelle, aber wer Millionen dafür ausgibt, weil ein bestimmter Name dran steht, hat wohl bei der Vergabe des Gehirns während des göttlichen Schöpfungsakts vergessen, „hier!“ zu rufen. – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Entzündete Seele“ von Max Lebsanft

KOPF UND ODER NICHT KÖRPER . ‚Im Kopf oder im Körper‘ ist nur dann eine Frage, wenn es optionale Antworten gibt. Doch die gibt es nicht. Denn, was wäre der Kopf anderes, wenn nicht Körper bzw. ein Teil von demselben? Die Depression muss nicht erst ‚jetzt zu einer rein körperlichen Erkrankung umdefiniert werden‘. Das Fragezeichen im Text sollte schon lange durch ein Ausrufezeichen ersetzt worden sein.

Es kann nur beibehalten werden, wenn der Kopf als Teil des Körpers in Frage steht. Die Antwort ist, es ist korrekt, dass Sigmund Freud die Ursache der Depression im psychischen Erleben verortet hat. Es ist aber auch korrekt, dass Sigmund Freud die Ursache des psychischen Erlebens in der Biologie des Menschen und also dessen Körper verortet hat, also in der Biologie, die den Menschen nicht als nachträglich zusammengesetzte Einheit aus Geist, Körper und Seele verstanden haben will, sondern als voraussetzende Einheit aus organischen Komponenten, wie Herz, Nieren, Hirn, Magen, Darm und dergleichen und, wenn man so will, Geist und Seele bereits verstanden hat. – Leonard Pengler . Dipl.Rer.Nat.Univ.


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Was ich in den vielen Berichterstattungen vermisse, ist die Erörterung von Ursachen für die Ausschreitungen und Ergebnissen der Gipfel-Beratungen. Stattdessen viel Diskussionen, auch in den Talkshows, über Verläufe, Wirkungen und Schuldzuweisungen.

Ursache von Gewalt: Das soziale Problem – Kaputtes Elternhaus? Fehlende Kanalisierung jugendlicher (männlicher) Potenz? Zu wenig körperliches Austoben (Sport!), zu Hause und in den Schulen?

Ursache von linker Gewalt: Dominanz der kapitalistischen Banken- und Finanzwelt mit ihrer Steuerflucht und ihren unerträglichen Managergehältern und Boni – kein wirklicher politischer Wille?

Ergebnisse des G20-Gipfels: warme Luft – wer hat was mit wem vereinbart? Wo und bis wann in Syrien bitte der Waffenstillstand? Das alles ohne Konkretes. Ohne Verbindlichkeiten.

Oder ist das alles nicht mehr interessant? – Dr. Martin Grau


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Nach der Lektüre der letzten Ausgabe der ZEIT könnte man den gewalttätigen G20-Randalierern geradezu gratulieren: Sie bestimmten nicht nur während des Gipfels die Schlagzeilen, sondern haben es auch geschafft, dass eine Qualitätswochenzeitung ausführlich über die Ausschreitungen berichtet, aber nicht einen einzigen Artikel über (sachliche) Kritik und (Nicht-)Ergebnisse des Gipfels bringt!

Angesichts so mancher Redundanzen in den Artikeln frage ich mich zudem, ob nicht vielleicht doch Platz für diese alternativen Themen gewesen wäre? Dem Ganzen setzt Josef Joffe die Krone auf, indem er die Randalierenden zu „Terroristen“ adelt. Das ist genauso überdreht wie bei autokratischen Staatslenkern, die durch diese Terminologie Feindbilder schaffen wollen.

Dies war kein Terror, denn dazu hätte eine psychologische Komponente gehört. Und dass die Hamburger sich dauerhaft terrorisiert oder traumatisiert fühlen, kann man nicht behaupten. Im Gegenteil: Sie können sich erleichtert zurücklehnen, da in diesem Jahrhundert sicher kein G-Gipfel mehr in Hamburg stattfinden wird. – Dr. Jörn Bullwinkel


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo und „Gipfel des Terrors“ von Josef Joffe

Ich bin erschrocken und verwundert, dass Herr Joffe derartig wenig  differenziert so einen Artikel in ZEIT schreibt. Von vielen unterschiedlichen Medien wurde festgestellt und auch  beschrieben, dass offensichtlich die Motivation und die Gemengelage der  gewaltbereiten Menschen in HH nicht allein im Linksextremismus zu  suchen ist. Es sind auch die abgehängten, ausgegrenzten,  perspektivlosen Menschen und auch Menschen, die einfach genug haben von  der unsäglichen Politik der G20. Die vermeintlich einfach Lösung von Herrn Joffe, derartige Gipfel auf  Inseln zu verbannen, hat m.E. mit Klugheit wenig zu tun. Zitat Joffe: „Das Problem ist die Bühne…“ Nein, Herr Joffe, das  Problem ist die Politik, die immer mehr Menschen ins Abseits drängt. – Elisabeth Behrends


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Ein hübscher Rundumschlag, dachte ich anfangs, während ich Ihren Artikel las, einigermaßen überrascht darüber, dass in Ihrem Artikel nicht gleich der „Volkszorn“ über die Zerstörungsakte „linker“ „gewaltbereiter“

Akteure hereinbrach. Das klang erst einmal richtig analytisch. Aber dann auf Seite 40 musste das Ding wohl doch schnell fertig werden. Erstens, wir haben keinen Kapitalismus, sondern in Deutschland und vielen anderen G20-Staaten eine mehr oder weniger soziale Marktwirtschaft. Indes hat das individuelle Unglück sehr wohl etwas mit den entsprechenden, sich verschärfenden Arbeitsverhältnissen zu tun. Es wird zumindest in Deutschland immer schwieriger, einen Job so zu machen, dass man dabei nicht ausbrennt. Das System lässt immer weniger Reserven zu. Zweitens bleiben Sie bei der Behauptung, es könne kein System geben, das uns mit Glück und Liebe versorgt, eine Begründung schuldig. Ich glaube zwar auch nicht an ein zukünftiges Schlaraffenland, aber wer weiß, wozu künftige Machthaber und deren Unterstützer mal fähig sein werden? Drittens müssen Sie mir doch einmal den Begriff „willkürliche anarchistische Gewalt“

erklären. Ich erlebe ja immer wieder, dass JournalistInnen den Begriff „Anarchie“ in die Chaos-Ecke packen, wo er nun wirklich nicht hingehört.

Informieren Sie sich doch bitte darüber, was der Begriff bedeutet, bevor Sie ihn verwenden. Der Artikel hatte so erfrischend angefangen. Schade. – Jochen Roddewig


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Als langjährige, meist tägliche Leserin eurer Print- und Online-Angebote habe ich schon länger den Prozess beobachtet, wie eure Ausrichtung sich Stück für Stück immer weiter nach rechts verschoben hat in Richtung eines vornehmlich den neoliberalen Status Quo als lobenswerte Selbstverständlichkeit hinnehmenden, mit Merkel sympathisierenden, linke Positionen und Kritik immer leiser und seltener äußernden „Mitte“-Blattes, das sich bewusst fast ausschließlich an eine Leserschaft der Vielverdienenden und Sehrvielverdienenden richtet. Und doch gab es für mich weiterhin gute Gründe, weiter ‚Zeit‘ zu lesen: ich hatte den Eindruck, dass die ‚Zeit‘ immer noch (gerade in den Print-Ausgaben) eine Art unabhängigen Gegenpol bereitzustellen versuchte, zu dem Meinungsbildungsmonopol von Schweinekonzernen wie Springer mit der bewussten Volksverdummung durch ‚Bild‘, zu den sich vorschnell verbreitenden (Fehl-)Urteilen und Halbwahrheiten in den Headlines und Posts auf den sozialen Medien, usw. – doch nun, seitdem ich eure sogenannte Berichterstattung über den G20-Gipfel verfolgt habe (insbesondere die furchtbar einseitigen und schlichtweg empörend ignoranten Beiträge in der ‚Elbvertiefung‘ und auch die News auf Zeit Online) bin ich leider an dem Punkt angekommen, dass ich mein Abo nicht verlängern werde. Die Zeit App habe ich eben gelöscht und die ‚Elbvertiefung‘ werde ich auch deabonnieren, denn ich kann dieses undifferenzierte Geschwafel nicht mehr hören und es macht mich nur noch wütend.

Wie kann es sein, dass eure Darstellung der Ereignisse in Hamburg so undifferenziert war und ist? Wie kann es sein, dass ausgerechnet ihr (!) – mein geliebter verblassender Gegenpol – diesen lächerlichen medialen Zirkus mitmacht, diese plötzliche Hexenjagd auf die ‚autonomen Linken‘, die ‚Linksradikalen‘ und ‚linken Gewalttäter‘ die angeblich für die Vandalismus-Exzesse des Freitag verantwortlich gewesen sein sollen, was vollkommener Unsinn ist, wie jeder gesehen hat, der selbst vor Ort war, wie ich es war – ich verweise an dieser Stelle auch noch einmal auf den offenen Brief diverser Ladenbesitzer im Schadenviertel, den ihr selbst erwähnt habt. Überhaupt dieser Hohn, solch offensichtlich nicht mit politischen Aktionen vergleichbare Ausbrüche sinnloser Zerstörungswut besoffener Idioten politischen Aktivisten in die Schuhe schieben zu wollen; das ist ein Fehler, den ich von der ‚Bild‘ erwartet habe, von euch nicht.

Wie kann es sein, dass ihr euch nicht die Mühe gemacht habt, umfassend zu analysieren und darüber zu berichten, wie hier gezielt durch eine Kombinationen aus politischen und organisatorischen Schachzügen und  Polizei-Strategie ein Spektakel inszeniert wurde, das von den Medien eine ganz bestimmte Berichterstattung provozieren sollte? Wieso fallt ihr darauf herein? Wie kann es sein, dass ihr euch derartig instrumentalisieren lasst? Wie konntet ihr die massive, grenzüberschreitende Gewalt und die vielgestaltigen Grundrechtsverletzungen durch die staatliche Autorität weitgehend unhinterfragt lassen? Merkt ihr nicht, dass hier versucht wurde, die Situation so eskalieren zu lassen, dass die Menschen Angst davor bekommen, demonstrieren zu gehen – oder wollt ihr es einfach so nicht aussprechen? Wie könnt ihr auch die mangelhaften inhaltlichen Ergebnisse des Gipfels (wenn sie überhaupt erwähnt werden), so unkritisiert stehen lassen, Merkel einfach so davonkommen lassen? Ich könnte hunderte weiterer dieser rhetorischen Fragen stellen, aber ich fürchte, dass ich die Antwort kenne: ihr seid mittlerweile so weit nach rechts gerutscht, dass ihr im Zweifelsfall eben auch bereit seid, euch an der Volksverdummung mit zu beteiligen, durch unvollständige und undifferenzierte Berichterstattung und die Auswahl der Themen. Ich bin so, so, so sehr enttäuscht – dies ist der Moment, da ich mich schweren Herzens von der Zeit abwende. – L. Beringer


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Schon immer war mir klar, dass es in der katholischen Kirche so richtig zur Sache geht. Jeder Pastor hat seine „Haushälterin“ oder ist in der Organisation von Messdienern oder Knaben-Kirchenchöre aktiv. Und so schuf sich die christliche Heuchlerbande ihr eigenes Paradies auf Erden, in denen jeder unter dem „Schutze von Gottes Wort“ seine Triebe und perversen Bedürfnisse ausleben konnte. Es verhielt sich wie in der Physik bei der dunklen Materie: Jeder Physiker weiß, dass es sie gibt, doch sie wurde noch nie nachgewiesen!!

Insofern hatte sich auch die Gesellschaft mitschuldig gemacht, die sich das über Jahrzehnte oder Jahrhunderte anschaute. Die Kirche sollte über gewisse Verbote von Ehe und Familie nachdenken. Sich an einem Kind zu vergehen ist für mich das schlimmste Verbrechen überhaupt.

Ein normales Familienleben schützt zwar nicht vor pädophilen Schandtaten, trägt aber zu Normalität in dieser Struktur bei. Wäre doch was, wenn die Geistlichen „ihr Glück nicht mehr selbst in die Hand nehmen bräuchten!“ – Kurt Nickel


Leserbrief zu „Der Mob“ von S. Kempkens

Die Frage : “ Wieviel Gewalt “ beantwortet sich von selbst. Die gegenseitgen Schuldzuweisungen der Politiker nach den peinlichen Krawallen in Hamburg sind einfach dumm und zeugen von der Hilflosigkeit der etablierten Parteien.  Diese Parteien sind blind und agieren “ defensiv an der Wand “ , wenn es um Antifa und linken Mob , aber auch um die kommenden Gefahren aus dem Terror-Umfeld von Islamisten geht.  Anstatt hier mal was effektives zu tun , hetzen und diffamieren Politiker sowie Pfarrer und Pastoren in Richtung AFD.  Wann endlich handelt die CDU nach ihrem “ C “ in ihrem Parteinamen? –  Erwin Chudaska  Dipl.Ing.


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Bei aller Sympathie für Herrn Erenz Furor für den 14. Juli 1789 als Gründungsdatum des modernen, freien Europas und damit als möglichen Kandidaten für einen Festtag aller Europäer, muss nun ich als Beamtin der Europäischen Kommission Einspruch erheben. Und zwar nicht nur, weil eine solche Umwidmung und Aneignung eines französischen Nationalfeiertags wohl weder in Frankreich, noch in den übrigen Mitgliedsstaaten auf viel Gegenliebe stoßen und eher kontraproduktiv wirken würde. Vielmehr muss ich widersprechen, da es einen solchen Tag tatsächlich schon gibt, nämlich den Europa-Tag am 09. Mai.

Dieser Tag dient dem Gedenken an die Erklärung Robert Schumans im Jahre 1950, die in die Gründung der Montan-Union mündete. An diesem Tag haben die meisten EU-Beamten frei (und verzichten dafür auf einen anderen gesetzlichen Feiertag in Belgien, um  dem immer wieder gerne bemühten Bild des überbezahlten Müßiggangs keine Steilvorlage zu liefern) und es finden zahlreiche Feierlichkeiten und Veranstaltungen rund um Europa und seine Institutionen statt, nebst dem Tag der offenen Tür aller Brüsseler Institutionen an einem Wochenende kurz vor oder nach dem eigentlichen Europa-Tag. Ich für meinen Teil würde mich jedenfalls sehr freuen, diesen Tag zukünftig mit dem gesamten Demos Europas zu begehen! – Alexandra Pötz


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Uwe Jean Heuser greift die Debatte über die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse auf und weist Kritik vom Economist zurück.

Wer den Economist aufmerksam gelesen hat, stellt fest, dass dieser durchaus Verständnis für die Entstehung der Überschüsse zeigt, aber nun andere wirtschaftspolitische Maßnahmen fordert. Recht hat er! Dass viele Akteure in dieser Diskussion eigene Interesse verfolgen ist unstrittig und dass die Bundesregierung nicht einfach per Dekret den Leistungsüberschuss abschaffen kann, übersehen auch viele Kritiker.

Dennoch: bereits in den ersten Studiensemester VWL lernen Studierende, dass eine ausgeglichene Leistungsbilanz ein sinnvolles langfristiges wirtschaftspolitische Ziel darstellt. Die Kehrseite des Leistungsbilanzüberschusses ist das Kapitalbilanzdefizit, was nichts anderes heißt, als dass die Investitionen in Deutschland im Durchschnitt zu niedrig sind. Auch wenn Merkel sagt, dass Geld nicht das Problem sei, gibt es weiterhin zahlreiche Kommunen und Bundesländer, deren Geldnot durchaus ein reales Problem ist. Mindestens ebenso wichtig sind aber private Investitionen von Unternehmen und die eigentlich (sehr beunruhigende!!) Frage hinter den Exportüberschüssen ist, warum private Unternehmen so wenig in Deutschland investieren. Anstatt aktiv zu schweigen, sollte die Bundesregierung hierauf konkrete Antworten liefern um den Wirtschaftsstandort Deutschland für die Zukunft zu sichern. Die Kritik vom Economist einfach abzutun ist somit fahrlässig. – Dr. Malte Ehrich aus Mölln


Leserbrief zu „Kann die SPD das noch drehen?“ von Matthias Krupa

Martin Schulz statt Angela Merkel bedeutet nur „Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold“ statt „Wir schaffen das“. Vom Regen in die Traufe, könnte man auch sagen, weshalb man zum kleineren Übel tendiert. Wenn die Kanzlerin aber darüber hinaus meint, man müsse für die EU und deren Problemwährung „Opfer“ – etwa als Fangbaum in Form der Aufnahme vieler nach Europa kommender Sozialtouristen oder als Finanzierungszentrum für marode Mitgliedsstaaten der Eurozone – bringen, scheint der Bogen endgültig überspannt. Tante Angela fühlt sich scheinbar für die ganze Welt zuständig, vergisst aber die Menschen im eigenen Land. Bedauernswertes Deutschland. – Mag. Martin Behrens


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Ich finde es peinlich und unangemessen, den Ausschreitungen und der sinnlosen Gewalt anläßlich der G20-Krawalle mit „Stauffenbergs Anschlag auf Hitler“ eine gewisse Legitimität geben zu wollen.

Distanziert führen Sie weiter aus: wenn man der Meinung ist, dass das Doppelgespann aus Demokratie und freiem Markt zu unerträglichen Zuständen führt, dann sind auch ungewöhnliche Gegenmaßnahmen angemessen. Ich bezweifle, dass Sie ebenso distanziert reagieren, wenn man der Meinung ist, dass das Doppelgespann aus Demokratie und freier Meinungsäußerung sowie freier Presse zu unerträglichen Zuständen führt, dann auch ungewöhnliche Gegenmassnahmen angemessen sind.

Zum Glück erleben wir in Deutschland mit dem Doppelgespann aus Demokratie und freier Gesellschaft nach meiner Meinung keine so unerträglichen Zustände, dass ungewöhnliche, gewalttätige Gegenmaßnahmen der Bürger angemessen sind. – Dr. Herbert Powelz


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Mythos Schwarzer Block

„Was sind das alles für Versager in Politik und Polizeiführung“ hört und liest man richtigerweise.

Wie aber sind die selbsternannten Sicherheitsexperten und sich ständig wiederholende Kommentatoren oder oft schlecht recherchierende Journalisten zu dem Thema zu bewerten?

„Gewalttätig wie selten“ ist die überwiegende Meinung.

Ich vergesse nicht den erstmalig so herunterprasselnden Steinhagel 1968 am Tegeler Weg in Berlin. Vor allem nicht die völlig überraschenden Maikrawalle 1987 mit den mehreren neben mir brennenden SEK-Kollegen!!

Später Molotowcocktails und Gehwegplatten von Dächern in der Mainzer Straße, die glücklicherweise in den Mannschaftswagen stecken blieben. Danach das Hochkämpfen auf die Dächer mit Spezialkräften. Und es gab noch Schlimmeres, beispielsweise in Frankfurt…

Der Schwarze Block? Na und…kann man packen!! Wo aber bleiben die zeitgerechten wirksamen Hinweise der Besserwisser für mögliche technische/taktische Maßnahmen?

Es gibt Lösungen, stattdessen muss man wieder Schwerverletzte und Tote unter den Beteiligten erwarten!

Von einem in Hamburg eingesetzten SEK-Leiter wird aufgeregt berichtet, der Schusswaffengebrauch sei für sie freigegeben worden. Was ist daran denn nur meldewürdig?? – Lothar Ebert


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Seit zwei Jahren muss ich es ertragen, dass Sie gebetsmühlenartig von “Flüchtlingskrise” reden, wo wir doch vielmehr eine “Krise des Flüchtlingsschutzes” haben. Jetzt stellen Sie den Deal zwischen der EU und der Türkei (dessen Präsident “den Verrätern die Köpfe abreißen” will!) als leuchtendes Beispiel hin zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen. Es reicht. Da hilft nur noch abbestellen.” – Angela Baer


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Furtwangen, eine Kleinstadt von etwa 10 000 Einwohnern, 45 km von Freiburg entfernt , liegt auf 850 m Höhe im Südschwarzwald – mit entsprechend rauem Klima und ohne Bahnanschluss. In Freiburg wird entsetzt reagiert,: „Da kann man doch nicht wohnen“ – in diesem kulturlosen Badisch-Sibirien.

Aber. ich bin jedes Mal froh, wenn ich „aus dem Tal, sprich dem lauten, überfüllten, stickigen Freiburg auf meine grünen Höhen mit der unvergleichlichen würzigen Luft in unser Haus am Hang, das ich mir in dieser Lage in Freiburg nie leisten könnte, zurückkehren kann.

Was macht die „Provinz“ so lebenswert, dass ich mich nicht abgehängt fühle?

Wie schon erwähnt – die grüne Umgebung, die reine Luft, Arbeitslosenquote extrem niedrig durch eine gut aufgestellte mittelständische Industrie und viele Handwerksbetriebe, bezahlbarer Wohnraum, sich kümmernde Nachbarschaft, kulturelles Leben durch Vereine und die renommierte Fachhochschule ( jetzt University), Vorhandensein sämtlicher Schularten, – und, wie im Augenblick, erträgliche Sommer mit kühlen Nächten, worum uns im Zuge des Klimawandels sicher noch viele „Täler“ beneiden werden.

Ich kann nur alle genervten Großstädter auffordern – kommt nach Furtwangen! – Kerstin Cornelissen


Leserbrief zu „Eine Dreckschleuder sieht Grün“ von Isabell Beer

Durch ihren Bericht in der Zeit-Ausgabe vom 13.07.2017 entsteht der Eindruck, die geschilderten Vorkommnisse wären in der Autobranche ein großes Problem. Die Feinstaubplakettenproblematik betrifft ja (fast) ausschließlich nur Dieselfahrzeuge. Natürlich ist der Handel mit Feinstaubplaketten illegal und nicht zu akzeptieren! Aber man sollte meines Erachtens die Wertigkeit solcher Vorkommnisse genauer prüfen. Was uns ( ich betreibe seit fast 20 Jahren eine freie KFZ-Werkstatt ) viel mehr Sorgen bereitet würde ich Ihnen gerne einmal mitteilen. Ich bin fest davon überzeugt, das der Großteil der Bürger/Verbraucher/Autofahrer schockiert ist wenn berichtet wird wie es zugeht im „Autoland“ Nr. 1: Es ist branchenintern bekannt, dass es KFZ-Ingenieure gibt die z.B. die Hauptuntersuchung durchführen ohne das betreffende Fahrzeug gesehen zu haben! Es fahren wahrscheinlich Zehntausende Fahrzeuge durch unser Land die ich als Verkehrsunsicher einstufen würde. Wir haben als redliche Handwerker keine Ansprechpartner wenn wir über Jahre Mißstände erleben.

Ich würde gerne berichten wie auch die großen Organisationen wie z.B.

TÜV oder DEKRA plötzlich aktiv werden wenn erhebliche Mängel an Fahrzeugen kurz nach der „Mängelfrei“ bestandenen HU festgestellt werden. Wir haben in unserer Werkstatt einige Fahrzeuge repariert und in einen sicheren Zustand gebracht bei denen die Kosten komplett von den eben genannten Prüforganisationen übernommen wurden. Spannend ist sicher auch das Thema „Schadenssteuerung “ der KFZ-Versicherer. Ich kann darüber berichten wie bewußt Zahlungen verzögert werden, wie man als Betrüger dargestellt wird( seitens der Versicherungen ),teilweise werden Rechnungen um minimale Eurobeträge gekürzt, es ist ein Kampf David gegen Goliath!

Und anstatt die großen Probleme anzugehen, werden wir mit völlig unsinnigen Vorschriften konfrontiert, die wir als letzter dieser Kette umsetzen müssen. Aktuell ist da das Thema Scheinwerferrichtlinie zu nennen, ebenso werden wir gezwungen bis zum Jahreswechsel 2018/2019 völlig intakte Bremsenprüfstände gegen angeblich „Manipulationssichere, weil mit Schnittstelle versehene“ Prüfstände auszutauschen. Als hätten wir anhand der Unfallzahlen einen Grund solchen Irrsinn durchzuführen!

Mit klarem Menschenverstand kann man solche Dinge nicht nachvollziehen. Wenn ihrerseits Interesse besteht darüber einen größeren Bericht zu verfassen bin ich gerne bereit mit meinem Wissen und der Erfahrung der letzten Jahre zu dienen. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zur Grafik: „Über den Wolken“ von Carolin Eitel und Christoph Drösser

Mit Interesse habe ich die Grafik auf der Grundlage Ihrer Recherchen über den Flugverkehr studiert. Mich würde dazu die Frage interessieren, wie viele Fluggäste aus Deutschland für ihre Ferienflugreisen den CO2- Ausstoß kompensieren und ob sich dabei im Verbraucherverhalten in dem von Ihnen untersuchten Zeitraum eine Veränderung feststellen lässt. Vielleicht gibt es Quellen, die Ihnen zugänglich sind. In Zeiten der Klimakrise gehört meines Erachtens der Aspekt der Kompensation zum Thema „Über den Wolken“ dazu, und es würde mich freuen, wenn die Zeit ihn auch auf ihren Reiseseiten ins allgemeine Bewusstsein bringen würde. Dies nicht zuletzt, um alternative Formen des Reisens zu fördern. – Claudia Belles-Fünfgeld


Leserbrief zu „Goodbye, Humboldt?“ von Josef Joffe

In der letzten Ausgabe der ZEIT las ich Ihren Artikel „Goodbye, Humboldt?“ und habe mich sehr darüber gefreut. So wie Sie das Humboldt’sche Bildungsideal beschreiben, verstehe ich es und genauso wie Sie, bin ich der Meinung, dass es gerade in Zeiten, in denen sich alles immer ändert, darauf ankommt, die eigenen Ansichten auf ein stabiles Fundament zu stellen. An einigen Punkten möchte ich gerne einhaken:

Ich glaube, dass sich das amerikanische Modell nicht so einfach nach Deutschland übertragen lässt, auch wenn hier Universitäten vorangehen, zudem liegt das Problem der zu schmalen Bildung nur zum Teil in der Übernahme des Bachelor-Systems. Lehrende in Deutschland zeichnen sich in erster Linie durch hervorragende fachliche Qualifikationen aus. Dass diese hochspezialisierten Fachkräfte nicht ohne weiteres in der Lage sind breite Bildung zu vermitteln, versteht sich von alleine – sie lehren das, was sie am besten kennen und das sind nun mal in die eigenen wissenschaftlichen Nischen. Am Ende braucht es also einen komplett neuen Lehrkörper, der die Art der Bildung, die Ihnen und mir vorschwebt, den jungen Erwachsenen nahe bringt. Im Übrigen lässt sich das Problem der Schmalspur – Ausbildung auch innerhalb das von den Studierenden gewählte Fach verlegen. Auch hier wird oft Spezialwissen von Spezialisten vermittelt, ohne vorher eine stabile Grundlage zu schaffen, zumindest im Medizinstudium (was ich kenne).

Ob sich die breite Masse der Studierenden dann für die Höhen der humanistischen Bildung begeistern lässt, bezweifele ich leider. In vielen universitären Veranstaltungen, die ich besucht habe, wird jedes Thema wird nur unter der Frage „Was bringt mir das?“ betrachtet, Themen ohne unmittelbaren Nutzen werden als Zeitverschwendung abgetan. In einem solchen Klima implizites (also letztlich nicht unmittelbar zur Anwendung kommendes) Wissen zu vermitteln, stellt sicherlich eine Herausforderung dar. Hier stellt sich auch die Frage was eigentlich genau in einem „Studium Generale“ vermittelt werden soll. Welche Felder müssen behandelt werden und nach welchen Kriterien werden diese ausgewählt (Interessen der Studierenden oder Lehrenden?, Forderungen aus Wirtschaft oder Politik?, usw.)? Letztlich muss auch diskutiert werden, ob tatsächlich nur akademisches Wissen im engeren Sinne vermittelt werden soll, oder ob z. B. handwerkliche Fähigkeiten auch auf den Lehrplan gehören, interessant sind dazu auch die Artikel in der vorletzten Ausgabe der ZEIT, in denen verschiedene Autoren ihre Version der idealen Universität beschreiben. – Mattias Vollmer


Leserbrief zu „Mal nicht so entspannt!“ von Luisa Jacobs

Da sich mein Kommentar auf ein Bild in Ihrer Zeitung bezieht (und zwar das Titelbild der „Zeit zum Entdecken“ N°29), schicke ich Ihnen anstelle eines Leserbriefs ein Leserbild.

Ich würde mich freuen, damit zur Diskussion beizutragen! – Sarah Gorenflos


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Alle sind gegen die Gewalt? Aber nur so, dass man sie nicht hört. Wo sind sie denn, diejenigen, die bei jeder Friedens-, Antiatomwaffen- und Abrüstungsdemo ganz vorne mitmarschieren? Die Gewerkschaften, die Linken, die Kirchen, die Friedensforschungsinstitute? Die sich so gerne in der Zeitung auf der Titelseite sehen? Nichts. Tauchstation. Weg. Wenn die nur ein kleines Fünkchen Glaubwürdigkeit hätten, dann müsste von Ihnen ein Aufschrei durch die Medien gehen, den Deutschland noch nicht gesehen hat. Stattdessen: Funkstille. Kapitulation vor der Gewalt. Die kannste alle in der Pfeife rauchen, und es würde nicht mal schmecken, ehrlich. – Martin Loser


 

 

06. Juli 2017 – Ausgabe 28

Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Ich weiß sie sind genauso ein mensch wie ich, wie mein Nachbar und wie die gesamte Weltbevölkerung. Ich weiß sie sind nicht besser als die gesamte Weltbevölkerung, ich weiß aber das sie ein sehr sehr gieriger, bösartiger und ein egoistischer mann sind der sich nicht unter Kontrolle hat. Sie sind wirklich so ein schlechter mensch das sie sich sogar über andere menschen stellen, diese menschen leiden und weinen jeden tag. Aber warum das ganze? Genau, wegen einem mann. Wegen ihnen Herr Erdogan.

Sie haben es wirklich geschafft, die gesamte Welt hat angst. Aber Respekt? Nein das nicht, wer sollte Respekt haben vor ihnen? Ich hoffe nichtmal eine fliege. Gehasst von vielen und und von ein paar Menschen bekommen sie noch gezwungene liebe, das nennt man doch ein erfülltes leben oder? Wie sehen sie das? Sind sie glücklich? Oder sind sie ein alter, Depressiver mann mit massiven Problemen? Glauben Sie wirklich das menschen im guten an sie denken wenn sie eines Tages nichtmehr sein sollten? Zu viele fragen und keine Antworten. Wissen sie das sehr viele menschen denken das sie kein herz haben?

Wissen sie das es Menschen gibt die ihr Familie seid Monaten nicht gesehen hat weil sie im Gefängnis sitzen, wegen ihnen? Obwohl sie nur eine Meinung haben die nun wirklich nicht übertrieben dargestellt ist oder sie in ein schlechtes licht rücken, nein Herr Erdogan sie sind es schon längst und diese menschen sagen nur das was Millionen von menschen am liebsten sagen würden. Sie tragen wirklich so wenig selbstliebe, sind so unsicher und haben so wenig Selbstbewusstsein das sie mit so einer Kritik nicht leben können, das ist sehr schade denn jeder mensch sollte sich selbst lieben. Aber bei ihnen kann ich das verstehen, wer möchte sie schon lieben außer ihre laufburschen, ihre Frau und ihre „Anhänger“ darüber kann man doch nur lachen oder?

Diesen ganzen menschen die sie komplett verarschen und angeblich stärken, sind entweder sogenannte „fake Anhänger“ oder einfach dumm. Ich hab glatt vergessen, wie blöd sind sie eigentlich das sie in unserem schönen Deutschland sprechen dürfen? Wir dürfen es doch genauso wenig in ihrem Land? Wenn sie so unbedingt reden wollen dann möchten wir das selbe. Obwohl, möchte man wirklich den türkischen Hitler reden hören? Ich glaube nicht, einen schönen tag noch Herr Erdogan. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Nicht immer nur Lächeln“ von Raoul Löbbert

Kardinal Müller  hatte eigentlich alle die Eigenschaften, die dem sog. Papst Franziskus fehlen. Er ist gebildet, diplomatisch, einfühlsam, willensstark, eloquent, tüchtig, schön. Er wäre somit die perfekte Kompensation für die Defizite seines Papstes gewesen.

Die Katholiken auf der Welt brauchen keinen Papst, der möglicherweise in einigen Jahren die darkrooms segnet. Hoffentlich ist bald wieder eine Papstwahl! – Alexander Gruber


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Ich finde es ein super Interview, vielen Dank dafür. – Birgit Kasimirski


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Man reibt sich bei der Lektüre des Beitrags von Heinrich Wefing verwundert die Augen: Die Behauptung, die Eheöffnung sei im Huruck-Verfahren durchgesetzt worden und es mangele an einem ausreichenden Diskurs über dieses Thema, kann nur aufstellen, wer die letzten 15 Jahre verschlafen hat.

Seit Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft 2001 und der seit dem gleichen Jahr zu beobachtenden Eheöffnung in anderen Ländern wurde das Thema breit diskutiert. Ab 2010 gabe es zahlreiche Initiativen im Bundesrat und Bundestag hierzu. In dieser Legislaturperiode lagen seit 2013 entsprechende Gesetzentwürfe vor.

Eine umfassende Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages fand im September 2015 statt. Von den Debatten in allen Medien ganz zu schweigen. Es gibt wohl nur wenige Themen, die inner- und außerparlamenatarisch jemals breiter debattiert worden wären – so langwierig und kleinteilig, dass Deutschland auf dem besten Wege war, sich damit in der westlichen Welt zum Gespött zu machen. – Dr. jur. Sven Kerkhoff


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Wie lange müssen wir uns von diesem Nazi und Faschisten Erdogan noch beleidigen lassen.Für diesen menschlichen Schädling gehört ein Einreiseverbot nach Deutschland! – Detlef Schönfeld


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Die hegemonische Zustimmung für die Ehe für Alle ist ein hochwertiges Gut, sie zeigt wie offen wir für die Liberalität des Individuums sind und dass die Geselschaft bereit ist sich zu wandeln – nicht bloß, wenn sie dazu gezwungen ist sich den Umständen anzupassen (wie beim Klimawandel), sondern auch von sich selbst heraus neues zu schaffen.

Die „Versprengten“ erhalten meiner Ansicht nach ihren Titel zurecht, denn was spricht denn gegen die Ehe für Alle? Es gibt keine economische, gesellschaftliche oder steuerliche Nachteile es ist jeglich der Wunsch nach Selbstbestimmung (will ich ein Kind adoptieren oder nicht) und die Verantwortung die man mit dem/der Lebenspartner/Lebensparternin.

Die erzkonservativen sagen ihnen ginge altbewertes verloren, was ein Trugschluss ist, denn für sie ändert sich ja nichts, und was wäre denn, wenn wir uns immerzu am Anker des Bewahrten festhalten würden, wenn wir nichts neues zulassen wollen (wie Heute bei den Geflüchteten – Grenze dicht, Augen zu!) sondern nur an dem festhalten was wir kennen – wir säßen wohl alle noch unbehelligt auf einem Baum. – Gregori Six


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Mich interressiert nicht wie diese Abstimmung über die Ehe für alle zustande gekommen ist, mich interessiert auch nicht wie Kanzlerin Merkel abgestimmt hat und warum. Es geht mir darum, dass im 21. Jahrhundert immer noch die Grundsätze der Kirche in gesellschaftspolitischen Angelegenheiten herangezogen werden. Warum ist dieser Begriff Ehe so wichtig?

Geht es wirklich nur um den Traditionsbegriff oder auch um die Privilegien, die damit verbunden sind? Ist es nicht ein Unding, dass verheiratete Personen quasi per Gesetz über die anderen Menschen gestellt werden. Es ist fast schon so, als wären unverheiratete weniger wert. Dabei übernehmen alleinerziehende mindestens genauso viel Verantwortung, und auch unverheiratete Paare übernehmen Verantwortung und stehen für den anderen ein.

Wenn Deutschland ein interkulturelles Land werden möchte, dann wird die Heranziehung der Grundsätze der Kirche auf Dauer nur schwer beibehalten zu sein. In einigen Punkten sind die Religionen einfach zu verschieden. Deshalb bin ich einerseits der Meinung, dass Kirche und Staat strikt getrennt werden sollen. Aber anderereits wird die Debatte dann immer sehr schnell auf die Sicherheit des Staates gelenkt. Dennoch, religiöses gehört ins Private. Ich weiß nicht, ob das eventuell eine sehr linke Ansicht ist. Sei es drum.

Ich frage micht aber auch, wie christilich Deutschland eigentlich ist und wie unsere Werte zustande gekommen sind. Wahrscheinlilch wird bei näherer Beschäftigung mit diesem Sachverhalt sehr schnell klar, das es in vielen Bereichen alles einen christlichen Ursprung hat. Als besonderes Beispiel ist hier u.a. die Nächstenliebe zu nennen. Doch vielleicht muss sich Deutschland klar werden, wie seine Zukunftt aussieht und was es möchte. Vielleicht wird an dieser Debatte auch einfach eine grundsätzliche Herausforderung dieser Zeit deutlich. Auf einer anderen Art und Weise auch bei der sog. Flüchtlingsfrage.

Es ist gut, dass sich die religiöse Sicht bei der Abstimmung nicht durchgesetzt hat. Denn fortschrittliche Zeiten erfordern fortschrittliches Denken. Und die Freiheit des Einzelnen, so zu Leben wie er es für richtig hält, muss über konservativen Werten stehen. Für mich ist die Freiheit das wichtigste Gut. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Dass Sie mit Herrn Erdogan ein Intervew geführt und als Sprachrohr fungiert haben, finde ich absolut nicht gut. Ich werde diese ZEIT-Ausgabe nicht lesen. – A. Beuermann


Leserbrief zu „Wenigstens sind sie schlecht im Kricket“ von Oliver Fritsch

Ich kann den von Ihnen vertretenen „Genie-Kult“ nicht nachvollziehen. Man vermag sich gar nicht auszumalen, welche Kränze Spielern  wie Goméz und Müller bzw. Özil und Kroos tagtäglich geflochten worden  wären, wenn sie auch nur eins der jeweils drei Tore erzielt hätten, die Goretzka, Stindl und Werner geschossen haben bzw. nur eins der „Assists“ geleistet hätten, wie sie z. B. von Draxler und Werner kamen – Schlagzeilen, Superlative und Fotos in Jubelpose.

Der Confederations Cup und die U21-Europameisterschaft haben gezeigt, dass deutsche Nationalmannschaften auch (oder gerade) ohne diese vermeintlich unverzichtbaren, von den Medien gehätschelten (überschätzten?) Platzhirsche gegen starke Gegner ansehnlich und erfolgreich zugleich spielen können. Löw hat nun die Qual der Wahl. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Gelegentlich lese ich die Zeit ausführlich, manchmal nur online Nachrichten. Vor dem G20 Gipfel geben Sie im Interview dem türkischen Präsidenten eine Plattform, seine politischen Meinungen darzustellen. Warum?

Im Internet lese ich nach, dass heute Vertreter von amnesty international bei einem Seminar in der Türkei verhaftet worden sind. Kürzlich sah ich im TV Interview einen türkischen Richter, der aus dem Amt gejagt wurde wie zahllose andere Juristen – ohne Anklage, ohne Recht aus Verteidigung. Er floh mit seiner Familie nach Deutschland und lebt hier nun quasi incognito. Es gab die Berichte über die hunderte inhaftierte Journalisten. Reicht dies alles nicht?

Ich kann wirklich nicht verstehen, dass Sie als Vertreter einer liberalen Presse diesem arroganten, selbstherrlichen Mann ein Forum bieten müssen.

Türkische Demonstranten, die für Gerechtigkeit eintreten und einen Marsch organisiert haben, bezeichnet er als „Terrroristen“. Jetzt verlangt er in Deutschland Rederecht – nachdem er alles hier beschimpft und mit Nazi-Vergleichen überzogen hat. Was soll dann eine solches Interview? Wem nützt es???

Das möchte ich als Bundesbürger (Pensionär 71 Jahre alt) einmal loswerden. – Hans-Heinrich Busse


Leserbrief zu „Busunglück“ im ZEIT Magazin von Janosch

Leider ist die sonst immer sehr herzerfrischende Glosse von Janosch diesmal ziemlich unpassend: Autobusreisen, sich auf das Ziel freuen, sodass man gar nicht mehr ankommen muss. Alle wären gerne angekommen. –  Geelke Braun


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Dein Artikel was das Beste, Persönlichste, Intensivste,  Entlarvendste, Berührendste und sprachlich Beeindruckendste dass ich jemals zum Thema Inklusion lesen durfte.

Vielen Dank dafür und Dir und Deiner Familie alles Gute. – Thomas Schossig


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Großes Potential versprach das Interview mit Recep Tayyip Erdoğan. Leider wurde ich enttäuscht. Nicht durch Hr. Erdogan, sondern durch Hr. di Lorenzo, der das Interview zu seiner persönlichen Fehde macht. Hierdurch wird die Chance verspielt, mehr über den „Diktator“ Erdogan zu erfahren. Plump greift Hr. di Lorenzo immer wieder das Thema Deniz Yücel auf, welches natürlich seine Berechtigung hat, aber Hr. Erdogan zwingt immer wieder seine Antwortsalven abzufeuern. Journalistisches Feingefühl um jemanden aus der Ecke zu holen sie anders aus, da hätte ich von einem Journalist und Autor in der Position des Chefredakteur der Zeit u.v.m. deutlich mehr erwartet. – Dipl. Ing. (FH) Michael Rossi


Leserbrief zu “Ihr Kampf” von Christian Staas

Ihren sorgfältigen Bericht über die Nazissen-Autobiographien (die Umfrage als solche war mir bekannt) vom 6.7.17 habe ich mit Interesse gelesen. Die Erfindung eines „Hitolaus“ ist ja wirklich irre.

Da ich mich in der NS-Materie seit vielen Jahren gut auskenne, habe ich eine ganze Reihe von Fragen an die Fachwissenschaft gesammelt, die in der Feuilletonöffentlichkeit oder Knopps ZDF-History-VHS nicht auftauchen. Sie nennen Falters NS-Wählerforschung: ich habe ihm gerade geschrieben, dass ich da immer die Angaben zu den hohen Prozentzahlen der Nichtwahlberechtigten vermisse. Denn die unter 20jährigen haben nie (schon gar nicht nach dem 5.3.33) wählen können, mussten aber die üblen Folgen der letztlich Hindenburgischen Willkürentscheidung für Hitler mittragen: HJ, BdM, RAD, Militärpflicht und Kriege, in denen 5,3 Mio Soldaten starben und ca. 400000 Bombenopfer, dazu eine bis heute ungewisse Zahl von Vertriebenen (Koselleck nannte 2005  ca. 1,5 Mio). Ich habe selber noch im Bombenkeller gezittert.

Falter hat mir einige Buchhinweise gegeben, ohne genaue Angaben zu meiner Frage.

Wissen Sie, dass am 29.1.33 in Berlin das Gerücht eines Schleicher-Staatsstreichs kursierte, bei dem Hindenburg nach Neudeck „entführt“ werden sollte? Hitler bot SA dagegen auf. Die Entscheidung für Hitler am nächsten Tag dürfte auch unter diesem Druck geschehen sein, so wie ihn am 28.2.33 die blind geglaubte NSDAP-Behauptung, die KPD habe mit dem Brand den schon geplanten Putsch eingeleitet, zur Unterschruft unter die verhängnisvolle , bis 1945 (verfassungswidrig!) geltende NVO mit der Aufhebung der Grundrechte verleitete. Der Mann war senil: wie konnte er Hitler ernennen, der doch seit Jahren die Abschaffung von Parlament, Parteien und Demokratie propagierte? Wollte auch Hind. genau das? Wie Hugenberg, Papen etc.?

Zur Sprache :

ELIMINIEREN im Sinne von Töten, Ausrotten ist eine anläßlich von Goldhagens Buch 1996 eingeschleppte falsche Übersetzung: leider können die Deutschen nur mäßig Englisch und Deutsch immer schlechter. Wann immer es bei uns ein gleichlautendes Wort gibt, wid die englische Bedeutung hineinprojiziert und unsere eigene so gestört. Auch etwa bei Evidenz (in der Medizin für Belege, Beweise) und Expertise (für Kompetenz, Sachverstand) ist das offensichtlich.

Unser Wort für eliminate wäre (das ebenfalls euphemistische!) LIQUIDIEREN oder deutlich : AUSMERZEN.

Dumm war auch die Nicht-Übersetzung von collateral: da hätten wir doch ein schönes „Begleitschaden“ gehabt!

Wenn Sie mal etwas Aufregendes zum NS lesen wollen , empfehle ich Ihnen (und anderen bei Ihnen zeitgeschichtlich Interessierten) das so gut wie unbekannt gebliebene hervorragend sortierte  und kommentierte  Dokumentar-Werk :

Autoren über Hitler. Von Günter Scholdt. Antiquarisch manchmal günstig zu haben. Über 900 Seiten über 400 Autoren.

Hat die ZEIT eine Hausbibliothek? Dann sollten Sie rasch für diese Anschaffung sorgen. – Guido Kohlbecher


Leserbrief zu „Nicht immer nur Lächeln“ von Raoul Löbbert

Die Artikel Löbbert/Finger malen ein Bild, das typisch ist für das Gezänke zwischen politischen Parteien. Und ich dachte, es handelt hier um eine Religion! – Dr. Salvatore Algieri


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Präsidiale Denke und Lenke

Das Interview Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit dem Staatspräsidenten der Türkei (DIE ZEIT vom 6. Juli) bietet authentische Einblicke in die Denke und Lenke von Recep Tayyip Erdogan.

Diese mögen einer Vertiefung zur besseren Verständigung der Türkei mit dem Westen/Deutschland dienlich sein.

Besonders bedeutsam ist gewiss die Denke, wer als Journalist mit einer Organisation wie der PKK spricht/dies publiziert oder Anhänger von Gülen ist, sei als „Terrorist“ zu verfolgen.

Auf den Vorhalt von Giovanni die Lorenzo, dass Erdogan Im Falle Yücel deutlich gemacht hat, Yücel werde nicht nach Deutschland überstellt, solange er (Erdogan) im Amt ist, stellt Erdogan nicht in Abrede, dass eine derart dezidierte Vorverurteilung geeignet sein kann, das Urteil der türkischen Justiz zu lenken. Vielmehr antwortet Erdogan nurmehr mit dem sprachlichen Dreh, er könne der Justiz keine „Anweisungen“ erteilen.

Dabei ist sicher auch bezeichnend, dass Erdogan „nicht daran glaubt, dass es irgendwo auf der Welt unabhängige Medien gibt. Sie bewegen sich dahin, wo der Wind weht.“

Solch ein Glaube mag Schritt für Schritt zu einer vom „Wind“ gelenkten Demokratie beitragen. Dabei mag der Windmacher, der „den Westen“ deftig abqualifiziert und Deutschland „politischen Selbstmord“ prognostiziert, noch nicht als „Diktator“ zu bezeichnen sein. Gleichwohl bestimmt auch das wiederholte öffentliche Engagement für die Einführung der Todesstrafe die Denke und Lenke Erdogans signifikant.

Die Sensitivität in Sachen Terrorismus mag Erdogan auch zu der Meinung geführt haben, wer bei  ein Interview mit einem „Terroristen“ dessen Äußerungen publiziere, leiste „Beihilfe für die Gedanken der Terroristen“; dies sei „ein Verbrechen“. Zudem erklärt Erdogan irrtümlich, dies werde „von den Anklageorganen überall auf der Welt so bewertet.“

Dieser Irrtum hat den türkischen Präsidenten womöglich mit dazu bewogen, im Kurdenkonflikt  anders zu reagieren als etwa Präsident Santos im Friedensprozess mit der FARC.

Was den Kurdenkonflikt betrifft, ist allerdings schon länger eine besondere Sensitivität der Türkei nachvollziehbar. Bereits vor der Präsidentschaft von Erdogan wird bei hochrangigen Gesprächen in der Türkei erklärt, dass besonders sensible Reaktionen der türkischen Administration und Justiz im Hinblick auf ca. 50.000 in diesem Konflikt zu Tode gekommenen Menschen differenzierter verstanden werden mögen.. – Frank Müller-Thoma


Leserbrief zu „Ich lese alles“ von Jana Gioia Baurmann

„Sie ist cool und anteilnehmend, professionell und spontan, nachdenklich und instinktsicher?“

Gerade das ist sie eben nicht. Sie kann nicht mit Menschen, sie kann überhaupt keine Nähe herstellen. Ihre Reportagen sind absolut oberflächlich.

Die Familie ist ihr heilig? Was für ein dummer Satz. Sie schreibt ein Buch über ihren Hund und läßt sich den Namen des Köters auf den Arm tätowieren? Geht’s noch blöder? So eine Frau will mir die Welt erklären?

Das ist ein großes Mißverständnis, wie damals bei Alfred Biolek. Biolek galt ja als Meister der Unterhaltung, aber er war ein eitler Schwätzer, der sich immer in den Vordergrund stellte. Elke Heidenreich hat in der ZEIT mal eine treffende TV-Kritik über ihn geschrieben.

Ich erinnere mich da besonders an eine Kochsendung mit Jo Zawinul. Biolek hatte keine Ahnung, wen er da zu Gast hatte.

Oder nehmen wir Jörg Thadeusz, auch ein Mann, der sich durch seine Sendungen stammelt, aber völlig ungeeignet ist für seinen Job. Schauen Sie sich mal die Sendung mit Anke Engelke an, die seine Unfähigkeit mit zwei Sätzen erledigt. – Rainer Baumann


Leserbrief zum Titelthema des ZEIT Magazins „Im diplomatischen Dienst“

Unerträglich finde ich in der Ausgabe vom 6.Juli, dass in dem Beitrag “ Wie aus Fremden Leute werden“, die Marken und Bezugsquellen der Kleidung angegeben werden.

Schon seit langem stört mich, dass das Zeitmagazin immer wieder zur Modezeitung verkommt, aber die letzte Ausgabe setzt allem die Krone auf. – Albert Hullen


Leserbrief zu „Die Unperfekten“ von Anna von MünchhausenPerfekt geht nie. Eine passende Lösung für alle gibt es nicht. Leben ist  immer durcheinander und lässt sich nicht mit Terminkalender durchplanen.  An jedem liegt es, aus dem Durcheinander das Beste zu machen. Also  durchwursteln. Jeder auf seine Weise. Jeder macht seine Geschichte selber. Mal mit Glück, mal ohne. Meistens durcheinander – eben wie’s  Leben ist:  Ich (Jg. 62) habe studiert, nach M.A. Redaktionsvolontariat an einer  lokalen Tageszeitung absolviert, feste Stelle als Lokalredakteurin, mit  33 das erste Kind bekommen, zwei Jahre später das zweite, zwei Jahre  später das dritte. Alles Wunschkinder. Mein Mann war der  Besserverdienende, logisch: Ich übernehme die von allen (Politik und  Gesellschaft) ver-/mißachtete Rolle.War nicht meine Lieblingsrolle,  doch alternativlos für mich und die drei Jungs, hab zwischendurch  schlechtbezahlt als Freie weitergeschrieben.  Eine gleichaltrige Freundin hat nach dem Studium als festangestellte  Lektorin in einem großen Buchverlag gearbeitet. Sie hat zwei Söhne. Ihr  Mann ist freiberuflicher Fotograf, d.h.: sein Einkommen war unsicher,  seine Arbeitszeiten nicht planbar. Also hat sie ihren Job weitergemacht,  bei der Kinderbetreuung hat er sich mit seiner Mutter und  Schwiegermutter arrangiert.  Andere haben gar keine Kinder – wegen Karriere. Wieder andere haben  Kinder und Enkelkinder und leben alle zusammen auf ihrem Bauernhof – die  Alten im Altenteil-Haus nebenan, die „Mittleren“ im Haupthaus unten, die  Jungen, die gerade Kinder bekommen haben, im Haupthaus oben. Eigentlich  beste Bedingungen für alle: Einer ist immer da, die Kinder zu hüten, zu  erziehen, die Alten zu versorgen… irgendwer kocht Suppe macht  Marmelade, Wäsche, Garten usw. findet „nebenbei“ statt. Geht alles.  Perfekt ist nie was. Glücklich und unglücklich sind sie alle. Tauschen  würde keiner. Das Leben ist, wie es ist.  Sauer bin ich auf den Staat, die Politik, die Gesellschaft, auf die  Leute, die mich abschätzig „Nur-Hausfrau“ nennen. Fassungslos bin ich im  Blick auf das bisschen Rente, die mir zugebilligt werden wird und mir  bleibt die Luft weg, wenn meine Jungs (21, 19 und 17) zu diesem Thema  sagen „kein Unterschied zu armen Ländern; dort gilt Kinderreichtum als  Altersabsicherung.Auf uns musst du zählen können.“ Deutschland ein  Entwicklungsland?  „Rabenmutter“ übrigens scheint ein urdeutsches Wort zu sein (das  Grimm’sche Wörterbuch zitiert Literatur aus dem 16. Jahrhundert, es gibt  Verweise auf „KIndesmörderin“ und im 16. Jh. gibt es auch den  „Rabenvater“.); was Entsprechendes kennen Freunde aus England,  Frankreich, Chile, Polen, Russland und Ungarn nicht. Sie alle sagen „Ihr  Deutschen seht es zu verkrampft. Nehmt es lockerer. That’s life.“ – Sabine Wilms


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Zurecht spricht Herr Wefing von einem faulen Frieden. Schon zu Beginn der Flüchtlingskrise habe ich, bildlich gesprochen ,die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gesagt, da ist etwas faul im Staate D. Konzeptlosigkeit wurde allein von Bayerns Ministerpräsident der Kanzlerin vorgeworfen. Das war auch meine erste Reaktion. Ich erwarte als Bürgerin vor allen Dingen Kompetenz und

Vorausplanung, gerade deshalb, weil das Thema ja mit Händen zu greifen war in den Jahren zuvor. Wir kennen alle die politischen Entwicklungen seitdem. Haben wir nur noch Politiker  mit der Haltung von Parvenues? Der zweite Schlag, unselig von der Kanzlerin provoziert, über die Köpfe ihrer ambivalenten CDU hinweg, ist die  unwürdige  Abstimmung im Parlament vor einer Woche. Nicht die 80 Prozent  Zustimmung in der Bevölkerung darf eine Kanzlerin zu  einem solchen Griff in die Trickkiste verleiten. Ein fauler Gestank macht sich breit. Wenn nach dem Grundgesetz  nur Mann und Frau eine Ehe eingehen können, wir es aber hier mit zwei Partnern gleichen Geschlechtes zu tun haben, und ein Geschlechtsakt hier notgedrungen ein Fake sein muss, dann ist die Frage ,warum  man eine künstliche Teilung in eine verfassungsmäßige und eine parlamentarisch abgestimmte Eheauffassung begründen möchte. Man dreht so lange an dem Ding , bis es verdreht ist. Warum einen Fake als Ehe bezeichnen? Es muß eine Bezeichnung geben, und die gibt es ja schon:Eingetragene Partnerschaft mit allen Rechten. Außer Adoption. Aus der Psychologie wissen wir, wie wichtig der gegengeschlechtliche Elternteil für die Entwicklung der Geschlechtsidentität des Kindes ist. Auch hier wieder das Thema Grenzen.

Noch einmal die Frage , was ist faul im Staate D?  Alle diese Verdrehungen führen zu Verklumpungen auch im Staat, wie Herr Wefing richtig sagt Ein Homosexueller, der Kinder mit in die Beziehung bringt, bleibt der Vater – oder die Mutter in lesbischen Beziehungen. Der homosexuelle Partner bleibt der Lebens- partner , er kann weder Mama noch Paparollen übernehmen. Das ist ehrlich dem Kind gegenüber.So einfach ist das. Kinder nicht adoptieren zu können in homosexuellen Beziehungen ist die natürliche Konsequenz der Fakten: zwei Männer sind nicht Mann und Frau.

Woher kommt diese Verdrehung? Wenn wir an die in der EU viel beschworene Aufklärung denken, so wissen wir, dass diese Licht und Schattenseiten hat. Freiheit, Gleichheit ,Brüderlichkeit. Alles richtig. Denken wir aber auch daran, wie diese Revolution endete? IN MIlIONENFACHEN HINRICHTUNGEN durch die Guillotine! Heute arbeiten wir als Gesellschaft daran,auszubuchstabieren, was daran Idealisierung ist, und was Wahrheit. Das ist das, was wir heute zu lernen haben. Das ist das ,was uns die Flüchtlingskrise und die` Ehe für alle`(was für ein unseliger Ausdruck) lehren soll. – Lioba Gold- Spätling


Leserbrief zu „Busunglück“ im ZEIT Magazin von Janosch

Erst durch diese Notiz ist mir die Perfidie des Janosch-Cartoons zum Bewusstsein gelangt. Jedoch ist Ihrer durchaus pietätvollen Absicht entgangen, dass das Wort „Bus“ in der einen oder anderen Verbindung in derselben Nummer der „Zeit“ 8mal und im „Zeitmagazin“ 4mal vorkommt, wobei Wortzusammensetzungen wie „Reisebus“ besonders anstößig erscheinen müssen (unberücksicht bleiben solche Fälle, in denen die Buchstabenfolge „bus“ Bestandteil anderer Wörter ist, wie „Bush“ oder „Cottbus“).- In den in dieser Hinsicht vorbildlichen USA wäre so etwas sicherlich nicht vorgekommen!  – Jürgen Wißner


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Seit Jahren schätze ich die ZEIT und auch Ihre eigenen Beiträge – aber die aktuelle Ausgabe werde ich nicht, wie sonst üblich, in unseren Seminarräumen auslegen …

Politiker dürfen und sollen den Gesprächsfaden nicht abreissen lassen – warum aber gewährt die Redaktion diesem Mann Erdogan ein Interview (!), räumt seinen Gedanken diesen breiten Raum ein und bringt obendrein sein Gesicht auf den Titel?? Das ist doch nur Wasser auf Erdogan’s Mühlen …

Ich bin entsetzt. – Ingo Traub


Leserbrief zur Werbeanzeige „Turkey – Discover the potential“

Wenn ich die ZEIT aufschlage, sehe ich mir zuerst die letzte Seite an, die Inhaltsübersicht. Bei der Ausgabe vom 29.6. erblickte ich – keine Übersicht. Als ich die die letzten zusammenhängenden Seiten herausnahm und umdrehte, denn vielleicht war ja bei der Sortierung etwas schiefgelaufen, blickte ich links oben auf die Worte ‚Turkey Discover the potential‘.

Die ZEIT macht Werbung für die Türkei? In welcher Rubrik? Wieso und wozu also? Nach einer kleinen Weile entdeckte ich das ganz kleine Wort ‚Anzeige‘. Ein Blick über die Überschriften bestätigte, der ZEIT lag eine umfängliche Werbebeilage (Forschung, Investitionen, Kultur etc.) für die Türkei bei, getarnt als normaler Zeitungsteil, an prominenter Stelle.

Ich wundere mich über die Aufdringlichkeit einerseits, den Inhalt andererseits. Wie kommt es, dass ein Land, in dem schon Zehntausende angebliche Regimegegner in Gefängnissen verschwanden, darunter auch ein Kollege von der WELT, ein Land, in dem die Todesstrafe wieder eingeführt werden soll, ein Land, in dem ‚anonyme Anzeigen an der Tagesordnung‘ sind, in meiner bevorzugten, abonnierten Wochenzeitung beworben wird? – Stefanie Striegl


Leserbrief zu „Drei Minijobs? Vergiss es!“ von Jens Tönnesmann

Bemerkenswert, dass Peter Tauber,  (noch ?) Generalsekretär der CDU, die Gerechtigkeit, eine der vier Kardinaltugenden der katholischen Kirche und eins der Prinzipien des Humanismus, dem  ökonomischen Prinzip der Vollbeschäftigung nachordnet.

Ist Martin Schulz doch der bessere Christ? – Dr. W. Mittag


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Ich bin mit Ihnen einig, daß zu wenig gestritten wird. Ob die Ehe für alle ein Glück für die Betroffenen ist, bin ich mir nicht so sicher, denn das ist ein großes Wort für die geringfügige Verbesserung, die die homosexuellen Paare jetzt erfahren. Die Möglichkeit der Adaptation betrifft allemal nur wenige. Gesetzlich waren sie der bürgerlichen Ehe seit 2002 gleichgestellt. Aber das Wort Glück beinhaltet natürlich Emotionen. Wenn also die Homosexuellen glücklich sind, dann stehen dem aber die weniger glücklichen Empfindungen der Menschen gegenüber, die eine andere Auffassung von dem Wort Ehe haben. Für die Katholiken ist es ja ein Sacrament.

Weiter: Wenn Sie ein Thema diskutieren wollen, dann ist es hilfreich oder sogar unabdingbar, wenn die Beschreibung eines Themas präzise ist. Bisher war das gegeben. Das Wort Partnerschaft beschrieb die rechtliche und steuerliche Situation einer homosexuellen Gemeinschaft, das Wort Ehe die bürgerliche und christliche, vielleicht auch verfassungsrechtliche Bedeutung einer Gemeinschaft. Das neue Gesetz verwischt das, und sein Zustandekommen trägt nicht dazu bei, daß man gute Gefühle hat.

Nun zu dem von Ihnen behaupteten Zugewinn an Liberalität. Worin soll der bestehen. Im Standesamt konnten bereits jetzt beliebige Personen ihre Ehe/Partnerschaft registrieren lassen. Was können sie jetzt mehr? Adoptionsanträge einreichen. Haben Sie das als Zugewinn gemeint?

Ansonsten darf ich jenseits des aktuellen Themas hinzufügen, daß ich Ihre Artikel gerne lese und meistens ähnlich oder gleich denke. Aber das gilt auch, wenn ich nicht mit Ihnen einig bin. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu Rezepten im ZEIT Magazin

Immer mal finde ich in der ZEIT kritische Beiträge zum Thema Tierhaltung, Fleischkonsum etc.
Immer finde ich im ZEITMAGAZIN Rezepte. Aber fast keines davon ist vegetarisch oder gar vegan. Das widerspricht sich.

Angemessen und zielführend waäre, den Lesern Alternativen anzubieten. Es müssen und sollten nicht ausschließlich vegetarische/vegane Rezepte sein, aber doch ein deutlicher Prozentsatz. Mir scheint ein Drtittel angemessen. – Iman Schwäbe


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Ihr Chefredakteur zeigt mir sehr deutlich, wie teilweise Behauptungen aufgestellt werden, die so nicht stimmen.  Das ist ein Paradebeispiel deutscher Journalisten warum der Ruf bei den Bürgern nicht der Beste ist. Er lädt dazu ein, das viele Bürger von „Lügenpresse“ spricht.  Es stimmt ja nicht, wenn Giovanni di Lorenzo behauptet, die Printmedien sind in allen politischen Richtungen unterwegs.  Es gibt über 300 Tageszeitungen und wenn ich großzügig schätze sind vielleicht 20% dem konservativen Lager zuzurechnen. Davon sind allein in Bayern über 10% zu Hause.  Und wenn ich die elektronischen Medien nehme, dann sieht das Bild noch viel einseitiger aus. Die Redaktionen in den Sendeanstalten sind fast alle „Links“ einzuordnen.

Die Bevölkerung ist es nicht, die Mehrheit ist konservativ ausgerichtet. Allein diese Tatsache zeigt mir die Gesinnung des Autors. Bayern ist das Bundesland, das die besten Zahlen von allen Bundesländern schreibt. Sachsen (auch konservativ) kann mit Bayern mithalten. Die westlichen Printmedien berichten ohnehin nur am Rande über das wunderbare Land. Und wenn, ist es nur negativ besetzt. Die Rechten sorgen für Aufmerksamkeit. Das war’s dann auch.  Ich weiß gar nicht, ob Ihr Blatt jemals einen sächsischen Minister interviewt oder sonstige Beiträge geschrieben hat. Vielleicht täusche ich mich auch. Wenn doch, dann war es die Ausnahme. Unsere Bundeskanzlerin ist gerade dabei, Deutschland abzuschaffen. Sie werden darüber schmunzeln. Ich meine es aber Ernst. Die Flüchtlinge werden ungebrochen weiter nach Deutschland wollen.

Wir werden weiter Flüchtlinge aufnehmen und der Terror gehört zwischenzeitlich zum Alltag. Was ist das denn für eine Politik.?  Die ganze Welt staunt zwischenzeitlich über unser Land und weiß gar nicht so recht das einzuordnen. Ich lebe von Zeit zu Zeit in Singapur. Dort ist man sprachlos. Dort hat eine große politische Persönlichkeit (der Name fällt mir im Moment nicht ein) das Land zum Wohlstand geführt, der höher ist als in Deutschland. Armut kennt man kaum. Kriminalität ist so gut wie nicht vorhanden. Dieser Staatsmann hat der westlichen Demokratie schon vor vielen Jahren auf Dauer keine Chance eingeräumt. Ich bin etwas vom Thema abgekommen. Herr Erdogàn wäre auch nicht unbedingt mein Freund. Was mich aber am meisten ärgert, ist die Tatsache. daß auch Sie den Putsch in der Türkei überhaupt nicht in Ihre Überlegungen einbeziehen. Alle Medien verschweigen das. Das war überhaupt der Grund warum er die bekannten Maßnahmen unternehmen müsste.  Und Ihr Kollege von der Welt hat sich mit Terroristen eingelassen und sie quasi verteidigt. Das konnte ein vernünftiger Staatschef nicht ungestraft lassen.

Über das Maß kann man durchaus streiten und mir gefallen die Zustände in der Haft, die er erleiden muß auch nicht. Stellen Sie sich vor, in Deutschland würde das eigene Militär einen solchen Putsch auch unternehmen. Was wäre da los. Ausschließen kann man das auch nicht.  Mein älterster Sohn war im Offizierungsrang auch bei der Bundeswehr. Der hat mir schon vor  20 Jahren gesagt, das viele Soldaten mit den Nationalen sympathisiert haben. Heute werden viele der AfD nahe stehen. Die Bundeswehrsoldaten waren in der breiten Bevölkerung lange Zeit unbeliebt. Die Helden waren die Kriegsdienstverweigerer.  Wer in Uniform in den Heimaturlaub fuhr wurde diskriminiert.  Auch habe ich den Eindruck, das viele Journalisten gar nicht wissen was sie schreiben. Und Andere tun es aus Opportunismus. Das ist auch nichts für mich.

Ich bin fest davon überzeugt: Deutschland hätte in einem solchen Fall nicht anders reagiert. Wenn nur leiseste Verdacht bestanden hätte mit den Putschisten zu sympathisieren wäre für ihn auch Haft fällig gewesen.   Es regt mich schon lange auf, wie in Deutschland berichtet wird.

Das ist auch der Grund, warum ich eigentlich Deutschland den Rücken gekehrt habe, und ich kenne viele Leistungsträger die das auch so sehen. Und das mit steigender Tendenz. Ehrlich gesagt, sehe ich keine gute Zukunft für Deutschland. Die Politik hat die Bürger längst überfordert. Was ist das den für ein Zustand mit Terror leben zu müssen. Die Politik denkt gar nicht daran irgendetwas zu ändern. Der Innenminister hat das den Bürger bereits mitgeteilt. daß sie sich darauf einzurichten haben. Was ist denn das für eine Politik? Mein gesunder Menschenverstand kann das nicht mehr verstehen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was versprechen Merkel und Schulz den…“ von Philipp Fritz Und Mark Schieritz

Merkel verspricht Entlastungen für Gutverdiener, Immobilienbesitzer und Unternehmer, Schulz dagegen will mehr für Geringverdiener und Rentner tun. Trotzdem wählen diese mehrheitlich CDU. Vielleicht liegt es daran, dass die SPD im Gegensatz zur CDU auch mehr für Zuwanderer und Griechen tun will. Und das ist bei den „kleinen Leuten“ halt recht unpopulär. Daraus folgt eigentlich, dass Intellektuelle, die sich ein wenig soziales Gewissen und Mitmenschlichkeit bewahrt haben, nicht CDU wählen dürften. – Dr. Peter Dodel


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Laut Definition vom Begriff Terror heißt es: Der Terror ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen.

Nach der Aussage von Herrn Erdogan ist ein Interview eines Reporters mit einem Terroristen bereits selbst ein terroristischer Akt, der zur Verhaftung von Reportern führte.

Das bedeutet, dass die Zeitredakteure Glück haben, heil aus der Türkei zurück gekommen zu sein, da sie mit einem Staatsterroristen gemäß der obigen Auslegung gesprochen haben.

Das die Kurden mit Gewalt auf die Repressionen der türkischen Unterdrückung reagierten ,hat auch mit dem absolut kurzsichtigen Manövern der westlichen Staaten zu tun, die einmal nach dem ersten Weltkrieg den Kurden einen eigenen Staat ( wie auch den Arabern) zusagten ,aber nichts taten, als die Türken ihr Territorium wieder durch Gewalt zurückholten.

Das Gespräch mit Herrn Erdogan tropft von Falschaussagen und Angriffen gegenüber der EU .

Man kann nur hoffen, dass die Regierungen entsprechend reagieren, wobei ich da keine große Hoffnung habe, da die Türkei ein NATO Staat ist.

Ich betone, dass ich eine große Anzahl von Türken nicht nur kenne ,sondern auch diesen auf Augenhöhe begegne, doch sollte es immer in Erinnerung bleiben, dass Demokratie zwar nicht , wie man in Israel sieht, das non plus Ultra ist, aber Diktatur ob links oder rechts immer gegen Menschen ausgerichtet ist. – Jürgen Müller

Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Schade, dass Sie Herrn Erdogan nicht den Begriff Terrorist um die Ohren gehauen haben. Erdogan mag ja Recht haben, wenn er sich auf eine unabhängige Justiz beruft. Aber er war es doch bzw seine AKP die die Gesetze so gemacht haben, dass jede missliebige Person als Terrorist aus dem Verkehr gezogen werden kann. Da ist ein direktes Eingreifen Erdogans gar nicht mehr notwendig. – Rüdiger Weigel


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

Es ist wohltuend, nach der Ära des Herrn Ackermann und seiner direkten Nachfolger  einen CEO der Deutschen Bank zu erleben, der sich sachlich und selbstkritisch und  dennoch absolut loyal zu seinem Haus und dessen Mitarbeitern äußert. (Es war allerdings nicht nur die Attitüde Ackermanns allein, sondern auch die ihm entgegen- gebrachte Ehrerbietung, die seine Auftritte und Ausführungen oft schwer erträglich machten.) Und dennoch: John Cryan kündigt mit Blick auf die Boni an, dass man „dieses Jahr zu regulärer Bezahlung zurückkehren“ wolle. Zurück – heißt das etwa, dass wieder Bonuszahlungen fällig werden, die von kurzfristigen und oft flüchtigen Geschäfts-   ergebnissen und Kennzahlen abgeleitet werden? Dass es Zielvereinbarungen gibt, die nur wenig mit einer nachhaltigen positiven Geschäftsentwicklung zu tun haben?  Zu fragen, ob es bei miserabler Performance auch einen Malus geben wird, hieße wohl, allzu blauäugig zu sein. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zum „Wochenmarkt“ im ZEIT Magazin von Elisabeth Reather

Vielen Dank für Ihre tollen Rezepte, die ich schon mehrmals mit Erfolg nachgekocht habe. Beim Cheesecake (ZEIT Magazin vom 6. Juli 2017) habe ich ein Problem:

Bei den Zutaten stehen 2 x 200 g Sahne – Heißt das, es kommen insgesamt in die Masse 400 g Sahne, dann hätten Sie das doch gleich so angegeben? Kommen 200 g Sahne vielleicht zum Schluss noch oben drauf? Hier bitte ich um einen kleinen Tipp. – Dr. Maria Lang


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Vielen Dank für die Veröffentlichung von Joscha’s Brief! Es ist so wichtig, Menschen wie ihr einen öffentlichen Platz und somit Stimme zu geben.

Auch ich habe die Ausstellung von der sie schreibt (touchdown) in der Bundeskunsthalle besucht. Schade, dass darüber in der ZEIT nicht berichtet wurde (zumindest ist mir das nicht aufgefallen). http://www.touchdown21.info/de/seite/7-ueber-uns.html

Ich könnte mir auch gut vorstellen, regelmäßig ein Plätzchen in der ZEIT für O-Ton-Berichte finden; ähnlich, wie Sie ja auch Kindern bei leo solch einen Platz einräumen oder Lesern, die schreiben, was ihr leben reicher macht. Warum nicht regelmäßig eine Seite von Menschen mit Behinderung gestaltet?

Siehe auch http://ohrenkuss.de

http://raul.de/leben-mit-behinderung/warum-es-nicht-ausreicht-inklusion-zu-wollen-von-der-bewusstwerdung-zur-akzeptanz-und-aktion/

Damit könnte man Ängste und viele falsche Vorstellungen abbauen und auch selbst einen Beitrag zur Inklusive leisten. Die ZEIT als BARRIEREfreier Raum… – Antonia Manderla


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers

Es ist mir durchaus bewusst, dass selbst ein Professor für Öffentliches Recht in einem Feuilleton-Artikel „Juristisches“ leicht verständlich machen will. Aber es hilft alles nichts: Der Bundestag hat keine „Ehe für alle“ beschlossen, sondern lediglich die „Heirat für alle“.

Durch das Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts bekommt ein Ehepaar Frau-Frau gerade nicht die gleichen Rechte wie ein Ehepaar Frau-Mann, weil das Abstammungsrecht in § 1592 BGB nicht geändert wurde. Dies sollte auch einem Professor für Öffentliches Recht nicht entgangen sein.

Leider kommt es in Notariaten durchaus vor, dass Erbscheine nach verstorbenen Kindern beantragt werden müssen (wenn sie z. B. über ein von den Eltern und Großeltern geschenktes Vermögen verfügen). Ist das Kind in eine Ehe aus Frau und Mann hineingeboren worden, erben Ehefrau (Mutter) und Ehemann (Vater) zu gleichen Teilen als gesetzliche Erben zweiter Ordnung. Wäre das Kind jedoch in eine Ehe aus Frau und Frau hineingeboren worden, würde die Mutter die Hälfte erben, die andere Hälfte die Familie des Vaters. Die Ehefrau der Kindesmutter ginge leer aus, selbst wenn von ihr das Vermögen stammen sollte, das das Kind zu vererben hat.

Umgekehrt ist es natürlich genauso: Ist ein Kind in eine Ehe aus Frau und Mann hineingeboren („aus der Ehe hervorgegangen“), fällt das Erbe des Ehemannes der Kindesmutter und dem Kind zu. Ist ein Kind in eine Ehe aus Frau und Frau hineingeboren, fällt das Erbe der Ehefrau der Kindesmutter zwar zur Hälfte der Kindesmutter zu (Ehegattenerbrecht und Zugewinnausgleich), die andere Hälfte bekommt jedoch nicht etwa das Kind, das von beiden Ehefrauen erzogen wurde, sondern die Familie der Ehefrau.

Da das Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts nicht alle Folgen und Wirkungen der Ehe für Ehepaare gleichen Geschlechts eröffnen wollte, kommt es weder darauf an, ob die „Ehe“ auch aus Mann-Mann und Frau-Frau bestehen kann oder wie Familie definiert wird („ehelich“ oder „nichtehelich“). Der Gesetzgeber wollte – wie sich aus der Begründung des Bundesrats zum Gesetzentwurf ausdrücklich ergibt – ein Adoptionsrecht etablieren. Die Bildung einer „ehelichen“ Familie, in der es eine vermutete (widerlegbare) Verwandtschaft zwischen dem Ehepartner der Kindesmutter und dem zur Zeit der Ehe geborenen Kind gibt, soll es nach dem Willen des Gesetzgebers (= der Mehrheit des Bundestags und des Bundesrats) nicht geben.

Es ist daher keine Frage, ob die Ehe für Paare gleichen Geschlechts geöffnet werden kann, sondern ob eine Personenverbindung von Paaren gleichen Geschlechts, der nicht alle ehelichen Folgen und Wirkungen zugebilligt wird. Kann eine solche Personenverbindung „Ehe“ genannt werden, wenn sie nicht alle möglichen Folgen und Wirkungen (einschließlich der widerlegbaren Verwandtschaftsbeziehungen) wie eine Ehe hat.

Ist es wirklich (verfassungsrechtlich) hinnehmbar, dass ein Kind, das in eine Ehe von Frau und Mann hineingeboren wird, anders behandelt wird, als ein Kind, das in eine Ehe von Frau und Frau hineingeboren wird?

Mich erstaunt, dass auch in der öffentlichen Anhörung zum Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts sich die Sachverständigen um diesen Punkt nicht bemüht haben. Ist es ein praktisches Problem, das in einer „höheren“ Ebene einfach verloren geht? Dass Kinder in eingetragene Lebenspartnerschaften von zwei Frauen geboren werden, kommt doch auch vor und versucht in Anwaltsbüros und Notariaten für Schwierigkeiten bei der Ermittlung der Ansprüche und vor allem bei der Vermittlung der Sachverhalte an die Mutter und ihre Lebenspartnerin.

Es wird von SPD, Grünen, Linken die „Ehe für alle“ versprochen und Sie berichten freudig darüber. Werden Sie auch berichten, wenn Ehefrauen, Kindesmütter und Kinder vor dem Scherbenhaufen stehen? Die spätere Polemik gegen die untätige Politik könnten Sie allen wirklich ersparen, wenn Sie das Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts nicht von Professoren für Öffentliches Recht, sondern von Professoren für Familien- und Erbrecht prüfen lassen.  – Manfred Koopmann


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Leserbrief veröffentlichen würden:

Jedes Mal, wenn ich einen Artikel über das Elend in Afrika lese schäme ich mich. Bei diesem in der Zeit ging es mir wieder so. Ich sitze in der Bahn nach Düsseldorf und bin froh, dass die Klimaanlage funktioniert, denn draußen sind es 30 Grad. Der Artikel erzählt die Wirklichkeit der Menschen auf der Insel Buthony, die langsam verhungern. Ich schaue auf und empfinde meine Umwelt als unwirklich. Wie in einem Film sehe ich meine Mitmenschen, die mit sich selber beschäftigt sind. Jugendliche, die in ihr Handy sprechen, Wortfetzen erreichen mich, wo geht die nächste Party? Ein neun jähriger Junge namens James kämpft gerade im Südsudan dafür, dass seine Familie nicht verhungert, Wind, Regen, Krankheiten und Krieg ausgesetzt. Wie Abertausende mit ihm.

Ich sitze in der Bahn und stöhne über 30 Grad. Ist mir mein Glück auf diesem Teil der Erde geboren worden zu sein eigentlich je bewusst geworden?

Wie so oft bin ich tief getroffen vom dem Schicksal fremder Menschen, möchte helfen, doch sobald die nächste Begegnung mich ablenkt, ist die Welt außerhalb meiner eigenen auch schon wieder in den Hintergrund gerückt.

Diesmal nicht beschließe ich!

Ich bin 35 Jahre alt und seit Jahren politisch desinteressiert. Das war einmal anders. Ein Blick auf Hamburg zeigt, dass viele Menschen sich engagieren und Zeichen setzten wollen. In unserer aktuellen weltpolitischen Lage mehr als nötig! Und viele bewirken etwas – ohne Gewalt! Doch wo bin ich die ganze Zeit über? Interessiert mich auch nur die nächste Party? Bin ich so abgestumpft?

Was mich gerade treibt dies hier zu veröffentlichen ist mein Wunsch mich diesmal nicht abzulenken und mich einzusetzen. Den ersten Schritt zu gehen. Angetrieben werde ich von etwas was alle Menschen auf dieser Erde vereint, egal welche Hautfarbe, welchen Glauben oder politische Überzeugung sie haben.

Dem Wunsch nach Glück und Zufriedenheit, nach Nähe und menschlicher Wärme. Nach Liebe! Ich kann meine Augen verschließen, resigniert sagen: Was kann ich schon ausrichten? Was verändern?

Ich weiss es nicht! Aber ich habe eine Stimme, zwei Hände und die Möglichkeit meine Ziele als freier Mensch zu verfolgen. Ich habe Liebe in mir und die kann ich weitergeben.

Ich habe starke Zweifel, dass ich in einer Welt glücklich sein und es bleiben kann, in der ich weiter die Augen davor verschließe was um mich herum passiert und nicht einmal versuche etwas Gutes zu bewirken und sei es noch so klein, noch so aussichtslos!

Ob ich nur mein Gewissen beruhigen will? Vielleicht, doch wenn ich es schaffe nur einem Menschen zu helfen, dazu beitragen kann, dass ein Kind nicht verhungert muss und eine Frau nicht vergewaltigt wird, ist es dann nicht egal? Und ist das dann nicht die beste Investition in mein Leben, in meine Zukunft und in eine bessere Welt?

Zusammen sind wir stärker!

Solltest du dich angesprochen fühlen, möchtest du auch etwas unternehmen, dann lass es uns zusammen tun! Melde dich! Wenn Sie dem Aufruf nicht veröffentlichen dürfen, streichen Sie es nach zusammen sind wir stärker. Meinen Namen dürfen Sie veröffentlichen. Vielen Dank und weiter so! – Daniela Lemper


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Zunächst einmal Gratulation Ihnen zur Ausgabe vom 6.7.17 vor allem (!) wg. des sensationellen Interviews mit Erdogan. Lange hat „DIE ZEIT“ in der deutschen und internat. Medienlandschaft nicht mehr ein derartig häufiges Zitieren erreicht.

Erst wollte ich über den nur boulevardartigen Aufmacher protestieren. Dann wurde mir  aber der köstliche Hintersinn und die Ironie klar, die Sie damit auslösen. Der Mann wird es in seiner Egozentrik und Eitelkeit noch nicht einmal merken, wie „man“ sich mit der Absurdität des Satzes über ihn amüsiert, sondern von einer derartigen Hervorhebung in einem angesehenen Weltblatt sehr geschmeichelt sein. – Dr. Claus Richter-Haffelder


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Das was gerade in Hamburg passiert, lässt sich kaum in Worte fassen. Man hat den Eindruck, im Kriegsgebiet zu sein – solche Bilder kennt man aus den Syrienberichten. Wenn Spiegel Online wieder einmal titelt „Polizei setzt Wasserwerfer ein“ oder „Straßenschlachten zwischen Polizei und Demonstranten“ wird mir ganz schlecht. Es wird – allein durch die Überschrift – ein völlig falsches Bild gezeichnet. Wenn ich dann noch kritische Sätze über das Vorgehen der Polizei lese und Diskussionen darüber, wer die Gewalt initiiert, kann man seine Aggression kaum noch bändigen.

In Hamburg setzen derzeit über 20.000 unglaublich gut ausgebildete Polizisten ihr Leben aufs Spiel, um den Gipfel zu ermöglichen, aber auch – und das wird oft vergessen – die friedlichen Demonstranten zu schützen. Diese Polizisten sind junge talentierte Menschen mit einer sozialen Ader.

Talentiert, weil sie sonst niemals die unglaublich schwierigen Auswahltests bei der Polizei bestanden hätten. Es sind hohe Hürden zu nehmen, sowohl sportlich als auch kognitiv und psychisch. Denn im Beruf der Polizei ist man täglich den Aggressionen des Gegenübers ausgesetzt, die bei solchen Ausschreitungen ihren Höhepunkt finden. Das muss man erstmal schaffen – sich immer an das Gesetz zu halten und die Ruhe zu bewahren, auch wenn ein Kollege gerade erblindet ist, weil die Hitzewelle eines Böllers in seinem Kragen in den Helm gestiegen ist und die Netzhaut verschmort hat. Und das ist nur eine Geschichte von vielen. Da wird man wütend, wenn die Medien berichten, es gäbe keine „Schwerverletzten“. Ich bewundere es, wie die Polizisten angesichts solch massiver Angriffe dennoch professionell bleiben. Denn es muss so schwer sein, in diesen Momenten, aber auch im beruflichen Alltag nicht den Glauben an die Menschlichkeit zu verlieren.

Ja und sozial, weil sie ihr Leben für verhältnismäßig geringe Gegenleistungen riskieren. Das betrifft das Gehalt, aber auch die Arbeitsbedingungen. Schichtdienst, massenweise Überstunden und keine freien Wochenenden sind die Realität. Jetzt während des Gipfels lautet der Modus: 20 Stunden Arbeit, 3 Stunden schlafen, 20 Stunden Arbeit. Man riskiert nicht nur durch die Arbeit selbst sein Leben, sondern ruiniert sich auch seine Gesundheit. Das nimmt man nur in Kauf, wenn man seinen Beruf wirklich liebt und einem guten Zweck dienen möchte – einem freiheitlichen Rechtsstaat, in dem den Bürgern ein friedliches Leben ermöglicht wird.

Aber an wen richten sich diese Zeilen? An autonome gewalttätige Randalierer, die jeglichen Bezug zur Realität verloren haben und vermutlich in den radikalen Gruppierungen das erste Mal im Leben Anschluss gefunden haben nach einer schweren Kindheit und Jugend? Nein – diesen Leuten möchte ich nur sagen, dass sie gern auswandern können in Länder, die ihrem postulierten Ideal näher kommen. China, Kuba, Russland. Kommunistische Länder mit rechtsfreien Zonen. Sie dürfen auch gern mal Luft in Kriegsländern schnuppern und sehen, wie sich Gewalt anfühlt, der man ausgesetzt ist, ohne etwas tun zu können.

Nein, die Nachricht richtet sich an den linksgerichteten Ottonormalbürger. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man das Urteilsvermögen und die Professionalität der Polizei bei solchen Gipfeln in Frage stellt. Politische Gesinnung hin oder her – ihr solltet euch einmal mit den jungen Polizisten unterhalten, die dort ihren Job machen. Und endlich verstehen,  dass diese Menschen unseren höchsten Respekt verdient haben. An wen wendet ihr euch, wenn bei euch eingebrochen wurde? Oder eure Tochter vermisst wird? An eure linken Freunde, mit denen ihr in der Szene abhängt und die immer einen guten antikapitalistischen Spruch auf Lager haben? Denkt mal drüber nach. – Sarah Voelkel


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Man kommt sich vor wie in einem B-Movie aus Hollywood: Da taucht aus den anatolischen Weiten ein selbsternannter Muskelmann auf, der sein Land auf einen Weg führt, an dessen Ende ein faschistoides Regime zu befürchten ist. Gleichzeitig denunziert dieser Mann die Deutschen als Nazis und sagt Deutschland den Selbstmord voraus. (Und niemand hierzulande weist ihn energisch in seine Schranken!)

Wie wäre es mit einem anderen Drehbuch? Wir lassen den Mann ins Land, auf dass er eine seiner Geifer-Reden halten kann, und nehmen ihn gleich anschließend wegen Hasspropaganda als Terroristen fest. Sollten dann Teile der hiesigen türkischen Gemeinde auf die Straße gehen, wäre das eine willkommene Bestätigung für die Terrorismus-Anklage. Mit der Anklageschrift und dem Prozess könnten sich die Strafverfolgungsbehörden selbstverständlich viel Zeit lassen.

Ach ja, ist ja alles nur Film… – Martin Lipka


Leserbrief zu “Rekord-Reichweite bei Entscheidern“

Wer sind denn Entscheider, das es für die extra so eine große Annonce gibt? Und was ist mit den anderen Lesern? Sind wir keine Meldung wert? – Angelika Adler


Leserbrief zum Titelthema des ZEIT Magazins „Im diplomatischen Dienst“

Der Beitrag ‚Im diplomatischen Dienst‘ im ZEIT Magazin zu deutsch-türkischen Beziehungen bzw. Freundschaften hinterläßt bei mir Kopfschütteln und auch Ärger. In welcher Welt leben denn die Autoren? Da wird ein an sich interessantes Thema zu Werbezwecken für Luxusklamotten mißbraucht und damit entwertet. Peinlicher geht’s nimmer!!! – Jürgen Hilleke


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Auf ein Wort an Sie als Leser: Alle Jahre wieder singt man an Weihnachten andächtig in warmen Stuben „Ihr Kinderlein kommet“. Wenn Sie diese Zeilen lesen können, so stehen drei Dinge fest: 1. Sie sind auch einmal eines dieser Kinder gewesen; 2. Sie hatten einen Vater und eine Mutter; 3. Bei einer Homoehe hätte es Sie nie gegeben! Übrigens stellt Fremdzeugung keine belastbare Grundlage für eine gesunde Gesellschaft dar, darum kann es auf Dauer nur einen Weg geben: Zurück zur Natürlichkeit, denn jeder Mensch hat ein Recht auf seine mit der Geburt geschenkte heterosexuelle Natur, auch wenn diese durch nicht selbst verschuldete Umstände unterdrückt wurde. Homosexuellen hier alle nur erdenkliche Hilfen zu geben sollte Programm der Parteien, ja unserer Gesellschaft als ganzes sein! Ihnen diese zu verweigern und als Ersatz die Homoehe aufzudrücken ist eine klare Verweigerung des elementaren Grundrechtes auf individuelle Selbstbestimmung, denn niemand darf Homosexuellen verbieten, ihren Lebensstil zu ändern und eine natürliche Familie mit Vater und Mutter zu gründen! – Joachim Kretschmann


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Selten hat mich ein Beitrag so berührt wie „Joscha, weiblich 13 Jahre alt, Autistin. Und das hab ich zu sagen:“.

Dieser sollte für die „Heinis von der FDP“ und alle Inklusionsgegner zur Pflichtlektüre werden. Eine solch starke Persönlichkeit gibt Hoffnung und wäre auch etwas für Ihre Rubrik „Was mein Leben reicher macht“ :-) – Oliver Theede


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

In Ihrem Artikel in der Zeit vom 6.Juli ist Ihrer Datenquelle ein böser Fehler unterlaufen.

Die beiden Satellitenbilder in Ihrem Artikel sollen in Pink die Abholzung in den Jahren 2001 und 2015 zeigen. Selbst für einen Laien ist erkennbar, dass die allermeisten im rechten Bild in Pink dargestellten Flächen schon 2001 im linken Bild als helle Flächen vorhanden sind. Die Interpretation des linken Bildes ist mit Sicherheit falsch. Hier sind es die hellen und nicht die pinkfarbenen Fächen, die die Abholzung erkennen lassen.  Das bedeutet, dass die  massive Abholzung schon sehr viel  früher stattgefunden hat, was auch bekannt ist. Daten darüber liegen bei der Secretaria de Ambiente (SEAM) in Paraguay vor.

Ich habe zwischen 1992 und 1998  ein Umweltprojekt im Chaco geleitet, dass die Grundlagen für die Umweltgesetzgebung erarbeitet hat. Dazu gehörte natürlich auch die Problematik der Entwaldung. Mein Spezielgebiet war die Interpretation von Satellitendaten für geowissenschaftliche Zwecke. Ich gehe davon aus, dass es bei der Verarbeitung der von Ihnen dargestellten Satellitenbilder zu einer falschen Codierung von „Wald“ gegenüber „Nichtwald“ gekommen ist.

Wahrscheinlich ist ein schlauer Kopf im Chaco irgendwann auf die Idee gekommen, aus dem Holz, das man früher nach der Rodung verbrannt hat, Holzkohle herzustellen.

Die Holzkohleproduktion ist also eine Marginalie bei der Betrachtung der großen Umweltprobleme im Gran Chaco Americano. Falls es Fragen geben sollte, stehe ich gerne zur Verfügung. – Wolfgang Kruck


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Menschlichkeit (Anlehnung Thomas Mann 1930)

Auf einmal bekommen sämtlicher Hass und Frustration ein Ventil und es herrscht Ausnahmezustand. Ob vor Ort oder auch fernab des Geschehens, jeder meint plötzlich Stellung beziehen zu müssen. Aber geht es darum Seite zu beziehen? Geht es nicht eigentlich an diesem Wochenende um Weltpolitik?

Es ist bewundernswert, dass der Anschein erweckt wird, die junge Generation hätte ihre Politikverdrossenheit abgelegt und würde wieder wahrliches Interesse hegen.  Hitzige Diskussionen mit vorgefestigte Meinungen werden über soziale Medien geführt, ohne dass auch nur der kleinste Anschein entsteht, dass sich die Menschen da wirklich miteinander unterhalten würden. Geht es in den Diskussionen um Politik? Heißt Politik in einem demokratischen Land nicht einander zuzuhören? Anstatt einander zu beleidigen, körperlich zu schaden oder den Besitz Anderer böswillig zu zerstören. Dieser Artikel soll mit Absicht keine Seite beziehen. Er soll ein Appell sein an alle Bürger, die Teil der deutschen Demokratie sind. Wir sehen aktuell wie sehr man eine Bevölkerung auch auf höchstem Niveau spalten kann. Die Idee der Demokratie hat aber wenig mit physischer oder verbaler Gewalt zu tun. Wo versteckt sich dieses genannte Interesse an Politik an diesem Wochenende, an dem doch so viele Menschen meinen Stellung beziehen zu müssen? Wo bleiben die sachlichen Unterhaltungen? Wo bleibt die Umsetzung des Rechts auf friedliche Demonstration? Wo bleibt das wahrliche Interesse an unserem Gegenüber? Wo bleibt die Menschlichkeit in dieser Zerstörungswut von allen Seiten? – Loisa Drozdoff


Leserbrief zu „Die Unperfekten“ von Anna von Münchhausen

Bei mir ist die Mehrfachbelastung Familie und Beruf über 60 Jahre her.  Es erschreckt, dass sich in diesen Jahrzehnten nichts geändert hat,  mit Ausnahme der Einrichtung von Kitas bzw. Öffnungszeiten von Kindergärten.

Dennoch möchte ich berufstätige Mütter ermutigen, diese nervenaufreibende Zeit auf jeden Fall durchzustehen. Es zahlt sich aus!

Eine eigene Rente zu haben und dadurch  unabhängig zu sein, ist eine wertvolle Ausbeute der stressigen früheren Jahre. Auch ein gesteigertes Selbstwertgefühl, vermittelt durch Arbeit außer Haus, bleibt im Alter erhalten und kann in manchen Situationen des letzten Lebensdrittels von Nutzen sein. Dafür lohnt es, sich eine begrenzte Zeit schief anschauen oder als Rabenmutter titulieren zu lassen! Deshalb: Mütter macht weiter so! “ – Brigitte Kästle


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Der Titel Ihres Artikels beschreibt, wie die Ideologie die Wahrnehmung verengt. Sie gehen sich dabei selber auf den Leim: Eingangs des Artikels stellen Sie die Frage, warum Gläubige kein Problem mit Daltons Atommodell oder der Quantenphysik hätten, nur die Evolutionstheorie würde kritisiert. Warum das so ist ist einfach zu beantworten: Gläubige Menschen sind keineswegs dumpf wissenschaftsfeindlich, sondern entwickeln aus den gegebenen Fakten andere Hypothesen. Im Fall der Quantenphysik ziehen sie die Schlussfolgerungen der Mainstream- Wissenschaft nicht in Zweifel, beim Thema Evolution sehr wohl. Denn die Evolutionstheorie steht auf sehr wackeligen Beinen. Es gibt viele ungelöste Probleme, und ihre Anzahl steigt mit fortschreitender Zeit. Ich nenne nur die Themen Missing Links, minimale Komplexität, die Widersprüche zum 2. Hauptsatz der Thermodynamik und zu den Grundsätzen der Informationswissenschaft. Zur Erinnerung: Eine Hypothese kann nur als wissenschaftlich anerkannt werden, wenn sie nicht im Widerspruch zu anderen anerkannten Hypothesen steht.

En passant behaupten Sie, dass die Erde nicht der Mittelpunkt der Welt ist. Und wenn sie nun doch der Zweck der ganzen Schöpfung ist? Ihre Sicht ist rein ideologisch. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur muss man das deutlich sagen und nicht so tun als ob alle, die anders denken, „zartbeseelt“ und „eingeschnappt“  sind  oder Angst um ihr Selbstwertgefühl haben, weil sie dann nicht mehr so wichtig wären. Sie vermuten hinter der Weltsicht der Kreationisten also ein psychologisches Problem, ohne sich jemals mit Argumenten auseinander zu setzen. Sie reden von rationalem Erkenntnisgewinn, der angeblich objektiv die Evolutionstheorie beweist. Das ist jedoch eine reine Behauptung.

„Wir schlagen uns auf die Seite der Wissenschaft, trotz der offenkundigen Absurdität mancher ihrer Konstrukte … denn wir können einen göttlichen Fuß in der Tür nicht zulassen.“ – Prof. Dr. Richard C. Lewontin (09.01.1997, Evolutionsbiologe, The New York Review) – Kay Mees


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Da ich Frau Topcu als ausgezeichnete deutsche Stilistin kenne und sie wohl bei der Übersetzung des Interviews beteiligt war, finde ich es seltsam, daß man Erdogan auf Deutsch so holprig reden läßt. Dündar bekommt jede Woche ein exzellentes Deutsch zugesprochen, aber Erdogan muß reden wie mein Änderungsschneider. Ist denn sein Türkisch so schlecht? – Alfons Raith


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

Bis zur 2. Frage habe ich es geschafft: Erfahre, dass die Deutsche Bank im Zeitgeist gefangen war! Eine faszinierende Erkenntnis. So könnte man doch auch eine 12-jährige (Zeitgeist-) Periode charakterisieren: Enthaftung auf der ganzen Linie. Den Rest des Interviews spare ich mir. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Die Beispiele in Ihrem Artikel über den starken Staat sind konkret und gut recherchiert, so wie ich es an der Zeit schätze. Allerdings steht der Artikel im Wirtschaftsteil, Ihre Beispiele stammen aber bis auf Venezuela nicht aus dem wirtschaftlichen Bereich.

Sie hätten erwähnen sollen, dass starke Staaten in aller Welt Firmen daran hindern, Leiharbeiter 16 Stunden täglich arbeiten zu lassen und rechtlos bis hin zum Sklaventum zu behandeln. Unternehmen haben keine humanen Ideen. Sie kennen nur Zahlen. Gewinnzahlen sind ihre Aufgabe. Menschenrechte zu achten, dazu muss sie der Staat zwingen. – Claudia Stursberg


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

So.so: „Für die Unternehmensbilanz von Google ist das Unglück der Welt ein Glücksfall „.Desgleichen für die weltweiten Rüstungshersteller und -lieferanten.Als Unternehmer sind sie mit ihrer Bilanz einzig ihren Aktionären und nicht irgend so einem Hungerleider auf einer einsamen Insel mitten im Sumpf verpflichtet. Kapitalismus a gogo eben.

Solche weinerlichen Artikel ohne den Fokus auf Schuld-und-Schuldige zu richten werden schon andernorts ins BILD gesetzt. – Wolfgang Burkhardt


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Hier meldet sich ein versprengter Konservativer zu Wort. Als “reaktionär“ oder „homophob“ lasse ich mich aber dennoch nicht bezeichnen. Dazu haben wir zu viele homogene Paare in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, deren Lebensweise wir absolut tolerieren und respektieren, gemäß dem Grundsatz „Jeder soll nach seiner Facon selig werden“. Ich bin mir ganz sicher, dass mittlerweile ein Großteil der Bevölkerung so denkt. So gesehen ist es richtig, zu behaupten, die Republik war nie grüner, wie das Herr Wefing in seinem Artikel tut. Grün ist sie mir deshalb aber noch lange nicht, vor allem dann, wenn man miterlebt, wie deren Repräsentanten mit manchen zukunftsorientierten Entscheidungen umgehen.

Wie kompromisslos jetzt die „Ehe für alle“ im Parlament durchgepeitscht wurde.  Der Konfettiregen nach der Abstimmung hatte für mich etwas Peinliches. Ich tue mir nach wie vor schwer, eine Partnerschaft zwischen zwei Gleichgeschlechtlichen als „Ehe“ zu bezeichnen. Man hätte sicher auch eine Bezeichnung finden können, die dem Wunsch derer, die eine solche Partnerschaft eingehen wollen, gerecht wird. Und das auch mit allen Rechten, die einer Ehe eingeräumt werden

Die Bezeichnung „Ehe“ sollte aber einer Beziehung, bestehend aus Mann und Frau, vorbehalten bleiben. – Günther Stadtmüller


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Man könnte jetzt natürlich einen intelligenten Einwurf machen, etwa, kann man Frankreich und Russland hinsichtlich der staatlichen Durchdringungstiefe vergleichen? Oder könnte es nicht eigentlich sein, dass der Staat in Deutschland viel stärker ist als in Russland, aber angesichts eines Artikels, der nicht einmal eine Arbeitsdefinition von Etatismus hat, ist das vergebene Liebesmühe. Eine Frage nur: Ist das letzte Treffen der Ayn-Rand-Lesegruppe ein bisschen zu feuchtfröhlich ausgefallen? – Matthias Meindl


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Dein Erfahrungsbericht schlägt an Inhaltsdichte und Ausdruckskraft den Durchschnitt journalistischer Arbeiten -auch mancher Artikel in der ZEIT- um Längen. Die Tatsache, dass du systemimmanent daran gehindert statt unterstützt wirst deine Stärken zur vollen Blüte zu entwickeln, treibt mir Tränen des Zorns und der Scham in die Augen.

Scham und Zorn darüber, dass ich selbst als politisch aktive Person nicht in der Lage bin dafür zu sorgen, dass du später selbstverständlich eine Universität besuchen oder an einer Universität lehren kannst, auch ohne „eine drei in Mathe“. Leider ist unser gesamtes Bildungssystem -auch für die „Normalen“- in sich korrupt. Im Sinne von unehrlich. Es gibt ein „Bildungssystem der schönen Worte“ und ein „Bildungssystem der praktischen Umsetzung“. In erster Linie ist es ein Verfahren, die Menschen die es durchlaufen, nach verschiedenen Kriterien zu selektieren. Beginnend in Krippe und Kindergarten, in dem „soziale Kompetenzen vermittelt“ werden, genauer gesagt das, was der mainstraem gerade unter sozialer Kompetenz verstehen mag. Das ändert sich ja logischerweise laufend. Ich glaube zwar kaum, dass heutzutage noch jemand annimmt, soziale Kompetenz würde mit dem Rohrstock oder Züchtigungen anderer Art vermittelt. Bei mir, 60 Jahre jung, war das durchaus noch „akzeptierter Standard“. Ob der mainstraem dieser Ansicht wieder verfällt kann keiner vorhersagen. Die Gegenaufklärung boomt und kommt derzeit forsch voran.

Die ganze Schizophrenie der „Inklusionsdebatte“ beschreibst du ja unübertroffen plastisch mit dem Dilemma „körperbehindert – geistig behindert“. Debattiert wird selbstverständlich „politisch korrekt“, die Bescheide der zuständigen Behörden sind dann nur noch „politisch“. Als ob ein Mensch in seine körperlichen und seine geistigen Anteile aufgespalten werden könnte.

Ich würde mir wünschen, liebe Joscha, von dir künftig mehr zu lesen. Über deine Art die Welt zu sehen. Durch Augen, die anders sehen können als „gewöhnliche“ Augen. Es ist ein großes Geschenk für uns „Normierte“, dass du in der Lage bist, dabei so präzise mit uns „verbal zu kommunizieren“. – Monika Fath-Kelling


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Vielen Dank für den wirklich großartigen Artikel; die Idee, die Arbeit einer Hilfsorganisation mit der Reportage vor Ort so zu vermischen/zu parallelisieren ist stilistisch genial und ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon einmal gelesen zu haben.

Informativ und anrührend bis zur Schmerzhaftigkeit ! – Jürgen Kamenschek


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

Die Forderung, das Ehegattensplitting abzuschaffen, führt schon seit Jahrzehnten zu einem Totstellreflex von Politikern aller Couleur und ist daher kontraproduktiv. Es ist politisch nicht durchsetzbar, Leuten ohne Not etwas wegzunehmen. Man kann aber Benachteiligten endlich das geben, was ihnen zusteht. Das hat die Diskussion um die Ehe für Alle gezeigt.

Sie hat aber auch in hoffentlich politisierender Weise deutlich gemacht: Ehe und Familie driften immer weiter auseinander. Ein Drittel aller Kinder wird unehelich geboren. Das sind 238 000 pro Jahr. Dazu werden jährlich 132 000 Kinder zu Scheidungskindern. Die Eltern all dieser Kinder zahlen Steuern wie Singles und finanzieren damit indirekt den Splitting-Gewinn kinderloser Ehepaare. Die so entstehende Benachteiligung nicht ehelicher Kinder verstößt gegen GG § 6, Abs.5 und hat ein viel größeres Ausmaß als die, die gerade zu Recht vom Bundestag aufgehoben wurde. Die Lösung liegt auf der Hand: Zusätzlich zum Ehegattensplitting – und nicht stattdessen! – muss ein adäquates Kindersplitting her, mit dem Eltern ihrer gemeinsamen Verantwortung beim getrennten Erziehen besser gerecht werden können. – Peter Röhling


Leserbrief zu „Was, wenn es knallt?“ von Marc Widmann

Vielen Dank für diesen klaren und vorausschauenden Artikel. Darin beschreiben Sie Herrn Dudde, den Einsatzleiter der Hamburger Polizei als einen Mann, der hart gegen sich und Andere ist.

Und er hat das Recht auf seiner Seite.

Aber seine Strategie ist nicht aufgegangen.

Wer glaubt, gewaltbereite Demonstranten durch massive Polizeipräsenz, Härte und Einschreiten bei den kleinsten Rechtsverstößen, beeindrucken zu können, ist naiv.

Deeskalation geht anders, setzt aber wohl Empathie und die Fähigkeit voraus, auch einmal einen Gang zurück schalten zu können. Und so trägt die Polizei m.E. Mitverantwortung für die Bilder der Gewalt, die um die Welt gehen. – Dr. Claus E. Krüger


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

Der Qualitätsunterschied in der Argumentation ist beträchtlich zu Gunsten von Kolja Rudzio. Der Beitrag von Frau Nienhaus ist emotional geprägt und zu sehr mit eigener Ideologie durchsetzt. Eine bessere Recherche hätte dem Artikel gut getan. – Klaus Grasenick


Leserbrief zu „Das Fuck-off-Konto“ von Nina Pauer

„Es ist immer wieder schön, lebensbejahende und tatsächlich emanzipierte Frauen wie Nina Pauer zu sehen. Die eigenmächtig denken und zu realistisch sind, um sich weder den irreführenden, unrealistischen Sirenen der sogenannten Feministinnen noch irgendwelchen einfachgestrickten Männern hingeben. Die dank ihres Selbstvertrauens und ihrer Lebenserfahrung zu klug sind, um auf absurde, die eigene souveräne Verantwortung absprechende Botschaften und Partner hereinzufallen. Frauen, die vermutlich standhafter mit beiden Beinen im Leben stehen als Feministinnen oder wenig mannhafte, nicht ernstzunehmende Männer.

Frauen, die über zu viel ‚Hausverstand‘ verfügen, als dass sie das Leben naiv als bunten, vielversprechenden Wunschkatalog betrachteten, in dem einem/einer alles zufliegt ohne das eigene, selbständige Handeln.
Hut ab, vor solchen Frauen! Wahrlich eine ‚Pauer‘-Frau, diese Nina Pauer. – Christoph Schwalb


Leserbrief zu „Die Unperfekten“ von Anna von Münchhausen

Ihr Artikel „Die Unperfekten“ hat mir sehr gut gefallen. Als ich Mitte der 90’er-Jahre zwei Kinder bekommen habe, hat sich niemand in der Lokalredaktion, in der ich damals gearbeitet habe, darum geschert, ob ich danach wieder einsteigen möchte. Geschweige denn, mit mir über irgendwelche Arbeitszeitmodelle gesprochen. Schwanger war gleich gehirnamputiert – unbrauchbar – weg vom Fenster. Es hat 20 Jahre gebraucht, bis ich da wieder anknüpfen konnte, wo ich einst aufgehört habe. Mit viel Glück, Fleiß und Ehrgeiz ist mir sogar noch so etwas wie eine „Karriere“ im Journalismus gelungen.

Da habe ich mir gesagt, das darf meinen jungen Kolleginnen nicht passieren. Wenn jemand gut im Job ist, dann behält er diese Qualifikation. Punkt! Vor mir sitzen nun auch die jungen 30 Jahre alten Frauen, die nicht wissen, wie sie alles mit Kindern und Karriere auf die Reihe bekommen sollen. Mein Rat: Ihr müsst Euch selbst mit der Lösung wohl fühlen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder schnell die Situation akzeptieren, wie sie ist. Und wenn dazu gehört, dass Mama montags und dienstags den ganzen Tag zur Arbeit fährt, dann ist das so. Davon geht die Welt nicht unter. – Sabine Hildebrandt


Leserbrief zu „Wer kümmert sich?“ von Jeannette Otto

Alleinerziehende arbeiten gar nicht oder in Teilzeit. Paare mit Kindern, wie das geschilderte, haben offensichtlich mehr Reserven, um ganztags zu arbeiten.

Deren Lamentieren über zu wenig Zeit ließe sich recht einfach lösen!  Ganztags arbeitende Alleinerziehende kommen wohl kaum auf die Idee, ein Musikinstrument zu lernen, oder gar, die ‚Zeit‘ zu lesen. – Karin Jäger


„Die Ehe für alle“ wurde m.E. nur von allen Parteien begrüßt ,weil sie Angst hatten Wähler zu verlieren, d.h. Posten und Ämter.

Die Parteien haben  entweder keine  wirklichen Themen für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft oder springen einfach auf den Zug und Trieb   der Machtehaltung   auf. Wir haben wirklich genug andere Probleme zu lösen!!!

, also Egoismus der Schwulen und Lesben in reinster Form ohne an die Folgen zu denken.

Wer aber hat an die möglichen Adoptivkinder und ihre Fragen gedacht:

Was sind Väter und Mütter? ????? Warum gibt es Frauen und Männer? ???? W kommen die Kinder her????? Werden zukünftig  Kinder gezüchtet und meistbietend versteigert  ????? – Bernd Sprankel


Leserbrief zur Grafik: „Einkommensverteilung“

die Grafik heißt Einkommensverteilung, tatsächlich wird aber die Verteilung der Einkommenssteuer dargestellt. Weiterhin wird dann der Eindruck vermittelt, was für die Einkommenssteuer ja wohl auch so zutrifft, als würde die reiche Minderheit den Staat übermäßig finanzieren. Tatsächlich hat sie aber auch übermäßig eingenommen. Was ich vermisst habe: Wie hoch ist das Einkommen, wieviel Prozent davon werden als Steuern gezahlt?

Weiterhin: Wesentlich für das Steueraufkommen ist die Mehrwertsteuer (neben weiteren Steuern). Wenn man darstellen möchte, wieviel der einzelne aus den jeweiligen Gruppen zur Steuerlast beiträgt, sollte dieser Teil nicht fehlen, da auch die ärmsten, die keine Lohn- oder Einkommenssteuer zahlen, ja immerhin 19% Mehrwertsteuer (überwiegend) zahlen, damit steigt der Steuersatz auf das Einkommen. Diese Steuer nimmt aber mit zunehmendem Einkommen ab, weil zunehmend weniger davon ausgegeben wird, man kann daher nicht sagen, es träfe alle gleich.

Da bezogen auf die Haushalte dann auch noch die Zahl der Steuerpflichtigen steigt (Mehrwertsteuer zahlen auch Kinder ohne Einkommen), ergibt sich eine weiter Verschiebung.

Ich würde mich freuen, wenn es in der Grafik weniger einseitig zuginge, wenn tatsächlich Einkommensverteilung und Gesamtsteuerlast bezogen auf diese Verteilung erkennbar würden. – Bernd Schütze


Leserbrief zu „Leserbrief zu „Noch Zwei Bier für Europa“ von Moritz Von Uslar

Ich bin  von Moritz von Uslar angenehm überrascht.  Nach dem vernichtenden Artikel No. 1 über DU-Marxloh vor einigen Wochen, ist  seine Eloge über Elmar Brok  beachtlich lieb, harmonisch und dazu auch  Europe-minded. War das bewußt/unbewußt, daß in den Fragen oder von Brok in den Antworten nicht einmal sein langjähriger Kollege im EU-Parlament, Martin Schulz, erwähnt wurde ? – Hartmut Wagener


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Vielen Dank für ihre Berichterstattung. Folgender Leserbrief dazu:

  1. Ein friedliches Politikertreffen gleich welcher Art -auch G20- ist durch eine Demokratie zu ermöglichen. Wo denn sonst?
  2. Politik kann man das ganze Jahr über machen. Es ist erbärmlich, mit AntiG20 Demos, die Mitmenschen zu nerven.
  3. Gewalt in dieser Form ist Terrorismus!
  4. Terrorismus ist nicht  Demonstrieren und mit keinem Menschenrecht legitimiert.
  5. Die Krawalle waren angekündigt und eindeutig vorhersehbar.
  6. Vielen Dank an die philosophischen Urteile der diversen Richter, die diesen  Krawalltourismus ermöglicht haben. Die Demos hätten niemals in der Stadt genehmigt werden dürfen. Hier würde theoretisches Recht über Realismus gestellt. Wer verklagt die weltfremden Richter auf Schadenersatz und Volksverhetzung?
  7. Selbst der dööfste Terrorist sollte nach Baader-Meinhof wissen, daß auf diesem Weg kein Blumentopf zu gewinnen ist. 8 – 10 Tausend Krawallterroristen aus ganz Europa. Was für eine lächerliche Zahl gegen 450 Mio Europäern.
  8. Jeder Staat hat mit aller Konsequenz die Sicherheit seiner Bürger zu schützen und zu gewährleisten. Sonst ist das Gewaltmonopol des Staates sinnlos. Das gilt für Legislative, Exekutive und Judikative!
  9. Die Polizei ist zu bedauern. Eine Unverschämtheit und völlige Verkehrung von Ursache und Wirkung, der Polizei Provokation, geschweige denn Schuld zu geben. Straftat bleibt Straftat. Und „Gewaltnichtablehner“ wie z.B. Frau Laqueur müssen sich Ihrer Verantwortung und Nähe zum Terrorismus bewußt sein. Die Grünen Senatoren, die sich jetzt absetzen, wirken auf mich wie feige Opportunisten, die Gewaltverherrlichung und Demokratiezersetzung betreiben. Grüne = Verfassungsfeinde?
  10. Hafenrandstraße, Schanze, Gängeviertel und nun G20. Die Hamburger SPD steht für rechtsfreie Räume. Ein Depp, wer arbeitet, Steuern zahlt und wählen geht. Der Scholzsenat hat einmal mehr bewiesen: er kann Beton, aber nicht Mensch. – Gerd Scheunemann

Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Was haben das Schicksal eines türkischen Arztes und einer russischen Professorin mit den Zuständen in einer französischen Kita zu tun? Aydin Karagöz Existenz wird von dem Diktator Erdogan vernichtet. Er muss unter lebensbedrohenden Umständen fliehen. Putins staatliche Willkür droht Olga Obrastsowas Eigenheim zu zerstören.

Judith Ickowicz beklagt, dass die Tür der Kita nach einer halben Stunde vor ihrem weinenden Sohn ins Schloss fällt. Wer zwingt Frau Ickowicz, ihren Sohn in die Kita zu geben? Der Etatismus Emmanuel Macrons?

Von 55 Wochenstunden Kinderbetreuung träumen hier zu Lande viele Eltern. – Jacqueline Gies


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers und „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Es ist zu hoffen, dass dem BVerfG das ohne die erforderliche Vorbereitung auf den massiven politischen Druck einer interessierten Minderheit beschlossene Gesetz über die „Ehe für alle“ zur Überprüfung unter allen rechtlichen Blickwinkeln vorgelegt wird. Das Argument, niemandem werde durch das Gesetz etwas genommen, ist irreführend, weil die Gleichstellung der Verbindungen von Mann und Frau einerseits und gleichgeschlechtlichen Paaren andererseits das Bewusstsein für die Bedeutung nachkommender Generationen für die dauerhafte Stabilität der staatlichen Ordnung (weiter) schwächt. Die Demographiedebatte, die sich durch Zuziehende  nicht erledigt, zeigt deutlich, dass dieser Gesichtspunkt nicht vernachlässigt werden darf. Er wird von  den Verfechtern des Gesetzes übersehen. Sie nehmen ausschließlich die Sicht der Gruppe von Mitbürgern ein, die sich für eine Partnerschaft ohne eigene Nachkommen entscheiden. Als dem allgemeinen Wohl verpflichtete parlamentarische Mandatsträger müssten sie aber bei ihren Entscheidungen stets das Wohl der Gesamtheit im Blick  haben.

Triftige Gründe für eine Gleichstellung gibt es nicht. Den besonderen Schutz der Ehe (Art. 6 GG) brauchen gleichgeschlechtliche Paare nicht. Die Freiheit entsprechend ihrer persönlichen Veranlagung und aus Liebe zusammenzuleben, garantiert ihnen wie allen Paaren das Grundrecht auf die Entfaltung der Persönlichkeit und wird auch bereits gesetzlich geregelt. Ohne Eherecht unterliegen sie keiner Benachteiligung.  Durch ein Liebesverhältnis wird kein gesetzliches Merkmal der Ehe erfüllt. Durch einen Gesetzesbeschluss kann die allgemeine gesellschaftliche Anerkennung der Gleichstellung nicht erreicht werden, weil so die offensichtliche Tatsache des wesentlichen Unterschieds zwischen einem gleichgeschlechtlichen Paar und einem Paar verschiedenen Geschlechts nicht verdeckt werden kann. Die Gleichstellung und vor allem die gleiche Benennung der zwei wesentlich verschiedenen Arten von Partnerschaften ist wahrscheinlich kontraproduktiv zu dem möglicherweise verfolgten Gesetzeszweck der allgemeinen Wertschätzung der homosexuellen Partnerschaft, weil sich ein großer Teil der Bürger so nicht ernst genommen fühlen dürfte.

Hingegen gibt es gute legitime Gründe, die auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau (bisher: Ehe) rechtlich besonders zu behandeln, indem ihre Entstehung und ihr Fortbestand durch besonderen Schutz gewährleistet wird, wie er in Art 6 GG garantiert wird: Die Frau erhält  durch den rechtlichen Rahmen der Ehe Absicherung und Schutz, wenn sie wie in der Regel Mutter wird. Ohne eheliche Bindung des Mannes steht sie rechtlich allein mit ihren Kindern und braucht bekanntlich häufig an dessen Stelle die Hilfe des Staates. Eine Frau, die sich für  eine lesbischer Beziehung entschieden hat, wird aus dieser heraus nicht Mutter und braucht keinen entsprechenden besonderen rechtlichen Schutz. Dem männlichen Partner der Mutter sichert das Eherecht den Einfluss auf die Erziehung seines Nachwuchses und den Kontakt zur nächsten Generation, was in beiderlei Hinsicht indirekt von Vorteil für die Allgemeinheit ist.

Die Entscheidung für eine gleichgeschlechtliche Lebensbeziehung schließt prinzipiell Nachkommenschaft aus und hat deswegen  nicht den für die staatliche Ordnung wichtigen Vorteil einer Beziehung zwischen Mann und Frau zur Folge. Manche empfinden diese Konsequenz sicher als schmerzlich. Das Eherecht kann aber nicht helfen. – Jürgen Klose


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Zu Deinem Artikel kann ich nur sagen: Beeindruckend. Du bist wirklich 13?

In Deinem Text stellst Du mir die Frage nach meinem IQ. Ich weiß, dass Du davon nichts hälst, ich auch nicht. Doch da Du nun mal gefragt hast, möchte ich auch antworten: Ein Test ergab mal 90, ein anderer 140 Punkte. Macht in der Mitte 115. Auch nur eine Zahl, ach was, wohl eher eine Ziffernfolge.

Die 90 war ein offizieller Test, die 140 einer, den ich, unter Einhaltung der Regeln, allein und „ungestört“ von Erwartungen, gemacht habe. Ich bin prüfungstechnisch offenbar total behindert. Interessiert aber niemanden. Mich auch nicht mehr. Mit 54 kann einem das dann nämlich auch ziemlich egal sein. Nur abschlusstechnisch sieht’s bei mir echt mau aus. Muss ich mit leben, geht nicht anders.

Das Du manche Dinge nicht unterscheiden kannst finde ich sehr interessant, dass Du das auch weißt und beschreiben kannst, noch viel interessanter. Da merkt man mal wieder, wie wir Menschen viel zu selbstverständlich durch die Welt tapern und meinen, dass das Ding in unserem Kopf uns die Welt zeigt, wie sie ist. Aber eigentlich wissen wir das überhaupt gar nicht und können’s auch gar nicht wissen, denk‘ ich.

Aber das ist ein anderes Thema. Nur eins vielleicht noch: Was wissen „normale“ Menschen schon davon, was sie alles nicht unterscheiden können, wo sie „gleichgültig“ sind? Auf der anderen Seite: Gibt’s das überhaupt, „normale Menschen“? Oder ist das auch nur so eine Idee wie mit den IQ-Ziffern oder doch eine Frage der Gleichgültigkeit? – Volker


Leserbrief zum „Kunstmarkt“

Wenigstens die Werke der Literatur, des Schauspiels und der Musik dürfen sich noch darüber freuen, im Feuilleton der „Zeit“ auf ihren künstlerischen Wert hin betrachtet und besprochen zu werden. Nicht mehr gelten soll dies für Antiquitäten, vor allem aber auch für die Malerei, die abgehandelt unter der Überschrift „Kunstmarkt“ in den Wirtschaftsteil der „Zeit“ gerutscht ist. Zugegeben, interessant ist es schon und immer eine Nachricht wert, welche sensationellen, schwindelerregenden Preis Spitzenlose auf den internationalen Auktionen erzielen, aber ist das ein Grund, Giovanni di Lorenzo auf seinem persönlichem Weg von der Leidenschaft – Leidenschaft für was? Doch wohl für die Kunst an sich. Er wagt es nicht einmal mehr auszusprechen. Zu billig!? – zum Interesse am Marktwert zu folgen? Ist nicht dieser vermeintliche Reifungsprozess, der den Kunstmarkt über die Kunst stellt, in Wahrheit ein Abstieg, ein Hinabschleudern der bildnerischen Kunst in die schnöde Welt des Mammons? Beschämend ist es für ein Medium wie die „Zeit“, das sich immer noch im Ruf eines der führenden Bildungsblätter stehend wähnt, die Diskussion über Kunst an sich als überholt zu betrachten, auf die Betrachtung der Wechselwirkungen von Kunst und Gesellschaft vollends zu verzichten und stattdessen die Begeisterung für Malerei auf ihren Geldwert zu fokussieren.

Schon seit langem beobachte ich mit großem Bedauern eine entsprechende Verhunzung des Zeit-Magazins, in dem immer wieder ganz beliebige Themen für Werbeauftritte der Modeindustrie missbraucht werden. Beliebig werden die Themen allein dadurch, dass mit der Zeit der Eindruck sich verfestigt hat, der Inhalt der Berichte sei tatsächlich zweitrangig geworden hinter den Uhr- und Modemarken, denen hier eine Plattform geboten wird, ihre Fabrikate vorzustellen, wie zuletzt wieder im aktuellen Beitrag „Was die Politik von deutsch-türkischen Freundschaften lernen kann.“

Wenn sich in den vielen Jahren, in denen ich der „Zeit“ als Abonnent die Treue gehalten habe, immer mal Beiträge fanden, mit deren Inhalt ich keineswegs einverstanden sein konnte, war mir das selten eine Rede oder einen Einspruch wert und zuweilen sogar recht willkommen, wo es doch auf der Hand liegt, dass man mehr an der Kontroverse, an der Auseinandersetzung mit anderslautenden Meinungen wächst als an fortlaufender Bestätigung der eigenen. In diesem Sinne wird mir vielleicht eines Tages sogar noch ein Licht aufgehen, warum Sie Erdogans Ansichten über Deutschland nicht im Innenteil in aller gebotenen Ausführlichkeit ausbreiten, sondern es dem Wirrkopf erlauben, Deutschland seine selbstmörderischen Absichten auf der Titelseite um die Ohren zu hauen. Spricht daraus etwa Eitelkeit, von einem „Großen“ gnädig ein Interview gewährt bekommen zu haben?

Denn Eitelkeit ist neben aller politischen, kulturellen und redaktionellen Intelligenz, die Giovanni di Lorenzo in sich bündelt, vor allem das Markenzeichen, das die „Zeit“ auf einen in meinen Augen gefährlichen Pfad führt. Diese bürgerliche Saturiertheit teile ich nicht, dass ich Kunst so sehr auf ihren Geldwert beschränkt sehen will, dass der Wirtschaftsteil für sie angemessener scheint als das Feuilleton, und es schüttelt mich vor Widerwillen, wenn Berichte über gesellschaftspolitisch relevante Themen mit modischem Kinkerlatz verbrämt werden.

Es sind dies grundsätzliche Diskrepanzen, die sich zwischen uns aufgetan haben, und mich (uns) nach Jahrzehnten als „Zeit“-Leser durchaus veranlassen könnten, ganz schnell sich einem anderen Wochenmagazin zuzuwenden, wenn nicht Ihrerseits der Wille nach einer Korrektur deutlich erkennbare Folgen zeitigt. – Christine und Torsten Steinberg


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Zu dem Beitrag von Joscha Röder ( S.49 f. ) kann ich nur eins sagen : Meine Hochachtung ! Nur weiter so ! Viele liebe Grüße an sie ! –  H.G. Rummel


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Vor allem dem letzten Abschnitt dieses Artikels kann ich mit vollem Herzen zustimmen: Zu studieren,“ wie das Leben sich seinen Weg sucht“, kann uns wirklich zum Staunen, zur Demut, zur Ehrfurcht und zur Einordnung in ein großes Ganzes führen.

Doch dass wir damit weder den Ursprung noch ein Ziel (so es das denn gibt) des irdischen Lebens kennen, das vermisse ich in Darlegungen von Evolutions-Vertretern immer wieder.

Und dass Menschen aller Zeitalter (so weit wir davon Zeugnisse haben) und aller religiösen Vorstellungen nicht nur eine Kraft, ein Wesen, sondern deren mehrere erfahren, studiert und verehrt haben – also nicht nur die Kraft der Biologie, sondern auch die der Anima Mundi oder die des Taos zum Beispiel – das sollten wir als Nachfahren der Menschheit dieses religiösen Weg-Abschnittes nicht einfach zur Seite wischen. Die für mich eher dümmliche Erklärung, dass die Menschen früher sich eben einen Gott erfunden haben, weil sie einen Lückenbüßer brauchten

für all das, was sie sich nicht erklären konnten und was ihnen Angst machte, die geht leidet oft einher mit der Evolutions-Theorie.

Ich sehe das so: Mit den Überlegungen Darwins und vieler nachfolgender Forscher haben wir Thesen, um das „Gewand des Lebens“ zu erforschen, Nicht weniger und nicht mehr! – Heide Marie


Leserbrief zu „Doc Deutschland“ von Harro Albrecht

Der Verfasser Harro Albrecht betrachtet den weltweit freien Zugang zu Verhütungsmitteln sowie zu sicheren Abtreibungen als wichtige Maßnahmen der Gesundheitspolitik, um die Müttersterblichkeit zu reduzieren. Das halte ich aus folgenden Gründen für äußerst fragwürdig:

Hormonelle Verhütungsmittel erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt oder eine Hirnblutung zu erleiden. Zudem stehen sie im Verdacht, das Risiko für Brustkrebs zu erhöhen. Außerdem können sie zu Depressionen und zum Libidoverlust führen.

Abtreibungen erhöhen ebenfalls das Riskio, an Brustkrebs zu erkranken. Außerdem kann eine Abtreibung zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen. Nicht zu unterschätzen ist zudem das Post-Abortion-Syndrom.

Für die ungeborenen Kinder ist eine Abtreibung definitiv keine gesundheitsfördernde Maßnahme.

Was Mütter in den Entwicklungsländern stattdessen brauchen, sind qualifizierte Hebammen, hygienisch einwandfreie und medizinisch angemessen ausgestattete Entbindungseinrichtungen sowie Aufklärung über den weiblichen Zyklus, um selbstbestimmt und ohne Druck seitens der reichen Länder die Natürliche Empfängnisregelung anwenden zu können. Der finanzielle Aufwand dafür dürfte nicht höher liegen als der für die flächendeckende Beschaffung von Verhütungsmitteln und  Durchführung von  sicheren  Abtreibungen, für die ebenfalls mehr und besser ausgestattetes medizinisches Personal und entsprechende Einrichtungen erforderlich wären.

Die Geburtenrate in den ärmeren Ländern ist übrigens in erster Linie deswegen so hoch, weil leider  viele Kinder schon im Kindesalter sterben. Könnten die Frauen sich darauf verlassen, dass ihre Kinder aufgrund verbesserter medizinischer Maßnahmen das Erwachsenenalter erreichen, würden sie nicht mehr wie bisher aus der Not heraus so viele Kinder bekommen. – Annette Wiesen


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Warum nennen Sie keine Produkte beim Namen, in denen Holzkohle aus Südamerika drin ist? So ist der Artikel für die Katz.  – Bert Moritz


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Es ist bemerkenswert, dass es der ZEIT gelungen ist, gerade jetzt ein Interview mit Herrn Erdogan zu führen. Leider macht es aber nur genau das noch einmal deutlich, was man ohnehin annehmen konnte: Herr E. ist ein egozentrischer, engstirniger, brutaler Diktator, der sich nur von „Terroristen“ umgeben fühlt und mit Lakaien umgibt. Trotz seiner gegenteiligen Darstellung ist er ein waschechter Diktator, der niemandem anderen zutraut, dieses Land zu führen, und die in einer Demokratie übliche Unterstützung bzw. Korrekturen seines Handelns durch ein Parlament als völlig unnötig empfindet. Dass er die Worte Demokratie, Menschenrechte, Pressefreiheit usw. auf eigene Art deutet, wurde noch einmal erschreckend deutlich.

Was mich allerdings wunderte war, dass Sie die Kritik des Herrn E. an der Entscheidung der Bundesregierung, ihn in Deutschland nicht reden zu lassen, nicht zum Anlass nahmen, auf den nicht gestatteten Besuch deutscher Paralamentarier in Incirlik zu sprechen zu kommen. Überhaupt wurde das ganze beschämende Thema, dass unsere Soldaten einen NATO-Partner verlassen und „umziehen“ müssen, total ausgespart. Aber dessenungeachtet danke ich Ihnen für dieses schonungslos entlarvende Interview. Das Unwohlsein, dass Herr E. bei Ihrem Besuch verströmte, wurde beim G 20-Gipfel auch noch für jedermann sichtbar. Das Problem ist nur: was helfen uns diese Erkenntnisse? – Peter Kania


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

s ist außerordentlich erfreulich, dass Sie den türkischen Präsidenten Erdogan zu einem Interview gewinnen konnten. Leider ist m.E. das Interview nicht völlig gelungen. Vier Punkte möchte ich hervorheben:

 

  • Erdogan bezeichnet jeden, der nicht seine Meinung teilt, als Terroristen. M.E. hätte intensiver nachgefragt werden müssen, was Erdogan überhaupt unter einem Terroristen versteht.

 

  • Ganz unakzeptabel war die Gleichsetzung von Kurden und PKK. Hier bestand Anlass, diese automatische Gleichsetzung aufzubrechen und Fragen nach dem Krieg zu stellen, den die türkischen Streitkräfte in den südöstlichen Landesteilen insgesamt gegen die kurdische Bevölkerung geführt haben und wohl noch führen.

 

  • Der stereotype Hinweis von Erdogan auf die Unabhängigkeit der Justiz war mehr als befremdlich in einem Umfeld, das durch die Entlassung von Tausenden von Richtern gekennzeichnet ist.

 

  • Erdogan verweist auf „eigene Gebote und Regeln“ der Türkei. Im Interview hätte darauf hingewiesen werden sollen, dass die Türkei als Vertragsstaat der europäischen Menschenrechtskonvention an einen europäischen Rechtsstandard gebunden ist.

 

Ich verkenne nicht, dass es bei einem so selbstherrlichen Interviewpartner sehr schwierig ist, bei den heiklen Punkten wirksam nachzubohren. Aber für den ‚flüchtigen Leser konnte der Eindruck entstehen, dass die Türkei sich in vollem Einklang mit den gemeineuropäischen Rechtsvorstellungen hält. – Professor Dr. Dr. h.c. Christian Tomuschat


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers

„Ehe für alle“ kann auch so verstanden werden dass alle z.B. über achtzehn Jahre alten Menschen verheiratet sein müssen. Die Ehetauglichkeit wird dann von einer speziellen Abteilung der TÜV-Stellen überprüft, oder von einer Behörde, oder von einer Abteilung bei den Amtsgerichten, z.B. – Erwin Ott


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Wir haben auch ein Kind mit Behinderung, Mondbeintod im rechtem Handgelenk, links liegt der Verdacht vor und ein inoperabler Hirntumor (Astrozytom II).

Die Odyssee mit dem Nachteilsausgleich haben auch wir erlebt. Die fehlende und mangelnde Unterstützung von Regel-Schule und Behörden. Die fehlende Empathie von Mitschülern und maßlos überforderten Lehren – besser Leerkörpern.

Ich bitte Sie der Familie Röder unser Mitgefühl auszudrücken. – LVR-Schule Anna-Freud-Schule, Alter Militärring in Köln und unsere Tochter kann dort ihr Abitur sicher erreichen.

Wir haben bisher nur positive  Erfahrung mit der AFS-Köln machen dürfen. Beim Thema Nachteilsausgleich sind Dinge möglich die an unserer alten Regelschule nicht möglich, nicht vorstellbar waren.

Vielleicht findet Joscha hier eine schulische Heimat und Zukunft, ein Versuch ist es Wert. – Roland Voß


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Das Interview von G. di Lorenzo mit dem Möchtegern-Sultan-Pascha Erdogan hat gezeigt, wie schwierig es ist, ein substantielles Gespräch mit diesem zu führen. Danke dafür. Offenbar wird in diesem Interview die intellektuelle Dürftigkeit und der politische Unverstand des neuen Führers der Türkei. Ein Verdienst Ihres Chefredakteurs. Chapeau! – Helmut Schmitz


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Mit verschiedenen Emotionen habe ich ihr hervorragendes Interview mit dem türkischen Staatspräsidenten gelesen.

Sie haben journalistische Arbeit auf allerhöchstem Niveau geleistet. Dafür haben sie meinen aufrichtigen Respekt. Machen sie auch in Zukunft weiter so. Menschen, wie Sie, sind in der heutigen Zeit von enormer Bedeutung. – Janik Trappe


Leserbrief zu „Stimmt’s?“ von Sunil Mahendran

Vor einem halben Jahrhundert war ich vom bayerischen Schuldienst für einge Jahre beurlaubt, um an der deutschen Schule in Windhoek (damals noch Südwestafrika, heute Namibia) zu unterrichten. Eines Morgens fand ich auf der Straße vor dem von uns bewohnten Haus ein Chamäleon. Es war einfarbig dunkelgrau wie der Asphalt, und das nächste Auto hätte es leicht überfahren können, ohne etwas zu bemerken. Da nahm ich das Tier, setzte es in die Hecke vor dem Haus und ging den Fotoapparat holen. Nun fand ich mein Objekt beinahe nicht mehr, denn es war jetzt grün-weiß-schwarz gefleckt: Grün wie die Blätter, weiß wie das durchscheinende Sonnenlicht, schwarz wie die Schatten. Nachdem ich Fotos gemacht hatte, sperrte ich das Reptil in eine Schachte aus hellbraunem Karton, um es meinen Schülern zeigen zu können. Als ich im Klassenzimmer die Schachtel öffnete, war das Chamäleon einfarbig hellbraun wie der Karton.

Kein Jägerlatein! Was stimmt nun wirklich? – Dr. Paul Gerhard Meyer


Leserbrief zu „Noch Zwei Bier für Europa“ von Moritz Von Uslar

Diese Lobeshymne auf Elmar Brok hätte auch etwas kürzer sein können. Man sieht, welche Mühe der gute Autor gehabt hat, eine ganze Seite zu füllen. – Dr. Salvatore Algieri


Leserbrief zu „Sein tiefer Fall“ von Evelyn Finger

Die Katholiken des Bistums  Regensburg waren froh, als sie ihren Bischof  Müller „loswurden“ ,der Laien und Priester  allzu lange  drangsaliert  hatte. Letztere konnten  sich auch  nicht ausreichend zur  Wehr setzen, da zum Gehorsam  verpflichtet und somit seinem rigorosen Dogmatismus  ausgesetzt.  Interessant wäre zu  erfahren, wie viele Gläubige  während seiner Amtszeit der  Kirche den Rücken gekehrt  haben. Unter Benedikt  durfte er dann noch  viele Jahre jede Reformbewegung als Inquisitor torpedieren und seinen rückwärtsgewandten  vorkonziliaren Atavismus  pflegen. In den Lebenserinnerungen  von  Hans Küng, „Erlebte Menschlichkeit“, beschreibt dieser ihn  prägnant  folgendermassen;„Als Bischof unbeliebt, als Theologe  ohne  Relevanz, als Ökumene  Verantwortlicher  eine  Belastung, als Präfekt der  Glaubenskongregation ist dieser  bornierte  Scharfmacher  fehl am Platz.“Er besass die Arroganz, der katholischen Reformbewegung eine  „parasitäre Existenz „ vorzuwerfen.(s.587ff,.ebd.  Küng)

. Dem ist nichts hinzuzufügen,   ausser Papst Franziskus  zu gratulieren, dass  er  die Gelegenheit  genutzt hat , diesen hardliner zu  entmachten. Empfehlen möchte  man  Kardinal  Müller Rückzug in ein  Kloster zu Gebet  und  Meditation, wenn er  -was ich bezweifele- wegen fehlender Demut  dazu  fähig ist. Zu lange war er von seiner Mission überzeugt, den direkten Draht nach „oben „ zu haben, und das geht dann häufig mit einem Realitätsverlust einher Ein tiefer  Fall, dabei glaubte er sich dem Himmel  so  nahe. – Dr.med. Walter Ecker


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Der Streit zwischen Kreationisten und Evolutionisten um die Deutungshoheit unserer Schicksale ist bereits durch den ersten Satz der Thora bzw. der Bibel beantwortet: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Das heißt eben nicht, dass ein allmächtiger Hegemon in einem universell-totalitären und einmaligen Schöpfungsakt die Welt erschaffen hat, sondern dass wir Menschen die Frage nach Ursprung und Wirkungsweisen des Lebens nicht abschließend beantworten können.

In dem Sinn ist die in Genesis 1,1 gemachte Aussage ein Geniestreich der oder des Verfassers, der uns erstens davor bewahren soll, uns über unergründliche Dinge den Kopf zu zerbrechen, und uns zweitens auf standardisierte Weltdeutungsmuster festzulegen um mit solchen Illusionen hausieren zu gehen. Es sei denn, wir setzen Gott auf die Anklagebank (Warum hast du bloß die Welt erschaffen?), um uns als seine Verteidiger aufspielen zu können. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „G20 auf See!“ von Josef Joffe

Die Meinungsfreiheit ist ein derart hohes Gut in unserer westlichen Welt, dass es deren besonderen Betonung unter von demokratischen Grundsätzen überzeugten Menschen nicht bedarf – allerdings großer Wachsamkeit und stets deren Verteidigung.

Eine gute Zeitung zeichnet sich durch die Vielfalt und die unterschiedlichen Meinungen in den veröffentlichten Artikeln aus. Das trifft – glücklicherweise schon seit Jahrzehnten – auf die „Die Zeit“ zu.

Als das Niveau Ihres Blattes gefährdend empfinde ich fast sämtliche Artikel auf der Meinungsseite im Politikteil von Josef Joffe. Ein erschreckendes Beispiel ist sein Text in der Ausgabe vom 6. Juli 2017 (G20 auf See!). Von welch` selbstüberschätzender Arroganz und von Verachtung geprägter Überheblichkeit zeugt die böswillige Charakterisierung der für die Sicherheit der Veranstaltung abgeordneten Polizisten als „Büttel“. Würde er diese Bezeichnung auch wählen, wenn Polizisten sein Eigentum oder seine leibliche Unversehrtheit in einer Gefahrenlage geschützt hätten?

Ich weiß, Joffe ist Herausgeber der „Zeit“ und genießt deshalb wohl gewisse Privilegien in Hinsicht auf Meinungsäußerung. Als einen Schmuckstein im Kreis der Herausgeber – denke ich z. B. an Marion Gräfin Dönhoff und Helmut Schmidt – würde ich ihn aber keineswegs ansehen.

Sehr gut vorstellen kann ich  mir Ihre Verzweiflung, wenn Sie im Anblick eines Joffe-Artikels die Löschtaste betätigen möchten ihn aber zähneknirschend passieren lassen müssen.

Mein Rat kann nur lauten: Jojo sollte zukünftig nur noch Berichte über Fahrten durch die Toskana (oder ähnlich genussreiche Landstriche) mit einem exklusiven PKW und in Begleitung eines weiblichen Mitpassagiers schreiben. Dabei kann immer noch genügend Dummes, aber nicht so verheerend Schlimmes angerichtet werden.

PS.: Zur Klarstellung: ich bin kein Polizist oder in irgendeiner Weise mit der Innenbehörde verbunden. – Günther Fischer


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Warum bekommt die Holznutzung (in diesem Fall Holzkohle) den schwarzen Peter? Sie nennen die Hauptgründe für die Flächenumwandlung, die Sojaproduktion für die Fleischproduktion und die direkte Fleischproduktion (hauptsächlich für gehakte Produkte).

Solange die Verwaltung der Landresourcen(Land- und Forstwirtschaft) sowie die Judikative in den 3 genannten Ländern nicht ohne Korruption funkioniert, wird sich nichts ändern.Argentinien befindet sich zur Zeit in einem schwierigen „Entbindungsprozess“.

Gerade die punktuelle Nutzung des Chacowaldes: Pfosten,Schwellen,Tannin und hauptsächlich die Holzkohleherstellung hat be-und verhindert, daß es zu großflächigen Rodungen kam.Ausnahme Paraquay in Gebieten der Menoniten.

Die Förderung punktueller, kleinflächiger Nutzung behindert den Drang zu großflächigen Umwandlungen und reduziert die Abwanderung der Bevölkerung in die Großstädte.

Die Kampagnen gegen Tropenholznutzung und wie jetzt gegen Holzkohle aus dem Chacowald haben in vielen Fällen nicht genutzt, sondern im Gegenteil zu einer Beschleunigung der Flächenumwandlungen geführt.

PS: Habe 11 Jahre in Projekten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Argentinien gearbeitet, davon 5 Jahre im Chaco. – Günter Besold


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers und „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Die Redewendung: “ Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ weist darauf hin,daß alle unsere Handlungen,die aus dem Denken,Wünschen und psychischen Affekten her- aus geschehen, eine Reaktion nach sich ziehen im Sinne der Aussage von Jesus: „Was ihr sät werdet ihr ernten.“ Es betrifft die Handlungen, die aus karmischen oder jetzt weltlichen Gründen entstehen. Davon ausgenommen sind reine Handlungen, welche von der göttlichen, bedingungslosen Liebe zum Wohle der Menschen,Tiere und der Welt getätigt werden. Diese beiden Ebenen zu unterscheiden ist manchmal nicht leicht.

Man muß sich also fragen, was das Ziel der Egowünsche und das Ziel der göttlichen Seele, die nicht mit der Psyche verwechselt werden darf, eines jeden sein soll – also eine Gewissensfrage der Seele und die Wunschebene des Egos. Als spirituell ausgerichteter Mensch wünscht sich die Seele nach der langen Reise  durch die vielen Inkarnationen die Wiedervereinigung mit Gott. Für ein Leben mit diesem Ziel gibt es eine Wegbeschreibung in Form der seit der Schöpfung bestehenden Vedi- schen Schriften, in welchen klar dargelegt wird,in welcher Weise man das Leben gestalten sollte, sozusagen eine “ göttliche Grundordnung“ für das Individuum, das Familienleben und die Gesellschaft. Dabei sollte das tragende Fundament die bedin- gungslose, Ego-freie Liebe gelebt werden.

Nach dieser „Urordnung“ sollten Ehen zwischen Mann und Frau “ arrangiert“ werden im Spirituellen Sinne, um durch möglichst geringes gemeinsames Karma diese bedingungslose Liebe überhaupt zu ermöglichen, welche für eine dauerhaft gelingende Partnerschaft eine wichtige Voraussetzung ist. Beide Partner vertrauen auf die göttliche Führung und haben die Verschmelzung mit Gott zum Ziel. Beide sind füreinander da, möglichst ohne sich emotional  zu sehr aneinander zu binden.  Die weltliche Variante einer Eheschließung ist die falsch verstandene „Ehe für alle“ in Bezug auf eine bisexuelle Ehe. Denn dort ist die Basis des Egos die psychische Welt der Gefühle und Wünsche.

Die verbindende Liebe ist karmisch, meist in Form einer Verliebtheit und gleichzeitiger Bedürftigkeit im Sinne von: „Ich liebe Dich,weil ich Dich brauche.“ Es wird eine Verschmelzung auf der weltlichen Ebene angestrebt. Das eigentliche Spirituelle Ziel der Seele – Gott – spielt keine Rolle mehr. Diese Menschen bleiben im Weltlichen „hängen“, es sei denn, daß sie aus Unzufrie- denheit und  zunehmenden Spannungen nach den Ursachen forschen und erkennen, daß niemand Gott,der innerlichst in jedem Lebewesen wohnt,ersetzen kann und be- ginnen,sich mit dem Sinn des Lebens auseinander zu setzen.

Tun es beide, werden  beide Seelen miteinander reifen können. Homosexuelle Paare könnten nach den Vedischen Schriften keine Ehen eingehen, weil sie nicht der „Göttlichen Urordnung“ ( dem „Dharma“) entsprechen und damit „un- natürlich sind ,d.h. nur aus menschlichem Wunsch heraus geboren wurden. Es fließt kein göttlicher Strom, wenn beide Pole plus/plus oder minus/ minus geschaltet werden. Warum ein Leben auf diese Weise verschwenden? – Dr.med Gertrud Perach


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Hello there. I am a teacher living in Turkey. I got kicked out a year ago. Furthermore, without any judicial administrative or judicial interrogation. Unfortunately, in Turkey courts do not look at our cases. Newspapers and many journalists are acting together with the government. Thank you for your Erdogan interview and for asking those who can not be asked. Please report more about human rights violations in Turkey. I am sorry for my English.
Have a good day works. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Ich finde es sehr unpassend, dem Diktator Erdoğan mit seinem  unsäglichen Zitat auf der Titelseite eine Bühne zu geben, dreimal so  groß wie das Foto daneben von Angela Merkel mit ihrer treffenden  diplomatischen Aussage. Zur Zeit wird der große „Adalet Marşı“, der  Gerechtigkeitsmarsch der türkischen Opposition,  von Ankara ausgehend in Istanbul erwartet. Der hätte es verdient, ganz groß auf das Titelbild gesetzt zu werden. – Susanne Ugurel


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

In der ZEIT vom  6.7.2017 entdeckte ich den “ Z – Beitrag“  von Joscha Röder.  Diese junge Frau, „weiblich, 13 Jahre alt, Autistin“, hat viel  mehr zu sagen,  als ich,  „männlich, 66 Jahre alt, Jurist,  persionierter Geschäftsführer eines grossen Rentenver-  sicherungsträgers“,  es jemals vermag !

Im sog. Ehrenamt als Vorsitzender der  LAG-Selbsthilfe Baden-Württemberg mühe ich mich  oft erfolglos ab , um Inklusion zu erklären. Dabei  sind Menschen mit besonderen Fähigkeiten – wie  Joscha Röder – eine so  unglaubliche Bereicherung  für die Gesellschaft.

Mein Bitte  : darf die LAG – Selbsthilfe BW  den „Z – Artikel“  mit Ihrem –  vor allem aber mit dem Einverständnis von  Joscha Röder in unserer Mitgliederzeitschrift für die  unsere 6o Selbsthilfeverbände behinderter und  chronisch kranker Menschen und deren Ange-  hörigen ungekürzt abdrucken? – Hubert Seiter


Leserbrief zu ZEIT im Osten

Ich wundere mich jede Woche darüber, dass Sie in der Kopfzeile immer  noch auf „MIT ZEIT IM OSTEN“ und daneben auf „Mit 3 Seiten ZEIT im Osten“ hinweisen.  Im Jahr 18 nach der Wiedervereinigung dürfte es selbstverständlich  sein, dass Sie auch aus dem Osten Deutschlands berichten. Berlin  gehörte und gehört auch zu dem Osten, zählt dabei aber wohl nicht mit.

Die Begrenzung auf 3 Seiten für den Rest-Osten ist dabei willkürlich  aber auch häufig zu lang.  Über Ihre Stellungnahme würde ich mich freuen. – Helmut Mattern


Leserbrief zu “Ihr Kampf” von Christian Staas

Mir war völlig klar als älterer Mitbürger, daß die Nachfolgegeneration nur ein unrealistisches Bild von Hitler-Deutschland zeichnen konnten. Die Zustimmung fast aller Bürger war an der Tagesordnung und zwar, wie Sie richtig schreiben, aus allen sozialen Milieus.

Die Familien hatten seit dem 1. Weltkrieg nur Leid und Armut erfahren. In Hitler sahen sie den Retter. Wenn sie so wollen, Hitler kam zur rechten Zeit.

Eine lange Zeit vor und während des Krieges konnten die Bürger für damalige Verhältnisse einigermaßen im Wohlstand leben. Das Unternehmertum konnte in luxuriösen Verhältnissen Leben.

Die Arbeitslosigkeit ging erheblich zurück – auch während des Krieges. Die Judenvernichtung wurde unter der Decke gehalten. Lediglich die Lager waren bekannt.

Die Generalität hat Hitler auch am Ende des Krieges nicht widersprochen. Und wenn doch wurde ohne Verfahren standrechtlich erschossen. Die Generalität wußte spätestens in den frühen Jahren von 1944 daß der Krieg verloren war.

Damit ist alles gesagt. Kurz und bündig. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „G20 auf See!“ von Josef Joffe

Zum Verständnis: „Zwei Büttel für jedes Delegationsmitglied“; damit meinen Sie  hoffentlich nicht die Polizistinnen und Polizisten, die zu diesem Ereignis für Sichertheit im A uftrag der Politik sorgen sollten. Ich dies jedenfalls nicht . Denn es gab eine Zeit, da habe ich die ZEIT wegen ihrer Sprache begonnen zu lesen. Wenn Sie nun die, die für unser freiheitlich demokratische Grundordnung mit Leib und Leben einstehen, sich dafür mitunter heftig beschimpfen lassen dürfen und zum Teil mehrer hundert Überstunden vor sich herschieben, selbst in der ZEIT so diskreditieren, finde ich dies empörend. Ich hoffe dies alles nicht aus ihrer Feder so lesen zu müssen und bitte um vERGEWISSERUNG. – Matthias Ortmann


Leserbrief zu „Wenigstens sind sie schlecht im Kricket“ von Oliver Fritsch

Ihr Autor beschreibt ganz ordentlich die Situation wie ein Spitzenspiel zu laufen hat. Die Krux ist nur,  das beherrscht auch die A-Mannschaft nicht, bis auf ganz wenige Ausnahmen.

Der Deutsche Fußball hat immer darunter gelitten – und das ist noch heute so -, die Technik und Raffinesse fehlt. Aber auch bei den anderen Mannschaften ist es nicht viel anders. Die Südländer sind davon am wenigsten betroffen.

Wirkliche Genies gibt es vielleicht nur eine Handvoll im ganzen Fußballgeschäft. Die Deutschen haben keinen einzigen davon. Die gewinnen durch Robustheit und eisernen Arbeitswillen. Besonders in der heutigen Zeit sind bei der brutalen Spielweise diese Eigenschaften wichtiger. Ein Pele oder Maradona könnten heute nicht mehr so glänzen. Wer auf schönen Fußball Wert legt, kann das bei uns nicht finden. Es gibt bei dem einen oder anderen Spieler vielleicht einige Ansätze davon, aber mehr auch nicht.

Ich gehöre zu den Schöngeistern. Deswegen interessiert mich der Fußball heute kaum noch, bis auf Europa- und Weltmeisterschaften.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Gleich vier Autoren arbeiten sich daran ab. Das ist zu begrüßen, weil es langsam zu einer Gefahr für die Bürger wird. Die Bevormundung nimmt nie dagewesene Formen an, zumindest seit 1949. Die Staatsdiener kommen mit  dem Tempo gar nicht mehr nach. Überall werden Beamte gesucht.. Und trotzdem gerät der Rechtsstaat in Verruf. Das jüngste  Beispiel hat gezeigt, das selbst 20 000 Ordnungshüter nicht mit 100 Kriminellen fertig werden.  Die Lachnummer des 21. Jahrhunderts.  Der ganze Apparat scheint zu schwerfällig (körperlich wie geistig) zu sein.

Falsche Rekrutierung und Ausbildung sind zu erkennen. Eine gefährliche Entwicklung bahnt sich da an. Wie will unser Staat jemals mit den wirklich gefährlichen Menschen fertig werden, wenn er schon mit einer gewöhnlichen regionalen Auseinandersetzung große Probleme hat.  Die Verantwortlichen reimen sich eine Taktik zusammen, die nur in den Köpfen der Beamten einen Sinn machen, aber völlig untauglich für die Wirklichkeit. Die „Gutmenschen“ sind dafür untauglich – sie sind eher zu einer Plage geworden. Mehr Staat wird unser Land weiter lähmen  und vom Wohlstand können wir uns verabschieden. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Besten Dank für die beiden Artikel. Schön, dass gleich anschliessend John Cryan den «Zeitgeist» bemühen darf, um das grandiose Versagen «seiner» Bank und der Finanzwelt insgesamt zu erklären (oder vielleicht eher zu entschuldigen?). Der «Zeitgeist» wurde aber doch von den Allerbesten der seinerzeitigen Elite bestimmt, oder waren es vielleicht doch nicht die «Allerbesten»?

Der «Zeitgeist» der «Privatisierung» hat übrigens nur wenig Gemeinwohl geschaffen und wenn doch materielles «Wohl», nur für einen kleinen Kreis. Die Staatsquote als Mass für Etatismus resp. «Verschleuderungen» aller Art ist halt ideologisch belastet. Die skandinavischen Staaten dürften z.B. vor lauter «Verschleuderung» gar nicht mehr existieren, tun sie aber dennoch und gar nicht mal so schlecht. Machen die etwas falsch?

Ich will da nicht weiter polemisieren, aber den durchaus ideologisch aufgeladenen Artikeln entgegen halten, dass die «Privatisierung» des Staates (Infrastruktur z.B.) und die Sache mit der in die «Freiheit» entlassenen Finanzwelt Probleme geschaffen hat, die dann der Staat (wieder) zu lösen hatte. Auf Staatsaufträge verzichten meines Wissens auch bloss weniger Unternehmen, welche eigentlich? Das könnte eine Fragestellung für einen durchaus interessanten Artikel sein.

Ein seinerzeit  renommierter Banker hat zudem mal sinngemäss vermerkt, er würde sich schämen, staatliche Hilfe zu beanspruchen, also…? Das «Platzieren» von Staatsanleihen hat er aber möglicherweise nicht gemeint. Die Finanzindustrie braucht ja den (finanziell) schwachen und «kranken» Staat, um sich an ihm auf Kosten der Steuerzahler «gesund» zu verdienen. – Oskar Gröflin


Leserbrief zu „Drink für jede Lebenslage“

Leider musste ich mit Bedauern feststellen, dass die Rubrik: Drinks für jede Lebenslage eingestellt worden ist. Das finde ich sehr schade. Die Rubrik habe ich sehr gerne gelesen und fand sie jedes Mal sehr unterhaltsam.  – Daria Madejska


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

Oh weh! Wie glaubwürdig ist so ein „Pro und Contra“, wenn die eine genau das Gegenteil des anderen behauptet, wenn also schon die zugrundeliegenden Fakten nicht stimmen können?

Frau Nienhaus bringt zwei Beispiele, bei denen die beiden Ehepartner zusammen 100.000 Euro verdienen, und legt dar, dass im einen Fall (100.000 + 0 Euro Verdienst) über 8.000 Euro Steuervergünstigungen fällig würden, im anderen (60.000 + 40.000) aber nur 400 Euro. Da stimmt wohl jeder zu, dass dann das Ehegattensplitting ungerecht erscheint.

Herr Rudzio aber (ich lerne gerade, dass „Kolja“ hier ein männlicher Vorname ist) führt das Gegenteil aus: „Genau darum geht es beim Ehegattensplitting. Es sorgt dafür, dass Ehepaare mit gleich hohem Einkommen gleich besteuert werden, egal wie viel der eine oder andere zum Einkommen beiträgt.“

Ja – was gilt nun? Hat das denn um Gottes Willen niemand mehr gegengelesen? Warum gibt in einem solchen Fall nicht der eine seinen Beitrag der anderen (der Gegnerin, wenn man so will) zu lesen und umgekehrt?

Des Rätsels sachliche Lösung dürfte natürlich sein, dass die annähernde Gleichbesteuerung erst NACH den von Frau Nienhaus angeführten Steuervergünstigungen erreicht wird. Das aber wird nirgends erwähnt. Ups! Trifft dies zu?

Wenn ja – was wäre auf dieser Basis für ein fruchtbarer Streit möglich gewesen! Dann dürfte sich freilich die Mehrheit der Leser*Innen auf die Seite Herrn Rudzios schlagen.

Das gegenseitige Lesen vor Veröffentlichung unterbleibt in solchen Fällen bei Ihnen offenbar häufiger. Das hinterlässt selbst in weniger krassen Fällen beim Leser immer den schalen Beigeschmack, dass keiner auf die Argumente des anderen eingeht. Man ist dann so klug als wie zuvor.

Als langjähriger Publizist darf ich Ihnen für künftige Fälle vielleicht den Vorschlag machen, statt solcher Beiträge ein Streitgespräch unter der (stillschweigenden oder expliziten) Moderation oder Interviewleitung eines Dritten zu publizieren. Das haben in Ihrer Zeitung vor etlichen Wochen ein körperlich eher kleiner (Henning …) und ein sehr großgewachsener Kollege praktiziert. Dafür haben Sie zu Recht Lob von den Lesern bekommen, denn das war wirklich kurzweilig, amüsant und lehrreich zu lesen.

Im übrigen tut es gut zu wissen, dass es in Ihrer Redaktion Befürworter und Gegner bestimmter Sachverhalte gibt. Nur leider beim Thema „Homöopathie“ scheint es noch kein Befürworter in Ihren erlauchten Kreis geschafft zu haben – weswegen hierbei erst die Leserbriefe für eine annähernd ausgewogene Darstellung sorgten. Das finde ich bei einer Zeitung Ihres Formats und Rufs ganz unbefriedigend – Hanno Herzler


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Am Anfang fand ich es ja noch ganz interessant, die Fernbeziehung der beiden Fotografen zu verfolgen. Aber das Konzept dahinter ist inzwischen doch sehr ausgelutscht. Die Message ist immer die gleiche: „Ich bin irgendwo im Ausland, natürlich da, wo Du gerade nicht bist, nie bin ich zuhause, immer nur auf irgendwelchen Flughäfen und fernab von daheim (…weil wir ja beide so international sind…) und kaum bin ich zuhause, muss ich schon wieder weg und selbst wenn wir uns mal sehen, muss natürlich immer die Kamera dabei sein und ständig geknipst werden, auch wenn wir gemeinsam unterwegs sind…… Sorry, aber das nervt nur noch. Wenn wenigstens die Fotos für die Allgemeinheit interessant wären… – Burkhard Blüm


Leserbrief zu „Was versprechen Merkel und Schulz den…“ von Philipp Fritz Und Mark Schieritz

Bei Ihrer Analyse der „Wahlprogramme“ von SPD und CDU (letzteres kann ja eigentlich kaum als solches bezeichnet werden, aber egal!) fällt mir auf, dass keine Pläne für den Klimaschutz angegeben werden. Haben Sie oder die Parteien nicht aufgepasst?

Zur Erinnerung: Wir haben KEINE Zeit mehr für Diskussionen, wir müssen JETZT SOFORT die klimaschädlichen Emissionen MASSIV reduzieren, wenn wir noch eine Chance haben wollen, das unwiderrufliche Abkippen des Klimas zu verhindern. Bei allem Verständnis für die anderen Themen: Die werden bald niemanden mehr interessieren, wenn es nur noch um das nackte Überleben angesichts von Katastrophen, Kriegen, Fluchtwellen, … geht!

Ich übertreibe? Garantiert nicht!

Politiker, die dieses Thema heute ausblenden oder als „Randthema“ behandeln, sind in meinen Augen unfähig oder opportunistisch, beides für politische Ämter disqualifizierende Eigenschaften. Ein Platz in den Geschichtsbüchern ist ihnen jedoch sicher. – Dr. Jörn Lütjens


Leserbrief zum Titelthema des ZEIT Magazins „Im diplomatischen Dienst“

Ich habe mich ja schon daran gewöhnt, dass das Zeit-Magazin zu mehr oder weniger wichtigen Anlässen (wie jetzt zur fashion-week) mit doppelseitiger Werbung überfüllt ist. Dass aber eine ernstgemeinte Titelgeschichte, wie die zu den deutsch-türkischen Partnerschaften, dafür missbraucht wird, für Mode zu werben – das ist wirklich schwach.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich keine einzige Zeile des Artikels lesen wollte, weil die Bildunterschriften (…trägt ein Hemd, ein Sakko und jeans von Polo Ralph Lauren…) in ihrer Belanglosigkeit kein allzu hohes Niveau versprachen. Hoffentlich setzen Sie zukünftig wieder die Trennung von journalistischem Inhalt und Werbung durch – denn ich nehme an und hoffe sehr, dass solch banale Fotostrecken auch von Ihnen nicht ernsthaft als journalistische Arbeit angesehen werden. – Severin Höhmann


Leserbrief zu „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Ich bedanke mich für Ihren ausführlichen Bericht vom Bord der sea-eye, der das ganze Dilemma der Mittelmeerroute aufzeigt. Wie wurde die Balkanroute unterbunden? Nur durch angemessene Gewalt! So wird auch die Mittelmeerroute nur durch angemessene Gewalt still gelegt werden können!

Mein Vorschlag: die Geretteten werden von Kriegsschiffen aufgenommen, dort medizinisch und auch sonst gut versorgt (Kleider und Essen) und dann an die lybische Küste zurückgebracht und dort ausgesetzt. Nur so können die Geschäfte der Schleuser kaputt gemacht werden und die Versuche unterbunden werden, übers Mittelmeer illegal nach Europa zu gelangen. – Dr. Friedrich Abel


Leserbrief zu „Ich lese alles“ von Jana Gioia Baurmann

Muß man die Frau kennen.? Hab ich was verpasst. Wer guckt schon morgens in die Röhre.Mein Medium ist die „Zeit“ und das alte Dampfradio. Das Fernsehen dient mir nur als Reisejournal. Die Welt ins Wohnzimmer zu bekommen – einfach herrlich. Die Dame auf den ersten Blick, scheint zu den „Gutmenschen“ zu gehören. Die zwischenzeitlich zur Plage geworden sind. Ohnehin nichts für mich. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers und „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Die homosexuelle Ehe ist der heterosexuellen Ehe gleichgestellt worden. Damit ist sie aber nicht dieselbe Ehe, sie ist ihr nur gleichgestellt worden. Der Unterschied zwischen beiden Arten der Ehe beruht nicht nur auf der Wortinterpretation ( die gleiche Ehe ist nicht dieselbe Ehe ), beide Arten haben auch unterschiedliche Funktionen: Kinder werden in der Regel in der heterogenen Ehe geboren, in der heterosexuellen Ehe eher nicht. Aus diesem Grund ist auch für die Rentenversicherung die heterogene Ehe von überragender Bedeutung. – Dr.Winfried Grabitz  


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Als ich zur Schule ging – das war in den 50er- und 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts – , habe ich nie einen behinderten Menschen gesehen oder gar kennengelernt. Die waren alle gut versteckt in Heimen oder besonderen Schulen (wir sprachen da von „Hilfsschulen“).

Über Deinen Beitrag in der ZEIT habe ich mich gefreut wie Bolle. Was Du zu sagen hast, beleuchtet wie ein (Geistes-) Blitz die Situation behinderter Kinder und ihren Anspruch auf Unterstützung und Förderung.

Ach ja, noch etwas: der Heini von der FDP wird von vielen Menschen nur „Bambi“ genannt, weil er so brav und lieb und nett aussieht wie das berühmte kleine Rehkitz in dem ollen Zeichentrickfilm. Aber vielleicht ist er gar nicht so lieb und nett, wenn er jetzt die alten Hilfsschulen wieder einrichten will. Sein richtiger Name ist also vielleicht gar nicht so wichtig. – Michael


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Auch ich grille gerne und kaufe die Holzkohle im Supermarkt. Aber vor diesem Hintergrund muss ich das wohl überdenken. Gelegenheit bietet sich auch in meiner Umgebung. Im Taunusort Idstein-Eschenhahn wird in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Natur auf der Spur – Meilerfreunde Eschenhahn“ aus ca. 15 – 20 Raummetern lokal gewachsenem Buchenholz auf traditionelle Art Holzkohle erzeugt und an Interessierte verkauft.  Wie heißt es doch so treffend: „Global denken – lokal handeln“! – Norbert Schwenk


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

JA! Ich möchte die Argumentation von Frau Nienhaus um einen weitereren Aspekt ergänzen: Der Staat als Gemeinwesen ist auch aus rein wirtschaftlichen Gründen darauf angewiesen, dass es Kinder gibt. Denn diese finanzieren die Rentenversicherung langfristig. Ehe allein genügt nicht. Ein Staat mit vielen Ehen aber ohne Kinder ist nach 1 – 2 Generationen bankrott. – Norbert Schwenk


Leserbrief zu „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing und „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Bin ich schon homophob, wenn ich die völlige Gleichstellung aller denkbarer Ehen mit der herkömmlichen ablehne? Bin ich schon Rechtspopulist oder Rassist, wenn ich die gegenwärtige deutsche Asylpolitik ablehne?

(Grüne) Minderheiten bestimmen die Richtlinien der Politik für die Mehrheit (s. a. einen kürzlich erschienenen ZEIT-Artikel). Ist es nicht beschämend, daß die einzige wahrnehmbare Alternative eine mit 7% vor sich hindümpelnde AfD zu sein scheint?

Solange kein Mitglied unserer Totalkoalition-Elite (ToKo) sich traut, mir als einem Bürger dieses Landes eine Antwort auf meine Frage zu

geben: wie soll Deutschland in 10, 20 Jahren aussehen? – wenn die „obergrenzenlose“ Immigration anhält (ein Blick übers Mittelmeer genügt!), wenn Familiennachzug und – zuwachs sich dazugesellt, wenn Ausweisung nicht konsequent vollzogen, ja geradezu als Menschenrechtsverletzung angeprangert wird? – solange erwarte ich für die Zukunft ein polyethnisches, multikulturelles Parallelgesellschaftenland! Sollte dies das angestrebte Ziel der gebetsmühlenartig von uns Bürgern eingeforderten Toleranz, Weltoffenheit, Willkommenskultur sein?

Vor mehr als 2 Jahren schon habe ich die fehlende Streitkultur beklagt, die zu der beschriebenen „Verklumpung der Mitte“ geführt hat, über die sich der Merkel-Mehltau immer weiter ausbreitet. Warum also sollte ich mit meiner jetzigen Zukunftsprognose nun völlig falsch liegen?

Ein(e) (junge(r)) Politiker(in), die/der ohne ideologische Scheuklappen beherzt das heiße Eisen Asyl und Immigration anpackt, um daraus nicht leere Worthülsen, sondern Nägel mit Köpfen und Werkzeug mit dem – alten – Qualitätssiegel „made in Germany“ zu schmieden, würde die verkrustete ToKo so aufmischen wie der Fuchs den Hühnerstall, wie Macron Frankreich! Dabei genügt es schon, daß die Federn fliegen! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

In meiner Auseinandersetzung mit den vatikanischen Hegemonie – Bestrebungen einerseits und dem Bio-Logos der Naturwissenschaften andererseits habe ich mein evolutionäres Glaubensbekenntnis entworfen:

Ich glaube an die Evolution. Ich glaube an die evolutionäre Einheit allen Lebens und allen Seins.

Ich glaube nicht an den alttestamentarischen Kriegsgott Jehova, den Herrn.

Ich glaube nicht an die magischen Märchen des Glaubensbekenntnisses der Staatskirche, obwohl diese Märchen wie alle Märchen auf einen tiefen psychologischen Sinn hinweisen.

Ich glaube, dass ein evolutionärer Humanismus den Wahn aller abrahamischen Religionen und Konfessionen irgendwann durchlichten wird. – Albert Bier


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

„Was ist das bloß mit der Evolutionstheorie, dass sie manche Gemüter so erhitzt?“ Mit dieser Frage beginnt der Artikel unter dem Titel „Hegemonie statt Biologie“ in der „Zeit“ Nr. 28.Und sie ließe sich von der anderen Seite genauso stellen. Was ist es, dass sich Gemüter gleich erhitzen, wenn man die Evolutionstheorie nicht als alleinseligmachende Theorie erachtet. Wie kommt es, dass diese Fragen dazu herhalten muss, die jeweiligen Vertreter anhand ihrer Stellung zur Evolutionstheorie in Gut und Böse einzuteilen? Nein, ich mag die Herren Trump und Erdogan nicht. Trotzdem halte ich es nicht für redlich, den moralischen Wert ihrer Politik aufgrund ihrer Einstellung zur Evolutionstheorie zu bewerten und damit auch im selben Aufwasch alle anderen, die sie ablehnen, moralisch zu diskreditieren.

In meiner Jugend wurde ich sowohl mit dem sog. Kreationismus wie mit der Evolutionstheorie vertraut. Und ja, ich finde die Evolutionstheorie an vielen Punkten sehr plausibel. Doch weil ich keine Naturwissenschaftlerin geworden bin, fühle ich mich überfordert, diese Frage kompetent zu beantworten. Im Laufe der Zeit ist mir aufgegangen, dass sie für meinen Glauben – der mir sehr wichtig ist – keine entscheidende Rolle spielt. Weder die eine noch die andere Theorie hat einen Einfluss darauf, ob ich diese Welt als Gottes Schöpfung und mich selbst in ihr von ihm gehalten wahrnehme. Ich habe den Disput um die „richtige“ Theorie auch oftmals als Stellvertreterkampf erlebt, der es ermöglicht von anderen und relevanteren glaubenspraktischen Themen abzulenken.

Die verbale Militanz mit der unterdessen allerdings Menschen, die die Evolutionstheorie ablehnen, kategorisch zum Feindbild stilisiert werden, halte ich für unangemessen. Es ist nicht so, dass Vertreter dieser Meinung deshalb die Erde noch für eine Scheibe halten und sie haben für sich gute Gründe, die Evolutionstheorie in Frage zu stellen. Erst recht müssen sie deshalb keine schlechten Demokraten oder unaufgeklärte Bürger sein. Und die Schlussfolgerung, dass nur wer den Darwinismus befürworte, sensibel sein könne für die Verletzlichkeit des Daseins, ist einfach zu kurz gedacht. Gerade wer ein wörtliches Verständnis zum Beispiel der biblischen Schöpfungsgeschichte hat, dem geht ja das Staunen über die Einzigartigkeit der Schöpfung und den Wert jedes Lebewesens nicht aus.  – Ines Ries


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Mit großem Interesse haben ich die Artikel von Stefanie Flamm und von Joscha Röder (Nr. 28 vom 6. Juli) gelesen. Auch ich verfolge das Thema Inklusion sehr aufmerksam, da mein Mann und ich, neben drei weiteren Kindern, eine körperlich und geistig behinderte Tochter im Alter von sieben Jahren haben.

Ich kann nicht sagen, ob die Inklusion – wie von Stefanie Flamm und Joscha Röder erwähnt – auf der Kippe steht. Viele der von den Autorinnen beschriebenen Situationen haben mich sehr betroffen gemacht, da wir sie so oder ähnlich auch erlebt haben.

Aber ich bin der Meinung, dass es bei jeder neuen gesellschaftlichen Entwicklung sehr hilfreich ist, auch positive Geschichten und Beispiele erzählen zu können.

Und wir haben so eine positive Geschichte: Unsere Tochter Tessa besucht seit einem Jahr die inklusive Mira-Lobe-Grundschule. Tessa geht jeden Morgen mit einem Strahlen auf dem Gesicht dorthin. Morgens wird sie immer von mehreren Kindern – behinderten und nicht-behinderten – freudig begrüßt. Auch hat sie einen richtig guten Freund (Regelkind) gefunden. Tessa nimmt am Unterricht teil, hat an der Klassenfahrt teilgenommen und natürlich macht sie auch beim Sportunterricht im Rahmen ihrer Möglichkeiten (sie sitzt im Rollstuhl) mit.

Ich fände es sehr schön und für die gesellschaftliche Debatte sehr, sehr hilfreich, wenn Sie in Ihrer Rubrik „Zeit zum Entdecken“ die tolle Arbeit und Inklusion der Mira-Lobe-Schule vorstellen würden. Denn ich wundere mich immer wieder, wie schwierig Inklusion an anderen Stellen zu sein scheint. Hier in Hannover wird die Inklusion in der Mira-Lobe-Grundschule kompetent, liebevoll und sehr gut umgesetzt.

Ich hoffe sehr, dass Sie Interessa an diesem Thema haben. Anbei sende ich Ihnen den Link zu der Mira-Lobe-Schule (www.inklusive-grundschule.de). In cc finden Sie die e-mail-Adresse von Frau Röber, der Rektorin der Mira-Lobe-Grundschule, die Sie kontaktieren können. – Anke Alvermann-Schuler


Leserbrief zu „Die verlorenen Söhne“ von Ralf Bönt

In dem Artikel: „Die verlorenen Söhne“ http://www.zeit.de/2017/28/eltern-vaeter-muetter-gleichstellung gibt es diesen Satz: Das Recht ist immer aufseiten des Ehemanns.

Müsste er nicht anders herum lauten: „Das Recht ist immer aufseiten der Ehefrau“? Jedenfalls innerhalb der Artikel-Logik scheint es anders lauten zu müssen.  – Isabelle 


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

In seinen Antworten lässt Erdogan das religiös geprägte Motiv seiner Haltung zwar nur sehr sparsam erkennen, aber ohne dem wäre sein Machtstreben allzu leicht als willkürlicher Größenwahn zu entlarven. Er nimmt für sich in Anspruch, „sehr klare Worte zu sprechen“ und schiebt damit alle Anfragen bezüglich seiner Diskriminierung all dessen, was nicht seinen Interessen entspricht, beiseite. Die Angriffe auf alles außerhalb seines Systems sieht er durch sein Religionsverständnis gerechtfertigt. Wenn sein Glaube als allen anderen Lebensorientierungen überlegen dargestellt wird, dann wird auch der Weg zu seinem Ziel als der einzig richtige interpretiert. Daher das exklusive Wahrheitsverständnis, von dessen Standpunkt aus wohl nicht nur Deutschland, sondern alle nichtislamischen Gesellschaften seiner Meinung nach Selbstmord begehen.

Dieser auf einem geschlossenen Wertesystem basierende Totalitarismus befreit von eigenem Denken, von Hinterfragungen und Zweifeln. Man braucht sich nur noch darauf berufen, um von einer solchen Plattform aus diktatorisch agieren und pragmatische Ansätze dem unterordnen zu können. Was er mit seiner Empfehlung, erst mal nachzuschlagen, was ein Diktator ist, meint, bleibt sein Geheimnis, denn das diesem Begriff zugrunde liegende lateinische Verb dicere bedeutet „mit Worten auf etwas hinweisen“ und beinhaltet beinhaltet keine qualitative Definition. Ich kann Herrn Ergogan einen gelegentlichen Perspektivwechsel und die Erweiterung seiner Haltung über den Horizont hinaus sehr empfehlen. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Die verlorenen Söhne“ von Ralf Bönt

In dem Artikel „Die verlorenen Söhne“ wird der Autor Ralf Bönt mit einem eingeschobenen Bild und einem kurzen Text vorgestellt. Hier heißt es: Der Schriftsteller und gelernte KFZ Mechaniker Ralf Bönt, 54, schrieb 2012 „Das entehrte Geschlecht“ – ein Männermanifest.

Bisher habe ich nie gelesen: Der Schriftsteller und gelernte Aushilfsbeamte in der Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt Franz Kafka schrieb von 1914 bis 1915 „Der Prozess“ oder der Schriftsteller und SS Scherge Günter Grass schrieb 1959 „Die Blechtrommel“.

Ist das jetzt neu, dass man durch Bildunterschriften möglichst viel von den Autoren erfährt oder hat das andere Gründe? – Manfred Schulz


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Vielen Dank für den Artikel. Danke auch für Mut und Engagement Ihrer Journalisten. Auch dafür Dank,dass die Finanzierung von der ZEIT getragen wurde. Das ist Hilfe in vielerlei Hinsicht. Mir hat mal wieder geholfen zu verstehen, wie nobel wir in Deutschland leben. Wer einmal eine Blasenentzündung hatte,weiss wie schmerzhaft diese sein kann. Wir gehen zum Arzt und werden in aller Regel für eine Woche krank geschrieben. Blut im Urin setzt in unserem Gesundheitssystem ein diagnostisches Procedere ohne Gleichen in Gang!James allerdings muss im Trüben fischen.Und bald wird er nichts mehr fangen (können).

Gibt es eine Möglichkeit, direkt an diese Familie zu spenden? Haben Sie Kontakte? – Tatjana Kelch


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Das Engagement der ZEIT, auf eigene Kosten Reporter in den Süd-Sudan zu schicken und einen ausführlichen (und grauenvollen) Bericht darüber zu drucken, verdient meinen großen Respekt. Hier überschreitet die Verlagsleitung die branchenüblichen Grenzen. Dafür kaufe ich die ZEIT gerne.  – FW


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Ich schreibe Dir diesen Brief über die ZEIT-Redaktion, und hoffe, dass die ihn auch weiterleiten. Zunächst einmal muss ich sagen, dass mich Dein Schreiben sehr beeindruckt hat. Ich sage deshalb etwas, das mir nur sehr selten über die Lippen kommt: Du bist offensichtlich ein kluger Kopf. Das alleine wäre kein Grund, diesen Brief zu schreiben. Du bist aber ein kluger Kopf, der ganz anders funktioniert, als die weitaus meisten anderen Köpfe – und damit sind wir beim Thema. Aus mehreren Gründen ist das nämlich furchtbar wichtig:

  • Wir Intelligenz wir aber nicht richtig einschätzen können: Delfne, Orcas und ihre Verwandten nämlich. Viele Forschungsprojekte versuchen, das näher zu bestimmen – aber richtige Fortschritte gibt es da nicht. Stattdessen gibt es immer noch Barbaren, die Delfne essen. haben auf unserer Welt Lebenwesen, die offenbar sehr intelligent sind, derenStattdessen gibt es immer noch Barbaren, die Delfne essen. haben auf unserer Welt Lebenwesen, die offenbar sehr intelligent sind, deren
  • Auch ohne Science Fiction-Fan zu sein, kann man klar sind wir nicht alleine im Universum. Irgendwo wird es ziemlich sicher andere Lebewesen geben, die denken können. Selbst wenn wir sie vermutlich niemals treffen werden, müssen wir uns deshalb die Frage stellen: Werden sie so sein wie wir? sagen: Höchstwahrscheinlich
  • Seit ohne Durchbruch – aber vielleicht kommt der irgendwann. Woran aber erkennt man eine „Künstliche Intelligenz“? Muss sie wirklich wie ein Durchschnittsmensch agieren, oder kann sie auch ganz anders sein? vielen Jahrzehnten forschen wir an „Künstlicher Intelligenz“. Auch hier bisher noch

Wie Du an diesen drei Beispielen siehst, bist Du ein Teil der Antwort: „Nein, Intelligenz kann auch ganz anders funktionieren, als bei den meisten Menschen“. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass Du eine Außerirdische bist. Schon gar nicht, dass Du ein Versuchsobjekt sein sollst. Du musst Dir aber bewusst machen, dass Du vielleicht einzigartig bist (und darum sehr kostbar). Deine Existenz alleine beantwortet einige Fragen der Wissenschaft, und sollte eigentlich bei vielen Menschen das Weltbild etwas erschüttern (und dann hoffentlich erweitern – das ist aber wohl nur ein frommer Wunsch von mir). Das waren jetzt ein paar große Worte zu Beginn, die du vielleicht gar nicht hören magst. Also lass mich jetzt daraus ein paar Schlussfolgerungen ziehen. Wir sind uns einig, dass Dein Kopf anders funktioniert, als bei den meisten Menschen.

Das zeigt sich wunderbar in Deinen IQ-Tests. Warum wundert es Dich dann, dass Deine Testergebnisse im Durchschnitt relativ schlecht sind? Diese Tests sind eben für Durchschnittsmenschen gemacht -. und das ist fast die einzige Schlussfolgerung, die man aus den Testergebnissen ziehen kann. Auf keinen Fall kann man Dich aber nach den Ergebnissen beurteilen. Das wäre etwa so, als ob man einen Goldfsch danach beurteilen würde, wie gut er auf einen Baum klettern kann (schau mal auf die Abbildung…). Bild links aus dem Artikel The Education System: “Now Climb That Tree” von Micah Russell, 2012  https://marquetteeducator. wordpress.com/ 2012/07/12/climbthattree/  Wir können gar keine Tests zusammenbauen, die Deinen Fähigkeiten entsprechen. Denn die müssten an einer Vielzahl von Menschen ausprobiert werden, die so wie Du denken. Und die gibt es eben nicht, weil Du ein kostbares Einzelstück bist. Die zweite Schlussfolgerung aus Deinen IQ-Tests ist: Wo liegen Deine Stärken? Dazu gleich mehr.

Erst einmal muss ich über „Schule“ schreiben. Das tue ich nicht nur als jemand, der selbst einmal die Schule besucht hat (Abitur 1977, mit der Note 1,0). Sondern auch als Vater von drei Kindern (mein Jüngster hat das Abitur noch vor sich). Und auch als aktiver Bildungspolitiker, der sich immer wieder mit Fragen der Schule auseinandersetzen muss. Mit dieser Erfahrung kann ich klar sagen: Wir können kein Schulsystem zusammenbauen, das Deinen Fähigkeiten entspricht.  Bis wir die Lehrer ausgebildet hätten, die speziell auf Dich eingehen können, bis die Lehrpläne gefunden und die pädagogischen Modelle ausprobiert wären, die für Dich richtig sind – würdest Du sie nicht mehr benötigen. Wir können Dir höchstens die Hilfe bereitstellen, möglichst viel aus dem existierenden System mitzunehmen. Dazu hast Du ein Recht, und zwar nicht erst seit der entsprechenden UN- Konvention. Sondern weil Deine Existenz uns die Enge unseres eigenen Denkens vorführt. Jetzt kommt das ABER: Du kannst deshalb nicht erwarten, dass ein Schulabschluss in diesem Standardsystem irgendetwas über Dich aussagen kann.

Denn mit dem Anstreben eines Schulabschlusses im Standardsystem setzt Du Dich genau dem gleichen Test aus, wie der Goldfsch, der auf einen Baum klettern soll. Offenbar bist Du gut in Sprachen und abstrakter Mathematik. Ich glaube deshalb, dass der richtige Weg für Dich wäre, auf einen Schulabschluss zu verzichten. Stattdessen könntest Du (nachdem Du Dir noch ein paar Jährchen Schule zur Entspannung gegönnt hast) mit einer so genannten Begabtenprüfung direkt in ein Studium wechseln. Ich halte es für sicher, dass Du dabei an ganz vielen Institutionen offene Türen fändest. So etwa wäre es möglich, das Universum der Sprache zu erlernen und zu erforschen. Anglistik etwa, sich also mit der englischen Sprache auf einem Niveau zu befassen, das weit über der Übersetzung von Kinderbüchern liegt.

Nach dem, was ich aus Deinem Brief erraten kann, könntest Du das schaffen. Und damit glücklich werden und ein Lebensziel fnden. Oder sich mit dem Universum der Daten zu befassen, und ein Informatikfach zu studieren. Nicht umsonst sind Autisten als hervorragende Programmierer bekannt – wobei das „Programmieren“ natürlich nur ein kleiner Teil der Informatik ist. Oder aber, und das war für mich ein ganz wichtiger Anstoß zu diesem Brief: Du könntest echte Mathematik machen. Das, was Ihr in der Schule macht, hat nämlich mit Mathematik nur sehr wenig zu tun – es ist einfach „Rechnen“. Für das Rechnen ist es wirklich wichtig, ob es sich um „Euro“ oder „Cent“ handelt – aber in der echten Mathematik ist das unwichtig. Es gibt sogar ein Wissensuniversum, das noch „hinter“ der Mathematik liegt, und für das die Mathematik nur ein Werkzeug ist. Das ist die Theoretische Physik – mein ursprüngliches Fachgebiet. Deren Schönheit liegt in Gleichungen verborgen, die eigentlich keine anschauliche Erklärung haben, und die dem Durchschnittsmenschen daher fremd und unwirklich erscheinen. Der Zusammenhang zwischen Knoten (gemeint sind wirklich Knoten in einer Schnur) und Quantenfeldern etwa. Oder die Frage, was auf der Oberfäche eines Schwarzen Lochs passieren kann.

Mit Deinem Ausnahmetalent könntest Du sicher darin brillieren. Vielleicht hast Du Zeit und Lust, einmal die populärwissenschaftlichen Werke von Stephen Hawking zu lesen, und Dich auch mit seiner Historie zu befassen. Wie Du siehst, erkenne ich (obwohl ich von Dir nur einen kurzen Artikel gelesen habe) Stärken in Dir, und versuche, Dir eine Vision zu geben. Diese Vision liegt nicht im „Schulabschluss“ (das ist so wie Schlamm, der an deinen Füßen kleben bleibt) – sondern in der Ferne, in weiten Horizonten des Wissens und des Denkens. Zuletzt will ich noch ein wenig auf das Thema „Inklusion“ eingehen. Ich habe wohl in meinem Text klar erkennen lassen, dass ich von der Inklusion in ihrer gegenwärtigen Form nicht viel halte. Die meisten (nicht alle !) Umsetzungen der Inklusion im Schulbereich dienen der Behebung von Defziten. Das ist so, als ob wir dem Goldfsch eine Hilfestellung beim Klettern geben: Er wird es zwar (vielleicht) schaffen. Aber erstens nicht gut, und zweitens wird er daraus nichts mitnehmen können – außer der Überzeugung, auf Hilfe angewiesen zu sein. Eine wahre, echte und menschenwürdige Inklusion würde darin bestehen, sich auf die Stärken zu konzentrieren und die zu fördern.

Wir müssen uns als einzelne Menschen und als Gesellschaft daran messen lassen, wie wir mit solchen Goldfschen wie Dir umgehen. Zwingen wir Dich, auf einen Baum zu klettern? Oder schaffen wir Dir einen Weg ins freie Gewässer, so dass Du Deine Stärke ausleben kannst? Gerne würde ich Deine Antwort lesen. Adresse, auch eMail-Adresse fndet Du auf der ersten Seite. Und wenn Du mehr darüber wissen willst, wer ich bin – das fndest Du bei Facebook und in der Wikipedia. – Prof. Dr. rer. nat. habil. Peter A. Henning


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Vielen Dank für Deinen Brief. Du hast mir Einblicke in das Leben Deines Erlebens gegeben, wie ich es noch aus keinem Artikel gewinnen konnte.

Ich wünsche mir, dass die sogenannten Fachleute in den Ämtern ihn ebenfalls lesen und daraus lernen.

Dir und Deinen Eltern wünsche ich alles Gute und genügend Ausdauer im ständigen Bemühen, das Verständnis der jeweiligen Entscheider zu erreichen und die entsprechende Unterstützung zu bekommen. – Thomas Hannss


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Als Deutsche in Frankreich arbeitend, verfolge ich immer mit besonderem Interesse die „deutsche“ und, wie ich finde, in der Regel ausgewogene Berichterstattung über mein Gastland. Aber noch nie habe ich einen solchen Humbug wie den in der letzten Zeitausgabe erschienenen Artikel über das „Comeback des mächtigen Staates“ am Beispiel des französischen Erziehungssystems gelesen.

Würden die dort geschilderten Zustände den Tatsachen entsprechen, müsste ja die Mehrheit der Franzosen und Französinnen eine unglückliche Kindheit verbracht haben. In meinem privaten wie beruflichen Umfeld habe ich in Frankreich aber, wie in Deutschland, sehr viele ausgeglichene Menschen kennengelernt, Menschen, die auf eine unbeschwerte Kindheit, Schule und Elternhaus zurückblicken. Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele, bei denen ich jedoch keinen Zusammenhang zu den unterschiedlichen nationalen Schulsystemen erkennen kann.

Die von ihnen zitierte Juristin mag ja schlechte Erfahrungen gemacht haben, die sich aber weder mit denen meines Sohnes, noch denen französischer Kinder in meinem Bekanntenkreis decken. Ganz im Gegenteil : Das französische Krippen-und Schulwesen empfand ich als ein Geschenk, das es ihm als Ausländerkind ermöglichte, ohne Mühe ein tadelloses Französisch zu lernen und sich als Einzelkind in eine Gruppe mit anderen Kindern einzubringen.

Ihr Artikel verweist auf die Schulpflicht, die in Frankreich in der Tat, wie in Deutschland, erst ab dem 6. Lebensjahr gilt. Niemand ist verpflichtet, sein Kind mit drei Jahren in die Vorschule zu schicken. Dort halten die Kinder im übrigen auch Mittagsschlaf – dies zum Thema, „die Kinder kommen damit (dem langen Tag) nicht zurecht und sind den ganzen Tag müde“.

Die daran anschliessende Behauptung, „kleine Kinder in Verwahrung zu nehmen“ sei eine „Tradition des französischen Staates“, erscheint mir geradezu als ein Affront gegenüber den vielen engagierten und aufmerksamen Lehrern/Lehrerinnen und Erziehern/Erzieherinnen unseres französischen und (im Gegenzug zu den anderen im Zusammenhang mit „Etatismus“ zitierten Staaten) zutiefst demokratischen Nachbarlandes.

Mir persönlich ist der französische Staat sogar zu liberal : das französische Recht versteht unter der ab dem 6. Lebensjahr geltenden Schulpflicht nämlich nicht die Pflicht, ein Kind in eine Schule zu schicken. Es handelt sich vielmehr um eine „Erziehungspflicht“, die Eltern ermöglicht, ihre Kinder – begleitet durch regelmässige staatliche Kontrollen – selbst zu unterrichten, auch wenn keine besonderen Lebensumstände dies erfordern, anstatt sie mit Gleichaltrigen in eine Schule zu schicken. – B. Groenewald


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Mit dem Interview des türkischen Staatspräsidenten Erdogan ist Ihnen ein journalistisches Glanzstück gelungen. Ganz anders als beim Fernsehinterview von Herrn Gottlieb vom Bayerischen Rundfunk mit Erdogan im letzten Jahr haben Sie eine Reihe von Fragen gestellt, die Erdogan gezwungen haben, seine Denkweise und seine Ansichten tatsächlich preiszugeben.

Leider hat sich, wenn man die Originalaussagen liest, kein besseres Bild dieses Mannes bei mir gebildet als ich durch deutsche Medien vorher vermittelt bekommen habe. Zudem muss ich bei manchen Äußerungen, die er trifft, sein bisher nachweisbares Handeln mitdenken: die gewaltsame Niederschlagung der Gezi-Park Proteste, die willkürlichen und quantitativ vollkommen überzogenen Entlassungen von Staatsbeamten und Professoren nach dem Putsch, die Nazivergleiche, die Schließung von unabhängigen Zeitungen, das merkwürdige Verhalten gegenüber den sogenannten sozialen Netzwerken (hin und wieder werden sie gesperrt, im Moment des Putsches ruft er dann aber via Twitter dazu auf, sich den Rebellen entgegenzustellen) und vieles mehr. Ihr Kolumnist Çan Dündar wird darüber genügend zu erzählen wissen.

Fangen wir mit der Überschrift an: Die wenigsten Diktatoren würden sich als solche bezeichnen. Ich bin mir sicher, dass selbst Kim Jong Un sich nicht als einen sieht. Erdogan wird sich schon deswegen nicht als solchen betrachten, weil er erstens noch ein paar Feinde in seinem eigenen Land besitzt, die nicht vollständig ausgeschaltet sind (seine Macht ist also nicht vollkommen wie bei einem „richtigen“ Diktator), weil er zweitens der Überzeugung ist, dem „Volkswillen“ zu entsprechen, gerade weil er die Legitimation zu regieren auch dank gewonnener Wahlen für sich in Anspruch nimmt.

Ein Indiz, dass es sich bei Erdogan um jemanden handelt, der sich diktatorischer Mittel bedient, ist sein Verständnis von dem, was Terrorismus  und wer Terrorist ist.

Nicht einmal Helmut Kohl wäre es eingefallen, einen Journalisten, der einen Terroristen befragt, gleich selbst als solchen zu titulieren. Und wer ein Terrorist ist, das bestimmt in der Türkei genau ein Mann.

Das er das kann, liegt nicht nur an türkischen Gesetzen, türkischen Gepflogenheiten, sondern an unserer historischen Situation: Früher hat jemand eine Straftat erst begehen müssen, bevor er als Terrorist eingestuft wurde, heute hat man sich auch bei uns daran gewöhnt, bereits Leute, die eine gewalttätige Gesinnung haben könnten, vorab einen Teil ihrer Rechte ( etwa sich als Person eine Privatsphäre erhalten zu dürfen) zu nehmen.

Verständlicherweise haben wir alle Angst vor Terrorismus, der, anders als derjenige von ETA und IRA, sich gegen jeden richten kann. Der eine fürchtet sich mehr davor, der andere weniger, aber alle, denen das irdische Leben lieb ist, kennen dieses Gefühl.

Es wundert also nicht, dass Leute wie Erdogan, die behaupten, alle einzusperren, die Terroristen sein können, politische Zustimmung bei den Ängstlichen dieser Welt erhalten. Die sagen sich: Lieber kommt jemand zuviel ins Gefängnis als dass ein gefährlicher Mensch zuviel frei herumläuft.

Erhellend finde ich, dass Erdogan die mehrmals gestellte Frage nach der Unabhängigkeit der türkischen Justiz nicht mit einem eindeutigen „Ja, sie ist es!“ beantwortet. Es wäre doch für ihn ein leichtes, an dieser Stelle zu lügen.

Stattdessen richtet er einmal das Gespräch nach dieser Frage auf das Auftrittsverbot in Deutschland, ein anderer Stelle sagt er, wenn ihr (der Westen) immer auf die Unabhängigkeit eurer Gerichte verweist, „dann sei erlaubt, dass auch hier Gerichte entscheiden“.

Ich finde, dass er die Frage an anderer Stelle ganz gut beantwortet. Am Anfang des Interviews behauptet er, alle Medien seien abhängig und vermutet in der Zeit so etwas wie verkappte Agenten der Bundesregierung. Geradezu zynisch ist seine Bemerkung, mit unabhängigen Medien gäbe es „all diese Probleme (Kampagne der Anschwärzung) nicht“: Gäbe es eine unabhängige Presse in der Türkei, würde sie der AKP und ihren Repräsentanten genau auf die Finger schauen und Mißstände dieser Regierung klar benennen, wie es in anderen Ländern, z.B. in Deutschland der Fall ist. Wenn es also keine Presse ohne Einfluss von außen gibt, wie sollte sich dann eine Justiz dem Einfluss einer machtbesessenen Partei entziehen können?

Drei weitere Punkte sind mir in diesem Interview noch aufgefallen. Da ist als erstes das hanebüchene Argument, in Deutschland hätten im Zuge der Wiedervereinigung 500000 Leute ihre Arbeit verloren. Erdogan führt es nicht weiter aus, aber er will, dass die Leser sich diese Zahl vorstellen als die Anzahl der Leute, die aus politischen Gründen entlassen wurden, etwa, weil sie bei der Stasi gewesen sind. In Wahrheit haben vielleicht so viele ihren Job verloren, weil die Betriebe in der Marktwirtschaft nicht konkurrenzfähig waren und pleite gingen. Da werden also bewusst Äpfel und Birnen miteinander verglichen.

Das zweite ist: In jedem Land der Welt, in dem Parteien miteinander konkurrieren, wird Außenpolitik innenpolitisch auszuschlachten versucht. Natürlich will Martin Schulz mit klarer Kante gegen Erdogan innenpolitisch punkten, wie es schon Mark Rutte in den Niederlanden gelungen ist. Umgekehrt haben holländische Deutsche Schäferhunde in Beinen türkischer Demonstranten für die letzten nötigen Stimmen zu Erdogans neuem Präsidialsystem gesorgt. Es gibt also keinen Grund, sich darüber zu beklagen. Derzeit steht es 1:1.

Das letzte und vielleicht aufschlussreichste Detail in diesem Gespräch, finde ich, ist die Behauptung, dass die Politik der Türkei frei von Emotionalität sei: „Wir haben eine tief verwurzelte Staatstradition, die verhindert, dass wir emotional reagieren. Bevor wir einen Schritt tun, überlegen wir, wägen wir ab.“ Das sagt der Mann, der plötzlich den Fragesteller duzt, weil ihn eine Aussage erzürnt hat. Lächerlich!

Bezeichnend ist auch die Aussage: „Warum setzt man sich so sehr für eine Person ein? Ich verstehe das nicht.“

Heißt das nicht eigentlich: Was ist schon eine einzelne Person wert?

Eine andere Person als das türkische Staatsoberhaupt. Dessen Ehre und Ansehen ist hingegen  so wichtig, dass  Gerichte in der Türkei täglich damit beschäftigt  sind und in einigen Fällen sogar bereits Gerichte in Deutschland.

Was ist also die Erkenntnis dieses Interviews?

Wir werden mit diesem Politiker und seinem Einfluss noch länger leben müssen, können uns aber auf seine Denkweise einstellen. Er ist weder dumm noch vollkommen unberechenbar. Seine persönlichen Ansichten und Haltungen wird er nicht aufgeben. Aber da wir das wissen, sollten wir es ihm nicht zu einfach machen. – Matthias Rein


Leserbrief zu „So wird’s nie wieder? So war es nie!“ von Ilja Richter

Nachrufe, in denen der Verfasser mehr über sich selbst schreibt als über den Verstorbenen – wer immer dieser auch sei – sind mir ein Gräuel. Abgesehen davon, ist mir ein Rätsel, warum dieser „Nachruf“ in der ZEIT gedruckt wird. Was ist los mit dem Feuilleton in letzter Zeit?  – Marlis Körmann


Leserbrief zu „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Zu der o.g. Reportage mein Kommentar:

Das Abkommen mit der Türkei zeigt trotz aller berechtigten Einwände eine große Wirkung. Die Zahl der Flüchtlinge auf dieser Route hat sich hierdurch um mindestens 95% reduziert. Um den gleichen Faktor hat sich die Wahrscheinlichkeit reduziert, dass ein Flüchtling auf dieser Route umkommt.

Damit ist klar, dass für Afrika dringend eine ähnliche Lösung geschaffen werden muss. Europa braucht in Nordafrika Aufnahmezentren, in denen zunächst alle Flüchtlinge, die aus dem Mittelmeer gerettet werden, gebracht werden. Diese müssen unter europäischer Kontrolle geführt, von Europa bezahlt und gesichert werden. Die Flüchtlinge müssen dort angemessen versorgt und untergebracht werden, es müssen Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen werden. Eine Überführung nach Europa darf ausschließlich für anerkannte Asylanten erfolgen. Hierdurch würden die Anreize für Wirtschaftsflüchtlinge wegfallen und der Flüchtlingsstrom würde sich innerhalb kürzester Zeit massiv reduzieren!

Die aktuelle Notlösung, dass Flüchtlinge küstennah aus dem Mittelmeer gerettet werden, nach Italien gebracht mit großer Wahrscheinlichkeit nie mehr Europa verlassen müssen, obwohl mehrheitlich ihre Identität unbekannt ist und keine Anerkennung als Asylanten zu erwarten ist , erzeugt den unwiderstehlichen Anreiz für immer mehr Afrikaner, nach Europa zu migrieren. Damit ist diese Vorgehensweise ursächlich für die vieltausendfachen Tod von Flüchtlingen im Mittelmeer und die Zahl der Menschen, die auf ihrem Weg quer durch Afrika zum Mittelmeer umkommen, ist vermutlich ein Vielfaches höher! – Rainer Funke


Leserbrief zu „Die verlorenen Söhne“ von Ralf Bönt

Nun gibt es seit langem, und ich lese die Zeit immer wieder seit dreißig Jahren und habe ein wenig die Entwicklung zu bestimmten Themen mitverfolgen können, mal einen Artikel, der die Situation von Männern, auch und vor allem die die nicht homosexuell sind, denn das ist die überwiegende Mehrzahl in Deutschland, fair, transparent und mit einer klaren Aussage zu ihrer inakzeptablen und inhumanen Diskriminierung, wenn sie denn leiblicher Vater sind und nicht verheiratet sind, darstellt.

Vielen Dank für den mutigen Beitrag ‚Von außen‘ von Ralf Bönt!

Dazu möchte ich als mündiger Bürger gerne einen Kommentar abgeben. Und das online, denn auf meiner Kindle App geht das nicht.

Leider muss ich feststellen, dass der Artikel, auch nach intensiver Suche, nicht online gestellt worden ist.

Da haben sich dann wohl bei ihnen, wie leider zu oft und vermehrt in den letzten Jahren, u.a. die durchgesetzt, die in dem Artikel auch angesprochen werden, und den Artikel ggf. zensiert?

Und dann wundern sich ihre Kommentatoren in ein paar Jahren, wie unlängst in der New York Times, dass durch die dauerhafte Schaffung von Bubbles, gemeint sind Meinungsblasen, und die gleichzeitige Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsschichten und -gruppen aus eben dieser, durch dauerhafte Diskriminierung, Personen wie Donald Trump gewählt werden können.

Aufwachen Leute, jetzt, es ist in Deutschland vielleicht noch nicht zu spät, weite Schichten der Bevölkerung dauerhaft einzubeziehen und somit zu erreichen. – Boris Böttcher


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Ich bin Claus, männlich, 65 Jahre alt, kein Autist.

Meine Frau Pamela sieht mich zwar manchmal anders, sie behauptet, beim Zeitunglesen zeigte auch ich autistische Züge. Ich bin dann kaum noch für sie erreichbar, so wie jetzt wieder beim Lesen deines Leserbriefes. Ja, dein Text hat mich wirklich sehr angesprochen und also habe ich mich entschieden dir zu schreiben. Nun wünsche ich mir noch von der Redaktion, dass du meinen Brief auch erhältst.

Joscha, du willst nicht betteln.

Gut, dass du das so klar schreibst.

Beschämend, dass du das – heute noch in Deutschland – schreiben musst!

Ich danke der ZEIT-Redaktion für die Veröffentlichung in dieser präsenten Aufmachung!

Du hast schlechte Erfahrungen mit Inklusion machen müssen. Ein Trauerspiel ist das. Du hast bestimmt auch erfahren, dass du nicht die Einzige in der Situation bist. Auch Schulen und Lehrerinnen und Lehrer leiden unter Bedingungen, die ihnen einen angemessenen Umgang mit Handikaps schwer oder sogar unmöglich machen. Die UN-Konvention wird in Deutschland leider nur „kostenneutral“, als Sparversion umgesetzt.

Damit zeigt sich deren politische Wertschätzung im Lande: Kein schönes Land für dich, für andere Bedürftige und für die, die euch zur Seite stehen sollten. Eine große Blamage für die Nation.

Gibt es andere, erfreulichere Beispiele?

Ich möchte dir von einem berichten. Meine Frau und ich haben vor kurzem ein paar Wochen in Italien verbracht, haben Familien getroffen, uns mit ihnen unterhalten und sind mit offenen Augen durch die Straßen gegangen. Uns sind, finden wir beide, häufiger Behinderte im Alltag begegnet als in unserer Heimat und aufgefallen sind sie uns meist erst auf den zweiten Blick. In Italien heißt „behindert“ heute „divers befähigt“. War der inklusive Umgang dort selbstverständlicher? Deine „lästigen Mängelexemplare“, Joscha, hätten hier nicht gepasst, nicht aus unserer Sicht.

Vielleicht passt dazu eher Folgendes: Als die Inklusion vor ca. zehn Jahren als Fremdwort in Deutschland auftauchte und unter Nachholbedarf verbucht wurde, konnte Italiens nördlichste Provinz Südtirol bereits auf 30 Jahre Erfahrung mit deren Umsetzung zurück blicken. Lässt das nicht tief blicken?

Warum schreibe ich dir das?

Ich möchte dir Mut machen, Mut für die Ausdauerstrecke, die noch vor dir liegt, bis du dich nicht mehr über solche Überheblichkeiten in Deutschland ärgern musst. Oder du dich einfach seltener darüber ärgern musst. Ich schreibe dir, weil es nicht nur dich ärgert, sondern mich und andere Nicht-Autisten auch. Dein ausführlicher Leserbrief ist ein super Steilpass für alle, die dich nicht im Abseits sehen wollen. Du hast es eindringlich beschrieben. Danke dafür!

Und nun finde ich, habe ich erst einmal genug geschrieben. Falls du mir etwas dazu sagen möchtest oder noch Fragen an mich hast, schreib mir einfach. Meine Mailadresse bekommst du bei der ZEIT-Redaktion. – Claus Busse


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Der Artikel von Herrn Heinrich Wefing hat mir gefallen. Mir fallen spontan da einige Themen ein, die m.E. zu wenig diskutiert werden (oder vorwiegend nur in den Talk-Runden, anstatt im Parlament):

Offene oder geschlossene bzw. besser kotrollierte Grenzen – Schengen Raum.  Leider benutzen die Mafia, Menschen-Händler in der Prostitutionsszene, Räuber-Banden aus Osteuropa, oder linke Chaoten bei Großtreffen die offenen Grenzen, nicht nur Touristen, Firmen(last)wagen usf. Ein Beispiel aus unserer Region: In unserem Dorf stahl eine Bande nachts 4 Schlepper im Firmengelände und flüchtete danach über die tschechische Grenze.

In einer Gesellschaft, die zunehmend frakturiert, sich individualisiert, wäre zu überdenken, ob ein obligatorisches Pflichtjahr für Jungen und Mädchen gleichermaßen eine gute Sache wäre: Etwas tun für unsere Gesellschaft, nicht nur fordern… Der Vorteil wäre: soziale Kompetenzen zu gewinnen.

Mir ist aufgefalllen, dass eine Äußerung der Kanzlerin bei einem Brigitte-Interview der Auslöser wird, im Tempo „Ehe für alle“ durchzuwinken, obwohl es Rechtsexperten und Politiker gibt, die sagen, eine Gesetzesänderung in dieser Sache, erfordere eine Grundgesetzänderung. Kann man solche Fragen nicht vor einem Gesetzerlass klären? Die ethischen Fragen: ob man Ungleiches gleich behandeln oder was Ehe für alle für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft bedeuten könne, könnten auch diskutiert werden.  – Dieter Loest


Leserbrief zu „Wenigstens sind sie schlecht im Kricket“ von Oliver Fritsch

Ein Lob für Ihre Nachlese aus dem Munde eines erfahrenen, sorgfältig beobachtenden, jedoch nicht professionell recherchierenden Beobachters.

Ihre Detailkritik vermisse ich selbst bei spezialisierten Fachmedien und erst recht bei den Experten der Fernsehsender, die aus Angst oder Rücksicht sich scheuen, Klartext zu manchen Spielern zu reden.

Völlig richtig z. B. Ihr Hinweis auf die Leistung von Hector als Konsequenz seiner komfortablen Situation auf der linken Seite. Immerhin war es deutlich mehr als bei seinem Minimalisten-Spiel gegen England im Frühjahr nach dem Motto des bekannten Beamten-Mikados. Jens Lehmann hat es einmal bei RTL im vergangen Jahr (?) gesagt: Hector müßte noch mehr nach vorne riskieren und die Freiräume nutzen. Er spielt immer noch zuviel und zu früh bequem quer und zurück. Natürlich benötigt er dann die entsprechende Absicherung, die er oft genug in der Vergangenheit dort nicht hatte. Aber wenn er mehr Initiative zeigen würde, … . Ich frage mich, ob Stöger ihm in Köln als Anhänger der defensiven Ausrichtung mehr Offensive verbietet und/oder ob Löw es nicht schafft, ihn zu Mehr zu ermuntern. Und seine Schwächen im 1 gegen 1 speziell in der Abwehrsituation sind nicht zu übersehen.

Absolut berechtigt Ihre Hinweise auf Werners (Noch-)Defizite, die nicht allein im zu großen Tempo-Verlust mit Ball bestehen, sondern auch sein unvollkommenes technisches Rüstzeug wie Ballannahme und Genauigkeit des Zuspiels und damit konsequenterweise seine Schußungenauigkeit umfassen. Mit technischen Mängeln geht fast automatisch eine fehlende Übersicht einher, wann und an wen besser abgespielt werden sollte. Er hat sich richtig durchgekämpft, wäre jedoch bei höherwertigen Abwehrreihen überfordert. Klose zählte zwar auch nicht gerade zu den größten Fußballtalenten, besaß aber ein besonderes Gespür dafür, wann er wohin zu laufen hatte, und natürlich ein überragendes Kopfballspiel.

Interessant wäre eine Einordnung von Ginter. Ich räume ein, daß die Abwehr als Verbund einen recht stabilen Eindruck hinterlassen hat, evtl. sogar insoweit einen solideren als die A-Mannschaft, die natürlich auch mit höheren Erwartungen an das Spiel nach vorne befrachtet ist. Aber mit seinen gezeigten individuellen Leistungen kann ich mir Ginter nicht im WM-Kader vorstellen. Dazu spielt er viel zu sehr auf bequeme Sicherheit quer und vor allem zurück, wenn ein schneller Gegenstoß angebracht wäre. Letzte Saison hatte er einmal auch eine gute Offensiv-Zeit in Dortmund, seither …? Ich weiß nicht, was Löw an ihm findet, respektiere jedoch seine Spielerwahl und Aufstellung. Genauso müßte Rüdiger noch schneller und riskanter nach vorne umschalten und bei Mustafi fehlt es dazu einfach am technischen Rüstzeug.

Zum Rüstzeug sollte auch gehören, daß zur Ballan- und mitnahme der richtige Fuß bzw. das geeignete Bein verwendet wird. Goretzka hat mit einer solchen falschen Wahl (auf halblinker Position mit dem rechten Fuß) im Endspiel (?) eine noch größere Chance vertan, und Werner tat es ihm im selben Spiel oder gegen Mexiko in ähnlicher Position gleich.

Vom U21-Turnier habe ich nicht viel mitbekommen. Aber im Spiel gegen Dänemark (?) gefiel mir Mahoud einen Hälfte lang so ausgezeichnet, daß ich mir unweigerlich die Frage stellte, ob hier ein neuer Schweinsteiger oder gar Kroos heranwächst. Wie er in Bedrängnis am eigenen Strafraum das eigene Spiel öffnete – natürlich mit hervorragender Technik und Übersicht, hat mich schwer beeindruckt. Und genau das hat beim Confed-Cup speziell gegen Mexiko und Chile gefehlt. Warum Mahoud im U21-Endspiel nicht mitwirkte, habe ich nicht mitbekommen und nicht verstanden. Sperre oder Verletzung? Egal jetzt.  – Rolf Heeger


Leserbrief zu “Der große Marsch” von Can Dündar

Mit großem Interesse lese ich Ihre Berichterstattung über die Türkei. Besonders gut finde ich, dass  Sie dem Chefredakteur der Internetplatform „Özgürüz“ Can Dünar eine wöchentliche Kolumne bieten, um kritisch über die Entwicklung der Türkei zu informieren.

Es mag strittig sein, ob es gerechtfertigt ist, Herrn Erdogan so viel Platz für ein Interview anzubieten, entsetzt war ich aber, dass schon seit längerem in der Zeit ganz- und mehrseitige Anzeigen erscheinen, die die Türkei nur in einem positiven Licht darstellen. Ich hätte von der ZEiT erwartet, dass sie solch einer Propaganda keinen Platz einräumt.

Ich kann Ihre Gründe für solche Veröffentlichungen nicht nachvollziehen. Hoffentlich spenden Sie diese Einnahmen an verfolgte Journalisten und andere Organisationen wie Amnesty International. – Stefan Kröger


Leserbrief zu „Ich sach ma“ von Alice Bota, Sebastian Kempkens und Moritz Asslinger

Erfrischend ehemalige Kollegen zu hören.

(Bin selbst 6 Jahre in Frankfurt Main Nachtschicht gefahren – teilweise mit Anfahrt aus Salzburg übers Wochenende, um mein Musikstudium dort zu finanzieren).

Wer „umlernt“ (Donald aufgepaßt!), lernt im Taxi das „Leben“! Es ist praktisch Realkino à la Ingmar Bergmann im Schnelldurchlauf…es rückt die Perspektive zurecht auf das Menschlich-Allzumenschliche…. –  Wolfgang Michel


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

großartig diese Bilder in Ihrer letzten Ausgabe – Dossier, Seite 15 und 17 -. Viel zu selten drucken Sie Fotos in Schwarzweiß. Was waren das noch für Zeiten als ein Jupp Darchinger, ein Robert Lebeck oder eine Barbara Klemm mit ihren tollen Schwarzweißbildern die Zeitungen bereicherten.

Von der Fotografin Barbara Klemm soll übrigens die Sätze stammen:“Schwarzweiß ist Farbe genug“ . Also Mut voraus und weniger bunte Bildchen! – Karl Schnier


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Hab alles brav gelesen, klar, ist von interesse   das ganz blabla (soweit es erdogan betrifft) kannste allerings, sorry, den hasen geben. da ist ja eh klar was er sagt.   insoweit: wieder mal betstehende vorurteile bestätigt gekriegt, danke.   WIRKLICH AUFSCHLUSSREICH fand ICH eine kleine Zwischenbemerkung, in Klammern, vier Worte:

„wechselt plötzlich zum Du“

damit ist alles gesagt. Wenn ein hochmögender Staatschef meint, einen Pressevertreter aus dem Ausland, der zudem nicht IRGENDWER ist, sondern immerhin Chefredakteur eines großen, renommierten Blattes, mit einem wie einem Hund gegenüber hingerotzten  DU abkanzeln und auf seinen Platz verweisen zu können. Dann sagt das alles.

Das DU in gewissen Situationen ist im Türkischen durchaus üblich –  gegenüber Schuhputzern, Taxifahreren oder wem immer ich zeigen will, daß er nur ein kleines, verachtenswertes Würmchen ist.   Da muß sich doch Mister Trump direkt ärgern, daß ihm im Englischen dieses sprachliche Instrument nicht zur Verfügung steht!!!???!!!  – erna apfelbacher


Leserbrief zu „Die linke Lust am Untergang“ von Thomas Assheuer

Ein „Asssheuer“ lohnt die ganze Zeit! – Manfred Wagener


Leserbrief zu „Bis einer heult“ von Katrin Hörnlein

Keiner von den Verantwortlichen wollte das wahrhaben. Die gewohnte Familie mit Mama und Papa ist für die Kinder ein Segen. Kinder in einer Patchworkfamilie – schon der Name ist irreführend – ist eine Qual. Und die Politik, die sowohl als auch vertritt, ist und bleibt dummes Zeug. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

Die deutsche bank hatte noch nie seit ich  denken und lesen kann einen guten ruf. sie stand immer fuer eine “ elite“ der abzocker.

Mit horenden gebueren der normalos und vielen verguenstigungen der geschaeftz und gross kunden. mit ihren steurparadis in ueberse oestreich und co. hat sie in verbrecherroscher mani ihren wohlhabenen kunden tuer und tor geoefnet – christian knaut


Leserbrief zu „Ich weiß natürlich, dass G20 den Hamburgern etwas zumutet“ von Giovanni di Lorenzo und Bernd Ulrich

Angela Merkel hat sich auf dem G-20-Gipfel für das Pariser Klimaabkommen stark gemacht.

Angesichts der Tatsache, dass die deutschen Treibhausgas-Emissionen seit

2009 nicht mehr gesunken sind, kann das nur als Heuchelei bezeichnet werden. Im Vergleich zu Trump gut auszusehen reicht nicht!

Unterdessen erreicht die Situation an der Arktis und an der Antarktis einen Tipping Point, das heißt, es kommen Prozesse mit einer Eigendynamik in Gang, die sich kaum noch aufhalten lässt. Inzwischen fehlen 2 Millionen Quadratkilometer Meereis an der Arktis und ebenso viel an der Antarktis; dunkles Meerwasser nimmt jedoch mehr Wärme auf als das weiße Eis (Albedo-Effekt), die Erwärmung verstärkt sich, es schmilzt noch mehr Eis und so fort.

Um diese Entwicklungen zu bremsen, reicht auch die dringend gebotene, drastische Senkung der Treibhausgas-Emissionen nicht aus. Es muss der Atmosphäre darüber hinaus CO2 in großen Mengen entzogen werden.

Eine Lösungsmöglichkeit besteht darin, Wüsten in Wälder zu verwandeln, und zwar durch die großflächige Aufforstung der Sahara und des australischen Outback.

Bitte berichten Sie wöchentlich über den Klimawandel, wie es die britische Tageszeitung The Guardian täglich tut, und über die Lösungen – zum Beispiel die Begrünung der Sahara, die den gefährlichen CO2-Gehalt unserer Atmosphäre senken könnte. – Sonja Schuhmacher


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Dieser Aufsatz hat mich so sehr beeindruckt, daß ich ihn bereits  weitergeschickt habe an Familie und Freunde in Deutschland, in den USA  und in der Türkei (mit erklärenden Randnotizen auf Englisch). Darunter  sind manche, die beruflich mit autistischen Menschen zu tun haben.  Im  Englischen sagt man „he/she is on the spectrum“, and wir kennen Leute,  die damit international berühmte Professoren/innen geworden sind.

Diese  13-jährige ist sicher eine Kandidatin dafür.  Ich habe spontan meiner Familie aus dem Aufsatz/Leserbrief vorgelesen.  Gelegentlich haben Sie das schon so gemacht (die NYT macht es ähnlich),  daß Sie auf der Webseite Übersetzungen anbieten in relevanten anderen  Sprachen.  So habe ich z.B. bereits Varianten aus der ZEIT in Türkisch  bzw. Englisch weiterschicken können.

Bei einem so wichtigen Aufsatz/Leserbrief könnten Sie das vielleicht  auch anbieten, obwohl hier sich natürlich keine bestimmte Sprache  anbietet.  Vielleicht können Sie das eben in vielen Sprachen anbieten,  z.B. Englisch, Italienisch, Ivrith, Arabisch, Türkisch, Burmesisch, …  Das wäre sicher ein großer Beitrag zum Verstehen von Autismus. – Peter L. Biermann


Leserbrief zu ZEIT im Osten

Seit mehreren Jahren bin ich treuer ZEIT-Abonnent und lese wöchentlich Ihre traditionsreiche Zeitung mit großer Freude – seit kurzem auch digital.

Ich lebe in Greifswald und beziehe daher automatisch die Regionalausgabe „ZEIT im Osten“.

Was mir aber jedes Mal sauer aufstößt, wenn ich das Inhaltsverzeichnis nach Interessanten Artikeln überfliege, ist die Tatsache, dass für die Regionalausgabe – aus was für Gründen auch immer – die Kategorie „Recht und Unrecht“ und neuerdings auch die letzten beiden Seiten den ersten Teils kurzerhand fallen gelassen werden, als ob man diese (meist sehr interessanten) Artikel im Osten Deutschlands nicht zu lesen bräuchte.

Da sämtliche Versuche die überregionale Ausgabe als Printexemplar zu beziehen gescheitert sind und mir auch der Leserservice nie weiterhelfen konnte, habe ich entnervt und verzweifelt darüber das Digital Abo dazugekauft (eine sehr interessante Form von Marketing). Nun möchte ich mich bei Ihnen mit Nachdruck darüber beschweren, dass für die Regionalausgabe diese Seiten weggelassen werden anstelle die „ZEIT im Osten“ so wie die „ZEIT Hamburg“ als Beilage einzufügen. Es mutet sehr seltsam an, dass Sie sämtlichen Lesern in Ostdeutschland einfach diese Seiten vorenthalten, als ob man diese hier nicht nötig hätte sie zu lesen.

Daher bitte ich Sie eindringlich: Geben Sie bitte auch diese Seiten im Osten heraus! Sie sind es wert auch hier gelesen zu werden und auch haben Ihre Autoren im Osten Deutschlands eine aufmerksame Leserschaft verdient!

Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung Ihrerseits freuen und noch mehr über eine in Zukunft drei Seiten stärkere Printausgabe. – Klaus Schwerdtner


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Ich habe eine Anmerkung zu Ihrem Artikel „Kann denn Grillen Sünde sein?“ in Ausgabe 28. Auf Seite 32 sind unten zwei Satellitenbilder von Paraguay zu sehen. Die Bildunterschrift suggeriert, dass das linke Bild im Jahr 2001 und das rechte Bild im Jahr 2015 aufgenommen wurde. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass die beiden Bilder, abgesehen von der rosa Einfärbung, absolut identisch sind. Die Flächen, die zwischen 2001 und 2015 abgeholzt worden sein sollen, sind sogar auf dem linken Bild als hellgrüne Rechtecke erkennbar. Sie sind weitgehend deckungsgleich mit den rosa Flächen auf dem rechten Bild. Der Wald ist also, entgegen der Bildunterschrift, alles andere als unberührt. Es scheint, als wurde zweimal das gleiche Bild verwendet und rechts lediglich die rosa Einfärbung hinzugefügt. Interessanter wäre es gewesen, wenn Sie links tatsächlich ein Bild aus 2001 verwendet hätten. – Lukas Schönewald


Leserbrief zu „Die Nasen sind voll“ von Marcus Rohwetter

eine soeben durchgeführte telefonische Adressänderung beim ZEIT Aboservice veranlasst mich, Ihnen eine Anregung für Ihre wöchentliche Quengelzone zu geben.

Eine professionell nette Dame im (outgesourcten?) Telefoncenter nimmt die Ädressänderung entgegen.So weit so gut. Dann passiert das gleiche, wie ich es inzwischen an vielen Stellen erlebe:

„Ich kann Ihnen noch ein sehr günstiges Angebot von ZEIT GESCHICHTE  machen. Vier Ausgaben für xy Euro statt soundsoviel Euro.“

An der Tankstelle beim Bezahlen des Benzins: „Möchten Sie noch einen Kaffee für einen Euro haben?“

An der Autobahnraststätte: „Zusätzlich zu Ihrem Tee vielleicht noch ein Stückchen Kuchen?“

Nein, keinen Kaffee, keinen Kuchen, kein ZEIT GESCHICHTE!

Dieses in ein scheinbar ehrliches Lächeln verpackte Power Selling hat nichts mit einem Darfs-noch-ein-bißchen-mehr-sein zu tun, sondern ist geschult und vorgegeben. Das nervt.

Geht es Ihnen auch so? – Volker Laengenfelder


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Erdogan hat zwar hierzulande nicht die größte Akzeptanz, doch es nicht so wichtig, wer was sagt, sondern ob der Befund stimmt und in diesem Fall hat er völlig recht. Ob Deutschland Selbstmord begeht oder sich im Sinne Sarrazins abschafft, kommt zum selben Ergebnis. Überdurchschnittliche Zuwanderung und unterdurchschnittliche Geburtenraten führen langfristig zur ethnischen Selbstauflösung. – Mag. Martin Behrens


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

zu der Aussage von John Cryan: ….kannte niemand die Namen der Männer, die Banken führten. Sie waren anonym und arbeiteten im Hintergrund. …“

möchte ich anmerken, dass es zumindest einen Mann gab, an dessen intellektuelle Brillianz seine Kollegen nicht heran reichten bzw. reichen: Alfred Herrhausen.  – Peter Rüping


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Mit 8 jahren wurde ich zum epelptika. in Bielefeld behtel wurde mir mit 8jahren epelepsi nach vielen irsinnigen untersuchugen die mir beihnahe das leben gejostet haetten attestiert.

Und schon lief die statliche ausgrenzunh an. natuerlich“ nahm ich alles nur falsch auf.

Mann wolltw nur mein bestes. mein vater SS arzt entdchid besder behandeln als ohne behandlung einen anfan riskieren. also internat eben ebzer lemgo drei jahre sonderschuhle fuer geistig lernbehinderte. Dann sonderschuhle guer geistig lernbehinderte lage. ohne abschluszeugnis ging ich.  dañ berufsfindungs jahr dortmund ohne das ziel eines hautschul zeugnis, musste ich 2j als prktikant arbeiten. dann meine gesellenprüfung als habduchbinder und bildererinramer  nach 3j mit 3 bestanden

Das ich diesen beruf nicht wollte und fuer mich aus meiner sicht nich geeignet war interesirte keinen, ich war sohn meines vaters,kinderarzt viele kannten ihn aus krigstagen. die behinderrungen waren auch das ich beim schwimmen nicht tauchen durfte also herr knaut darf nicht ohne aufsicht zum schwimmunterricht. auch beim reitunterricht wollte yer verein eine haftungs freistellung. die versicherungen verlagten einen risiko zuschlag. obwohl ich meyikanente nahm und ein anfall unwarscheinlich war.

Auch beim Arbeitsamtging munter weiter. da ich eine kese rechtschreib ghhm| schwaehe habe, hab ich die termine zum teil verdreht. so das ich den15.5.16.15 dann am 16 5 um 15.5im arbeitzamt erschien, was zur sperre fuehrte. auch die tatsache das der arbeitgeber erst dann seine foerderung bekam, wen ich 6monate arbetzlos war.dasfuerte dazu das ich laenger arbeizlos blieb.natuerlich wurde ich genoetigt zum drei schicht arbeit, obwohl ich das nicht durfte(arztiches atest)

Und so ging es 35j munter weiter.bis ein arzt den mut hatte zu sagen,HERR KNAUT ICH MACHE DIEEN IRSIN NICHT MIT. SIE SIND NIE EPELPTIKER GEWESEN!!!! HERR KNAUT SIE HABEN KEINE EPELEPSIE!!!!!!!!!!!!!!!

NUN DIE GESETZE DIE MIR HELFEN SOLLTEN WURDEN ZUM BUMERRAG. denn ich war ja kein schwerbehinderter mehr also nix mit rente mit 55. seit1998 ohne arbeit. seit 1997 durch arbeit bei der stadt winsen einen bandscheiben vorfalles entlassen ausgestesteuert zu alr zu teuer zu kaput.

Nun grundsicherung. damit keine moeglichkeit mich weiter zu bilden. rente erst mit 67. rente!!! almosen. Ausgrenzung ist staatich gewollt. Wir sind beduerftige, behinderte,nur kostentreiber.

Nur die elite hat versagt arbeitzplätze zu schaffen.die elite hat versagt benachteiligungen ab zu bauen. ohne nachweiss des „hatz 4 bescheides au hartz 4 reiches“ keine ermaesigung bei theater Schwimmbad und co.

Behinderumgen im gesundheitzwesen und mangelernaerung fuehren zum schnellerren tod der behinderten. der sozielhiefe aempaenger, den benachteiligten. jeder kennt die statistiken, was zu stress ausgrenzung fuehrt und somit zu verlusst der Lebensqualität fuehrt. so werden viele familien in der sozialen ausgrenzung in mehreren generationen gehalten.

Ich bin kein einzel fall ich bin nur ein fal von milionen denen es aenlich geht. intregation in der famili ist auch gescheitert da mein vater ein ueberzeuter SS Arzt sein lebtag geblieben ist.

Meine geschwister hueten und leben das erbe dieses der sogenanten elite menschen. so wird mir mein erbe unterschlagen, behinderte brauchen kein erbe kein geld zum leben. – Christian knaut


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Hiermit möchte ich Ihnen ein großes Lob für den Artikel „In den Sümpfen des Hungers“ vom 06. Juli 2017 aussprechen.

Wolfgang Bauer und Andy Spyra ist es in herausragender Weise gelungen, eine bekannte und  fatalerweise oft zurückgestellte Problematik in eindrucksvoller Weise erneut in Wort und Bild darzustellen. Meine Bewunderung auch für den Mut und das persönliches Engagement von Herrn Bauer und Herrn Spyra in einem nicht ungefährlichen Umfeld.  Es ist zutiefst ergreifend, hartes menschliches Schicksal am Beispiel der ausgewählten Personen mitzuerleben und auch durch die Hintergrund- und Begleitinformationen wieder einmal zu erkennen, dass gerade wir, die wir  in einem „satten Land“ leben, dazu beigetragen haben, dass Menschen einem solchen Schicksal von Hunger und anderem Leid ausgeliefert sind.

Ich begreife den Artikel als Weckruf und Aufforderung:  Kurzfristige monetäre und anderweitige materielle Unterstützung und  politische Initiative.  Beides ist notwendig.

Von unserer Regierung erwarte ich kraft ihres Auftrages eine durchdachte und sinnvolle Hilfe und keine leerlaufenden Vorzeigeaktionen. – Claudia Strecker


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Leider muss ich der Einschätzung widersprechen, die Evolutionsgegnerschaft mancher Gruppen könne nicht ihrer Religion zugeschrieben werden, weil doch andere Gläubige derselben Religion diese Einstellung nicht teilten. Eine simple Analogie: ließe sich dann nicht etwa auch behaupten, weil nicht alle in die NSDAP eingetretenen Deutschen aktiv Juden verfolgt und ermordet hätten, könnten die Taten eines Himmler oder Höß nicht der NS-Ideologie zugeschrieben werden? Auch für die drei monotheistischen Religionen mit ihren Massen- und Völkermord verherrlichenden sowie Abweichler verdammenden Schriften muss also gelten, dass sie für die Intoleranz mancher (wenngleich nicht aller) ihrer Anhänger ursächlich verantwortlich sind. – Sören Kaschke


Leserbrief zu „Die Wildschweine wollen ein Autogramm“ von Peter Kümmel

Ich möcht einfach nur ganz ganz herzlich dankeschön sagen für dieses wunderbare Gespräch. Herr Peter Kümmel als einfühlsamer, kluger Partner, ja, und auch dadurch Klaus Peymann in absoluter Höchstform. Einfach wunderbar !…..Zum Lachen, zum Nachdenken und immer faszinierend….. Danke vielmals aus Wien…. – Ernst Kortschak


 

 

22. Juni 2017 – Ausgabe 26

Leserbrief zu „Mehr Chuzpe“ von Marc Brost

Martin Schulz fehlt in der Tat Mut. Er müsste viel mehr provozieren, viel aggressiver agieren. Die SPD hat so viel Angst, ihre Wähler und insgesamt die Wähler in Deutschland zu verschrecken, dass sich diese Haltung und Einstellung auch in ihrem recht langweiligen und emotionslosen Wahlkampf zeigt. Dabei war doch gerade Martin Schulz zu Beginn zu voller Emotionen. Was ist passiert? Die SPD muss den Stier bei den Hörnern packen! – Yves Pulst


Leserbrief zu „Stille Rebellion“ von  Cathrin Gilbert

den nächsten Knick könnte der Fußball erleiden, wenn ab 2018 die Champions League nur noch via PayTV verfügbar ist. Ich bezweifle ernsthaft, dass alle Fans bereit sind, zukünftig dafür Geld zu auszugeben.

Ich habe früher sehr gern Fußball geschaut…In den früher neunziger Jahren… Als der Sport noch im Fokus Stand… Und vor allem die Mannschaft.

Dies ist leider schon lange nicht mehr der Fall. Fußball ist ein Instrument, ein Werkzeug geworden. Und ein Spielball für allerhand Themen und Interessen. – Yves Pulst


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Ich finde ihr Interview mit Frau Bajic auf sehr niedrigem Niveau. Von beiden Seiten. Lifestyle und Freibier? Ist das hier meine Zeit oder die Bildzeitung? Fragesteller – schlecht informiert und vorbereitet. Antworten von Frau Bajic –  fast schon anbiedernd.

Schon die Einstiegsfragen zu Rheuma taugen nicht für ein seriöses Gespräch. Auch die Schulmedizin kann Rheuma nicht heilen. Nur die Symptome wie Schmerzen und Entzündungen bekämpfen. Nicht mal eine simple Erkältung kann die Schulmedizin heilen. Hier werden wiederum nur Symptome unterdrückt – nicht ohne Nebenwirkungen, denn Ibuprofen oder Partacetamol sind keine Lifestyleprodukte und nicht „gesund“. Meist dauert die Krankheit dann doch eine Woche.

Ich bin Heilpraktikerin und habe eine dreijährige Vollzeitausbildung genossen bin also medizinisch nicht ungebildet,aber auch bei uns gibt es Solche und Solche. Manche haben ihre Ausbildung nur in Abendkursen gemacht. Ebenso kann man bei den Ärzten die Zusatzqualifiktion Hömöopthie in berufsbegleitenden Kursen erwerben.

Dass die Homöopathie zu teuer sei kann nur jemand behaupten, der die nicht bis zum Schluss rechnet. Die Arzneimittel sind sehr billig und sind nur ein winzigkleiner Faktor unter den Kosten der Krankenkassen und auf jeden Fall ohne Nebenwirkungen. Demgegenüber stehen teure Statine oder Säureblocker wie Omeprazol, die seit vielen Jahren immer häufiger und sehr leichtfertig verordnet werden. Erst in den letzten Jahren thematisiert man die Nebenwirkungen wie verminderte Kalziumaufnahme über die Nahrung und das darausfolgende Osteoporoserisiko (hier hat aber die Pharmaindustrie gleich das passende sehr teure Medikament parat) oder die Vermehrung von Keimen im Verdauungstrakt da die Magensäure sie ja nicht mehr abtöten kann.

In meine Praxis kommen viele Kinder auch Säuglinge.Warum wirkt da die Hömöopathie besonders gut? Wie soll das mit dem Placeboeffekt zu erklären sein?

Zu den Heilsversprechen könnte ich dutzende Beispiele nennen in denen  Ärzte meinen Patienten gegenüber behauptet haben mit der Rückenoperation, dem neuen Kniegelenke, der neuen Hüfte wären alle Probleme beseitigt. Leider nicht immer.

Ich bin für ein friedliches und entspanntes Nebeneinander. Über Missstände sollte man aufklären, schwarze Schafe benennen dürfen.

Jedoch sollten die Diskussionen auf hohem Niveau geführt werden. Gerne würde ich mich mit einem Kritiker austauschen, der sich wirklich umfassend über die homöopathische Therapie informiert hat und nicht nur oberflächliche Gemeinplätz abfragt.

Diese negative Berichterstattung macht mir richtig Angst, denn ich fände es schade, wenn uns diese wunderbare Therapie genommen würde.

Andererseits existiert die Homöopathie schon seit über 200 Jahren. Diesen Sturm wird sie hoffentlich auch überstehen. Mit sehr freundlichen feinstofflichen homöopathischen Schwingungen für die gesamte Redaktion Leserbriefe  – Doris Reinfeld


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Auch ich habe meine Vorbehalte gegen das mediale Theater, das nun um den Tod von Helmut Kohl inszeniert wird. Dabei will ich die politische Leistung dieses Kanzlers gar nicht in Abrede stellen. Er wird sicherlich immer als sogen. Einigungskanzler in die Analen der Geschichte eingehen. Obwohl auch viele andere Politiker(Gorbatschow, Mitterand, etc.) und vor allen Dingen viele demonstrierende Bürger in der ehemaligen DDR daran einen grossen Anteil haben. Vielmehr geht es um die richtige Einordnung von Kohls Leistungen und da wird mir doch mit ein wenig zu viel Schönfärberei und Legendenbildung gearbeitet!. Und schliesslich darf man bei allem Respekt vor Helmut Kohl nicht vergessen, dass ihm bei der Parteispendenaffäre das Ehrenwort wichtiger war als all unsere Gesetze und die deutsche Verfassung! – Thomas Henschke


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Neun Seiten Helmut Kohl – viel zuviel Bohei um einen Kanzler ohne jede innere Größe ( siehe das von ihm verantwortete Getue um die Trauerfeierlichkeiten), dem das Geschenk der Wiedervereinigung in den Schoß gefallen ist ( Ein Grünen-Abgeordneter damals im Parlament:  Herr Bundeskanzler. Sie haben mehr Glück als Verstand!“). – Lutz Landorff


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Schön, dass Sie in diesen alternativfaktischen Zeiten mal so richtig den Daumen in die Wunde drücken; allerdings fragt man sich : wozu?  Kommt demnächst ein Streitgespräch mit jemandem, der glaubt, die Erde sei eine Scheibe? Da haben Sie noch ein weites Betätigungsfeld vor sich! – Jürgen Wißner


Leserbrief zu Janosch-Zeichnungen im ZEIT Magazin

Vielleicht können sie mir weiterhelfen: Es wäre super, wenn Sie Herrn Eckert/Janosch ein riesengroßes Dankeschön ausrichten könnten. Meine Freundin ist auch noch mit 29 Jahren großer Janoschfan (Kalender, Bettwäsche, Tassen etc.), daher wollte ich ihr zum
30. Geburstag gerne etwas von Janosch schenken. Leider gab es zwei Probleme:

1. Herr Eckert hat aus der Marke Janosch wohl nicht wirklich viel Kapital schlagen können und ist auf Anfragen nicht immer gut zu sprechen (habe ich aus verschiedenen Interviews so herausgelesen)

  1. Da er großen Wert auf seine Privatsphäre legt, ist es quasi unmöglich, an seine spanische Adresse zu kommen.

    Trotzdem habe ich mich nicht entmutigen lassen, einen Brief mit meinem Anliegen verfasst und diesen auf gut Glück an verschiedene Ortschaften auf Teneriffa geschickt. Ich dachte mir, mit ein bisschen Glück erwische ich die richtige Ortschaft, mit richtig viel Glück kommt der Brief sogar ohne Straßennamen an und wenn es richtig, richtig gut läuft, bekomme ich vielleicht sogar eine Antwort.

    Long Story short: Nach wenigen erfolglosen Versuchen (Brief konnte nicht zugestellt werden) hat Janosch tatsächlich geantwortet und sogar etwas gezeichnet! Als ich den Brief im Briekasten fand, hätte ich vor Freude fast laut losgeschrien; und als ich ihn meiner Freundin schenkte, sind viele Freudenträne gekullert.

    Ich habe mir die spanischen Adressen damals nicht aufgeschrieben, daher weiß ich nicht mehr, mit welcher es nun schlussendlich geklappt hat

    -> Falls Sie Herrn Eckert/Janosch mal wieder kontaktieren und Lust haben, dürfen Sie ihm gerne herzliche Grüße von Laura und Martin ausrichten – Martin Döring


Leserbrief zu „Sie lieben die Kunst, die sie bewachen“ von Henriette Schroeder und Gene Glover

Ich bin auch im Museum als AufsichtsKraft tätig und ich liebe es sehr. Die Tiere bei uns im naturkundemuseum haben Namen von mir erhalten, zudem haben wir einen lieben Boss also alles gut.  – Amina fritz


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

In Anbetracht des aktuell selektiven Homöopathie-Bashing frage ich mich  als „Schulmediziner“ und Homöopathie-Skeptiker, wo die Kampagnen gegen Therapieverfahren bleiben, für die es ebenfalls keine Evidenz positiver Effekte gibt, die teilweise belastend oder gar schädlich sind und Milliarden kosten. Zu nennen wären interventionelle Schmerztherapie,  Fusionsoperationen und unkritischer Opioid- Einsatz beim chronischen Kreuzschmerz, Osteopathie, Akupunktur, manuelle Therapie und zahlreiche Physiotherapieverfahren. Nicht zu sprechen von der täglich tausendfach durchgeführten Körperverletzung in Form von  Verabreichung von Antirheumatika und Steroiden in den Gesäßmuskel beim Kreuzschmerz. Warum so einseitig? Wo bleiben die Kampagnen? – Mathias Rosenbaum


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Leider habe ich in 5 Jahrzehnten ZEIT-Lesens noch kein einziges Mal einen Artikel gefunden, der den Begriff der Heilung definiert und somit den wesentlichen Unterschied zwischen Schulmedizin (Symptom-Bekämpfung als vermeintliche Heilung) und Homöopathie als Anregung zur Selbstheilung des Körpers .

Der so despektierlich erwähnte Placebo-Effekt zeigt eigentlich den positiven gedanklichen Einfluss, im Gegensatz zu der schulmedizinischen Praxis, in der man bei jedem kleinen Eingriff die Möglichkeit des Exitus unterschreiben muss – von den ellenlangen Listen der Nebenwirkungen auf den Waschzetteln ganz zu schweigen. – Henning Dörpholz


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

eine frage an josephina maier? wer hat sie für dieses interwiev bezahlt??? haben sie die studien, die sie anführen, kontrolliert? wer hat sie gesponsert? bekannt ist,daß es kaum noch unabhängige studien gibt!!! – marlene schumacher


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Es ist und war nicht und wird niemals Helmut Kohls Europa sein, zum Glück.

Nicht Helmut Kohl hat Europa dort vorangetrieben, wo es ein menschenfreundliches und sinnvolles gemeinsames Miteinander verschiedener Staaten ist.
Sein Ziel war die Wirtschaft, nicht der Mensch, denn (die) Menschen waren ihm egal, wenn sie ihm nicht nutzen konnten.

Ich bin nicht bereit einen Politer (und auch keinen Menschen) für etwas zu loben und zu ehren, nur weil er den Weg alles Sterblichen gegangen ist. – Ghita Cleri


Leserbrief zu „Hauptsache, Kampf“ von Thomas Assheuer

Leider scheint die Erkenntnis der Psychoanalyse immer noch nicht sehr bekannt  zu sein, nämlich dass vieles, was dem Gegner zugeschrieben wird, eine Projektion eigener Innerer Befindlichkeit darstellt. Ebenso gehen renommierte Vertreter dieser Fachrichtung davon aus, dass man aus Biographien gewöhnlich mehr über den Verfasser als über den Porträtierten erfährt.

Der im Titel von Thomas Assheuer verwendete Begriff „Kampf“,  wird als angeblicher Tenor des bekämpften Buches von Professor Sieferle „Finis Germania“ diagnostiert. Was eher als grundlegende Analyse gedacht war, wird  in die Reihe der Kampfschriften eingeordnet, wobei Assoziationen an „Mein Kampf“ wohl beabsichtigt sind. Das könnte eine Projektion sein, da Sieferles Buch besonders mit linksideologischen Kampfbegriffen angegriffen wird.

> In dieser meines Erachtens in der Luft schwebenden linken Theoriewelt ist der mythologische Riese Antaios, nach dem der Verlag von Sieferles Buch benannt ist, nicht mehr zuvörderst Sohn der Gaia (Erde) und des Poseidon (Meeresgott), der immer neue Kraft gewinnt, wenn er die Erde (festen Grund) berührt, sondern er wird nur durch ein makabres Detail charakterisiert: Er errichtete Tempel aus den Hirnschalen seiner Opfer.

Gemäß den Kunstgriffen der Eristischen Dialektik Schopenhauers werden weniger Argumente gegen das missliebige Werk vorgebracht, sondern vorwiegend Etikettierungen vorgenommen: „rechtsradikal“, rechtsnationale Büchsenspanner“, „schamloser Subtext“, „Ideenpool der internationalen Rechten“,“ Sound dünkelhafter Verachtung“, „von ausgesuchter Obszönität“, „läuft auf die Behauptung hinaus, die Juden seien unser Schicksal“ etc.- Besonders die letzte Wertung soll Sieferles Buch den Todesstoß versetzen.

Assheuer leugnet einfach, dass der Holocaust vor allem von Linken und Grünen schamlos instrumentalisiert wurde und noch wird, z.B. um Masseneinwanderung zu rechtfertigen. Dass dabei von der gedanklichen Basis einer Kollektivschuld ausgegangen wird und als Ziel das Aufgehen der „schuldigen Deutschen“ in einem Völkergemisch als Sühne angestrebt wird, kann man durch viele Zitate belegen.

Sieferle hat argumentiert in dieser Frage nicht antisemitisch, sondern deckt scharfsinnig die Mechanismen auf, mit denen der Holocaust jeglichem Vergleich, der nicht  Gleichsetzung bedeutet, entzogen wird. Der Ausdruck „letzter Mythos“ erscheint in diesem Zusammenhang gerechtfertigt, weil damit eine Irrationalisierung und Absolutsetzung gemeint ist. Übrigens ist auch der Begriff des Gottesmordes für einen gläubigen Christen nicht unwesentlich, zumal sich Sieferle bekanntlich von Kollektivschuld-Zuschreibungen aus Deutlichste distanziert. Besonders bedauerlich ist es auch, dass von linksgrüner Seite, z.B. In Hannover, Leute wie Clara Cetkin, die u.a. der Komintern angehörte und deren Urne 1933 von Stalin zur Beisetzung getragen wurde, sogar mit der Benennung eines Weges nahe am Rathaus geehrt werden, obwohl im Namen der von ihr vertretenen Ideologie allein bis 1933 16,5 Millionen großenteils grausam ums Leben gebracht wurden. Der kommunistische Massenmord wird also relativiert oder ganz ausgeblendet.

Neben dieser Doppelmoral wirkt es nicht gerade intellektuell, wenn negativ vermerkt wird, dass einige Gedanken „aus dem Portfolio eines Botho Strauß oder Ernst Jünger“ stammen. Denn die analytische Kraft der beiden Autoren gerade bei der Benennung von Zeitströmungen, die im Untergrund wenig sichtbar sind,  ist eher stupend. – Karl Seegerer


Leserbrief zu „Das was?“ von Fritz Habekuss und „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Es ist eine glückliche Fügung bzw. ein vom Unbewussten bewerkstelligtes kluges Arrangement, dass in der ZEIT Nr. 26 vom 22.6.17 in WISSEN zwei Artikel nacheinander abgedruckt sind: Das was? (S. 37f) und Homöopathie kann nicht alles (S.39). Das erlaubt, Zusammenhänge herzustellen und Unterscheidungen zu treffen. Beide Artikel handeln von dem, was man gemeinhein „Aberglauben“ nennt; nur hat der Homöopathie-„Aberglaube“ im Unterschied zu denen im ersten Artikeln betrachteten „Aberglauben“ den unschätzbaren Vorteil, dass dafür nicht (vielfach vom Aussterben

bedrohte) Tiere umgebracht werden; das halte ich für einen Unterschied, der einen Unterschied macht. Was nun die Homoöpathie als nicht-animalistischen und ökölogisch veträglichen, mithin also fortschrittlichen „Aberglauben“ anbelangt, so kann man die Homöopathie ihres „Aberglauben“-Charakters leicht entledigen, indem man – entgegen deren Verlautbarungen (kritisches Hinter-Fragen ist ja noch nicht

verboten) – nicht ihrer „Wirkstoff“-Hypothese folgt, sondern sie als eine besondere biopsychosoziale Intervention auffasst. Als solche – und eben nicht als „Wirkstoff“-Intervention! – scheint (ich spreche hier aus der Perspektive eines „Ungläubigen“ mit jahrzehntelanger breiter

Beobachtung) sie eine positive Wirkung zu haben: bei Menschen, die auf „heilende Begegnungen“ besonders gut ansprechen, für Menschen mit einem bestimmten (Mindest-)Maß an Autosuggestibilität und bei klinischen Symptomen (von Krankheitswert), die der Autosuggestion zugänglich sind (und das sind mehr, als die Schulmedizin einschließlich der akademischen Psychosomatik wähnt). – Prof. Dr.theol. Dr.phil.habil. Dipl.-Psych. Hans-Peter Heekerens


Leserbrief zu „Stille Rebellion“ von  Cathrin Gilbert

Vielen Dank für den treffenden Artikel zum Confed-Cup und die Problematik der halbleeren Fußballstadien. Zu Recht wird die zunehmende Instrumentalisierung des Sports durch Politik und Wirtschaft kritisiert; Dinge, die in der internationalen Fanszene der Fußballvereine schon seit langen Jahren Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen mit den Funktionären sind. Man denke nur an den Streit um RB Leipzig, Symbol der auf die Spitze getriebenen Indienststellung des Fußballs für die Vermarktung von Industrieprodukten. Weitere Beispiele ließen sich in loser Folge aneinanderreihen. Die schleichende Abkehr der Fans ist sicher damit zu erklären.

Aus dieser stillen Rebellion, wie Sie das Phänomen zutreffende benennen, wird jedoch die totale Abkehr folgen, wenn die Pläne der FIFA durchgesetzt werden wonach u.A. die Nettospielzeit eingeführt wird und die „90 Minuten“ beerdigt werden, nur um in den Unterbrechungspausen Werbeblöcke politischer oder wirtschaftlicher Art verkaufen zu können. Dann, liebe Redaktion, tritt das ein, was die Formel 1 bereits erfahren musste: auf eine Dauerwerbeveranstaltung oder Dauerwerbesendung mit Sportunterbrechungen und unübersehbarem Regelsalat hat niemand Lust. Schön ist , dass es im Unterschied zur Formel 1 im Fußball eine Art „ grasroots“ – Bewegung gibt, die versucht, auf unterschiedlichen Ebenen die Freude am Spiel zu erhalten, wie etwa der FC United of Manchester, ein von Fans gegründet und geleiteter Fußballverein. Hoffen wir, dass die Männer und Frauen dieser Bewegung das Fußballspiel über die Zeiten retten werden. – Stefan Schröder


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Nun gut – das “ Fossil “ ist nun tod !  Einigung – ich bin 1955 – geboren – echt unfassbar !!!! Aber – Er- war – damals schnell …..! Kenner der Scene ……!!Wusste um die Anti – Deutschland Recken – und hat – das Ding- hinbekommen !!!Gratulation ! Nur -‚in den letzten Jahren – war ER-  wie schon – Tod !!!!  Ich habe – furchtbar – viel Erfahrung- mit langjähriger-!Demenz !!!!!  Unser Vater – Chemieprofessor – war 10 !!!!!!  Jahre schwer dement-   …..vor seinem Tod  Unsere Mutter -‚Doktorin der Biologuw – ist es – nun seit 4 Jahren …..!!!!  Natürlich gibt es “ Schwere Schicksale „! Aber : unseres empfinde ich Als besonders :FIES!!!!!!  –  Heike Knof


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Danke! Endlich mal ein Streitgespräch, „hart aber fair“ (sorry, das ist ein anderes Format!) und damit weit seriöser als entsprechende Meldungen im „Spiegel“ oder anderswo! Allerdings ist der Hinweis auf die „Australien-Studie“ problematisch: deren Fazit „Es gibt keine medizinischen Indikationen, bei denen eine zuverlässige Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie existiert“ wird immer wieder als Beweis für die faktische Unwirksamkeit der Homöopathie herangezogen. Aber: diese Studie hatte wohl eine Vorgängerin, die zum gegenteiligen Ergebnis kam und dann nicht publiziert wurde.

Erst Änderungen am Studiendesign ergaben das offenbar erwünschte, negative Ergebnis. Freiheit der Wissenschaft? Oder absichtliche Manipulation? Die sorgfältige Klärung dieses – potentiell skandalösen! –  Vorgehens sollte auf jeden Fall abgewartet werden, bevor man sich weiterhin auf diese Studie bezieht! Und weil es natürlich auch für praktizierende HomöopathenInnen unerfreulich ist, wenn eine angenommene Arzneiwirkung nicht zweifelsfrei belegbar ist sollten wesentlich mehr Gelder in die Grundlagenforschung, aber auch in die Versorgungsforschung fließen, was manche Kritiker der Homöopathie aber vehement ablehnen.

Ablehnung von Forschung bei offenen Fragen ist aber selbst unwissenschaftlich! Die Ablehnung einer Kostenübernahme für homöopathische Arzneien wäre allerdings erst dann plausibel, wenn die Wirkungslosigkeit homöopathischer Arzneien nicht nur behauptet, sondern auch bewiesen wäre! Ist sie aber – noch – nicht! Also weiter mit Forschung, kritischen Streitgesprächen und konstruktivem Erfahrungsaustausch! Die „Zeit“ zeigt, wie´s geht! – Dr. med. Ulf Riker


Leserbrief zu „Freislers rechte Hand“ von Robert Pausch

Obwohl mir der geschilderte Sachverhalt seit Jahrzehnten bekannt ist, stellt sich bei mir jedes Mal auf Neue nicht nur Fassungslosigkeit über die Verbrechen der NS-Justiz, sondern auch darüber ein, dass diese „furchtbaren“ Juristen nie strafrechtlich belangt wurden und die Freisprüche mit geradezu abenteuerlichen Argumenten begründet wurden. Danach hätte wohl außer Hitler niemand verurteilt werden dürfen. Auch nach dem Zusammenbruch der SED-Diktatur wurden die Juristen „geschont“, so dass man als Bürger den Eindruck vermittelt bekommt, dass diese „Kaste“ entgegen dem Grundgesetz der Strafverfolgung nicht unterliegt.

Das wird übrigens dadurch nachhaltig bestätigt, dass der  1989 gebildete SPD/AL-Senat von Berlin  nach einem Strategiepapier mit gefälschten Vorschriften und unzutreffenden Gründen unter schlimmstem Missbrauch der Verwaltungsgesetze unbescholtene Bürger wie Verbrecher jagte, während man letztere unbehelligt zum Schaden der Stadt und zum Entsetzen der Bürger schalten und walten liess, weil die damalige Justizsnatorin „Täter interssanter als Opfer fand“. Oppositionsführer Diepgen (CDU) prangerte zwar im Abgeordnetenhaus „die schlimmste Gleichschaltung.seit dem Ende der NS-Zeit von Politik, Ämtern, Justiz und sogar der Wissenschaften an“, handelte aber aus unerfindlichen Gründen nicht. Etliche Staatsanwälte schrieben der Justizsenatoren einen offenen Brief, in dem sie ihr vorwarfen, dass sie „mit ihren Massnahmen die Berliner Bevölkerung den Verbrechern ausliefere“,  was sie nicht von ihrem ververfrlichen Tun abhielt.

Was ich persönlich mit dieser Berliner Justiz infolge meiner Aufklärung von diesen staatlichen Verbrechen erlebt habe, das war so entsetzlich, dass ich verstand, dass sich die Justiz als ein Instrument zur Unterdrückung versteht, aber nicht als das eines demokratischen Rechtsstaates. Gefälschte Gesetze und unzutreffende Gründe waren das eine und das andere waren u. a. Zeugenerpressung, Verfolgung Unschuldiger, 2 Tage  bestialisches Gebrüll der Richterin B. im „Volksgerichtshof“ Tiergarten, wütendes Wegwerfen von Beweismaterial, Verlesen eines konfusen Urteils, und anschliessend die wortwörtliche Abschrift eines von einem ganz anderen Gericht, Femeprozess in einem versteckten Saal des Kammergerichts Berlin usw,usf..

Die Medien deckten das Ganze oder beteiligten sich an diese Verbrechen, genau so, wie sie auch in der NS- oder SED-Zeit gehandelt haben. Es hat sich also nichts geändert und so wollte mir  der Bundesrichter Fischer nach einem Kommentar zu  einem seiner Beiträge behilflich sein, nach Nairobi oder Tanger auszuwandern. Dabei bin ich 1999 nach  diversen Morddrohungen und Übergriffen nach Mexiko geflohen und hatte die Erwartung, dass diese abscheulichen Verbrechen endlich aufgeklärt werden. Stattdessen muss man erfahren, dass die Justiz „schwarze Listen“ über  misslieboige Bürger führt, die dann keinen Prozess mehr gewinnen können. – Horst Jungsbluth


Leserbrief zu „Warum ist da immer Krieg?“ von Bastian Berbner

Warum muss DIE ZEIT die bekannte kurzschlüssige Deutung der Geschichte aufwärmen, nach der das Sykes-Picot-Abkommen von 1916 als Ursache für alle heutigen Probleme des Nahen Ostens herzuhalten hat? Aus Bastian Berners Artikel kann ich keine einzige neue Erkenntnis gewinnen, die es rechtfertigen würde, die Argumente der islamistischen Feinde von Freiheit und Menschenrechten zu verbreiten. Dass die arabischen Staaten nichts anderes seien als künstliche Gebilde, eine Erfindung der europäischen Kolonialmächte, deren Ziel es sei, Muslime im Allgemeinen und Araber im Besonderen in Abhängigkeit zu halten, gehörte seit Beginn der Zwanzigerjahre zur Propaganda der Muslimbrüder, die dazu diente, allen postkolonialen Führern dieser arabischen Staaten jede Legitimität abzusprechen. Durch den Artikel entsteht der Eindruck, die Terroristen des IS (die behaupten, mit der Errichtung ihres „Kalifats“ die künstlichen Barrieren zwischen dem Irak und Großsyrien eingerissen zu haben) übten berechtigte Rache an der Arroganz der Europäer. – Jürgen Thiede


Leserbrief zu „Mehr Chuzpe“ von Marc Brost

Die großen Baustellen (Flüchtlinge, Kriminalität, Terror) sind Tabuthemen für alle Politiker, ausser der AfD Da scheinen alle Parteien einig zu sein.  Wenn Herr Schultz gewählt werden will, das ruft er ja jede Woche aus, dann muß er viel mutiger sein.Da er aber ähnlich wie Frau Merkel gestrickt ist, haben die Wähler an ihn kein großes Interesse. Warum auch!?

Die „Mutter“ der Nation, macht ständig Fehler über Fehler und kaum einer regt sich auf. Selbst der Terror wird ertragen. Hallo, auf welchen Planeten leben wir eigentlich.?

Das ist für einen klar denkenden Menschen unverständlich. Die einzige Erklärung dafür ist für mich die Tatsache: die Verblödung der Menschheit in unseren Breitengraden hat immer mehr zugenommen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „ZEIT:Hamburg „Die G20-Gegner haben ein neues Protest-Symbol: Die Zahnbürste. Sauber!“ von Daniel Haas

Die Zahnbürste als Symbol ist älteren Ursprungs, sie kommt vor in einem Lied der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und signalisiert mehr als Widerborstigkeit.

Von Martin Luther King ist die „Story vom kleinen Johnny“ überliefert, im Kehrvers heißt es: „Hast Du Deine Zahnbürste dabei? Du wirst sie noch gebrauchen. Man sperrt heut viele Menschen ein, die gegen Unrecht sind.“ 

Die Zahnbürste stand für die Entschlossenheit, für die verfochtene Sache auch ins Gefängnis zu gehen – und um dort für die Körperpflege um der Selbstachtung willen das Nötigste zu haben.

Das Lied wurde in den 80er Jahren auch adaptiert in meiner ehemaligen Martin Luther King-Kirchengemeinde in Hamburg-Steilshoop, und es wurde gesungen auf Sitzblockaden in Brokdorf (gegen das AKW) und in Kellinghusen (gegen die Lagerung von Atomsprengköpfen). Als Symbol und ganz real trugen wir damals eine Zahnbürste bei uns. (ich selber habe sie nicht gebraucht: Die Polizei nahm mich zwar fest, doch nicht über Nacht. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung wurden wir stundenlang in einem Gebäude der Polizei in Itzehoe festgehalten). – Christoph Störmer


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Die fast kritiklosen Huldigungen für Herrn Kohl sind für mich widerlich. Unstrittig ist, dass er für ein einiges Europa gekämpft hat, aber die deutsche Einigung hätte viel behutsamer vollzogen werden müssen, außerdem müsste mehr berücksichtigt werden, dass sein familiäres Verhalten nicht eines Staatsmannes würdig ist, denn seine Frau wurde durch ihn krank und hat schließlich den Lebensmut verloren, und dass seine Kinder und Enkel sich nicht einmal im Tod von ihm verabschieden dürfen ist unfassbar . – Bernd Roth


Leserbrief zu „Wir“ von Bodo Morshäuser

Der Autor des Hauptbeitrages, Herr Bodo Morshäuser , hat mir indirekt bestätigt,  daß  meine laienhaften Gedanken zur gesellschaftlichen Situation des Landes nicht einer persönlichen pessimistischen Sichtweise entspringen, sondern l e i d e r  der realen Lage entsprechen. Ich wünsche mir als ZEIT-Leser, daß weiterhin solche Äußerungen im Klartext erscheinen. Da ich anderthalb Jahrzehnte älter als der Autor bin, meinte ich zuweilen schon, ein „Schwarzseher“ zu werden. Wenn man beispielsweise die grundsätzliche Rentenpolitik oder mietenrechtliche Regelungen in den benachbarten deutschsprachigen Staaten wie Österreich und der Schweiz betrachtet, kann man doch an Deutschland langsam zweifeln. Diese „WIR“-Heuchelei hat Herr Morshäuser verständlich entlarvt. Dafür meinen Dank ! – Klaus Schröter


Leserbrief zu „Hauptsache, Kampf“ von Thomas Assheuer

Im Grunde kann man den seit längerem schon ausfallenden, wenn überhaupt jemals gelungenen oder überhaupt möglichen herrschaftsfreien Diskurs gar nicht schöner dokumentieren, als das anhand dieses Textes über das „Skandalbuch“ des im vergangenen Jahr verstorbenen Rolf-Peter Sieferle geschieht. Es hätten ja Gedanken sein können über einen Text, Gedanken, in denen dieser kritisch gelesen und begutachtet wird. Stattdessen wird dem Leser dann ein moralisches Gutachten über den Verfasser des „Skandalbuches“ vorgelegt. Das Gutachten stützt sich dabei auf einige „ekelhafte“ Sätze und ihre Überleitung auf ein rechtes Gesamtbild, in den sie sich angeblich einfügen. Es geht also nicht um mögliches oder zwingendes Textverständnis, es geht um ein Moralverständnis, und bekanntlich gilt hier die Faktizität des Normativen. Arnold Gehlen hat dazu schon 1969 bemerkt: „In der Krise wächst die Neigung, den Meinungsgegner zum Dissidenten zu machen, zum Abgesonderten, und das geschieht wirksam durch moralische Ächtung.“ Wie das funktioniert, hat Ihr Autor mit seinem Text wirksam vorgeführt. – Uwe Kaiser


Leserbrief zu „Sicherheit und Sinn“ von Thomas Fischer

Thomas Fischer hat so was Recht!!! Der jeweils in Aussicht gestellte Zuwachs an Sicherheit, wenn noch dies und das erlaubt (aktuell das Überwachen von Messenger- Diensten wie WhatsApp) ist so illusorisch wie der Preis hoch. – Magda Weidenfeller


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Das war kein Interview, das war pure Inquisition. Die Statements–das waren keine Fragen – waren länger als die Antworten. Keine Chance für eine ehrliche Ärztin.. „Eine Heilung sieht für uns anders aus.“ Tja, wie denn?  Kucken Sie doch mal in die Schulmedizin, was die heilen kann. Rheuma. Ischias, Allergien, Krebs ? Alles nur symptomatisch, auch der berühmte 7-Tage Schnupfen.

Wenn Sie nicht dauernd einreiben, kommt das Rheuma wieder. Pro-Studien werden nicht nachgefragt, sondern negiert, Contra- Studien aus dem Stehgreif erfunden: „Es gibt Studien, dass Homöopathie  teuerer ist“ -aua, der Verfasser kennt die Preise nicht und fabuliert drauf los. “ Es kommt bei vielen Krankheitsbildern vor, dass sie auch ohne Behandlung von allein wieder verschwinden.“

Da hat der Autor recht, geht aber dem Gedanken nicht nach, er ruft nach Schulmedizin, wobei die Krankheiten auch ohne Schulmedizin verschwinden, das fällt ihm aber nicht auf..  Warum verschwinden die Krankheiten von alleine? Das ist die eigentliche Frage, die aber keiner zu stellt, darüber kann man keinen volkstümlichen Artikel schreiben. Und noch was: die ganzen Studien, die als Ultima Ratio angeführt werden, tja, wer bezahlt die denn eigentlich? Doch die Konkurrenz, die Schulmedizin-Arzneimittelhersteller Lobby. Und die bezahlt nicht nur Studien..

Ich hatte mal Pollenallergie, hab den ganzen schulmedizinischen Irrweg durchlaufen- Cortisonspritzen, zweimal desensibiliert, Tabletten, Spray –kleine Homöopathiekur und ich hab ich jetzt nix mehr. GEHEILT. – Wolfgang Mühl


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Nun haben Sie, Frau Maier und Herr Schweitzer,  eine Fachfrau interviewt. Ihren Gesprächsductus empfand ich als herabwürdigend (z.B. „ Freibier“ ), Negatives unterstellend ( „in diese Lücke stößt die Homöopathie“ „ es hilft ihnen genauso gut“) und wenig informativ.  Sie hatten eine Ärztin vor sich, die sich offensichtlich mit schulmedizinischen und anderen Methoden für Patienten einsetzt und ihre Alternativmethode berufspolitisch vertritt. Meiner Ansicht fehlte in Ihrem Interview bereits der grundlegender Respekt vor dieser Person und das Interesse an ihr.

Ihre Fragen schienen allein darauf ausgerichtet, der Homöopathie jegliche medizinische Seriosität zu absprechen zu können. Ein guter Artikel  dieser Länge hätte mehr Informationen transportieren können, um die Leserschaft selbst  ihre Meinung finden zu lassen.Das Thema „ Heilung“ wird überdies meiner Meinung nach von Ihnen  stark vereinfacht dargestellt. Die Zuordnung von Homöopathie zum Lifestyle-Bereich erscheint mir, die ich oft von dieser Methode profitiert habe, skurril. – Lisa Gatzhammer


Leserbrief zu „Warum ist da immer Krieg?“ von Bastian Berbner

Den Schlussfolgerungen des Bastian Berbner, dass die entscheidende Ursache für den Nahostkonflikt das eigenmächtige und egoistische Handeln der drei von ihm angeführten Personen ist, kann ich nicht folgen.

In einer Region mit 274 Mio Bewohnern von höchst unterschiedlicher Ethnie, Kultur und Religion wird es gar nicht möglich sein durch eine bestimmte Grenzziehung und Bildung entsprechender Staatsgebilde ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen.

Der historische Rückblick auf diese drei abenteuerlichen Personen ist interessant. Aber darin  den Grund  für diesen  jahrzehntelangen, grausamen Konflikt zu sehen halte ich für überspitzt. – Günther Barzal


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Ein Leben für Deutschland und Europa, für nie-wieder-Gewalt und Krieg zwischen den Völkern unseres Kontinents.  Helmut Kohl hatte den Willen, die Macht, den Mut und gewiss auch die Gunst des Schicksals, während seiner Kanzlerschaft in diesem Sinne maßgebende Stellschrauben justieren zu können und im richtigen Augenblick das Richtige zu tun. Und eben dies zeichnet die Größe und Bilanz von Staatsmännern und -frauen entscheidend aus.

Die politischen Verdienste von Helmut Kohl sind und bleiben so zweifellos von herausragender Strahlkraft, weltweit. Der studierte Historiker hat sich damit selbst einen hohen Rang in den Geschichtsbüchern gesichert und ein eindrucksvolles Andenken gesetzt.

Die abschließende Einsicht ist deshalb nicht neu: Das Europa des 21. Jahrhunderts bräuchte einen Helmut Kohl des 21. Jahrhunderts, folglich um die eine oder andere Einsicht und Erkenntnis weiter.Ira Bartsch


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Wir haben seit Jahren ein Abo und schätzen ihre informativen, objektiven Artikel, sowie
den Ton und Schreibstil ihrer Zeitung.  Warum begeben sie sich mit dem neuesten Artikel über Homöopathie, Interview mit Frau Bajic , auf das Niveau der Bildzeitung? „Die Allgemeinheit will auch Freibier“ Der abfällige Tonfall von Frau Maier und Herrn Schweitzer zieht sich durch das ganze Interview!  Sehr enttäuschend ,unsachlich, emotional, ein Grund,das Abo zu kündigen. Auf der ersten Seite, Prominent ignoriert ist auch gnadenlos  niveaulos. Interessiert das die Zeitleser??? Bleibt die Hoffnung , sie kriegen die Kurve noch… – Frida Mirow


Leserbrief zu „Ein europäisches Wunder“ von Matthias Krupa und Bernd Ulrich

Ein europäisches Wunder ist in der Tat erforderlich, um Europa bei der Stange zu halten. Jetzt nach dem Tod von Helmut Kohl sollten all Ihre Kollegen und Intektuellen, die ihn niedergeschrieben oder diffamiert haben, auf Knien vor seinem Grab um Verzeihung bitten. Der Mann fehlt heute an allen Ecken und Kanten in Europa aber auch auf unseren ganzen Planeten. Es zeigt uns aber auch, wie verdammt Ekelhaft der Mensch sein kann. – Gunter Knauer


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Mein Kompliment, ein schöneres Foto von Helmut Kohl hätten Sie für das Titelbild nicht finden könnnen. ! – Herman van der Woude


Leserbrief zu „Hauptsache, Kampf“ von Thomas Assheuer

Ich habe Ihren Artikel zu Finis Germania vom 22.06 gelesen. Ich kenne dieses Buch nicht und kannes deshalb auch nicht beurteilen, will aber Ihre Begriffsverwendungen und Ableitungen dabei infrage stellen.

Was mir nur in weiten Strecken sofort ins Auge springt: Alle Begriffe, die sie als typisch rechtsradikal aufzählen, kommen aus dem französischen Jakobinertum und dem jungen französischen Nationalismus der Linken, d.h. Linke haben das alles ganz leicht nachweisbar erfunden.

Nation ist hier ab 1789 politische Gemeinschaft, das Volk nun souverän: das ist sicherlich nicht rechts!!! Die Rechten (oberste Stände inkl offiz. Kirche) liefern seinerzeit gerade dagegen Sturm!

Das ist Ihnen doch bestens bekannt? Was die Rechten machen: sie bestehen genau auf diese Errungenschaften, die überall in der westlichen Welt als progressiv gelten, weil Liberalisten genau diese Volkssouveränität zugunsten einer neuen übernationalen Weltelite abschaffen wollen!

Als Philosoph sollte Ihnen das auch geläufig sein, nicht nur mir, oder nicht? Auch merkwürdig: Gemeinschaft ist für sie rein rechter Begriff, obwohl ja jede Familie eine Gemeinschaft ist, es sich also erstmal um einen vorpolitischen Begriff handelt.

Sie sagen: Gesellschaft wäre liberal, Gemeinschaft reaktionär. Dann schreiben sie aber  von der Weltgemeinschaft angeblich als einer liberalen Idee  (es ist wohl eher eine sozialistische, und Sozialisten sind bekanntlich Gegner des Liberalismus), die die Rechten ablehnen würden. Was nun?

Dieser klar normannisch- faschistische Bannon ist übrigens ein Sozialdarwinist in übelster englisch- normannsicher Tradition  (kommt ganz klar aus dem englischen Liberalismus, wie übrigens auch die normannisch- anarchistische  Mussolinibwegung und als dessen Kopie der Nationalsozialismus) und damit sicherlich kein  Konservativer, sondern ein Progressiver!

Nur was dieser Bannon mit Leuten wie Jakobiner- Sieferle (aus dem SDS, nicht erwähnt!) zu tun hat, konnten sie uns elider nicht erklären, hätte ich aber gerne gewußt: der Verweis ist allzu dürftig – also kein konstruierter Zusammenhang. SO bricht der Bau des Artikels zusammen.

Wir sehen, die Welt ist komplexer, also solche Artikel im Märchenonkel- Stil, die für uns die Welt in Böse und Gute aufteilen,  uns weismachen wollen. Fazit: Ihr stil ist absichtlich (wie ich nachwies) manipulativ.

P.S: Ich sehe mich im übrigen als Liberaler, das ist aber was ganz anderes als ein Liberalist (und Positivist), also ein materialistischer oder idealistischer Ideologe des Liberalen, der das Liberale nur mißbraucht für seine kleinlichen Machtzwecke und narzistischen Spielchen. – Rüdiger Willmann


Leserbrief zu „Warum ist da immer Krieg?“ von Bastian Berbner

Vielen Dank für die tolle Serie Geschichte.  Für mich persönlich ist das ein ganz besonderes Stück Zeit. Es rundet Die Zeit sehr schön ab.  Jede Woche ein vergessenes oder fast vergessenes Stück Geschichte.   Der Artikel Freislers rechte Hand hat mich wieder begeistert.  – Marko Becker


Leserbrief zu “Über Erbschaften und Gerechtigkeit“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

… Erbschaften und Gerechtigkeit

Eine genial komponierte Kolumne, HERR MARTENSTEIN !

Wegen des Themas habe ich mich immer wieder mit meiner Freundin (vom Steuer-Fach, also voreingenommen) angelegt – zugegeben, es bereitete mir auch Freude: ein Vermögen, um das es im Erbfall geht, wurde i.d.R. bereits einmal versteuert und hat „den Staat“ nicht noch einmal zu interessieren !

Abgesehen von diesem „sachlichen“ Standpunkt – mir geht das „Gerechtigkeits“-Geschwafel -Einheitssound, wie Sie es nennen- schon lange auf den S… . – Wolfgang Martis


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Das ist der erste Leserbrief meines Lebens und ich möchte es auch nur als eine erstaunte Rückmeldung sehen und darum bitten, ihn nicht zu veröffentlichen. Ich bin über Jahrzehnte treue ZEIT-Leserin und auch Abonnentin und schätze an Ihrer Zeitung sehr, dass Sie (soweit ich das einschätzen kann) unabhängig und vor allem unter Einbezug ganz unterschiedlicher Perspektiven über Themen berichten.

Umso erstaunter war ich vor einigen Wochen über den einseitig geschriebenen Artikel, den Sie zum Thema Homöopathie veröffentlicht haben. Vermutlich haben Sie jede Menge erboste Leserbriefe darauf erhalten, weshalb Sie sich nun entschieden haben, dieses Mal „ganz objektiv die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen“. Diesen Anspruch lösen Sie jedoch leider in keiner Weise ein. Die Interviewte wird auf dem Titel BILD-mäßig und reißerisch als „Deutschlands oberste Homöopathin“ angekündigt. Das Interview selbst ist dann dermaßen tendenziös, kleinlich und rechthaberisch, dass ich mir die Augen gerieben habe, ob ich hier tatsächlich einen ZEIT-Artikel lese. Auf dem Titel haben Sie es als „Streitgespräch“ angekündigt, was nach meinem Verständnis die ausgewogene und moderierte Darstellung zweier unterschiedlicher Positionen aus Expertensicht sein sollte – aber doch nicht zwischen einem Experten und zwei Journalisten!? Was ist in Ihre Redaktion gefahren? – Katja Kubietziel


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Zum Streit in der Familie Kohl kann ich nur sagen: „Das Wort ‚Familienbande‘ hat einen Beigeschmack von Wahrheit“ ist ein altes Bonmot von Karl Kraus mit offenbar ewig neuem Wahrheitsgehalt. Das sollte aber nicht das Urteil über eine ganze Kanzlerschaft bestimmen. Als jemand, der an die 16 Jahre Kanzlerschaft von Helmut Kohl nicht nur gute Erinnerungen hat und eher auch an eine „bleierne Zeit“ denkt, möchte ich aber eines bemerken: Als Berliner schäme ich mich noch heute für die Pfiffe, die Kohl einen Tag nach dem Mauerfall im November 1989 vor dem Berliner Rathaus Schöneberg entgegengellten, als er ohne lange zu zögern seinen Warschau-Besuch abbrach um nach Berlin zu eilen.

Denn der Pfälzer Kohl war offenbar auch ein verkappter Preuße, ohne dessen leidenschaftliches Eintreten in der entscheidenden Debatte im Bundestag es keinen Umzug von Regierung und Parlament von Bonn nach Berlin gegeben hätte. Wenn es nach vielen Mitgliedern seiner eigenen Partei und zum Kummer von Willy Brandt auch nach vielen Sozialdemokraten gegangen wäre, wäre das „Mondfenster“ deutsche Einheit ungenutzt vorübergegangen. Kohls Besuch am Sterbebett von Willy Brandt sagt mehr als tausend Worte. Für  beide stand die „Hauptstadt Berlin“ nicht nur auf dem Papier des Grundgesetzes. Dass Kohl allerdings auch die negative Seite des Preußentums mit der berüchtigten „Nibelungentreue“ verkörperte, zeigte sein Verhalten in der Spendenaffäre, in der er meinte, ein „Ehrenwort“ nicht brechen zu können und damit seine gesamte Kanzlerschaft unnötigerweise überschattete.  – Wilfried Mommert


Leserbrief zu „Auf die ganz harte Tour“ von Peter Dausend

Diese „Praktiken“ erinnern mich ein bißchen an mein eigenes Verhalten als 8-10 jähriger, wo man so langsam das Sexuelle anfing zu erkunden. Ist die Bundeswehr in diesem Altersfenster steckengeblieben? Darüberhinaus stellt sich die Frage, ob nur entsprechend „gebrochene“ Menschen dann in letzter Instanz bereit sind ihr Leben „für die Sache“ zu geben?

Jeder Staatsbürger in Uniform würde ja erstmal mit seinem gesunden Menschenverstand den Irrsinn des Krieges hinterfragen (und somit „untauglich“ für etwaige Kampfhandlungen sein). Also muß ein zum äußersten (dem eigenen Tod) bereiter Mensch nicht zwangsläufig „konditioniert“ werden, um diesen Wahnsinn sehenden Auges zu bejahen? Ein unüberwindliches Dilemma! –  Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Für Behandler, die sich in Homöopathie weiterbilden und dafür viel Zeit, Geld und Leidenschaft aufbringen, weil sie wissen, wie viel sie mit einer solchen Methode bewirken können, ist es äußerst frustrierend, wenn sie immer nur danach gefragt werden, wie man sich das Wirkprinzip denn „wissenschaftlich“ erklären könne.

Viel interessanter wäre es, endlich mal darüber zu berichten oder zu lesen, warum der Homöopath die Zeit für das Anamnesegespräch benötigt, welche Informationen er braucht, um zu einer guten Verschreibung zu kommen, was er denn da eigentlich macht… und dass es unterschiedliche Anamnesemethoden gibt sowie gerade in den letzten Jahren neue Erkenntnisse über die Systematik der Arzneien aus dem Mineral-, dem Tier- und dem Pflanzenreich.

Es gibt aber durchaus Ärzte, die sich speziell mit dem Stand der Homöopathie-Forschung beschäftigen. Ich möchte Ihnen da z.B. Dr. Jens Behnke von der Carstens-Stiftung ans Herz legen. Wenn Sie wirklich einen kompetenten Streitgesprächspartner suchen, mit dem Sie über Studien diskutieren können, dann wenden Sie sich doch bitte an ihn.

Es würde mich freuen, vom Ergebnis zu lesen. – Elisabeth Ketterl


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Ich habe mich selten so geärgert über einen Beitrag in der ZEIT! Angekündigt wird das Interview damit, dass hier jemand zu Wort kommt, die keine Kritikerin der Homöopathie ist. Aber die Interviewer sind es dafür um so mehr und stellen aggressive, suggestive Fragen gespickt mit polemischen Kommentaren und provozieren damit eine argumentatorische Endlosschleife von Offensive und Defensive. Ich hätte gern mehr Ansichten von Frau Bajic erfahren und mir eine offenere Haltung ohne diese demonstrierte Überlegenheit aufseiten der Interviewer begrüßt. Dann wäre es auch interessant zu lesen und nicht nur ärgerlich! – Susann Schmeißer


Leserbrief zu “Über Erbschaften und Gerechtigkeit“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Ich habe Ihre Überlegungen zur Erbschaftsteuer in Ihrer Kolumne mit Interesse gelesen. Ehrlich gesagt, Ihr Unbehagen darüber, geerbtes Vermögen zu besteuern, habe ich, seitdem ich das erste Mal darüber nachgedacht habe, immer geteilt. Da sträubt sich etwas in einem, nicht wahr?
Trotzdem – obwohl ich die Erbschaftssteuer für „ungerecht“ in einem gewissen Sinne halte – denke ich, dass es so etwas geben muss, und zwar aus einem Grund, den Sie in der Kolumne nicht aufgegriffen haben: Unser Wirtschaftssystem (das ich übrigens genauso wie Sie für den besten Kompromiss halte und keineswegs ersetzen möchte) sorgt neben all seinen guten Effekten auch dafür, dass Vermögende von ganz allein immer vermögender werden. Ja, leistungslos. Ob das gerecht oder ungerecht ist, ist egal, jedenfalls führt das über kurz oder lang in eine Katastrophe, da muss man kein Prophet sein, um das zu erkennen. Einfach mal statt zehn 100 oder mehr Jahre weiterdenken. (Ja, ich bin Mathematiker.)

Wenn wir unsere Gesellschaft in der aktuellen Form stabilisieren oder erhalten wollen, kommen wir also aus meiner Sicht nicht umhin, Mechanismen einzusetzen, die das zu starke Auseinanderdriften der Vermögen kompensieren. Das ist gerechter als die Folgen einer Revolution!

Auch die Frage, wer mit dem Geld etwas sinnvolleres macht, halte ich deswegen für irrelevant. Sehen wir Steuern doch einfach als relativ billigen Preis dafür, dass wir ein friedliches Leben führen können und dass dies hoffentlich auch für unsere Kinder gelten wird. – Jörn Lütjens


Leserbrief zu „Hauptsache, Kampf“ von Thomas Assheuer

Ich habe das Buch (leider) nicht gelesen. Aber:

So viel Schaum vor dem Mund kannte ich bisher eher von Goebbels & Co. Irgendetwas muß an dem Buch wohl richtig und interessant sein, sonst wäre so viel „Gegengift“ eher unangebracht. Wenn das Buch allerdings auch nur annähernd die Diktion und Unsachlichkeit (warum wird z.B. indirekt zitiert statt mit „…“?) des Rezensenten*) widerspiegelt, wäre es einfach nur ekelhaft. Ich kann mir das allerdings kaum vorstellen. Dank der „Rezension“ werde ich das Buch wohl lesen müssen. Ansonsten wäre es mir sicher kaum aufgefallen. Immerhin ein Verdienst von Herrn Assheuer.

Früher war „Die Zeit“ übrigens ein seriöses Blatt, das ich während meiner Studienzeit immerhin lesenswert fand. Lang ist´s her!

*) wenn das denn überhaupt eine Rezension gewesen sein soll. – Konrad Alt


Leserbrief zu „Das Ende des Bargelds“ von Lisa Nienhaus und Jens Tönnesmann

„So sparen die Banken jene Kosten, die Bargeld verursachen.“ (Zitat S.26)Fallbeispiel:Banken wollen sparen ! Der Kunde verliert jedoch jeglichen Schutz vor Diebstahl. Bei Diebstahl verliert der Kunde i.d.R. nur einen geringen Barbetrag.  Bei Diebstahl einer Bankkarte  verliert er aber in kürzester Zeit – so z.B. am 15.03.2016 (vermutlich gegen 19:30 bis 21:30 Uhr) und bei sofortiger Sperrung ca. 22:49 Uhr deutscher Zeit – Tausende.

Banken sichern sich in diesem Fall dadurch ab, dass sie behaupten, das Verfahren mit einer PIN sei sicher, die PIN sei fahrlässig vom Kunden notiert bzw. weitergereicht worden. Wie kürzlich erfahren, wird dem Kunden – auch unter Bezug auf ein früheres Gerichtsurteil -nicht geglaubt und die Fahrlässigkeit unterstellt, obwohl er beschwören will, dass die PIN im Tresor verwahrt wurde und er diese nie weitergereicht hat.Der Kunde kann nicht nachweisen, wie es möglich ist, dass diese PIN, die er seit Jahren nicht benutzt hat, ausgespäht oder manipuliert werden kann.

Bei einem erst kürzlich verlorenen Gerichtsverfahren, kam es zu einem  Vergleichsangebot, bei dem der Kunde 2/3 des Verlustes und 2/3 aller sonstigen Kosten zu tragen hat. Der Kunde war infolge der längeren Auseinandersetzung mit der Bank ermüdet und resigniert. Er stimmte somit dem Vergleich zu. Der Kunde will in Zukunft möglichst ganz auf eine Bankkarte verzichten und plant, diese bei Auslandsreisen nicht mehr mitzunehmen.   Auch dieser hier dargestellte Fall untermauert den Aufruf – Zitat: „Zeit, sich zu wehren“.  – Norbert Thomas


Leserbrief zu „Das Ende des Bargelds“ von Lisa Nienhaus und Jens Tönnesmann

Besten DANK an Lisa Nienhaus &  Jens Tönnesmann für deren sehr wichtigen & ausführlichen Artikel  „Das Ende des Bargelds“!  Sehr gut auch die Unterzeile „…Zeit, sich zu wehren“.  Mit der Warnung vor den Gefahren der geplanten ( und hoffentlich scheiternden)  Bargeldabschaffung  leisten die Autoren sowie DIE  ZEIT einen sehr wichtigen Schritt zur Erhaltung rudimentärer Bürgerrechte hinsichtlich freier Entscheidung bezüglich der Bezahlungsweise.  Bitte verfolgen Sie daß Thema mit noch nachlassendem Interesse! – Paul  Zendo


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Zuviel des Guten oder wem gehört Helmut Kohl?  – Unwürdiges Trauerspiel um Totenkult und Monumentalisierung

Neben dem Gerangel um die Besitzrechte an Helmut Kohl und seinem politischen Erbe zwischen Maike Kohl-Richter und den Söhnen des Exkanzlers  geht ein noch nie dagewesener Ehrungs- und Nachrufwirbel durch unser Land. Im Vergleich dazu nahm in anderen Ländern, etwa in den USA vom Tod des Politikers kaum jemand Notiz.

In unsicheren Zeiten sehnen sich viele Deutsche wieder nach einem Übervater und nach mächtigen Führern. Da kommt der Tod von Helmut Kohl gerade recht.

Die FAZ nannte Kohl etwa in ihrem Nachruf einen Pater patriae übersetzt: „Vater des Vaterlandes“. Das erinnert mich etwas an Atatürk – heißt übersetzt „Vater der Türken“. Im Umkehrschluss hieße Kohl dann Ata Alman “Vater der Deutschen”. Ich persönlich würde auf eine solche Vaterschaft gerne verzichten.

Zweifelsfrei war Helmut Kohl ein bedeutender Politiker und sicher ein bekennender Europäer. Er hat sich um EUROPA verdient gemacht. Aber das haben andere große Europäer auch. Denken wir an De Gaulle, Mitterrand, Giscard d’Estaing oder an andere deutsche Kanzler wie Konrad Adenauer, Helmut Schmidt oder Willy Brandt welche sich für den Frieden und den Ausgleich der Völker Europas einsetzten. Für den einen oder anderen wäre sicher auch eine Europäische Ehrung angebracht gewesen. Es kommt bei unseren französischen Nachbarn und anderen europäischen Staaten sicher nicht gut an, wenn hier wieder ein Deutscher über Gebühr hervor-und auf den Schild gehoben wird und das mit europäischen Steuermitteln.

Das Gerangel um die Deutungshoheit von Kohls Lebenswerk und eine angemessene Ehrung zwischen den verschiedenen Lagern (Witwe, Familie, Politikern, Medien, etc.) ist unsäglich. Man kann nur vermuten, dass hier verschiedene Interessen ihr Spielchen mit dem Toten spielen wie etwa die Witwe, die Politik (immerhin ist Wahlkampf), Jean-Claude Juncker (PR –Coup) oder der Verstorbene via Testament selbst.

Auf jeden Fall haben wir es mit einer überbordende Geschichtssymbolik zu tun, bei welchem nicht der Verstorbene im Mittelpunkt steht sondern der Kampf um den Nutzen, den man aus dem Leben des Politikers ziehen kann. Heraus kommt dabei wahrscheinlich nur Geschichtsklitterung.

Für mich steht fest, die Wiedervereinigung ist Kohl in den Schoß gefallen. Der Preis gehört m. E. Gobatschow. Von einem Erfolg würde ich nicht sprechen wenn ich an die immensen Kosten (Soli) oder an „Dunkeldeutschland“ denke. Auch die Machenschaften Kohls um den „Bimbes“ oder seine Liaisonen mit dem rechten Ultra und Undemokraten Orban werfen große Schatten auf den Verstorbenen. – Conrad Fink


Leserbrief zu „Ein europäisches Wunder“ von Matthias Krupa und Bernd Ulrich

Im zweiten Absatz dieses Artikels heißt es: ….durch die übereilte und unvollständige Einführung des Euro ….

Dem wäre noch Folgendes hinzuzufügen: Die ebenfalls übereilte Einführung der D-Mark in der damaligen DDR zu einem Kurs 1 : 1, über den Kopf der Bundesbank hinweg und dem damit verbundenen Rücktritt des Bundesbankpräsidenten, Karl Otto Pöhl.  – Ruth Kirchstein


W Leserbrief zu „Sie lieben die Kunst, die sie bewachen“ von Henriette Schroeder und Gene Glover

ieder einmal komme ich in den Genuss einer Ihrer Artikel, der verdeutlicht wie vielseitig Kunst doch sein kann. Erst vor kurzem war ich mit einer Freundin in Berlin und mein großer Wunsch war es die Büste der Nofretete zu sehen, diese sagenumwobene Schönheit.

Ich war fasziniert und beeindruckt von diesem Kunstwerk und es hat mich nicht mehr losgelassen. Nun fühle ich mich durch die Ansichten, der einzelnen Museumswärter noch einmal bestätigt, dass Kunst jeden berührt, zum nachdenken anregt und einen bereichert auf allen Ebenen.

Danke für diese interessanten Einsichten, in andere Personen und Kunstobjekte.  – Kristof Schumacher


Leserbrief zu „Finale Erbitterung“ von Benedikt Erenz

Als ich obigen Artikel las, musste ich mich ständig fragen, warum dieser wohl geschrieben wurde: gibt er Erklärungen über das Sieferle-Büchlein „Finis Germania“, weswegen er ja wohl geschrieben sein sollte? Nein!

Dafür hat man das Gefühl, dass der Autor stattdessen mit nassen Lefzen Hass und Wut am kürzlich verstorbenen Herrn Sieferle loslassen wollte und hierzu alles nur Denkbare bemühte, das nur einigermaßen (wenn vielfach auch weit hergeholt) in seinen Rundumschlag passte: dadurch konnte man noch den Autor aufgrund seiner einschlägigen Polemik politisch verorten. Doch wen interessiert das und wofür geht ein derartig nichtssagender Artikel überhaupt in Druck? Ist ein derart triviales Gelabere Niveau der „Zeit“?

Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass es Herrn Erenz mit seinen Zeilen eher um die Abarbeitung eines Neidkomplexes geht (womit der Artikel doch wohl besser mit „Finale Verbitterung des Herrn Erenz“ überschrieben wäre): Akademiker mit 4-5.000 EUR Pension, Jägerzaun mit eigenem Vorstadtanwesen, 200 qm Altbauwohnung, Chapeaucalque-du-Pape trinkend – was soll das? Und was dann dieser schneidig-weißhaarige Akademiker auch noch wählt, weiß Ihr Autor durch Blick in seine Glaskugel genauso wie dass er vor einer Sattelleder-Ausgabe von Jünger sitzt. Dann muss man sich auch nicht mehr wundern, dass Beatrix von Storch bereits einen Schießbefehl erteilt hat: hat ja alles mit Sieferles Buch zu tun.

Lächerlich wird das Ganze dann, wenn der Autor auch noch vom schwarzen Dampf eines „akademischen Hassbürgertums“ redet, obwohl offener Hass aus jeder Zeile seines Ergusses trieft. Was ist überdies ein „akademisches Hassbürgertum“? Hat Erenz ein Akademiker-Trauma?

Als Nicht-Geisteswissenschaftler war mir Rolf-Peter Sieferle nicht bekannt, bis ich dann auf einen Artikel von Gustav Seibt (Süddeutsche Zeitung, 09.12.2016) stieß, in dem Gedanken des „Zivilisationshistorikers Sieferle“ aus der Zeit kurz vor seinem Tod summarisch zusammengefasst waren. Diese Gedanken waren für mich in sich schlüssig, so dass ich diesen Artikel aufhob. Auch erwähnt Seibt, dass „linke Vordenker“ (Sarah Wagenknecht, Wolfgang Streeck) ähnliche Überlegungen zu einem mit der Globalisierung zusammenhängenden Strukturproblem umtreiben: was also soll dann die Aussage vom „Horst-Mahler-Syndrom“ oder eine „Stimmung, die das AfD-Milieu umgibt“? Das ist einfach nur unterste journalistische Schublade mit aufgereihten Allgemeinplätzen. Und dann wundert man sich, dass man sich selbst und seine Zunft lächerlich macht?

Was steht jetzt eigentlich in „Finis Germania“? Das hatte ich erwartet als ich den Artikel begann und nicht eine Hasstirade auf den Autor dieses „Büchleins“!

Nur noch eine nebensächliche Anmerkung (die allerdings das Niveau des gesamten Artikels noch mehr verdeutlicht): das „Vorstadtanwesen mit Jägerzaun“ (üblicherweise, wenn überhaupt, anzutreffen auf dem Land) kann wohl nicht gleichzeitig eine „200-qm-Altbauwohnung mit Bücherwand“ sein (üblicherweise anzutreffen in der Stadt) – wo wohnt jetzt eigentlich der „schneidig-weißhaarige Akademiker“? Das würde ich ja wirklich gerne als Quintessenz des Artikels verinnerlichen! – Dr. Georg Steger


Leserbrief zu „Auf die ganz harte Tour“ von Peter Dausend

Jetzt schreibe ich Ihnen doch mal. Nachdem ich nun zum wiederholten Male den Fehlerteufen entdeckt habe, der sich in einem Ihrer Artikel aus dem Ressort Politik, wo es über die Bundeswehrskandale ging, eingeschlichen hat.

Es handelt sich um die Ausgabe 26 Seite 11. Die Stadt in Thüringen heißt Sondershausen und nicht Sonderhausen :-) – Maria Wetzel


Leserbrief zu „Warum ist da immer Krieg?“ von Bastian Berbner

Der Beitrag „Warum ist da immer Krieg?“ in der neuesten Ausgabe der “ZEIT” hat mich zu folgenden Überlegungen angeregt, die ich Ihnen hiermit nachstehend übermitteln möchte:

>>Es wurde Zeit, dass der Autor Bastian Berbner einmal genau recherchiert und die Machenschaften der drei Hauptakteure – Lawrence, Weizmann und Sykes – vor hundert Jahren in dem Beitrag „Warum ist da immer Krieg?“ ereignisgetreu wiedergegeben hat.

Demnach haben diese drei Briten dafür gesorgt, daß sich Großbritannien und Frankreich die Vormundschaft über den ganzen Nahen Osten, wo es sieben Jahrhunderte lang „recht friedlich“ zugegangen sein soll, anmaßten und so durch willkürliche Grenzziehungen die Voraussetzungen für das in der Folge nacheinander entstandene Chaos, inklusive des IS, geschaffen wurden.

Geradezu grotesk ist es, wenn nun heute auch noch die Deutschen und etliche andere Europäer die Auswirkungen dieser unverantwortlichen Einmischungspolitik in Form des Flüchtlingszustroms aus diesen Ländern mittragen, dem islamistischen Terror ausgesetzt sein und Erstere sogar an militärischen Aktionen vor Ort teilnehmen müssen.

Ein Ende dieses Zustands permanenter Kriegsführung in Nahost sieht Autor Berbner nicht. Durch die inzwischen erfolgte zusätzliche militärische Einmischung der USA und Russlands ist zudem die Gefahr einer größeren Konfrontation noch gewachsen.

Die 2 verheerenden Weltkriege des vorigen Jahrhunderts bewirkten bei den Verantwortlichen aller beteiligten Nicht-Nahoststaaten leider keinen Lernprozess. Sie wollen von weiterer Einmischungspolitik absolut nicht Abstand nehmen. Die indigenen Völker dieser Region könnten ohne die Waffenlieferungen aus den Industriestaaten gar keine Kriege dieser Art führen. Auch das wollen die Vorgenannten partout nicht zur Kenntnis nehmen.

Daher bleibe ich bei meiner bisherigen Erkenntnis über die genetische Determiniertheit des Menschen in Bezug auf Besitz-, Machthunger und Geltungsbedürfnis, jeweils verstärkt durch die ethnische Komponente und religiösen Fanatismus. Soll heißen: Der Allmächtige hat bei der Schöpfung der „Krone“, also des Menschen, leider einige Schrauben vergessen, bzw. diese nicht fest genug angezogen, und das ist für alle Zeit irreversibel in den Genen verankert.

Entgegen aller rationalen Erkenntnis werden deshalb weiter verbrecherische Kriege geführt und anschließend heuchlerisch die vielen Opfer beklagt werden.

All dies bedeutet aber auch, dass das Ende der Menschheit lange vor dem naturgesetzlich festgestellten Termin besiegelt ist. – Hans Anhoeck


Leserbrief zu „It’s gender, stupid!“ von Tina Hildebrandt und Bernd Ulrich

Manchmal frage ich mich, wie alt die Redakteure sind, deren Artikel ich lese und was sie wohl in ihrer Jugend so gelesen oder zu sich genommen haben.

Als ich Jugendliche war, haben alle aus meiner Familie „Der Herr der Ringe“ gelesen, zuerst mein Vater direkt an Heilig Abend, dann ich, dann mein Bruder, dann haben wirs auf Englisch gelesen, dann wieder auf Deutsch. Wir haben das Buch quasi by heart gelernt.

Ich beziehe mich auf Ihren Verweis auf Tolkien im allerletzten Abschnitt Ihres Artikels.

Mit „Hexenmeister“ meinen Sie wohl den Anführer der Nazgul. Keinen Zauberlehrling.

Der Anführer der Nazgul konnte erst in der Filmversion von Peter Jackson (der mit den vielen Oscars, Kulisse ist Neuseeland) von einer Frau getötet werden,
meiner Erinnerung nach geht der FilmDialog so: „no living man can kill me“ (sagt der Nazgul); „I am no man“ sagt sie, nachdem sie ihn tödlich verwundet hat.

Die Frau. Die tragende FrauenRolle, die es bei Tolkien noch nicht gab. War zu früh. Peter Jackson hat die Rolle für die Frau dazu erfunden. Auch noch andere. Es wären sonst so wenige gewesen für die heutige Zeit.

It’s gender memory, … – Susanne Herbig


Leserbrief zu „Warum ist da immer Krieg?“ von Bastian Berbner

Endlich stellt einmal jemand sachkundig die Situation im Nahen Osten dar. Dies sollte jeder der großmäuligen Politiker und –innen lesen, der allzu leicht verkündet, man müsse nur die “Ursachen” in Betracht ziehen, ohne daß er die historischen Kenntnisse besitzt. Vielen Dank für diese Darstellung, die ich meinen Oberstufenschülern schon vor fast 50 Jahren vermittelt habe. – Dr. Wilhelm Forke Erlangen


Leserbrief zu „Finale Erbitterung“ von Benedikt Erenz

Woher kommt das? Wer therapiert das, bevor es Amok schreibt? Oder sind das falsche Fragen?

Denn schließlich könnte es auch sein, dass sie ein ganz angenehmes Lebensgefühl ist, diese finale Erbitterung. Ein vitaler, stimulierender Kitzel, der einem im finalen Alter neue, viagrane Kicks und scharfe vibrations gibt. Der einen belebt, erfrischt, dem Stahlbad gleich.Finis Germaniae? Nein: GermaniA! Wenn auch der Rücken sich krümmt und das Knie arthritisch quietscht, wir bleiben ungebeugt.

Na, wenn dem Autor nichts Besseres einfällt, verdient er sein Gehalt ganz sicher nicht – auch kein Zeilenhonorar. Als Boxer würe er sofort disqualifiziert werden.  Disqualifizierung für pseudo-intellektuelle Tiefschläge gibt es nicht. Psychologisierung mangels intellektueller Masse. Niveaulos!

Selbst ein Goebbels war da „ehrlicher“ und besser. Er stand zu seiner Propaganda, gab gar nicht erst vor, eine vernünftige Rezension zu schreiben. Das war zum einen ehrlicher, und, was die Propaganda anlangt, insgesamt sicher auch besser. – Ein Leser


Leserbrief zu “Über Erbschaften und Gerechtigkeit“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Wie immer hat es Spaß gemacht Ihre neue Kolumne zu lesen. Ich würde aber gerne drei Punkte anmerken:

– Es macht einen Unterschied ob demokratisch gewählte und legitimierte Institutionen oder Staaten entscheiden wie große Summen verwendet werden, oder Privatpersonen. Wenn eine Regierung nicht pfleglich mit Geldern umgeht kann ich sie das nächste Mal nicht wählen – bei Millionären ist das deutlich schwieriger.

– Das Akkumulieren von Kapital in den Händen immer weniger Personen, nicht zuletzt durch Erbschaften, lässt auch in Deutschland die gesellschaftlichen Schere weiter auseinandergehn und gefährdet den sozialen Frieden.

– Private Spenden für karitative Projekte machen eine sinnvolle Planung der Verwendung, selbst für große Organisationen wie die UNHCR, immer schwieriger, da diese Zweck- und oft auch an ökonomische Interessen gebunden sind. – Jens-Ole Kracht


Leserbrief zu „Hauptsache, Kampf“ von Thomas Assheuer

Vor einigen Stunden schrieb ich unten aufgeführten Leserbrief bzgl. des Artikels „Finale Erbitterung“ von Erenz, direkt nachdem ich mich bis zur Seite 23 der „Zeit“ vorgearbeitet hatte. Dass weiter hinten (Seite 43) ein weiterer Artikel zu Sieferle folgte, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst (ein Bezug darauf wäre vielleicht sinnvoll gewesen, denn dann hätte ich mir Ärger und Zeit sparen können!).

Mit dem Artikel von Assheuer wurden einige für mich interessante Fragen und Aspekte geklärt, so dass ich ihn – im Gegensatz zu dem von mir verrissenen Artikel von Erenz – als informativ bezeichnen kann. Hierbei wird auch ein erheblicher Niveau-Unterschied zwischen den beiden Autoren deutlich: Hasskommentar gegen ein ausgewogenes Meinungsbild!

Assheuser überzeugte mich mit seinen Worten davon, dass man „Finis Germania“ nicht gelesen haben muss, ja dass man sich nur ärgerte, wenn man es läse, wohingegen Erenz eher aufreizt, das Buch zu lesen: so kann man eigentlich, s. Erenz, auch das Gegenteil von dem erreichen, was man eigentlich erreichen möchte.

Und dass ich vom Autor Sieferle, abgesehen von der unten erwähnten Replik von Gustav Seibt in der SZ (aus der sich keinesfalls auf die unsäglichen Rechtstendenzen von Sieferle schließen lässt), nichts weiter wusste, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass ich mich für „Rankings“ auf Bestsellerlisten nun absolut nicht interessiere, sondern mir allenfalls über Buchkritiken Meinungen über Lesenswertes oder nicht Lesenswertes bilde! – Dr. Georg Steger


Leserbrief zu „Die Sprache der Liebe“ von Sandra Roth

Mit Sicherheit bekommen Sie ein Berg von positiven Rückmeldungen für Ihren Artikel im ZEIT-Magazin, und ich möchte mich anschließen. Sie schreiben ganz wunderbar und berührend über Ihren Alltag mit Lotta. Ich kenne einige behinderte Kinder etwas näher und der Alltag ihrer Familien ähnelt Ihrer sehr. Sie haben eine Menge Kraft und strahlen über den Text hinaus.

Sie haben über Ihren Traum gesprochen, dass Lotta einmal in einer inklusiven WG wohnen könnte, wie Sie in der Zeitung gelesen haben. Meine Tochter (nicht-behindert, Studentin in München) wohnt in genau so einer WG des Vereins „gemeinsam leben lernen“. Seit ihrem FsJ in einer Tageseinrichtung für Behinderte in Israel ist sie ein echter Behinderten-Fan geworden.

Ich selber bin Lehrerin und habe gerade gestern einen Streit zweier Zweitklässler mitbekommen: „Mann, du bist doch behindert! Du hast mich die ganze Zeit ausgepfiffen.“ „Ey, der hat mich behindert genannt!“
Ich habe die ganze Klasse ins Zimmer beordert und ihnen erklärt, warum das meiner Ansicht nach kein geeignetes Schimpfwort sei. Ich habe von meiner Tochter erzählt und deren Mitbewohnern – alles nette Menschen. Man, war das spannend. Wer die sind, was die haben, wo die Hilfe brauchen und so.  – „Behindert“ kein Schimpfwort, klar? Kar!

Vor allem Ben hat so eine erfrischende Art, unkompliziert zu kommunizieren und Sie haben eine Gabe, das so eindrücklich aufzuschreiben! Ich wünsche Ihnen, dass immer wieder die guten Tage die schlechten überwiegen, dass Sie Energie haben für den Alltag und eine himmlische Macht spüren, die Sie trägt.

Herzliche Grüße auch an Ihren Mann, Ben und Lotta – Corinna Schäfer


Leserbrief zu „Das Ende des Bargelds“ von Lisa Nienhaus und Jens Tönnesmann

Es ist etwa ein Jahr her, da ist mir folgendes passiert:

Ich wollte auf dem Markt ein paar Sachen einkaufen, aber die Verkäuferin konnte auf 50,- € nicht rausgeben. Kein Problem, ein paar Meter weiter gab es einen Geldautomaten. Aber der hat kommentarlos meine Karte einkassiert. Das Geldinstitut hatte noch geöffnet, ich also rein und nachgefragt. Da könne man nichts machen, an den Automaten kämen sie nicht ran. Aber sie haben bei der Bank, bei der ich mein Konto habe, angerufen und erfahren, dass ein Versehen passiert sei.

Der – lassen Sie es sich auf der Zunge zergehen! – Lehrling hat beim Sperren einer Karte einen Zahlendreher fabriziert und mit einem Tastendruck war ich vom meinem Geld abgeschnitten. Für eine ganze Woche, bis endlich die Ersatzkarte bei mir eintrudelte. Auch Internetbanking ging nicht in der Zwischenzeit, weil man auch dafür die Karte braucht. Ein Missgeschick, das einem nicht alle Tage widerfährt.

Aber es hat mir gezeigt, wie leicht es ist, jemanden totzuschalten – und das ist im Extremfall wörtlich zu nehmen – wenn es nicht noch ein paar Scheine in der Geldbörse gibt, mit der man sich wenigstens die Fahrkarte für nachhause kaufen kann.

Und wer sagt uns, dass künftig alle Regierungen so vergleichsweise rechtstreu sein werden, wie die , die ich bisher in meinem Leben erfahren habe?

Es hat schon andere Zeiten gegeben, und es wird auch wieder andere Zeiten geben. Wer das nicht wahrhaben will, der ist – mit Verlaub – ein kindlicher Träumer. Bargeld ist überlebenswichtig. Nicht immer, aber wenn es drauf ankommt. – Ein Leser


Leserbrief zu “Über Erbschaften und Gerechtigkeit“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Bisher habe ich Ihre Kolumnen in der ZEIT mit großem Vergnügen gelesen – zumeist jedenfalls.

Allerdings hat mich Ihre letzte Kolumne in der Zeit vom 22. Juni unter dem Titel „Über Erbschaften und Gerechtigkeit“ nun doch etwas verwundert. Sie haben sich darin eingesetzt für – nein nicht für Hartz IV-Bezieher oder für Menschen mit geringer Pension oder prekären Arbeitsverhältnissen – nein für Erben und zwar für reiche Erben, denn um die geht es ja bei der Diskussion um Erbschaftssteuern. Dazu möchte ein Beispiel – und durchaus kein fiktives – aus meinem Bekanntenkreis anführen: ein Architekt hat von seinem Onkel 1,5 Mill Euro geerbt ohne dafür einen Euro Steuern zu zahlen. Ich müsste dafür 25 Jahre arbeiten und davon noch die Hälfte an Steuern und Abgaben abliefern. Nun vielleicht finden Sie das okay Allerdings haben wir dann  offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen von Gerechtigkeit und Solidarität.

Dass der Staat nicht immer sorgsam mit den Steuergeldern umgeht, sollte nicht dazu führen einen „schlanken Staat“ zu fordern. Wohin das führt sieht man derzeit in England oder in den USA, wie ein Bericht in der gleichen Ausgaben der ZEIT „Wenn nicht schnell etwas passiert….“ aufzeigt. Auf jeden Fall geht eine Reduktion des Steueraufkommens immer auf Kosten der ärmeren Bevölkerung, da die Reichen ohnehin ihre Kinder in Privatschulen schicken können und nicht angewiesen sind, auf das öffentliche Bildungssystem oder sich in Privatkliniken legen, wenn sie erkranken.

Damit stellt sich für mich jedenfalls die Frage nach Ihrem Gesellschafts- und Menschenbild. – Hermann Spielhofer


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Schon die Überschrift des Interviews mit Cornelia Bajic, der Vorsitzenden der homöopathischen Ärzte deutet darauf, dass Josephina Maier und Jan Schweitzer als ZEIT-Autoren wohl froh sind, endlich mal eine Spitzenvertreterin der Homöopathie dazu bewegen zu können, dem Götzen „Homöopathie“ endlich abzuschwören und zurück in die Arme der etablierten Wissenschaft zu kehren.

Es mag zur Zeit mit heute üblichen Versuchsmethoden  nicht möglich sein, Wirksamkeiten homöopathischer Behandlung nachzuweisen. Genausowenig wird der Nachweis  möglich sein , im Falle von Heilungen nach homöopathischer Behandlung  Arzneimittelwirkungen über den vielstrapazierten Plazeboeffekt hinaus kategorisch auszuschließen.

Genausowenig  sind Plazebowirkungen bei jedem Einsatz von Medikamenten in der Humanmedizin auszuschließen.  Nach Studien sollen die Plazeboeffekte sogar umso stärker wirken, je drastischere Nebenwirkungen auf den Beipackzetteln aufgelistet sind.  Insofern wäre einmal eine Studie zum um den Plazeboeffekt bereinigten Wirkungserfolg aller eingesetzten Arzneimittel aufschlussreich. Als Landwirt kann ich berichten, dass in unserem Betrieb seit Jahren erfolgreich Milchkühe und Rinder homöopathisch behandelt werden. Kenntnisse über Wirkungsprinzipien der Homöopathie sind auch mir nicht bekannt. Wir arbeiten nach dem alten Spruch „wer heilt, hat recht“ und haben dabei den Vorteil, uns über eventuelle Rückstände in von uns erzeugten Lebensmitteln oder Entstehung von Resistenzen gegen Antibiotika keine Gedanken machen zu müssen.Dennoch trifft die Aussage „Homöopathie kann nicht alles“ natürlich zu.

Plazeboeffekte bei Haustieren mögen nicht auszuschließen sein, was aber Folgendes noch nicht erklärt: In der Praxis kommt es mal vor, dass man nicht auf Anhieb das richtige homöopathische Mittel findet. Wo bleibt da der Plazeboeffekt? Warum spricht eine Kuh auf irgendein homöopathisches  Mittel, was ihr gegen chronische Mastitis verabreicht wurde,  nicht an und reagiert erst bei der Gabe des passenden homöopathischen Mittels im gewünschten Sinne, d.h. zuerst mit Besserung des Allgemeinbefindens und nach und nach mit Ausheilung der chronischen Mastitis? Bei uns werden auch Klauenerkrankungen und Fruchtbarkeitsstörungen homöopathisch behandelt und mehr als einmal haben mich schon Heilungen verblüfft und mir Respekt vor der einen oder anderen Arznei abgenötigt.

Leider hat man in der Tierhaltung oft das Gefühl, was Homöopathie angeht noch in der Pionierphase zu sein, denn der nachhaltige Heilerfolg hängt noch relativ stark von der Qualität der homöopathischen Tierheilpraktiker ab, wobei sich mir  auch hier wieder die Frage nach dem Plazeboeffekt stellt. Woher weiß das Rind, welchen Tierhomöopathen ich zur Aufstellung einer Therapie hinzugezogen habe?

Homöopathisches Heilpotential zu negieren  ist Symptom einer Haltung dass nicht sein darf, was nach schulmedizinischer Lehre nicht sein kann. In der Wissenschaftsgeschichte hat es immer wieder Grenzen gegeben , deren Überschreitung erst nach späterem Erkenntnisgewinn möglich war. Auch für die Homöopathie ist die Zeit wohl in dieser Hinsicht noch nicht reif.

Diejenigen, die ihre Milchkühe oder auch wertvolle Reit-und Zuchtpferde homöopathisch behandeln lassen geht es nicht um Lifestyle oder Bestätigung für irgendwelche esoterischen Anschauungen, sondern   allein

um den Heilerfolg. Zur Wirtschaftlichkeit kann ich sagen, dass wir einen besseren Gesundheitsstatus unserer Herde bei  gesenkten Kosten für Tierarzneimittel zu verzeichnen haben. – Reinhard Langenberg


Leserbrief zu „Sicherheit und Sinn“ von Thomas Fischer

Man reibt sich die Augen und kann nicht glauben, dass der Artikel „Sicherheit und Sinn“ (ZEIT Nr. 26) von einer Persönlichkeit wie dem (ehemaligen) Vorsitzenden des Bundesverfassungsgericht geschrieben sein soll. Es handelt sich um eine viel zu vereinfachte Brandmarkung jede Art verbesserter Sicherheitpolitik als Einfallstor eines Überwachungsstaates, und der Autor schreckt dabei nicht vor massiv unsachlicher Argumentation zurück. Warum sollen zur Sinnhaftigkeit verbesserter Fahndungsmethoden diese nicht nur in Deutschland, sondern auch gleichzeitig in Mexiko-Stadt umgesetzt werden müssen?

In welcher Weise macht die Tatsache, dass es auch Wirtschaftskriminalität zu bekämpfen gibt, das Treffen von Maßnahmen zur Bekämpfung schwerer Gewaltdelikten überflüssig? Und ein philosophischer Diskurs darüber, wie viele Definitionen von „Sicherheit“ man mit viel Muße finden könnte, ist hier unangebracht, es geht nämlich ausschließlich  um körperliche Unversehrtheit sowie Sicherheit der persönlichen Privatsphäre. Unsachgemäß auch, wie der Autor die Angst vor der Zunahme solcher spezifischer Delikte als reine Panikmache abtut. Es gab Einbruchsdiebstahl in der Tat schon immer, stimmt, Herr Fischer! Aber die Einbruchsstatistik ist nur einen (seriösen) Klick entfernt, die da sagt, dass 2005-2016 ein Anstieg um 38% zu verzeichnen ist.

Vergleichbares ist bei schweren Gewaltdelikten festzustellen, und was für Blüten dies in Problemvierteln treibt, darf gerne – aus der Praxis –  z.B. in Büchern von Kirsten Heisig oder Tania Kambouri  nachgelesen werden. Auf die Spitze treibt Fischer seinen Relativismus, als er die wachsende Gefahr durch islamistischen Extremismus (auch hier reicht schon ein Blick auf die Webside des Verfassungsschutzes, oder auch viele Insiderberichte, z.B. Ahmad Mansour: „Generation Allah“) mit russischer Propaganda zur Ukraine gleichsetzt. Ich bin froh, dass unsere Regierung die geänderte Sicherheitslage ernst nimmt und mit Augenmaß Gegenmaßnahmen trifft. Hingegen würde eine weltanschaulich motivierte Politik auf Basis von „wehret den Anfängen“-Dogmen wie dem des Autors dazu führen, den Rechtsstaat  in solchen Zeiten handlungsunfähig zu machen, ihn damit erst recht zu untergraben und Populismus und Demokratieverachtung Vorschub zu leisten.  – Carsten Gerbrand


Leserbrief zu „Das Ende des Bargelds“ von Lisa Nienhaus Und Jens Tönnesmann

Mit Interesse habe ich Ihren Bericht über die drohende Abschaffung des Bargeldes in der aktuellen Ausgabe der ZEIT gelesen.

Ich gehöre zu denjenigen, die über dieses Vorhaben unendlich wütend sind. Ihr Bericht zeigt einmal mehr, dass es überwiegend die Interessen von Konzernen sind, denen die Abschaffung des Bargeldes dient, nämlich den Banken. Die politischen Parteien äußern sich gar nicht oder eher zurückhaltend. Bei mir erweckt das den Eindruck, man will es sich mit der Wirtschaft mal wieder nicht verderben und lässt die unüberhörbaren Proteste der BürgerInnen wie so oft verpuffen.

Das in der Debatte immer an erster Stelle aufgeführte Argument, ohne Bargeld könne man Kriminellen das Handwerk legen, ist aus meiner Sicht ein lächerliches Täuschungsmanöver. Sicherlich – konsequentes Vorgehen gegen Kriminelle kann ja kaum jemand ablehnen. Aber dass die versprochene Methode wirklich wirksam ist, bezweifeln ja nicht nur die von Ihnen zitierten Befürworter des Bargeldes wie der schwedische Polizist, sondern die Argumentation täuscht auch darüber hinweg, dass sich mit der Abschaffung des Bargeldes und der Verengung jeglicher Zahlungsoptionen auf den elektronischen Geldverkehr vielfältige neue Möglichkeiten für Kriminelle ergeben.

Selbstverständlich hat es sich etabliert, größere Summen nicht in bar zu bezahlen. Ich möchte weder mein Gehalt wieder in der Lohntüte beim Arbeitgeber abholen, noch sämtliche Rechnungen bei Versicherungen, Krankenkasse oder beim Vermieter in bar bezahlen. Ein solides Überweisungssystem am Bankautomaten ist hier das Mittel der Wahl.

Aber meine Brötchen mit einer App zu bezahlen, kommt für mich überhaupt nicht in Betracht. Es ist ja kein Geheimnis, dass Onlinegeldgeschäfte große Sicherheitslücken aufweisen. Es ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, wie man privaten Anbietern irgendwelcher Apps Zugriff auf sein Konto gewähren kann. Geht alles nur noch über das Smartphone und den privaten Computer, wird außerdem die Verantwortung bei Hackerangriffen auf den privaten Nutzer verschoben, dem unterstellt wird, dass er seinen PC nicht genug geschützt hat oder seine PINs und TANs nicht ordentlich anwendet. Da ist die Bank natürlich fein raus!

Für mich ist es auch keine Option, jede Kleinigkeit mit der EC-Karte zu bezahlen. Welche Auswüchse das haben kann, habe ich im vergangenen Sommer bei dem Besuch einer gebührenpflichtigen öffentlichen Toilette in Schweden gesehen. Da wurde ich genötigt, meine EC-Karte auf einem Klo am Hauptbahnhof in so einen wilden Schlitz zu stecken, von dem ich wirklich nicht das Gefühl hatte, dass das ein sicherer Ort ist.

In allen Bereichen des Lebens wird Sicherheit heute in Deutschland gerne groß geschrieben. Um den unbaren Zahlungsverkehr wirklich sicher zu machen, die Daten zu schützen und Hackern keine Chance zu lassen, sind aus meiner Sicht auch hohe Investitionen nötig. Ob die so viel günstiger sind als der Schutz von Geldtransportern, möchte ich bezweifeln.

Was mich aber am meisten ärgert, ist die drohende Erhebung von Negativzinsen durch die Banken. Das ist wirklich empörend! Wie kann man es zulassen, dass Menschen für eine Leistung Gbühren aus der Tasche gezogen werden, die sie gar nicht in Anspruch nehmen wollen? Ich erwarte von der Politik, dass mir die Option der Wahlfreiheit belassen wird, ob ich mein Geld unterm Kopfkissen aufbewahre oder auf der Bank. Und ich erwarte, dass meine Freiheit geschützt wird, mein Geld auf einem Konto für die Zukunft zu sparen, statt durch Negativzinsen genötigt zu werden, es in unseriösen Immobilien- oder Aktiengeschäften anzulegen – das kann sich ja im Übrigen gar nicht jeder leisten. Käme der Negativzins, würde Menschen mit kleinem Sparguthaben auch noch die Möglichkeit genommen, sich etwas mehr für die Zukunft anzusparen.

Das wäre wieder ein Vorgehen, das auf Kosten der weniger Wohlhabenden die Interessen der Konzerne bedient.

Zu guter Letzt: Nicht alle Menschen können verantwortungsvoll mit Geld umgehen. Die hohe Verschuldung der Deutschen aufgrund von Konsumschulden belegt dies. Wie soll ein Mensch, der kein gutes Gefühl für den Umgang mit Geld hat, den Überblick behalten, wenn nichts in der Geldbörse ist als Plastikkarten? Wie entwickeln Kinder ein adäquates Verhältnis zum Geld, wenn sie nie einen 50- oder 20-EUR-Schein oder 5 Cent in der Hand hatten?

Und was für eine kaltherzige Gesellschaft ist das, in der es nicht mehr möglich ist, einem Bettler im Vorübergehen 50 Cent zuzustecken, weil es gar kein Bargeld mehr gibt?

Aber diese Argumente sind natürlich für die Banker Peanuts.

Im neo-liberalen Kapitalismus legt man ja gerne Wert auf die Freiheit. Politiker – vor allem die von der Union und der FDP – wollen den Menschen ja angeblich keine Vorschriften machen, wie sie ihr Leben zu gestalten haben, was sie essen oder tun sollen. Aber bei einer derart sensiblen Frage wie dem Umgang mit Geld spielt die Freiheit plötzlich keine Rolle mehr!

Ich erwarte von den Regierenden, dass sie den Menschen die Handlungsoptionen bar oder unbar erhalten und sie nicht bevormundend auf ein bargeldloses System trimmen.

Bei Musik vom MP3-Player habe ich die Wahl, mich auf meine alten CDs oder Schallplatten zu beschränken, wenn ich dabei nicht mitmachen will. Aber ohne Geld kann man am gesellschaftlichen Leben nicht teilhaben. Daher muss die Wahlfreiheit hier erhalten bleiben.

Ich begrüße es, dass Sie in Ihrem Artikel schreiben, es sei Zeit, sich gegen die Abschaffung des Bargeldes zu wehren. Das sehe ich auch so. Gleichwohl bin ich äußerst pessimistisch, dass dies verhindert werden kann. Es wird so laufen wie immer: wie bei den Freihandelsabkommen, wie bei der Autobahnprivatisierung.

Ein Teil der Medien und ein Teil der Bevölkerung erhebt Protest, die Masse bleibt träge oder bringt ihren Unbill nur im privaten Zwiegespräch zum Ausdruck. Und die Politik macht daraus dann eine breite Zustimmung für die Abschaffung des Bargeldes und gibt wie immer den Konzerninteressen nach. So wird es laufen.

Aus welchen Gründen niemand der politisch Verantwortlichen bereit ist, den Zusammenhang zwischen solchen Entwicklungen und der Politik- und Demokratieverdrossenheit der Menschen zu erkennen und entsprechend zu handeln, ist mir immernoch schleierhaft.

Bitte bleiben Sie dran an diesem Thema und bauen entsprechenden Druck auf, damit vielleicht doch eine kleine Chance besteht, einmal die Konzerne zu bremsen und die Menschen im Blick zu behalten. – Erika S. Becker


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Der verstorbene Altbundeskanzler Helmut Kohl wird In der ZEIT in Nr. 26 in zwölf Artikeln ausgiebig gewürdigt. Aber es fehlt an Fakten, beispielsweise die von Kohl selbst genannte Begründung, wer ihn darin bestärkte, zu seinem Ehrenwort zu stehen und den/die Millionenspender für die CSU nicht zu nennen. Der Name seines Beichtvaters fehlt, welcher von zwei möglichen auch immer. Kann ich „röm. kath.“ als sein Bekenntnis auf acht Seiten auch nur einmal lesen? Unbegreiflich, nein. Sollten unsere Medien immer noch einen Hauch von Kulturkampf transportieren wollen und Kohls katholische Geradlinigkeit negieren? Dieser Verdacht erhebt sich, wenn man an die Behandlung der letzten katholischen Bundespräsidenten Horst Köhler und Christian Wulff denkt. Übrigens war es einmal guter Brauch, BundesanzlerInnen und -Präsidenten aus beiden großen christlichen Konfessionen zu wählen. Tempi passati. Immerhin erwarten wir den Katafalk Kohls  im Salierdom von Speyer feierlich wie bei Exequien der Habsburger in der Kapuzinergruft in Wien. – Fritz Werner


Leserbrief zu „Wir“ von Bodo Morshäuser

Danke für diesen Artikel. Endlich schreibt jemand über diesen unseligen Begriff „Wir-Gefühl“, der in der Sprache des dritten Reiches (LTI) anzusiedeln ist. Er wird so häufig benutzt, ohne dass die jeweiligen Autoren sich bewusst sind, dass dieses Gefühl eine Illusion ist oder ideologisch von oben indoktriniert wird. Es gibt allenfalls das Gefühl der Zugehörigkeit oder der Kohäsion.

Der Begriff sollte als fake für immer gelöscht werden! – Dr. Sigrid Jürgensen


Leserbrief zu “Über Erbschaften und Gerechtigkeit“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Da sitz ich nun samstags viel zu früh in Tegel am Flughafen und lese Ihre Kolumne.

Trotz der unsäglichen Zeit von 7.36h bin ich hellwach – Erbschaftsteuer ist „Leistungsloses Einkommen für den Staat“. Grandios! Schlicht, sachlich und für jeden normal denkenden Menschen zu verstehen.

Wird man bestraft, für folgende Generationen vorzusorgen ? In der Tat – bereits hoch versteuertes Geld wird ohne Gegenleistung des Staates nochmals besteuert. Noch mehr Argumente für ungerechte Verteilung, gegen Innovationsbemühen und wirtschaftliches Handeln?

Wenn ich es verstehe, vielleicht schafft es die Bundesregierung auch. Bald ist ja Wahl!

Ich würde mich freuen – man sollte ja nicht vergessen, dass genau die Familienunternehmen, die diese Erbschaftsteuer an härteren trifft, das Rückrad unsere Nation sind. Beiße nicht die Hand dich die füttert, liebes Deutsche Steuersystem!

Vielen Dank für die so simpel doch wahren Worte auf Seite 6. – Anne Schorn


Leserbrief zu „Auf die ganz harte Tour“ von Peter Dausend

Wenn das nur halbwegs stimmen sollte, dann gehören die Ausbilder auf den Prüfstand und nicht der normale Soldat. Es sollte nur die körperliche Fitness und der unbedingte Wille sein Land im Notfall zu verteidigen zählen. Die ständigen Demütigungen sollten ausgedient haben. Es soll darüber Studien geben, die genau das zum Ausdruck bringen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „It’s gender, stupid!“ von Tina Hildebrandt und Bernd Ulrich

Die Damen mögen mir verzeih’n. Das weibliche Wesen ist ungeeignet für die Politik bis auf ganz wenige Ausnahmen. Nicht weil Sie dümmer sind (das Gegenteil ist eher der Fall) sondern, das liegt an ihrem sozialen Gehabe. Ich weiß, das ist eine steile These aber deswegen nicht falsch. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, zu diesem Thema keinen weiteren Leserbrief an die ZEIT zu senden. Ignoranz kann man nur ignorieren.

Wenn nun aber der Wunsch der Menschen nach homöp. Behandlung mit dem Wunsch nach Freibier gleichgesetzt wird, dann ist wirklich der Abgrund an Unsachlichkeit erreicht.

Wenn Sie sich einmal der Mühe unterziehen würden, die von Ihnen so über den grünen Klee gelobten „wissenschaftlichen Studien“ in der Arzneimittelforschung zu überprüfen, dann würden Sie problemlos herausfinden können, dass gut zwei Drittel von der Pharmaindustrie gesponsert werden  – unter Verschweigen der teils üblen Nebenwirkungen. Aber das passt ja nicht zur ‚Wissenschaftlichkeit‘ der ZEIT. Oder hätte es Auswirkungen auf die Werbeaufträge??

Heute wird Ihnen jeder Chemiker belegen, dass ein ‚wissenschaftlicher‘ Beweis über die EINDEUTIGE Wirksamkeit eines Medikamentes gar nicht erbracht werden KANN, weil das Studienobjekt ein lebender Mensch ist. Hier können Sie dann Ihr zweites dümmliches Beispiel mit dem „Regen beim Klingeln an der Tür“ gegen sich selbst richten.

Doch auch wenn die ZEIT den 105. Artikel gegen die Wirksamkeit der Homöop. veröffentlicht, wird sich das gebildete Publikum nicht von ihrer Nutzung abhalten lassen. Schließlich haben wir ja durch die guten Artiikel in der ZEIT gelernt, kritisch zu denken. Auch und gerade der Wissenschaftsredaktion der ZEIT gegenüber!

Fröhliches Globuli-Verdammen! – Dr. Peter Michel


Leserbrief zu „Alle lieben Macron“ von Insaf Rezagui

„links“ ist out, „rechts“ ist jetzt gefragt.Ich bin weder links noch rechts, dafür aber vernünftig.Die Sozialisten haben die Länder ruiniert. Wer soll sie noch wählen.?Das können nur die Unvernünftigen tun. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Mehr Chuzpe“ von Marc Brost

Man muss, wie ich, nicht mal SPD-Anhänger sein, um sich von der Presse etwas mehr ausgleichende Gerechtigkeit im Umgang mit den Kanzlerkandidaten zu wünschen. Da tritt mit Martin Schulz plötzlich ein Kandidat mit viel Chuzpe und Schulz-Effekt auf die bundespolitische Bühne, schon mäkelt die Presse unisono über die fehlenden Inhalte. Kaum liefert er relativ konkrete Zahlen, wird mangelnde Chuzpe angeprangert.

Nur die Kanzlerin schafft es seit Jahren sich ohne beides – weder Inhalt noch Chuzpe – unter dem kritischen Radar der Medien geschickt hindurch zu ducken! Wäre es nicht Aufgabe der Presse, auch eine Kanzlerin endlich einmal auf Inhalte festzunageln. Wie kann eine kritische Presse sich damit abfinden, dass sie bei der Rente „erst nach der Wahl inhaltlich werden“ will, dass der Schuldenschnitt für Griechenland so sicher wie das Amen in der Kirche kommen wird, nur dass man es den Wähler eben nicht vor der Wahl sagen will, dass andere Staaten die Flüchtlingskrise vermeintlich vorerst gelöst haben, während die Kanzlerin nur eine Raute und ein „Wir schaffen das!“ beizusteuern wusste. Nun kommen noch medienwirksame Bilder mit Macron dazu – und fertig ist der CDU-Wahlkampf? Schlimm genug, wenn sich der deutsche Wähler derart einlullen lässt, aber von seriösen Medien erwarte ich mehr! – Dr. Holger Falk


Leserbrief zu „Sicherheit und Sinn“ von Thomas Fischer

So kann nur ein ehemaliger Richter schreiben. Unsere Rechtssprechung ist fast so schlecht wie unsere Politik. Recht & Unrecht wird nicht mehr erkannt. Es ist zuviel an unseren Gesetzen herumgedoktert worden. – Gunter Knauer


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Ich muss zugeben, Sie haben es sehr gut geschafft über Helmut Kohl zu schreiben und Ihn zu würdigen. Ich jedoch kann nichts Gutes an ihm finden:

– In Europa war er gern gesehen, denn er hat immer Geld mitgebracht und damit die Schulden Deutschlands erheblich erhöht.

– Die Einführung des EURO war längst kein Segen wie das Beispiel Griechenland zeigt. Der Name EURO war so einfallslos wie es nur geht. Dieser Name war längst für alles mögliche in Verwendung von Zahnpasta (Euro Dont) bis zu Hubschraubern (Eurocopter).

– Zur Wiedervereinigung hat er nichts beigetragen, sie ist ihm in den Schoß gefallen! Er hat sie missbraucht für seine Wiederwahl. Er hat behauptet sie würde nichts kosten „keine Steuererhöhungen“ – tatsächlich zahlen wir heute noch. Auf die „blühenden Landschaften“ warten viele Ostdeutsche bis heute. Das Prinzip Rückgabe vor Entschädigung war ein Schlag ins Gesicht für viel ehemalige DDR Bürger.

– Falschaussagen wurden schnell mal mit einem „Black Out“ (Heiner Geißler) begründet.

– Die Tatsche, dass die unbekannten Parteispender Kohl nicht von seinem Versprechen entbunden haben, obwohl er dadurch so einen immensen Schaden erlitten hat, beweist eindeutig, dass diese Spenden illegal waren!

– Kohls Kanzlerschaften waren mehr oder weniger Zufall: 1983 durch die abtrünnige FDP, 1987 infolge guter Wirtschaftsdaten durch das billige Öl, mit dem Iran und Irak ihren Krieg finanziert haben, 1990 Wiedervereinigung, 1994 wegen des sehr schwachen Rudolf Scharping. – Uwe Dieckmann


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Ich wüsche den Journalisten/ Journalistinnen der „Zeit“ allzeit Gesundheit.

Sollte die Einheit von Körper, Geist und Seele doch mal aus der Balance geraten (sprich Krankheit), so wünsche ich den Zweiflern Vertrauen in die eigenen Selbstheilungskräfte und das Erfahren der Heilkraft des passenden homöopathischen Arzneimittels. – Veronika Shah


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Ich bin sehr erfreut festzustellen, dass eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Homöopathie stattfindet. Andererseits bleibt nach dem Artikel die Frage nach der Intention des Artikels. Die Initiative von Frau Bajic wird meiner Meinung nach von Ihnen nicht ernstgenommen.

Tatsächlich ist die Wirksamkeit von homöopathischer Medizin ein wissenschaftliches Streitthema, Studien fehlen oder sind ungenügend, auf diesem Wege die Homöopathie abzulehnen ist begründet. Die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln wird jedoch von Patienten wahrgenommen. Natürlich, ein Placebo hätte es auch getan, vermutlich stimmen Sie auch zu, dass der Gedanke ein Placebo an den Verbraucher zu vermitteln haarsträubend wirkt. Das mag der Knackpunkt sein, trauen wir uns alternative Wege in der Heilung von Menschen zu beschreiten und Forschung auszubauen?

Für einen wissenschaftlichen Ansatz gehen Sie mit einem kindlichen Trotz an den Artikel. Wenn laut Bajic eine Personengruppe von entsprechender Größe an Homöopathie interessiert ist, dann erwarte ich in der Antwort einen Bezug auf die Statistik, Zustimmung oder Rückweisung, nicht jedoch einen Verweis auf Freibier.

Trotz der Bezeichnung ‚Streitgespräch‘ rechne ich weiterhin damit, keine abwertende Wortwahl vorzufinden sondern Neutralität. Wörter wie ‚Schamützel‘ wirken doch recht plump in der geforderten wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Auch rhetorische Fragen wie, zum Beispiel, die Frage nach der Wirksamkeit von homöopathischer Medizin sind doch relativ nutzlos. Einen anderen Sinn als die Provokation des Gesprächspartners wird nicht ersichtlich.

In einem Artikel der Rubrik ‚Wissen‘ erwarte ich, auch im Streitgespräch, einen wissenschaftlichen Ansatz mit Neutralität. Zugegebenermaßen ist das Thema wissenschaftlich schwer zu erschließen, da wie bereits festgestellt die Homöopathie nicht ausreichend erforscht ist, jedoch machen Sie es sich zu leicht. Lassen Sie sich auf das Thema und den Gesprächspartner ein, argumentieren Sie wissenschaftlich und belassen Sie es dann dabei, dass die Homöopathie im Moment keiner wissenschaftlichen Untersuchung standhält, es wirkt als genießen Sie das regelrecht. – Robert Ziolkowski


Leserbrief zu ZEIT Schweiz

Sollte eigentlich ZEIT ZÜRICH heissen.. Es wohnen  auch noch ein paar Millionen nicht-Zürcher hier. aber vielleicht können die einfach nichts…Mag ja sein – Peter Quitt


Leserbrief zu „Mehr Chuzpe“ von Marc Brost

Die Analyse von Marc Brost führt noch nicht weit genug. Denn wenn Martin Schulz die Bundestagswahl wirklich noch gewinnen will, dann müsste er vor allem die prägnante Botschaft unter die Menschen bringen, dass der „merkelsche Mehltau“ alles andere als Stabilität und Wohlstand garantiert. Schließlich hat die Perfektion des „kohlschen Aussitzens“ von Problemen mit dazu geführt, dass hierzulande eminent wichtige Themen wie zum Beispiel die Digitalisierung über viele Jahre komplett verschlafen wurden und eigentlich immer noch kein Masterplan im Kanzleramt existiert, der das Etikett einer echten digitalen Agenda verdient. Deshalb kommt es nicht nur auf mehr „Chuzpe“, sondern einen starken sozialdemokratischen Modernisierungsschub an, der die Frage provoziert, was die zukunftssichernden Visionen der bisherigen Amtsinhaberin sind! – Rasmus Ph. Helt


Leserbrief zu “Über Erbschaften und Gerechtigkeit“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Ich bin etwas ratlos. Soll Ihr Text „Über Erbschaften und Gerechtigkeit“ die Diskussion über die Erbschaftssteuer anheizen, oder sollte es gar ein flammendes Plädoyer gegen diese ungerechte Steuer werden? Dann wäre es journalistische Pflicht gewesen, einige Kernargumente Ihrer Gegner (Eigentum verpflichtet, Ungleichheit schadet der Gesellschaft usw.) aufzugreifen. Um sie dann genüsslich zu zerpflücken.

Oder meinen Sie, dass Erbschaftssteuer nicht zu zahlen sei, weil der Staat das Geld sowieso verschwenden würde? Warum dann überhaupt Steuern zahlen?

„Halt“ können Sie sagen, „für Sachthemen haben wir tolle Leute in der ZEIT; ich bin die lockere Seite des Magazins, nur dafür da, die Leser auf die ganzseitigen Anzeigen für Uhren zu lenken“. Aber warum schreiben Sie dann? Auch beim Thema Gerechtigkeit hätten Sie noch Möglichkeiten gehabt: Gibt es eine absolute Gerechtigkeit? Ist Gerechtigkeit nicht auch immer kontextsensitiv?

Ihre These, dass es die „herrschende Ideologie“ sei, „alles gehöre dem Staat“ ist natürlich Quatsch. Weder mein Gemüsehändler, noch mein Zahnarzt oder ich vertreten diese Ideologie. Die Stichprobe ist allerdings klein.

Ihr möglicher Einwand „Ach, ich will die Leute doch nur unterhalten und bewegen“ führt auch nicht weiter. Weder ist mir eine ganz besondere Formulierung in Ihrem Text aufgefallen, noch hat mich dieser zum Lachen gebracht, unterhalten oder sonstwie bewegt.

„Es ist doch nur ein Text“. Nun gut, aber Sie schreiben Ihn nicht für sich, sondern für Tausende. Ihr Berufsstand hat es nicht leicht. In der Türkei verfolgt, in Deutschland missachtet von vielen. Sie haben alle Möglichkeiten, Sie sind nicht bedroht. (Jetzt geht der Pathos mit mir durch). Sie könnten die Flamme der Schreibkunst hochhalten. Und etwas für das Ansehen des Journalismus tun. Es sollte nicht reichen, dass „Harald Markenstein“ unter dem Text steht (in Ihrem Fall sogar darüber), damit dieser in der ZEIT veröffentlicht wird.

Was Ihr Text sollte, weiß ich nicht. Meiner hat nur eine Aussage: Bitte geben Sie sich mehr Mühe, Herr Martenstein! – Frank Schröder


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Seit Jahren ZEIT- Leser und stets begeistert.  Aber die Nr.26 hat mich doch, milde ausgedrückt, schockiert: Musste über 6 Seiten Kohl mehr oder weniger gelobhudelt werden?  Sicher sollte man ihn würdigen, trotz vieler persönlicher und etlicher politischer Negativa. Aber muß es gleich so gehäuft sein. Peinlich! – Manfred Löhmer


Leserbrief zu „Warum ist da immer Krieg?“ von Bastian Berbner

Darauf habe ich schon seit langem gewartet. Endlich mal jemand, der fundiert und sachkundig darstellt, wem wir das ganze Elend auf der arabischen Halbinsel letzten Endes zu verdanken haben. Jahrhundertelang haben die verschiedensten Ethnien und Religionen im Osmanischen Reich relativ friedlich zusammen gelebt. Bis dann insbesondere die Engländer aber auch die Franzosen mit einer intriganten Politik und spätkolonialistischer Machtgier dieses Gefüge zerstören. Dass sie die schrecklichen Folgen ihres destruktiven Handels möglicherweise nicht völlig vorhersehen konnten, kann man, positiv gesehen, vielleicht noch begreifen. Aber, dass ausgerechnet die Engländer sich mal wieder „britisch“ vornehm in der Flüchtlingspolitik zurückhalten und den ganzen Schlamassel dem übrigen Europa und insbesondere Deutschland überlassen, zeugt von deren borniertem Charakter. Da befinden sie sich in bester Gesellschaft mit den USA, die in dieser Sache ebenso Schuld tragen. Es wäre gut, wenn man die Leser öfter über die „Wohltaten“ unserer Freunde informieren würde. – Klaus Szogas


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Es ist bitter, dass die von mir sehr geschätzte bis geliebte ZEIT sich immer wieder in die Homöopathie verbeißen muss.

Unter dem Vorwand, Befürworter der Homöopathie zu Worte kommen zu lassen, schickt man also zwei Reporter zu einer Ärztin (Hat sich einer allein nicht getraut?), um sie in die Enge zu treiben.

Ein großes Kompliment an Frau Bajic, dass sie sich nicht hat provozieren lassen und sich ihr freundliches Lächeln für den Photographen bewahrt hat, wenngleich ihre Hände eine andere, für mich sehr nachvollziehbare Sprache sprechen!

Sie fragen nach „zuverlässiger Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie“, dabei ist es gerade das Besondere, dass die Mittel auf den speziellen Einzelfall hin ausgewählt werden und eben nicht 500 Leute mit Kopfschmerzen das gleiche Mittel in der gleichen Potenz bekommen.

Der „Placebo-Effekt“ und die Selbstheilungskräfte scheinen Ihnen besonders viele Bauchschmerzen zu machen – wer hat Sie dafür bezahlt, dass Sie so darauf beharren, Cortison zu verabreichen?
Meine Asthma-Erkrankung wurde zunächst mit Cortison behandelt, nach der Verabreichung einiger Globuli konnte ich die Medikamente absetzen und bin seitdem beschwerdefrei – Placebo, Selbstheilung oder vielleicht doch die Wirkung der Kügelchen – ich bin gesund – gönnen Sie mir das nicht?

Immer wieder fordern Sie „Studien“  – mein Mann starb vor 20 Jahren an Krebs, nachdem er ein Jahr lang in den Genuss diverser medizinischer Studien gekommen war – Hochdosis Chemo- und Immuntherapien an mehreren medizinischen Hochschulen – im Alter von 32 Jahren.
Natürlich hätte ihm auch die Homöopathie nicht geholfen, natürlich wurden die 100 000 Euro, die seine Behandlung gekostet hat, von der Krankenkasse finanziert – davon hätte man sehr viel Freibier spendieren können, wenn Sie schon beim Zynismus sind.

Erst vor wenigen Wochen haben Sie mich beglückt mit dem Satz: „Wissenschaftliches Wissen ist vorläufiges Wissen unter dem Vorbehalt späteren Besserwissens.“
Kranke werden nach Statistiken behandelt – zunächst bekommt man die Mittel, die bei den meisten Patienten wirken, dann das zweitplatzierte und wie Frau Bajic ganz richtig sagt – frühestens in der dritten Runde landet man dann vielleicht bei einem Homöopathischen Arzt. Warum ärgert es Sie, dass es dem Patienten dann möglicherweise besser geht?

Selbstverständlich zahlt die Solidargemeinschaft für den Lungenkrebs eines Rauchers und den Herzinfarkt eines Übergewichtigen, für den Unfall eines Freizeit-Skifahrers und den Entzug eines Alkoholikers. Warum das nicht für die Homöopathie gelten soll und woher Sie die Gewissheit nehmen, dass diese teurer sein soll als die Schulmedizin, erschließt sich mir nicht.

Warum Ihre beiden Reporter es nötig haben, unsachlich und frech zu werden, ebenfalls nicht.
Niemand verbietet ihnen, Antibiotika und Cortison zu schlucken – aber lassen Sie den Andersdenkenden bitte ihre Nebenwirkungsfreien Globuli! – Julia Barthe


Leserbrief zu „Weil ich es so will“ von Oliver Fritsch und Cathrin Gilbert

Die ZEIT-Journalisten  Cathrin Gilbert und Oliver Fritsch sprachen mit Bundestrainer Joachim Löw „…über den schwierigen Umgang mit der politischen Situation in Rußland, dem Gastgeberland des Confed Cups“ „Zeit“-Nr. 26 vom 22. Juni 1976. Und sie blieben bei diesem Titel,  obwohl Joachim Löw dazu kein Wort sagte. Sie fragten ihn sogar ganz unsportlich, ob es vertretbar sei,…“in einem Land wie Rußland, in dem Kritiker des Präsidenten Wladimir Putin gewaltsam unterdrückt werden, eine Fußball-WM auszurichten?

Joachim Löw negierte diese Frage und entgegnete, „Ich habe das Gefühl, die Menschen hier freuen sich genauso, Gastgeber einer WM zu sein, wie wir es 2006 getan haben. Natürlich würde ich mir wünschen, dass jedes Land, in dem wir antreten, demokratische Grundregeln beachtet. Aber ist es nicht ein wenig zu viel von einer Fußballmannschaft verlangt, die politische Situation zu verändern?…. Wir wollen zur Verständigung beitragen

.Die beiden Auoren taten es jedenfalls nicht. Aber das ist wohl allemal so, wenn das Thema Rußland heißt. – Hans Brandt


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Inquisition – Es gibt Artikel, die sind einfach nur ärgerlich. Dieser war so einer. Grund: Unfähigkeit gepaart mit viel Motivation. In diesem Fall: es den Geister-Heinis mal richtig zu zeigen. Ging leider daneben. Also, noch mal zum Mitschreiben: jeden Tag nehmen Millionen von Menschen wegen irgendwelcher Beschwerden von Schniefnase über Kopfschmerzen bis zu was weiss ich alles kleine Zuckerkügelchen oder Tropfen. Und siehe da: es gibt oft eine positive Wirkung. Sogar bei Tieren. Dafür zahlt man Geld.

Im Vergleich zu den restlichen Medikamenten ein lächerlicher Betrag. Aber Kleinvieh macht auch Mist und der soll nicht auf den falschen Acker. Sondern zu Pfizer und Co.. Also hat man irgendwann einmal angefangen für sich eine evidenzbasierte Wissenschaftlichkeit zu reklamieren. Studien eben. Und diese Studien sagen, daß nur die schulmedizinischen Medikamente heilen. Die Kügelchen seien Humbug, Geisterkram, Placebowirkung. So, und unsere beiden tapferen ZEIT-Redakteure, ausgestattet mit dem Nimbus der absoluten Wissenschaftlichkeit, zeigten ihre Instrumente und veranstalteten mit Frau Bajic ein richtiges Autodafé.

Zugeben solle sie endlich, daß Homöopathie nur Lifestyle sei. Millionen nehmen Globuli? „Die Allgemeinheit will auch Freibier!“ Dieses Argument war dann so ziemlich der Tiefpunkt dieses Interviews, das an Peinlichkeit, Voreingenommenheit und völligem Fehlen jeglichen Kontextdenkens nicht zu überbieten war. „Liebe Nerds!“, möchte man ihnen zurufen, Lest doch einfach mal was anderes, z.B. den Artikel von Christoph Drösser in der vorletzten ZEIT über den amerikanischen Medizinstatistiker John Ioannidis  „Warum sind die meisten Studien falsch, Herr Ioannidis?“ – Achim Hauck


Leserbrief zu „Die Sprache der Liebe“ von Sandra Roth

…. ich heule und finde keine Worte…. – Ralph Szeymies


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Ich bin sehr empört über die inquisitorische und denunziatorische Art und Weise, wie dieses Verhör („Interview“ war es ja nicht) von Frau Josephina Maier und Herrn Jan Schweitzer geführt wurde. Frau Dr. Bajic muss sich ja wie eine Angeklagte in einem Mordprozess gefühlt haben.

Ohne jeden journalistischen Anstand und Achtung vor Menschen wurde hier eine persönliche Meinung als Weltanschauung vertreten.

Übrigens: Ich bin kein Anhänger der Homöopathie – in meinen 71 Lebensjahren habe ich noch nie einen homöopathischen Arzt oder Heiler konsultiert und kein einzige homöopathisches Mittel genommen.

Ich möchte übrigens auch nicht, dass die Solidargemeinschaft Erkrankungen über die Kassenbeiträge mitfinanziert, die ein Erkrankter selber, z.B. durch Rauchen, verursacht hat. – Hartmut H. Rübenkamp


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Die genannten acht Seiten heben sich für mich wohltuend vom üblichen Kohltod-Bohay anderer Presseorgane ab. Allerdings fehlt mir in der langen Würdigung von Herrn Hofmann (S. 3) mehr als nur der eher randständige Hinweis auf Willy Brandts Politik (Sp. 3., Abs. 3). Kohl wäre nämlich zum Nichtstun und zur Weiterverfolgung der unseligen Hallsteindoktrin verurteilt gewesen, hätte es Egon Bahrs und Brandts Wandel durch Annäherung nicht gegeben.

Kohl hätte sich auch das Auspfeifen durch die Berliner erspart, als er auf dem Balkon des Schöneberger Rathauses erschien und Brandt im Hintergrund hielt; die Berliner wussten nämlich sehr gut, wem sie diesen Augenblick eigentlich zu verdanken hatten: Willy Brandt, der ihnen fast elf Jahre nach Ulbrichts schändlichem Mauerbau diese erstmals wieder durchlässig machte, wenigstens in eine Richtung. Haben Sie, Herr Hofmann, das nicht selbst miterlebt, wie man an Pfingsten 1972 zwar lange warten musste, aber schließlich doch nach Ostberlin kam? Kohls Wiedervereinigung war also ohne Willy Brandts Vorarbeit undenkbar. Daher muss sich Kohl auch gefallen lassen, das Fundament, auf dem er stand, auch genannt zu bekommen. – Volker Morstadt


Leserbrief zu „Warum ist da immer Krieg?“ von Bastian Berbner

Berbner strickt auf drei vollen Seiten der Zeit an neuen Legenden: vor allem sticht seine antizionistische Mache hervor,  wenn nicht gleich antisemitische Klichees. Er apostrophiert Weizmann zu einem mächtigen und einflussreichen zionistischen Anführer. Kein Wort in diesem sensationellen Artikel, dass Hussein-Klan aus Mekka durch das Haus Saud vertrieben wurde. Die schwachste Stelle dieses Artikels sind seine Spekulationen und das sensatinell romantische Hervorheben von Lawrence. – M. Pelc


Leserbrief zu „Sind Sie neoliberal, Herr Lindner?“ von Lisa Nienhaus

Das Trauma, als Klientelpartei wahrgenommen zu werden und potentielle Wähler zu verschrecken, scheint die FDP und ihren Vorsitzenden noch immer derart zu ängstigen, dass er seine Position zum Versandhandel von Arzneimitteln als Abkehr von den Interessen seiner vermeintlichen Apotheker-Klientel unwidersprochen inszenieren konnte. Dabei entbehrt diese „Wahrnehmung“ seit langen jeder Grundlage. Die FDP in Regierungsverantwortung mit Herren Rösler und Bahr hat die Apotheker(innen) nicht „bedient“, wie auch Die Zeit unterstellt, sondern die bisher härtesten Einschnitte (AMNOG, Rabattverbot 2012) auf die Ertragslage der Apotheken verantwortet. Nur weil die FDP unter den selbständigen Apothekern und den Beschäftigten keine Wähler mehr verlieren kann, muss dieser Berufstand für ein primitives taktisches Schauspiel herhalten!

Im Übrigen ist der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln seit 13 Jahren erlaubt, jedoch mit einen Marktanteil von ca. 1% bedeutungslos geblieben. Dieser ist schlicht umständlich und nicht wettbewerbsfähig, das ängstigt keine Vor-Ort-Apotheke. Die mit dem EUGH-Urteil kürzlich entstandene Problematik besteht vielmehr im faktischen Fall der Preisbindung und damit der einseitigen Bevorzugung ausländischer Kapitalgesellschaften. Hier mangelt es der FDP an konstruktiven Vorschlägen, diesem Problem und vielen weiteren damit entstandenen komplexen Fragen zu begegnen.

Aber selbst wenn sich die CDU-Lösung eines Versandhandelsverbotes von verschreibungspflichtigen (nur diese!) Arzneimittel durchsetzen ließe: es träfe einen so marginalen Versorgungsanteil, deren Auffangen in der Praxis nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden dürfte. Keine der insbesondere von den Verbotsgegnern in der SPD aufgebauschten, angeblich entstehenden Versorgungslücken ist stichhaltig begründet. Ich schlage vor, Herrn Lindners neue FDP stellt sich der intellektuellen Herausforderung die oft bemühte Fairness durch Strategien zum Erhalt des Preisbindung (wie bei Büchern) unter Beweis zu stellen – ein Versandhandelsverbot wäre obsolet. – Dr. Jens Hansen


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Selten habe ich mich so über die Zeit  geärgert, als beim lesen des Artikels „Homöopathie kann nicht alles“ in der Ausgabe 26. Und das, obwohl ich selbst keine Homöopathie nutze. Um so länger der Artikel andauert, um so unverschämter werden die Einlassungen der Autoren – bis hin zur vollkommenen Verblödung. So intelligente Bemerkungen wie „die Allgemeinheit will auch Freibier“,  lösen in mir eher die Frage aus, von welchem Pharmakonzern die Zeit eigentlich gesponsert wird. Seriöse Pro- und Contra Berichterstattung die es dem Leser ermöglicht sich eine eigene Meinung zu bilden, würde der Zeit besser anstehen als das pubertäte Gesülze von Josephina Maier und Jan Schweitzer. – Alfred Wenger


Leserbrief zu „Mehr Chuzpe“ von Marc Brost

Ich freue mich, dass die ZEIT langsam aber sicher einen unverstellten Blick auf Angela Merkel entwickelt. Die Erkenntnis, dass sie „alle inhaltlichen Debatten ignoriert und jeder innenpolitischen Auseinandersetzung aus dem Weg geht“, hätte sich bis vor Kurzem sicher nicht auf Ihrer Titelseite gefunden.

Es ist dies aber ein umfassender Charakterzug der gesamten Merkel-Politik, die von einer seltsamen Beliebigkeit geprägt ist. In Wahrheit gestaltet sie nichts, Entscheidungskraft wird nur simuliert.

Ich warte auf den Artikel „Was will Merkel?“. Werden Sie auch hier, wie bei Kohl, zu dem Schluss kommen, dass „der Kanzler schwer zu enträtseln bleibt“? – Gerhard Reinelt


Leserbrief zu „Schafft die Kuratoren ab!“ von Stefan Heidenreich

Partizipatorisches Kuratieren

Heidenreich will provozieren. Glückauf! Er öffnet allerdings auch die Box der Pandora: Demokratie und Kunst. Leicht ist es, über den Faschismus der Kunst und in der Kunst sich zu einigen, die Demokratie hat es schwerer und versucht es u.a. mit musealen Besucherzahlen. Die Crux ist, dass sich der Markt, auch der scheinbar demokratisch legitimierte, seine eigenen Erfolgsgeschichten schreibt und sie allgegenwärtig verbreitet.

Einmal Warhol, immer Warhol. Mit dem Kurator – übrigens sind  es heute ebenso die Kuratorinnen – sollte man nicht das Kind (die Kunst) aus dem Bade schütten. Vielfalt wäre gefragt. Und da weist Heidenreich zurecht auf die (kunst)produktiven Impulse von Künstlergruppen. Der Deutsche Künstlerbund mit seinen Künstlerjuries war so etwas. Nur: Es gibt keine Maikäfer und keine Künstlergruppen mehr.

Da wir an allen möglichen Ausbildungsstätten auch das Kunstkuratierenlernen anbieten, müßten wir hierbei auch die Demokratie neu definieren. Der Kunststratege Perikles war kein lupenreine Demokrat. Die Sammlungsheros Wilhelm von Bode (Berlin) und Hugo von Tschudi (München) waren hochinformierte, jedoch eigenmächtige Direktoren, Kuratoren, Juroren. Jetzt müßten wir in unseren Ausstellungshäusern von einer Delegations- und Zuweisungsdemokratie zu einer partizipatorischen Praxis übergehen. Da könnte man mit Heidenreich ansetzen! – Prof. Jürgen Claus


Leserbrief zu „In einem unbekannten Land“ von Gunter Hofmann

-wunschgemäß-als Kanzler abgwählt worden?

Wahrscheinlich habe ich mir den großen Zapfenstreich am „Kaiserdom zu Speyer“ nicht angesehen, er ist mir nicht in Erinnerung geblieben.

Stets präsent ist mir, als Bürger, die Scham und Empörung, die ich über die unwürdige, nächtliche Aufräumaktion im Kanzleramt durch den Kanzler dieses Landes und seine Mitarbeiter empfunden habe. – Albert Stockmann


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Die Überschrift ist nicht korrekt: Helmut K. „Doch sein Europa lebt“ Es sollte heißen „Unser Europa lebt“.  Allein hätte Kohl nichts ausgerichtet, hätte er nicht zur richtigen Zeit die richtigen Menschen getroffen. So bleibt sein politisches Vermächtnis erhalten  während seine persönliche Entwicklung durch die zweite Frau in den „Orkus“ fiel. Wie viele „Freunde“ wurden total verprellt bis in die Familienspitze. Es ist ein Trauerspiel ohne Vorbild. – Gerd Hummert


Leserbrief zu „Drei sind einer zu viel“ von Matthias Geis

Wenn jemand viele Leserbriefe schreibt kann es sich um einen Nörgler oder einen aufmerksamen, kritischen Leser handeln. Für mich trifft beides zu. In diesem Fall bin ich am Thema besonders interessiert und einigermaßen kundig. Herr Geis schreibt zur Windenergie in NRW: “Durch neue Vorschriften etwa, die einen größeren Abstand zu Wohngebäuden fordern – man könnte es für eine Form von Bürokratismus halten – , wurden die infrage kommenden Flächen für die Windenergie um 80 Prozent reduziert”. Herr Geis sollte sich über die gesundheitlichen Folgen einer Dauerbeschallung durch Windkraftanlagen bei zu geringen Abständen zu menschlichem Wohnraum befassen. Es gibt im In- und Ausland verlässliche medizinische Studien über den negativen Einfluss von Schall und Infraschall auf die Gesundheit von Anwohnern. So wie ich ihn kenne, bin ich überzeugt, dass er danach Verständnis für die Belange der Betroffenen und die Notwendigkeit größerer Abstände haben wird.

Nachdem ich am 20.5.17 eine langen Leserbrief zum Thema Energiewende an Frau von Thadden geschrieben habe, der aus nachvollziehbaren Gründen unbeantwortet blieb, verstärkt sich bei mir der

Eindruck, dass es in der Redaktion der ZEIT niemanden gibt, der sich intensiv und tiefschürfend mit allen Aspekten des so wichtigen Themas “Energiewende” und “Alternative Energien” beschäftigt hat. Dazu gehört auch eine kritische Würdigung der Tücken, Gefahren und Hindernisse auf dem Weg zur Eindämmung des Klimawandels. Nicht nur unter den Stichworten “Vernunftkraft” und “Gegenwind” findet sich hierzu im Internet umfang- und aufschlussreiches Material.

Ich bin kein besonderer Freund von Herrn Prof. Hans-Werner Sinn. Ich empfehle trotzdem, sich seine Fernsehvorlesung vom 27. Februar 2016 anzuschauen, in der er in seiner radikalen Art “Die Grenzen der Energiewende” aufzeigt. Bislang habe ich keine überzeugenden Thesen und Argumente gehört, die seine mit Daten und Fakten belegten Ausführungen widerlegen und hoffnungsfroh stimmen könnten. – Sven Herfurth


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Es fällt Ihnen in Ihrer Voreingenommenheit offenbar schwer sich vorzustellen, daß es in der Naturwissenschaft Raum für Wirkungen gibt, von der sich unsere Schulweisheit nichts träumen lläßt. Wenn Sie Ihren hohen Maßstab an Heilung anlegen, kann auch die Schulmedizin nicht heilen. Nun ja: medicus curat, natura sanat. – Dr.med. Gerd Röhling


Leserbrief zu “Über Erbschaften und Gerechtigkeit“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Martensteins Kolumne im Zeit Magazin fordert meinen Widerspruch heraus.

Er schreibt „Für die Erbschaftssteuer gibt der Staat dem Verstorbenen nichts zurück, und um dessen Geld geht es ja.“ Das ist aber ein Irrtum, nicht nur, weil es technisch nicht möglich ist, einem Verstorbenen Infrastruktur und soziale Sicherheit anzubieten. Es ist vor Allem deshalb ein Irrtum, weil es nicht um das Geld des Verstorbenen geht, sondern um das Geld des Erben. Er ist der neue Besitzer, er wird besteuert, und er ist Nutznießer der staatlichen Fürsorge. Besteuert wird nicht das Geld, besteuert wird der Mensch, der es hat.

Auch wenn der reiche Mensch sein Vermögen erworben und dafür Steuern gezahlt hat, gehen diese bereits gezahlten Steuern nicht auf den Erben über – er hat das Geld ohne eigene Leistung erhalten. Wenn man als Prinzip erklärt, dieses geerbte Vermögen sei nicht als Einkommen zu werten und müsse deshalb steuerfrei sein, dann müsste man doch noch viel eher das Einkommen, das ein Mensch aus Arbeit und Leistung bekommt, von der Steuer befreien. Sonst bekennt man sich dazu, dass Leistung bestraft und Nichtstun belohnt wird. Das kann auch nicht im Interesse Martensteins sein, es sei denn, er erwartet gerade das für ihn günstige Ableben eines nahen Verwandten. Dann hätte er natürlich allen Grund für seine eigenwillige Einstellung zur Gerechtigkeit im Steuerrecht. Würde er allerdings daran arbeiten, diesen Vorgang zu beschleunigen, wäre es kein leistungsloses Einkommen mehr. Dann müsste auch nach Martensteins Logik das Erbe so besteuert werden wie jedes andere Einkommen auch.  – Manfred Blöth


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Homöopathie – eine Heilmethode mit physikalisch nachvollziehbaren Schwingungen.

Die Homöopathie ist eine Resonanztherapie. Deshalb gelten die Gesetzmäßigkeiten der Schwingungsphysik. Unter Anwendung einer Hochfrequenzspektroskopie und Einschaltung eines biologischen System (zum Beispiel dem Menschen) wird man feststellen, dass jeder Krankheitszustand ein definiertes Schwingungsspektrum erzeugt. Gelingt es ein homöopathisches Mittel zu finden, welches das gleiche Schwingungsbild der zu behandelnden Krankheit entspricht, erfolgt Interferenz und damit Löschung. Deshalb postulierte Samuel Hahnemann das Prinzip „Gleiches mit Gleichem“ zu behandeln. Die Stärke eines Krankheitszustandes wird an der Amplitude der Grundschwingung erkenntlich: Das Schwingungsbild (Amplitude) der homöopathischen Arznei muss mit dem Schwingungsbild der Krankheit identisch sein. Das erreichte Hahnemann durch das „Potenzieren“.

 

Für das Phänomen der Interferenzlöschung finden wir in der Technik vielfältige Anwendungen. Um ein Arzneimittel herzustellen benötigen wir ein Speichermedium. Das kann Wasse sein oder es sind unarzneiliche Kügelchen, wie sie in der Apotheke erhältlich sind.

Wassere oder jene Eiweißglobuli werden mit dem Schwingungsbild einer vom Schwingungsbild passenden Heilpflanze o.ä. Informiert. Weil Homöopathie ein rein physikalischer Vorgang ist, findet man bei hoch potenzierten Mitteln auch keine Substanz mehr. Aber die Schwingung ist gespeichert, vergleichbar einem Tonband.

Das eine Mittel für das Schwingungsbild der Krankheit zu finden, ist die große Kunst in der medizinischen Anwendung. Hier spielen Erfahrung und sorgfältige Anamnese ein Rolle. Die moderne Spektralanalyse kann aber ein Hilfe sein.

Ein Beispiel: Ein Zweig berührt den Augapfel bei einer Wanderung. Das schmerzt stark, wenn auch keine Verletzung vorliegen muss. Ein Tropfen der homöopathischen Potenz D3 von Euphrasia löscht den Schmerz augenblicklich. Der Volksmund hat für diese Pflanze den richtigen Namen gefunden: Augentrost. – Prof. Eike Georg Hensch


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Seit 50 Jahren lese ich Ihre Zeitung, treu und gerne. Bin zwar erstaunt über die so völlig überflüssige Z-Beilage- doch die kann ich ja ungelesen gleich zur Seite legen.

Aber was ich heute las, entsetzt mich: „Homöopathie kann nicht alles.“ Wie die Reporter ihre Fragen stellen ist unverschämt.

Die Einseitigkeit der „Zeit“ zu Grenzfragen ist borniert. Mehr mag ich nicht sagen, muss mir aber diesen Schmutz des Interviews  von der Seele schreiben. – Harald Jordan


Leserbrief zum Titelthema „Helmut Kohl ist tot. Doch sein Europa lebt.“

Den Lesern aus meiner Generation sind Kohls Verdienste durchaus bewusst. In Angsicht seines Todes wollen wir ihrer gedenken und auch die Schwächen des Staatsmanns an seinem Grabe vergessen. Doch braucht es für unsere Pietät dieses Paukenschlages von neun Seiten? Die Erfucht für Kohl und für Europa wird hier nicht aufgerufen, sondern dem Leser aufgedrängt. Weniger ist mehr als Zuviel. – Louis Hay


Leserbrief zu „Homöopathie kann nicht alles“ von Josephina Maier und Jan Schweitzer

Ihr Interview mit Frau Bajic hat mich ziemlich enttäuscht. Ihre Fragen zeigen kein inhaltliches Interesse sondern eine vorgefertigte Meinung, die Sie keinesfalls zur Diskussion stellen, sondern nur immer wieder fast stereotyp wiederholen. Die ZEIT lese ich wegen ihrer journalistisch fairen Haltung, der häufig wirklich ausnehmend klugen Analyse, dem Interesse am Gegenüber und der auf gute Recherche basierende Interviews. Kein einziger dieser Gründe wird mit diesem Interview bedient. Im Gegenteil, es scheint mir einfach nur verbohrt. Schade – Thema verschossen. Entweder sind Sie beide bei der Recherche den Lobbyisten der Schulmedizin auf den Leim gegangen oder ihren eigenen Vorurteilen. Das meine ich ganz nüchtern und ohne jede Polemik. – Andrea Lotter


 

14. Juni 2017 – Ausgabe 25

Leserbrief zu „Blut und Wasser“ von Elisabeth Raether

Je mehr die Schere zwischen denen die viel haben und denen die wenig haben auseinander geht und die die wenig haben sind deutlich in der Überzahl. Desto mehr Fleisch wird gegessen. Weil und das schreiben Sie auch, es billig ist. Wir leben nach wie vor in einer barbarischen Gesellschaft. Das Essverhalten wird sich nicht ändern! Wir brauchen mehr Wohlstand, mehr Bildung und mehr Informationen darüber wie die Tiere gehalten und getötet werden. Und das vor allem in den Bevölkerungsschichten, die sprichwörtlich von der Hand in den Mund leben. Die Menschen müssen ein Bewusstsein entwickeln, dafür sensibilisiert werden. Und wenn die Politik dann vielleicht auch noch etwas dazu beiträgt, kann sich vielleicht etwas ändern. – Yves Pulst


Leserbrief zu „Der Kampf um das Geschlecht“ im ZEIT MAGAZIN von Julia Friedrichs

Die Problematik ist nicht die Tatsache, das es all diese Varianten von Geschlechterrollen gibt, sondern was daraus gemacht wird.

Noch in den 80er Jahren wurden Berufsbezeichnungen mit -mann ausgedrückt, so stand in den Lehrverträgen z.B. Speditionskaufmann. Das hat mich nie gestört, da ich weiß, dass ich eine Frau bin, muss ich das nicht permanent betonen. Für mich war es eine Berufsbezeichnung , ob die Endung auf -frau oder-mann lautet – egal. Meine Freundin hielt mir vor, dass es mir gefiel, wenn man mir die Tür aufhielt oder in die Jacke half. Ihr Argument war: Ich kann das alleine! Das bezweifelt auch niemand, ich weiß, ich kann eine Jacke anziehen, das muss ich mir nicht selbst beweisen, also habe ich es immer als eine freundliche, höfliche Geste mir gegenüber angesehen, wenn mir jemand behilflich ist. In beiden Beispielen sehe ich keine Diskriminierung.

Das nun wie bei den weiblichen und männlichen Anreden wieder eine Diskussion entfacht wird und die Texte wie bei Hornscheid absurd werden, halte ich für wenig wegweisend.

Ein Beispiel: Bürgermeister und Bürgermeisterin, müsste es nicht korrekt heißen Bürgerinnenmeisterin? Wenn hier alle Varianten aufgezählt werden müssen, um einen politisch korrekten Text zu verfassen, wird bald keiner mehr lesen, da die Texte völlig unverständlich werden.

Selbst mit den Artikeln der, die, das haben wir in der deutschen Sprache eine klare Geschlechtertrennung. Der Vogel, warum heißt es nicht die Vogel? Oder die Zwitterpflanze, die Kiwi, warum nicht das Kiwi? Sollen wir „Deutsch“ neu erfinden?

Die meisten möchten nicht unsichtbar sein, aber viele wollen auch nicht außergewöhnlich auffallen – Ausnahmen bestätigen die Regel. „Gender-Gefecht“ ist wohl nicht die richtige Umschreibung dafür, dass alle diese Personen aus dem Unsichtbaren herauskommen wollen und als das wahrgenommen werden, als das sie sich fühlen. Das sich dazu auch neue Wortbildungen herauskristallisieren und verfestigen, ist eine gewöhnliche Sprachentwicklung, aber eine neue Sprache zu erfinden, ist nicht zielführend.

Hier steckten viele Widersprüche, einerseits forderte man/frau das das Geschlecht betont wird, dann wurden Frauenfitnessstudios gegründet, Frauenbuchhandlungen etc. Das ging soweit, dass man/frau sich fragte, werden nun Männer diskriminiert? Nachdem nun alles klar nach Geschlechtern getrennt und herausgestellt wird, stellen wir fest, es gibt noch ein ecs. Bedeuten Unisex-Toiletten alles wieder zurück, es gibt keine Geschlechter oder es gibt so viele Geschlechter, dass es nur noch Unisex-Toiletten geben kann? Zuhause haben wir auch eine Unisex-Toilette, diese hat keine Geschlechterdiskussion entfacht, auch hat sich noch kein Besucher daran gestört. Warum wird also etwas, was in den eigenen Vier-Wänden normal zu sein scheint, in der Öffentlichkeit wieder zu einem Problem hochstilisiert?

Solange niemand jemanden schadet oder Leid zufügt, soll jeder nach seiner Fasson glücklich werden, und  man/frau  darf sich auch irritiert fühlen, wenn jemand wie René_Hornscheit sich darstellt, wie René_Hornscheit. Diese Toleranz erwarte ich auch. Es wird mir ein Rätsel bleiben, warum es Menschen gibt, die sich selbst eine höhere Wertigkeit zuschreiben, weil sie phänotypisch einer definierten Norm nahe kommen, ohne zu bedenken, dass die Vielfalt naturgegeben ist, nicht aber die Normen. „Normal“ unterliegt immer einer ausgearbeiteten Definition. – Pia Leibacher


Leserbrief zu „So sehen Sieger aus“ von Andrea Böhm und „Von oben herab“ von Khue Pham

Höchste Anerkennung zolle ich Frau Andrea Böhm und Frau Khue Pham  für ihre erhellenden Artikel  und freue mich, dass es die mir seit langem  imponierenden Frauen in der ZEIT sind, die diese so unterschiedlichen Bereiche durchleuchten und darstellen können. – Christa Krüger


Leserbrief zu „Kann ich das Rührei auch mit Erdbeermarmelade haben“ von Cathrin Gilbert

Leider lassen Sie Schweinsteiger mit beschönigenden und teilweise fragwürdigen Angaben zu den letzten Jahren seiner Karriere davonkommen.  Es ist doch wohlbekannt, dass er vor seinem Ausscheiden weder für Bayern München noch für die Nationalmannschaft erste Wahl war. Hoeneß, Rummenigge und Löw haben bei seiner Verabschiedung bestenfalls Krokodilstränen vergossen.

Der zunächst gesichtswahrende Wechsel zu Manchester United (der wohl überhaupt nur  zustande kam, weil van Gaal dort – noch – Trainer war), erwies sich als grandioser Flop, und nun spielt Schweinsteiger in einer Liga auf dem Niveau von Sonnenhof- Großaspach – angeblich, weil sich der Wechsel zu einer europäischen Mannschaft „wie ein Verrat angefühlt“ hätte; Verrat an wem oder was denn? Nicht nur an dieser Stelle Ihres Interviews fühlt sich der Leser an den Fuchs erinnert, dem die Trauben zu hoch hängen. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „War es doch Mord?“ von Wolfgang Bauer

Als junges Frau (heute bin ich 77 J.) habe ich ein einer Firma gearbeitet, die sich „Sudbury Laboratory of Europe and Africa“ nannte und mit einer Chemikalie zum Schutz vor Korrosion in Wasserleitungen handelte. Kunden waren hauptsächlich Industrie-Betriebe und auch Schiffe. So war zum Beispiel das Atom-U-Boot Nautilus mit dieser Chemikalie namens Aqua Clear ausgerüstet.

Obwohl ich von Chemie im Grunde keine Ahnung hatte, war ich für die Kundenbetreuung zuständig. ich bekam Wasserproben aus allen Teilen Europas und Afrikas, brachte die in ein Labor und gab aufgrund der Analysen den Kunden Ratschläge zur Dosierung. Das war durch entsprechende Erfahrungswerte möglich.

Ein Kunde in Südafrika war besonders nett, rief öfter an und es ergab sich eine Art Vertrauensverhältnis. Er war Amerikaner und erzählte, er hätte früher für die CIA gearbeitet und sei dort aber ausgestiegen, weil er die Machenschaften nicht mehr aushielte.

Als Beispiel nannte er den Krieg in Katanga. Seine Schilderungen haben mich jahrelang beschäftigt und mir meine Naivität und den Glauben an Recht und Gesetz genommen, vor allem – so der Ratschlag des Ex-CIA Mannes – sollte ich nichts glauben, was in der Zeitung stünde.

Seine Version, die ich natürlich nicht überprüfen konnte, war folgende:

In den Minen Katangas wurde auch Kupfer (Kupfer-Erze?) abgebaut. Der Bruder? Dag Hammarskjölds soll im weltweiten Kupferhandel tätig gewesen sein. Der Weltmarktpreis kam durch eine Überproduktion in’s Rutschen – angeblich durch eine 3 %ige Überproduktion in den Minen von Katanga.

Wie Sie in Ihrem Artikel schreiben, herrschte in Katanga Chaos, überall wurde gekämpft – praktisch jeder gegen jeden. In der Situation soll – laut Aussage meines Gesprächspartners in Südafrika – das Parlament in London die Bekämpfung der Rebellen durch Bombardierung frei gegeben haben, und zwar mit einer limitierten Sprengkraft (wieviel Megatonnen weiss ich nicht mehr). Gebombt wurde letzten Endes mit  der 10fachen Sprengkraft und zwar ganz gezielt die Minen von Katanga. Lt. dem CIA – Mann war die Absicht, die Kupfer-Produktion wieder zu „justieren.“ Profiteur angeblich die Hammarskjölds.

Speziell bei diesem Bombardement wurden sehr viele Arbeiter getötet.

Soweit die Geschichte, die man mir erzählt hat. Vielleicht ist ja ein Körnchen Wahrheit darin. – Monika Lühmann 


Leserbrief zu „Ungleiche Wahl“ von Matthias Bartke

Die Frage ob man jemanden von Prozessen in einer Demokratie ausschliessen kann oder darf, wie es bei einem Wahlrechtsentzug aufgrund einer vollumfänglichen rechtlichen Betreuung von psychisch erkrankten oder behinderten Personen geschieht, fordert unser moralisches- und unser Gerechtigkeitsempfinden heraus.

Fragen wir doch, um uns ein besseres Bild zu mache,n deshalb einmal nach den Hintergründen und Prämissen für die Anordnung einer gesetzlichenVollbetreuungug, die die Grundlage für einen Wahlrechtsentzug darstellen. Wie kommt es zu einem solchen Ausschluss und wer nimmt die Bewertung darüber vor – und entscheidet damit, meist gegen den Willen der Betroffenen darüber, ob jemand für seine persönlichen Rechte im Staat eintreten darf.

In der Praxis entscheidet letztendlich ein Richter aufgrund von Indizien und Aussagen von Mitgliedern des Betreuungssystemes, also Psychiatern und Betreuern. Kernfrage: „Ist XY in der Lage … ein Konto zu eröffnen, eine politische Wahlentscheidung zu treffen, etc.“ Deren Grundlage wiederum ist eine ärztliche Befürwortung einer vollumfänglichen Betreuung, die (im Falle psychisch erkrankter Personen) in den meisten Fällen gegen den (oft ausdrücklichen) Willen des Betroffenen geschieht.

Die Kernaussage und Grundlage zur Anordnung einer Vollbetreuung „… XY ist nicht in der Lage, seine rechtlichen Angelegenheiten eigenständig zu regeln“ muss begründet werden. Dies geschieht im richterlichen Beschluss. Man mag sich jetzt aber fragen, woher Richter und Psychiater eigentlich die Expertise für eine derartige Beurteilung nehmen wollen. Kennen sie die Person so gut, um sagen zu können, was er geistig in der Lage ist abzuwägen oder zu entscheiden? Nein. Dazu kommt, dass in der Regel die zu Betreuenden Personen ihre Angelegenheiten bislang ja alleingeregelt haben. Und nun plötzlich soll es – laut einem völlig fremden Menschen nicht mehr funktionieren. Das ist das Eine.

Das andere ist der ethische Konflikt im Subtext der richterlichen Anordnung. Ganz generell müßte man sich doch erst einma die Frage stellen, wie kann es ein politisches System zulassen, das ein oder mehrere ihrer Mitglieder andere Personen und Mitglieder einer Demokratie von derselben, durch eine eigene Meinung, eine Bewertung dieser Person von den demokratischen Prozessen des Landes ausschliessen dürfen? Der Konflikt ist nicht neu. Das Thema sehr alt, denn für eine Entscheidung über den Kopf ihrer Patienten oder Betreuten müssen die Psychiater zunächst ein unabhängiges Gutachten erstellen lassen, dass attestiert, dass der Betroffene über keinen freien Willen verfügt. Damit ist der Weg frei, eine Betreuung anzuordnen – früher: einen Menschen zu entmündigen. Das klingt, wenn man es im Gesetzestext nachliest, nach einem komplexen Konstrukt, ist aber in Wahrheit völlig simpel. Wenn eine Entscheidung gegen den ausdrücklichen und freien Willen eines Menschen getroffen werden soll, muss man eben dafür sorgen, dass man ihn als „Menschen ohne freien Willen“ deklariert. So einfach ist die Kiste – und das Gutachten für den richterlichen Beschluss unter Dach und Fach.

Wem jetzt bei der Geschichte Verschiedenes bekannt vorzukommen beginnt, und er sich an bestimmte Praktiken einer Partei um etwa 1933 herum erinnert fühlt, dem sei an dieser Stelle ganz herzlich zu seiner politischen Bildung und zum gesunden Menschenverstand gratuliert. Und das mit dem freien Willen ist so eine Sache – er lässt sich nämlich empirisch nicht nachweisen. Trotzdem hält man an diesem Anachronismus im Psyhischen Krankengesetz (PsychKG) fest und besiegelt unter anderem damit das weitere Schicksal von 81220 Bundesbürgern pro Jahr. Darüber, dass die Gesetze in dem Procedere ein Relikt aus der Herrschaft des Nationalsozialismus sind, denn genau aus dieser Zeit und Feder stammen sie, spricht man in Fachkreisen vermutlich eher selten. Ein heisses Eisen – denn was wäre, wenn der Psychiatrie und dem Betreuungswesen diese Handhabe abhanden käme? Undenkbar – Verrückte und Bekloppte würden wählen! – Claudia Ring


Leserbrief zu „Sicher ist gar nichts“ von Mark Schieritz

Es wäre total verfehlt, die Bundestagswahl (auch) zu einer Art Volksabstimmung  über das „richtige“ Konzept für die gesetzliche Rente zu machen.  Schon die Zusammenhänge zwischen den wichtigsten Stellschrauben Beitragssatz, Rentenniveau und Rentenalter sind kompliziert, andere Komponenten wie Mütter- rente und Ost-/Westrente und die Subvention der Rente aus Steuermitteln (ca.  100 Mrd. jährlich ab 2020) verzerren die versicherungstechnischen Details durch  Elemente der Sozialpolitik, und das Gros der Wähler hat noch nicht einmal verstanden,  dass es keinen Sparstrumpf gibt, aus dem ihre Rentenleistungen bezahlt werden  und über den die Sozialpolitiker nach Gutdünken verfügen können.  Und welcher Politiker wird so ehrlich (und selbstmörderisch) sein und bekennen,  dass es auf Grund der demographischen Entwicklung ab 2030 ohnehin ganz  finster ausieht bei den Renten? – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu “ Sie entscheidenüber Menschenleben“ von Marc Brost und Niklas Dummer

Der Beitrag der beiden Autoren strotzt vor Vorwürfen gegenüber dem BAMF. Nur besserwissende Klugscheißer können so im Nachhinein argumentieren, ohne die damaligen zwingenden Gegebenheiten des Jahres 2015 angemessen zu berücksichtigen. Wie war es denn damals am 04. September 2015, um 7.30 Uhr in Budapest?

Die im ZEIT-Archiv auffindbaren Recherchen zeigen das doch deutlich:  Es entstand dort durch die Haltung von Ungarn (Viktor Orban) eine humanitären Ausnahmesituation und die Bundeskanzlerin musste unter hohem Druck in einem zögernden Europa innerhalb von kaum drei Stunden entscheiden, ob sie die deutsche Grenze öffnet – oder schließt. Um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern und um ein Statement für europäische Werte zu setzen, entschied sie sich bekanntlich für eine temporäre Grenzöffnung. Und das war deshalb kein spontaner humanitärer Impuls, kein emotionaler Affekt und auch keine moralische Selbstüberhöhung, sondern eine rationale politische Entscheidung. Und wer das anders sieht, der möge bitte schlüssig erklären, wie er Hunderttausende Flüchtlinge an den Außengrenzen vor drohendem Winter erst einmal anders schnell versorgen kann, zumal die dortigen Länder nicht die Spur an Interesse zeigten und keinerlei Unterstützung zu leisten.

Und wie groß wäre wohl das mediale Geschrei über „deutsche Unmenschlichkeit“ gewesen, wenn die Bundeskanzlerin stattdessen die Grenze geschlossen hätte? Als einzigen Fehler kann man ihr allenfalls vorwerfen, dass sie es unterließ, diese Grenzöffnung als einen einmaligen Akt, als kurzfristigen temporären  Zustand zu deklarieren, der “zu schaffen sei“. Dieser Fehler bewirkte leider, dass aus dieser humanitären Ausnahmesituation alsbald ein Dauerzustand entstand.  Genau an dieser zeitlichen Stelle gilt es sich zu erinnern, wie alle Medien unisono die Entscheidung der Kanzlerin bejubelten, stolz auf unsere Republik waren, so dass in Deutschland zunächst eine unglaublich großartige Willkommenskultur entstand.  Man nahm damals zwar zur Kenntnis, dass das BAMF personell diesem Ansturm ja in keiner Weise gewachsen war, doch weite Teile der Medien kritisierten anfangs punktuell sogar noch eine zu bürokratische personelle Überprüfung; eine behördliche Hürde, die man doch diesen geflohenen Menschen nicht antuen könne… –  Die Notwendigkeit, das BAMF-Behördenpersonal, speziell die Zahl der sogen.

„Entscheider“ erheblich aufzustocken stand im Raum. Doch wie sollte das so schnell geschehen, da für dieses Fachpersonal eine längere Fachausbildung (gehobener Verwaltungsdienst) erforderlich ist? Also musste man improvisieren und es gab für eine schnelle Überbrückung einfach nur personelle Kompromisslösungen (Bundeswehr u.ä.). Trotzdem waren es immer noch viel zu wenig, während der Druck des Flüchtlingsansturms sich unvermindert fortsetzte. Den ZEIT-Recherchen zufolge haben zwischen dem 1. August 2015 und dem 1. März 2016 in diesem BAMF-Bereich 3.340 neue Mitarbeiter angefangen, wovon rund 80 Prozent keine Qualifizierung aufzuweisen hatten. Klar, dass nun Bearbeitungsfehler entstanden. Das ist ja gar nicht anders möglich. Aber möglich wäre es nicht nur gewissen Politikern, sondern auch den Medien, sich an die damalige Situation zu erinnern, die Zwangssituation zu sehen und ein wenig Fehlerverständnis aufzubringen, statt anzuklagen. Umso mehr empfinde ich es als eine Unverschämtheit von Politikern und einzelnen Medien, sich der Verantwortung zu entziehen und die gemachten Fehler bei der Grenzöffnung nun nachträglich dem BAMF in einer geradezu zynischen Art und Weise aufzurechnen.  – Hubert Roth


Leserbrief zu „Rad ab“ in ZEIT:Hamburg von Frank Drieschner

Wenn man die aktuelle Fahrradsternfahrt kritisieren will, sollte man nicht ältere, sondern aktuelle Forderungen zitieren.

Die aktuelle Fahrradsternfahrt tritt ein für:

* mehr Fahrradstraßen

* Aufstellflächen vor Ampeln

* Veloroutennetz-Ausbau

* Einbahnstraßen-Freigabe für Radverkehr

* Radschnellwege-Netz in der Metropolregion

* innerorts 30 km/h Regelgeschwindigkeit

* bedarfsgerechte Ampelschaltungen für RadlerInnen und FußgängerInnen

* Einhaltung der EU-Grenzwerte (Luftreinhalteplan)

* Umsetzung der Maßnahmen aus dem Lärmaktionsplan.

Die Forderungen richten sich also nicht gegen Autofahrer, sondern verbessern Gesundheit, Sicherheit und Schnelligkeit aller Menschen im Großraum Hamburg. Diese Forderungen mit einer Ausfahrt für die ganze Familie zu verbinden, ist immer noch zeitgemäß.

Dass dies seit einigen Jahr zu einer der größten Demonstrationen in Hamburg führt, zeigt den breiten Rückhalt für diese Veranstaltung. – Achim Gehrke


Leserbrief zu „Rad ab“ in ZEIT:Hamburg von Frank Drieschner

Ich erlaube mir, beim „Du“ zu bleiben – wie Du in Deinem Text. Früher, es wird wohl um die dreißig Jahre her sein, hattest Du also Sympathie für die Sternfahrt und warst selbst aktiv dabei. Dann kannst Du Dich ja vielleicht erinnern, wie es damals war: Erst wenige hundert, dann wenige tausend Sternradler/-innen trafen sich in Hamburg. Heute radeln bis zu 25.000 Menschen bei der Hamburger Sternfahrt mit. Und zeigen einfach mal die große Attraktivität dieser Veranstaltung.

In Deinem Artikel jagst Du aber einer Chimäre nach: Die Autofahrer sind ganz und gar kein Feindbild. Viele, die bei der Sternfahrt mitradeln, sind auch Autofahrer. Die Sternfahrt richtet sich nicht gegen Autofahrer. Sie demonstriert für Radverkehr. Und für eine Verkehrsgestaltung, von der alle profitieren: Radfahrer wie Autofahrer, Fußgänger, Bus- und Bahnfahrer. Wir alle.

Natürlich gibt es auf allen Seiten Menschen, die vereinfachen und versuchen, zu polarisieren zwischen Radfahrern und Autofahrern: in den politischen Parteien, in den Interessenverbänden – und auch bei der ZEIT, wie Dein Text zeigt.

Darf ich Dich einladen, einfach mal wieder mitzuradeln bei der Sternfahrt? Erlebe selbst, wie sehr viele Menschen aus Hamburg und dem Umland gutgelaunt und positiv gestimmt für Radverkehr demonstrieren. Und damit zeigen, wie groß und attraktiv diese Aktionsform in über dreißig Jahren geworden ist.

Vielleicht ergibt sich das mit dem differenzierteren Blick auf die Sternfahrt dann wie von selbst. Auch die ZEIT hätte es verdient. – Egon Schronz


Leserbrief zu „Rad ab“ in ZEIT:Hamburg von Frank Drieschner

… das habe mich tatsächlich gefragt. Politischer Einsatz für eine Verbesserung der Bedingungen des Fahrradverkehrs in Hamburg ist überflüssig weil „der ADAC die Hambuger Fahradpolitik bei jeder Gelegenheit “ „lobt“? –  Andreas Benedikt Cleve


Leserbrief zu „Der Kampf um das Geschlecht“ im ZEIT MAGAZIN von Julia Friedrichs

Leicht irritiert von der zur Zeit herrschenden und immer weiter zunehmenden Gender-Manie habe ich Ihren Artikel mit großem Inrteresse gelesen und finde ihn sehr instruktiv.

Mir fiel vor allem auf, dass bei allen Ihren Recherchen und Interviews die Grundlagen der ganzen Geschichte nicht ernsthaft angesprochen wurden: Chromosomen, Vererbung und das biologische Geschlecht. Das bestätigt meine schon seit vielen Jahren gehegte Überzeugung, dass der ganze Gender-Hype mit Natur, Biologie und somatischer Medizin nichts zu tun hat, sondern vollständig ein Fall für die Psychiatrie bzw. Psychologie ist. Die gesamten Probleme der LGBTIQ liegen im Gehirn.

Falls es Sie interessiert, hier in Kurzform eine Beschreibung der biologischen/medizinischen Realität: Beim Menschen (und auch noch bei anderen hoch entwickelten Tieren [Säugetieren]) wird das Geschlecht an zwei Orten definiert:

  1. Das biologische (organische) Geschlecht wird bestimmt bei der Befruchtung der Eizelle durch die Chromosomen der Samenzelle (X vom Vater gibt Mädchen, Y gibt Jungen; von der Mutter kommt immer X). Dann werden im Laufe der ersten Hälfte der Schwangerschaft die jeweiligen Geschlechtsorgane angelegt.
  2. Das ‚Gehirn-Geschlecht‘ wird in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft entwickelt; es wird bestimmt durch einen Hormon-Dialog zwischen Embryo und Mutter. Wenn der Embryo durch Testosteron-Produktion (das kann er ab Mitte Schwangerschaft) signalisiert, dass er ein Junge ist, schaltet die Mutter durch mindestens einen sehr hohen Hormonstoß (auch wieder Testosteron) das Gehirn des Embryo um, von weiblich auf männlich. Das Gehirn hat zahlreiche Rezeptoren auf den Zelloberflächen, die auf Testosteron ansprechen. Wenn der Auslöser kommt, werden Synapsen im Gehirn auf die ‚Verdrahtung‘ männlich umgestellt. Männliche und weibliche Gehirne unterscheiden sich schon bei der Geburt sehr deutlich. (Was Feministinnen gewöhnlich abstreiten.)

Bei diesem recht komplizierten Prozess sind natürlich Störungen unvermeidlich. Es kann sein, dass das Testosteronsignal des Embryos von der Mutter nicht wahrgenommen wird, oder dass ihr eigener Umschalt-Hormonstoß zu schwach ist, oder in einer ungünstigen Entwicklungsphase kommt, oder dass ein nicht vorhandenes Umschaltsignal gefühlt und versehentlich ein weiblicher Embroy vermännlicht wird, oder, oder, oder. So kommen wir von Normalos zu Bi, Homo, „im falschen Körper“, usw.

Dazu kommt, dass auch noch Umweltchemikalien einen Einfluss nehmen können. Z.B. haben PCBs (Poly-chlorierte Biphenyle) im mütterlichen Blut den Effekt, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verringert werden; Mädchen werden im Verhalten Jungen-ähnlicher, unf Jungen werden Mädchen-ähnlicher. Dazu kommen noch die deutlich selteneren Störungen in der Entwicklung der Organe in der 1. Phase.

Das Erstaunlichste ist, dass es in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle trotz aller Schwierigkeiten funktioniert und eine Generation auf die andere folgen kann.

Folgerung: Jede Abweichung des gefühlten Geschlechts vom biologisch-organischen beruht auf einem nicht therapierbaren Geburtsfehler, einer Störung im Zusammenspiel der internen Gehirnstruktur mit dem organischen Geschlecht. Man muss es einfach so nehmen, wie es ist, und das beste daraus machen (gegebenenfalls operieren). In Ausnahmefällen muss man auch an psychiatrische Hilfe denken. Aber so wenig die bis heute anhaltende aber glücklicherweise zurückgehende Diskriminierung berechtigt war und ist, so wenig gibt es auch einen Anlass, aus einem Defekt ein Überlegenheitsgefühl abzuleiten. (Ich denke da an Antike und Mittelalter, wo Geistesgestörte als ‚heilig‘ oder als Propheten betrachtet wurden, Nicht-Normalos waren „was Besseres“.) – Dr. Manfred Bühner


Leserbrief zum Titelbild

Ich begrüße es sehr, dass Sie in Ihrer aktuellen Ausgabe scheinbar darauf aufmerksam machen wollen, dass es mehr Geschlechtsidentitäten als die beiden „klassischen“ männlich und weiblich gibt. Allerdings habe ich im ersten Moment gestern doch mit Kopfschütteln im Laden reagiert, als ich das Titelblatt gesehen habe.

Es suggeriert dem*der Betrachter*in aus meiner Sicht, dass die geschlechtliche Identifikation immer mit den primären Geschlechtsorganen zusammen hängt – mein erster Eindruck war, dass das Titelbild der aktuellen Ausgabe in diese Kerbe schlägt. Dies ist aber nicht der Fall. So gibt es beispielsweise Personen, die sich als Frauen identifizieren und durch sekundäre und tertiäre Geschlechtsmerkmale optisch eindeutig als solche erkannt werden, aber weiterhin die primären Geschlechtsorgane eines Mannes haben.

War das Titelbild eine bewusste Provokation? Noch halte ich nämlich das Thema in der allgemeinen Bevölkerung für zu unbekannt, um damit bereits provozieren zu können. Dennoch finde ich es richtig und wichtig, sich damit auseinander zu setzen (Ich mache dies im Übrigen gerade selbst in einer Erhebung im Rahmen meines Studiums). Nur den „Türöffner“ über das Bild dahin fand ich eben wenig sensibel aus den genannten Gründen. Leider komme ich nach einigen Überlegungen nicht auf eine bessere Lösung, um neugierig auf den folgenden Text zu machen. Dennoch: Ich finde es sehr gut, dass es dass Thema bis auf das Titelblatt dieser renommierten Zeitung geschafft hat. – Felix Kahnt

Leserbrief zu „Mobile Feuerstellen“ von Caspar Shaller

Margarethe Schütte-Lihotzky wäre nicht begeistert über den Artikel Traumstück – Mobile Feuerstellen. Sie war nämliche keine Sozialdemokratin, sondern eine Kommunistin, die, wie viele ihrer GenossInnen, Widerstand gegen das Naziregime leistete (weil ihre Partei im Gegensatz zu den Österreichischen Sozialdemokraten, deren offizielle Doktrin es war, sich „für die Zeit nachher“ zu ‚erhalten‘, bereits in der Nacht des Einmarsches der Hitlertruppen  zum Widerstand aufrief und dementsprechend viele zum Tode Verurteilten und Hingerichteten zu beklagen hatte.

Bereits in der Türkei, wo sie zu jener Zeit arbeitete, schloss sie sich dem österreichischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus an und kehrte nach Österreich zurück. Sie wurde verhaftet und entging nur knapp dem Todesurteil. Bis 1945 blieb sie in faschistischer Haft. In ihren Erinnerungen berichtete sie von den Jahren im Widerstand,  von ihren Mitgefangene und MitkäpferInnen , vom Einsatz und Mut zu einer kompromisslosen Solidarität, die ihr letztlich das Leben gerettet hat.

Übrigens, sie wollte sich auch Zeit ihres Lebens nie nur als die Erfinderin der „Frankfurter Küche“ abstempeln lassen, hatte sie doch für die Wiener Siedlerbewegung, das Neue Frankfurt und für die neuen Städte in der Sowjetunion geplant und gebaut.

Österreich ehrte seine große Tochter erst spät, zu spät, wie sie Ende ihres Lebens bedauernd bemerkte: Ich hätte gern für meine Heimat gebaut.

NS.: Wie lautet ein in Österreich noch immer zitierte Ausspruch des ehemaligen Kanzlers Kreisky? „Lernen Sie Geschichte.“ – Rosmarie Thüminger


Leserbrief zu „Rad ab“ in ZEIT:Hamburg von Frank Drieschner

Man versteht die Idee: Gegenerschaft bringt einem bei diesem Thema nicht weiter, gerade, weil die gegenerischen Gruppen hier nicht scharf voneinander getrennt sind, weil einige Gruppenmitglieder zu beiden Gruppen gehören oder Interessen der anderen Gruppe teilen.

Aber Autoverkehr besetzt 365 Tage im Jahr ganz selbstverständlich in riesigem Ausmaß Lebensraum von Fahrradfahrern, Fussgängern, Bewohnern – sollte man ihm deshalb im Umkehrschluss aggressive Gegenerschaft vorwerfen?

Und natürlich geht es um eine Neuverteilung von bestehendem Platz. Das ist die Botschaft. Dies darf klar formuliert, transportiert und verstanden werden. Gerne auch plakativ mit Fahrradsternfahrten und Critical Mass. Ein Teil der Nutzer muss abgeben, ein anderer bekommt etwas dazu. Schmerzfrei und freiwillig ist das meistens nicht umzusetzen. Ganz abgesehen von der sehr ungleichen Macht der jeweiligen Lobbies im Hintergrund.

Wichtig dabei wäre zu verstehen, dass es dabei nicht um Bevor- oder Benachteiligung einer bestimmten Guppe oder am Ende übehaupt noch um unterschiedliche Gruppen geht, sondern darum, dass wir unsere Verkehrskonzepte weiter überdenken und radikal verändern müssen, um ganz einfach gemeinsam noch ein wenig diesen Planeten bevölkern zu können. Dass keine Zeit mehr ist für kurzsichtiges Interessengezänk. Dass es nicht mehr um Vorlieben für ein bestimmtes Verkehrsmittel geht, sondern um akuten Handlungsbedarf. Und dass dies aus purem Überlebenswillen die Haltung jeder politischen Mehrheit sein müsste, um die kein Interessensverband mehr betteln muss, während er auch noch darauf bedacht sein soll, dabei niemanden zu verärgern.

Dieser Gedanke ist bei vielen – Bürgern, Industrie, Politik – noch nicht wirklich angekommen. Und gerade Hamburg macht hier, trotz rot/grün, bundesweit eine unfassbar schlechte Figur.

Darum brauchen wir weiterhin Sternfahrten – ich halte das für klug. – Katja Schwirkmann


Leserbrief zu „Der Kampf um das Geschlecht“ im ZEIT MAGAZIN von Julia Friedrichs

Diskriminierungsverbot: „Der Mann“ muss künftig „Der/Die Mensch*In_nen“ heißen http://dietagespresse.com/diskriminierungsverbot-der-mann-muss-kuenftig-derdie-menschin_nen-heissen/Heimo Wallenko 


Leserbrief zu „Blut und Wasser“ von Elisabeth Raether

Bei jedem effekthaschenden Artikel, der die Landwirtschaft an den Pranger stellt frage ich mich, wo denn die guten Nachrichten bleiben, wo die Ausgewogenheit? Im Herbst 2014 gab es mal einen ausgeglichenen ZEIT-Artikel über die tatsächliche Lage der deutschen Nitratbelastung. Da gab es Fakten statt Panik. Solche Artikel würde ich mir mehr wünschen.

Seit 2 Jahren hat man über eine neue Düngeverordnung debattiert, und diese in 2017 auch fertig bekommen. Da sind doch schon viele Verschärfungen für Landwirte und Tierhalter drin, was die Lagerung und Ausbringung von stickstoffhaltigen Düngemitteln betrifft. Längere Lagerzeiten / kürzere Ausbringungszeiträume für Wirtschaftsdünger, mehr Dokumentation, mehr Analyse etc.. Natürlich wird es den Umweltschützern nie an Schärfe reichen, und den Landwirten ist es vermutlich zu viel an neuen Auflagen, weil die Mehrkosten oft nicht ausgeglichen werden. Nichtsdestotrotz handelt es sich bereits um einen großen Schritt in Richtung weniger Nitrat im Trinkwasser. Kommt das im Artikel vor? Nein.

2.) In sehr vielen deutschen Regionen gibt es Kooperationen zwischen landwirtschaftlichen Erzeugern und Wasserversorgern. Freiwillig! Große Erfolge wurden bereits erzielt, Nitratbelastungen gesenkt und besser überwacht. Steht das im Artikel? Auch nein.

3.) Wenn Essen auf dem Acker wachsen soll, braucht es Stickstoff. Ob dieser aus Mineraldünger, Güller, Mist, Kompost oder Gründüngung stammt ist letztlich gleich. Es ist auch egal, ob es sich um Biolandwirtschaft, oder konventionelle Landwirtschaft handelt. Stickstoff ist der wichtigste Pflanzennährstoff. In diesem Sinne ist Stickstoff, ganz gleich ob als Nitrat oder in anderen chemischen Formen eine gute Sache. So wie wir Menschen Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß brauchen, braucht ihn die Pflanze wie auch Phosphor, Kali, andere Mineralien und natürlich Wasser und Sonnenenergie. Die optimalen Aufwandsmengen können regional, boden- und wetterbedingt variieren, sind aber in der Regel nah am Optimum. Warum ich das glaube? Es liegt im Interesse des Landwirts! Eine Überdüngung kostet den Landwirt Geld, führt aber nicht zu mehr Ertrag. Bei starker Überdüngung tritt sogar ein Ertragsrückgang ein. Es liegt also nicht im Interesse der Produzenten zu viel zu düngen. Wenn man solche Zeitungsartikel liest muss man sich fragen, ob denn die Ausbringer von Gülle etc. alle doof sind. Sie sind es natürlich nicht. Der Ausbdildungsstand der Landwirtinnen und Landwirte sowie die Beratungsdichte für Höfe sind in Deutschland sehr hoch. Man weiß also, was man tut, was nicht immer heißt, dass der Nitratgehalt im Grundwasser auf Null sinkt. Böden und Pflanzen sind keine Maschinen, die man immer perfekt einstellen kann. Die Herausforderung ist es, viel vom Acker zu kriegen und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Mal gelingt es besser, manchmal nicht. Steht dies im Artikel? Wieder nein.

Ja, es gibt Probleme. Wenn man unterstellt, dass Nitrat im Trinkwasser ein problematischer Stoff ist, dann gibt es Überschreitungen, die man nicht will. Plakativ Panik zu machen und die Landwirte direkt oder indirekt an den Pranger zu stellen hilft dagegen nicht. Hilfreich wäre dagegen Auswege zu zeigen, über Wasserkooperationen zu berichten, technische Hilfsmittel zur Düngeoptimierung darzustellen. Dann gilt es eine regional differenzierte Aussage zu treffen statt für ganz Deutschland den Nitrat-Katastrophenalarm auszurufen.

Ich rege zu mehr Ausgewogenheit an, zu mehr positiven oder zumindest neutraleren Geschichten über die Landwirtschaft. Es geht hier um Menschen, die unser Essen produzieren! Manchmal hört es sich leider so an, als seien es Menschen, die uns alle vergiften wollten.  – Christoph Peiter


Leserbrief zu „Der Verdacht gegen die Vielen“ Ruud Koopmans

„Nur“, das entscheidende Wort

Es ist das Verdienst von Ruud Koopmans daran zu erinnern, dass wir alle auch kulturellen Mehrheiten Respekt schulden. Nur: Respekt ist nicht Hegemonie oder (Vor-)Herrschaft. Diesem Fehlverständnis öffnet Koopmans jedoch die Tür, wenn er der kulturellen Mehrheit das Recht zuspricht, durchsetzen zu dürfen, dass „auf dem Schulhof nur [!] noch Deutsch gesprochen werden solle“. Der Asymmetrie des „nur“, sollte die Symmetrie des „auch“ entgegengesetzt werden.  – Prof. Dr. Bernd Simon


Leserbrief zu „Die Bürokratie schlägt zurück“ Catalina Schröder

Leider ist das, was Sie dort aus Berlin berichten, eher Alltag als Ausnahme. Politiker führen das große Wort – den Kopf hinhalten dürfen die kleinen Sachbearbeiter. Verantwortung wird nirgendwo getragen, noch nicht mal politische (was ja keine Verantwortung ist), wenn man an die Love-Parade denkt, wo dem verantwortlichen Bürgermeister die eigene Pension näher war als die Toten, die auf seine Kappen gehen. Gerade Mitarbeiter im Sozialbereich sind ohnehin immer die Verlierer: tun Sie etwas, fallen Politik und Presse über sie her, weil sie Persönlichkeitsrechte missachten, tun sie nichts und etwas geht schief, fallen die gleichen Leute nun aus dem gegenteiligen Grund über sie her, jeweils mit der Justiz als willigem Helfer beim Bashing.

In meinem Bekanntenkreis gibt es viele, die sich ehrenamtlich engagiert haben – haben, denn nach Behinderungen, Verleumdungen bis hin zur Strafanzeigen durch bürokratische Paragraphenreiter hat inzwischen fast jeder sein Engagement eingestellt. Selbst wenn man jemandem aktiv zu Hilfe kommt, der von Dritten bedroht wird, liegt die Wahrscheinlichkeit, anschließend wegen Körperverletzung belangt zu werden, für den Hilfeleister höher als für den angreifenden Schläger. Wegschauen und schnell weggehen ist leider inzwischen der beste Rat, den man jemanden erteilen kann. Die Medien sind daran nicht ganz unschuldig, da sie willfährig jedem Politiker, der sein persönliches Vorteilssüppchen kochen will, Gehör verschaffen. – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Aufstand der Städte“ von Heike Buchter, Uwe Jean Heuser Und Caterina Lobenstein

Sozialdemokrat mit strengem Seitenscheitel oder Hüne mit Halbglatze und schwarzer Brille

Sind dies die neuen Maßstäbe der ZEIT-Redakteure für die Fähigkeiten oder Charaktereigenschaften der beschriebenen Personen, hier im Artikel „Aufstand der Städte“, ZEIT Nr. 25/2017? Was sollen diese (Schein)-Informationen? Genauso hätten Sie ja auch die Größe der Ohren oder die Farbe der Augen anführen können.

Was soll das also? Ich wünsche mir Informationen auf ZEIT-Niveau und nicht auf dem der Regenbogenpresse. – Dr. Wolfgang Schäfer


Leserbrief zu „Sicher ist gar nichts“ von Mark Schieritz

Das eigentliche Thema wird sehr behutsam und unverdächtig eingekreist. Es ist ja wahr, was zur Rentenpolitik der betreffenden Parteien gesagt wird: untauglich.  Der Sprengsatz lauert aber im letzten Absatz: „Es“ (das heutige Rentensystem) „müsste also ergänzt werden um eine aus Steuermitteln  finanzierte Grundsicherung. Wie diese ausgestaltet sein sollte und wer Anspruch darauf haben soll, darüber könnte man im Wahlkampf schon ganz trefflich streiten.“ Klug geschlussfolgert. Wenn man die Vokabel „Grundsicherung“ jetzt nur ein klein wenig abwandelt, bekommt man das Wort „Grundeinkommen“ auf dem Silbertablett serviert. Aus vermutlich guten Gründen hat der Autor dieses Wort nicht aussprechen wollen. Wahr ist aber dennoch: das bisherige finanzielle Versorgungssystem, das den Menschen nicht mehr und nicht weniger die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen soll, ist am Ende. Das gilt für die Rentner, es gilt aber auch für die Empfänger von Hartz IV, für freischaffende KünstlerInnen, für Alleinerziehende, für Minijobber und und und …

In Hinblick auf kommende Veränderungsprozesse, gerne mit dem Schlagwort „Industrie 4.0“ bezeichnet, wird jedem unvoreingenommenen Betrachter klar: So wie bislang geht es nicht mehr. Niemand kann dazuhin sagen, was das neue Heer von ganz gut qualifizierten Arbeitslosen so machen wird. Gehen sie auf diue Straße? Laufen sie noch mehr den Populisten hinterher? Verabschieden sie sich von demokratischen Eckpfeilern? Wie entwickelt sich die Binnennachfrage?

Klar ist dabei auch, dass das so genannte „Recht auf Arbeit“ eine Chimäre ist. Ein Recht kann eingefordert werden, eine Erwerbsarbeitsstelle natürlich nicht. Diese von Herrn Schulz (SPD)  oft wiederholte Floskel ist, (mit Verlaub, als Süddeutscher darf ich das so ausdrücken) „brunzdumm“ und nicht zielführend.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist kein Allheilmittel. Aber die in besagtem Artikel beschriebenen Zustände würde es umgehend heilen. Und: Das bedingungslose Grundeinkommen ist am 24.9.2017 wählbar. Das „Bündnis Grundeinkommen“ ist zur Wahl zugelassen. Es ist eine 1-Themen Partei. Aber was für ein Thema! Ein veritabler Erfolg dieser jungen Partei wäre ein gigantischer Weckruf für alle anderen. Es gibt sie also, die Chance zur Veränderung. – Peter Jakobeit


Leserbrief zu „Er? Sie? Mehr!“ von Raoul Löbbert

Ich beziehe mich auf oben genannten Artikel. Wenn man eigentlich den  Mitmenschen/ Lesern  nichts Bedeutendes und auch nichts Spannendes  mitzuteilen hat, verlegt man sich häufig auf ein “ Gelaber“,  wie es  ihr Autor Raoul Löbbert in Ihrem Blatt ganzseitig ausbreiten dürfte.   Da Herr Löbbert, trotz Studiums,  offensichtlich selbst die Sinn- und  Wertlosigkeit seines Traktats erkannt hat, versuchte er es akademisch,  ja sogar philosophisch aufzuwerten – ohne Erfolg; die neue  „Mitmenschlichkeit“ ist ein Treppenwitz. Ich empfehle, der ZEIT- Redaktion, solche „Ausreißer- Artikel“  künftig  dem „Boulevard“ zu überlassen. – Klaus Corell


Leserbrief zu „Immer noch great!“ von Kerstin Kohlenberg

Trump go home

Quo usque tandem*… Wie lange noch? Wie lange noch muss Amerika Sie, die Welt Sie und ich ganz persönlich Sie noch ertragen?

Sie blamieren nicht nur Ihr Amt, Sie stoßen nicht nur Herrschende dieser Welt vor den Kopf, Sie rauben nicht nur mir Platz für Wichtiges in den Nachrichten. Wir sind Ihr ewiges Hin und Her leid. Wir können die Ungewissheiten nicht mehr ertragen. Wir wollen Sie nicht!

Sie nehmen den Ärmsten die Krankenversicherung. Sie spielen mit dem Feuer (Nordkorea), das Ihnen selbst kaum schaden wird. Sie sind für eine Umweltverschmutzung, die letztlich auch mich treffen wird.

Wir sind Sie und das ganze Theater, das um Sie veranstaltet wird, leid. Hoffentlich finden Behörden oder Justiz endlich eine Möglichkeit, Sie aus dem Amt zu entfernen. Oder die Welt wendet sich von Ihnen ab. Das Schlimmste, das Ihnen passieren könnte, wäre, dass niemand mehr Sie wahrnimmt. Das wär’s!

* Die lateinische Redewendung „Quo usque tandem abutere, Catilina, patientia nostra?“  bedeutet wörtlich übersetzt „Wie lange noch, Catilina, wirst du unsere Geduld missbrauchen?“ (Cicero, Catilinaria 1). – Rolf Jacob


Leserbrief zu „Blut und Wasser“ von Elisabeth Raether

Nur ein kurzer Dank für diesen Leitartikel, er spricht mir aus der Seele. Völlig unpolemisch verdeutlicht er trotzdem den Ernst der Lage und vor allem die Unvernunft, die bei diesem Thema die öffentliche Debatte und politische Entscheidungen beherrscht. Danke! – Katharina Lange


Leserbrief zu „Alle Bullen stehen in meiner Einfahrt“ von Daniel Haas und Lars Weisbrod

Warum muss dieses eh schon überblähte Ego eine ganze  Seite Aufmerksamkeit bekommen???????? Bullshito – Barbara Freier


Leserbrief zum Titelthema „Welches Geschlecht habe ich?“

Die Gender-Diskusionen sind u.a. deshalb so abschreckend, weil sie meist langweilig, vor allem aber völlig humorlos sind – wenn der Humor fehlt, stimmt an der Sache etwas nicht. Ich habe kein Problem mit Trans-und anderen Sexualtäten, was mich aber stört ist die egozentrische Selbstbezogenheit und die Anklage – Ablehnung findet man auch in anderen Bereichen, ohne dass deswegen der Vorwurf der Unzulässigkeit erhoben wird. Als öffentliche Pflichtlektüre sind solche Abhandlungen nicht geeignet – es wäre besser sie zu unterlassen, auch auf die Gefahr hin, für untolerant gehalten zu werden.

Ist es nicht sonderbar, dass meines Wissens der Begriff der Schönheit in den Gender-Diskussionen nicht vorkommt?

Die Schönheit des weiblichen Körpers unterscheidet sich wesentlich von der etwas strengeren des männlichen : und beide zusammen ergeben, sich ergänzend, ein Paar – das lässt sich schwerlich von einer homosexuellen Verbindung, gegen die ich ausdrücklich nichts habe, sagen, obwohl ständig in dieser Weise davon gesprochen wird – eine homosexuelle Verbindung mag in anderer Hinsicht Ergänzendes bringen, aber im Sinne ergänzender Schönheit kann man das mit bestem Willen nicht behaupten, auch wenn man sich als „Mann“ oder „Frau“ bezeichnet – und nun zur Sprache selbst, um die es ja, wie behauptet, in der Gender-Diskussion gehen soll : es heisst der Baum oder der Wald – aber: die Birke, die Eiche, die Linde usw. – darin äussert sich doch die Poesie der Sprache, die sehr wohl unter weiblichen und männlichen Eigenschaften zu unterscheiden weiss – zum Schluss ein Satz von Rüdiger Safranski .

„Wer nichts mit sich selbst anzufangen weiss, nach dem greift das Nichts und fängt etwas mit ihm an“ – das lässt sich mit dem besten Willen nicht in „neutrale“ Gender-Sprache übertragen – so frage ich mich, ob Gender überhaupt eine Wissenschaft ist oder eine intellektuelle Behauptungsangelegenheit voller Beliebigkeiten – das eigentliche Anliegen, dass Transsexuelle Menschen mehr Beachtung, nicht unbedingt Ausmerksamkeit, erfahren sollten, ist eine Frage der „echten“ Toleranz.

Nichts füt ungut…… – Dr. Klaus Tiedje


Leserbrief zu „Alles Rassisten, oder was?“ von Jochen Bittner

Mit dem Vorwurf „Rassismus“ wird leider immer wieder und gern jede  Diskussion schon in den Anfängen erstickt. Wer sich für seine Argumente erst rechtfertigen muss verliert oft die Lust daran, überhaupt zu sprechen.

Angesichts der schrecklichen Attentate, die von menschenverachtender (und rassistischer..)Verblendung zeugen, ist die Zeit mehr als reif für eine offene Auseinandersetzung. Dieser sollten sich die muslimischen Verbände stellen, denn ihr doch langes Schweigen leisten Misstrauen und Vorurteilen Vorschub.

Zudem muss die Frage, ob und wie der Islam überhaupt reformierbar ist, erlaubt sein. Nur wo offene Diskussion, Erklärung und Aufklärung ehrlich stattfindet besteht dei Möglichkeit, dem Hass, der Wut und Vorurteilen Einhalt zu gebieten. Auf allen Seiten.

In Köln besteht an diesem Wochenende mit der Demonstation „Nicht in meinem Namen“ wahrscheinlich eine gute Möglichkeit, entstandene Mauern bröckeln zu lassen.

Es wirft allerdings kein gutes Licht auf die DITIB, wenn sie sich dieser Aussage bemächtigt nur um mitzuteilen, dass sie an einer solchen Demonstration nicht teilnehmen wird. Dies ist aber leider wohl im Sinne des Herrn Mazyek und anderer Unbeirrbarer. Und ein Zeichen für eine Verhärtung, die letzlich tatsächlich in eine Sackgasse führen kann. – Monika Sander


Leserbrief zum Titelthema „Welches Geschlecht habe ich?“

Die aktuelle Ausgabe der ZEIT (14. Juni 2017) meldet auf der Titelseite, dass sich „etwa zwei Millionen Deutsche nicht festlegen lassen wollen, ob sie Mann oder Frau sind“. Im Artikel von Frau Julia Friedrichs im Zeit Magazin (S. 15 ff.) wird von 2,5 Millionen potentiell Betroffenen gesprochen. Grundlage dieser Schätzungen ist die von Frau Prof. Allmendinger et al. durchgeführte ZEIT Vermächtnis-Studie, in der einer definierten Kohorte (Stichprobe von 3104 aus Adressregistern) in strukturierten Interviews unter anderem die Frage „Hinsichtlich Ihrer Geschlechterrolle, was beschreibt Sie am ehesten?“ gestellt wurde. 3,3% (102) der Befragten gaben hierbei eine von den Registerdaten abweichende Antwort, zumeist „Mann und Frau“. In den Artikeln der aktuellen Zeit-Ausgabe wird aufgrund dieser Daten eine Extrapolation auf die gesamte in Deutschland lebende Bevölkerung (z.Z. ca. 81.24 Millionen) vorgenommen.

Ich war vom Ausmaß dieser Zahl und den schwankenden Angaben (2,5 oder 2 Millionen?) überrascht, zumal andere Schätzungen von einer deutlich niedrigeren Prävalenz der Abweichung von biologischem Geschlecht und sozialen Geschlechtsempfinden ausgehen (z.B. Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e. V. (DGTI) 0,2-2%, in „Situation von trans- und intersexuellen Menschen im Fokus“, Sachstandsinformation des BMFSFJ).

Aus kritisch-wissenschaftlicher Sicht ist daher eine Prüfung der vorgenommenen Schätzung erforderlich:

  1. In der Vermächtnis-Studie wurden nur Personen zwischen 14 und 80 Jahren interviewt. Über unter 14jährige (aktuell ca. 10 Millionen) und über 80jährige (ca. 5 Millionen) ist demnach keine (glaubhafte) Aussage mögliche. Statt >2.5 Millionen (3,3% von 81,24 Millionen) verbleiben so „nur“ 2.19 Millionen (3,3% von 66.24 Millionen). Wie wurden die Zahlen 2,5 Millionen und 2 Millionen berechnet?
  2. Für die Vermächtnisstudie wurde das zweifelsohne hochwertige Verfahren der Stichprobengenerierung über Adressregister gewählt. Alle Teilnehmer wurden offensichtlich primär angeschrieben, eine „hohe Antwortbereitschaft“ wird konstatiert. Wie hoch war der Anteil der Angeschrieben ohne Rückmeldung / Interview? Gab es hier systematische Abweichungen von der untersuchten Stichprobe (Alter, dokumentiertes Geschlecht, Wohnort, Religion, Bildung/ Alphabetisierung etc.)? Trotz intensiver Recherche konnte ich hierzu keine Angaben finden. Entsprechend kann nicht verlässlich eingeschätzt werden, ob unter den Teilnehmern der Interviews eine höhere Prävalenz der Abweichung von biologischem Geschlecht und sozialem Geschlechtsempfinden vorliegt als bei denen, die sich der Befragung entzogen. Dieser mögliche Fehler muss bei einer Extrapolation um den Faktor 20.000 unbedingt berücksichtigt werden.
  3. Die Befragung umfasst Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren, die sich in der Pubertät befinden (aktuell ca. 3 Millionen in Deutschland Lebende). In diesem Lebensabschnitt spielt bei vielen Menschen die sexuelle Identitätsfindung eine wichtige Rolle, eine Abweichung von biologischem Geschlecht und sozialen Geschlechtsempfinden ist in dieser Altersgruppe sicher anders zu bewerten als z.B. bei über 60jährigen. Eine Extrapolation solcher Daten auf die Allgemeinbevölkerung scheint – ohne entsprechende Adjustierung – nicht zulässig. Wie wurde unter den Befragten dieser Altersgruppe (und anderer Altersgruppen) die Frage „Hinsichtlich Ihrer Geschlechterrolle, was beschreibt Sie am ehesten?“ beantwortet?
  4. Es bleibt – zumindest in den Berichten der ZEIT – unklar, inwieweit die Fragestellung „Hinsichtlich Ihrer Geschlechterrolle, was beschreibt Sie am ehesten?“ ausreichend verlässliche Rückschlüsse auf das biologische und soziale Geschlechtsempfinden zulässt. So kann z.B. ein „biologischer und sozialer Mann“, der sich um Haushalt und Familie kümmert, die Frage durchaus mit „Mann und Frau“ beantworten – er meint damit aber nur seine Alltagstätigkeit.

Leider werden diese Punkte in den Artikeln der aktuellen Ausgabe nicht beleuchtet und lassen sich auch durch Recherche in anderen Publikationen zur Vermächtnis-Studie nicht zufriedenstellend klären. Insbesondere vermisse ich eine tabellarische Aufstellung der Charakteristika der Stichprobe hinsichtlich Alter, biologischem Geschlecht, Einkommen usw. Nur mit diesen Angaben kann geprüft werden, ob und wie verlässlich die Stichprobe überhaupt als repräsentativ für die deutsche Bevölkerung erachtet werden kann.

In unserer ZEIT ist ein sensibler Umgang mit statistischen Angaben mehr gefragt denn je. Erst kürzlich wurde – ebenfalls in einem Leitartikel – das „Lügen nach Zahlen“ erörtert. Im Sinne der Glaubwürdigkeit Ihrer Wochenzeitung sollten Sie auf simplifizierende Titelseiten verzichten und genauere Angaben über die Methodik Ihrer Schätzungen liefern. Nur so können Sie die Leser von Ihren Angaben überzeugen und den Menschen, die sich aufgrund ihres sozialen Geschlechtsempfindens in unserer Gesellschaft nicht immer wohl fühlen, wirklich gerecht werden. Plakatives Übertreiben ist allenfalls Wasser auf die Mühlen derer, die sich in den Leitmedien unseres Landes (und der Vermächtnis-Studie?) nicht mehr ausreichend repräsentiert wähnen.

Für eine ausführliche Stellungnahme mit Angabe von Studiendaten und ggf. eine Ergänzung (oder Korrektur?) in einer der kommenden ZEIT-Ausgaben wäre ich Ihnen verbunden. – PD Dr. Thomas Karlas


Leserbrief zu „Rad ab“ in ZEIT:Hamburg von Frank Drieschner und „Reichlich aufgeschlossen“

Zum Artikel „Rad ab“: Hervorragend ist nur die optische Gestaltung der Seite 1. Es ist doch mehr als bescheiden, wenn 1mal im Jahr an einem verkehrsarmen Sonntag bei der Fahrrad-Sternfahrt auf limitierten Routen tausende Radler wenige Stunden den Straßenraum nutzen! Während an 364 Tagen im Jahr der Kfz-Verkehr massenhaft auftritt! Was soll daran verwerflich sein, wenn einmal im Monat bei der Criticel Mass am frühen Abend punktuell für wenige Stunden der Straßenraum durch Radler ohne Lärm und Abgase beansprucht wird? Während zum Motorrad-Gottesdienst 30 000 Biker lärmend und vergiftend den Straßenraum zum Auftritt nutzen?

Zum Artikel „Reichlich aufgeschlossen“: Eine optisch und inhaltlich hervorragende Seite 5. – Reinhold Pollet


Leserbrief zu „Kaum Englisch, kaum Mathe“ von Mareike Enghusen

Welch ein Verbrechen an den Kindern: Egal, ob Fundamentalisten bei den Christen, bei den Juden oder bei den Moslems: Den Kindern wird das Wissen der Welt bewusst vorenthalten, denn Unwissenheit bewirkt Unterwürfigkeit und Abhängigkeit von den Priestern, Rabbies und Ayatollahs. Und so erzieht man sich als Herrscher mit der jeweiligen Religion die gläubigen, willigen Untertanen. Ich bin sehr froh, dass ich in einem säkularisierten Europa die öffentlichen Schulen besuchen konnte. Man muss sich das vorstellen: Diese Kinder erfahren nichts von der Darwinschen Evolutionslehre, nichts vom Zeitalter der Aufklärung usw.

Und diese orthodoxen Religionsführer dürfen noch immer frei herumlaufen, wehrlosen Kindern ihre orientalischen Märchen „offenbaren“ und Feindbilder propagieren. Dann soll man sich auch nicht wundern … – Johann Ernst


Leserbrief zu „Aufstand der Städte“ von Heike Buchter, Uwe Jean Heuser Und Caterina Lobenstein

Sie sind sich schon darüber im Klaren, was Sie da bejubeln? Die Regionalregierungen halten sich nicht an Vorgaben des Staates, und nun fängt auch jeder Provinzfürst an, das zu machen, was ihm ideologisch gerade so in den Kram passt. Derweil verrottet die Infrastruktur, weil jeder den anderen mit Erfolg beschuldigen kann, nicht genug finanzielle Mittel zu erhalten. Die no-go-areas, in denen die Staatsmacht zunehmend kapituliert und Sozialtransferleistungen zunehmen den Charakter von Schutzgeldzahlungen erhalten, wachsen derzeit schneller als die ach so innovativen Zentren. Rückblickend ist das der Weg in die Kleinstaaterei des Mittelalters, nach vorne gewandt kann man sich fragen, ob die Horrorszenarien, die manche Science Fiction Filme eröffnen, wirklich noch so weit entfernt sind. Und das soll die erstrebenswerte Zukunft sein? – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Der Verdacht gegen die Vielen“ Ruud Koopmans

Der Artikel von Ruud Koopman zeigt einmal mehr , die Welt ist aus den Fugen. Er sieht sich tatsächlich genötigt, die Legitimität von Ansprüchen der Mehrheitskultur zu begründen. Leider wird nicht näher aufgezeigt, wer das verweigert.

Der Einsatz für Minderheitenrechte führt also zu der Verweigerung von Mehrheitsrechten. Die dadurch gegebene Diskriminierung der Mehrheit ist offenbar kein moralisches Problem.

Zu dieser Problematik passen auch die Artikel „Der Kampf um das Geschlecht“ von Julia Friedrichs im ZEIT MAGAZIN , ebenfalls 14.6.2017.

Es reicht nicht, die Menschen, die keine binäre Vorstellung von Geschlecht haben, ihr Ding machen zu lassen. Nein, die Vorstellung, dass „Geschlecht“ ein Kontinuum zwischen männlich und weiblich ist, muss natürlich von der ganz überwiegenden Mehrheit übernommen werden. Jeder Anklang einer binären Aufteilung in männlich und weiblich, z.B. in der Sprache, muss eliminiert werden, weil es als verletzend und diskriminierend empfunden wird.

Das durch solchen Forderungen der Mehrheit die eigenen Vorstellungen aufgezwungen werden sollen, diese also diskriminiert werden soll, ist offensichtlich kein Problem.

Natürlich wird die Mehrheitsgesellschaft auf Dauer diese Entwicklungen nicht akzeptieren. Es ist das Verdienst von Koopman, hier frühzeitig und rational gegenzusteuern, um so zu verhindern, dass das Pendel ebenso extrem wieder in die andere Richtung ausschlägt. – Reiner Felkel


Leserbrief zu „Der Kampf um das Geschlecht“ im ZEIT MAGAZIN von Julia Friedrichs

Vielen Dank für ihren Artikel, auch wenn er inhaltlich für einen alten, weißen und heterosexuellen Mann etwas schräg war.

Er war informativ und damit erhellend. Und es war angenehm, den Eindruck zu gewinnen, dass die Journalistin „sich mit keiner Seite gemein macht“ (Joachim Friedrichs).

Vielleicht lesen Sie meinen Leserbrief zum Artikel von Ruud Koopmans. – Reiner Felkel


Leserbrief zu „Blut und Wasser“ von Elisabeth Raether

Ein Beitrag so richtig von der Leber weg geschrieben, ohne Recherche  ohne solides Wissen ohne verantwortungsvolle Abwägung. Alle Beteiligten außer der Autorin verweigern sich, die doch so einfachen Patentrezepte zu erkennen und umzusetzen. Ich verstehe nicht wie ein Beitrag dieser Qualität es auf die erste Seite der“ Zeit“  geschafft hat. – Rainer Heukamp


Leserbrief zu „Er? Sie? Mehr!“ von Raoul Löbbert

Gender Studies im Rahmen eines Soziologie Studiums mögen sinnvoll sein, einige Forderungen aus der LGBTIQ Szene sind es nicht. Transgenderismus funktioniert auch nur so lange es noch definierte Gender gibt. Warum sollte ein Mann das Gender einer Frau, eine Frau das Gender eines Mannes leben wollen, wenn es keine Unterschiede mehr gibt? Außerdem gehen die Forderungen jetzt schon viel weiter und werden in Zukunft noch extremer werden, zum Beispiel lautet ein Slogan: „No Gender!“. Darauf könnten noch folgen: „No Sex!“, „No Intercourse!“ und „No Love!“. Die Dystopie ist eine von androgynen, geschlechts- und empathielosen Retortenmenschen bevölkerte Welt. BRAVE NEW WORLD! – Johannes Lenz


Leserbrief zum Titelthema „Welches Geschlecht habe ich?“

Es ist diskriminierend, dass nicht alle sexuellen Minderheiten eine Berücksichtigung finden in der Bezeichnung LGBTIQ. Wo bleiben die Anhänger der Sodomie, also diejenigen, die sich für ein Tier als sexuellen Partner entscheiden? Für ihre Rechte muss doch auch Gender-Mainstreaming kämpfen! Diese Gruppe wird nicht nur diskriminiert, sie wird auch vom Gesetzgeber bestraft, wenn sie ihren Neigungen nachgeht. Ich schlage also vor:  LGBTIQS. Das kann man sich auch besser merken: ElGeBetiqs.

Frau Julia Friedrichs danke ich herzlich für ihren ausführlichen Artikel, ich wusste nicht beim Lesen, ob ich lachen oder vor Wut heulen soll, vor allem bei der Vorstellung, mit welchen Themen sich die Rot-Rot-Grüne Koalition in Berlin beschäftigt, obwohl es ganze Stadtteile in Berlin gibt, die No Go Area darstellen. –  K. Göggel


Leserbrief zu „Alles Rassisten, oder was?“ von Jochen Bittner

Vielen Dank für Ihre kritische Analyse der Argumentation von Aiman Mazyek über die Gründe des islamistischen Terrors in der FAZ.

Man muss im Übrigen nur Mazyeks Stellungnahmen seit gefühlten Jahrzehnten in Diskussionen in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten verfolgen, um Ihre Aussage, dass „er (leider) Teil des Reformstaus ist“, zu verstehen.

Wenn ich mich recht erinnere, verurteilt er natürlich die Anschläge aufs Schärfste, nimmt auch an Demonstrationen wie der in Berlin nach dem Mordanschlag auf den Weihnachtsmarkt statt, ist aber, wenn ich mich recht erinnere, noch nie bereit gewesen, die Ursachen dafür im Islam und seinem Absolutheitsanspruch zu sehen. Statt bereit zu sein, seine Religion einer Religionskritik zu unterziehen, die dann auch ihre Anhänger erreichen könnte, damit sie endlich Distanz zu ihr gewinnen, etwas, was die Aufklärungsphilosophen im 18. Jahrhundert und Feuerbach und Marx im 19. Jahrhundert längst für uns geleistet haben, sucht er Ausflüchte in Argumenten, wie Sie sie anführen: z.B. der „Rassismus-Keule“, die, gegenüber Deutschen angewandt, offensichtlich sehr opportun ist. Unsere Gesellschaft grenze außerdem junge Muslime aus, sie fühlten sich in ihr als Menschen zweiter Klasse – das letzte Erklärungsmuster höre ich neuerdings immer häufiger- und dann irrlichtert ganz im Sinne der Unantastbarkeit des Islam immer noch das leider nicht nur von Moslems vorgetragene Argument durch den Raum, dass solche Attentate nichts mit dem Islam zu tun hätten, denn „Moslems tun so etwas nicht“.

Mit anderen Worten: Die islamische Religion wird selbst von einem syrischen Studenten, dem ich seit ca. anderthalb Jahren mein Gästezimmer zur Verfügung gestellt habe, nicht ernsthaft in Frage gestellt. Wenn ich auf den Islamismus als Grund des Übels hinweise, zuckt er kurz zusammen bzw. wird unsicher. Darüber kommt dann kein Gespräch zustande. Genau dort, im Gehirn nämlich, in der Absolutsetzung der Aussagen des Korans – oder sollen wir direkt von Gehirnwäsche reden? – liegt meiner Ansicht nach das Hauptproblem.

Nochmals vielen Dank für Ihre erhellende Analyse. – Heinrich Meißner


Leserbrief zu „Die Grillteller stehen bereit“ von Yassin Musharbash

In der Zeit, insbesondere im Ressort Politik erwarte ich Informationen, Hintergrundberichte oder Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen. Nichts davon finde ich in dem vorliegenden Artikel. Ich nehme an, dass dieser als Satire gemeint war. Aber anstatt Missstände oder Probleme in der Bundeswehr zu thematisieren, machen Sie sich auf Kosten der Bundeswehrsoldaten lustig, die in Auslandseinsätze geschickt werden.

Mir ist nicht klar, welche Erkenntnisse Leser aus diesem Artikel gewinnen sollen. Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass Auslandseinsätze der Bundeswehr für die Soldaten und ihre Familien oftmals sehr belastend sind? Ich hoffe, das ich einen derartig niveaulosen Artikel so schnell nicht wieder in der Zeit lesen werde. – Cordula Schwarzmeier


Leserbrief zu „Sie entscheiden über Menschenleben“ von Marc Brost und Niklas Dummer

Ich weiß gar nicht wohin mit meiner Wut, wenn ich nur das Wort BaMF höre. Endlich berichten Sie über diese Behörde. Ich begleite (ganz privat) einen irakischen Flüchtling durch sein Asylverfahren (durch ihn wiederum kenne ich  viele andere syrische Flüchtlinge und deren Bescheide). Ich behaupte, dass die meisten Bescheide willkürlich  und/oder politisch motiviert sind.

„Mein“ Schützling bekam erst 9(!) Monate nach seiner Anhörung den Bescheid.

Was ich an ablehnenden Begründungen des Entscheiders gelesen habe, zieht einem die Schuhe aus: U.a. wird ihm unterstellt, eine schöne „Reise“ von Bagdad nach Stuttgart unternommen zu haben. Nur am Rande bemerkt: Er hat wie so viele andere Flüchtlinge unter erhöhter Lebensgefahr ein Schlauchboot in Izmir bestiegen, um nach Griechenland zu gelangen (er kann nicht schwimmen, bekam eine gefakte Schwimmweste). Laut BaMF war das eine nette Reise.

Eine weitere (unlogische) Begründung: „Der Antragsteller lebte in einem…überwiegend schiitischen Stadtviertel. Zwar ist bekannt, dass schiitische Miliz teilweise versuchen sunnitische Bewohner an der Rückkehr zu hindern.  Der Antragsteller ist jedoch selbst Schiit. Eine Verfolgung…ist jedoch nicht beachtlich wahrscheinlich…“ Absurd! Als würde man dem Antragsteller an der Nasenspitze ansehen, dass er Schiit ist. (Jeder wird willkürlich schikaniert im Irak, der der Miliz gerade über den Weg läuft).

Des  weiteren führt der Entscheider in Nürnberg aus (er hat übrigens den Antragsteller nie zu Gesicht bekommen), dass 2,4 Millionen Iraker hungerten und auf Nahrungsmittelhilfe der Regierung angewiesen seien, der Antragsteller aber weitere Familienangehörige im Irak habe und darüber  hinaus gesund und erwerbsfähig sei und führt gleich im nächsten Satz an, „dass die gegenwärtige Versorgungslage sehr schwierig ist….Jedoch sind…die humanitären Bedingungen bei einer Rückkehr nicht als derart schlecht zu bewerten, dass diese den Schweregrad einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung erreichen.“

Wer so unsinnig und auch unmenschlich entscheidet, der soll selbst mal ein halbes Jahr im Irak (über-) leben. – L. Ackva


Leserbrief zu „Sicher ist gar nichts“ von Mark Schieritz

Die Vorschläge der Parteien dienten „eher der Mobilisierung der eigenen Anhänger als der Sache“ meint Mark Schieritz. Ja, was denn sonst? Das ist doch ein ganz wesentliches Merkmal jedes wahlgestützten Systems: es geht weniger um die Sache an sich, um die bestmögliche Politik, sondern zuvörderst darum, gewählt und wiedergewählt zu werden. „um möglichst ungestört weiterregieren“ zu können – natürlich im Dienst der Sache, oder? Insofern darf man auch gespannt sein, wieweit ein Herr Macron seine Chance zu einschneidenden Änderungen, zur wirklichen Gestaltung nutzt – oder wie bald er den Blick auf seine Wiederwahl richtet – natürlich, um noch mehr bewirken zu können. – Dr. Rainer Brackhane



Leserbrief zu „Der Verdacht gegen die Vielen“ Ruud Koopmans

Ich verstehe mich als Mitglied der Mehrheitsgesellschaft und kann als solches nur sagen, dass mir Ruud Koopmans aus der Seele gesprochen hat.

Prof. Koopmans erinnert in seinem Artikel überzeugend an das eigentlich Selbstverständliche und stellt damit so manche ´Ver-Rücktheit´, die aus einer Vielzahl der Publikationen zu den Themata „Leitkultur“, Heimat, Migration, Umgang mit nationalen Minderheiten und Toleranz spricht, wieder vom Kopf auf die Füße. Sind wir tatsächlich so weit gekommen, dass, wer insistiert auf die kulturgeschichtlich gewachsenen Werte unserer Gesellschaft, damit rechnen muss, sich dem Stigma einer ausländerfeindlichen, immigrationsablehnenden und rechtsnationalistischen Gesinnung auszusetzen?

Es mangelt der Mehrheitsgesellschaft an Mut zu konstruktiven Grenzziehungen. Ruud Koopmans zeigt, wohin das führt: Indem wir das Notwendige gerade nicht tun, eröffnen wir den Extremvereinfachern aller Couleur und rechtsnationalen Radikalgesinnungen Tür und Tor. Diesen Zusammenhang, dessen Auswüchse zwangsläufig zur Erosion des demokratischen Gesellschaftssystems führen, hat Koopmans luzide verdeutlicht.

Was also tun?  Vorschlag 1: Sich wieder auf die Füße stellen, um kulturgeschichtlichen Bodenkontakt zurückzugewinnen. Vorschlag 2: Der mehrheitsgetragenen Gesellschaftskultur (um auch an dieser Stelle den vergifteten Begriff einer „Leitkultur“ zu vermeiden) den ihr gebührenden Rechtsrahmen verschaffen, ggf. mittels eines fundierten Einwanderungsgesetzes. Vorschlag 3: Partikularinteressen eindämmen, ohne Minderheitenrechte zu unterdrücken. – Armin Brost


Leserbrief zum ZEIT MAGAZIN

Im ZEIT Magazin löse ich gerne die Lebensgeschichte („Tratschke“) und manchmal auch die Logelei. Manchmal kann ich die Lebensgeschichte (so wie heute Morgen) schon beim 1. Lesen in der Straßenbahn lösen. Früher konnte ich mich darüber allerdings viel mehr freuen als heute. In Zeiten des Internets kann ein aufgeweckter 14-jähriger die gesuchte Person oft mit Hilfe von Google und Wikipedia in wenigen Minuten finden und das auch ohne geschichtliche Kenntnisse.  Nehmen Sie das Beispiel von dieser Woche. Extrahieren Sie alle wörtlichen Zitate aus der Lebensgeschichte und ergänzen Sie dies um einige Stichworte.

Google antwortet mit einer Liste von Fundstellen und auf Rang 7 der Liste finde ich die Lösung, die ich schon vorher kannte:  von unten bis oben alle verbrecher geistiger treiber sofortige vernichtung der verschwörer v-mann südamerika marine u-boot kommandant http://jsonpedia.org/annotate/resource/html/de:Wilhelm_Canaris

Das Beispiel oben ist kein Zufall, dieses Experiment habe ich schon mehrfach wiederholt, wenn ich mal Zeit und Motivation hatte. Da arbeite ich seit 50 Jahren an meinem bildungsbürgerlichen Halbwissen und nun kann jeder Aufschneider den Tratschke lösen. Da müssen Sie was gegen tun, als Abonnent erwarte ich das einfach. Deshalb folgender Vorschlag für die Autoren der Lebensgeschichten:   1. keine wörtliche Zitate mehr, außer in eigener Übersetzung aus Fremdsprachen   2. keine Fachbegriffe, Kürzel, Namen, Jahreszahlen mehr, falls diese eine      eindeutige zeitliche, räumliche oder thematische Verortung erlauben   Wenn Thomas von Randow („Zweistein“) noch leben würde, dann müsste man auch über Änderungen bei den Logeleien reden.

Vermutlich haben schon andere Leser vor mir erklärt, warum Alphametiken heute etwas albern wirken: Sie sind leicht mit dem Computer lösbar sind. Das klassische Beispiel SEND + MORE = MONEY wird heute oft benutzt, um Anfängern ein bekanntes Problem zur Einführung in neue Programmiersprachen  zu bieten:  http://lpl.unifr.ch/lpl/lplmodels/puzzles/sendmore.pdf http://zverovich.net/2012/10/09/constraint-programming-in-ampl.html https://gist.github.com/jeremieroy/584216655d60eac06ae3

Die beiden Probleme aus dem ZEIT Magazin vom 14. Juni 2017 habe ich einfach mal mit meiner Lieblingsprogrammiersprache MiniZinc gelöst und dazu folgende Programme geschrieben.

Problem 1:
var 1..9: B;
var 1..9: L;
var 0..9: A;
var 0..9: U;
var 0..9: I;
var 0..9: R;
var 0..9: N;
constraint
(1000 * B) + (100 * L) + (10 * A) + U   +
(1000 * L) + (100 * I) + (10 * L) + A   =
(10000 * B) + (1000 * R) + (100 * A) + (10 * U) + N;
include „globals.mzn“;
constraint all_different([ B, L, A, U, I, R, N ]);
solve satisfy;

Eindeutige Lösung:
B = 1;
L = 8;
A = 4;
U = 2;
I = 5;
R = 0;
N = 6;

Problem 2:
var 1..9: R;
var 0..9: O;
var 0..9: T;
var 1..9: G;
var 0..9: E;
var 0..9: L;
var 0..9: B;
var 0..9: A;
var 0..9: S;
constraint
((100 * R) + (10 * O) + T)   *
((1000 * G) + (100 * E) + (10 * L) + B)   =
(1000000 * R) +  (100000 * O) + (10000 * S) + (1000 * A) + (100 * R) + (10 * O) + T;
include „globals.mzn“;
constraint all_different([ R, O, T, G, E, L, B, A, S ]);
solve satisfy;

Eindeutige Lösung:
R = 2;
O = 7;
T = 5;
G = 9;
E = 8;
L = 4;
B = 1;
A = 6;
S = 0;

Mit solchen Programmiersprachen kann man auch leicht zeigen, dass Problem 2 „überspezifiziert“ war. D.h. die Aufgabe enthielt viel mir Information als der Computer für die eindeutige Lösung brauchte. Die redundanten Nebenbedingungen sind in dem Problem wohl enthalten, damit Menschen beim Rechnen auf dem Papier leichter die Lösung finden.  –  Jürgen Kahrs


Leserbrief zu „Er? Sie? Mehr!“ von Raoul Löbbert

Mit großem Interesse habe ich den Artikel über Gender Studies von Raoul Löbbert gelesen. Das prinzipiell gute Anliegen der Gender Studies steht durch Ihre eigenen Protagonisten im Zwiespalt. Statt die Anliegen klar verständlich und damit auch für die Mehrheitsgesellschaft tragbar zu kommunizieren, geht die Szene offenbar eher den Weg über Abgrenzung, der intellektuellen Enklaven und der In- Outgroups. Herr Löbbert mag tapfer den Mainstream propagieren, die Mehrheit stellt er nicht dar. Und das ist das Problem. – Andreas Steffen


Leserbrief zu „So geht links“ von Peter Dausend und  „Von oben herab“ von Khue

Leider sind die Artikel zum Erfolg der Labour Party bei den Parlamentswahlen in Großbritannien vom 8. Juni sehr oberflächlich. Schade auch, dass in der ZEIT im Vorfeld der Wahlen keine kritische Analyse der Politik der konservativen Regierungen unter David Cameron und Theresa May erschienen ist, die unter anderem für einen hohen Anteil an prekären Arbeitsverhältnissen in Großbritannien (22 % in 2016) verantwortlich ist und dabei ist das staatliche Schulsystem komplett zu ruinieren.  Jeremy Corbyns Erfolg beruht nicht auf „dem Anschein echt zu sein“. Vielmehr hat die Labour Party unter seiner Führung ein mutiges Programm zur Bekämpfung der sozialen Missstände durch Umverteilung vorgelegt, das viele Wähler überzeugt hat.

Was die SPD von Corbyn und der Labour Party lernen könnte: Statt an Wahlstrategien zu tüfteln, sich ehrlich zu den sozialen und ökologischen Probleme zu positionieren. Arbeit auf Abruf (zero-hours contracts) zum Beispiel gibt es auch in Deutschland! – Gudrun Rogge-Wiest


Leserbrief zu „Er? Sie? Mehr!“ von Raoul Löbbert

Transgender-Männer oder -Frauen ihr Ding machen zu lassen, ist doch für viele oder die meisten gar kein Thema mehr.

Thema wird es, wenn diese Minderheiten der Mehrheit ihre Weltsicht aufzwingen wollen. Lesen Sie dazu bitte den Bericht ihrer Kollegin Julia Friedrichs im ZEIT Magazin der selben Ausgabe, Der Kampf um das Geschlecht, Seite 15.

Zur aus meiner Sicht Kernfrage von Gender Studies, inwieweit das biologische Geschlecht einen bestimmten Rahmen für das soziale Geschlecht setzt, sagen Sie so gut wie gar nichts.

Bekanntlich wird dieser Zusammenhang in den Gender Studies verneint. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse werden ignoriert. Das Nichtvorhandensein dieses wesentlichen Zusammenghangs wird postuliert. Daraus folgt, Gender Studies sind eine Ideologie und keine Wissenschaft. Und desdhalb werden Sie von manchen Zeitgenossen etwas schräg angeschaut, wenn Sie sagen, sie hätten Gender Studies studiert.

Natürlich ist das kein Grund, blöde und diskriminierende Witze auf Ihre Kosten zu machen. – Reiner Felkel


Leserbrief zu „Warum sind die meisten Studien falsch, Herr Ioannidis?“ von Christoph Drösser

Anbei möchte ich Ihnen folgenden Wortlaut übermitteln, den Sie gerne als Leserbrief – eventuell mit der Überschrift „Bullshit vs Lüge“ – zum o.g. Artikel veröffentlichen dürfen:

Man mag es nicht glauben, aber die globalisierte Betriebswirtschaftslehre bzw. Management Science, mit ihren Millionen von BWL-Studierenden, die ihren Lehrkörper rekrutiert und mithilfe eines jährlichen Outputs von tausenden und abertausenden empirischen Studien bei der Stange hält, plagt ein noch schlimmeres Übel als die mit Lügen durchsetzte Medizinforschung: das ‚Bullshitting‘. Damit ist ein, im Falle der BWL zahlengetriebenes Verbreiten dreisten Unsinns  in einem riesigen Ausmaße gemeint, verursacht durch das hunderttausendfache Suchen und Finden von Forschungslücken, wo keine sind. Auch hier werden ständig „p-Werte“ mit den tollsten Signifikanzen produziert. Wieso Bullshitting schlimmer ist als die Lüge? Ich zitiere den Philosophen Harry G. Frankfurt: „Der Bullshitter […] weist die Autorität der Wahrheit nicht ab und widersetzt sich ihr nicht, wie es der Lügner tut. Er beachtet sie einfach gar nicht. Aus diesem Grunde ist Bullshit ein größerer Feind der Wahrheit als die Lüge“.

Ich denke, das sitzt. :-) – Dr. Stefan Hauptmann


Leserbrief zu „Blut und Wasser“ von Elisabeth Raether

Vielen Dank für Ihren interessanten Leitartikel. Daß Überdüngung von Böden mit Gülle zu einer Verteuerung des Leitungswassers führen könnte, ist in der Tat eine Meldung wert.

Ihr Argument, die Intensivhaltung von Tieren sei für den Verbraucher „nicht mal günstig“, ist aber meines Erachtens unvollständig. Es fehlen Angaben über die Mehrkosten einer weniger intensiven Landwirtschaft für den Verbraucher. Um Ihr Argument zu beweisen, müßten Sie denselben „Warenkorb“ aus Wasserverbrauch und Schweinefleischkonsum (38.1 kg pro Kopf und Jahr laut

https://de.wikipedia.org/wiki/Fleischkonsum_in_Deutschland)

zugrundelegen und nachweisen, daß er sich bei weniger intensiver Landwirtschaft verbilligen (oder jedenfalls nicht verteuern) würde.

Es mag andere gewichtige Argumente gegen die intensive Tierhaltung geben; aber Ihr Artikel möchte seine Stärke ja gerade aus der Widerlegung der Hypothese vom billigen Fleisch beziehen. Das wäre in der Tat wissenswert, aber Ihr Artikel bleibt den Beweis schuldig.  – Thomas von Schroeter


Leserbrief zu „Krieg um Katar?“ von Josef Joffe

Ihr weitreichendes Allgemeinwissen  ( wird Ihnen von einem Team  bei den historischen Vergleichen und Anekdoten geholfen ? ) und  Ihr Formulierungsgeschick beeindrucken mich und gewiss auch viele andere ZEIT – Leser seit Langem.

Nun ueberaschen Sie mich mit einem faszinirendem Beitrag in englischer Sprache unter dem Titel „How Trump is like Obama“. „Typisch Josef Joffe“, wage ich zu sagen. „Lesenswert“, sage ich meinen amerikanischen Freunden.

(Grundsaetzlich jedoch meine ich, dass Sie Obama’s Aussenpolitik zu kritisch beurteilen.Er musste doch immer gegen einen Kongress regieren und fand niemals Unterstuetzung oder konstruktive Kritik.)

Ich lese das WSJ selten. Ab und zu, um die andere Meinung zu erfahren. Ich bin Demokrat, das Blatt all zu sehr republikanisch. Ich hatte es zufaelig im Flugzeug am 14. Juni in der Hand.  Hatte Glueck ! Also mal wieder “ vielen Dank, Herr Joffe !“ – Johannes Girmes


Leserbrief zu „Rad ab“ in ZEIT:Hamburg von Frank Drieschner

Ich lese die ZEIT seit vielen Jahren mit großer Begeisterung, habe mich aber selten über einen so dämlichen Artikel geärgert wie jetzt der von Ihnen Herr Drieschner. Allein die polemische Einleitung „Am Sonntag legen Fahrradfahrer die Stadt lahm“ ist so bekloppt, dass man nur mit den Ohren schlackern kann. Um eine Großstadt wie Hamburg lahm zu legen, braucht es sicherlich etwas mehr an Aufwand.

Ich werde morgen das erste Mal an dieser Sternfahrt teilnehmen als begeisterter Radfahrer und freue mich auf dieses Ereignis. Hier geht es in erster Linie auch nicht um eine politische Demonstration, sondern darum, mit anderen Pedalisten einmal Räume in der Stadt zu erobern, die sonst anderen vorbehalten sind. Insbesondere die Fahrt über die Köhlbrandbrücke ist dabei ein Highlight. Da die Veranstaltung nicht im Berufsverkehr stattfindet, kann man auch nicht von großartiger Behinderung sprechen. Ich bin selber tagtäglich als Berufskraftfahrer mit dem Auto in Hamburg unterwegs und genieße es, nach getaner Arbeit auf das Zweirad umzusteigen und wo immer es geht die grünen Velorouten in Hamburg zu erkunden. Hamburg hat leider in den letzten Jahren erhebliche Defizite in der Verkehrspolitik zu verkraften und ist, was den Ausbau der Fahrradinfrastruktur angeht noch längst nicht am Ziel. Es ist gut, dass es Stadträder gibt, es ist fantastisch, dass jetzt mehr Fahrradstraßen entstehen, bei denen sich anfänglicher Widerstand der Anwohner schnell in Akzeptanz gewandelt hat. Aber einen wirklich zukunftsfähigen Mix aus Elektromobilität und Fahrradkultur wird es wohl erst in den nächsten 10 Jahren geben. Dabei hat eine Stadt wie Kopenhagen längst gezeigt, wo der Hammer hängt und wie es geht.

Und jetzt kommen Sie mit Ihrem einseitigen und zutiefst polemischen Artikel nach dem Motto, ihr habt wohl ein „RAD AB“. Zuerst einmal outen Sie sich selbst als ehemaligen Mitfahrer der Sternfahrt, um dem Leser dann in aller Ausführlichkeit und mit anbiederndem „Du“ darzulegen, wie überholt diese Art des Protestes wohl sei. Dann sollten Sie sich vielleicht auch mal die Harley Days vornehmen, die zusätzlich zu zwei Rädern noch jede Menge Lautstärke im Angebot haben. Oder wie wäre es mit der Baltic Sea Ralley, die heute in Hamburg gestartet ist und bei der jede Menge Autos älter als 20 Jahre, mit ihren Abgasen zu einem schönen Cocktail beitragen. Für mich gehören alle diese Ereignisse zu einer lebendigen Stadt und müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es geht schlicht um ein faires Miteinander und da darf das Fahrrad einmal Im Jahr sicherlich hervorgehoben werden.

Wer sich die Verkehrspolitik der Zukunft anschauen möchte, dem muss zwangsläufig klar sein, dass es so nicht weitergehen kann und wird. Der Diesel ein Auslaufmodell, Umweltzonen, autofreie Wohngebiete. Wir befinden uns in einem Wandel in Bezug auf Mobilität und dabei wird u.a. das Fahrrad eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Ihre ketzerische Konklusion, dass Elektrofahrräder etwas für Leute mit mangelnder Fitness sind, zeigt mir, dass Sie das Potential dieser Entwicklung noch gar nicht erkannt haben. Ich selber würde mich als äußert fit bezeichnen, fahre aber mit Begeisterung Pedelec, weil man übrigens auch da treten muss! Der Puls kommt genauso in Schwung, wie auf einem herkömmlichen Rad und ich kann schnell fahren. Einfach mal ausprobieren Herr Drieschner.

Ich hoffe sehr, dass die Redaktion der ZEIT Hamburg in Zukunft mehr Wert auf sachliche Berichterstattung legt und weniger Polemik. Ansonsten kennzeichnen Sie das bitte als Kommentar eines Einzelnen. – Rainer Schmidt


Leserbrief zu „Kluge Philanthropen müssen wir nicht aus Amerika importieren!“ von Uwe Jean Heuser

„Stiftungen“ sind schon deshalb ein schwieriges Thema, weil z. B. „Familienstiftungen“ nicht gemeinnützig sind. Stiftungen werden nicht ausschließlich aus philantropischen Gründen errichtet, wie Ihr Gespräch suggeriert, sondern auch um als „Holdings“ von Konzernen fleißig am Wirtschaftsleben teilnehmen zu können. Dem Gespräch zwischen Uwe-Jens Heuser und Felix Oldenburg kann ich nicht entnehmen, dass zwischen den Stiftungsmodellen überhaupt unterschieden wird.

Herr Oldenburg fordert, der Gesetzgeber möge „Investionen“ der kleinen Stiftungen ermöglichen; dies klingt so, als ob (auch gemeinnützige) Stiftungen nicht schon jetzt in bestehende Kindergärten (oder ähnliches) investieren könnten, um das Kapital zu erhalten; gemeinnützige Stiftungen dürfen nur keinen wirtschaftlichen Einfluss auf Unternehmen haben (also die Mehrheit an Kapital und Personengesellschaften). Nicht gemeinnützigen Stiftungen steht dies jedoch bereits jetzt zu (z. B. nicht gemeinnützigen Grundbesitzstiftungen) Es kann also nur darum gehen, dass alle (auch gemeinnützige) Stiftungen leichter zur Konzernspitze werden können.

Mir fehlt daher die Frage, warum wir – Sie und ich – als Steuerzahler gemeinnützige Stiftungen steuerlich begünstigen sollen, damit sie unbeschränkt wirtschaftlich tätig werden können.

Ob – wie im Bereich der gemeinnützigen Vereine als Konzernspitze (ADAC) – die Forderungen von Herrn Oldenburg bei der Politik auf fruchtbaren Boden stößt, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich halte es jedoch für richtiger, wenn alle gemeinnützigen Organisationen nicht wirtschaftliche Konkurrenten werden könnten: Wer ein Krankenhaus z. B. als Stiftung …. GmbH & Co. KG (Stiftung + GmbH + KG = Konzern) betreiben will, um Gewinn zu machen und an Kommanditisten verteilen möchte, wogegen ja grundsätzlich nichts spricht, sollte dies aber nicht in der gleichen Weise steuerbegünstigt tun dürfen wie gemeinnützige Organisationen, die den Gewinn nicht über Tochterunternehmen verteilen. – Manfred Koopmann


Leserbrief zu „Sicher ist gar nichts“ von Mark Schieritz

Der Artikel berührt einen wichtigen Grundsatz, ohne ihn direkt zu benennen: Wir brauchen ein Rentensystem, welches nicht auf dauerhaftes Bevölkerungswachstum angewiesen ist, sondern vielleicht sogar eine rückläufige Bevölkerungs-Größe verkraftet. Dass geburtenschwache Jahrgänge die Rente der geburtenreichen Jahrgänge bezahlen müssen (wie im Artikel als Grundproblem aufgeführt), ist offensichtlich ein zeitlich befristetes Phänomen. Dementsprechend brauchen wir dafür auch „nur“ eine Übergangslösung, z.B. eine befristete Unterstützung der Rentenversicherung aus den derzeit eher sprudelnden Steuereinnahmen. Wenn dann in wenigen Jahrzehnten die Rentnerschaft aus geburtenarmen Jahrgängen besteht und das Verhältnis von Jung zu Alt wieder „beim Alten“ ist (weniger Junge bezahlen die Rente von weniger Alten), kann eine dauerhafte Lösung fixiert werden. – Dr. Christian Voll


Leserbrief zu „Warum sind die meisten Studien falsch, Herr Ioannidis?“ von Christoph Drösser

Zu Ihrem in der aktuellen Zeit (2017, Nr. 25) erschienenen Artikel: “ Warum sind die meisten Studien falsch, Herr Ioannidis?“  beschreibt der Autor die gefallene Welt der Wissenschaft.

Hierzu habe ich einige Worte die ich gerne (sofern Sie es für richtig empfinden) unter den Leserbriefen veröffentlicht haben würde:

Zweifelsohne liegt auf jedem Wissenschaftler ein Pupblikationsdruck der vor allem das Veröffentlichen von guten und bahnbrechenden Ergebnissen verlangt. Mein Vorschlag um aber auch die von Herrn Ioannidis angesprochenen missglückten Experimenten zu veröffentlichen, wäre eine art „Pflichtanteil missglückter Experimente“ -in allen Fachzeitschriften. Dann müsste sich niemand dieser Ergebnisse schämen und die Wissenschaft wäre (zumindest zum Teil) befreit vom Zwang des Perfekten. – Dr. Adria


Leserbrief zu „Ungleiche Wahl“ von Matthias Bartke

Der unscheinbare Meinungsbeitrag zum Wahlrecht von geistig eingeschränkten Menschen behandelt ein Thema, das es verdient hätte, als Schlagzeile auf Seite eins zu erscheinen.  Wie klug muss man sein, um an unserer Demokratie teilnehmen zu dürfen und wer entscheidet darüber?

Ich glaube, dass die folgende Anekdote das Problem noch anschaulicher macht. Ich leistete vor Jahren Zivildienst in einem Heim für sogenannte geistig Behinderte. Dort hatte sich zu Wahlen eine kleine Tradition etabliert:

Alle wahlberechtigten Heimbewohner – und das waren erstaunlich viele – stimmten per Briefwahl ab. Für diejenigen, denen die intellektuellen Fähigkeiten fehlten, ein Kreuz an einer bestimmten Stelle zu malen, erledigte der Geschäftsführer der Einrichtung das kurzerhand selbst. Die Übrigen wurden an einem Sonntagnachmittag zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Dort zeigte der Geschäftsführer ihnen, was anzukreuzen war.

Niemand fand daran Anstoß und das Wahl-Happening mit Kaffee und Kuchen war allseits beliebt. An einem solchen Sonntag traf ich Emil, einen recht alten Heimbewohner, alleine in seinem Zimmer. „Warum bist du nicht mit den Anderen zum Wählen beim Geschäftsführer?“, fragte ich ihn.

An seine Antwort muss ich seither immer wieder denken und bei jeder Wahl wünschte ich, es gäbe mehr Menschen mit dem Verstand von Emil: „Ich bin ein alter Mann. Als ich noch jung war, durfte ich schon einmal wählen, das war 1933.

Weil ich nicht so klug bin, habe ich die Anderen gefragt, was ich wählen soll und mich danach gerichtet.

Man weiß ja, was dabei herausgekommen ist. Da habe ich mir gesagt: Emil, du bist wahrscheinlich zu dumm zum Wählen. Und ich habe mir vorgenommen, es künftig zu lassen.“ – J. H.


Leserbrief zu „Unterwegs zum »neuen Menschen«“ von Jens Balzer

Das ist nun also der neue Faschismus mit Herrenrasse und Untermenschen.  Alte Gespenster steigen aus den Gräbern – die Untoten. Ist es beruhigend,  dass in diesem Szenario von Auslese und interstellarer Migration kein einziger Frauenname genannt wird? Ich hoffe auf einen menschheitsliebenden Feminismus zur Rettung des Planeten und nicht zu seiner Abwicklung. – Gabriele Heise


Leserbrief zu „Rad ab“ in ZEIT:Hamburg von Frank Drieschner

Mal ehrlich, wer braucht solche Artikel bzw. Meinungsäußerungen einzelner Journalisten, die mit ihrem Privatempfinden die gesamte erste Seite des Hamburgteils vereinnahmen. Die Themen „Fahrradstadt“ Hamburg, Fahrradsternfahrten, Hamburger Verkehrswegeplanung, Konkurrenz zwischen Fahrradfahrern, Fußgängern und Autofahrern etc. etc. wurden schon oft und hinreichend beschrieben.

Wenn ich einen Kommentar lesen möchte, lese ich einen Kommentar. Was ich als Abonnent einer Wochenzeitung wirklich nicht brauche sind meinungsgeprägte Artikel, die wenig differenziert über das Niveau „ich belehre meine Leser mit meiner Privatmeinung“ hinauskommen.

Welchen Zugewinn an Information, Argumentation oder Diskussion bringt dieser Artikel? Wie sollen konkrete politische Impulse im Getöse unserer Großstadt entstehen, wenn niemand für sein Anliegen auf die Straße geht oder fährt?

Ich fahre fast täglich zur Hauptverkehrszeit mit dem Fahrrad durch den Hamburger Westen. Ich erlebe Kooperation, Konfrontation und Gefährdung jeden Tag zwischen den Radfahrern selbst, aber auch zwischen allen anderen Verkehrsteilnehmern, die sich gehetzt gleichzeitig durch die Nadelöhre der Verkehrswege drängen. Was ich leider seltener erlebe, ist vorausschauendes, rücksichtnehmendes Verhalten im Straßenverkehr. Und das bringt uns alle täglich nicht nur in Stress, sondern auch in körperliche Gefahr.

Die von Ihnen genannten Polarisierungsversuche unterscheiden sich nicht viel von der pädagogischen Intention Ihres Artikels. Eine differenziertere Darstellung von Argumenten und konstruktiven Ansätzen wäre wirklich hilfreicher gewesen. – Joachim Scholz


Leserbrief zu „Ich galt als liberaler Scheißer“ von Christian Staas

Ich habe von 1965 – 1967 in Berlin studiert. Die im Gegensatz zur damaligen Springer-Presse einfühlsamen, wohlwollend-kritischen und sachkundigen Artikel von Kai Hermann über die Studentenbewegung haben dazu geführt, daß ich seither regelmäßig DIE ZEIT kaufe und lese. Danke! – Ingbert Lindemann


Leserbrief zu „Wir müssen reden“ von Michael Thumann und Bernd Ulrich

„Und mit Ungeduld wurde in dieser Region schon genug kaputt gemacht“: Ja!

Mit Autokratie und scharfen Waffen kann man seinen Willen vermeintlich schnell umsetzen. Demokratie und Diplomatie sind langsam, manchmal allerdings auch unnötig schwerfällig.

Wenn sie, meine ich, auch „alternativlos“ sind, sollte man sich zu ihren Abläufen Gedanken machen.

Unsere deutsche Demokratie ist ein wenig in die Jahre gekommen. In den Parteien gibt es hierarchische, manchmal verkrustete Strukturen, die verhindern, dass authentische, fachbegabte Menschen eine Chance haben. Macron macht Hoffnung, dass sich das ändert.

Diplomatie: Seit Jahrtausenden investieren Menschen ungeheure finanzielle und geistige Ressourcen in Instrumente, die dazu dienen, Menschen zu quälen oder zu töten. Dagegen gibt es kaum „Kriegsvermeidungsstrategien“ – nur Drohung und Sanktionen. Das ist wenig und kommt meist zu spät. Es gilt friedliche, effektive Strategien zu entwickeln zur Krisenbewältigung!

Unser AA und die der EU scheinen mir zur Friedensstrategie ungenügend gerüstet. Immer noch gibt es – auch in der EU – Länder, die glauben, Krisen mit Waffengewalt lösen zu müssen: eine uralte Faszination.

Deutschland sollte diesen Gedanken verlernt haben. Doch Deutschland rüstet auf – nicht nur qualitativ, was verantwortungsvoll wäre, sondern quantitativ. Unseren Volksvertretern, die ihre Macht nur von ihren Wählern geliehen (!) bekamen, sollte jederzeit bewusst sein, dass Deutschland – zu Recht – ein reines Verteidigungsheer hat!

Auch scheint mir das AA wenig gerüstet zur Krisenvermeidung. Wieviel Expertise hat es in den uns fremden Kulturen, Menschen auch non verbal zu verstehen, wenn es alle paar Jahre seine Chefdiplomaten in andere Kulturkreise schickt? Wie effektiv ist das System im AA, Krisen zu erkennen, BEVOR sie eskalieren und präventiv einzugreifen?

Wie wäre es, viel Geld in eine hochkarätig besetzte Europäische Denkfabrik zur Erarbeitung von Kriegsvermeidungsstrategien zu investieren, die regelmäßig dem Europäischen Parlament berichten müsste? Damit könnte Europa seine Macht als Friedensprojekt unter Beweis stellen. – Dr. Ursula Augener   


Leserbrief zu Farbdarstellung in Grafik „So sehen Sieger aus“ von Andrea Böhm

Nur ein kleiner Hinweis: Seit Jahren habe ich als Rot-Grün-Fehlsichtiger Probleme mit Farben in Grafiken in DIE ZEIT. Aktuell in Nr 25 auf Seite 3: mit extremer Mühe sind die Farben auseinander zu halten. Ein Blau oder Orange hätte auch für mich zu einer der verwendeten Farben gut kontrastiert. Mal mit der Druckerei reden? – Ein Leser


Leserbrief zu „Ungleiche Wahl“ von Matthias Bartke

Ich bin ehrenamtlicher Betreuer und komme daher mit vielen von den im Artikel Angesprochenen in Kontakt. Bisher sind wir noch  n i e  in ein Gepräch über Politik gekommen. Zufall? Hier wird ein sehr großes Fass aufgemacht, für ein paar sehr wenige, die sich davon vielleicht wirklich betroffen fühlen.

Will sich da jemand profilieren? – J. Völker


Leserbrief zu „Was tun gegen Wilderei?“ von Bruno S. Frey Und Lasse Steiner

Hier ein noch radikalerer und doch realistischer Vorschlag: Warum kann man nicht einfach Elefanten und Nashörnern unter Betäubung ihre Hörner abnehmen, diese legal günstig zum Kauf anbieten und damit den Schwarzmarkt nachhaltig zum Erliegen bringen? Die Touristen werden sich daran gewöhnen, auf ihren Fotos Tiere ohne Stoßzahn zu sehen, in dem Wissen, so deren Überleben zu sichern. – D. Klüppel


Leserbrief zu „Sicher ist gar nichts“ von Mark Schieritz

Demokratischer Wahlkampf gleich politischer Ideenwettbewerb. Gemeinhin trifft das auch zu, vorwiegend leider dergestalt, dass man konkurrierende Parteien und Politiker lieber als vermeintlich ideen- und planlos entlarvt anstatt ein eigenes Konzept anzubieten, ehrlicher- und konsequenterweise mitsamt aller Vor- und Nachteile.

Politik ist ohne eine (un)gehörige Portion Polemik gerade in Wahlkampfzeiten ganz offensichtlich ausgeschlossen. Selbst wenn es etwa bei dem höchst relevanten Thema Rente um nichts weniger geht als die Gesellschaft von heute, morgen und übermorgen. So viel ist bedauerlicherweise eben doch sicher.  – Ira Bartsch


Leserbrief zu „So sehen Sieger aus“ von Andrea Böhm

Ja, sehr komplex, sehr kompliziert das Ganze. Vielen Dank für Ihre Orientierungshilfe. Für Donald Trump wäre das wohl nix, denn er informiert sich scheints nicht gerne. Zu kompliziert das Ganze. – Heike Schalles


Leserbrief zum Titelthema „Welches Geschlecht habe ich?“

Die ZEIT vom 14.7.17 behauptet, 2,5 Mio. Deutsche wandelten im Niemandsland zwischen den Geschlechtern und drängten auf Anerkennung. Dies ist aus Sicht professioneller Gender Studies Unsinn. Es ist eine kleine Minderheit, die sich bekenntnishaft-identitär auf Optionen jenseits der Standardgeschlechter bezieht, die große Mehrheit derer, die in der von der ZEIT bemühten Erhebung mit 3,3% ein ‚anderes Geschlecht‘ angekreuzt haben, wird damit eine relative Indifferenz gegenüber dir Geschlechtszuweisung ihrer Person artikuliert haben, mit anderen Worten: ein Achselzucken. Dieser Bedeutungsverlust von Geschlecht ist aber keine psychische Eigenart besonderer Menschen, als die sie Gender-Aktivisten und nun die ZEIT gerne stilisieren, es ist vielmehr Eigenschaft einer Gesellschaft, die Tätigkeiten, Verhaltens­weisen und Charakteristika immer weniger nach Geschlecht differenziert. Im Niemandsland stehen also nicht nur die Identitätspaläste weniger bunter Vögel, es stehen dort vor allem seit langem die unscheinbaren Zelte von Geschlechtsmigranten – und zwar in vermutlich viel höherer Zahl als 2,5 Millionen. – Prof. Dr. Stefan Hirschauer


Leserbrief zu „Erst Ull-Dee, jetzt Lee-Dhul“ von Heike Buchter

The Brexit negotiating team sent by the British Government does not speak in my name; nor does it speak for a majority in Great Britain.  48% of those who voted in our referendum did not vote for any sort of Brexit.  It is ridiculous to contend that all the others voted for the Hard Brexit strategy of the British negotiating team.  The present government will probably not last more than a few months, and then there will be new elections.

Please help us! Wolfgang Schäuble and Emmanuel Macron have been very sensible and helpful, suggesting that Britain might wish to remain in the EU.

The EU team will negotiate according to their instructions, of course, but please avoid saying anything inflammatory outside the negotiating room, which probably means keeping Jean-Claude Juncker quiet.

We do not know what our negotiating team will do; they probably don’t know either. We are grateful for the EU’s policy of transparency, as otherwise we would not know what was being said in our name.

I am not writing to you as a representative of any party or organisation, only as a British citizen who is proud of my European Union passport and convinced that the EU, imperfect as it is, is the best hope for peace and progress in our continent. – Graham Dane


Leserbrief zu „Alles Rassisten, oder was?“ von Jochen Bittner

Beim Lesen des Artikels von Jochen Bittner musste ich an zwei Stellen zucken. Zuerst ist der Tenor des Artikels, dass das Problem des Islamismus ohne jeden Einfluss der westlichen Welt entstanden ist. Der Autor vergisst, dass eine mindestens jahrzehntelange hochmütige und bevormundende aussenpolitische Haltung des Westens gegen muslimische Staaten mitursächlich für die Verhärtung der Fronten ist. Dies rechtfertigt zwar keine islamistische Einstellung und noch weniger terroristische Taten. Zusammenhänge dürfen aber nicht verschwiegen werden, nur um so den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime als intellektuell unzulänglich lächerlich machen zu können. Weiter ist der Hinweis des Autors, dass Rassismus gegen Islamgläubige unmöglich sei, weil „Islam“ keine Rasse sei, unnötig provozierend. Es ist gleichermaßen schändlich Vorurteile und Ablehnung gegen Menschen wegen ihres islamischen Kulur- und Religionshintergrundes zu hegen und zu transportieren, wie dies bei unzulässigen und nicht zu begründenden Ressentiments gegen eine Rasse der Fall ist. Was Herr Mazyek zum Ausdruck bringen wollte erschließt sich klar. Die sehr deutsche Eigenart des Wortklaubens und Belehrens birgt stets die Gefahr vorhandene Gräben zu vertiefen. Vorsicht ist geboten. Ich wünsche mir Peter Scholl Latour als profunden Islamkenner und mit seinem journalistischen Fingerspitzengefühl zurück. – Andreas Nickel


Leserbrief zu „War es doch Mord?“ von Wolfgang Bauer

Sehr mutig, dass Sie sich nochmal des Themas angenommen haben, danke zunächst dafür ! Ich denke Sie kennen den Film: The tree of life. Auf den Spuren von Dag Hammerskjöld. Die Frage, ob er ermordet wurde oder nicht ist für mich zweitrangig, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass er ermordet wurde.

Dass er wusste, dass er für seine Taten sterben wird geht aus seinem Buch Zeichen am Weg hervor.

Okkult und geheim sind zwei grundsätzlich verschiedene Worte, okkult hält etwas verborgen, was für den der es erfahren würde zu groß ist und ihm des wegen schaden würde. Geheim wird etwas  gehalten, weil dahinter etwas brisantes steckt, was die Anderen nicht wissen sollen, um die eigenen Handlungen auch die krimineller Art zu schützen.

Nach meiner Meinung steht hinter dem Tod von D.H. ein viel größeres Geheimnis, die des Menschentums in der Politik und diese Frage ist gerade im Augenblick im Zusammenhang der Situation in Amerika höchst brisant.

Der Freund von D:H. der ihn in Lappland in die Geheimnisse der Natur und damit in die Bedeutung des Menschen an sich eingeführt hat, saß bei der Beerdigung von D.H. abseits, er gehörte nicht zu den “ehrenwerten Kreisen” dazu. Die Saami sind die Einzigen in Europa, die Stellung des Menschen in der Natur aus Erfahrung kennen. Zur Zeit wird ihr Gebiet durch  die Gier nach Bodenschätzen gefährdet.

D.H. hat seine Größe oder seine Bescheidenheit in der mächtigen Natur Lapplands erfahren, dort wurde er Mystiker. Besonders in den Verhandlungen mit Chu en Lai um die abgestürzten amerikanischen Piloten hat sich seine wahre Größe gezeigt.

Chu en Lai: Ich lasse die Piloten nicht frei, weil du Generalsekretär bist, sondern weil du mein (Menschen) Freund bist. Der amerikanische Geheimdienst plante Chu en Lai zu vergiften, nachdem die Verhandlungen ins Stocken geraten waren.

Gerade wird die Frage in den Medien nach dem Glauben gestellt. Auf dem Grab D.H.in Uppsala steht es geschrieben: NICHT ICH SONDERN GOTT DURCH MICH

Da für hat er den bewussten Opfertod gebracht. Diese Art Menschentum hat den Geheimdiensten nicht geschmeckt, für deren Politik war er gefährlich. – Hans Joachim Hühner


Leserbrief zum Titelthema „Welches Geschlecht habe ich?“

Die Erklärung aller psychologischen und körperlichen Tragödien jener „Menschen im Niemandsland zwischen Mann- und Frausein“ gehört eigentlich in die Zeit-Rubrik „Glauben und Zweifel“:

Bekannterweise existiert die machtvolle Ego-Behauptung eines nur einmaligen Menschenlebens erst seit den drei Semitischen Religionen, dem Juden-Christentum und dem Islam. Das Wissen um die Wiedergeburt hat sich nur mehr im Hinduismus und dem darauf aufbauenden Buddhismus erhalten, abgesehen von wenigen Sekten im Nahen Osten, wie die der Jeziden und Drusen.

Die vedische Philosophie erklärt die Reinkarnation als unerlässlich zur individuellen Evolution der Spiritualität, da ausschliesslich die eigene Selbst-Erfahrung (!) aller nur vorstellbaren Lebenssituationen und Umstände, die Möglichkeit des Wissens hervor rufen kann – und dadurch Mitgefühl, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Liebesfähigkeit etc., – völlig unabhängig von gleich welcher Behauptungen anderer Menschen.

Man sollte sich die diversen Menschen-Leben einer Person wie Schulklassen vorstellen:

Angefangen vom Kindergarten bis zum Abitur, bis hin zum Universitäts-Professor. Offensichtlich hat ein Erstklässler-Mensch eine andere Art des Ich-Bewusstseins, als ein Mensch der die Lebenserfahrungen von etwa 200 diverser Existenzen in sich trägt, anstatt nur etwa 3 oder 5.

(Deshalb existieren auch in der Tibetanischen Sprache 21 verschieden Worte (!) für die menschlich so unterschiedlichen Bewusstheits-Grade. In Englisch gibt es immerhin 2 Worte für das so sehr verschiedene Menschsein, Ego-„consciousness“ und Self-„awareness“, somit ein „myself“.)

Es gibt nicht nur zwei biologische und psychische menschliche `Rassen`auf dieser Welt, also die weibliche und männliche:

Sondern dank der Reinkarnationen eine dritte, (im Hinduismus „Hijra“ genannt), die sämtliche Mischformen vom körperlichen Zwittertum der Transsexuellen, bis hin zu psychischem Schwul- und Lesbe- und bisexuel- und transgender-sein (und so weiter) beinhaltet.

Die Alt-Vedische Erklärung dafür beruht auf der Tatsache, dass, wenn ein Mensch z.B. in sehr vielen Inkarnationen als Frau sämtliche positive und negative Erfahrungen der weiblichen Seins sammeln konnte, es irgendwann an der Zeit ist, gleichfalls zu erleben und zu erfahren, was es bedeutet ein männliches Wesen auf dieser Welt zu sein.

Das gleiche existiert natürlich auch umgekehrt: Nach sehr langem Mann-sein muss ein Individuum lernen, wie man sich als Frau fühlt und behandelt wird, denn nur durch diese eigene Erfahrung kann man spirituell im bewussten Sein positiv und spirituell evolutionieren.

Diese Geschlechter-wechseln findet jedoch keineswegs in nur einer einzigen neuen Inkarnation statt, sondern in diversen Uebergangs-Leben!

Etwa, ein Mensch ist körperlich schon ein Mann, jedoch gefühlsmässig und gedanklich immer noch definitiv eine Frau. (= Gay.) Oder eine Person ist im Aussen längst eine Frau, jedoch innerlich, psychisch und bewusst ausschliesslich noch ein Mann. (= Lesbe.) Etc., etc.

Die vielen diversen körperlichen und psychischen Mischformen des Geschlechter-Wechselns, ziehen sich somit stets über mehrere Mensch- Wiedergeburten hin, bis endlich irgendwann zwischen körperlichem und seelischem Mann- oder Frau-sein eine Einheit besteht. (= Hetero.) Dieses Urwissen der ältesten Religion der Welt, dem Hinduismus, entspricht jedoch definitiv aller normalen menschlichen NATUR und ist sozusagen …`Gott-gewollt`:

Obiges erscheint Gläubigen wohl eher als ein schlechter Witz, denn der Gedanke, dass z. B. unser Ex-Papst Ratzinger irgendwann und irgendwo auch als körperliche Frau geboren werden wird, und dazu noch 10-12 Kinder der Welt schenken muss, um zu erfahren und zu lernen, was ein Kondom- und Abtreibung-Verbot bedeutet … ist schon mehr als erschreckend, oder?

Es ist ja soviel einfacher, überzeugt zu sein, dass der einzig wahre und so barmherzige Gott alle Menschen gleich liebt (!?) und dass es dadurch auch völlig egal ist, wenn man – dank eines nur einzigen Menschenlebens – als gesunde, schöne, intelligente und reiche Prinzessin geboren ist, oder als blinder, hungernder Afrikaner in irgendeinem Slum …etc., etc.

Denn all der so erstaunlich grosse, körperliche und psychische Unterschied zwischen den Menschen-Milliarden – sowie die so diversen Geburts-Umstände und Schicksale – wird ja ausschliesslich durch diese `mysteriöse Gerechtigkeit` des entsprechend `einzig wahren` Gott-Namens der Juden oder Christen oder Moslems erklärt:

Real Gläubige zweifeln und fragen somit niemals (!!!), verurteilen nur stets alles und jedes „Anders-sein“ als ihr eigenes, so einmaliges ICH. – Angela Lucia Münemann


Leserbrief zu „Wo sind all die Blumen hin?“ von Ulrich Schnabel

Die klaren Antworten gibt der Bericht selbst  z.B. mit den Stichworten Entfremdung von der Natur, Urbanisierung. Dazu ließe sich ein dickes Buch schreiben. Es ist seit Jahr(zehnt)en zu beobachten, dass unsere Kinder jeden Bezug zur Natur verlieren. Beispiel: ca. 1980 schmeckten den Kindern die (frisch gepulten) Erbsen besonders gut. Auf die Frage, wo und wie die denn wachsen, kam die prompte Antwort: bei Bofrost (regionaler TKversorger). Und Kartoffeln kommen selbstverständlich von MacD.

Dieser fehlende Naturbezug hat natürlich fatale Folgen, weil das zugehörige Sensorium für die diskutierten Fragen sich erst gar nicht entwickeln kann bzw. schon völlig fehlt. Die Frage nach fehlenden Blumen kommt erst gar nicht auf oder stößt auf Unverständnis. Und noch schlimmer ist, dass dieser Trend sich weiter exponentiell und unkontrolliert beschleunigt. Heute wird alles nur noch technisiert, chemisiert, digitalisiert, virtualisiert…..betrachtet und gemanaged. Es ist eine mehr als berechtigte Frage, was der Planet daraus macht und wie wir damit fertig werden. Zur Zeit weiß keiner zu sagen, wie unsere Gesellschaft in 20 Jahren aussieht. – Ernst Hankammer


Leserbrief zum Titelthema „Welches Geschlecht habe ich?“

Über das Thema, über das Sie im letzten Zeitmagazin berichteten, habe ich schon mehrfach Nachrichten aus Amerika gelesen. Im Deutschen könnte man das Thema über die altbekannten lateinischen Geschlechtsbezeichnungen doch relativ einfach klären: Wer nicht männlich und nicht weiblich ist, ist keins von Beidem: ne utrum. – Ernst von Ledebur


Leserbrief zu „Die Bürokratie schlägt zurück“ Catalina Schröder

Hallo??? Die Beamten des BUL haben doch nur genauso gehandelt wie Frau Merkel.Sie haben sich im Angesicht von menschlichem Leid über Gesetze und Vorschriften hinweggesetzt und geholfen. – Sabine Theile


Leserbrief zu „Wie glücklich ist Magdeburg?“ in ZEIT im Osten

Vor fast 50 Jahren, als man noch nicht jede Formulierung googeln oder Fakten zur Kontrolle bei Wikipedia eingeben konnte, erklärte uns unser Stilistiklehrer u. a. Folgendes:  Einst sei es eine Brandschutzvorsicht der Mönche gewesen, sich beim Lesen eine Kerze auf den Mittelfinger zu kleben. Schliefen sie beim Lesen ein und das Licht schrumpfte in den Gefahrenbereich, brannte es ihnen auf dem Nagel oder auf den Nägeln.

Uns erschien das logisch und die Formulierung „unter den Nägeln brennen“ schien damals auf Unwissen oder Übertreibung/ „Superlativitis“ hinzudeuten…

Auch wenn sich in der Sprache manches früher Verpönte (aus  „betreffen“ u „anlangen“ wurde das – 1970 noch unschreibbare -, inzwischen aber längst vom Duden aufgenommene „anbetreffen“), wäre es ein feiner Zug, Ihre Frage 5 in den Standardinterviews der nächsten Folgen vielleicht entsprechend zu korrigieren…. – Hans-Albrecht Kühne


Leserbrief zum Titelthema „Welches Geschlecht habe ich?“

Was für ein Traum: „Meine Utopie: So wie ich bin, nicht mehr aufzufallen.“?? Das widerspricht doch unserem westlichen, der Aufklärung verpflichteten Erziehungsideal der unverwechselbaren Identität: werde, der Du bist. Das Auffallen ist dann doch unvermeidbar, auch der Schmerz und die Konflikte, die dazugehören. Wegdiskutieren will ich hier natürlich nicht die Schattenseite, dass viele Menschen eher Konformität verlangen und darum manchmal sogar willens sind, diese mit rechtlicher oder physischer Gewalt durchzusetzen.

Ich bin in der Genderfrage entschieden dafür, Berufs- und Elternrollen vom gefühlten Geschlecht zu entkoppeln (d.h. Adoptionsrecht für alle). Ich verstehe und trage auch die Forderung der „Anders-Sexuellen“ nach einer dritten Anredeform wie etwa Hen (neben Herr + Frau) mit. Aber die hier auftauchende darüberhinausgehende Forderung einer unisexuellen, generellen Anrede für alle, wie etwa mit ‚Hen‘ unter Abschaffung von Herr+Frau, lehne ich ab. Sie klingt nur aufs erste emanzipatorisch. Sie ist entindividualisierend und spätesten bei den Vornahmen ist die Mann-Frau-Frage sofort präsent: ‚Paul‘ und ‚Paula‘ sagen eben sofort, was Sache ist, ob eben Rosa oder Blau gilt. Auch glaube ich nicht, dass diese Forderung gesellschaftlich durchsetzbar ist. Sie schadet eher der Bewegung.

Unentschieden bin ich bei der Forderung nach grundsätzlich öffentlichen Unisex-Toiletten. Ich glaube, manche Frau hätte Angst vor männlicher Anmache und Übergriffen. Und die Freundinnen-Intimität und das „Aufhübschen“ im Rüchzugsraum der Frauentoilette wäre den Männer-Blicken und Männer-Ohren nicht mehr länger entzogen.

Und zum Schluss dies: die von Ihnen berichtete Dogmatik in Teilen der „queeren“ bzw. transgender Community erschreckte mich sehr! – Thomas Schöpel


Leserbrief zu „Der Verdacht gegen die Vielen“ Ruud Koopmans

Koopmans’ Behauptung, dass eine „normative Anerkennung der Rechte kultureller Mehrheiten sinnvoll und angebracht wäre“ ist fragwürdig, weil diese Rechte per se gegeben sind. Denn Mehrheiten in Demokratien entwickeln ihre Gebräuche und  Regeln – also ihre Kultur – immer im kontroversen Diskurs darüber, was erhaltenswert ist und was nicht. Minderheiten dagegen brauchen solche Rechte, weil sie ihre Belange eben nicht durch interessengeleitete Mehrheitsbeschlüsse schützen können. Minderheiten in Europa stellen aber überhaupt nicht infrage, dass Mehrheiten „ihre Kultur pflegen und leben können“.

Der populistische Impuls entspringt der Frucht vor dem – normalen – Wandel der eigenen Kultur und deren imaginierter Bedrohung durch Pluralität. Man sieht die Wahrung des „Eigenen“ nur als gegeben an, wenn nichts „Anderes“ daneben besteht. Wenn Mitglieder der Mehrheit dagegen Pluralität akzeptieren, stellen sie nur diesen privilegierten Exklusivitätsanspruch infrage, nicht aber die Pflege und Weiterentwicklung des „Eigenen“.

Pluralität braucht allerdings Kompetenz auf allen Seiten: Nämlich die Fähigkeit, mit Unterschieden umzugehen, Perspektiven zu wechseln, Mehrdeutigkeit auszuhalten, Konflikte friedlich und auf Augenhöhe zu lösen und den eigenen kulturellen Wandel  zu akzeptieren. Minderheiten und Mehrheiten, denen diese Kompetenzen zur Verfügung stehen, können Fragen der „gesellschaftlichen Kultur“ miteinander aushandeln. Wie diese – durchaus anspruchsvollen –  Schlüsselkompetenzen vermittelt werden können, ist seit langem bekannt. Es befremdet daher, dass sie in der öffentlichen Debatte und auch bei Koopmans kaum eine Rolle spielen, fordert er doch genau den gegenseitigen Respekt für Prozesse der Konfliktbewältigung, der ohne diese Kompetenzen kaum aufzubringen ist. – Dorothea Schmidt


Leserbrief zu „Der Kampf um das Geschlecht“ im ZEIT MAGAZIN von Julia Friedrichs

Sehr interessant und professionell geschrieben, DER KAMPF UM DAS GESCHLECHT, aber die Meinung vom Herrn Professor, dass „Die Einteilung in Maenner und Frauen mit bilogischen Eigenschaften wenig zu tun hat“ lautet genau so richtig wie etwa die Aussage „Der Unterschied zwischen Tod und Leben zeigt sich hauptsaeclich  durch den Bau der Friedhoefe“. – Tullio Zangrando


Leserbrief zu „Es geschieht jeden Tag, jede Nacht“ von Moritz Aisslinger und Jeannette Otto

Danke, dass Sie einem wichtigen Thema Platz einräumen. Viele wichtige Aspekte werden im Gespräch deutlich.

Anführen möchte ich gerne, dass auch die sexuelle Gewalt gegen geflüchtete Kinder und Jugendliche unbedingt ein Thema sein muss. Auch diese Kinder und Jugendlichen, seien sie gemeinsam mit ihren Angehörigen oder alleine nach Europa gekommen, brauchen gezielten Schutz und Unterstützung. Gerade bei den unbegleiteten Kindern und Jugendlichen besteht die Gefahr, dass ihre manchmal prekäre Lebenssituation zum einen von (pädophilen) Freiern ausgenutzt wird. Zum anderen sind die Verhältnisse in den Flüchtlingsunterkünften häufig nicht kindgerecht, so dass es auch hier nachweislich zu Übergriffen kommt.

Hier müssen Aufklärung (bei Gemeinden und Betreuenden) und Schutzmassnahmen ansetzen. – Dr. Christa Hanetseder


Leserbrief zu „Rad ab“ in ZEIT:Hamburg von Frank Drieschner Ich schreibe Ihnen zu dem Artikel von Frank Drieschner „Rad ab“, der in der Zeit Nr. 25 im Hamburgteil erschienen ist.

Herr Drieschner beschreibt die Radfahrer als Chaoten, die sich die Autofahrer dadurch zum Gegner machen, indem sie durch massenhaftes Auftreten auf Straßen jene an der freien Fahrt für freie Bürger hindern.

Nach meinem Dafürhalten haben Fahrradfahrer als Verkehrsteilnehmer die gleichen Rechte im Straßenverkehr wie sie den Autofahrern zukommen.

Seltsamerweise regen sich Autofahrer kaum über andere Autofahrer auf, die sie daran hindern (im Falle eines Verkehrstaus), in freier Fahrt von A nach B zu gelangen. Blockieren jedoch massenhaft Radfahrer die Kreuzung, dann aber sieht die Situation schon ganz anders aus, nicht wahr!

Natürlich haben Autofahrer und Radfahrer unterschiedliche Interessen und damit verbunden auch sehr voneinander abweichende Wahrnehmungen ihrer jeweilig aktuellen Verkehrssituation.

Ich denke, hier ist die Politik gefragt. Radler, Fußgänger und Autofahrer werden in Hamburg vielfach nicht wirksam genug von einander getrennt. Jeder sieht im jeweils anderen eine potentielle Gefahr für Leib und Leben. Oftmals scheint dies berechtigt.

Ich fürchte, der bestehende Senat ist nicht fähig, ein sinnvolles Konzept zum Radverkehr in der Stadt zu entwickeln und umzusetzen.

Es mag ein Konzept bestehen. Doch ist es sinnvoll?

Man sehe sich nur die Situation an der Außenalster an. Dort am Harvestehuder Stieg resp. Alsterufer wurde der schönste und sicherste Fahrradweg der Stadt in großen Teilen zurückgebaut und die Radler auf die Straße gezwungen. Ein anderes Beispiel vollkommen verfehlter Radverkehrspolitik kann am Nedderfeld in Eppendorf betrachtet werden. Dort wurde der von der Langenhorner Chaussee kommende Radweg, der den Rosenbrook durchquert und ins Nedderfeld nach rechts abbiegt, auf die Straße verlegt. Dieser Radweg verliert sich dann nach wenigen Metern in der sich auf 2 Spuren verengenden Straßenführung des Nedderfeldes. Das ist die Automeile in Hamburg! Radfahrer müssen lebensmüde sein, um dort sorglos weiter radeln zu können. Mir ist es rätselhaft, wie derartiges gebaut und dann als schlüssiges Konzept dargestellt werden kann. Der Senat geht nach meinem Dafürhalten an dieser Stelle verantwortungslos mit uns Radfahrern um.

Ich empfehle Herrn Drieschner das täglich Radfahren in der Stadt. Vielleicht ist das ein geeignetes Mittel, um seine Wahrnehmung der tatsächlichen Situation der Radler in Hamburg zu schärfen bzw. zu konkretisieren. – Thomas Spich


Leserbrief zu „So geht links“ von Peter Dausend

Selbstachtung? Es entsteht eher Selbstverachtung, wenn ich Geld verteilen will, das die Wähler auch mit erarbeitet haben. Da werden besonders die, die mit wenig Geld auskommen müssen und wackelige Jobs haben, „begeistert“ sein.  Und soweit ich weiß, haben wir Deutschen nicht die Schulden produziert, die Griechen haben. Da würden ja auch noch andere mitreden.

Und Selbstachtung ist es auch nicht, wenn Schulz sich an Macron anbiedert. Auch hier würden ja noch andere mitreden. Jedenfalls ist weit und breit nix von Selbstachtung zu sehen, sondern nur das Bedürfnis, von anderen anerkannt zu werden – mit nationalem und europäischem Geld.

Von Selbstachtung, geschweige denn von Selbstbewusstsein ist auch nix zu merken, wenn Schulz sich jetzt an Corbyn zu orientieren wünscht.

„Eintreten an das ,woran er glaubt“? Das ist kein Glaube, sondern der Wunsch, dass er Kanzler werden will. Kurz: so wird es nichts. – Heike Schalles


Leserbrief zu Farbdarstellung in Grafik „So sehen Sieger aus“ von Andrea Böhm

Guten Tag, ich bin ein Bewunderer von Andrea Böhm und gratuliere ihr zu ihrer “Abrechnung” mit dem sogenannten “Antiterrorkampf”. Willst Du versuchen zu verstehen, was am Golf geschieht, sollst Du Böhm nicht Joffe lesen. – Sven Herfurth


Leserbrief zu „Wen würden Sie heute ohrfeigen, Frau Klarsfeld?“ von Sabine Rückert

Serge Klarsfelds Vater ist mitnichten in Auschwitz umgekommen.

In der Nachkriegszeit war allenthalben die Rede davon, dass Menschen in deutschen Konzentrationslagern ums Leben gekommen sind.

Mit diesem rhetorischen Kniff hat sich das deutsche Selbstverständnis aus der Verantwortung gestohlen. Menschen kommen ums Leben bei Tsunamis, Wirbelstürmen und anderen schicksalhaften Ereignissen denen gemein ist, dass es keinen direkten Täter, also Mörder gibt. In der Folgezeit änderte sich der Sprachduktus, und es war meist von der „Ermordung“ der KZ-Insassen die Rede. Im Interesse der Sprachhygiene und der Achtung vor den Opfern sollten Sie den Tatsachen Rechnung tragen: Arno Klarsfeld ist in Auschwitz ermordet worden, von Mitmenschen, die seine Mörder wurden. – Henning Weiss


Leserbrief zu „Ich galt als liberaler Scheißer“ von Christian Staas

Ich habe von 1965 – 1967 in Berlin studiert. Die im Gegensatz zur damaligen Springer-Presse einfühlsamen, wohlwollend-kritischen und sachkundigen Artikel von Kai Hermann über die Studentenbewegung haben dazu geführt, daß ich seither regelmäßig DIE ZEIT kaufe und lese. Danke! – Ingbert Lindemann


Leserbrief zu „Mit der CDU in einem Boot“ von Frank Bösch

Der historische Rückblick auf die Situation und die Bedingungen der Aufnahme von Kontingentflüchtlingen aus Vietnam in Deutschland erinnert in der Tat in vielem an die aktuelle Problematik der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Irak und Syrien (seit 2013) sowie an die Situation der unkontrollierten Massenzuwanderung 2015: die derzeitige angeblich neue Willkommenskultur lässt sich -in ähnlicher Form- bereits bei der weitgehend akzeptierten Aufnahme der damals 40.000 vietnamesischen Kontingentflüchtlinge beobachten. Als damaliger Beauftragter der Caritas für Asylfragen war ich mit auch an einer bundesweiten advocacy-Kampagne beteiligt, mit der die Bevölkerung im Allgemeinen und hilfsbereite Freiwillige bei Aufnahme und Integration dieser Flüchtlinge vorbereitet werden sollte. Mit Erfolg, wie sich zeigen sollte. Umso erstaunlicher, dass bei der Diskussion der aktuelle Flüchtlings- und Migrationsfrage so wenig auf diese Erfahrungen rekurriert wird.

Angestoßen wurde das Ganze durch den spontanen Entschluss des CDU-Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Ernst Albrecht, etwa 200 Flüchtlinge von dem seit Mitte November vor Malaysia liegenden Schiff „Hai Hong“ aufzunehmen, denen der Zugang zu bestehenden Lagern auf dem Festland verweigert wurde (Ich war denn auch im Dezember 1978 im Auftrag der Caritas mit dabei, die für Deutschland vorgesehenen Flüchtlinge auf der Hai Hong auszusuchen und nach Deutschland zu begleiten).

Das Ganze geschah vor dem politischen Hintergrund der Wiedervereinigung Südvietnams mit dem siegreichen kommunistischen Nordvietnam: die Flüchtlinge flohen vor dem kommunistischen Systemfeind, was deren Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung erheblich erhöhte. Kritik kam dagegen aus dem linken Lager. Nicht zu Unrecht: denn gleichzeitig wurden -mit Hinweis auf die Aufnahme der Vietnamesen- Flüchtlinge aus Argentinien, aus Chile und Brasilien abgewiesen. Bei diesen Verfolgten der rechten Militärdiktaturen handelte es sich ja um linke Aktivisten, darunter leibhaftige Kommunisten. Und was die gleichzeitig ankommenden palästinensischen Flüchtlinge angeht, waren auch hier nach dem Olympia-Attentat von München (1972) Vorbehalte und Aversionen noch größer. Das Volk wusste also schon, wie die Sympathien zu verteilen waren.

Der entscheidende Unterschied zur aktuellen Situation besteht darin, dass die Landes- und Bundesbehörden zu jeder Zeit die Kontrolle über die Einreise dieser Flüchtlinge hatten: das gilt sowohl für die spontane Albrecht-Aktion wie für das danach von der UN durchgeführte „orderly departure“-Programm, das eine sichere Einreise vorher identifizierter Flüchtlinge ermöglichte, ganz im Sinne des UNHCR-Instrumentes „Resettlement“. Ähnliches ist ja im EU-Türkei-Abkommen vorgesehen, wurde aber bisher kaum umgesetzt. Stattdessen hält der ungeordnete Zustrom von Flüchtlingen und sonstigen Migranten vor allem über das Mittelmeer an: mit erwartungsgemäß knapp 90.000 Asylbewerbern in Deutschland im ersten Halbjahr 2017 kann von einem Ende der Krise noch lange nicht die Rede sein. Und bezogen auf die Zahlen für den EU-Raum wäre eine Neuauflage des damals bewährten „orderly departure“-Programmes dringend nötig. – Prof. Bernd Leber


Leserbrief zu „Sicher ist gar nichts“ von Mark Schieritz

Wie kann es sein, dass in diesem Beitrag wieder einmal mehr die seit 50 Jahren von der Wissenschaft widerlegten fake news recycelt weren? Die Zahl der Beitragszahler zur gesetzlichen Rentenversicherung ist völlig bedeuungslos (Prof.-Mackenroth-Axiom!). Das ist nur ein Finanzierungsansatz! Jede  Rentenzahlung auf Erden erfolgt als Entnahme aus dem Volkseinkommen, Verwendungsseite!!!

Die Rentensicherheit ist in alle Zukunft ungefährdet, weil das Volkseinkommen alljährlich um ca. 3 %  anschwillt! Rationalsierung erhöht kontinuierlich (auch bei sinkender Beschäftigtenzahl!!!!) die Produktivität pro Beschäftigten, also steigt das Volkseinkommen weiter, bis 2030 auf ca. das Doppelte von 2010! Das übetrifft jede Altersvorsorge um ein mehrfaches des benötigten Geldes!!!

Die in der BRD bestehnde Vorsorgeproblematik, und die für 20 Mio. der heute Beschäftigten drohende Altersarmut, beruht auf dem Versagen der unfähig Regierenden. Die haben die deutsche Altersvorsorge vierfach aufgesplittert: Grundversorgung/ges. Rente/ Riesterbetrug/betriebsl. Zusatzversicherung.

Wie unseres Nachbarn Schweiz, Luxemburg, Niederlande/Dänemark beweisen, ist mit dem einen einzige Umlagesysten selbsttragend finanziert jeweils sogar eine Mindestrente von ca. 1500 € (Ehepaare 3000 €) zu garantieren möglich!

Wer daran zweifelt, möge Donnerstag, 22.06. mal ins TV gucken, wo Arte die Systeme unserer glücklichen Nachbarn vorstellt.

Der ZEIT hätte es in der anstehenden Debatte gedient, umfassend diese vorbildlichen Lösungen zu kolportieren, statt von Herrn Schieritz die längst entlarvten Manipulierungslügen der Geldkonzerne recyceln zu lassen!Jochen Blankenburg


Leserbrief zu „Plötzlich ist da ein rechtslastiges Buch“ von Alex Ander Cammann

„Finis Germania“? Ein Titel, der grammatikalische Rätsel aufgibt.  Oder gilt auch hier: „Der Dativ [in diesem Fall dann wohl der Nominativ oder der Ablativ] ist dem Genitiv sein Tod“? Immerhin ein Titel aus einer Zeit, als der Spiegel noch intellektuell förderliche Bücher nach vorne brachte. Vielleicht sind aber Titel und Inhalt dieses und ähnlicher Bücher auch weniger Beschreibung als vielmehr Ausdruck eines finis Germaniae. In diesem Sinne: Ende(,) Deutschland ;-) – Gregor Julien Straube


Leserbrief zu „Blut und Wasser“ von Elisabeth Raether

Sie sprechen da etwas an, was mich schon lange beschäftigt! Nicht vielleicht wegen des Wassers – das gibt es in Tirol noch in genügender Menge und in wunderbarer Qualität!

Aber! Wie kann jemand, der nur einigermaßen mitdenkt, Schweinefleisch um ein paar € kaufen? Jedermann sollte wissen, dass Schweine GUTES Futter brauchen, genügend Auslauf haben müssen, um in der Zukunft gutes Fleisch liefern zu können. Das ist nicht gratis! Übrigens gilt das auch für Hühner – wie kann ein Huhn 2 oder 4 € kosten?

Wir tun uns sicher leichter in einem kleinräumigen Gebiet mit der Beschaffung gesunder Nahrungsmittel- wir kennen alle Bauern persönlich, manchmal auch die Tiere (den Eber, der die Sau mit Ferkelchen versorgt).

So billiges Fleisch zu kaufen, wie es in manchen Supermärkten angeboten wird, und zudem noch zu kochen UND zu essen grenzt an Debilität! Sich selbst vergiften- !? Restistent gegen Antibiotika werden?

Abgesehen davon kann man seinen Fleischkonsum, der wirklich nicht so exzessiv sein muss, auch mit Wildfleisch decken – Rehe, Hirsche, Wildschweine und Gämsen vergiften wahrlich nicht unser Wasser (das Restcäsium, das manchmal im Wildfleisch enthalten sein soll, ist zu vernachlässigen).

Allerdings tun mir meine Almschweinchen immer furchtbar leid – glückliches Wühlen und Suhlen auf der Alm – entzückend! – und dann?  Aber, ich gebe zu, sie schmecken unvergleichlich. Die Almochsen tun mir nicht so leid – die schauen so blöd! – Barbara Schönegger


Leserbrief zu „Grüß Gott, Frau Imamin!“ von Seyran Ateş

Welch mutige Initiative! Sie sollte angesichts der zu erwartenden Widerstände nicht nur bewundert, sondern vor allem und keineswegs bloß von muslimischen Gläubigen ebenso mutig unterstützt werden. So wie jener Aufruf von Necla Kelek im RND-Netzwerk, zu dem das Göttinger Tageblatt gehört (s.u.). Im Anschluss daran nun allerdings meine Nachfrage: Wie kann jene großartige Initiative gelingen, wie lässt sich an einen „liebenden, barmherzigen Allah und das positive Vorbild Mohammeds“ glauben, wenn nicht zuvor – im Licht der eigenen Überzeugungen wie der „Wissenschaft“ und mit den entsprechenden Fachleuten, die es auch für den Islam gibt – geklärt würde, inwiefern und inwieweit Mohammeds Vorbild und Botschaft auch heute noch als „positiv“ gelten kann bzw. „modernisiert“ werden müsste? – Eckhard Heumann


Leserbrief zu “Versehentlich vergiftet” von Sam Loewenberg

Arsen in Trinkwasser  wirkt  als schleichendes Gift. Etwa 40 Millionen Menschen in Bangladesh erkranken an den Folgen des regelmäßigen  Genusses von Brunnenwasser, das bis zu 1000 µg/kg Arsen enthalten kann. In der Folge davon  sterben jährlich, geschätzt, 43000 Menschen (geschätzt, WHO) an Arsenvergiftung

Entschlossene Bekämpfung der Ursachen durch staatliche Maßnahmen scheitert aus vielen Gründen:  ineffektive Staatsverwaltung, Korruption, mangelnde Langzeitplanung, ungenügende Infrastruktur u.a.

Dies ist der Inhalt des Berichtes von Sam Loewenberg mit dem Titel „Versehentlich vergiftet“, publiziert  in „Die Zeit“ , No. 25, S.31 .

Der Artikel rüttelt auf und ruft ein altes aber in der Welt fast vergessenes Problem erneut Erinnerung. Das ist  sehr verdienstvoll!

Ich halte es  jedoch für notwendig ,ergänzend über die stetigen Bemühungen von Nicht-Regierungs-Organisationen  (NGO)  zu berichten, die trotz ihrer begrenzen Mittel durch Installation spezieller Filter vor Ort auf  Familien- und Dorfebene die Arsengehalte unter 10µg/kg  (weltweit anerkannter Grenzwert)  drücken und somit unbelastetes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen in der Lage  sind.

Auf  diesem Gebiet ist zum Beispiel seit Jahren der gemeinnützige Verein „Lichtbrücke“  mit Sitz in der Nähe von Köln in Zusammenarbeit mit Partner- NGOs in Bangladesh  aktiv (www.lichtbruecke.com) .

Zur Trinkwasserreinigung  stellt  man in Bangladesh produzierte  sogenannte SONO-Filter  (https://en.wikipedia.org/wiki/Sono_arsenic_filter , vgl auch Hussam, Munir , Journal of Environmental Science and Health Part A (2007),42 1869 – 1878 ) dezentral  bereit.  Im Kern enthalten sie ein selbstentwickeltes  arsenaktives  Filtersystem mit Bestandteilen aus landesüblichen Materialien, u.a. Eisen .  Die Kapazität liegt je nach Größe  bei ca. 20-50 l Wasser /Stunde ,entsprechend einem Trinkwasserbedarf  von zum Beispiel  20 Persopen  . Bei einer nachgewiesenen Betriebsicherheit  von 7 Jahren können im Prinzip über  900 hl Wasser gereinigt werden. Die „Investitionskosten“ liegen bei ca. 30 bis 40 US $. Das System ist nahezu  wartungsfrei. Es besteht kein zusätzlicher Energiebedarf. Positiv ist anzumerken , dass die Regierung von Bangladesh das Projekt  aktiv unterstützt hat.

Seit Beginn der Aktion vor mehr  als  10 Jahren   konnte  einer großen Anzahl, nämlich über 60 000  Filter installiert  fast einer Million Menschen aus  armen Familien in den  ländlichen Regionen geholfen werden – ein beeindruckendes  und anspornendes, jedoch angesichts des Bedarfs  im Lande noch stark zu verbesserndes Zwischenergebnis.

Da die „Lichtbrücke“  Ihre  von Bund oft  mitgetragenen   Projekte –  übrigens alle in  Bangladesh  – durch  Spenden finanziert, ist derzeit  an eine Ausweitung des Programms   leider kaum  zu denken. – Dr.Hans Magg


Leserbrief zum Titelthema „Welches Geschlecht habe ich?“

Ich kann die ganze Diskussion nicht verstehen. Ich denke nicht den ganzen Tag über mein Geschlecht nach. Ein Mensch ist mehr als sein biologisches Geschlecht. Gesellschaftliche Vorstellungen ändern sich mit der Zeit. Was ist ein Mann? Was ist eine Frau? Das sind Fragen die ich mir nicht stelle . Wichtiger ist es doch was für ein Leben man führen möchte. Diskriminierung wegen des Geschlechts ist da ein viel drängenderes Problem. Mein Eindruck ist allerdings das Genderdiskussion und sprachlichen Anpassungen das Problem noch verschärfen. Man wird viel stärker in eine Rolle gezwängt als vorher. Ich finde es wird eine Geschlechterfrage aufgezwungen die sich eigentlich nicht stellt. – Olaf Goldschmidt


Leserbrief zu „Der Verdacht gegen die Vielen“ Ruud Koopmans

Ein ausgewogener, aufklärender Artikel mit stichhaltigen Argumenten. Vielen Dank dafür! – Christiane Plociennik


Leserbrief zu „Da nickt der Präsident“ von

Sie tun sich ach so schwer mit diesem Film, ist er doch nicht  antirussisch. Das muß Ihnen ja im Herzen und im Kopf schmerzen. Die einen schreiben vom möglichen Polen- Feldzug, die anderen vom  Putin- Porno. Wie erbärmlich ist Ihre journalistische Arbeit und zugleich  bedauernswert. Wäre da nicht die politische Leitlinie Ihrer Chefredaktion: FEINDBILD RUSSLAND. Und das nach der historischen Schuld Deutschlands gegenüber Russland,  Polen etc.etc.etc. mit Millionen Toten!  – Klaus Koller


Leserbrief zu „Der Drink: Pisco Sour Die Lage: Phobisch“ von Birte Bredow

Ihr Beitrag zu Pisco Sour beruht betr. Ei leider auf einem elementaren Fehler: ganze Eier werden auch im Supermarkt nicht gekühlt gelagert, das hatten Sie ja eingewendet, also Sie sollten mal einkaufen gehen, um das zu überprüfen, im Übrigen, Zuckersirup ist nicht nötig, geht nur schneller, Zucker löst sich auch so, weiter ist meine ich der kratzende Zuckerrand nicht erwähnt. Dennoch PROST – Dr. Michael Dickreiter

Leserbrief zu „Warum sind die meisten Studien falsch, Herr Ioannidis?“ von Christoph Drösser

in der Zeit Nr. 25 vom 14.06.2017 ist im Wissensteil auf Seite 33 zu lesen:  „…untersucht 100.000 Gene…maximal zehn…einem Tausendstel…“ Müsste es nicht „Zehntausendstel“ heißen? (Zehn Treffer bei 100.000 Möglichkeiten: relative Wahrscheinlichkeit: 1/10.000?) Die nachfolgende Betrachtung zur Signifikanz kommt uns richtig vor. – Thomas Bingeser


Leserbrief zu „Jenseits von 440 Hertz“ von Christine Lemke-Matwey

Christine Lemke-Matwey schreibt ausführlich  über Jonas Kaufmann und streift dabei auch medizinische Themen. Hier endet allerdings die Kompetenz der Autorin.

Vorweg: Es steht jedem Sänger zu, zu pausieren, wie lange es nötig ist und es geht die Öffentlichkeit aus meiner Sicht auch nichts an, was der (medizinische) Grund für Zwangspausen sein mag.

Wenn aber nun eine Stimmbandblutung (die Phoniater sprechen lieber von Stimmlippen) als Grund für eine 4-monatige Pause angegeben wird muss ich, um unbegründete Sorgen von andern Sängern mit derselben Diagnose hintanzuhalten, ergänzen:

Vier Monate sind unüblich lange. Herr Kaufmann macht alles richtig, wenn er sich die Zeit nimmt, die es braucht, um wieder voll einsetzbar zu sein. Wie im Sport dauert es manchmal, bis die Muskel (und Singen hat durchaus etwas mit Muskeln zu tun) wieder kräftig genug für Spitzenleistungen sind.

Es muss sich aber kein Sänger fürchten, wenn ihm ähnliches widerfährt. Einblutungen ins Stimmband sind häufig, brauchen in der Regel keine medikamentöse Behandlung und heilen in der Regel innerhalb weniger Wochen folgenlos aus. Nicht nur in Wien.

Es macht Sinn, sich bei medizinischen Themen mit Ärzten zu besprechen bevor man unnötig Laien verunsichert. Es gibt in Deutschland genügend HNO-Ärzte, an die sich Frau Lemke-Matwey wenden kann. – Dr. Reinhard Kürsten


Leserbrief zu „Blut und Wasser“ von Elisabeth Raether

Die Verdammung des hemmungslosen Fleischverzehrs kann man nicht dick genug unterstreichen. Neben dem Verhalten in den Haushalten der Familie spielt der Kulturverlust im öffentlichen Bereich eine große, negative Rolle. Fastfood mit viel Fleisch und Fett ist billig, günstiges Kantinenessen für viele nicht erreichbar und gute Gaststätten sind teuer und kosten im Alltag zu viel Zeit.

Aber besonders gefährlich ist die Bemerkung der Autorin, dass die Produktion von Nahrungsmitteln nur noch ein Prozent dessen ausmacht, was abgehobene Volkswirte als „Wertschöpfung“ bezeichnen. Nahrung ist ein elementares Grundbedürfnis, und wenn alle Bauern Versicherungen verkaufen würden, würden wir im Reichtum verhungern. Aber wir hätten ein größeres „Bruttosozialprodukt“.

Agrarpolitik ist unverzichtbar, das hat die Politik jeglicher Couleur eigentlich erkannt aber es werden katastrophale Fehler gemacht.

Übrigens, ein Prozent für die Nahrung?  Da kann der Staat bei Harz IV noch kräftig sparen!

Wenn man die Produktion in der Landwirtschaft im Wesentlichen darauf beschränken würde, was die lokalen Agrarflächen hergeben, wäre das Nitratproblem viel geringer.

Aber dafür müsste der Staat anders lenken und die Globalisierung auf den notwendigen Austausch von Agrarprodukten beschränken. – Hartmut Winterfeldt


Leserbrief zu „Die Bürokratie schlägt zurück“ Catalina Schröder

Als langjähriger Mitarbeiter im LAGeso und auch verantwortlich in der Berliner Unterbringungsleitstelle wollte ich als erstes, nachdem ich den Artikel gelesen hatte, Fakten richtig stellen, falsch Behauptetes, das vielen Bürgern als Wahrheit zur Wahrheit geworden ist, korrigieren? Dann wurde mir klar, dass jede versuchte Richtigstellung gegen mich verwendet werden kann. Durch meinen Arbeitgeber, der mich „angezeigt“ hat oder auch durch das Gericht, vor dem ich demnächst stehen könnte?

Und es gäbe noch so vieles mehr zu sagen: über das Engagement der Mitarbeitenden auf vielen Hierarchieebenen , die lange bevor die Flüchtlingskrise in aller Munde war, Maßnahmen ergriffen haben und auch ergreifen mussten, um Obdachlosigkeit zu vermeiden. Maßnahmen, die erst im Nachhinein und ohne sich mit ihnen auseinanderzusetzen infrage gestellt werden. Oder über das Trauma, das eine Hausdurchsuchung und die damit verbundene Kriminalisierung auslösen kann. Auch über mein Tablett, das ich erst nach sechs Monaten wieder bekam, ich aber nicht mehr nutzen kann. Über Kollegen, Freunde und Verwandte, aber auch über Fremde, die schnell begriffen, was auf der Berliner Politbühne gespielt wurde; also über Solidarität genauso wie über das Verhalten derer, die in den Augen meiner Oma einfach nur charakterlose Schurken sind. Und über den Schaden, den diese in Menschen anrichten. Viele hätten zu erzählen, was nur in privater Runde erzählt werden darf. Das deutsche Arbeitsrecht ist gnadenlos. Öffentlich hingegen durfte  die Niedertracht sein, durften Lüge sein, durfen Mutmaßungen und Halbwahrheiten verbreitet und durchgestochene Dokumente aus dem Zusammenhang gerissen und abgedruckt werden–öffentlich durfte demontiert werden. Der vorliegende Artikel grenzt sich davon ab. Hut ab vor denen, die ihn möglich gemacht haben. – Stephan Djacenko


Leserbrief zu „Was tun gegen Wilderei?“ von Bruno S. Frey Und Lasse Steiner

Vielen Dank für diesen kompetenten Beitrag, der mich deshalb interessierte, weil ich vor vielen Jahren in Hongkong mit einem Bekannten mehrere illegale Lager von Elfenbeinhändlern kennenlernte und einige Zeit später in Nationalparks von Tansania und Ruanda die Problematik des Wilderns erlebte.

Mich würde interessieren, ob folgende Alternativen schon überprüft wurden:

  1. Einbringen von Nano-Elementen und/oder Isotopen in Elfenbein und Nashorn, sodaß man genau ermitteln kann, aus welchem Gebiet, von welchen Tieren gewildertes und verarbeitetes Hornmaterial stammt. Dann Händler, Hehler, Besitzer mit harten Strafen biis zur Enteignung belegen. Das Geld dem Wildschutz des betroffenen Gebiets zuwenden. ????
  2. Elfenbein und Nashorn von betäubten Tieren entfernen und durch Elemente aus geeignetem Material, also durch Prothesen ersetzen. Das entfernte Elfenbein vor Ort durch geschulte Schnitzer und Künstler verarbeiten lassen, in staatlichen Verkaufsläden veräußern und Erlöse gerecht verteilen, vor allem für den Wildschutz einsetzen.
  3. Dazu natürlich nach passende flankierende Maßnahmen entwickeln. – Diether Sieghart

Leserbrief zu „Warum sind die meisten Studien falsch, Herr Ioannidis?“ von Christoph Drösser

Es ist natürlich interessanter zum Interview mit Herrn Ioannidis nach New York zu fliegen, als sich z.B. in Hamburg über Kritiker zu informieren, die seit vielen Jahren Fehler bei der statistischen Auswertung medizinischer Studien aufs Korn nehmen. Das kann auch allgemeinverständlich und humorvoll geschehen wie der Titel des Büchleins von H.-P. Beck-Bornholdt und H.-H. Dubben zeigt: „Der Hund, der Eier legt“. Ioannidis ist kein einsamer Kämpfer – seine Mitstreiter in Deutschland hätten wenigstens eine kurze Erwähnung verdient. – Dr. Heinz Burger


Leserbrief zu „Blut und Wasser“ von Elisabeth Raether

Jede Woche lese ich Rezepte, habe Kochbücher, aber tatsächlich probiere ich sie nie aus- außer bei Ihren Rezepten im ZEITMagazin. Ich schätze Ihre Lebensmittel-Ethik. Für mich klingt sie vernünftig- und irgendwie bestätigend im eigenen carnivoren Essverhalten. Und eigentlich wollte ich Ihnen schon immer schreiben, dass die vorgestellten Rezepte klasse sind- nur mir kam es doof vor, eine politische Redakteurin für Kochrezepte zu loben. Aber es soll in dieser Email nicht unerwähnt bleiben. So, zum Inhalt:

Natürlich wird etwas POLITISCH gegen Massentierhaltung getan:

Niedersachsens Christian Meyer ist ein grüner Landwirtschaftsminister. Und unter Landwirten kursierten Aufkleber“Stopp Meyer“. Das „O“ war sein Konterfei. Man muss als Politiker unbedingt dahin gehen, wo es weh tut. Wer ein Liebesbedürfnis hat, ist wahrscheinlich falsch in der Politik. Aber die Beschimpfungen, auch im Verhältnis zu dem was heute normal ist… krass. Irgendwie haben wir GRÜNE doch eine Art masochistisches Liebesbedürfnis gegenüber Landwirten. Und tatsächlich, die Skepsis nimmt tendenziell ein wenig ab- Babysteps.

Christian Meyer ist eine Reizfigur für Landwirte, weil er nichts anderes, als die Agrarwende im Massentierhaltungsland Niedersachsen eingeleitet hat. PFEIL 2014-2020 ist sicherlich eines dieser Papiere, für die man sich niemand so richtig interessiert, dabei ist es eines der wichtigsten politischen Instrumente zur Umsetzung der Agrarwende. Denn die gut 1,1 Milliarden die Nds jährlich an Agrarsubventionen und Förderung für den ländlichen Raum bekommt, ermöglichen politischen Spielraum. Einen Spielraum der beispielsweise in die „Ringelschwanzprämie“ investiert wurde. 16,50 € je intakten Schwanz (ein Indikator für Tierwohl) für einen Landwirt, der einen Rohgewinn von circa 35 € pro Tier hat, ist ordentlich. Dafür bekommen die Tiere mehr Platz, mehr Beschäftigung- ein bisschen mehr Tier eben. Mastenten erhalten Zugang zu Wasser. Schnäbel von Hühnern werden nicht mehr gekürzt (mit eben entsprechenden Konsequenzen in der Haltung). Der Gülletransport wurde eingedämmt. Die niedersächsische Düngeverordnung fördert Fruchtfolgen und behandelt bearbeitete Gülle aus den Niederlanden als Abfall (ein wichtige rechtliche Definition bei der Verbringung). Mehr Geld geht tatsächlich an die Weidehalter, Biolandwirte und an die Schafshalter (die durchaus durch die Rückkehr des Wolfes gefordert sind). Der Launch eines von Meyer initiiertes bundesweites Weidemilchlabel- mit Perspektive auf 5 ct mehr pro Liter- gehört auch zu den Verhandlungserfolgen mit u.a. zwei verstrittenen Milchviehverbänden, Naturschutzverbänden, Verbraucherschutz, Molkereien UND eben Lebensmitteleinzelhandel! Neulich wurde Meyer vom European Milkboard auch dafür geehrt.

Diese Maßnahmenliste des ML lässt sich noch eine Weile fortführen. Hinter jeder steckt ein geschickter politischer Schachzug, Verhandlungen- mit der EU, mit den Landwirten, mit dem Lebensmitteleinzelhandel. Für Teile Niedersachsens ist das Internet wirklich Neuland- sie haben einfach keines. Also fördert das Landwirtschaftsministerium „noch mal eben“, das was die Bundesregierung im ländlichen Raum nicht tut: Breitbandausbau.

Den Bundesrat gibt es auch noch. Meyer reißt dort, verhandelte u.a. federführend den Kompromiss zur Nitratrichtlinie- der durch das EU-Vertragsverletzungsverfahren zwingend wurde. Habeck mag der medial gehypte Star sein. Meyer ist das politische Arbeitstier, der Gegenpart von Christian Schmidt.

Die Politik im Bund, nach der Wahl, wird auch die Verhandlungen um den mehrjährigen Finanzrahmen der EU im Agrarbereich ab 2021 prägen. Ein motivierter Landwirtschaftsminister kann bei der GAP wirklich etwas reißen- und das wirkt dann eben nicht nur in Deutschland. „Public money for public goods“ wäre eine mögliche Antwort: also nicht nur Förderung für Lebensmittelproduktion, sondern auch für Artenvielfalt, Wasser- und Bodenschutz je Fläche und eben auch Tierwohl, weniger Geld für Landbesitzer, mehr für Landwirte.

Wahrscheinlich hätte ich Ihren Artikel „Blut und Wasser“ abgefeiert, hätte ich ihn vor einem Jahr gelesen. Wahrscheinlich hätte ich auch die Bauernregel-Kampagne der Umweltministerin auf allen sozialen Netzwerken geteilt. Aber dann wurde ich (für politische Uhren spontan) Bundestagskandidatin der GRÜNEN, im relativ ländlichen Raum, und damit Projektionsfläche für die Landwirtschaftspolitik unseres niedersächsischen Landwirtschaftsministers. Ich wusste mal mehr über soziale Ungleichheit, als über Landwirtschaft & ländliche Räume. Inzwischen ist das anders. Inzwischen kann ich spontan und betrunken halbwegs sicher über Landwirtschaftspolitik debattieren. Das weiß ich, denn auf jeder Party von Freunden „lauert“ ein Landwirt, der GRÜNE entweder extrem gut oder extrem scheiße findet.

Nun, der gegenseitige Fingerzeig „Konsument will das billige Fleisch“ und „Landwirte sind böse“ funktioniert nicht. Bevor ich weiter aushole, das Folgende soll weder die vielen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in der industriellen Tierhaltung, noch die Ausbeutung von Menschen in Schlachtstätten mit Werksverträgen legitimieren. Es soll auch schon gar nicht den Verbraucher aus der Verantwortung nehmen. Aber ich nehme die Pointe vorweg: Wenn es um die Beendigung der Massentierhaltung geht, ist die Verbrauchermacht zunächst nicht ausschlaggebend.

Ein von Subventionen geprägter Markt ist hochpolitisch! Er ist auch stark lobbyiert. Und Landwirte produzieren rational innerhalb von gegebenen Strukturen. Diese Strukturen prägt Politik stark: durch Subventionen, aber auch durch Ordnungspolitik. Veterinärämter, die bei den Kommunen angesiedelt sind, werden niemals so ausreichend bestückt werden, damit sie die eigenen Gewerbesteuerzahler effektiv kontrollieren. Der Preisverfall von Fleisch hat unmittelbar mit der Weigerung von Konsumenten zu tun, dieses Fleisch noch zu essen. Und das übt weiteren Druck auf Landwirte aus. Überschüsse werden aber exportiert. Billigst. Und einen Teil, wie Schweinefüße, isst ein deutscher Konsument einfach nicht. Der will Kotelett und Nackensteaks. Können wir den Landwirt dafür verurteilen, wenn die Schweinefüße nach China gehen? Oder andere Karkassen in Entwicklungsländer?  Er vermarktet seine Produkte nur in Ausnahmefällen. Der Landwirt produziert. Es gibt dann aber noch einen Lebensmitteleinzelhandel und in der Kette oft davor, die Lebensmittelverarbeitung.
Schon nach kleinsten Markteinbrüchen, würde der Preis massiv verfallen, sagte mir ein Schweinemäster. Konsumenten kaufen etwas weniger Schweine -oder Putenfleisch und schon fällt der Preis massiv. Ein gutes Argument Lebensmittelproduktion nicht alleine den Märkten zu überlassen.

Es gibt die kleinen Momente, in denen ich glaube, wir könnten „gewinnen“ und die Massentierhaltung in der jetzigen Form beenden. Gewinnen ist auch das richtig Wort- denn im Moment verlieren fast alle in diesem System. Vor ein paar Tagen saß ein anderer Schweinemäster vor mir. Er war zu meiner Veranstaltung gekommen, weil er dringend Breitband für die Überwachung der Be- und Entlüftung, Feuerschutz, Tränken etc. braucht. „Ich tue etwas für meine Tiere- aber keiner merkt es ohne Kennzeichnung,“ sagte er. Konsequente Kennzeichnung, auch für verarbeitete Produkte, das würde wirklich Verbraucher emanzipieren- und solchen Landwirten wahrscheinlich mehr Geld bringen.

Gerne würde ich mit folgendem Satz schließen: In der Landwirtschaftspolitik, bei der Politik im ländlichen Raum gibt es viel zu gewinnen. Durch die Verflechtungen des politischen Mehrebenensystems von der EU über Bund, Länder bis direkt an den Landwirt, ist es ein spannendes Feld. Jeder isst, es betrifft also jeden.
Aber tatsächlich gibt es auch viel zu verlieren. Brexit, weniger Nettozahler, Rüstung, Grenzsicherung. Die Landwirte könnten auch das bekommen, was die meisten ihrer Verbandsspitzen laut gefordert haben: Weltmarkt. Das käme nichts anderem, als einer großen Marktbereinigung gleich. Einer, in der es wesentlich weniger politische Steuerungsmöglichkeiten hinsichtlich Tierwohl, Boden-, Wasser- und Luftschutz oder Artenvielfalt gibt. – Christina-Johanne Schröder


 

08. Juni 2017 – Ausgabe 24

Leserbrief zum Titelthema „Der Präsident der Reichen“

Kompliment: Endlich nicht mehr nur zur Dummheit und Unfähigkeit von Trump, zu seinen blöden Tweets und seinem verbohrten Populismus, sondern – in guter alter investigativer ZEIT-Manier – zu den mächtigen, superreichen Hintergrundleuten und finsteren, gefährlichen Strippenziehen von ihm, für die er nur als allerdings einfältige Marionette fungiert. Armes Amerika, einst Wächter der Demokratie, wie verkommen du bist. Fast will man hoffen, dass Trump in seiner selbstgefälligen Unberechenbarkeit selbst noch die Interessen und Intentionen dieser Background-Clans verspielt! Doch dann Gnade der Welt! – Prof. Dr. Hans-Dieter Kübler


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Fast hätte ich den Artikel

Der größte Steuerraub in der deutschen GeschichteÜber Jahrzehnte plünderten Banker, Berater und Anwälte den deutschen Staat aus. Niemand verhinderte den Raubzug. Doch dann kam ihnen eine Frau auf die Spur.“

nicht gelesen. Warum haben Sie da eine Überschrift drübergesetzt wie bei der Huffington Post?

Das klingt nicht seriös und ich fürchte, dass es anderen Lesern vielleicht geht wie mir. Das wäre sehr schade – Bernadette Schier


Leserbrief zu „Etwas lief hier falsch“ von Anant Agarwala und Nicola Meier

Nicht nur „ETWAS“ lief hier falsch. Wir sind in Bayern wieder auf dem Weg zu den unseligen Zuständen wie unter Franz Josef Strauß. Demonstranten werden vom Innenminister kriminalisiert. Und Joachim Herrmann ist auch verantwortlich dafür, daß die Bezirksregierung in Ansbach einen Ablehnungsbescheid t dem Betroffenen nicht zustellt, weil der dann ja untertauchen könne. Konsequenterweise muss man in Bayern nun damit rechnen, dass Ablehnungsbescheide gar nicht mehr zugestellt werden? Wundern würde mich das in Bayern nicht. – Lutz Landorff


Leserbrief zu “Über Duldsamkeit, Kritik und Spott“ von Harald Martenstein

Harald Martenstein wir lieben Ihren herrlichen Humor 😊und auch Ihre Anregungen zum nachdenken über anstehende Themen.  Behalten Sie Ihren Humor 🕯✏ Bleiben Sie,lieber Herr Martenstein,im bierernsten Deutschland. HerzlichesDankeschön und freundliche 🐝 – Annekatrin u. Naima Abu Aglla


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

wir möchten uns herzlich für diesen Artikel bedanken. Besonders aber bei dem Journalistenteam für die hervorragende Recherche und ausführliche Arbeit. Wir waren von dem, was wir da lesen durften, derart geschockt, dass wir sogar weinen mussten.

Man rackert sich ab, schafft sich den Rücken krumm, spart sich jeden Cent mühsam zusammen damit man die Familie ernähren kann … uns fehlen wirklich die Worte. Auch wenn dies wohl nie der Fall sein wird, hoffen wir doch sehr, dass wenigstens einige der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. – Familie Wingenbach


Leserbrief zu „… es regiert“ von Kerstin Kohlenberg

Ich bin sprachlos, weil ich vermute, dass im Wesentlichen alles so ist, wir Kerstin Kohlenberg es beschreibt. Und das in den USA, dem Hegemon dieser Welt. – Dr. Hergen Heinemann


Leserbrief zu „Etwas lief hier falsch“ von Anant Agarwala und Nicola Meier

Wie kann jemand abgeschoben werden, wenn er in Ausbildung oder Praktikum ist und sich anscheinend bemüht sich zu integrieren?

Ohne auf die Details des Falls einzugehen, kenne ich einige Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan oder Pakistan, die trotz Intensivkursen immernoch schlecht bis gar nicht Deutsch sprechen.

Und da ist einer, der dem Anspruch als künftiger Rentenbeitragszahler gerecht wird, bzw. den Fachkräftemangel angeht (ich höre noch Herrn Zetsche tönen, wen man alles aufnehmen und einstellen würde – Pustekuchen) und der wird aus der Integration herausgerissen und abgeschoben.

Es erklärt eigentlich nur die Unfähigkeit der Behörden und der Politik dieses Problem „zielführend“ zu lösen.

Und letztlich ist es gar kein Flüchtlingsproblem, sondern das Problem dieser Gesellschaft, die Menschen aus sozial schwachem Hintergrund (denn letztlich sind Flüchtlinge erstmal ALG-II Empfänger) und mit niedrigem Bildungsniveau egal welcher Herkunft zu fördern und die gläserne Decke im sozialen System und im Bildungssystem aufzubrechen!

Die nächste Revolution müßte sein, daß Sozialarbeiter und Lehrer zu den bestbezahlten Kräften der Gesellschaft gehören. Aber dann würde man ja echt mal was verändern! Schaffen wir das?!? – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Gehört dazu“ von Stefanie Flamm

Der Inklusionsprozess schreitet zwar sehr mühsam und erschreckend langsam, aber sicher voran und ich hoffe sehr, dass er sich weiter entwickelt. Aber die Schüler werden integriert, wie Sie richtig geschrieben haben, nur wenn die Bedingungen stimmen.

Wenn Sie in Berlin leben, muss ich Ihnen wohl nicht erklären, wie schwierig überhaupt die finanzielle Lage ist. Mein autistisches Kind ist extrem personalintensiv. Am Ende wird nicht mehr über einen hilfsbedürftigen Menschen, sondern nur noch über das Geld geredet. Wie Sie erwähnt haben, Schulhelferstunden werden nur in der Regelschule, und bloß für ein paar Stunden bewilligt. In den Förderschulen wurden sie sogar schon längst abgeschafft. Die öffentlichen Förderschulen sind voll überlastet, dass sie unter Umständen die Unterrichtsstunden der „schwierigen“ Schüler beliebig verkürzen (wo ist denn die Rechtslage?) oder die Eltern zwingen, ihrem Kind Medikamente zu geben oder sie empfehlen einfach einen Schulwechsel. Skandalös, oder?

Wenn eine Schule behauptet; wir schaffen das nicht! Dann hat nicht einmal das Jugendamt Zugriff. Was ich in den letzten Jahren erleben musste, war eine bittere, brutale Realität, obwohl, – Fairness halber muss ich hinzufügen- alle Beteiligten hart an der Grenze arbeiten. Der gute Wille ist überall da, aber es mangelt halt an Geld und Personal.

Ein Gesetz oder eine Konvention wird sicher einige Entwicklungen positiv beeinflussen und beschleunigen, aber um eine inklusive Gesellschaft zu gestalten, setzten ein breiter Konsens in der Bevölkerung und ein grundlegender Strukturwandel im gesamten Schulwesen voraus. Und vielleicht auch ein anderes Verständnis für die Bildung. Einen Menschen zu erziehen, zu fördern, zu bilden, oder zu beschützen muss nur allein Schule und Elternhaus obliegen? Wohl nicht. Einen Teil davon sollte die Gesellschaft gemeinsam tragen. Ich denke oft an das berühmte Bild im Roman Der Fänger im Roggen, in dem die Hauptfigur von seinem Wunsch erzählt: Ich stelle mir immer kleine Kinder vor, die in einem Roggenfeld ein Spiel machen.Tausende von kleinen Kindern, und keiner wäre in der Nähe – kein Erwachsener, meine ich – außer mir. Und ich würde am Rand einer verrückten Klippe stehen. Ich müßte alle festhalten, die über die Klippe hinauslaufen wollen –  ich meine, wenn sie nicht achtgeben, wohin sie rennen, müßte ich vorspringen und sie fangen. Ich weiß schon, daß das verrückt ist.

Von wegen verrückt! Das ist für mich ein schönes Sinnbild. Eine visionäre Utopie.Ich wünsche Ihnen viel Kraft für Ihr Kind! – Ai Kretschmer-Nakashima


Leserbrief zu „Wir haben uns verwählt“ von Jens Jessen

Liebe auf Augenhöhe. Wenn man mit Augenhöhe das meint, was messbar ist, meint man sicher nicht Liebe. Liebe – definiere…..

Man bedenke, was der Mensch (vor allem in den ersten Lebensjahren) braucht, um wirklich beziehungsfähig zu werden! – Helga Hecking


Leserbrief zu „Partner gesucht“ von Claas Tatje

Da in diesem Zuge auch Ryanair Erwähnung findet, möchten wir Ihnen folgendes Statement im Namen von Ryanair zukommen lassen:

„Die folgende Behauptung Ihres Artikels ist falsch: “Das Unternehmen spart Lohnkosten, weil es Mitarbeiter wie kleine Ich-AGs behandelt und nicht wie Angestellte.” Ryanairs Piloten sind entweder direkt bei uns oder über das Contractor-Modell angestellt – so, wie es viele weitere Fluggesellschaften ebenfalls handhaben. Im Falle von Ryanair ist dies notwenig, da unsere Flotte und Crew im Zuge sich verändernder Flugpläne von Basis zu Basis wechseln. Dies ist zudem vollkommen konform mit dem irischen und europäischen Arbeitsrecht. Nach irischem Recht und dem deutsch-irischen Doppelbesteuerungsabkommen müssen Piloten und Kabinenpersonal, die nach irischen Verträgen beschäftig sind, da sie auf irischem Gebiet arbeiten (in Irland registrierte Flugzeugen sind so zu definieren), auch ihre Steuern in Irland zahlen.

Ryanair-Piloten und Bordpersonal genießen sehr gute Bedingungen mit Arbeitsplatzsicherheit, einem neuen 5-Jahres-Gehaltsabkommen mit garantierten Lohnerhöhungen und branchenführenden Dienstplänen (ein verlängertes Wochenende jede Woche). Aus diesem Grund haben wir derzeit eine Warteliste von mehr als 6.000 qualifizierten Piloten und Flugbegleitern, die bei Ryanair arbeiten möchten, während andere Fluggesellschaften Lohn-, und Arbeitsplatzkürzungen vornehmen.“

Im Namen von Ryanair möchten wir Sie daher bitten, dieses Statement in Ihrer Berichterstattung zu berücksichtigen und die Passage entsprechend zu aktualisieren. Bitte nennen Sie Herrn Robin Kiely, Head of Communications bei Ryanair, als Zitatgeber. Wenn Sie noch weitere Informationen benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Über eine kurze Rückmeldung bzgl. der Änderung Ihres Artikels wären wir Ihnen sehr dankbar. – Anita Carstensen (Pressebüro Ryanair)


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Vielen Dank für diesen Artikel. Und was geschieht mit den Verbrechern, denn es geht hier um Verbrechen. In Saudi-Arabien steht darauf die Todesstrafe,so ein Bekannter. – Hermann Koopmann


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Ich kann das Argument der Bankiers, Konzernmanager und Steuerberater, „es war alles ganz legal“, nicht mehr hören. Vor 72 Jahren hiess es „ich habe nur Befehle ausgeführt“. – Nicholas Deichmann


Leserbrief zum Titelthema „Der Präsident der Reichen“

Meinen Sie es ernst, Mr. Präsident? Sind Sie gegen das Washingtoner Establischment und für das amerikanische Volk?

Ein einfacher Weg wäre, dem amerikanische Volk das zurück zu geben, was Ihm eigentlich gehört. Dazu gehört zuallererst der Boden. Aus der Hälfte der Erträge der Nutzungen und Gewinne könnten Hunger, Depression und Mangel der vergessenen Amerikaner leicht finanziert werden.

Dazu käme, dass America first, so Vorbild für alle Länder der Welt sein könnte. Meinen Sie es ernst oder sind Sie ein Schwätzer?

PS: Analog dazu könnten Sie auch die Erträge der Nutzung der ebenfalls nicht vermehrbaren Ressourcen Luft und Wasser lenken.

Fast jede Wette: Sie sind nur ein Schwätzer. – Helmut Schmidt


Leserbrief zu „Die Luthersau“ von Christoph Dieckmann

Der Pfarrerssohn und studierte Theologe Christoph Dieckmann schreibt zu Recht: „Zu den Errungenschaften der aktuellen Lutherei gehört die Entheiligung des protestantischen Titans“, dessen „Judenhass lange als betrübliche Erkrankung des späten Luther galt“ , und klarstellt: „Luther akzeptierte die Juden zu keiner Zeit.“ Er „war ein religiöser Antisemit“.

Nicht bloß ein Antijudaist, wie in der protestantischen Kirche vielfach immer noch behauptet wird. Um also wirklich zu klären, was hier „religiöser Antisemit“ heißt, reicht es nicht, zum Jubiläum die „Schattenseiten“ der Reformation bloß zu „benennen“, wie Frau Käßmann (als „Lutherbotschafterin“) vorgegeben hatte: Es fehlt bislang eine gründliche wissenschaftliche Aufarbeitung jener Schattenseiten im Auftrag der Kirchenleitung. Dabei müsste der Zusammenhang seines Antisemitismus mit Luthers zentraler reformatorischer Botschaft klar herausgestellt werden: Wie finde ich als sündiger Mensch in einer unsicheren, von allgegenwärtigem Tod (Blitz- und Krankheitserfahrung, damals besonders die Pest) und ebenso allgegenwärtigem „Teufel“ (an den Luther ebenso glaubte wie heute noch z. B. Papst Benedikt XVI.) bedrohten Welt einen gnädigen Gott?

Die Antwort fand Luther vor allem bei Paulus, der bei seinem  Kampf gegen Irrlehren in judenchristlichen Urgemeinden und in der Erwartung des nahen Weltendes klar festgelegt hatte: Allein durch „Glauben“ (an die Erlösung durch den auferstandenen Christus), nicht durch „Werke“, wie die frühen Judenchristen glaubten, die ein Leben nach den Geboten ihres (alttestamentarischen) Gottes als hilfreich erfahren hatten (sowohl für einen gnädigen Gott als auch für ein funktionierendes Gemeinwesen bei ausbleibender Wiederkehr Christi). Diese von ihm wieder entdeckte Heilsbotschaft des Paulus sah Luther durch jüdischen Glauben im Kern bedroht. Seine Reformation ist auch nach 500 Jahren nicht ohne ihre Schattenseite zu haben. Wäre es da nicht höchste Zeit für eine neue „protestantische“ Reformation, die ebenso mutig sein müsste wie die alte, um deren „Schatten“ zu überwinden? – Eckhard Heumann


Leserbrief zu „Die Luthersau“ von Christoph Dieckmann

Jetzt im Lutherjahr 2017 ist ja das Thema Reformation und Luthers Wirken gegen die katholische Obrigkeit quasi omnipräsent; Deutschland steht deshalb dieses Jahr aufgrund einer seiner wichtigsten Persönlichkeiten im Rampenlicht der weltweiten Kirchengemeinde. Deshalb ist es umso wichtiger, dass ein jeder sich eine Tatsache vor Augen führt: Die wenigsten Menschen, egal wie edel ihr Schaffen und ihre Errungenschaften auch sein mögen, sind unfehlbar und haben eine „weiße Weste“. Luthers krankhafter Antijudaismus, Woodrow Wilson’s Mitgliedschaft im rassistischen Ku-Klux-Klan und Napoléons Machtbesessenheit unterstrichen meine These.

Diese Skulptur ist und soll auch in Zukunft ein Mahnmal dafür sein, dass man selten eine historische Persönlichkeiten nach ihrem Ableben auf einen Podest stellen sollte.  – Anonymer Leser


Leserbrief zu „Hält dieser Mann den Klimawandel auf?“ von Amrai Coen

Wenn “ Germanwatch “  sicher keine Korruption aufweist, bleibt es äußerst unverständlich, daß bei einem Streitwert in Höhe von 17.000.- € die bisherigen Prozeßkosten sich auf  mehrere Hunderttausend Euro belaufen sollen. Unter Einhaltung des gesetzlichen Gebührenrahmens der Anwälte kann das nicht sein ! Falls auch die Bezüge des Vorstandsvorsitzenden einbezogen sein sollten, oder sonstige Spesen,  könnte es bereits ein Fall für Transparency International sein, um die Spender zu informieren.
Dem armen Bergbauern ist mit alledem am Wenigsten geholfen! Die Recherche des Journalisten hat zu früh und unkritisch aufgehört !! – Burkhart Asbeck


Leserbrief zu „Gehört dazu“ von Stefanie Flamm

Danke für Ihren Artikel.

Was mich an der Debatte um Inklusion am meisten stört, ist, dass kaum darüber geredet wird, welchen Gewinn alle davon haben (und damit meine ich nicht das abgedroschene ’soziale Lernen‘, das Kinder mit Behinderung möglich machen). Es wird in der Regel mit Rechten argumentiert. Kann sich niemand vorstellen, dass es auch faszinierend sein kann, mit Menschen zusammen zu lernen, die offensichtlich ganz anders in der Welt zuhause sind als die Mehrheit? Dass ‚Störungen‘ auch produktiv sein können?

Sie nennen das schöne Beispiel der Rallye: Was ermöglicht die Behinderung ihres Sohnes? Kreativität und Spontaneität der Organisatoren, eben abseits der Regeln und der bekannten Lösungen. Dass das mühselig ist und dass man sich oft nach der Berechenbarkeit sehnt – warum nicht? Ist auch eine Erfahrung. Prozesse lernen, nicht Fakten – ist das nicht das Credo nach dem Pisa-Schock?

Lies doch mal mit Deinem Mitschüler mit Down-Syndrom einen kurzen Text. Ja, Du, Grundschüler! Lies mit ihm. Lass Dir was einfallen. Und schau mal, was passiert, WAS DU DABEI LERNST. Schwierigkeiten gehören zum Leben und man kann auch an ihnen wachsen.

Wir brauchen kreative Artikel über Inklusion. – Susanne Hartwig


Leserbrief zum „Zu Pferde von Athen nach Kassel“ von Tim Ackermann

Endlich mal ein Text im zeitmagazin, den man gerne liest. Eine Art Vorbild (Vorritt?) für diese documenta-Pferdereise von 2017 gab es bereits 1936:

VIER PFERDE, EIN HUND UND DREI SOLDATEN
Ein Ritt nach Stambul und Athen
HANS SCHWARZ

1937, Rascher Verlag / Zürich

Die Reise ging auch nicht ohne Sponsoren, und man war in Begleitung eines Schweizer Sennhundes, der „Chüeri“ hieß, nicht „Hermes“, wie das berühmte Pferd …
Die Schweizer sind übrigens in 6 Wintermonaten hin und zurück geritten.
Hier eine kurze Zusammenfassung des Buches:

https://theo48.wordpress.com/4-hellas-reisen-1800-1965/mit-4-pferden-nach-hellas/

Nebenbei: Auch die Firma Opel war zu der Zeit mit ihren neuen Opel Olympia Autos auf dem Balkan und in Griechenland unterwegs, um den Weg des Olympischen Feuers von Olympia nach Berlin zu dokumentieren:
https://theo48.wordpress.com/das-festland-aber-bisher-nur-die-erste-seite/olympia/olympischer-ausflug-1936/Theo Schlag


Leserbrief zu „Gefordert wird: Der Abschied vom Junggesellenabschied“ von Sascha Chaimowicz

Den Artikel über den ‚JGA‘ habe ich amüsiert gelesen. Mein Gedanke dazu: haben Sie Mut und organisieren Sie wirklich einfach einen netten Abend mit Freunden! So habe das meine Söhne gemacht vor ihrer Hochzeit – treffen mit Leuten die man lange nicht gesehen hat – entspannt quatschen – aber keine Peinlichkeiten.

Seien Sie mutig und stehen Sie dazu

P.S. Würde mich interessieren was Sie am Ende gemacht haben! – Anette Laier


Leserbrief zu “Über Duldsamkeit, Kritik und Spott“ von Harald Martenstein

Reiben Sie sich bitte nicht auf, im Streit gegen unsere neue Wahrheitspolizei. Maxim Biller hat in der ZEIT Nr24 die grün-linke Gemütslage und deren dogmatische Lehrmeinung in Deutschland doch eindrucksvoll beschrieben.  – Dr. Bernhard Jung


Leserbrief zu „Ausgehamstert“ von Marcus Rohwetter

Der ZEIT-Autor (und vermutlich auch seine geneigten Leser) kennt den „Kleinsparer“ nur als putzige Karikatur, als Onkel vom „Otto Normalverbraucher“, so verstehe ich Ihren Text. Wer zur Zielgruppe der im ZEIT-Magazin werbenden Luxusartikelfirmen gehört, hat eben ein anderes soziales Umfeld. Den Kiez der „Kleinsparer“ besichtigt man auf ethnografischer Exkursion in vergilbten Sparklub-Kneipen in Altona, die ASTRA Urtyp ausschenken und noch nicht mal coole Haifischbar-Romantik aufweisen.

Als Glosse ist Ihr Artikel unterhaltsam zu lesen, wenn man den amüsierten „Dittsche“-Blick auf „die da unten“ annimmt. Zu den kleinen Leuten gesellen sich dann Stereotype, die mit der Realität nur oberflächlich zu tun haben. Es fehlen im Kasten „Die ganze Familie“ das HB-Männchen, Clementine, Kulenkampffs Geldbriefträger und Henry Vahl als Ohnsorg-Theater-Verkörperung des klassischen „Kleinsparers“ im muffigen Mietskasernen-Treppenhaus. Was haben wir gelacht.

Für einen Beitrag im Wirtschaftsteil ist Ihr Beitrag allerdings sehr informationsarm. Denn in der finanziell klammen Welt der „Kleinsparer“ führen harte ökonomische Fakten und gesetzliche Regelungen tatsächlich seit über zehn Jahren zu einer schleichenden Enteignung. Und das ist nicht lustig für die Betroffenen. Erstens die Halbierung des Sparer-Freibetrages ab 2005 (Regierung Schröder) und zweitens der rasante Verfall der Zinsen. Was den mit Wertpapieren spekulierenden Besserverdiener mit Finanzberater weniger trifft, benachteiligt den „Kleinsparer“ mit weniger als 100.000 EUR frei verfügbarem Vermögen (meine Definition) um so härter. Für ihn ist der Aktienmarkt keine Option, dafür muß er mit ansehen, wie seine buchstäblichen „Spargroschen“ auf Tagesgeldkonten und in Sparverträgen dahinschmelzen.

Lebens- und Rentenversicherungen geht es nicht viel besser, hier und da gibt es vielleicht Anleihen mit schwer einschätzbarem Risiko und ein paar Prozent Zinsen, Steuersparmodelle sind mangels Masse kein Thema.

Wer wie ich als (selbständiger, mittlerweile geringverdienender) „Kleinsparer“ der Generation Ü60 versucht hat, mit begrenzten Möglichkeiten für sein Alter finanziell vorzusorgen, der hat jetzt schlechte Karten. Und fühlt sich von einer Politik gleich mehrfach veräppelt, die seit Jahrzehnten keine für untere Einkommensgruppen spürbar wirksame Steuerreform zustande bringt.

Das wären aus meiner Sicht diskutierbare Inhalte zum Thema „Kleinsparer“ – aber für die besserverdienende Elite (Ihre Leserschaft) vermutlich gähnend langweilig. Dann doch lieber die Luxusseiten im Zeit-Magazin durchstöbern, vielleicht mal wieder eine neue Armbanduhr, für die der „Kleinsparer“ ein Jahr lang arbeiten müßte … – Anonymer Leser


Leserbrief zu „Trumps Darling“ von Christan Fuchs

Großen Dank an Christian Fuchs für seinen sehr wichtigen Artikel “ Trumps Darling“!

Es wäre wünschenswert, daß eben jene derart Schuld auf sich geladen habende CIA- Vizechefin  zumindest bei eventuellen Reisen nach Europa zur Rechenschaft gezogen wird. – Paul Zendo


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Wer hat den Mut div. Finanzminister wg. Verletzung der Aufsichtspflichten etc. anzuzeigen? Ihr exzellenter Artikel „Der größte Steuerraub in der deutschen Geschichte“ enthält div. Hinweise, die diese Frage aufwerfen. Ihrem Bericht ist zu entnehmen, dass 1992 erstmalig gewarnt wurde.

Wie frech ist der deutsche Bankenverband, der Gesetzesvorschläge mit Hintertür unterbreitet und erlassen bekommt. Als Steuerzahler, der jeden Monat seine Steuern pünktlich zahlt komme ich mir regelrecht verarscht vor. – Klaus-Peter Baensch


Leserbrief zu „Entzauberte Gurus” von Bernhard Pörksen

Ein ausgezeichneter Artikel von Bernhard Pörksen. Doch die Texte mit den Kurzporträts entzauberter „Heiligenlegenden“ hat wahrscheinlich die Redaktion geschrieben. Da heisst es über den jungen Kalu Rinpoche: „Der heutige Führer des tibetischen Buddhismus wurde 1990 geboren“. Führer des tibetischen Buddhismus ???  Ein Führer, der Führer? Gibt es überhaupt soetwas wie einen Führer des tibetischen Buddhismus? Die „Zeit“ ist bekannt für ihre sprachliche Sorgfalt. Das sollte auch bei kurzen Texten darauf  gelten. – Ueli Balsiger


Leserbrief zu „Trumps Auftritt könnte dem Klima einen Dienst erweisen“ von Petra Pinzler und Mark Schieritz

Wie gewohnt schimmert aus den Fragen der ZEITjournalisten Pinzler und Schieritz – die stets belehrende grünrote Penetranz durch! Wohltuend heben sich die nüchtern-sachlichen Antworten von Herrn Schellnhuber ab. Kein Mensch -und erst Recht kein Journalist der ZEIT- konnte mir je erklären, warum so schnell die Kohlekraftwerke abzuschalten sind, solange es nicht möglich ist, Sonnen- und Windstrom dauerhaft zu speichern! – Hans Hardenberg


Leserbrief zum Titelthema „Der Präsident der Reichen“

„Der Präsident der Reichen….Trump macht, was ihm einige Millionäre einflüstern. Nicht nur der Klimaausstieg ist ihr Werk“ ….Das ist unterstes journalistisches Niveau! Vermutlich sind auch Sie inzwischen der Auffassung, dass mit einer „sauberen“ Analyse der Fakten und einer sorgfältigen Abwägung von Argumenten keine Leser mehr zu gewinnen sind. – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Wir haben uns verwählt“ von Jens Jessen

Wer seinem Partner mitteilt, er sei nicht mehr auf Augenhöhe, wertet ihn ab und gleichzeitig sich selber auf. Der neue Partner wird dann zur individuellen / sexuellen Selbstaufwertung gebraucht. Dahinter steckt schlicht ein mangelndes Selbstwertgefühl. Solange dieses nicht ernsthaft reflektiert und ggfs. mittels professioneller Hilfe bearbeitet ist, wird auch der neue Partner bald nicht mehr auf Augenhöhe sein, und das Ganze beginnt von vorn, meist verbunden mit viel Leid mindestens für einen der beiden. – Cornelia Weitzel


Leserbrief zu „Europa steckt in der Falle“ von Thomas Assheuer

Ihr Beitrag liefert einleuchtende Argumente für Ihren Befund, dass die Entdemokratisierung und Entpolitisierung der EU in einem Maße fortschreitet, die Besorgnis erregen muss. Seltsam ist aber Ihr Lösungsvorschlag: Im Bundestagswahlkampf soll sich nun eine Partei – ausgerechnet die SPD – aufmachen, um für ein ein Kerneuropa zu kämpfen, das mehr ist als eine Fiskal- und Finanzunion. Erinnern Sie sich nicht mehr?

In der ZEIT vom 26.6.2014 (S. 50) haben Sie Ihr Interview mit dem früheren Bundesverfassungsrichter Dieter Grimm veröffentlicht. Der hat  Ihnen damals erläutert, dass jede Reform der EU scheitern muss, solange nicht die Fehlentscheidung des EuGH aus dem Jahre 1964 revidiert wird, wonach die europäischen Verträge zur Verfassung von Europa hochgezont worden sind . Das war ein heimlicher Staatsstreich. Der kann nur durch eine Änderung der Verträge rückgängig gemacht werden. Die AfD fordert das zwar, ohne es ganz verstanden zu haben. Sie ist damit aber immerhin die einzige der Partein in Deutschland, die sich in ihrem „dunklen Drange des rechten Weges wohl bewusst“ ist. – Willi Vallendar


Leserbrief zu „Auftritt der Diebe“ von Martin Machowecz

Es ist schon ein wenig Paradox, dass gerade die UEFA diese Entscheidung fällen muss. Hat sie sich in den vergangenen Jahren doch als korruptes und Gelder veruntreuendes Monster präsentiert. Ich hoffe doch sehr, dass beide Vereine antreten dürfen. Alles andere wäre ein Hohn und eine abermalige Enttäuschung seitens der UEFA. – Yves Pulst


Leserbrief zu „Ausgehamstert“ von Marcus Rohwetter

Der „Tunnelblick“ auf die Kleinsparer verharmlost das Problem der niedrigen Zinsen. Haben Sie auch an jene „Sparer“ gedacht, die an langfristige Lebensversicherungen gebunden sind? Oder an jene Selbständige, die ihr Arbeitsleben in Versorgungswerke eingezahlt haben, und nun keine Erhöhungen sprich (Überschuss-)Zinsen mehr ausgezahlt bekommen? Oder denken Sie an gesetzliche und private Krankenversicherungen, deren fehlende oder sogar negative Verzinsung nur durch Prämienerhöhungen zu Lasten der Beitragszahler aufgefangen werden kann. – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Ein Aspekt bleibt in dieser Reportage unerwähnt: die verheerende Wirkung, die ein derart bräsig-desinteressierter Umgang des Staates mit einer durch und durch verkommenen Branche auf die Bürger haben muss. Wenn er zwanzig Jahre braucht, um ein fortgesetzt organisiertes Verbrechen zu beenden, so ist dies nur ein weiterer Beleg für seine ständige plumpe Kumpanei mit einem Wirtschaftssystem, von dem wir auf Schritt und Tritt nur noch belogen, betrogen und abgezockt werden, und man fragt sich, warum man diesem Staat überhaupt noch vertrauen sollte. – Gebhard Boddin


Leserbrief zu “Eine graue, gesichtslose Armee” von Stefan Willeke

Eine unbefriedigende Vermischung von 1968 und dem 70er-Dogmatismus. Jedenfalls ein Paradebeispiel für die tiefe Ablehnung der neulinken Ideen und revolutionären Lebensentwürfe, die doch sehr modisch zu sein scheint; und vielen aus meiner Generation, den „Millenials“, unverständlich ist. Dabei wird uns – auch von denen, die damals dabei waren – oft vorgeworfen, unpolitisch und karrieregeil zu sein.

Sprich, Anti-68er. Das ist falsch, wir sind nicht die Silicon-Valley-Freaks und Börsenzocker. Die reaktionäre Vermüllung der Gesellschaft zeigt uns, wie wichitg und befreiend ´68 war. Dass der politischer Wille der Jugend nicht so massiv wahrgenommen wird wie ´68 hängt in erster Linie mit einer geänderten Kultur zusammen: Demos sind nichts Ungewöhnliches. Provokation ist irgendwie akzeptiert. Es fehlt eine Gegenkultur? Ja, denn es gibt mehrere. Und vieles läuft auch gar nicht mehr analog. Aber keine Sorge: Wir reden nicht nur vom Wetter. – Julian Nikolaus Rensi


Leserbrief zu „Bunte Seiten im Élysée“ von Gero Von Randow

Im Interview heißt es:“…Vom Komponisten wie vom Dichter gibt es übrigens stärkere Arbeiten…“ Da stimme ich Herrn Lammert zu.

Beethoven zitiert am Anfang des letzten Satzes der 9. Sinfonie alle 4 Sätze , auch den letzten, und dann singt der Baß – dramaturgisch unglücklich – „O Freunde, nicht diese Töne…“, worauf das Thema der Ode wiederum erscheint.

Mir tut es jedesmal weh , wenn diese „Töne“ (und Meisterwerke anderer Komponisten) in Werbung u. Politik mißbraucht werden.)

Unerträglich, wenn bei der lobenswerten Bewegung „PulseOfEurope“ zu einer schlecht geblasenen Trompete unausgebildete Stimmen die Ode krächzen.

Und a propos Mißbrauch:

„Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu seyn; wer ein holdes Weib errungen,
mische seinen Jubel ein! Ja – wer auch nur  e i n e  Seele  s e i n  nennt auf dem Erdenrund! Und wer’s nie gekonnt, der stehle weinend sich aus diesem Bund!“

Wie kann so ein Text, der zur Bedeutung der „Neunten“ gehört als EU-„Hymne“ mitschwingen? Wie man sich weinend aus dem Bund stiehlt, sieht man ja gerade am Brexit. Eine „self fulfilling prophecy“?

Hier ein Textvorschlag, zu singen zur Melodie der „Ode“: Dies ist eine Sinfonie vom Ludwig und sie wird mißbraucht! Sie gehört in den Konzertsaal sonst wird sie ganz ausgelaugt! ||:Kann die EU niemand finden, der eine richt’ge Hymne schreibt! Daran sieht man wieder wie dilettantisch die EU bleibt! „:|| –  Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Wenn man sich das Dossier durchliest, erschreckt weniger die Dimension des Steuerbetruges, sondern vielmehr, von was für Leuten unser Land regiert wird. Nicht nur, dass über Jahrzehnte krasse Dummheit und Ignoranz so etwas in Deutschland – und anscheinend nur in Deutschland – möglich machte. Wenn ein Peer Steinbrück, unter dem ein Großteil des Handels ablief, Vorträge mit Honoraren im Gesamtvolumen mehrerer Milltionen Euro ausgerechnet vor den Leuten hält, die solche Deals durchgezogen haben, bekommt das Ganze noch ein ziemliches zusätzliches Geschmäckle. Wobei ich absichtlich von „Handel“ spreche, denn juristisch ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen, und was moralisch und ethisch neben der Spur liegt, kann trotzdem Bestand vor den Juristen haben, so dass man sich mit der Bezeichnung „Betrug“ möglicherweise zusätzlich einer Verleumdungsklage aussetzt.

Was die Sache noch schlimmer macht: wenn man sich andere Sachen anschaut, in die auch Leute wie Juncker & Co verwickelt sind, bekommt man die Befürchtung, dass so etwas eher die Regel als ein Einzelfall ist. – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Berliner Spätzünder“ von Jens Tönnesmann

Der Artikel über den verspätetem Börsengang von Delivery Hero ist ein gutes Beispiel, wie in unserem Land Startups gesehen werden. Der Artikel erzählt extrem wenig über die Gründer, deren Vision und über das Geschäftsmodell. Statt dessen wird der größte Internethai Deutschlands beleuchtet. Offensichtlich werden Startups und Börsengänge nur als Geldmaschinen gesehen.

Ob das neue Unternehmen eine wirklich gute Idee hat, ob die vielen Boten schlecht bezahlt werden, ob Amazon das Geschäft auch bald übernehmen wird interessiert den Autor sehr  wenig. Innovation, Kundennutzen, Mitarbeiter, Nachhaltigkeit werden von der Beschreibung eines Geldautomaten verdrängt. Wie soll man als Startupgründer in einem Firmenmonopoly mitspielen? – Dr. Matthias Thorner


Leserbrief zu „Gehört dazu“ von Stefanie Flamm

Ich bin Joscha, w, 13. Ihr Artikel beschäftigt mich sehr. Wenn Mama über mich schreibt, fangen ihre Sätze auch immer an mit „das Kind“. So als wäre ich nicht ihres.

Mama sagt, sie musste schon in der neunten Woche der Schwangerschaft Vokabeln lernen wie Kleinhirnhypoplasie und Balkenagenesie. Später kamen weitere hinzu. Hier ein Teil der Liste:

Tetraparese, septooptische Dysplasie, Cortexdysplasie, Pachygyrie, Heterotopie, Aquäduktstenose, dysplastische Hippocampusformation, Arachnoidalzyste.

Das muss keiner auswendig lernen. Man kann es im Ordner abheften. Es reicht, wenn ich sage: Ich bin Autistin und körperlich behindert. Ich besuche mit Schulbegleitung die 7. Klasse einer Gesamtschule.

Mit acht war ich wegen Epilepsie im Krankenhaus. Eine Ärztin wedelte mit den Zetteln und flüsterte im Vorraum bei Mama: Entschuldigen Sie, bevor ich zu ihrer Tochter reingehe, wie kommunizieren Sie mit Ihrem Kind? – Mama sagte: Warum fragen Sie sie nicht selbst? – Ich sagte: In aller Regel verbal.

Das erzählt Mama oft. Sie ist stolz auf mich und will anderen Mut machen. Es ist mir manchmal peinlich. Zu viel Mut auf meine Kosten.

Was ich verstehe: In meinem Kopf sieht es ganz anders aus als in normalen Schädeln. Nicht selber greifen, gehen, sprechen, sehen, essen, atmen können nennt man schwerstmehrfachbehindert. Das erwartete die Ärztin nach diesem MRT.

Das erwarteten auch schon die Menschen beim Gesundheitsamt. Vor dem Kindergarten kamen wir heraus mit einem Zettel, auf dem stand: Eine Integration in einer Regeleinrichtung ist in Anbetracht der komplexen geistigen und körperlichen Behindrungen ausgeschlossen. Ich konnte das lesen. Der Rechtschreibfehler ärgerte mich. Mama tröstete mich: Die Frau ist halt sparsam in Verstand und Gefühl. Das ist ein Beispiel für Ironie und Metapher in einem. Ich habe erst später verstanden, dass Mama nicht den Rechtschreibfehler meinte.

Ich bin anders. Bei vielen Dingen brauche ich Hilfe. Ich kann mich nicht gut anziehen oder mir essen machen, noch nicht alleine rausgehen oder einkaufen. Ich kann mir keine Gesichter merken. Verwechsele Mann und Frau und Alt und Jung, Papa mit dem Papst, weil beide graue Haare haben. Zusammenhänge verstehe ich nicht immer. Manchmal vergesse ich, Augen und Hände zusammen zu nutzen. Ich kleckere und mir fällt fiel hin. Ich weiß nicht, wie man mit Fremden spricht. Daheim oder mit Begleitung nimmt mir das meist keiner übel. Wichtiger sei das, was ich alles kann. Ich sei gut so wie ich bin. Vergiss das nie, sagt Mama.

Im Buggy musste mir jeder Autokennzeichnen buchstabieren. Darüber habe ich lesen gelernt. Ich hatte die Zeitschriften und Hörbücher von Marvi Hämmer. Darüber habe ich Englisch gelernt. Es war nicht wichtig, dass ich mit vier noch nicht gehen konnte und mit den Fingern aß. Die Computermaus ist leichter zu bedienen als Besteck. Für das Internet lohnt sich tippen. Das kann ich besser als mit der Hand schreiben.

Hier was mir leicht fällt und ich gerne mache: Sprachen lernen, am Computer spielen, Wortspiele, Quiz und Kreuzworträtsel, Zeitschriften lesen, kuscheln und lachen, Buchstabenmagnete, tauchen, Popmusik hören, chatten, CARE, essen gehen, die Sesamstraße, Schulbegleiterinnen besuchen, die ich als Freundinnen sehe, obwohl sie Geld bekommen, wenn sie mit mir zusammen sind.

Ich möchte erzählen, was mir zu INKLUSION einfällt. Behinderte haben das Recht zur Teilhabe. Das steht in dieser UN-Konvention. Die Nichtbehinderten sollen die Bedingungen dafür schaffen. Das tun sie aber nicht. Und schon gar nicht richtig. Sie verlangen immer noch, dass sich die Behinderten anpassen und normaler werden, nicht umgekehrt. Sonst fliegen sie wieder raus auf Förderschulen.

Ich war in einem heilpädagogischen Kindergarten. Dort sollte ich soziale Kommunikation lernen. Das Problem war, dass in der Gruppe kein Kind sprechen konnte. Ich kotzte anfangs oft ins Auto, wenn man mich hinbrachte. Dann kämpfte Mama um einen Platz in einem integrativen Kindergarten. Das haben dann Leute verhindert, obwohl sie einen Platz für mich gefunden hatte. Ich habe dann viele Tests mitgemacht. Das hieß AO-SF-Verfahren. Wenn es um sogenannte Gutachten über mich ging, kamen oft Schlechtachten dabei heraus. Defizite waren wichtiger als das, was ich kann. Obwohl alle freundlich waren und mein Bestes wollten.

Dann war eine inklusive Grundschule bereit, mich zu nehmen. Da mischte sich dann aber ein Schulrat ein. Er sagte, ich könne nicht auf die Kettelerschule, wegen des Kriteriums der Wohnortnähe. Das war Quatsch. Es gab keine Schule, die näher war. Er war einfach radikal gegen Inklusion und sagte das auch. Ich habe im Internet gefunden. Dieser Mann leitet jetzt die Projektgruppe Inklusion im Schulministerium.

Ich durfte dann doch auf die Regelschule. Das haben ich und viele andere Behinderte einem Bürgerbegehren und Pressearbeit zu verdanken. Ich weiß noch, dass Mama fast nur noch am Schreibtisch saß. Anträge, Formulare, Gutachten, Artikel, Mails. Das ging ewig so: Antrag, Ablehnung, Widerspruch. Und von vorne.

Ich habe ein Cambridge-Zertifikat gemacht. Ich wollte nicht auf eine Förderschule. Ich habe beim WDR einen Preis gewonnen für ein Gedicht. Es wurde von bekannten Schauspielern vorgetragen. Die Schule bekam einen Preis. Der dpa-Artikel hat die Überschrift: In Inklusion eine Eins. Ich kam sehr viel darin vor.

Toll auf der Kettelerschule war: Die anderen Kinder fanden nicht schlimm, dass ich anfangs noch Windeln trug. Sie akzeptierten mich, wie ich war. Plötzlich konnte sogar ICH Mitschülern helfen in Deutsch und Englisch. Sie bewunderten mein Laptop. Ich habe mir einiges von ihnen abgeguckt. Das Lehrertandem war klasse.

Alle waren plötzlich für Inklusion. Aber die Kämpferei geht weiter. Dass ich Schulbegleitung und Schülerspezialverkehr brauche, muss Mama ständig beantragen und nachweisen. Für meine Autismus-Therapie und eine Klassenfahrt muss sie Extra-Anträge stellen. Die werden dann monatelang nicht bearbeitet und dann wahrscheinlich abgelehnt oder gekürzt. Das Amt schreibt: Ich darf an der Klassenfahrt teilnehmen. Aber das sei noch keine Bewilligung einer Begleitung. So als wüssten die nicht, dass ich mit 100 Prozent Behinderung ohne Hilfe nicht kann. Es gibt ständig Entwicklungsberichte über mich. Mama sagt manchmal, Behinderte müssten hier ständig einen Lebensberechtigungsschein beantragen. Sie meint das als Witz. Humor ist wenn man trotzdem lacht. Aber ich weiß, dass es ihr oft zum Heulen ist. Bei Hilfeplankonferenzen sitzen sechs bis zwölf Leute aus unterschiedlichen Ämtern. Die entscheiden dann zusammen, wie es mit mir weitergeht. Das Ganze nennt sich Persönliches Budget.

Und das soll jetzt wieder abgeschafft werden. Das kann man so erklären: Die Stadt Bonn will Geld sparen. Die Stadt will poolen. Das heißt: Eine Begleitung soll mehrere Behinderte betreuen. Das wollen sich die Träger aufteilen nach Schulen und Straßennamen. Träger sind Lebenshilfe, Diakonie usw. Schulbegleiter sind bei denen zwar ausverkauft. Aber die von den Eltern selbst gesuchten und eingearbeiteten Schulbegleiter werden oft nicht bewilligt. Auch wenn sie nicht so teuer sind. Die Träger verlangen für die Verwaltung von Begleitern sehr viel Geld pro Stunde. Dafür geben sie den Begleitungen aber weniger. Am liebsten sind denen junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr. Die kriegen nix. Aber werden verwaltet.

Eine Begleitung für mehrere kann ich mir schlecht vorstellen: Was ist, wenn zwei behinderte Schüler verschiedene Wahlfächer oder Grund- und Erweiterungskurs haben? Oder einer Hilfe für den Toilettengang braucht und der andere sich nebenbei in Gefahr bringt? Wie soll ein Begleiter das schaffen? Einen Rollstuhl schieben und ein Kind an der Hand nehmen? In Dalton-Stunden hier in Mathe helfen und da gleichzeitig in Musik?

Inklusion scheint in Deutschland ein wildes Durcheinander. In jedem Bundesland ist es anders. Sogar in einer Stadt ist es unterschiedlich. Eine Schulbegleiterin von mir ist jetzt Sonderpädagogin. Sie hat mir erzählt: An manchen Schulen gibt es einen Lehrer und einen Sonderpädagogen in jeder Klasse mit Behinderten. An manchen Schulen gibt es insgesamt nur einen Sonderpädagogen. Der ist dann für alle Behinderten allein zuständig, weil die anderen Lehrer nichts damit zu tun haben wollen. Er hat dann eine Stunde pro Woche Zeit für ein behindertes Kind. Er soll dann individuelle Lernmaterialien erstellen und Nachteilsausgleiche gewähren und Schulbegleiter beantragen und die Eltern informieren. Dokumentieren soll er auch alles. Er soll auch für die sogenannten normalen Krachmacher sorgen. Die haben offiziell keinen Förderbedarf. Sie sind nicht behindert. Aber sie behindern oft die Behinderten. Aber angeblich verhindern die Behinderten die Bildung der anderen. Aha. Mich wundert nicht, wenn Lehrer gegen Inklusion sind. Sie haben einfach schlechte Arbeitsbedingungen für die Umsetzung.

Ich behaupte: Wenn Inklusion scheitert, liegt es nicht unbedingt an den Behinderten oder den Lehrern.

Ich habe von den Landtagswahlen in NRW so viel verstanden: Laschet und dieser Heini von der FDP (ich vergesse immer seinen Namen) sind wieder für die Förderschulen. Dabei kostet das viel mehr, wenn Behinderte wieder ausgeschlossen werden. Ich verstehe das nicht: Warum öffnet man nicht Förderschulen für nichtbehinderte Schüler? Dort sind doch Aufzüge und all das, was bei den anderen Schulen angeblich so viel kostet? Wenn ich Nachrichten höre, denke ich: Politiker wie diese machen mir nicht weniger Angst als Trump.

Kennen sie Behinderte? Können Sie sich vorstellen, selber auf Hilfe angewiesen zu sein? Haben Sie vergessen, dass Behinderte ein RECHT haben auf Inklusion? Sie nennen es FörderBEDARF. In anderen Ländern wurde die UN-Konvention unterzeichnet und Förderschulen und Behindertenwerkstätten abgeschafft. Ich bin nicht gut in Mathe. Aber in Deutschland wird die Umsetzung von Inklusion hochgerechnet. Für die Anschaffung einer Rampe braucht es diverse Formulare. Bildung ist angeblich das Wichtigste. Nur sehen die Schulen aus wie im vorigen Jahrtausend. Die Klos verstopft. Das Denken nicht minder.

Ich habe Angst, wenn es heißt, wir seien zu teuer. Papa sagt, ich solle nachdenken: Wie viele Menschen lebten davon, dass es Menschen wie mich gibt? – Wie viele Beamte und Angestellten, wie viele Ärzte, wie viele Betreuer? – Darin musste ich denken, als ich den Artikel vom 8. Juni las: Wie viel verdient eine Schulärztin, die Sätze von sich gibt, dass ein Down-Syndrom-Junge doch überhaupt nichts lernt? Wann lernt sie etwas? Sie sollte verklagt werden. Sie sollte entlassen werden. Sie sollte zwanzig, dreißig Jahre in die Zukunft schauen. Vielleicht sieht sie sich im Altenheim, wie sie Pipi macht und vergesslich ist. Auf Verständnis, Unterstützung und Toleranz angewiesen.

Mama war vor Jahren mal bei Theresia Degener. Die Frau hat keine Hände und keine Arme. Das geht zurück auf Contergan. Das war ein misslungenes Medikament. Frau Degener ist trotzdem Professorin. Sie kann fast alles selber. Mama hat sie mir auf Youtube gezeigt. Sie hat kontrolliert, wie die Länder die UN-Konvention verwirklichen. Sie hat gesagt: Deutschland ist in Sachen Inklusion ein Entwicklungsland, noch hinter Ghana. Das habe ich mir behalten.

Ich will keinen Schutzraum. Ich will nicht, dass ich betteln muss um Teilhabe. Ich will dazugehören, wie ich bin. Ich will, dass die Behörden und die Medien aufhören, Behinderte wie lästige Mängelexemplare zu behandeln oder wie Sozialschmarotzer. Mama hat aufgehört, als Verlagspressesprecherin zu arbeiten, als ich auf die Welt kam. Wir brauchen ganz wenig Geld. Aber wir brauchen Anerkennung.

Mein Schlusswort zur Inklusion, wie ich sie erlebe: Ich werde ständig überprüft. Angeblich zu meinem Besten. In meinem letzten IQ-Test habe ich Bereiche, in denen ich 146 als Note bekomme, andere Bereiche, in denen ich mit 68 beziffert werde. Ich bin also hochbegabt und geistig behindert in einem. Mein Durchschnitt von alledem liegt bei 106. Ich bin also Durchschnitt. – Können Sie sich vorstellen, was ich von IQ-Tests halte? Wie sind Ihre IQ-Werte? Und wozu das Ganze?

Meine Stärken in der Schule sind Fremdsprachen. Ich habe in Englisch zwei Klassenstufen übersprungen. Als zweite Fremdsprache habe ich in der sechsten Klasse Französisch gewählt. Gleichzeitig habe ich mit Spanisch angefangen, obwohl man die dritte Fremdsprache offiziell erst ab der achten Klasse macht. Ich stehe in allen Sprachen, auch in Deutsch, zwischen Sehr Gut und Gut. Aber davon darf nichts im Zeugnis stehen. Warum? – Weil das gegen die Vorgaben vom Schulministerium verstoßen würde, sagt die Schulleiterin. Mama sagt, die Schulleiterin habe gesagt, ich würde mir damit schaden. Sie habe das auch nicht ganz verstanden.

In Mathe stand ich auf Sehr Gut im vorletzten Zeugnis. Weil: Theoretisch kann ich alles Mögliche errechnen. Jetzt bekomme ich in Mathe keine Note mehr. Warum? – Weil ich in der Praxis nichts von dem verstehe, was ich berechne. Ich kann in der Tat den Unterschied zwischen Meter und Zentimeter oder den zwischen Euro und Cent nicht begreifen. Das hängt damit zusammen, dass ich nur zweidimensional sehe. Die Bildverarbeitung in meinem Hirn ist so, dass ich Größen und Entfernungen nicht unterscheiden kann. Für mich ist unbegreiflich, dass ein Spielzeugauto in meiner Hand und das Auto unten auf der Straße unterschiedlich groß sein sollen. Dass ich aber in das eine einsteigen kann und in das andere nicht. Also bin ich geistig behindert, nicht wahr? Ja, in solchen Punkten bin ich das.

Ich habe keinerlei Nachweise von der Schule über meine Begabungen. Aber es ist dokumentiert, was ich alles nicht kann. Ich habe schon ein Kinderbuch aus dem Englischen und Spanischen übersetzt. Die Autorin hat es prüfen lassen und war damit sehr zufrieden. Von zwei angesehenen Übersetzerinnen habe ich Zeugnisse über Kurzpraktika. Sie haben mir Anerkennung für meine Arbeit geschenkt. Ich sei richtig gut, sagen sie.

Und wie sieht es mit meinen Chancen zur weiteren Inklusion aus? – Laut Schulgesetz hat keiner einen Nachteilsausgleich für Dyskalkulie. Bei Legasthenikern ist das anders. Dabei ist mein Problem ja nicht das Rechnen als solches. Sondern das des Sehens und der Wahrnehmung. Aber ich soll die Zahlen richtig verstehen. Mir kommt das so vor, als verlange einer vom Rollstuhlfahrer Stabhochsprung. – Wenn ich in der neunten Klasse keine drei in Mathe habe, kann ich das Abi vergessen.

Inklusion an einer Inklusionsschule in Deutschland: Ein Lehrer sagt, ich könne im Grunde genommen in Englisch jetzt Abitur machen, in der siebten Klasse. Er bekommt eine Rüge. Er ist nicht berechtigt zur Laufbahnberatung. So heißt das wirklich.

Wochenlang labert Mama: Mathe und Deutsch wird geprüft für die Oberstufe. Ein Inklusionsfachberater hatte die Idee, als Nachteilsausgleich das durch Englisch und Deutsch zu ersetzen. Dann wird er belehrt: Das ginge nur, wenn ich als Förderschwerpunkt auch Geistige Behinderung hätte. Habe ich aber offiziell nicht. Komplexe Hirnfehlbildung. Ich kann das nicht mehr hören. Ich habe als Förderschwerpunkt nur Körperliche Behinderung. – Aber: Wäre ich als geistig behindert eingestuft, hätte ich kein Anrecht auf irgendeine Note – und damit auch überhaupt auf keinen Schulabschluss. – Ich habe Urkunden im Big Challenge. NRW Platz 3, bundesweit Platz 27. – Kein Schulabschluss…

Geht es hier noch um mich? Was wollen die von mir?

Das sind die Konditionen für Inklusion in Deutschland. Mir fällt das Wort „absurd“ ein. Warum nur sehe ich mich nicht einmal als Einzelfall? Ein Junge bei mir an der Schule steht auch nicht besser da.

Fazit: Ich merke immer mehr, dass ich in diversen Bereichen dauerhaft auf Unterstützung angewiesen sein werde. Und dass die Stimmung in Sachen Inklusion immer mehr kippt. Eine Frau sagt zu Mama: Warum behandeln die meinen Jungen als wäre er ein ekliges Insekt? Anderssein ist ein Verstoß gegen die Leistungsgesellschaft. Mama labert wie gewohnt. Wann hat sie Zeit für mich?

Wir waren auf einer Ausstellung von Down-Syndromlern. Da war so viel Buntes. Astronauten, Menschen vom anderen Stern. Kunst und Schauspiel. Das sollten Autisten auch mal machen. Aber da war auch ein Raum, was man mit Behinderten im Nationalsozialismus getan hat. Ich frage Mama: Aber das kommt nicht wieder? – Sie sagt: Wo denkst Du hin, natürlich nicht. Aber ich habe es gesehen: Wie sie schluckte.

Was wird aus mir, wenn meine Eltern nicht mehr sind? Wer kümmert sich um mich? – Meine Mama kann die Frage nicht mehr hören. Sie hatte selbst eine Hirn-OP wegen Aneurysmen und Angiom, die nicht gut gelaufen ist. Sie hat jetzt auch einen Schwerbehindertenausweis. Sie hat laut einem neuen Zettel vom Arzt immer noch Aneurysmen oder schon wieder, will sich aber nicht mehr operieren lassen. Sonst besteht sie darauf, mir alles zu erklären. Aber das verheimlicht sie mir. Darüber redet sie nicht mit mir.

Es wird immer jemand für Dich da sein, behauptet sie. Wir haben immerhin die UN-Konvention zur Integration Behinderter. Blabla.

Wie lange noch?  – Joscha Röder


Leserbrief zum Titelthema „Der Präsident der Reichen“

Ihre Titelgeschichte hat mich verärgert. Ein halbseitiger Teaser, Verweis auf S. 2 und 3. Und dann besteht die ganze Seite 2 aus einer nichtssagenden Zeichnung mit genau vier Informationen, die kaum die Fläche einer Postkarte füllen dürften. Ist da ein Artikel nicht rechtzeitig fertig geworden? Die ZEIT ist teuer genug, schreibt was für euer Geld! – Carsten Heinisch


Leserbrief zu „Vom Mund in den Müll“ von Doreen Borsutzki, Tin Fischer, Doreen Borsutzki und Jan Schweitzer

Ich glaube, ich habe noch nie einen Kaffee Togo gekauft, aber mehrmals einen Kaffee Ghana und einen Kaffee Zwasiland.  – Hartmut H. Rübenkamp


Leserbrief zu „Wir haben uns verwählt“ von Jens Jessen

Auf den ersten beiden Seiten des Feuilletons fühlte ich mich von beiden Autoren auf das kitschige Niveau  zur „Welt der Frau“ herabgezogen , nichts von souveräner Weltläufigkeit, für die „Liebe und Ehe auf Dauer“ nur ein fremd bestimmter Wert wäre, stattdessen wäre lebendiger, wenn beide von Anfang an und zu jeder Zeit die Beziehung bereichern würden,  und beide jeder für sich daran wachsen könnten.

Die Art, wie persönliche Verhältnisse, die die Allgemeinheit  ( schon gar nicht bei Politikern )  nichts angehen, zur Schau gestellt werden, ist abscheulich, blamiert den Autor und das Journal, selbst wenn die Betroffenen    –  mediengeil   –   nichts dagegen haben. Warum sollten Facebook und Consorten redlicher sein!! – Christa Krüger


Leserbrief zu “Eine graue, gesichtslose Armee” von Stefan Willeke

„die siebziger Jahre waren eine bleierne, eine ganz dunkle Zeit“ sagen Sie in Ihrem Interview in der ZEIT v. 8.6.17. Meinen Sie die 1476 Jahre oder die 1970 Jahre? “ Bayern gilt als autoritär, das ist Blödsinn!“ sagen Sie im selben Interview. Einmal verwechseln Sie das 19. Jahrhundert mit dem Mittelalter, das andere Mal Bayern mit München. Vieles ist einfach lächerlich was Sie sagen, einiges macht mich nur wütend! Sie sind 1961 in Prag geboren, ich 1945 in Wiesbaden. Zwei sehr unter- schiedliche Kindheiten, zu einer anderen Zeit, in unterschiedlichen Ländern.

Bei mir war es die brave Nachkriegszeit in Deutschland, in der ich groß ge- worden bin, die 68Jahre und die folgenden siebziger Jahre waren für mich eine große Befreiung. Sie waren 1968 7 Jahre alt, ich 23. Sie kamen aus  Prag nach Deutschland, ich bin in Deutschland aufge- wachsen. Das Autoritäre in der westdeutschen Gesellschaft vor 1968  haben Sie gar nicht miterlebt, auch nicht,  dass 1968 zu einer Überwindung auritärer Ver- haltensmuster in vielen Bereichen geführt hat. Wie können Sie heute be- haupten die siebziger Jahre waren in Deutschland eine bleierne, eine ganz dunkle Zeit? An was soll 68 alles schuld sein? Die siebziger waren eine Bewusstseinsindustrie der Linken? Nicht zu fassen wie Sie denken!! Sie dulden keinen Widerspruch? Hier haben Sie meinen, wenn auch nicht laut genug. – Monika Hepp-Hoppenthaler


Leserbrief zu „Hält dieser Mann den Klimawandel auf?“ von Amrai Coen

1) Warum versucht Germanwatch mit hohem Kostenaufwand privatrechtlich durchzudrückem, was völkerrechtlich schon schwierig genug ist?

2) Warum beschreitet Germanwatch einen jahrelangen Prozeßweg, wenn die örtliche Katastrophe jederzeit eintreten kann? Nimmt man den eventuellen Tod vieler Menschen – billigend – in Kauf?

3) Warum finanziert Germanwatch nicht Maßnahmen zur Schadensminimierung, zum Beispiel einen vergrösserten Überlauf am vorhandenen Staudamm? Geht es Germanwatch mehr um eigene Publicity als um Hilfe für Menschen in Peru? – Adolf Ronnenberg


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Der Skandal hinter dem Skandal ist, dass ein Interessenverband einen Gesetzentwurf schreibt. Das ist Lobbyismus pur. Solange so etwas möglich ist, wird es immer wieder Überraschungen für das erstaunte Publikum geben. – Rüdiger Weigel


Leserbrief zu „Wir haben uns verwählt“ von Jens Jessen

Literarisch gerne gelesen, welch eine verfeinerte ZEIT-lose Sprache – habe aber in diesem Essay von Jens Jessen nicht die wahrheitliche wahrhaftige ausufernde. bocksprüngige Maskulinität im anteiligen ZEIT-Text entdecken können: nurmehr den öffentlich zelebrierten Gutmenschen ohne erweiterte mitbedenkende „Selbstbeweihräucherung“ Unanfechtbaren…..Nettig stellvertretend für manche harmonisch-monogamen (?) Männer – nicht aber für die Majorität der umtriebigen Schwanzträger! Denn die Natur im Menschen als triebhafte Wirklichkeit schreibt andere gierige Geschichten!

Was ist denn ein Orgasmus – die absolute körperliche DROGE an sich, ausgelöst durch die naturhaft eingebaute Energie der Gier zur Kopulation mit möglichst vielen Frauen, unabhängig von den in der Natur nicht eingeplanten mitmenschlichen Komplikationen, Aussortierungen im Animalischen und der Triebhaftigkeiten – dem dadurch unablässigen Getrieben- Sein im Tier des Mannes…  So startet das alles irgendwann auch schon vor der Pubertät hin zum ersten Knall des Erlebnisses des ersten Orgasmus in einem anderen Menschen (abgesehen vom Onanieren mit sich selbst als Junge und Jüngling!) in den verschiedenen Konstellationen. Andressierte gesellschaftliche „Vernunft“ siegt nicht gegen die natürliche Unvernunft! Und dann trifft mann/frau (oder Mann: Mann oder Frau: Frau usw.) den scheinbar ausschließlichen Menschen fürs Leben: es passt und passiert zusammen – beide wollen beisammen bleiben, niemanden anderen noch mitmischen lassen, die „geliebte“ Person vom Fleischmarkt der Kopulationen wegholen, zum Eigenbedarf und Eigenbesitz: und somit dann wohl dadurch heiraten, sich absichern. Ein Eheversprechen ist ja auch gleichzeitig ein worteduales Versprechen!

Junge Menschen, die nicht wirklich zeitübergreifend langfristig darüber nachdenken können: was es bedeutet, solch eine „lebenslange“ Beschwörung weitgreifend familiär, öffentlich und offiziell mit Staatspapier und Kirchenbeglaubigung, zu unterschreiben… Und dann kommt der Alltag irgendwann, die aneinandergereihten unwilligen Nächte, die Langeweile der beidseitigen Sexualität und der ehe-rituelle Orgasmus(s) wird zum Routine-Abgang und das (versteckte) innerliche Gähnen zur Begleiterscheinung um eben nur den An-Schein zu wahren…Denn letztlich hält (bei aller Vertrautheit) die Menschenpaare nur die lustvolle Sexualität in ihrer begierigen Verbindung – ohne diese Lust gibt es dann den Frust und den Wunschtraum eines PartnerInnen-Wechsels ohne Albträume. Die Liebe wandelt sich in Gewohnheit (plus Kind/Kinder) zu den vertrauten leidlichen Verantwortungen – die aber keine triebhafte Freude mehr anfachen können. Papa ist lieb aber liebt nicht mehr die Mama! Ja. das wird dann allmählich sehr durchschaubar und schmerzt folgerichtig…

Letztlich egal: ob Karriere, Erfolg, Geld oder die ganz normale Maloche – bei einer geilen Gelegenheit mit Power und möglichem Tiefgang auch in den Lustgewinnen: ist die erweiterte Sehnsucht dann nicht mehr vertraglichen Anbindungen… Wie ja schon erwähnt: diese Droge Sex ist in uns Menschen am hemmungslosesten in Gebrauch bringen zu müssen! Warum also wird nicht endlich die unheimliche Formulierung bei einem Ehegelöbnis: „Bis dass der Tod Euch scheidet…“, umgewandelt, in: „Bis die Liebe endet!“ Ist doch lebensechter und ehrlicher! Wenn bei Mann oder Frau die Liebe tot ist, sind die Gefühle irreparabel und auch nicht durch irgendeinen psychotherapeutischen Paar-Hokuspokus zu „heilen“… Trennung müsste dann die aushaltbare Realität sein – denn das Nebeneinander und körperliche Aufeinander wird unerträglich!

Das Ende der Liebe passiert in allen Sozialisationen, in allen Kulturen, unabhängig vom Niveau oder der sozialen Einbindung der Paare! Und zudem: Die sexuelle Lust auf einen anderen Menschen und dessen Körper ist absolut natürlich und naturbedingt! Wir Menschen sind doch keine Schwäne – und außerdem kann uns mal diese überhöhte Tradition, die so viel Unheil angerichtet hat und anrichtet… Hundertausende von Ehescheidungen pro Jahr in Deutschland mit all den kausalen Frustrationen und Verzweiflungen!

Weg mit den Dramen, hinfort mit diesem menschgemachten Wahnsinn! Wir Menschen sind prädestiniert für die offensichtlich polygamen menschlichen „Sauereien“ und die Natur schreit in uns heftigst im Männchen und Weibchen: Gebt Euch hin, paart Euch, seid polygam: lebt die körperliche Liebe aus. Allerlei Orgasmus(s) muss sein. Liebt das Leben und die sexuelle Abwechslung! Es sei denn: Ihr seid wirklich in Liebe entbrannt zu zweit! Dann bleibt alles pro domo sexuell vorerst unter Verschluss! Es lebe die Zweisamkeit in der Liebe! Bis auf weiteres in diesem Menschen-Theater! Und welche Nummer war das noch: zu der wir uns verwählt haben? Dennoch: Danke Herr Jens für die Jessensische Moralität! Der Geist ist willig –jedoch das Fleisch ist schwach! – Axel Manfred Rumpf


Leserbrief zu „Erster!“ von Ulrich Bahnsen

Einsteins Fehleinschätzung schon 1979 erkannt

„Halbwissen – Einstein widerlegt“ ZEIT NR. 24

In dem Artikel heißt es, der Nachweis des Gravitationslinseneffekts außerhalb des Sonnensystems sei „nun“ mit Hilfe des weißen Zwergs Stein 2051 B gelungen, somit sei Einstein „nun“ posthum widerlegt. Dieser hatte ja den Effekt als praktisch unmessbar, da zu geringfügig, eingeschätzt.

Der starke Gravitationslinseneffekt wurde aber bereits 1979, also vor 38 Jahren anhand des „Doppelquasars“ Q0957+561 nachgewiesen. Zwischenzeitlich gab es auch zahlreiche weitere Bestätigungen dieses Effekts der Allgemeinen Relativitätstheorie. Die jetzige Beobachtung anhand von Stein 2051 B reiht sich somit lediglich ein in eine ganze Serie ähnlicher Messungen.

Einsteins damalige Fehleinschätzung ist übrigens aus zwei Gründen entschuldbar: Erstens hat er nicht mit dem Existenz so starker Gravitationsfelder gerechnet, wie wir sie heute beobachten; zweitens konnte er den enormen technischen Fortschritt der beobachtenden Astronomie in den letzten sechzig Jahren nicht vorhersehen. – Dr. Gottfried Beyvers


Leserbrief zu „Wir haben uns verwählt“ von Jens Jessen

Es gibt viele Sinnsprüche über glückliche und unglückliche Liebe, einen mit dem trivialen Wort Augenhöhe habe ich erfreulicherweise nicht finden können.

Liebe ist vor allem (und noch immer) ein Gefühl, wer einmal geliebt hat oder wer neu liebt, der weiß das, weil er es spürt.

Wer aber Gefühle mit Prinzipien verwechselt, dem mag der Mangel an Empfindung bisweilen eine Hochnäsigkeit entlocken, und die kommt bekanntlich vor dem Fall. – Matthias Bartsch


Leserbrief zu “Eine graue, gesichtslose Armee” von Stefan Willeke

Ihr Lieben, mit dem Herrn Biller haben Sie  eine mir – Jahrg. 52- vollständig unpassende Figur zur  Erläuterung und Identifikation der Geschehnisse nach 1968 gewählt! Nicht nur – dass der Autor gnadenlos überbewertet wird, er ist durch seine Biographie genauso bedeutungsvoll,  die Folgen und Auswirkungen von “68” aufzuzeigen, wie z. B. G. Guillaume als ein Beispiel sozialdemokratischer Integrationsfähigkeit von Ost und West nach dem Kriege. Ausgerechnet er redet von “gesichtsloser Armee”, wohl wissend, welchem Land er dank seiner Eltern entkommen konnte.  Also liebe Redakteure, dass waren ein paar Holsten  od. gar Grand Cru zu viel. die Sie zu diesem erhellenden Beitrag inspiriert haben. Dennoch – machen Sie weiter – so viele gute Druckerzeugnisse gibt es in der Bundesrepublik wöchentlich leider nicht.   Alle Gute, auf weiterhin gute Kommunikation; am späten Abend, dennoch stock- nüchtern verbleibe ich – Uwe Büssing


Leserbrief zu „Hello again“ von John F. Jungclaussen

In dem Beitrag lese ich: „… zahlen die Verbraucher im Schnitt 17 ct/kwh, mehr als das Doppelte der Durchschnittspreise auf dem Kontinent …“

Bitte erklären Sie die Zahl einmal. Ich optimiere schon seit Jahren durch jährlichen Anbieterwechsel und zahle ca. 25 ct/kwh (+ diverse Nebenkosten). Ich wäre froh, britische Konditionen zu haben, wenn das so stimmt. – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu “Eine graue, gesichtslose Armee” von Stefan Willeke

In vielen Punkten muss man Maxim Billerzustimmen. Es gibt eine gewisse kulturelle Hegemonie der soganannten Altlinken, deren Hang zu libertären Phrasen und wenig freiheitlichem Handeln mit den Jahren nicht nur an den Schläfen grauer geworden ist. Und es gibt diese grundnervenden Widersprüche, wie die Tatsache, dass man aus missverstandener Political Correctness so tut, als ob es keinen Unterschied gäbe zwischen einem Saarländer, der sich als Saarländer definiert, einem Araber, der sich in Hamburg fremd fühlt und einem Deutschen türkischer Abstammung, der sich selbst als kölschen Jung bezeichnet. Der Hang zur Vereinfachung, dieses überkommende Schwarz-Weiß Denken, klar das ist kritikwürdig. Allein, warum glaubt man Maxim Biller diese Kritik nicht so recht? Liegt es an seiner grenzenlosen Selbstbezogennheit?

Wer sollte von ihm ein Julie-Zeh haftes Pamphlet erwarten, wie kommt er auf diese verschrobene Idee? Liegt das an seinen durchaus unbewiesenen Übertreibungen, z.B. über Ulrike Meinhof werde wie über eine Heilige gesprochen? Ich habe den Eindruck, dass er mit den Altlinken eine Menge Dinge teilt: Humorlosigkeit, einen Hang zur Selbstbezogenheit an der Grenze zur Verschwörungstheorie und vor allem, diese große Liebe, die sie wiederum mit ihren Vorfahren, den Spießern vereint: Die Lust daran, Recht haben zu wollen. – Dieter Schöneborn


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Bei der Lektüre stockt einem der Atem. Wieviel Geld, unglaublich: damit könnte man die HSH Nordbank zweimal retten, oder Griechenland die Schulden kürzen, oder zwei Jahre die Rente erhöhen. Wieviel kriminelle Energie: dagegen ist ein Bankraub ein Klacks und auf der Stelle müssten sämtliche Handtaschendiebe aus der Haft entlassen werden, wenn es irgendeine Form von Gerechtigkeit gäbe.

Da ist der springende Punkt. Das Steuersystem ist ein nicht zu verachtender Schnittpunkt im alltäglichen Ausstausch zwischen Bürger und seinem Staat. Der sogenannte kleine Mann ( sagt man auch kleine Frau?) arbeitet mehr als eine Woche im Monat für das Geld, das er dem Staat anvertraut. Er hat kaum Gestaltungsspielräume, etwas erstattet zu bekommen, es sei denn er mogelt ein wenig bei der ökologisch wahnsinnigen Steuerrückerstauung für die Kilometer von der Schlafstatdt zur Arbeit. Der Staat leistet sich aber das komplizierteste und eines der ungerechtesten Steuersystem der Welt, das damit zwar nicht zum Steuerparadies aber zum Paradies für Trickser und Steuerhinterzieher wird. Und der Finanzminister faselt dazu etwas von der schwarzen Null. Wenn man von einer Gerechtigkeitslücke spricht, dann wäre hier ein Ansatzpunkt. Nicht nur werden die Reichen zu wenig zum Staatshaushalt herangezogen, ihnen wird auch noch das Geld der kleinen Frau in den Rachen geworfen, in Form von nach Rechtslage richtigen, ein wenig getricksten oder wie in diesem Fall unerkannt kriminellen Rückerstattungen. – Dieter Schöneborn


Leserbrief zu „Diese Leute sind immun gegen Kritik“ von Caterina Lobenstein und Roman Pletter

Warum ist man  wütend auf Menschen, die alles richtig machen?

An den Menschen kann es kaum liegen, die machen ja alles richtig. Se ernähren sich gut, sind gebildet, gehen freundlich mit ihren Mitmenschen um. Also liegt es an den Betrachtern. Es ist das alte Problem des Neides, weil andere Menschen etwas haben oder können, was sie selber nicht haben und daraus resultiert nur allzu oft Wut Einen Hinweis darauf, wodurch diese Wut begründet ist, gibt der sogenannte Marshmallow-Test: Kinder, die es schafften, einer kurzfristigen Bedürfnisbefriedigung zu widerstehen, um langfristig eine größere Belohnung zu erhalten, waren erfolgreicher und kamen besser mit ihren Mitmenschen aus. Und das ihr Leben lang. Das ist der Hauptunterschied: Manche Menschen können weniger gut Bedürfnisse aufschieben: Das realisiert sich in Junkfood, Junkunterhaltung (Nachmittags-TV und niveaulose Serien), Junksex (Konsum billiger Pornografie oder alles, was weniger als 11 Minuten dauert), Junkerziehung (erst schlagen, dann fragen). All das ist weder nachhaltig und wendet sich am Ende gegen den User: Übergewicht, Krankheiten, Verblödung, verhaltensbesondere Kinder. – Bettina Lemke


Leserbrief zu „Die Luthersau“ von Christoph Dieckmann

Wie dumm darf man sein, Luther als Sau zu bezeichnen: saudumm? Darf man dann auch den Autor dieser Invektive als Sau bezeichnen? – Dr. Boergen


Leserbrief zum Politikteil

Ich bin seit Jahrzehnten Abonnent der ZEIT. Schon seit einigen Monaten bemerke ich, dass ich immer weniger Artikel lese. OK, ich gebe zu, dass ich das Buch Z ungelesen wegwerfe, weil ich den Quatsch wirklich nicht brauche. Aber auch die für mich wichtigen Teile Politik und Wirtschaft werden immer unergiebiger.

Ich beziehe mich auf den Politikteil vom 8.6.2017: Bei folgenden Artikeln muss ich mich wundern, dass sie als wichtigste Ereignisse der politischen Woche aufgenommen wurden: Titelseite: Apples HomePod. Relevanz? Politik?, Kassel – dito S. 2: LEER – Verschwendung von Papier S. 4: Luthersau – Seit 1304 vorhanden. Relevanz? Politik? Oder wird nur wieder (pflichtschuldig?) eine Sau durchs Dorf getrieben? S. 8: KI – Relevanz? Politik? Ein Artikel mit 60% Plattitüden, der Rest verschwurbelte Warnungen. Gehört bestenfalls (nach straffendem Lektorat) ins Feuilleton.  S. 10 Joffe – Relevanz? Politik?  Auch der Wirtschaftsteil der vorigen Woche (schon längst im Papierkorb und daher detaillierter Nachschau nicht zugänglich) war stellenweise deplorabel. Besonders überflüssig erschien mir der Artikel über Florenz, nach dem die heutigen reichen Familien schon vor 300 Jahren reich waren: Das war eher Niveau „Goldenes Blatt“ als Analyse.

Auch das Portrait der angeblichen Wirtschaftsführer ist häufiger Hofberichterstattung auf Klatschblatt-Niveau als kritische Analyse; tut niemandem weh und nützt niemandem. Es gab weitere wenig relevante Artikel, die mich darin bestärkten, mich endlich einmal zu beklagen. Ich lese auch keine Interviews mehr: Zu viele Leerphrasen und Worthülsen, die im Zuge der (bei uns wohl üblichen?) Einholung der Zustimmung durch den Interviewpartner durch die PR-Mitarbeiter von allem Interessanten bereinigt worden sind.

Ich las die ZEIT wegen der treffenden Analysen, die mir die großen Zusammenhänge aufgedröselt haben. Heute denke ich darüber nach, die ZEIT abzubestellen und öfter die Süddeutsche Zeitung zu lesen, die zumindest versucht, die Themen über längere Zeiträume im Fokus zu behalten (LuxLeaks, Panama Papers, Dieselskandal, etc), damit die Politik und Wirtschaft die Probleme nicht einfach aussitzen können. Früher war die ZEIT kritisch und bissig, heute verliert sie ihre Relevanz. Qualitätsjournalismus? Das war einmal. – N. Bolz


Leserbrief zu “Eine graue, gesichtslose Armee” von Stefan Willeke

Wie schade, dass Maxim Biller beim Blick auf die Gegenwart ein zentrales Element des heutigen Wirkens der „pseudolinken“, im Geiste so konservativen 68-er entgeht. Sind die Umstürzler doch bis heute von der womöglich unbewusst wirkenden Angst getrieben, eine Wiederholung der damaligen Geschehnisse erleben zu müssen. Wo sie heute das Denken und Deuten bestimmen und ihre Schäflein im Trockenen haben, wollen sie nicht ihrerseits zur Rechenschaft gezogen werden und sich eine unerträgliche Schuld bewusst machen müssen. Denn Anlass dazu gäbe es im Jahr 2017 mit Blick auf das Versagen dieser Generation in Politik und Wirtschaft angesichts der Klimakatastrophe, einer sich immer katastrophaler entwickelnden Ökobilanz, dem sturen Festhalten an einem überkommenen Wachstumsparadigma mehr als genug. Das ist Stoff für Regalmeter bedrückender Rechenschaftsberichte, der so manchem NS-Oberen den Angstschweiß auf die Stirne getrieben hätte.

Damit es dazu gar nicht erst kommt, wird die Jugend in einem selektiven Schulsystem rund um die Uhr mit Prüfungsvorbereitung beschäftigt, bleibt ihr angesichts von Rund-um-dieUhr-Kitas und Ganztagsschule kein Moment der Ruhe, in dem sich Phantasie und geistige Unabhängigkeit entfalten könnten. Das letzte bisschen Eigensinn der jungen Leute wird durch die allgegenwärtigen Bildschirmmedien, mit standardisierter Zerstreuung à la Youtube, Instagramm und Facebook nivelliert und pulverisiert.

Auch da zeigt sie sich dem, der sorgfältig hinschaut: Die versteckten Autorität dieser Bewegung und ihr Streben nach politischer Imprägnierung. – Thorsten Kerbs


Leserbrief zu „Erster!“ von Ulrich Bahnsen

Im genannten Beitrag heißt es u.a.: „Aus dem Sediment der Höhle haben sie einen Schädel, einen Oberkiefer und mehrere Teile eines Skeletts geborgen.“

Auch das Fernsehen beschäftigt sich mit den sensationellen Funden; da habe ich einen Unterkiefer mit flachen Backenzähnen gesehen. Wer hat nun recht ? – Marita Schröter


Leserbrief zu „Entzauberte Gurus” von Bernhard Pörksen

Trotz des letzten, sanft in eine andere Richtung deutenden Absatzes, erzeugt dieser Artikel bei mir den Eindruck, es sei zu bedauern, dass die kriminellen Handlungen der einst jeglichen Zweifels enthobenen Gestalten  sog. Meister und Erleuchteter durch ein entfesseltes digitales Kommunikationsverhalten nun an das unbarmherzige Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden. Dies störe „den Anschein des Absoluten und Perfekten und unterminiere den Glauben an die Vorbilder selbst“.

Alle drei vom Autor diskutierten Fälle sind Beispiele des verheerenden Machtmissbrauchs, der,  auf der Basis der letzten Endes blinde Gefolgschaft einfordernden, spirituellen Lehrer-Schüler-Beziehung  bis heute immer wieder stattfindet.  Wer einen solchen Führungsanspruch erhebt, muss sich in meinen Augen auch selbst an den verkündeten Idealen messen lassen  und, zum Schutz der ihm anvertrauten Schüler, der Kontrolle von außen aussetzen. Ein Vorbild, das sich nur im Schutz des Verborgenen aufrecht erhalten lässt, scheint mir zutiefst zweifelhaft.

Am Anspruch der Vollkommenheit, also an der per Internet auferlegten  Demonstration dessen, dass man eben nicht vollkommen ist, kann nur scheitern, wer zuvor Vollkommenheit für sich selbst in Anspruch genommen hat. Ob diese, gedachte Dimension überhaupt in einem Menschen verkörpert sein kann, möge ein jeder für sich selbst entscheiden.

Allerdings frage ich mich, ob es nicht gerade im Sinne der notwendigen Weiterentwicklung einer verantwortungsbewussten Gesellschaft liegt, nicht mehr fraglos den Unterweisungen einer als solcher definierten,  erleuchteten  Autorität zu folgen und statt dessen  das eigene Leben, Handeln und Entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen selbst zu verantworten. – Claudia Wachte


Leserbrief zu „Diese Leute sind immun gegen Kritik“ von Caterina Lobenstein und
Roman Pletter

Selten hat mich ein ZEIT-Artikel so fassungslos gemacht wie das Interview mit der Soziologie-Professorin Currid-Halkett, in dem sie erklärt, warum Amerika Trump gewählt habe: Aus Hass gegen die „kulturelle Elite“. Diesen Hass verspürt sie offensichtlich auch.

„Diese Leute“ definieren sich nicht durch ökonomisches, sondern durch kulturelles Kapital. Was macht sie denn so hassenswert? Laut Currid-Halkett sind dies  gemeinhin als erstrebenswert angesehene Dinge wie „eine gemeinsame Kultur, gemeinsame Konsumgewohnheiten, gemeinsame Werte“. Und: „Sie gehen wählen, sie sind aktive Bürger“.  Im Biomarkt kaufen sie teure Erdbeeren und Mandelmus. Außerdem kümmern sie sich fürsorglich um ihren Nachwuchs. Für die Autorin ist dies deshalb ein Skandal, weil die breite Mehrheit einen anderen Lebensstil pflegt.

Ein Skandal nach Meinung der Autorin ist auch die Uneinsichtigkeit der so genannten kulturellen Elite.  So auch die Überschrift Ihres Artikels: „Diese Leute sind immun gegen Kritik“. Und sie sind auf dem Vormarsch. Sogar in Europa sah sich die bedauernswerte Autorin schon Leuten ausgesetzt, die im Supermarkt um die Ecke glutenfreies Brot kauften. Bei diesem Anblick seufzte sie: „Mein Gott, die sind wirklich überall!“

Man könnte meinen, die Welt sei in Gefahr, von einer kleinen, aber mächtigen Gruppe   übernommen zu werden. An die Stelle der Juden sind dabei nach Überzeugung der Autorin die Kulturbürger getreten.

Mein Gott, ich bin Teil davon – und habe dabei nicht einmal ein schlechtes Gewissen! So wie hoffentlich die meisten ZEIT-Leser auch. – Rainer Müller


Leserbrief zu “Eine graue, gesichtslose Armee” von Stefan Willeke

Schade, dass die ZEIT dieses Gespräch unkommentiert lässt bzw. es überhaupt publiziert. In beinahe jeder zweiten Antwort zeigt Herr Billa sich von einer boshaften,  überheblichen und arroganten Seite um mit unübersehbaren Aggressionen die 68iger „böse“ zu entwerten. Natürlich dürfen wir und müssen wir auch so manches selbstkritisch analysieren, was damals geschehen ist. Nur darum geht es hier nicht, bei Billa ist soviel Wut und Ablehnung zu spüren, dass die Vermutung nahe liegt, er hat Persönliches aus seinem Leben noch zu verarbeiten und nutzt eine Abrechnung mit den 68igern für diese ganz persönliche Angelegenheit. Bisher kennen wir diese heftig, emotional gefärbte Sprache eher von Pegida, Trump oder anderen sogenannten Populisten. Wenn wir nicht beginnen unsere Sprache und unsere Begriffe in der öffentlichen Diskussion angemessen zu gebrauchen, öffnen wir Tür und Tor für weitere Hetzen und böse Beschimpfungen. Billa ist auf diesem Weg schon fortgeschritten. Hoffen wir, dass die ZEIT sich dazu noch selbstkritisch äußert. – Wolfram Kölling


Leserbrief zu „Gehört dazu“ von Stefanie Flamm

Sie berichten von der Inklusion aus Sicht einer betroffenen Mutter und verschweigen Gott sei Dank nicht die alltäglichen Probleme. Wollen wir, dass Inklusion gelingt, sollte man unbedingt die Perspektive der Lehrer berücksichtigen.

Das Problem bei der Inklusion sind nicht die Kinder mit Down-Syndrom oder körperbehinderte Schüler, als nahezu unerträgliche Belastung stellen sich die Kinder mit emotional-sozialen Entwicklungsstörungen heraus. Deren Zahl ist innerhalb der letzten zehn Jahre in NRW von 62.500 auf 85.500 gestiegen, ein Anstieg von 86 Prozent. Diese Kinder haben Aufmerksamkeitsstörungen und zeigen dissoziale bis hin zu delinquente Verhaltensweisen – ganz früher hat man diese Kinder mit dem bösen Wort „asozial“ betitelt, im Sinne von nicht gesellschaftsfähig. Ich kenne Kollegen, die JEDEN Tag mit Kindern zu tun haben, die sich auf dem Boden rumwälzen oder schreiend durch die Klasse laufen. Diese Kollegen sind meistens allein mit über 25 Schülern in einer Klasse, sie sehen die Inklusion kritisch, weil regulärer Unterricht kaum noch möglich ist. Sonderpädagogen decken – wenn überhaupt – nur ein Drittel der Unterrichtszeit ab. Rasten also Schüler aus und der Lehrer muss sich um sie kümmern, ist der Rest der Klasse oftmals allein. Mögliche Integrationshelfer, die zugegen sind, dürfen rein rechtlich gar keine Aufsicht führen und verfügen meistens auch nicht über eine pädagogische Ausbildung.

Das Förderschulwesen ist keineswegs veraltet. Mittlerweile ist jedes dritte Kind an einer Förderschule eines, das von einer Regelschule kommt. Außerdem hat die UNO-Konvention in keinster Weise die Abschaffung von Förderschulen gefordert. Es geht um den Zugang zu Bildung und das Recht auf bestmögliche individuelle Förderung.

Bei uns Lehrern wird Inklusion nur auf Akzeptanz stoßen

  • Wenn an jeder Schule ausreichend Sonderpädagogen zur Verfügung stehen. Sollte das nicht der Fall sein, müssen inklusiv zu beschulende Kinder eine Förderschule besuchen.
  • Wenn die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Jede Inklusions-Klasse muss über zwei Klassenräume verfügen.
  • Wenn jedes Inklusions-Kind automatisch und unbürokratisch einen Integrationshelfer bekommt, der entsprechend geschult ist.
  • Wenn Lehrer hinreichend fortgebildet werden. Dazu reichen nicht ein bis zwei Wochenend-Seminare, sondern ganzjährige Fortbildungen, die auf die Unterrichtszeit angerechnet werden.

Dass Inklusion gelingen kann, habe ich selbst an meiner Schule erlebt. Ein Schüler mit Asperger-Syndrom hat die Realschule abgeschlossen mit der Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. Das war aber verdammt viel Arbeit!!! – Uwe Heidelberg


Leserbrief zum Titelthema „Der Präsident der Reichen“

Warum haben die Medien noch nicht  herausgefunden und berichtet, wieviel Steuern er selbst wirklich bezahlt hat – er der sich über unsere Schulden an den amerikanischen Steuerzahler aufregt.

Ausserdem heißt es korrekt USA i.e. Vereinigte Staaten von Amerika, und nicht Amerika, was eine Beleidigung für die anderen amerikanischen Staaten (Süd-, Mittel- Nord-) ist – A. Massing


Leserbrief zur Beilage „ZEIT Geld“

In Ihren Ausführungen lassen Sie einen meines Erachtens existenziellen Fakt unerwähnt.

Ohne Bargeld wird Barkapital zu Buchgeld, also praktisch virtuell.

Banken und Staat erhalten die totale Kontrolle über die Barvermögen von Kunden bzw. von uns Bürgern. Wir verlieren damit die Möglichkeit, physisch über unser Geld zu verfügen. Es gäbe dann kein Geld mehr, das man z. B. abheben und sichern könnte. In Zeiten von Banken-, EU- und anderen Staatskrisen oder selbst in Niedrigzinsphasen mit Strafzinsen für Bankkunden ein absoluter Albtraum. – Stephan Schulz


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Mit großem Interesse habe ich den sehr aufschlußreichen Artikel gelesen. Da wird von einigen deutlich besser bezahlten deutschen Bürgern etlichen Langzeitarbeitslosen und Hartz-VI-Empfängern doch immer wieder unterstellt, jene seien Schmarotzer. Aber die wahren Schmarotzer der deutschen Gesellschaft sind neben den ‚großen‘ Steuerhinterziehern die Personen, die mit Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäften den deutschen Staat wissentlich plündern und somit die gewissenhaften Steuerzahler um deren Beitrag für die Allgemeinheit, also die Gesellschaft bringen. Zu diesen Schmarotzern gehören auch die Personen, die sich von ihren Betrieben, Firmen, Konzenen und Banken großzügige bis sehr großzügige Boni einfordern, selbst wenn sie zum Niedergang des entsprechenden Unternehmens wesentlich beigetragen haben. Auch die Empfänger von üppigen Abfindungszahlungen sind hier einzuschließen.

Der Finanzbeamtin „Anna Schablonski“ steht in diesem Zusammenhang das Bundesverdienstkreuz zu, insbesondere weil sie sich nach der Aufdeckung dieses Skandals von den Nutznießern, Drahtziehern und deren Anwälten hat nicht einschüchern lassen. Sie verdient die Hochachtung aller pflichtbewußten Steuerzahler. – H. H. Becher


Leserbrief zur Beilage „ZEIT:Hamburg“

Verbieten,verbieten,verbieten .Der Freien und Hansestadt Hamburg muss ganz schön die Panik im Nacken sitzen.Was hat sie sich.   i bloss ans Bein gebunden mit dem G20.Aber man wollte das ja unbedingt,nachdem es mit Olympia nichts wurde.Die Protestanten werden sich nicht abhalten lassen,es sei denn mit Brachialgwalt.Und wie steht Hamburg dann da?  Ausserdem schon mal daran gedacht,dass Trump sofort wieder abreist, wen die Demonstranten ihr Recht ausüben dürfen und nicht mit Härte daran gehindert werden.Trump nicht willkommen,das hält sein Ego nicht aus. Und weg ist er.Als völlig unberechenbar ist er uns doch immer verkauft worden. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Ich und ich allein“ von Josef Joffe

Zitat:„Wetten,dass die Ehe zwischen mir und mir auch nach Deutschland kommt? Denn es spielt irgendwann auch in diesem Theater,was in Amerika inszeniert wird“.Eine voll gelungene Feststellung von Josef Joffe,Chapeau! Aber wenn es nur die Ehe zwischen mir und mir wäre. Jeder dümmliche Trend aus den USA wird bei uns  sklavisch nachgeahmt Huch,was sind wir weltoffen und ohne Vorurteile. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Wir haben uns verwählt“ von Jens Jessen

Man kann Ihre interessanten Stories auch aus der Sicht der „Nachkommnen“, der Kinder, entwickeln. Ich habe meiner Mutter immer gemocht, bin gern auf Besuch nach Haus gekommen, habe dort übernachtet usw. Zum „Vorzeigen“ war sie nicht. Aber warum? Sie war die ältere von zwei Töchtern, die – wie das damals so üblich war – als Hausmädchen in einem Beamtenhaushalt – gehalten wurde. Sie hat nur eine Hutmacherlehre absolviert. Die jüngere Tochter schloß mit mittlerer Reife ab. Sie heiratete einen „Off‘zier“, mein Vater war nur „Feldwebel“.

Mein Vater ging auf die „Bosse Real“-Schule –mein Bruder und ich gerieten auf die Helmholtzschule – Oberrealschule, später (math-nat-) Gymnasium. Dank meines Onkels, des „Offiziers“, stimmte meine Mutter dieser Bewerbung, zumal mit Kosten verbunden, zu. Mein Vater war noch bis 1948 in Tiflisi in Kriegsgefangenschaft.

Einmal war ein Notar, ein „Lebemann“, der an der Kreuzung gegenüber wohnte, eingeladen und meine Mutter machte Pickert (Kartoffelreibekuchen auf der Pfanne), was sie exzellent beherrschte. Und der Typ sprach von „arme Leute Essen“. Wenn ich zu Besuch kam, waren Pickerts für mich immer ein Hilite!

Was heißt „Augenhöhe“. Das ist eine ganz eigenartige, man könnte auch sagen blöde, Metapher: Wer sie anspricht, hat sie nicht? Die Verwendung von Herrn Albricht ist absolut daneben. Augenhöhe: Mein Vater hat meine Entwicklung nie ernst genommen. Selbst als ich erst ein Jahr in USA, später – als Manager – sechs Jahre in der Pariser Zentrale eines Konzern tätig war, sprach anfangs noch davon „der Junge lernt noch“ und kommt dann in die Firma zurück. (Als die Firma Jahre später pleite ging, konnten mein Bruder und ich meine Eltern unterstützen.)

Mein Vater kannte und bewunderte einen Herrn Gebert, mit 80 Jahren Inhaber einer Tabak-Kette in vielen Bahnhöfen. Dessen Sohn durfte mit 60 Jahren gerade mal die Post holen und Schecks zu Bank bringen. Diese Perspektive wollte ich mir ersparen.

Mit der Partnerin verwählt? Ich glaube, mein Vater war sich unterschiedlicher „Augenhöhe“ bewußt, sprach von „unserer Mutti“ (wäre heute degoutant)  – hatte selbst aber auch eigene Defizite. (Wer hätte sich nicht?) Die Zeit des Kennenlernens wurde damals „Poussieren“ genannt, Das war abfällig gemeint für eine Zeit, durch die man sozusagen „durch“ mußte. Dabei ist es doch eine interessante Zeit, eine Phase wichtiger Entscheidungen.

Getrennt hätten sich die beiden nie, obwohl sich damals manche „Spätheimkehrer“-Ehe neu sortierte. Sonntags morgens machte er eine Tour zu Freunden oder Bekannten, kam dann aber gern zum Essen zurück. Die Zeit des Kennenlernens wurde damals „Poussieren“ genannt, Das war abfällig gemeint für eine Zeit, durch die man sozusagen „durch“ mußte.

Dabei ist es doch eine interessante Zeit, eine Phase wichtiger Entscheidungen. – Gerhard Schroeder


Leserbrief zu „Die Luthersau“ von Christoph Dieckmann

Habe ich richtig verstanden? Herr Harvey und seine Unterstützer möchten die „Judensau“ von Wittenberg  entfernt und in musealem Exil in historischen Kontext gesetzt sehen? Im historischen Kontext befindet sie sich seit über 700 Jahren an der Wand einer christlichen Kirche – einfacher kann man zukünftigen Generationen wohl kaum Ursprung und Wurzel des Antisemitismus erklären.

Herr Harvey hat  in seiner Argumentation bezüglich des Bildes völlig recht, bis auf einen Punkt: Die Skulptur ist „scheußlich, obszön, beleidigend, angreifend, diffamierend, verleumderisch, gotteslästerlich, […aufhetzend…] und antisemitisch.“

Nein, sie ist nicht aufhetzend. Mich hetzt das Bildnis gegen gar nichts auf. Bis vor einer Woche wusste ich nicht einmal, daß es sowas wie „Judensäue“ überhaupt gibt. Nun, da ich es weiß, ändert es nichts an meiner Einstellung zum Thema. Aber die Geschichte glattbügeln zu wollen – das kann der richtige Weg niemals sein. – Burkhard.F.Kreutz


Leserbrief zur Beilage „ZEIT im Osten“

Wir freuen uns sehr, dass Sie in der neuesten Ausgabe Nr. 24 über das Lebensgefühl der Einwohner unserer schönen Stadt Erfurt berichten.

Allerdings waren wir sehr befremdet, als wir das Titelbild des Herrn Smetek betrachteten. Bitte schicken Sie Ihren Illustrator auf Dienstreise nach Erfurt, damit er dort eines der markanten Motive entdecken kann, die unsere Stadt zu bieten hat. Einmalig: Das Ensemble Mariendom / Severikirche auf dem Domberg.

Schon ein Blick in den Wikipedia-Eintrag zu unserer Stadt würde genügen, um eine Ahnung von diesem eindrucksvollen Motiv zu bekommen. Die abgebildete Wartburg befindet sich ca. 70 km weiter westlich in Eisenach.

Was Ihnen mit dem Titelbild passiert ist, spiegelt wieder, was uns Erfurter und auch viele begeisterte Besucher unserer Stadt so grämt:

Erfurt wird verkannt und unterschätzt. In Ihrem Artikel wird das von der Neu-Erfurterin Corinna Köhlert treffend beschrieben („Und worauf ist Erfurt neidisch?“). – Dietlinde Schmalfuß-Plicht und Wieland Plicht


Leserbrief zu „Europa steckt in der Falle“ von Thomas Assheuer

In Ihrem Artikel erkennt man die EU überwiegend als Verwaltungskonstrukt. Der Bürger, der Mensch, der ja im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen sollte, wird wie mir scheint, eher als störend empfunden. Hauptsache die Verwaltung und die Wirtschaft floriert. Ich denke, die Bürger müssen den europäischen Gedanken verstehen (lernen) und als Bewegung von unten mittragen – im Sinne der Einheit in der Vielfalt. Eine von oben diktierte Einheit wird, wie auch immer konstruiert, zum Scheitern verurteilt sein.

Das männliche Prinzip der unbedingten Machtausübung hat ausgedient. Heute braucht es mehr denn je weibliche Werte wie Beratung und Streben nach Konsens. Und natürlich sind Werte dabei von höchster Wichtigkeit! Dass, wie Ihr Schlusssatz vermuten lässt, Sie menschlich-aufrichtiges Verhalten schon gar nicht mehr erwarten, zeugt von tiefer Enttäuschung und Misstrauen. Ich bin davon überzeugt, dass eine Wandlung des Gesellschaftscharakters möglich ist. Dabei wäre es wichtig, anzuerkennen, dass „der Mensch nicht nur vom Brot allein“ lebt. Menschen sind nicht nur als Konsumenten, als Wirtschaftsfaktoren, zu betrachten, sondern ganzheitlich. Die Grundannahme, größtmögliches Glück sei durch materiellen Überfluss zu erreichen, hat sich als falsch erwiesen. Adam Smith hatte bis zu einem gewissen Punkt recht.

Heute jedoch leben wir in der „Zuvielisation“, beuten die Natur und ärmere Länder und deren Menschen aus. Unbegrenztes Wirtschaftswachstum widerspricht der Begrenztheit unseres Planeten. Sich als EU als Insel der Seeligen zu generieren, halte ich für höchst bedenklich. Schon die „Südländer“ werden ja abgehängt. Unser Wirtschaftssystem / Kapitalismus erliegt einem wesentlichen Widerspruch: 1. Glück durch maximalen Konsum (=Hedonismus) 2. Egoismus und Gier – Eigenschaften, die das System fördern muss, um zu existieren – würden zu Harmonie und Frieden führen.

Also machen wir uns doch ehrlich:

Entweder die Europäer sind bereit, etwas weniger Wert auf Konsum und etwas mehr Wert auf Solidarität zu legen oder wir müssen bereit sein, unseren Luxus notfalls kriegerisch zu verteidigen. Ich tendiere zu ersterem. Und ich glaube an den Willen der Menschen, in Frieden, Liebe und Dankbarkeit zu leben – mit wahren Werten – und ich glaube an das Ziel der Einheit der Menschheit, nicht nur der EU.

P.S. Es sind hier Gedanken aus dem Buch von Erich Fromm „Haben oder Sein“ eingeflossen… – und aus meinem Glauben www.bahai.de   www.bahai.orgMarion Claus


Leserbrief zu „Europa steckt in der Falle“ von Thomas Assheuer

Der Artikel von Herrn Assheuer, warum Europa in der Falle steckt, ist exzellent. Die konstruktive Selbstbeschädigung durch den  Erfindergeist der Schröder – SPD – ist aber vorbei, hört man. Die SPD mit Schulz wird hoffentlich auch Wahlkampf für Europa machen. Zusammengezählt wird dann zum Schluss, und dann  schaun wir mal. Es gab schon große Überraschungen.  – Gerhard Knaak


Leserbrief zu “Eine graue, gesichtslose Armee” von Stefan Willeke

„Es war keine gute Idee Ihrer Redaktion, ausgerechnet Herrn Biller zu den 68ern zu befragen, die für die freiheitliche Entwicklung in Deutschland eminent wichtig waren. Biller kam 1970 nach Deutschland; das erklärt, warum er mit Ihrer Frage nach repressiven Strukturen im Deutschland der Adenauer-Zeit nichts anzufangen weiß. Eine Zeit, als niemand einen Reisepass bekam, der linkssozialistische Kontakte hatte und vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist; eine Zeit, in der Schüler abgekanzelt wurden, wenn sie eine individuelle Auffassung vortrugen. Das Argument: „Mit dieser Meinung stehst Du allein“.

Herr Biller sollte Diether Possers Buch „Anwalt im Kalten Krieg“ lesen, um zu lernen, wie wichtig die 68er-Bewegung für ein freies Deutschland gewesen ist. Er nimmt aber nur Auswüchse zur Kenntnis, unter denen er leiden musste, was ich nachempfinden kann. Aber rechtfertigt das sein generelles Unwerturteil über die 68er? Seinen Vergleich mit RAF-Terroristen? Seine Verunglimpfung, hier hätten sich Kinder und Enkel der Naziverbrecher ausgetobt? Nein, Herrn Biller fehlt das Verständnis für die Ursachen, die die 68er erst möglich gemacht haben. Deutschland darf stolz sein auf deren Erbe, natürlich nicht auf indoktrinäre Auswüchse, die damit verbunden waren.“-  Dr. Franz-Friedrich Rohmer


Leserbrief zu “Eine graue, gesichtslose Armee” von Stefan Willeke

Ich kann mir nicht helfen. Einige Texte von Biller gefallen mir – allerdings nur wenige. Meistens habe ich den Eindruck, dass ihn Hass und Niedertracht treiben. Wie zuletzt, als er über die „68er“ herzieht. An keiner Stelle ein Innehalten, ein Reflektieren oder Abwägen. Stattdessen totale Abwertung der für die Entwicklung der BRD so wichtigen Periode. Oft kommt mir Biller vor wie der kleine Junge, der, weil er nicht in den Sandkasten darf, trotzig die Schüppchen, Förmchen und Eimerchen der anderen zerstört. Voller Verachtung und mit schrecklicher Selbstgerechtigkeit richtet er über diese Zeit und deren Protagonisten. Man sollte ihm die Tabletten wegnehmen und die Messer verschließen. Zu seiner eigenen Sicherheit. – Helmut Schmitz


Leserbrief zu „Das geht zu weit“ von Éric Sadin

Ich weiß es sehr zu schätzen, daß sich die ZEIT der Thematik der  Künstlichen Intelligenz annimmt, denn die damit verbundenen  Veränderungen werden in der Tat einen extremen Einfluß auf unser Leben  haben. Auch ich finde die Vorstellung bedrohlich, daß einigen  Großkonzernen Entscheidungen globaler Relevanz „gehören“ werden, von  denen sie profitieren, die aber niemand mehr versteht. Meinen  Widerspruch weckt dagegen die mehrfach aufgestellte Behauptung, wir  würden derzeit – als Individuum und als Gesellschaft – autonnom  entscheiden, unser Urteil sei unabhängig.

Dies ist eine seit Tausenden  von Jahren gepflegte narzisstische Illusion: Die meisten unserer  Entscheidungen erfolgen aufgrund von Biologie, Tradition, Gruppenzwang  und anderer von uns kaum beeinflußbarer Größen, die zudem oft schlechte  Ratgeber sind, denn der Mensch ist nicht auf Nachhaltigkeit,  Friedfertigkeit, Bescheidenheit, Weitsicht usw. optimiert. Ich erwarte  daher, daß viele Entscheidungen mit einer KI deutlich besser getroffen  werden, speziell wenn es sehr schnell, sehr zukünftig oder sehr komplex  zugeht.  Anstatt also eine weitere „kopernikanische Kränkung“ zu bejammern,  sollten wir besser daran arbeiten, welche Nutzenfunktion wir einer KI  mitgeben. – Stephan Sandhaeger


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Diese damals 30-jährige Finanzbeamtin kann man ja garnicht genug bewundern!  (Am Ende auch noch dafür, dass sie nicht durch die sog. talk shows tingelt.) Warum schlagen Sie sie nicht für das Bundesverdienstkreuz oder eine andere höchste Auszeichnung vor? Diese junge Dame macht mir Hoffnung. Ich hab bei der Landessparkasse Oldenburg nachgefragt, ob sie an den cum ex- oder cum cum-Geschäften beteiligt war. Wenn ja, will ich nicht länger ihr Kunde sein.

i-Punkt der behördlichen Inkompetenz ist, dass Staatssekretär und Steuerexperte herablassend befinden, „es sei immer leicht, rückblickend Kritik zu üben“. Wer sollte denn Kritik üben an Vorgängen, die durch das Steuergeheimnis geschützt sind? – Klaus E. Margraf


Leserbrief zu „Vom Mund in den Müll“ von Doreen Borsutzki, Tin Fischer, Doreen Borsutzki und Jan Schweitzer

Kaufen Sie Coffee to go? „Nie!“, war meine erste Reaktion. Dann die Abbildung vom Pappbecher: Klar, wann immer ich längere Strecken mit dem Zug fahre und um Kaffee bitte, wird mir doch so ein Becher serviert!

Ich wäre bereit mit einem leichtgewichtigen Becher  im Handgepäck zu reisen. Eine Kanne Kaffee würde mich zu sehr belasten. Schon etwas durch das Alter geschwächt, halte ich das Gewicht meines Gepäcks möglichst gering. – Susanne Morgenroth


Leserbrief zu „Und wer ist die Neue?“ von Charlotte Parnack

Hat eigentlich einmal jemand Frau Albig gefragt, was sie von dem Interview hält? Ex-Ministerpräsident Torsten Albig will ja seine Äußerung gegenüber dem Magazin „Bunte“, seine Ex-Ehefrau und er hätten nicht mehr auf Augenhöhe miteinander reden können, als gemeinsame Stellungnahme verstanden wissen.

Vielleicht stimmt Frau Albig dem ja wirklich zu, aber aus einer anderen Perspektive, eben ihrer eigenen?

Ich kenne Frau Albig nicht und kann daher nur im Allgemeinen sprechen. Viele so genannte „Nur-Hausfrauen“ sind beruflich gut ausgebildet, beherrschen mehr als eine Fremdsprache und sind politisch informiert. Bekanntlich lesen Frauen wesentlich lieber als Männer. Vielleicht würde die eine oder andere, angeblich komplett verblödete „Nur-Hausfrau“ gern einmal mit ihrem Partner über die Documenta in Kassel reden oder über die „Hamlet“-Premiere im Stadttheater.

Vielleicht mag sie ihrem Ehemann diese Themen aber nach einem Arbeitstag, der für sie und ihn gleichermaßen anstrengend war, nicht aufdrängen, wenn er ein Typ ist, der eher zu Themen tendiert, die seine Karriere betreffen. Die meisten „Nur-Hausfrauen“ sind fürsorglich und sozial kompetent. Infolge der vielen Zeit, die sie mit ihren Sprösslingen verbringen, verfügen sie in der Regel über viel Geduld, weshalb sie ihrem Ehemann, zumeist aus pädagogischen Gründen, bis zum Ende zuhören, wenn er sie zutextet, zum Beispiel mit einem Vortrag über die adäquaten Methoden der Selbstvermarktung. Ein typisches Männer-Thema, das sicherlich nicht nur Herrn Albig sehr am Herzen liegt. Natürlich können „Nur-Hausfrauen“, die geübt und geschult sind darin, von sich selber abzusehen, mit solchen Themen oft nichts anfangen. Aber schließlich muss der Ehemann sich ja von der Seele reden können, was ihn bewegt. Die Kinder dürfen das schließlich auch.

Natürlich ist das Mitleid, das dieser Artikel den Hausfrauen zukommen lässt, sehr sympathisch. Sympathisch ist auch die darin vertretene Meinung, dass man den „Nur-Hausfrauen“ doch nicht sagen darf, dass sie mit einem Ministerpräsidenten nicht auf Augenhöhe sind. Und dass es unerhört ist, sie deswegen zu verlassen.

Nur: Die Hausfrauen brauchen dieses Mitleid nicht. (Ich würde sie übrigens lieber „Familienfrauen“ nennen, denn allein wegen des Haushalts hängt im Zeitalter der Waschmaschine und des Staubsaugerroboters heute keiner mehr seinen Beruf an den Nagel.) Die Frauen, die wegen der Familie ihre Berufstätigkeit zurückstellen, haben dafür meistens ihre ganz persönlichen Gründe. Diese können darin liegen, dass der Ehemann, wie es offenbar bei den Albigs der Fall war, viel beruflich unterwegs ist und nichts zur Entlastung der Ehefrau beitragen kann, oder dass eines der Kinder überdurchschnittlich viel Zuwendung benötigt. Es ließen sich noch viele weitere Beispiele finden. Wer in seiner Biographie den Schwerpunkt bei der Familie setzt, tut das in jedem Fall freiwillig und aus Überzeugung und es stört ihn nicht, dass es Leute gibt, die davon nichts halten. Mitleid mit den Familienfrauen, und sei es noch so gut gemeint, ist daher völlig unangebracht. Ebenso wie die berufstätigen Frauen müssen auch sie mit dem Risiko leben, dass ihre Ehe scheitern kann.

Moderner als die Verfasserin dieses Artikels dachte offenbar vor dreißig Jahren meine heute 83jährige Mutter. Mein Vater hatte ihr von einem Kollegen berichtet, der seine Ehefrau wegen einer wesentlich Jüngeren verlassen hatte. „Die arme Ehefrau“, sagte mein Vater. „Was soll die denn jetzt machen?“ Meine Mutter richtete sich auf und schaute ihn erstaunt an: „Wieso ist die Ehefrau in diesen Fällen eigentlich immer „die Arme“? Vielleicht ist sie ganz froh darüber, wer weiß?“ – Sibylle Holweger


 Leserbrief zu „Und wer ist die Neue?“ von Charlotte Parnack

Der Artikel „Und wer ist die Neue?“ von Charlotte Parnack ist nicht würdig, im Feuilleton der Zeit publiziert zu werden. Er gehört in die Klatschpresse. Hat das Feuilleton nichts Wichtigeres und Gehaltvolleres zu bieten. – Prof. Dr. Herbert Schneider


Leserbrief zu „Wir haben uns verwählt“ von Jens Jessen

Der Artikel ist ein Fanal gegen den Egoismus. Er steht gegen den mainstream und wird manchen aufhorchen lassen, weil er – unüblicherweise – den Blick auf den Anderen herausstellt. Er plädiert für die Würde des Menschen und die Kant´sche „Pflicht VOR der eigenen Glückseligkeit“..Er zeigt auf, was menschliche Größe ausmacht: Einen solchen Menschen möchte man zum Freund haben! In diesem Sinne: Danke. – Teresa Scholl


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Ihre lange Recherche hat ergeben, dass der Staat nicht nur schwer betrogen wurde. Sondern auch, dass der Staat noch viel länger einfach nur zugeschaut hat. Und ich finde, dass das Sprichwort:“Unwissenheit ist ein Segen“ nicht für Politiker gelten kann und darf. Konnten Sie denn explizite Gründen heraus finden, aus welchen Gründen nichts unternommen wurde? Kann es denn​ sein, dass Politiker involviert waren? Es ist ja auch bekannt, dass sehr viele weitere Einkünfte haben z.B. weil sie in Aufsichtsräten sitzen! – Yves Pulst


Leserbrief zu „Gehört dazu“ von Stefanie Flamm

Der  Artikel von Stefanie Flamm hat  mir  eine überzeugende  Orientierung in der schwierigen Frage – Inklusion oder Förderschule – gegeben, Herzlichen Dank! Habe viel dazu gelernt. Sowohl als auch muss möglich sein!

In der Inklusion steckt für mich auch eine Chance für behinderte und nichtbehinderte Schüler  Geduld, Einfühlungsvermögen und Empathie zu zeigen.

Liebe ist ja selten eine Einbahnstraße. Diesen wichtigen „Mehrwert“ für eine humane Gesellschaft sollten wir uns  etwas Kosten lassen. – Anonymer Leser


Leserbrief zu „Wir haben uns verwählt“ von Jens Jessen

Ich habe mich sehr über den Artikel von Jens Jessen gefreut. Drückt er doch mit deutlichen Worten aus, die Dinge zu sehen wie sie wirklich sind und nicht wie sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. – Birgit Achner


Leserbrief zu „Krebs auf der Spur“ von Josephina Maier

Der Begriff „Liquid biopsy“ oder Flüssigbiopsie, wurde anfänglich für alle Methoden gebraucht, die im Blut nach Hinweisen von bösartigen Tumoren, Zellen oder Zellbestandteilen suchen. In letzter Zeit wird er vor allem für die Analyse von im Blut zirkulierenden Gen-Bruchstücken verwendet. Diese sollen die ständig neu auftretenden Genveränderungen in einem Tumor erfassen, um dagegen mit einer angepassten Therapie reagieren zu können. Im Blut sammeln sich DNA-Bruchstücke von allen kürzlich abgestorbenen oder abgebauten Zellen. Täglich werden zum Beispiel ca. 3 Milliarden weiße Blutzellen abgebaut. Man kann sich dieses Reservoir wie einen Recyclinghof vorstellen. Wie dort kann man zwar etwas über die gerade abgelaufenen Entwicklungstendenzen erfahren, aber nicht über das was aktuell neu ist. Ebenso wenig sagen die DNA-Bruchstücke, die von den kürzlich abgestorbenen Zellen, auch Tumorzellen, herrühren, über die aktuell wachsenden Tumorzellen aus. Man erhält zum Beispiel Information darüber, welche Zellen durch eine Therapie zerstört werden aber nicht, welche Zellen die Therapie überleben und weiterwachsen können.

Über die neuesten Trends in der Computertechnologie oder der Mode erfährt man am ehesten etwas, wenn man beobachtet, welche aktuellen Neuheiten die Menschen gerade erworben haben. Vergleichbar damit  muss man die lebenden Zellen, die gerade den Tumor verlassen, auf ihre Neumutationen überprüfen. Das ist in der Tat möglich und im Gegensatz zu der Behauptung von Klaus Pantel, dass sich im Blut von aggressivem Lungenkrebs nur wenige Tumorzellen finden, beobachten wir diese, wenn man nur die richtigen Untersuchungsmethoden anwendet, sogar besonders häufig und in großer Zahl. Diese lebenden Zellen, geben keine Genbruchstücke ins Blut ab, man kann aber die Zellen selbst auf Genveränderungen untersuchen und so dem Krebs wirklich auf die Spur kommen. – Prof. Dr. med. Katharina Pachmann


Leserbrief zu “Über Duldsamkeit, Kritik und Spott“ von Harald Martenstein

In Ihrer Kolumne schrieben Sie, daß bei ‚Schmähungen höchste Vorsicht u.a. bei Feministinnen angebracht sei‘ . Und das   Sie diese „Sonderregeln“ nicht akzeptieren können. Bravo!!   Aber gerade um diese Spezies geht es mir. In sämtlichen Medien ist heutzutage das „../innen“ offenbar zur  festen Selbstverständlichkeit  geworden.

Geht es um eine bestimmte Person ( oder muß man schon sagen ‚Personin‘?), ist das „…/in“ angemessen, aber doch nicht bei der gesamten Masse der einzelnen Berufsgruppen, nur weil sich ein paar „Emanzen“    ausgegrenzt zu fühlen scheinen.   Könnten Sie, lieber Herr Martenstein, nicht mal eine recht bissige Kolumne gegen diesen nur noch nervenden feministisch-   egomanischen Schwachsinn formulieren?   – Es wäre mir ein ‚ innerer ‚Parteitag ! – Sylvia Kuppe


Leserbrief zu „Gehört dazu“ von Stefanie Flamm

Sie berichten von der Inklusion aus Sicht einer betroffenen Mutter und verschweigen Gott sei Dank nicht die alltäglichen Probleme. Wollen wir, dass Inklusion gelingt, sollte man unbedingt die Perspektive der Lehrer berücksichtigen.

Das Problem bei der Inklusion sind nicht die Kinder mit Down-Syndrom oder körperbehinderte Schüler, als nahezu unerträgliche Belastung stellen sich die Kinder mit emotional-sozialen Entwicklungsstörungen heraus. Deren Zahl ist innerhalb der letzten zehn Jahre in NRW von 62.500 auf 85.500 gestiegen, ein Anstieg von 86 Prozent. Diese Kinder haben Aufmerksamkeitsstörungen und zeigen dissoziale bis hin zu delinquente Verhaltensweisen – ganz früher hat man diese Kinder mit dem bösen Wort „asozial“ betitelt, im Sinne von nicht gesellschaftsfähig. Ich kenne Kollegen, die JEDEN Tag mit Kindern zu tun haben, die sich auf dem Boden rumwälzen oder schreiend durch die Klasse laufen. Diese Kollegen sind meistens allein mit über 25 Schülern in einer Klasse, sie sehen die Inklusion kritisch, weil regulärer Unterricht kaum noch möglich ist. Sonderpädagogen decken – wenn überhaupt – nur ein Drittel der Unterrichtszeit ab. Rasten also Schüler aus und der Lehrer muss sich um sie kümmern, ist der Rest der Klasse oftmals allein. Mögliche Integrationshelfer, die zugegen sind, dürfen rein rechtlich gar keine Aufsicht führen und verfügen meistens auch nicht über eine pädagogische Ausbildung.

Das Förderschulwesen ist keineswegs veraltet. Mittlerweile ist jedes dritte Kind an einer Förderschule eines, das von einer Regelschule kommt. Außerdem hat die UNO-Konvention in keinster Weise die Abschaffung von Förderschulen gefordert. Es geht um den Zugang zu Bildung und das Recht auf bestmögliche individuelle Förderung.

Bei uns Lehrern wird Inklusion nur auf Akzeptanz stoßen

  • Wenn an jeder Schule ausreichend Sonderpädagogen zur Verfügung stehen. Sollte das nicht der Fall sein, müssen inklusiv zu beschulende Kinder eine Förderschule besuchen.
  • Wenn die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Jede Inklusions-Klasse muss über zwei Klassenräume verfügen.
  • Wenn jedes Inklusions-Kind automatisch und unbürokratisch einen Integrationshelfer bekommt, der entsprechend geschult ist.
  • Wenn Lehrer hinreichend fortgebildet werden. Dazu reichen nicht ein bis zwei Wochenend-Seminare, sondern ganzjährige Fortbildungen, die auf die Unterrichtszeit angerechnet werden.

Dass Inklusion gelingen kann, habe ich selbst an meiner Schule erlebt. Ein Schüler mit Asperger-Syndrom hat die Realschule abgeschlossen mit der Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. Das war aber verdammt viel Arbeit!!! – Uwe Heidelberg


Leserbrief zu „Mexikos glückloser Kaiser“ von Gerd Fesser

Immer wieder lese ich als Geschichtslehrer mit viel Freude die in dem Ressort Geschichte erscheinenden Artikel. Daher möchte ich darum bitten, dass Sie, auch wenn Sie Fachwissenschaftler zu Wort kommen lassen, wie in dem Artikel von Gerd Fesser (Maximilian. Mexikos glückloser Kaiser, in der letzten ZEIT-Ausgabe) , nicht hinter die aktuelle wissenschaftliche Debatte und der in ihr verwendeten Begrifflichkeiten zurückfallen:

Die Begriffe „Indio“ und „Stamm“ entsprangen bestimmten soziokulturellen Umständen und haben sowohl bei ihrer einführenden Verwendung, dann v. a. auch durch die jahrhunderelange pejorative Verwendung eine so deutlich negative Aufladung erfahren, dass sie schon seit geraumer Zeit in aktuellen Debatten nicht mehr verwendet werden – es sei denn, um sie zu hinterfragen bzw. zu polemisieren. Da ich dies Fesser nicht unterstellen möchte, bitte ich um Klarstellung.

Wenn man in Lateinamerika jemanden als „Indio“ anspricht, wertet man ihn ab, ordnet ihn in einer in allen Ländern mehr oder minder deutlich gesellschaftlich abgeschlagenen Gruppe zu. Neutral(er) ist heute im Spanischen der Begriff „indígena“, im Deutschen spricht man von „indigenen Völkern“. Die herablassende Titulierung als „Indio“ findet sich auch in der Zuschreibung der Primitivität durch die Charakterisierung als „Stamm“ wieder. Wenn hierdurch die Zapoteken als geschichtslose Barbaren herabgewürdigt werden sollen, möge man doch dem Autoren empfehlen, einmal einschlägige Literatur über diese ethnische Gruppe, ihre eigenen hochkulturellen Leistungen und z. B. die Abwehr des aztekischen Großreichs empfehlen. Wahrscheinlich aber sprach bzw. schrieb Fesser hier nur unbedarft und die Redaktion wollte dem Wissenschaftler nicht auf den Schlips treten?

Denn dass Juárez mit seinem Hintergrund aus dieser geographisch, kulturell und sozioökonomisch abgeschnittenen Region zum Präsidenten werden konnte, war in der Tat für mexikanische Verhältisse bemerkenswert- dafür muss man ihn bzw. seinen Hintergrund allerdings nicht noch zusätzlich herabsetzen. – Marten Odens


Leserbrief zu „Am Kern des Übels“ von Holger Stark

Sie schreiben : „… Europa wird noch lange mit diesem Terror leben müssen …“

Wir werden den Terrorismus m.E. nur besiegen können, wenn wir die Ursachen beseitigen. Dazu fällt mir ein : „Der Westen gerät in Gefahr, weil eine falsche Idee der Freiheit die Alltagsvernunft zerstört“ (Prof. Dr. Udo di Fabio, Buch „Die Kultur der Freiheit“). Bei der Suche nach Ursachen des Terrorismus‘ muss ich natürlich überall suchen, auch bei den globalen Folgen meines Verhaltens oder Lebensstils. – Terrorismus mit immer mehr Sicherheit besiegen ? Dazu Benjamin Franklin : „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“ – Volker Freiesleben


Leserbrief zur Beilage „ZEIT im Osten“

800€ Warmmiete für 85qm in der Innenstadt, da bin ich aber mal gespannt wo sie das gefunden haben.

Ich bin seit über einem halben Jahr auf der Suche und unter 10€ warm/qm ist es schwierig in Erfurt eine Wohnung zu finden. Teilweise werden 13,50€ kalt pro Quadratmeter aufgerufen! Oftmals ist es „üblich“ 30% auf den Mietpreis des Vormieters aufzuschlagen, da „der Markt es hergibt“(wurde mir so von einem Makler wortwörtlich so mitgeteilt).

Gern hätte ich die Quelle zu Ihren Angaben. Dann kann ich mich ja mal dort melden, für den Preis nehme ich sofort eine Wohnung.  – eine Erfurterin


Leserbrief zu “Fernbeziehung 1 und 2” im ZEIT MAGAZIN

Ich liebe Ihre Zeitung, danke für die vielen umfangreichen und vielseitigen Artikel!

Dennoch gibt es einen Punkt, der mich nervt:

Es gibt kein sinnloseren Part als diese „Liebesbriefe“ im ZEIT Magazin zwischen einer Frau in New York und einem Mann in London. Können die beiden sich nicht vielleicht privat austauschen? Ich sehe absolut keinen Grund, die Leser mit ihren oberflächlichen Statements zu langweilen.

Sollte es als Beispiel einer Fernbeziehung gemeint sein (oder warum sonst?), kann man nur sagen, dass es dafür viel zu kurz ist und so ohnehin nur an der Oberfläche bleibt (Ja zieh doch nach London das wär super, Ja ich weiß nicht du bist ja selten da blablabla) Da könnte ich auch Alles was zählt oder sonst etwas gucken und hätte in etwa die gleichen unnötigen Informationen über irgendwelche Beziehungen, die mich nicht interessieren. Stattdessen könnte man also verschiedene Paare, die in einer Fernbeziehung leben, in einem anderen Format vorstellen, um ein viel tiefergehendes Bild zu zeichnen. Denn mir als Leserin ist ja auch klar, dass das nicht der Austausch ist, den die beiden miteinander haben (so dass der vielleicht intendierte Sinn: Einblicke in beide Parts einer Liebesbeziehung durch Veröffentlichung der „Briefe“ ad absurdum geführt wird) und ich kann wirklich keinen Grund erkennen, warum die Redaktion dachte, es wäre eine tolle Idee, diese 2 Sätze oberflächliches Geplänkel jede Woche abzudrucken.

Meines Erachtens sind Fernbeziehungen allgemein nicht so interessant, denn viele junge Leute kennen das zumindest temporär wegen Studium oder Praktikum im Ausland, manch einer bleibt länger oder für immer dort, manche gehen zusammen aber nur einer kommt wieder etc, und dank skype fb whatApp ist es einfach nicht mehr so „weit weg“ wie früher (vermute ich mal, die Zeiten als man wochenlang auf Briefe warten musste), als man wirklich gelitten hat weil man sich nicht sehen konnte; man weiß (wie die beiden in eurem Magazin), dass man nur einen FLug buchen muss, (was für die beiden finanziell auch kein Problem zu sein scheint), um sich wiederzusehen, was dem ganzen diese Sehnsucht, Romantik und Tragik und eben auch den Reiz nimmt, um es für irgendjemand anderen als die beiden betroffenen interessant zu machen. Also vielleicht etwas ganz anderes. – Lena Reuter


Leserbrief zum Titelthema „Der Präsident der Reichen“

Als Folgethema schlage ich vor: Was ist Reichtum? Eigentlich spricht nichts dagegen, aber es ist ein Unterschied, ob sich Reiche und Superreiche sozial verantwortlich zeigen, also bereit sind zu teilen, abzugeben und sinnvolle Projekte zu unterstützen, oder ob sie Zäune und Mauern zur Besitzstandswahrung und zur beabsichtigen Unkenntlichmachung ihrer inneren Armut bauen. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Insbesondere Lutz Ackermann,  Benedikt Becker,  Manuel Daubenberger,  Philip Faigle,  Karsten Polke-Majewski,  Felix Rohrbeck,  Christian Salewski und  Oliver Schröm.

Aufrichtigen Dank für Ihre Recherche, Mühe und Zeit, die Sie investiert haben. Das sind Themen/Recherchen, die ich an der Zeit liebe und weshalb ich mit 19 Jahren mein erstes eigenes Abo beauftragt habe.

Rückmeldung zum Thema Pfleiderer in Neumarkt/Opf: Da ich Neumarkter und (klassischer) Musiker bin, habe ich den hiesigen Neumarkter Konzertfreunde e.V. angeschrieben, dessen „Förderer“ (wie zynisch) Herr Pfleiderer mit „seinem“ vielen Geld ist. Und freundlich gefragt, wie der Verein weiterhin mit dieser Person nun umgehen möchte. Da unser Oberbürgermeister der Schirmherr der bekannten Klassik-Reihe in Neumarkt ist, ging eine freundliche Email auch an diesen. Ich hoffe auf lokaler Ebene ein bisschen dafür gesorgt zu haben, dass das Thema nicht durch neue Zeitungsmeldungen/Berichterstattung/alltägliches „vergessen“ wird und die Verantwortlichen sich wegducken können.

Besten Dank erneut und bitte bleiben Sie an der Sache dran bzw. berichten Sie weiterhin, wie das Thema (die Themen) in den nächsten Monaten sich entwickeln. Ähnlich der Berichterstattung über den NSU-Prozess/Zschäpe, die mich persönlich recht wenig interessiert haben, jedoch zeigen, wie wichtig es ist, Themen im Rampenlicht zu behalten. Durch diese ständige Berichterstattung sensibilisieren Sie automatisch uns Leser, was bei der Informationsüberflut („wieder ein Flugzeugabsturz in Brasilien“) und der Frage, was wirklich wichtig für mich als Bürger hier in der BRD/ Bayern ist, entscheidend zur Bildung weiterhilft. – Johannes Heidingsfelder


Leserbrief zu „Der große Steuerraub” von Lutz Ackermann et al.

Stimmrecht gesplittet. Um die Aktien zu unterscheiden, musste eine neue WKN gebildet werden. Das führte dazu, dass die Bank die Hälfte der Bankaktien als Sonderdividende erklärte und den angeblichen Ertrag sofort abzog, obwohl Google keinen Cent bewegt hatte.

Erst nach 1 ½ Jahren wurde der Fehler teilweise korrigiert. Die Erstattung erfolgte jedoch nicht wie der Abzug in Cash, sondern er wurde in einem Topf versenkt, aus dem er nur durch Aktiengewinne herausgezogen werden konnte. Um das Geld zu holen, musste ich also Aktiengewinne einlösen, da ich die Aktien behalten wollte, musste ich sie wi