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18. Februar 2016 – Ausgabe 9

 

Wundern würde ich mich nicht, wenn Thomas Kerstan für seinen Kommentar einen Shitstorm aller deutschen Universitätsprofessoren erleben sollte – und das völlig zurecht! Sein Satz „Die Verleihung und noch mehr der Entzug eines Doktortitels ist keineswegs eine rein akademische Veranstaltung“ könnte mich denken lassen, der Autor wisse nicht, was er da schreibt. Da ich ihm Dummheit bzw. Unwissenheit nicht unterstellen will, muss ich annehmen, dass er bewusst die deutschen Universitäten – unverdientermaßen – mit falschen Behauptungen Ohrfeigen will.
Es gilt aber weiterhin – und das ist gut so: Der Doktor ist der höchste akademische Grad, den eine Universität verleihen kann, und deshalb verteidigt sie das Recht mit Zähnen und Klauen. Mit der Verleihung bescheinigt sie der Person, dass sie fähig ist, selbständig wissenschaftlich zu arbeiten. Daher ist er sehr wohl eine rein akademische Angelegenheit – unabhängig davon, was außerhalb der Universitäten ihm gesellschaftlich sonst noch zugeschrieben wird. Es ist auch eine rein akademische Angelegenheit, wenn die verleihende Universität ihn einer Person entzieht, der nachgewiesen worden ist, dass sie den Titel zu Unrecht erlangt hat – und da reicht schon der bedingte Vorsatz. Kerstan hat recht, wenn er schreibt, dass es „altmodisch um die Ehre geht“. Genau deshalb darf die Universität auch jemanden den Titel aberkennen, der sich strafbar gemacht und damit als „nicht würdig“ erwiesen hat, ihn zu tragen, so z.B. das Gericht im Fall Jan Hendrik Schön ./. Uni Konstanz.
Übrigens: Falsch ist die Rede vom „Doktortitel“ und somit Kerstans Vergleich mit dem Adelstitel. Der Doktor ist ein akademischer Grad – und daher nur Namenszusatz, nicht Namensbestandteil. – Dr. Josef König


Ich heiße nicht Merkel. Trotzdem möchte ich Ihnen gerne antworten. Es hat mich sehr berührt, von Ihrem Schicksal zu lesen, und es tut mir unendlich leid, dass Sie keine andere Möglichkeit sehen, als in ein Kriegsgebiet zurück zu reisen. Ich habe selbst eine kleine Tochter und kann doch nur erahnen, wie schwer es sein muss, seine Kinder in einer so unsicheren, lebensbedrohlichen Situation zu wissen, ihre Versorgung mit dem Nötigsten nicht gewährleisten zu können. Ein solches Leid duldet keine Relativierung. Ihnen in dieser furchtbaren Lage etwas Kritisches zu entgegnen, kommt mir beinahe zynisch vor. Trotzdem tue ich es. Denn aus Ihrem Brief werden Missverständnisse deutlich, die wahrscheinlich nicht nur Sie, sondern auch andere Geflüchtete betreffen. Sie schreiben, dass Sie sich von Frau Merkel betrogen fühlen. Das klingt, als habe Sie Ihnen etwas versprochen, das sie nicht gehalten hat. Glauben Sie, Frau Merkel hat Sie eingeladen nach Deutschland zu kommen? Glauben Sie, sie hat Ihnen versprochen, dass Sie, wenn Sie kommen, auch Ihre Familie nachholen können? So war es nicht. Es wurde lediglich für Syrer das Dublin-Abkommen ausgesetzt, nach dem Flüchtlinge in das EU-Land zurückgeschickt werden können, in das sie zuerst eingereist sind. Das als Einladung zu verstehen, ist nicht sehr naheliegend und eine ziemlich kreative Auslegung dieses Versuchs, unkompliziert eine gerechtere Lastenverteilung in der EU zu erreichen. Trotzdem wurde es – nicht nur von Ihnen – so verstanden. Ich glaube, dass das an der Verzweiflung vieler Menschen in Syrien und anderen Krisengebieten liegt. Wenn man so verzweifelt ist, hört man, was man hören will, glaubt man den Gerüchten, die die eigene Hoffnung nähren. Das „gelobte Land“ ist ein Menschheitsmythos, der beispielsweise im Christentum und im Islam eine wichtige Rolle spielt. Menschen möchten glauben, dass es irgendwo ein Land gibt, in dem es allen gut geht, ein Land, in dem Milch und Honig fließt, ein Paradies. Deutschland wird in einer schrecklichen Situation von vielen zu diesem Sehnsuchtsort erklärt. Das ist verständlich. Aber Frau Merkel kann nichts dafür. Sie fordern, dass sie jetzt sagt „Kommt nicht!“. Die Aussetzung des Familiennachzuges für viele Geflüchtete wird von manchen Politikern als genau dieses Stoppsignal angesehen. Sie glauben, dass dies ein wirksameres „Kommt nicht!“ ist, als man es mit Worten aussprechen könnte. Sie beschweren sich über die schlechten Zustände in der Aufnahmeeinrichtung in Hamburg. Wenn all diese Menschen ganz schnell Ihre Familien hätten nachholen können, wäre es dort vermutlich noch viel enger. Sie fühlen sich außerdem durch die vielen Regeln in der Einrichtung entmündigt: Wenn alle  Menschen in Ihrer Einrichtung jederzeit Besuch empfangen dürften, würden sich die Frauen, die jetzt schon Ihr Kopftuch nicht ablegen mögen, wahrscheinlich noch unwohler dort fühlen, hätten sie noch weniger Privatsphäre. Und wenn jeder für sich kochen dürfte, wäre der Geruch nach Essen, den Sie beklagen, vermutlich noch viel schlimmer, abgesehen davon, dass dann viele Küchen zur Verfügung stehen müssten, die es wahrscheinlich nicht gibt. Sie schimpfen auch auf die deutsche Bürokratie. Das tun viele. Aber diese Bürokratie hat einen Sinn, nämlich für Gerechtigkeit zu sorgen. Bei vielen Regeln erkennt man diesen Sinn nicht direkt. Aber meiner Erfahrung nach ist er meistens da, fast bei jeder Regelung hat sich jemand etwas gedacht. Der Sinn der Bürokratie bei der Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen besteht darin, dass jeder ein faires Verfahren bekommt, jedes Anliegen ernsthaft geprüft wird, und dass nur die in Deutschland bleiben dürfen, die in ihrer Heimat tatsächlich bedroht sind. Aber es ist gar nicht so leicht herauszufinden, wer das ist, und deshalb kostet das viel Zeit. Der Sinn ist außerdem, dass diejenigen, die bleiben dürfen, dann vieles bekommen, nämlich Geld, Essen, Kleidung, Sprach- und Integrationskurse, später möglichst auch eine eigene Wohnung und Arbeit. Vielleicht wollen wir Deutschen dabei manchmal zu viel. Wir fordern jetzt schon Ausbildungsplätze für alle, obwohl noch nicht einmal die Registrierung richtig funktioniert und in den Ausländerbehörden das Chaos herrscht, das Sie beschreiben. Vielleicht wäre es besser, wir würden uns im Moment auf das Ankommen konzentrieren. Aber Deutschland ist eben ein Land, in dem jeder seine Meinung offen sagen, und deshalb auch vieles fordern kann, auch das Maximale. Für Sie ist das alles natürlich kein Trost. Aber wie sollte Deutschland Ihrer Meinung nach handeln? Es ist ein Dilemma: Wir wollen Menschen, die schon einmal vor unserer Grenze stehen, nicht ins Kriegsgebiet zurückschicken, und auch nicht in ein überfordertes Griechenland. Aber wenn wir versuchen würden, alle aufzunehmen, alle Familien derjenigen, die schon hier sind, und alle, die noch kommen wollen, dann würden die Zustände in den Aufnahmeeinrichtungen und Ausländerbehörden noch viel schlimmer werden, als Sie von Ihnen jetzt schon empfunden werden. Niemand in Deutschland hat die Macht, innerhalb von wenigen Monaten so viel Wohnraum und qualifizierte Entscheider für Asylverfahren zur Verfügung zu stellen, dass alles reibungslos läuft. Selbst wenn man sehr, sehr viel Geld in die Hand nehmen würde, würde das daran nichts ändern. Abgesehen davon wird Geld auch an anderen Stellen dringend gebraucht: Wenn man es nimmt, um in den Krisenländern direkt zu helfen, kann man mit der gleichen Summe viel mehr bewirken, zumindest theoretisch. Praktisch kommt das Geld leider nicht immer bei denjenigen an, die es am dringendsten brauchen, weil es keine guten Strukturen zur Verteilung gibt, weil es Menschen in Machtpositionen gibt, die sich bereichern wollen. Frau Merkel ist bestimmt nicht die Heldin, als die Sie sie in Syrien sehen wollten. Aber sie und viele andere Deutsche wollen gerne helfen, weil wir uns bewusst sind, was für ein historisches Glück wir haben, in einem reichen und sicheren Land zu leben. Es tut mir leid, dass Sie von dieser Hilfe nicht so profitieren können, wie es für Sie wichtig wäre. Ich hoffe sehr, dass Sie und ihre Familie möglichst bald in einem sicheren Land zusammen sein können! – Swantje Notzon


In welcher Kategorie soll ich den genannten „Artikel“ einordnen: Werbung oder redaktioneller Beitrag?
Wenn Werbung: Hat das ZEIT-Magazin das nötig (14 Seiten Werbung für überteuerte Marken-Klamotten)?
Wenn redaktioneller Beitrag: Wen um alles in der Welt interessiert das? Wenn ich ein Faible für Modethemen habe, insbesondere für Tennis-Klamotten, und das sogar 14 Seiten lang, dann kaufe ich mir ein Modejournal.
Dieser „Artikel“ reiht sich in unrühmlicher Weise in eine lange Reihe ähnlicher Bildsequenzen ein, mit denen das ZEIT-Magazin einen großen Teil seiner Leser immer wieder bis zum Erbrechen langweilt und am Sinn dieser Publikation zweifeln lässt. Wenn nicht die Rätsel, Scrabble- und Schachrubriken wären und Martensteins Kolumne, dann möchte man das ZEIT-Magazin manchmal ungelesen wegwerfen. – Dr. Gerhard A. Hergesell


Gerade am Beispiel der Commerzbank kann man deutlich sehen, dass auch Großbanken ins Wanken geraten können. Denn wer den Wandel der eigenen Branche verschläft, der wird vom Markt bestraft. Berechtigter Weise fragen sich die Anleger, welche Risiken noch in der DB-Bilanz versteckt sind. Als ehemaliger Bevollmächtigter der Regionalverbände Bremen und Weser Ems im Bundesverband der Bilanzbuchhalter e. V. (BVBB), Bonn, habe ich für unsere Berufskollegen im strukturschwachen Norddeutschland ein fachspezifisches Fortbildungsprogramm entwickelt, geplant, organisiert und druchgeführt. Die Seminare fanden bundesweite Beachtung und hätten auch Bankern nicht geschadet! Dr. Klaus Jörg Fiedler, seinerzeit stellvertretender Schulleiter der Deutschen Angestelltenakademie (DAA) in Düsseldorf und 1. Vorsitzender des Wissenschaftlichen Instituts des BVBB e. V. (WIB), Bonn, referierte in Bremen zum oftmals nachgefragten Thema „Jahresabschlussanalyse“. In der Ausbildung zur Bilanzbuchhalterprüfung vor den Industrie- und Handelskammern (IHKen) spricht man hier von der Vorbereitung auf das „Bankengespräch“ bezüglich der eigenen Unternehmenszahlen. Dabei stellte Dr. Klaus Jörg Fiedler fest, dass manche „Lageberichte“ (Anmerkung: Anhang zum Jahresabschluss mit einem Ausblick in die Zukunft des Unternehmens = also eine Prognose) von Unternehmen den tatsächlichen IST-Zustand eher verschleiern als für Aktionäre und Gläubiger des Unternehmens „realistisch offenzulegen“. Ähnlich scheint es bei der Deutschen Bank zu sein. Nach dem vorläufigen Rekordverlust von 6,7 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2015 darf man wohl skeptisch reagieren. – Klaus Jürgen Lewin


Die Fälle „freiwilliger“ Rückkehr nach Syrien häufen sich offenbar, oft auch nach meiner Erfahrung wegen der Unmöglichkeit, die dort verbliebene Familie nachzuholen. Bereits dies ist ein Skandal. Ebenso skandalös ist es, die Rückkehrer denselben Weg gehen zu lassen, auf dem sie zu uns gekommen sind. Ein Visum für die Türkei zu erhalten, um von dort nach Syrien zurückzukehren, ist aussichtslos. Die heute so häufig beschworene Zusammenarbeit mit der Türkei, sollte es zumindest ermöglichen, den Rückkehrern den Weg dorthin sehr schnell und problemlos zu bahnen, anstatt sie erneut auf die bereits einmal erlittene gefahrvolle Weise ziehen zu lassen. Was offenbar allein zählt, ist der „Erfolg“, einen Asylbewerber weniger zu haben, mag er auch auf dem Rückweg sein Leben verlieren. – Prof. Dr. Wagner


Martin Luther war ein fanatischer Hetzer, ein herausstechender Haßprediger gegen die Juden im Auftrage  seines Beschützers, des Kurfürsten Friedrich  von Sachsen ; auch mit der sozialen Einstellung, wie seine verbale bedrohliche  Verurteilung der Bauernaufstände zeigt, hatte er es ja dann auch nicht so…. Da lässt sich nicht marginalisieren, bagatellisieren, als sog. Zeitgeist weginterpretieren oder mit altersbedingter Engstirnigkeit entschuldigen. Wie man da zu Halloween an Kinder “Lutherbonbons” verteilen und ein Lutherjubiläum (das Wort ”jubeln” steckt darin) weltweit feiern will, ist mir unverständlich –im Gegenteil sollte man die Attribut evangelisch- lutherisch und Lutherischer Weltbund nun künftig doch weglassen. Es gab seinerzeit und später andere durchaus humaner und philantropisch gesonnene  Reformatoren und Kirchenkritiker. Martin Luther wußte damals nichts von der industriellen Vernichtung von Juden im Holocaust , aber seine langjährigen  drastischen Ausgrenzungen und Argumentationen waren so anhaltend wirksam, daß sich noch Jahrhunderte später  Deutsche Christen und die Nationalsozialisten  darauf beriefen und sich für  mörderischen Eifer zu eigen machten. So bedarf es einer Entschuldigung  und deutlicher Distanzierung als Evangelische Christenheit ,die sich auf Luther berief, für solches daraus entstandene Unrecht. Warum scheut sich die evangelische Kirche des 21. Jhdt. ,sich von diesem Gründer zu distanzieren und  sich vom Luther-Attribut als häßliches Beiwerk  zu trennen  ? Der Begriff des Protestantismus dagegen  ist in sich deutlich und ein für die evangelische Kirche  zu erfüllender und auszulebender christlicher Auftrag. Die weitere Inanspruchnahme dieses Hätherikers  als nahezu Kirchenheiligen,veranschaulicht durch  Playmo-Gelehrten, Bonbons, Büsten,Lutherrock, Siegeln und gar einer Lutherbotschafterin  ist bigott. Luthers kulturelle Arbeit und Papst-Kritik ist anzuerkennen, aber das, was er an Menschenhetze verbreitete, und bewirkte,  ist gegenüber Jesu Werten der Bergpredigt von Toleranz , Erduldung und  Nächstenliebe schlichtweg als unchristliche Lästerei zu werten.Wer sich darauf beruft, untermauert eine undurchdachte Theologie. Diesbezüglich braucht die Evangelische Kirche  erneut  Reformatoren. – Gertrud Tammena


Artikel über den abgebildeten Menschen und Menschen seiner Art könnten doch mit dem Vermerk „Die Lügenpresse berichtet:“ eingeleitet werden. In Ihrem, unkommentierten, Fall macht sich doch die verehrte ZEIT zum willfährigen Instrument einer presseverachtenden Meute, die ihrerseits ohne Presse als das dastünde, was sie ist: ein Nichts. – Günter Meyer


Nicht alle Musiker sind finanziell so unabhängig, dass sie auf eine solche PR verzichten können. Doch es ist schäbig und ohne Achtung vor den Opfern des Terrors in Paris, wie von der US-Band „Eagles of Death Metal“ der Terror-Anschlag im Club Bataclan wiederholt zu Werbezwecken eingesetzt wird. Unter Tränen plädieren US-Bandmitglieder für das Recht, Waffen zu tragen. Der Wilde Westen lässt grüßen. – Erik Schneider


Ich danke Herrn Münkler für seinen ausgesprochen Klugen Beitrag. Mein erstes Gefühl war ein tiefes Aufathmen!
Endlich hat jemand mal genug Mut aufzustehen und die Realität sprechen zu lassen. Leider braucht man dafür heute Mut und vielen Parteigenossen unserer werten Kanzlerin scheint dieser zu fehlen.
Ich glaube heute nicht, das irgend ein Mensch die faktische Istsituation besser in den Griff bekommen kann wie unsere liebe Frau Merkel mit ihrem zu recht gewählten Kurs.
In 20 Jahren werden wir alle dieser Frau zu tiefstem Dank verpflichtet sein.
Sie hat schon sehr frühzeitig erkannt, das nichts diese Menschen davon abhalten kann ihr Leben retten und unter Umständen verbessern können zu wollen.
Mehr als jenen, denen ihre Wählergemeinde und deren Zustimmung wichtiger ist, als ihren beschworenen Auftrag, zum Wohl des Volkes zu handeln, ist ihr klar, das wir nicht nur aufs Maximum ärmere und arme Nationen schröpfen dürfen zum wohle der freien Billigmarktwirtschaft sondern im gleichen Atemzug gerade auch für diese im mindesten soziale Mitverantworung tragen.
Kommen wir nicht zu ihnen dann kommen sie zu uns.
Und kein Grenzzaun wird Menschen davon abhalten können das mindeste vom leben zu wollen. Ganz im Gegenteil sorgt die leidige Debatte um geschlossene Grenzen, Begrenzungen und der gleichen für eine buchstäbliche Torschlusspanik und mobilisiert selbst jene Menschen, die bisher noch über einen verbleib in ihrer zerbombten und zerrütteten Heimatland nachdenken.
Zu guter Letzt wage ich zu behaupten, das die politische Debatte nicht wirklich der Mitte des wählenden Volkes entspricht. Im großen Konsens Bevölkerung finde ich helfende Menschen, Bahnbeamte die Wegbeschreibungen mit Händen und Füßen fabrizieren ect, und im mindesten ein Volk, das toleriert und akzeptiert.
Selbst 3 Millionen Zu Zöglinge werden unser Volk weder umbringen noch tatsächlich verarmen lassen. Es ist nur eine Veränderung im Gange, die für unsere Kinder oder Kindeskinder Normalität sein wird. Vielmehr können wir aber dazu beitragen das eine Bevölkerung nicht ausradiert wird und bekommen unter Umständen ein paar Lösungen für unser vom demografischen Wandel geplagten Land aufs Tablett gelegt. Vielleicht gefällt uns diese Lösung einfach nicht, aber sie ist da, ungefragt wird uns geholfen. – Ane Trümpelmann


Ich fürchte es gilt: „Wer sich in Gefahr bringt, kommt darin um.“ Facebook will doch gerade die Kontroverse bis an die Grenze des Zulässigen oder darüber hinaus. Das bringt Nutzer, Aufmerksamkeit, Klicks… und Werbefläche. Das ist völlig emotionslos das Geschäftsprinzip. Statt der Task Force, ein Gremium zur Bestimmung und Beseitigung, sollte sich Justizminister Maas lieber dafür verwenden, dass alle öffentlichen Stellen aus Facebook und Co. zurückziehen und diese Firmen ihre Niederlassungen mit Rechtsverbindlichkeit ausstatten. Maas sollte das bald tun, ehe TTIP durch Frau Malmström „vorläufig“ in Kraft setzt. Ab dann fallen Gegenmaßnahmen unter die „Regulatorische Kooperation“ und dubiose Schiedsgerichtsbarkeit als „Handelshemmnisse“. – Gerhard Schroeder


Sätze und Bäume haben gemeinsam, dass man sie erst gänzlich wahrnimmt, wenn sie solitär stehen.
Wie zum Beispiel den Satz:“Klar, da schießt man Leute ab“,aus diesem Artikel. – Wolfgang Burkhardt


Einstein hat nicht herausgefunden, was Gravitation wirklich ist.
Die wahre Energie eines Schwarzen Loches ist den Physikern unbekannt.
Der gemessene Effekt gründet nicht auf – aus der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher hervorgegangenen – Gravitationswellen.
Ich kann alle meine Aussagen beweisen. – Hans-Ulrich Rahe


Ein recht analytisches und verständliches Interview eines Mannes, der ohne Schul- und Berufsabschluss aber sich selbst autodidaktisch und nächtelang lesend und diskutierend politisch hoch gebildet hat. Joschka Fischer ist ein Visionär und es war bildend, wenn man ihn und wenn nur auf der Bühne und im Wahlkampf früher erleben konnte. Eine Typ von  Persönlichkeit, die vom Aussterben bedroht ist. – Dr.h.c. Günter Schullenberg


DIE ZEIT No. 9: Alles Lüge
„Im Internet, ….. , fehlt oft die filternde Instanz eines Gatekeepers, eines Journalisten zum Beispiel, der eine Information auf Ihren Wahrheitsgehalt hin prüft.“
Wunderschön gesagt: In seinem Artikel: die menschliche Grenze (DIE ZEIT vom 4. Febr) hat H. Wefing auf die Prüfung des Wahrheitsgehaltes verzichtet.
Was nützt eine Richtigstellung? Hier ist offensichtlich das Netz, natürlich nicht die ZEIT gemeint. „Ein Dementi erreicht nur diejenigen, die darauf klicken…… Geklickt wird aber oft nur das, was eigene Vorurteile bestätigt, nicht das, was sie widerlegt.“
Ich würde ja das Dementi des Gatekeepers Wefing lesen, oder das der Herren: Kai Biermann, Philip Faigle, Karsten Polke-Majewski und Sascha Venohr zu ihrem ZEIT-Online Text: wenn Hass eskaliert…. Angriffe auf Flüchtlingsheime werden zu Terror. rechte Demagogen treiben Täter an.
Der Berater Fuchs hat wohl recht: …. nur was eigene Vorurteile bestätigt…. – Klaus Rikeit


Angenommen ein Auto überfährt einen Fußgänger. Das Nummernschild zeigt einen Code des Herstellers an. Die Polizei fragt beim Hersteller nach den Daten. Der Hersteller verweist auf internationale Filialen und den Datenschutz. Die Polizei zieht unverrichteter Dinge ab, der Fußgänger ist lebenslang behindert und der Autofahrer ist sich keiner Schuld bewußt!
Nun einfach auf das Internet übertragen und wir wissen, wo der rechtsfreie Raum in Deutschland bzw. der Welt ist. – Wolfgang Michel


Ich stimme Frau Stuart zu. Die Briten sollten die EU verlassen (bzw. wenn nicht, möchte ich auch ein Referendum in „Resteuropa“ , ob wir all den Ausnahmen für GB zustimmen und bereit sind dafür zu zahlen!). Ganz Europa muß endlich aus seinem Traum von Europa  aufwachen. Spätestens die Flüchtlingskrise hat gezeigt, das Europa bzw. Die EU eigentlich gar nicht existiert. Vielleicht sollte alles aufgelöst werden und dann fangen die wieder von Vorne an, die ein wirkliches Europa mit allen Konsequenzen wollen und bereit sind, dafür Souveränität aufzugeben und auch Solidarität  zu LEISTEN! Utopisch, klar, aber eigentlich  der einzige Weg! – Wolfgang Michel 


Ich bin ein begeisterter Zeitleser, schätze ihre kritischen, besonnenen, vielseitigen und weitsichtigen Informationen. Doch das Interview mit Jürgen Oelkers hat mich tief enttäuscht und irritiert. Jürgen Oelkers hat ein dickes, viel zu dickes, und offenbar polemisches und aggressives Buch über Gerold Becker geschrieben. Zu Recht greift er Beckers sexuellen Missbrauch an seinen Schülern an und verurteilt ihn entschieden. Aber er verurteilt nicht nur den Missbrauch und die Missbrauchstäter. Zugleich diffamiert er die gesamte Odenwaldschule, ihre Lehrer und Mitarbeiter und viele andere Personen, die mit Gerold Becker zusammen gearbeitet und gelebt haben oder an seinem Werdegang beteiligt waren. So spricht er – um nur ein Beispiel anzuführen – von einem „generationenübergreifenden Missbrauchssystem mit verschiedenen Tätern …“, das sich „seit den Anfängen der Odenwaldschule“ aufgebaut habe. Wie denn? Auf diese Weise werden nicht nur die weltweit anerkannten Gründern der Odenwaldschule Paul Geheeb und Edith Cassierer, sondern auch ihren vielen Mitarbeiter und Nachfolger wie zum Beispiel die ehrenwerten Sozialistin  Minna Specht – OSO-Leiterin von 1946 bis 1951 – oder der bekannte Soziologe Wolfgang Edelstein – zur selben Zeit Lehrer an der OSO – verdächtigt, sie hätten bewusst am Aufbau eines sexuellen Missbrauchssystems mitgearbeitet. Was für eine ungeheuerliche Unterstellung! Ich kenne einige Lehrerinnen und Lehrer, die bis vor einem Jahr verantwortungsbewusst, einfallsreich und auf das Wohl ihrer Schüler bedacht an dieser Schule gearbeitet haben. Kein Wort der Anerkennung oder des Bedauerns, dass sie ihre Arbeit jetzt abbrechen müssen. Was bleibt? Dazu Oelkers: Einfach „Nichts“. Ist das alles? – Natürlich sollte so ein Buch, wie es in der Zeit üblich ist, kritisch besprochen werden. Aber doch nicht durch ein Interview – zwei Seiten lang – mit dem Autor, in dem der seine Anschuldigungen, Unterstellungen und Vermutungen wiederholen kann, ohne sie zu belegen und ohne dass sie in Frage gestellt werden. Eine gerechte und problembewußte Darstellung und Zuordnung der Vorgänge in der Odenwaldschule ist für die pädagogische Geschichtsschreibung eine schwierige Herausforderung. Aber dieser Art voreingenommener, undifferenzierter, ausschweifender und beleidigender Darstellung durch Jürgen Oelkers muss widersprochen werden! –  Prof. em. Dr. Theodor Schulze


Was wäre verloren , wenn sich Herr Obama bei Herrn Putin für seine unbedachte Aussage entschuldigen würde ?
Was wäre gewonnen, der derzeitige Aggressor Herr Putin , würde sich mässigen ! Schon deshalb, weil es alle Menschen froh macht akzeptiert zu sein ! – Christine Zwickenpflug 


Die gelegentlich sehr subjektiven Einschätzungen und Bewertungen von Herrn Fischer in allen Ehren – aber er springt auch mit den historischen Fakten sehr eigenwillig um.  Hier nur drei Beispiele: Er begründet das Chaos im Nahen Osten damit, dass es „keine  dominierende Regionalmacht“ gibt. Die hat es aber seit dem Ende des Osmanischen Reiches nicht mehr gegeben, auch nicht zu Zeiten des äußeren Friedens unter dem Schah, König Feisal, König Faruk, König Hussein, König Saud und  in den Jahrzehnten danach. (Von Israel spricht er gar nicht.) Im Sykes-Picot-Abkommen wurden die kolonialen Interessengebiete von Frankreich  und Großbritannien festgelegt, nicht aber die Staatsgrenzen – diese konnte jedes Land  innerhalb seiner Einflusszone frei bestimmen.  Es dauerte auch nicht von 1848 bis 1989, „bis ein wiedervereinigtes demokratisches Deutschland Realität wurde.“ War denn die Weimarer Republik von 1918 etwa keine Demokratie? – W. -R. Heilmann


Im Großen und Ganzen stimme ich Ihrem Artikel zu. Ich halte Herrn Höcke für einen gefährlichen rechtsradikalen Demagogen. Die Nachweise, die Sie für seine rechtsradikale Gesinnung anführen, gehen mir jedoch in Teilen zu weit. Dies möchte ich Ihnen an zwei Punkten darlegen.
Erstens führen Sie aus, Herr Höcke habe erklärt, dass Mozart ein deutscher Komponist gewesen sei. Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27.01.1756 in Salzburg geboren. Zu dieser Zeit lag die Stadt Salzburg im Gebiet des Fürsterzbistums Salzburg. Dieses bestand vom Hochmittelalter (14. Jahrhundert) bis zur Säkularisation 1802/03 als Ständestaat im Bayerischen Reichskreis des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und war das weltliche Herrschaftsgebiet der Fürsterzbischöfe von Salzburg. Diese trugen zudem den Titel „Primas Germaniae“. Mozart war somit eindeutig ein deutscher Komponist. Dass Salzburg heute Teil der Republik Österreich ist, macht Mozart nicht zum Österreicher. Ansonsten wäre Immanuel Kant ja ein russischer Philosoph, da seine Geburts- und Todesstadt Königsberg heute als Kaliningrad Teil der Russische Föderation ist. Und das wird wohl niemand ernsthaft behaupten.
Zweitens erklären Sie: „Die Deutschlandfahne fehlt selten bei seinen Auftritten“. Dies erweckt den Anschein, das Zeigen der Flagge der Bundesrepublik Deutschland in der Öffentlichkeit mache den Verwender einer rechtsradikalen Gesinnung verdächtig. Die Farben Schwarz-Rot-Gold wurden erstmals von der 1815 in Jena gegründeten Urburschenschaft offiziell geführt. Diese machte sie zu einem Sinnbild für Freiheitsrechte und politische Mitbestimmung. Dies sind meiner Ansicht nach Begriffe, die eher nicht in ein rechtsradikales Weltbild passen. Nicht jeder, der ein positives Verhältnis zur Deutschlandhahne hat, ist ein Rechtsradikaler. Ich sehe sie in der Tradition des Hambacher Festes, der Märzrevolution und der Frankfurter Nationalversammlung – also als Zeichen für Freiheit und Demokratie. Wir dürfen uns unsere Fahne nicht von den Rechtsradikalen „stehlen lassen“.
Wenn man den Begriff „rechtsradikal“ inflationär gebraucht und z.B. auch Personen einschließt die meinen, Mozart sei Deutscher gewesen oder in der Öffentlichkeit eine Deutschlandfahne zeigen, birgt dies große Risiken: Wenn alle rechts außen sind, ist es am Ende egal, wer es wirklich ist. Dies verharmlost die wahren Feinde unserer Gesellschaft, zu denen Herr Höcke und die AfD unzweifelhaft gehören. – Michael Pfeiffer


Das „Lügenformum Facebook“ und andere s.g. soziale Netze wären in den Dingen massenhaft vertreiteter Lügen und Denunziation  sicher sensibler, wenn es die Facebook-Nutzer interessieren würde, welche Kultur in „ihrem sozialen Raum“ herrscht. Sicher leißen sich die Regeln in einem solchen Netz auch anders gestalten:
1) Der Betreiber des s.g. sozialen Netzes müsste seine Kunden – die Nutzer – über die Nutzungsregeln dazu verpflichten, nur gesicherte Wahrheiten, keine üble Nachrede und keine Gewaltandrohung o.ä.  zu publizieren und ungesicherte Informationen mit dem Vermerk „Vermutung“, „Gerücht“ oder „Meinung“ ggf. als solche zu kennzeichnen.
2) Jeder, der eine Nachricht mit „gefällt mir“ gutiert oder gar auf seiner Facebookseite weiter verbreitet sollte ebenso für deren Inhalt voll verantwortlich sein und ggf. strafrechtlich und mit den Sanktionen des Netzbetreibers bei Verstoß gegen die Nutzungsregeln verfolgt werden (können), wenn diese anderen schadet oder den Regelen, die sich das soziale Netz selbst gegeben hat, widerspricht. – Tilmann Wolf


Kardinal Kasper beherzigt leider nicht Luthers Empfehlung :  „Tritt fest auf … “ statt dessen gibt er in 2 (!) Spalten Unkonkretes kund, vor allem nichts Neues. Danke für diese Seite! – Dr. Klaus Ederle


Die Frau gefällt mir. Es ist immer wieder interessant, wenn Sie einen Beitrag nicht aus dem politisch, deutschen Kosmos den Lesern vorstellen. Gisela Stuart hat nachvollziehbare Argumente für einen Ausstieg der Briten aus der EU aufgezeigt und gleichzeitig der Gemeinschaft die Leviten gelesen. Ich hatte immer das Gefühl, daß in Deutschland viel Stuss geredet wird. Die EU ist in Wahrheit ein Saftladen, die wieder auf die Füsse gestellt werden muß, ehe sie ganz auseinander bricht. Und Deutschland ist gerade dabei sich vollständig zu isolieren. Frau Stuart hat recht, wenn sie von einer Reform spricht, die auch den Namen verdient. Bisher höre ich nur ständig was nicht geht und was auf gar keinen Fall hinnehmbar ist. Zu unserer Politik kann man beim besten Willen kein Vertrauen mehr haben. – Gunter Knauer


Im Zeitgeist, Ausgabe 18.2.16, wünschen Sie sich, die deutsche Regierung möge doch wieder die Staatskunst eines Bismarck praktizieren.

Vielleicht vergessen Sie, dass Bismarck zwar viele Mächte in sein Kunstwerk eingebunden hat, jedoch nicht an seine eigene Entmachtung durch den neuen Kaiser gedacht hat, und es folgte der erste große Krieg. Bismarck war also auch nicht fehlerfrei.

Was folgt daraus für Angela Merkel? Ruhe bewahren und weiter nachhaltige Politik machen, die auch ihre eigene Machtabgabe(irgendwann) überdauert. Vor allem darf sie sich durch Ihre Stammtischbegriffe wie „germanisieren“, „Zuchtmeister“, nicht beirren lassen.

Sie kennen sehr viel, was dieser „Zuchtmeister“, alles nicht geschafft hat, also eigentlich unfähig ist. Vielleicht haben Sie ja Recht, aber Sie können sich dennoch in Ruhe zurück lehnen:

Durch Gesetze, Verträge und Konventionen ist der Spielraum der Politiker in Europa so eingeengt, manchmal langweilig, dass auch eigensinnige Politik verkraftbar ist. (Das gilt natürlich für alle Politiker Europas) – Arnd Seide


Meines Erachtens ein schwacher und zuweilen tendenziöser Leitartikel: „Solidarität aus Eigeninteresse“? Europäische Nachbarn sollen Konsequenzen des deutschen Alleingangs mittragen? Wer ist der größere Narr: Der Narr, oder der, der ihm folgt? Am Schluss vernehmen wir duldsam den redundanten Imperativ: „Wer Merkel (…) die Unterstützung verweigert, schadet der EU“! Die Zeit merkelfrommer Mediendekrete sei bald vorüber! Nach dem Merkelismus die Demokratie! – Dr. André Hempel


Ich stimme Ihnen insoweit zu, dass die Politik Facebooks, nicht mit den Strafverfolgungsbehörden zu kooperieren, unter Opferschutzgesichtspunkten höchst problematisch ist. Die Absolutheit, mit der in Ihrem Artikel von einer Straftat ausgegangen wird, hat mich jedoch sehr verwundert.
Der Facebook-Kommentar lautete: »Schnauze lauer, kümmert euch um wichtige Dinge, z.b. das nicht mehr von diesen drecks flüchtlingen kommen, ansonsten seid ihr die ersten die brennen werden …«. Würde ich den Angeklagten in einem Strafverfahren verteidigen, würde ich argumentieren, dass dieser Herrn Lauer nicht mit der Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung nötigen wollte. Er hat Herrn Lauer vielmehr darauf hingewiesen – wenn auch in einer ruppigen Art –, dass die Angehörigen der liberalen Politikerkaste die ersten sein werden, die dran glauben müssen, wenn noch mehr in autoritären und illiberalen Systemen sozialisierte Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Sollte der Richter im Rahmen der freien Beweiswürdigung zum Ergebnis kommen, dass diese Auslegung des Facebook-Kommentars zumindest möglich ist, müsste der Angeklagte nach dem Grundsatz „In dubio pro reo“ vom Vorwurf der Bedrohung oder gar der Nötigung freigesprochen werden. Davon, dass hier „in jedem Fall“ eine gegen Herrn Lauer gerichtete Straftat vorliege, kann somit keine Rede sein. Wir sollten uns davor hüten, den liberalen Rechtsstaat mit seinen einzelnen Ausprägungen (z.B. Recht auf ein faires Verfahren, Anspruch auf rechtliches Gehör, Unabhängigkeit des Gerichts, effektive Verteidigung durch einen Rechtsanwalt, Unschuldsvermutung und der Grundsatz der Waffengleichheit zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Angeklagten) bei politisch missliebigen Meinungen auszuhöhlen. Dies kann nur in einer Katastrophe enden. – Michael Pfeiffer


Die Beweggründe, die Ihr Pseudonym Arif Abbas in Z in DER ZEIT Nr. 9 zur Heimkehr nach Syrien veranlassen, sind bewegend und nachvollziehbar. „Wir schaffen das!“ Dieses „DAS“ ist recht undefiniert. Jeder hat andere Vorstellungen; auch Herr Abbas. Welche hat Frau Merkel im Sinn? Wenn sie das wissen sollte, hätte sie es darlegen müssen. Das bedeutet Führung und Verantwortung.
In meinem Umfeld sage ich öfters: Wir sind im Flüchtlingsthema zum Erfolg verurteilt. Aus dem Grund helfe ich auch ehrenamtlich in kleinem Rahmen: In unserer Gemeinde werden abgelegte Fahrräder für Migranten gesammelt, von mir und meinem Team verkehrssicher gemacht und gegen kleine gemeinnützige Spenden an Migranten abgegeben. Toll, dass uns dabei auch praktisch versierte Syrer unterstützen. Da geht dann auch noch etwas Sprachförderung. Ich kann mir nicht vorstellen, im Spannungsfeld, welches Herr Abbas beschreibt, als Freiwilliger zu unterstützen, obgleich dass sehr wichtig ist. Hut ab vor denen, die das können! Ich würde mich in dem Umfeld zu sehr echauffieren. Gründe dafür sind:
1. Vor Jahren kam die Idee über die Notwendigkeit eines Einwanderungsgesetzes auf und wurde mehrheitlich verworfen – alles bestens geregelt. M.E. eine Fehlentscheidung, weil in dem Rahmen eine Infrastruktur hätte aufgebaut werden können, die wir jetzt vermissen. Das hätte sich auch bei nur 50.000 oder 100.000 Fällen gelohnt. Herr Abbas hat sicherlich vermutet, dass im Land von BMW und SAP effiziente Verwaltungen auf dem Weg zur Anerkennung der Asylgründe und der Familienzusammenführung seinen Fall bearbeiten. Da hat er sich leider getäuscht,
2. Noch jetzt sind nicht alle Dienstorte des BMF miteinander vernetzt! Unglaublich!
3. Dazu kommt die systemimmanente Undurchlässigkeit zwischen den Behörden von Bund, Ländern und Kommunen sowie der Justiz; wohl wissend, dass dieses Defizit auch seit Jahren zur Erschleichung von Sozialleistungen missbraucht wird. Den Bittstellern kann ich dies nicht anlasten, sondern unseren eigenen Versäumnissen.
Eine Besserung der Administration soll in den nächsten Wochen in Form neuer gemeinsamer Erfassungssoftware kommen. Hoffen wir, dass das dann auch gut funktioniert. IT-Projekte gelingen nicht immer gleich zur Zufriedenheit.
Jedenfalls hätte eine schon vor Jahren etablierte IT-Infrastruktur verhindert, dass so viele illegale Migranten im Land sind, hätte Sozialmissbrauch verringert und hätte dazu geführt, dass Herr Abbas Perspektiven für sich und seine Familie gesehen hätte. – Dr. Wolfgang Thiel


Der Mangel an Bildung in der arabischen, weitgehend islamischen Welt geht bereits auf vor-islamische Zeiten zurück. In den klassischen Wüstenregionen war der Zusammenhalt der Menschen in Stammesgesellschaften überlebensnotwendig Allein oder in kleinen Gruppen war man in der Wüste verloren. Deshalb hielten die Clans sehr eng zusammen und entwickelten stark nach innen gerichtete Traditionen und Solidaritätsmuster. Solange das klappte, gab es keinen Grund, darüber hinauszugehen. Es beeinflusste Mentalitäten, Kulturen und Gesellschaftsordnungen innerhalb der jeweils eigenen Gruppe – und das ist bis heute spürbar.
Insofern ist die mangelnde Bildung in den angesprochenen Regionen bei einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung ursächlich verständlich. Allerdings sollte auch erkannt werden, dass es so nicht weitergehen kann, wenn die entsprechenden Gruppen aus ihrer so entstandenen Isolation und der damit verbundenen Rückständigkeit in Bildung, belastbarer Selbstachtung und der Teilhabe an globalen Entwicklungen herauskommen wollen. – Christoph Müller-Luckwald


Zum zweiten Mal innerhalb eines Vierteljahres macht sich die “Zeit” mit Dirk Asendorpf zum Sprachrohr der Elektromobilitätskritik. Nach “Sauber? Kommt darauf an …“ auch dieses Mal wieder der trotzige Verweis darauf, dass die Ökobilanz von Elektroautos selten besser sei als die von Verbrennern. Aber: Wer einmal elektrisch unterwegs ist, ist dafür sensibilisiert, welch ein Frevel es darstellt, das kostbare Öl einfach zu verbrennen. Wir stehen vor einer Epochenzäsur – vergleichbar mit der der Erfindung der Dampfmaschine –, und die „Zeit“ verkennt, was die Stunde geschlagen hat! Marcel Haldenwang. Im Gegensatz zu seinen konstruktiv-kritischen Kollegen von der Chefredaktion meldet sich der Herausgeber der Zeit samt und sonders nur mit peinlich oberlehrerhaften Kommentaren zu Wort, in denen er durchweg alle kritischen politischen Entwicklungen natürlich vorhergesehen hat und er immer irgendeine Militärgröße vergangener Tage mit einem Lehrsatz dazu zitiert. Brauchbare Gegenvorschläge? Fehlanzeige! Vielleicht findet sich ja noch eine andere Tätigkeit für ihn in der Zeit-Redaktion,die Zeitgeist-Kolumne hätte wirklich Zeit-Niveau verdient! – Dr. Agnes Maria Bitterlich


Mein Dank geht an Thomas E. Schmidt für seinen oben genannten Artikel. Ich hatte schon die Kündigung meines Abonnements geplant. – Peter Rentrop


Die im Interview mit Reiner Klingholz gemachten Aussagen zur Bedeutung von Bildung für die gesellschaftliche Entwicklung von Ländern und ganzen Regionen (Afrika) sind unbestritten richtig. Insofern gehört der Aufbau von Schulen, Ingenieurschulen und Universitäten und der ungehinderte Zugang der Jugend dazu zu den wichtigsten Aufgaben dieser Länder. Dieses wird seit langem von Bildungswissenschaftlern und Entwicklungshelfern zu Recht betont und entsprechende Unterstützung von den entwickelten Länder eingefordert. Bei diesen Betrachtungen wird nach meiner Beobachtung jedoch ein Aspekt weitestgehend vernachlässigt. So kann ich natürlich, wie das auch Reiner Klingholz tut, zu Recht beklagen, dass „angewandte Natur- und Ingenieurwissenschaften weniger Zulauf haben“ und an den Universitäten arabischer und afrikanischer Universitäten überwiegend geisteswissenschaftliche Fächer belegt werden. Auf der anderen Seite muss man sich aber auch fragen, warum ein junger, begabter Mensch z.B. Physik oder Chemie studieren soll, wenn es in seinem Land, ja vielleicht im Umkreis von tausenden Kilometern keine Anwendungsmöglichkeiten dafür gibt, d.h. letztlich für ihn auch keine Arbeitsmöglichkeit. Ich habe selbst während meiner aktiven Tätigkeit in der chemischen Forschung zahlreiche ‚Hilferufe‘ von Absolventen aus arabischen und afrikanischen Ländern erhalten, ihnen mit Geräten oder einer Anstellung zu helfen. Ist es also, neben dem Aufbau eines funktionierenden Bildungssystems, nicht ebenso wichtig, dafür zu sorgen, dass die Absolventen ihre erworbenen Kenntnisse in ihrem Land auch anwenden können und nicht, in den besten Fällen, als Taxifahrer oder Fremdenführer enden? Die in dem Interview angesprochene Erfolgsbilanz vieler asiatischer Länder hat doch, neben anderen Ursachen, auch eine Grundlage darin, dass Konzerne aus entwickelten Ländern dort Niederlassungen gegründet haben und damit qualifizierte Arbeitskräfte anlocken. Folglich: Bildung ist nowendig, genügt aber nicht, wenn man (als Entwicklungshelfer) nicht gleichzeitig dafür sorgt, dass die erworbene Bildung auch auf entsprechendem Niveau angewendet werden kann. – Dr. Rolf Fricke


Gratulation zu einem selten wahrhaftigen Artikel! Ich darf am Rande bemerken, dass unter Ihren Beispielen „einer sehr einhelligen öffentlichen Meinung“ zu aktuellen Themen noch Polen bashing und Wulff bashing fehlen.
Wie kommt es, dass eine Gruppe von Menschen, die zweifellos einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten aufweist, in der Presse etwas als Wahrheit oder „Meinung“ präsentiert, was der Durchschnittsleser im besten Falle als Irrtum, im schlimmsten als beabsichtigte Irreführung erkennt?
Der Mechanismus dieses sonderbar deutschen Phänomens, das eine offizielle Zensur oder staatliche Kontrolle der Medien völlig überflüssig macht, wäre sicherlich einen ZEIT-Artikel wert. Ob ihn dann DIE ZEIT veröffentlichen würde? – Dr. Christoph Hanski


Alles, was Sie sagten (Zeit 18.2.16, Hamburgteil, Seite 4/5) ist o.k., aber ich möchte hinzufügen, dass die Behörde manchmal entsprechend dem “ survival of the fittest “ den überleben lässt, der möglichst nicht auffällt und ruhig, langweilig und bequem ist.
Ich hatte drei Referendare / Referendarinnen, allen schrieb ich freundliche Gutachten, ich wollte niemandem schaden: Die Erste erfüllte alle Anforderungen der Behörde und bekam eine “ 2 “, obwohl ihr Unterricht sehr langweilig war, sie sagte, dass die diesen Beruf wegen der langen Ferien gewählt habe und natürlich wurde sie angestellt.
Die Zweite war extrem ehrgeizig, machte ausgezeichneten Unterricht, verspottete aber die Schüler, wenn sie hilflos und eingeschränkt waren. Sie bekam eine “ 1 “, nach dem Examen ließ ihr Interesse nach, sie vollendete nicht, was sie unterrichtlich begonnen hatte.
Der Dritte trug Jeans und Turnschuhe, die wenig elegant waren, war begeistert von der übernommenen Aufgabe, ging in seiner Freizeit mit den Kindern zum Drachensteigen, etc., aber in der Prüfungstunde, die u. a. nicht von dem für uns zuständigen Oberschulrat beurteilt wurde, sondern von einem Stellvertreter, bekam er eine “ 4 “ weil er den Zeitplan nicht einhielt: Die Schüler hatten zu begeistert experimentiert und zu viele Fragen gestellt. Ich kämpfte für ihn, erreichte aber nichts und konnte wegen der Schweigepflicht auch nichts unternehmen. Nach der Prüfung gab der Referendar eine tolle Stunde, die kein Oberschulrat sah, ich vergesse nicht, wie er experimentierte, wie die Schüler begeistert waren….,aber er bekam keine Stelle und hat jetzt einen Job bei der Post. Unser eigener Oberschulrat hätte sicher anders geurteilt als der Stellvertreter, vielleicht hätte ich mich an ihn wenden müssen, vielleicht war ich zu wenig aktiv.
Jedenfalls haben Jeans und Turnschuhe und Orientierung an den Schülern statt an der schriftlichen Unterrichtsvorbereitung dazu geführt, dass die Behörde einen ausgezeichneten Lehrer ausgesondert hat, Erfolg hatten Langweiligkeit und (ehrgeizige) Angepasstheit. – Rosvitha Bulle


Es fällt mir auf, daß sich Ihre Zeitung in letzter Zeit der Bildung stark zugewendet hat.  Ich predige schon seit 20 Jahren, daß die Welt heute anders aussehen würde, wenn die afrikanischen und arabischen Staaten dem Westen in dieser Hinsicht gefolgt wäre. Das Interview mit Reiner Klingholz kommt leider 40 oder 50 Jahre zu spät. In dem Interview wird auch Singapur erwähnt, dort habe ich über 4 Jahre gelebt. Ich kann alles bestätigen was Herr Klingholz erwähnt hat. Auch Korea, Vietnam und China, werden ähnliche Schulmodelle angestrebt. Unser Staat muß aufpassen, daß es nicht den Anschluss verliert. Ich beobachte mit Sorge, daß unsere Lehranstalten den Anschluß international schon längst verpasst haben. Wenn ich Singapur als Vergleich heranziehe, dann liegen heute schon Welten zwischen unseren Staaten. Die Sozial- und Erziehungswissenschaftler in unserem Land haben eine Schulkultur  etabliert, die nichts taugt. Das muß man so klar sagen. PHinzu kommt der Ausstattungs- und der Verwahrlosungszustand der Räumlichkeiten, der teilweise zum Himmel schreit. Ich kann nur für NRW sprechen. In Bayern wird das wahrscheinlich besser aussehen. Ich habe selbst 3 Kinder und kann das sehr gut beurteilen. Es ist für mich völlig unverständlich, wie ein so moderner Staat, die Bildung in einem so miserablen Zustand bringen konnte. – Gunter Knauer


Mit großer Zustimmung habe ich o.g. Artikel von Roman Grafe gelesen.  Ich muss jedoch darauf verweisen, dass an der beklagten Entwicklung die in Regierungsverantwortung befindlichen Parteien mitverantwortlich sind durch die bisherige, langfristige Kürzungspolitik bei Polizei, Justiz  und Bundeswehr. Gerade nach den Ereignissen zu Silvester in Köln und weiteren Städten ist sichtbar geworden, dass die staatlichen Sicherheitskräfte punktuell überfordert sind. Die Konsequenz muss sein, dass die Bundesregierung und die Länderregierungen umfassend aufrüsten! Erst wenn die Polizei personell und technisch aufgerüstet wird, dann sollte auch konsequent der Besitz von Schusswaffen strengsten Auflagen unterworfen werden. Das Gewaltmonopol des Staates darf nicht in Frage gestellt werden! Waffenbesitz könnte auch anders
gedeutet werden, z.B. wenn politische Interessen im Untergrund
umgesetzt werden…Strenge Waffengesetze hätten auch den Vorteil,
dass schon in der Planung von terroristischen Aktionen die
Polizei zugreifen kann, und dann die mutmaßlichen Täter schon
allein wegen Waffenbesitz angeklagt werden. – Markus Mühlichen


Auch schon vor dem Druckverbot des Sultans von Konstantinopel im 16. Jahrhundert gab es in der Welt des Islam Entwicklungen, welche Bildung und  Lernen behinderten. Sie machten sich bereits vierhundert Jahre vorher bemerkbar, als  nach verheißungsvollen Hochflügen die Philosophie der Muslime mit dem Tode Averroes‘ (1198) abstürzte. Was war geschehen?
Ibn Rushd, wie er eigentlich hieß, war der Leibarzt des Kalifen von Cordoba, ein scharfsinniger Jurist und klar denkender Philosoph. Er ordnete und kommentierte die Werke des Aristoteles, widersprach ihm allerdings, wo er das Kausalitätsprinzip in Gefahr sah, vermutete, es gäbe nur eine einzige Seele („denn die Vielheit liegt in der Materie“), bezweifelte die Allmacht Gottes und verlangte, man müsse die rätselhaftesten Suren des Korans als Allegorien interpretieren. Mit derlei Ideen zog er sich die erbitterte Feindschaft der fundamentalistischen Theologen zu, die am Hofe das Sagen hatten. Sie erzwangen von dem widerstrebenden Kalifen Fatwas, in denen Ibn Rushds Lehren verboten und er selbst zum Tode verurteilt wurde. Der Kalif musste den Denker von Cordoba ins provinzielle Lucena verbannen und später nach Nordafrika ins Exil schicken – dort war die Macht der Orthodoxen weniger stark. Seine Bücher wurden durch Muslime verbrannt, aber durch Juden und Christen übersetzt und von westlichen Philosophen wie Albertus Magnus und Thomas von Aquin erst bekämpft, dann diskutiert und schließlich bewundert.
Heute gilt er deshalb als ein Wegbereiter für die westliche Philosophie, welche zur Renaissance und zur Aufklärung führte. Diese beiden Ereignisse der Geistesgeschichte gingen bekanntlich am Islam spurlos vorbei, ähnlich wie der Aufschwung der Naturwissenschaften und die industrielle Revolution, die darauf folgten. – Dr. Dieter Neubauer


Professor Pörksen verspürt ein sehr nachvollziehbares Defizit: nämlich die Hilflosigkeit des mündigen Einzelnen gegenüber den „Weltmächten des digitalen Universums“, welche à la longue die Mündigkeit selbst gefährden. Und wer soll’s richten? – die Schule, mal wieder. Pörksens Überlegungen dazu sind gewiss hehr und edel („erlauben den Kraftakt der reflektierten Distanznahme …“; „geschützte, nicht unmittelbar von kommerziellen Verwertungsinteressen regierte Laborsituation“). Aber wenn er sich einmal ein wenig in der von ihm so gelobten Schule aufhielte, dann sähe er, dass es dort vor Akteuren nur so wimmelt, die gerade nicht zu einer „reflektierten Distanznahme“ in der Lage sind. Er sähe eine Jugend, die distanzlos an ihren Geräten hängt und ihrem suchterzeugenden Charme erlegen ist – und die, sobald man als Erwachsener sich aufklärerisch  nähert, einen Einbruch in ihre Eigenwelt wittert und sie um so heftiger verteidigt. Sie verhält sich dann, bildlich gesprochen, als sollte ihr ein Bein amputiert werden.
Daher mein Vorschlag: Verehrter Professor Pörksen, bitte peilen Sie für das nötige Aufklärungsprojekt frühestens Menschen an, deren präfrontaler Cortex voll ausgebildet ist und die sich also aus eigener Einsicht auch mal von „facebook“ abmelden können – mit anderen Worten: Ihre Studenten. Und lassen Sie die Schulen ihr mühsames Geschäft der interesselosen Phantasie- und Moralentwicklung möglichst undigital versuchen. Mündigkeit entwickelt sich nicht vor einem Bildschirm, sondern – wie der Begriff schon sagt – im lebendigen Austausch. – Joachim Schieb


Was dieser Martin Luther alles erfunden hat: die Menschenwürde und Toleranz (Huber), die Treue zur Bibel und deren Kritik (Oxen), den Weg zur Einheit der Christen (Kaspar), die Gleichberechtigung der Frauen (Käßmann) – und alles das konnte er als Großschriftsteller seiner Zeit extrem weit verbreiten (Reinhardt).
Nur seltsam dann, dass diese seine Lehren viele Jahrhunderte lang von den auf Luther sich berufenden Kirchen missachtet wurden und werden. Und eigenartig, dass sie gegen deren Widerstände und gegen Willen und Lehren auch aller anderen christlichen Religionen durchgesetzt werden mussten und müssen.
Zu erkennen ist, wie vieles Theologen erfinden und schamlos zusammenlügen, um ihre Religionen und ihre Begründer als wichtig und wertvoll darzustellen. Wieder zeigt sich: Wie der Herr, so das Gescherr: Schon die vier Evangelien lügen das Blaue vom Himmel herunter, und zwei ihren Jesus hinauf – also dürfen, ja müssen Theologen auch heute weiter lügen und betrügen.
Nur einige Beispiele von vielen, von allzu vielen: Die vier Entdeckungen des leeren Grabes Jesu durch 2 oder 3 oder mindestens 5 oder nur 1 Frau/en. Denen dort 1 Engel oder 1 junger Mann oder 2 Männer oder 2 Engel begegnete/n. Die Erscheinung des auferstandenen Jesus vor 2 oder 1 oder keiner oder 1 Frau. Oder nein, seine Erscheinung vor Kephas, dann den Zwölfen (also auch Judas), dann mehr als 500 Brüdern zugleich, wie der selbsternannte Apostel Paulus noch unverschämter gelogen hat (1. Kor 15,3-8). Oder Jesu letzte Erscheinung: vor den Elfen auf dem Berg oder bei Tisch oder vor 2 + 11 + anderen oder vor 7 am See! Bei einem 153-Fisch-Wunder im erlogenen Wahrlich-wahrlich-Evangelium des Johannes: diesem „einzig zarten rechten Haupt-Evangelium und den anderen dreien weit weit vorzuziehen und höher zu heben“ (Luther vor seiner Bibelübersetzung).
„Das Licht des Evangeliums aufstrahlen lassen“ möchten Luther und Kasper – aber dabei die Lügen der vier widersprüchlichen Evangelien verschweigen. Also werden neue Lügen dazu erfunden. Dass ihr allmächtiger Gott, wenn es ihn wirkliche gäbe, solche Lügen und Lügner ebenso wenig (ge)brauchen würde wie Gottesdiener und Gottesdienste, Gotteshäuser und Gotteskrieger, das versteht sich, mit ein bisschen Nachdenken, von selbst. – Manfred Schleyer


Fälle von sexuellem Missbrauch sind in jedem Fall zu ächten.
Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern zeigen uns das Schlechte dieser Welt in unvorstellbar drastischer Weise.
Besonders schwer wiegen dann natürlich Fälle, welche in einer sich als moralischen Instanz verstehenden Institution wie der katholischen Kirche geschehen.
Diese Fälle sind aber kein Problem der katholischen Kirche oder des Zölibats, wie leider immer wieder neue Schlagzeilen bestätigen, Stichwort Odenwaldschule.
Was hat denn ein Heiratsverbot oder auferlegte Enthaltsamkeit mit dem Missbrauch an Kindern zu tun? Dieser Missbrauch rührt von einer tiefsitzenden psychischen Störung her, welche Machtphantasien und Perversion bedingt. Solche Störungen werden doch nicht durch die Möglichkeit einer Ehe behoben. Ein Priester, der dem schwierigen Gebot der Enthaltsamkeit, welches er übrigens freiwillig gewählt hat, nicht gewachsen ist, kann doch seine sexuelle Bedürfnisse woanders ausleben und eben nicht an Kindern.
Ich kann es nicht verstehen, dass die Redaktion der Zeit, solch einen unüberlegten, nichts erklärenden Stammtischlösungsvorschlag abdruckt.
Trotzdem plädiere auch ich für eine Heiratserlaubnis für katholische Priester: dies macht diesen wichtigen Beruf lebensnäher und für viele erst damit als Berufung erwägbar.
Wird mich nun ein Shitstorm ereilen? – Benedikt Flurl


Der Ansatz bei der ganzen Diskussion um E-Autos ist einfach verkehrt. Wir haben nicht ein Problem mit zu vielen Autos mit Verbrennungsautos oder zu wenigen Autos mit E-Motor.

Wir haben ein generelles Problem mit zu vielen Autos. Wir haben in Deutschland nach Ihrem Artikel um die 43 Millionen PKWs.
80 Prozent dieser PKWs stehen genau in diesem Augenblick und in jedem anderen Augenblick an Straßenrändern, in Garagen, in Parkhäusern oder im Stau.
Hier müssen wir doch ansetzen. Wir brauchen weniger Autos und diese dann effizienter eingesetzt – mit Car-Sharing Modellen und autonom fahrenden Fahrzeugen. Das wäre Automobilität der Zukunft und das wäre wirklich innovativ. Stellen Sie sich das vor: effizientere Mobilität von A nach B – keine Staus, keine Parkplatzsuche, keine Parkhäuser, weniger Straßen – mit nur 20 Prozent der heute Anzahl an PKWs. Das wäre nachhaltig, das ist zukunftsfähig, das ist modern.
Wir müssen wegkommen von dem Bedürfnis unseren Status Quo immer nur in ein neues Gewand zu packen und dann zu denken, wir hätten eine zukunftsfähige Neuausrichtung erreicht.
Meine Gedanken basieren auch auf denen des Innovationsforschers Prof. Gunter Dueck, welcher mir diesbezüglich die Augen geöffnet hat. Lassen Sie doch einmal einen Vordenker wie ihn in der Zeit zu Wort kommen. – Benedikt Flurl


Thomas E. Schmidt kommt mir vor wie die steckengebliebene Nadel eines alten Plattenspielers; wieder einer der sich an dem Satz „Wir schaffen das!“ abarbeitet. Die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, sind ohnehin bekannt, warum also wieder der Ruf nach noch mehr Kritik? Diese ewigen Schuldzuweisungen, das geradezu zwanghafte Nachtragen von Schuld ist unproduktiv und zeichnet-wie immer wenn Sündenböcke gesucht werden-ein eindimensionales Bild der Sachlage und trägt zu keiner Lösung bei. Im Nachhinein zu kritisieren und alles besser zu wissen ist einfach. Die Flüchtlingswelle hat alle überrollt und nun muss den Flüchtlingen bestmöglich geholfen werden. Punkt. Über die Situation in Lampedusa wurde zehn Jahre lang auch nur lamentiert, soll dieser Fehler wiederholt werden? Wichtiger wäre es wohl, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Schutzzonen in Syrien müssen endlich geschaffen werden, der massive Ausbau von Flüchtlingslagern außerhalb Europas muss forciert werden, in Syrien muss endlich wieder Frieden einkehren. Alles andere ist wie „Wetterläuten nach einem Gewitter“. Der Weg aus der Krise muss begangen werden, den Weg zurück zum Anfang gibt es nur in der Erinnerung. Vergangenheitsbewältigung ist gut und schön, aber nicht, wenn Probleme anstehen, die unter den Nägeln brennen! Der Blick muss jetzt nach vorne gerichtet werden. Auf in die Zukunft!- Egon Hofer


Nein, sehr geehrter Herr Nass. So einfach können wir uns die Welt nicht machen. Sie ist eben nicht mehr bipolar. Den Westen gibt es so nicht. Natomitglied Türkei bombardiert syrische Kurden, die von den USA unterstützt werden. Iran marschiert an der Seite Assads und Putins. Saudi Arabien hat den IS massiv unterstützt. Und das sind nur Beispiele. Die Lösung für diese komplexe Gemengelage kann nicht im Stile des 19-Jahrhunderts in Hinterzimmerdiplomatie gesucht werden. – Haigo R. Hofmann


Sie schreiben: „In Europa … unterscheiden sich die Folgen von Autos mit Verbrennungsmotor und Elektromotor kaum.“ Leider geben Sie keine verfügbare Quelle an. Das österreichische Umweltbundesamt kommt 2014 in einer Studie zu dem Schluss, dass Elektroautos bei Gesamttreibhausgasemissionen und Gesamtenergiebedarf selbst beim aktuellen (österreichischen) Energiemix weniger als die Hälfte aufweisen als reine Verbrennungsfahrzeuge. – Thomas Slawig


„Wenn dieser Plan tatsächlich, auch nur teilweise, ausgeführt werden würde, hätten die Schloßgegner einen absoluten Sieg errungen; die Stiftung würde sich dem Vorwurf der Veruntreuung von Spendengeldern stellen müssen und der Spenden-/Stiftungskultur würde ein nachhaltiger Schaden zugefügt werden.“ – Waldemar Kowalski


Herr Di Fabio zeigt in seinem Artikel die Bescheidenheit und Demut vor der Komplexität der Situation, die Herr Münkler in seiner Einschätzung letzte Woche vermissen ließ. Herr Di Fabios Artikel lädt ein zum Mitdenken, die Einschätzung von Herrn Münkler versuchte eher, auf die (hinteren) Plätze zu verweisen und Uniformität zu verordnen. – Dr. Christian Voll


Der Begriff „Obergrenze“ ist an sich, wie er eingesetzt wird, schon erbärmlich, aber ihn jetzt auch noch in Verbindung mit einem Tier zu benutzen ist unglaublich.
Es ist ein ernstes Thema, daß sich Katzen nicht unentwegt weiter vermehren sollten, aber muß es derart geschmacklos behandelt werden? Ich wundere mich als Leserin über Jahrzehnte, daß die Zeit für solche Texte den Raum zur Verfügung stellt. – Christa Binninger


Die Analyse über das Dilemma der Deutschen Bank greift zu kurz. Zum einen stimmt es nicht, dass Geldhäuser, die sich in der Vergangenheit verspekuliert haben, nicht mehr so einfach mit Staatshilfen aufgepeppelt werden können, da erst vor kurzem in äußerst verantwortungsloser Art und Weise insbesondere gegenüber den nachfolgenden Generationen die beiden Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein der HSH-Nordbank einen Großteil ihrer faulen Kredite abgenommen haben. Zum anderen liegt ein Hauptgrund für das wieder wachsende Misstrauen vor allem darin, dass man in Europa die Bankenkrise als solche mit deutlich mehr Rücksicht auf die entscheidenden Akteure als etwa in den USA aufgearbeitet hat, wodurch eine gewisse Skepsis selbst bei denjenigen, die eigentlich noch über ein gutes Finanzpolster verfügen, psychologisch absolut logisch ist. Deshalb helfen hier nur weitere politische Reformen in Berlin und Brüssel weiter, die endlich mehr Transparenz in den Bilanzen herstellen, sowie ein viel stärker sichtbarer Kulturwandel, bei dem man sich zum Beispiel nicht von den Filialen als städtische Visitenkarte verabschiedet, sondern vielmehr jene zu echten Dienstleistungszentren mit einem werbewirksamen Servicecharakter ausbaut! – Rasmus Ph. Helt


Das Timing der Veröffentlichung Ihrer Überlegungen zur journalistischen Rezeption und Verarbeitung der „alternativlosen“ Merkelschen Antwort (von Bewältigung kann keine Rede sein) auf den Menschenstrom aus dem Nahen Osten und Nordafrika konnte besser nicht sein – aber auch nicht knapper. Nach (gefühlt) endlosen Wochen des Wartens doch noch ein erlösendes Wort aus den Redaktionsräumen der ZEIT, das erkennen ließ : tatsächlich gibt’s es auch hier noch Gehirne, die nicht in der Besoffenheit des „Wellcome über alles“ vor ich hin gären.
Vielen Dank für den Versuch, divergierenden Meinungen wenigstens nicht das Existenzrecht abzusprechen. Das ist doch wohl die Grundhaltung einer aufgeklärten , liberalen Gesellschaft, deren wir uns bei Gelegenheit der Überreichung von Preisen für journalistische Leistungen gern rühmen.
Dass diese Mahnung zur Selbstreflexion und Zurücknahme gerade aus der Ecke des Feuilletons kommt , das bei der Zeit wohl nicht als Säule des Unternehmens gilt, freut mich. – Joachim Haberkamp


Vier Punkte zu diesem Interview mit Frau Nahles:

1. Der Jeside, der nur „Danke und Arbeit“ sagen kann, sucht einen Job im Niedriglohnsektor, den er bekäme, wenn das deutsche Arbeitsrecht dies zuließe. Frau Nahles will nicht wahrhaben, dass die meisten Flüchtlinge aufgrund ihrer fehlenden Qualifikation in diesem Sektor verbleiben werden.
2. Für jeden Arbeitssuchenden, der angestellt wird, muss der Arbeitgeber nicht nur 8,50€ sondern Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Wer tatsächlich nur 8,50€ zahlt, beschäftigt schwarz.
3. Deutschlernen und eine Ausbildung machen sind ein langwieriger Prozess, auf den junge Migranten nicht eingestellt sind. Sie kommen in der Erwartung, in zwei Monaten Deutsch sprechen zu können und dann Geld für die Familie, den Führerschein, das Auto verdienen zu können.
4. Das Argument der Schlechterbehandlung von deutschen Arbeitslosen zieht nicht. Sie erhalten Leistungen nach Hartz IV, zuzüglich Miete für eine adäquate Wohnung, Heiz- und Wasserkostenübernahme, Sozialversicherungsbeiträge inklusive Krankenkasse. Für Familien mit Kindern gibt es weitere Unterstützung. Dass Wohnungen für sie knapp sind, liegt nicht an den Flüchtlingen. Die stehen auf der Bewerberseite weit unter ihnen.
Es ist also völlig unsinnig, wenn Frau Nahles deutsche Arbeitslose gegen Flüchtlinge ins Feld führt. Das zeigt, dass sie einer Mär aufsitzt, weil sie die Realität nicht sehen will. – Eva Langhammer


Statt „Kein kalter Krieg“ würde ich titeln: „Ein heißer Krieg“. Täglich sterben Menschen, in der Ukraine, in Syrien, in Lybien, im Irak, in Afghanistan, im Jemen etc. Daran beteiligt: Russen, Nato-Staaten (auch Deutschland, obwohl die Soldaten ja „nur“ in Aufklärungsmaschinen sitzen), Amerikaner, Sunniten, Schiiten, Kurden, die Türkei usw., usw. „Heißer“ geht es nicht. Unsere Diplomatie hat versagt, da Russen und Amerikaner, Iraner und Saudis etwas ganz anders unter Diplomatie verstehen, als unser Außenminster oder Sie. Nur Sanktionen haben in der Ukraine einen labilen Status quo erzeugt. Wenn ich nun lese, dass sich Russland mit den Kurden verbündet und mir die Mentalität des Zaren Putin und des Sultans Erdogan vor Augen führe, wird mir Angst. Geschichte wiederholt sich doch, siehe „Krim-Krieg“ von Orlando Figges. Jetzt fehlt nur noch eine weitere Eskalation zwischen der Türkei und Russland, Erdogan verlangt Nato-Beistand und aus dem heißen Krieg wird ein brandheißes Geschehen.

Den kalten Krieg haben wir längst hinter uns. – Dr. med. Thomas Lukowski


Über die zentrale Aussage in Ihrem Artikel „Die Zeitbombe von Hannover“ (Zeit Nr. 9 vom 18.02.2016 in der Rubrik „Chancen“) musste ich mich doch sehr wundern:
Selbstverständlich muss die Aberkennung der Doktorwürde nicht automatisch den Rücktritt eines Berufspolitikers zur Folge haben, sofern dadurch nicht im Einzelfall erhebliche charakterliche Defizite offenbar werden. Umgekehrt ist aber nicht einzusehen, warum die Universitäten bei ihrer Entscheidung über den Titelentzug nicht allein auf die wissenschaftliche Leistung abstellen, sondern auch auf die „Ehre“ der betroffenen Person Rücksicht nehmen sollten. Die Verleihung eines Doktortitels ist eine rein akademische Veranstaltung – wer daran auf eigenen Wunsch hin teilnehmen will, muss sich auch an ihren Kriterien messen lassen. – Dr. Lorenz Mayr


Wenn man Udo di Fabios Logik folgen und Schengen gegen „sichere“ Grenzen ausspielen wollte, müsste man konsequenterweise möglichst viele der einst Europa zerklüftenden historischen Grenzen wieder herstellen; etwa die Zonengrenzen von 1945/47, als man z.B. die Behelfsbrücken zwischen Mainz/Wiesbaden und Ludwigshafen/ Mannheim erst gar nicht und später nur nach strengsten Kontrollen passieren durfte. Und wenn das nicht reicht, könnte man die zahlreichen Zoll- und Raubritterburgen am Rhein reaktivieren und für diese neue Form von Sicherheit nutzen… Als in der Pfalz geborener Europäer, der zufällig einen deutschen Pass trägt (ein Dreh mehr oder weniger in der europäischen und damit der pfälzischen Geschichte wär’s ein französischer Pass, na und?!) stört mich vor allem die Souveränitätshuberei von David Cameron, der Visegrad-Staaten und leider auch des Bundesverfassungsgerichts; in ihnen sehe ich die wahren Totengräber der EU. Mit den bisher erst zum Teil verwirklichten Visionen der europäischen Gründungsväter und -mütter hat das nichts zu tun. Wir brauchen jetzt erst recht mehr Europa! „Wenn der Sog der totalen Verzweiflung ein Land erfasst, entsteht die Massenpsychose der Flucht. Doch der Schutz, den jeder Einzelne braucht, darf nicht begrenzt werden, nur weil ihn so viele nötig haben.“ Mit diesem einfachen Satz beschreibt die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller in ihrer Dankesrede für den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln nicht nur die noble und bislang konsequente Haltung der Bundeskanzlerin, sondern zugleich die von der Bundesrepublik Deutschland übernommenen internationalen Verpflichtungen: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und individuellen Freiheiten, Europäische Menschenrechtkonvention, Genfer Flüchtlingskonvention u.a., die selbstverständlich auch an den Aussengrenzen der EU gelten müssen. – Wolfgang Heinz


Die Autoren irren sich: Bernd Höcke ist kein Grenzgänger. Als Grenzgänger oder -pendler bezeichnet man jemanden, der zwischen dem Land, in dem er wohnt (= Wohnort) und dem Land, in dem er arbeitet (= Arbeitsort) hin und her bzw. hin und zurück pendelt. Im Prinzip tut er das jeden Tag, mindestens jedoch einmal pro Woche. Luxemburg kennt sich gut aus in Sachen Grenzgängerbewegungen. Ohne sie (mittlerweile knapp 180.000, zur Hälfte wohnhaft in Frankreich und zu je einem Viertel in Belgien und Deutschland) würde unsere Wirtschaft, ja unser ganzes Gesellschaftsleben nicht mehr funktionieren. Bernd Höcke gehört ganz sicher nicht zu dieser Kategorie. Er ist geblendet und wird so selbst zum Blender. Er ist irregeleitet und redet immer mehr irres und wirres Zeug. Bei ihm fehlt eindeutig die Pendelbewegung: Er bewegt sich politisch immer mehr nach rechts, ein Zurück scheint es nicht zu geben. Ihn als Grenzgänger zu bezeichnen ist stark beschönigend und nicht sehr freundlich (richtigen) Grenzgängern gegenüber. Höcke überschreitet allerdings Grenzen: Die des guten Geschmacks, der Redlichkeit und des Anstands. – Dr. Claude Gengler


Nun scheint einzutreten, was zu befürchten war: Einige US-amerikanische Megakonzerne wie z. B. Facebook sind inzwischen so reich, so einflussreich und so mächtig, dass deutsche Polizisten, Staatsanwälte, Richter, ja sogar die Regierung und der Gesetzgeber selbst es nicht mehr wagen, ihnen gegenüber deutsches Recht durchzusetzen. Vielmehr kann Facebook nicht nur ungestraft rechtsradikalen (nicht nur) geistigen Brandstiftern Webseiten für Lügen, Hetze und Drohungen zur Verfügung stellen, sondern auch die polizeiliche Verfolgung von Straftätern unmöglich machen, indem das Unternehmen einfach die IP-Adressen nicht herausrückt, von denen aus die Einträge vorgenommen wurden. Ich finde es auch makaber, dass die deutsche Polizei von Facebook bereitgestellte Formulare ausfüllen muss, um (dann doch nicht) an die benötigten Informationen zu kommen. Warum werden die in Deutschland für Facebook Verantwortlichen nicht wegen Strafvereitelung juristisch belangt? – Ulrich Willmes


Bei einem Flug mit Emirates habe ich wieder einmal „Die Zeit“ erhalten. Während meiner Studentenjahre habe ich diese jede Woche gelesen. Die neueste Ausgabe bestärkt mich wieder einmal in meiner Überzeugung: Seit sich Herr Sommer bei Herrn Schmidt angebiedert hat, ist die Zeit zu einem jämmerlichen Propagandablatt verkommen, das selbst kostenlos nicht wert ist gelesen zu werden.
Beispiel: „Putins Machtwahn“ – Der Westen (wer ist das?) könnte Russland totrüsten. Herr Nass hat wohl keine Ahnung, daß Regan auch die USA totgerüstet hat. Bisher hatten die USA den Vorteil, beliebig USD drucken zu können, obwohl sie längst pleite sind. Rußland und China sind dabei, dem einen Riegel vorzuschieben. Gadaffi wurde angegriffen, weil er vorhatte, Öl gegen eine goldgedeckte Währung zu verkaufen. Auch der IRAN ist deshalb „böse“. Welch jämmerliche Schreiberlinge haben sie, wenn die nicht einmal die Basisfakten kennen!
Dann:
Gerechtigkeit für ein Genie. Man muß schon mehr als unbedarft sein, eine Merkel auch nur im Entferntesten mit Metternich zu erwähnen, gar indirekt zu vergleichen. Metternich war sicher kein skrupelloses Polit-Dummchen im Dienst einer Besatzungsmacht.
Weitere Beispiele könnten angeführt werden. Sicher sind ihre Schreiberlinge gar nicht in der Lage und bestimmt nicht willens, sich hier Gedanken zuu machen. Schließlich werden sie allem Anschein nach für Desinformation und Propaganda bezahlt. Ich würde sie dennoch feuern, denn die Propaganda ist zu offensichtlich und zu scheinheilig. Ich hoffe Gobbels war besser, sonst müßte ich am Verstand der Deutschen nicht erst seit den 60-er Jahren verzweifeln. – Konrad Alt


Sehr geehrter Herr Spiewak, Ihrem Interview mit Herrn Klingholz stimme ich zu. Aus meiner langjährigen Zusammenarbeit mit Westafrika weiß ich, wie sehr es dort an Bildung mangelt. Viele Eltern können sich das Schulgeld nicht leisten und schicken ihre Kinder aufs Feld zum Arbeiten. So kommt es zu der bei uns unbeliebten Kinderarbeit. Das Problem ist aber offenbar bei unseren Entwicklungshelfern nicht angekommen. Das erklärt u.a. auch, dass die Geberländer trotz 60 Jahren Erfahrung immer noch in korruptionsanfällige Infrastrukturprojekte investieren.
Mein Vorschlag: Eins oder mehrere Geberländer übernehmen die finanzielle Patenschaft für das Schulsystem eines Empfängerlandes. Beispiel: Deutschland übernimmt alle Kosten für Ghanas Schulen einschließlich Ausgabenkontrolle. Dafür verpflichtet sich Ghana, die Schulpflicht für alle Kinder durchzusetzen und keine Kinderarbeit zu dulden. Das wird zwar einen Aufschrei der an „korruptionsanfälligen Infrastrukturprojekten“ Interessierten geben – aber da müssen wir durch. – Klaus Haack


Wir lesen Ihre Zeitung sehr gerne, haben diese aber nicht abonniert. Hin und wieder kaufen wir uns Ihre Zeitung. (!)Endlich schreiben Sie auch einmal kritische Artikel über die Flüchtlingskrise (Seite 39 und 40). Dieses monatelange moralische Gesülze und die Schönfärberei waren ja nicht mehr auszuhalten! Gerade, weil die Politik und die meiste Presse immer noch moralisch argumentiert, braucht man wirklich – im Sinne der Demokratie – andere Meinungen! Ich arbeite selbst in der Flüchtlingshilfe und bin an praktischen Umsetzungen und Hilfen interessiert – und vor allem an wirklichen Konzepten! – Angela Zander-Reinert


Nein, es gibt in Deutschland keine Lügenpresse. Es fehlt aber etwas anderes: Überlegungen darüber, wie es zu diesem bösen Fehlurteil gekommen ist. Ein Blick in die Selbsteinschätzung der Medienschaffenden, erhoben von einem seriösen Umfrage-Institut, ist da erhellend: Demnach sind 35 % der Medienleute Anhänger der Grünen und 30 % Anhänger der SPD. Man darf sich fragen, wie es dazu gekommen ist. Offensichtlich haben diese Menschen ein starkes Missionierungs-Bedürfnis, das die Wahl eines solchen Berufes nahelegt. Den anderen scheint dieses Bedürfnis weitgehend zu fehlen, also zieht es eher zu einer nicht missionierenden praktischen Arbeit, was nicht heißen muss Handarbeit. Deshalb fehlen die Nichtmissionare weitgehend im Medienbereich.
Die 65 % der Medienschaffenden von SPD und Grünen sind aber nicht alle Linken, eine unbekannte Zahl ist auch der Partei der Linken zuzurechnen. Also muss mit 70 % Medienleuten gerechnet werden, von denen sich aber höchstens 40 % der Bürger angesprochen fühlen. Die anderen 60 % müssen mehrheitlich als medial verwaist angesehen werden. Wer bedient deren Gefühle und Bedürfnisse? Offenbar tun das auch die restlichen Medien nur ungenügend; sie wollen vielleicht einem Mobbing der Kollegen entgehen. Die alleingelassenen Bürger werden als Rechte wahrgenommen und denunziert, und ihr zu Radikalität neigender Rand agiert dann auch rechtsradikal. Wen wundert das? Nicht vergessen: Rechte werden von Linken gemacht!
Was tun? Zur Selbstkritik sind nur wenige Menschen begabt. Ist es bei den Medienleuten anders? Unsere vierte Gewalt – neben Gesetzgebung, Gerichten und Verwaltung – kritisiert sich selbst kaum. Keine guten Aussichten! – Wilfried Meyer


Sollte dieses Bild das „Salz in der Suppe“ sein? – Für mich war das eher Rattengift / Strychnin ! Mehr Toleranz ? – Okay – China: Dann Toleranz bei Organentnahme bei Verbrechern. – Warum sollten Menschen, die aus Geldgier Zuckertabletten gegen Malaria verkaufen oder Baby-Milchpulver vergiften, weiterhin ernährt und bewacht werden ? – So kann wenigstens ein Anderer überleben ! – Blutdrucksenkend wäre es, wenn ich „Die Zeit“ künftig o h n e „Zeit Magazin“ bekäme (ist eh schnell ausgelesen). – Günter Schleicher.


Eigentlich eine ganz nette Bremerhaven -Tour, zu der Sie da den Leser an die Hand nehmen. Aber in Ihrer Erinnerung sind die Dimensionen Weg und Zeit in Bezug auf diese Stadt wohl arg geschrumpft. Zwei Stunden reichen wahrscheinlich nicht einmal allein für den Besuch im Auswandererhaus. Dann aber noch zu Fuß die Deichpromenade entlang und über die Kennedybrücke – darunter übrigens das Gewässer ist die Geeste! – und auch noch mit der Fähre auf die andere Weserseite… Mit 20 Minuten Fahrzeit für eine Strecke ist man gut bedient. Und dann noch hinterher in die Kneipe. Den Abstecher in den Zoo mal ganz außer Acht gelassen. Also ich würde sagen, Sie haben ein schönes, ambitioniertes Zwei-Tage-Programm zusammen gestellt. – Christian Scharf


 

Es ist nun nicht mein Stil große Leserbriefe oder Leseransichten zu verfassen, aber der Inhalt des Artikels, verbunden mit den Vorfällen vom Wochenende in Clausnitz, Bautzen und den vielen anderen Vorfällen ähnlicher Art nötigen nun fast zu einer Stellungnahme.
Es ist schlechterdings unglaublich, dass in Deutschland mit unserer Vergangenheit, solche verabscheuungswürdigen und widerlichen Anwürfe, egal gegen wen, wieder möglich sind. Da muss man sich doch fragen: Kann das noch mein Land sein?
Um die Antwort vorweg zu nehmen: Es kann. Weil es Gott sei Dank so viele Menschen gibt, zu denen ich mich auch zähle, die so etwas zutiefst verurteilen.
Auf der anderen Seite kann es nicht hingenommen werden, das gegen so etwas nicht vorgegangen werden kann. Ich denke, dass dieser Vorgang so gravierend ist, dass er strafrechtlich verfolgt werden muss. Wenn bestimmte Netzwerke dabei nicht kooperieren wollen, dann müssen sie dazu gezwungen werden. Allerdings denke ich auch, dass Herr Zuckerberg genügend Differenzierungsvermögen besitzt, um zwischen rechtsstaatlich verfassten Demokratien und autokratisch die Menschenrechte verletzenden Regimen zu unterscheiden. Eine Kooperation sollte daher unproblematisch sein.
Es macht doch auch keinen Sinn, die schlimmsten Einträge zu löschen. Das Strafrecht hat ja nicht nur eine befriedende, sondern auch eine abschreckende Funktion. Also müssen Urheber rassistischer und menschenverachtender Einträge verurteilt werden und zwar in einem öffentlichen Verfahren, damit jeder sehen kann, was mit ihnen passiert. – Clemens Rouget


 

German Pellets ist eine von den sieben deutschen mittelständischen Öko-Unternehmen, von denen ich in den letzten drei Jahren Anleihen gezeichnet habe und die ALLE insolvent sind. Und bei fast ausnahmslos allen wie z.B. Solarworld und Windreich sind nicht nur Unvermögen, sondern auch private Gier der Grund des Scheiterns! Zusätzlich zu dem Verhalten vieler Menschen jetzt in der Flüchtlingskrise ist das eine weitere Peinlichkeit für unser Land. Und für die Mittelstandsbörse in Stuttgart!
Danke für Ihre Recherchen. – Ulrich Rützel


 

Zu Ihrem Artikel in der Zeit vom 18.2.16 fällt mir in erster Linie lediglich ein: „Gier frisst Hirn“.
Wie können Investoren bzw. Geldanleger denn nur glauben, daß ein Unternehmen (eine GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung) mehr an Zinsen bezahlen kann bzw. will im Vergleich zu Topschuldnern wie z.B. dem Bund, der inzwischen für seine Anleihen erst bei Laufzeiten ab acht Jahren positive Zinsen zahlt – die dann auch noch effektiv unter einem Prozent pro Jahr rentieren ? Welches gute Unternehmen zahlt heute seiner Hausbank auch nur annähernd Darlehenszinsen in der Höhe der von German Pellets in Aussicht gestellten Zinsen? Welcher Häuslebauer zahlt heute seiner Bank auch nur annähernd so hohe Darlehenszinsen
für den Bau seines Eigenheimes ? Ich vernehme zwischen Ihren Zeilen bereits den drängenden und fordernden Hilferuf an den Staat, der hier helfen müsse. Ein Ruf an genau den Staat, dem man zum Zeitpunkt der Anlageentscheidung sein Geld wegen dessen nur noch marginalen Renditen eben nicht anvertrauen wollte.
Mein dringender Rat: Selbst Verantwortung für die Folgen seines Handelns tragen – und nicht jammern.
Denn: There’s no free lunch. – Albert Kaifer


In der Geberkonferenz für die Opfer des syrischen Bürgerkriegs hat Deutschland 2,3 Mrd. € an Hilfsgeldern zugesagt, Norwegen 1,0 Mrd., die USA aber nur kümmerliche 0,8 Mrd. Das ist eine Schande für das reichste Land der Erde, das überdies wegen Bushs Irakkrieg mitverantwortlich für die ganze Misere im Nahen Osten ist. Dass die USA auch anders können, zeigt der Marshallplan für Europa in 1948, obwohl die USA für die damalige Misere nicht verantwortlich waren. Darüber steht aber kein Wort in dem ZEIT- Artikel. Ob da wohl die USA- Seilschaft bei der ZEIT ein Machtwort gesprochen hat, oder hat der Redakteur des Artikels etwa vorauseilenden Gehorsam geübt? – Peter Dodel


 

Mögen unsere politischen Entscheidungsträger sich in den Kopf der Flüchtlinge versetzen, deren Motive verstehen, Moral und Recht sowie Gesinnung und Verantwortung unterscheiden und auf dieser Grundlage konstruktive Maßnahmen ergreifen, die zum Teil unangenehm erscheinen werden, um noch Unangenehmeres zu vermeiden. Aber: danach sieht es zur Zeit leider überhaupt nicht aus!
Mögen wir – zumindest die affektkontrollierte, schweigende, aber interessierte Mehrheit – rechtzeitig bereit sein, freiwillig zu teilen und Maßnahmen zu unterstützen, die das steigende Wohlstandsgefälle glätten bevor die nächste, noch größe Welle das erzwingen wird. Aber: „das hat doch noch Zeit und müssen wir das wirklich und schon jetzt machen?“
Möge die ZEIT weiterhin, eher vermehrt, mit Lust am Pro und Contra Gedankenaustausch ermöglichen, der einen Gegenpol zur phantasielosen Alternativlosigkeit darstellt. Aber… (Kein Aber!!) – Oluf Nass


 

Nicht nur, aber auch, der Beitrag von Thomas E. Schmidt „Bloß keine Kritik!“ in der Ausgabe vom 18. Februar dokumentiert die Tendenz, dass Die ZEIT mit nach rechts rücken und von ihrer linksliberal-humanitären Tradition abrücken soll. Er verwirft nicht nur Merkels Entscheidung vom Sommer 2015 und ihre Überzeugung, dass wir das schaffen. Er kritisiert auch wortreich, dass „fast alle Qualitätsmedien“ Merkel „einseitig“ unterstützten, was „die Debatten enorm (vergiftete)“. (Glaubt die liberale ZEIT tatsächlich, dass „Debatten vergiftet“ werden, wenn es neben der richtigen Einheitsmeinung Seehofers etc. noch die Meinung gibt, dass Merkels Entscheidung richtig war und wir das schaffen?)
Schmidt hält Merkels Politik für falsch, denn sie „suspendierte die Politik. … Sie rief die Stunde der Moral aus.“ Und er tadelt „die Verknüpfung von Krise und Moral, die leichthändige Ersetzung von Politik durch Humanität“. Zur bisherigen Position der ZEIT gehörte sicher nicht das Credo, dass Politik die Alternative zu Humanität ist, dass sich die Politiker also zwischen Politik oder Humanität entscheiden müssen. Den „Qualitätsmedien“ wirft Schmidt vor, dass sie „einen zweckoptimistischen Stimmungsdruck“ aufbauten, also Argumente dafür vortrugen, dass wir die Probleme lösen können. Er erwähnt aber nicht, dass Politiker und Medien, auch Qualitätsmedien, einen „zweckpessimistischen Stimmungsdruck“ aufbauten, und zwar zu dem Zweck, mit diesem Mittel die humanitär notwendige Flüchtlingspolitik zum Scheitern zu bringen und die Wohlstandsfestung Europa durch Mauern und Stacheldraht gegen Not und Elend abzudichten.
Als akute Gefahr für das „Qualitätsmedium“ DIE ZEIT ist folgender „Optimismus“ Schmidts anzusehen: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen „und, mit der Ausnahme der FAZ und einiger Welt-Artikel, auch große Teile der Qualitätspresse verschafften der Regierungspolitik Performanz“ (und jetzt kommt „Optimismus“ auf) „- anfangs auch die ZEIT“. Also: nur „anfangs“ machte sich die ZEIT dieser Sünde schuldig, die Politik der demokratisch gewählten Bundeskanzlerin zu unterstützen. (Erfreulicherweise zeigt der Beitrag von Krupa „Lasst uns nicht allein!“, dass es Die ZEIT immer noch auch zur „Qualitätspresse“ gehört.)
Was ist der Kern von Schmidts „Qualitätsmedien“-Schelte? : Sie „schwangen sich zu einseitigen gesellschaftspolitischen Akteuren auf“. Sie „sehen sich jetzt selbst in eine ziemlich aggressive Frontstellung gegen Rechts verwickelt“. Er rügt also ihre engagierte normative Parteinahme für die eine und gegen die andere Alternative, um die es in der heftigen Kontroverse geht. Denn damit verstossen sie gegen seine Auffassung von Journalismus: „Journalisten sollten in der Gesellschaft Wächter, aber keine Kombattanten sein.“ Das Konzept eines politisch neutralen Journalismus könnte man respektieren, wenn es ehrlich gemeint wäre. Dann wäre es nachvollziehbar, wenn Schmidt die Medien kritisiert, weil sie „sich jetzt selbst in eine ziemlich aggressive Frontstellung gegen Rechts verwickeln“, also zu „Kombattanten“ gegen Rechts werden, zu aktiven Gegnern der Alternative „Macht das Tor zu!“ Doch der Kritiker der „Kombattanten“ ist selbst ein großer „Kombattant“, der dezidier und kämpferisch einseitig Partei ergreift für die Anti-Merkel-Position: „Wir können das nicht schaffen, und wir wollen das gar nicht schaffen!“ Er nennt zwar keine Fakten und Argumente dafür, dass wir es aus objektiven Gründen gar nicht schaffen können. Es stört ihn aber ungemein, dass es Journalisten gibt, die davon überzeugt sind, dass wir es schaffen können und müssen.
In dem Beitrag „Wozu Grenzen gut sind“ agiert auch Udo die Fabio als fruchtbarer Jurist für die Alternative „Macht das Tor zu!“ Wenn man die Argumentation beider Autoren analysiert, erkennt man: Es geht nicht nur um den Unterschied zwischen zwei praktisch-politischen Entscheidungen, sondern um den Gegensatz zwischen zwei Wertordnungen. Eine davon entspricht den viel beschworen „europäischen und westlichen Werten“, also den an persönlichen Menschenrechten humanen Prinzipien des demokratischen und sozialen Rechtsstaates. Diese am Menschen orientierte Wertordnung könnte „personale Ethik“ genannt werden, zu der sich Politiker gern mit dem Satz bekenn: „Im Mittelpunkt bei uns steht der Mensch!“
In der Argumentation von Schmidt und die Fabio über die „Flüchtlingskrise“ dagegen kommen „die Flüchtlinge“ als Personen oder Menschen überhaupt nicht vor, nicht einmal am Rand. Ihre Wertordnung ließe sich daher als „transpersonale Ethik“ bezeichnen, in der nur objektive Strukturen und Realitäten zentrale Bedeutung haben, aber keine Personen. Zu diesen objektiven Realitäten und Strukturen gehören u. a. die „Migrationskrise“ als Gefahr für „die atlantische Welt von Frieden, Wohlstand und Selbstbestimmung“, und natürlich „die Notwendigkeit von klaren Grenzen“. Und da der Fernsehphilosoph Sloterdijk und Safranski Freunde „klarer Grenzen“ sind, verteidigt er sie gegen die Kritik, die Herfried Münkler an ihnen übte. (Erfreulicherweise! Noch? In der ZEIT).
Für di Fabio ist „die Migrationskrise Teil eines Epochenumbruchs, Teil einer Strukturkrise des Westens“, hat aber nichts zu tun mit Menschen, die sich in Not, Elend, Verzweiflung und Lebensgefahr befinden. Im Sinne einer „transpersonalen Ethik“ hält es Schmidt für einen „Mangel an demokratischer Kritik …, wenn die Flüchtlingskatastrophe weiterhin als normative diskutiert wird“, also als eine Herausforderung und Bewährungsprobe für die „europäischen Werte“. Im Schlagwort „Flüchtlingskatastrophe“ bedeutet das Wort „Katastrophe“ nicht etwa, dass die aktuelle Wirklichkeit eine „Katastrophe“ für die notleidenden und gequälten Menschen ist. Diese Menschen sind vielmehr eine „Katastrophe“ für das reiche Europa, weil sie durch ihre Flucht das geistig und moralisch anspruchslose Wohlstandsidyll in eine „Katastrophe“ treiben.(…) – Dr. Horst Heimann


Nein! Den Herrn „Daddy Cool“ kenne ich nicht und lege auch keinen Wert darauf, ihn kennenzulernen. Die herausgestreckte Zunge bringt ihn auch nicht Alber Einstein näher. Ich verzichte auf seine Bekanntschaft. – Dr. Klaus John


In der jüngsten “Zeitausgabe” hat – sehr verkürzt – di Fabio angemahnt, dass die Politik nicht moralisch, sondern politisch handeln und reden sollte. Und Schmidt hat den Medien vorgehalten, sie würden weniger berichten als kommentieren und für “die gute Sache” Stellung nehmen. Beide Autoren haben m.E. nicht unrecht. Allerdings: Die Politik hat sich vom Ansturm der Flüchtlinge/Asylsuchenden überraschen lassen, obwohl das nicht überraschend sein konnte. Eine Ursache scheint mir zu sein, dass die Politik und insbesondere die C-Parteien, die sich immer gegen ein Einwanderungsgesetz gesträubt haben, das sich abzeichnende Problem verdrängt haben, sei es aus Überzeugung, was ziemlich erbärmlich wäre oder aus Angst vor den Wählern, was auch nicht besser ist. Und jetzt sind Panik, Hektik und Symbolpolitik angesagt. Wenn man die verkniffene Miene von de Maizière sieht, wenn man die schwarzen Landesfürsten hört, wie Seehofer, Wolf und Klöckner, wenn man die Massenproduktion an Beschlüssen betrachtet, kann man, können die Flüchtlinge nur einen Eindruck gewinnen: Wir wollen euch nicht, schert euch zum Teufel, bei uns wird es euch schlecht gehen – so der Innenminister in Afghanistan. Und die Bundesbürger stehen verwirrt vor dem, was da passiert. Hätten wir ein Einwanderungsgesetz, hätten wir eine klare politische Linie, was eine Einwanderungspolitik ausmacht, die es aktuell gar nicht gibt, dann wäre es vielleicht auch möglich gewesen, einen gesellschaftlichen Konsens durch einen intensiven Diskurs in dieser Frage zu erreichen. So sehen sich die Menschen einem verwirrenden Bild, einer Kakophonie von Äußerungen ausgesetzt und sie wissen nicht mehr, was jetzt getan werden soll.
Das wird ein mühsamer Weg werden, die Gesellschaft wieder zu einen nicht rein emotionalen, sondern mehr rationalen Dialog zu bringen. Der Satz von Karl Valentin “Fremd ist der Fremde nur in der Fremde” zeigt, was hier noch auf uns zukommt. Gäbe es diesen Konsens, wäre es kein Problem, mehrere Millionen in Deutschland zu integrieren. Derzeit aber würde es die Gesellschaft wohl überfordern. Wenn die Karte “Türkei” nicht sticht – wobei die EU hier ja erpressbar einem Quasi-Diktator auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist-, dann wird es kritisch. Machen alle Länder entlang der Balkanroute dicht, trifft es Griechenland mit voller Wucht. Und das kann nicht akzeptabel sein, wenn irgend etwas noch von den ethisch-moralischen Prinzipien des Westens übrig ist, wenn der kategorische Imperativ von Kant noch gelten soll, statt einer unbarmherzigen Politik.
Was die Medien anbelangt, kann ich mir mangels Übersicht kein fundiertes Urteil erlauben. Nur soviel: Medien sollen natürlich berichten, Fakten darstellen. Wenn sie aber Meinungen äußern und Stellung nehmen wollen, gibt es ja das Instrument des Kommentars. Und das erwarte ich sehr wohl von den Medien, denn die meisten von ihnen haben ja ein Leitbild, ob sie nun konservativ, liberal oder was immer sind. – Dr. Heinz Schäfer


„Man reibt sich verwundert die Augen: In Deutschland fehle es an pluralistischen Positionen bezüglich der sog. Flüchtlingskrise. Auf welchem Planeten leben denn Vertreter dieser Ansicht? Die Sarrazins (Nomen est omen!), Sloterdijks und Safranskis dieser Republik sind aus ihren konservativen Verstecken schon längst hervorgekrochen und verbreiten ungehindert ihr zum Teil völkisch-nationales Gedankengut, indem sie nicht nur die Grenzschließung predigen, sondern zugleich mit diffusen Begriffen wie Rasse und Lebenskraft (Thymos) jonglieren. Angesichts dieser Tatsache sind Klagelieder in den Spalten der „Zeit“ einfach antiquiert und rennen offene Türen ein, die andere schon längst aufgestoßen hatten. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige Journalisten nun auf den seit mehreren Wochen oder gar Monaten rollenden Zug aufspringen und uns im Namen der Mitte der Gesellschaft eine neue „Objektivität“ vorgaukeln wollen.“ – Dr. Dariusz Adamczyk


Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche verheerenden Folgen die ständige Berieselung über Kopfhörer für die Psyche hat? Vor allen Dingen bei Hernanwachsenden. Aber das müssen Sie selbst entnscheiden. Die neuen Ohrstöpsel, die Sie beschreiben sind offensichtlich ein neues Statussymbol – € 100 !!Aber auch darum geht es mir nicht. Wenn Sie damit unterwegs sind, zu Fuß, Fahrrad oder Pkw, sind Sie gegenüber den Umweltgeräuschen absolut taub, wie Sie schreiben. Die Dinger unterwegs zu nutzen ist Dummheit, weil Sie nichts hören. Wenn Ihr Sohn mit den Stöpseln im Ohr sich auf den Schulweg macht, ist das grob fahrlässig. Denken Sie einmal darüber nach. Und dann sollten Sie sich DIE ZEIT Nr. 7 oder 8 vornehmen. Da wird über Forschung über I-phon und smart-phon berichtet. Im übertragenen Sinne gilt das auch für ständige Kopfhörer. – Immo Richter


Ihr Artikel war mir aus dem Herzen geschrieben. Endlich eine Klarstellung zum Wert des „Dr.“ und gleichzeitig ein Klatsche für die „Wühlmäuse“, die unerkannt bleiben, vielleicht nicht einmal selbst eine wissenschaftliche Leistung erbracht haben, und nur Wortvergleiche mittels Computer durchführen können.
Mir war schon vor über fünfzig Jahren bekannt, daß der „Dr. med“ in der Regel relativ leicht zu erwerben war, wohingegen die Staatsprüfung eine deutliche Hürde für viele angehende Mediziner darstellte. Somit ähnelt der „Dr. med“ dem Medizinbeutel eines Schamanen.
Ich verkenne nicht, daß wir Naturwissenschaftler kaum in die Gefahr geraten konnten, vorhandenes Wissen als eigene Arbeit oder gar Neuschöpfung zu präsentieren, denn unsere Ergebnisse sind in der Regel durch Meßdaten, Versuchsergebnisse oder Zeichnungen, die nachzuarbeiten sind, dokumentiert.
Für alle Doktores gilt: Nicht der Titel zählt, sondern die tägliche Leistung! – Kurt Rosswog


Dankenswerterweise liefert Thomas E. Schmidt eine mehr als längst überfällige Selbstreflexion über die beflissene Einäugigkeit der Medien zum lärmenden Großthema Flüchtlingskatastrophe.
Zur Abrundung der Einlassungen von Schmidt: Unlängst brachte der unverdächtige Zeitdiagnostiker Jürgen Habermas den Schlamassel auf den Punkt: „Zur postdemokratischen Einschläferung der Öffentlichkeit trägt auch der Gestaltwandel der Presse zu einem betreuenden Journalismus bei, der sich Arm in Arm mit der politischen Klasse um das Wohlbefinden von Kunden kümmert.“
Klarsichtige Worte von der Titanenklasse. Deutlicher lässt sich ein systemkritisches Essential kaum fassen. Damit war eigentlich alles gesagt.
Fügen wir hinzu: Und so kommt es, dass jeglicher öffentliche Ansatz normativer Systemdebatten auf geschickte Weise umgelenkt wurde in rein organisatorische Auseinandersetzungen über Auffanglager, Unterkünfte, Bettenzahl, Integrationskurse etc. pp. Das Gros der Presse-Akteure hat sich die Butter vom Brot nehmen lassen und ist dem bezeichnenderweise metternich-würdigen Ablenkungsmanöver blindlings auf den Leim gekrochen. Mit fatalen Folgen, wie wir heute wissen. Auch „Die Zeit“, so muss man sagen, hat hier nicht gerade mit einer bella figura geglänzt.
Unwillkürlich fällt mir – ja, warum eigentlich? – der damalige Medien-Eklat „di Lorenzo/Guttenberg“ wieder mal ein. – Peter Schultze


Hat Herr Spörrle ein Problem mit Hunden? …..oder eher deren Besitzer?
Auf jeden Fall hat er ein Problem. Offensichtlich, aber solang es sonst nichts ist was Ihn bedrückt….
Ich weiß jetzt endgültig warum ich in St. Georg und nicht in Eimsbüttel wohne. Das liegt aber nicht an den Hunden oder deren Besitzer, sondern an solchen Spießern wie er offensichtlich einer ist! Die „Elbvertiefung“ habe ich bereits abbestellt. Ich hoffe nicht, dass ich das Abo der Zeit auch noch kündigen muss……. – Tobias Röhrs


Angeregt vom jüngsten medialen Aufschrei über das Rechtsgutachten von Herrn Di Fabio habe ich mir dessen Artikel „Wozu Grenzen gut sind“ zu Gemüte geführt. Und habe darin nichts anderes als alten Wein in alten Schläuchen gefunden.
Di Fabio als Privilegierter und ich als sozial Ausgegrenzter leben in verschiedenen Welten. Dies ist die Folge von massiven Ungleichheiten in Status und Einkommen. Dass damit auch derart divergierende Wahrnehmunswelten generiert werden, lässt selbst einen unverbesserlichen alten Sozialromantiker wie mich staunen. Auch wenn ich seit der frühen Lektüre des ollen Kalle Marx weiß, dass das Sein das Bewußtsein bestimmt.
Di Fabios kritikloses Hohelied vom freien Handel und ebensolchen Märkten bleibt weitgehend in inhaltsleeren Worthülsen stecken. Für die von ihm konstatierte ‚Strukturkrise des Westens‘ und die ‚enormen Gestaltungskräfte‘ fehlen eindeutige, konkrete Hinweise. Dabei gäbe es zur Strukturkrise durchaus Entscheidendes anzumerken. Etwa, dass sämtliche Lebensbereiche dem Diktat der Ökonomie, die vor nichts und niemandem Halt macht, untergeordnet und geopfert werden. Und wie ganze Völker und Nationen zu Rechnungsposten im weltweiten Geschacher degradiert werden.
Bemerkenswert ist Di Fabios Euphemismus, über ’soziale Ordnungen‘ zu schreiben, obwohl diese doch durch den Siegeszug der Betriebswirtschaft über sämtliche anderen gesellschaftlichen Bereiche längst im Aussterben begriffen sind. Eine Entsprechung liegt in der Abspaltung bei großen Teilen der Bevölkerung, sich mit jener denkwürdigen Willkommenskultur für Flüchtlinge selbst zu feiern, während sich die einheimischen Globalisierungsverlierer in ihrer unverschuldeten Not und Armut sebst überlassen bleiben.
Während lange Jahre dringend notwendige Investitionen für Bildung, Kinderbetreuung, Pflege und bezahlbare Wohnungen unterlassen wurden, sind urplötzlich angesichts der Flüchtlingsströme Gelder da. Eindrucksvoller kann eine politische Kaste ihre Ignoranz am Schicksal der inländischen Habenichtse nicht ausdrücken.
Das Fazit von Di Fabio, mit dem Schönreden der Welt aufzuhören, lässt allein schon deshalb Verwunderung aufkommen, weil er selbst betreibt, was er kritisiert. Der unübersehbaren Strukturkrise des Westens könnte durchaus begegnet werden: in einer Sphäre jenseits der Ökonomie, in der Menschen nicht nur als reine Kostenfaktoren betrachtet werden. Dem stehen jedoch machtvolle Interessen der Apologeten und Profiteure der herrschenden Ungleichheit entgegen. Denen Entscheidendes fehlt: die Vorstellung von einer menschlichen Existenz jenseits des neuzeitlichen Aberglaubens von einem florierenden, möglichst unregulierten Markt, die radikale Bereitschaft zum Teilen und vor allem: der Wille zu einer sozialen Politik für ALLE. – Wolfgang Leiberg


Ich kann verstehen, dass es zermürbend ist, in einem Camp zu sitzen, während die Familie in Lebensgefahr schwebt. Ich kann verstehen, dass Wünsche und Ansprüche geweckt wurden, als Angela Merkel so herzlich eingeladen hat. Ich kann verstehen, dass der Unmut über die deutsche Bürokratie wächst, wenn einfach alles nur dauert. Und ich kann sogar verstehen, dass sich jeder Flüchtling ein ehrliches Wort aus der Politik wünscht. Auch ich vermisse seit Monaten ein Konzept, eine strukturierte Herangehensweise. Aber ich kann überhaupt nicht verstehen, warum der Blick des Autors nur auf sich selbst gerichtet ist, wenn er erzählt, was alles nicht gut läuft. Kein Wort davon, dass Deutschland überfordert ist. Kein Wort davon, was wir hätten anders machen sollen/können. Kein Wort davon, wie wir mit der großen Menge an Flüchtlingen umgehen sollen, wenn die Infrastruktur dafür nie aufgebaut wurde. Wo ist die konstruktive Kritik? Wo ist der Blick über den Tellerrand? – Dr. Nadine Jäger


Ein sehr schöner Artikel („Im Kosmos ein Knall“) (samt Zusatz Glossen zum Thema) über die (Gravitations-) Welle. Und ein ganz schöner Schluss: Die Welt als Welle und Vorstellung. Aber eine kleine Kritik an die Autoren (Stefanie Kara und Stefan Schmitt): Natürlich muss man bei der Verwendung von Sprachbildern aufpassen. Doch gerade in den angeführten Beispielen ist die Mahnung überhaupt nicht angebracht:
«Wer immer «Welle» als Sprachbild benutzt, erweckt den Eindruck, ein Phänomen ergreife Besitz von Menschen, als seien sie nichts als ein willenloses Medium, das Impulse weitergibt. Doch sich empören, begeistern, Anteil nehmen muss man schon selbst». Ohne so weit zu gehen wie die Neurologen, die dem Menschen den Willen absprechen – ein interessantes Thema – ja wer ist denn dieses Selbst, was um Himmelswillen (-wellen?) mache ich denn da, welche Anstrengung unternehme ich selbst, wenn mich ein Musikstück, ein Theater, ein Return von Roger Federer oder ein Naturschauspiel begeistert? Das entspringt doch nicht meinem Willen, das ergreift mich tatsächlich wie eine Welle, da mache ich selbst nun wirklich rein gar nichts. Begeistert sein kann man doch nicht wollen, das ist man – oder man ist es nicht. Genau das meint ja die schöne Schlusswendung: die Welt als Welle und Vorstellung. Schade! Aber wie sonst immer: Danke für «Die Zeit», danke für guten Journalismus. – Roger Girod


Ich finde es ausgesprochen ärgerlich, wenn in renommierten Zeitungen statistische Angaben unverständlich oder widersprüchlich sind. Leider gibt es das auch in der „Zeit“, und jetzt auch noch ausgerechnet im Teil “ Wissen“.
Da schreibt Frau oder Herr „STX“ auf S.37 über die Internetnutzung von Jugendlichen im zweiten Absatz: „Mit 12 Jahren kennen fast alle das Netz. Gut eine halbe Stunde am Tag nutzen sie es..“ Und drei Sätze tiefer: “ die tägliche Dauer nimmt mit dem Alter zu, von rund zweieinhalb Stunden bei den 12- und 13-jährigen…“
Ja was denn nun bei den Zwölfjährigen, 30 Minuten oder 150 Minuten am Tag??
Das wirkt ja nun wirklich sehr schlampig zusammengeschrieben.
Ich schlage Ihnen vor, zumindest im Teil „Wissen“ generell alle statistischen Angaben mit Quellen zu versehen, dann kann man selbst nachsehen, wenn einem etwas unstimmig erscheint. – Paul Rheinberger


Herr Heuser, sie schlagen vor, dass sich endlich alle vertragen sollen, weil nämlich Konfrontation die Krisen verschlimmert und verhindert, dass wir uns auf ‚gemeinsame wirtschaftliche Expansion konzentrieren.‘ Dann werden sich Erfolge einstellen, schreiben sie, und die ‚müssen für die Menschen in der Mitte merklich sein.‘ Das ist wirklich großzügig. Wenn in den USA die obersten 0,1% genausoviel besitzen, wie die restlichen über 90% der Amerikaner, wer bildet dann ihrer Meinung nach die Mitte?
Und der Rest? Könnte das vielleicht der ‚Nullsummensumpf‘ sein, in dem ihrer Meinung nach die Weltwirtschaft zu versinken droht? Den sie uns als Produkt der Kurzsichtigkeit darstellen, als Hirngespinst?
Wenn sie sich auf diese einseitige Weitsicht beschränken, Herr Heuser, sollten sie Sumpfgebiete vermeiden, andererseits wird ihr Lösungsvorschlag in seiner münchhausenschen Einfachheit sich dort bewähren müssen. – Wilko Korntheuer


Als Ergänzung zu Luthers Umgang mit dem Neuen Testament möchte ich noch hinzufügen, er hat auch gewagt zu sagen: Hier habe ich etwas nicht verstanden („Darin will sich mein Geist nicht schicken“ – Die Offenbarung des Johannes). Für mich bedeutet es, das RIngen, um das Verständnis Gottes Wort ist ein immerwährendes und immer aktuelles. Das macht das Neue Testament zu einem unglaublich lebendigen Text, durch den jede Generation die seiner Zeit gemäßen Einsichten gewinnen kann. Luther sei Dank. – Dr. med. Th. Lukowski


Dieser Artikel („Die Neuen Deutschen“) veranlasst mich, den ersten Leserbrief in meinem Leben zu schreiben. Nach dem Aufmacher auf Seite 1 bin ich neugierig geworden: Hier kommt etwas, was den Blick in dieser turbulenten Zeit schärft und Zuversicht gibt. Ich habe das Dossier also mal gelesen.
Hier kurz mein Fazit:
Was treibt Sie zu der Meinung, daß das Ergebnis der Studie kaum zu glauben ist und das die Deutschen sich gerade neu erfinden?
Was bringt Sie zu den Schlußfolgerungen auf der Titelseite?
– „… ihre Arbeit empfinden sie eher als Motivation“. Danach streben Menschen seit Generationen. Was ist daran neu?
– „… sie streben nicht nach Besitz“. Eine sehr gewagte Interpretation der Studie.
– „… sie Lieben ihr Leben“. Da kann man alles Mögliche mit meinen.
– „… Wohlhabendere solidarisieren sich mit Geringverdienern“. Freiwillig ? Schön wäre es.
Die Lebenslinien scheinen nach meinem Empfinden ein einigermaßen realistisches Bild aufzuzeigen. Um daraus allerdings zu Ihren Schlußfolgerungen zu kommen, braucht es eine gehörige Portion Phatasie. Bleibt bei mir die Frage: Warum bringt die renommierte Wochenzeitung „Die Zeit“ soetwas und dann noch in der Aufmachung? Sie werden es wissen. – Rolf Ahnfeldt


Als ich das Titelblatt Ihres letzten Zeitmagazins gesehen habe, bin ich erschrocken. Mir drehte sich vor Abscheu der Magen um. Mehr als eine Zumutung. Es gibt hässliche Menschen, dazu gehört mit Sicherheit Iggy Pop. Nicht nur, dass Sie das Titelbild in Großformat zeigten, auch im Innenteil tritt diese Hässlichkeit zutage. Wenn der Fotograph sich mit solchen Bildern profilieren will, dann bitte in einer Ausstellung, wo man freiwillig hingeht und nicht in einem Zeitmagazin, das die Abonnenten ob sie wollen oder nicht, zur Ansicht erhalten. Ich hoffe, dieser Ausrutscher war einmalig. Wir haben genug Hässlichkeiten – Pegida, die Braunen, die Gewalt, dann nicht auch noch in einer Wochenausgabe wie die Ihre abgrundhässliche Menschen in Großformat, die den Wahnsinn gepachtet hatten. Wo bleibt eigentlich hier der Vorbildcharakter? – Gabriele Popp-Linder


Änderungen des Wahlrechts im Hinblick auf die Kammerwahlen im nächsten Jahr sind typische Endzeitphänomene. „Ihrem Ende eilen sie zu, die so stark im Bestehen sich wähnen.“ (Richard Wagner im „Rheingold“) Kündigt sich hier eine Götterdämmerung an? Das Urteil des Verwaltungsgerichts lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Umgangssprachlich nennt man das wohl eine Klatsche. Der Putz an der Institution Handelskammer bröckelt. Statt weitere Prozesse zu führen, sollte die Handelskammer ihr Haus renovieren. Das wird ohne personelle Konsequenzen nicht gehen. Das völlig überzogene Gehalt des Hautgeschäftsführers, der gerade vom Gardemaß auf Normalmaß zurecht gestutzt wird, dürfte weiterhin ein Stein des Anstoßes bleiben. Vielleicht sollte man diese Position gleich neu ausschreiben, mit einem angemessenen Gehalt. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer lässt grüssen. – Helgo Klatt


Arrogant, böse, bombastisch! Matthias Nass fungiert als Kriegshetzer, genau wie die Nazis damals gegen die Sowjetunion und den Bolschewismus gehetzt haben. Habt Ihr den Verstand verloren? Ihr rüstet Euch doch selber tot, indem Ihr die Umwelt vernachläßigt und stattdessen angebt mit ‚wir könnten Russland totrüsten‘. Der ganze Artikel ist auf Lügen und falschen Übersetzungen basiert. Ich vermute Nass hat 5 Jahre lange geschlafen, während die US Devise ‚Assad muß weg‘, von der Zeit unterstützt , Syrien in ein zerbombtes Land verwandelt hat. Jetzt wo Russland etwas Positives erreicht (gewinnt) wacht er auf und merkt, daß Bomben fallen. Und sein Frohlocken über amerikanische Waffen in Osteuropa (Abschrecken können wir immer noch) grenzt an Wahnsinn. Gegen wen den, bitte? Einen Krieg würde Deutschland nie überleben. Also Waffen weg und Windmühlen her. Dr. Greta Sykes


Ein treffender Artikel.
Noch eine Anmerkung zu Ihrer Selbstwahrnehmung in Spalte zwei der gedruckten Ausgabe: „Die öffentlichen-rechtlichen Anstalten und … auch große Teile der Qualitätspresse verschafften der Regierungspolitik Perfomanz – anfangs auch die Zeit, …“
Als Abonnement kann ich dazu sagen, dass sich die Zeit über den Herbst und Winter 2015 bis in den Januar 2016 zur Flüchtlingsproblematik las, als hätte Herr Seibert persönlich in die Feder diktiert. Eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Merkelschen Politik fand nicht ansatzweise statt. Vielleicht sollten Sie in Ihren internen Redaktionsbesprechungen auch einmal die eigene, freiwillige „Gleichschaltung“ und den dadurch auch von der Zeit hervorgerufenen öffentlichen Meinungsdruck diskutieren (wenn nicht schon geschehen).
Aus meiner Sicht war auch die Zeit über Monate zum Thema „Flüchtlinge “ ein journalistischer Totalausfall. – Kristof Jurisch


Das Bild von der Demokratie als einer dialektischen und sozusagen gleichermaßen liquiden Staatsform, in der die Gesellschaft die Konditionen immer wieder neu verhandelt, erscheint mir sehr überzeugend. Dabei kann es natürlich auch zu Fehlentwicklungen kommen, zu übertriebenen Entgrenzungen genauso wie zu übermäßigen Kontrollen. Dann bedarf es einer gesellschaftlichen Debatte und politischen Handelns, um korrigierend einzugreifen, wobei natürlich nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich diese Fehlentwicklungen wiederholen.
Grenzen zu öffnen bedeutet nicht, sie aufzulösen. Zu erwägen wäre aber doch, ob die Öffnung der einen Grenze nicht auch die Öffnung einer anderen notwendig macht. Die Entgrenzung Europas durch Schengen widerspricht natürlich den Abkommen von Dublin, die den Schutzsuchenden neue Grenzen setzen und sie zwingen, an den EU-Außengrenzen um Schutz zu bitten, ohne dass es eine Solidarität der EU-Binnenländer mit den Ländern gäbe, die geografisch am Rand Europas liegen. Dublin hat bei „Schönwetter“ funktioniert, aber nicht bei Sturm. Warum Udo Di Fabio im gleichen Atemzug auch Schengen infrage stellt, ist mir nicht nachvollziehbar. Wäre es nicht viel konsequenter, mit dem Abkommen von Schengen auch ein gemeinsames und einheitliches Asylsystem einzuführen? Asyl wäre dann an den EU-Außengrenzen zu beantragen und ein Schlüssel müsste entscheiden, wo in der EU dem Bedürftigen Schutz und Unterstützung gewährt werden kann. Und damit wären wir bei der heutigen Politik der Kanzlerin.
Nun kann man zu Recht kritisieren, dass diese politischen Ziele erst jetzt angedacht und angegangen werden, wo ein solches System eigentlich schon längst funktionieren und sich bewähren müsste. Dies macht aber das politische Ziel nicht weniger richtig.
In einem Rechtstaat muss es natürlich auch Grenzen geben, die unverrückbar sind: die Würde des Menschen, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Rede-, Meinungs- und Religionsfreiheit etc. Diese unverrückbaren Grenzen müssen die Würde und Freiheit des Individuums wahren. Nach Udo Di Fabio soll nun also auch die Grenze zwischen Wirtschaft und Politik als unantastbar gelten. Dies von einem ehemaligen Verfassungsrichter zu hören, verwundert mich. Nach Artikel 20 des Grundgesetzes geht alle Staatsgewalt vom Volke aus, also muss in einer repräsentativen Demokratie das Parlament als Volksvertretung auch festlegen, wie viele und welche Regeln es für die Wirtschaft geben soll, auch ob es eine Marktwirtschaft oder vielleicht irgendwann in ferner Zukunft ein ganz anderes Wirtschaftsmodell sein soll. Diese Modelle und Grenzen können und müssen natürlich immer wieder neu diskutiert und verschoben werden, was ja auch passiert. Gerade diese Offenheit macht das Grundgesetz und unsere Gesellschaft stark, weil sie die Kraft und die Fähigkeit schafft, sich an veränderte Wünsche und Erfordernisse anzupassen.
Grenzen sind gut, aber eine gänzlich geschlossene Grenze ist in unserer heutigen globalisierten Welt unrealistisch. Wie sehr wir welche Grenzen öffnen wollen, müssen wir diskutieren, dann kann sich die Gesellschaft auch zukunftsfähige und lebenswerte Bedingungen schaffen. Zugleich ist eine solche Diskussion wichtig, um uns immer wieder zu erinnern, welche Grenzen wir aus welchen Gründen für unverrückbar halten, welche Werte unveräußerlich sind, und welche sich im Laufe der Zeit wandeln. – Martin Steinbrück


Vielen Dank für diesen informativen Artikel. Zum Schluss warnen Sie vor einer Vermischung von „Wirklichkeit und Interpretation“. Daher meine Frage: Warum tun „wir“ genau dies fast ununterbrochen? Und nicht nur als Kunstkritiker wie z. B. Hanno Rauterberg im folgenden Sammelbeitrag „Welt voller Wellen“, der bei einem Künstler wie „natürlich“ in der Kunst überhaupt „unverrückbare Konstanten“ entdeckt hat? Gibt es also möglicherweise Gehirnwellen, die uns in ihrem Gleichklang die „Vorstellung“ von Dauer vermitteln – nicht nur, um uns virtuell über unsere Vergänglichkeit hinwegzutrösten, sondern um uns die „Realität“ unseres Ich- bzw. Selbstbewusstseins vorzutäuschen, die uns Menschen lebensfähig macht? Und wäre dann nicht die Vermischung der „Welt als Welle und Vorstellung“ unvermeidlich weil überlebensnotwendig? – Eckhard Heumann


Ich habe selten, nein, noch nie, so geschmacklose, abstossende, unappetitliche Fotos gesehen wie von diesem uninteressanten Menschen. Und das in einer der besten deutschsprachigen Wochenzeitungen. (Die ich übrigens seit meiner Pubertät kenne. Ich werde dieses Jahr 66 Jahre alt.) Was haben Sie sich nur dabei gedacht? Auch die Antworten. Ich habe mich bemüht, die ersten vier zu lesen. Schlimm! Ich kann diesen Beitrag nicht verstehen. Bei uns in der Schweizer Mundart gibt es den Ausdruck «gruusig» für etwas, das wir – siehe die drei Adjektive im ersten Satz – finden. Das Titelbild mit der herausgestreckten Zunge gäbe ich gerne an die Verantwortlichen zurück, nur ist es so, dass ich das seit meiner Kindheit nicht mehr gemacht habe. – Marino Raccuia


„Im rechten Augenblick warf sich die Regierungschefin in die Arme einer größtenteils doch fremdenfreundlichen Bevölkerung und suspendierte die Politik-wenn Politik denn doch etwas mit dem Bohren dicker Bretter zu tun hat. Sie rief die Stunde der Moral aus und wer danach noch eine Einrede wagte, sah sich zumindest dem Verdacht ausgesetzt, es aus unlauteren Motiven zu tun“…
Der Artikel entwickelt eine pointierte und brillante Analyse wie die herrschende Politik zur vorherrschenden Medienmeinung wird. Als nachdenklicher Bürger nimmt man erleichtert zur Kenntnis, dass endlich mal vom Mainstream abweichende Gedanken ihren Weg in die veröffentlichte Meinung finden. Was veranlasst Journalisten, vorgegebene, politische Sprechblasen zu prallen Meinungsluftballons aufzublasen, die in immer größere Höhen aufsteigen? Hat die Regierungschefin wirklich die Politik suspendiert und sich in der Flüchtlingspolitik von Gefühl und Umfragen leiten lassen? Denkt sie ihre Politik nicht immer vom Ende her? Oder ist auch das nur eine journalistische Sprachhülse? Moral zu instrumentalisieren ist nur eine neue Variante, die auf dem Radarschirm der Umfragen des letzten Sommers eine viel versprechende Kontur gewann. Also doch ein politisches Kalkül. Wenn am Ende eine kumpelhafte Kooperation mit einem fundamental islamischen Erdogan steht, darf man in Zweifel ziehen, ob es von diesem Ende her gedacht ist.
Am Anfang der aktuellen Destabilisierungskrisen stand der Irakkrieg, der bekanntlich von dem amerikanischen Präsidenten Bush Junior mit verlogenen und frei erfundenen Argumenten, völkerrechtswidrig übers Knie gebrochen wurde. Als Deutschland sich diesem Kriegswahn nicht anschloss, war es Merkel, damals Oppositionsführerin, die eiligst Bush aufsuchte, um ihn zu besänftigen… Aktuell nutzt der Haudegen Erdogan den Syrienkrieg zur Lösung des Kurdenproblems in seinem Sinne und zündelt gefährlich mit der Nato im Rücken auch gegen Russland. War Merkels Staatsbesuch nur zwei Wochen vor Erdogans entscheidender Wahl zum unumschränkten Herrscher der Türkei wirklich alternativlos? Hätte der Besuch nicht wenigstens die zwei Wochen Zeit gehabt, um keine Wahlhilfe zu leisten?
Kriegsflüchtlinge flüchten, um Leib und Leben zu retten. Sie haben ein Recht auf Schutz und Hilfe. Das ist in Stein zu meißeln. AfD, Pegida und andere Gruppen können sich daran die Zähne ausbeißen. Aber warum füttert uns die Presse mit täglich neuen Sprechblasen: Die deutsche Gesellschaft altert – Flüchtlinge verjüngen sie, die Arbeitgeber suchen Hände ringend nach Arbeitskräften – die Flüchtlinge kommen wie gerufen, die Weltwirtschaft schwächelt –die Flüchtlinge steigern unser Sozialprodukt, sind sie erst integriert – sind sie ein einziger Segen! Terrorristen mischen sich nicht unter sie – nein, die haben ganz andere Möglichkeiten ins Land zu kommen… Die Sprechblasen steigern sich ins Groteske. Mit den innenpolitischen Politikfeldern haben sie primär nichts zu tun. Deswegen sind sie nicht gekommen und deswegen werden sie auch nicht aufgenommen und deswegen werden sie auch nicht bleiben. Wird in dem Ursprungsland der Krieg ausgemerzt, Frieden wieder hergestellt, und ein großzügiger Wiederaufbau finanziert (unter der Gegenleistung einer umfassenden Modernisierung und Demokratisierung des Landes einschließlich des geordneten Rückzugs von Assad) werden die Flüchtlinge zurückgehen (können /wollen/müssen). Diejenigen, die bleiben wollen, werden Zuwanderer: dann werden sich ihre Bleibeperspektiven an den anderen Politikfelder ausrichten, die sich ihrerseits zu einem Einwanderungsgesetz verdichten ließen.
Nun kann Politik nicht nur dicke Bretter bohren, doch nur auf Sicht fahren hieße im Nebel stochern: kein Weitblick, kein Durchblick, kein Ziel in Sicht aber immer unterwegs und in Fahrt– nur das Steuerrad fest in der Hand zu halten darf nicht mit Kurshalten verwechselt werden! Qualitätsjournalismus sollte Kurs halten vor allem auf kritische Urteile und verantwortungsvolle Alternativen, sonst leistet er unverantwortlichen Alternativen „Schützenhilfe“. Argumente -allemal politische- sind nie alternativlos. Die Alternative die umgesetzt wird schafft allerdings neue Realitäten. Der nächste Diskurs hat sich der Macht des inzwischen geschaffenen Faktischen zu unterwerfen. Zurück auf null geht nicht.„Bloß Keine Kritik!“ Ein Weckruf an Journalisten zu einem kritischen (auch selbst-kritischen) Journalismus. Hat sich dieser weitgehend zugunsten Linien treuer Moral suspendiert? So scharfzüngig die Analyse, doch was sind eigentlich die tiefer liegenden Ursachen, die diesen Weckruf erst geboten erscheinen lässt? Und wie kann er sein Ziel erreichen? Die Zeit nur zum Zeit-Vertreib hin und wieder im Feuilleton durchstöbern – aber bloß nicht die immer gleiche politische Meinung abonnieren? Also ökonomisch reagieren? Oder ist das Phänomen bereits strukturell verankert? – Prof. Dr. Hans-Peter Nissen


Ich wundere mich etwas über die Wortwahl und Rhetorik in einem Ihrer Artikel vom 18.02. (Link). Hier wird m.A.n. der Eindruck erweckt, ein europäisches Miteinander ergebe sich logisch daraus, dass Deutschland alleine nicht weiter als bis „Verdun und Stalingrad“ käme. Deutschland einfach als wenig erfolgreichen Lehrmeister der „renitenten Euro-Staaten“ darzustellen, entspricht auch nicht den Tatsachen bzw. den differenzierten Diskursen, die in und um Deutschland zu diesem Thema geführt werden.
Mag sein, dass hier ein ironischer Ton gepflegt wird und alles ein wenig als Referenz auf deutschpatriotische Konservative zu lesen ist. Doch würde ich mir von einer Zeitung wie der Zeit wünschen, dass umsichtiger mit derartigen Bildern umgegangen wird, vor allem auch in Zeiten eines sehr emotionalisierten Diskurses zur Flüchtlingskrise. – Pierre Golbach


Seit seiner Begründung am Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Zeit sind rund 180 Deutsche in den Genuß eines Cecil Rhodes Stipendiums gekommen. Es waren Historiker, Philosophen, Politiker, Juristen, Aus der Reihe bekannter Namen seien der Lyriker Ernst Stadler und der spätere Diplomat und Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz genannt. – Dr. Karl Klaus Walther


Der Brief des syrischen Asylsuchenden Abbas an Angela Merkel ist ein weiteres Zeugnis unserer defizitären Flüchtlingspolitik. Er lässt die Befürchtung wachsen, dass die Situation kurz davor ist, uns sowohl innen- als auch außenpolitisch um die Ohren zu fliegen. Dabei betrifft das von Herrn Abbas benannte Gefühl des Im-Stich-gelassen-seins nicht nur die bei uns Schutzsuchenden, sondern auch ihre vielen Helfer und Unterstützer. Was jetzt dringender denn je nottut, ist eine realistische, mutige Bestandsaufnahme und ein klares und deutliches Signal konstruktiven politischen Beistands seitens der Regierung an uns alle, die wir betroffen sind: an die Flüchtlinge in unserem Land, an die mit ihnen solidarischen Bürger und nicht zuletzt an die, die mit herzloser Saturiertheit oder offener Feindseligkeit auf die Geschehnisse reagieren. – Verena von Kuskull


Ihre nicht nach Besitz strebenden neuen Deutschen sind das dieselben, die mit ihren SUVs die Straßen verstopfen und den Immobilienmarkt leerkaufen? Die Befragung zeigt doch in erster Linie, wie weit in unserem Land Wunsch und Wirklichkeit auseinanderliegen. – Dr. Alfred Hübner


Ein Syrer schreibt an Angela Merkel, aus welchen Gründen er sich zur Rückkehr in sein kriegsverwüstetes Heimatland entschlossen hat, bar jeder Unterstützung, die Ihm im Unterschied zu anderen Rückkehrwilligen verweigert wird, da dies „zu gefährlich“ sei.
Hervorzuheben ist dieser Passus: „Bevor ich gehe, möchte ich Sie aber noch um eines bitten, Frau Merkel: Seien Sie ehrlich mit uns Syrern! Es gibt Tausende, die noch nach Deutschland kommen wollen. Ich sage meinen Verwandten in Aleppo bei jeder Gelegenheit: Kommt nicht! Aber niemand hört auf mich. Also sagen Sie es ihnen, Frau Merkel, damit nicht noch mehr Menschen ihr Leben für nichts aufs Spiel setzen.“
Wer kann das abertausendfache Leid ermessen, das die krude „Willkommenskultur“ der Merkel-Regierung unter den Armen der Welt bisher angerichtet hat, indem der vor allem in den arabischen Medien kursierenden Einladung, Deutschland sei zur Aufnahme von drei Millionen Migranten bereit, nicht entschieden widersprochen wurde, indem den lügnerischen Glücksverheißungen, Deutschland empfange jeden Immigranten mit Begrüßungsgeld, Haus, Auto, Job, nicht durch anhaltende Informationskampagnen entgegengetreten wurde! Das „freundliche Gesicht“, das der Kanzlerin ausreichend schien, musste und muss natürlich als Bestätigung dieser Lügengeschichten gewertet werden. Nun sitzt die Überzeugung „Angela Merkel hat uns eingeladen“ unauslöschlich in den Köpfen der Elenden dieser Welt fest, und die Beschwörungsformel „Wir schaffen das“ wird sie nicht bewahren vor den Gefahren der Migration und den bitteren Enttäuschungen, die in Deutschland auf sie warten. – Dr. Harald Streck


Die Nacht war für mich unruhig und sehr kurz, was auch mit Ihrem Artikel auf S. 54, der neunten Ausgabe vom 18.02.16 zu tun hat.
An diesem einen Flüchtling „Arif Abbas“ sehen wir die Ausmaße der Überforderung unseres Landes. Wie entstand eigentlich das Bild von der vermeintlichen Retterin „Frau Merkel“? Ich frage mich schon länger, wie die Kanzlerin und mancher Politiker überhaupt noch ruhig schlafen können…
Es genügt eben nicht, sich an die Außengrenzen zu stellen mit einem freundlichen Lächeln und einem Schild mit einem Willkommensgruß – und die Welt ist wieder in Ordnung. Nein. Deutschland ist sicher nicht zuständig für all die Träume und Hoffnungen die diese Menschen antreibt – so sehr sie auch verständlich klingen. Dieser Mann hat sein Leben riskiert weil er voller Hoffnung war auf eine bessere Zukunft. Jetzt ist er im ordentlichen und schönen Deutschland – und in der harten Realität angekommen und verzweifelt an unserer deutschen Bürokratie. Was für ein Alptraum! Die Regierung hat versagt, weil Deutschland lieber mit schönen Worten regiert als mit Taten. Es wird debattiert, dementiert, propagiert – monatelang und inbrünstig. Aber jeden Tag verlieren Tausende ihre Würde, Hoffnung und den Glauben an Frieden. Ein Notfallplan – kurze Entscheidungswege – schnelle Hilfe. Wo sind unsere deutschen hochgelobten Kompentenzen!? Offensichtlich verschlafen – dafür Millionen Menschen planlos und ziellos ins Land transportiert, verteilt und zum Warten auf ein fragwürdiges Verfahren verdammt. Wir zahlen, dass wir die Flüchtlinge unterbringen und versorgen um dann Gelder auszugeben um sie nach vielen Monaten sowieso wieder abzuschieben? Selbst wenn der Familiennachzug erlaubt gewesen wäre – es wäre ein Wunder, wenn diese Familien es tatsächlich unbeschadet schafften nach Deutschland nach zu kommen.
Das schlimme an dieser ganzen Flüchtlingssache und mich eben als Bürgeinr traurig macht: Ich bin überzeugt, Deutschland – ja Europa, hätte sowohl strukturell, finanziell („Wir schaffen das“, „Es sind genug Mittel da“) und humanitär die Möglichkeiten gehabt zu agieren. Eine Bundeswehr verfügt über riesige, beheizte Zelte – wo war sie wo wir sie brauchten im eigenen Land? So viele willige Bürger, Freiwillige, Hilfsorganisationen waren von Anfang an da und leisteten großartiges! Warum werden nicht endlich kompetente Fachleute eingesetzt, die wirklich was von Krisenmanagement verstehen?
Diese Regierung kann den Frieden in den umkämpften Gebieten nicht herzaubern – auch wenn das uns allen am meisten helfen würde.
Aber Flüchtlinge retten, die sich dann enttäuscht und entkräftet wünschen „wenigstens“ mit Frau, Kindern sterben zu können. War das gemeint, mit „Wir schaffen das!“? Jetzt gibt es Flüchtlinge, die dies als letzten (?) Wunsch haben – und nicht einmal das machen wir möglich. Verzweifelte Flüchtlinge dürfen nicht ausreisen – sie müssen bleiben bis sie ausgewiesen werden? Wie grotesk. Lieber Herr Kempkens, sollten Sie bei Ihren Recherchen eine offizielle Möglichkeit der Ausreise gefunden haben – Transport per Flieger nach Griechenland und dann per Schiff ins Heimatland / Kriegsgebiet zurück zu kehren, lassen Sie es mich bitte wissen.
Es wurde soviel gespendet – es sind noch genug Gelder da und notfalls spende ich noch etwas. Es muss doch Organisationen geben, die das hinbekommen, was unsere Regierung nicht schafft und mich beschämt und verständnislos zurück lässt. Ich ertrage den Gedanken nicht, dass dieser Mann in dieser Situation auch noch den selben Weg wieder zurücklegen muss und vielleicht gar nicht mehr oder zu spät ankommt! Jeder Tag der vergeht, ist für viele auf der Welt in diesen Zeiten ein wertvoller aber verlorener Tag. Es muss sich etwas ändern – und zwar schnell. – Vittoria Valenti


Eine interessante Studie, wirklich. Dass die Deutschen ihre Erwerbsarbeit (sozial aufsteigen) lieben und fortsetzen wollen, das ist jedoch nicht neu.
2 Fragen : Erwerbsarbeit für Luxus/Überfluss (z.B. Privatauto, Haus mit Landschaft-Zubetonierung, Flugtourismus, Tiere essen, Mode) ?
oder Erwerbsarbeit für Grundbedürfnisse (z.B. Wohnung, Nahrung, Gesundheit, Berufsausbildung, Zweckkleidung, Öko-Mobilität „Bahn-Bus-Fahrrad-notfalls Taxi“) ? Bei Erwerbsarbeit nur für Grundbedürfnisse gewinnen wir freie Zeit. Das Wichtigste, das wir haben, ist doch Zeit !! Insbesondere Zeit für Wesentliches. Zum Beispiel : Zeit für Liebe im weitesten Sinn. Zeit für Kinder/Familie, Hobbys, Lesen, Musik hören/machen, Radfahren, Spaziergänge … usw. Ich lebe doch nicht, um fremdbestimmt maßlos für Geld zu arbeiten. Der Weg kann doch nur sein „Möglichst wenig Erwerbsarbeit, um zu leben“. Hinzu kommt das wahrscheinlich Wichtigste für die Zukunft der Menschen. Arbeitsplätze müssten in der Zielsetzung und den Gesamtfolgen umweltverträglich und sozialverträglich sein. Luxus/Überfluss-Konsum und -Mobilität sind nicht verantwortbare Ressourcen-Verschwendung und Energie-Verschwendung und somit eine ungeheuerliche nicht notwendige Zerstörung der Schöpfung. Papst Franziskus, Straßburg November 2014, : „Europa ist krank, egoistische Lebensstile, hemmungsloser Konsum, Einsamkeit im Alter. Der Kontinent müsse sich wieder auf seine Grundwerte besinnen. Sonst verliere er seine Seele.“ (Süddeutsche Zeitung 26.11.2014). Hinzu kommt seine sensationelle Umwelt-Enzyklika Laudato si. – Volker Freiesleben


Ich lese Ihre Kolumnen gerne. Sie sind oft originell, weil sie Themen unter Aspekten beleuchten, die ich (und wahrscheinlich viele andere Leser) nicht auf Anhieb im Blick haben. Natürlich teile ich nicht immer Ihre Meinung. Manchmal kann ich auch nicht alles nachvollziehen, weil mir die fundierten Kenntnisse fehlen, die Sie haben oder recherchieren.
Enttäuscht bin ich von Ihrer Kolumne in der Ausgabe Nr. 9 vom 18.2. Angesprochen hat mich zunächst Ihr Bezug auf Bismarck, der nun einmal ein hervorragender Außenpolitiker war (von Innenpolitik oder gar Kriegen zur Durchsetzung von Zielen soll hier nicht die Rede sein). Aber was macht Frau Merkel so grundlegend anders? Sucht sie nicht auch immer Verbündete für ihre Politik „geduldig und unermüdlich mit Druck und mit Zug“, was Sie als „selbdritt“ bezeichnen? Einen moralische Großmacht jedoch will sie nach meiner Meinung nicht sein, sie will „nur“ moralisch handeln. Selbstbescheidung braucht sie deshalb nicht zu üben. Für mich ergab sich daraus die Frage, ob diese Kolumne, wenn Sie sie kritisch betrachten, wirklich Ihren eigenen Ansprüchen genügt. – Josef Markert


Es liest sich ein wenig so, als sähen wir noch keinen Kalten Krieg. Was fehlt denn noch? Zwischen 1945 und 1990 gab es weiß Gott stärker entspannte Phasen als heute. Und weniger Manichäismen bzw. den naiven Glauben, ohne X, Y und Z und insbesondere ohne den ewigen Russen wäre es um die Welt besser bestellt.Wenn wir nüchtern evaluieren, warum der Druck auf die Länder des reichen Nordens nicht mehr weggehen wird, dann finden wir schnell Ursachen, die mit uns selbst nicht weniger als mit anderen zu tun haben. Ein bemerkenswertes Zeitzeugnis stammt recht genau von der Mitte zwischen heute und der Zeitenwende 1990. Ein renommierter deutscher Publizist hatte i.J. 2003 ganz ungeniert einer deutschen Beteiligung am zweiten Irak-Krieg aus gesundem Erwerbsstreben das Wort geredet – „Der Weg ins Abseits“ hatte sein warnender, fast drohender Beitrag gehießen und er hatte nach meiner Wahrnehmung einem sehr großen Teil der Politik aus dem Herzen gesprochen. Sehr irritierend münkelt nun auch Joschka Fischer über den Verlust der letzten heroischen Einsatzbereitschaft und verweist dann resignierend auf einen hundertjährigen inneren Sortierungsbedarf des Nahen Ostens.
Pardon: Nein! Dies sind nicht die Alternativen: Zuschlagen und Beute machen können oder Raushalten. Was es braucht, ist eine nicht an shareholder values oder Rückflüssen orientierte Außen- und Sicherheitspolitik, ist das faire Suchen von Verhandlung auf einem Niveau von Ebenbürtigkeit und ist der Verzicht auf robuste Werkzeuge. Denn diese haben sich in den letzten zwanzig Jahren – auch unter Beteiligung des Interviewpartners Fischer – ausnahmslos als Fehlschlag auf der ganzen Linie erwiesen: militärisch, ökonomisch und sogar beim Schutz der Menschenrechte. Die dezidiert zivile Karte sollten wir auch und gerade in einer Phase spielen, in der wir an aggressiver Abkühlung nicht mehr vorbeisehen können. – Karl Ulrich Voss


Das Interview mit Jürgen Oelkers wühlt mich wieder auf.
Ich habe selbst 3 Kinder und kann sehr gut nachvollziehen, was Herr Oelkers während seiner Recherchen durch gemacht hat.
Ich bin froh, daß es noch solche Menschen gibt, die das auf sich genommen haben.
Es ist so abgrundtief – selbst die Hölle kann kaum schlimmer sein, was an der Odenwaldschule durch Gerold Becker über viele Jahre den Kindern angetan hat. Genauso hat mich die Aufarbeitung dieses Falles schockiert. Wir sprechen heute von einer Willkommenskultur der vielen Flüchtlinge, das relativiert mein Vertrauen in die Politik. Vieles ist Hohlsprech und auch Heuchelei. Innerlich habe ich längst das Vertrauen in unseren Staat verloren. Ich könnte viele Baustellen aufzählen, die das mehr als rechtfertigen würde.
Der Libertin Becker hat alles bisher da gewesene seit der Gründung der Bundesrepublik in den Schatten gestellt, und keiner von den Verantwortlichen steht auf, um dieses Verbrechen in Gänze aufzuklären. Das ist genauso skandalös wie der Vorfall selbst.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern als man Richard von Weizsäcker um ein Interview bat, was er abgelehnt hat. Auch ein Überraschungs-Interview auf der Straße hat er abwendend, brüsk ausgeschlagen. Seitdem stand ich mit dem Mann auf Kriegsfuß.
Ich behaupte; unser Staat ist moralisch am Ende der Skala fast aller Demokratien. Eine Scheindemokratie. Das will keiner hören. Alles was nicht in die Schublade der Politik passt, wird entweder ignoriert oder mit überfallartiger Rhetorik nieder gemacht.
Ich kann mich auch noch sehr gut an die Partei der Grünen erinnern, die ernsthaft diskutiert hatten, Sex mit Kindern nicht mehr zu verurteilen, sondern in Zukunft durchaus als normal in die Gesellschaft einzuführen.
Allein daran können sie erkennen, was wirklich mit unserem Staat los ist. In Singapur, wo ich über 4 Jahre gelebt habe, wäre die Partei für alle Zeiten verboten worden und die Fraktion wäre in den Knast gewandert. Bei uns war das nur eine Episode wert.
Ich danke Herrn Oelkers für seine Arbeit und auch ein Dank an Ihre Redaktion – für die Veröffentlichung. – Gunter Knauer


Es geht nicht darum, dass Journalisten auch fehlerhafte Menschen sind! Es geht um den Fälscher, Täuscher, Manipulierer, um den journalistischen Imperativ ihres Kollegen Ulrich Wickert: „Medien-Schurken muss man Schurken, und Medien-Lügner muss man Lügner nennen“! Dass die Merkel eine ausgebuffte Lügnerin ist, die schon beim Morgengruß lügt und nachts noch im Schlaf, und tagsüber Parlament und Volk belügt, nimmt ihr niemand übel. Das ist Politik. Dass aber die Medien ausnahmslos! die Merkel-Lügen kommentarlos abdrucken, als ob es sich um Göttliche Offenbarungen handle, das entlarvt Lügenpresse! „Wir schaffen das“? „Jeder Abkömmling macht uns reicher und kostet nichts!“ Neujahrsansprache: „Die Scharia gehört zu Deutschland“!
Wo blieb da der Aufschrei? Köpfe- und Gliederabhacken sind mit dem GG vereinbar? Nein! Jeder weiß es, der Islam ist eine verfassungsfeindliche Organisation zur Beseitigung der freiheitlich demokratischen Grundordnung und muss gemäß GG verboten werden! Die Lügenpresse verkündet jedoch – ausnahmslos! – fälschend und manipulierend das Gegenteil. Laut FOCUS: Der Islam-Wissenschaftler Ahmed Said al-Masry, Universität Kairo, erklärte dem FOCUS: „Leider sind alle Taten des IS im Koran so vorgeschrieben!“ Aber was können alle muslimischen Islam-Wissenschaftler der Umma mit der Wahrheit bewirken, wenn die der deutschen Lügenpresse missfällt?
Koran-Kapitel 8, Sure 56: „Die Ungläubigen (also: Alle deutschen Journalisten!) sind Ungeziefer“! Wie soll man das ausrotten?
Koran-Kapitel 10, Sure 34: „Gebt ihnen siedendes Wasser zu trinken und lasst sie schwere Strafen erleiden“
Koran-Kapitel 8, Sure 13: „Haut Ihnen die Köpfe ab, und haut ihnen die Enden ihrer Finger weg“.
Koran-Kapitel 4, Sure 93: „Tötet sie wo ihr sie trefft – das sei ihr verdientes Schicksal“
Koran-Kapitel 5, Sure 34: „Tötet sie, oder kreuzigt sie, oder haut ihnen über kreuz je einen Arm und ein Bein ab – das sei ihre Strafe dieser Welt. Und auch in der anderen Welt erwarten sie fürchterliche Strafen.“
Die Lügenpresse leugnet das einhellig, und unterschlägt das – aber der Bürger kann es seit über 150 Jahren, 100fach, so und ähnlich, in wissenschaftlich korrektem Deutsch, im Koran nachlesen! – Jochen Blankenburg


„Wozu Grenzen gut sind“ von Udo di Fabio und „Bloß keine Kritik“ von Thomas E. Schmidt.
Zwei glänzend gut geschriebene Beiträge zum wohl wichtigsten und kontroversesten Gesprächsthema, welches uns seit vielen Monaten beherrscht und noch länger und noch stärker beherrschen wird.
Ja – die Bundesregierung kauft sich mit ihrem Umgang der Flüchtlingskrise nur Zeit. Und sie verweigert sich der einfachen Einsicht, dass es natürlich aus vielen Gründen eine Obergrenze geben muss. Dieser Merkelsche „Alle-sind-Willkommens-Bildergruß“ ging und geht wahrscheinlich immer noch rund um die Welt und ist in ihrer radikalen Wirksamkeit nicht mehr einfach zu stoppen oder gar rückgängig zu machen. Auf die unaufhaltsam steigende Gesamtzahl der Flüchtlinge, die weiter zu uns kommen (werden), möchte man gar nicht mehr so genau hinsehen. Zu diesen Flüchtlingen, die aus dem Bürgerkriegselend (aber nicht nur) entflohen sind, möchten (und werden) noch viel mehr Millionen Menschen kommen, die aus Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat sich Deutschland als Land ihrer Träume vorstellen.
Und die Regierung verteidigt weiterhin ihr Obergrenzentabu. Daneben werden aber alle EU-Länder in Zwangsmitverantwortung genommen. Sie sollen gefälligst das Gleiche leisten, ohne darauf einzugehen, ob sie es (finanziell) können und gesellschaftlich wollen. Und mit Hilfe von Erdogan, der durch den Bürgerkrieg und die Beschießung von Kurden in Syrien die Flüchtlingskrise weiter anheizt, versucht Merkel ihr Obergrenzentabu in Deutschland zu umgehen. Das alles auch, weil sich Deutschland (bzw. die Kanzlerin) übernommen hat. So, wie bisher weiter, kann das alles sicherlich nicht gut gehen. – Peter Gernbacher


Sie scheinen ja Hunde und ihre Besitzer ebenso wenig leiden zu können wie Raucher (tagelang Klamotten lüften, weil man versehentlich in ein Raucherlokal spaziert, tsstss…). Sie schreiben davon, dass Hunde losrasen, sobald die Leine entfernt wird, dass sie in Rotten auf Jogger zuhalten, dass Hipsterpapas vor Angst reißaus nehmen und den Park verlassen als ginge es um ihr Leben, und Sie schreiben davon, dass große Hunde eine Mode seien. Ich gehe seit Jahren mehrmals täglich im Park spazieren und habe auch eine große Hündin, die meine Freundin auf der Straße gefunden hat, und ich kenne bzw. treffe viele, die ihre Hunde aus Tierheimen oder anderen Tierrettungseinrichtungen haben oder auch auf der Straße gefunden haben. Hingegen kenne ich Szenen wie Sie sie beschreiben, weder aus dem Park am Weiher, noch von anderen öffentlichen Grünflächen, und auch bevor ich mit einem Hund zusammenlebte, waren mir solche Erlebnisse fremd. Sie ärgern sich darüber, dass Leute ihre Hunde nicht anleinen, doch verlieren Sie kein Wort darüber, dass die nächste Hundeauslaufzone zum Weiher eine Betonfläche ist mit ein bisschen Erde und vereinzelten Grashalmen drumherum und so schlecht beleuchtet, dass insbesondere Frauen sich dort nicht alleine hintrauen. Abgesehen davon, dass der Ort einfach nur deprimierend ist. Es gibt einfach zu wenige Hundeauslaufflächen.
Im Park am Weiher gibt es zwei Spielplätze, aber alle anderen Grünflächen sollen Ihrer Meinung nach also auch ausschließlich für Kinder reserviert sein. Bloß nicht für Hunde, diese Bestien, die permanent unschuldige Jogger anfallen. Sie erwähnen allerdings nicht den Jogger, der einen kleinen Dackel einfach aus dem Weg kickt, Sie erwähnen nicht die vielen Fahrradfahrer, die trotz Verbots im Park nicht absteigen, nicht diejenigen, die trotz Hinweises auf die Schädlichkeit für das Mikroökosystem Teich, mehrmals täglich Enten und Gänse füttern, nicht die vielen Griller, die im Sommer ihren Müll, verbranntes Gras hinterlassen, Scherben produzieren, sodass man seinen Hund oftmals ganz eng an die Leine nehmen muss, damit er sich nicht die Pfoten aufschneidet. Scherben sind sowieso so ein Thema, besonders nach Silvester versäumt es die Stadt, öffentliche Flächen rasch zu säubern, noch im Februar findet man Böllerreste und Glasscherben. Sie erwähnen nicht die Sorte Menschen, die einen danach Fragen, ob man „Kacktüten“ dabei hat, als wären Sie die Polizei. Stattdessen schildern Sie in möglichst drastischen Worten – ganz nach Geschmack des Boulevards – die vermeintliche Bedrohlichkeit von Hunden und die Rücksichtslosigkeit ihrer Besitzer, die so viele Menschen in Notsituationen bringen. Dass jemand gebissen worden sei, erwähnen Sie allerdings nicht; es könnte ja durchscheinen, dass Ihre Angst vor Hunden rein irrational ist, so wie die Angst vor geschlossenen Räumen oder Plastikknöpfen.
Es wäre schön, wenn die Menschen mehr Verständnis füreinander aufbringen könnten und sich nicht über jeden Kleinkram aufregten. Sei es ein unangeleinter Hund, eine brennende Zigarette, ein schreiendes Kind, eine stillende Mutter, ein Fahrrad auf der falschen Seite des Fahrradwegs etc. pp. Ihr Text aber, Herr Spörrle, ist ein weiterer Beitrag dazu, die Atmosphäre unter den Menschen noch weiter zu verspannen, noch mehr Leute dazu zu ermutigen, den Hilfspolizisten zu spielen und selbst für Gerechtigkeit zu sorgen (dies ist die schlimmste Sorte Menschen, Möchtegernblockwarte, die m.E. das Rückgrat der Nazis waren). Beim nächsten mal im Weiher stelle ich Ihnen meine Hündin vor, die hat schon so manchen Hundehasser bekehren können, vielleicht hilft es ja auch bei Ihnen. – Nils Reuter


Ich habe die groβe Studie “Was wollen wir weiter geben?” ( Die Zeit 18.Februar 2016) mit groβem Interesse gelesen.
Was ich am bemerkungswertsten fand war der lätze Satz, nämich – laut der Studie – das was die Deutschen am meisten fürchten sei “kein selbsbestimmtes Leben führen zu können”.
Wenn das tatsächlich der Fall ist, warum wird die EU von den selben Deutschen so begeistert angenommen?
Lösung: Dexit. – Rupert Wilson


Das unentwegte Gejapse um die angeblich mangelnde Solidarität erinnert penetrant an das stramm tapfere Ignorieren aller auch noch so harmlosen Bedenken gegen Immigration lange bereits vor jedem Syrienkonflikt. Es scheint als Mittel der Meinungsbildung beabsichtigt, wirkt aber zunehmend kontraproduktiv. Solidarität wäre in der Tat dringend erforderlich, wenn es sich bei den „Schutzsuchenden“ tatsächlich um Kriegsflüchtlinge handelte.
Es ist jedoch abgehoben, höchst anmaßend und undemokratisch, alle diesbezüglich gegenteiligen Einwände aus dem In- und Ausland erst einmal scheinbar großzügig zu übersehen bzw. überhören , dann als tiefbraunes Gerülpse ewiggestriger rechtsextremer Volksverführer zu diskreditieren und sich selbst nebenbei als Möchtegern-Wiedergutmacher vor allen national gesinnten, engstirnig stammtischverwurzelten, in ihren kleinlich dumpfen Ängsten gefangenen oder überhaupt in jeglicher Hinsicht minderbemittelten Mitbürgern als Herren eines neuen humansozialistischen Vierten Reiches zu präsentieren.
Zu diesem Zwecke war und ist es weiter auch erforderlich, Andersdenkende taxfrei als Neonazi-Gefahr auszugrenzen. Nur so kann deren Meinung problemlos beiseitegeschoben bzw. geächtet werden, dies sogar mit dem Hinweis, tapfer an vorderster Front für Demokratie und Menschenrechte zu kämpfen. Das ganze unter ständiger Selbstbeweihräucherung durch Bewunderer des „breiten Meinungsspektrums“ und der großen Gefahren, die Reporter in aller Welt im Dienste einer „umfassenden Information“ des p.t. Medienpublikums auf sich zu nehmen bereit sind.
Der Antifa-Rhetorik gewohnte Europäer folgt großteils auch allen derartigen Aktionen mehr oder weniger bereitwillig, bis Realität ihnen zunehmend die Augen öffnet. Nun beeilen sich die Protagonisten der politischen Korrektheit, möglichst rasch die nötige Wende zu schaffen – Wahlen stehen ins Haus. Dass dabei mit Menschen gespielt wird, erscheint den Akteuren dabei zweitrangig.
Die gewohnten Sprüche werden munter weitergeklopft, man vertraut auf die Macht der (freiwillig selbstkontrolliert-gleichgeschalteten) Medien, und man will ja nicht unversehens als politisch kurzsichtig (Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?), als menschenverachtend (Wer sind wir, dass wir über Wirtschafts- oder Kriegsflüchtling entscheiden könnten?) oder gar als Lügner dastehen (die da völlig unbegründet Ängste schüren …) Da verdreht man doch wieder lieber einmal Tatsachen und gibt die Schuld an den Schleppertoten jenen, die das Märchen vom Willkommen in Europa möglichst rasch beendet wissen wollen. Denn gerade dieses „Vorerst einmal“ oder „Täglich flexibel angepasst“ bezüglich der „Obergrenzen“ ist Grund für die Verlängerung dieses wirklich menschenverachtenden Spiels mit den Hoffnungen der Armen. Es läßt Panik, vielleicht doch schon zu spät zu kommen, und damit neue Lemmingezüge von Bonanza-Glücksrittern in den Goldenen Westen entstehen. Und in solcher Panik, nicht in Furcht vor Feindeskugeln, haben Syrer ihre Landsleute, ja sogar die eigenen Kinder von den Booten getreten.
Es ist höchste Zeit, dass insbesondere die Medien von ihrer Meinungsmache zu einer realistischen Berichterstattung zurückfinden, bevor sie neuerlich als (Mit)schuldige – Politiker sind meist auch nur Getriebene – sogenannter humanitärer Katastrophen dastehen. – Josef Ladenhauf


Ich habe geraden eine großartigezweiwöchige Cubarundreise (aventoura) mit anschließendem zweitägigen All-inclusive-Strandhotel hinter mir. Ich stelle mir natürlich schon die Frage, wie man auf die Idee kommen kann, sich insgesamt ca. 20 Stunden in ein Flugzeug zu setzen, um dann in einem derartigen Hotel die Zeit totzuschlagen. Das Bemerkenswerteste finde ich aber, wie eine Journalistin dann Urteile wie „Klassenkampf“, „Anarchie“, „verfluchter Fidel Castro“ und „sozialistisches Mangelsystem“ vom Stapel lassen kann. Wie sagte unser Reiseleiter Jorge als er uns nach 14 Tagen vor dem Hotel verabschiedete: „Wenn ihr dort jetzt durch die Tür geht, verlasst ihr Cuba, Ihr geht ins Ghetto.“  Wie recht er hatte. Ich habe noch einen Ratschlag für Sie: Besuchen Sie doch einmal Cuba. – Werner Geßnitzer


War da etwa ein Zyniker/ eine Zynikerin für die Platzierung der Anzeige unterhalb der „Ansage“ zuständig?
Ein syrischer Familienvater berichtet in seinem Brief an Angela Merkel von den Zuständen in einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft. Er spricht von der Enge zwischen den vielen Menschen, der fehlenden Privatsphäre, der zermürbenden Eintönigkeit, von Entmündigung und gescheiterten Hoffnungen. Es geht im schlecht, er hat Angst um seine Familie, es gibt keine Aussicht dass er sie in Sicherheit bringen kann. Deshalb beschließt er nach Aleppo zurückzukehren. Um dort bei seinen Lieben zu sterben. Ob die Rückkehr nach Alleppo gelingt hängt nich zuletzt davon ab, ob die Schlauchboote auch in die andere Richtung fahren.
Und darunter wird allen Ernstes eine Anzeige für Kreuzfahrten mit der „MS Hamburg“ abgebildet?! Direkter könnte der Gegensatz zwischen den Wirklichkeiten, ja den Welten gar nicht demonstriert werden. Auf der einen Seite die rohe Angst um das Leben und die Verzweiflung, auf der anderen Seite das „Knattern der Segel“, das sich mit den „anregenden Gesprächen an der Lidobar“ an Bord des Luxuskreuzers vermischt.
Eine Frage noch: Macht die „charmante Weltenbummlerin“ auch Halt in Aleppo? Dann könnte Sie Arif Abbas ja direkt mitnehmen. Aber, ach nein, die Themenreisen kosten ja alle mehr als die 1.000,-€, mit der sich der verzweifelte Mann die Rückreise ermöglichen will. – Rebecca End


Dieser Beitrag („Zu den Waffen, Bürger“) ist weit unter dem Niveau der ZEIT einzuordnen. Miserabel recherchiert, da z.B. die BKA- Fakten unerwähnt blieben. Ebenso die Tatsache, dass nach dem Faustfeuerwaffenverbot in England die Verbrechensrate in Zusammenhang mit Faustfeuerwaffen ständig gestiegen ist. Hätte der Verfasser die Situation in der Schweiz durchleuchtet, dann hätte er zur Kenntnis nehmen müssen, dass dieses Land die höchste Waffendichte Europas besitzt und zugleich die niedrigste Verbrechensrate. Auch scheint ihm fremd zu sein, dass nicht die Waffen töten, sondern dass es immer der Mensch ist und nicht das Stück Stahl. – Heinrich Harder


Verdun. (!) „Warum ausgerechnet ein Angriff auf Frankreichs stärkste Festung.?“ Das fragt der Historiker Olaf Jessen.
„500 Soldaten pro Tag fielen auf deutscher Seite diesem Irrsinn zum Opfer“. Und das „10 Monate“ lang; – und das obwohl der Verantwortliche Falkenhayn eigentlich davon ausgegangen sein soll, es werde nur ein paar Tage dauern. Wenn man also Idiotismus bei der Obersten Heeresleitung ausschließen darf, wird man vermuten dürfen, dass der sog. „Irrsinn“ Methode hatte. Die Antwort finden wir in der ZEIT vom 9. Dez 1999. Dort verraten uns Tagebucheintragungen aus der Generalsdynastie von Moltke (23.12.1912), dass der Krieg tatsächlich eher als nützliches Mittel betrachtet wird, „die Sozialdemokratie in Schach zu halten“. Was das bedeutet kann sich jeder selbst ausmalen. Immerhin lassen sich auf diese Weise nämlich (pazifistische) Sozialdemokraten schnell und unbürokratisch in die vorderste Front versetzen. Auf diese Weise fällt z.B. Hans Diefenbach im Oktober 1917. „Luise Kautsky schreibt, man erzähle sich, er sei wegen seiner Kontakte zu Luxemburg und anderen Linken nach vorn versetzt worden.“ (Dietmar Dath, Rosa Lusemburg, Suhrkamp, 2010, S. 54) – Dr. Roman Landau


Alexander Camman gibt Lust Wolfram Siemanns grosses Werk ueber Metternich zu lesen. Schwaermerischer als der Autor wirkt schon die Titel des Artikels („…Genie“). Europaeische Strassburg, Sitz der Universitaet wo Metternich sowie Gentz studierten, veranstaltete letzten Mai einen Runden Tisch ueber den Wiener Kongress im Rahmen des 200Jahrfeier. Klar wurde dass Metternich (wenn schon „Stratege und Visionaer“) kein „maechtigsten Mann Europas“ war – spaeter sogar Fluechtling aus Wien als Weib verkleidet in Revolutionsjahr ’48. Die grosse Gewinner des Kongresses waren nicht Oesterreich sondern Russland und England. Dank Talleyrand (wahrer Geniestreich ihn einzuladen!) gewann der Kongress intellektuelle Respektibilitaet, indem er den Begriff „Legitimaetsprinzip“ – anders als etwa „Reaktion“ – praegte.
Der mit Recht begeisterte Cammann braucht das Wort „unweigerlich“ fast zu oft. Wahr ist dass die damalige Staatsmaenner uebertreffen weit unsere jetzigen – darunter Metternichs grossen Verehrer Kissinger – und natuerlich die allerdummsten von Versailles… – Roger Massie


Ich bin Anfang der 80er Jahre als Gymnasiallehrer in Göttingen u.a. im pädagogischen Begleitstudium ausgebildet worden. Uns wurde von verschiedenen Hochschullehrern direkt oder indirekt mitgegeben, dass aus uns böse Menschen würden, die an staatlichen Schulen arme Kinderseelen verstümmeln werden ( und Ähnliches). Nur solche Lehrer, die an sog. reformpädagogischen Einrichtungen unterrichten würden, wären die wahren guten Lehrer. Für uns als naturwissenschaftliche Lehrer wurde besonders Martin Wagenschein hervorgehoben und die Odenwaldschule als das pädagogische Paradies geschildert. Das erschreckende Interview mit Herrn Oelkers hat diese Zeit nochmal lebendig gemacht und es würde mich sehr interessieren, ob heute in Göttingen diese Seilschaften immer noch existieren bzw. angehende Lehrer dort immer noch so ausgebildet werden! – Hans-Jürgen Jäger


Was Björn Höcke sehr umständlich formuliert hat – beschwört “ den lebensbejahenden, afrikanischen Ausbreitungstyp, dessen Reproduktionsverhalten die deutsche Art gefährdet“ – hat Gloria von Thurn und Taxis vor Jahren einfacher und humorvoller formuliert „der Schwarze schnackselt gern!“ – ich hoffe ohne rassistischen Hintergrund! – Günther Kiesel


Lieber Arif Abbas (auch wenn Du anders heißt!),
nun hast Du Dir ein Medium wie die Zeit ausgesucht um einen Brief an die Bundeskanzlerin zu veröffentlichen…also einem großen Leserkreis vorzustellen… mit welchem Zweck? Mein erster Impuls beim Lesen war geprägt von Mitgefühl und vielfachen Wiedererkennungseffekten: Ja, vieles von dem, was Du schilderst, kenne ich auch.
Ich kenne es aus den Erzählungen Deiner Landsleute, die derzeit meine Schüler im Unterricht von Sprache und Kultur sind. Mahmed hat Angstattacken und die Tabletten gegen den nervösen Magen helfen nicht, Hadis Frau und seine drei kleine Söhne sitzen im Kriegsgebiet fest und täglich werden mehrere Stunden mit telefonieren verbracht, Ahmed hat erlebt wie in einem der Lager in Deutschland ein Mensch neben ihm gestorben ist, Issem hat einen halben Tag mit entsetzlichen Schmerzen in einem deutschen Krankenhaus warten müssen bis er Hilfe bekam, Kalit hat eine vorläufige Aufenthalterlaubnis, auf der sein Name behördlicherseits falsch geschrieben ist und bislang trotz aller Bemühungen keine Abhilfe bekommen können. Im Lesen verspürte ich zunächst Betroffenheit und dann Beklemmung.
WAS, wenn es nun Allgemeingültigkeit hat, was dich bewegt und zum Fortgehen bringt?
Was, wenn all die Menschen, die hoffnungsvoll und schutzsuchend nach Deutschland gekommen sind, nun resigniert und gedemütigt wieder fortgehen wollen?
Es wäre traurig.
Es wäre entsetzlich.
Es wäre ein Zeichen des Misserfolges, eine bittere Niederlage.
Wenn Demütigung und Verletzung das einzige ist, was mit zurückgenommen wird, wären alle Mühen vergeblich gewesen, alle positiven Impulse nichtig. Enttäuschungen auf der ganzen Linie. Es würde weiteren Verdruss bringen in unsere sowieso schon verdrießliche Welt. Im Gespräch mit Deinen Landsleuten, Menschen, die ich (und die mich) seit ein paar Monaten kenne(n) und die im gegenseitigen regen Austausch über die subjektive Situation und die gesellschaftlichen Vorkommnisse sind, habe ich lernen und begreifen dürfen: Es geht auch anders. Dank der Gespräche und den auf meinen Wunsch hin verfassten schriftlichen Äußerungen habe ich erkennen können, dass es für uns anders ist, dass trotz aller Ängste und Wartereien und Nervereien, trotz aller bürokratischer Hindernisse, persönlicher Misserfolge und Schwierigkeiten während der ersten Monate als Flüchtling eine andere Konsequenz gezogen wird:
Allen Widrigkeiten kann auch das große „dennoch“ entgegengehalten werden. Alle sehen ihr Hiersein als Aufgabe, als Herausforderung, sich den Problemen zu stellen, unverzagt zu sein, mit gutem Beispiel voranzugehen und offen zu sein für Freuden und Erfolge – auch, wenn sie manchmal winzig klein sind. Freilich: Einfach ist das Leben in Deutschland wohl für die allermeisten Flüchtlinge derzeit gerade nicht. Doch liegt die Herausforderung ja darin, das Leben zu meistern mit allen Hürden, die sich einem in den Weg stellen. Wir – meine Schüler und ich – möchten Dir, lieber Arif, folgende Aspekte ans Herz legen, (die im Übrigen für alle Menschen gelten): Dankbarkeit für das, was gut ist,
Geduld für das, was (noch) nicht gut ist, und Zuversicht für all jenes, was im Augenblick nahezu unerreichbar erscheint. Gott entscheidet, wo wir im Leben stehen, doch das, was wir daraus machen, das liegt zu jedem Zeitpunkt an uns. – Ulrike Fleischmann & Mohamad, Mohammed, Ahmed, Kalit, Hadi, Romrod


Fischer sagt u.a.“ „Hinter dem Kosovo-Einsatz stand eine Ordnungsidee für den Balkan, nämlich die europäische Perspektive für diese Länder. Wäre diese europäische Perspektive weg, kämen die alten Konflikte sofort wieder. Und dann nützte all das Militär auch relativ wenig.“
Zur Erinnerung dazu das nach wir vor aktuelle Buch von Peter Bender „Zwei Kriege gegen Serbien“. Es waren Fehlinformationen, Lügen, eine bewusste Täuschung, die zu diesem Krieg auf Druck der USA geführt haben. Herr Fischer trug zu diesem Dilemma mit seinen Flüchtlingswellen bei, als er die Ereignisse im Kosovo mit Auschwitz instrumentalisierte, um die Zustimmung seiner grünen Partei für den völkerrechtswidrigen Krieg ohne UN-Mandat zu gewinnen. Außerdem musste der Krieg gegen einen slawischen Bruder Russland erstmals demütigen. „Joschka hat eine entscheidende Rolle gespielt“, sagte die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright. Rudolf Augsteins Kommentar im Spiegel 22/1999 lautete damals: „Madeleines Krieg – die Außenministerin hat den nun wirklich fehl angelegten Luftkrieg gegen Restjugoslawien von Anfang an gewollt“. Die Ordnungsidee kam also von dem Hegemon USA und nicht aus europäischer Perspektive, wie Fischer sagt.
Sehr bedenklich sind die Ausführungen von Fischer hinsichtlich der Einwanderung. Fakt ist, dass die Integration der 14 Millionen Heimatvertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg nicht als vergleichbarer Vorgang für die Bewältigung der derzeitigen Migrationsprobleme herangezogen werden kann. Im Gegensatz zu Fischer habe ich als Heimatvertriebener ein Problem damit, undifferenziert in eine große Migrationsschublade einsortiert zu werden und bin entsetzt, dass dies überhaupt durch Mitdeutsche bis in höchste Regierungsstellen geschehen kann. Es zeugt von einem entsetzlichen Mangel an Geschichtsbewusstsein und Empathie von Fischer gegenüber denjenigen, die am schwersten kollektiv und pauschal zu büßen hatten. Auch ist es ein großer Unterschied, ob in Deutschland Millionen Deutsche zu integrieren sind oder Menschen aus völlig anderen Sprach-, Religions- und Kulturkreisen. – Hans-Peter Weiß


Erst mit einiger Verspätung bin ich dazu gekommen, in der Ausgabe vom 18. Februar zu lesen, in der S. 52 eine fünfstimmige Lobeshymne auf den Reformator angestimmt wird, die schon ahnen lässt, was uns allen im kommenden Jahr an Geschichtsverdrehung und lutherischer Selbstgefälligkeit blühen wird. Dass der Protestantismus freilich dazu übergegangen zu sein scheint, in Luther − „Er lebt!“ − den Erlöser zu sehen, ist freilich ein neues Kapitel des an Eskapaden ohnehin schon reichen deutschen Lutherkultes: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“, heißt es im Buch Hiob, und an Luther war da nicht gedacht. Aber vielleicht steht ja eine Revision eines bekannten Gellert-Liedes an, so dass es künftig heißt: „Luther lebt, mit ihm auch ich! Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.“ Von Luther wussten sich Autorinnen und Autoren offenbar bereits verklärt. Es hat sich allerdings wohl schlicht um Verblendung gehandelt.
Da wird Luther, ein unentwegter, zornmütiger Hassprediger und notorisch mindestens geistiger Brandstifter, der Teutonenwut und Grobianismus offenbar gottgefällig, mindestens salonfähig gemacht hat, als „Freigeist“ gelobt und als Anwalt der Toleranz gepriesen. Dass Luther alles mögliche war, nur ganz gewiss kein Anwalt der Toleranz, hat er selbst in „De servo arbitrio“ auf Duzenden Seiten dargelegt. Wer einen Anwalt der Toleranz und eine Stimme der Gewaltlosigkeit im 16. Jahrhundert sucht, kann nahezu alles lesen, nur nicht Luther – beispielsweise den von ihm verdammten Erasmus.
Aber es geht ja nicht um Luther selbst: es geht vielmehr um ein durch und durch unhistorisches Klischee: Luther der Tolerante, Luther der Ökumeniker, Luther der „Frauenfreund“, „fast“ (immerhin!) „der Erfinder des Wittenberger Internets.“ Wo ist eigentlich Luther der Migrationsbefürworter geblieben? Wo Luther der Veganer? Volker Reinhardt hat Recht: ‚Luther wusste, wie man die Leidenschaften des Volkes […] aufpeitschte.‘ Das soll wohl heißen: Er war ein hochbegabter Demagoge. Wem in Deutschland bei solchem Lob freilich nicht der Atem stockt, dem ist wahrhaftig kaum zu helfen.
Wer heute von Luther redet, kann den Auslöser eines fast 150jährigen Religionskrieges nicht verschweigen. Er ist Antwort auf die Frage schuldig, ob die Fragwürdigkeit des Ablasshandels all das rechtfertigt: die Stürmung von Klöstern mit allen üblichen Folgen, die großangelegten Zerstörungskampagnen von Kunstwerken, die religiöse Unduldsamkeit und Theologen-Rechthaberei, die Schwächung der kaiserlichen Macht, die für die Verteidigung gegen die osmanischen Armeen Folgen hatte, schließlich auch jenen innereuropäischen Krieg, der Millionen Menschen ins Elend stürzte oder umbrachte. Nicht dass Luther für all das unmittelbar verantwortlich wäre. Bevor aber Luther zum makellosen Konsensgutmenschen deklariert wird, sollte wenigstens überlegt werden, ob nicht sein und seiner reformatorischen Gefolgsleute religiöser Fanatismus in der Gegenwart eher in Taliban und IS-Kämpfern ihre Entsprechung haben. Die Zerstörung eines sicher nicht idealen, aber auskömmlichen Miteinanders divergenter Formen islamischer Religion untereinander und wiederum jüdischen Gemeinden und christlichen Kirchen durch einen Islam, der sich auf die heilige Schrift beruft und vernichtet, was er als „unislamisch“ betrachtet, gibt vermutlich eine Vorstellung von den Folgen jener „Reformation“, realistischer jedenfalls als das zeitgeistfromme Konstrukt, das nun auch in der „Zeit“ aufgetischt wird. Für einen derartigen Lutherismus kann man sich nur schämen. Und man muss ihn kritisieren, wenn man selbst Protestant ist. – Dr. Michael Weichenhan


Ihr Autor setzt sich mit einem Thema auseinander, was mich schon länger beschäftigt. Es wäre doch mal ganz interessant zu untersuchen, wer sind eigentlich die Initiatoren, die ein solches Machwerk auf ihre Fahnen geschrieben haben. Auf diese Idee muß man erst einmal kommen. Jahrzehnte hat sich kein Mensch dafür interessiert. In der heutigen Wissenschaft scheint es Leute zu geben, die durch die Hintertür versuchen, eine bestimmte Partei bloss zu stellen. Den Eindruck kann man jedenfalls haben. Das wäre doch mal eine Aufgabe für einen Journalisten, das näher zu untersuchen. – Gunter Knauer


Der Dschungel ist zur Zeit „das Innenleben“, das hochbezahlte Experten nicht auf die Reihe zu bringen scheinen; der Dschungel ist NICHT die städtebauliche Notwendigkeit des Baukörpers und die Rekonstruktion der Schlossfassaden.
Hier bei diesem Vorschlag vergaß man einzuarbeiten, dass die Collage nur deshalb gut aussieht, weil die BAROCKFASSADEN durch die Pflanzenwelt scheinen – also zur Umsetzung bitte doch erst mal die fehlenden Millionen sammeln und dann die beim  Berliner Kontinentalklima wirklich schwer zu erhaltenden exotischen Pflanzvorschläge setzen  (nette ehrenamtliche Aufgabe für einen Grünen-Abgeordneten). Wie schön, dass man dies am  Computer schon mal anschauen kann (kreative Tätigkeit für die Kommunikationsexpertin). Ich habe jedenfalls meinen jährlichen Stein „gekauft“ und unterscheide zwischen Innenthema und Außenhaut! – Dagmar Ewert-Kruse