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25. Februar 2016 – Ausgabe 10

 

Die EU und die USA verhandeln derzeit über eine umfassende transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP).
Brauchen wir wirklich solch ein Abkommen, das so massiv und tief in unser aller Leben eingreift?
Wofür haben wir den Vertrag mit der WTO abgeschlossen?
(Die Aufgaben der WTO sind, erweitert auf den Abbau von Handelshemmnissen aller Art, um so den internationalen Handel zu fördern. Die WTO umfasst auch Dienstleistungen, geistiges Eigentum und landwirtschaftliche Produkte.) Hier ist die Welthandelsorganisation (WTO) in Gefahr, die künftig durch überregionale und marktmächtige Freihandelsabkommen entthront werden könnte.
Betrachtet man unser Nachbarn die Schweiz, so fällt mir auf, das dieses Land nicht an TTIP teilnimmt. Stürzt sich dieses Land nun in den wirtschaftlichen Abgrund? Sicherlich nicht. Es ist ein
starkes, ökonomisch, autarkes Land, ohne feste Bindung zur EU und TTIP. In Amerika ist das Profitdenken (Investorenschutz) viel stärker ausgeprägt als in Deutschland. Sind Europäer und Nordamerikaner daher intellektuell fehlprogrammiert!
Ist das Leitbild des ehrbaren Kaufmanns, heute nichts mehr? Der Merkantilismus lebt wieder auf.
TTIP – seine schnell (zu schnell) errichteten Konstruktionen könnten sich ebenso rasch als Kartenhaus entpuppen und seine als „evident“ erlebten Einsichten als bloße Illusionen erscheinen. Wir verbrennen heute im Kampf um Wachstum und Wohlstand enorm humane Ressourcen. Wir hatten in unserer Geschichte schon einige Handelsabkommen: Die Hanse (12-17.Jahrh.) Der
Deutsche Zollverein (1833). Waren sie erfolgreich? Wenn ja, für wen.
Mit Grauen erwarte ich die Unterzeichnung des TTIP Abkommens.
Amerika wird Europa, ökonomisch und politisch ausbluten. Die Weltwirtschaftskrise von 2008, u.a. durch das irrwitzige Boni-System der Banker verursacht, wird von TTIP noch um einiges übertrumpft werden. Schade um die Generation meines Kindes Stefan (23 Jahre ) und die der folgenden, deren Träume und Hoffnungen wie eine Seifenblase zerplatzen wird. Ich bin Jahrgang 1948, habe einst emsig am Aufbau der Republik mitgewirkt. Soll das alles vergebens gewesen sein??? – Kurt Klimmek


Zur Kritik an der mangelnden ethnischen und sexuellen Diversity im (inter)nationalen Filmgeschäft möchte ich doch dringend auf die noch wenig berücksichtigte große Gruppe der offen oder versteckt lebenden Linkshänder_Innen hinweisen. Vor Jahrzehnten in unserem Schulsystem brutal zu Rechtshänder_Innen umerzogen und gedemütigt, fristen sie eine nicht anerkannte Randexistenz, sind vielen Gefahren unserer heteronormativen Technikwelt ausgesetzt (Schalter immer auf der rechten Seite!) und trauen sich oft nicht, sich zu outen. Ich fordere deshalb eine Linkshänder_Innen-Quote, die dem Anteil an der Bevölkerung entspricht. – Josef Riga


Ich finde untenstehendes Gespräch Interview („Das neue Ungarn“) nicht relevant und ich finde, dass sich ein renommiertes
Unternehmen wie euer von solchen Publizisten wie Nenad Popovich fern halten sollte. Kroatien ist voll von solchen Leuten die gerne wieder Geburt von Jugoslawien sehen würden. Solche Publizisten zeigen alle kroatische Werten schlecht, negativ, faschistisch oder werfen Kroatien in Dominanz Zeiten zurück.
Ganze Welten weißt Langsam, dass die Orthodoxen-Glauben sehr schwer mit nicht Dominanz haben.
Ich beziehe meine Geschäft Ware aus Deutschland und bitte, dass ihr in der Zukunft vorsichtiger mit
solcher nicht relevanten Gesprächen sind, weil ich konnte Geschäftsbeziehung mit Deutschland beenden.
Nicht nur ich, es gibt uns viele, dem die Deutschland bis jetzt guter Lieferant gewesen ist. – Rado Novak


Man stelle sich das einmal vor: In einer holländischen Fabrik für Schokoriegel fällt ein kleines Plastikteil in die Produktion, wird im weiteren Herstellungsprozess zu winzigen Plastikteilen zerkleinert – und das führt zu einer Rückrufaktion, in deren Verlauf Tonnen von Nahrungsmitteln vernichtet werden. Wie hysterisch sind wir eigentlich, wozu treiben uns solche in den Medien gepushten
Horrormeldungen? Viele dieser Teilchen sind vermutlich längst verdaut oder ausgepuckt worden. Aber wenn es nichts Neues zu den lustigen Mars-Männchen gibt, dann regen wir uns eben über tödliche Mars-Riegel auf. – Wolf-Rüdiger Heilmann


Herzlichen Dank, Herr Kneese für Ihren Mut und für Ihren jahrzehnte langen Einsatz um grosses Unrecht ans Tageslicht zu bringen .
Nicht nur in der Adenauer Ära wurde das Thema sexueller Missbrauch von Kindern unter den Tisch gekehrt. Auch heute noch leiden viele Hunderttausend Kinder in Deutschland weil sie keine Lobby haben. In Ihrem Interview wird die grosse Liebe Ihrer Mutter zu Ihnen und Ihre Liebe zu Ihrer Mutter sehr deutlich. – Marianne Werner


Mit aller Achtung für Ihre und die Meinung des ehrwürdigen, allen anderen voran stehenden, vor kurzem verstorbenen edlen Herrn Alt-Bundes-Kanzler Hellmuth Schmidt, weiß ich worum es geht –  in dem Syrien-Krieg geht es um einen weiteren aus den vielen und all den weltweit vorkommenden Kriegen, die die USA (vor und) nach dem 2. Weltkrieg aus Profitgier entfacht/entzündet haben. Die USA entwurzeln die ganze Welt seit Jahrzehnten, beinahe Jahrhunderten, schon. Die ganze arabische, mediterrane Welt – bis auf Syrien – ist zerstört, die Staaten bis ins Unkenntliche ent- und verungestaltet – hoffentlich rettet Russland unter Putin den Rest, zumindest Syrien, vor dem USA-Monster. Von 1,8 Mio Christen in Syrien, dem Urland des Christentums, die immer noch die aramäische Sprache unseres Herrn Jesus Christus sprechen, wurden bis heute aus Syrien 1,5 Mio vertrieben. Die Region um die Stadt Aleppo, konnte durch die ISIL – ohne helfende Hand des blinden USA-Bündnispartners Türkei – unter keinen Umständen eingenommen werden.
Die zahlreichste Nationalminderheit der Welt und der Geschichte – die Kurden – immer noch ohne eigenen Staat – sind dem türkisch-osmanischen Ausrottungsdrang – wie die Armenier – ausgeliefert. Und niemand sagt öffentlich, daß die USA, als Nachfolger des mörderischen britischen Imperiums dafür die Schuld bzw. die Verantwortung tragen, davon abgebracht und dafür bestraft werden müssen. Tun Sie es, bitte ! – Djordje Kokir


Die Antwort gibt Heidegger:
Die Frage, wann Frieden sein wird, läßt sich nicht deshalb nicht beantworten, weil die Dauer des Krieges unabsehbar ist, sondern, weil schon die Frage nach etwas frägt, das es nicht mehr gibt, da auch schon der Krieg nichts mehr ist, was auf einen Frieden auslaufen könnte. – Fritz Junghans


Das darf in der Tat nicht wahr sein. Ich halte den gesamten Artikel nicht gerade für eine gute Idee. Zumindest hätten die gegenüber dem Text von Udo Ulfkotte geänderten Passagen markiert werden müssen. Mit einem solchen unprofessionell abgefassten Beitrag macht es sich die „Qualitätspresse“ tatsächlich zu leicht. – Dr. Hildegard Wehrmann


Eigentlich ist es mir auch langsam lästig, dass immer wieder das alte Klischee vom Geschlechterkampf heraufbeschworen wird. Wie gerne würde ich den Thesen von Frau Lau vorbehaltlos zustimmen und gleichberechtigt mit meinen männlichen Kollegen zusammen arbeiten. Doch dann holen Sie mich doch glatt nur ein paar Seiten später wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und machen mir klar, dass auf dem Weg der Emanzipation noch ein langer Weg zu gehen ist. Sie schreiben Artikel über die neuen Lehrer. Gut ich bin auch kein Freund von * oder Innen, und auch durchaus Manns genug mich als Frau in dem Sammelbegriff Lehrer wiederzufinden.
Aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Warum sind auf den fünf Photos zu Ihren Artikeln nur männliche Lehrkräfte dargestellt? Mehr als zwei Drittel der Lehrkräfte in Deutschland sind Frauen.
Durch die Aufmachung der Artikel entsteht aber ein ganz anderer Eindruck. Und da liegt doch das Problem: Hier gings nicht um Frauen – und die schönen Klischeethemen Alleinerziehende , Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Mode oder Gewichtsprobleme – und schon habt Ihr sie aus den Augen verloren.
Ja und damit haben Sie glatt selbst bestätigt, dass es Frau Rückerts 10 Punkte zu beherzigen gilt, und obendrein nach wie vor die Notwendigkeit besteht, auf Frau aufmerksam zu machen. – Ute Holtmann


Über die Ausführungen des VDA- Präsidenten zum Thema Subventionen für E- Autos kann man nur fassungslos den Kopf schütteln. Nachdem die potenziellen Autokäufer sich bislang mit 99,5% gegen das E- Auto entschieden haben, soll jetzt eine „intelligente Begleitung seitens der Politik“ dem E- Auto auf die Sprünge helfen!? Damit ist ein „Starthilfe“- Subventionspaket, die Rede ist u.a. von € 5.000,- , gemeint, und Wissmann beruhigt sofort die Gemüter um alle Bedenken über die Verschwendung von Steuergeldern zu zerstreuen: Ludwig Erhard hat das auch schon gemacht und, man lese und staune, das Geld gehe ja nicht an die Autoindustrie sondern an den Käufer. Wem außer der Autoindustrie soll denn diese geplante Aktion nützen?
Wie kann ein Automobil- Lobbyist ernsthaft erwägen, die z.Z. gravierenden technischen und kostenseitigen Nachteile des E- Autos mit Geldgeschenken aus Steuergeldern zu kaschieren?
Soll das von der Regierung vor sechs Jahren marktwirtschaftlich völlig unsinnige Ziel von 1 Million E- Autos bis 2020 erreicht werden (z. Z. sind es gerade mal 30.000) wären ab sofort jährlich ca. 240.000 E- Autos in Deutschland abzusetzen; es sind aber z.Z. weniger als 12.000 Fzg. / Jahr mit reinem E- Antrieb, davon die Hälfte als Händler- und Firmenzulassungen, Tendenz fallend. Dies wird sich erst dann ändern, wenn das E- Auto die erforderliche Marktreife erlangt hat und eine gleichwertige oder bessere Alternative zum heutigen Automobil darstellt.
Die im selben Interview geäußerte und von Politikern immer wieder gern gemachte Aussage, das E- Auto fahre mit „Nullemission“ ist ebenso falsch wie irreführend: Die Emissionsquelle wird nur zum Kraftwerksschornstein verlagert, denn die elektrische Energie muss immer noch mit hohem Anteil an fossilen Energieträgern erzeugt und mit Verlusten zu den Ladestationen, falls vorhanden, transportiert werden. Das bedeutet keine Entlastung für die Erdatmosphäre.
Fazit: Noch immer entscheidet der mündige Käufer über den Erfolg eines Produktes und nicht Politiker, die mit Geldgeschenken aus der Steuerkasse locken oder Umweltargumente hervorbringen, die einer sachlichen Prüfung nicht standhalten. – Dipl. Ing. Michael Deil


In Ihrer Überschrift liegt das Geheimnis. Die Wahlstrategen der SPD taugen nichts. Die haben immer noch nicht kapiert, daß die Menschen diese Sprache der SPD ablehnen. Einmal Genosse immer Genosse! Das ist der Klassenunterschied zwischen CDU/CSU und der SPD. Ausserdem, wer soll das anstatt ……. bei der SPD machen? Ich jedenfalls sehe niemanden und das sehen die meisten Bürger wohl auch so. Aber mit einer Lüge möchte ich aufräumen – ich lebe in NRW, hier ist nichts in Ordnung. In NRW herrscht Chaos hoch drei. Die Ministerriege von Frau Kraft taugt auch nichts. Ganz oben auf der Skala steht der Innenminister, der von einer Katastrophe in die andere fällt. Der Finanzminister sieht seine Lebensaufgabe in der Jagd nach Steuersündern. Der Justizminister möchte seine Gefängnisse sauber halten. Der Verkehrsminister lässt den größten Verkehrsstau aller Bundesländer zu. Die Bildungsministerin lässt die Schulen verkommen. Das Ruhrgebiet kommt hinten nicht hoch. Fast alle Städte sind Pleite. Der einzige Lichtblick ist die Landeshauptstadt.
Hat Ihr Autor noch keinen Blick nach NRW gewagt? – Gunter Knauer


Nicht nur der Begriff „Flüchtling“ ist problematisch, auch die von Ihrer und auch anderen Zeitungen verwendeten Wörter wie „Flüchtlingsstrom“, „Flüchtlingswelle“ und vor allem „Flüchtlingskrise“ haben einen negativen Beigeschmack. „Welle“ und „Strom“ klingt nach Naturgewalten, die bedrohlich werden können. Setzt man die Zahl der Geflüchteten ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung in Deutschland, dürfte man korrekterweise nur von einem „Flüchtlingsrinnsal“ oder höchsten „Flüchtlingsbach“ sprechen. Und was soll sich der Leser unter einer „Flüchtlingskrise“ vorstellen? Dass die Flüchtlinge eine „Krise“ in Deutschland ausgelöst hätten, dass Deutschland durch die Flüchtlinge vor einem „Wendepunkt“ stehe? Dass die Regierung durch die Flüchtlinge in eine Krise geraten und nahezu „handlungsunfähig“ sei? Dieser Begriff ist gefährlich, weil er keinen konkreten Inhalt hat, stattdessen die Botschaft einer möglichen Gefahr transportiert und dadurch beim Leser eine Assoziation zwischen „Flüchtling“ und „Bedrohung“ auslösen kann. – Dr. Jens Lipski


Vielen Dank für Ihre couragierte Entgegnung auf Frau Rückerts Artikel.
Dieser hatte mich in all seiner Klischeebeladenheit und all seinen Verkürzungen mehr als ernüchtert. Das Kleinreden des heutigen Männerbildes hat sich ja zu einem bevorzugten Sujet der Feuilletons entwickelt. Ihr Credo für eine differenziertere Auseinandersetzung der Geschlechter kann ich nur unterstützen. Auf beiden Seiten sind Licht und Schatten. – Jan Clausen


Sie schreiben „Jedes Mal war es, als hätten die Klinikaufenthalte die alte Dame auf der langen Abwärtstreppe des Vergessens ein Dutzend Stufen weiter nach unten befördert.“.
Vielen Dank für diesen Satz, den ich nur unterstreichen kann. Ich bin Altenpfleger mit Berufserfahrung sowohl im ambulanten Bereich als auch im stationären und kann bestätigen, dass in aller Regel zwischen Zuhause-Wohnen und Pflegeheim ein Krankenhausaufenthalt steht. Und fast immer sind nicht die körperlichen Beeinträchtigungen schuld daran, dass das Heim unumgänglich geworden ist, sondern die im Krankenhaus erworbenen, leider irreversiblen kognitiven Defizite. – Johannes Koch


Wie schön, wenn sich alles relativiert und Miriam Lau mir aus der Seele spricht. Ich bin mit drei Schwestern aufgewachsen. Eine gute Zeit. Die älteste hat es wie Sabine Rückert gehalten, die jüngste wie Miriam Lau. Die erste war und ist nie glücklich, die jüngste sehr. Als Beobachter (und Bruder) wünsche ich jeder jungen Frau und insbesondere meiner 23-jährigen Tochter so viel irrationale Verliebtheit, wie es nur geben kann. Die platonische Kugel darf sich drehen, wie verrückt. Denn Frau Lau hat recht: Liebe, nichts kommt da ran … – Thomas Werner


Danke, Petra Pinzler, Sie haben sich nicht nur gut in das Thema eingearbeitet, sondern die Probleme auch verständlich beschrieben! – Genau genommen sind es jedoch nicht nur die Handelspolitiker (der EU), sondern in erster Linie unsere eigenen bundesdeutschen Abgeordneten, die die Parlamente, also sich selbst, systematisch aushebeln und zum Auslaufmodell machen. Sie sind es, die mehrheitlich der von ihnen getragenen Regierung zugestanden haben, wichtige Souveränitätsrechte unter dem Tisch wie auf dem Flohmarkt zu verscherbeln. Und die MehrheitsbeschafferInnen der SPD sind es, die etwa 60% ihrer Parteimitglieder, die zugleich Gewerkschaftsmitglieder sind, dadurch brüskiert haben, dass sie entgegen dem gültigen Koalitionsvertrag (und entgegen dem eindeutigen Votum der SPD-Grundwertekommission und gegen Voten der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer JuristINNen und der Jusos!) nicht auf die Einhaltung der (aller!) ILO-Kernarbeitsnormen auch in Kanada und den USA bestehen und dafür einen Mitgliederentscheid verweigern! Es gibt Gutachten (selbst von TTIP/CETA-Befürwortern!), die belegen, dass volkswirtschaftlich kein Gewinn aus diesen Machwerken zu erwarten ist. Klar ist auch, dass die bösen Zölle beseitigt werden  – und der biedere Steuerzahler den Einnahmeausfall wird ausgleichen müssen. Der Verzicht auf die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen lässt befürchten, dass (zumindest bei Neu-Arbeitsverträgen) Löhne und Sozialstandards drastisch abgesenkt, dadurch der Rentenkasse noch mehr Einnahmen entzogen werden und der Bundestag dann vorgibt, dazu gezwungen zu sein, das Rentenniveau noch weiter abzusenken. Noch kann die Kanzlerin sich ja einreden, auch das aussitzen zu können. Dabei dürfte politisch ihre Wiederwahl tatsächlich nicht mehr zur Disposition stehen, ebenso wenig wie die Kanzlerkandidatur unseres größten Waffenverkäufers, des Herrn aus der SPD, der glaubt, 3,3 Millionen Unterschriften (davon 1.617.720 aus der BRD – gegenüber 459.902 Mitgliedern der SPD…) gegen eine von der Europäischen Kommission wohl rechtswidrig unterdrückte Volksinitiative verhöhnen zu können. Das im Zusammenhang mit den Freihandels-Vertragsverhandlungen auffällig geschwundene (unterdrückte?) Selbstbewusstsein der Mehrheit der Bundestagsabgeordneten ist es, das diesmal die Machtübergabe nicht an eine braune Horde, sondern an eine verantwortungslose „Elite“ aus Konzernzentralen und Bankhäusern betreibt – an die Elite, die 2008/2009 die Weltwirtschaft an den Rand des Totalabsturzes gebracht hat und nur durch das Geld der Steuerzahler wieder Oberhand gewinnen konnte! – Manfred Bauer


“Vorsicht vor diesen Wörtern” – schon der Titel zeigt an, dass es sich bei der hier vorgetragenen Kritik um bloße Sprachkritik handelt. Die Erfinder von “Neusprache” trifft solche Kritik nicht, denn diese antizipieren ja ganz bewusst die kritisierte Wirkung ihrer Wörter und setzen auf deren Suggestivkraft. Und den mittels Sprachkritik für unmündig erklärten Bürger führt jede Sprachkritik nur noch weiter in die Unfreiheit. Bitte nicht den Sack schlagen, wo der Esel gemeint ist! Kurzum: Wenn Kritik, dann bitte spätestens seit Habermas – zumal in der “Zeit” – auf dem Niveau einer Kritik der Verständigungsverhältnisse! – Marcel Haldenwang


Plötzlich ist Hoyerswerda überall. Geht es vielen Sachsen so schlecht, dass sie Ihre Wut an den Schwächeren auslassen müssen? Ich, als Sächsin schäme mich dafür, dass die Parolen der Wende „wir sind das Volk“ dafür herhalten müssen, um Egoismus und Missgunst gegenüber Ausländern zu untermalen. Als wenn denjenigen nichts Besseres einfallen würde? Wovor fürchten diese Menschen sich, dass sie zu dieser rohen Gewalt neigen?
Die Stille nach der Schande, auch ich bin sprachlos, dass zu diesen Mitteln aus der untersten Schublade gegriffen wird, um 300 Flüchtlinge abzuwehren? Werden die Täter auch noch gedeckt von Feuerwehr und Polizeibeamten? Ein Oberbürgermeister aus Berlin und ein katholischer Ministerpräsident sollten doch wirklich in der Lage sein, die Bevölkerung zu Mitmenschlichkeit motivieren. In einem christlichen Bundesland? Und wo sind die 20 % die Linke – Wähler, die es ja auch in Bautzen gibt? Fehlt es an einer Allianz gegen Rechts oder sind die Machtinhaber auch nicht von der Flüchtlingspolitik überzeugt ? Oder fehlt es den Ossis an Politikverständnis, dass Sie mit ihrer politischen Wahl politischen Einfluss genommen haben? Muss erst die Afd kommen? Muss sich der deutsche Eigentümer nun vor den rechten Deutschen fürchten? Laut Pegida und Co. befürchtet der rechte Flügel die Vereinnahmung des (christlichen) Abendlandes obwohl es die christlichen Werte nicht besonders schätzt, oder? Vor welchen Wagen lassen sich die Sachsen hier eigentlich spannen?
Ich bin im Landkreis Bautzen geboren, lebe schon immer hier und teile gern mein Brot mit Fremden, die Schutz suchen und in der Hoffnung auf ein besseres Leben kommen. – Katrin Lieberwirth


Ihrer Argumentation fußt auf einem grundlegenden Denkfehler. Die NPD ist nicht „un-demokratisch“, sondern anti-demokratisch. Ziel der Mitglieder dieser Partei ist, die Bundesrepublik Deutschland und unsere Verfassung zu zerstörren. Hier geht es also nicht um die Spielart irgendwelcher abstrusen politischen Ideen, sondern um ein klar definiertes Ziel.
Mit Ihrer Argumentation von „Störungen an der Bagatellgrenze“ und des Kleinredens rechtsextremer Straftaten bereiten Sie den argumentativen Boden für Vorkommnisse in Bautzen, Clausnitz, und, und, und, von dem NSU ganz zu schweigen. EInen Bus mit Flüchlingen bockieren, die Menschen in Angst und Schrecken versetzen, neben einer brennenden Asylunterkunft stehend Beifall klatschen etc., was solls? Das müssen wir in unserer Demokratie schon aushalten? Nein, das sollten wir nicht.
Ach, und bezüglich der von Ihnen genannten angeblichen Machtlosigkeit und Erfolglosigkeit der „Splitterpartei“ NPD: Das Gleiche wurde anfangs über Hitler und die deutsche Arbeiterpartei  gedacht und geschrieben. Ähnliches ließen Herr Biedenkopf, Herr Tillich und viele andere über den Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Sachsen verlauten. Die Ergebnisse sprechen für sich. Wehret den Anfängen funktioniert  nicht mehr. Aber vielleicht lassen sich die schlimmsten Auswüchse begrenzen, also die NPD verbieten. – Dr. med. Th. Lukowski


Was soll das „Waldorfprinzip“ sein? Und was soll es in Verbindung mit einem toten Kind und Fehlern eines Jugendamtes sein? Warum vergleichen Sie Versäumnisse von Mitarbeitern eines Jugendamtes mit einem Waldorfkindergarten? Haben Sie mal einen Waldorfkindergarten von innen gesehen, und wissen Sie wie dort gearbeitet wird?
Sie setzen einen schrecklichen Tod und Mitarbeiterfehler eines Jugendamtes völlig willkürlich in Bezug zur Waldorfpädagogik. Ich finde das bösartig, diskriminierend und einer so lesenswerten Zeitschrift unwürdig. – Monika Heidrich


Wie alt ist Frau Lau? Ich nehme an, sehr viel jünger als Frau Rückert, die wahrscheinlich noch jünger als ich (64) ist.
Ich kenne mich zwar nicht in der kreativen Arbeitswelt der Journalisten aus, habe aber Einblick in    medizinische, naturwissenschaftliche, juristische Arbeitsbereiche. Die letzten beiden in der freien Wirtschaft.
Zu “ Frauen sind leicht zu beeindrucken……“ natürlich gibt es jede Menge genau diese Frauen. Sie sind zwar nicht die Mehrheit, stellen aber einen großen Prozentsatz. Was für ein Glück für Frau Lau, dass sie die nie kennengelernt hat. Kann ich mir gar nicht vorstellen.
Zu „irgendwann werden Sie den freundlichen Mentor…..“ Hat sie die Aussage nicht richtig interpretieren können? Mit Karriere überholt man ihn oder verläßt ihn, wenn man die Stelle wechselt. Falls man nicht gut genug ist, wird man uninteressant, in der Wirtschaft werden Leute, die es nicht so gut machen wie ihr Chef (es möchte) nämlich nur sehr kurzfristig gefördert. Auch die werden nur gut leben, wenn sie sich selbst genügen und allein sein können.
Bei einem Frühstück vor ein paar Monaten mit älteren Frauen, haben alle Mütter (ältestes Kind 45) festgestellt, dass man erst wirklich erwachsen wird, wenn man das erste Kind bekommt.
Das kann m.M. auch mit 19 sein, ohne Kind aber nicht vor 35. Deswegen habe ich auch beim Lesen von Frau Rückerts Artikel geschmunzelt. Ich nehme an, dass Frau Lau ihre Ansichten mit zunehmender Altersweisheit noch revidieren wird und hoffe, dass ihre Interpretation fremder Artikel noch zunimmt. – Angelika Jilge-Zeller


Vorläufiges Inkrafttreten von Handelsabkommen geht nicht ohne das EP – Nur über unsere Leiche.
Die vorläufige Anwendung von Handelsabkommen ist eine sensible Sache. Das haben wir im Europäischen Parlament fraktionsübergreifend schon lange erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen, zuletzt in der Anhörung der aktuellen EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström im Oktober 2014. Seitdem ist klar: Es wird ohne vorherige Konsultation des Europäischen Parlaments kein vorläufiges Inkrafttreten von Handelsabkommen geben – warum sollte man einen gut funktionierenden Ablauf auch ändern? Blicken wir dafür kurz zurück: Im Januar 2011 gab das Europäische Parlament seine Zustimmung zum Abkommen mit Südkorea. Dieses trat dann am 1. Juli 2011 vorläufig in Kraft. Nicht anders verhielt es sich bei dem Handelsabkommen mit Kolumbien und Peru sowie dem mit Zentralamerika. Für uns im Europäischen Parlament gibt es an diesem gut funktionierendem Ablauf auch bei CETA  und künftigen Handelsabkommen nichts zu rütteln. Ein Missachten käme gar einer interinstitutionellen Kriegserklärung nahe, welche die Zustimmung des Parlaments dann in der Praxis fast unmöglich machen würde. So kommt mir erstmal nur die Aufgabe zuteil, für Beruhigung zu sorgen: niemand kann getroffene Vereinbarungen zwischen den Institutionen aushebeln, Parlamente übergehen und irgend ein Abkommen ohne demokratische Kontrolle auch nur vorläufig in Kraft setzen. Handelspolitiker hebeln also keine Parlamente aus. – Daniel Caspary


Ihren Ausführungen zu den Vorfällen in Clausnitz und Bautzen stimme ich völlig zu.  Ich möchte hinzufügen: Als Deutsche ohne Migrationshintergrund distanziere ich mich von denen, die für sich beanspruchen: „Wir sind das Volk!“ Mir graut vor einer Verteidigung des christlichen Abendlandes durch ‚biodeutsche‘ Dumpfbacken, die außerdem wohl etwas durcheinanderbringen: Rassereinheit ist keine christliche Forderung, wohl aber Nächstenliebe. – Erika Nakaten


Ein ganz herzliches Dankeschön, Ihnen Hr. Soboczynski!
Endlich habe ich eine Ahnung, wo die Ursachen für die so heftig unterschiedliche „Weltsicht“ liegen oder liegen könnten. Und dieses Verständnis ist der erste Schritt für ein mentales Aufeinanderzugehen. Auch wenn ich keine Sitaution habe, wo ich in einen direkten Dialog mit ehemaligen „Ostblock-Menschen“, die nicht in den Westen gingen, habe, so hilft es doch sich in dem Chaos etwas zurecht zu finden. – Tillmann Wolf


Durch den Artikel von Frau Rückert auf den Frau Lau reagierte kämpfte ich mich mit zunehmender Genervtheit und mitunter aufwallender Übelkeit. Vielen Dank Frau Lau für Ihre Reaktion darauf. Wenn ich mir hier die Freiheit nehme die beiden Frauen ausschließlich aufgrund dieser beiden Artikel zu beurteilen, komme ich zu dem Schluß, das Frau Rückert eine verbiesterte Alt Feministin a la Schwarzer ist die nicht durchs Leben gehen kann ohne jedes kleinste Detail auf Frauenfeindlichkeit zu untersuchen und so zu verbiegen das sie ihre Vorurteile bestätigt sehen kann und Frau Lau einfach eine starke, selbstbewußte Frau ist (Punkt) – Anonym


Jaaa…, sind so froh über Ihre klaren Worte !
Selbstverständlich : Selbstverwirklichung der Frau – aber doch nicht auf Kosten/ um den Preis der LIEBE. des Geliebten (aus weiblicher Sicht : i.d.R. Mannes) .(der – reduziert zum Konkurrenten , ausgeschaltet werden soll ?). Wie trostlos wäre ein Leben ohne die Vision des Hohenliedes („wie schön bist Du…“…. … da war sie(er), als die.. die Frieden fanden..). Und wie tröstlich kann es sein, in/nach 40+mehr gemeinsam gelebten Jahren den Atem deines Lebensmenschen im Schlaf zu hören, oder z.B. beim Frühstück miteinander die Alpträume wegzulachen…
Warum soll es denn überhaupt so schwer sein, zu lieben ? Ist nicht jeder Mensch mit dieser Berechtigung geadelt („Du sollst lieben – mit ganzem Herzen, ganzem Gemüte „)- und also jeder Mensch liebenswert ? Quintessenz unseres Glaubens – letztlich jeder Religion. Emanzipation kann doch im Ernst nicht nur die berufliche Karriere meinen, sondern die ganze Lebenswirklichkeit – als Mann – Frau – Kind ; Mutterschaft – Vaterschaft – Beruf -Jugend- Alter usw.  – Esther Burke


Vor gar nicht all zu langer Zeit haben Sie eine Serie über das Vertrauen in die Medien rausgebracht, grade in Hinblick auf die „Lügenpresse“-Vorwürfe ist dieses Thema immer noch bei Ihnen präsent. Man will Vertrauen (zurück)gewinnen, mehr über den Beruf JournalistIn und die Arbeitsmethoden informieren und diese Erkenntnisse umsetzen.
Wenn Andrea Böhm schreibt: „Mithilfe von Fassbomben, Giftgas und der russ. Luftwaffe hat er [-Assad] die Kontrolle über entscheidende Regionen seines Landes zurückerobert.“ obwohl immer noch nicht abschließend geklärt ist wer die Giftgasangriffe zu verantworten hat, ignoriert sie so nicht die Zweifel an Assads Schuld, ergreift sie gar Partei?
Ich habe eine ganz Konkrete Frage (über eine Antwort würde ich mich tatsächlich freuen) an Frau Böhm / die Editierenden
Warum werden die Giftgasangriffe nicht „vermeintlich“ oder „eventuell“ Assad zugeordnet sondern explizit?
Angenommen es stellt sich heraus, die Giftgasangriffe wurden nicht von Assad verübt; haben sie dann gelogen? -es nicht besser gewusst? -es nicht besser wissen können? -oder brauchten sie die Giftgasangriffe nur für den Klimax?
Solche Fragen stellen sich nicht wenn Sie gleich neutral(er) berichten, die Argumentation des Artikels ändert sich dadurch ja nicht. – Johannes Schnell


Ich schäme mich als Sachse für die vielen Übergriffe auf Flüchtlinge und Asylunterkünfte, die in Sachsen und von Sachsen in der letzten Zeit verübt worden. Aber man sollte auch das andere Sachsen kennen, von denen BILD, taz, BZ oder Die Welt nicht berichten. Ich nenne das Beispiel meines Nachbardorfes Wiederau. Am 22. Dezember 2015 wurden knapp 60 Flüchtlinge in die Notunterkunft (2 Zelte) nach Wiederau gebracht, von deren Einzug die Bewohner nur wenige Tage zuvor erfahren hatten.  Das führte zu Protesten aber auch zu grandioser Hilfe durch die Dorfbewohner. Ohne sie wäre das Schicksal der Flüchtlinge eine Katastrophe gewesen. Von 30 Helfern wuchs die Gruppe auf 150, Patenschaften zu Flüchtlingen entstanden, Deutschunterricht wurde organisiert im Pfarrhaus und man feierte mit ihnen in den eigenen Familien. Als am Mittwochabend (24. 3. 2016) die Nachricht eintraf, dass die Flüchtlinge am Freitag (27.3. 2016) in das Erstaufnahmelager nach Rossau verlegt werden sollten, war das ein Schock für die Flüchtlinge und Helfer, denn in Wiederau wird Integration gelebt und nicht nur darüber geredet. So trafen sich die Helfer mit den Flüchtlingen in der Kirche und suchten nach einer Lösung. Gefunden war sie schnell: Alle Flüchtlinge wurden mit ihrem Gepäck von den Betreuern nach Hause mitgenommen, um sie vor dem schnellen Abtransport zu bewahren. Am Donnerstag Abend fand eine Zusammenkunft mit dem Landrat Damm (Kreis Mittelsachsen) in der Schule statt, wo der Landrat überzeugt werden konnte. Gegen 21.30 Uhr stand nach einer sehr emotional geführten Debatte fest: Der Kreis rudert zurück. Und das Lager wird nicht vor Ende März freigezogen. „Binnen kürzester Zeit sind hier Strukturen und Netzwerke zur Unterstützung der Asylsuchenden entstanden, die nach Möglichkeit aufrecht erhalten werden sollten“, erklärt Damm. Sie seien auch ein deutliches Zeichen, wie stark ehrenamtliches Engagement greift.  Auch das ist Sachsen im selben Landkreis, in dem auch Claußnitz liegt.
Herr Machowecz  (S. 1 „Angstgegner“ ) sollte deshalb aber wahrnehmen, welche „Ostdeutschen in der Partei (AfD) die Macht übernommen“ haben. Es sind ehemalige Westdeutsche. Frauke Petry kam aus Westdeutschland, Björn Höcke aus Hessen und Alexander Gauland kam auch aus Hessen, wo er 1987 bis 1991 die Hessische Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann leitete, der sein Mentor war. – Dr. Christoph Körner


Es ist Ihnen in Ihrem Artikel umfassend gelungen, den geistigen Hintergrund des Pegida-Phänomens und der fremdenfeindlichen Gewalt in der Ex-DDR zu verdeutlichen.   Es erstaunt immer wieder, wie dieser krasse Widerspruch zwischen dem propagandistischen Dauer-Trommelfeuer des angeblichen Internationalismus des Systems auf der einen Seite   und derKleinbürgerlichkeit und dem Mief der Strebergarten-Mentalität auf der anderen Seite so lange  existieren konnte. Was vielleicht einen Funken Hoffnung und Optimismus in Ihren Artikel hätte bringen können, wäre folgender Gedanke gewesen: Eine Gesellschaft braucht lange, bis sie die wirklich demokratischen Elemente eines Staates verinnerlicht hat.  Die Bundesrepublik hat dafür 40 Jahre Zeit gehabt.  Wir haben die Zeit gehabt , ganz handfest in der Praxis zu lernen: Zuerst in der großen Debatte um die deutsche Wiederbewaffnung. Eine großartige Auseinandersetzung und schließlich Konsensfindung. Dann die „Spiegelaffaire „.  Strauss  wollte die oppositionelle Presse unterdrücken. Die Spiegeljournalisten waren tagelang in Haft. Die Deutschen haben zum 1. mal erlebt, was Pressefreiheit ist und wie wichtig sie ist. Die Theorie hat in den Köpfen Wurzeln geschlagen. Dann der grandiose Übergang von der ewigen Regierungspartei Adenauers zur Opposition Brandts  –  eine Zeitenwende, lange Zeit für die Deutschen unvorstellbar, Dann die wichtigen Eingriffe Des Bundesverfassungsgerichts gegen Beschlüsse der Regierungen. Die Bedeutung der Unabhängigkeit der Dritten Gewalt wird erlebbar und verinnerlicht.
Dass Demokratie in ihrem Kern „gelernt“ werden muss, und dass dies Zeit braucht  –  dieser Gedanke hätte Ihrem Artikel gut getan ; denn auch die restlichen gewaltbereiten Ostdeutschen haben langfristig die Chance, demokratisch zu denken. – Klaus Podubecky


Auch wenn es Grund genug gibt, die AFD zu fürchten, sollte man nicht nervös um sich schlagen. Das tun Sie, indem Sie die Ostdeutschen eine Avantgarde des Schrecklichen nennen. Sie säen Zwietracht. Und nehmen leichtfertig in Kauf, ein Volk wieder auseinanderzudividieren, das in jahrelanger Anstrengung mühsam zusammengefunden hat. Unter großen Opfern, wohlgemerkt auf beiden Seiten. Geschichte wirkt nach, und an ihrem Päckchen tragen be­kanntlich Generationen.
Deshalb ist Ihre Angst nur zu begreiflich. Als Deutscher schämt man sich natürlch zutiefst, wenn Deutsche selbst vor Verbrechen gegen Hilfesuchende nicht zurückschrecken. Selbstver­ständlich, daß das Recht dagegen vorgeht und sie mit unnachsichtiger Strenge ahndet. Darüber sollte man aber nicht versäumen, sich einmal das politische Umfeld zu betrachten. Dem ratlosen Bürger bietet sich ein Bild völliger Verwirrung. Die einen sagen hü, die anderen hot. Warum nicht den Vorschlag von Franz Müntefering aufgreifen und die Hilfe für Flüchtlinge zu einer Gemeinschaftsaufgabe machen. Unter Führung des Bundes. Alles zieht an einem Strang. Ein Signal der Zuver­sicht, geeignet alle Kräfte der Gesellschaft zu mobilisieren. Wir Deutsche sollten uns erinnern, daß auch Hilfsbereitschaft und Toleranz zu unse­rer Geschichte gehören, obwohl die jüngere Vergangenheit und nun auch die jüngsten Untaten den Blick darauf verstellen. Ganz nebenbei nähme man so den großen Vereinfachern den Wind aus den Segeln. – Hinrich Storch


In der letzten Zeitausgabe vom 25.02.2016 ist mir Ihr hochinteressanter Artikel „Das Waldorfprinzip“ besonders aufgefallen. Ich muss dazu sagen, dass das Thema in diesem Artikel sehr gut erläutert wurde und dass der Ärger über das Nichteinhalten von Regeln im Jugendamt auch bei mir auf großes Verständnis trifft. Unerklärlich bleibt mir allerdings, in welchem Zusammenhang dieser Umstand mit dem „Waldorfprinzip“ steht. Mir ist bis heute nicht bekannt, und es widerspricht auch meiner Erfahung, dass es in der Waldorfschule Regeln gibt, die nicht eingehalten werden. Ich finde diesen Vergleich gänzlich unpassend und bitte sie hiermit, ihr pauschales Vorurteil noch einmal zu überdenken. Vielleicht wäre die Waldorfschule, das Prinzip dahinter und die vielen Vorurteile, die mit ihr verbunden sind, ein interessantes Thema für die nächste Zeitausgabe. – Mascha Lange


Vielen Dank für Ihren Artikel „ein Herz und eine Säge“ in der Zeit Nr. 10 vom 25.02.2016.
Sie bereiten das Dilemma des Waldes in Deutschland und ihrer (Holz-, Erholungs-, Naturschutz- und Seelen-) Waldnutzer fachlich und zum Spüren wunderbar vor dem Leser aus. Am Wald kristallisiert sich auch (vielleicht: „besonders“) wie der Mensch mit „seiner“ Erde umgeht. Begreift er sich als Teil der Erde oder „macht er sie sich untertan“. Sie haben dazu zwei Menschen herausgesucht, die für sich jeweils sehr dezidierte Standpunkte haben und sie leben.
Bei uns hier im Steigerwald haben wir den Konflikt nicht räumlich getrennt, sondern er entzündet sich in jedem Waldbestand, an jedem Baum, auf 11.000 ha. Täglich.
Bei jedem Baum, den ich und meine 10 KollegInnen tagtäglich begutachten, müssen wir uns die Frage stellen „ernten?“, „stehenlassen?“. Stehen lassen um in 10, 50, 150 Jahren an diesem Baum den noch wertvolleren Rohstoff Holz zu produzieren oder lege ich fest, ob er überhaupt nicht mehr genutzt werden darf und eines Tages nach vielleicht 10 Förstergenerationen eines natürlichen Todes stirbt? Nach welchen Kriterien mache ich das? Bin ich das Maß aller Dinge mit meinen Entscheidungskriterien? Wir vom Forstbetrieb Ebrach wollen dazu beitragen, dass der Wald alle Naturschutz-, Erholungs- Klima- und all‘ die anderen Funktionen bestmöglich erfüllen kann und wir wollen einen Teil des Holzhungers stillen und maßvoll den ökobilanzmäßig unschlagbaren Roh- und Werkstoff Holz zur Verfügung stellen.
Eigentlich ein wunderbarer Konflikt. Wir begreifen uns hier als Experimentierfeld zum Thema Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie. Kann die Integration von „Nutzen“ und „Schützen“ auf der selben Fläche gelingen? Kann man die widerstreitenden Interessen im selben Wald befriedigen, vielleicht sogar besänftigen? Diesen Beweis wollen wir antreten.
Und wir fürchten, dass dieses einmalige, nachhaltige und zukunftsweisende Vorgehen durch die Ausweisung eines Nationalparks „Steigerwald“ mit einem Federstrich kaputt gemacht wird. Das Ergebnis würde sein: nur räumlich getrennt kann man entweder Nutzen à la Schilcher oder Schützen wie Wohlleben. – Ellen Koller


Ja, Sie haben es auf „nur“ drei Seiten erklärt. Was ich allerdings nicht verstehe, ist dieser „humanitäre Striptease“ der Europäischen Union, um ein Wort Jean Paul Sartre´s zu bemühen. Ich verstehe nicht, warum eine Solidargemeinschaft mit 510 Millionen Menschen, nicht 1 oder 2 Millionen Kriegsflüchtlinge aufnehmen kann. Ich verstehe nicht, warum Europa im humanitären Krisenfall seine Werte wie Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Menschenrechte, Solidarität oder Schutz der Menschenwürde, aufgibt. Ich verstehe nicht, warum man die Einheit Europas nach jahrzehntelangem Ringen, durch Nationalismus und Rassismus zerstört. Ich verstehe nicht, dass das Land in dem ich seit 33 Jahren lebe, Österreich, seine Willkommenskultur verhöhnt und Viktor Orban nacheifert.
Doch dafür verstehe ich Max Weber, der schon vor langer Zeit erkannte, wohin sich die Menschheit entwickelt: „Fachmenschen ohne Geist, Genussmenschen ohne Herz: dies Nichts bildet sich ein, eine nie zuvor erreichte Stufe des Menschentums erstiegen zu haben.“ – Franz Josef Dorn


Frau E. Wehling erzählt uns von der US-amerikanischen Errungenschaft einer Theorie des “Frame” für das Konzept des weiteren Bedeutungs-Umfanges von sprachlichen Begriffen. Sie hätte ohne weiteres zuhause bleiben können, denn die Theorie der sprachlichen Konnotationen ist so neu nicht: Linguistik, Translationswissenschaften Psychologie, und  – nicht zuletzt – Sprachphilosophie würden leicht herhalten, allerdings leidet die abendländische Befassung mit dem Thema an der üblichen überkomplizierten Verabreichung der eigentlich einfachen Mitteilung. Was aber das neuerdings unvermeidliche  Beispiel des Wortes “Flüchtling” anbelangt, wird die als mitschwingend unterstellte negative Konnotation bei weitem übertroffen von der sorglosen, wenn nicht großteils überhaupt unzutreffenden Etikettierung der ganzen Immigrations-Population mit eben diesem Begriffe. Und das geschieht genau von jener Seite, die sich über negative Konnotation beschwert! – Dr. Alfred Franz


Vielen Dank für Ihren reizenden Artikel, natürlich sind Sie kein Fachmann, Sie können sich folglich nicht in die Forstwirtschaft hineindenken. Die Deutschen können es nicht.
Weil sie den Wald und die „Wildnis“ romantisieren, als etwas Verwunschenes und Friedliches auf Ihren Sonntagsspaziergängen im parkähnlichen Stadtwald erleben. Doch der Wald ist mehr als das. Er ist für vor allem Produktionsstätte und Arbeitsplatz für mehr als eine Millionen Mitbürger.
Flächenstilllegung, der Ruf nach mehr Wildnis wird laut, allen voran vom Umweltministerium. Doch was bedeutet das konkret? Ist es das was der Deutsche will? Was ist mit den Beschwerden von Waldbesuchern, Walkingruppen und Mütter mit Kinderwägen, die, durch die Holzernte verschmutze Wege nicht erschütterungslos passieren können?
Noch mehr Wildnis gefällig? Umstürzende Bäume, heulende Wolfsrudel, verwahrloste Wege und die logische Konsequenz – Wald sperren (wer möchte sich schon gerne mit einem Todesfall beim Sonntagsspaziergang in seinem Gemeindewald auseinander setzen)! Dann eben keine Ausflüge mehr in den Wald, das wäre ein fairerer Preis, den dann alle bezahlen – Waldbesucher und –besitzer.
Ich bin Försterin der jüngeren Generation, grade beende ich meine Anwärterschaft im Hessischen Staatswald. Nach einem vierjährigen Studium der Forstwirtschaft, umgeben und grade zu indoktriniert von „Pflanzenfaschos“ (ja, die machen sich auch an den Hochschulen breit, und das ist auch gut so, man stelle sich vor, keine Opposition…!) bin ich bereits nach einem Jahr Revierdienst doch gehörig desillusioniert was das grüne Gekuschel angeht.
In einem Revier von weit über tausend Hektar (und das ist eher Regel als Ausnahme) haben auch gut zehntausend Festmeter pro Jahr zu fallen. Der Staatswald hat Haushaltsdefizite an anderer Stelle zu stopfen und muss dafür abliefern. Obwohl wir Buchenland sind, kommen die bedeutendsten Einnahmen dennoch aus dem – wer hätte es gedacht – Fichteneinschlag. Kein Angriff auf irgendeine Landesregierung, nur ein Beispiel für die vielen Widersprüche mit denen die Forstwirtschaft permanent konfrontiert wird. Irgendwo müssen die Massivholzbetten und die Pellets für ein ökologisches Heim ja herkommen.
Die Fichtenmonokulturen der Heimatfilme sind weitgehend verschwunden – der Mischwald liegt im Trend. Dafür wollen wir die Schuld nicht gänzlich den „Pflanzenfaschos“ zuschieben, ein Mischwald bietet Vorteile wie Stabilität, Biodiversität, eine breitere Palette an Produkten und „Risikostreuung“. Aber ein Mischwald ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einfühlsamen waldbaulichen Handelns. Immer wieder kann man jedoch beobachten, dass die Buche – die sich in Deutschland im Wuchsoptimum befindet – die konkurrenzstärkste Baumart ist. Sie ist optimal angepasst und wenn die Förster sich zurück ziehen, und ihre Haupttätigkeit auf das Ausfindigmachen von Urnenplätzen verlagern, stehen wir in nicht allzu langer Zeit in einer neuen Monokultur – aus Buchen. Wer weiß, vielleicht schafft es Pollmeier ja doch irgendwann physikalische und chemische Gesetze außer Kraft zu setzen und die Buche zur Fichte zu machen…?!
Eine letzte Frage hätte ich noch an Herrn Wohlleben – jagen Sie eigentlich…? Denn das ist doch seit jeher die zentrale Aufgabe eines Försters, die Hege des Waldes. Und dazu gehört eben nicht nur, dass die Bäume nicht vom Borkenkäfer, sondern auch nicht von einem possierlichen Reh gefressen werden… Die Deutschen störts sicher nicht, Hirschrücken gibt es ja Gott sei Dank inzwischen auch bei Aldi. Aus Neuseeland. – Claudia Schulze


von dem o.g. Artikel („Angstgegner“) auf der Titelseite bin ich sehr enttäuscht. Ich habe das Gefühl, dass der Herr Machowecz ein ziemlicher  „Osthasser“ ist. Als Erfurter darf ich feststellen, dass Sachsen eben Sachsen ist und nicht der ganze Osten. Wenn der Autor die Sächsin Petry benennt, dann muß  auch der genauso schlimme Herr Höcke erwähnt werden,  aber der ist eben ein Hesse und kein „Ossi“! 26 Jahre nach dem Fall der Mauer sollte dieses Ausspielen West gegen Ost und umgekehrt endlich aufhören. – Dieter Rink


Ein weiteres Argument für ein BEDINGUNGSLOSES Grundeinkommen kommt aus der Hirnforschung, diese Betonung fehlte in Ihrem wunderbaren Artikel. Das Gehirn ist nicht auf HABEN sondern  auf das SEIN ausgerichtet.  Der kreative Wechsel  zwischen Wollen und Handeln macht uns frei und  laut Hirnforscher glücklich,  die griechischen Philosophen meinten, Glück komme von „glücken“. Das Grundeinkommen sollte nur EIN Bestandteil des Bürgers sein, (von Geburt an), damit Bürokratie nicht ständig den Gestaltungswillen verhindern kann. Es geht auch um Formen des Arbeitswechsels, der Weiterbildung und der sozialen Auszeiten. Ganztagsschulen müssen konzeptionell auf diese neuen Prozesse eingehen. Der kreative Wechsel zwischen kognitiver, handwerklicher, und sozialer Arbeit war schon immer Grundlage in der Waldorfpädagogik. Der  in Teilzeit arbeitende Mensch, der  aus Freude seine Rüben anbaut, oder den Schrank baut und Auszeiten für Soziales nutzen kann,  ist ein Beispiel. Wichtig zu bemerken, das durch diese Freiheit des  Menschen, Arbeitsplätze  menschenwürdiger würden, oder Unwürdiges als Opfer von Allen in kurzen Sequenzen getragen werden müßte. Es wurde Zeit, in der ZEIT so ein wunderbares Thema aufzunehmen, es geht um den Anfang einer großen sozialen Plastik,  die endlich  den Verkauf von menschlicher Arbeit auflöst und somit proletarische  Grundmaxime überwindet. Zu Ihrem Badewannen-Zeit- Beispiel, bei uns gibt es ein geflügeltes Wort: Eine halbe Stunde Gemütlichkeit ist gut, dann kommt die Verwesung! – Christa Meingast


Gut, dass es eine wachsame Presse gibt. Jede neue Information über CETA, TTIP & Co übertrifft noch die schlimmsten Befürchtungen seit der jeweils vorigen. Wenn unsere Politiker in Berlin und Brüssel den Plan haben sollten, dem Bürger auch noch die letzten Sympathien für diese Missgeburt von EU zu nehmen, machen sie jedenfalls exakt alles richtig. Jetzt sind wir also schon so weit, dass uns der amerikanische Schweinekapitalismus unter der irreführenden Tarnbezeichnung eines Freihandelsabkommens unter dreister Übergehung sämtlicher Parlamente und Verfassungsgerichte untergejubelt werden soll. Wenn ihr abgehobenen Politiker so weiter macht, werden die stetig schwindenden Wahlbeteiligungen wohl sehr bald noch das geringere Übel sein. – Gebhard Boddin


Zu Ihrer Frage :Verstehen Sie noch, worum es geht? -Ja,um Macht, wie immer, wenn zwei oder mehrere Männer einander begegnen. – Wolfgang Burkhardt


Den Artikel habe ich – ein Laie auf dem Gebiet der Linguistik, also ein „Otto Normalverbraucher“ – mit wachsendem Misstrauen gelesen. Erst habe ich mich über das mangelnde Sprachverständnis Frau Wehlings gewundert; schließlich bezeichnen „Flüchtender“ und „Flüchtling“ unterschiedliche Sachverhalte. Der eine befindet sich aktuell auf der Flucht, der andere flüchtet auch oder hat die Flucht beendet. Ich selbst bin „Flüchtling“ (gewesen) mit C-Ausweis. Dann bin ich auch kein „Steuerbeitragender“, sondern ich bezahle Steuern, tue also als Steuerpflichtiger meine Pflicht. So könnte ich die von Frau Wehling benannten, weiteren Beispiele weiter ad absurdum führen.
Natürlich unterliegen Worte dem Bedeutungswandel, von „Dirne“ bis „geil“. Was Wehling mit viel Brimborium versucht, ist den linken „Sprech“ der sechziger Jahre zu neuem Leben zu verhelfen. Sie macht genau das, was sie kritisiert: mit Sprache manipulieren. Danke, das hatten wir schon mal – mehrfach sogar. – Hanno Lülwes


Ein interessantes Interview mit einigen durchaus erhellenden Einsichten. Mein Frame zum Begriff ‚Rettungsschirm‘ ist allerdings keineswegs mit dem Schutz vor Niederschlägen konnotiert: Was ist schon so gefährlich daran, zumal doch ein Ende absehbar ist?
Rettungsschirme sehe ich eher an Schleudersitzen, Sojuskapseln und dergleichen, um den Sturz ins Bodenlose mit anschließendem Exitus zu verhindern. Also in Bezug auf Objekte/Fahrzeuge, die sich in einer Fallbewegung mit hoher Geschwindigkeit befinden. Das passt doch mehr zu Griechenland, oder? Man muss also wohl also wohl noch weiter differenzieren und fragen, wer hat welchen Frames im Kopf? Und warum? – Gottfried Tepper


Ich schätze an der Zeit die ausgewogene Argumentation. Daher verärgert es mich unglaublich, wie Sie 25 Jahre nach der Wiedervereinigung solch einen polarisierenden Artikel drucken und auch noch auf die Titelseite setzen können. Meines Wissens nach haben wir 16 Bundesländer, in dem die AFD versucht an die Macht zu kommen. Jedes Bundesland hat seine eigene Bedeutung und seine eigene Bevölkerungsstruktur. Alle Menschen aus dem ehemaligen Osten gleichzusetzen und diesen als bedeutungsarm zu bezeichnen befördert eine bewusste Spaltung dessen, was seit 25 Jahren zusammenwächst.
In den letzten Monaten sind viele gute differenzierte Artikel zu dem Thema erschienen, ob Fremdenfeindlickeit ein spezielles Thema der Ostdeutschen ist. Auch Pro und Contra Artikel zu dem Thema fördern den Meinungsaustausch. Dass dieser Artikel aber alleine auf der Titelseite steht, fördert die Abgrenzung in Ost und West. Ferner vermark der Artikel jenen Lesern aus den neuen Bundesländern (und die gibt es mit Sicherheit) das Gefühl geben, dass der Autor, ich unterstelle westdeutscher Herkunft, auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung mit einer gewissen Geringschätzigkeit auf den „bedeutungsarmen Osten“ blickt. Das an sich finde ich zwar schade, aber ebenfalls bedeutungsarm. Schlimm finde ich, dass eine überregionale deutsche Zeitung dies abdruckt und damit die gesamte Bevölkerung der neuen Bundesländer diffamiert.
Wenn die Zeit bei dem Thema weiterhin in diese Richtung geht, wundern Sie sich bitte nicht, eine langjährige Abonnentin zu verlieren. – Clara Hüge


Mit Interesse las ich den Artikel „Es ist Liebe“ im Wirtschaftsteil der Zeit Nr. 10. Zu Beginn schreibt der Autor ja darüber, dass gesellschaftlich immer davon ausgegangen wird, dass wir Menschen nicht gerne arbeiten und durch Entlohnung dazu gezwungen werden müssen. Und das möglicherweise ein Umdenken stattfinden müsste. Nun möchte ich gerne auf das erwähnte Umdenken eingehen. Es geht um das Grundeinkommen. Möglicherweise haben die Menschen schon immer gerne gearbeitet. Es ist Ihnen vielleicht, aus welchen Gründen auch immer, ausgeredet worden. Vielleicht kommt es beim Arbeiten ja mehr darauf an, dass man Fähigkeiten entwickeln möchte, in einer Ausbildung z.B., oder dass man das Tun möchte, was man schon immer tun wollte, und dass man die entwickelten Fähigkeiten dann im sozialen Zusammenhang einsetzt. Und dadurch weiterlernt, sich weiter entwickelt….. Das geht nur, wenn ich einen alten Begriff gebrauchen darf, wenn wir brüderlich zusammenwirken. In den aktuellen Diskussionen zur Wirtschaft, zur Umwelt usw. wir ja deutlich, dass Brüderlichkeit in der Politik nicht hilfreich ist und dass Freiheit in der Wirtschaft zu katastrophalen Folgen führt. Für mich wäre ein Gespräch in der Gesellschaft angesagt, das diese „alten“ Begriffe neu durchdenkt. Das wäre der Background für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens. Es setzt mich frei, meine Fähigkeiten dort einzusetzen, wo sie im sozialen Kontext gebraucht würden und nicht da, wo es den Wirtschaftsinteressen nutzen würde. Am Verhandlungstisch säße der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer auf Augenhöhe. Die Diskussionen um mehr Freizeit oder mehr Fun führen offensichtlich nicht weiter – nützen aber der Unterhaltungsindustrie. – Friedemann Geisler


In der Zeitausgabe 10/2016 lese ich, sowie im Wirtschaftsforum München höre und sehe ich, dass Deutschland noch viele ausgebildete Flüchtlinge benötigt. Da frage ich mich, wieso die deutsche Politik nicht gleich in Griechenland, nach der Registrierung einige tausend Flüchtlinge in Piräus oder Thessaloniki in einen oder mehrer Züge setzt, die direkt in die BRD fahren, dort wo die Leute für die Wirtschaft benötigt werden.
Alle Balkan Länder wären entlastet, die BRD müsste nicht über Österreich schimpfen, die ja bisher sowieso enorm vieles für die Flüchlinge gemacht haben und nach Einwohner-Prozentzahlen mehr Flüchlinge aufgenomen haben wie  z.B. die BRD. Machen sie das, es wird für Griechenland eine grosse Erleichterung geben. Da brauchen sie keine Brüsseler EU, die ja sowieso nichts vorwärts bringt und überall nur meckert, anstatt handelt.
Deswegen auch die Selbsthilfe der einzelnen Länder an der Balkan Route, in Östeereich, Dänemark oder Schweden, die ja auch schon entsprechende Massnahmen getroffen haben. – Thomas Breuss


Ich habe noch nie so eine klare und detaillierte Analyse des Syrienkrieges gelesen,die selbst für Berufspolitiker in dieser Form neu und z.T.unbekannt sein dürfte.Kompliment! – Günther Meyer


Mit Interesse habe ich den im Betreff genannten Artikel („Angstgegner“) gelesen, wundere mich allerdings bei Ihrem Blatt/Ihrem Ruf über die Ausdrucksweise des im Betreff genannten Journalisten. Zitate: „Der böse Osten überfällt das Land…“. „Eine Avantgarde des Schrecklichen…“. „… weil sie zur Randale neigt, zur Gewalt gegen Fremde, zu selbstzerstörerischem Hass“. Es folgen noch mehrere derartiger Titulierungen für eine Gruppe von Menschen die durch die Wiedervereinigung, Harz IV etc. in eine Situation gebracht worden sind, in der sie gerade noch ihren Lebensstandard aufrechterhalten können. Diese Menschen haben Angst, Angst ist nie ein guter Ratgeber, und wehren sich gegen die vermeintliche Veränderung ihrer Lebensverhältnisse. Um es klar zu sagen, wir haben hier das mittlere Bürgertum auf der Straße. Die Menschen wehren sich dagegen, dass man ihnen die Flüchtlinge „einfach vor die Tür kippt“ und es sind ja nicht nur Bürger sondern auch kommunale Verantwortliche die sich in gleicher Weise zu der Verteilung von Flüchtlingen äußern. Ihr Mitarbeiter Machowecz sollte sich mit den Führern der AfD auseinandersetzen und nicht in billige Art und Weise eine Gruppe von Menschen verunglimpfen die schlicht, wie schon gesagt, von Ängsten getrieben sind. Mir würde auch ein etwas neutralerer Berichtsstil besser gefallen, ich bin durchaus in der Lage mir aus verschiedenen Quellen meine eigene Meinung zu politischen Vorfällen zu bilden. An dieser Stelle ein Tipp, sehen Sie sich einmal die Formate des österreichischen Fernsehens „ZiB“ und schweizer Fernsehens „10 vor 10“ zu Vorkommnissen in der BRD, zum Flüchtlingsthema, an. Mir fallen dort gewisse Unterschiede in der Berichterstattung zur Berichterstattung in der BRD auf. Zum Schluss möchte ich noch auf die Veränderungen im „Politikersprech“ seit Oktober November 2015, das Flüchtlingsthema und deren Behandlung betreffend, hinweisen. Es kann durchaus sein dass Herr Martin Machowecz in 1 bis 3 Monaten eine „Veränderung“ in seiner Berichterstattung/Ausdrucksweise vollziehen muss. Es bringt doch nichts eine Bevölkerungsgruppe „verbal niederzuknüppeln“ nur weil im nächsten Monat 3 Landtagswahlen anstehen – und wir werden ja sehen ob es nur die Bevölkerung im Osten ist die diese Gesinnung vor sich her trägt. Die Einen üben offenen Protest die Anderen… – Peter Knebel


Kann es sein, dass Frau Elisabeth WehLING in den USA ein wenig ab vom Schuss forscht? Wieso sollte ein FlüchtLING männliche und aggressive Attribute aufweisen? Der LiebLING auch? Und wieso machen wir die Menschen/Dinge damit klein? Der FindLING ist meines Wissens ein ziemlich großer und gewichtiger Stein. Ideologisch interessanter erscheint mir beispielsweise die Frage, wieso wir im historischen Sprachgebrauch und Diskurs zwischen FlüchtLINGen und Vertriebenen unterscheiden? Mütterlicherseits bin ich ein FlüchtLINGskind, da die Familie meiner Mutter aus Ostpreußen geflüchtet ist. Sie haben sich selbst nie als Vertriebene gesehen, ganz im Gegenteil zu meinem Schwiegervater, der aus dem Sudetenland „vertrieben“ wurde. „Meine FlüchtLINGe“ sind überwiegend Frauen und Kinder, unterwegs mit Pferd und Wagen oder zu Fuß, im Straßengraben Schutz suchend vor Tieffliegern und deren Bomben. Oder eine Frau mit drei kleinen Kindern, auf sich gestellt, Hilfe suchend an den Türen im zerbombten Erfurt, die nur Kälte und Abweisung erfährt und ihre Jüngste im Straßengraben sterben sieht… Solche Erfahrungen gibt es massenhaft in deutschen Familien, doch sprechen wir darüber? Als FlüchtLINGsmädchen hat meine Mutter aber nicht nur Ausgrenzung erlebt, sie erzählt auch von großzügigen und christliche Nächstenliebe praktizierenden Menschen, die sie und ihre Familie bei sich auf dem Bauernhof in Schleswig-Holstein aufgenommen haben und geholfen haben, wo sie nur konnten.
Dennoch bin ich Frau WehLING dankbar dafür, dass sie uns vor unserem Sprachgebrauch warnt. Allerdings haben wir nur diese Sprache, um uns zu verständigen – mal besser, mal schlechter. Alleine der Nicht-Gebrauch von Worten verhindert nicht die Existenz von Gedanken und Bildern. – Christiane Hansel


Der Verfasser des Dossiers über den deutschen Wald, das zwei gegensätzliche Positionen von Waldbesitzern eindrucksvoll darstellt, scheint mir auf eine listige Verdrehung des Herrn von Schilcher hereingefallen zu sein: Jener viel zitierte Sächsische Oberberghauptmann, der Erfinder des Begriffs Nachhaltigkeit, hat keineswegs verfügt, je schneller geschlagen werde, desto schneller müsse nachwachsen, nein: Man dürfe nicht mehr Holz verbrauchen, als nachwachsen könne. Das bedeutet seither Nachhaltigkeit. – Dr. Dieter Schmidt-Sinns


Auf welcher Insel der Seligen haben Sie diese ‚repräsentative‘ Umfrage veranstaltet? In unserer Firma sicher nicht.  Als Betriebsrat kann ich die Stimmung bei uns ganz gut einschätzen. Die Rahmenbedingungen sind bei uns wie bestimmt wie in vielen anderen Betrieben auch: jahrelange Verkaufsgerüchte mit allen Unsicherheiten , dann Verkauf mit Bedingungen, die gerade keine Freude an der Arbeit aufkommen lassen.
Generell kann ich das Ergebnis so nicht verstehen. Es ist doch logisch, daß ein ’normaler‘ Arbeitsloser sagt, er sei extrem unglücklich. Da ich selber auch mal arbeitlos war, weiß ich, wovon ich rede. Es ein Unterschied ob man nicht arbeiten darf oder nicht arbeiten muß, um leben zu können. Mit meiner langjährigen Berufserfahrung kann ich sagen, daß die Arbeitsbedingungen nicht gerade besser gworden sind. Dazu kommt, daß man als Angestellter zu einer reczhnerischen Größe verkommt, zu einem BJ. Das ist nicht gerade die Wertschätzung, die man gerne hätte.
Auch in meinem privaten Umfeld höre ich nicht gerade Begeisterungsstürme über die Arbeitsbedingungen und damit die Freude bei Arbeit. . Dr. Peter Winter


Nicht nur das „… nötige politische Gespür“, sonder auch das vollkommen fehlende Bewusstsein und Wissen was Demokratie ist und bedeutet (vgl. Äußerung der Handelskommissarin zu ihrer „Wahl“). Der „TTIP-Lesesaal“ für Abgeordnete ist von den US-„Freunden“ als auch dem voluminösen Führer einer ehem. Volkspartei – ZICK-ZACK-Sigi – eine bodenlose Frechheit und zeugt auch vom fehlenden demokratischen Bewusstsein.
Wer den Bericht in 3sat am 19.02.16 – Konzerne klagen – Wir zahlen Wie Schiedsgerichte den Rechtsstaat aushebeln – gesehen hat, begreift dass das Freihandelsabkommen grenzenlose Spekulations- und Profit-FREIHEIT für wenige bringt, die die Mehrheit bezahlt (vgl. Finanzkrise 200ß mit Hypothekenverbriefung) Marktkonforme Demokratie u. die späte Rache der DDR an der BRD!
Das Chlorhühnchen, Zölle, technische Normen und die exorbitanten Einkommenszuwächse aller EU Bürger, sowie die millionenfach entstehenden Arbeitsplätze sind weniger als Peanuts gegenüber der steigenden Anzahl von Oligarchen und marktkonformen Demukraturen,.
Und so beschließt er (L. Canfora) seinen Epochenüberblick vom antiken Athen bis zur EU-Verfassung mit dem provokanten Fazit: »Die Demokratie ist auf andere Epochen verschoben und wird von anderen Menschen neu konzipiert werden. Vielleicht nicht mehr von Europäern.«( Eine kurze Geschichte der Demokratie, Köln 2004) – G. Hertle


Wieder einmal fand ich einen ZEIT-Artikel nicht nur gut oder spannend, sondern absolut aufregend. So sehr, dass ich den Wunsch hatte, ihn  („Vorsicht mit diesen Wörtern“) mit vielen Leuten teilen zu wollen: weil er konkret etwas mit uns zu tun hat; weil er das Bewusstsein, mit dem wir durchs Leben gehen, wie wir Alltagsdinge denken, hören, bewerten und verarbeiten direkt beeinflussen kann. Der uns hilft, Politiker- und Meinungsmachersprech zu dechiffrieren, der uns schlicht hilft, die Welt mit anderen Augen zu sehen, vielleicht sogar ein wenig zu verändern. – Christian Gayed


Wir müssen versuchen, möglichst viele Mitbürger davon zu überzeugen, dass die Zuwanderung keine Bedrohung sondern eine Bereicherung darstellt.
Und es ist immer besser zu agieren und diesen Prozess soweit möglich aktiv zu gestalten, als auf eine Völkerwanderung nur immer ex-post zu reagieren.
Natürlich ist dies ein große Herausforderung für unsere Gesellschaft – aber eben auch eine Riesen-Chance. Leider stellen Sie aus meiner Sicht die falschen Fragen und versuchen – wie viele andere – der Polizei als letzte Grenze die Schuld für den Tod eines psychischen Kranken und einer Gefahr für die Allgemeinheit zu zuschieben. Und dies noch dazu mit journalistisch fragwürdigen Methoden. Wieso versuchen Sie eine Verbindung mit Todesschüssen in der USA durch die Polizei (auf Afroamerikanern) mit diesem Fall in Verbindung zu bringen. In 2015 wurden in den USA 1.134 Personen durch die Polizei getötet, davon 300 Afroamerikaner und nach Ihrer Aussage wird in Deutschland alle acht Tage einmal von der Polizei auf eine Person geschossen – nicht getötet. Bei diesen Zahlen sehe ich nicht das Problem, das Sie für Deutschland damit herstellen wollen. Wieso stellen Sie nicht die Frage, warum jemand, der von der eigenen Mutter als „fremdgefährdend“ angezeigt wird, frei mit einem Messer herum laufen kann? Wieso ist jemand mit Gefahrenpotential, der jegliche Therapie ablehnt nicht eingesperrt? Und von einem Polizisten zu verlangen, dass er bei einer offensichtlich gefährlichen Person, die nur noch 1,5 m entfernt ist und sich mit einem Messer auf ihn zu bewegt, dass er auf die Beine schließt ist nicht mehr nur naiv, sondern dumm. Glauben Sie wirklich dass man auf diese Entfernung eine Personen mit einem Schuss auf die Beine stoppen kann? Deshalb stellt auch niemand diese Frage.
Gott sei Dank sind wenigstens noch die Gerichte nicht auf dieses Polizei-Bashing eingestellt, anders als einige Journalisten, zumindest so lange sie nicht selbst die Polizei brauchen. Und ich bin kein Polizist! – Jens Kruse


In der DDR aufgewachsen und gelebt, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass die Mechanismen des Nationalsozialismus, mit denen jeder „Ossi“ bis zum Überdruss in Schule und im Alltag konfrontiert wurde, es aber dann doch irgendwie Konsenz für viele DDR-Bürger zu sein schien: kein Faschismus, kein Rassismus, nie wieder Krieg, das all diese Zusammenhänge 25 Jahre nach der Wiedervereinigung vergessen sind, selbst von einem im Osten Sozialisierten , der inzwischen Ministerpräsident eines Freistaates Sachsen in der Bundesrepublik Deutschland geworden ist und somit höchste Verantwortung für die Erfüllung und die Einhaltung des Grundgesetztes hat. Ich schäme mich für diese Ostdeutschen, wie Herrn Tillich. Da befürchte ich Ignoranz gegenüber der Realität, um die eigne Unfähigkeit und Inkompetenz auf höchster Stufe nach dem Peterprinzip zu vertuschen und/oder sogar heimliches Einverständnis mit menschenverachtenden Einstellungen. Jetzt begreife ich langsam, wie es zur Katastrophe der Nazizeit in Deutschland kommen konnte. Ich habe keine Angst vor der Islamisierung des Abendlandes und vor Flüchtenden aus aller Welt. Ich habe Angst vor Deutschen und vor unfähigen und opportunistischen Ministerpräsidenten. – Frank Triller


Es ist eine sonderbare Sprache, die wir sprechen, aber das fällt uns kaum noch auf. Da mag ein Blick von außen helfen, etwa von einer deutschen Hirnforscherin aus dem fernen Berkeley (Interview in der ZEIT vom 25.2.2016). Dass unsere Wörter nicht nur eine klar zu benennende Bedeutung haben, in ihnen vielmehr andere Bedeutungen nebenbei  mitschwingen, das wissen allerdings auch viele, die Frau Wehlings Konzept des framing noch nicht kennen; man kann diese Nebenbedeutungen  Konnotationen nennen.
Sind die Konnotationen eines Wortes von Übel, sollte es umschrieben werden. Auf der Suche nach  gutem Ersatz ist der Blick aus der Ferne nicht immer hilfreich: Frau Wehling schlägt vor, „flüchtender Mann“ oder „flüchtende Frau“ statt Flüchtling zu sagen. Das ist aber  umständlicher. So wie das korrekte Wort „Asylbewerberin“ umständlicher ist als das anrüchige „Asylantin“, und  „Studierende“ umständlicher als „Studenten“. Auch der im Interview vorgeschlagene „Steuerbeitragende“ macht die Sprache nicht eleganter. Deutsch ist sowieso eine ziemlich umständliche Sprache, stößt man etwa jemanden aus Versehen an, heißt es „Entschuldigung“, wo Engländern und Franzosen zwei einfache Silben genügen.  Die inhaltliche Reinigung macht die Sprache in unseren Zeiten noch schwerfälliger, die Beispiele dafür sind nicht zu zählen, und man überlässt das längere Reden mehr und mehr den Spezialisten, etwa Politikern oder Linguisten.
Manchmal wird nicht einmal der Inhalt besser: Frau Wehling meint, die Endsilbe von „Flüchtling“ trage die Bedeutung „klein“, und das Kleine stehe oft für etwas Schlechtes, Minderwertiges.  Klein sind freilich auch die Kinder, welche doch recht beliebt sind. Verkleinernd klingt, wenn mit Zärtlichkeit von einem Liebling gesprochen wird. Dass auch der Flüchtling als klein und schwach konnotiert wird, ist nicht übel, sondern treffend, denn man muss ihm helfen. Sprachkritik wie in diesem Interview hilft  der deutschen Sprache nicht weiter. Einst hat die ZEIT in den Artikeln Dieter E. Zimmers viel zum Thema Sprache zu sagen gehabt. Wie ich diesen Autor vermisse! – Axel Lindner


Der Rezensent versieht aktuelle Henry-James-Übersetzungen mit Pauschaletiketten. Die „What Maisie Knew“-Übersetzung von Hans Hennecke (1955; lohnende Vergleichslektüre) nennt er „eleganter“ als meine (2016) und führt als Beispiel eine Stelle aus dem 21. Kapitel des Hennecke-Textes an. Die zu einer seriösen Kritik gehörende Fairness hätte es geboten, als Grundlage für ein Urteil die eigenen Prämissen zu nennen. Wenn der Rezensent das nicht will oder kann, hat er die Möglichkeit, dem Leser kontrastierend vor Augen zu führen, was er selbst z. B. unter „elegant“ versteht. Ich darf das hier für den „Zeit“-Rezensenten nachholen.
Originale Textstelle James:
She draped herself in the tatters of her impudence, postured to her utmost before the last triangle of cracked glass to which so many fractures had reduced the polished plate of filial superstition.
Zitierte alte Übersetzung („elegant“):
Sie hüllte sich in die Lumpen ihrer Schamlosigkeit, wobei sie sich aufs äußerste in Szene setzte vor dem letzten Dreieck zersplitterten Glases, das von dem feingeschliffenen Glasteller töchterlichen Aberglaubens übriggeblieben war.
Nicht zitierte neue Übersetzung (weniger „elegant“, aber „näher am Originaltext“):
Sie drapierte sich mit den Fetzen ihrer Impertinenz, warf sich aufs Großartigste in Positur vor dem letzten kleinen Splitterscherben, dem dreieckigen Überbleibsel der einstmals polierten und danach vielfach zersprungenen Glasplatte eines kindlichen Irrglaubens. Jetzt weiß der Leser, was der Rezensent unter (weniger) „elegant“ und „näher am Originaltext“ versteht. Der Rezensent insinuiert außerdem mangelnde handwerkliche Kompetenz bei der Neuübersetzung, die sich darin äußere, dass der Übersetzer wegen „mancher Umständlichkeiten … zu vielen Fußnoten“ habe Zuflucht nehmen müssen. Wie fundiert diese Behauptung ist, lässt sich an einem willkürlich ausgewählten Beispiel (hier aus dem 17. Kapitel) vorführen:
Maisies Weg zum Unterricht führt sie „vom Bahnhof durch die Glower Street – Mrs Beale lachte einmal über die Aussprache dieses Namens42 durch ihre kleine Freundin“. Es wird Leser geben, denen sich der Grund des Gelächters nicht gleich erschließt; sie finden ihn im Anhang. Dort wird u.a. aufgezeigt, welche Assoziationen in Personennamen wie Maisie, Farange, Cuddon etc. enthalten sind. Insgesamt gibt es 82 „Anmerkungen“: 20 beziehen sich auf Ortsangaben; 15 sind Übersetzungen fremdsprachlicher Textstellen; 15 erklären Maße, Währungen, Titel, Institutionen, Verkehrsmittel, Kleidungsstücke etc., 8 befassen sich mit der Namensgebung, 5 schlüsseln Bezüge zur Bibel oder zu anderer Literatur auf, 3 erläutern historische Hintergründe, und der Rest gibt Hinweise auf Sekundärliteratur (The Mind of the Child u. a.), zu rhetorischen Figuren (apostrophe), Farbsymbolik (scarlet) oder dem Dialekt des Dienstmädchens.
Der Rezensent denunziert also einen Service für die Leser eines anspruchsvollen Textes als Krücke, die der Übersetzer benötige, weil es ihm an präzisem Vokabular gebreche. Falls der Rezensent nicht geblättert, sondern den Text gelesen hat, dürfte sich die sehr spezielle Logik seines Verdikts wohl nur ihm selbst erschließen. – Gottfried Röckelein
Sie sprechen mir aus der Seele. Obwohl mich Frau Rückerts Schwarzmalerei mehrmals zu heftigem Widerspruch gereizt hätte, fand ich keine Worte, die sich gegen das Totschlagargument behaupten hätten können, dass Männern einfach kein Urteil über die Befindlichkeiten der Frauen zustehe. Ich bin dankbar und froh, Ihre Replik gedruckt zu sehen. – Michael Krebs


In dem o.a. („Das Waldorfprinzip“) Artikel befassen Sie sich mit dem Tod des kleinen Tayler und den Versäumnissen des Jugendamtes. In diesem Zusammenhang zitieren Sie die Aussage der Sozialsenatorin Frau Leonhard, dass die vorhandenen Regeln auch „auf jedem Schreibtisch ankommen und von allen akzeptiert werden“ müssten. Diese Stellungnahme kommentieren Sie mit dem Satz: „Das wäre in der Tat schön. Ein Jugendamt ist kein Waldorfkindergarten“. Ihr Kommentar unterstellt, dass es in Waldorfkindergärten, salopp gesagt, drunter und drüber gehe, es jedenfalls keine verbindlichen Regeln gebe. Wie kommen Sie zu dieser Behauptung? Warum belegen Sie diesen Vorwurf mit keinem einzigen Argument? Warum haben Sie aus diesem Satz, der mit dem von Ihnen geschilderten Problem nicht das Mindeste zu tun hat, auch noch die Überschrift abgeleitet?
Das ist blanke Demagogie! Da Sie, Frau Parnack, nicht nur die Autorin des Artikels, sondern auch die verantwortliche Redakteurin des Hamburg-Teils der ZEIT sind, hätte man von Ihnen vielleicht ein wenig mehr Verantwortungsgefühl erwarten können. Selbst wenn es sich „lediglich“ um eine Variante des etwas dümmlichen, aber doch eher harmlosen Spruches „Das Leben ist keine Waldorfschule“ handeln sollte, wäre es reichlich unüberlegt daher geplappert, zumindest völlig unpassend für den doch sehr ernsten Hintergrund. Das hätte auch den Korrektoren auffallen können (oder treten die bei der Ressortleiterin nicht in Aktion?). Es gibt Mitarbeiter Ihres Hauses, die offenbar mehr von der Waldorfpädagogik halten als Sie. Jedenfalls schicken sie ihre Kinder auf unsere Schule und haben sich bisher nicht beschwert – schon gar nicht über den Tod eines uns anvertrauten Kindes. Noch in der NS-Diktatur gab es die Redewendung „wie in der Judenschule“. Das ist heute natürlich politisch nicht mehr korrekt; Sie haben jetzt offenbar ein in Ihren Augen passendes Nachfolgemodell erfunden. Herzlichen Glückwunsch! Wenn Sie und Ihre Redaktion so agieren, brauchen Sie sich über den Vorwurf der „Lügenpresse“ nicht mehr zu wundern. – Susanne Stein


Wenn ein Leser diesen Artikel geschrieben hätte, könnte man denken, dass hier jemand unbedingt einen Beitrag zum Kalten Krieg leisten wollte, unter Ausnutzung der scheinbar uneingeschränkten Meinungsfreiheit. Der Artikel strotzt vor Russlandfeindlichkeit. Schon die Überschrift erweckt den Eindruck, als wenn der seit 2011 andauernde Konflikt in Syrien allein „Putins Krieg“ ist. Dann heißt es u.a. „Die Russen schießen auf Aleppo“ und „…die Mordwut der russischen wie der Assad-Kräfte..“. Mit keiner Silbe wird IS erwähnt. Es wird auch nicht erwähnt, dass Syrien unter „Assads Killerdiktatur“ vor dem Konflikt z.B. ein hervorragendes Bildungs- und Gesundheitssystem hatte. Die hervorragenden und klugen Politiker Bismark, Rathenau, Stresemann werden schlecht gemacht, weil sie „mit den Russen paktiert“ haben. Und – das ist auch neu – es wird behauptet, den Zweiten Weltkrieg hätte der Hitler-Stalin-Pakt entfesselt, womit die Nazis fein aus dem Schneider wären.
Was die „Einverleibung der Krim“ anbetrifft, sollte man sich fragen: „Was ist mehr wert: Die Feiertagslaune eines Nikita Chruschtschow, der die russische Krim der damaligen Ukrainischen SSR überlassen hatte oder der Wille der Leute, die dort leben?“. Der russische Premier Medwedew wird diffamiert, weil er von dem neuen Kalten Krieg „faselt“. Dieser Mann hat doch nur ausgesprochen, was schon lange ganz offensichtlich ist. Indirekt wird auch noch für die AfD geworben. Aber diesen Artikel hat nicht ein russlandfeindlicher Leser geschrieben, sondern – Sie lesen richtig – der Herausgeber der ZEIT. Ich bin sehr verwundert und würde empfehlen, einen Blick in Scholl-Latours Buch „Russland im Zangengriff“ zu werfen. – Günter Baumhekel


Mich hat heute bei meiner Lektüre der Zeit ein Artikel aus ihrer Rubrik Recht & Unrecht gestört: Der Artikel „Manuel stirbt“ von Moritz Aisslinger. Die einleitende Frage machte mich neugierig und lies mich eine differenziertere Auseinandersetzung, wie die Polizei sich auf die Konfrontation mit psychisch Kranken vorbereiten könne, erwarten. Stattdessen habe ich bekommen: Die Lebensgeschichte des Manuel Krug und ein dramatisch ausgeschlachteter Tathergang. Die einzig kritische Feststellung, die in die richtige Richtung ging, war, dass niemand den Polizisten gefragt habe, warum er nicht auf die Beine des Opfers geschossen habe. Wenn diese Aussage bereits in der Einleitung des Artikels gefallen wäre, hätte sich Moritz Aisslinger im Folgenden kritisch mit dem Verhalten Christian F.s und dem Rest der Polizeieinheit beschäftigen können und der Frage nachgehen, ob und vielleicht sogar in welchem Umfang und in welcher Weise Polizisten für den Umgang mit psychisch Kranken geschult weden sollten. Dies hätte dann auch einen Erkenntnisgewinn für den Leser bedeutet, der bei ihrem Blatt sicher keine narrativ aufbereitete Biografien um der Unterhaltung willen lesen möchte. – Valentina Spleis


Als Altenpflegerin staune ich, dass das Verfahren gegen Christian F. eingestellt wurde. Die Bedrohung durch demente Bewohner eines Pflegeheimes gehört zum ganz normalen Dienstalltag. Verbale Gewalt, aber auch kratzen und beißen gegen die Betreuenden sind im späteren Stadium Hirngeschädigter gängige Äußerungen (einzelner) betroffener Bewohner. Wären sie bewaffnet stünden wöchentlich Berichte von Massakern in den Medien. Würde ich als Pflegekraft anders als verständnisvoll und mediatorisch auf diesen ganz normalen Wahnsinn reagieren, wäre ich schnell mit einer Abmahnung oder Kündigung konfrontiert. Und/oder müsste mich vor Gericht rechtfertigen. – Eva-Maria Fahl


Das Gespräch mit Elisabeth Wehling über ihr Buch „Politisches Framing“ macht auf diese Publikation nicht sehr neugierig. Es geht anscheinend mal wieder um Wörter, die zu meiden sind, weil mit ihnen manipuliert oder Menschen diskriminiert werden. Hinreichende Kritik an Euphemismen und anderen Ausdrücken, die je nach Kontext auch irreführen können, gibt es schon lange. Dazu braucht es aber keine Neurolinguistik, die uns im Übrigen bis heute keineswegs ermöglicht, „in Gehirne (zu) blicken und sehr genau (zu) sehen, wie Wörterverarbeitet werden.“ Sie kann leider noch immer nicht feststellen, wo und wie welche Deutungsrahmen (Frames) für einzelne Wörter zerebral gespeichert sind. Die Frame-Semantik, auf die sich Frau Wehling bezieht, hat zweifellos dazu beigetragen, die Bedeutung von Wörtern nicht als lexikalisch fixiert, sondern als ‚gerahmt‘ von Erfahrungen und Wissen der Sprecher und Hörer zu sehen, also von realen Verwendungskontexten.
Das Wort Flüchtling ist jedoch als Beispiel wenig geeignet, um uns wegen seines „Frame“ vor einer Manipulation zu warnen, zumal nicht gesagt wird, wer uns damit manipuliert. Frau Wehling macht ihre Warnung an der Endung –ling fest, weil man „mit dieser Endung Menschen klein machen und sie dadurch abwerten kann“. Das ist mit Wörtern wie Schönling oder Schreiberling zweifellos möglich, liegt aber für Häuptling, Zwilling oder Liebling weniger nahe. Neben dem Kleinmachen, sei Flüchtling auch wegen seines maskulinen Genus zu tadeln, weil es die damit bezeichneten Menschen „eher stark als hilfsbedürftig, eher aggressiv als umgänglich“ erscheinen lasse. Also sowohl klein als auch stark und aggressiv? Auch hier sollte besser auf die konkreten Verwendungskontexte von Flüchtling geachtet werden. Und das sind gerade jetzt nicht nur Situationen, in denen Menschen, die aus Krieg und Not fliehen, abgelehnt und vielleicht sogar beschimpft werden, sondern auch die vielen Kontexte in denen ihnen auch unter der Bezeichnung Flüchtlinge Freundlichkeit und Hilfe zugewandt werden. Dass es ihnen besser ginge, wenn sie „Flüchtende“ genannt würden, wie Frau Wehling vorschlägt, ist zu bezweifeln. Es ist wichtiger und dringender, Flüchtlingen zu helfen als zwar gut gemeinte, aber linguistisch schlecht begründete Warnungen vor einzelnen Wörtern zu verbreiten. – Gerhard Stickel


In Bananenrepubliken ist u.a. Korruption in der Art üblich, daß ein Minister eine Branche begünstigt und sich dann später nach Ausscheiden aus der Politik von dieser als Interessenvertreter anheuern läßt. Das Interview mit Herrn Wissman zeigt diesen als  geschliffenen Formulierer,  der Interessen der Autoindustrie so vertritt , das es nur so vor Scheinheiligkeit strotzt: “ die Autoindustrie habe sich auf die Larborwerte nur berufen, weil sie EU-weit gesetzlich vorgegeben sind…..“ Diese Laborpraxis war das Ergebnis intensivsten Lobbying der Autoindustrie in Brüssel! Nur so konnte die Industrie auch die herabgesetzten Emmisionswerte scheinbar einhalten.Jetzt werden die erlaubten Emissionswerte  still und heimlich bereits heraufgesetzt, weil praxisnähere Testwerte nicht mehr zu verhindern sind! „Feinstaubprobleme lassen sich nur durch mehr Investitionen in Technik verhindern…..“ Bei der absehbaren weiteren Vermehrung der Autos hilft dies letzlich nicht. Bisher ist jeder technische Fortschritt immer durch größere Autodichte und stärkere PS -Zahlen überholt worden. „Startsubventionen  für die Elektromobilität “ fließen nicht der Industrie zu….“  Vordergründig vielleicht nicht aber in den Auswirkungnen ganz direkt . Die Käufer tragen sie zum Autoverkäufer , womit sie den Produzenten zugute kommen. Diese verdienen an den umweltschädlichen Wagen so gut, daß die Entwicklung besserer Autos auch von ihnen selbst zu bezahlen sind. Wenn Umweltschützer die real und heute laufenden Aotos testen und zweifelsfrei feststellen , das auch andre Hersteller die Emissionswerte nicht einhalten , dann soll das nicht seriös sein??Soll man auf die Zukunftsversprechen hereinfallen. – Joachim Oelte


Ich bin ein Mann mit inzwischen 70 Lebensjahren. Davon habe ich knapp 50 Jahre in intensiven Beziehungen gelebt und tue das noch heute.
Natürlich bin ich in diesen Beziehungen seit viele Jahrzehnten mit den   emanzipatorischen Anforderungen meiner Partnerinnen und Ehefrauen konfrontiert und befasst gewesen und heute noch befasst. Davon ist vieles berechtigt, viel ist in unseren Partnerschaften erkämpft und verteidigt worden.   Für mich  haben sich diese Auseinandersetzungen zwischen den Geschlechtern aber inzwischen deutlich verändert. Meine Wahrnehmung und mein Verhalten in der Beziehung möchte ich mit einer Ergänzung der Überschrift von Frau Lau belegen: Nervig  ist das Gefangensein in permanenter Selbsbespiegelung  – eben auch und insbesondere für uns Männer. Was Frau Rückert schreibt und was Frau Lau entgegnet ist alles bereits tausendfach gesagt; die Kämpfe sind gekämpft und keiner hat die Wahrheit. Und das ist gut so, denn Wahrheitsanspruch wird leicht zur Ideologie. Mein Wunsch als Mann: Gelassenheit,  jeder nach seiner Fasson, mit Liebe zu sich selbst und für den Partner und mit Verzeihen, wenn es „partnerschaftlich“ mal wieder nicht so geklappt hat – aber bitte ohne gegenseitiges Generve. Könnte doch schön sein und ist gut für die Lebenslust. Bin ich da mit meiner Empfindung allein als Mann? – Jörg Stolzenburg


Der Text dieser Spalte war tatsächlich „das Letzte“: Es werden zwei Personen nebeneinander gestellt, die in ihren Zielsetzungen nicht vergleichbar sind.
Während ich die Ironie in der Darstellung der Schönheitskönigin akzeptieren kann, finde ich sie bei dem Bericht über die Entscheidung des Pfarrers Thomas Frings unangebracht. Das Verhalten des Pfarrers hat einen völlig anderen Stellenwert als die Konkurrenz um einen ersten Platz bei einer Schönheitswahl. Der Versuch, die genannten Lebensbereiche in einen Vergleich zu setzen, war tatsächlich „das Letzte“. – Erwin Kilanowski


Es ist gut, wenn immer wieder und bei aktuellem Anlass vor manipulativem Sprachgebrauch gewarnt wird. Auch in Deutschland gibt es durchaus eine ernstzunehmende Sprachkritik, die sich mit „brisanten“ Wörtern auseinandersetzt – dazu muss man nicht unbedingt „Frames in unseren Köpfen“ bemühen. In jedem Fall aber ist sprachwissenschaftliche Genauigkeit nötig. Und damit hapert‘s in dem Beitrag. So ist es zum einen ein schon mehrfach medial verbreiteter Gemeinplatz, -ling wie in Flüchtling sei mit Herabsetzung des so Bezeichneten verbunden, oder, wie es im Jargon des Artikels heißt, es sei „ein Frame, der sich gegen Flüchtlinge richtet“. Ja, es gibt Schönling und Schreiberling, aber auch Liebling (und für den Anglophonen darling), Jüngling, Häuptling, (Zauber-)Lehrling, ganz zu schweigen von Frühling, Pfifferling und Setzling. Suffixe, wie der Linguist diese Wortanhängsel nennt, sind vielseitig und ob mit ihnen eine negative Wertung verbunden ist, hängt von vielen Faktoren ab. Auch der Sprecher weiß das intuitiv und lässt sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen. Es gibt überhaupt keinen Grund, alle -ling-Bildungen unter Generalverdacht zu stellen und bei Flüchtling eine negative Wertung herbeizureden. Und zum anderen: verdienen bedeutet laut dem Wörterbuch der Brüder Grimm allgemein „durch Dienstleistung Anspruch haben“. Daraus entwickelten sich schon vor langer Zeit zwei verschiedene Lesarten, einmal „Anspruch auf den Erwerb realer Dinge“ wie Geld, zum anderen „wert sein“, etwas zu bekommen. Wenn nun, wie angeregt, die erstgenannte Lesart zusammen mit dem Suffix -ling aus dem Sprachgebrauch verbannt wird, wie sollen wir dann bloß z.B. den Satz umschreiben: „Was verdient denn so ein Zeit-Schreiberling, mehr als ein Professor?“ Also mehr Wissen und weniger Dämonisierung, mehr Handlungsmoral als wohlfeiles sprachbezogenes Moralisieren! – Prof. Dr. Gisela Zifonun


In Ihrem Artikel „OP gelungen, Patient verwirrt“ schreiben Sie zwar davon, dass bei älteren Menschen nach einer OP Verwirrungszustände auftreten können, eine eventuell bereits bestehende leichte Demenz sich verstärkt, möglicherweise ein Demenzschub einsetzt.
Das Allerwichtigste allerdings lassen Sie weg: Sehr häufig tritt in diesem Zusammenhang auch eine Schluckstörung auf. Wer jetzt fragt, warum eine Schluckstörung so wichtig sein soll: Ich habe mich jahrelang gefragt, warum alte Menschen, die mit einem Oberschenkelhalsbruch ins Krankenhaus kommen, dann oft an einer Lungenentzündung sterben. Dann kam mein Vater, der eine Altersdemenz hatte, nach einem Sturz mit einem Oberschenkelhalsbruch ins Krankenhaus. Eine renommierte Klinik mit hervorragenden Ärzten, zu der ich grosses Zutrauen hatte, zumal ich selbst dort in der Vergangenheit nach einem Arbeitsunfall sehr gut und erfolgreich behandelt worden war. Der gebrochene Knochen wurde operiert, eine Standardoperation, die zunächst auch erfolgreich verlief. Nach der Operation ging es meinem Vater zuerst recht gut, er konnte bereits etwas aufstehen und hatte die erste Physiotherapie, um möglichst rasch wieder mobil zu werden. Allerdings wollte er immer nichts essen und hat sich auch dagegen gewehrt, gefüttert zu werden, hat auch immer wieder gehustet. Als mich die Krankenschwester gebeten hat, sie zu unterstützen, damit er etwas isst und trinkt, habe ich dies im guten Glauben auch getan. Einen Becher Erdbeerjoghurt, etwas Tee hat er mir zuliebe zu sich genommen. Wenige Tage später, als er, in die Palliativabteilung eines benachbarten Krankenhauses verlegt, im Sterben lag, habe ich vom dortigen behandelnden Arzt erfahren, dass seine Lungenentzündung eine sogenannte Aspirationspneumonie war. Es sind beim Essen und Trinken aufgrund einer Schluckstörung Substanzen in die Lunge geraten. Möglicherweise durch mein Mitwirken. Ich mache hier dem Klinikpersonal auf der Station keinen Vorwurf. Dort wusste niemand, dass bei älteren Patienten machmal, bei dementen Patienten sehr häufig Schluckstörungen auftreten. Und es wusste wohl auch niemand, dass es genügend Methoden gibt, in einem solchen Fall Aspirationspneumonien zu vermeiden, zum Beispiel durch Andicken von Getränken und Speisen. Dies ist in der Medizin Stand des Wissens, wird aber von Klinikleitungen systematisch ignoriert, die Klinikmitarbeiter werden nicht ausreichend über diesen Sachverhalt aufgeklärt und im Umgang damit geschult. Sicher lässt sich auch durch die größte Sorgfalt nicht jede Pneumonie im Anschluss an eine Operation vermeiden, aber die meisten schon. Immer noch sterben Menschen in Krankenhäusern aufgrund grob fahrlässigen Unterlassens. Und richtigerweise müsste die Überschrift des Artikels dann auch lauten: OP gelungen, Patient tot. – Gerhard Boehmler


Die Mauer, 1989 in ihrer physischen Gestalt gefallen und abgetragen, ist noch immer in den Köpfen vieler Menschen, besonders im östlichen Teil Deutschlands und im Osten Europas. Die latent vorhandene Eingrenzung und Enge des bürgerlichen Befindens, mündet, da die gesellschaftlichen Umwälzungen aufgrund der sogenannten Flüchtlingskrise die bisherigen Normen und Standards auf den Prüfstand stellen, in die niedrigen und niedrigsten Instinkte von Diskriminierung, Xenophobie und Rassismus. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wer allerdings diese Würde für sich selbst als nicht gegeben oder zugestanden ansieht, betrachtet dieses unveräußerliche Menschenrecht aus einem diffus angelegten Sichtschutz heraus in einem ungesetzlichen und empathielosen Blickwinkel. Die Übergriffe in Sachsen zeigen in erschreckender Weise und Deutlichkeit auf, dass der notwendige Überzeugungs- und Vertrauensprozess nach dem Ende der DDR-Diktatur, die Integration der in Deutschland lebenden Deutschen in die in ihrer Verfassung festgeschriebene repräsentative Demokratie bei weitem noch nicht gelungen ist. Für den Demokratisierungsprozess Osteuropas hinsichtlich nationaler wie europäischer Konventionen trifft wohl ähnliches zu. – Ira Bartsch


Der Leitartikel im Dossier Artikel Zeit Nr.10, S13, „Ein Herz und eine Säge“ ist eine gelungene Darstellung der Spannungen und komplizierten Zusammenhänge und Interaktionen zwischen Umwelt und Wirtschaft, zwischen Ökologie und Ökonomie, zwischen Gefühlen, Verstand und Interessen schon innerhalb der Forstwirtschaft, begrüssenswert auch deshalb, weil er den Bereich Umwelt und eine immer noch weitgehend verschlafene Forstwirtschaft (Ausnahme Peter Wohhlleben) einem wenigstens kleinen Leserkreis ins Bewusstsein bringt. 2 Korrekturen, 3 Anmerkungen oder Ergänzungen:
1.) Fehlerkorrektur im Maße 1:10. Der geschützt Buchenhain kann nicht 4000 Jahre, sondern höchstens 400 Jahre alt sein.
2.) Fehlerkorrektur im Masstab 1: 2,8. Nicht nur 2% der deutschen Waldfläche sind „ungenutzt“. Nach einer Mitteilung des Bundeslandwirtschaftsministerium vom Herbst 2015, gestützt auf ein wissenschaftliches Gutachten im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz, betrug der aus der Bewirtschaftung genommene und der natürlichen Waldentwicklung überlassene Flächenanteil bereits 5,6 %.
3.) Die Antipoden Peter Wohlleben und Florian von Schilcher oder Hümmen und Dietramszell sind nicht ganz soweit voneinander entfernt, wie es nach der Lektüre den Eindruck macht. Das hätte eine wichtige Zusatzinformation deutlich gemacht: In Hümmen ist die Fichte, wie geschildert, nicht zu Hause. Es sprechen angesichts der Klimaerwärmung je nach Standort auch wirtschaftliche Gründe dafür, sich zumindest vom Fichtenreinbestand, vielleicht sogar von der Fichte überhaupt zu verabschieden. In Dietramszell sind die Fichte und die Buche zu Hause oder autochthon, wie der Fachmann sagt. Bei deutlich höheren Niederschlägen im Regenstau der Alpen spricht auch angesichts der Klimaerwärmung nichts dafür, sie aus naturnahen Mischbeständen wie bei Herrn von Schilcher zu entfernen.
4.) Das grosse Foto zeigt Herrn von Schilcher in einer Buchen-Fichten-Naturverjüngung, von der andere Waldbesitzer nur träumen können. Solange die Mischung soweit erhalten bleibt, dass sie sich auch in der nächsten Generation zum Mischwald (in dieser Gegend idealerweise zu einem Fichten-Tannen-Buchen-Mischwald mit Bergahorn u.a.) natürlich verjüngt, ist das ökologisch auch in Ordnung. Die Buche ist auf dem Foto vorwüchsig, weil sie sich als „Schattbaumart“ im Halbdunkel vor der Durchforstung einen Vorsprung erobert hat. Nach der Durchforstung durch den Harvester, – das Ungeheuer auf dem Bild im Hintergrund -, wird die Fichte bei mehr Licht als „Halbschattbaumart“ aufholen. Je nach Standortverhältnissen, oder, wie beschrieben, über „Jungwuchspflege“ oder „Mischwuchsregulierung“ durch den Förster wird sie die Buche auch nach Anzahl und Holzvorrat überholen. Nachdem die Fichte im Reinertrag mehr als doppelt so hoch liegt und auf absehbare Zeit liegen wird, sollte man Herrn von Schilcher wie seinen Vorfahren das Recht einräumen, sein langfristiges Wirtschaftsergebnis auch über Mischwuchsregulierung in dem genannten Verhältnis von 70:30 zu optimieren.
5) Hümmen ist Kommunalwald. Dietramszell Privatwald. Ein direkter Vergleich ist nicht auf allen Ebenen sinnvoll. Das sei an einem etwas drastischen aber realistischen Beispiel demonstriert: Der Stadtwald einer Millionenstadt von 2 000 ha, mit vorrangig anderen als monetären Zielen im Sinne der Bürger bewirtschaftet, belastet mit einem durchaus üblichen Defizit von einer halben Millionen € seine Bürger mit zusätzlichen Steuern oder Abgaben von 50 Cent pro Einwohner und Jahr. Ein Privatwaldbesitzer von ebenfalls  2 000 ha, der nebenbei die sogenannten Wohlfahrtswirkungen oder Infrastrukturleistungen des Waldes, wie Klima- Boden- und Wasserschutz, Erholung und Sauerstoff der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung stellt und hauptberuflich mit einem Förster, zwei Waldarbeitern, einem Maschinenfahrer und deren Familien vom Wald lebt, müsste bei gleichem Defizit nach wenigen Jahren Anhäufung von Schulden aufgeben und mit der Liquidation des Waldes beginnen. – Dr. von Sperber


Es ist nicht richtig, von einem „Zaudern Obamas“ zu sprechen. Auf die Auswirkungen der Tatsache der Beschränkung des Eingreifens der USA hinzuweisen ist natürlich wichtig, aber die Personifizierung auf den Präsidenten ist schlechter Journalismus, wenn auch einem allgemeinen Infotainment-Trend entsprechend. Vor allem aber die Wertung, die im Begriff „Zaudern“, steckt, ist schlecht fundiert. Eine Bewertung würde eine Auseinandersetzung mit Zusammenhängen voraussetzen. Mindestens die Erfahrungen von Vietnam und Irak wären zu berücksichtigen. Ganz entscheidend müsste auf alle Fälle das Völkerrecht zu Rate gezogen werden, welches ein UN-Mandat verlangt. Warum kann das vergessen werden? – Dr. Werner Aufrichtig


Vorab danke für ein so wichtiges Thema. Nur lässt mich Ihr veröffentlichtes Interview, ein wenig ratlos zurück. Zum Ersten hat mich Ihre letzte Frage („Wenn unsere Sprache so……..für uns Journalisten?“) verunsichert, weil ich bis Dato davon ausging, dass der von Frau Wehling erforschte Bereich zur Basis einer Journalistischen Ausbildung gehört (Stichwort: Sprachanalyse). Von daher würde ich gerne wissen ob diese Frage tatsächlich Ihrem Wissensdurst entsprungen ist oder ob es sich „nur“ um einen dramaturgischen Kunstgriff handelt?
Zum Zweiten möchte ich wissen, warum Sie den absoluten Aussagen der Frau Wehling nichts entgegengehalten haben. So ist die Aussage von Frau Wehling in dem von ihr benutzten Beispiel (Operation, Sterberisiko) „Die Fakten sind die gleichen, aber Sie entscheiden sich jeweils anders“, so, schlichtweg falsch. Als gelernte „Krämerseele“ ist es für mich normal, jede nummerische Information die ich erhalte (zeitgleich) gegen zu rechnen, weswegen ich mich bei beiden Aussagen identisch entscheiden würde. Das ein derartiges Verhalten nicht allgemeingültig ist, ist mir durchaus bewusst aber es kommt eben auch nicht nur im promillebereich einer Gesellschaft vor. Einer derartigen „déformation professionelle“ unterliegen nach meiner Lebenserfahrung viele Menschen, die (wie ich) beruflich ständig Zahlen analysieren.
Zu guter Letzt vermisse ich eine deutliche Herausarbeitung des, aus meiner Sicht, wichtigsten Aspektes. Warum Frames? Wir geben durch die Wahl der Begriffe eben nicht nur Assoziationen vor, wir hegen damit auch den Horizont ein. Wobei es uns jederzeit möglich wäre aus diesem Rahmen (gedanklich) heraus zu treten, sofern wir uns der Einrahmung bewusst wären und hier setzt die eigentliche Problematik ein: Reflektion!
Es fehlt (nach meiner Beobachtung) die Einsicht, nicht alles und jedes sofort einordnen zu müssen. Anstatt den geistigen Schreibtisch ständig in einem Zustand der Ordnung zu halten, sollten wir uns einen Stapel „nochmals überdenken“ gönnen. – Lothar Schepers


Der Artikel von Martin Machowecz in Ausgabe 10 vom 25. Februar behauptet, der Osten Deutschlands sei die Heimat einer rechten Avantgarde, deren heimliches Ziel der Westen sei. Unumstritten gibt es in den neuen Ländern ein massives Problem mit der politischen Rechten, mit politischem Extremismus im Allgemeinen, vor allem aber mit einer eklatanten politischen Unbildung in weiten Teilen der Gesellschaft.  Dass die breite ostdeutsche Gesellschaft aber zu Randale neigt, zu Gewalt gegen Fremde und selbstzerstörerischem Hass, wie der Artikel weiter behauptet, ist eine unzulässige und unzutreffende Behauptung. Diese Behauptung ertönt im Kanon der Medien, die sich nun aufschwingen, die gesamte Bevölkerung des Ostens – zumindest die Sachsen – als braunen Pöbel zu verdammen. Das erscheint im Lichte der allgemeinen Extremismusdebatte dann doch recht bizarr. Haben nicht die selben Medien bei jedem islamistischen Terroranschlag betont, verantwortlich seien verblendete Einzeltäter und keinesfalls „die Muslime“ als solche? Und wie war das nach der Silvesternacht in Köln? Hieß es da nicht auch, man dürfe nun bloß nicht verallgemeinern? Wenn es im Osten, leider zum wiederholten Male, zu Anschlägen und Pöbelei kommt, wird aber genau das gemacht: Es wird verallgemeinert, es wird der gleiche Populismus betrieben, den man der AfD und ihrem Straßentrupp Pegida vorwirft. Man reibt sich jetzt hämische die Hände: „Wir haben es immer gesagt, die Ossis, mit ihrem lustigen Dialekt…“ Aber nein, der Osten erschrickt nicht vor sich selbst! Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt – jedem. Doch niemand fragt, warum sie totgeschwiegen wurden, warum überregionale Leitmedien nicht zugehört haben, wenn sich in der Vergangenheit Bürgermeister und Landräte, politisch oder kulturell Aktive im Osten zu Wort gemeldet haben. Stattdessen gab es hin und wieder boulevardeske Skandalmeldungen (Stichwort Sturm 34 im Jahre 2006/07). Bei aller gerechtfertigten Empörung über die Vorkommnisse in Sachsen und in anderen Bundesländern des Ostens darf man jetzt nicht den Fehler machen, die Spaltung der Bevölkerung in guter Westen und böser Osten voranzutreiben. Formulierungen wie der Westen sei „die Avantgarde der Mäßigung“ sind diesbezüglich jedenfalls nicht sonderlich hilfreich. Geholfen wäre aber vor allem der bürgerlichen Mitte des Ostens, wenn sie ein konstruktives oder zumindest faires Medienecho erfahren würde, wenn Journalisten ihr endlich zuhören würde. Vielleicht würde sie dann ihr Schweigen brechen und ihrerseits den braunen Pöbel vertreiben. Artikel wie die von Herrn Machowecz bewirken das genaue Gegenteil. Dann dürfen sich wieder alle in ihren eigenen Vorurteilen bestätigt sehen. – Sascha Schnabel


In Ihrem Dossier lassen Sie zwei sehr extreme Vertreter des forstwirtschaftlichen Berufsstandes zu Wort kommen: Da den blaublütigen Waldbesitzer, der nur den Holzertrag und bestenfalls noch die Jagd gelten lässt, dort den bestsellernden Baumflüsterer, der als Förster zwar ebenfalls Erträge erwirtschaften muss, diese aber wohl weniger durch Holzproduktion als vielmehr durch einen Friedwald erzielt. Dass die Waldgesetze der Bundesländer selbst im privatkapitalistisch bewirtschafteten Privatforst, mehr aber freilich noch im öffentlichen Wald von Staat und Gemeinden neben der Holzproduktion auch die Erfüllung von Öko- und Sozialfunktion vorschreiben, ist dabei etwas aus dem Blickfeld der Autoren geraten. So glaubt man auf der einen Seite fast den naturschutzkritischen Originalton des Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) Philipp Freiherr zu Guttenberg zu vernehmen, dem vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) kürzlich der „Umwelt-Dino des Jahres 2015“ verliehen worden ist, weil er sich noch immer nicht mit der 2007 vom Bundeskabinett beschlossenen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt anfreunden mag, wonach fünf Prozent der Bundesdeutschen Waldfläche bis zum Jahr 2020 aus der Bewirtschaftung zu entlassen sind. Auf der andern Seite dann wohltönende Baum-Esotherik. Dass die großmaschinengestützte Holzernte das sogenannte „Schlachthausparadox“ verstärkt, das beim Bürger die heimische Holzvorliebe sich nicht mehr in Einklang bringen lässt mit den „Kettensägenmassakern“, ist unbestritten. Auch, dass sich das forstübliche Motto „Schützen durch Nützen“, Grundlage der „naturnahen Waldwirtschaft“, vielerorts wohl überlebt haben dürfte angesichts der wachsenden Zahl von Naturschutzanforderungen. Dennoch gelingt vielen Forstbetrieben noch immer der Spagat – manchen am ehesten nach dem „Segregationsmodell“, der Trennung von Wäldern mit vorrangigen Öko-Zielen von den Schnellwuchsplantagen, wie sie von manchen Privatwaldbesitzern angestrebt werden. Übrigens: zehn Prozent der baden-württembergischen Staatswaldfläche, so will es die gegenwärtige Regierung, sollen in den kommenden vier Jahren von der Nutzung ausgeschlossen werden (so sie nach dem 13. März am Ruder bleibt). – Wolf Hockenjos


Über einen wichtigen Aspekt der Waldbewirtschaftung mit Harvester und Saisonarbeitskräften sind Sie sehr rasch hinweggegangen, nämlich die Rücksichtslosigkeit, mit der die „Holzernte“ vorgenommen wird. Seit etwa 10 Jahren bietet sich mir regelmäßig ein unfassbares Bild der Zerstörung im staatlich bewirtschafteten Wald: Die schweren Maschinen haben tiefe Gräben im Waldboden aufgerissen, in mehreren parallelen Spuren. Dazwischen wüst verstreut große Äste, Reisig, schwache Bäume, abgefetzt und liegengelassen. Bis vor kurzem war hier ein sonniges Beeren-Revier, jetzt kann man hier auf absehbare Zeit keinen Fuß mehr hineinsetzen. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und habe viele Stunden meiner Kindheit im Wald verbracht. Alles, was im Wald vorging, hatte immer auch einen wirtschaftlichen Aspekt (Holz, Beeren, Pilze usw.), aber die Achtung vor dem Wald und seiner Schönheit ging damit Hand in Hand. Heute scheinen wirtschaftliche Totschlag-Argumente (genau!) jede Roheit zu rechtfertigen. Unverständlich, dass sich ausgerechnet die Staatsforsten einreden ließen, es ginge nicht anders. – Dr. Hilde Fischer


Vielen Dank für Ihren Text. Privat- und Berufsleben sind Herausforderung genug, da ist es schön, wenn ein Artikel erscheint, der das Gemeinsame über das Trennende zwischen den Geschlechtern stellt. – Schien Ninan


Peter Dausend geht größenwahnsinnig mit Der Demolition Man in mir/DIE ZEIT v. 25. 2. 16 auf seinen vermeintlichen Einfluss auf Parteien und Minister ein. Wo holt er sich diese masslose Überschätzung seiner ja schon pathologischen Stänkereien her? Für mich schleimt er sich vor allem als notorischer Hetzer gegen die SPD seit Jahren durch die ZEIT, die ihn halt als Kontrastmittel einsetzt. Mit der Demolition versucht er jetzt noch eine Selbsterhöhung. Totaler Quatsch! – Hermann Benzing


„Manuel stirbt“ berichtet über einen sehr tragischen Vorfall und hat mich wegen der Thematik der psychischen Krankheit des Opfers interessiert. Nach wenigen Abschnitten traute ich meinen Augen nicht, da der Autor ständig von Kindheit und Entwicklung von „Manuel“ und dem zu berichtenden Geschehen hin und her wechselte. Eine Zumutung für den Leser! Für den Erschossenen unwürdig! Dieser Artikel ist meiner Meinung nach in reißerischem Boulevard-Stil formuliert und entspricht in keiner Weise dem Niveau der „Zeit“ !!  – Elke von Manteuffel


Ich habe herrlich gelacht über den Artikel „Angstgegner“ von Martin Machowecz. Auf dem Titelblatt der renommiertesten Wochenzeitung Deutschlands eine Ode an die Verallgemeinerung des Ost-Westdeutschen Klischees in der Flüchtlingsdebatte- anders als ironisch-kritisch kann dieser ja hoffentlich nicht gemeint sein.
Es ist allgemein nicht schön, Deutsche in Ossis und Wessis zu teilen- dafür haben die Menschen 1989 nicht gekämpft. Aber gerade heute ist es nicht nur unschön, sondern auch gefährlich. Denn es drängt einen ganzen Bevölkerungsteil in eine Nische (die „des Pöbels“) und den Westen in eine andere (je nach Zeitung „die Guten, Gemäßigten“ oder „die Gutbürger, die über die Menschen im Osten schimpfen und doch keinen Finger krumm machen“). Dadurch erzeugt man weder Druck auf diejenigen im Osten (wohlgemerkt, auch diejenigen im Westen!) die derzeit aus Angst oder Machthunger Flüchtenden die Hilfe versagen wollen, noch unterstützt man damit diejenigen im Westen (wie auch im Osten!) die imstande wären, diesem Ansturm etwas entgegen zu setzen. Stattdessen schafft man damit nur eines: Fronten. Und Fronten sind keine Linien zwischen zwei Gebieten, an denen man sich zum Gespräch trifft, dem anderen zuhört, die eigene Meinung kundtut, und versucht, sich gegenseitig zu verstehen. Nein. Fronten sind Kampflinien, hinter denen beide Gruppen sich abschotten und jede weitere Kommunikation verweigern. Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten? Nun, die massivsten Mauern sind die in unseren Köpfen. – Gesine Heger


Sie formulieren „Die HELP-Mitarbeiter, meist junge Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr, begleiten die Patienten durch den Alltag (…) Die Helfer übernehmen keine Pflegearbeiten, sondern erklären, beruhigen und hören zu. Wie kommen Sie bloß darauf, dies seien keine Pflegearbeiten? Insbesondere gehört es zur professionellen Pflege, Patienten und Angehörige zu beraten, zu beruhigen und zuzuhören, Ihre Interessen in dieser Krankheitssituation wahrzunehmen und Handlung auf das beste externe Wissen sowie auf die individuelle Situation und die persönlichen Bedürfnisse auszurichten. Daneben möchte ich betonen, dass das originäre HELP Programm für diese anspruchsvolle Tätigkeit keine jungen Leute vorsieht, die Alltagswissen anwenden. Schließlich ist Sicherheit und die Versorgung der Patienten das Ziel. Das HELP Programm sieht ein interdisziplinäres Team vor, zu dem neben Medizinern Pflegende auf Master-Niveau gehören. Zum einen kann der Elder Life Specialist eine Pflegende sein, die mindestens ein Bachelor-Degree aufweist. Daneben ist die Rolle der „Elder Life Nurse Specialist“ auf dem Master-Degree angesiedelt. Schließlich gehören anspruchsvollen Tätigkeiten zu den pflegerischen Aufgaben im Rahmen des HELP Konzeptes. Dies erfordert besondere Kompetenzen, die Wissen zu dementiellen Erkrankungen genauso wie spezielle Kommunikationsformen umfassen und vieles mehr. Mit solch einem interdisziplinären Team ist es möglich, Patientensicherheit zu gewährleisten bei gleichzeitiger Kostenersparnis wie Rubin et al. (2011) im Journal of the American Geriatrics Society aufzeigen. Ob das mit angelernten Hilfskräften ebenfalls gelingen kann, ist in Frage zu stellen und wäre auf seine Wirksamkeit zu überprüfen. Insbesondere da in Deutschland in diesen Jahren mit die ersten Pflegenden Ihr Pflegestudium abschließen um in der direkt Patientenversorgung zu verbleiben, ist das eine Möglichkeit für Krankenhäuser, neue Rollen zu schaffen, Stellenbeschreibungen neu zu gestalten und Bachelorabsolventinnen und Bachelorabsolventen eines Pflegestudiums effektiv einzusetzen. – Anne Meißner


Bei mir hat dieser Artikel nicht nur Angst, sondern vor allem Wut ausgelöst. Plötzlich wird wieder die Sprache des Kalten Krieges benutzt, als ob noch die Mauer stünde. Es wird nur vom Osten und vom Westen gesprochen und es werden unangenehme Klisches bedient. Ich dachte, wir leben seit 25 Jahren in einem geeinten Deutschland und sind alle Deutsche, nicht Wessis und Ossis. Von Journalisten erwarte ich fundierte Artikel, aber keine Stimmungsmache. – Sabine Gutsche


Es ist nicht nur nur die Politik in den Ländern  – als Beispiel seien an dieser Stelle die dürftigen Ergebnisse des SPD „Hoffnungsträgers“ Scholz in Hamburg genannt – sondern insbesondere die bundespolitischen Implikationen, die  im Übermaß Fragen zu politischen Konzepten und Eignung des Führungspersonals  der SPD aufwerfen. Der für seine notorische Beliebigkeit stehende Gabriel, der geschwätzige Oppermann und die stets dem alten sozialdemokratischen Leitbild vom Staat als Träger fast aller Form von staatlicher Daseinsvorsorge verhafteten Damen Nahles und Schwesig stehen für einen Politikansatz, der  schon längst nicht mehr zeitgemäß ist..
Besonderes Negativbeispiel – und  damit auch Wählerschreck – dürfte in diesem  Quartett der amtierende Parteivoritzende Gabriel sein. Es ist in der Tat so, dass er an diesem Wochenende von Wolfgang Schäuble hart angegangen worden ist. Vor dem Hintergrund der anhaltend schlechten Umfragen der SPD bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden Württemberg und Rheinland-Pfalz wird dieses aber durch den Eindruck mehr als relativiert, daß es  sich bei seiner Forderung von Gabriel nach einem Förderprogramm für die orginär deutsche Bevölkerung nicht möglicherweise doch um eine kaum verdeckte Wahlkampfhilfe für seine Kernklentel handeln könnte. Die SPD wird, wenn sie den jemals ernnsthaft wieder zum ernstzunehmenden politischen Player im politischen Geschehen in Deutschland werden möchte, noch eine weiten Weg politischer Kärnerarbeit vor sich haben.  Derartige ein Geschmäckle hinterlassende Forderungen sollten dabei unterbleiben. Des weiteren sollte eine umfassende personelle Erneuerung als einer ihrer ersten Punkte auf ihrer „to-do“ Liste stehen. – Christian Puttkammer


Sie schreiben: „Die Demenz ist eine Nebendiagnose, die… der Klinik kein Geld bringt“.  Das ist nicht richtig: Das deutsche Fallpauschalsystem (DRG genannt)  ist differenziert genug, um für eine Nebendiagnose Demenz, und auch die Nebendiagnose Delir, oft höhere Fallpauschalen für eine Krankenhausbehandlung zu gewähren. Aber genau deshalb schicken die Krankenkassen in diesen Fällen den Medizinischen Dienst, der dann schreibt, dass gar keine Demenz beziehungsweise kein Delir vorgelegen habe, oder dass kein Aufwand dafür entstanden sei. Dann darf die Nebendiagnose nicht verschlüsselt werden, das zusätzliche Geld wird nicht bezahlt und Sie haben mit Ihrer Aussage doch recht. – Dr. med. Dietrich Tamm


Pferd schlägt Maschine, wen wundert´s? Natürlich wird ein schnaufendes Pferd im Wald mit viel positiveren Emotionen begleitet als eine lärmende 16 to Monster-Maschine (siehe auch Janosch-Zeichnung im ZEIT-Magazin). Aber hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, denn es handelt sich um zwei verschiedene Arbeitsschritte bei der Holzernte. Während der Harvester für das Baumfällen und -ablängen zuständig ist, „rückt“ das Pferd lediglich Kurz- bzw. Schwachhölzer an den Maschinenweg vor. Und ab dem Maschinenweg greift auch dort der Forstschlepper ein. Aber auch dieses kann waldschonend passieren, wenn bei nassen Bodenverhältnissen der Forstschlepper die Maschinenwege garnicht erst befährt und somit keine Bodenverdichtungen stattfinden. Ob dieses auch immer möglich ist? Der Waldbesitzer hat vertragsgerecht Rundhölzer zur Verfügung zu stellen, da der Endkunde nur ungern auf seine Bauhölzer warten mag. Der waldschonende Pferdeeinsatz ist für den Waldbesitzer teurer und wird nur wenig gefördert. Ist der Endkunde für vom Pferd gerückte Hölzer bereit mehr zu zahlen? Die Wirklichkeit der Waldbewirtschaftung in Deutschland liegt irgendwo zwischen diesen beiden Beispielen. – Ralf Hermann


Mit Entsetzen habe ich soeben im Zeit-Impressum festgestellt, dass die krasse journalistische Fehlleistung „Das Waldorfprinzip“ (Zeit Hamburg vom 25.2.2016, S.2) nicht von einer Volontärin stammt und bei der Redaktionssitzung in der Eile durchgerutscht ist, sondern von der verantwortlichen Redakteurin persönlich unterzeichnet wurde. Als Waldorflehrer und Noch-Zeit-Abonnent möchte ich nun auch von Ihnen persönlich wissen: Was haben Sie sich dabei gedacht? Kann es in einer seriösen Wochenzeitung mit Tradition wirklich sein, dass die Redaktion sich mit solcher Leichtfertigkeit volkstümlicher Vorurteile bedient, nur um etwas Aufmerksamkeit zu erregen? Wären Sie mit dieser Arbeitsweise bei BILD nicht besser aufgehoben?
Eine Verbindung zwischen der reißerischen Schlagzeile und dem Inhalt haben Sie in Ihrem Artikel ja gar nicht herzustellen versucht. Es folgt einzig die Unterstellung, Waldorfkindergärten würden mit Regeln nachlässig umgehen, was im Kontext impliziert, sie würden dadurch auch ihnen anvertraute Kinder nicht ausreichend schützen: Haben Sie irgendwelche Hinweise, die eine solche Behauptung rechtfertigen könnten? Nach Beweisen frage ich besser gar nicht erst. Dass Sie schon einmal einen Waldorfkindergarten von innen gesehen haben, darf ich wohl ausschließen. Meine Frau, die Waldorfkindergärtnerin ist, lädt Sie gern einmal ein, falls Sie das Interesse aufbringen. Wenn es wirklich zu einem Termin kommen sollte, wird es sich bestimmt auch arrangieren lassen, dass Sie mit einigen Eltern sprechen können. Mein größtes Anliegen bleibt es aber für heute, Sie dazu anzuregen, in Zukunft noch ein zweites Mal nachzudenken, bevor Sie nur um des Gags willen im Vorbeigehen Tausende von Hamburgern diffamieren. – Reinhold Krämer


Der Artikel enthält einige interessante Gedanken, die in der öffentlichen Debatte bislang keine Rolle gespielt haben. Das Unverständnis des Autors mit der gegenwärtigen Debatte lässt sich jedoch sicherlich dadurch auflösen, dass viele Deutsche die Zahl der tatsächlich ankommenden Flüchtlinge zum Ausgangspunkt ihrer Betrachtungen machen. 1997, als „Kein Mensch ist illegal“ gegründet wurde, flohen eben deutlich weniger Menschen nach Deutschland als heute. Die Gewichte auf der Waagschale eines potentiellen Flüchtlings haben sich seit damals verschoben. Die kulturellen Unterschiede spielen heute nicht mehr eine so große Rolle wie früher – zum einen, weil Informationen über westliche Gesellschaften leichter verfügbar sind, zum anderen, weil in Deutschland Angehörige vieler Völker bereits vertreten sind, so dass die sich aus einem Umzug in einen fremden Kulturkreis für den Flüchtenden ergebenden Schwierigkeiten abgemildert werden. Vor allem aber hat das Bundesverfassungsgericht 2012 die Leistungen für Asylberechtigte angehoben – dieser Umstand wird zwar gelegentlich am Rande erwähnt, spielt aber in der öffentlichen Debatte nicht annähernd die ihm zustehende Rolle. Dass dies für Flüchtlinge einen Anreiz zur Weiterreise aus anderen Ländern darstellt, kann doch niemanden ernsthaft überraschen.
Abstrakte Gedanken über die Begriffe „Links“ und „Rechts“ mittels hinkender Vergleiche mit Äußerungen aus den Jahren 2011 oder 1984 mögen als Randbetrachtungen zur Debatte interessant sein; dass sich daraus Lösungsansätze ergeben, kann ich nicht erkennen. Da die deutsche Gesellschaft zu einer Debatte darüber, ob das Bundesverfassungsgericht seinen Verfassungsauftrag nicht mitunter überschreitet und zunehmend zu einem Fremdkörper in dem auf der Gewaltenteilung beruhenden verfassungsrechtlichen Gefüge geworden ist, offenbar nicht in der Lage ist, spielen in der Debatte und der poltischen Wirklichkeit eben andere Möglichkeiten, den Zuzug von Flüchtlingen zu begrenzen, eine zunehmende Rolle. – Christian Schäfer


Waren Sie schon mal in verschiedenen Kindergärten? Ich bin dort viel als Beraterin gewesen! In Waldorfkindergärten gibt es am meisten Struktur. Ich kaufe jede Woche die ZEIT und schätze sie. Das völlig unsachliche Waldorfbashing kotzt mich langsam an! – Ingrid Ruhrmann


Liebe Zeit, wichtige Frage und lange beantwortet im Artikel der Seite 3, und vielleicht doch nicht mit dem Mut total vollständig zu sein. Ja, der Westen zeigt Schwächen, aber ist der lange bekannte Grund für die ständige weiter sich bewegende Gewaltspirale nicht der konstante Wille besonders Russlands, aber auch des Iran’s, sich aus dieser Gegend nicht hinausdrängen zu lassen? Immer wieder genannt, dieser Grund, und doch verkannt? Schlechte Analysen sind auch mitunter tödlich. Sollten wir jetzt nicht helfen dass endlich Schluss gemacht wird mit der Gewalt? – Francisca Wurth-Passchier


Vielen Dank für den ausgewogenen Bericht im Dossier „Ein Herz und eine Säge“. Wie auch Sie bei Ihrem Fazit, bin ich schon lange zum Schluss gekommen, dass es beim Streit um den Wald nicht um die Natur geht, nicht um Urwald oder unberührte Wildnisgebiete sondern um gesellschaftliche Konflikte und das Auseinandertriften von ländlicher und städtischer Bevölkerung. Ich bewirtschafte seit fast 30 Jahren die wunderbaren Mischwälder von 10 Gemeinden und stelle zunehmend fest, dass die Freizeitnutzer nur Interesse am Wegezustand, an der Barrierefreiheit oder am nächsten Geocach haben. Selbstverständlich müssen auch Wildnisgebiete mit Wanderwegen durchzogen sein, jeder will sich ja selbst ein Bild machen. Und sollte jemanden ein Ast auf den Kopf fallen, wird die Försterin mit einer Schadensersatzklage überzogen.
Und fragt sich eigentlich noch jemand bei der selbstverständlichen Benutzung von Klopapier, wie es hergestellt wird und ob es eine Alternative gibt? Nein es müssen auch noch Feuchttücher sein.
Was die Artenvielfalt angeht so erledigt sich diese sowieso gerade, weil eine absurd hohe Wilddichte von Rehen, Hirschen, eingesetzten Muffel und Wisenten fleißig daran gehen, allen Jungwald aufzufressen. Auch da die Diskrepanz von Land zu Stadt: in Berlin und anderswo werden Waschbären und Wildschweine von den Bewohnern gefüttert. Wahrscheinlich so lange bis die Gärten umgegraben und der Dackel auf der Terrasse gefressen wurde. Dann soll „die Stadt“ das hausgemachte Problem lösen aber gefälligst gewaltfrei.
Noch eine Anmerkung zum Thema Biodiversität: Durch einen ganz anderen Umstand sind die Waldbesitzer endlich zu wissenschaftlichen Erhebungen gelangt, die belegen, dass die Artenvielfalt in unseren Mischwäldern sehr gut ist. Denn durch den Windkraft-Hype mussten flächendeckend verschiedene Gutachten erstellt werden, die endlich belegen, was wir Förster schon lange beobachtet haben, nämlich: alle Tiere, bei deren Namensnennung naturbegeisterte Menschen gewöhnlich auf die Knie fallen, kreuchen und fleuchen in unseren Wäldern und das, obwohl wir viel Holz nutzen – oder vielleicht deshalb? – Anne Merg


Die Gebiet zwischen Gebirgsflüssen Flöha und Freiberger Mulde ist von Freiberg und Oederan an bis zur tschechischen Staatsgrenze keineswegs nur eine Gegend unberührter Natur.Das Land ist eher unterbesiedelt, in der Wirtschaft überwiegt seit Besiedlung die Holzindustrie. Sie schuf in Heimarbeit ein ausgesprochenes Spielzeug- und Weihnachtsland.
Für die Hardliner der alten SED-Führung war die Lage der Gegend strategisch wichtig. Weniger die Stasi, sondern die Armee NVA war hier in zivil präsent. Ferienhäuser von DDR-Unternehmen der Nachrichten- und Messtechnik dienten der Havarievorbeugung. Unterirdische Produktionen gab es in Zug, Eppendorf sowie der Untergrundspeicher des RGW-Verbundnetz in Sayda. Karl-Marx-Stadt, wie damals die bedeutende Industriestadt Chemnitz bezeichnet wurde, besaß hier oben im Gebirge große Landflächen zur Gewährleistung ihrer Trinkwasserversorgung.
In dem unterirdischen Stollensystem war so manches anderes auch versteckt. Auch die Haupt-Telegraphenleitung Chemnitz-Prag läuft hier über den Erzgebirgskamm. 1968 sammelten sich hier NVA-Verbände und marschierten in die Tschechoslowakei ein.
Zwischen 1990 und 2008 wurde die DDR-Staatsgrenze zur Wohlstandgrenze. Unweit des berüchtigsten Straßenstrichs Europas an der E 55 werden Menschen abgesetzt, die
dann illegal über die Grenze einwandern. Auf der anderen Seite der Grenze stehen die Schleuserfahrzeuge auch bei Holzhau und Rechenberg-Bienenmühle für die Weiterfahrt bereit.
Ehemalige Mitwirkende der NVA lassen grüßen. Sie sind Verbindungsmänner zu Polizeispitzeln, die nicht nur den Schwindel des alten SED-Regimes vor der Offenlegung beschützen,
sondern auch Autoschieber, Schleuser und Schmuggler.
Das strenge Regime der NVA war die ganze Zeit rechtsextrem geprägt. Nur knappe 60 Kilometer entfernt von Clausnitz liegt Pirna, das Tor zur sächsischen Schweiz. Dort residiert die gewaltbereite Skinhead Sächsische Schweiz. Über das Wegenetz des Erzgebirge ist man fix zusammen und die Polizei ist ganz weit weg. Auch die NPD weiß ihre Chancen zu nutzen.
Sie schloss die Verbände Sächsische Schweiz und Osterzgebirge zu einem Kreisverband zusammen, der zur NPD-Hochburg wird. 1999 veranstaltet die NPD hier in dem kleinen Städtchen Mulda ihren Bundesparteitag. Nicht weit entfernt in Gränitz, der ersten Asylunterkunft Sachsens, kaufte der langjährige NPD-Chef Günther Deckert ein NVA-Objekt und möchte es zu einem NPD-Schulungszentrum umbauen.
Spezies der NPD sind die wahren Wölfe im Schafpelz, die alles und unbemerkt unterwandern. Als „Fremdarbeiter“ spionieren sie andere Parteien sowie Behörden aus. In Gemeinden mit NPD-Vertretern gibt es besonders viel Krawall. In Großrückerswalde stand vor kurzer Zeit sogar ein NPD-Mann auf der Liste der CDU.
Leute, wie Thomas Hetze haben seltsame Vitas. 1992-1996 arbeitet er im Baubüro Freiberg GmbH, macht sich 1996 mit einem Ingenieurbüro selbstständig, aber den Titel Ingenieur erhält
er erst 2007 an der HTW in Dresden. Zwischen 1999 und 2000 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freiberger Bergakademie. Im Jahre 2008 macht er mit einen umgebauten NVA-LKW eine Reise durch Libyen, Tunesien und Marokko. Teilweise begleitet ein Team des Mitteldeutschen Rundfunks ihn. Als Mitglied der Bürgerinitiative „Gegenwind“ kämpft er gegen den Bau von Windkraftanlagen an nordböhmischen Grenze. Er kandidiert als Bürgermeister im OT Holzhau für die Wählervereinigung Oberes Muldental. Als AfD-Mitglied wird er Heimleiter des geplanten Flüchtlingsheims im OT Clausnitz. Er spricht deutsch, englisch, tschechisch und russisch. Welche Tätigkeit es in seinem Ingenieurbüro ausübt ist nicht bekannt. Ingenieurbüro für was, für falsche Gutachten oder für geheime Bündnisse? Ein Bruder organisiert bei der Ankunft der ersten Flüchtlinge eine Straßensperre mit 100 Demonstranten in Clausnitz. Ein weiterer Bruder betreibt ein Metallbau-Unternehmen in dem Ort und liefert Container für die Flüchtlingsunterkünfte. Das Unternehmen war auch an der Umgestaltung des einstigen Hauptquartiers der Gestapo und der SS zur Topographie des Terrors in Berlin beteiligt.
Von der gewaltbereiten Subkultur in dem Gebiet um Clausnitz will der Chemnitzer Polizeipräsident Uwe Reissmann nichts gewusst haben. Von Polizeispitzeln hat er noch nie etwas gehört. Seine Aussage Flüchtlinge anzuzeigen macht ihm zum NPD-Fremdarbeiter. In den 1990er Jahren hatte die Polizei Chemnitz-Erzgebirge das Durchgangslager für Drogen in Frankenberg/ Sachsen das vom Mafiaboss Sabatino Ciccarelli betrieben wurde, vor der Offenlegung beschützt. Ortsansässige Rechtsextremisten hatten für „Märchengeld“ Leute eingeschüchert, damit die Mafia in der Zeit des Balkankrieges in den 1990er Jahren, ihre Drogen über Prag, Sachsen und Baden -Würtemberg nach Italien schmuggeln konnte. Der Weg wurde bevorzugt, da die jugoslawischen Adriahäfen vermient waren. Bin Laden mischte auch mit. Die sächsische Polizei stellt immer noch Fallen jenen Leuten, die einst Hinweise auf das koruppte Netzwerk Bin Laden abgaben. Vielleicht steht die Chemnitzer Polizei auch in Verbindung mit dem KuKuxKlan. Immerhin wurden im ehemaligen Karl-Marx-Stadt die Telegraphenstation des „Heissen Drathes“ Moskau-Washington von rechten Mafiosis angezapft. Im Hoheitsbereich der Karl-Marx-Stadter Volkspolizei standen sämtliche Telefoneinrichtungen der DDR-Grenzübergänge in den Westen. Was wieder auf die Schleußer hindeutet. Und dann wäre noch die Sache der NPD mit Nordkorea und die Verträge Nordkorea mit Chemnitz im Jahre 1995.
Nächstes Jahr feiern wir erst einmal auf der Frankenberger Sachsenburg 150 Jahre US-Konsulat in Chemnitz.
Die Sachsenburg zählte zu den ersten deutschen Konzentrationslagern, dort war lange Zeit das SS-Totenkopf-Banner stationiert. Es beherrbergte die einzige deutsche SS-Führerschule für KZ-Wärterinnen und später das Biologische Institut der Wehrmacht. – Matthias Junghans


„Petra Pinzler hat wieder zugeschlagen. Ihrem Kreuzzug gegen Handelsabkommen der Europäischen Union hat sie ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Viel Neues kann man dem Artikel allerdings nicht entnehmen. Man gewinnt allmählich den Eindruck, dass der Brei immer wieder umgerührt wird, um herauszufinden, ob sich nicht doch noch ein verwertbarer Bissen findet. Zugegebenermaßen ist der folgende Beitrag bissig. Aber der nun schon seit vielen Jahren anhaltenden Kampagne ist offenbar ohne einen Schuss Polemik nicht beizukommen. Denn es gilt, einige Dinge zurechtzurücken, die immer wieder aufgetischt werden, weniger um Argumente vorzubringen, sondern um Stimmung zu machen.
Dazu gehören die legendären Chlorhühnchen, von denen der Eindruck erweckt wird, dass wir chlorverseuchte Lebensmittel essen müssen. Tatsächlich sollte es die Fairness gebieten darauf hinzuweisen, dass es sich um eine Methode der Desinfizierung handelt, die nachgewiesenermaßen keine gesundheitlichen Schäden nach sich zieht, wie vielfache Untersuchungen renommierter Forschungsinstitute und staatlicher Hygienestellen festgestellt haben. Generell sollte eher vor häufig salmonellenverseuchten europäischen Hühnchen gewarnt werden. Warum wird in diesem Zusammenhang nicht auf unsere chlorverseuchten Schwimmbäder hingewiesen und vor deren Besuch gewarnt?
Mit den Bürgern verfährt die Autorin nach Belieben, gerade wie es ins Konzept passt. Entweder es sind dumme, auf billige Einkäufe erpichte Konsumenten, oder es sind die aufmerksamen und interessierten Mitmenschen, die Tag und Nacht an nichts anderes denken als an die Zumutungen aus Brüssel, die aus internationalen Handelsabkommen drohen. Die Autorin, die sicher in der Szene bestens vernetzt ist, ist bestimmt darüber informiert, wie diese letzteren Bürger mobilisiert werden, nämlich über nichtstaatliche Organisationen (NGO), die mit dubiosen Methoden Bürgerbesorgnisse organisieren, was mittlerweile durch die EU-Kommission aufgedeckt wurde. Ein Hinweis darauf wäre angebracht gewesen, sonst macht sich die Autorin und auch die ZEIT einer kritiklosen Gefolgschaft der nichtstaatlichen Organisationen schuldig.
Ein merkwürdiges Verständnis verbreitet die Autorin auch von Verhandlungen. Dass solche natürlich hinter verschlossenen Türen und nicht auf dem offenen Markt stattfinden, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Es kann nur erstaunen, dass solche demagogischen Forderungen der NGOs von der ZEIT kommentarlos weiterverbreitet werden. Im Übrigen ist hier ein gut Teil Heuchelei im Spiel. Es ist bekannt, dass die NGOs über beste Informationen über Stand und Fortgang der Verhandlungen verfügen. Also auch hier Stimmungsmache, der sich die ZEIT offenbar unkritisch anschließt. Leider gibt es eine Reihe von NGOs, die dem internationalen Handel generell mit Skepsis oder gar gänzlicher Ablehnung begegnen. Dass die ZEIT sich zum willfährigen Instrument solcher Frontstellungen macht, widerspricht ihrer eigentlich gepflegten positiven Einstellung zum internationalen Handelsverkehr, der bekanntlich gerade zum deutschen Wohlstand erheblich beigetragen hat.
Bei dem Abkommen zu Korea wäre es fair gewesen anzumerken, dass dieses bereits seit einigen Jahren in Kraft ist und zum Wohlgefallen der EU funktioniert.
Allgemein wäre es angebracht gewesen, wenn die Autorin ihre Leserschaft über die Brüsseler Verfahren im Zusammenhang mit internationalen Handelsabkommen aufgeklärt und darauf aufmerksam gemacht hätte, dass solche Abkommen grundsätzlich nur nach Billigung durch das Europäische Parlament und die nationalen Parlamente in Kraft treten und allenfalls Abkommensteile vorläufig in Kraft gesetzt werden.
Bei den Schiedsgerichten lässt sich die Autorin ebenfalls im Wesentlichen von ihrer Voreingenommenheit leiten. Besonders bemerkenswert ist die Hinweis auf Russlands Verurteilung, die den Eindruck eines rechtswillkürlichen Vorgehens erweckt. Auch hier wäre der Hinweis fair gewesen, dass Russland die Energiecharta unterzeichnet, allerdings nicht ratifiziert hat, obwohl diese seinerzeit gerade im Hinblick auf Russland und mit dessen Einwilligung verhandelt worden war. Außerdem wäre der Hinweis angebracht gewesen, dass es sich bei dem angeführten Verfahren um die Rechtssache Chodorkowski gehandelt hat, wo alles andere als mit rechtsstaatlichen Mitteln vorgegangen wurde. Eine Stilisierung Russlands als Opfer eines rechtsstaatswidrigen Vorgehens der EU ist schon eine gekonnte Verdrehung.
Generell erweckt die Autorin, wahrscheinlich ebenfalls im Schulterschluss mit einschlägigen NGOs,  den Eindruck parteiischer Rechtspflege durch die Schiedsgerichte, die Regierungen willfährig verurteilen. Sie verschweigt, dass lediglich ungefähr ein Drittel der Verfahren vor Schiedsgerichten zugunsten von Unternehmen ausgehen und dass zuletzt noch ein Verfahren des Unternehmens Philip-Morris in Singapur spektakulär gescheitert ist.
Es ist schwer sich dem Eindruck zu entziehen, dass die Autorin – fast schon im Auftrag von NGOs – eine Kampagne gegen CETA und TTIP fährt. Die ZEIT sollte sich nicht zum Instrument der Interessen von NGOs machen. Wie wäre es, wenn Petra Pintzler, der nicht viel Neues zum Thema einfällt, von der Wirtschaftsredaktion der ZEIT Gelegenheit erhielte, eine Auszeit zu nehmen und ihre Kreativität einem anderen Dossier zu widmen? – Dr. Hans-Christian Reichel


„Inzwischen haben Ostdeutsche in der AfD die Macht übernommen“ schreiben Sie. Aber in der BRD haben Ostdeutsche auch in Regierung und Repräsentanz bereits die Macht (Merkel und Gauck). Man sollte die Ideologie mal raus nehmen und die Angelegenheit sozialbiologisch betrachten. Gesellschaften und Gruppen benötigen ein gewisses Maß an Fremden um zu gedeihen, aber ein Zuviel schadet ihnen. Das sozial-romantische Gehabe und Handeln von schwarz/rot/grün/linke berücksichtigt diese Fakten nicht. Aber wenn man ein Pendel in die eine Richtung anstößt dann muss es zurückschwingen, das ist auch politische Physik. Wer dann darüber klagt hat nichts verstanden, ist ein Ideologe. Wünschte mir, dass auch die ZEIT mal das Gut und Böse weg lässt. – Martin Schulte-Ebbert


Als Deutsch-Spanier mit zwei Staatsbürgerschaften möchte ich eine EU basierend auf den folgenden vier Säulen:
1. Griechisches Erbe (Demokratie und Philosophie)
2. Römisches Recht (und nicht die Scharia)
3. Christentum (und nicht der Islam)
4.Aufklärung (und nicht Meinungsdiktatur)
Den Kommunismus, Nationalsozialismus und den Islam lehne ich strikt ab. So wie ich denken zig Millionen von Europäer und wir werden ab jetzt keine Millimeter mehr zurückweichen. Das tun wir zum Wohle unserer Kinder. In Liebe zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes, verbleibe ich als gläubiger Christ (Katholik) – Peter Wienand-Casares


Danke für Ihren Artikel, der sich mit den Folgen von OP und Krankenhausaufenthalt beschäftigt.
Verwirrung und Desorientierung nach einer OP erleiden aber nicht nur ältere Menschen sondern auch jüngere, die nicht an der Schwelle zur Demenz stehend. Auch diese haben nach einer Vollnarkose oft “Anlaufschwierigkeiten”, die sich über mehrere Wochen hinziehen können. Anästhesisten bestreiten unisono, dass eine Vollnarkose längere Auswirkung auf die geistige Einsatzfähigkeit hat. Das Medikament sei nach spätestens 24 wieder abgebaut. Das mag sein, aber auch ich habe nach einer Vollnarkose die Erfahrung gemacht, ein bis zwei Wochen “Watte im Kopf” zu haben und das in einem sonst traumafreien Umfeld. Deshalb habe ich bei einer vor 2 Jahren anstehenden Hüft-OP auf einer Spinal-Anästhesie bestanden. Das wird nicht so gerne gemacht, ist aufwändiger und die Patienten liegen vielleicht nicht ganz so ruhig. Aber diese Arte der Anästhesie ist viel schonender. Natürlich verschläft man auch hierbei die OP vollkommen schmerzfrei, ist aber nach dem Aufwachen sofort wieder klar. Für eine Hüft-OP ist nach meiner Erfahrung die Spinal-Anästhesie viel angenehmer und ich kann sie nur wärmstens empfehlen. – Katrin Schobig


Um die Probleme der Unterbringung für Flüchtlinge zu realisieren brauchen wir Männer wie Helmut Schmidt. – Clemens Neteler


Vielen, vielen Dank ! Sie haben mit Ihrem Artikel genau die Problematik getroffen, die auch meiner Mutter widerfahren ist. Sie ist 79 Jahre alt, war immer sehr aktiv und körperlich-geistig fit. Nach einem Treppensturz im eigenen Hause am 16. Dezember  2015 mit einer Kopfverletzung entwickelte sie  nach 6 Wochen ein subdurales Hämatom und verlor plötzlich die Sprache, weil das angesammelte Blut  auf das Gehirn drückte. Ihr wurden am 21.1. bei örtlicher Betäubung  zwei Löcher in den Schädel gebohrt und 2 Dränagen gelegt. Kurz zuvor lag sie lange in einem Raum neben einem stöhnenden, schwer verletztem Mann, der ebenfalls operiert werden sollte in Warteposition.  Ein ungeheurer Stress – nicht nur für eine alte Dame.
Soweit so gut, die OP war erfolgreich- 4 Tage später sollte sie entlassen werden. Doch der OP Stress, die Unruhe des tägl. Krankenhausbetriebes, die Arztkommentare und auch die  vielen Besucher führten zu einer völligen Überforderung ihres Immunsystems — meine Mutter entwickelte eine Infektion und bekam plötzlich epileptische Anfälle. Sie musste in ein künstliches Koma gebracht werden und kam auf die Intensivstation. Dort blieb sie insgesamt 11 Tage und hat  eine schreckliche Zeit erlebt von der sie sich noch lange nicht erholt hat- . Nicht nur dass sie völlig gefesselt war durch alle möglichen Schläuche und Kabel- sie war vor allem einer unerträglichen Geräuschkulisse ausgesetzt, die sie meines Erachtens an der Genesung hinderte und zu ihrem Delir beitrugen.
Als mitfühlende Angehörige habe ich bei jedem Besuch gelitten . Andauernd fiepte irgendein Gerät  hinter ihr  extrem laut und unangenehm um dem Pflegepersonal  draussen irgendein Defizit  zu melden. Die Tür zum Pflegezimmer stand weit auf, so dass alle Schritte und Gespräche von draussen eindrangen und auch die Geräusche der Zimmernachbarin,- Telefonate, Radiogedudel,  Schubladen und Besteckgeknalle auf Metallschränken von Pflegern und Essensdiensten  taten ihr übriges. Jeden Tag traf ich auf einen anderen Arzt und auf andere Pfleger. Meine Mutter hatte  inzwischen völllig das Raum und Zeitgefühl verloren und wurde leider nach der Intensivstaion wieder auf eine andere Normalstation gebracht wo sie nochmal eine Woche verbringen musste mit wieder lauter anderen Pflegern und Ärzten. Dieser vierte Raum- Wechsel und diese Masse von verschiedenen Personen, diese andauernde Unruhe durch Schwestern, Visite,Essen, Reinigungspersonal und Therapeuten war eine absolute Zumutung und führte zu ihrer totalen Verwirrung. Ich habe versucht, sie dieser Unruhe so schnell wie möglich zu entziehen und habe  sie in ihr gewohntes Zuhause gebracht, wo sie bis heute noch nicht wieder „gelandet“ ist. Ich habe die empfohlene Reha zu ihr nach Hause organisiert und wohne zur Zeit bei ihr um den Überblick zu behalten und  sie zu versorgen. Ein Fulltime Job und nur möglich weil ich als Freiberuflerin andere Arbeiten zurück stelle. Die Sorge darüber, was wenn sie sich nicht mehr richtig erholt und ihren Alltag nie mehr alleine wuppen kann, lässt mich nachts nicht schlafen.
Es macht mich richtig wütend, dass man  mit so wenig wie OROPAX oder  Ohrschützern den Patienten bei der Genesung helfen könnte um zur Ruhe zu kommen. Und dass sich in einer Uni-Klinik wie dem UKE  anscheinend niemand Gedanken darüber macht,  welch zusätzlichem Stress alte Menschen durch diesen unruhigen und lauten Krankenhausalltag  ausgesetzt sind. Die sehen alle nur ihre Messwerte und abrechnungsfähige Massnahmen und müssen den Betrieb am laufen halten – aber so etwas nahe Liegendes wie RUHE  ist offenbar nicht möglich. RUHE kann man eben nicht abrechnen. Dabei ist  RUHE so ein kostbares Gut und trägt wesentlich zur Genesung bei. Genauso wie Sonne, frische Luft und Bewegung. – Barbara Nestler


Auch die Saudis sind in die kriegerischen Kaempfe in Syrien durch Waffenlieferungen verwickelt. Vor vielen Jahren war ich mal fuer ein  Jahr beruflich im “ Königreich Saudi-Arabien “ . Es war  damals eine echte Pionier-Aufbruch-Stimmung in diesem  faszinierenden Land. Wenn man aufs Land oder in die Asir-Gebirgsregion fuhr , begegnete man sehr positiv der einheimischen Bevölkerung , deren Abstammung weit auf die Beduinenstämme zurückging. Und das Königshaus wurde damals respektiert . Jeder Saudi konnte eine Audienz beim  König beantragen , die er dann auch bekam. Aber was hat sich seitdem geändert ? Die Königsfamilie sitzt mit ihrer  Dynastie schon länger nicht mehr sicher in ihren Palästen.
Es gab grosse politische Versäumnisse im Inneren und ohne  den militärischen Beistand der USA gäbe es wohl heute dieses Königreich nicht mehr. Und im Syrienkonflikt ? Da spielen sich die die “ Hüter der heiligen Stätte “ von  Mekka auf , als läge das Geschick des Nahen Ostens in ihren Händen. Nein – Assad , der Iran und die Russen werden auf  die Männer aus Riad nicht hören. Es ist ein Armutszeugnis für Saudi-Arabien , dass schon viele islamistische Terroristen aus ihrem Land stammten. Und auch die  finanzielle Unterstützung von Privat-Saudis an Terrorgruppen wirft einen schwarzen Schatten auf das Land.
Auch wenn ich mich immer wieder an das damals von mir als faszinierend empfundene “ Felix Arabia “ erinnere , so fordere ich heute die deutschen Behörden auf , in Zukunft saudische Geldmittel für Moschee-Bauten in Deutschland zu  beschlagnahmen. Wenn ich zurückdenke , packt mich schon wieder die Wehmut ! – Erwin Chudaska


Gut, dass Sie sich dieses Themas einmal angenommen haben, das, wie vieles im Zusammenhang mit „Demenz“, in der Öffentlichkeit ja gern mal nebulös bemäntelt wird. Und so ganz kristallklar sind auch Ihre Darlegungen leider nicht.
Denn: Was zum Kuckuck ist eine „latente Demenz“? Vielleicht so etwas wie „latenter Hunger“, der dann ausbricht, wenn man lange nichts mehr zu essen hatte? Ein zugegebenermaßen polemischer Hinweis, der aber, das sei zu meiner Ehrenrettung betont, aufrüttelnd gemeint ist: Denn „die“ Demenz gibt es nicht, folglich auch keine „latente Demenz“. Was es allerdings gibt, sind 50 teilweise sehr unterschiedliche Krankheitsbilder, die mit dem Begriff „Demenz“ belegt sind, darunter übrigens auch psychiatrische Störungen. Und was es noch gibt, das ist eine medizinische Perspektive, das den Menschen wider besseres und wissenschaftlich belegtes Wissen noch immer nicht als eine Einheit von Geist, Seele und Körper betrachtet. Kann es vor diesem Hintergrund wirklich verwundern, dass bei einem älteren Menschen mit schwindenden körperlichen und mentalen Ressourcen nach massiven Eingriffen in die körperliche Integrität das oft fragile körperlich-seelische Gleichgewicht kippt? Aber in Wirklichkeit beginnt das Dilemma doch schon viel früher: Denn was wird denn präventiv getan für Ältere, die bereits gravierende gesundheitliche oder soziale Verluste erlitten haben, aber noch immer ihren eigenen Haushalt führen? Es gibt Angebote, die in Übereinstimmung etwa mit der Aphasie-Therapie oder der Lernforschung speziell für diese Bevölkerungsgruppe entwickelt wurden: „Fitness Diagonal“ dürfte das neueste sein; hier werden in der Kombination von Bewegung mit Musik und Rhythmus die kognitiven Ressourcen aktiviert und gefördert. Aber auch das sogenannte „Tanzen im Sitzen“, das es schon länger gibt, sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Diese Angebote führen jedoch ein Nischendasein, obwohl der Wirksamkeitsnachweis aus vergleichbaren Bereichen (s.o.) praktisch vorliegt. Es ist ein Skandal, dass dieser Vorsorgebereich, der in unseren Zeiten des demografischen Wandels doch so viele Menschen betrifft und wegweisend wäre dafür, dass sie länger und ohne Pflegebedarf in ihrer Häuslichkeit verbleiben können, im Leitfaden Prävention der Krankenkassen nicht auftaucht. – Dr. Marlis Oehme


Auch, wenn dem Konzept der „frames“ sicher zuzustimmen ist – das Wort „Flüchtling“ stellt, so, wie in dem Interview beschrieben, ein untaugliches Beispiel für eine (negative) Beeinflussung unseres Denkens dar.
Nicht immer bedeutet – erstens – die Endung „-ling“ einen Diminutiv, vergleiche „Setzling“ oder „Findling“. Zweitens – wenn der Begriff kritisiert werden soll, wäre woanders anzusetzen: Die Menschen, die nach Monaten voller Gefahren und Entbehrungen bei uns ankommen, sind nicht „geflüchtet“, sondern vor Krieg, Verfolgung und Terror geflohen. In der Konsequenz könnte man also von „Geflohenen“ sprechen – oder es bei „Flüchtlingen“ belassen. – Oliver Kaden


Sehr geehrte Frau Köckritz bzw. sehr geehrte/r Überschriften-Autor/in des Artikels „Endlich Spießer“, am vergangenen Wochenende habe ich an einem Vorbereitungskurs für mein Ehrenamt als Mentorin für Flüchtlingsfamilien teilgenommen. Darin ging es unter anderem um Vorurteile. Wohl auch deshalb habe ich mich bei der heutigen Lektüre der Zeit so am Begriff der „deutschen Leitkultur“ gestoßen (er fiel sogar als Negativbeispiel in unserem Kurs!). Was soll das sein? Und ist es wirklich erstrebenswert, deutsche Gepflogenheiten mit sprachlichen Mitteln derartig über andere kulturelle Einflüsse zu stellen?
Ich hoffe, mit dieser kurzen Anmerkung meine frisch gewonnene Sensibilität für latente Vorurteile mit Ihnen geteilt zu haben. Übrigens passt hierzu auch prima der Artikel auf S. 9 des Politikteils „Vorsicht vor diesen Wörtern“. – Iris Marchionna


Zum Artikel „Sie hassen die Moral der Eliten“ von A. Soboczynski In der Regel raffe ich mich nicht zu Meinungsäußerungen in der ZEIT auf. Doch im oben genannten Artikel habe ich leider den Eindruck, daß der Autor zwar gewandt formuliert  hat. Das muß er ja auch, wenn er über eine Zeit urteilt, die er selbst nur als Kind kennengelernt hat.
Zu seinen Thesen, bzw. Feststellungen, die für mich und viele meiner Freunde, nicht nachvollziehbar sind gehören: “ Die heutige Ausländerfeindlichkeit in Polen, Ungarn und Ostdeutschland ist dem antikommunistischen Widerstandsgeit verwandt. Mehr noch: Sie ist eine üble und vielleicht nur leicht verzerrte Fortschreibung derselben“.  Viele von denen, und ich spreche hier nur von Ostdeutschland, die sich heute uneigennützig um Flüchtlinge kümmern, waren 1989 die ersten auf den Straßen, um „die Diktatur des Proletariats“ zur Rede zu stellen.
„Die Kleinbürgerlichkeit und Bäuerlichkeit  dieser maroden und ausgebluteten Nachkriegsländer passte einfach nicht zur gewaltigen Sprache von Marx und Lenin“.  Es gab in Polen, Ungarn und Ostdeutschland  außerhalb der Kleinbürgerlichkeit viele Menschen, die sich von der“ gewaltigen Sprache“ nicht beeinflussen liess.
„Verpönt war alles Weitläufige. ….ohnehin nur ganz am Rande der Gesellschaft:  ….in den bildungsbürgerlichen Nischen Dresdens, in den vom Staat privilegierten Künstlerkreisen Ost-Berlins“.  In jeder großen Stadt Ostdeutschlands gab es Kreise, die das  Weitläufige suchten.
“  ….entfaltet sich in Dresden mit Pegida eine außerparlamentarische Opposition“.  Wenn Opposition nur aus Kritik und Vorwürfen und Beschimpfungen besteht, ohne konkrete Vorschläge für eine Verbesserung der Lage, dann natürlich gehört Pegida zur Opposition. So leicht sollte sich der Verfasser die Arbeit zu diesem Thema nicht machen, denn er ist auf einer richtigen Spur. – Thomas Schneider


Herzlichen Dank für diesen ausführlichen Artikel, bei dessen Lektüre allerdings die Klischees über die Deutschen und ihren Wald herabgetropft sind! Ich habe Herrn Wohllebens Bücher „Das geheime Leben der Bäume“ und vorher „Der Wald. Ein Nachruf“ mit angehaltenem Atem gelesen. Bei manch möglicherweise Fragwürdigem hat der Autor das große Verdienst, eine breite Leserschaft auf die Fragilität des scheinbar so robusten Ökosystems Wald und dessen Gefährdung hingewiesen zu haben, darauf dass gerade für den Wald der alte Satz gilt „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“, will sagen seiner Bäume. Das wird wohl auch Herr von Schilcher nicht bestreiten können. Wer sich über Wohllebens anthropomorphe Eltern-Kind-Metaphorik im Buchenwald mokiert, hat nichts von menschlicher Sprache verstanden! Wie könnte er denn besser und konziser die dort stattfindenden symbiotischen Beziehungen einer Leserschaft von mehrheitlichen Nicht-Biologen anschaulich machen?

Während Herr Wohlleben sich das Privileg erkämpft hat, ohne Maximalrendite seiner Arbeit für eine aufgeschlossene Gebietskörperschaft arbeiten zu können, ist Herr von Schilcher, was im Artikel zu kurz kam, selbständiger Unternehmer, der eine Familie zu ernähren und einen kleinen oder mittelständischen Betrieb am Laufen zu halten hat. Er hat aber absolut recht, wenn er sagt: “Die Landbevölkerung macht sich für die Städter die Hände schmutzig“, macht (etwas drastischer gesagt) die Decksarbeit auch für jene „Naturfreunde“, die am Waldrand von Hümmel in ihren Nobelmarken-Outdoor-Camouflagen aus den Pseudogeländewagen Münchner, Ingolstädter oder Stuttgarter Produktion steigen und die selbstredend zu Hause günstig Hackschnitzel und Pellets oder Schweineschnitzel und Rindsgulasch kaufen wollen. Wer als Waldbesitzer, Rinderzüchter oder Schweinemäster sein Geld verdienen muss, ohne eine ökologische Nische zu finden, tut gut daran, die Objekte seiner Produktion, seien es Pflanzen oder Tiere, emotional nicht allzu sehr an sich heranzulassen. Dann bestünde vielleicht doch die Gefahr, den Verstand zu verlieren oder wenigstens in psychotherapeutische Behandlung zu müssen. – Dr. Edgar Baumgartl


Was für ein bösartiger Kommentar von Herrn Joffe zum deutsch-russischen Verhältnis. Und was für eine merkwürdige Sicht auf die Geschichte. Zitat: „Man denke an die drei polnischen Teilungen, den Hitler-Stalin-Pakt, der die vierte besiegelte und den Zweiten Weltkrieg entfesselte.“
Es ist schon perfide, mit so einem Satz der Sowjetunion eine Mitschuld am Zweiten Weltkrieg zu unterstellen, dem Land, das am meisten unter der faschistischen Wehrmacht und den nachfolgenden SS-Verbänden gelitten hat, dem Land, das den höchsten Blutzoll gezahlt hat – mindestens 27 Millionen Tote. Herr Joffe: Nicht die Deutschen waren die Opfer, sondern die Völker der Sowjetunion.
Und noch etwas: Waren es nicht die Westmächte, die Hitler in Richtung Osten gelenkt haben durch ihren zweimaligen Verrat: Zunächst durch die Duldung der Besetzung des Sudentenlandes und schließlich durch den „drôle de guerre“?
Ich bin seltsam berührt von so viel Hass auf Russland. – Hartmut Kreft


Mich fasziniert der Artikel wegen seiner analytischen, dialektischen und sachlich-perspektiven und- fundierten Betrachtung, vor allem auch wegen der brillanten Art, mit Charme eine gewisse Ironie auszudrücken und trotz der Ernsthaftigkeit der Thematik beim Leser Nachdenklichkeit als auch ein Schmunzeln zu erzeugen. Kaum ein mir bekannter Artikel der letzten Zeit, Spiegel, Freitag etc. hat mich mehr überzeugt, dass es außerordentlich guten und besten Journalismus in Deutschland gibt. Mir scheint, der Begriff “Lügenpresse” ist lediglich gerechtfertigt, weil die jeweiligen Medien, die  Verlage oder Herausgeber,  ihren Journalisten Themen und Tendenzen vorgeben oder aber vielleicht auch einige im vorauseilenden Gehorsam “nur funktionieren”.
Ich empfinde, dieser Artikel könnte Vegetariern/Veganern/Esoterikern etc.  und allen “Naturdenkern”, gar “Exzentrikern”, zum Nachdenken veranlassen, ob ihre einseitig und polarisierende Sicht nicht doch in Einklang mit “Normal-Andersdenkenden” in Verständnisbereitschaft zu bringen sein könnte.
Im Ergebnis dieses Artikels stellt sich mir allerdings die Frage: Sollten wir nicht die Menschheit ausrotten, um die Natur zu retten”? Ich denke, die Natur hätte bessere Chancen zum Überleben,  ja, leider – oder Gott sei Dank – soweit wir das kapieren. – N. Krost


Ihr Artikel beschreibt eindrücklich das Spannungsfeld zwischen Ökonomisierung und Mystifizierung des Waldes. Tatsache ist: Unsere Wälder stehen unter einem enormen Druck. Holz ist nachgefragt und teuer wie selten zuvor. Das südöstliche Oberbayern steht, was unglaubliche Naturfrevel betrifft, vermutlich exemplarisch für andere Teile Deutschlands: Da wird großflächig Bannwald gerodet. Innerhalb weniger Tage verschwinden Buchenhangleiten und Hartholzauen. Die Verkehrssicherungspflicht stellt Bäume unter Generalverdacht. Waldränder, Feldgehölze- was ist das? Holzeinschläge erfolgen bis weit in die Vogelbrutsaison hinein. Etc. In unseren Wäldern herrscht hektische Ausverkaufsstimmung. Da wünscht man sich holznutzungsfreie Wälder, in denen Bäume auch über die „Hiebreife“ von 80 Jahren hinaus stehen bleiben und alt werden dürfen. Unleugbar gibt es eine spirituelle Beziehung Mensch-Baum. Bestes Beispiel dafür: Die ZEIT-Rubrik „Mein Freund, der Baum“. – Roswitha Kallfaß


Die Endung –ling macht klein und steht im übertragenen Sinn für was Schlechtes“, Das muss unbedingt ergänzt werden: Bratling, Darling, Fingerling, Engerling, (kleiner )Feigling, Lehrling, Jährling, Kümmerling, und nicht zu vergessen: Klingeling. Noch schlimmer ist die Steigerungsform der Endung, z.B.  Karolinger! Bitte, lassen Sie sich nicht manipulieren! – Paul Klein


Ich entnehme dem Interview, dass rechte Unworte durch linke Frames ersetzt werden sollen – leider nicht hinterfragt durch die Interviewer. Es gibt Flüchtlinge, Lieblinge, Rohlinge usw. Vermutlich sollte ich im Sinne der Sprachverhunzenden in Zukunft „Bratende“ statt „Bratling“ sagen, statt Frau Wehling „Frau „Wehende“, sie erklärt ja die Endung „..ling“ als politisch nicht korrekt. Warum gibt es im Zeitalter der Petris, von Storchs und Le Pens keine Initiative, das Wort Rassisten durch Rassistinnen zu ersetzen? – Ein Wort nach dem anderen wird durch die Moral- und Sprachwächterinnen getilgt oder verunstaltet. Die Zensur alter Kinderbücher, die Vergenderung der Sprache und das Anprangern ständig neuer „Unworte“ wecken bei mir Assoziationen an Bücherverbrennung und die Zerstörung von Kulturgütern. Nicht so brutal, aber in Form einer schleichenden Ausrottung „entarteter Sprache“. Vielleicht wäre es angebracht, das Wort „Unwort“ bei Gelegenheit zum Unwort des Jahres zu wählen! – Karl Müller


In dem o.g. Dossier finde ich neben vielen interessanten, aber inhaltlich unergiebigen Sprachfiguren zur Inszenierung des vermeintlichen Gegensatzes zwischen den Protagonisten Wohlleben (Waldschützer?!) und von Schilcher (Waldnutzer!?) im Prinzip vor allem folgende Passage von Belang: Christian Ammer, Professor für Waldbau und Waldökologie in Göttingen, mailt an die ZEIT:
„Das Buch (von Wohlleben) erzählt mehr über die Leser als über Bäume. Was den wissenschaftlichen Gehalt angeht, kann man -vorsichtig ausgedrückt- bei manchen Passagen nur den Kopf schütteln.“
Ansonsten kann der Text dem Anspruch eines „Dossiers“ mit dem Ziel einer ausführlichen Dokumentation und Informationen zu einem bestimmten Themengebiet (hier: Holznachfrage und Holzerzeugung) m.E. kaum gerecht werden, weil der Ansatz von zwei gegensätzlichen Homestories kaum in Einklang zu bringen ist mit einer seriösen, umfassenden und möglichst objektiven Information, auf deren Grundlage sich die Leserschaft eine eigene fundierte Meinung bilden kann.
Deshalb bleibt bei der Inszenierung „von Schilcher vs. Wohlleben“ im wesentlichen die tatsächlich sehr komplexe Realität über die Waldwirtschaft in Deutschland (die im übrigen auch der „Waldschützer Wohlleben“ in hoher Intensität betreibt) inklusive ihrer globalen Implikationen auf der Strecke. Sie wäre wohl aber auch vor lauter Kompromisserfordernis und Einerseits-Anderseits-Abwägungsbedarf für Schlagzeilen unergiebig. So jedoch steht im Ergebnis gewissermaßen eine (i.d.R. unbeabsichtigte) Desinformation der Leserschaft. Am Rande wird -für mich erstaunlich- zudem erneut die anscheinend „freiwillige Gleichschaltung“ fast aller Leitmedien zur Person Peter Wohlleben und seinen Themen offenkundig. Hier scheint eine/r vom anderen ziemlich unkritisch zu übernehmen, was sich gut anhört und zu verkaufen verspricht. Als kleines Beispiel sei der „4000 Jahre alte Buchenhain, hoch und schön wie eine Kathedrale“genannt, der zum wiederholten Mal in naturromantischer, aber unreflektierter Weise mediale Erwähnung findet. Einen Waldbestand mit 4000jährigen Buchen in der Eifel möchte ich mir sehr gerne mal von Ihnen und Ihren Kollegen zeigen lassen… – Günter Franz


Was würden fürsorgliche  Baumeltern in Herrn Wohllebens Friedwald sich selbst und  ihren zarten, heranwachsenden Baumkinderrn über Chrom VI sagen wollen, das aus der Asche  kompostierbarer Urnen ins Erdreich und ins Wasser gerät?
Diese weniger romantische Facette wurde in Ihrem Artikel nicht erwähnt. Chrom VI ist bekanntlich in geringen Mengen hochkanzerogen und hochtoxisch für Organismen. Das Wurzelwerk von Bäumen wird mit bis zu 12 Urnen pro Baum bestückt. Friedwälder könnten die Gifthalden der Zukunft werden – diese hat schon begonnen. Ein gewinnorientiertes Vermarktungskonzept wird romantisiert. – Name ist der Redaktion bekannt


In dem Gespräch der ZEIT über die „neue Generation von Lehrern“ mit der Professorin für Pädagogische Psychologie Mareike Kunter von der Universität Frankfurt am Main unterbricht die interviewte Forscherin bereits die zweite Frage von Jeanette Otto und Martin Spiewak mit der Bemerkung „Moment, es stört mich, dass Sie immer ‚der Lehrer‘ sagen. Inzwischen haben die Frauen in den Lehrerzimmen die Mehrheit, und zwar an allen Schulformen“.
Womit sie zweifellos recht hat.
Und dann fährt Frau Kunter im Interview mit folgenden Aussagen fort: „Lehrer sollten Entscheidungen möglichst wenig aus dem Bauch heraus treffen…“ – „Lehrer haben in ihrem Beruf wenig Begleitung“ – „auf keinen Fall sollte ein Sozialphobiker Lehrer werden“ – „Der ‚Lehrer am Limit‘ ist eine Randerscheinung“ und so fort, im Ganzen acht mal! Kein einziges Mal ist der Versuch einer weiblichen oder geschlechtsneutralen Sprachform gemacht worden!
Ob Frau Professorin Kunter meint, die Pluralform sei schon inklusiv genug? Dann hätte sie aber die Singularformen strikt vermeiden müssen. – Hedwig Steil


Ein schönes Waldbild, zweieinhalb Seiten Wald im Dossier. Was für eine seltene Lesefreude für mich als Förster, Waldbesitzer und Baumfreund. „Ein Herz und eine Säge – wie passt das zusammen?“ Die Fragestellung im Titel beantwortet der Artikel von Henning Sussebach und Florian Jänicke jedoch leider nicht wirklich. Dabei ist die Antwort letztlich ganz einfach: mit nachhaltiger Forstwirtschaft mitteleuropäischer Prägung! Die von den Autoren erwähnte Bundeswaldinventur belegt nicht nur eine leichte Zunahme der Waldfläche. Sie testiert den deutschen Waldbesitzern auch, dass ihr Wald seit Jahrzehnten und trotz vieler Katastrophen und hoher Holznutzungen ständig vorratsreicher und gleichzeitig naturnäher wird. Was für ein Erfolgsmodell! Welcher Wirtschaftszweig weltweit kann für sich in Anspruch nehmen, Ressourcen nicht nur abzubauen, sondern deutlich zu mehren?Zement benötigt den 100fachen Erstellungsenergiebedarf gegenüber Holz, Kunststoff den 1000 bis 300fachen, Aluminium sogar den 10.000fachen. Wer da keine Bäume mehr fällen will, muss sich angesichts unseres Lebensstils totale Schizophrenie vorwerfen lassen. Er darf dann gerne zusätzlich auf Saudisches Öl, Russisches Gas, Aluminium aus Brasilien oder Kohle aus China zurückgreifen und während dessen die Romantik eines ruhigen, stillgelegten oder zum Ruheforst umgewandelten deutschen Waldes genießen. Aber bitte keine ZEIT mehr lesen, denn das Papier ist ja auch nicht nur aus Recycling entstanden.
Bei der Gegenüberstellung des populären, feinsinnigen Wald-Psychiaters aus der Eifel und dem rustikalen bayrischen Großgrundbesitzers schlage ich mich dann doch ganz klar auf die Seite des Letzteren: „Die Landbevölkerung macht sich für die Städter die Hände schmutzig.“ – Roland Hartz


Völker(ein)wanderung aus Asien und Afrika – fast schon ein Naturgesetz? Flüchtlinge – vorwiegend ein Wirtschaftsfaktor? Ja, wenn sie beim Überschreiten der deutschen Grenze ihre Geschichte, Kultur, Konflikte, Demographie, Religion hinter sich ließen! Sie sollen den „leeren“ Osten besiedeln und den Wohnungsbau ankurbeln (in dessen Folge allerdings die knappe Landschaft weiter zubetoniert wird)! Dabei gäbe es so viele Staaten, die weit mehr Raum für Immigranten hätten als das enge Deutschland! Nur, sie fremdeln mit der „Willkommenskultur“!
Eine „Alternative“ gäbe es ja: Ausbildung und Arbeit zu den Menschen bringen, in ihre Heimatländer, begleitet von einer wirksamen Geburtenkontrolle! Immer kargere Böden können nicht immer mehr Menschen ernähren! Sonst werden weiterhin Millionen nach Norden wandern, um in Europa / Deutschland eine neue Heimat zu finden! Für unsere Gesellschaft eine Revolution, „pea nuts“ für die Wirtschaft! Volksabstimmung? Überflüssig! „Mutti“ und Wirtschaft nehmen uns die Entscheidung für unsere Zukunft gerne ab! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Frau Böhm ist ein guter Überblick und Rückblick zum Bürgerkrieg in Syrien gelungen. Leider wird die Rolle der UN und des Sicherheitsrats bei der Eskalation der Gewalt zwar erwähnt aber nicht genug herausgearbeitet. Die USA und Europa wollten durch Sanktionen und internationale Isolierung das Assad-Regime zu einem konstruktiven Dialog mit der Opposition bewegen. Eine entsprechende UN-Resolution wurde von Russland und China verhindert (Oktober 2011). Assad musste das als Unterstützung von mächtiger Seite für seinen Kurs aüßerster Brutalität werten – genau so war es gemeint.
Die Besetzung des Sicherheitsrats mit Nationen, für die Menschenrechte und good governance bestenfalls Lippenbekenntnisse, schlimmstenfalls „westlicher“ Imperialismus sind, ist wesentlich verantwortlich nicht nur für diese Katastrophe. Weitere werden notgedrungen folgen. Das kann nicht deutlich genug gesagt werden. Die Weigerung Europas und der USA militärisch in einen Bürgerkrieg einzugreifen ist nach den Erfahrungen der Vergangenheit (Afghanistan, Irak, Libyen) eigentlich nur zu belobigen. Eine weitere Schwäche der Weltgemeinschaft zeigt sich in diesem (Bürger) Krieg: wie üblich ist es den Nachbarstaaten überlassen, mit den Flüchtlingen fertig zu werden. Die UN könnte durchaus einen Kriegszustand feststellen und die Staatsangehörigen solcher Länder zu international anerkannten UN-Flüchtlingsausweisen berechtigen und ihnen ein Sonderkonto einrichten, auf das sie einen monatlichen Betrag zu ihrer Versorgung erhalten. Sollten 193 Staaten gemeinsam finanziell und menschlich dazu nicht in der Lage sein? Menschen, die einem Krieg die Mitarbeit verweigern und ihm den Rücken kehren, sollten eigentlich einen Orden erhalten und überall auf der Welt gern gesehen sein.
„Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin.“ Die UN könnte es ermöglichen – stattdessen unterstützen Mitglieder des Sicherheitsrats militärisch und politisch autoritäre Regime und scheuen sich auch nicht, Flüchtlinge als politische Waffe zu missbrauchen. – Verlaine Glass-Kehrer


Zeit-Herausgeber Josef Joffe seinerseits Mitglied in mehreren transatlantischen Thinktanks wie die Atlantikbrücke, Goldman-Sachs-Foundation, Bilderberger Konferenz, American Council on Germany, uvm, macht Stimmung gegen Russland und fordert mehr deutsche Militärausgaben sowie mehr deutsche Beteiligung an der Weltpolitik. Wer sich nicht intensiv mit Geopolitik beschäftigt wird Joffe also schnell zustimmen, wenn er sagt Russland verfolge in der Ukraine sowie in Syrien machtpolitische Interessen. Dies stimmt. Jedoch wird erstens weder erörtert, warum Russland diese Interessen hat und zweitens werden die Erkenntnisse in keinen Bezug zu den anderen geopolitischen Akteuren beispielsweise der USA und Europas gesetzt. Um dies am Beispiel Syriens deutlich zu machen muss man sehen, dass dort mehr als eine Hand voll Nationen vor Russland ohne UN-Mandat völkerrechtswidrig beteiligt waren. Einzig Russland agiert dort reaktioniär und im Auftrag der demokratisch gewählten Regierung Syriens.
Um dies jetzt in einen geopolitischen Gesamtzusammenhang zu setzen muss man sich die Militärbasen außerhalb der Landesgrenzen von den USA und Russlands ansehen. Die USA haben in mehr als 100 Ländern weltweit Militärbasen errichtet. Das Pentagon hat die Welt in Verantwortungsbereiche aufgeteilt. Für die Verteidigung Nordamerikas ist NORTHCOM zuständig. Die US-Interessen in Europa und gegen Russland vertritt ESEUCOM. USCENTCOM ist für die Sicherung der Ressourcen im Nahen und Mittleren Osten zuständig. USPACOM sichert für die USA Ostasien und den Pazifischen Ozean. Personell und finanziell am geringsten ausgestattet ist USAFRICOM, das für Afrika (ohne Ägypten) zuständig ist. Russland besitzt außerhalb des ehemaligen sowjetischen Gebietes nur in Syrien einen Stützpunkt.
Herr Joffe wirft Russland “alte Machtpolitik” vor ohne die Machtpolitik des Westens überhaupt zu erwähnen. Die NATO-Osterweiterung in Richtung Russland, der bis heute ungeklärte Regimechange in der Ukraine sowie die die vielen militärischen Eingriffe der NATO-Mitglieder in Nordafrika und im mittleren Osten, welche letztendlich zu den Massen an Flüchtlingen geführt haben, werden ebenfalls in keiner Silbe erwähnt. Jedoch wird das Spiel sogar umgedreht und Russland durch eine “hybride Kriegsführung” die Schuld an den Flüchtlingen vorgeworfen. Joffe schreibt: “Die Russen schießen auf Aleppo, und die Querschläger treffen Berlin”. Das die Nato Interesse hat Russland klein zu halten wird in den transatlantischen Think Thanks (z.b. Stratfor) offen ausgesprochen und ist auch verständlich. Vor diesem Hintergrund muss man als erkennen, dass die NATO versucht Länder mit den wichtigsten russischen Stützpunkten außerhalb von Russland (Krim in der Ukraine und Tartar in Syrien) in ihrem Interesse zu beeinflussen.
Joffe blendet diese ganzen offensichtlichen Fakten und Verknüpfungen wissentlich aus und betreibt klassische Meinungsmache. Er lügt nicht, aber er fragmentiert einzelne Elemente bewusst um dann am Ende Schäubles Forderungen nach höheren Militärausgaben und mehr deutsche Beteiligung an Weltpolitik nachvollziehbar aussehen zu lassen.
Ich möchte am Ende noch klar stellen, dass ich die Zeit nicht als “Lügenpresse” oder sonstiges darstellen möchte. Das Blatt hat sehr viele ausgezeichnete kritische Artikel und (noch) eine lebhafte Kommentarspalte. Aber dieser Artikel, bzw. speziell Josef Joffes Artikel sind, wie ich oben versucht habe zu erklären, einfach mutwillig einseitig formuliert. Ebenfalls will ich erwähnen, dass ich keinesfalls Russlands/Assads Aktionen schön reden möchte, sondern nur aufzeigen will, dass auch in Deutschland teilweise einseitig berichtet wird. – Markus Born


Ihr Artikel lässt ein wichtiges Merkmal des bedingungslosen Grundeinkommens außer Acht: Es stellt keine Obergrenze des Einkommens dar. Bei entsprechender Beschäftigung sind weiterhin höhere Verdienste möglich, was für die meisten Menschen der stärkste Anreiz für mehr als eine „4-Stunden-Arbeitswoche“ sein dürfte. In Ihrem Beispiel der Berliner Firma Dark Horse bleibt eben diese ausschlaggebende Frage offen: Durfte keiner der Mitarbeiter mehr als das Grundeinkommen verdienen? Wurde hier mal eben Grundeinkommen mit Kommunismus vewechselt?
Der Verdacht der Einseitigkeit gegen das Grundeinkommen wird für mich bestärkt durch die Interpretation der der Studie von Prof. R. Schöb, der den Tagesgang des Glücksgefühls untersucht hat: Das Ergebnis wird als Beleg dafür herangezogen, dass Arbeit doch unglücklich mache, da vor und während der täglichen Arbeitszeit das subjektive Glücksgefühl am geringsten sei, am höchsten jedoch nach Feierabend. Doch ist das nicht ein psychologischer Fehlschluss? Ein Feierabend wird erst nach getaner Arbeit feierwürdig, so wie das Glücksgefühl auf einem (freiwillig!) bestiegenen Berggipfel sich nur einstellen kann, wenn man zuvor die Mühen und Schmerzen des Anstiegs überwunden hat. Dass derart zentrale Aspekte im Leitartikel des Wirtschaftsteils der ZEIT bewusst oder leichtfertig übergangen wurden, enttäuscht mich sehr. – Marco Fischer


Es ist ganz reizvoll, Wörtern nachzuspüren und zu überlegen, ob ihr Gebrauch unser Denken beeinflussen kann. Aber wenn, um Frau Wehlings markantestes Beispiel aufzugreifen, in dem Wort „Flüchtling“ durch die Nachsilbe „ling“ auch etwas Kleinmachendes, Abwertendes stecken mag, so ist diese Überlegung doch in einer Gesellschaft, in der gerade beim Thema „Abwertung“ so überdeutlich formuliert wird, ein akademisches Spielchen, das niemand nützt. Zudem stößt das Wort bei denen, die selbst einmal Flüchtlinge waren oder von Flüchtlingen abstammen, auf ein anderes Echo als bei denen, die sie damals aufnehmen mussten. Wenn Flüchtlinge, oder Befürworter und auch die Gegner ihrer Einreise wechselweise, als „Pack“ oder gleich als „Verbrecher“ bezeichnet werden, kann man so subtile Manipulation, wie in dem Artikel beschrieben, vernachlässigen – wenn sie denn überhaupt stattfindet. Vielleicht wäre im Gegenteil viel gewonnen, wenn man diese ewigen Unterstellungen unterließe und nicht in jedem Wort eine verborgene Beeinflussung witterte, wenn man sich mit einem Text oder einem Gesprächspartner auseinandersetzt. – Erika Albert


Nicht Liebe, sondern Bestimmung.
Vorbemerkung: Kaum eine Disziplin der Geisteswissenschaften ist so ideologiebesetzt wie die Anthropologie, also die Wesensbestimmung der Gattung Mensch. Seit der Verabschiedung der religiös-metaphysischen Dogmatik aus dieser Disziplin durch die Erkenntnisse der Aufklärung bleibt noch immer ein weites Feld der anthropologischen Positionen übrig – vom Geistwesen (Max Scheler) bis zum biologischen Mängelwesen (Arnold Gehlen).
Arbeit ist ein entscheidender, aber auch schwieriger Bestimmungsbegriff, wofür Kolja Rudzios Artikel einen sehr erhellenden Nachweis liefert. Das ambivalente Ergebnis der Sozialforscher zur Bedeutung der Arbeit, das in Rudzios Text sehr anschaulich dargestellt wird, wirkt zunächst verblüffend: „Arbeit macht glücklich“, ist aber andererseits eine „Spaßbremse“. Die empirischen Daten sprechen hier nicht für sich selbst, sondern bedürfen eines Erklärungszusammenhangs.
Im Gegensatz zu milieueingepassten Tieren ist der Mensch in der Lage, in fast jedem Umfeld zu überleben. Dazu muss er seine Umwelt ins Lebensdienliche umarbeiten, d. h. er ist ein arbeitendes Wesen. Insofern ist es plausibel, dass der Mensch glücklich ist, wenn er seine Wesensbestimmung verwirklichen kann. Dass trotzdem Unbehagen, Unzufriedenheit im Arbeitsalltag weit verbreitet sind, dürfte großenteils am Funktions- und Erfolgsdruck liegen, von dem die Marktwirtschaft geprägt ist.
Ideologen begründen die kapitalistische Konkurrenz mit dem Wettbewerbsstreben, das dem menschlichen Wesen innewohnt. Dieses Argument wird auch gegen das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens ins Feld geführt. Ohne Leistungsanreiz und Karriereaussicht würde eine Volkswirtschaft stagnieren und letztlich kollabieren. Die große Bedeutung des Wettbewerbs könne man allenthalben im sportlichen Wettkampf feststellen.
Wer diese Parallele zwischen Sport und Marktwirtschaft zieht, verleugnet einen schwerwiegenden Unterschied: Im Sport geht es um die Freude an der Tätigkeit selbst, Gegnerschaft im Wettkampf verbindet sich mit Freundschaft im Zeichen von Fairness und Respekt. Dagegen ist die Konkurrenz auf dem Waren-, Geld- und vor allem Arbeitsmarkt existenzbedrohend. Schwäche geht unter, Stärke siegt.
Dem Sport ist die Kunst verschwistert. Schiller hält die gegenseitige Inspiration im freien Spiel des künstlerischen Gestaltens für das wahre Menschsein. Weniger idealistisch formuliert: Kooperation schafft Solidarität, Konkurrenz spaltet, erzeugt Angst. Aus ihr erwächst Irrationalität, Selbstüberforderung und Böses. – Viktor Rintelen


Wir haben ca. 400.000 Einwohner in Wien mit Migrationshintergrund,das ist 1/5 der Einwohner von Wien.Sie schreiben,daß jeder 5. Schüler in Österreich gemoppt wird. Diese Verhältniszahlen stelle ich wertfrei nebeneinander,da Sie in Ihrem Artikel auch nicht schreiben,wer die Gemoppten und wer die Missetäter sind.Dies zu erfahren wäre genauso interessant,als ich gerne einmal aus dem TV in Österreich oder aus den  Print-Medien erfahren würde, wie groß der Anteil dieser Täter ist .Aber im Zuge unserer gerechten, liberalen Globalisierung wird das wohl nie gemeldet werden . Mir sind diese Zahlen als ehem. Rechtsanwalt bekannt!
Im Übrigen stehe ich auf dem Standpunkt,dass sich ein Jugendlicher mit einiger Intelligenz und Geschick-was ja auch zum Überleben in unserem schönen Staat schon gehört-, dem Mobbing entziehen kann. Wem das leider als Schüler nicht gelingt-auch zu meiner Schulzeit in den 70 er Jahren gab es auch schon unangenehme Elemente -, der wird es im Leben leider schwer haben. Die ewige Tendenz, unseren Kindern zu erklären, dass nur eine heile Welt existiert und ohnedies …“Alles Gut ist oder wird“, ist eben eindeutig falsch, und erzieht nur Lebensuntüchtige. –Deswegen ist auch der Wunsch so mancher Ewiggestriger nach einer Schule ohne Benotung ( derzeit nur in den ersten drei Volksschulklassen angedacht) eine Sackgasse, da man in JEDER LEBENSSITUATION – auch der Privaten-, beurteilt und bewertet wird, egal ob mit oder ohne Note. Wer auch das nicht ertragen kann, soll gleich in Frühpension gehen, oder sich in einem wärmeren Land in die Sonne legen. Aber leider können wir uns die/ das  nicht mehr leisten. – Dr. Bernhard Gittler


Das das Thema Abgasentgiftung mal etwas versachlicht wurde ist gut.Es ist nicht einmal auf den genormten Prüfständen möglich reproduzierbare Testergebnise zu ermitteln Vermissen tue ich allerdings einfrage an Herrn Wissmann bezüglich der Partikelemissionen von „modernen“ TSI Benzinmotoren. Die sind nämlich ganz erheblich und tragen auch zur Smogbildung bei. Die Dieselfahrer sind also nicht allein und müssen dennoch hohe Hubraumsteuer und den Partikelfilter samt Austausch bezahlen. Mehr Gerechtigkeit ist da von Nöten! – Klaus Titz


Bei der  Gründung der Gesamtschulen vor ca. 45 Jahren, die damals in Berlin Regelschulen wurden, war das sog. Teamteaching durchaus geplant, jedoch sehr wenig praktiziert, ich vermute aus finanziellen Gründen. Zwei Lehrer in einer Klasse. Wie gerne hätte ich solche Bedingungen zu Beginn meiner Karriere vorgefunden. Wir waren alle jung und hoch motiviert, konferierten wöchentlich in Jahrgangs- und Fachteams und trafen uns in privaten Wohnungen außerhalb der Schule an Wochenden zur Entwicklung gesamtschulspezifischer Curricula und Materialien. Gegenseitige Hospitationen und sowohl Lehrer- als auch Schülerfeedbacks sowie der kollegiale Austausch über einzelne Schülerinnen und Schüler während der zahlreichen „Springstunden“ (stundenplanbedingte Freistunden, die auch als Bereitschaftsstunden für eventuelle Vertretungen genutzt wurden) auch an den Nachmittagen der Ganztagsschulen waren an der Tagesordnung. Die Studie bestätigt das: »Ein Vergleich der in der Schule vorfindbaren Rahmenbedingungen verdeutlicht, dass insbesondere an vollgebundenen Ganztagsschulen günstige Ausgangsbedingungen für die Schaffung von Kooperationsbeziehungen gegeben sind. Dazu gehören die Integration von Kooperationszeiten in den Arbeitsalltag, die Präsenz von Lehrkräften am Nachmittag, die Unterstützung durch die Schulleitung und auch die stärkere Etablierung von Kooperationsstrukturen in Form von Jahrgangsteams oder jahrgangsübergreifenden Fachgruppen.«(S. 35) Jeder Lehrer besaß außerdem einen Arbeitsplatz in der Schule, jedes Fachteam hatte ein eigenes Lehrerzimmer, so dass fast immer ein Fachkollege/ein Kollegin anspechbar war. Weiterhin waren in den Planungen für die neu zu gründenden Gesamtschulen Sozialpädagogen und Schulpsychologen ausgewiesen, die in der Schule anwesend und immer ansprechbar sein sollten, ein Versprechen, das nicht eingehalten wurde. Bedauerlicherweise wurde das Gesamtschulkonzept von der Politik klein- fast möchte ich sagen kaputtgeredet. Die Schulen unterlagen spätestens seit den 90er Jahren in Berlin einem rigorosen Sparzwang. Jedes Jahr gab es neue Mittelkürzungen, so dass schließlich die Gesamtschule zum Scheitern verurteilt war, obwohl wesentlich mehr Schülerinnen und Schüler die Hochschulreife erlangten als zur Zeit des dreigliedrigen Schulsystems. Dieses wurde parallel beibehalten, m.E. ein Fehler, den die Politik erst vor Kurzem bei der Einführung der Sekundarschulen in Berlin korrigierte. Der Titel „Die neuen Lehrer“ in ZEIT N°10 2016 ist demnach genauso anwendbar auf  die Gesamtschullehrer der 1970er und 1980er Jahre. Für diese Erfahrung bin ich dankbar und wünsche jedem Kollegen und jeder Kollegin der in Ihrem Artikel erwähnten Schulen Durchhaltevermögen sowie weiterhin einen hohen Motivationsgrad. „Neue Lehrer“ mit einer hohen Kooperationsbereitschaft gab es zu jeder Zeit. Kooperation ist jedoch nicht alles. Hinzu kommen müssen entsprechende Rahmenbedingungen. Jedoch bin ich skeptisch gegenüber der Behauptung von Kunter, dass „der Lehrer am Limit“ eine Randerscheinung sei, da nach meiner Erfahrung die wenigsten Lehrerinnen und Lehrer das reguläre Rentenalter erreichen. Auch dazu gibt es repräsentative  Studien. – Ralf Kennis


Bei meine Schwiegermutter, die die ZEIT seit 30 Jahren abonniert hat, lese ich ab und zu Ihre Zeitung. Mit Unverständnis habe ich den Beitrag von Herrn Dr. Joffe „Putins Krieg“ gelesen. Die Einseitigkeit, mit der Herr Dr. Joffe die Welt erklärt, bereitet mir Sorge, weil immer noch zu viele Menschen ernst nehmen, was in der ZEIT verkündet wird.
Für den Irak-Kreg 2003 hat Dr. Joffe damals geworben und Gerhard Schröder für sein „Nein“ heftig kritisiert. Dabe würde es den IS ohne den völkerrechtswidrigen Irak-Krieg – darin sind sich alle unabhängigen Nahost-Experten einig- heute gar nicht geben. Nach den Golfkriegen, die alle mit Kriegslügen begonnen und geführt wurden (Iran Contra Affäre, Brutkastenlüge, angebl. Massenvernichtungswaffen etc.) sind weite Teile des Iraks wegen der Uran-Munition radioaktiv verseucht. Aber Gero von Randow schreibt 2001 in der ZEIT von der „Blamage der Alarmisten“. Und seitdem hat die ZEIT dazu nichts mehr geschrieben. Andere Medien (Der Freitag, das Neue Deutschland, Phoenix etc.) haben im Gegensatz zu Ihnen dazu durchaus kritisch berichtet.Wir Deutschen haben uns bereits zwei Mal von Medien und Politikern in Weltkriege gegen Russland hineinhetzen lassen und haben davon ein für alle Mal genug! Man kann Probleme, egal ob politisch oder privat, nicht lösen, wenn man sich selbst für unschuldig erklärt und die Schuld nur beim Anderen sucht. Man muss auch die Perspektive des Anderen zumindest versuchen zu verstehen. Insofern halte ich die abwertende Verwendung des Begriffs „Russlandversteher“ in einer Zeitung, die für sich in Anspruch nimmt, differenzierten anspruchsvollen Journalismus zu betreiben, für problematisch. – Dr. Alexander Mikusch


Es ist auch nach der immer noch brüchigen Waffenruhe in Syrien so, als ob alle Mannschaften einer Liga gleichzeitig auf dem Spielfeld sind, die Sicherheitszäune zu den Zuschauern beseitigt wurden und das Schiedrichtergespann sich das Geschehen im UNO-Hauptquartier im Fernsehen anschaut. Wenn man trotzdem verstehen will, worum es geht, sollt man sich nicht nur auf die Details beziehen. Dann gibt es sogar eine Lehre, die aus dem ganzen Schlamassel zu ziehen ist: Belastbare Ornungen ergeben sich nicht unbedingt aus der Umverteilung der Fakten. Anders gesagt: Strukturelle Änderungen der Sachlage führen nicht automatisch zu Konfliktlösungen. Man muss schon an die grundsätzlichen Werte und Orientierungen ran. Denn wenn die der aktuellen Situation nicht mehr gerecht werden, ist es zum allseits egomanischen Kampf aller gegen alle nur noch ein kleiner Schritt.
Ohne Ursachenforschung geht’s also nicht. Und im Fall Syrien spielen nicht nur die in der ganzen Region von westlicher Seite gemachten Fehler seit dem Ende des Osmanischen Reichs eine Rolle, sondern auch die in erster Linie sich selbst bestätigenden Traditionen dieser klassischen Kulturräume. Die gesamtgesellschaftliche Bereitschaft zum unvoreingenommenen Dialog um globale Werte und zu offener, gleichberechtigter Kooperation kamen da eindeutig zu kurz. Dem noch mal ursächlich auf den Grund zu gehen, ist die langfristige Aufgabe in Bezug auf diese und andere zerstörerische Entwicklungen. – Christoph Müller-Luckwald


Frau Wehling spricht mir aus der Seele.
Auch ich behaupte schon seit Jahren : „ Alles ist Sprache „.
Wie wir uns ausdrücken so werden wir verstanden und wollen oft auch genau so verstanden werden. Wenn z. B. seit Beginn dieser Wanderung von FlüchtlingsKRISE schwadroniert wird will man uns eine Situation einreden die wir selbst herbeigeredet haben. Und alle ( Politiker/ Medien) schwimmen auf dieser Welle mit.
Aber nun zurück zu meiner These: Ich beziehe mich dabei auf die
Begriffe : Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dadurch wird uns suggeriert , dass die einen ( immer ) geben und die anderen ( immer nur ) nehmen. Wenn man sich dann die Rituale und Sprechblasen bei den Tarifverhandlungen anschaut , wird uns genau dieser Eindruck immer wieder bestätigt.. Ich habe als Lösungsvorschlag : wir benutzen z. B. die Begriffe Arbeitsplatzgeber und Arbeitskraftgeber. Das ist eine Verhandlungsbasis „ auf Augenhöhe“ und zeigt sehr Deutlich die GEGENSEITIGE Abhängigkeit von einander. – Herbert Rauber


Danke, liebe Petra Pinzler, für Ihre Hinweise vom 25. 2., wie die EU-Politiker unsere Rechtsgemeinschaften aushöhlen.
Die Freihandelsabkommen CETA und TTIP samt TiSA erscheinen mir als die schärfste Aggression gegen
die Bundesrepublik und die anderen westeuropäischen Staaten und Gesellschaften Westeuropas seit 1949.
Der Völkerrechtler und UN-Berichterstatter Prof. Alfred de Zayas bewertet alle Freihandelsabkommen mit den
privaten, außerstaatlichen Investitionsschiedsgerichten (ISDS) als „politische Verträge, um unser demokratisches
System zu verändern“. Die Freihandelsabkommen brechen alle die UNO-Charta und gehören – so de Zayas – alle
vor den Internationalen Gerichtshof.
Tatsächlich bricht CETA das demokratische, im Grundgesetz (Art.20,abs.2) verankerte Prinzip:
„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“.CETA soll -wie die anderen Freihandelsbkommen – Gesetzeskraft
haben, damit brechen die CETA befürwortenden Politiker ein weiteres Grundprinzip unseres „demokratischen und
sozialne Bundesstaates“ (so charakterisiert in Art.20, abs.1 GG) – es lautet:
„Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung …gebunden“.
Tatsächlich widersprechen die geplanten Freihandelsverträge unserer demokratischen und sozialen Ordnung von
Staat und Gesellschaft, wie sie im Grundgesetz festgelegt ist.
Sie sind laut juristischer Gutachten der Universitäten Bremen und Göttingen verfassungwidrig.
CETA und TTIP sind verfassungswidrig allein schon durch ihre politische Erpresserkeule, das außerstaatliche,
private Investitionsschiedsgericht. Der Deutsche Richterbund und die Europäische Richtevereinigung sehen
„keine Rechtsgrundlage und keine Notwendigkeit“ für diese demokratisch nicht legitimierte Paralleljustiz.
Wirtschaftsunternehmen zeigen sich mächtiger als Staaten mit diesen von amrikanischen Konzernen erzwungenen
Paralleljustiz. Beispiel Ecuador. Ecuador hat im Einklang mit seinen Gesetzen die vom amerikanischen
Ölkonzern Oxy betriebenen Ölförderanlagen im Amazonasgebiet enteignet und OXY die Lizenz entzogen.
Dafür ist es im Januar d. J. vom Investitionsschiedsgerichtszentrum bei der Weltbank zur Zahlung von 1,1
Milliarden Dollar an OXY verurteilt worden – als Entschädigung für entgangene Gewinne. Das ist sind 3,3% des
Staatshaushaltes 2016. Präsident Correa bemerkte bitter: „200 Schulzentren werden auf dem Altar des Kapitals
geopfert“. OXY nimmt damit unzähligen Kindern in Ecuador die Chance auf ein menschenwürdiges Leben – und bremst
die Entwicklung des Landes. Die Regierung Corea antwortet auf diese Aggression, indem sie anstelle des von US-
Konzernen beherrschten Investitionsschiedsgerichtes ein lateinamerikanisches Gericht mit anderen
Rechtsgrundlagen anstrebt.
Die nicht neoliberale Regierung Ecuadors will mit solidarischen anderen Regierungen in Lateinamerika das
auch für die beteiligten Rechtsanwälte ungeheuer gewinnträchtige Spiel beenden „Konzerne klagen- Wir zahlen“.
Ceta (wie TTIP) höhlt die Demokratie aus, indem dieses Abkommen – neben vielen anderen Bürgerrechten – das
fundamentale Recht der Abgeordneten bricht,“ an Weisungen und Aufträgen nicht gebunden“ zu sein,
„nur ihrem Gewissen unterworfen“ (art. 38,Abs. 1GG). Das heißt:
CETA (wie TTIP) gibt den Repräsentanten der amerikanischen Konzerne und Finanzunternehmen das Recht,
die nationale Gesetzgebung zu steuern zum Nutzen ihrer Unternehmen,. Sie haben das Recht,für sie ungünstige
Gesetzesvorlagen unserer Bundestagsabgeordneten bereits in den Ausschüssen zu stoppen, bevor sie im
Bundestag verhandelt werden können.
CETA bricht auch das Recht der Gemeinden,“alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze
in eigener Verantwortung zu regeln“ (Art.28, abs,2 GG) Allein schon die beabsichtigte Privatisierung der Dienst-
leistungen reduziert die Gemeindeselbstverwaltung auf das Empfindlichste.
Wenn CETA in Kraft tritt, regieren bei uns die US-Oligarchen mit, denn die amerkanischen Konzerne haben zu 80 Prozent Tochterfirmen in Kanada. Sie haben laut CETA die gleichen Rechte wie die kanadischen Untermehmen.
CETA zielt – wie TTIP – wie der ganze Neoliberalismus – auf die Verschiebung der Macht von Staat und Zivilgesellschaft hin zu den großen Unternehmen (so begründet die internationale Handelsexpertin, die Harvard-Juristin und Vorsitzende der größten US-Verbraucherorgnaisation Lori Wallach ihre Ablehnung). Das ist konsequent konzipiert für die Profitmaximierung der US-Oligarchen, die nach Meinung von 80 Prozent der Amerikaner und laut einer 2015 veröffentlichten Studie der Universität Princeton die Demokratie in den vereinigten Staaten zerstört haben.
Dieses antidemokratische, gegen das Volk gerichtete Bestreben der amerikanischen Superreichen läßt sich bis zur Verfassungsgebenden Versammlung 17 zurückverfolgen – aus Angst um ihre Eigentum. In der Folgezeit entwickelte die Führungsschicht einen mal mehr mal weniger blutigen Wirtschaftsimperialismus. (Eine
Million Filippinos bezahlte 1899-1902 die amerikanische Besetzung ihrer Inseln als Tor zum riesigen chinesischen Markt
mit ihrem Leben…) Die Wirtschafts- und Finanzmächtigen planten, die „Wlt in einen Markt“ für Händler und Hersteller
umzuwandeln (Woodrow Wilson 1907).
David Rockefeller hat 1999 öffentlich proklamiert, die Geschäftswelt, da sie sich nicht nach den Regeln des Staates
richten will, soll die Regierung übernehmen (Newsweek International vom 1.2.99).
Ende des Staates als Schutz für die Schwachen vor den ausdehnungssüchtigen Starken, Ende des Staates als Hüter
des Rechtes gleichermaßen für alle, als Hüter der Kultur, der Bildung, der Wissenschaft…
Das Ziel des Neoliberalismus bzw. der Wirtschafts- und Finanzmächtigen mit ihren Politikern ist nun auch in der Bundesrepublik und Europa nah. Das Ziel ist, den Staat zum Instrument der Privatinteressen der „Herren der
Welt“ zu machen. Werte? Ethik? Moral? Humanität? Fairness? Freiheit und Gerechtigkeit? Schutz und Pflege der einzigen Erde, die
wir bewohnen? Doch nicht unter der Herrschaft der „Herren der Welt“, deren „elende Devise“ noch immer ist:
„Alles für uns selbst und nichts für die anderen“ (so Adam Smith 1776). Wie könen wir erhalten, was uns lieb und teuer
ist neben Auto, Haus und Garten unter der Macht der „Herren der Welt“? Ihr Reichtum ist auch mit erschreckend,
ganz und gar inakzeptablen lebenszerstörenden Maßnahmen so ungeheuer gigantisch geworden – und er wächst
mit ungeheuren Opfern an Menschenleben und Natur weiter und weiter – „mit kriminellen Mitteln“, sagt der Mann,
sagt die Frau aus dem Volk.
Wenn wir CETA akzeptieren, dann akzeptieren wir das Ende des jahrhundertelang erkämpften Rechtsstaates,dann
bejahen das Ende des Staates als Hüter von Kultur und Bildung, von Kunst und Wissenschaft,
von Bürgerfreiheit und Meinungsfreiheit…Dann steht uns bevor die tendenzielle Reduktion des Staates auf die Sorge für
die innere und äußere Sicherheit. Für wen? Für die Herrschenden gegenüber den um ihre gewollte Lebensqualität
betrogenen Bürgern.
Die sogenannten Freihandelsabkommen, das sind drei Lügen in einem Wort, sagt Noam Chomsky im Münchener
Interview 2015. CETA, TTIP und TPP dienen den USA zur Kontrolle des Welthandel, stellte unlängst Nobelpreisträger
Josef Stiglitz fest, ehemaliger Chefökonom der Weltbank. Präsidentschaftskandidat der Demokraten , der
sozial-demokratische Senator Bernie Sanders, lehnt diese Verträge zum Schaden der Volkswirtschaften und zur kalten
Machtübernahme in anderen Staaten ab. Konkurrentin Hillary Clinton hat späte Einwände gegen TPP erhoben.
Danke, liebe Petra Pinzler, dass Sie CETA erwähnen, unsere unmittelbarste Bedrohung. Die Manager der Freihandels-
abkommen haben es sehr intelligent geschafft, dass sich die Kritiker und Gegner auf das zeitlich spätere, also nicht
unmittelbar bedrohliche Abkommen EU-USA (TTIP) konzentrieren.
Tatsächlich aber ergeben sich reichlich Klagemöglichkeiten aus CETAs Rechtsverletzungen.
Dies sind die wichtigsten nationalen und internationalen Rechtsverletzungen CETAs: Art. 1(1)und(2), 2(1), 3(1),
19(2) und (4), 20(1) und 20(2), 20 (3), 20 (4), 23, 24, 28(2), 38(1), 79(3) und 93(1),Nr. 2,2,3,4 des Grundgesetzes,
Art. 8 und Art 21(1) und (3) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) sowie Art. 1(1), Art.2(1) und Art
25a) des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (IPBPP), dazu in der UNO-Charta Art. 1(2) und
Art. 2(1), auch Art. 3(1) der Allgemeinen Europäischen Verfassung und Art. 13 der Europäischen Menschenrechts-
konvention sowie die EU-Grundrechtecharta /Präambel und die Europäische Sozialcharta.
Unsere Wahl: CETA oder unsere angeschlagene freie Gesellschaft, die wir miteinander – in Lebensliebe und großer
Ausdauer – weiterentwickeln können in eine Menschen-freundliche Gesellschaft, wie wir sie uns wünschen. – Gunhild Bohm


Dank für den klugen Beitrag von Adam Soboczynsk, der mir die beste Erklärung für Fremdenhass und den Vorwurf der „Lügenpresse“ zu sein scheint! Zugleich werde ich an den Bericht eines Freundes erinnert, der in Bautzen eingesessen hatte: Wollte man protestieren, revoltieren und die Oberen provozieren, so gab es für die Häftlinge keine geeignetere Methoden als die, sich als Nazi zu zeigen. – Friedemann Hellwig


Nein, nicht „die“ Menschen im Osten! Warum werden hier wieder mal alle über einen Kamm geschoren? Adam Soboczynski beleidigt ausgerechnet diejenigen, die sich seit vielen Monaten dem Hass entgegenstellen und und dabei oft allein gelassen werden. Die Brandstifter von Bautzen werden den Artikel lesen werden. Der Author hat seinen Scharfsinn verschwendt. – Joachim Ohser


An dem Artikel „Ovidio Orozco wird blind“ in der ZEIT 2016 Nr. 10, S.24 habe ich einiges auszusetzen. Der Artikel ist gefühlsbetont und liefert wenig konkrete Tatsachen.
Bei der Überschrift hätte ich über die Erblindung von Ovidio Orozco doch gern Genaueres gelesen, insbesondere darüber, welche vom Kohletagebau in Kolumbien ausgehenden Umweltbelastungen zur Erblindung von Ovidio Orozco geführt haben. Das bleibt offen. Es wird lediglich ein Zusammenhang behauptet aber nicht belegt. Es wird nicht einmal gesagt, welche Augenerkrankung der Bauer Ovidio Orozco hat – Erblindung kann viele Ursachen haben. Vielleicht hat der Sprecher des Bergbauunternehmens doch Recht wenn er sagt: „Die Bewohner haben einen sehr ungesunden Lebensstil. Sie leben nicht sehr hygienisch.“
Bergbau bringt Umweltzerstörung mit sich, auch in Deutschland. Über die Feinstaubbelastung in der Region um El Cerrejón hätte ich auch gern Konkreteres gelesen, wie sie überhaupt zustande kommt und ein größeres Gebiet außerhalb der eigentlichen Tagebaue betreffen kann. Daß Feinstaub Staublunge verursachen kann, ist bekannt. Wieso bekommen aber auch Leute, die nicht im Bergbau arbeiten und zig Kilometer entfernt zu Hause sind, Silikose?
Das ist Boulevardjournalismus. Sowas will ich in der ZEIT nicht lesen. – Ernst Schubert


Den Beitrag von Adam Soboczynski finde ich hervorragend geschrieben und sehr einleuchtend. Ich habe selbst zwar nicht unter sozialistischen Bedingungen gelebt, kann aber vielleicht gerade deshalb der Argumentation folgen. Wenn mir ständige eine moralisch-ideologische Meinung „von oben“ aufgedrückt würde, reagierte ich vermutlich ähnlich.
Es lohnt sich halt immer wieder, die Welt mal aus den Schuhen der anderen zu betrachten.
Jedenfalls entsprach der Artikel einmal mehr genau der Erwartung, die ich als Leser der ZEIT an einen sog. „Qualitätsjournalismus“ richte. Vielen Dank dafür! – Matthias Wilke


Aufgebracht und kampfeslustig waren Majestät, als er am 27. Juli 1900 das deutsche Kontingent zum Niederkämpfen des chinesischen Boxeraufstandes losschickte, zur Mutter aller deutschen militärischen Expeditionen. Und er befahl die kompromisslose Härte Attilas, auf dass nie wieder ein Chinese einen Deutschen schief ansehen werde. Am 29.8.1914 titelte die Times, die deutschen Hunnen hätten Leuven, das belgische Oxford verwüstet. Greuelgeschichten von abgehackten Kinderhänden, abgeschnittenen Brüsten und vergewaltigten Nonnen machten die Runde; alles das ist noch heute als „Rape of Belgium“ im kollektiven Bewusstsein, als Vergewaltigung eines neutralen Landes – und seiner Bürger. Mit der Flammenhölle am Kundus, die wir am 4. September 2009 für mehr als 100 Afghanen angerichtet haben, werden wir das Hunnen-Image bei vielen aktualisiert haben, aus heutiger Sicht auch ohne Sinn und realistisches Ziel.
Ob ein unbeteiligter Dreizehnjähriger von Schergen Assads gefoltert und getötet wurde, ob das Regime in unmittelbarer Nähe von internationalen Beobachtern Giftgas gegen Zivilisten eingesetzt hat? Sinn hätte beides nicht gemacht und es ähnelt auch den „smoking guns“, deren mediale Wirkungen die beiden Interventionen gegen Saddam Hussein ausgelöst hatten und nachträglich falsifiziert wurden. Es ist aus meiner Sicht nicht Erfolg versprechend, Konfliktgründe massiv zu personalisieren, so als ob ein „regime change“ notwendige oder gar ausreichende Bedingung für die Konfliktlösung wäre. Sie waren es nicht beim Kaiser, nicht bei Saddam Hussein und vermutlich auch nicht bei Baschar al-Assad. Konsequent müssten wir hier auch Bush den Zweiten, Cheney und Rumsfeld ins Visier nehmen.
Ein wenig mehr Erklärung der verfahrenen Lage in Syrien scheint mir zu bieten: Die USA und andere Staaten haben bereits in den 1980er Jahren (sic!) wirtschaftliche, finanzielle und diplomatische Sanktionen gegen Syrien etabliert, und zwar wegen der besonderen Verwicklung des Landes in terroristische Aktivitäten – niemals aber gegen Saudi-Arabien oder Pakistan. Syrien ist wie die Mehrzahl der Staaten des Nahen Ostens massiv auf die Einfuhr von Nahrungsmitteln angewiesen. Die breiten Demonstrationen 2010/2011 waren auch durch die bereits beeinträchtigte Versorgung und durch eine Weltmarkt-bedingte sprunghafte Verteuerung gerade der Nahrungsmittel ausgelöst. Die Perspektiven? Sie sind auch wegen des dynamischen Klimawandels für die gesamte Region sehr negativ – damit werden es auch die Anreize für Migration bleiben, ganz unabhängig der Politik der dortigen Regimes in den ihnen gesetzten Leitplanken. – Dr. Karl Ulrich Voss


Da staunt doch mein Adlerauge und  liest , wie sich zwei wohlschreibende Journalistinnen mit dem eigenen Blatt austauschen. Ehrlich gesagt, für die Z-Seite ein gelungenes Comeback, wenngleich ich überhaupt nichts verstanden habe ob der selbstgewählten Selbstbedienung. Werde wohl googeln müssen. – G. Hummert 


Malt doch die Bilder mal ganz in braun. Mit diesen Wortbildern bauen Sie ja geradezu einen  Schleusenweg . „ Eine Avantgarde des Schrecklichen“. Wo soll denn da die Gefahr herkommen? Selbst wenn diese Spinner einen Wahlanteil von 15 bis 20 % erringen, gib t es doch überhaupt keine sonderliche Aufregung. Ja, Parteibündnisse müssten neu durchdacht werden. Ja und. Mit diesem Minderheitenanteil ist kein Staat zu machen. Wenn sie gewählt werden ist es ein demokratischer Prozess und nur so kann letztlich die Stunde der Belastung abgefragt werden. Was legen sie vor, welche neuen Wege möchten sie gehen, in welche Richtung soll der demokratische Prozess weiterlaufen. Hier entscheidet sich die Belastbarkeit der Gremien. Warum Angstgegner daraus machen. Nur in der offenen Auseinandersetzung, die ja auch die Kanzlerin versäumt, sind neue Überzeugungen zu gewinnen. Was tatsächlich Angst macht ist die unbegreifliche Nichtaufklärung von Brandstiftungen. Hier liegt ein Riesenversäumnis auf der Strecke. Warum werden die anstehenden Flüchtlingsunterkünfte nicht mit modernster Kameratechnik überwacht?. So bleibt Deutschland auf der Verliererstraße, wenn hier keine durchgreifenden Reformen angewandt werden. – Gerd Hummert


Im Schnitt, so lese ich, arbeitet der Lehrer 45,8 Stunden und unter Anrechnung der Ferien rund 38 Stunden pro Woche. Der Lehrer könne also nicht „über übermenschliche Belastungen klagen.“
Bei dieser Berechnung werden zwei Faktoren nicht berücksichtigt.
1. Es handelt sich um eine durchschnittliche Arbeitszeit. Die tatsächliche Arbeitsbelastung für den einzelnen Lehrer lässt sich schwer bestimmen, da sie u. a.  abhängig ist
–  von der Schulform,
–  von der Klassengröße,
–  vom Anteil der Schüler mit Förderbedarf,
–  vom Arbeitsaufwand für Klassenleiter,
–  vom Arbeitsaufwand für Korrekturen (unterschiedlich je nach Fächerkombination),
–  vom Zeitaufwand für Fortbildung usw.
2. Die zu erteilenden Unterrichtsstunden sind nicht nur ein Zeitfaktor, sondern u. U. auch Grund für eine dauernde psychische Belastung. Wenn der Lehrer sich hauptsächlich mit wenigen verhaltensauffälligen Schülern befassen muss, kann er sich nicht genügend um den Unterricht für die übrigen Schüler kümmern. Andererseits soll er bestimmte Ziele erreichen, damit die Schüler die vorgegebenen Schulabschlüsse absolvieren können.
Möglicherweise lässt sich dieser Konflikt entschärfen, wenn die Lehrer im Team arbeiten, also zu zweit in einer Klasse unterrichten?
Ich frage mich, wie das umgesetzt werden kann. Entweder braucht man doppelt soviele Lehrer wie bisher, oder die Lehrer müssen die doppelte Zahl von Unterrichtsstunden erteilen. Dann bliebe es nicht bei 38 Wochenstunden! – Christine Harder


Elisabeth Wehling, von Haus aus Linguistin, kommt im Politikteil zu Wort und erklärt dem Leser dessen Manipulation durch Sprache, so beispielsweise beim Wort ‚Flüchtling‘. Als ‚frame‘ abgespeichert, mache die Endung ‚-ling‘ die in Rede stehende Person klein, und mit ‚klein‘ assoziierten wir ‚minderwertig‘. Und, dumm gelaufen, das Wort ist auch noch maskulin, transportiere also Stärke und Aggressivität und nicht so nette ‚weibliche‘ Merkmale wie Hilfsbedürftigkeit oder Umgänglichkeit.
Das ist doch alles Unfug. Selbstverständlich kann man das beim Wort Flüchtling mitdenken, aber man muss es doch nicht. Wörter oder deren ‚frames‘ drängen mir doch keine Wertung auf. Umgekehrt wird ein Schuh draus: ich habe bestimmte Urteile oder auch Vorurteile im Kopf und suche mir vermeintlich Passendes aus meinem Wort-Vorrat heraus. So einfach ist das, liebe Frau Wehling. Denn wenn es sich so verhielte, wie Sie es behaupten, dann wären wir alle geprägt durch unser Vokabular, das von wem auch immer in die Welt gesetzt wurde (Vorsicht: Verschwörungstheorie); und dann würde mich in der Konsequenz zweierlei wundern: warum erstens das Wort Flüchtling ohne Bauchschmerzen auch von der Willkommensfraktion benutzt wird und warum zweitens Sie als Linguistin offensichtlich immun gegen jene behauptete Indoktrination durch Sprache sind – denn wie sonst könnten Sie von einem Metastandpunkt aus das Ganze analytisch durchdringen? – Skott Grunau


Da hat der Herr Joffe wieder alle Register gezogen. Ergebnis: Keine Verständigung mit Russland auf politischer Ebene. Stattdessen Konfrontation, Eskalation und möglicherweise in der Gefolgschaft zu seinen atlantischen Freunden der erneute Versuch, Russland militärisch niederzuwerfen und endlich die Naturschätze Sibiriens für deutsche Profitinteressen verfügbar zu machen. Für Herrn Joffe und alle geistigen Freunde dieses Herrn habe ich ein Gedicht von Wolfgang Bittner gefunden, welches ich diesen Protagonisten zur Umsetzung empfehle: NIE WIEDER Wer für den Krieg ist, als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, und sei es als „letztes Mittel“ sollte dorthin gehen, wo nach dem Lügenbeginn die Schüsse fallen, die Bomben, Granaten einschlagen, Menschen schreien, wo keine Heimat mehr ist, nie wieder. Wer für den Krieg ist, sollte dorthin gehen, wo immer noch Krieg ist als „letztes Mittel“. – Horst Otto


Ich bin inzwischen 90 Jahre alt. Geboren wurde ich in Teschen und meine Kindheit habe ich Mazanzowice bei Bielsko erlebt. Wie das so, ist gab es auch in unserer Familie Verbindungen zwischen Deutschen und Polen. Ich will Sie nicht weiter mit meiner Familiengeschichte langweilen.
Ihren Artikel In der Zeit vom 25. Februar habe ich mit wachsendem Interesse gelesen. Sie gehören, wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, auch zu den „Wirtschaftsflüchtlingen“. Ich halte die strenge Trennung von Wirtschaftsflüchtlingen und politisch Verfolgten  für einen großen Fehler. Es ist eine Einstufung aus der bequemen Sicht der nicht betroffenen. Wirtschaftliche Not wird in der Regel als ein größeres Unglück als politische Unterdrückung eingestuft. Es gibt die deutsche Erfahrung, wonach im Nationalsozialismus die politische Unmündigkeit  durch soziale „Geschenke“ kompensiert wurde. Eine Minderheit wird unterdrückt, sie wird als Gefahr verleumdet und durch massive Eingriffe in die öffentliche Meinungsbildung in das Bewusstsein der Menschen transportiert. Man kann diesen Vorgang leider wohl auch zur Zeit in Polen beobachten, wobei ironischerweise die Mittel für soziale Wohltaten von der EU bereitgestellt werden. Flüchtlinge, die es schaffen aus einem repressiven Staat den gefahrvollen Weg nach Europa erfolgreich zu bestehen, gehören nicht zu den Dümmsten und sind eher eine Bereicherung für die Gesellschaft als ein Teil der „normalen“ Flüchtlinge. Es gibt immer wieder in den regionalen Medien Informationen über die Dramen der Abschiebung. Menschen, die in der langen Wartezeit bis zur Entscheidung es geschafft haben hier Fuß zu fassen und dann in einer Nacht-und Nebelaktion abgeschoben werden. Wir haben aus den EU-Staaten massenweise Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen hier arbeiten. Die Versorgung alter Menschen würde ohne die Helferinnen aus Polen oder den Baltischen Staaten zusammenbrechen. Hier in Gummersbach gibt es einige Baustellen. Ich habe beobachtet, dass die Bauarbeiter, wenn Sie Pause machen, sich in osteuropäischen Sprachen unterhalten – auch diese Branche würde wohl ohne die Hilfe aus den osteuropäischen Ländern große Probleme bekommen. – Heinrich Mecke


Mit der Einführung des bedingunglosen Grundeinkommens wäre ja nicht der Arbeit als solcher ihr Entgelt-Wert genommen, wie man aus der Lektüre des Beitrags mutmaßen könnte. Vielmehr wird Arbeitsleistung über ein Grundeinkommen hinaus erst richtig wertvoll, gewinnt man doch Verhandlungsmasse durch die nicht gegebene Notwendigkeit. Auf diese Weise kommt man einer Augenhöhe zwischen den Sozialpartnern zumindest näher, als dies gegenwärtig der Fall ist.
Insgesamt würde der Mensch, je „Kleiner Mann“ desto mehr, erheblich souveräner, denn Grundsicherung, Bafög, Wohngeld, ALG, Kindergeld, kurz: alle sozialen Transfers entfielen und damit auch Erklärungsfallen, Schnüffeleien und zahllose Verfahren der Sozialgerichte. Dazu kommt der Komfort des Zugewinns durch „echte“Arbeit, weil gewollt, materiell und immateriell. – Jürgen Nellen


Ich nehme Bezug auf den Beitrag „OP gelungen, Patient verwirrt“, (DIE ZEIT, Nr. 10). Mit dem von Ihnen beschrieben Krankhaus-Delir (Durchgangs-Syndrom) hatte und habe ich immer wieder zu tun. Sowohl bei meinem Vater (Treppensturz, Querschnittslähmung, MRSA, gest. 2008) als auch bei meiner  Mutter (dialysepflichtig, Osteporose, Arthrose, etwa im Jahresabstand unfallbedingte Frakturen von Schulter, Schenkelhals und Hüfte). Zwei Sätze in Ihrem Beitrag kommen etwas viel zu kurz: „Mithilfe ihrer Kinder hat sie sich gefangen. Ihre frühere Verfassung hat die alte Dame aber nicht zurück“.
Tatsächlich scheinen die Verläufe eines Krankenhaus-Delir sehr vom Beistand der Angehörigen abhängig. Als selbständiger Journalist habe ich die Möglichkeit meine Mutter daheim zu versorgen und auch bei den Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten engmaschige Besuche (etwa zweimal pro Tag für mehrere Stunden) durchzuführen. Das Durchgangs-Syndrom verschwindet zwar nie ganz, tritt aber meist sehr rasch wieder in den Hintergrund. Besonders, wenn individuelle Launen und Vorlieben berücksichtig werden können, dann scheint mir, laienhaft gesprochen, als fingen auch lahmgelegte Synapsen wieder an zu funken. Auch nach massiver Desorientierung (oft auch nach der 4 1/2 stündiger Dialyse) findet meine Mutter immer wieder zurück zu guter Laune und interessierte Teilhabe am aktuellen Geschehen.
Aber welche Angehörige können sich so kümmern? Eine Passage in Ihrem Beitrag macht den Aufwand deutlich, wenn die Patientin. Die Nachteile sind klar, bei knapp 550 Pflegegeld (Pflegestufe 2 + Demenzbonus), etwa nochmal soviel Rente und meinen unregelmäßigen Honoraren, merke wir immer wieder, wie sich Präkariat anfühlt. Trotz Pflegereform,  zeigt sich der Staat weiter knausrig. Dabei käme ein Grundeinkommen für pflegende Angehörige von 1000  Euro zuzüglich Pflegegeld immer noch wesentlich billiger für die Gesellschaft als sie der Aufenthalt eines alten Menschen in einem Pflegeheim kostet. Und für die alten Menschen ist der Aufenthalt im Pflegeheim (auch in guten Pflegeheimen) sehr oft ein Trauma; ein Trauma, welches sich eben oft  als Krankenhaus-Delir auf´s Gemüt legt. – Till Meyer


Die Liebe zur Arbeit – ein Paradoxon? Die Autorin tut sich schwer, den Widerspruch zwischen hoher Zufriedenheit (gut drei Viertel der Befragten) und täglichem Genervtsein aufzulösen. Selbst ohne wissenschaftliche Abstützung ist das doch unschwer zu erklären. Unter Tagesperspektive wird alles auf den Prüfstand der aktuellen Befindlichkeit gestellt. Und da wundert es nicht, dass eben auch am Arbeitsplatz das eine oder andere stört, also eben nicht als glücksbringend erlebt wird. Löst man sich aber nun aus dieser Engsicht und betrachtet aus einer gewissen räumlichen und zeitlichen Entfernung die eigene Arbeitssituation, dann schaut das gleich ganz anders aus. Aus einer solchen Vogelperspektive nimmt man die Niederungen des Arbeitsalltags nicht mehr wahr und kann das in den Fokus rücken, was im Alltag nicht so leicht sichtbar ist: die Frage nach dem Sinn des eigenen Herumwerkelns. Ob diese Frage sinnvoll ist, mag dahin gestellt bleiben. Aber darin löst sich eben das anfänglich erwähnte Paradox in Wohlgefallen auf. – Skott Grunau


Die Sprache war für Viktor Klemperer das Gesicht einer Gesellschaft, an ihr lässt sich einiges über den Zustand der Gesellschaft ablesen. Linguisten wie Elisabeth Wehling, die in der Zeit, Nr. 10 vom 25.02.16 interviewt wurde, betun sich dagegen als Sprachverbesserer. So machen sie an der Bezeichnung „Flüchtling“ einzig negative Assoziationen (bzw. frames) aus und plädieren deshalb für „Geflüchteter“ oder „Flüchtender“. Der Begriff „Flüchtling“ beschreibt eine Person, die sich in einem bestimmten Zustand befindet: der Flucht. In dieser Bezeichnung geht aber die Persönlichkeit nicht vollends auf, er macht nur einen Teil des Menschen aus, der damit bezeichnet wird. Zudem ist genau wie beim „Lehrling“ damit die Hoffnung verbunden, dass diese Situation, in der man sich eine Zeit lang befindet, bald vorbei ist. „Geflüchteter“ oder „Flüchtender“ verstetigen den Zustand und nageln den Menschen daran fest. Damit Menschen jedoch irgendwann einmal sagen können: „Ich kam als Flüchtling, jetzt bin ich Deutscher (Franzose oder Europäer)“, muss sich vor allem die Politik ändern, nicht die Sprache. – Daniel Riedel


Leider offenbart dieser Artikel („Manuel stirbt“) die fehlende Sachkenntnis und den fehlenden Realitätssinn des Autors. Wenn sich ein mit einem Messer bewaffneter Mann in drei Metern Entfernung befindet und sich weiter auf sein Gegenüber zubewegt, dann ist die logische Konsequenz ein Schuss der den Angriff unmittelbar beendet. Alles andere wäre lebensmüde. Im Tatort und in Hollywood mag ein Schuss ins Bein funktionieren, im wahren Leben aber gibt es dafür keine Gewissheit.
Es handelt sich um einen traurigen Vorfall und man muss darüber diskutieren, ob wir als Gesellschaft dem erkrankten Mann vor der Situation ausreichend geholfen haben. Darüber hinaus muss auch diskutiert werden, ob die Polizei aus taktischen Gesichtspunkten nicht hätte anders an die Situation herangehen können; aber dem Beamten den Vorwurf zu machen, er hätte schließich auf die Beine schießen können, halte ich für einen Vorwurf der an Naivität nicht zu überbieten ist.
Schade, man hätte aus dieser Thematik so viel herausholen können. So bleibt es bei der Reduzierung auf die eine an den Beamten nicht gestellte Frage. – Tim Möller


Zu Ihrem Artikel vom 25. Februar 2016 möchte ich ein paar kleine Anmerkungen machen. Sie führen in Ihrem Artikel zwei Fakten an, welche die bedenkliche Situation der Rohstoffindustrie verdeutlichen und damit die Grundlage für einen neuen Crash bilden sollen, die ich sehr in Frage stelle. Zum einen vergleichen Sie die Kredithöhen der weltweiten Rohstoffunternehmen von 2008 mit heute. Dass sich diese erhöht haben ist vollkommen richtig, es als kritisch anzusehen, dass diese Summe das Achtfache der Jahresgewinne (in einem Krisenjahr für die Rohstoffindustrie) betragen. Dies sieht in anderen kapitalintensiven Branchen nicht anders aus. Daimler weißt in seinem Rekordgewinnjahr 2015 eine ähnliche Relation aus. Zum Anderen vergleichen Sie den Ausfall der Bankkredite der Rohstoffunternehmen weltweit mit dem Anteil am Eigenkapital der Banken weltweit und ziehen den Vergleich zur Finanzkrise 2008. Was Sie leider nicht erwähnen ist, dass die Banken inzwischen eine viel höhere Eigenkapitalquote halten. Waren es in der Finanzkrise 2008 noch 2-3% Eigenkapital, so sind wir heute bei über 10%. Selbst der Ausfall sämtlicher (!) Bankkredite der Rohstoffbranche würde nicht annähernd dieselben Auswirkungen auf das Finanzsystem haben. Es stellt sich außerdem die Frage, ob man zweitklassige Immobilienkredite mit eins zu eins mit Krediten von Rohstoffunternehmen wie Shell, BP, Exxon oder Rio Tinto vergleichen kann. So haben beispielsweise in den letzten Wochen vermehrt Rohstoffunternehmen angefangen Inhabern Ihrer Anleihen Rückkaufangebote zu machen (siehe z.B. Newmont Mining), um die schlechte Stimmung zu nutzen und die nicht benötigte Liquidität zu nutzen. Es werden nicht alle Rohstoffunternehmen überleben, es werden aber auch bei weitem nicht alle untergehen. Ich würde mir wünschen, dass die Tendenzen des Kapitalmarktes in Ihrer Zeitung nicht die Initiale für die Suche nach einer Begründung für die Bewegung sind, sondern eher hinterfragt werden sollte, ob die Fakten aus der Wirtschaft zum Börsenbild passen. Die in Ihrem Artikel angeführten Fakten als Auslöser für einen neuen Crash zu sehen, halte ich für stark übertrieben. – Markus Gleißner


Immer mal wieder ärgert man sich über geradezu hanebüchenen Unfug in der ZEIT. Und immer mal wieder freut man sich, dass man bei der ZEIT bleibt – eben weil sie das Forum für so viel Vielfältigkeit bietet.
Ihre Entgegnung – Sehr geehrte Frau LAU – auf den Beitrag von Frau Rückert war fällig; besten Dank.
Ich hatte Frau Rückert aufgrund solches geradezu skandalösen Unfugs natürlich auch schon geschrieben. Das bewirkt allerdings nichts – soll es vielleicht auch garnicht einmal; man kann aus solchem clash der unterschiedlichsten Auffassungen und Erkenntnisse nicht ein Hippodrom der Steckenpferde machen. Frau Rückert hat höflich und kultiviert geantwortet – aber derart doktrinär verbohrt, und am Thema vorbei, dass man schon aus dem Grunde dankbar ist, wenn eine andere, ebenfalls kompetente Stimme solchen Fundamental Feministinnen plausibel macht, in welcher Minderheiten-Auffassung sie da stecken geblieben ist. Besonders beunruhigt hat mich eigentlich in erster Linie der aus Frau Rückerts Text herzuleitende Machbarkeits-Wahn. Zum Glück ahnt man, dass er niemals mainstream werden wird. Man glaubt sich ja zurück versetzt in die Zeit von Alice Schwarzer – Steinzeit-Ikone und selbst-stilisierte Amazone der wohl eher kaum sonst zu vermittelnden fauchenden Fundis. Sicher – damit lässt sich Geld machen; doch das allein kann wohl keine Rechtfertigung einer derartigen Verdrehung der Gegebenheiten rechtfertigen.
DANKE also nochmals für Ihre Intervention – selbst wenn ich auch in Ihrem Beitrag noch manches vermisse – z.B. die Wertung dessen, was ich Biologie nenne. Wenn man das in der Diskussion unterdrückt – gar vorsätzlich meint ignorieren zu dürfen –  macht man sich des Vorwurfs verdächtig, biassed – vorsätzlich einseitig – zu argumentieren. Das ist auch die ganz und gar unglaubwürdige Schwäche in diesem vor wenigen Jahren wild diskutierten Beitrag. – Hans von Schack


Entschuldigung, Miley Cyrus als Empanzipationsbeispiel?!! Nackt auf der Abrissbirne oder während sie sich auf der Bühne halbnackt durchb… lässt? Ich brauche wohl nicht die unzähligen Beispiele aus den Medien erwähnen, die dieses Frauenbild propagieren (GNTM, der Bachelor etc.)?
Vielleicht habe ich Ihren Text nicht verstanden, aber ich konnte jedes Wort des Artikels von S. Rückert nachvollziehen. Leider sind wir trotz Pippi Langstrumpf etc. von den Klischees nicht weit entfernt, die sich in der Realität noch immer bewahrheiten, siehe ein paar Seiten weiter „zwei Brüder, zwei Visionen“: Ahmed Madisch:“… bei meiner 80-Stunden-Woche brauche ich ein stabiles Umfeld. Meine Frau hält mir den Rücken frei.“ Und wenn Sie wirklich glauben, dass es „für sie … womöglich auch ein Vergnügen“ ist, mit ihrem 30-40 Jahre älteren Chef essen zu gehen, sollten Sie sich mal die „aufschrei“-Tweets durchlesen, das ist sicher kein Vergnügen, da wird es jeder Frau schlecht! – Hajnalka Kovac