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06. Juli 2017 – Ausgabe 28

 

Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Ich weiß sie sind genauso ein mensch wie ich, wie mein Nachbar und wie die gesamte Weltbevölkerung. Ich weiß sie sind nicht besser als die gesamte Weltbevölkerung, ich weiß aber das sie ein sehr sehr gieriger, bösartiger und ein egoistischer mann sind der sich nicht unter Kontrolle hat. Sie sind wirklich so ein schlechter mensch das sie sich sogar über andere menschen stellen, diese menschen leiden und weinen jeden tag. Aber warum das ganze? Genau, wegen einem mann. Wegen ihnen Herr Erdogan.

Sie haben es wirklich geschafft, die gesamte Welt hat angst. Aber Respekt? Nein das nicht, wer sollte Respekt haben vor ihnen? Ich hoffe nichtmal eine fliege. Gehasst von vielen und und von ein paar Menschen bekommen sie noch gezwungene liebe, das nennt man doch ein erfülltes leben oder? Wie sehen sie das? Sind sie glücklich? Oder sind sie ein alter, Depressiver mann mit massiven Problemen? Glauben Sie wirklich das menschen im guten an sie denken wenn sie eines Tages nichtmehr sein sollten? Zu viele fragen und keine Antworten. Wissen sie das sehr viele menschen denken das sie kein herz haben?

Wissen sie das es Menschen gibt die ihr Familie seid Monaten nicht gesehen hat weil sie im Gefängnis sitzen, wegen ihnen? Obwohl sie nur eine Meinung haben die nun wirklich nicht übertrieben dargestellt ist oder sie in ein schlechtes licht rücken, nein Herr Erdogan sie sind es schon längst und diese menschen sagen nur das was Millionen von menschen am liebsten sagen würden. Sie tragen wirklich so wenig selbstliebe, sind so unsicher und haben so wenig Selbstbewusstsein das sie mit so einer Kritik nicht leben können, das ist sehr schade denn jeder mensch sollte sich selbst lieben. Aber bei ihnen kann ich das verstehen, wer möchte sie schon lieben außer ihre laufburschen, ihre Frau und ihre „Anhänger“ darüber kann man doch nur lachen oder?

Diesen ganzen menschen die sie komplett verarschen und angeblich stärken, sind entweder sogenannte „fake Anhänger“ oder einfach dumm. Ich hab glatt vergessen, wie blöd sind sie eigentlich das sie in unserem schönen Deutschland sprechen dürfen? Wir dürfen es doch genauso wenig in ihrem Land? Wenn sie so unbedingt reden wollen dann möchten wir das selbe. Obwohl, möchte man wirklich den türkischen Hitler reden hören? Ich glaube nicht, einen schönen tag noch Herr Erdogan. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Nicht immer nur Lächeln“ von Raoul Löbbert

Kardinal Müller  hatte eigentlich alle die Eigenschaften, die dem sog. Papst Franziskus fehlen. Er ist gebildet, diplomatisch, einfühlsam, willensstark, eloquent, tüchtig, schön. Er wäre somit die perfekte Kompensation für die Defizite seines Papstes gewesen.

Die Katholiken auf der Welt brauchen keinen Papst, der möglicherweise in einigen Jahren die darkrooms segnet. Hoffentlich ist bald wieder eine Papstwahl! – Alexander Gruber


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Ich finde es ein super Interview, vielen Dank dafür. – Birgit Kasimirski


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Man reibt sich bei der Lektüre des Beitrags von Heinrich Wefing verwundert die Augen: Die Behauptung, die Eheöffnung sei im Huruck-Verfahren durchgesetzt worden und es mangele an einem ausreichenden Diskurs über dieses Thema, kann nur aufstellen, wer die letzten 15 Jahre verschlafen hat.

Seit Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft 2001 und der seit dem gleichen Jahr zu beobachtenden Eheöffnung in anderen Ländern wurde das Thema breit diskutiert. Ab 2010 gabe es zahlreiche Initiativen im Bundesrat und Bundestag hierzu. In dieser Legislaturperiode lagen seit 2013 entsprechende Gesetzentwürfe vor.

Eine umfassende Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages fand im September 2015 statt. Von den Debatten in allen Medien ganz zu schweigen. Es gibt wohl nur wenige Themen, die inner- und außerparlamenatarisch jemals breiter debattiert worden wären – so langwierig und kleinteilig, dass Deutschland auf dem besten Wege war, sich damit in der westlichen Welt zum Gespött zu machen. – Dr. jur. Sven Kerkhoff


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Wie lange müssen wir uns von diesem Nazi und Faschisten Erdogan noch beleidigen lassen.Für diesen menschlichen Schädling gehört ein Einreiseverbot nach Deutschland! – Detlef Schönfeld


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Die hegemonische Zustimmung für die Ehe für Alle ist ein hochwertiges Gut, sie zeigt wie offen wir für die Liberalität des Individuums sind und dass die Geselschaft bereit ist sich zu wandeln – nicht bloß, wenn sie dazu gezwungen ist sich den Umständen anzupassen (wie beim Klimawandel), sondern auch von sich selbst heraus neues zu schaffen.

Die „Versprengten“ erhalten meiner Ansicht nach ihren Titel zurecht, denn was spricht denn gegen die Ehe für Alle? Es gibt keine economische, gesellschaftliche oder steuerliche Nachteile es ist jeglich der Wunsch nach Selbstbestimmung (will ich ein Kind adoptieren oder nicht) und die Verantwortung die man mit dem/der Lebenspartner/Lebensparternin.

Die erzkonservativen sagen ihnen ginge altbewertes verloren, was ein Trugschluss ist, denn für sie ändert sich ja nichts, und was wäre denn, wenn wir uns immerzu am Anker des Bewahrten festhalten würden, wenn wir nichts neues zulassen wollen (wie Heute bei den Geflüchteten – Grenze dicht, Augen zu!) sondern nur an dem festhalten was wir kennen – wir säßen wohl alle noch unbehelligt auf einem Baum. – Gregori Six


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Mich interressiert nicht wie diese Abstimmung über die Ehe für alle zustande gekommen ist, mich interessiert auch nicht wie Kanzlerin Merkel abgestimmt hat und warum. Es geht mir darum, dass im 21. Jahrhundert immer noch die Grundsätze der Kirche in gesellschaftspolitischen Angelegenheiten herangezogen werden. Warum ist dieser Begriff Ehe so wichtig?

Geht es wirklich nur um den Traditionsbegriff oder auch um die Privilegien, die damit verbunden sind? Ist es nicht ein Unding, dass verheiratete Personen quasi per Gesetz über die anderen Menschen gestellt werden. Es ist fast schon so, als wären unverheiratete weniger wert. Dabei übernehmen alleinerziehende mindestens genauso viel Verantwortung, und auch unverheiratete Paare übernehmen Verantwortung und stehen für den anderen ein.

Wenn Deutschland ein interkulturelles Land werden möchte, dann wird die Heranziehung der Grundsätze der Kirche auf Dauer nur schwer beibehalten zu sein. In einigen Punkten sind die Religionen einfach zu verschieden. Deshalb bin ich einerseits der Meinung, dass Kirche und Staat strikt getrennt werden sollen. Aber anderereits wird die Debatte dann immer sehr schnell auf die Sicherheit des Staates gelenkt. Dennoch, religiöses gehört ins Private. Ich weiß nicht, ob das eventuell eine sehr linke Ansicht ist. Sei es drum.

Ich frage micht aber auch, wie christilich Deutschland eigentlich ist und wie unsere Werte zustande gekommen sind. Wahrscheinlilch wird bei näherer Beschäftigung mit diesem Sachverhalt sehr schnell klar, das es in vielen Bereichen alles einen christlichen Ursprung hat. Als besonderes Beispiel ist hier u.a. die Nächstenliebe zu nennen. Doch vielleicht muss sich Deutschland klar werden, wie seine Zukunftt aussieht und was es möchte. Vielleicht wird an dieser Debatte auch einfach eine grundsätzliche Herausforderung dieser Zeit deutlich. Auf einer anderen Art und Weise auch bei der sog. Flüchtlingsfrage.

Es ist gut, dass sich die religiöse Sicht bei der Abstimmung nicht durchgesetzt hat. Denn fortschrittliche Zeiten erfordern fortschrittliches Denken. Und die Freiheit des Einzelnen, so zu Leben wie er es für richtig hält, muss über konservativen Werten stehen. Für mich ist die Freiheit das wichtigste Gut. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Dass Sie mit Herrn Erdogan ein Intervew geführt und als Sprachrohr fungiert haben, finde ich absolut nicht gut. Ich werde diese ZEIT-Ausgabe nicht lesen. – A. Beuermann


Leserbrief zu „Wenigstens sind sie schlecht im Kricket“ von Oliver Fritsch

Ich kann den von Ihnen vertretenen „Genie-Kult“ nicht nachvollziehen. Man vermag sich gar nicht auszumalen, welche Kränze Spielern  wie Goméz und Müller bzw. Özil und Kroos tagtäglich geflochten worden  wären, wenn sie auch nur eins der jeweils drei Tore erzielt hätten, die Goretzka, Stindl und Werner geschossen haben bzw. nur eins der „Assists“ geleistet hätten, wie sie z. B. von Draxler und Werner kamen – Schlagzeilen, Superlative und Fotos in Jubelpose.

Der Confederations Cup und die U21-Europameisterschaft haben gezeigt, dass deutsche Nationalmannschaften auch (oder gerade) ohne diese vermeintlich unverzichtbaren, von den Medien gehätschelten (überschätzten?) Platzhirsche gegen starke Gegner ansehnlich und erfolgreich zugleich spielen können. Löw hat nun die Qual der Wahl. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Gelegentlich lese ich die Zeit ausführlich, manchmal nur online Nachrichten. Vor dem G20 Gipfel geben Sie im Interview dem türkischen Präsidenten eine Plattform, seine politischen Meinungen darzustellen. Warum?

Im Internet lese ich nach, dass heute Vertreter von amnesty international bei einem Seminar in der Türkei verhaftet worden sind. Kürzlich sah ich im TV Interview einen türkischen Richter, der aus dem Amt gejagt wurde wie zahllose andere Juristen – ohne Anklage, ohne Recht aus Verteidigung. Er floh mit seiner Familie nach Deutschland und lebt hier nun quasi incognito. Es gab die Berichte über die hunderte inhaftierte Journalisten. Reicht dies alles nicht?

Ich kann wirklich nicht verstehen, dass Sie als Vertreter einer liberalen Presse diesem arroganten, selbstherrlichen Mann ein Forum bieten müssen.

Türkische Demonstranten, die für Gerechtigkeit eintreten und einen Marsch organisiert haben, bezeichnet er als „Terrroristen“. Jetzt verlangt er in Deutschland Rederecht – nachdem er alles hier beschimpft und mit Nazi-Vergleichen überzogen hat. Was soll dann eine solches Interview? Wem nützt es???

Das möchte ich als Bundesbürger (Pensionär 71 Jahre alt) einmal loswerden. – Hans-Heinrich Busse


Leserbrief zu „Busunglück“ im ZEIT Magazin von Janosch

Leider ist die sonst immer sehr herzerfrischende Glosse von Janosch diesmal ziemlich unpassend: Autobusreisen, sich auf das Ziel freuen, sodass man gar nicht mehr ankommen muss. Alle wären gerne angekommen. –  Geelke Braun


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Dein Artikel was das Beste, Persönlichste, Intensivste,  Entlarvendste, Berührendste und sprachlich Beeindruckendste dass ich jemals zum Thema Inklusion lesen durfte.

Vielen Dank dafür und Dir und Deiner Familie alles Gute. – Thomas Schossig


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Großes Potential versprach das Interview mit Recep Tayyip Erdoğan. Leider wurde ich enttäuscht. Nicht durch Hr. Erdogan, sondern durch Hr. di Lorenzo, der das Interview zu seiner persönlichen Fehde macht. Hierdurch wird die Chance verspielt, mehr über den „Diktator“ Erdogan zu erfahren. Plump greift Hr. di Lorenzo immer wieder das Thema Deniz Yücel auf, welches natürlich seine Berechtigung hat, aber Hr. Erdogan zwingt immer wieder seine Antwortsalven abzufeuern. Journalistisches Feingefühl um jemanden aus der Ecke zu holen sie anders aus, da hätte ich von einem Journalist und Autor in der Position des Chefredakteur der Zeit u.v.m. deutlich mehr erwartet. – Dipl. Ing. (FH) Michael Rossi


Leserbrief zu “Ihr Kampf” von Christian Staas

Ihren sorgfältigen Bericht über die Nazissen-Autobiographien (die Umfrage als solche war mir bekannt) vom 6.7.17 habe ich mit Interesse gelesen. Die Erfindung eines „Hitolaus“ ist ja wirklich irre.

Da ich mich in der NS-Materie seit vielen Jahren gut auskenne, habe ich eine ganze Reihe von Fragen an die Fachwissenschaft gesammelt, die in der Feuilletonöffentlichkeit oder Knopps ZDF-History-VHS nicht auftauchen. Sie nennen Falters NS-Wählerforschung: ich habe ihm gerade geschrieben, dass ich da immer die Angaben zu den hohen Prozentzahlen der Nichtwahlberechtigten vermisse. Denn die unter 20jährigen haben nie (schon gar nicht nach dem 5.3.33) wählen können, mussten aber die üblen Folgen der letztlich Hindenburgischen Willkürentscheidung für Hitler mittragen: HJ, BdM, RAD, Militärpflicht und Kriege, in denen 5,3 Mio Soldaten starben und ca. 400000 Bombenopfer, dazu eine bis heute ungewisse Zahl von Vertriebenen (Koselleck nannte 2005  ca. 1,5 Mio). Ich habe selber noch im Bombenkeller gezittert.

Falter hat mir einige Buchhinweise gegeben, ohne genaue Angaben zu meiner Frage.

Wissen Sie, dass am 29.1.33 in Berlin das Gerücht eines Schleicher-Staatsstreichs kursierte, bei dem Hindenburg nach Neudeck „entführt“ werden sollte? Hitler bot SA dagegen auf. Die Entscheidung für Hitler am nächsten Tag dürfte auch unter diesem Druck geschehen sein, so wie ihn am 28.2.33 die blind geglaubte NSDAP-Behauptung, die KPD habe mit dem Brand den schon geplanten Putsch eingeleitet, zur Unterschruft unter die verhängnisvolle , bis 1945 (verfassungswidrig!) geltende NVO mit der Aufhebung der Grundrechte verleitete. Der Mann war senil: wie konnte er Hitler ernennen, der doch seit Jahren die Abschaffung von Parlament, Parteien und Demokratie propagierte? Wollte auch Hind. genau das? Wie Hugenberg, Papen etc.?

Zur Sprache :

ELIMINIEREN im Sinne von Töten, Ausrotten ist eine anläßlich von Goldhagens Buch 1996 eingeschleppte falsche Übersetzung: leider können die Deutschen nur mäßig Englisch und Deutsch immer schlechter. Wann immer es bei uns ein gleichlautendes Wort gibt, wid die englische Bedeutung hineinprojiziert und unsere eigene so gestört. Auch etwa bei Evidenz (in der Medizin für Belege, Beweise) und Expertise (für Kompetenz, Sachverstand) ist das offensichtlich.

Unser Wort für eliminate wäre (das ebenfalls euphemistische!) LIQUIDIEREN oder deutlich : AUSMERZEN.

Dumm war auch die Nicht-Übersetzung von collateral: da hätten wir doch ein schönes „Begleitschaden“ gehabt!

Wenn Sie mal etwas Aufregendes zum NS lesen wollen , empfehle ich Ihnen (und anderen bei Ihnen zeitgeschichtlich Interessierten) das so gut wie unbekannt gebliebene hervorragend sortierte  und kommentierte  Dokumentar-Werk :

Autoren über Hitler. Von Günter Scholdt. Antiquarisch manchmal günstig zu haben. Über 900 Seiten über 400 Autoren.

Hat die ZEIT eine Hausbibliothek? Dann sollten Sie rasch für diese Anschaffung sorgen. – Guido Kohlbecher


Leserbrief zu „Nicht immer nur Lächeln“ von Raoul Löbbert

Die Artikel Löbbert/Finger malen ein Bild, das typisch ist für das Gezänke zwischen politischen Parteien. Und ich dachte, es handelt hier um eine Religion! – Dr. Salvatore Algieri


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Präsidiale Denke und Lenke

Das Interview Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit dem Staatspräsidenten der Türkei (DIE ZEIT vom 6. Juli) bietet authentische Einblicke in die Denke und Lenke von Recep Tayyip Erdogan.

Diese mögen einer Vertiefung zur besseren Verständigung der Türkei mit dem Westen/Deutschland dienlich sein.

Besonders bedeutsam ist gewiss die Denke, wer als Journalist mit einer Organisation wie der PKK spricht/dies publiziert oder Anhänger von Gülen ist, sei als „Terrorist“ zu verfolgen.

Auf den Vorhalt von Giovanni die Lorenzo, dass Erdogan Im Falle Yücel deutlich gemacht hat, Yücel werde nicht nach Deutschland überstellt, solange er (Erdogan) im Amt ist, stellt Erdogan nicht in Abrede, dass eine derart dezidierte Vorverurteilung geeignet sein kann, das Urteil der türkischen Justiz zu lenken. Vielmehr antwortet Erdogan nurmehr mit dem sprachlichen Dreh, er könne der Justiz keine „Anweisungen“ erteilen.

Dabei ist sicher auch bezeichnend, dass Erdogan „nicht daran glaubt, dass es irgendwo auf der Welt unabhängige Medien gibt. Sie bewegen sich dahin, wo der Wind weht.“

Solch ein Glaube mag Schritt für Schritt zu einer vom „Wind“ gelenkten Demokratie beitragen. Dabei mag der Windmacher, der „den Westen“ deftig abqualifiziert und Deutschland „politischen Selbstmord“ prognostiziert, noch nicht als „Diktator“ zu bezeichnen sein. Gleichwohl bestimmt auch das wiederholte öffentliche Engagement für die Einführung der Todesstrafe die Denke und Lenke Erdogans signifikant.

Die Sensitivität in Sachen Terrorismus mag Erdogan auch zu der Meinung geführt haben, wer bei  ein Interview mit einem „Terroristen“ dessen Äußerungen publiziere, leiste „Beihilfe für die Gedanken der Terroristen“; dies sei „ein Verbrechen“. Zudem erklärt Erdogan irrtümlich, dies werde „von den Anklageorganen überall auf der Welt so bewertet.“

Dieser Irrtum hat den türkischen Präsidenten womöglich mit dazu bewogen, im Kurdenkonflikt  anders zu reagieren als etwa Präsident Santos im Friedensprozess mit der FARC.

Was den Kurdenkonflikt betrifft, ist allerdings schon länger eine besondere Sensitivität der Türkei nachvollziehbar. Bereits vor der Präsidentschaft von Erdogan wird bei hochrangigen Gesprächen in der Türkei erklärt, dass besonders sensible Reaktionen der türkischen Administration und Justiz im Hinblick auf ca. 50.000 in diesem Konflikt zu Tode gekommenen Menschen differenzierter verstanden werden mögen.. – Frank Müller-Thoma


Leserbrief zu „Ich lese alles“ von Jana Gioia Baurmann

„Sie ist cool und anteilnehmend, professionell und spontan, nachdenklich und instinktsicher?“

Gerade das ist sie eben nicht. Sie kann nicht mit Menschen, sie kann überhaupt keine Nähe herstellen. Ihre Reportagen sind absolut oberflächlich.

Die Familie ist ihr heilig? Was für ein dummer Satz. Sie schreibt ein Buch über ihren Hund und läßt sich den Namen des Köters auf den Arm tätowieren? Geht’s noch blöder? So eine Frau will mir die Welt erklären?

Das ist ein großes Mißverständnis, wie damals bei Alfred Biolek. Biolek galt ja als Meister der Unterhaltung, aber er war ein eitler Schwätzer, der sich immer in den Vordergrund stellte. Elke Heidenreich hat in der ZEIT mal eine treffende TV-Kritik über ihn geschrieben.

Ich erinnere mich da besonders an eine Kochsendung mit Jo Zawinul. Biolek hatte keine Ahnung, wen er da zu Gast hatte.

Oder nehmen wir Jörg Thadeusz, auch ein Mann, der sich durch seine Sendungen stammelt, aber völlig ungeeignet ist für seinen Job. Schauen Sie sich mal die Sendung mit Anke Engelke an, die seine Unfähigkeit mit zwei Sätzen erledigt. – Rainer Baumann


Leserbrief zum Titelthema des ZEIT Magazins „Im diplomatischen Dienst“

Unerträglich finde ich in der Ausgabe vom 6.Juli, dass in dem Beitrag “ Wie aus Fremden Leute werden“, die Marken und Bezugsquellen der Kleidung angegeben werden.

Schon seit langem stört mich, dass das Zeitmagazin immer wieder zur Modezeitung verkommt, aber die letzte Ausgabe setzt allem die Krone auf. – Albert Hullen


Leserbrief zu „Die Unperfekten“ von Anna von MünchhausenPerfekt geht nie. Eine passende Lösung für alle gibt es nicht. Leben ist  immer durcheinander und lässt sich nicht mit Terminkalender durchplanen.  An jedem liegt es, aus dem Durcheinander das Beste zu machen. Also  durchwursteln. Jeder auf seine Weise. Jeder macht seine Geschichte selber. Mal mit Glück, mal ohne. Meistens durcheinander – eben wie’s  Leben ist:  Ich (Jg. 62) habe studiert, nach M.A. Redaktionsvolontariat an einer  lokalen Tageszeitung absolviert, feste Stelle als Lokalredakteurin, mit  33 das erste Kind bekommen, zwei Jahre später das zweite, zwei Jahre  später das dritte. Alles Wunschkinder. Mein Mann war der  Besserverdienende, logisch: Ich übernehme die von allen (Politik und  Gesellschaft) ver-/mißachtete Rolle.War nicht meine Lieblingsrolle,  doch alternativlos für mich und die drei Jungs, hab zwischendurch  schlechtbezahlt als Freie weitergeschrieben.  Eine gleichaltrige Freundin hat nach dem Studium als festangestellte  Lektorin in einem großen Buchverlag gearbeitet. Sie hat zwei Söhne. Ihr  Mann ist freiberuflicher Fotograf, d.h.: sein Einkommen war unsicher,  seine Arbeitszeiten nicht planbar. Also hat sie ihren Job weitergemacht,  bei der Kinderbetreuung hat er sich mit seiner Mutter und  Schwiegermutter arrangiert.  Andere haben gar keine Kinder – wegen Karriere. Wieder andere haben  Kinder und Enkelkinder und leben alle zusammen auf ihrem Bauernhof – die  Alten im Altenteil-Haus nebenan, die „Mittleren“ im Haupthaus unten, die  Jungen, die gerade Kinder bekommen haben, im Haupthaus oben. Eigentlich  beste Bedingungen für alle: Einer ist immer da, die Kinder zu hüten, zu  erziehen, die Alten zu versorgen… irgendwer kocht Suppe macht  Marmelade, Wäsche, Garten usw. findet „nebenbei“ statt. Geht alles.  Perfekt ist nie was. Glücklich und unglücklich sind sie alle. Tauschen  würde keiner. Das Leben ist, wie es ist.  Sauer bin ich auf den Staat, die Politik, die Gesellschaft, auf die  Leute, die mich abschätzig „Nur-Hausfrau“ nennen. Fassungslos bin ich im  Blick auf das bisschen Rente, die mir zugebilligt werden wird und mir  bleibt die Luft weg, wenn meine Jungs (21, 19 und 17) zu diesem Thema  sagen „kein Unterschied zu armen Ländern; dort gilt Kinderreichtum als  Altersabsicherung.Auf uns musst du zählen können.“ Deutschland ein  Entwicklungsland?  „Rabenmutter“ übrigens scheint ein urdeutsches Wort zu sein (das  Grimm’sche Wörterbuch zitiert Literatur aus dem 16. Jahrhundert, es gibt  Verweise auf „KIndesmörderin“ und im 16. Jh. gibt es auch den  „Rabenvater“.); was Entsprechendes kennen Freunde aus England,  Frankreich, Chile, Polen, Russland und Ungarn nicht. Sie alle sagen „Ihr  Deutschen seht es zu verkrampft. Nehmt es lockerer. That’s life.“ – Sabine Wilms


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Zurecht spricht Herr Wefing von einem faulen Frieden. Schon zu Beginn der Flüchtlingskrise habe ich, bildlich gesprochen ,die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gesagt, da ist etwas faul im Staate D. Konzeptlosigkeit wurde allein von Bayerns Ministerpräsident der Kanzlerin vorgeworfen. Das war auch meine erste Reaktion. Ich erwarte als Bürgerin vor allen Dingen Kompetenz und

Vorausplanung, gerade deshalb, weil das Thema ja mit Händen zu greifen war in den Jahren zuvor. Wir kennen alle die politischen Entwicklungen seitdem. Haben wir nur noch Politiker  mit der Haltung von Parvenues? Der zweite Schlag, unselig von der Kanzlerin provoziert, über die Köpfe ihrer ambivalenten CDU hinweg, ist die  unwürdige  Abstimmung im Parlament vor einer Woche. Nicht die 80 Prozent  Zustimmung in der Bevölkerung darf eine Kanzlerin zu  einem solchen Griff in die Trickkiste verleiten. Ein fauler Gestank macht sich breit. Wenn nach dem Grundgesetz  nur Mann und Frau eine Ehe eingehen können, wir es aber hier mit zwei Partnern gleichen Geschlechtes zu tun haben, und ein Geschlechtsakt hier notgedrungen ein Fake sein muss, dann ist die Frage ,warum  man eine künstliche Teilung in eine verfassungsmäßige und eine parlamentarisch abgestimmte Eheauffassung begründen möchte. Man dreht so lange an dem Ding , bis es verdreht ist. Warum einen Fake als Ehe bezeichnen? Es muß eine Bezeichnung geben, und die gibt es ja schon:Eingetragene Partnerschaft mit allen Rechten. Außer Adoption. Aus der Psychologie wissen wir, wie wichtig der gegengeschlechtliche Elternteil für die Entwicklung der Geschlechtsidentität des Kindes ist. Auch hier wieder das Thema Grenzen.

Noch einmal die Frage , was ist faul im Staate D?  Alle diese Verdrehungen führen zu Verklumpungen auch im Staat, wie Herr Wefing richtig sagt Ein Homosexueller, der Kinder mit in die Beziehung bringt, bleibt der Vater – oder die Mutter in lesbischen Beziehungen. Der homosexuelle Partner bleibt der Lebens- partner , er kann weder Mama noch Paparollen übernehmen. Das ist ehrlich dem Kind gegenüber.So einfach ist das. Kinder nicht adoptieren zu können in homosexuellen Beziehungen ist die natürliche Konsequenz der Fakten: zwei Männer sind nicht Mann und Frau.

Woher kommt diese Verdrehung? Wenn wir an die in der EU viel beschworene Aufklärung denken, so wissen wir, dass diese Licht und Schattenseiten hat. Freiheit, Gleichheit ,Brüderlichkeit. Alles richtig. Denken wir aber auch daran, wie diese Revolution endete? IN MIlIONENFACHEN HINRICHTUNGEN durch die Guillotine! Heute arbeiten wir als Gesellschaft daran,auszubuchstabieren, was daran Idealisierung ist, und was Wahrheit. Das ist das, was wir heute zu lernen haben. Das ist das ,was uns die Flüchtlingskrise und die` Ehe für alle`(was für ein unseliger Ausdruck) lehren soll. – Lioba Gold- Spätling


Leserbrief zu „Busunglück“ im ZEIT Magazin von Janosch

Erst durch diese Notiz ist mir die Perfidie des Janosch-Cartoons zum Bewusstsein gelangt. Jedoch ist Ihrer durchaus pietätvollen Absicht entgangen, dass das Wort „Bus“ in der einen oder anderen Verbindung in derselben Nummer der „Zeit“ 8mal und im „Zeitmagazin“ 4mal vorkommt, wobei Wortzusammensetzungen wie „Reisebus“ besonders anstößig erscheinen müssen (unberücksicht bleiben solche Fälle, in denen die Buchstabenfolge „bus“ Bestandteil anderer Wörter ist, wie „Bush“ oder „Cottbus“).- In den in dieser Hinsicht vorbildlichen USA wäre so etwas sicherlich nicht vorgekommen!  – Jürgen Wißner


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Seit Jahren schätze ich die ZEIT und auch Ihre eigenen Beiträge – aber die aktuelle Ausgabe werde ich nicht, wie sonst üblich, in unseren Seminarräumen auslegen …

Politiker dürfen und sollen den Gesprächsfaden nicht abreissen lassen – warum aber gewährt die Redaktion diesem Mann Erdogan ein Interview (!), räumt seinen Gedanken diesen breiten Raum ein und bringt obendrein sein Gesicht auf den Titel?? Das ist doch nur Wasser auf Erdogan’s Mühlen …

Ich bin entsetzt. – Ingo Traub


Leserbrief zur Werbeanzeige „Turkey – Discover the potential“

Wenn ich die ZEIT aufschlage, sehe ich mir zuerst die letzte Seite an, die Inhaltsübersicht. Bei der Ausgabe vom 29.6. erblickte ich – keine Übersicht. Als ich die die letzten zusammenhängenden Seiten herausnahm und umdrehte, denn vielleicht war ja bei der Sortierung etwas schiefgelaufen, blickte ich links oben auf die Worte ‚Turkey Discover the potential‘.

Die ZEIT macht Werbung für die Türkei? In welcher Rubrik? Wieso und wozu also? Nach einer kleinen Weile entdeckte ich das ganz kleine Wort ‚Anzeige‘. Ein Blick über die Überschriften bestätigte, der ZEIT lag eine umfängliche Werbebeilage (Forschung, Investitionen, Kultur etc.) für die Türkei bei, getarnt als normaler Zeitungsteil, an prominenter Stelle.

Ich wundere mich über die Aufdringlichkeit einerseits, den Inhalt andererseits. Wie kommt es, dass ein Land, in dem schon Zehntausende angebliche Regimegegner in Gefängnissen verschwanden, darunter auch ein Kollege von der WELT, ein Land, in dem die Todesstrafe wieder eingeführt werden soll, ein Land, in dem ‚anonyme Anzeigen an der Tagesordnung‘ sind, in meiner bevorzugten, abonnierten Wochenzeitung beworben wird? – Stefanie Striegl


Leserbrief zu „Drei Minijobs? Vergiss es!“ von Jens Tönnesmann

Bemerkenswert, dass Peter Tauber,  (noch ?) Generalsekretär der CDU, die Gerechtigkeit, eine der vier Kardinaltugenden der katholischen Kirche und eins der Prinzipien des Humanismus, dem  ökonomischen Prinzip der Vollbeschäftigung nachordnet.

Ist Martin Schulz doch der bessere Christ? – Dr. W. Mittag


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Ich bin mit Ihnen einig, daß zu wenig gestritten wird. Ob die Ehe für alle ein Glück für die Betroffenen ist, bin ich mir nicht so sicher, denn das ist ein großes Wort für die geringfügige Verbesserung, die die homosexuellen Paare jetzt erfahren. Die Möglichkeit der Adaptation betrifft allemal nur wenige. Gesetzlich waren sie der bürgerlichen Ehe seit 2002 gleichgestellt. Aber das Wort Glück beinhaltet natürlich Emotionen. Wenn also die Homosexuellen glücklich sind, dann stehen dem aber die weniger glücklichen Empfindungen der Menschen gegenüber, die eine andere Auffassung von dem Wort Ehe haben. Für die Katholiken ist es ja ein Sacrament.

Weiter: Wenn Sie ein Thema diskutieren wollen, dann ist es hilfreich oder sogar unabdingbar, wenn die Beschreibung eines Themas präzise ist. Bisher war das gegeben. Das Wort Partnerschaft beschrieb die rechtliche und steuerliche Situation einer homosexuellen Gemeinschaft, das Wort Ehe die bürgerliche und christliche, vielleicht auch verfassungsrechtliche Bedeutung einer Gemeinschaft. Das neue Gesetz verwischt das, und sein Zustandekommen trägt nicht dazu bei, daß man gute Gefühle hat.

Nun zu dem von Ihnen behaupteten Zugewinn an Liberalität. Worin soll der bestehen. Im Standesamt konnten bereits jetzt beliebige Personen ihre Ehe/Partnerschaft registrieren lassen. Was können sie jetzt mehr? Adoptionsanträge einreichen. Haben Sie das als Zugewinn gemeint?

Ansonsten darf ich jenseits des aktuellen Themas hinzufügen, daß ich Ihre Artikel gerne lese und meistens ähnlich oder gleich denke. Aber das gilt auch, wenn ich nicht mit Ihnen einig bin. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu Rezepten im ZEIT Magazin

Immer mal finde ich in der ZEIT kritische Beiträge zum Thema Tierhaltung, Fleischkonsum etc.
Immer finde ich im ZEITMAGAZIN Rezepte. Aber fast keines davon ist vegetarisch oder gar vegan. Das widerspricht sich.

Angemessen und zielführend waäre, den Lesern Alternativen anzubieten. Es müssen und sollten nicht ausschließlich vegetarische/vegane Rezepte sein, aber doch ein deutlicher Prozentsatz. Mir scheint ein Drtittel angemessen. – Iman Schwäbe


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Ihr Chefredakteur zeigt mir sehr deutlich, wie teilweise Behauptungen aufgestellt werden, die so nicht stimmen.  Das ist ein Paradebeispiel deutscher Journalisten warum der Ruf bei den Bürgern nicht der Beste ist. Er lädt dazu ein, das viele Bürger von „Lügenpresse“ spricht.  Es stimmt ja nicht, wenn Giovanni di Lorenzo behauptet, die Printmedien sind in allen politischen Richtungen unterwegs.  Es gibt über 300 Tageszeitungen und wenn ich großzügig schätze sind vielleicht 20% dem konservativen Lager zuzurechnen. Davon sind allein in Bayern über 10% zu Hause.  Und wenn ich die elektronischen Medien nehme, dann sieht das Bild noch viel einseitiger aus. Die Redaktionen in den Sendeanstalten sind fast alle „Links“ einzuordnen.

Die Bevölkerung ist es nicht, die Mehrheit ist konservativ ausgerichtet. Allein diese Tatsache zeigt mir die Gesinnung des Autors. Bayern ist das Bundesland, das die besten Zahlen von allen Bundesländern schreibt. Sachsen (auch konservativ) kann mit Bayern mithalten. Die westlichen Printmedien berichten ohnehin nur am Rande über das wunderbare Land. Und wenn, ist es nur negativ besetzt. Die Rechten sorgen für Aufmerksamkeit. Das war’s dann auch.  Ich weiß gar nicht, ob Ihr Blatt jemals einen sächsischen Minister interviewt oder sonstige Beiträge geschrieben hat. Vielleicht täusche ich mich auch. Wenn doch, dann war es die Ausnahme. Unsere Bundeskanzlerin ist gerade dabei, Deutschland abzuschaffen. Sie werden darüber schmunzeln. Ich meine es aber Ernst. Die Flüchtlinge werden ungebrochen weiter nach Deutschland wollen.

Wir werden weiter Flüchtlinge aufnehmen und der Terror gehört zwischenzeitlich zum Alltag. Was ist das denn für eine Politik.?  Die ganze Welt staunt zwischenzeitlich über unser Land und weiß gar nicht so recht das einzuordnen. Ich lebe von Zeit zu Zeit in Singapur. Dort ist man sprachlos. Dort hat eine große politische Persönlichkeit (der Name fällt mir im Moment nicht ein) das Land zum Wohlstand geführt, der höher ist als in Deutschland. Armut kennt man kaum. Kriminalität ist so gut wie nicht vorhanden. Dieser Staatsmann hat der westlichen Demokratie schon vor vielen Jahren auf Dauer keine Chance eingeräumt. Ich bin etwas vom Thema abgekommen. Herr Erdogàn wäre auch nicht unbedingt mein Freund. Was mich aber am meisten ärgert, ist die Tatsache. daß auch Sie den Putsch in der Türkei überhaupt nicht in Ihre Überlegungen einbeziehen. Alle Medien verschweigen das. Das war überhaupt der Grund warum er die bekannten Maßnahmen unternehmen müsste.  Und Ihr Kollege von der Welt hat sich mit Terroristen eingelassen und sie quasi verteidigt. Das konnte ein vernünftiger Staatschef nicht ungestraft lassen.

Über das Maß kann man durchaus streiten und mir gefallen die Zustände in der Haft, die er erleiden muß auch nicht. Stellen Sie sich vor, in Deutschland würde das eigene Militär einen solchen Putsch auch unternehmen. Was wäre da los. Ausschließen kann man das auch nicht.  Mein älterster Sohn war im Offizierungsrang auch bei der Bundeswehr. Der hat mir schon vor  20 Jahren gesagt, das viele Soldaten mit den Nationalen sympathisiert haben. Heute werden viele der AfD nahe stehen. Die Bundeswehrsoldaten waren in der breiten Bevölkerung lange Zeit unbeliebt. Die Helden waren die Kriegsdienstverweigerer.  Wer in Uniform in den Heimaturlaub fuhr wurde diskriminiert.  Auch habe ich den Eindruck, das viele Journalisten gar nicht wissen was sie schreiben. Und Andere tun es aus Opportunismus. Das ist auch nichts für mich.

Ich bin fest davon überzeugt: Deutschland hätte in einem solchen Fall nicht anders reagiert. Wenn nur leiseste Verdacht bestanden hätte mit den Putschisten zu sympathisieren wäre für ihn auch Haft fällig gewesen.   Es regt mich schon lange auf, wie in Deutschland berichtet wird.

Das ist auch der Grund, warum ich eigentlich Deutschland den Rücken gekehrt habe, und ich kenne viele Leistungsträger die das auch so sehen. Und das mit steigender Tendenz. Ehrlich gesagt, sehe ich keine gute Zukunft für Deutschland. Die Politik hat die Bürger längst überfordert. Was ist das den für ein Zustand mit Terror leben zu müssen. Die Politik denkt gar nicht daran irgendetwas zu ändern. Der Innenminister hat das den Bürger bereits mitgeteilt. daß sie sich darauf einzurichten haben. Was ist denn das für eine Politik? Mein gesunder Menschenverstand kann das nicht mehr verstehen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was versprechen Merkel und Schulz den…“ von Philipp Fritz Und Mark Schieritz

Merkel verspricht Entlastungen für Gutverdiener, Immobilienbesitzer und Unternehmer, Schulz dagegen will mehr für Geringverdiener und Rentner tun. Trotzdem wählen diese mehrheitlich CDU. Vielleicht liegt es daran, dass die SPD im Gegensatz zur CDU auch mehr für Zuwanderer und Griechen tun will. Und das ist bei den „kleinen Leuten“ halt recht unpopulär. Daraus folgt eigentlich, dass Intellektuelle, die sich ein wenig soziales Gewissen und Mitmenschlichkeit bewahrt haben, nicht CDU wählen dürften. – Dr. Peter Dodel


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Laut Definition vom Begriff Terror heißt es: Der Terror ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen.

Nach der Aussage von Herrn Erdogan ist ein Interview eines Reporters mit einem Terroristen bereits selbst ein terroristischer Akt, der zur Verhaftung von Reportern führte.

Das bedeutet, dass die Zeitredakteure Glück haben, heil aus der Türkei zurück gekommen zu sein, da sie mit einem Staatsterroristen gemäß der obigen Auslegung gesprochen haben.

Das die Kurden mit Gewalt auf die Repressionen der türkischen Unterdrückung reagierten ,hat auch mit dem absolut kurzsichtigen Manövern der westlichen Staaten zu tun, die einmal nach dem ersten Weltkrieg den Kurden einen eigenen Staat ( wie auch den Arabern) zusagten ,aber nichts taten, als die Türken ihr Territorium wieder durch Gewalt zurückholten.

Das Gespräch mit Herrn Erdogan tropft von Falschaussagen und Angriffen gegenüber der EU .

Man kann nur hoffen, dass die Regierungen entsprechend reagieren, wobei ich da keine große Hoffnung habe, da die Türkei ein NATO Staat ist.

Ich betone, dass ich eine große Anzahl von Türken nicht nur kenne ,sondern auch diesen auf Augenhöhe begegne, doch sollte es immer in Erinnerung bleiben, dass Demokratie zwar nicht , wie man in Israel sieht, das non plus Ultra ist, aber Diktatur ob links oder rechts immer gegen Menschen ausgerichtet ist. – Jürgen Müller

Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Schade, dass Sie Herrn Erdogan nicht den Begriff Terrorist um die Ohren gehauen haben. Erdogan mag ja Recht haben, wenn er sich auf eine unabhängige Justiz beruft. Aber er war es doch bzw seine AKP die die Gesetze so gemacht haben, dass jede missliebige Person als Terrorist aus dem Verkehr gezogen werden kann. Da ist ein direktes Eingreifen Erdogans gar nicht mehr notwendig. – Rüdiger Weigel


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

Es ist wohltuend, nach der Ära des Herrn Ackermann und seiner direkten Nachfolger  einen CEO der Deutschen Bank zu erleben, der sich sachlich und selbstkritisch und  dennoch absolut loyal zu seinem Haus und dessen Mitarbeitern äußert. (Es war allerdings nicht nur die Attitüde Ackermanns allein, sondern auch die ihm entgegen- gebrachte Ehrerbietung, die seine Auftritte und Ausführungen oft schwer erträglich machten.) Und dennoch: John Cryan kündigt mit Blick auf die Boni an, dass man „dieses Jahr zu regulärer Bezahlung zurückkehren“ wolle. Zurück – heißt das etwa, dass wieder Bonuszahlungen fällig werden, die von kurzfristigen und oft flüchtigen Geschäfts-   ergebnissen und Kennzahlen abgeleitet werden? Dass es Zielvereinbarungen gibt, die nur wenig mit einer nachhaltigen positiven Geschäftsentwicklung zu tun haben?  Zu fragen, ob es bei miserabler Performance auch einen Malus geben wird, hieße wohl, allzu blauäugig zu sein. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zum „Wochenmarkt“ im ZEIT Magazin von Elisabeth Reather

Vielen Dank für Ihre tollen Rezepte, die ich schon mehrmals mit Erfolg nachgekocht habe. Beim Cheesecake (ZEIT Magazin vom 6. Juli 2017) habe ich ein Problem:

Bei den Zutaten stehen 2 x 200 g Sahne – Heißt das, es kommen insgesamt in die Masse 400 g Sahne, dann hätten Sie das doch gleich so angegeben? Kommen 200 g Sahne vielleicht zum Schluss noch oben drauf? Hier bitte ich um einen kleinen Tipp. – Dr. Maria Lang


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Vielen Dank für die Veröffentlichung von Joscha’s Brief! Es ist so wichtig, Menschen wie ihr einen öffentlichen Platz und somit Stimme zu geben.

Auch ich habe die Ausstellung von der sie schreibt (touchdown) in der Bundeskunsthalle besucht. Schade, dass darüber in der ZEIT nicht berichtet wurde (zumindest ist mir das nicht aufgefallen). http://www.touchdown21.info/de/seite/7-ueber-uns.html

Ich könnte mir auch gut vorstellen, regelmäßig ein Plätzchen in der ZEIT für O-Ton-Berichte finden; ähnlich, wie Sie ja auch Kindern bei leo solch einen Platz einräumen oder Lesern, die schreiben, was ihr leben reicher macht. Warum nicht regelmäßig eine Seite von Menschen mit Behinderung gestaltet?

Siehe auch http://ohrenkuss.de

http://raul.de/leben-mit-behinderung/warum-es-nicht-ausreicht-inklusion-zu-wollen-von-der-bewusstwerdung-zur-akzeptanz-und-aktion/

Damit könnte man Ängste und viele falsche Vorstellungen abbauen und auch selbst einen Beitrag zur Inklusive leisten. Die ZEIT als BARRIEREfreier Raum… – Antonia Manderla


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers

Es ist mir durchaus bewusst, dass selbst ein Professor für Öffentliches Recht in einem Feuilleton-Artikel „Juristisches“ leicht verständlich machen will. Aber es hilft alles nichts: Der Bundestag hat keine „Ehe für alle“ beschlossen, sondern lediglich die „Heirat für alle“.

Durch das Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts bekommt ein Ehepaar Frau-Frau gerade nicht die gleichen Rechte wie ein Ehepaar Frau-Mann, weil das Abstammungsrecht in § 1592 BGB nicht geändert wurde. Dies sollte auch einem Professor für Öffentliches Recht nicht entgangen sein.

Leider kommt es in Notariaten durchaus vor, dass Erbscheine nach verstorbenen Kindern beantragt werden müssen (wenn sie z. B. über ein von den Eltern und Großeltern geschenktes Vermögen verfügen). Ist das Kind in eine Ehe aus Frau und Mann hineingeboren worden, erben Ehefrau (Mutter) und Ehemann (Vater) zu gleichen Teilen als gesetzliche Erben zweiter Ordnung. Wäre das Kind jedoch in eine Ehe aus Frau und Frau hineingeboren worden, würde die Mutter die Hälfte erben, die andere Hälfte die Familie des Vaters. Die Ehefrau der Kindesmutter ginge leer aus, selbst wenn von ihr das Vermögen stammen sollte, das das Kind zu vererben hat.

Umgekehrt ist es natürlich genauso: Ist ein Kind in eine Ehe aus Frau und Mann hineingeboren („aus der Ehe hervorgegangen“), fällt das Erbe des Ehemannes der Kindesmutter und dem Kind zu. Ist ein Kind in eine Ehe aus Frau und Frau hineingeboren, fällt das Erbe der Ehefrau der Kindesmutter zwar zur Hälfte der Kindesmutter zu (Ehegattenerbrecht und Zugewinnausgleich), die andere Hälfte bekommt jedoch nicht etwa das Kind, das von beiden Ehefrauen erzogen wurde, sondern die Familie der Ehefrau.

Da das Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts nicht alle Folgen und Wirkungen der Ehe für Ehepaare gleichen Geschlechts eröffnen wollte, kommt es weder darauf an, ob die „Ehe“ auch aus Mann-Mann und Frau-Frau bestehen kann oder wie Familie definiert wird („ehelich“ oder „nichtehelich“). Der Gesetzgeber wollte – wie sich aus der Begründung des Bundesrats zum Gesetzentwurf ausdrücklich ergibt – ein Adoptionsrecht etablieren. Die Bildung einer „ehelichen“ Familie, in der es eine vermutete (widerlegbare) Verwandtschaft zwischen dem Ehepartner der Kindesmutter und dem zur Zeit der Ehe geborenen Kind gibt, soll es nach dem Willen des Gesetzgebers (= der Mehrheit des Bundestags und des Bundesrats) nicht geben.

Es ist daher keine Frage, ob die Ehe für Paare gleichen Geschlechts geöffnet werden kann, sondern ob eine Personenverbindung von Paaren gleichen Geschlechts, der nicht alle ehelichen Folgen und Wirkungen zugebilligt wird. Kann eine solche Personenverbindung „Ehe“ genannt werden, wenn sie nicht alle möglichen Folgen und Wirkungen (einschließlich der widerlegbaren Verwandtschaftsbeziehungen) wie eine Ehe hat.

Ist es wirklich (verfassungsrechtlich) hinnehmbar, dass ein Kind, das in eine Ehe von Frau und Mann hineingeboren wird, anders behandelt wird, als ein Kind, das in eine Ehe von Frau und Frau hineingeboren wird?

Mich erstaunt, dass auch in der öffentlichen Anhörung zum Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts sich die Sachverständigen um diesen Punkt nicht bemüht haben. Ist es ein praktisches Problem, das in einer „höheren“ Ebene einfach verloren geht? Dass Kinder in eingetragene Lebenspartnerschaften von zwei Frauen geboren werden, kommt doch auch vor und versucht in Anwaltsbüros und Notariaten für Schwierigkeiten bei der Ermittlung der Ansprüche und vor allem bei der Vermittlung der Sachverhalte an die Mutter und ihre Lebenspartnerin.

Es wird von SPD, Grünen, Linken die „Ehe für alle“ versprochen und Sie berichten freudig darüber. Werden Sie auch berichten, wenn Ehefrauen, Kindesmütter und Kinder vor dem Scherbenhaufen stehen? Die spätere Polemik gegen die untätige Politik könnten Sie allen wirklich ersparen, wenn Sie das Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts nicht von Professoren für Öffentliches Recht, sondern von Professoren für Familien- und Erbrecht prüfen lassen.  – Manfred Koopmann


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Leserbrief veröffentlichen würden:

Jedes Mal, wenn ich einen Artikel über das Elend in Afrika lese schäme ich mich. Bei diesem in der Zeit ging es mir wieder so. Ich sitze in der Bahn nach Düsseldorf und bin froh, dass die Klimaanlage funktioniert, denn draußen sind es 30 Grad. Der Artikel erzählt die Wirklichkeit der Menschen auf der Insel Buthony, die langsam verhungern. Ich schaue auf und empfinde meine Umwelt als unwirklich. Wie in einem Film sehe ich meine Mitmenschen, die mit sich selber beschäftigt sind. Jugendliche, die in ihr Handy sprechen, Wortfetzen erreichen mich, wo geht die nächste Party? Ein neun jähriger Junge namens James kämpft gerade im Südsudan dafür, dass seine Familie nicht verhungert, Wind, Regen, Krankheiten und Krieg ausgesetzt. Wie Abertausende mit ihm.

Ich sitze in der Bahn und stöhne über 30 Grad. Ist mir mein Glück auf diesem Teil der Erde geboren worden zu sein eigentlich je bewusst geworden?

Wie so oft bin ich tief getroffen vom dem Schicksal fremder Menschen, möchte helfen, doch sobald die nächste Begegnung mich ablenkt, ist die Welt außerhalb meiner eigenen auch schon wieder in den Hintergrund gerückt.

Diesmal nicht beschließe ich!

Ich bin 35 Jahre alt und seit Jahren politisch desinteressiert. Das war einmal anders. Ein Blick auf Hamburg zeigt, dass viele Menschen sich engagieren und Zeichen setzten wollen. In unserer aktuellen weltpolitischen Lage mehr als nötig! Und viele bewirken etwas – ohne Gewalt! Doch wo bin ich die ganze Zeit über? Interessiert mich auch nur die nächste Party? Bin ich so abgestumpft?

Was mich gerade treibt dies hier zu veröffentlichen ist mein Wunsch mich diesmal nicht abzulenken und mich einzusetzen. Den ersten Schritt zu gehen. Angetrieben werde ich von etwas was alle Menschen auf dieser Erde vereint, egal welche Hautfarbe, welchen Glauben oder politische Überzeugung sie haben.

Dem Wunsch nach Glück und Zufriedenheit, nach Nähe und menschlicher Wärme. Nach Liebe! Ich kann meine Augen verschließen, resigniert sagen: Was kann ich schon ausrichten? Was verändern?

Ich weiss es nicht! Aber ich habe eine Stimme, zwei Hände und die Möglichkeit meine Ziele als freier Mensch zu verfolgen. Ich habe Liebe in mir und die kann ich weitergeben.

Ich habe starke Zweifel, dass ich in einer Welt glücklich sein und es bleiben kann, in der ich weiter die Augen davor verschließe was um mich herum passiert und nicht einmal versuche etwas Gutes zu bewirken und sei es noch so klein, noch so aussichtslos!

Ob ich nur mein Gewissen beruhigen will? Vielleicht, doch wenn ich es schaffe nur einem Menschen zu helfen, dazu beitragen kann, dass ein Kind nicht verhungert muss und eine Frau nicht vergewaltigt wird, ist es dann nicht egal? Und ist das dann nicht die beste Investition in mein Leben, in meine Zukunft und in eine bessere Welt?

Zusammen sind wir stärker!

Solltest du dich angesprochen fühlen, möchtest du auch etwas unternehmen, dann lass es uns zusammen tun! Melde dich! Wenn Sie dem Aufruf nicht veröffentlichen dürfen, streichen Sie es nach zusammen sind wir stärker. Meinen Namen dürfen Sie veröffentlichen. Vielen Dank und weiter so! – Daniela Lemper


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Zunächst einmal Gratulation Ihnen zur Ausgabe vom 6.7.17 vor allem (!) wg. des sensationellen Interviews mit Erdogan. Lange hat „DIE ZEIT“ in der deutschen und internat. Medienlandschaft nicht mehr ein derartig häufiges Zitieren erreicht.

Erst wollte ich über den nur boulevardartigen Aufmacher protestieren. Dann wurde mir  aber der köstliche Hintersinn und die Ironie klar, die Sie damit auslösen. Der Mann wird es in seiner Egozentrik und Eitelkeit noch nicht einmal merken, wie „man“ sich mit der Absurdität des Satzes über ihn amüsiert, sondern von einer derartigen Hervorhebung in einem angesehenen Weltblatt sehr geschmeichelt sein. – Dr. Claus Richter-Haffelder


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Das was gerade in Hamburg passiert, lässt sich kaum in Worte fassen. Man hat den Eindruck, im Kriegsgebiet zu sein – solche Bilder kennt man aus den Syrienberichten. Wenn Spiegel Online wieder einmal titelt „Polizei setzt Wasserwerfer ein“ oder „Straßenschlachten zwischen Polizei und Demonstranten“ wird mir ganz schlecht. Es wird – allein durch die Überschrift – ein völlig falsches Bild gezeichnet. Wenn ich dann noch kritische Sätze über das Vorgehen der Polizei lese und Diskussionen darüber, wer die Gewalt initiiert, kann man seine Aggression kaum noch bändigen.

In Hamburg setzen derzeit über 20.000 unglaublich gut ausgebildete Polizisten ihr Leben aufs Spiel, um den Gipfel zu ermöglichen, aber auch – und das wird oft vergessen – die friedlichen Demonstranten zu schützen. Diese Polizisten sind junge talentierte Menschen mit einer sozialen Ader.

Talentiert, weil sie sonst niemals die unglaublich schwierigen Auswahltests bei der Polizei bestanden hätten. Es sind hohe Hürden zu nehmen, sowohl sportlich als auch kognitiv und psychisch. Denn im Beruf der Polizei ist man täglich den Aggressionen des Gegenübers ausgesetzt, die bei solchen Ausschreitungen ihren Höhepunkt finden. Das muss man erstmal schaffen – sich immer an das Gesetz zu halten und die Ruhe zu bewahren, auch wenn ein Kollege gerade erblindet ist, weil die Hitzewelle eines Böllers in seinem Kragen in den Helm gestiegen ist und die Netzhaut verschmort hat. Und das ist nur eine Geschichte von vielen. Da wird man wütend, wenn die Medien berichten, es gäbe keine „Schwerverletzten“. Ich bewundere es, wie die Polizisten angesichts solch massiver Angriffe dennoch professionell bleiben. Denn es muss so schwer sein, in diesen Momenten, aber auch im beruflichen Alltag nicht den Glauben an die Menschlichkeit zu verlieren.

Ja und sozial, weil sie ihr Leben für verhältnismäßig geringe Gegenleistungen riskieren. Das betrifft das Gehalt, aber auch die Arbeitsbedingungen. Schichtdienst, massenweise Überstunden und keine freien Wochenenden sind die Realität. Jetzt während des Gipfels lautet der Modus: 20 Stunden Arbeit, 3 Stunden schlafen, 20 Stunden Arbeit. Man riskiert nicht nur durch die Arbeit selbst sein Leben, sondern ruiniert sich auch seine Gesundheit. Das nimmt man nur in Kauf, wenn man seinen Beruf wirklich liebt und einem guten Zweck dienen möchte – einem freiheitlichen Rechtsstaat, in dem den Bürgern ein friedliches Leben ermöglicht wird.

Aber an wen richten sich diese Zeilen? An autonome gewalttätige Randalierer, die jeglichen Bezug zur Realität verloren haben und vermutlich in den radikalen Gruppierungen das erste Mal im Leben Anschluss gefunden haben nach einer schweren Kindheit und Jugend? Nein – diesen Leuten möchte ich nur sagen, dass sie gern auswandern können in Länder, die ihrem postulierten Ideal näher kommen. China, Kuba, Russland. Kommunistische Länder mit rechtsfreien Zonen. Sie dürfen auch gern mal Luft in Kriegsländern schnuppern und sehen, wie sich Gewalt anfühlt, der man ausgesetzt ist, ohne etwas tun zu können.

Nein, die Nachricht richtet sich an den linksgerichteten Ottonormalbürger. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man das Urteilsvermögen und die Professionalität der Polizei bei solchen Gipfeln in Frage stellt. Politische Gesinnung hin oder her – ihr solltet euch einmal mit den jungen Polizisten unterhalten, die dort ihren Job machen. Und endlich verstehen,  dass diese Menschen unseren höchsten Respekt verdient haben. An wen wendet ihr euch, wenn bei euch eingebrochen wurde? Oder eure Tochter vermisst wird? An eure linken Freunde, mit denen ihr in der Szene abhängt und die immer einen guten antikapitalistischen Spruch auf Lager haben? Denkt mal drüber nach. – Sarah Voelkel


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Man kommt sich vor wie in einem B-Movie aus Hollywood: Da taucht aus den anatolischen Weiten ein selbsternannter Muskelmann auf, der sein Land auf einen Weg führt, an dessen Ende ein faschistoides Regime zu befürchten ist. Gleichzeitig denunziert dieser Mann die Deutschen als Nazis und sagt Deutschland den Selbstmord voraus. (Und niemand hierzulande weist ihn energisch in seine Schranken!)

Wie wäre es mit einem anderen Drehbuch? Wir lassen den Mann ins Land, auf dass er eine seiner Geifer-Reden halten kann, und nehmen ihn gleich anschließend wegen Hasspropaganda als Terroristen fest. Sollten dann Teile der hiesigen türkischen Gemeinde auf die Straße gehen, wäre das eine willkommene Bestätigung für die Terrorismus-Anklage. Mit der Anklageschrift und dem Prozess könnten sich die Strafverfolgungsbehörden selbstverständlich viel Zeit lassen.

Ach ja, ist ja alles nur Film… – Martin Lipka


Leserbrief zu “Rekord-Reichweite bei Entscheidern“

Wer sind denn Entscheider, das es für die extra so eine große Annonce gibt? Und was ist mit den anderen Lesern? Sind wir keine Meldung wert? – Angelika Adler


Leserbrief zum Titelthema des ZEIT Magazins „Im diplomatischen Dienst“

Der Beitrag ‚Im diplomatischen Dienst‘ im ZEIT Magazin zu deutsch-türkischen Beziehungen bzw. Freundschaften hinterläßt bei mir Kopfschütteln und auch Ärger. In welcher Welt leben denn die Autoren? Da wird ein an sich interessantes Thema zu Werbezwecken für Luxusklamotten mißbraucht und damit entwertet. Peinlicher geht’s nimmer!!! – Jürgen Hilleke


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Auf ein Wort an Sie als Leser: Alle Jahre wieder singt man an Weihnachten andächtig in warmen Stuben „Ihr Kinderlein kommet“. Wenn Sie diese Zeilen lesen können, so stehen drei Dinge fest: 1. Sie sind auch einmal eines dieser Kinder gewesen; 2. Sie hatten einen Vater und eine Mutter; 3. Bei einer Homoehe hätte es Sie nie gegeben! Übrigens stellt Fremdzeugung keine belastbare Grundlage für eine gesunde Gesellschaft dar, darum kann es auf Dauer nur einen Weg geben: Zurück zur Natürlichkeit, denn jeder Mensch hat ein Recht auf seine mit der Geburt geschenkte heterosexuelle Natur, auch wenn diese durch nicht selbst verschuldete Umstände unterdrückt wurde. Homosexuellen hier alle nur erdenkliche Hilfen zu geben sollte Programm der Parteien, ja unserer Gesellschaft als ganzes sein! Ihnen diese zu verweigern und als Ersatz die Homoehe aufzudrücken ist eine klare Verweigerung des elementaren Grundrechtes auf individuelle Selbstbestimmung, denn niemand darf Homosexuellen verbieten, ihren Lebensstil zu ändern und eine natürliche Familie mit Vater und Mutter zu gründen! – Joachim Kretschmann


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Selten hat mich ein Beitrag so berührt wie „Joscha, weiblich 13 Jahre alt, Autistin. Und das hab ich zu sagen:“.

Dieser sollte für die „Heinis von der FDP“ und alle Inklusionsgegner zur Pflichtlektüre werden. Eine solch starke Persönlichkeit gibt Hoffnung und wäre auch etwas für Ihre Rubrik „Was mein Leben reicher macht“ :-) – Oliver Theede


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

In Ihrem Artikel in der Zeit vom 6.Juli ist Ihrer Datenquelle ein böser Fehler unterlaufen.

Die beiden Satellitenbilder in Ihrem Artikel sollen in Pink die Abholzung in den Jahren 2001 und 2015 zeigen. Selbst für einen Laien ist erkennbar, dass die allermeisten im rechten Bild in Pink dargestellten Flächen schon 2001 im linken Bild als helle Flächen vorhanden sind. Die Interpretation des linken Bildes ist mit Sicherheit falsch. Hier sind es die hellen und nicht die pinkfarbenen Fächen, die die Abholzung erkennen lassen.  Das bedeutet, dass die  massive Abholzung schon sehr viel  früher stattgefunden hat, was auch bekannt ist. Daten darüber liegen bei der Secretaria de Ambiente (SEAM) in Paraguay vor.

Ich habe zwischen 1992 und 1998  ein Umweltprojekt im Chaco geleitet, dass die Grundlagen für die Umweltgesetzgebung erarbeitet hat. Dazu gehörte natürlich auch die Problematik der Entwaldung. Mein Spezielgebiet war die Interpretation von Satellitendaten für geowissenschaftliche Zwecke. Ich gehe davon aus, dass es bei der Verarbeitung der von Ihnen dargestellten Satellitenbilder zu einer falschen Codierung von „Wald“ gegenüber „Nichtwald“ gekommen ist.

Wahrscheinlich ist ein schlauer Kopf im Chaco irgendwann auf die Idee gekommen, aus dem Holz, das man früher nach der Rodung verbrannt hat, Holzkohle herzustellen.

Die Holzkohleproduktion ist also eine Marginalie bei der Betrachtung der großen Umweltprobleme im Gran Chaco Americano. Falls es Fragen geben sollte, stehe ich gerne zur Verfügung. – Wolfgang Kruck


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Menschlichkeit (Anlehnung Thomas Mann 1930)

Auf einmal bekommen sämtlicher Hass und Frustration ein Ventil und es herrscht Ausnahmezustand. Ob vor Ort oder auch fernab des Geschehens, jeder meint plötzlich Stellung beziehen zu müssen. Aber geht es darum Seite zu beziehen? Geht es nicht eigentlich an diesem Wochenende um Weltpolitik?

Es ist bewundernswert, dass der Anschein erweckt wird, die junge Generation hätte ihre Politikverdrossenheit abgelegt und würde wieder wahrliches Interesse hegen.  Hitzige Diskussionen mit vorgefestigte Meinungen werden über soziale Medien geführt, ohne dass auch nur der kleinste Anschein entsteht, dass sich die Menschen da wirklich miteinander unterhalten würden. Geht es in den Diskussionen um Politik? Heißt Politik in einem demokratischen Land nicht einander zuzuhören? Anstatt einander zu beleidigen, körperlich zu schaden oder den Besitz Anderer böswillig zu zerstören. Dieser Artikel soll mit Absicht keine Seite beziehen. Er soll ein Appell sein an alle Bürger, die Teil der deutschen Demokratie sind. Wir sehen aktuell wie sehr man eine Bevölkerung auch auf höchstem Niveau spalten kann. Die Idee der Demokratie hat aber wenig mit physischer oder verbaler Gewalt zu tun. Wo versteckt sich dieses genannte Interesse an Politik an diesem Wochenende, an dem doch so viele Menschen meinen Stellung beziehen zu müssen? Wo bleiben die sachlichen Unterhaltungen? Wo bleibt die Umsetzung des Rechts auf friedliche Demonstration? Wo bleibt das wahrliche Interesse an unserem Gegenüber? Wo bleibt die Menschlichkeit in dieser Zerstörungswut von allen Seiten? – Loisa Drozdoff


Leserbrief zu „Die Unperfekten“ von Anna von Münchhausen

Bei mir ist die Mehrfachbelastung Familie und Beruf über 60 Jahre her.  Es erschreckt, dass sich in diesen Jahrzehnten nichts geändert hat,  mit Ausnahme der Einrichtung von Kitas bzw. Öffnungszeiten von Kindergärten.

Dennoch möchte ich berufstätige Mütter ermutigen, diese nervenaufreibende Zeit auf jeden Fall durchzustehen. Es zahlt sich aus!

Eine eigene Rente zu haben und dadurch  unabhängig zu sein, ist eine wertvolle Ausbeute der stressigen früheren Jahre. Auch ein gesteigertes Selbstwertgefühl, vermittelt durch Arbeit außer Haus, bleibt im Alter erhalten und kann in manchen Situationen des letzten Lebensdrittels von Nutzen sein. Dafür lohnt es, sich eine begrenzte Zeit schief anschauen oder als Rabenmutter titulieren zu lassen! Deshalb: Mütter macht weiter so! “ – Brigitte Kästle


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Der Titel Ihres Artikels beschreibt, wie die Ideologie die Wahrnehmung verengt. Sie gehen sich dabei selber auf den Leim: Eingangs des Artikels stellen Sie die Frage, warum Gläubige kein Problem mit Daltons Atommodell oder der Quantenphysik hätten, nur die Evolutionstheorie würde kritisiert. Warum das so ist ist einfach zu beantworten: Gläubige Menschen sind keineswegs dumpf wissenschaftsfeindlich, sondern entwickeln aus den gegebenen Fakten andere Hypothesen. Im Fall der Quantenphysik ziehen sie die Schlussfolgerungen der Mainstream- Wissenschaft nicht in Zweifel, beim Thema Evolution sehr wohl. Denn die Evolutionstheorie steht auf sehr wackeligen Beinen. Es gibt viele ungelöste Probleme, und ihre Anzahl steigt mit fortschreitender Zeit. Ich nenne nur die Themen Missing Links, minimale Komplexität, die Widersprüche zum 2. Hauptsatz der Thermodynamik und zu den Grundsätzen der Informationswissenschaft. Zur Erinnerung: Eine Hypothese kann nur als wissenschaftlich anerkannt werden, wenn sie nicht im Widerspruch zu anderen anerkannten Hypothesen steht.

En passant behaupten Sie, dass die Erde nicht der Mittelpunkt der Welt ist. Und wenn sie nun doch der Zweck der ganzen Schöpfung ist? Ihre Sicht ist rein ideologisch. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur muss man das deutlich sagen und nicht so tun als ob alle, die anders denken, „zartbeseelt“ und „eingeschnappt“  sind  oder Angst um ihr Selbstwertgefühl haben, weil sie dann nicht mehr so wichtig wären. Sie vermuten hinter der Weltsicht der Kreationisten also ein psychologisches Problem, ohne sich jemals mit Argumenten auseinander zu setzen. Sie reden von rationalem Erkenntnisgewinn, der angeblich objektiv die Evolutionstheorie beweist. Das ist jedoch eine reine Behauptung.

„Wir schlagen uns auf die Seite der Wissenschaft, trotz der offenkundigen Absurdität mancher ihrer Konstrukte … denn wir können einen göttlichen Fuß in der Tür nicht zulassen.“ – Prof. Dr. Richard C. Lewontin (09.01.1997, Evolutionsbiologe, The New York Review) – Kay Mees


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Da ich Frau Topcu als ausgezeichnete deutsche Stilistin kenne und sie wohl bei der Übersetzung des Interviews beteiligt war, finde ich es seltsam, daß man Erdogan auf Deutsch so holprig reden läßt. Dündar bekommt jede Woche ein exzellentes Deutsch zugesprochen, aber Erdogan muß reden wie mein Änderungsschneider. Ist denn sein Türkisch so schlecht? – Alfons Raith


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

Bis zur 2. Frage habe ich es geschafft: Erfahre, dass die Deutsche Bank im Zeitgeist gefangen war! Eine faszinierende Erkenntnis. So könnte man doch auch eine 12-jährige (Zeitgeist-) Periode charakterisieren: Enthaftung auf der ganzen Linie. Den Rest des Interviews spare ich mir. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Die Beispiele in Ihrem Artikel über den starken Staat sind konkret und gut recherchiert, so wie ich es an der Zeit schätze. Allerdings steht der Artikel im Wirtschaftsteil, Ihre Beispiele stammen aber bis auf Venezuela nicht aus dem wirtschaftlichen Bereich.

Sie hätten erwähnen sollen, dass starke Staaten in aller Welt Firmen daran hindern, Leiharbeiter 16 Stunden täglich arbeiten zu lassen und rechtlos bis hin zum Sklaventum zu behandeln. Unternehmen haben keine humanen Ideen. Sie kennen nur Zahlen. Gewinnzahlen sind ihre Aufgabe. Menschenrechte zu achten, dazu muss sie der Staat zwingen. – Claudia Stursberg


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

So.so: „Für die Unternehmensbilanz von Google ist das Unglück der Welt ein Glücksfall „.Desgleichen für die weltweiten Rüstungshersteller und -lieferanten.Als Unternehmer sind sie mit ihrer Bilanz einzig ihren Aktionären und nicht irgend so einem Hungerleider auf einer einsamen Insel mitten im Sumpf verpflichtet. Kapitalismus a gogo eben.

Solche weinerlichen Artikel ohne den Fokus auf Schuld-und-Schuldige zu richten werden schon andernorts ins BILD gesetzt. – Wolfgang Burkhardt


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Hier meldet sich ein versprengter Konservativer zu Wort. Als “reaktionär“ oder „homophob“ lasse ich mich aber dennoch nicht bezeichnen. Dazu haben wir zu viele homogene Paare in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, deren Lebensweise wir absolut tolerieren und respektieren, gemäß dem Grundsatz „Jeder soll nach seiner Facon selig werden“. Ich bin mir ganz sicher, dass mittlerweile ein Großteil der Bevölkerung so denkt. So gesehen ist es richtig, zu behaupten, die Republik war nie grüner, wie das Herr Wefing in seinem Artikel tut. Grün ist sie mir deshalb aber noch lange nicht, vor allem dann, wenn man miterlebt, wie deren Repräsentanten mit manchen zukunftsorientierten Entscheidungen umgehen.

Wie kompromisslos jetzt die „Ehe für alle“ im Parlament durchgepeitscht wurde.  Der Konfettiregen nach der Abstimmung hatte für mich etwas Peinliches. Ich tue mir nach wie vor schwer, eine Partnerschaft zwischen zwei Gleichgeschlechtlichen als „Ehe“ zu bezeichnen. Man hätte sicher auch eine Bezeichnung finden können, die dem Wunsch derer, die eine solche Partnerschaft eingehen wollen, gerecht wird. Und das auch mit allen Rechten, die einer Ehe eingeräumt werden

Die Bezeichnung „Ehe“ sollte aber einer Beziehung, bestehend aus Mann und Frau, vorbehalten bleiben. – Günther Stadtmüller


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Man könnte jetzt natürlich einen intelligenten Einwurf machen, etwa, kann man Frankreich und Russland hinsichtlich der staatlichen Durchdringungstiefe vergleichen? Oder könnte es nicht eigentlich sein, dass der Staat in Deutschland viel stärker ist als in Russland, aber angesichts eines Artikels, der nicht einmal eine Arbeitsdefinition von Etatismus hat, ist das vergebene Liebesmühe. Eine Frage nur: Ist das letzte Treffen der Ayn-Rand-Lesegruppe ein bisschen zu feuchtfröhlich ausgefallen? – Matthias Meindl


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Dein Erfahrungsbericht schlägt an Inhaltsdichte und Ausdruckskraft den Durchschnitt journalistischer Arbeiten -auch mancher Artikel in der ZEIT- um Längen. Die Tatsache, dass du systemimmanent daran gehindert statt unterstützt wirst deine Stärken zur vollen Blüte zu entwickeln, treibt mir Tränen des Zorns und der Scham in die Augen.

Scham und Zorn darüber, dass ich selbst als politisch aktive Person nicht in der Lage bin dafür zu sorgen, dass du später selbstverständlich eine Universität besuchen oder an einer Universität lehren kannst, auch ohne „eine drei in Mathe“. Leider ist unser gesamtes Bildungssystem -auch für die „Normalen“- in sich korrupt. Im Sinne von unehrlich. Es gibt ein „Bildungssystem der schönen Worte“ und ein „Bildungssystem der praktischen Umsetzung“. In erster Linie ist es ein Verfahren, die Menschen die es durchlaufen, nach verschiedenen Kriterien zu selektieren. Beginnend in Krippe und Kindergarten, in dem „soziale Kompetenzen vermittelt“ werden, genauer gesagt das, was der mainstraem gerade unter sozialer Kompetenz verstehen mag. Das ändert sich ja logischerweise laufend. Ich glaube zwar kaum, dass heutzutage noch jemand annimmt, soziale Kompetenz würde mit dem Rohrstock oder Züchtigungen anderer Art vermittelt. Bei mir, 60 Jahre jung, war das durchaus noch „akzeptierter Standard“. Ob der mainstraem dieser Ansicht wieder verfällt kann keiner vorhersagen. Die Gegenaufklärung boomt und kommt derzeit forsch voran.

Die ganze Schizophrenie der „Inklusionsdebatte“ beschreibst du ja unübertroffen plastisch mit dem Dilemma „körperbehindert – geistig behindert“. Debattiert wird selbstverständlich „politisch korrekt“, die Bescheide der zuständigen Behörden sind dann nur noch „politisch“. Als ob ein Mensch in seine körperlichen und seine geistigen Anteile aufgespalten werden könnte.

Ich würde mir wünschen, liebe Joscha, von dir künftig mehr zu lesen. Über deine Art die Welt zu sehen. Durch Augen, die anders sehen können als „gewöhnliche“ Augen. Es ist ein großes Geschenk für uns „Normierte“, dass du in der Lage bist, dabei so präzise mit uns „verbal zu kommunizieren“. – Monika Fath-Kelling


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Vielen Dank für den wirklich großartigen Artikel; die Idee, die Arbeit einer Hilfsorganisation mit der Reportage vor Ort so zu vermischen/zu parallelisieren ist stilistisch genial und ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon einmal gelesen zu haben.

Informativ und anrührend bis zur Schmerzhaftigkeit ! – Jürgen Kamenschek


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

Die Forderung, das Ehegattensplitting abzuschaffen, führt schon seit Jahrzehnten zu einem Totstellreflex von Politikern aller Couleur und ist daher kontraproduktiv. Es ist politisch nicht durchsetzbar, Leuten ohne Not etwas wegzunehmen. Man kann aber Benachteiligten endlich das geben, was ihnen zusteht. Das hat die Diskussion um die Ehe für Alle gezeigt.

Sie hat aber auch in hoffentlich politisierender Weise deutlich gemacht: Ehe und Familie driften immer weiter auseinander. Ein Drittel aller Kinder wird unehelich geboren. Das sind 238 000 pro Jahr. Dazu werden jährlich 132 000 Kinder zu Scheidungskindern. Die Eltern all dieser Kinder zahlen Steuern wie Singles und finanzieren damit indirekt den Splitting-Gewinn kinderloser Ehepaare. Die so entstehende Benachteiligung nicht ehelicher Kinder verstößt gegen GG § 6, Abs.5 und hat ein viel größeres Ausmaß als die, die gerade zu Recht vom Bundestag aufgehoben wurde. Die Lösung liegt auf der Hand: Zusätzlich zum Ehegattensplitting – und nicht stattdessen! – muss ein adäquates Kindersplitting her, mit dem Eltern ihrer gemeinsamen Verantwortung beim getrennten Erziehen besser gerecht werden können. – Peter Röhling


Leserbrief zu „Was, wenn es knallt?“ von Marc Widmann

Vielen Dank für diesen klaren und vorausschauenden Artikel. Darin beschreiben Sie Herrn Dudde, den Einsatzleiter der Hamburger Polizei als einen Mann, der hart gegen sich und Andere ist.

Und er hat das Recht auf seiner Seite.

Aber seine Strategie ist nicht aufgegangen.

Wer glaubt, gewaltbereite Demonstranten durch massive Polizeipräsenz, Härte und Einschreiten bei den kleinsten Rechtsverstößen, beeindrucken zu können, ist naiv.

Deeskalation geht anders, setzt aber wohl Empathie und die Fähigkeit voraus, auch einmal einen Gang zurück schalten zu können. Und so trägt die Polizei m.E. Mitverantwortung für die Bilder der Gewalt, die um die Welt gehen. – Dr. Claus E. Krüger


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

Der Qualitätsunterschied in der Argumentation ist beträchtlich zu Gunsten von Kolja Rudzio. Der Beitrag von Frau Nienhaus ist emotional geprägt und zu sehr mit eigener Ideologie durchsetzt. Eine bessere Recherche hätte dem Artikel gut getan. – Klaus Grasenick


Leserbrief zu „Das Fuck-off-Konto“ von Nina Pauer

„Es ist immer wieder schön, lebensbejahende und tatsächlich emanzipierte Frauen wie Nina Pauer zu sehen. Die eigenmächtig denken und zu realistisch sind, um sich weder den irreführenden, unrealistischen Sirenen der sogenannten Feministinnen noch irgendwelchen einfachgestrickten Männern hingeben. Die dank ihres Selbstvertrauens und ihrer Lebenserfahrung zu klug sind, um auf absurde, die eigene souveräne Verantwortung absprechende Botschaften und Partner hereinzufallen. Frauen, die vermutlich standhafter mit beiden Beinen im Leben stehen als Feministinnen oder wenig mannhafte, nicht ernstzunehmende Männer.

Frauen, die über zu viel ‚Hausverstand‘ verfügen, als dass sie das Leben naiv als bunten, vielversprechenden Wunschkatalog betrachteten, in dem einem/einer alles zufliegt ohne das eigene, selbständige Handeln.
Hut ab, vor solchen Frauen! Wahrlich eine ‚Pauer‘-Frau, diese Nina Pauer. – Christoph Schwalb


Leserbrief zu „Die Unperfekten“ von Anna von Münchhausen

Ihr Artikel „Die Unperfekten“ hat mir sehr gut gefallen. Als ich Mitte der 90’er-Jahre zwei Kinder bekommen habe, hat sich niemand in der Lokalredaktion, in der ich damals gearbeitet habe, darum geschert, ob ich danach wieder einsteigen möchte. Geschweige denn, mit mir über irgendwelche Arbeitszeitmodelle gesprochen. Schwanger war gleich gehirnamputiert – unbrauchbar – weg vom Fenster. Es hat 20 Jahre gebraucht, bis ich da wieder anknüpfen konnte, wo ich einst aufgehört habe. Mit viel Glück, Fleiß und Ehrgeiz ist mir sogar noch so etwas wie eine „Karriere“ im Journalismus gelungen.

Da habe ich mir gesagt, das darf meinen jungen Kolleginnen nicht passieren. Wenn jemand gut im Job ist, dann behält er diese Qualifikation. Punkt! Vor mir sitzen nun auch die jungen 30 Jahre alten Frauen, die nicht wissen, wie sie alles mit Kindern und Karriere auf die Reihe bekommen sollen. Mein Rat: Ihr müsst Euch selbst mit der Lösung wohl fühlen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder schnell die Situation akzeptieren, wie sie ist. Und wenn dazu gehört, dass Mama montags und dienstags den ganzen Tag zur Arbeit fährt, dann ist das so. Davon geht die Welt nicht unter. – Sabine Hildebrandt


Leserbrief zu „Wer kümmert sich?“ von Jeannette Otto

Alleinerziehende arbeiten gar nicht oder in Teilzeit. Paare mit Kindern, wie das geschilderte, haben offensichtlich mehr Reserven, um ganztags zu arbeiten.

Deren Lamentieren über zu wenig Zeit ließe sich recht einfach lösen!  Ganztags arbeitende Alleinerziehende kommen wohl kaum auf die Idee, ein Musikinstrument zu lernen, oder gar, die ‚Zeit‘ zu lesen. – Karin Jäger


„Die Ehe für alle“ wurde m.E. nur von allen Parteien begrüßt ,weil sie Angst hatten Wähler zu verlieren, d.h. Posten und Ämter.

Die Parteien haben  entweder keine  wirklichen Themen für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft oder springen einfach auf den Zug und Trieb   der Machtehaltung   auf. Wir haben wirklich genug andere Probleme zu lösen!!!

, also Egoismus der Schwulen und Lesben in reinster Form ohne an die Folgen zu denken.

Wer aber hat an die möglichen Adoptivkinder und ihre Fragen gedacht:

Was sind Väter und Mütter? ????? Warum gibt es Frauen und Männer? ???? W kommen die Kinder her????? Werden zukünftig  Kinder gezüchtet und meistbietend versteigert  ????? – Bernd Sprankel


Leserbrief zur Grafik: „Einkommensverteilung“

die Grafik heißt Einkommensverteilung, tatsächlich wird aber die Verteilung der Einkommenssteuer dargestellt. Weiterhin wird dann der Eindruck vermittelt, was für die Einkommenssteuer ja wohl auch so zutrifft, als würde die reiche Minderheit den Staat übermäßig finanzieren. Tatsächlich hat sie aber auch übermäßig eingenommen. Was ich vermisst habe: Wie hoch ist das Einkommen, wieviel Prozent davon werden als Steuern gezahlt?

Weiterhin: Wesentlich für das Steueraufkommen ist die Mehrwertsteuer (neben weiteren Steuern). Wenn man darstellen möchte, wieviel der einzelne aus den jeweiligen Gruppen zur Steuerlast beiträgt, sollte dieser Teil nicht fehlen, da auch die ärmsten, die keine Lohn- oder Einkommenssteuer zahlen, ja immerhin 19% Mehrwertsteuer (überwiegend) zahlen, damit steigt der Steuersatz auf das Einkommen. Diese Steuer nimmt aber mit zunehmendem Einkommen ab, weil zunehmend weniger davon ausgegeben wird, man kann daher nicht sagen, es träfe alle gleich.

Da bezogen auf die Haushalte dann auch noch die Zahl der Steuerpflichtigen steigt (Mehrwertsteuer zahlen auch Kinder ohne Einkommen), ergibt sich eine weiter Verschiebung.

Ich würde mich freuen, wenn es in der Grafik weniger einseitig zuginge, wenn tatsächlich Einkommensverteilung und Gesamtsteuerlast bezogen auf diese Verteilung erkennbar würden. – Bernd Schütze


Leserbrief zu „Leserbrief zu „Noch Zwei Bier für Europa“ von Moritz Von Uslar

Ich bin  von Moritz von Uslar angenehm überrascht.  Nach dem vernichtenden Artikel No. 1 über DU-Marxloh vor einigen Wochen, ist  seine Eloge über Elmar Brok  beachtlich lieb, harmonisch und dazu auch  Europe-minded. War das bewußt/unbewußt, daß in den Fragen oder von Brok in den Antworten nicht einmal sein langjähriger Kollege im EU-Parlament, Martin Schulz, erwähnt wurde ? – Hartmut Wagener


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Vielen Dank für ihre Berichterstattung. Folgender Leserbrief dazu:

  1. Ein friedliches Politikertreffen gleich welcher Art -auch G20- ist durch eine Demokratie zu ermöglichen. Wo denn sonst?
  2. Politik kann man das ganze Jahr über machen. Es ist erbärmlich, mit AntiG20 Demos, die Mitmenschen zu nerven.
  3. Gewalt in dieser Form ist Terrorismus!
  4. Terrorismus ist nicht  Demonstrieren und mit keinem Menschenrecht legitimiert.
  5. Die Krawalle waren angekündigt und eindeutig vorhersehbar.
  6. Vielen Dank an die philosophischen Urteile der diversen Richter, die diesen  Krawalltourismus ermöglicht haben. Die Demos hätten niemals in der Stadt genehmigt werden dürfen. Hier würde theoretisches Recht über Realismus gestellt. Wer verklagt die weltfremden Richter auf Schadenersatz und Volksverhetzung?
  7. Selbst der dööfste Terrorist sollte nach Baader-Meinhof wissen, daß auf diesem Weg kein Blumentopf zu gewinnen ist. 8 – 10 Tausend Krawallterroristen aus ganz Europa. Was für eine lächerliche Zahl gegen 450 Mio Europäern.
  8. Jeder Staat hat mit aller Konsequenz die Sicherheit seiner Bürger zu schützen und zu gewährleisten. Sonst ist das Gewaltmonopol des Staates sinnlos. Das gilt für Legislative, Exekutive und Judikative!
  9. Die Polizei ist zu bedauern. Eine Unverschämtheit und völlige Verkehrung von Ursache und Wirkung, der Polizei Provokation, geschweige denn Schuld zu geben. Straftat bleibt Straftat. Und „Gewaltnichtablehner“ wie z.B. Frau Laqueur müssen sich Ihrer Verantwortung und Nähe zum Terrorismus bewußt sein. Die Grünen Senatoren, die sich jetzt absetzen, wirken auf mich wie feige Opportunisten, die Gewaltverherrlichung und Demokratiezersetzung betreiben. Grüne = Verfassungsfeinde?
  10. Hafenrandstraße, Schanze, Gängeviertel und nun G20. Die Hamburger SPD steht für rechtsfreie Räume. Ein Depp, wer arbeitet, Steuern zahlt und wählen geht. Der Scholzsenat hat einmal mehr bewiesen: er kann Beton, aber nicht Mensch. – Gerd Scheunemann

Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Was haben das Schicksal eines türkischen Arztes und einer russischen Professorin mit den Zuständen in einer französischen Kita zu tun? Aydin Karagöz Existenz wird von dem Diktator Erdogan vernichtet. Er muss unter lebensbedrohenden Umständen fliehen. Putins staatliche Willkür droht Olga Obrastsowas Eigenheim zu zerstören.

Judith Ickowicz beklagt, dass die Tür der Kita nach einer halben Stunde vor ihrem weinenden Sohn ins Schloss fällt. Wer zwingt Frau Ickowicz, ihren Sohn in die Kita zu geben? Der Etatismus Emmanuel Macrons?

Von 55 Wochenstunden Kinderbetreuung träumen hier zu Lande viele Eltern. – Jacqueline Gies


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers und „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Es ist zu hoffen, dass dem BVerfG das ohne die erforderliche Vorbereitung auf den massiven politischen Druck einer interessierten Minderheit beschlossene Gesetz über die „Ehe für alle“ zur Überprüfung unter allen rechtlichen Blickwinkeln vorgelegt wird. Das Argument, niemandem werde durch das Gesetz etwas genommen, ist irreführend, weil die Gleichstellung der Verbindungen von Mann und Frau einerseits und gleichgeschlechtlichen Paaren andererseits das Bewusstsein für die Bedeutung nachkommender Generationen für die dauerhafte Stabilität der staatlichen Ordnung (weiter) schwächt. Die Demographiedebatte, die sich durch Zuziehende  nicht erledigt, zeigt deutlich, dass dieser Gesichtspunkt nicht vernachlässigt werden darf. Er wird von  den Verfechtern des Gesetzes übersehen. Sie nehmen ausschließlich die Sicht der Gruppe von Mitbürgern ein, die sich für eine Partnerschaft ohne eigene Nachkommen entscheiden. Als dem allgemeinen Wohl verpflichtete parlamentarische Mandatsträger müssten sie aber bei ihren Entscheidungen stets das Wohl der Gesamtheit im Blick  haben.

Triftige Gründe für eine Gleichstellung gibt es nicht. Den besonderen Schutz der Ehe (Art. 6 GG) brauchen gleichgeschlechtliche Paare nicht. Die Freiheit entsprechend ihrer persönlichen Veranlagung und aus Liebe zusammenzuleben, garantiert ihnen wie allen Paaren das Grundrecht auf die Entfaltung der Persönlichkeit und wird auch bereits gesetzlich geregelt. Ohne Eherecht unterliegen sie keiner Benachteiligung.  Durch ein Liebesverhältnis wird kein gesetzliches Merkmal der Ehe erfüllt. Durch einen Gesetzesbeschluss kann die allgemeine gesellschaftliche Anerkennung der Gleichstellung nicht erreicht werden, weil so die offensichtliche Tatsache des wesentlichen Unterschieds zwischen einem gleichgeschlechtlichen Paar und einem Paar verschiedenen Geschlechts nicht verdeckt werden kann. Die Gleichstellung und vor allem die gleiche Benennung der zwei wesentlich verschiedenen Arten von Partnerschaften ist wahrscheinlich kontraproduktiv zu dem möglicherweise verfolgten Gesetzeszweck der allgemeinen Wertschätzung der homosexuellen Partnerschaft, weil sich ein großer Teil der Bürger so nicht ernst genommen fühlen dürfte.

Hingegen gibt es gute legitime Gründe, die auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau (bisher: Ehe) rechtlich besonders zu behandeln, indem ihre Entstehung und ihr Fortbestand durch besonderen Schutz gewährleistet wird, wie er in Art 6 GG garantiert wird: Die Frau erhält  durch den rechtlichen Rahmen der Ehe Absicherung und Schutz, wenn sie wie in der Regel Mutter wird. Ohne eheliche Bindung des Mannes steht sie rechtlich allein mit ihren Kindern und braucht bekanntlich häufig an dessen Stelle die Hilfe des Staates. Eine Frau, die sich für  eine lesbischer Beziehung entschieden hat, wird aus dieser heraus nicht Mutter und braucht keinen entsprechenden besonderen rechtlichen Schutz. Dem männlichen Partner der Mutter sichert das Eherecht den Einfluss auf die Erziehung seines Nachwuchses und den Kontakt zur nächsten Generation, was in beiderlei Hinsicht indirekt von Vorteil für die Allgemeinheit ist.

Die Entscheidung für eine gleichgeschlechtliche Lebensbeziehung schließt prinzipiell Nachkommenschaft aus und hat deswegen  nicht den für die staatliche Ordnung wichtigen Vorteil einer Beziehung zwischen Mann und Frau zur Folge. Manche empfinden diese Konsequenz sicher als schmerzlich. Das Eherecht kann aber nicht helfen. – Jürgen Klose


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Zu Deinem Artikel kann ich nur sagen: Beeindruckend. Du bist wirklich 13?

In Deinem Text stellst Du mir die Frage nach meinem IQ. Ich weiß, dass Du davon nichts hälst, ich auch nicht. Doch da Du nun mal gefragt hast, möchte ich auch antworten: Ein Test ergab mal 90, ein anderer 140 Punkte. Macht in der Mitte 115. Auch nur eine Zahl, ach was, wohl eher eine Ziffernfolge.

Die 90 war ein offizieller Test, die 140 einer, den ich, unter Einhaltung der Regeln, allein und „ungestört“ von Erwartungen, gemacht habe. Ich bin prüfungstechnisch offenbar total behindert. Interessiert aber niemanden. Mich auch nicht mehr. Mit 54 kann einem das dann nämlich auch ziemlich egal sein. Nur abschlusstechnisch sieht’s bei mir echt mau aus. Muss ich mit leben, geht nicht anders.

Das Du manche Dinge nicht unterscheiden kannst finde ich sehr interessant, dass Du das auch weißt und beschreiben kannst, noch viel interessanter. Da merkt man mal wieder, wie wir Menschen viel zu selbstverständlich durch die Welt tapern und meinen, dass das Ding in unserem Kopf uns die Welt zeigt, wie sie ist. Aber eigentlich wissen wir das überhaupt gar nicht und können’s auch gar nicht wissen, denk‘ ich.

Aber das ist ein anderes Thema. Nur eins vielleicht noch: Was wissen „normale“ Menschen schon davon, was sie alles nicht unterscheiden können, wo sie „gleichgültig“ sind? Auf der anderen Seite: Gibt’s das überhaupt, „normale Menschen“? Oder ist das auch nur so eine Idee wie mit den IQ-Ziffern oder doch eine Frage der Gleichgültigkeit? – Volker


Leserbrief zum „Kunstmarkt“

Wenigstens die Werke der Literatur, des Schauspiels und der Musik dürfen sich noch darüber freuen, im Feuilleton der „Zeit“ auf ihren künstlerischen Wert hin betrachtet und besprochen zu werden. Nicht mehr gelten soll dies für Antiquitäten, vor allem aber auch für die Malerei, die abgehandelt unter der Überschrift „Kunstmarkt“ in den Wirtschaftsteil der „Zeit“ gerutscht ist. Zugegeben, interessant ist es schon und immer eine Nachricht wert, welche sensationellen, schwindelerregenden Preis Spitzenlose auf den internationalen Auktionen erzielen, aber ist das ein Grund, Giovanni di Lorenzo auf seinem persönlichem Weg von der Leidenschaft – Leidenschaft für was? Doch wohl für die Kunst an sich. Er wagt es nicht einmal mehr auszusprechen. Zu billig!? – zum Interesse am Marktwert zu folgen? Ist nicht dieser vermeintliche Reifungsprozess, der den Kunstmarkt über die Kunst stellt, in Wahrheit ein Abstieg, ein Hinabschleudern der bildnerischen Kunst in die schnöde Welt des Mammons? Beschämend ist es für ein Medium wie die „Zeit“, das sich immer noch im Ruf eines der führenden Bildungsblätter stehend wähnt, die Diskussion über Kunst an sich als überholt zu betrachten, auf die Betrachtung der Wechselwirkungen von Kunst und Gesellschaft vollends zu verzichten und stattdessen die Begeisterung für Malerei auf ihren Geldwert zu fokussieren.

Schon seit langem beobachte ich mit großem Bedauern eine entsprechende Verhunzung des Zeit-Magazins, in dem immer wieder ganz beliebige Themen für Werbeauftritte der Modeindustrie missbraucht werden. Beliebig werden die Themen allein dadurch, dass mit der Zeit der Eindruck sich verfestigt hat, der Inhalt der Berichte sei tatsächlich zweitrangig geworden hinter den Uhr- und Modemarken, denen hier eine Plattform geboten wird, ihre Fabrikate vorzustellen, wie zuletzt wieder im aktuellen Beitrag „Was die Politik von deutsch-türkischen Freundschaften lernen kann.“

Wenn sich in den vielen Jahren, in denen ich der „Zeit“ als Abonnent die Treue gehalten habe, immer mal Beiträge fanden, mit deren Inhalt ich keineswegs einverstanden sein konnte, war mir das selten eine Rede oder einen Einspruch wert und zuweilen sogar recht willkommen, wo es doch auf der Hand liegt, dass man mehr an der Kontroverse, an der Auseinandersetzung mit anderslautenden Meinungen wächst als an fortlaufender Bestätigung der eigenen. In diesem Sinne wird mir vielleicht eines Tages sogar noch ein Licht aufgehen, warum Sie Erdogans Ansichten über Deutschland nicht im Innenteil in aller gebotenen Ausführlichkeit ausbreiten, sondern es dem Wirrkopf erlauben, Deutschland seine selbstmörderischen Absichten auf der Titelseite um die Ohren zu hauen. Spricht daraus etwa Eitelkeit, von einem „Großen“ gnädig ein Interview gewährt bekommen zu haben?

Denn Eitelkeit ist neben aller politischen, kulturellen und redaktionellen Intelligenz, die Giovanni di Lorenzo in sich bündelt, vor allem das Markenzeichen, das die „Zeit“ auf einen in meinen Augen gefährlichen Pfad führt. Diese bürgerliche Saturiertheit teile ich nicht, dass ich Kunst so sehr auf ihren Geldwert beschränkt sehen will, dass der Wirtschaftsteil für sie angemessener scheint als das Feuilleton, und es schüttelt mich vor Widerwillen, wenn Berichte über gesellschaftspolitisch relevante Themen mit modischem Kinkerlatz verbrämt werden.

Es sind dies grundsätzliche Diskrepanzen, die sich zwischen uns aufgetan haben, und mich (uns) nach Jahrzehnten als „Zeit“-Leser durchaus veranlassen könnten, ganz schnell sich einem anderen Wochenmagazin zuzuwenden, wenn nicht Ihrerseits der Wille nach einer Korrektur deutlich erkennbare Folgen zeitigt. – Christine und Torsten Steinberg


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Zu dem Beitrag von Joscha Röder ( S.49 f. ) kann ich nur eins sagen : Meine Hochachtung ! Nur weiter so ! Viele liebe Grüße an sie ! –  H.G. Rummel


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Vor allem dem letzten Abschnitt dieses Artikels kann ich mit vollem Herzen zustimmen: Zu studieren,“ wie das Leben sich seinen Weg sucht“, kann uns wirklich zum Staunen, zur Demut, zur Ehrfurcht und zur Einordnung in ein großes Ganzes führen.

Doch dass wir damit weder den Ursprung noch ein Ziel (so es das denn gibt) des irdischen Lebens kennen, das vermisse ich in Darlegungen von Evolutions-Vertretern immer wieder.

Und dass Menschen aller Zeitalter (so weit wir davon Zeugnisse haben) und aller religiösen Vorstellungen nicht nur eine Kraft, ein Wesen, sondern deren mehrere erfahren, studiert und verehrt haben – also nicht nur die Kraft der Biologie, sondern auch die der Anima Mundi oder die des Taos zum Beispiel – das sollten wir als Nachfahren der Menschheit dieses religiösen Weg-Abschnittes nicht einfach zur Seite wischen. Die für mich eher dümmliche Erklärung, dass die Menschen früher sich eben einen Gott erfunden haben, weil sie einen Lückenbüßer brauchten

für all das, was sie sich nicht erklären konnten und was ihnen Angst machte, die geht leidet oft einher mit der Evolutions-Theorie.

Ich sehe das so: Mit den Überlegungen Darwins und vieler nachfolgender Forscher haben wir Thesen, um das „Gewand des Lebens“ zu erforschen, Nicht weniger und nicht mehr! – Heide Marie


Leserbrief zu „Doc Deutschland“ von Harro Albrecht

Der Verfasser Harro Albrecht betrachtet den weltweit freien Zugang zu Verhütungsmitteln sowie zu sicheren Abtreibungen als wichtige Maßnahmen der Gesundheitspolitik, um die Müttersterblichkeit zu reduzieren. Das halte ich aus folgenden Gründen für äußerst fragwürdig:

Hormonelle Verhütungsmittel erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt oder eine Hirnblutung zu erleiden. Zudem stehen sie im Verdacht, das Risiko für Brustkrebs zu erhöhen. Außerdem können sie zu Depressionen und zum Libidoverlust führen.

Abtreibungen erhöhen ebenfalls das Riskio, an Brustkrebs zu erkranken. Außerdem kann eine Abtreibung zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen. Nicht zu unterschätzen ist zudem das Post-Abortion-Syndrom.

Für die ungeborenen Kinder ist eine Abtreibung definitiv keine gesundheitsfördernde Maßnahme.

Was Mütter in den Entwicklungsländern stattdessen brauchen, sind qualifizierte Hebammen, hygienisch einwandfreie und medizinisch angemessen ausgestattete Entbindungseinrichtungen sowie Aufklärung über den weiblichen Zyklus, um selbstbestimmt und ohne Druck seitens der reichen Länder die Natürliche Empfängnisregelung anwenden zu können. Der finanzielle Aufwand dafür dürfte nicht höher liegen als der für die flächendeckende Beschaffung von Verhütungsmitteln und  Durchführung von  sicheren  Abtreibungen, für die ebenfalls mehr und besser ausgestattetes medizinisches Personal und entsprechende Einrichtungen erforderlich wären.

Die Geburtenrate in den ärmeren Ländern ist übrigens in erster Linie deswegen so hoch, weil leider  viele Kinder schon im Kindesalter sterben. Könnten die Frauen sich darauf verlassen, dass ihre Kinder aufgrund verbesserter medizinischer Maßnahmen das Erwachsenenalter erreichen, würden sie nicht mehr wie bisher aus der Not heraus so viele Kinder bekommen. – Annette Wiesen


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Warum nennen Sie keine Produkte beim Namen, in denen Holzkohle aus Südamerika drin ist? So ist der Artikel für die Katz.  – Bert Moritz


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Es ist bemerkenswert, dass es der ZEIT gelungen ist, gerade jetzt ein Interview mit Herrn Erdogan zu führen. Leider macht es aber nur genau das noch einmal deutlich, was man ohnehin annehmen konnte: Herr E. ist ein egozentrischer, engstirniger, brutaler Diktator, der sich nur von „Terroristen“ umgeben fühlt und mit Lakaien umgibt. Trotz seiner gegenteiligen Darstellung ist er ein waschechter Diktator, der niemandem anderen zutraut, dieses Land zu führen, und die in einer Demokratie übliche Unterstützung bzw. Korrekturen seines Handelns durch ein Parlament als völlig unnötig empfindet. Dass er die Worte Demokratie, Menschenrechte, Pressefreiheit usw. auf eigene Art deutet, wurde noch einmal erschreckend deutlich.

Was mich allerdings wunderte war, dass Sie die Kritik des Herrn E. an der Entscheidung der Bundesregierung, ihn in Deutschland nicht reden zu lassen, nicht zum Anlass nahmen, auf den nicht gestatteten Besuch deutscher Paralamentarier in Incirlik zu sprechen zu kommen. Überhaupt wurde das ganze beschämende Thema, dass unsere Soldaten einen NATO-Partner verlassen und „umziehen“ müssen, total ausgespart. Aber dessenungeachtet danke ich Ihnen für dieses schonungslos entlarvende Interview. Das Unwohlsein, dass Herr E. bei Ihrem Besuch verströmte, wurde beim G 20-Gipfel auch noch für jedermann sichtbar. Das Problem ist nur: was helfen uns diese Erkenntnisse? – Peter Kania


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

s ist außerordentlich erfreulich, dass Sie den türkischen Präsidenten Erdogan zu einem Interview gewinnen konnten. Leider ist m.E. das Interview nicht völlig gelungen. Vier Punkte möchte ich hervorheben:

 

  • Erdogan bezeichnet jeden, der nicht seine Meinung teilt, als Terroristen. M.E. hätte intensiver nachgefragt werden müssen, was Erdogan überhaupt unter einem Terroristen versteht.

 

  • Ganz unakzeptabel war die Gleichsetzung von Kurden und PKK. Hier bestand Anlass, diese automatische Gleichsetzung aufzubrechen und Fragen nach dem Krieg zu stellen, den die türkischen Streitkräfte in den südöstlichen Landesteilen insgesamt gegen die kurdische Bevölkerung geführt haben und wohl noch führen.

 

  • Der stereotype Hinweis von Erdogan auf die Unabhängigkeit der Justiz war mehr als befremdlich in einem Umfeld, das durch die Entlassung von Tausenden von Richtern gekennzeichnet ist.

 

  • Erdogan verweist auf „eigene Gebote und Regeln“ der Türkei. Im Interview hätte darauf hingewiesen werden sollen, dass die Türkei als Vertragsstaat der europäischen Menschenrechtskonvention an einen europäischen Rechtsstandard gebunden ist.

 

Ich verkenne nicht, dass es bei einem so selbstherrlichen Interviewpartner sehr schwierig ist, bei den heiklen Punkten wirksam nachzubohren. Aber für den ‚flüchtigen Leser konnte der Eindruck entstehen, dass die Türkei sich in vollem Einklang mit den gemeineuropäischen Rechtsvorstellungen hält. – Professor Dr. Dr. h.c. Christian Tomuschat


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers

„Ehe für alle“ kann auch so verstanden werden dass alle z.B. über achtzehn Jahre alten Menschen verheiratet sein müssen. Die Ehetauglichkeit wird dann von einer speziellen Abteilung der TÜV-Stellen überprüft, oder von einer Behörde, oder von einer Abteilung bei den Amtsgerichten, z.B. – Erwin Ott


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Wir haben auch ein Kind mit Behinderung, Mondbeintod im rechtem Handgelenk, links liegt der Verdacht vor und ein inoperabler Hirntumor (Astrozytom II).

Die Odyssee mit dem Nachteilsausgleich haben auch wir erlebt. Die fehlende und mangelnde Unterstützung von Regel-Schule und Behörden. Die fehlende Empathie von Mitschülern und maßlos überforderten Lehren – besser Leerkörpern.

Ich bitte Sie der Familie Röder unser Mitgefühl auszudrücken. – LVR-Schule Anna-Freud-Schule, Alter Militärring in Köln und unsere Tochter kann dort ihr Abitur sicher erreichen.

Wir haben bisher nur positive  Erfahrung mit der AFS-Köln machen dürfen. Beim Thema Nachteilsausgleich sind Dinge möglich die an unserer alten Regelschule nicht möglich, nicht vorstellbar waren.

Vielleicht findet Joscha hier eine schulische Heimat und Zukunft, ein Versuch ist es Wert. – Roland Voß


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Das Interview von G. di Lorenzo mit dem Möchtegern-Sultan-Pascha Erdogan hat gezeigt, wie schwierig es ist, ein substantielles Gespräch mit diesem zu führen. Danke dafür. Offenbar wird in diesem Interview die intellektuelle Dürftigkeit und der politische Unverstand des neuen Führers der Türkei. Ein Verdienst Ihres Chefredakteurs. Chapeau! – Helmut Schmitz


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Mit verschiedenen Emotionen habe ich ihr hervorragendes Interview mit dem türkischen Staatspräsidenten gelesen.

Sie haben journalistische Arbeit auf allerhöchstem Niveau geleistet. Dafür haben sie meinen aufrichtigen Respekt. Machen sie auch in Zukunft weiter so. Menschen, wie Sie, sind in der heutigen Zeit von enormer Bedeutung. – Janik Trappe


Leserbrief zu „Stimmt’s?“ von Sunil Mahendran

Vor einem halben Jahrhundert war ich vom bayerischen Schuldienst für einge Jahre beurlaubt, um an der deutschen Schule in Windhoek (damals noch Südwestafrika, heute Namibia) zu unterrichten. Eines Morgens fand ich auf der Straße vor dem von uns bewohnten Haus ein Chamäleon. Es war einfarbig dunkelgrau wie der Asphalt, und das nächste Auto hätte es leicht überfahren können, ohne etwas zu bemerken. Da nahm ich das Tier, setzte es in die Hecke vor dem Haus und ging den Fotoapparat holen. Nun fand ich mein Objekt beinahe nicht mehr, denn es war jetzt grün-weiß-schwarz gefleckt: Grün wie die Blätter, weiß wie das durchscheinende Sonnenlicht, schwarz wie die Schatten. Nachdem ich Fotos gemacht hatte, sperrte ich das Reptil in eine Schachte aus hellbraunem Karton, um es meinen Schülern zeigen zu können. Als ich im Klassenzimmer die Schachtel öffnete, war das Chamäleon einfarbig hellbraun wie der Karton.

Kein Jägerlatein! Was stimmt nun wirklich? – Dr. Paul Gerhard Meyer


Leserbrief zu „Noch Zwei Bier für Europa“ von Moritz Von Uslar

Diese Lobeshymne auf Elmar Brok hätte auch etwas kürzer sein können. Man sieht, welche Mühe der gute Autor gehabt hat, eine ganze Seite zu füllen. – Dr. Salvatore Algieri


Leserbrief zu „Sein tiefer Fall“ von Evelyn Finger

Die Katholiken des Bistums  Regensburg waren froh, als sie ihren Bischof  Müller „loswurden“ ,der Laien und Priester  allzu lange  drangsaliert  hatte. Letztere konnten  sich auch  nicht ausreichend zur  Wehr setzen, da zum Gehorsam  verpflichtet und somit seinem rigorosen Dogmatismus  ausgesetzt.  Interessant wäre zu  erfahren, wie viele Gläubige  während seiner Amtszeit der  Kirche den Rücken gekehrt  haben. Unter Benedikt  durfte er dann noch  viele Jahre jede Reformbewegung als Inquisitor torpedieren und seinen rückwärtsgewandten  vorkonziliaren Atavismus  pflegen. In den Lebenserinnerungen  von  Hans Küng, „Erlebte Menschlichkeit“, beschreibt dieser ihn  prägnant  folgendermassen;„Als Bischof unbeliebt, als Theologe  ohne  Relevanz, als Ökumene  Verantwortlicher  eine  Belastung, als Präfekt der  Glaubenskongregation ist dieser  bornierte  Scharfmacher  fehl am Platz.“Er besass die Arroganz, der katholischen Reformbewegung eine  „parasitäre Existenz „ vorzuwerfen.(s.587ff,.ebd.  Küng)

. Dem ist nichts hinzuzufügen,   ausser Papst Franziskus  zu gratulieren, dass  er  die Gelegenheit  genutzt hat , diesen hardliner zu  entmachten. Empfehlen möchte  man  Kardinal  Müller Rückzug in ein  Kloster zu Gebet  und  Meditation, wenn er  -was ich bezweifele- wegen fehlender Demut  dazu  fähig ist. Zu lange war er von seiner Mission überzeugt, den direkten Draht nach „oben „ zu haben, und das geht dann häufig mit einem Realitätsverlust einher Ein tiefer  Fall, dabei glaubte er sich dem Himmel  so  nahe. – Dr.med. Walter Ecker


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Der Streit zwischen Kreationisten und Evolutionisten um die Deutungshoheit unserer Schicksale ist bereits durch den ersten Satz der Thora bzw. der Bibel beantwortet: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Das heißt eben nicht, dass ein allmächtiger Hegemon in einem universell-totalitären und einmaligen Schöpfungsakt die Welt erschaffen hat, sondern dass wir Menschen die Frage nach Ursprung und Wirkungsweisen des Lebens nicht abschließend beantworten können.

In dem Sinn ist die in Genesis 1,1 gemachte Aussage ein Geniestreich der oder des Verfassers, der uns erstens davor bewahren soll, uns über unergründliche Dinge den Kopf zu zerbrechen, und uns zweitens auf standardisierte Weltdeutungsmuster festzulegen um mit solchen Illusionen hausieren zu gehen. Es sei denn, wir setzen Gott auf die Anklagebank (Warum hast du bloß die Welt erschaffen?), um uns als seine Verteidiger aufspielen zu können. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „G20 auf See!“ von Josef Joffe

Die Meinungsfreiheit ist ein derart hohes Gut in unserer westlichen Welt, dass es deren besonderen Betonung unter von demokratischen Grundsätzen überzeugten Menschen nicht bedarf – allerdings großer Wachsamkeit und stets deren Verteidigung.

Eine gute Zeitung zeichnet sich durch die Vielfalt und die unterschiedlichen Meinungen in den veröffentlichten Artikeln aus. Das trifft – glücklicherweise schon seit Jahrzehnten – auf die „Die Zeit“ zu.

Als das Niveau Ihres Blattes gefährdend empfinde ich fast sämtliche Artikel auf der Meinungsseite im Politikteil von Josef Joffe. Ein erschreckendes Beispiel ist sein Text in der Ausgabe vom 6. Juli 2017 (G20 auf See!). Von welch` selbstüberschätzender Arroganz und von Verachtung geprägter Überheblichkeit zeugt die böswillige Charakterisierung der für die Sicherheit der Veranstaltung abgeordneten Polizisten als „Büttel“. Würde er diese Bezeichnung auch wählen, wenn Polizisten sein Eigentum oder seine leibliche Unversehrtheit in einer Gefahrenlage geschützt hätten?

Ich weiß, Joffe ist Herausgeber der „Zeit“ und genießt deshalb wohl gewisse Privilegien in Hinsicht auf Meinungsäußerung. Als einen Schmuckstein im Kreis der Herausgeber – denke ich z. B. an Marion Gräfin Dönhoff und Helmut Schmidt – würde ich ihn aber keineswegs ansehen.

Sehr gut vorstellen kann ich  mir Ihre Verzweiflung, wenn Sie im Anblick eines Joffe-Artikels die Löschtaste betätigen möchten ihn aber zähneknirschend passieren lassen müssen.

Mein Rat kann nur lauten: Jojo sollte zukünftig nur noch Berichte über Fahrten durch die Toskana (oder ähnlich genussreiche Landstriche) mit einem exklusiven PKW und in Begleitung eines weiblichen Mitpassagiers schreiben. Dabei kann immer noch genügend Dummes, aber nicht so verheerend Schlimmes angerichtet werden.

PS.: Zur Klarstellung: ich bin kein Polizist oder in irgendeiner Weise mit der Innenbehörde verbunden. – Günther Fischer


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Warum bekommt die Holznutzung (in diesem Fall Holzkohle) den schwarzen Peter? Sie nennen die Hauptgründe für die Flächenumwandlung, die Sojaproduktion für die Fleischproduktion und die direkte Fleischproduktion (hauptsächlich für gehakte Produkte).

Solange die Verwaltung der Landresourcen(Land- und Forstwirtschaft) sowie die Judikative in den 3 genannten Ländern nicht ohne Korruption funkioniert, wird sich nichts ändern.Argentinien befindet sich zur Zeit in einem schwierigen „Entbindungsprozess“.

Gerade die punktuelle Nutzung des Chacowaldes: Pfosten,Schwellen,Tannin und hauptsächlich die Holzkohleherstellung hat be-und verhindert, daß es zu großflächigen Rodungen kam.Ausnahme Paraquay in Gebieten der Menoniten.

Die Förderung punktueller, kleinflächiger Nutzung behindert den Drang zu großflächigen Umwandlungen und reduziert die Abwanderung der Bevölkerung in die Großstädte.

Die Kampagnen gegen Tropenholznutzung und wie jetzt gegen Holzkohle aus dem Chacowald haben in vielen Fällen nicht genutzt, sondern im Gegenteil zu einer Beschleunigung der Flächenumwandlungen geführt.

PS: Habe 11 Jahre in Projekten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Argentinien gearbeitet, davon 5 Jahre im Chaco. – Günter Besold


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers und „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Die Redewendung: “ Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ weist darauf hin,daß alle unsere Handlungen,die aus dem Denken,Wünschen und psychischen Affekten her- aus geschehen, eine Reaktion nach sich ziehen im Sinne der Aussage von Jesus: „Was ihr sät werdet ihr ernten.“ Es betrifft die Handlungen, die aus karmischen oder jetzt weltlichen Gründen entstehen. Davon ausgenommen sind reine Handlungen, welche von der göttlichen, bedingungslosen Liebe zum Wohle der Menschen,Tiere und der Welt getätigt werden. Diese beiden Ebenen zu unterscheiden ist manchmal nicht leicht.

Man muß sich also fragen, was das Ziel der Egowünsche und das Ziel der göttlichen Seele, die nicht mit der Psyche verwechselt werden darf, eines jeden sein soll – also eine Gewissensfrage der Seele und die Wunschebene des Egos. Als spirituell ausgerichteter Mensch wünscht sich die Seele nach der langen Reise  durch die vielen Inkarnationen die Wiedervereinigung mit Gott. Für ein Leben mit diesem Ziel gibt es eine Wegbeschreibung in Form der seit der Schöpfung bestehenden Vedi- schen Schriften, in welchen klar dargelegt wird,in welcher Weise man das Leben gestalten sollte, sozusagen eine “ göttliche Grundordnung“ für das Individuum, das Familienleben und die Gesellschaft. Dabei sollte das tragende Fundament die bedin- gungslose, Ego-freie Liebe gelebt werden.

Nach dieser „Urordnung“ sollten Ehen zwischen Mann und Frau “ arrangiert“ werden im Spirituellen Sinne, um durch möglichst geringes gemeinsames Karma diese bedingungslose Liebe überhaupt zu ermöglichen, welche für eine dauerhaft gelingende Partnerschaft eine wichtige Voraussetzung ist. Beide Partner vertrauen auf die göttliche Führung und haben die Verschmelzung mit Gott zum Ziel. Beide sind füreinander da, möglichst ohne sich emotional  zu sehr aneinander zu binden.  Die weltliche Variante einer Eheschließung ist die falsch verstandene „Ehe für alle“ in Bezug auf eine bisexuelle Ehe. Denn dort ist die Basis des Egos die psychische Welt der Gefühle und Wünsche.

Die verbindende Liebe ist karmisch, meist in Form einer Verliebtheit und gleichzeitiger Bedürftigkeit im Sinne von: „Ich liebe Dich,weil ich Dich brauche.“ Es wird eine Verschmelzung auf der weltlichen Ebene angestrebt. Das eigentliche Spirituelle Ziel der Seele – Gott – spielt keine Rolle mehr. Diese Menschen bleiben im Weltlichen „hängen“, es sei denn, daß sie aus Unzufrie- denheit und  zunehmenden Spannungen nach den Ursachen forschen und erkennen, daß niemand Gott,der innerlichst in jedem Lebewesen wohnt,ersetzen kann und be- ginnen,sich mit dem Sinn des Lebens auseinander zu setzen.

Tun es beide, werden  beide Seelen miteinander reifen können. Homosexuelle Paare könnten nach den Vedischen Schriften keine Ehen eingehen, weil sie nicht der „Göttlichen Urordnung“ ( dem „Dharma“) entsprechen und damit „un- natürlich sind ,d.h. nur aus menschlichem Wunsch heraus geboren wurden. Es fließt kein göttlicher Strom, wenn beide Pole plus/plus oder minus/ minus geschaltet werden. Warum ein Leben auf diese Weise verschwenden? – Dr.med Gertrud Perach


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Hello there. I am a teacher living in Turkey. I got kicked out a year ago. Furthermore, without any judicial administrative or judicial interrogation. Unfortunately, in Turkey courts do not look at our cases. Newspapers and many journalists are acting together with the government. Thank you for your Erdogan interview and for asking those who can not be asked. Please report more about human rights violations in Turkey. I am sorry for my English.
Have a good day works. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Ich finde es sehr unpassend, dem Diktator Erdoğan mit seinem  unsäglichen Zitat auf der Titelseite eine Bühne zu geben, dreimal so  groß wie das Foto daneben von Angela Merkel mit ihrer treffenden  diplomatischen Aussage. Zur Zeit wird der große „Adalet Marşı“, der  Gerechtigkeitsmarsch der türkischen Opposition,  von Ankara ausgehend in Istanbul erwartet. Der hätte es verdient, ganz groß auf das Titelbild gesetzt zu werden. – Susanne Ugurel


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

In der ZEIT vom  6.7.2017 entdeckte ich den “ Z – Beitrag“  von Joscha Röder.  Diese junge Frau, „weiblich, 13 Jahre alt, Autistin“, hat viel  mehr zu sagen,  als ich,  „männlich, 66 Jahre alt, Jurist,  persionierter Geschäftsführer eines grossen Rentenver-  sicherungsträgers“,  es jemals vermag !

Im sog. Ehrenamt als Vorsitzender der  LAG-Selbsthilfe Baden-Württemberg mühe ich mich  oft erfolglos ab , um Inklusion zu erklären. Dabei  sind Menschen mit besonderen Fähigkeiten – wie  Joscha Röder – eine so  unglaubliche Bereicherung  für die Gesellschaft.

Mein Bitte  : darf die LAG – Selbsthilfe BW  den „Z – Artikel“  mit Ihrem –  vor allem aber mit dem Einverständnis von  Joscha Röder in unserer Mitgliederzeitschrift für die  unsere 6o Selbsthilfeverbände behinderter und  chronisch kranker Menschen und deren Ange-  hörigen ungekürzt abdrucken? – Hubert Seiter


Leserbrief zu ZEIT im Osten

Ich wundere mich jede Woche darüber, dass Sie in der Kopfzeile immer  noch auf „MIT ZEIT IM OSTEN“ und daneben auf „Mit 3 Seiten ZEIT im Osten“ hinweisen.  Im Jahr 18 nach der Wiedervereinigung dürfte es selbstverständlich  sein, dass Sie auch aus dem Osten Deutschlands berichten. Berlin  gehörte und gehört auch zu dem Osten, zählt dabei aber wohl nicht mit.

Die Begrenzung auf 3 Seiten für den Rest-Osten ist dabei willkürlich  aber auch häufig zu lang.  Über Ihre Stellungnahme würde ich mich freuen. – Helmut Mattern


Leserbrief zu “Ihr Kampf” von Christian Staas

Mir war völlig klar als älterer Mitbürger, daß die Nachfolgegeneration nur ein unrealistisches Bild von Hitler-Deutschland zeichnen konnten. Die Zustimmung fast aller Bürger war an der Tagesordnung und zwar, wie Sie richtig schreiben, aus allen sozialen Milieus.

Die Familien hatten seit dem 1. Weltkrieg nur Leid und Armut erfahren. In Hitler sahen sie den Retter. Wenn sie so wollen, Hitler kam zur rechten Zeit.

Eine lange Zeit vor und während des Krieges konnten die Bürger für damalige Verhältnisse einigermaßen im Wohlstand leben. Das Unternehmertum konnte in luxuriösen Verhältnissen Leben.

Die Arbeitslosigkeit ging erheblich zurück – auch während des Krieges. Die Judenvernichtung wurde unter der Decke gehalten. Lediglich die Lager waren bekannt.

Die Generalität hat Hitler auch am Ende des Krieges nicht widersprochen. Und wenn doch wurde ohne Verfahren standrechtlich erschossen. Die Generalität wußte spätestens in den frühen Jahren von 1944 daß der Krieg verloren war.

Damit ist alles gesagt. Kurz und bündig. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „G20 auf See!“ von Josef Joffe

Zum Verständnis: „Zwei Büttel für jedes Delegationsmitglied“; damit meinen Sie  hoffentlich nicht die Polizistinnen und Polizisten, die zu diesem Ereignis für Sichertheit im A uftrag der Politik sorgen sollten. Ich dies jedenfalls nicht . Denn es gab eine Zeit, da habe ich die ZEIT wegen ihrer Sprache begonnen zu lesen. Wenn Sie nun die, die für unser freiheitlich demokratische Grundordnung mit Leib und Leben einstehen, sich dafür mitunter heftig beschimpfen lassen dürfen und zum Teil mehrer hundert Überstunden vor sich herschieben, selbst in der ZEIT so diskreditieren, finde ich dies empörend. Ich hoffe dies alles nicht aus ihrer Feder so lesen zu müssen und bitte um vERGEWISSERUNG. – Matthias Ortmann


Leserbrief zu „Wenigstens sind sie schlecht im Kricket“ von Oliver Fritsch

Ihr Autor beschreibt ganz ordentlich die Situation wie ein Spitzenspiel zu laufen hat. Die Krux ist nur,  das beherrscht auch die A-Mannschaft nicht, bis auf ganz wenige Ausnahmen.

Der Deutsche Fußball hat immer darunter gelitten – und das ist noch heute so -, die Technik und Raffinesse fehlt. Aber auch bei den anderen Mannschaften ist es nicht viel anders. Die Südländer sind davon am wenigsten betroffen.

Wirkliche Genies gibt es vielleicht nur eine Handvoll im ganzen Fußballgeschäft. Die Deutschen haben keinen einzigen davon. Die gewinnen durch Robustheit und eisernen Arbeitswillen. Besonders in der heutigen Zeit sind bei der brutalen Spielweise diese Eigenschaften wichtiger. Ein Pele oder Maradona könnten heute nicht mehr so glänzen. Wer auf schönen Fußball Wert legt, kann das bei uns nicht finden. Es gibt bei dem einen oder anderen Spieler vielleicht einige Ansätze davon, aber mehr auch nicht.

Ich gehöre zu den Schöngeistern. Deswegen interessiert mich der Fußball heute kaum noch, bis auf Europa- und Weltmeisterschaften.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Gleich vier Autoren arbeiten sich daran ab. Das ist zu begrüßen, weil es langsam zu einer Gefahr für die Bürger wird. Die Bevormundung nimmt nie dagewesene Formen an, zumindest seit 1949. Die Staatsdiener kommen mit  dem Tempo gar nicht mehr nach. Überall werden Beamte gesucht.. Und trotzdem gerät der Rechtsstaat in Verruf. Das jüngste  Beispiel hat gezeigt, das selbst 20 000 Ordnungshüter nicht mit 100 Kriminellen fertig werden.  Die Lachnummer des 21. Jahrhunderts.  Der ganze Apparat scheint zu schwerfällig (körperlich wie geistig) zu sein.

Falsche Rekrutierung und Ausbildung sind zu erkennen. Eine gefährliche Entwicklung bahnt sich da an. Wie will unser Staat jemals mit den wirklich gefährlichen Menschen fertig werden, wenn er schon mit einer gewöhnlichen regionalen Auseinandersetzung große Probleme hat.  Die Verantwortlichen reimen sich eine Taktik zusammen, die nur in den Köpfen der Beamten einen Sinn machen, aber völlig untauglich für die Wirklichkeit. Die „Gutmenschen“ sind dafür untauglich – sie sind eher zu einer Plage geworden. Mehr Staat wird unser Land weiter lähmen  und vom Wohlstand können wir uns verabschieden. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Besten Dank für die beiden Artikel. Schön, dass gleich anschliessend John Cryan den «Zeitgeist» bemühen darf, um das grandiose Versagen «seiner» Bank und der Finanzwelt insgesamt zu erklären (oder vielleicht eher zu entschuldigen?). Der «Zeitgeist» wurde aber doch von den Allerbesten der seinerzeitigen Elite bestimmt, oder waren es vielleicht doch nicht die «Allerbesten»?

Der «Zeitgeist» der «Privatisierung» hat übrigens nur wenig Gemeinwohl geschaffen und wenn doch materielles «Wohl», nur für einen kleinen Kreis. Die Staatsquote als Mass für Etatismus resp. «Verschleuderungen» aller Art ist halt ideologisch belastet. Die skandinavischen Staaten dürften z.B. vor lauter «Verschleuderung» gar nicht mehr existieren, tun sie aber dennoch und gar nicht mal so schlecht. Machen die etwas falsch?

Ich will da nicht weiter polemisieren, aber den durchaus ideologisch aufgeladenen Artikeln entgegen halten, dass die «Privatisierung» des Staates (Infrastruktur z.B.) und die Sache mit der in die «Freiheit» entlassenen Finanzwelt Probleme geschaffen hat, die dann der Staat (wieder) zu lösen hatte. Auf Staatsaufträge verzichten meines Wissens auch bloss weniger Unternehmen, welche eigentlich? Das könnte eine Fragestellung für einen durchaus interessanten Artikel sein.

Ein seinerzeit  renommierter Banker hat zudem mal sinngemäss vermerkt, er würde sich schämen, staatliche Hilfe zu beanspruchen, also…? Das «Platzieren» von Staatsanleihen hat er aber möglicherweise nicht gemeint. Die Finanzindustrie braucht ja den (finanziell) schwachen und «kranken» Staat, um sich an ihm auf Kosten der Steuerzahler «gesund» zu verdienen. – Oskar Gröflin


Leserbrief zu „Drink für jede Lebenslage“

Leider musste ich mit Bedauern feststellen, dass die Rubrik: Drinks für jede Lebenslage eingestellt worden ist. Das finde ich sehr schade. Die Rubrik habe ich sehr gerne gelesen und fand sie jedes Mal sehr unterhaltsam.  – Daria Madejska


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

Oh weh! Wie glaubwürdig ist so ein „Pro und Contra“, wenn die eine genau das Gegenteil des anderen behauptet, wenn also schon die zugrundeliegenden Fakten nicht stimmen können?

Frau Nienhaus bringt zwei Beispiele, bei denen die beiden Ehepartner zusammen 100.000 Euro verdienen, und legt dar, dass im einen Fall (100.000 + 0 Euro Verdienst) über 8.000 Euro Steuervergünstigungen fällig würden, im anderen (60.000 + 40.000) aber nur 400 Euro. Da stimmt wohl jeder zu, dass dann das Ehegattensplitting ungerecht erscheint.

Herr Rudzio aber (ich lerne gerade, dass „Kolja“ hier ein männlicher Vorname ist) führt das Gegenteil aus: „Genau darum geht es beim Ehegattensplitting. Es sorgt dafür, dass Ehepaare mit gleich hohem Einkommen gleich besteuert werden, egal wie viel der eine oder andere zum Einkommen beiträgt.“

Ja – was gilt nun? Hat das denn um Gottes Willen niemand mehr gegengelesen? Warum gibt in einem solchen Fall nicht der eine seinen Beitrag der anderen (der Gegnerin, wenn man so will) zu lesen und umgekehrt?

Des Rätsels sachliche Lösung dürfte natürlich sein, dass die annähernde Gleichbesteuerung erst NACH den von Frau Nienhaus angeführten Steuervergünstigungen erreicht wird. Das aber wird nirgends erwähnt. Ups! Trifft dies zu?

Wenn ja – was wäre auf dieser Basis für ein fruchtbarer Streit möglich gewesen! Dann dürfte sich freilich die Mehrheit der Leser*Innen auf die Seite Herrn Rudzios schlagen.

Das gegenseitige Lesen vor Veröffentlichung unterbleibt in solchen Fällen bei Ihnen offenbar häufiger. Das hinterlässt selbst in weniger krassen Fällen beim Leser immer den schalen Beigeschmack, dass keiner auf die Argumente des anderen eingeht. Man ist dann so klug als wie zuvor.

Als langjähriger Publizist darf ich Ihnen für künftige Fälle vielleicht den Vorschlag machen, statt solcher Beiträge ein Streitgespräch unter der (stillschweigenden oder expliziten) Moderation oder Interviewleitung eines Dritten zu publizieren. Das haben in Ihrer Zeitung vor etlichen Wochen ein körperlich eher kleiner (Henning …) und ein sehr großgewachsener Kollege praktiziert. Dafür haben Sie zu Recht Lob von den Lesern bekommen, denn das war wirklich kurzweilig, amüsant und lehrreich zu lesen.

Im übrigen tut es gut zu wissen, dass es in Ihrer Redaktion Befürworter und Gegner bestimmter Sachverhalte gibt. Nur leider beim Thema „Homöopathie“ scheint es noch kein Befürworter in Ihren erlauchten Kreis geschafft zu haben – weswegen hierbei erst die Leserbriefe für eine annähernd ausgewogene Darstellung sorgten. Das finde ich bei einer Zeitung Ihres Formats und Rufs ganz unbefriedigend – Hanno Herzler


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Am Anfang fand ich es ja noch ganz interessant, die Fernbeziehung der beiden Fotografen zu verfolgen. Aber das Konzept dahinter ist inzwischen doch sehr ausgelutscht. Die Message ist immer die gleiche: „Ich bin irgendwo im Ausland, natürlich da, wo Du gerade nicht bist, nie bin ich zuhause, immer nur auf irgendwelchen Flughäfen und fernab von daheim (…weil wir ja beide so international sind…) und kaum bin ich zuhause, muss ich schon wieder weg und selbst wenn wir uns mal sehen, muss natürlich immer die Kamera dabei sein und ständig geknipst werden, auch wenn wir gemeinsam unterwegs sind…… Sorry, aber das nervt nur noch. Wenn wenigstens die Fotos für die Allgemeinheit interessant wären… – Burkhard Blüm


Leserbrief zu „Was versprechen Merkel und Schulz den…“ von Philipp Fritz Und Mark Schieritz

Bei Ihrer Analyse der „Wahlprogramme“ von SPD und CDU (letzteres kann ja eigentlich kaum als solches bezeichnet werden, aber egal!) fällt mir auf, dass keine Pläne für den Klimaschutz angegeben werden. Haben Sie oder die Parteien nicht aufgepasst?

Zur Erinnerung: Wir haben KEINE Zeit mehr für Diskussionen, wir müssen JETZT SOFORT die klimaschädlichen Emissionen MASSIV reduzieren, wenn wir noch eine Chance haben wollen, das unwiderrufliche Abkippen des Klimas zu verhindern. Bei allem Verständnis für die anderen Themen: Die werden bald niemanden mehr interessieren, wenn es nur noch um das nackte Überleben angesichts von Katastrophen, Kriegen, Fluchtwellen, … geht!

Ich übertreibe? Garantiert nicht!

Politiker, die dieses Thema heute ausblenden oder als „Randthema“ behandeln, sind in meinen Augen unfähig oder opportunistisch, beides für politische Ämter disqualifizierende Eigenschaften. Ein Platz in den Geschichtsbüchern ist ihnen jedoch sicher. – Dr. Jörn Lütjens


Leserbrief zum Titelthema des ZEIT Magazins „Im diplomatischen Dienst“

Ich habe mich ja schon daran gewöhnt, dass das Zeit-Magazin zu mehr oder weniger wichtigen Anlässen (wie jetzt zur fashion-week) mit doppelseitiger Werbung überfüllt ist. Dass aber eine ernstgemeinte Titelgeschichte, wie die zu den deutsch-türkischen Partnerschaften, dafür missbraucht wird, für Mode zu werben – das ist wirklich schwach.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich keine einzige Zeile des Artikels lesen wollte, weil die Bildunterschriften (…trägt ein Hemd, ein Sakko und jeans von Polo Ralph Lauren…) in ihrer Belanglosigkeit kein allzu hohes Niveau versprachen. Hoffentlich setzen Sie zukünftig wieder die Trennung von journalistischem Inhalt und Werbung durch – denn ich nehme an und hoffe sehr, dass solch banale Fotostrecken auch von Ihnen nicht ernsthaft als journalistische Arbeit angesehen werden. – Severin Höhmann


Leserbrief zu „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Ich bedanke mich für Ihren ausführlichen Bericht vom Bord der sea-eye, der das ganze Dilemma der Mittelmeerroute aufzeigt. Wie wurde die Balkanroute unterbunden? Nur durch angemessene Gewalt! So wird auch die Mittelmeerroute nur durch angemessene Gewalt still gelegt werden können!

Mein Vorschlag: die Geretteten werden von Kriegsschiffen aufgenommen, dort medizinisch und auch sonst gut versorgt (Kleider und Essen) und dann an die lybische Küste zurückgebracht und dort ausgesetzt. Nur so können die Geschäfte der Schleuser kaputt gemacht werden und die Versuche unterbunden werden, übers Mittelmeer illegal nach Europa zu gelangen. – Dr. Friedrich Abel


Leserbrief zu „Ich lese alles“ von Jana Gioia Baurmann

Muß man die Frau kennen.? Hab ich was verpasst. Wer guckt schon morgens in die Röhre.Mein Medium ist die „Zeit“ und das alte Dampfradio. Das Fernsehen dient mir nur als Reisejournal. Die Welt ins Wohnzimmer zu bekommen – einfach herrlich. Die Dame auf den ersten Blick, scheint zu den „Gutmenschen“ zu gehören. Die zwischenzeitlich zur Plage geworden sind. Ohnehin nichts für mich. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers und „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Die homosexuelle Ehe ist der heterosexuellen Ehe gleichgestellt worden. Damit ist sie aber nicht dieselbe Ehe, sie ist ihr nur gleichgestellt worden. Der Unterschied zwischen beiden Arten der Ehe beruht nicht nur auf der Wortinterpretation ( die gleiche Ehe ist nicht dieselbe Ehe ), beide Arten haben auch unterschiedliche Funktionen: Kinder werden in der Regel in der heterogenen Ehe geboren, in der heterosexuellen Ehe eher nicht. Aus diesem Grund ist auch für die Rentenversicherung die heterogene Ehe von überragender Bedeutung. – Dr.Winfried Grabitz  


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Als ich zur Schule ging – das war in den 50er- und 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts – , habe ich nie einen behinderten Menschen gesehen oder gar kennengelernt. Die waren alle gut versteckt in Heimen oder besonderen Schulen (wir sprachen da von „Hilfsschulen“).

Über Deinen Beitrag in der ZEIT habe ich mich gefreut wie Bolle. Was Du zu sagen hast, beleuchtet wie ein (Geistes-) Blitz die Situation behinderter Kinder und ihren Anspruch auf Unterstützung und Förderung.

Ach ja, noch etwas: der Heini von der FDP wird von vielen Menschen nur „Bambi“ genannt, weil er so brav und lieb und nett aussieht wie das berühmte kleine Rehkitz in dem ollen Zeichentrickfilm. Aber vielleicht ist er gar nicht so lieb und nett, wenn er jetzt die alten Hilfsschulen wieder einrichten will. Sein richtiger Name ist also vielleicht gar nicht so wichtig. – Michael


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Auch ich grille gerne und kaufe die Holzkohle im Supermarkt. Aber vor diesem Hintergrund muss ich das wohl überdenken. Gelegenheit bietet sich auch in meiner Umgebung. Im Taunusort Idstein-Eschenhahn wird in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Natur auf der Spur – Meilerfreunde Eschenhahn“ aus ca. 15 – 20 Raummetern lokal gewachsenem Buchenholz auf traditionelle Art Holzkohle erzeugt und an Interessierte verkauft.  Wie heißt es doch so treffend: „Global denken – lokal handeln“! – Norbert Schwenk


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

JA! Ich möchte die Argumentation von Frau Nienhaus um einen weitereren Aspekt ergänzen: Der Staat als Gemeinwesen ist auch aus rein wirtschaftlichen Gründen darauf angewiesen, dass es Kinder gibt. Denn diese finanzieren die Rentenversicherung langfristig. Ehe allein genügt nicht. Ein Staat mit vielen Ehen aber ohne Kinder ist nach 1 – 2 Generationen bankrott. – Norbert Schwenk


Leserbrief zu „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing und „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Bin ich schon homophob, wenn ich die völlige Gleichstellung aller denkbarer Ehen mit der herkömmlichen ablehne? Bin ich schon Rechtspopulist oder Rassist, wenn ich die gegenwärtige deutsche Asylpolitik ablehne?

(Grüne) Minderheiten bestimmen die Richtlinien der Politik für die Mehrheit (s. a. einen kürzlich erschienenen ZEIT-Artikel). Ist es nicht beschämend, daß die einzige wahrnehmbare Alternative eine mit 7% vor sich hindümpelnde AfD zu sein scheint?

Solange kein Mitglied unserer Totalkoalition-Elite (ToKo) sich traut, mir als einem Bürger dieses Landes eine Antwort auf meine Frage zu

geben: wie soll Deutschland in 10, 20 Jahren aussehen? – wenn die „obergrenzenlose“ Immigration anhält (ein Blick übers Mittelmeer genügt!), wenn Familiennachzug und – zuwachs sich dazugesellt, wenn Ausweisung nicht konsequent vollzogen, ja geradezu als Menschenrechtsverletzung angeprangert wird? – solange erwarte ich für die Zukunft ein polyethnisches, multikulturelles Parallelgesellschaftenland! Sollte dies das angestrebte Ziel der gebetsmühlenartig von uns Bürgern eingeforderten Toleranz, Weltoffenheit, Willkommenskultur sein?

Vor mehr als 2 Jahren schon habe ich die fehlende Streitkultur beklagt, die zu der beschriebenen „Verklumpung der Mitte“ geführt hat, über die sich der Merkel-Mehltau immer weiter ausbreitet. Warum also sollte ich mit meiner jetzigen Zukunftsprognose nun völlig falsch liegen?

Ein(e) (junge(r)) Politiker(in), die/der ohne ideologische Scheuklappen beherzt das heiße Eisen Asyl und Immigration anpackt, um daraus nicht leere Worthülsen, sondern Nägel mit Köpfen und Werkzeug mit dem – alten – Qualitätssiegel „made in Germany“ zu schmieden, würde die verkrustete ToKo so aufmischen wie der Fuchs den Hühnerstall, wie Macron Frankreich! Dabei genügt es schon, daß die Federn fliegen! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

In meiner Auseinandersetzung mit den vatikanischen Hegemonie – Bestrebungen einerseits und dem Bio-Logos der Naturwissenschaften andererseits habe ich mein evolutionäres Glaubensbekenntnis entworfen:

Ich glaube an die Evolution. Ich glaube an die evolutionäre Einheit allen Lebens und allen Seins.

Ich glaube nicht an den alttestamentarischen Kriegsgott Jehova, den Herrn.

Ich glaube nicht an die magischen Märchen des Glaubensbekenntnisses der Staatskirche, obwohl diese Märchen wie alle Märchen auf einen tiefen psychologischen Sinn hinweisen.

Ich glaube, dass ein evolutionärer Humanismus den Wahn aller abrahamischen Religionen und Konfessionen irgendwann durchlichten wird. – Albert Bier


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

„Was ist das bloß mit der Evolutionstheorie, dass sie manche Gemüter so erhitzt?“ Mit dieser Frage beginnt der Artikel unter dem Titel „Hegemonie statt Biologie“ in der „Zeit“ Nr. 28.Und sie ließe sich von der anderen Seite genauso stellen. Was ist es, dass sich Gemüter gleich erhitzen, wenn man die Evolutionstheorie nicht als alleinseligmachende Theorie erachtet. Wie kommt es, dass diese Fragen dazu herhalten muss, die jeweiligen Vertreter anhand ihrer Stellung zur Evolutionstheorie in Gut und Böse einzuteilen? Nein, ich mag die Herren Trump und Erdogan nicht. Trotzdem halte ich es nicht für redlich, den moralischen Wert ihrer Politik aufgrund ihrer Einstellung zur Evolutionstheorie zu bewerten und damit auch im selben Aufwasch alle anderen, die sie ablehnen, moralisch zu diskreditieren.

In meiner Jugend wurde ich sowohl mit dem sog. Kreationismus wie mit der Evolutionstheorie vertraut. Und ja, ich finde die Evolutionstheorie an vielen Punkten sehr plausibel. Doch weil ich keine Naturwissenschaftlerin geworden bin, fühle ich mich überfordert, diese Frage kompetent zu beantworten. Im Laufe der Zeit ist mir aufgegangen, dass sie für meinen Glauben – der mir sehr wichtig ist – keine entscheidende Rolle spielt. Weder die eine noch die andere Theorie hat einen Einfluss darauf, ob ich diese Welt als Gottes Schöpfung und mich selbst in ihr von ihm gehalten wahrnehme. Ich habe den Disput um die „richtige“ Theorie auch oftmals als Stellvertreterkampf erlebt, der es ermöglicht von anderen und relevanteren glaubenspraktischen Themen abzulenken.

Die verbale Militanz mit der unterdessen allerdings Menschen, die die Evolutionstheorie ablehnen, kategorisch zum Feindbild stilisiert werden, halte ich für unangemessen. Es ist nicht so, dass Vertreter dieser Meinung deshalb die Erde noch für eine Scheibe halten und sie haben für sich gute Gründe, die Evolutionstheorie in Frage zu stellen. Erst recht müssen sie deshalb keine schlechten Demokraten oder unaufgeklärte Bürger sein. Und die Schlussfolgerung, dass nur wer den Darwinismus befürworte, sensibel sein könne für die Verletzlichkeit des Daseins, ist einfach zu kurz gedacht. Gerade wer ein wörtliches Verständnis zum Beispiel der biblischen Schöpfungsgeschichte hat, dem geht ja das Staunen über die Einzigartigkeit der Schöpfung und den Wert jedes Lebewesens nicht aus.  – Ines Ries


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Mit großem Interesse haben ich die Artikel von Stefanie Flamm und von Joscha Röder (Nr. 28 vom 6. Juli) gelesen. Auch ich verfolge das Thema Inklusion sehr aufmerksam, da mein Mann und ich, neben drei weiteren Kindern, eine körperlich und geistig behinderte Tochter im Alter von sieben Jahren haben.

Ich kann nicht sagen, ob die Inklusion – wie von Stefanie Flamm und Joscha Röder erwähnt – auf der Kippe steht. Viele der von den Autorinnen beschriebenen Situationen haben mich sehr betroffen gemacht, da wir sie so oder ähnlich auch erlebt haben.

Aber ich bin der Meinung, dass es bei jeder neuen gesellschaftlichen Entwicklung sehr hilfreich ist, auch positive Geschichten und Beispiele erzählen zu können.

Und wir haben so eine positive Geschichte: Unsere Tochter Tessa besucht seit einem Jahr die inklusive Mira-Lobe-Grundschule. Tessa geht jeden Morgen mit einem Strahlen auf dem Gesicht dorthin. Morgens wird sie immer von mehreren Kindern – behinderten und nicht-behinderten – freudig begrüßt. Auch hat sie einen richtig guten Freund (Regelkind) gefunden. Tessa nimmt am Unterricht teil, hat an der Klassenfahrt teilgenommen und natürlich macht sie auch beim Sportunterricht im Rahmen ihrer Möglichkeiten (sie sitzt im Rollstuhl) mit.

Ich fände es sehr schön und für die gesellschaftliche Debatte sehr, sehr hilfreich, wenn Sie in Ihrer Rubrik „Zeit zum Entdecken“ die tolle Arbeit und Inklusion der Mira-Lobe-Schule vorstellen würden. Denn ich wundere mich immer wieder, wie schwierig Inklusion an anderen Stellen zu sein scheint. Hier in Hannover wird die Inklusion in der Mira-Lobe-Grundschule kompetent, liebevoll und sehr gut umgesetzt.

Ich hoffe sehr, dass Sie Interessa an diesem Thema haben. Anbei sende ich Ihnen den Link zu der Mira-Lobe-Schule (www.inklusive-grundschule.de). In cc finden Sie die e-mail-Adresse von Frau Röber, der Rektorin der Mira-Lobe-Grundschule, die Sie kontaktieren können. – Anke Alvermann-Schuler


Leserbrief zu „Die verlorenen Söhne“ von Ralf Bönt

In dem Artikel: „Die verlorenen Söhne“ http://www.zeit.de/2017/28/eltern-vaeter-muetter-gleichstellung gibt es diesen Satz: Das Recht ist immer aufseiten des Ehemanns.

Müsste er nicht anders herum lauten: „Das Recht ist immer aufseiten der Ehefrau“? Jedenfalls innerhalb der Artikel-Logik scheint es anders lauten zu müssen.  – Isabelle 


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

In seinen Antworten lässt Erdogan das religiös geprägte Motiv seiner Haltung zwar nur sehr sparsam erkennen, aber ohne dem wäre sein Machtstreben allzu leicht als willkürlicher Größenwahn zu entlarven. Er nimmt für sich in Anspruch, „sehr klare Worte zu sprechen“ und schiebt damit alle Anfragen bezüglich seiner Diskriminierung all dessen, was nicht seinen Interessen entspricht, beiseite. Die Angriffe auf alles außerhalb seines Systems sieht er durch sein Religionsverständnis gerechtfertigt. Wenn sein Glaube als allen anderen Lebensorientierungen überlegen dargestellt wird, dann wird auch der Weg zu seinem Ziel als der einzig richtige interpretiert. Daher das exklusive Wahrheitsverständnis, von dessen Standpunkt aus wohl nicht nur Deutschland, sondern alle nichtislamischen Gesellschaften seiner Meinung nach Selbstmord begehen.

Dieser auf einem geschlossenen Wertesystem basierende Totalitarismus befreit von eigenem Denken, von Hinterfragungen und Zweifeln. Man braucht sich nur noch darauf berufen, um von einer solchen Plattform aus diktatorisch agieren und pragmatische Ansätze dem unterordnen zu können. Was er mit seiner Empfehlung, erst mal nachzuschlagen, was ein Diktator ist, meint, bleibt sein Geheimnis, denn das diesem Begriff zugrunde liegende lateinische Verb dicere bedeutet „mit Worten auf etwas hinweisen“ und beinhaltet beinhaltet keine qualitative Definition. Ich kann Herrn Ergogan einen gelegentlichen Perspektivwechsel und die Erweiterung seiner Haltung über den Horizont hinaus sehr empfehlen. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Die verlorenen Söhne“ von Ralf Bönt

In dem Artikel „Die verlorenen Söhne“ wird der Autor Ralf Bönt mit einem eingeschobenen Bild und einem kurzen Text vorgestellt. Hier heißt es: Der Schriftsteller und gelernte KFZ Mechaniker Ralf Bönt, 54, schrieb 2012 „Das entehrte Geschlecht“ – ein Männermanifest.

Bisher habe ich nie gelesen: Der Schriftsteller und gelernte Aushilfsbeamte in der Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt Franz Kafka schrieb von 1914 bis 1915 „Der Prozess“ oder der Schriftsteller und SS Scherge Günter Grass schrieb 1959 „Die Blechtrommel“.

Ist das jetzt neu, dass man durch Bildunterschriften möglichst viel von den Autoren erfährt oder hat das andere Gründe? – Manfred Schulz


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Vielen Dank für den Artikel. Danke auch für Mut und Engagement Ihrer Journalisten. Auch dafür Dank,dass die Finanzierung von der ZEIT getragen wurde. Das ist Hilfe in vielerlei Hinsicht. Mir hat mal wieder geholfen zu verstehen, wie nobel wir in Deutschland leben. Wer einmal eine Blasenentzündung hatte,weiss wie schmerzhaft diese sein kann. Wir gehen zum Arzt und werden in aller Regel für eine Woche krank geschrieben. Blut im Urin setzt in unserem Gesundheitssystem ein diagnostisches Procedere ohne Gleichen in Gang!James allerdings muss im Trüben fischen.Und bald wird er nichts mehr fangen (können).

Gibt es eine Möglichkeit, direkt an diese Familie zu spenden? Haben Sie Kontakte? – Tatjana Kelch


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Das Engagement der ZEIT, auf eigene Kosten Reporter in den Süd-Sudan zu schicken und einen ausführlichen (und grauenvollen) Bericht darüber zu drucken, verdient meinen großen Respekt. Hier überschreitet die Verlagsleitung die branchenüblichen Grenzen. Dafür kaufe ich die ZEIT gerne.  – FW


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Ich schreibe Dir diesen Brief über die ZEIT-Redaktion, und hoffe, dass die ihn auch weiterleiten. Zunächst einmal muss ich sagen, dass mich Dein Schreiben sehr beeindruckt hat. Ich sage deshalb etwas, das mir nur sehr selten über die Lippen kommt: Du bist offensichtlich ein kluger Kopf. Das alleine wäre kein Grund, diesen Brief zu schreiben. Du bist aber ein kluger Kopf, der ganz anders funktioniert, als die weitaus meisten anderen Köpfe – und damit sind wir beim Thema. Aus mehreren Gründen ist das nämlich furchtbar wichtig:

  • Wir Intelligenz wir aber nicht richtig einschätzen können: Delfne, Orcas und ihre Verwandten nämlich. Viele Forschungsprojekte versuchen, das näher zu bestimmen – aber richtige Fortschritte gibt es da nicht. Stattdessen gibt es immer noch Barbaren, die Delfne essen. haben auf unserer Welt Lebenwesen, die offenbar sehr intelligent sind, derenStattdessen gibt es immer noch Barbaren, die Delfne essen. haben auf unserer Welt Lebenwesen, die offenbar sehr intelligent sind, deren
  • Auch ohne Science Fiction-Fan zu sein, kann man klar sind wir nicht alleine im Universum. Irgendwo wird es ziemlich sicher andere Lebewesen geben, die denken können. Selbst wenn wir sie vermutlich niemals treffen werden, müssen wir uns deshalb die Frage stellen: Werden sie so sein wie wir? sagen: Höchstwahrscheinlich
  • Seit ohne Durchbruch – aber vielleicht kommt der irgendwann. Woran aber erkennt man eine „Künstliche Intelligenz“? Muss sie wirklich wie ein Durchschnittsmensch agieren, oder kann sie auch ganz anders sein? vielen Jahrzehnten forschen wir an „Künstlicher Intelligenz“. Auch hier bisher noch

Wie Du an diesen drei Beispielen siehst, bist Du ein Teil der Antwort: „Nein, Intelligenz kann auch ganz anders funktionieren, als bei den meisten Menschen“. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass Du eine Außerirdische bist. Schon gar nicht, dass Du ein Versuchsobjekt sein sollst. Du musst Dir aber bewusst machen, dass Du vielleicht einzigartig bist (und darum sehr kostbar). Deine Existenz alleine beantwortet einige Fragen der Wissenschaft, und sollte eigentlich bei vielen Menschen das Weltbild etwas erschüttern (und dann hoffentlich erweitern – das ist aber wohl nur ein frommer Wunsch von mir). Das waren jetzt ein paar große Worte zu Beginn, die du vielleicht gar nicht hören magst. Also lass mich jetzt daraus ein paar Schlussfolgerungen ziehen. Wir sind uns einig, dass Dein Kopf anders funktioniert, als bei den meisten Menschen.

Das zeigt sich wunderbar in Deinen IQ-Tests. Warum wundert es Dich dann, dass Deine Testergebnisse im Durchschnitt relativ schlecht sind? Diese Tests sind eben für Durchschnittsmenschen gemacht -. und das ist fast die einzige Schlussfolgerung, die man aus den Testergebnissen ziehen kann. Auf keinen Fall kann man Dich aber nach den Ergebnissen beurteilen. Das wäre etwa so, als ob man einen Goldfsch danach beurteilen würde, wie gut er auf einen Baum klettern kann (schau mal auf die Abbildung…). Bild links aus dem Artikel The Education System: “Now Climb That Tree” von Micah Russell, 2012  https://marquetteeducator. wordpress.com/ 2012/07/12/climbthattree/  Wir können gar keine Tests zusammenbauen, die Deinen Fähigkeiten entsprechen. Denn die müssten an einer Vielzahl von Menschen ausprobiert werden, die so wie Du denken. Und die gibt es eben nicht, weil Du ein kostbares Einzelstück bist. Die zweite Schlussfolgerung aus Deinen IQ-Tests ist: Wo liegen Deine Stärken? Dazu gleich mehr.

Erst einmal muss ich über „Schule“ schreiben. Das tue ich nicht nur als jemand, der selbst einmal die Schule besucht hat (Abitur 1977, mit der Note 1,0). Sondern auch als Vater von drei Kindern (mein Jüngster hat das Abitur noch vor sich). Und auch als aktiver Bildungspolitiker, der sich immer wieder mit Fragen der Schule auseinandersetzen muss. Mit dieser Erfahrung kann ich klar sagen: Wir können kein Schulsystem zusammenbauen, das Deinen Fähigkeiten entspricht.  Bis wir die Lehrer ausgebildet hätten, die speziell auf Dich eingehen können, bis die Lehrpläne gefunden und die pädagogischen Modelle ausprobiert wären, die für Dich richtig sind – würdest Du sie nicht mehr benötigen. Wir können Dir höchstens die Hilfe bereitstellen, möglichst viel aus dem existierenden System mitzunehmen. Dazu hast Du ein Recht, und zwar nicht erst seit der entsprechenden UN- Konvention. Sondern weil Deine Existenz uns die Enge unseres eigenen Denkens vorführt. Jetzt kommt das ABER: Du kannst deshalb nicht erwarten, dass ein Schulabschluss in diesem Standardsystem irgendetwas über Dich aussagen kann.

Denn mit dem Anstreben eines Schulabschlusses im Standardsystem setzt Du Dich genau dem gleichen Test aus, wie der Goldfsch, der auf einen Baum klettern soll. Offenbar bist Du gut in Sprachen und abstrakter Mathematik. Ich glaube deshalb, dass der richtige Weg für Dich wäre, auf einen Schulabschluss zu verzichten. Stattdessen könntest Du (nachdem Du Dir noch ein paar Jährchen Schule zur Entspannung gegönnt hast) mit einer so genannten Begabtenprüfung direkt in ein Studium wechseln. Ich halte es für sicher, dass Du dabei an ganz vielen Institutionen offene Türen fändest. So etwa wäre es möglich, das Universum der Sprache zu erlernen und zu erforschen. Anglistik etwa, sich also mit der englischen Sprache auf einem Niveau zu befassen, das weit über der Übersetzung von Kinderbüchern liegt.

Nach dem, was ich aus Deinem Brief erraten kann, könntest Du das schaffen. Und damit glücklich werden und ein Lebensziel fnden. Oder sich mit dem Universum der Daten zu befassen, und ein Informatikfach zu studieren. Nicht umsonst sind Autisten als hervorragende Programmierer bekannt – wobei das „Programmieren“ natürlich nur ein kleiner Teil der Informatik ist. Oder aber, und das war für mich ein ganz wichtiger Anstoß zu diesem Brief: Du könntest echte Mathematik machen. Das, was Ihr in der Schule macht, hat nämlich mit Mathematik nur sehr wenig zu tun – es ist einfach „Rechnen“. Für das Rechnen ist es wirklich wichtig, ob es sich um „Euro“ oder „Cent“ handelt – aber in der echten Mathematik ist das unwichtig. Es gibt sogar ein Wissensuniversum, das noch „hinter“ der Mathematik liegt, und für das die Mathematik nur ein Werkzeug ist. Das ist die Theoretische Physik – mein ursprüngliches Fachgebiet. Deren Schönheit liegt in Gleichungen verborgen, die eigentlich keine anschauliche Erklärung haben, und die dem Durchschnittsmenschen daher fremd und unwirklich erscheinen. Der Zusammenhang zwischen Knoten (gemeint sind wirklich Knoten in einer Schnur) und Quantenfeldern etwa. Oder die Frage, was auf der Oberfäche eines Schwarzen Lochs passieren kann.

Mit Deinem Ausnahmetalent könntest Du sicher darin brillieren. Vielleicht hast Du Zeit und Lust, einmal die populärwissenschaftlichen Werke von Stephen Hawking zu lesen, und Dich auch mit seiner Historie zu befassen. Wie Du siehst, erkenne ich (obwohl ich von Dir nur einen kurzen Artikel gelesen habe) Stärken in Dir, und versuche, Dir eine Vision zu geben. Diese Vision liegt nicht im „Schulabschluss“ (das ist so wie Schlamm, der an deinen Füßen kleben bleibt) – sondern in der Ferne, in weiten Horizonten des Wissens und des Denkens. Zuletzt will ich noch ein wenig auf das Thema „Inklusion“ eingehen. Ich habe wohl in meinem Text klar erkennen lassen, dass ich von der Inklusion in ihrer gegenwärtigen Form nicht viel halte. Die meisten (nicht alle !) Umsetzungen der Inklusion im Schulbereich dienen der Behebung von Defziten. Das ist so, als ob wir dem Goldfsch eine Hilfestellung beim Klettern geben: Er wird es zwar (vielleicht) schaffen. Aber erstens nicht gut, und zweitens wird er daraus nichts mitnehmen können – außer der Überzeugung, auf Hilfe angewiesen zu sein. Eine wahre, echte und menschenwürdige Inklusion würde darin bestehen, sich auf die Stärken zu konzentrieren und die zu fördern.

Wir müssen uns als einzelne Menschen und als Gesellschaft daran messen lassen, wie wir mit solchen Goldfschen wie Dir umgehen. Zwingen wir Dich, auf einen Baum zu klettern? Oder schaffen wir Dir einen Weg ins freie Gewässer, so dass Du Deine Stärke ausleben kannst? Gerne würde ich Deine Antwort lesen. Adresse, auch eMail-Adresse fndet Du auf der ersten Seite. Und wenn Du mehr darüber wissen willst, wer ich bin – das fndest Du bei Facebook und in der Wikipedia. – Prof. Dr. rer. nat. habil. Peter A. Henning


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Vielen Dank für Deinen Brief. Du hast mir Einblicke in das Leben Deines Erlebens gegeben, wie ich es noch aus keinem Artikel gewinnen konnte.

Ich wünsche mir, dass die sogenannten Fachleute in den Ämtern ihn ebenfalls lesen und daraus lernen.

Dir und Deinen Eltern wünsche ich alles Gute und genügend Ausdauer im ständigen Bemühen, das Verständnis der jeweiligen Entscheider zu erreichen und die entsprechende Unterstützung zu bekommen. – Thomas Hannss


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Als Deutsche in Frankreich arbeitend, verfolge ich immer mit besonderem Interesse die „deutsche“ und, wie ich finde, in der Regel ausgewogene Berichterstattung über mein Gastland. Aber noch nie habe ich einen solchen Humbug wie den in der letzten Zeitausgabe erschienenen Artikel über das „Comeback des mächtigen Staates“ am Beispiel des französischen Erziehungssystems gelesen.

Würden die dort geschilderten Zustände den Tatsachen entsprechen, müsste ja die Mehrheit der Franzosen und Französinnen eine unglückliche Kindheit verbracht haben. In meinem privaten wie beruflichen Umfeld habe ich in Frankreich aber, wie in Deutschland, sehr viele ausgeglichene Menschen kennengelernt, Menschen, die auf eine unbeschwerte Kindheit, Schule und Elternhaus zurückblicken. Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele, bei denen ich jedoch keinen Zusammenhang zu den unterschiedlichen nationalen Schulsystemen erkennen kann.

Die von ihnen zitierte Juristin mag ja schlechte Erfahrungen gemacht haben, die sich aber weder mit denen meines Sohnes, noch denen französischer Kinder in meinem Bekanntenkreis decken. Ganz im Gegenteil : Das französische Krippen-und Schulwesen empfand ich als ein Geschenk, das es ihm als Ausländerkind ermöglichte, ohne Mühe ein tadelloses Französisch zu lernen und sich als Einzelkind in eine Gruppe mit anderen Kindern einzubringen.

Ihr Artikel verweist auf die Schulpflicht, die in Frankreich in der Tat, wie in Deutschland, erst ab dem 6. Lebensjahr gilt. Niemand ist verpflichtet, sein Kind mit drei Jahren in die Vorschule zu schicken. Dort halten die Kinder im übrigen auch Mittagsschlaf – dies zum Thema, „die Kinder kommen damit (dem langen Tag) nicht zurecht und sind den ganzen Tag müde“.

Die daran anschliessende Behauptung, „kleine Kinder in Verwahrung zu nehmen“ sei eine „Tradition des französischen Staates“, erscheint mir geradezu als ein Affront gegenüber den vielen engagierten und aufmerksamen Lehrern/Lehrerinnen und Erziehern/Erzieherinnen unseres französischen und (im Gegenzug zu den anderen im Zusammenhang mit „Etatismus“ zitierten Staaten) zutiefst demokratischen Nachbarlandes.

Mir persönlich ist der französische Staat sogar zu liberal : das französische Recht versteht unter der ab dem 6. Lebensjahr geltenden Schulpflicht nämlich nicht die Pflicht, ein Kind in eine Schule zu schicken. Es handelt sich vielmehr um eine „Erziehungspflicht“, die Eltern ermöglicht, ihre Kinder – begleitet durch regelmässige staatliche Kontrollen – selbst zu unterrichten, auch wenn keine besonderen Lebensumstände dies erfordern, anstatt sie mit Gleichaltrigen in eine Schule zu schicken. – B. Groenewald


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Mit dem Interview des türkischen Staatspräsidenten Erdogan ist Ihnen ein journalistisches Glanzstück gelungen. Ganz anders als beim Fernsehinterview von Herrn Gottlieb vom Bayerischen Rundfunk mit Erdogan im letzten Jahr haben Sie eine Reihe von Fragen gestellt, die Erdogan gezwungen haben, seine Denkweise und seine Ansichten tatsächlich preiszugeben.

Leider hat sich, wenn man die Originalaussagen liest, kein besseres Bild dieses Mannes bei mir gebildet als ich durch deutsche Medien vorher vermittelt bekommen habe. Zudem muss ich bei manchen Äußerungen, die er trifft, sein bisher nachweisbares Handeln mitdenken: die gewaltsame Niederschlagung der Gezi-Park Proteste, die willkürlichen und quantitativ vollkommen überzogenen Entlassungen von Staatsbeamten und Professoren nach dem Putsch, die Nazivergleiche, die Schließung von unabhängigen Zeitungen, das merkwürdige Verhalten gegenüber den sogenannten sozialen Netzwerken (hin und wieder werden sie gesperrt, im Moment des Putsches ruft er dann aber via Twitter dazu auf, sich den Rebellen entgegenzustellen) und vieles mehr. Ihr Kolumnist Çan Dündar wird darüber genügend zu erzählen wissen.

Fangen wir mit der Überschrift an: Die wenigsten Diktatoren würden sich als solche bezeichnen. Ich bin mir sicher, dass selbst Kim Jong Un sich nicht als einen sieht. Erdogan wird sich schon deswegen nicht als solchen betrachten, weil er erstens noch ein paar Feinde in seinem eigenen Land besitzt, die nicht vollständig ausgeschaltet sind (seine Macht ist also nicht vollkommen wie bei einem „richtigen“ Diktator), weil er zweitens der Überzeugung ist, dem „Volkswillen“ zu entsprechen, gerade weil er die Legitimation zu regieren auch dank gewonnener Wahlen für sich in Anspruch nimmt.

Ein Indiz, dass es sich bei Erdogan um jemanden handelt, der sich diktatorischer Mittel bedient, ist sein Verständnis von dem, was Terrorismus  und wer Terrorist ist.

Nicht einmal Helmut Kohl wäre es eingefallen, einen Journalisten, der einen Terroristen befragt, gleich selbst als solchen zu titulieren. Und wer ein Terrorist ist, das bestimmt in der Türkei genau ein Mann.

Das er das kann, liegt nicht nur an türkischen Gesetzen, türkischen Gepflogenheiten, sondern an unserer historischen Situation: Früher hat jemand eine Straftat erst begehen müssen, bevor er als Terrorist eingestuft wurde, heute hat man sich auch bei uns daran gewöhnt, bereits Leute, die eine gewalttätige Gesinnung haben könnten, vorab einen Teil ihrer Rechte ( etwa sich als Person eine Privatsphäre erhalten zu dürfen) zu nehmen.

Verständlicherweise haben wir alle Angst vor Terrorismus, der, anders als derjenige von ETA und IRA, sich gegen jeden richten kann. Der eine fürchtet sich mehr davor, der andere weniger, aber alle, denen das irdische Leben lieb ist, kennen dieses Gefühl.

Es wundert also nicht, dass Leute wie Erdogan, die behaupten, alle einzusperren, die Terroristen sein können, politische Zustimmung bei den Ängstlichen dieser Welt erhalten. Die sagen sich: Lieber kommt jemand zuviel ins Gefängnis als dass ein gefährlicher Mensch zuviel frei herumläuft.

Erhellend finde ich, dass Erdogan die mehrmals gestellte Frage nach der Unabhängigkeit der türkischen Justiz nicht mit einem eindeutigen „Ja, sie ist es!“ beantwortet. Es wäre doch für ihn ein leichtes, an dieser Stelle zu lügen.

Stattdessen richtet er einmal das Gespräch nach dieser Frage auf das Auftrittsverbot in Deutschland, ein anderer Stelle sagt er, wenn ihr (der Westen) immer auf die Unabhängigkeit eurer Gerichte verweist, „dann sei erlaubt, dass auch hier Gerichte entscheiden“.

Ich finde, dass er die Frage an anderer Stelle ganz gut beantwortet. Am Anfang des Interviews behauptet er, alle Medien seien abhängig und vermutet in der Zeit so etwas wie verkappte Agenten der Bundesregierung. Geradezu zynisch ist seine Bemerkung, mit unabhängigen Medien gäbe es „all diese Probleme (Kampagne der Anschwärzung) nicht“: Gäbe es eine unabhängige Presse in der Türkei, würde sie der AKP und ihren Repräsentanten genau auf die Finger schauen und Mißstände dieser Regierung klar benennen, wie es in anderen Ländern, z.B. in Deutschland der Fall ist. Wenn es also keine Presse ohne Einfluss von außen gibt, wie sollte sich dann eine Justiz dem Einfluss einer machtbesessenen Partei entziehen können?

Drei weitere Punkte sind mir in diesem Interview noch aufgefallen. Da ist als erstes das hanebüchene Argument, in Deutschland hätten im Zuge der Wiedervereinigung 500000 Leute ihre Arbeit verloren. Erdogan führt es nicht weiter aus, aber er will, dass die Leser sich diese Zahl vorstellen als die Anzahl der Leute, die aus politischen Gründen entlassen wurden, etwa, weil sie bei der Stasi gewesen sind. In Wahrheit haben vielleicht so viele ihren Job verloren, weil die Betriebe in der Marktwirtschaft nicht konkurrenzfähig waren und pleite gingen. Da werden also bewusst Äpfel und Birnen miteinander verglichen.

Das zweite ist: In jedem Land der Welt, in dem Parteien miteinander konkurrieren, wird Außenpolitik innenpolitisch auszuschlachten versucht. Natürlich will Martin Schulz mit klarer Kante gegen Erdogan innenpolitisch punkten, wie es schon Mark Rutte in den Niederlanden gelungen ist. Umgekehrt haben holländische Deutsche Schäferhunde in Beinen türkischer Demonstranten für die letzten nötigen Stimmen zu Erdogans neuem Präsidialsystem gesorgt. Es gibt also keinen Grund, sich darüber zu beklagen. Derzeit steht es 1:1.

Das letzte und vielleicht aufschlussreichste Detail in diesem Gespräch, finde ich, ist die Behauptung, dass die Politik der Türkei frei von Emotionalität sei: „Wir haben eine tief verwurzelte Staatstradition, die verhindert, dass wir emotional reagieren. Bevor wir einen Schritt tun, überlegen wir, wägen wir ab.“ Das sagt der Mann, der plötzlich den Fragesteller duzt, weil ihn eine Aussage erzürnt hat. Lächerlich!

Bezeichnend ist auch die Aussage: „Warum setzt man sich so sehr für eine Person ein? Ich verstehe das nicht.“

Heißt das nicht eigentlich: Was ist schon eine einzelne Person wert?

Eine andere Person als das türkische Staatsoberhaupt. Dessen Ehre und Ansehen ist hingegen  so wichtig, dass  Gerichte in der Türkei täglich damit beschäftigt  sind und in einigen Fällen sogar bereits Gerichte in Deutschland.

Was ist also die Erkenntnis dieses Interviews?

Wir werden mit diesem Politiker und seinem Einfluss noch länger leben müssen, können uns aber auf seine Denkweise einstellen. Er ist weder dumm noch vollkommen unberechenbar. Seine persönlichen Ansichten und Haltungen wird er nicht aufgeben. Aber da wir das wissen, sollten wir es ihm nicht zu einfach machen. – Matthias Rein


Leserbrief zu „So wird’s nie wieder? So war es nie!“ von Ilja Richter

Nachrufe, in denen der Verfasser mehr über sich selbst schreibt als über den Verstorbenen – wer immer dieser auch sei – sind mir ein Gräuel. Abgesehen davon, ist mir ein Rätsel, warum dieser „Nachruf“ in der ZEIT gedruckt wird. Was ist los mit dem Feuilleton in letzter Zeit?  – Marlis Körmann


Leserbrief zu „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Zu der o.g. Reportage mein Kommentar:

Das Abkommen mit der Türkei zeigt trotz aller berechtigten Einwände eine große Wirkung. Die Zahl der Flüchtlinge auf dieser Route hat sich hierdurch um mindestens 95% reduziert. Um den gleichen Faktor hat sich die Wahrscheinlichkeit reduziert, dass ein Flüchtling auf dieser Route umkommt.

Damit ist klar, dass für Afrika dringend eine ähnliche Lösung geschaffen werden muss. Europa braucht in Nordafrika Aufnahmezentren, in denen zunächst alle Flüchtlinge, die aus dem Mittelmeer gerettet werden, gebracht werden. Diese müssen unter europäischer Kontrolle geführt, von Europa bezahlt und gesichert werden. Die Flüchtlinge müssen dort angemessen versorgt und untergebracht werden, es müssen Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen werden. Eine Überführung nach Europa darf ausschließlich für anerkannte Asylanten erfolgen. Hierdurch würden die Anreize für Wirtschaftsflüchtlinge wegfallen und der Flüchtlingsstrom würde sich innerhalb kürzester Zeit massiv reduzieren!

Die aktuelle Notlösung, dass Flüchtlinge küstennah aus dem Mittelmeer gerettet werden, nach Italien gebracht mit großer Wahrscheinlichkeit nie mehr Europa verlassen müssen, obwohl mehrheitlich ihre Identität unbekannt ist und keine Anerkennung als Asylanten zu erwarten ist , erzeugt den unwiderstehlichen Anreiz für immer mehr Afrikaner, nach Europa zu migrieren. Damit ist diese Vorgehensweise ursächlich für die vieltausendfachen Tod von Flüchtlingen im Mittelmeer und die Zahl der Menschen, die auf ihrem Weg quer durch Afrika zum Mittelmeer umkommen, ist vermutlich ein Vielfaches höher! – Rainer Funke


Leserbrief zu „Die verlorenen Söhne“ von Ralf Bönt

Nun gibt es seit langem, und ich lese die Zeit immer wieder seit dreißig Jahren und habe ein wenig die Entwicklung zu bestimmten Themen mitverfolgen können, mal einen Artikel, der die Situation von Männern, auch und vor allem die die nicht homosexuell sind, denn das ist die überwiegende Mehrzahl in Deutschland, fair, transparent und mit einer klaren Aussage zu ihrer inakzeptablen und inhumanen Diskriminierung, wenn sie denn leiblicher Vater sind und nicht verheiratet sind, darstellt.

Vielen Dank für den mutigen Beitrag ‚Von außen‘ von Ralf Bönt!

Dazu möchte ich als mündiger Bürger gerne einen Kommentar abgeben. Und das online, denn auf meiner Kindle App geht das nicht.

Leider muss ich feststellen, dass der Artikel, auch nach intensiver Suche, nicht online gestellt worden ist.

Da haben sich dann wohl bei ihnen, wie leider zu oft und vermehrt in den letzten Jahren, u.a. die durchgesetzt, die in dem Artikel auch angesprochen werden, und den Artikel ggf. zensiert?

Und dann wundern sich ihre Kommentatoren in ein paar Jahren, wie unlängst in der New York Times, dass durch die dauerhafte Schaffung von Bubbles, gemeint sind Meinungsblasen, und die gleichzeitige Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsschichten und -gruppen aus eben dieser, durch dauerhafte Diskriminierung, Personen wie Donald Trump gewählt werden können.

Aufwachen Leute, jetzt, es ist in Deutschland vielleicht noch nicht zu spät, weite Schichten der Bevölkerung dauerhaft einzubeziehen und somit zu erreichen. – Boris Böttcher


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Ich bin Claus, männlich, 65 Jahre alt, kein Autist.

Meine Frau Pamela sieht mich zwar manchmal anders, sie behauptet, beim Zeitunglesen zeigte auch ich autistische Züge. Ich bin dann kaum noch für sie erreichbar, so wie jetzt wieder beim Lesen deines Leserbriefes. Ja, dein Text hat mich wirklich sehr angesprochen und also habe ich mich entschieden dir zu schreiben. Nun wünsche ich mir noch von der Redaktion, dass du meinen Brief auch erhältst.

Joscha, du willst nicht betteln.

Gut, dass du das so klar schreibst.

Beschämend, dass du das – heute noch in Deutschland – schreiben musst!

Ich danke der ZEIT-Redaktion für die Veröffentlichung in dieser präsenten Aufmachung!

Du hast schlechte Erfahrungen mit Inklusion machen müssen. Ein Trauerspiel ist das. Du hast bestimmt auch erfahren, dass du nicht die Einzige in der Situation bist. Auch Schulen und Lehrerinnen und Lehrer leiden unter Bedingungen, die ihnen einen angemessenen Umgang mit Handikaps schwer oder sogar unmöglich machen. Die UN-Konvention wird in Deutschland leider nur „kostenneutral“, als Sparversion umgesetzt.

Damit zeigt sich deren politische Wertschätzung im Lande: Kein schönes Land für dich, für andere Bedürftige und für die, die euch zur Seite stehen sollten. Eine große Blamage für die Nation.

Gibt es andere, erfreulichere Beispiele?

Ich möchte dir von einem berichten. Meine Frau und ich haben vor kurzem ein paar Wochen in Italien verbracht, haben Familien getroffen, uns mit ihnen unterhalten und sind mit offenen Augen durch die Straßen gegangen. Uns sind, finden wir beide, häufiger Behinderte im Alltag begegnet als in unserer Heimat und aufgefallen sind sie uns meist erst auf den zweiten Blick. In Italien heißt „behindert“ heute „divers befähigt“. War der inklusive Umgang dort selbstverständlicher? Deine „lästigen Mängelexemplare“, Joscha, hätten hier nicht gepasst, nicht aus unserer Sicht.

Vielleicht passt dazu eher Folgendes: Als die Inklusion vor ca. zehn Jahren als Fremdwort in Deutschland auftauchte und unter Nachholbedarf verbucht wurde, konnte Italiens nördlichste Provinz Südtirol bereits auf 30 Jahre Erfahrung mit deren Umsetzung zurück blicken. Lässt das nicht tief blicken?

Warum schreibe ich dir das?

Ich möchte dir Mut machen, Mut für die Ausdauerstrecke, die noch vor dir liegt, bis du dich nicht mehr über solche Überheblichkeiten in Deutschland ärgern musst. Oder du dich einfach seltener darüber ärgern musst. Ich schreibe dir, weil es nicht nur dich ärgert, sondern mich und andere Nicht-Autisten auch. Dein ausführlicher Leserbrief ist ein super Steilpass für alle, die dich nicht im Abseits sehen wollen. Du hast es eindringlich beschrieben. Danke dafür!

Und nun finde ich, habe ich erst einmal genug geschrieben. Falls du mir etwas dazu sagen möchtest oder noch Fragen an mich hast, schreib mir einfach. Meine Mailadresse bekommst du bei der ZEIT-Redaktion. – Claus Busse


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Der Artikel von Herrn Heinrich Wefing hat mir gefallen. Mir fallen spontan da einige Themen ein, die m.E. zu wenig diskutiert werden (oder vorwiegend nur in den Talk-Runden, anstatt im Parlament):

Offene oder geschlossene bzw. besser kotrollierte Grenzen – Schengen Raum.  Leider benutzen die Mafia, Menschen-Händler in der Prostitutionsszene, Räuber-Banden aus Osteuropa, oder linke Chaoten bei Großtreffen die offenen Grenzen, nicht nur Touristen, Firmen(last)wagen usf. Ein Beispiel aus unserer Region: In unserem Dorf stahl eine Bande nachts 4 Schlepper im Firmengelände und flüchtete danach über die tschechische Grenze.

In einer Gesellschaft, die zunehmend frakturiert, sich individualisiert, wäre zu überdenken, ob ein obligatorisches Pflichtjahr für Jungen und Mädchen gleichermaßen eine gute Sache wäre: Etwas tun für unsere Gesellschaft, nicht nur fordern… Der Vorteil wäre: soziale Kompetenzen zu gewinnen.

Mir ist aufgefalllen, dass eine Äußerung der Kanzlerin bei einem Brigitte-Interview der Auslöser wird, im Tempo „Ehe für alle“ durchzuwinken, obwohl es Rechtsexperten und Politiker gibt, die sagen, eine Gesetzesänderung in dieser Sache, erfordere eine Grundgesetzänderung. Kann man solche Fragen nicht vor einem Gesetzerlass klären? Die ethischen Fragen: ob man Ungleiches gleich behandeln oder was Ehe für alle für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft bedeuten könne, könnten auch diskutiert werden.  – Dieter Loest


Leserbrief zu „Wenigstens sind sie schlecht im Kricket“ von Oliver Fritsch

Ein Lob für Ihre Nachlese aus dem Munde eines erfahrenen, sorgfältig beobachtenden, jedoch nicht professionell recherchierenden Beobachters.

Ihre Detailkritik vermisse ich selbst bei spezialisierten Fachmedien und erst recht bei den Experten der Fernsehsender, die aus Angst oder Rücksicht sich scheuen, Klartext zu manchen Spielern zu reden.

Völlig richtig z. B. Ihr Hinweis auf die Leistung von Hector als Konsequenz seiner komfortablen Situation auf der linken Seite. Immerhin war es deutlich mehr als bei seinem Minimalisten-Spiel gegen England im Frühjahr nach dem Motto des bekannten Beamten-Mikados. Jens Lehmann hat es einmal bei RTL im vergangen Jahr (?) gesagt: Hector müßte noch mehr nach vorne riskieren und die Freiräume nutzen. Er spielt immer noch zuviel und zu früh bequem quer und zurück. Natürlich benötigt er dann die entsprechende Absicherung, die er oft genug in der Vergangenheit dort nicht hatte. Aber wenn er mehr Initiative zeigen würde, … . Ich frage mich, ob Stöger ihm in Köln als Anhänger der defensiven Ausrichtung mehr Offensive verbietet und/oder ob Löw es nicht schafft, ihn zu Mehr zu ermuntern. Und seine Schwächen im 1 gegen 1 speziell in der Abwehrsituation sind nicht zu übersehen.

Absolut berechtigt Ihre Hinweise auf Werners (Noch-)Defizite, die nicht allein im zu großen Tempo-Verlust mit Ball bestehen, sondern auch sein unvollkommenes technisches Rüstzeug wie Ballannahme und Genauigkeit des Zuspiels und damit konsequenterweise seine Schußungenauigkeit umfassen. Mit technischen Mängeln geht fast automatisch eine fehlende Übersicht einher, wann und an wen besser abgespielt werden sollte. Er hat sich richtig durchgekämpft, wäre jedoch bei höherwertigen Abwehrreihen überfordert. Klose zählte zwar auch nicht gerade zu den größten Fußballtalenten, besaß aber ein besonderes Gespür dafür, wann er wohin zu laufen hatte, und natürlich ein überragendes Kopfballspiel.

Interessant wäre eine Einordnung von Ginter. Ich räume ein, daß die Abwehr als Verbund einen recht stabilen Eindruck hinterlassen hat, evtl. sogar insoweit einen solideren als die A-Mannschaft, die natürlich auch mit höheren Erwartungen an das Spiel nach vorne befrachtet ist. Aber mit seinen gezeigten individuellen Leistungen kann ich mir Ginter nicht im WM-Kader vorstellen. Dazu spielt er viel zu sehr auf bequeme Sicherheit quer und vor allem zurück, wenn ein schneller Gegenstoß angebracht wäre. Letzte Saison hatte er einmal auch eine gute Offensiv-Zeit in Dortmund, seither …? Ich weiß nicht, was Löw an ihm findet, respektiere jedoch seine Spielerwahl und Aufstellung. Genauso müßte Rüdiger noch schneller und riskanter nach vorne umschalten und bei Mustafi fehlt es dazu einfach am technischen Rüstzeug.

Zum Rüstzeug sollte auch gehören, daß zur Ballan- und mitnahme der richtige Fuß bzw. das geeignete Bein verwendet wird. Goretzka hat mit einer solchen falschen Wahl (auf halblinker Position mit dem rechten Fuß) im Endspiel (?) eine noch größere Chance vertan, und Werner tat es ihm im selben Spiel oder gegen Mexiko in ähnlicher Position gleich.

Vom U21-Turnier habe ich nicht viel mitbekommen. Aber im Spiel gegen Dänemark (?) gefiel mir Mahoud einen Hälfte lang so ausgezeichnet, daß ich mir unweigerlich die Frage stellte, ob hier ein neuer Schweinsteiger oder gar Kroos heranwächst. Wie er in Bedrängnis am eigenen Strafraum das eigene Spiel öffnete – natürlich mit hervorragender Technik und Übersicht, hat mich schwer beeindruckt. Und genau das hat beim Confed-Cup speziell gegen Mexiko und Chile gefehlt. Warum Mahoud im U21-Endspiel nicht mitwirkte, habe ich nicht mitbekommen und nicht verstanden. Sperre oder Verletzung? Egal jetzt.  – Rolf Heeger


Leserbrief zu “Der große Marsch” von Can Dündar

Mit großem Interesse lese ich Ihre Berichterstattung über die Türkei. Besonders gut finde ich, dass  Sie dem Chefredakteur der Internetplatform „Özgürüz“ Can Dünar eine wöchentliche Kolumne bieten, um kritisch über die Entwicklung der Türkei zu informieren.

Es mag strittig sein, ob es gerechtfertigt ist, Herrn Erdogan so viel Platz für ein Interview anzubieten, entsetzt war ich aber, dass schon seit längerem in der Zeit ganz- und mehrseitige Anzeigen erscheinen, die die Türkei nur in einem positiven Licht darstellen. Ich hätte von der ZEiT erwartet, dass sie solch einer Propaganda keinen Platz einräumt.

Ich kann Ihre Gründe für solche Veröffentlichungen nicht nachvollziehen. Hoffentlich spenden Sie diese Einnahmen an verfolgte Journalisten und andere Organisationen wie Amnesty International. – Stefan Kröger


Leserbrief zu „Ich sach ma“ von Alice Bota, Sebastian Kempkens und Moritz Asslinger

Erfrischend ehemalige Kollegen zu hören.

(Bin selbst 6 Jahre in Frankfurt Main Nachtschicht gefahren – teilweise mit Anfahrt aus Salzburg übers Wochenende, um mein Musikstudium dort zu finanzieren).

Wer „umlernt“ (Donald aufgepaßt!), lernt im Taxi das „Leben“! Es ist praktisch Realkino à la Ingmar Bergmann im Schnelldurchlauf…es rückt die Perspektive zurecht auf das Menschlich-Allzumenschliche…. –  Wolfgang Michel


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

großartig diese Bilder in Ihrer letzten Ausgabe – Dossier, Seite 15 und 17 -. Viel zu selten drucken Sie Fotos in Schwarzweiß. Was waren das noch für Zeiten als ein Jupp Darchinger, ein Robert Lebeck oder eine Barbara Klemm mit ihren tollen Schwarzweißbildern die Zeitungen bereicherten.

Von der Fotografin Barbara Klemm soll übrigens die Sätze stammen:“Schwarzweiß ist Farbe genug“ . Also Mut voraus und weniger bunte Bildchen! – Karl Schnier


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Hab alles brav gelesen, klar, ist von interesse   das ganz blabla (soweit es erdogan betrifft) kannste allerings, sorry, den hasen geben. da ist ja eh klar was er sagt.   insoweit: wieder mal betstehende vorurteile bestätigt gekriegt, danke.   WIRKLICH AUFSCHLUSSREICH fand ICH eine kleine Zwischenbemerkung, in Klammern, vier Worte:

„wechselt plötzlich zum Du“

damit ist alles gesagt. Wenn ein hochmögender Staatschef meint, einen Pressevertreter aus dem Ausland, der zudem nicht IRGENDWER ist, sondern immerhin Chefredakteur eines großen, renommierten Blattes, mit einem wie einem Hund gegenüber hingerotzten  DU abkanzeln und auf seinen Platz verweisen zu können. Dann sagt das alles.

Das DU in gewissen Situationen ist im Türkischen durchaus üblich –  gegenüber Schuhputzern, Taxifahreren oder wem immer ich zeigen will, daß er nur ein kleines, verachtenswertes Würmchen ist.   Da muß sich doch Mister Trump direkt ärgern, daß ihm im Englischen dieses sprachliche Instrument nicht zur Verfügung steht!!!???!!!  – erna apfelbacher


Leserbrief zu „Die linke Lust am Untergang“ von Thomas Assheuer

Ein „Asssheuer“ lohnt die ganze Zeit! – Manfred Wagener


Leserbrief zu „Bis einer heult“ von Katrin Hörnlein

Keiner von den Verantwortlichen wollte das wahrhaben. Die gewohnte Familie mit Mama und Papa ist für die Kinder ein Segen. Kinder in einer Patchworkfamilie – schon der Name ist irreführend – ist eine Qual. Und die Politik, die sowohl als auch vertritt, ist und bleibt dummes Zeug. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

Die deutsche bank hatte noch nie seit ich  denken und lesen kann einen guten ruf. sie stand immer fuer eine “ elite“ der abzocker.

Mit horenden gebueren der normalos und vielen verguenstigungen der geschaeftz und gross kunden. mit ihren steurparadis in ueberse oestreich und co. hat sie in verbrecherroscher mani ihren wohlhabenen kunden tuer und tor geoefnet – christian knaut


Leserbrief zu „Ich weiß natürlich, dass G20 den Hamburgern etwas zumutet“ von Giovanni di Lorenzo und Bernd Ulrich

Angela Merkel hat sich auf dem G-20-Gipfel für das Pariser Klimaabkommen stark gemacht.

Angesichts der Tatsache, dass die deutschen Treibhausgas-Emissionen seit

2009 nicht mehr gesunken sind, kann das nur als Heuchelei bezeichnet werden. Im Vergleich zu Trump gut auszusehen reicht nicht!

Unterdessen erreicht die Situation an der Arktis und an der Antarktis einen Tipping Point, das heißt, es kommen Prozesse mit einer Eigendynamik in Gang, die sich kaum noch aufhalten lässt. Inzwischen fehlen 2 Millionen Quadratkilometer Meereis an der Arktis und ebenso viel an der Antarktis; dunkles Meerwasser nimmt jedoch mehr Wärme auf als das weiße Eis (Albedo-Effekt), die Erwärmung verstärkt sich, es schmilzt noch mehr Eis und so fort.

Um diese Entwicklungen zu bremsen, reicht auch die dringend gebotene, drastische Senkung der Treibhausgas-Emissionen nicht aus. Es muss der Atmosphäre darüber hinaus CO2 in großen Mengen entzogen werden.

Eine Lösungsmöglichkeit besteht darin, Wüsten in Wälder zu verwandeln, und zwar durch die großflächige Aufforstung der Sahara und des australischen Outback.

Bitte berichten Sie wöchentlich über den Klimawandel, wie es die britische Tageszeitung The Guardian täglich tut, und über die Lösungen – zum Beispiel die Begrünung der Sahara, die den gefährlichen CO2-Gehalt unserer Atmosphäre senken könnte. – Sonja Schuhmacher


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Dieser Aufsatz hat mich so sehr beeindruckt, daß ich ihn bereits  weitergeschickt habe an Familie und Freunde in Deutschland, in den USA  und in der Türkei (mit erklärenden Randnotizen auf Englisch). Darunter  sind manche, die beruflich mit autistischen Menschen zu tun haben.  Im  Englischen sagt man „he/she is on the spectrum“, and wir kennen Leute,  die damit international berühmte Professoren/innen geworden sind.

Diese  13-jährige ist sicher eine Kandidatin dafür.  Ich habe spontan meiner Familie aus dem Aufsatz/Leserbrief vorgelesen.  Gelegentlich haben Sie das schon so gemacht (die NYT macht es ähnlich),  daß Sie auf der Webseite Übersetzungen anbieten in relevanten anderen  Sprachen.  So habe ich z.B. bereits Varianten aus der ZEIT in Türkisch  bzw. Englisch weiterschicken können.

Bei einem so wichtigen Aufsatz/Leserbrief könnten Sie das vielleicht  auch anbieten, obwohl hier sich natürlich keine bestimmte Sprache  anbietet.  Vielleicht können Sie das eben in vielen Sprachen anbieten,  z.B. Englisch, Italienisch, Ivrith, Arabisch, Türkisch, Burmesisch, …  Das wäre sicher ein großer Beitrag zum Verstehen von Autismus. – Peter L. Biermann


Leserbrief zu ZEIT im Osten

Seit mehreren Jahren bin ich treuer ZEIT-Abonnent und lese wöchentlich Ihre traditionsreiche Zeitung mit großer Freude – seit kurzem auch digital.

Ich lebe in Greifswald und beziehe daher automatisch die Regionalausgabe „ZEIT im Osten“.

Was mir aber jedes Mal sauer aufstößt, wenn ich das Inhaltsverzeichnis nach Interessanten Artikeln überfliege, ist die Tatsache, dass für die Regionalausgabe – aus was für Gründen auch immer – die Kategorie „Recht und Unrecht“ und neuerdings auch die letzten beiden Seiten den ersten Teils kurzerhand fallen gelassen werden, als ob man diese (meist sehr interessanten) Artikel im Osten Deutschlands nicht zu lesen bräuchte.

Da sämtliche Versuche die überregionale Ausgabe als Printexemplar zu beziehen gescheitert sind und mir auch der Leserservice nie weiterhelfen konnte, habe ich entnervt und verzweifelt darüber das Digital Abo dazugekauft (eine sehr interessante Form von Marketing). Nun möchte ich mich bei Ihnen mit Nachdruck darüber beschweren, dass für die Regionalausgabe diese Seiten weggelassen werden anstelle die „ZEIT im Osten“ so wie die „ZEIT Hamburg“ als Beilage einzufügen. Es mutet sehr seltsam an, dass Sie sämtlichen Lesern in Ostdeutschland einfach diese Seiten vorenthalten, als ob man diese hier nicht nötig hätte sie zu lesen.

Daher bitte ich Sie eindringlich: Geben Sie bitte auch diese Seiten im Osten heraus! Sie sind es wert auch hier gelesen zu werden und auch haben Ihre Autoren im Osten Deutschlands eine aufmerksame Leserschaft verdient!

Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung Ihrerseits freuen und noch mehr über eine in Zukunft drei Seiten stärkere Printausgabe. – Klaus Schwerdtner


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Ich habe eine Anmerkung zu Ihrem Artikel „Kann denn Grillen Sünde sein?“ in Ausgabe 28. Auf Seite 32 sind unten zwei Satellitenbilder von Paraguay zu sehen. Die Bildunterschrift suggeriert, dass das linke Bild im Jahr 2001 und das rechte Bild im Jahr 2015 aufgenommen wurde. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass die beiden Bilder, abgesehen von der rosa Einfärbung, absolut identisch sind. Die Flächen, die zwischen 2001 und 2015 abgeholzt worden sein sollen, sind sogar auf dem linken Bild als hellgrüne Rechtecke erkennbar. Sie sind weitgehend deckungsgleich mit den rosa Flächen auf dem rechten Bild. Der Wald ist also, entgegen der Bildunterschrift, alles andere als unberührt. Es scheint, als wurde zweimal das gleiche Bild verwendet und rechts lediglich die rosa Einfärbung hinzugefügt. Interessanter wäre es gewesen, wenn Sie links tatsächlich ein Bild aus 2001 verwendet hätten. – Lukas Schönewald


Leserbrief zu „Die Nasen sind voll“ von Marcus Rohwetter

eine soeben durchgeführte telefonische Adressänderung beim ZEIT Aboservice veranlasst mich, Ihnen eine Anregung für Ihre wöchentliche Quengelzone zu geben.

Eine professionell nette Dame im (outgesourcten?) Telefoncenter nimmt die Ädressänderung entgegen.So weit so gut. Dann passiert das gleiche, wie ich es inzwischen an vielen Stellen erlebe:

„Ich kann Ihnen noch ein sehr günstiges Angebot von ZEIT GESCHICHTE  machen. Vier Ausgaben für xy Euro statt soundsoviel Euro.“

An der Tankstelle beim Bezahlen des Benzins: „Möchten Sie noch einen Kaffee für einen Euro haben?“

An der Autobahnraststätte: „Zusätzlich zu Ihrem Tee vielleicht noch ein Stückchen Kuchen?“

Nein, keinen Kaffee, keinen Kuchen, kein ZEIT GESCHICHTE!

Dieses in ein scheinbar ehrliches Lächeln verpackte Power Selling hat nichts mit einem Darfs-noch-ein-bißchen-mehr-sein zu tun, sondern ist geschult und vorgegeben. Das nervt.

Geht es Ihnen auch so? – Volker Laengenfelder


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Erdogan hat zwar hierzulande nicht die größte Akzeptanz, doch es nicht so wichtig, wer was sagt, sondern ob der Befund stimmt und in diesem Fall hat er völlig recht. Ob Deutschland Selbstmord begeht oder sich im Sinne Sarrazins abschafft, kommt zum selben Ergebnis. Überdurchschnittliche Zuwanderung und unterdurchschnittliche Geburtenraten führen langfristig zur ethnischen Selbstauflösung. – Mag. Martin Behrens


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

zu der Aussage von John Cryan: ….kannte niemand die Namen der Männer, die Banken führten. Sie waren anonym und arbeiteten im Hintergrund. …“

möchte ich anmerken, dass es zumindest einen Mann gab, an dessen intellektuelle Brillianz seine Kollegen nicht heran reichten bzw. reichen: Alfred Herrhausen.  – Peter Rüping


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Mit 8 jahren wurde ich zum epelptika. in Bielefeld behtel wurde mir mit 8jahren epelepsi nach vielen irsinnigen untersuchugen die mir beihnahe das leben gejostet haetten attestiert.

Und schon lief die statliche ausgrenzunh an. natuerlich“ nahm ich alles nur falsch auf.

Mann wolltw nur mein bestes. mein vater SS arzt entdchid besder behandeln als ohne behandlung einen anfan riskieren. also internat eben ebzer lemgo drei jahre sonderschuhle fuer geistig lernbehinderte. Dann sonderschuhle guer geistig lernbehinderte lage. ohne abschluszeugnis ging ich.  dañ berufsfindungs jahr dortmund ohne das ziel eines hautschul zeugnis, musste ich 2j als prktikant arbeiten. dann meine gesellenprüfung als habduchbinder und bildererinramer  nach 3j mit 3 bestanden

Das ich diesen beruf nicht wollte und fuer mich aus meiner sicht nich geeignet war interesirte keinen, ich war sohn meines vaters,kinderarzt viele kannten ihn aus krigstagen. die behinderrungen waren auch das ich beim schwimmen nicht tauchen durfte also herr knaut darf nicht ohne aufsicht zum schwimmunterricht. auch beim reitunterricht wollte yer verein eine haftungs freistellung. die versicherungen verlagten einen risiko zuschlag. obwohl ich meyikanente nahm und ein anfall unwarscheinlich war.

Auch beim Arbeitsamtging munter weiter. da ich eine kese rechtschreib ghhm| schwaehe habe, hab ich die termine zum teil verdreht. so das ich den15.5.16.15 dann am 16 5 um 15.5im arbeitzamt erschien, was zur sperre fuehrte. auch die tatsache das der arbeitgeber erst dann seine foerderung bekam, wen ich 6monate arbetzlos war.dasfuerte dazu das ich laenger arbeizlos blieb.natuerlich wurde ich genoetigt zum drei schicht arbeit, obwohl ich das nicht durfte(arztiches atest)

Und so ging es 35j munter weiter.bis ein arzt den mut hatte zu sagen,HERR KNAUT ICH MACHE DIEEN IRSIN NICHT MIT. SIE SIND NIE EPELPTIKER GEWESEN!!!! HERR KNAUT SIE HABEN KEINE EPELEPSIE!!!!!!!!!!!!!!!

NUN DIE GESETZE DIE MIR HELFEN SOLLTEN WURDEN ZUM BUMERRAG. denn ich war ja kein schwerbehinderter mehr also nix mit rente mit 55. seit1998 ohne arbeit. seit 1997 durch arbeit bei der stadt winsen einen bandscheiben vorfalles entlassen ausgestesteuert zu alr zu teuer zu kaput.

Nun grundsicherung. damit keine moeglichkeit mich weiter zu bilden. rente erst mit 67. rente!!! almosen. Ausgrenzung ist staatich gewollt. Wir sind beduerftige, behinderte,nur kostentreiber.

Nur die elite hat versagt arbeitzplätze zu schaffen.die elite hat versagt benachteiligungen ab zu bauen. ohne nachweiss des „hatz 4 bescheides au hartz 4 reiches“ keine ermaesigung bei theater Schwimmbad und co.

Behinderumgen im gesundheitzwesen und mangelernaerung fuehren zum schnellerren tod der behinderten. der sozielhiefe aempaenger, den benachteiligten. jeder kennt die statistiken, was zu stress ausgrenzung fuehrt und somit zu verlusst der Lebensqualität fuehrt. so werden viele familien in der sozialen ausgrenzung in mehreren generationen gehalten.

Ich bin kein einzel fall ich bin nur ein fal von milionen denen es aenlich geht. intregation in der famili ist auch gescheitert da mein vater ein ueberzeuter SS Arzt sein lebtag geblieben ist.

Meine geschwister hueten und leben das erbe dieses der sogenanten elite menschen. so wird mir mein erbe unterschlagen, behinderte brauchen kein erbe kein geld zum leben. – Christian knaut


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Hiermit möchte ich Ihnen ein großes Lob für den Artikel „In den Sümpfen des Hungers“ vom 06. Juli 2017 aussprechen.

Wolfgang Bauer und Andy Spyra ist es in herausragender Weise gelungen, eine bekannte und  fatalerweise oft zurückgestellte Problematik in eindrucksvoller Weise erneut in Wort und Bild darzustellen. Meine Bewunderung auch für den Mut und das persönliches Engagement von Herrn Bauer und Herrn Spyra in einem nicht ungefährlichen Umfeld.  Es ist zutiefst ergreifend, hartes menschliches Schicksal am Beispiel der ausgewählten Personen mitzuerleben und auch durch die Hintergrund- und Begleitinformationen wieder einmal zu erkennen, dass gerade wir, die wir  in einem „satten Land“ leben, dazu beigetragen haben, dass Menschen einem solchen Schicksal von Hunger und anderem Leid ausgeliefert sind.

Ich begreife den Artikel als Weckruf und Aufforderung:  Kurzfristige monetäre und anderweitige materielle Unterstützung und  politische Initiative.  Beides ist notwendig.

Von unserer Regierung erwarte ich kraft ihres Auftrages eine durchdachte und sinnvolle Hilfe und keine leerlaufenden Vorzeigeaktionen. – Claudia Strecker


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Leider muss ich der Einschätzung widersprechen, die Evolutionsgegnerschaft mancher Gruppen könne nicht ihrer Religion zugeschrieben werden, weil doch andere Gläubige derselben Religion diese Einstellung nicht teilten. Eine simple Analogie: ließe sich dann nicht etwa auch behaupten, weil nicht alle in die NSDAP eingetretenen Deutschen aktiv Juden verfolgt und ermordet hätten, könnten die Taten eines Himmler oder Höß nicht der NS-Ideologie zugeschrieben werden? Auch für die drei monotheistischen Religionen mit ihren Massen- und Völkermord verherrlichenden sowie Abweichler verdammenden Schriften muss also gelten, dass sie für die Intoleranz mancher (wenngleich nicht aller) ihrer Anhänger ursächlich verantwortlich sind. – Sören Kaschke


Leserbrief zu „Die Wildschweine wollen ein Autogramm“ von Peter Kümmel

Ich möcht einfach nur ganz ganz herzlich dankeschön sagen für dieses wunderbare Gespräch. Herr Peter Kümmel als einfühlsamer, kluger Partner, ja, und auch dadurch Klaus Peymann in absoluter Höchstform. Einfach wunderbar !…..Zum Lachen, zum Nachdenken und immer faszinierend….. Danke vielmals aus Wien…. – Ernst Kortschak