30. November 2017 – Ausgabe 49

Leserbrief zu „Flucht in die Verantwortung“ von Peter Dausend und Tina Hildebrandt

Auch wenn es so schön zu den (weniger werdenden) Hummeln passt: Glyphosat ist nun mal kein Insekten- , sondern ein Unkrautvertilgungsmittel (nicht Insekti-, sondern Herbicid). Ob das verminderte Unkraut zwischen den Nutzpflanzen auch die Insekten vertreibt, ist wohl nicht notwendig so. Sorgfältige Recherche ist zu empfehlen… – Dr. med. Joerg L. Neumann


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Mit Ihrem Leitartikel sprechen Sie mir sowas von aus der Seele. Nur gibt es ein „kleines“ Problem mit der von Ihnen zu Recht geforderten „klugen Regionalpolitik“. Selbige muss sich auf Unternehmen verlassen können, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind. Wenn sich jedoch Unternehmen wie aktuell Siemens in Görlitz einen Dreck darum scheren, dann nützt die klügste Politik nichts. – Michael Hauck


Leserbrief zu „Die Big-Data-Diktatur“ von Thomas Assheuer

Da hat die KP-Führung wohl fleißig Gary Shteyngart’s „Super Sad True Love Story“ gelesen? – Michael Hauck


Leserbrief zu „Böse Groko?“ von Josef Joffe

Ich überlege auch seit zwei Monaten, weshalb Martin so furchtbar wütend auf Angela ist. Vor dem 24.9. haben sie sich doch noch gut vertragen. Jetzt soll Angela Schuld sein, dass Martin die Wählerklötzchen weggenommen wurden. Dabei hat sie sie nachweislich gar nicht genommen. Sie hat vielmehr im Verhältnis roundabout ebenso viele verloren wie er. Aber hat man je von ihr eine Klage darüber gehört, oder gar, dass sie Martin dafür beschuldigt? Nein, sie sieht es positiv, zusammen haben sie immer noch mehr als die anderen Kinder. Und sie weiß, vielleicht müssten sie davon auch noch abgeben, wenn alle Klötzchen neu verteilt würden, nur weil der Martin unbedingt so viele haben will wie Angela. Da merkt man eben, dass er der Kleinere ist und sie die Ältere, Weitere. Das wird auch der Erzieher wissen, zu dem sie heute wegen ihres Streits müssen. Er wird ihr helfen, dass der Martin und seine Freunde sie nicht dauernd weiter hauen und am liebsten aus dem Kindergarten werfen wollen vor Zorn. – Astrid Lamm


Leserbrief zu „Eine Frage der Ära“ von Bernd Ulrich

Mit großer Begeisterung habe ich heute Morgen ihren Artikel verschlungen. Besonders Ihr leicht ironischer Unterton zeugt von der Gelassenheit, die für mich großen Journalismus ausmacht. Sie missionieren nicht, drängen in keine Ecke sondern zeigen mir als Leser verschiedene Sichtweisen sowohl zur Person Merkel als auch zu politischen Inhalten auf. Ein großartiger Beitrag zur rechten Zeit, denn angesichts des aktuellen Nachrichtenbildes kann ich mich nicht immer von einfacheren, plakativeren, vielleicht sogar populistischen Sichtweisen freihalten – um so größere Freude bereitet die Möglichkeit der Selbstreflektion durch Ihren Anstoß. – Hendrik Meyer


Leserbrief zu „Mehr Experimente!“ von Matthias Krupa

„Wildes Leben“ wogt nicht nur bei uns. Die unaufhörlich kommentierte Lage im Land der Leitkultur verlangt entschieden nach einem wackeren neuen Gotthelf, der sie uns – möglichst noch zu Weihnachten – so treuherzig verfremdet veranschaulichte, dass wir uns gern dazu einladen ließen, munteres Menscheln bei lieben Nachbarn mitzuerleben; warum nicht so avisiert: Wie Angi Abwäger den Fehdhofer Horstl aushält, und wie es dem Meitschi mit dem Koaliern geht … – Götz Hof


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Beide Autoren haben ein gravierendes Problem übersehen. Es gibt eine große Zahl jahrzehntelang erfolgreich Selbständiger, die im Alter die hohen Beiträge zur Privaten Krankenversicherung dauerhaft nicht mehr leisten können. Selbst der Basistarif beträgt häufig das Doppelte eines Monatsbeitrags zur Gesetzlichen Krankenversicherung. Ein Wechsel in die günstigere Versicherungsart ist Ihnen versagt. Die Privatversicherung kündigt und der jahrzehntelang vergleichsweise kostspielig Versicherte steht dann gänzlich ohne Versicherungsschutz da. Die Einführung einer klassenlosen Bürgerversicherung mit gleichen Rechten und Pflichten für alle ist längst notwendig. – Jochen Freihold


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Ist ein Agrarminister, z.Zt. Christian Schmidt (CSU), ein Minister für das Wohlergehen der Landwirte oder für die Gesundheit der Agrarflächen mit der Auswirkung auf die Gesundheit der Bevölkerung? Schmidt hat in der Abstimmung der EU für eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat um weitere fünf Jahre gestimmt. Da er dazu allein eigentlich nicht berechtigt war, gibt es Ärger mit der SPD. Sie will den Vorfall nutzen, um Vorteile bei Koalitionsverhandlungen heraus zu holen. Klug? Eine Enthaltung hätte die Verlängerung nicht verhindert. Und die Chemieindustrie ist auch unzufrieden, weil ihr Gewinnbringer nach fünf Jahren eine neue Genehmigungsprozedur überstehen muss.

Tatsache ist, dass es keine eindeutigen Erkenntnisse darüber gibt, dass es krebserregend ist. Außerdem ist es die kostengünstigste Methode der Unkrautbekämpfung. Aber es gibt Lebewesen im Boden, deren Schädigung auf längere Sicht gesehen zu befürchten ist. Und die vernichteten Unkräuter wären Futter gewesen, z.B. für Bienen. Aber es gibt noch andere Probleme. Ein Beispiel: Die Massenhaltung von Kühen schädigt den Boden (Güllemengen), und das Klima (Methan). Und woher kommt das Insektensterben, das der Autofahrer erkennt, da kaum noch welche an der Windschutzscheibe kleben. Frage: ist der Agrarminister nur für Vorteile der Landwirte zuständig oder auch für Erhaltung und Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutzflächen? – Werner Wittig


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Als ich Ihren Artikel zur gewünschten Bürgerversicherung gelesen habe, war ich gleich hellwach. Ich verstehe nicht, warum immer der Neid auf die Versicherung der Beamten geschürt wird. Dann steht in Ihrem Artikel, die Beamten würden nicht die teure PKV bezahlen. Und ob, kann ich dazu nur sagen, warum erwähnen Sie nicht, daß ein Beamter für jedes seiner Familienmitglieder eine gesonderte Versicherung abschließen muß d.h. Wenn er drei Kinder hat und eine nicht Berufstätige Frau, dann muß er fünf Versicherungen abschließen. Bei einem normalen Arbeiter oder Angestellten, sind alle Familienangehörige mitversichert! Dies wird nie irgendwo erwähnt. Auch muß der Privatversicherte in Vorleistung bei den Kosten gehen, wenn ein Medikament teuer ist, ist das für viele ein Problem, zumal es meistens bis zu 1-2Monate dauert, bis man sein Geld wiederbekommt. Vor einiger Zeit habe ich von Joseph Pulitzer folgenden Satz gelesen, dem ich aus vollem Herzen zustimme: Einezynische,käufliche demagogische Presse wird mit der Zeit ein Volk erzeugen, das genauso niederträchtig ist, wie sie selbst. – Jutta Hansen


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Die Deutsche Ärzteschaft ist Frau Nienhaus zu Dank verpflichtet. Sie hat in ihrem Artikel kritiklos zwei standespolitische Lügen übernommen:

  1. Praxen würden „pleite gehen“ nach Einführung der Bürgerversicherung. Die Behauptung wird widerlegt durch eine große Zahl von Praxen in armen Landes- oder Stadtteilen (und meiner eigenen Erfahrung nach fast 30 Jahren als Internist in Hamburg-Wilhelmsburg) ohne oder mit geringem Anteil von Privatversicherten. Ärzte werden dort zwar nicht so reich wie in „besseren“ Regionen, aber gingen und werden deswegen nicht „pleite gehen“.
  2. Es fände eine Quersubventionierung der GKV durch die PKV statt, ist die zweite Lüge. Die 120 Mrd. Euro jährlich von 90 Prozent der in der GKV versicherten Bevölkerung sind die Grundlage für die flächendeckende Versorgung in Praxen und Krankenhäuser, des medizinischen Fortschritts und der Milliardengewinne der Pharmaindustrie. Die PKV-Gelder (20 Mrd. Euro) kommen überwiegend nicht dem Gesundheitswesen sondern privilegierten Ärzten zu Gute. Die PKV fehlinvestiert viel Geld in medizinisch unsinnige Leistungen und in eine regionale Überversorgung. Beispiel: Der reiche Landkreis Starnberg mit vielen Privatpatienten hat einen Versorgungsgrad von 465 Prozent an Psychotherapeuten und 510 Prozent an fachärztlichen Internisten. (lesenswerte wissenschaftliche Quelle: WidO-Studie, Leinert 2006). – Dr. med. Bernd Kalvelage

Leserbrief zu „Über die Berliner Police Academy“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Harald Martenstein hat recht, der Kalifatstaat steht nicht mehr vor Wien, er sitzt in Berlin. Aber die deutsche Republik schwelgt in Ignoranz. – Andreas Hahn


Leserbrief zu „Endlich ehrlich“ von Fritz Habekuss

Wer die Fähigkeit hat, die Schönheit der Tiere zu erkennen und die Freude zu empfinden, die in uns erstrahlt, wenn sie uns ihr Vertrauen und ihre Zuneigung schenken, der weiß zwei Dinge ohne jeden Zweifel: Das Glück kommt auf vier Pfoten und der Horror erscheint auf zwei Beinen. Niemand dürfte es wagen, solche „Versuche“ an meinen wunderbaren Hunden, Katzen, Pferden etc. durchzuführen. Warum aber schützt niemand die Millionen wehrlosen Lebewesen, die der barbarischen Quälerei hilflos ausgeliefert sind und die man noch verhöhnt mit dem Satz: „Den Tieren geht es gut.“ Welchen Respekt soll man für ein Parlament empfinden, das den gesetzlichen Rahmen verabschiedet hat, der den Tierquälern die Sicherheit verschafft, straflos davonzukommen? Es gab doch Menschen wie Pythagoras, Alexander von Humboldt, Rilke, Adorno, Prof. Stiller und es gibt auch heute Ärzte, die die Sinnlosigkeit und Charakterlosigkeit dieser Folter für jeden – auch für die Täter – erkennbar benannt haben. Aber wenn das Budget genehmigt wird, wenn der Professorentitel winkt oder gar das Bundesverdienstkreuz, dann ist mancher tatsächlich bereit, wunderbare unschuldige Lebewesen für den eigenen Vorteil furchtbar leiden zu lassen. Helden setzen ihr eigenes Leben für eine gute Sache ein, Schufte lassen andere wehrlose Lebewesen für ihren Ruhm und ihren Profit leiden und sterben. Es gibt Dinge, die tut ein Mensch einfach nicht. – Klaus Lachetta


Leserbrief zum Titelthema „Der letzte Tanz“

Eine ganze Seite Werbung für Merkels blendenden Nachruf: Der idyllische Locus amoenus mit Rousseaus edler Wilden im Hosenanzug. Bernd Ulrich wird seinem Ruf als Grüner und hingerissener Merkelverehrer wieder einmal voll gerecht. Dazu einige Nachfragen: Frau Merkel „verspricht“ dem deutschen Volk, in vier Jahren nicht noch einmal zu kandidieren; wie nach dem Flüchtlingsdrama „Das darf sich nicht wiederholen“? Ist die „lernwütige Kanzlerin“ nicht eher die wendige Opportunistin? „Hängt die Macht an ihr“ wie ein Mühlstein? Merkel wird gelobt wegen ihres „Pragmatismus, (wegen) ihrer Unbestechlichkeit“. Ist damit auch ihre Nachsicht gegenüber der Autoindustrie gemeint? Merkel habe dadurch und durch ihre „Sachlichkeit“ die Republik geprägt. Wie kann es dann sein, dass „die Gefühle des Volkes immer mehr ins Extrem“ trieben? Ist die Einführung der Ehe für alle „unter dem Druck von Krisen“ durchgezogen worden? Oder war sie lediglich hektische Parteipolitik? Konnte Merkel „ihre Flüchtlingspolitik…gut erklären“, Flüchtlingspolitik, die christlich begann und unchristlich geändert wurde? Ich hab sie nicht verstanden! Ist nicht das „gefühlte demokratische Legitimationsdefizit“ ein reales Manko? Ist der Hinweis auf „ihre Parteifreunde“, die das „Merkel’sche Narrativ zumeist nicht (beherrschten)“ die Umschreibung für „Merkel konnte sich nicht allgemein verständlich ausdrücken“? Interessant in Ulrichs „Eine Frage der Ära“ ist der Versuch, Merkels Sinneswandel im Hebst 2016 zu erklären. Ich habe es mir damals so vorgestellt: Esszimmer des Ehepaares Sauer-Merkel

Joachim: Die Suppe wird kalt.
Angela: Ich komme bald, noch ein Telefonat; ich brauche Rat.
J: Lass dich nicht überreden, bleibe hart!
A: Einen Moment noch, wart‘!
J: Wer war’s? Der Kauder wieder?
A: Ja, schau mal, ich schrieb’s nieder: „Angela, du musst weitermachen, wir sollten keinen Streit entfachen.“
J: Willst du dich um-entscheiden? Auch wir wollten doch Streit vermeiden. Wollten wir nicht Zeit für uns? Mehr wandern, lesen, Ruhe haben, nicht richten uns nach Hinz und Kunz?
A: Und die, die mir ihr Vertrauen gaben? Ich bin ganz hin- und hergerissen, mich quält ganz einfach mein Gewissen.
J: Dich wird bald keine mehr vermissen! Die denken nur an ihre Pfründe. Nein, Angela, es ist Sünde, wenn du auf den Kauder hörst; zu viel ist’s, was du so zerstörst. Du hast ihm doch nicht nachgegeben?
A: Nein, nein, danach gibt’s auch ein Leben, hab ich ihm zum Schluss gesagt.
J: Hat er nicht nochmals nachgefragt?
A: Du kennst ihn gut, in der Tat. Ich hab gesagt, ich hol mir Rat.
J: Meinen Rat kennst du, mein Liebes: Besser wär’s, wenn du zu Hause bliebes.
A: Doch das Gemeinwohl, lieber Mann, bleibt auf der Strecke, und dann? Ich muss die Möglichkeiten sichten und dann alles neu gewichten.
J: Dir wird’s ergehn wie Helmut Kohl.
A: Der Vergleich ist ziemlich hohl; mir geht’s nicht um Ästhetik, mir geht’s um meine Ethik: Ich denk an meine Pflicht.
J: Das ist deine Sicht. Die CDU ganz ohne dich, das findest du wohl wunderlich? Gestern warst du noch fest entschlossen…
A: Stimmt, ich hätt‘ die Freizeit gern genossen…
J: Du bist also wieder bereit?
A: Gib mir noch ein wenig Zeit.
J: Lass dich nicht bekehren.
A: Ich weiß mich schon zu wehren.
J: Es wären vertane Jahre.
A: Gott bewahre! Möchtest du noch etwas Suppe?
J: Nein, die Suppe ist mir schnuppe. Ich hoffe, du bleibst bei dem Nein.
A: Das will gründlich überlegt sein.
Am nächsten Tag, so gegen zehn
ist’s um die Kanzlerin gescheh’n:
Privates steht an Stelle zwei,
das Wichtigste bleibt die Partei.
Sauers Reaktion ist eine hehre,
macht seinem Namen alle Ehre. – Johannes Kettlack


Leserbrief zu „Bauer sucht Kraut“ von Andreas Sentker

Ihr Artikel zeigt drastisch auf, dass das Verhalten des geschäftsführenden Landwirtschaftsministers nur einen kleinen Aspekt eines dramatischeren Problems handelt. Folgendes möchte ich dazu als Leserbrief anmerken: Überflüssig wird nicht der Chemieeinsatz, sondern das Leben
Eine schöne neue Welt versprechen die Agroindustriellen mit der Digitalisierung. Voraussetzung dieser angeblich smarten Technik sind gemarkungsgroße Äcker, auf denen keine Pflanze ein Daseinsrecht hat, die von der Wissenschaft nicht als nützlich identifiziert wird. Gigantische Traktoren bewirken eine Bodenverdichtung, die langfristig Böden unfruchtbar macht. Wenn 20 bis 80% Glyphosat eingespart werden, dann wird immer noch Gift in die Lebenswelt eingebracht, das zusammen mit den intelligenten Robotern dafür sorgt, dass sich diese auch weiterhin zunehmend in eine grüne Wüste verwandelt: Alle Pflanzen außer „Nutzpflanzen“ müssen sterben und mit ihnen alles Leben, das mit ihnen in den Nahrungs- und Bestäubungsketten verbunden ist. Jeder kann feststellen, dass bei einer Fahrt durch den Wald im Sommer kaum noch Insekten auf den Windschutzscheiben unserer Autos landen. Auf unseren Feldern fehlt der Gesang der Lerchen und anderer Singvögel. Mit der Digitalisierung gewinnen die Konzerne zudem eine datenbasierte Herrschaft, die die wenigen verbliebenen Agrarbetriebe in totale Abhängigkeit bringen. Zunächst soll Europa auf diese Weise beglückt werden. Wo werden all die Menschen Arbeit finden, die in Osteuropa freigesetzt werden?

Bald wird das nicht mehr genügen: Mit Marshallplänen für Afrika und Südamerika wird man dafür sorgen, dass die landlosen Bauern von ihren Ackerflächen verschwinden, damit eine effiziente grüne Revolution die Ernährungssicherheit gewährleisten soll. Bisherige Erfahrungen belegen jedoch: Angepasste Landwirtschaft ist das nicht. Hunger und Fehlernährung nehmen nicht ab, sondern zu. Kulturen werden zerstört. Ironischerweise nennt man das Bekämpfung von Fluchtursachen. All das ist Zerstörung unseres gemeinsamen Hauses, von Mutter Erde, wie Papst Franziskus schreibt. Es ist an der Zeit umzusteuern. Dazu werden die großen Parteien gebraucht, die wieder Vertrauen zueinander aufbauen müssen, um sich gegen mächtige nationale und internationale Interessen durchzusetzen. – Hans – Otto Kloos


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ von Larissa Hofmann und Thomas Lohr im ZEIT Magazin

Langsam wird es langweilig mit Clarissa und Thomas. Was soll dass. Ich das wirklich von Interesse? Haben sie eine besondere Beziehung zur Zeit. Wie gesagt: Langweilig! – Johanna Fröhlich


Leserbrief zu „Mehr Experimente!“ von Matthias Krupa

Ihr Autor sieht das richtig. Es geht längst nicht nur um Politik Obwohl ich eher dafür plädiere das Angelika Merkel sich zurückzieht. Sie hat genug Unheil angerichtet. Sie wird das nicht machen wollen,wie jeder anderer Kanzler vor Ihr mit Ausnahme von Willy Brandt. Eine Wiederbelebung der GroKo wäre das Einfachste was man sich denken kann – aber auch das verkehrteste. Das bringt nur Frau Merkel weiter. Politisch hat es keinen Wert. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Flucht in die Verantwortung“ von Peter Dausend und Tina Hildebrandt

Zwei Drittel Ihres Artikels habe ich noch Wort für Wort gelesen, dann bin ich zum Diagonallesen über gegangen und habe dann die ZEIT frustriert zur Seite gelegt. Ich bin seit über 50 Jahren ZEIT-Leser und habe oft von Artikeln gelernt, die meiner Meinung widersprachen. Ihr oben genannter Artikel hat wirklich kein ZEIT-Niveau. Es fehlt an einer klaren Gedankenführung, Nebensächlichkeiten und vor allem eigene Voreingenommenheit bestimmen den Gedankenduktus, allgemein bekannte und erwiesene Fakten werden außeracht gelassen oder zumindest nur soweit genutzt/entschärft, wie es ihrem gewollten Ergebnis entspricht. Beispiele: Schulz hat mehrfach mit Nachdruck öffentlich zugesagt, dass am Schluss die SPD-Basis über die Ergebnisse der Gespräche mit den Unionsparteien entscheidet. Nicht nur die JuSos sondern auch die gesamte SPD-Basis ist klar gegen die GroKo. Ist ihnen das entgangen! Der Satz von Angela Nahles nach ihrer Wahl zur Fraktionsvorsitzenden „Ab morgen kriegen sie in die Fresse“ war erkennbar (lachend!!!) keine Kampfansage sondern ein Scherz. Also von Ihnen Sinn entstellend aus dem Zusammenhang gerissen. Zum Ende des JuSo-Kongresses schreiben Sie: „Wie Schulz warb auch Nahles dafür, zumindest Gespräche mit der Union aufzunehmen.“ Richtig! Kein Wort von „….. mit dem Ziel GroKo, oder Regierungsbeteiligung“. „Kaum ist der Schalter vom kategorischen Nein zur Groko umgelegt … überschlagen sich die Genossen mit Forderungen in Richtung Union.“ – Darf die SPD eigene Programmpunkte jetzt nicht mehr öffentlich aussprechen??? Muss die SPD vor offenen Gesprächen mit der Union deren Programmpunkte schon vorweg akzeptieren??? „In ihrem verwirrten Zustand bräuchte die SPD nun dringend Führung.

Sie hat aber Martin Schulz. Und der hat sich mit seinen widersprüchlichen Aussagen völlig verheddert.“ Oder haben Sie sich in ihrer Voreingenommenheit vielleicht völlig verheddert? Sehen Sie es wirklich bei einem Spitzenpolitiker als KO-Kriterium, wenn er sich auf eine neue politische Lage realistisch und verantwortungsvoll einstellt? Darf ich erinnern: Die Regierungskrise haben die Jamaika-Parteien und nicht die SPD ausgelöst! Frau Merkel hatte als designierte Kanzlerin die Chance eine neue Regierungskoalition für sich zu gewinnen. Dann hätte sie aber die Sondierungen anders moderieren müssen. „Einen herben Rückschlag erlitt das Projekt Groko am Montag durch das freihändige Agieren des CSU-Unklückswurms Christian Schmidt … . Ohne Abstimmung mit dem Kanzleramt, gegen ….. aber angeblich mit Rückendeckung von CSU-Chef Horst Seehofer …… . Tatsachen: Altmeier hatte am Tag vor der EU-Abstimmung Herrn Schmidt noch einmal angerufen und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Kanzlerin und eben auch der Koalitionspartner SPD (in Person der auch zuständigen Ministerin Hendriks) auf das Enthaltungsgebot im Koalitionsvertrag hingewiesen hatte. – Der arme „Unglückswurm“ Schmidt! Noch mehr verniedlichen konnte man diesen vorsätzlichen, selbstgerechten Bruch des Koalitionsvertrages durch die CSU wirklich nicht! – Gerd Löffler


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Man(n) und frau sollte auf Christian Schmidt nicht einschlagen, sondern ihn loben. Einmal dafür, dass er nun auch für die letzten politischen Halbblinden klar gemacht hat: In den wesentlichen Dingen bestimmt das Kapital; was dem Diesel-Kartell sein Dobrint ist dem Agro-chemischen Konplex sein Schmidt. Zum anderen hat er unmissverständlich klargemacht: Wenn die SPD auch diesmal – aus staatserhaltenden Gründen, wie man das von ihr seit Kaisers Zeiten kennt – „mitmacht“, macht sie auch der / dem Letzten klar: Wir sorgen dafür, dass in diesem Land die Reichen nicht ärmer werden. auch hierzulande nicht die nicht die öffentlich legitimierte Politik- und das schon längst – nicht sondern das allmäctige Kaü – Hans-Peter Heekerens


Leserbrief zu „Mehr Experimente!“ von Matthias Krupa

Ihr Artikel kommt mir viel überzeugender vor, als der von Matthias Naß. Hoffentlich bleiben die Genossen standhaft und beteiligen sich nicht an der großen Koalition. Um nach der Registraturperiode zu einer Splitterpartei zu verkommen, ist die SPD zu unentbehrlich für die deutsche Politik. Das wäre jammerschade. Eine Minderheitsregierung will wohl niemand, aber alle Parteien müssen sich ohnehin gemeinsam um den politischen Konsens bemühen und um den sozialen Ausgleich kämpfen, um das Land wirklich zu vereinigen, dann streitet euch besser auf der öffentlichen Bühne und nicht hinter dem Vorhang! Manchmal denke ich, Mensch, warum habt ihr denn so viel Schwierigkeiten, um sich zu einigen, die Deutschen! Aber das ist auch eine gesunde, aber unangenehme Seite der Demokratie, die wir tragen müssen. Also bitte vorwärts und nicht rückwärts! – Ai Kretschmer- Nakashima


Leserbrief zu „Mehr Experimente!“ von Matthias Krupa

Zum Thema Experimente hätte ich anlässlich des Alleingangs von Herrn Schmidt einen neuen Vorschlag. Dieser bisher eher unauffällige Minister aus Bayern hat eindeutig gezeigt, wem er sich verpflichtet fühlt. Die Schwesterpartei und der noch oder wieder Koalitionspartner gehören nicht dazu. Daraus sollte nicht nur die SPD ihre Schlüsse ziehen. Es ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr zu verstehen, dass eine regionale Partei einen solchen Einfluss auf die Bundespolitik hat. Man denke nur an die Maut von Herrn Dobrindt. Wenn die CDU etwas Mut zum Risiko hätte, würde sie sich von der CSU trennen und in Bayern bei Neuwahlen kandidieren. Im Gegenzug könnte die CSU bundesweit antreten und Wähler am rechten Rand an sich binden. Allerdings wäre die absolute Mehrheit in Bayern sicher perdu und man müsste sich mit der 5%-Hürde im Bund auseinandersetzen. Mit dieser neuen Konstellation und einem teilweisen Wechsel des Spitzenpersonals wäre eine Situation entstanden, die
Neuwahlen plausibel machen würde. – Reinhard Fabis


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Zunächst meine Anerkennung dazu,  dass Sie bei der Bürgerversicherung ( und vielen anderen Dingen) zwei Seiten zu Wort kommen lassen. Zum Thema:: man kann mit der II. und mit der I. Klasse von Frankfurt nach Berlin fahren. Das Ziel, Berlin, wird in beiden Fällen erreicht. In  der I . Klasse geht dies deutlich komfortabler zu. Es kostet rund das Doppelte. Wer das Geld hat und es dafür ausgeben will, weshalb sollte er es nicht tun?. Als alter Arzt, also als ehemalig Handelnder und nun Behandelter, versichere ich, dass in unserem System geschieht, was möglich ist. Wie der Studiendirektor kommt auch der  arbeitslose Alkoholiker an die Künstliche Niere, wen er sie braucht.. Keinem wird dies verweigert. Dies ist nicht überall so, nicht einmal in reichen Ländern Europas. Wer aber weniger verdient oder das Geld nicht ausgeben will, muss mit anderen zusammen in einem Zimmer schlafen und länger im Wartezimmer sitzen. Beides ist mir auch schon ohne bleibenden Schaden geschehen. Ist es ungerecht, dass der eine sich einen Mittelklassewagen, der andere nur einen Kleinwagen leisten kann oder will? Müssen wir alle gleich sein? Fahren alle Linken Politiker II.Klasse und Polo? – D. Höffler


Leserbrief zu „No sex, please!“ von Patrik Schwarz

Ihr Artikel, Herr Schwarz, spricht mir aus dem Herzen. Und aus der Seele. – Jürgen Retter


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Ein Hoch auf die ZEIT, ein Hoch auf Petra Pinzler. Sie zeigen die Lücke auf, die die drei Koalitionsparteien in ihren Wahlprogrammen gelassen haben: Konkrete Planung zur Bewältigung der Klimaziele. Sicherlich ist es nur eine Minderheit der Wahlberechtigten, die von der SPD mehr noch als von der Union einen Plan erwartet hatten, wie den Braukohlekumpels in der Lausitz und im rheinischen Tagebau neue Arbeit beschafft werden kann und wann sozialverträglich die landschaftszerstörenden Tagebauten und die qualmenden Kraftwerke geschlossen werden sollen. Die CSU, die ja für Verkehr und Landwirtschaft zuständig war, hat bei der Schaffung von Leitlinien für eine moderne Landwirtschaft und ein umweltgerechte Umgestaltung des Straßenverkehrs vollständig versagt. Aber eben die Stimmen dieser zukunftsorientierten Minderheit fehlen den Volksparteien. Sie ist mit wohlfeilen Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit oder finanziellenWohltaten nicht zu ködern. Bisher haben die Medien diesen Mangel rüchsichtsvoll verschwiegen. Möge Ihr Weckruf, Frau Pinzler, Resonanz in den Medien finden und hoffentlich auch die Parteien erreichen, die sich eine Übernahme von Regierungsverantwortung zutrauen. Es wäre wünschenswert, wenn sie sich dann auch eine klare Meinung zu den bisher großenteils ungerechten Handelsverträgen bildeten; den das ist ein weiteres, bisher verschwiegenesThema. – Jürgen Kirschning


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Vielen Dank für Ihren engagierten Artikel gegen Glyphosat. Und das auf der ersten Seite, unglaublich – ich hatte so was in der ZEIT schon fast nicht mehr für möglich gehalten. – Peter Stephan


Leserbrief zu „Höcke hat Besuch“ von Jana Simon

Erst einmal vielen Dank für Ihren wirklich sehr gut geschriebenen und auch ebenso ausgewogenen Artikel, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Diese sogenannten „Aktionskünstler“ vom „Zentrum für politische Schönheit“ sind ja in der jüngsten Vergangenheit schon des Öfteren mit einigen ebenso spektakulären wie auch sehr umstrittenen öffentlichen Aktionen zu unterschiedlichen Themen in Erscheinung getreten, wie Sie ja auch in Ihrem Artikel dargestellt haben. Ich persönlich fand diese Aktionen einfach jedesmal nur völlig daneben, würdelos und teilweise richtiggehend kriminell. Dies verhält sich im Falle des AfD-Politikers Björn Höcke exakt ganz genauso. Es ist ja leider bezeichnend für eine gewisse Sorte von Menschen, die, wenn ihnen bestimmte intellektuelle und charakterliche Eigenschaften fehlen, diese persönlichen Defizite dann fast immer mit irgendeinem möglichst medienwirksam inszenierten und ebenso lautstarken Spektakel zu kompensieren versuchen.

Vernünftig und zivilisiert auf Augenhöhe diskutieren kann man mit solchen Figuren leider nur in den wenigsten Fällen, da diese Leute sehr schnell merken, daß sie ihrem Gesprächsgegenüber argumentativ und intellektuell oft einfach nicht gewachsen sind. Und dann werden diese – natürlich alle aus dem politisch linken bis linksextremen Spektrum stammenden Leute – eben sehr schnell nur noch unsachlich, aggressiv und extrem einseitig polemisch. Das war in den Jahren um 1968 herum im Zuge der damaligen Studentenrevolten nicht anders. Da wurden auch schon alle möglichen politisch missliebigen Gegner dieser linksverhetzten Studentenschaft erbarmungslos niedergebrüllt, mit massivsten Mitteln am Reden gehindert, permanent verunglimpft, beschimpft, ausgegrenzt, in die rechtsradikale Schmuddelecke gestellt usw. Dies verhält sich im Fall von Herrn Höcke ganz genauso. Man kann natürlich von der AfD und von Herrn Höcke halten was man will, schließlich muss ja niemand diese Partei wählen oder besonders mögen.

Nur ist diese Partei eben kürzlich auf völlig demokratische Weise von einem recht beachtlichen Anteil unseres Volkes in den deutschen Bundestag und in viele Landtage gewählt worden. Und genau damit können und wollen sich diese ultra-linksgestrickten Politaktivisten ganz deutlich erkennbar einfach nicht abfinden. Diese selbstherrlichen und selbsternannten politischen Tugend- und Moralwächter zeichnen sich vor allem durch eine schon richtig erschreckende Intoleranz gegenüber allen politisch Andersdenkenden aus. Sie maßen sich eine unumschränkte politisch-moralische Deutungshoheit an, die sie definitiv nicht besitzen. Alles, was nicht in ihr politisch-ideologisches Weltbild passt, wird umgehend als „Rechtsextrem“, „Rassistisch“, „Frauenfeindlich“ usw. usf. diffamiert. Dieses Verhalten zeigt ja auch sehr deutlich, was für einen Begriff von „Demokratie“ oder auch von „Meinungsfreiheit“ diese Leute haben; frei nach dem Motto: „Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein !“

Sie werfen ja schon regelrecht reflexartig allen „rechten“ Parteien und deren Wählern und Sympathisanten ständig „Demokratiefeindlichkeit“, „Hetze“, „Fremdenhass“, „Intoleranz“, „Antisemitismus“ und „Rechtextremismus“ vor. Nur sind sie selber leider meist keinen Deut besser. Und dazu zeigen die bisher üblichen moralischen Totschlag-Vokabeln wie „Nazi“ usw. bei großen Teilen unseres Volkes mittlerweile immer weniger Wirkung. Weil diese Vokabeln nämlich inzwischen bereits ziemlich abgenutzt sind. Und genau das verbittert diese linken Polit-Tugendwächter zusehends immer stärker. Daher rührt auch ihr schon regelrecht pathologischer Hass auf alles, was in ihren Augen – wie auch immer – als politisch „Konservativ“ bzw. „Rechts“ gilt. DIESE Leute sind die wahren Feinde jeder wirklich echten Meinungs- und Parteienvielfalt und ebensolche Gegner von freiheitlicher Demokratie und nicht irgendwelche Höckes, Gaulands oder von Storchs. – Lothar Wiese


Leserbrief zu „»Wir erleben eine Verrohung unserer Gesellschaft«“ von Lea Frehse

Diese –wie Herr Hollstein sagt – „gewachsene Haltlosigkeit“ kommt wohl auch von der politischen Führung in unserem Land. Es ist die gewachsene Enttäuschung und Resignation unserer Menschen. In anderen Ländern setzt sich das Staatsoberhaupt für seine Bevölkerung ein und sie können sich gut aufgehoben fühlen. In Deutschland ist erstmal „Europa first“ angesagt. Unsere Angela Merkel hat doch einen Amtseid geschworen: „Zum Wohle des deutschen Volkes.“ Ist dieser mangels Konsequenz, eine inhaltsleere Hülle? Dieses Volk fühlt sich momentan wohl sehr allein gelassen. Wenn Parteien schlechte Vorbilder sind und fast schon feindselig miteinander umgehen,  wie soll es dann erst in unserer Gesellschaft rücksichtsvoll und höflich zugehen? Wo bleiben Werte und Anstand? Wer bringt dies den jungen Leuten bei? Die Wut geht immer auf die Schwachen. Gerade Ältere und Kranke haben Angst. Täglich werden uns schreckliche Szenarien in den Medien mitgeteilt. Da ist es doch kein Wunder, wenn das Böse Überhand gewinnt. Wir sind die Bundesrepublik Deutschland und nicht Bundesrepublik Europa. Macht sich bei Merkel der Größenwahn breit? – Petra Lehberger


Leserbrief zu „Auftritt: Der große Unsichtbare“ von Elisabeth von Thadden

In dem Artikel über das neue Buch des Landtagsdirektors Prof. Dr. Utz Schliesky wird selbiger als „Landtagspräsident“ bezeichnet. Der Landtagspräsident ist der CDU-Abgeordnete Klaus Schlie, Herr Schliesky ist wie geschrieben der Direktor des Landtages. Um eine Korrektur würden wir daher gerne bitten. – Vivien Albers


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Gerade Gutverdiener haben das unsolidarische Privileg, sich aus der Finanzierung der Krankenversorgung auszuklinken, sich darin aber ungeniert schmarotzerhaft zu bedienen. Müssten die Privaten ihr eigenes Krankenversorgungssystem mit Notfall-, Arztversorgung, Krankenhäusern, finanzieren, würden ihnen die Augen aufgehen. Und würden Staat und Steuerzahler die Gesetzlichen genauso subventionieren wie die Privaten über ihre Beamten, würden in Gesetzlichen auch jene nicht nur über die Solidargemeinschaft, sondern über Staat und Steuerzahler versorgt werden, die die Privaten erst gar nicht versichern, wie etwa Behinderte, chronisch Kranke, Gehandicapte und Kostenintensive. Der Skandal hat schon lange einen Namen! – Anton Distler


Leserbrief zu „Europas Hoffnungsmacher“ von Matthias Krupa

Ihr Artikel ist nur eine Randnotiz und wahrscheinlich auch so gemeint. Ich ärgere mich dennoch über die Verleihung des Dönhoff-Preises an Pulse of Europe. Die Bewegung macht ein bißchen romantisches Geschrei, hat aber mit der Realität nichts zu tun. Das hätte die Gräfin selbst mit ihrem Sinn für Realität vermutlich nicht gemacht. Ich frage mich, ob das Gremium, das den Preis vergeben hat, nicht auch ein unrealistisches Bild von Europa und seinen Problemen hat. Was Europa braucht, läßt sich im Artikel von Prof. Winkler auf S.8 nachlesen. Um einen Aspekt herauszugreifen: Wenn die EU das schmarotzerhafte Verhalten von Luxembourg, den Niederlanden und Irland benennt und abzustellen versucht, hat sie etwas für das Projekt Europa getan. Mit Ihrem Artikel auf S.1 bin ich gerne einverstanden. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Herr Schmidt war die letzten 4 Jahre transparent, er ist gottseidank durch keine Aktion aufgefallen. Aber er wollte auch mal im Licht stehen und hat das getan, was die CSU am besten kann, nämlich Nepotismus. Glyphosat als Weihnachtsgeschenk für die bayerischen Bauern. Nach Weihnachten geht dann das Licht für Schmidt für immer aus. – Wolfgang Scheer


Leserbrief zu „Bloß keine Angst“ von Björn Stephan

Aufmerksam las ich den Artikel und stolpere wie so oft in den letzten Monaten über die Formulierung: „Wir haben keine Angst“, den Satz, den Herr Kaiser in jedem Interview sagt. Ich persönlich glaube das nicht, sogar ich habe Angst, obwohl ich bisher vom Terror verschont bin (naja, wenn ich schreibe, ich habe Angst, bin ich das ja gar nicht) – und habe darüber eine Kurzgeschichte geschrieben, die es im Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2017 in die Endrunde geschafft hat und nun hier: https://www.storyapp.de/#home-alt  kostenfrei zu lesen ist. Einfach App herunterladen, „Inge hat Angst“ (Titel meiner Geschichte) eingeben und kostenfrei lesen. – Birgit Jennerjahn-Hakenes


Leserbrief zu „Eine Frage der Ära“ von Bernd Ulrich

Werden neuerdings Glossen wie „Eine Frage der Ära“ von Bernd Ulrich im Buch Politik veröffentlicht? Denn was haben persönliche Ansichten – „Wahrscheinlich sind Protestanten so.“ – in objektiver Berichterstattung zu suchen? Nichts! Und: vorbei ist vorbei! Auch wenn Bernd Ulrich meint, vorbei ließe sich noch steigern. Nein! Was weg ist, ist weg! Das gilt auch für Herrn Ulrich. Wegger und vorbeisten geht nun wirklich nicht. Und dann das noch: „Auch der Jens-Spahn-Flügel von bisher unbekannter Größe hat in Wahrheit kein Programm, das scheint nur so, weil er die Riesin provoziert, aber davon allein wird man selbst noch nicht zum Riesen.“ Hat er denn nun ein Programm oder nicht? Und zum Schluss kommt doch noch die Einsicht: „Vorbei – das ist andererseits ein dummes Wort“. Na bitte, das ist doch am alleroptimalsten! – Hans Jürgen Hahn


Leserbrief zum Titelthema „Der letzte Tanz“

Auch ich bin der Meinung, dass Frau Merkel nicht an der Macht hängt. Sie hat ein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein und will die Probleme nicht ungelöst zurücklassen. Ich habe sie n meinem Leben 2x live erlebt und mochte sie eigentlich nicht. Jetzt aber nötigt mit ihre Haltung Respekt ab. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken. Sie fühlt sich verantwortlich und will noch positive Lösungen, z.B. Flüchtingsfrage, hinterlassen. Eine schwere Bürde für sie. Ich meine, man sieht es ihr an. „Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.“ Und hier ist nicht die Mutter gemeint, wie bei Heine. Ich hoffe, dass sie sich hinter den Kulissen mal ordentlich Luft machen kann und so manchem, siehe Schmidt, die Meinung geigt. Das wünsch ich ihr! Und die Presse soll nicht soviel Druck machen. Wie lange haben die Niederländer für die Regierungsbildung gebraucht? Lasst sie in Ruhe ihren Job machen. Keine Lösungen mit der heissen Nadel gestrickt bringt uns weiter. NEIN. Das reicht für heute. – Daniels


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ von Larissa Hofmann und Thomas Lohr im ZEIT Magazin

Könnten Sie die Leser nicht bitte endlich von diesen beiden wöchentlichen Seiten von/über Tom und Larissa und ihre Fernbedienung bzw. Fernbeziehung, was ja sowas von uninteressant ist, erlösen? – Stephan Mross


Leserbrief zu „Flucht in die Verantwortung“ von Peter Dausend und Tina Hildebrandt

Als begeisterter Zeitleser ist mir in dem Beitrag aufgefallen, dass Sie Glyphosat als Insektenvernichtungsmittel bezeichnen. Auch wenn Sie der Meinung sind, Glyphosat sei für das Absterben der Insekten verantwortlich, sollten Sie erwähnen, dass es sich bei dem Mittel um ein Totalherbizid handelt und nicht mit einem Insektizid verwechselt werden sollte . Ich bin mir nicht sicher ob alle Zeitleser den Unterschied wissen . – Friedrich Fendesack


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Der „arme“ Hr Schmidt bekommt es ab. Dabei gehört Fr. Merkel daneben gestellt, wenn nicht sogar als Kanzlerin noch davor, denn Sie sagte ausdrücklich, sie stimmt ihm in der Sache zu. Und der unverfrorene Hr. Dobrint, der sagt für die Regierungsbildung sei das nicht von belang, gehört auch mit gescholten. Diese Politiker mit diesen Handlungen und Einstellungen sorgen für das Wählerpotential der Populisten. – Hartmut Berghoff


Leserbrief zu „Mehr Experimente!“ von Matthias Krupa

Dieser Analyse stimme ich voll und ganz zu und finde die gleichen Kritikpunkte am zitierten Artikel der Vorwoche, wie ich sie artikuliert habe. – Hartmut Berghoff


Leserbrief zu „Kofferträger der Kommunisten“ von Ulrich Ladurner

Der Westen spielt ständig den großen Zampano der Menschenrechte. Es reicht, das immer wieder zu hören. Was hat denn das gebracht? Nichts, gar nichts. Die „Gutmenschen“ sind zur Plage geworden. In Deutschland herrscht Chaos hoch drei. Und trotzdem wird das immer wieder beschworen. Der Verständniswahn trägt in Wahrheit krankhafte Züge. Ohne Autorität können sie keine vernünftige Politik machen. In den Schulen und sonstigen Lehranstalten ist das schon krachend gescheitert. Unsere Gesellschaft ist dadurch verblödet. Ich weiß wovon ich rede. Habe selbst 3 Kinder. Ohne private Lehrhilfe wären sie noch blöder als jetzt. Eine Lehranstalt ohne Autorität kann keiner vernünftig führen. Auch die Freiheit kann nicht grenzenlos sein. Chaos wäre die Folge. Und genau das haben wir heute. Orbàn macht alles richtig. Der wurde ständig vom Westen, besonders Deutschland – wie immer – am schlimmsten diskriminiert. Die Medien haben keine Schweinerei ausgelassen. Ich lebe auch in Singapur. Dort wird autoritär regiert ohne daß das Schaden genommen hat. Das Gegenteil ist der Fall. Der Wohlstand ist bedeutend höher als in Westeuropa. In China ist man auf dem gleichen Weg unterwegs und andere asiatische Staaten schließen sich auch an. Es hat sich herausgestellt, daß die Westliche Demokratie völlig ineffizient daher kommt. Die hat längst ausgedient. Und das Märchen von Vollbeschäftigung können sie auch in die Tonne werfen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die falsche Freundin“ von Martina Kix und Lars Weisbrod

Solche Menschen gibt es in Westeuropa zuhauf. Die sogenannten Demokratischen Staaten haben doch keine Zukunft. Immer wieder wird das den Bürgern eingeredet, das sei unverhandelbar. Das ist die Philosophie von vorgestern. In Wahrheit ist sie ineffizient und kriminell. Das ist mein Fazit. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Ja, es ist Liebe!“ von Sascha Chaimowicz im ZEIT Magazin

Als ich mich entschloss an einem ganz normalen Wochentag nachmittags  im  Magazin zu blättern – ahnte ich nicht welch  kluge Geschichte mich fesseln sollte. Passend zur Weihnachtszeit, – Fettnäpfchen und Fallstricke nicht weit – dies kluge Gespräch mit Esther Perel. Herzhaft gelacht hab ich dann über den Satz vom Autor, seine Ehrlichkeit und den Versuch seine Erkenntnisse mit seiner Liebsten zu teilen. Er schreibt „Das Telefonat endete im Streit“- Danke – Agnes Groschke-Faruß


Leserbrief zu „Wie die große Koalition doch gut werden kann“ von Robert Pausch vnd Mark Schieritz

Jetzt weiß ich noch genauer warum eine große Koalition sehr teuer wird. Die Verliebtheit mit der Sie noch mehr Arbeitnehmerrechte, staatliche Subventionierung der Krankenversicherung, Steuererleichterungen für Leute die eh kaum Steuern zahlen und Mehrwertsteuersenkungen auf Lebensmittel (die beim Verbraucher gar nicht ankommen werden )fordern läßt mich sehr betroffen zurück. Das zeugt von wenig wirtschaftlichen Sachverstand und von viel sozialistischer Utopie. Der Soli wird spätestens ab 2019 vom Verfassungsgericht abgeschafft. Einzig das von Ihnen geforderte große Investitionsprogramm für Infrastruktur und Digitalisierung ergibt dauerhaft Sinn zur Erhaltung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Der Zeit hätte ich mehr als Nostalgie zugetraut. – Peter Knappmann


Leserbrief zu „Das alte Weimarer Drama?“ von Eckart Conze

Der Beitrag zeigt sehr anschaulich die intellektuelle Schieflage in der gegenwärtigen öffentlichen Meinung. Die Anfechtungen der Weimarer Demokratie werden ausschließlich auf die rechte Seite bezogen. Zu den Problemen von linksaußen bzw. zum Kommunismus findet sich kein einziges Wort. – Andreas Mehnert


Leserbrief zu „»Fast in die Leitplanke gedonnert«“ von Marcus Rohwetter

Vielen Dank für das sehr interessante Gespräch mit Thomas Middelhoff. Ich habe mich schon seit Längerem gefragt, wie es dieser Stütze unserer Gesellschaft wohl ergangen ist und bin sehr erfreut darüber, dass die ZEIT hier aufklären konnte. Das Buch von Herrn Middelhoff hatte ich mir wegen der Bonhoeffer-Zitate schon kurz nach Erscheinung gekauft und ich finde es sehr gelungen, wie Sie dieses Werk mit geschickten Fragen der breiten Öffentlichkeit ans Herz legen, ohne dabei belehrend zu sein. Nur bei der Frage nach den Verkaufszahlen hätte ich mir – gerade im Wirtschaftsteil – noch etwas fundiertere Informationen gewünscht. Völlig am Thema der Unterhaltung vorbei war leider Ihre Anmerkung, es mangele Herrn Middelhoff an Einsicht und Selbstkritik. Aber abgesehen von diesen Nebensächlichkeiten – Ihr Artikel ist in Zeiten wie diesen ein wichtiger Beitrag, um der Kälte in unserer Gesellschaft ein bißchen Wärme entgegenzusetzen. – Ulrich Künzel


Leserbrief zu „»Fast in die Leitplanke gedonnert«“ von Marcus Rohwetter

Dieser Beitrag über Herrn Middelhoff regt mich besonders auf. Wehe man macht sich als Unternehmensberater und wohlhabender Bürger straffällig. Die Hölle erwartet dich. Das muß alles viel schlimmer sein als in einer Diktatur. Die Medien machen die Sache noch unerträglicher. Eigentlich kann man sich nur noch die Kugel geben. Jeder Mörder oder Gewaltverbrecher wird von den Strafkammern besser behandelt. Herr Middelhoff ist für sein ganzes Leben ein gezeichneter Mann. Ein Skandal sondersgleichen. So ähnlich muß es Herrn Höneß gegangen sein. Wer in unserem Land zu Geld gekommen ist, der ist per se ein Gauner. Und das passiert alles angeblich in einem demokratischen Staat. Diese Gesinnung in unserer Gesellschaft ist abscheulich und widerwärtig. Es ist richtig wenn Herr Middelhoff von Überforderung der Justiz spricht. Wenn ich in einem Monatsmagazin lesen muß, daß der „Rechtsstaat vor dem Kollaps steht“ dann wundert mich gar nichts mehr. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Höcke hat Besuch“ von Jana Simon

„Tötet Erdogan!“ – mehr braucht es eigentlich nicht, um die Geistesthaltung dieser Leute zu beurteilen. Was mich aber mehr interessiert – und das fehlt vollständig in Ihrem Dossier – wo bleibt eigentlich die Justiz? Störung der Totenruhe, Aufruf zum Mord, und und und. Jeder normale Bürger könnte eine solche Aktion in 5 Jahren starten, weil er die restlichen 4, zu Recht ! , hinter Gittern verbringen würde. Bitte also mal ein Folgedossier: wer hält anscheinend sehr weit oben in der Hierarchie seine schützende Hand über diesen Mob? Nebenbei bemerkt: „Mahnmal der Schande“ stammt von Augstein und Walser aus 1997/1998, der Rest ist Interpretation. Und die kann man ja immer steuern, indem man in den Originalzitaten ein paar Worte/Sätze weglässt oder Kommata einfügt. Irgendwie unehrlich, finde ich. – Gilbert Brands


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Bürgerversicherung darf nicht zu Lasten der Gesundheit gehen. Mit dem Scheitern der Jamaika Koalition ist die SPD in eine gute Verhandlungsposition gekommen. Da die Union Neuwahlen verhindern will, kann die SPD nunmehr wesentliche sozialdemokratische Projekte durchsetzen. Die sogenannte Bürgerversicherung, also die de facto Abschaffung der Privaten Krankenversicherung ist eines davon. In der Bürgerversicherung sollen grundsätzlich alle Menschen versichert werden. Was sich auf den ersten Blick zwar gut anhört, wird bei genauerer Betrachtung aber zu einer Verschlechterung der gesundheitlichen Versorgung führen. Wohlhabende Patienten werden sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen einfach selbst bezahlen, während die Masse der Versicherten sich auf die Standardleistungen beschränken muss. Der Wegfall der Privaten Krankenversicherung würde auch zu zigtausenden Arbeitslosen führen, die im Gesundheitssystem tätig sind. Das müsste die Solidargemeinschaft auffangen. In Summe sollte das bisherige System beibehalten werden. Der Wettbewerb zwischen PKV und gesetzlicher Krankenkasse spornt auch die gesetzlichen Kassen an, gute Leistungen für die Versicherten zu erbringen. Als Verband wünschen wir uns die Beibehaltung des bestehenden Systems. – Marco Altinger


Leserbrief zu „Erst mal zur Bank“ von Alard von Kittlitz

Ambitionen sind nicht umsonst, aber diese Größenordnungen? Wir schauen ja immer gern naserümpfend auf die USA, weil sich die Kandidaten dort durch die Wahlkampfspenden in Abhängigkeiten begeben, die politisch nicht gut sind. Bei einem privaten Aufwand in diesen Größenordnungen als „Shot to nothing“ für alle außer einen Kandidaten – da fragt man sich schon, ob das Naserümpfen wirklich gerechtfertigt ist, denn die Gewinnaussichten müssen ja in irgendeinem Verhältnis zum Aufwand stehen, und da kommen mir doch Zweifel, ob das durch Abgeordnetendiäten und die eigene Wichtigkeit bereits abgebildet ist. – Gilbert Brands


Leserbrief zu „Flucht in die Verantwortung“ von Peter Dausend und Tina Hildebrandt

In Zeiten wachsender Irrationalität und Umbrüche etabliert sich scheinbar ein kontingentes Verständnis politischen Handelns: ob die SPD koaliert oder nicht, Vor- und Nachteile der jeweiligen Entscheidung heben sich in ihren vermutbaren Konsequenzen auf oder verschieben sich auf die Seite verschärfter Infragestellungen. Gerade an der SPD wird das Dilemma des politischen Vertrauensverlustes aller Parteien derzeit am schmerzhaftesten vollzogen: wer seine Erzählung von Innovation und Aufstieg mit der Agenda 2010 zugunsten des Landes aufgegeben und damit große Teile seines Klientels verloren hat, wer ideell-soziale Ziele mit einer naiv-redlichen Führungsfigur in die Macht-(Schlacht-)felder unserer derzeitigen Demokratie führt, nähert sich bedrohlich der Bedeutungslosigkeit. Und dabei geht die SPD im parteiendemokratischen Abgesang nur voran, weitere werden folgen. – Dr. Wolfgang Klöckner


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Ich bin privat krankenversichert und möchte Ihnen noch einen weiteren Grund mitteilen, warum ich die private Krankenversicherung bevorzuge: Ich habe die f r e i e Tarifwahl! Warum ist das wichtig? Ich bin Rentner, Jg. 1937, und relativ gesund. Seit Jahren bevorzuge ich einen Tarif, der n u r das Krankenhaus berücksichtigt. Ambulant bin ich n i c h t versichert. Das bedeutet, dass ich pro Monat mehr als 400 € Ersparnis habe.  Natürlich muß man die Gegenrechnung berücksichtigen. Die ist selbstverständlich individuell. In meinem Fall habe ich Arzt- und Medikamenten-Ausgaben von jährlich ca. 1000 €. Ich habe also eine Ersparnis von mehr als 3000 € jährlich.  Ich bin darüber sehr froh. Vielleicht können Sie mir insofern helfen, als Sie recherchieren könnten, ob es auch bei einer Bürgerversicherung freie Tarifwahl gibt. – Hartwig Kruse


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Bravo! Endlich hat die immer einseitige Darstellung des deutschen Krankenversicherungssystems auch in der Zeit ein Ende. Das macht sie mir wieder sympathischer. Und Frau Nienhaus hat ja so recht. Bürgerversicherung ist ein schöner Begriff, der verdeckt, um was es eigentlich geht, eine Einheitsversicherung mit all ihren negativen Folgen. – Herbert Grohe


Leserbrief zu „No sex, please!“ von Patrik Schwarz

Wenn man seinen Beschreibungen folgt, kommt man zu dem Schluss, dass der Auto den Sexualkundeunterricht mit einem Stuhlkreis lauter erwachsener und sexuell erfahrener Menschen verwechselt, in dem jeder ausführlich und laut von seinen sexuellen Erlebnissen berichten soll. Er selbst weist dann interessanterweise darauf hin, dass sexuell aufgeladenes Material und Pornos inzwischen auch für Minderjährige so einfach zugänglich sind wie nie zuvor. Damit und mit den sowieso stattfindenden Sexgesprächen auf dem Schulhof will er die Kinder dann aber allein lassen, ohne unabhängige Instanz, die Sex, Porno und Intimität in einen Kontext setzen könnte. Wer wolle, könne ja statt in der Computer-AG in einer Sex-AG mitmachen. Ein herrlich weltfremder Vorschlag. Die Lästereien unter den Schülern (m/w/*) kann man sich lebhaft vorstellen. Immerhin wird Schwarz‘ eigene Prophezeiung wahr: Seine Ausführen und Forderungen klingen in der Tat verklemmt bis reaktionär. – André Fromme


Leserbrief zum Titelthema „Der letzte Tanz“

„Jamaika“ und endlich ein Ende. Mal abgesehen davon, dass ich den Begriff schon als sinnfrei empfinde, würde ich dann doch den Begriff „vierblättrige-Kleeblatt-Koalition“ bevorzugen. Kommt äußerst selten vor und braucht kein Mensch. Gäbe es andere Farbzusammenstellungen, mit z.B. drei Parteien, hätten wir dann eine „Nordkorea-Koalition“? Was genau sollte eine Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners bringen? Mit Sichtweisen von vorgestern (Teile der ländlichen CSU) bis ideologische Träumereien (große Teile der Grünen). Hier fand wohl doch nicht jeder was in Muttis Kleiderkiste… Nun muss Herr Dobrindt auch nichts seiner oberbayrischen Basis aufdrücken. Na dann doch lieber Neuwahlen oder die SPD erinnert sich mal zur Abwechslung ihrer staatstragenden Verantwortungund bildet eine NoKo! Die Kanzlerinnendämmerung hat jetzt endgültig begonnen und die Union schafft sich tatsächlich ab. – Chris Dasch


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Beide Seiten haben einige gute Argumente für ihre jeweilige Position. Jedoch spricht die Existenz einer Versicherungspflichtgrenze keineswegs für eine Bürgerversicherung, sondern lediglich für die Abschaffung der Pflichtgrenze. Und wenn die Versorgung der Pflichtversicherten in Ordnung wäre, dann wäre mit dem undefinierbaren und somit subjektiven Begriff der Gerechtigkeit in dieser Diskussion kein Blumentopf zu gewinnen, zumal unter einer derartigen Voraussetzung die Forderung nach Gerechtigkeit ihre Basis wohl nur im Neid zu haben scheint und somit einen etwas unappetitlichen Beigeschmack gewinnt. – Dr. Hergen Heinemann


Leserbrief zu „Eine Frage der Ära“ von Bernd Ulrich

Herrn K. Wecker zitieren ist zugleich eine gute Charakteristik Ihrer immer lesenswerten Kolumnen (wie vielleicht gar Ihrer selbst)! Die in „Eine Frage der Ära“ auf S.2 der gegenwärtigen ZEIT-Lektüre betonte „Freiheit, keine Angst zu haben vor ..“ mag Ihnen gern zugestanden sein. Schließlich habe ich Sie in HH im Audimax mit Genuß anhören können und schätze die – sagen wir – absolute Unabhängigkeit, mit der Sie auch große Bögen der Zeit- bzw. Politikgeschichte angehen und schonungslos darzustellen wissen! Auch hier finde ich zu meiner Freude diesen gewichtigen Impetus wieder –  bis auf eine Stelle. Das ist mir zuviel der „Freiheit“! Diese Stelle ist sprachlich-grammatisch mißraten und hemmte meinen freudigen Lauf durch Ihre beschwingten Zeilen. Was sagt denn der Redakteur, welcher Ihren Beitrag kurz vor der Freigabe nochmals überprüft – wie es so schön auf S.21 dargelegt ist – was sagt der und was sagen Sie dazu, wenn ich die Reihung von nicht weniger als 6 Substantiven in einem Satz (der zudem ein Nachsatz eines vorangehenden Hauptsatzes ist) verkraften muß!!?  Aber vielleicht gibts den nicht, sind Sie doch weitestgehend Ihr eigener Herr des Textes.   Ich bitte Sie um  K e n n t n i s nahme: „…manches davon könnte ihr“ – der SPD –  „in den kommenden Gesprächen
zur Anbahnung einer
Sondierung zur
Herbeiführung von
Koalitionsverhandlungen zur
Ermöglichung einer schwarz-roten
Regierung wieder begegnen.“
S t e l l u n g  nehmen dagegen brauchen Sie nicht, denn mir ist der Sinn des Satzes natürlich rasch klargeworden – wie ich überhaupt mit dem – sagen wir: glanzvollen Gedanken, in die Reinschrift des Sondierungsdokuments zu schauen und daraus Erhebliches zu lernen voll übereinstimme.  Dankenswerterweise bietet DIE ZEIT immer wieder sehr schöne Einblicke in jenes so zeitaufwendige Einigungs- bzw. Scheidungsgeschehen!  Ich bin gespannt, was nun noch kommt, zustandekommt. – Rüdiger Brendel


Leserbrief zu „Die Pillendreher“ von Heike Buchter

Meines Erachtens ist es nicht die feine journalistische Art, in diesem Artikel über den Pharma-Konzern Sackler die Recherche und den Artikel des New Yorker vom 30.10.2017 nicht zu erwähnen – alle Fakten Ihres Artikels stammen aus dem New Yorker. – Manfred Weiß


Leserbrief zu „Mehr Experimente!“ von Matthias Krupa

Warum haben wir denn plötzlich so viele Parteien im Bundestag ? Weil die Wähler mit der Regierungsarbeit der beiden sogenannten Volksparteien mehrheitlich unzufrieden sind. Wie der Autor richtig feststellt, spiegelt die zunehmende Zersplitterung des Parteiensystems eben auch die konträren Interessen einer hochdifferenzierten Gesellschaft. Die Zeiten, wo ein bis zwei sogenannte Volksparteien alle diese Interessen bedienen konnten, sind vorbei. In der Regierungsarbeit wird sich Deutschland daher künftig mehr in Richtung auf eine Konkordanz-Demokratie nach Schweizer Muster bewegen müssen. einem Land mit vier Sprachen, unterschiedlichster Volksmentalität, und mehr als zehn Parteien im Parlament, dessen sieben Regierungsmitglieder des sogenannten Bundesrats traditionell Mitglieder von vier bis fünf Parteien sind. Die Jamaica-Koalition wäre dazu ein erster Anfang gewesen, was leider nicht alle an den Verhandlungen Beteiligten begriffen hatten. Eine Wiederholung der grossen Koalition steht meiner Meinung nach in krassem Gegensatz zum eindeutig erklärten Wählerwillen.(Von den Jusos richtig erkannt). Bleibt eigentlich tatsächlich nur eine Minderheitsregierung. Das hätte auch den Vorteil, dass es die Bundeskanzlerin endlich dazu zwingen würde, ihre Führungsqualitäten zu demonstrieren, wie es die Verfassung eigentlich vorsieht. Man hat doch in der Vergangenheit gelegentlich den Eindruck gewonnen, dass es ihr wichtiger ist, auf der internationalen Bühne zu glänzen, als zuhause mit Leidenschaft dicke Bretter zu bohren (frei nach Max Weber). – Dr. Eberhard Leppin


Leserbrief zu „Wo der Hammer hängt“ von Dietmar H. Lamparter et al.

Sie schreiben nur allgemein, dass „Dampfturbinen für die Industrie“ in Görlitz gefertigt werden. Enttäuscht bin ich als Leser der Zeit, dass die Redakteure nicht genau hinschauen. Da mag man aus der Zentrale dies hören, aber hier in Görlitz ist anderes zu hören. Denn hier versteht niemand, weshalb dies Werk geschlossen werden soll, welches sich branchenmäßig bewährt: hier werden Turbinen für regenerative Energieträger hergestellt, zB  solarthemische oder Hybrid-Kraftwerke. Und ich als Pfarrer höre hier, dass sich München kaum hierher bewegt. – Hans-Michael Hanert


Leserbrief zu „Studium der Befreiung“ von Kehinde Andrews

„Das Spezifische einer Wissenschaft x ist a) ihr Forschungsgegenstand, b) ihr Forschungsinteresse und c) ihre Forschungsmethode“. Dieser Satz wurde mir zu Beginn meines Studiums vor einem Jahr eingebläut. Wenden wir ihn einmal auf den Studiengang „Black Studies“ von Herrn Andrews an. Der Gegenstand ist die systematische Untersuchung rassischer Diskriminierung in angloeuropäischen Wissenschaftssystemen. Ein legitimer Gegenstand, der alle Aufmerksamkeit verdient. Die gewählte Methode reißt Herr Andrews aber nur kurz an. Man wolle „mit Organisationen zusammenarbeiten, die das Leben von Schwarzen verbessern wollen“. Wie genau diese Zusammenarbeit aussehen soll, bleibt unklar. Eine Methodendefinition findet nicht statt. Das Ganze klingt so mehr nach angewandter Sozialarbeit als nach wissenschaftlicher Erkenntnis.

Vollendet wird das Problem beim Forschungsinteresse: eine Wissenschaft, deren Hauptinteresse es ist, Politik zu betreiben, ist keine Wissenschaft. Wissenschaft ist per se und in allererster Linie unabhängig von wirtschaftlichen, kulturellen oder politischen Interessen. Erst kommt die Forschung, dann die Forderung, nicht umgekehrt. Man stelle sich vor, die Wissenschaft der Pharmazie würde sich für die Interessen der Pharmaindustrie einsetzen oder die der Physik für die der Kernenergie. Forschung darf mit Weltanschauung nichts zu tun haben. Das Vorhaben von Herrn passt paradoxerweise zu dem von Ihrem Mitherausgeber, Herrn Joffe, auf derselben Seite beklagten Problem der gesellschaftlichen Vereinzelung. Für jede Wählergruppe eine Partei, für jede Minderheit einen eigenen Studiengang. Das Ganze findet auch seinen Ausdruck in jüngsten der Explosion an Bindestrich-Studiengängen, über die Ihr Blatt vor wenigen Wochen berichtete. Black Studies ist daher legitim als Wissenschaftspolitik, nicht aber als Wissenschaft. – Jan Doria


Leserbrief zu „Er, sie, wer?“ von Marie Schmidt

Ich sehne mich in eine Zeit zurück als der Mensch noch nicht alles wusste. Heute weiß jeder über einen Bescheid. Was ist das für eine beschissene Zeit. Transparenz wird verlangt. Wozu eigentlich? Demnächst weiß mein Nachbar wie oft ich die Toilette benutze, um mich dann der Wasserverschwendung anzuklagen. Jetzt schlägt sich die Gesellschaft mit einem dritten Individuum herum was es wahrscheinlich schon immer gegeben hat. Geht es der, die, das heute besser? Ich akzeptiere Transparenz nur in der Politik, damit der Bürger sich über die Herrschenden ein Bild machen kann, ob die uns in den Himmel oder in die Hölle schicken. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Bin ich jetzt islamophob?“ von Marco Stahlhut

Vielen Dank für diesen diffirenzierten Artikel zum Thema Homophobie von Marco Stahlhut: „Indonesien: Die neue Homophobie  Indonesien war ein tolerantes Land. Jetzt wird es immer schwulenfeindlicher. Wer sich beschwert, wird der Islamophobie bezichtigt.“ Es ist wichtig, dass zwischen fremdenfeindlichen „Ausländer Raus“-Parolen und „Welcome Refugees“-Idylle solche differenzierten und schwierigen Debatten geführt werden. Wenn Menschen zu uns kommen, dann kommen sie auch mit ihren Vorurteilen ins Land. Nur wenn man sich der Homophobie und auch des Antisemitismus stellt, die in islamischen Gemeinschaften recht weit verbreitet sind, kann man diese Probleme angehen. Sie zu ignorieren, wird diese Schwierigkeiten nur noch größer machen. Es geht nicht um pauschale Verurteilungen ganzer Bevölkerungsgruppen aber um das Akzeptieren der Realität, dass in bestimmten Kulturkreisen Homophobie stärker verbreitet ist als in der normalen Bevölkerung. Das gilt übrigens auch für viele afrikanische Länder und fundamental-christliche Kreise in denen Homosexuelle ebenfalls diskriminiert werden. Insofern: Danke für den Beitrag! – Johannes Beck


Leserbrief zu „Mehr Experimente!“ von Matthias Krupa

Im bisherigen Ringen um eine neue Bundesregierung hat unsere Demokratie mit Unterstützung unseres Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am wenigsten gelitten, so weit, gut so. Eine neuerliche Große Koalition wäre nun gewiss nicht der Hort disruptiver Kabale und Liebe, an inhaltlichen Reizthemen würde es gleichwohl kaum fehlen. Vielleicht hat sich das ebenso unsere (geschäftsführende) Bundeskanzlerin inzwischen zum Leid-Bild gemacht als sie am 27.11.2017 persönlich auf einer Pressekonferenz erklärte, eine Minderheitsregierung nicht anstreben, diese jedoch Neuwahlen vorziehen zu wollen. Diese Erkenntnis mag freilich dem machtpolitischen Kalkül entsprungen sein, möglicherweise aber auch dem aufmerksamen Blick in und für die Zukunft: Wer morgen nicht nur schwarz sehen will, muss heute grün denken. – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „No sex, please!“ von Patrik Schwarz

Privateste Fragen in einem Klassenzimmer zu behandeln ist eine schlechte Idee. Darin stimme ich ihrer Analyse zu und gratuliere zum Mut auszusprechen, dass es bei Sex um mehr als Turnübung mit Flüssigkeitsaustausch geht. Sex ist, so er gut sein soll, eher der Tanz zweier Seelen, die sich einander anvertrauen. Das ist kein Gegenstand für die Schule – das ist ein privates Geheimnis, Das müssen sich die Lehrplanmacher endlich eingestehen. Seit Generationen haben Menschen die technische Seite Ihrer Fortpflanzung ohne Anleitung hinbekommen – jungen Menschen heute sind auch nicht dümmer. Entspringt die Aufklärungswut nicht eher einem technisch-entseelten Bild von Sex? Lassen wir sie doch endlich damit in Ruhe! – Timm Smutny


Leserbrief zu „Das Land, wie es ist“ von Thomas E. Schmidt

Von vielen Medien höre ich immer und immer wieder die gleichen Töne. Kein Wort über die tatsächlichen Verhältnisse in unserem Alltag. Ich habe den Eindruck die Leben alle in einem Kokon oder sie sind immun gegen alles was sich in unserem Land an Schanddaten gesammelt hat. Die Armut wächst, die Kriminalität, die Einwanderung von Menschen die eine völlig andere Kultur pflegen, eine Kultur die wir immer abgelehnt haben, jetzt aber auf einmal toleriert wird. Ein Widerspruch in sich. Wir wollen der ganzen Welt zeigen, bei uns ist jeder willkommen. Die Gesellschaft hat das zu ertragen, wer das nicht mitmachen will, wird angeklagt. Wir haben Terror zu ertragen und die ganze Latte der Versäumnisse hinzunehmen. Die Schulen und andere Lehranstalten sahen keine Veranlassung mehr den Schülern das 1 x 1 beizubringen. Das sollten sie gefälligst sich selbst beibringen. Gelernt wurde nur noch nachmittags in den privaten Nachhilfeeinrichtungen, die wie Pilze aus der Erde wuchsen. Die arabischen Menschen bevölkern unsere Großstädte und sind teilweise recht renitent geworden, weil sie genau wissen, die Politik steht ihr bei. Abgesehen von den kriminellen Energien. Wahr ist, was nie in den Zeitungen steht: unsere großzügige Verteilung der Moneten. Das gibt es in keinem anderen Land. Bei uns kann das alles Schamlos geplündert werden. Ihr Autor ist noch der Harmloseste unter seinen Kollegen. Das ist für sie natürlich alles starker Tobak (Populismus). Mag sein, ist aber wahr. Früher ist man belobigt worden, wenn Wahrheiten ausgesprochen wurden – heute wird man dafür bestraft Der Verständniswahn treibt besondere Blüten. Die „Gutmenschen“ sind zur Plage geworden, obwohl das eine schätzende Tugend ist. Sie erreichen heute genau das Gegenteil dessen, was sie eigentlich wollten. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Allzu griffig zugespitzt“ von Christoph Drösser

Es freut mich sehr, dass DIE ZEIT das Thema „vorzeitige Todesfälle“ nochmals aufgegriffen hat und damit der gezielten Volksverblödung durch unsere NGO-Aktivistengemeinschaft widerspricht. Ich habe diese eifernden Propagandalügen von den „virtuellen Dieseltoten“ in einem Blog zum „Dieselgipfel“ aufgegriffen: http://www.keckl.de/texte/Dieselgipfel%20oder%20Schauprozess.pdf#%5B%7B%22num%22%3A35%2C%22gen%22%3A0%7D%2C%7B%22name%22%3A%22XYZ%22%7D%2C33%2C339%2C0%5D
Bei ihrer Beurteilung des Falles sind sie zu milde, wenn Sie den Begriff „Fehler“ der Autoren der Studie zu den „vorzeitigen Todesfällen“ übernehmen („Nach Bestätigung aus berufenem Munde gaben die Originalautoren ihren Fehler zu.“). Es war ein wissenschaftlicher Betrug, die Autoren haben das bei ihrer Ausbildung zu wissen gehabt, und dass dies mit der Absicht einer Verbesserung der Welt geschah, macht es nur schlimmer, wenn man sich die echten Todesopfer in der Weltgeschichte der eingebildeten Weltverbesserer  anschaut. Es gibt keine explizite „Verschwörung“ der aktuell modischen Weltverbesserungsgemeinschaft, aber es gibt so was wie eine Toleranz gegenüber raffiniertem Lug und Trug, wenn es den Zielen nutzt. Wenn Experten schreiben, dass diese Zahl von vorzeitigen Toten hirnrissig ist, reiht man sie automatisch in die Kategorie bösartiger „Leugner“ (Holocaustleugner, Klimawandelleugner, Waldsterbensleugner, Insektensterbensleugner etc.) ein, da müssen dann andere Notable ihre Position und Karriere opfern und widersprechen.

Denn wenn sie diesen Fanatikern widersprechen, haben sie bei der weiten Verästelung der Glaubensgemeinschaft, ihre Karriere verspielt. Die NGO machen Personalpolitik, sie greifen nicht nur Themen auf, die bekämpfen auch Nicht-Follower. Angefangen hat dieser Fanatismus und diese Lügerei mit dem Waldsterben. Professor Bernhard Ulrich hatte nicht den Funken eines Beweises, dass saurer Regen das Sterben des deutschen Waldes auslösen wird, doch er setzte als politischer Umweltaktivbist diese unbewiesene Behauptung 1981 in die Welt. Das war ein wissenschaftliches Verbrechen. Der Landwirtschaftsminister meinte im Bundestag deswegen sogar, das Volk auf eine waldlose Zukunft vorbereiten zu müssen.

Jeder, der auf die mangelnde Beweislage hinwies, wurde in die Ecker der Holocaustleugner gestellt. Mit dem Insektensterben ist es aktuell ähnlich (http://www.keckl.de/texte/Insekten%20Studie%20Junk%20Science%20okt17.pdf ) – das füllt man Schrottdaten in eine Analyse und verkauft sie als seriöse, weil man mittels einer neuen Zauberstatistik diese Schrottausgangsdaten in eine geplante Zufallsauswahl verwandeln könne. Das tollste ist, dass die Autoren selbst herausgefunden haben, dass mit steigendem Ackerlandanteil auch die Zahl der Insekten steigt, aber sie die Öffentlichkeit genau in das Gegenteil lenken ( http://journals.plos.org/plosone/article/figure?id=10.1371/journal.pone.0185809.g005   ) -> mehr Ackerland = mehr Insekten UND mehr Biolandbau und mehr und strengere Naturschutzgebiete in der Umgebung sowie mehr Fangtage pro Probe = weniger mit diesen Fallen fangbare Fluginsekten pro Tag – wie auch immer das zu erklären ist, das ist ein Ergebnis der Standortanalyse. Da fällt dann wieder die ngo-konditionierte Welt drauf rein und ZEIT macht Titelgeschichten draus. Die NGO-Glaubenswelt setzt Behauptungen in die Welt, die ganz schwierig zu widerlegen sind, weil man Quatsch, z.B. dem morgigen Weltuntergang, nicht widerlegen kann. Das ist der Taktik, der die Grünen letztlich in dem berühmten Zug mit toten Fichten in den Bundestag führte. Bitte bedenken Sie: Irren ist alles zuzutrauen, insbesondere die moderne Landwirtschaft hat sich nicht dafür zu entschuldigen, dass die heute die Hälfte der Menschheit ernährt und schon garnicht gegenüber den Besserwissern, mit deren hochgeschwindelten Zaubermethoden eben diese Hälfte wieder verhungern würde, zum Wohl der Umwelt. – Georg Keckl


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Frau Nienhaus führt aus, dass bei einer Integration aller Privatpatienten in das Kassensystem die Praxen reihenweise pleite gingen, wenn nicht die Bezahlung der Ärzte je Fall deutlich erhöht würde. Dies begründet sie mit dem Umstand, dass Ärzte 26.3 % ihrer Einnahmen mit den 10 % privat zahlenden Patienten erzielten. Nun erhalten aber nicht „die“ Ärzte 26,3 % ihrer Einnahmen aus der PKV: Ärzte in Stadtteilen oder Regionen mit vielen gut verdienenden und häufig privat viersicherten Menschen erzielen sehr hohe Einnahmen, die oft deutlich über besagten 26,3 % liegen.  Ärzte, die den „Fehler“ machen, sich in Ecken mit eher mäßig verdiendenden Bürgern niederzulassen, werden mit einem deutlich niedrigeren Einkommen bestraft.  Es liegt auf der Hand und ist  betriebswirtschaftlich vernünftig, wenn Ärzte unter diesen Umständen versuchen, Vertragsarztsitze  aus Stadtteilen mit Geringverdienern und wenig Privatpatienten in Bezirke mit vielen besser situierten Menschen zu verlegen. Das Ziel einer halbwegs gleichmäßigen Versorgung der Bevölkerung mit niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzten wird hierdurch aber gefährdet. – Stephan Eßer


Leserbrief zu „Erst mal zur Bank“ von Alard von Kittlitz

Herzlichen Dank für den aufschlussreichen Artikel! Jetzt verstehe ich, warum viele Bundestags-Abgeordnete so empfänglich für die „Argumente“ der Lobbyisten sind und ausschließlich die Interessen der Konzerne vertreten. Möge es ihnen in Form großzügiger (Partei-)Spenden vergolten werden und so die Wiederwahl sichern! Soviel zu den Artikeln 20 und 38 des Grundgesetzes. – Volker Bosch


Leserbrief zu „Wo der Hammer hängt“ von Dietmar H. Lamparter et al.

Es muss wohl so 10 Jahre oder mehr (?) her sein, als in einer Talkshow ein Siemens (oder Daimler) Manager die Steuermanipulationen am Rande der Legalität (Steueroasen gibt es schon lange) als MORALISCH verpflichtend gegenüber den Anlegern (bzw Eigentümern) betitelte. Damals lief die ganze Diskussion (auch über Arbeiterrechte usw.) unter dem Begriff „sharholder value“. Kurz: Nix ist neu, nix hat sich geändert. Sie wissen schon: Die Globalisierung (die Anderen) – da kann man nix machen. – Dieter Herrmann


Leserbrief zu „Es ist aus“ von Susan Djahangard

Ich kann die Erfahrungen der Autorin in keinster Weise bestätigen. Ich habe seit ca. zwei Jahren ein Fairphone und bin damit bisher sehr zufrieden. Meine Einschätzung ist natürlich genauso subjektiv wie der Artikel der Autorin, aber das Fairphone verdient meines Erachtens eine Gegendarstellung. Man muss dazu sagen, dass ich das erwähnte Fairphone der zweiten Generation besitze, also den Nachfolger des Smartphones der Autorin. Zugegebenermaßen, es ist nicht das schickste Smartphone, das es gibt, aber ich habe zum Beispiel die Robustheit schätzen gelernt: mindestens zwei Stürze aus einem Meter Höhe hat es ohne einen einzigen Kratzer überlebt. Die Android-Version wurde dieses Jahr aktualisiert und es gibt sehr regelmäßig Sicherheits-Updates (eines der wichtigsten Kriterien für mich). Bisher gab es keine App, die ich aufgrund der Android-Version nicht installieren konnte. Und es freut mich einfach immer wieder, dass ich ein klein wenig dazu beitragen kann, die unfairen Produktionsverhältnisse bei Smartphones zu verbessern. – Nina Löcke


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Warum nicht solidarische Finanzierung und Wettbewerb kombinieren, ohne dass sich jeder gegenüber der Versicherung mit allen Einkünften offenbaren muss? Also, Beitrag auf das begrenzen, was die Versicherung pro Versicherten benötigt, und ermäßigte Beiträge und Kosten teurer Krankheiten über entsprechend erhöhte Steuern ausgleichen. Dann zahlen alle entsprechend ihrem Einkommen ihren Solidarbeitrag. Und wenn der Beitragszuschuss unabhängig von der gewählten Versicherung erhalten bliebe, wäre jeder frei, sich eine für ihn passende Versicherung zu suchen. – Dr. Hinrich Ruprecht


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Zum Thema Bürgerversicherung wünsche ich mir noch viele – sachliche – Beiträge. Das „JA“ von Uwe Jean Heuser erfüllt meine diesbezüglichen Erwartungen – mit kleinen Einschränkungen: – „Die SPD hat Recht“ sollte nicht das maßgebliche Argument pro Bürgerversicherung sein (es wurden ja genügend andere Argumente genannt).
– Die erwähnte Beitragsbemessungsgrenze (BBG), deren „Erfinder“ (Bismarck?) man nicht mehr „höher hängen“ kann, muss unbedingt – unabhängig von der Einführung der Bürgerversicherung – „reformiert“ werden!
– Erwähnenswert wäre noch gewesen, dass die Privatversicherten ihre Direktversicherungsauszahlungen nicht verbeitragen „können“. Diese Benachteiligung der gesetzlich Versicherten – eigentlich eine nicht vertretbare Ungleichbehandlung – ist zwar ein eher schwächeres Argument pro Bürgerversicherung (aber ein starkes dafür, auch Direktversicherungsauszahlungen der gesetzlich Versicherten nicht zu verbeitragen)!
– Umgekehrt sollte auch die Ablehnung der Bürgerversicherung mit – guten – Argumenten begründet werden. Da ich solche Argumente noch suche, hat mich das „NEIN“ von Lisa Nienhaus recht enttäuscht: Es trieft von Vorurteilen, Vermutungen und Behauptungen. Damit kann mein geplantes Buch keinen Blumentopf gewinnen!
– Nicht einmal der vielleicht ausbleibende Wettbewerb – was ja ein Argument gegen die Bürgerversicherung sein könnte – wurde überzeugend begründet. Auch für die Beibehaltung der BBG suche ich noch – gute – Argumente. p. s.: Am Sonntag habe ich ein Argument gegen die Bürgerversicherung aufgeschnappt: Beim Wegfall der Privatversicherung würden 50.000 Arbeitsplätze „vakant“! (ein Totschlag-Argument?) – Helmut Lenhart


Leserbrief zu „Allzu griffig zugespitzt“ von Christoph Drösser

Dem Herrn Morfeld platzt regelmaessig der Kragen – meinem Gefuehl nach immer dann, wenn Wissenschaftler Erkenntnisse gewinnen, die fuer die Industrie unguenstig sind. Dann schreibt er, als Angestellter von Evonik und der Universitaet Koeln, Industrie-freundliche Kommentare ueber epidemiologische Studien zu moeglichen Schadstoffen in der Umwelt und am Arbeitsplatz. Dafuer ist er vielleicht nicht weltweit anerkannt, wie Sie schreiben, aber sicher weltweit bekannt unter Epidemiologen. Ich habe den Eindruck, die ZEIT laesst sich vor den Karren der Industrie spannen, die in der Bevoelkerung Zweifel an unangenehmen wissenschaftlichen Erkenntnissen saeen will. – Michael Hauptmann


Leserbrief zu „Harter Brexit“ von Alard von Kittlitz im ZEIT Magazin

So kann man den Brexit in der Nähe von Jaywick auch ertragen: Wir stehen am hohen Kliff über dem Kopf des erleuchteten Turms, Umkreist von schreienden Möwen und lassen gleich wilden Gesellen den Sturm uns wühlen in den wehenden Haaren. Und Hand in Hand, zwei Schritte von Rand, auf Tod und Leben dann ringen und drunten seh‘ ich am Strand so frisch die wütende Brandung der Wellen sich türmen rings mit Gezisch und Gebraus und schillernden Funken schnellen, O, springen möcht ich hinein alsbald, recht in die tobende Meute, und jagen durch den korallenen Wald, auf schmalen, schnellen Brettern von bunten Drachen gezogen. Und droben seh ich ein Wimpel wehen, so keck wie eine Standarde, sich auf und nieder den Kiel sich drehn von unserer luftigen Warte. O, sitzen möcht ich  im kämpfenden Schiff, das Steuerruder ergreifen, und zischend über das brandende Riff wie eine Seemöve streifen. Es kommt alles auf den Sichtwinkel an, wobei Sylt, vielleicht eines tages weggespült, durch ein neuerstandenes Jaywick als neuer Kultbadeort entdeckt werden wird. – Heinz Schröder


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Genossen beklagen die Zweiklassengesellschaft im Gesundheitswesen. Sie weisen auf die Vorzüge hin, die privat Versicherten zu Gute kommen und an denen Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) allenfalls bedingt teilhaben. Verwunderlich, aber typisch, fällt Genossen dazu nur ein, Versicherte aus dem offensichtlich leistungsfähigeren System in das leistungsschwächere zwangsweise zu integrieren. Das Motto lautet, lieber alle gleich arm dafür aber alle gleich. Läge es nicht näher, genau zu analysieren, wie sich die leistungsfähigeren privaten Krankenversicherungen ( PKV ) organisieren bzw. finanzieren, um ggf. dieses System  zu übernehmen ?

Dazu ein paar Fakten: Privatkrankenkassen berechnen mit hinreichender Genauigkeit auf versicherungsmathematischer Basis für jeden Versicherten die voraussichtlichen Leistungen, die der Versicherte im Laufe seines Lebens abrufen wird. Auf der Basis errechnet sich die Versicherungsprämie, wobei berücksichtigt wird, dass in den ersten 30 Lebensjahren Rücklagen gebildet werden können, sodass in Zeiten höherer Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen die steigenden Versicherungsprämien auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherungen gehalten werden  können. Voraussetzung dafür ist, dass die Versicherten nach Möglichkeit von Anfang an Mitglied der Versicherung sind.

Die Finanzierungsbasis der GKV nach dem Solidarprinzip, „die Jüngeren tragen die Last der Alten“, funktioniert   dann nicht mehr, wenn immer weniger Jüngere die Last zu tragen haben ( Demografieeffekt ). Diese systemimmanente Schwäche führt zwangsläufig zu einer permanenten Leistungsreduzierung und zu höheren Beiträgen. Nach einer Untersuchung der GKVen wird der Beitragssatz von derzeit 14,6 % im Jahr 2030 auf 24 % ansteigen müssen, um die Demografieeffekte und die Bezahlung des Medizinischen Fortschritt ausgleichen zu können.

Die strukturbedingte Misere wird auch nicht dadurch besser, dass zufällig auf Grund guter Beschäftigungslage, bei den 110 (!) GKVen insgesamt ein Polster von ca. 30 Mrd. vorhanden ist. Bei der nächsten Konjunkturdelle ist dieses innerhalb von einem halben Jahr abgeschmolzen. Fazit: Es müssen sofort die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, dass sowohl die GKVen als auch die Privaten die gleichen Chancen haben,   gute Versicherungsleistungen für alle Pflichtversicherten zu erbringen. Insbesondere muss den GKVen uneingeschränkt die Möglichkeit gegeben werden, neben der Basisversorgung kapitalgedeckte Zusatzleistungen anbieten zu können, sodass jeder Versicherte selbst entscheiden kann, wieviel ihm der „schnellere“ Termin, das Zweibettzimmer oder die Chefarztbehandlung wert sind.  Soziale Härten müssen, wie schon jetzt, durch staatliche Leistungen abgefedert werden. – Dr. Heinz Hörster Lienen


Leserbrief zu „Die Big-Data-Diktatur“ von Thomas Assheuer

Dass „Sozialkybernetik“ nicht nur in totalitären Staaten möglich ist, zeigt die Episode „Nosedive“ (aus dem Jahr 2016) der britischen Serie „Black Mirror“ eindrücklich. Hier basiert die (westliche) Gesellschaft ebenfalls auf einem Sozialkreditkonto, welches über günstige Kredite, Flugreisen und Zutritt entscheidet. Es basiert ganz simpel auf der Möglichkeit der Bewertungen von sozialen Kontakten über das personalisierte Smartphone. – Jürgen Jäger


Leserbrief zu „Kompromisse nutzen den Gegnern“ von Can Dündar

Das umtreibt fast alle europäische Staaten. Ihr Autor will nicht verstehen, das Autorität des Staates nicht negativ sein muß. Aber diese Krankheit hat er nicht allein. Ich lebe auch in Singapur. Dort gibt es schon seit über 20 Jahren eine autoritäre Regierung mit dem Ergebnis, der Wohlstand ist weit höher als in Europa. Armut gibt es so gut wie keine. Für mich ist das ein Ausweis, daß die westliche Demokratie nicht das Ende sein muß. Keiner oder nur wenige wollen das erkennen. Unsere parlamentarische Demokratie ist ineffizient und auf Dauer schwächt sie den Staat. Die hohen Steuern ist das Ergebnis. Das muß ja nicht das Ende einer Demokratie sein. Die großen Unternehmen sind fast alle schon ausgewandert. Die verkaufen und produzieren vorwiegend im Ausland. Das ist kein Widerspruch. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Höcke hat Besuch“ von Jana Simon

Zu diesem Bericht hätte ich einige Fragen an Frau Simon: Ist es nicht zu Recht tausendfach festgestellt worden, dass die Nazis Verbrechen verübt und Schande ueber Deutschland gebracht haben? Was also ist falsch daran, wenn das Mahnmal als ein „Denkmal der Schande“ bezeichnet wird? Wo bitte steht zum Beispiel in den USA ein Mahnmal fuer die fast komplette  Ausrottung der Indianer? Der Satz von Herrn Ruch „Das Zentrum   wurde gegruendet, um Hetzern das Leben zur Hoelle zu machen“. Haben Sie ihm nicht gesagt, dass seine Leute nichts anderes machen als zu hetzen? Warum haben Sie es sich gefallen lassen, dass fast alle Formulierungen geaendert wurden? Das zeigt doch,  dass man nur auf Krawall aus ist und nicht auf Diskussionen. – Guenter Belschner


Leserbrief zu „Mehr Experimente!“ von Matthias Krupa

Herr Krupa hat sich als einer der Wenigen parteineutral mit der Regierung beschäftigt. Wenn Herr Joffe in der letzten Ausgabe festgestellt hat, dass die Regierungsarbeit erfolgreich war, so sollte man ihm seine Meinung ruhig belassen. Tatsache ist aber doch, dass diese Regierung, und zwar CDU, CSU und SPD, vom Volk abgewählt wurde, weil sie eben nicht erfolgreich fuer unsere Bevoelkerung war, sondern nur nach dem Willen der Lobbyisten der Automobilindustrie, der Pharmaindustrie und der ungesunden Nutztierhaltungsindustrie. Was soll denn  eine grosse Koalition, wenn bereits vor Verhandlungen aus der CSU quergeschossen wird? Mit diesaen Leuten kann man doch nicht regieren. Da fehlt doch das Vertrauen  komplett. – Guenter Belschner


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Ein Kompromiss zwischen den beiden Gedanken ist die Bürgerversicherung einzuführen, die Beitragsbemessungsgrenze abzuschaffen und wer sich gerne besser versichern möchte, kann dies über eine private Versicherung tun. Ähnlich wie bei einer Zahnzusatzversicherung übernimmt dann die private Versicherung die Ausgaben, die von der gesetzlichen Versicherung nicht gedeckt wird. Außerdem ist jeder Bürger damit grundversichert und kann aus der privaten Krankenkasse jederzeit aussteigen. Weitere Gedanken. Warum brauchen wir Wettbewerb bei der Krankenversicherung? Es gab einst über 200 GKV und eine würde auch reichen. Es scheint mir das nur durch Streichen von Leistungen und nicht durch Verbesserung der Leistungen Wettbewerb getrieben wird. Was passiert mit den Milliarden Überschüssen der Krankenkassen? Fliesen sie zurück in bessere Leistungen oder die Ausbildung von Ärzten? – Stephan Braun


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Das ist nicht nur Gift für die Felder sondern für die gesamte Politikkultur (Verdrossenheit) in der Bundesrepublik! Da kommt zu Seehofer, Dobrind, Scheuer und Söder noch ein von sich selbst überzeugter Bayer hinzu. Anstatt dem Wahlvolk zu erklären, was für diese Entscheidung wichtig und ausschlaggebend war, nur ein ganz selbstbewusstes: „Ja, so ist er, der Christian Schmidt.“  Die Selbstherrlichkeit der bayrischen Mannsbilder ist erschreckend. Schon seit langem reiben sich Bürger aus den anderen Bundesländern die Augen und trauen ihren Ohren nicht.  Selbst manchem bayrischen Wähler ergeht es wahrscheinlich so. Mit welchem Recht dominiert die CSU oftmals Entscheidungen, die die ganze Republik betreffen? Dazu wünsche ich mir sehr viel mehr Infos und Diskussionsrunden in Presse, Funk und Fernsehen. Kein anderes Bundesland hat in Berlin so viel Einfluss wie die Bayern, und die nutzen das sehr zu ihrem Vorteil aus. – Ingeborg Petermann


Leserbrief zu „Es ist aus“ von Susan Djahangard

Ich bin FAIRPHONE Nutzer, was für Sie inzwischen ja nicht mehr zutrifft. Deshalb habe ich Ihren Artikel mit großem Interesse gelesen und musste feststellen, dass ich mehr und mehr verwirrt aber auch enttäuscht wurde. Was Ihre Erfahrungen mit anderen FAIRPHONE Nutzern angeht, kann ich Ihnen nur zustimmen. Es besteht automatisch eine Verbindung zwischen anderen Menschen, die sich ebenfalls ein solches Gerät zugelegt haben. Am Ende konnte ich Ihre Intention jedoch nicht ganz verstehen. Sie sagen, dass es Ihnen nach Jahren ohne Smartphone wichtig war, eines zu bestellen, was nicht ganz so „skrupellos“ hergestellt worden ist. Damit ist, wie Sie es richtig erläutert haben, das FAIRPHONE eine Möglichkeit, um ein nachhaltiges Smartphone zu erwerben. Zugegeben, die Probleme mit dem ersten Modell gab es nicht nur bei Ihnen. Mein Bruder klagte über ähnliche Dinge wie Sie es in Ihrem Artikel taten.

Was daraufhin von Ihnen folgte ist für mich allerdings nicht verständlich. Sie schildern wie Sie sich mit einem der Gründer der Firma getroffen und ausgetauscht haben, wie er Ihnen Möglichkeiten aufgezeigt hat und welche Entwicklungen es bisher bei FAIRPHONE gegeben hat. Und trotzdem sagen Sie am Ende, dass sie glücklich sind, dass Ihre Modell 1 mittlerweile kaputt sei. Mein Bruder bestellte sich das Nachfolgemodell und hat seit gut zwei Jahren keine Probleme damit. Ebenso wie ich. Natürlich können Sie es sich als Journalistin nicht leisten, ein ständig verrückt spielendes Smartphone zu haben. Aber statt sich das FAIRPHONE 2 anzusehen, welches mit einigen Standards und Extras aufwartet und solide funktioniert, folgen Sie einem Trend zu einem Smartphone wie dem iPhone. Und dabei ist Ihnen bewusst, dass dieses iPhone, ob gebraucht oder nicht, lange nicht so fair hergestellt worden ist, wie das FAIRPHONE.

Sie kommen zu dem Schluss, dass „ethischer Anspruch an ein Smartphone“ Ihren „Interessen als Handynutzerin“ zum Opfer gefallen sei. Und da werfen sich bei mir einige Fragen auf. Wie können Sie von einer, damals als Sie sich das erste Modell bestellt haben noch Start-Up Firma, erwarten, dass Sie auf dem technischen Niveau mit einem iPhone der vielleicht wertvollsten Firma der Welt mithalten kann? Mit dem FAIRPHONE 2 eingerechnet hat FAIRPHONE heute 140.000 Stück weltweit verkauft. Jedes dieser Stücke hat die Welt ein kleines bisschen weiter nach vorne gebracht. Aber Sie kaufen sich nach dem ersten gescheiterten Versuch einfach den Standard, weil es ja funktionieren muss, statt der Firma eine Chance einzuräumen. Ich frage mich: wem hat dieser Artikel etwas gebracht? Sie lassen die Firma FAIRPHONE in einem schlechten Licht dastehen ohne sich überhaupt das weitaus populärere Nachfolgemodell Ihres Geräts angeschaut zu haben. Sie geben einem der führenden Technologie Konzerne der Welt Recht in dessen unfairer aber technisch brillanter Arbeitsweise und, was mich am meisten irritiert, Sie gestehen sich selbst in aller Öffentlichkeit einen Fehler ein, dessen Sie sich bewusst sind, ihn aber ignorieren. Das einzig positive an Ihrem Artikel ist für mich der renommierte Schauplatz, den Sie dem FAIRPHONE gegeben haben. Wenn Ihr iPhone demnächst nicht mehr funktionstüchtig ist, hoffe ich, dass Sie sich nicht vielleicht doch noch einmal das FAIRPHONE 2 ansehen, bevor Sie wieder tiefer in die Tasche für ein schmutziges Gerät greifen. – Ruben Schmidt


Leserbrief zu „Eine Frage der Ära“ von Bernd Ulrich

Der Bundespräsident kann Frau Merkel nicht „in drei Wahlgänge schicken“, wie Bernd Ulrich meint. Das Vorschlagsrecht steht dem Bundespräsidenten nur für den ersten Wahlgang zu. Wird dabei die absolute Mehrheit nicht erreicht, kann der Bundestag innerhalb von 14 Tagen in beliebig vielen Wahlgängen versuchen, irgendeine Person mit absoluter Mehrheit zu wählen – oder es auch lassen. Nach Ablauf dieser Frist ist sofort ein weiterer Wahlgang vorzunehmen; wird dann jemand nur mit relativer Mehrheit gewählt, liegt es in der Entscheidung des Bundespräsidenten, die Ernennung vorzunehmen oder den Bundestag aufzulösen.  Mit der Vertrauenfrage lassen sich auch keine Neuwahlen „erzwingen“;  wird das Vertrauen verweigert und beantragt der Kanzler danach beim Bundespräsidenten die Auflösung des Bundestages, liegt es wieder allein beim Präsidenten, die Auflösung zu verfügen oder zu verweigern. – Prof. Dr. Wilfried Nippel


Leserbrief zu „»Fast in die Leitplanke gedonnert«“ von Marcus Rohwetter

Welche Ehre: „Die Zeit“ widmet „Big T“ eine ganze Seite für ein Interview. Middelhoff war angeblich der „Übermanager“ unter den deutschen Wirtschaftsführern. Was hat er denn geleistet? Gut, er hat die Anteile Bertelmanns an AOL sehr gut verkauft, aber ist man deswegen schon der Größte? Dafür hat er den Konzern KarstadtQuelle trotz seiner übernatürlichen Fähigkeiten in die Insolvenz geführt. Seine größte unternehmerische Leistung dabei war wohl die Umbenennung von „KarstadtQuelle“ in „Arcandor“. Verbessert ein neuer Name schon die Performance eines Konzerns?

Trotz seiner „überragenden“ Fähigkeiten als Manager blieb Middelhoff ein charakterlich heruntergekommener Mensch. Er leiht sich als Multimillionär privat (u.a. von Roland Berger) Geld in Millionenhöhe (laut Welt.de über 100 Mio. €), um dies dann – immer noch Multimillionär – nicht zurückzuzahlen. Laut n-tv.de vom 03.04.2015 hatte er mindestens 50 Gläubiger. Um sein eigenes Vermögen  zu schützen, transferierte er (laut Tagespiegel.de ca. 90 Mio. €) es in eine Gesellschaft seiner Frau und seiner Kinder und meldet Privatinsolvenz an, um so seine Gläubiger um ihr Geld betrügen zu können. Er veruntreut Vermögen der Firma Arcandor und hinterzieht Steuern. Sieht so das Verhalten eines „gläubigen Christen“ aus, als der er sich bei Giovanni de Lorenzo in 3 vor 9 bezeichnet?

Der Gipfel der Arroganz und Selbstüberschätzung Middelhoffs ist die Forderung von ihm, eigene („Luxus-“) Etablissements für straffällig gewordene „eloquente und intellektuelle“ Manager und Trader zu schaffen: „Es ist nicht sinnvoll, einen eloquenten und intellektuellen Trader zusammen mit einem Gewaltverbrecher einzusperren“, so der einstige Supermanager. Sind ein Middelhoff oder ein asozialer Trader (dessen einziges Ziel es ist, anderen Menschen das Ersparte abzunehmen um es zu verzocken und dafür noch Boni zu kassieren) wohl bessere bzw. wertvollere Menschen? Gewaltverbrecher ebenso wie Manager der Sorte Middelhoff und ein Großteil der Händler an den Finanzmärkten vernichten Menschen. Der Gewaltverbrecher physisch, in dem er sie erschlägt oder sie zu Krüppeln macht, der Manager oder der Trader vernichtet die Menschen psychisch, in dem er ihnen den Arbeitsplatz streicht oder das mühsam Ersparte zur eigenen Bereicherung verzockt. Beide kassieren dafür noch Boni in unverschämter Höhe. Ein Großteil der Manager und Trader leben so abgehoben und fern jeder Realität, dass ihnen ein Aufenthalt mit „normalen“ Menschen in einer JVA ganz gut tut und sie vielleicht wieder etwas erdet.

Middelhoff lebt angeblich nur vom pfändungsfreien Teil seiner Pension. Warum überweist dann Rechtsanwalt Fromm Millionenbeträge an Middelhoff für „die persönliche Lebensführung“ (siehe Welt.de vom 19.05.2015)?

Aus diesem Holz sind die Menschen geschnitzt, die nichts anderes als Raffgier zur persönlichen Bereicherung kennen und über Leichen gehen. Dass sie mit ihrer Rücksichtslosigkeit, ihrer Arroganz und ihrem Egoismus einen großen Beitrag zur Spaltung und Zerstörung unserer Gesellschaft leisten, ist ihnen egal. Middelhoff zeigt keinerlei Mitleid mit den Menschen, denen er Lohnverzicht abverlangt hat bzw. deren Arbeitsplätze er gestrichen bzw. vernichtet hat. Trotz seines Versagens und seiner Misswirtschaft bei Arcandor gab es für ihn keinen Lohnverzicht, sondern ganz im Gegenteil, noch Boni in Millionenhöhe zusätzlich zu seinem millionenschweren Gehalt. Ein beispielhaftes Verhalten! – Volker Loch


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Wir brauchen Verbote von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln. In ihrem Artikel spricht Petra Pinzler zurecht von einer Fehlentscheidung des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt bei seiner Brüsseler Zustimmung zur fünfjährigen Verlängerung der Zulassung des Wirkstoffes Glyphosat. Ich habe am vergangenen Donnerstag in Köln bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des BUND Landesverbandes NRW mit dem SPD-Gesundheitsexperten Prof. Karl Lauterbach ein Verbot von glyphosathaltigen Produkten in Deutschland gefordert. Dies vor allem deswegen, weil die handelsüblichen glyphosathaltigen Pflanzenschutzmittel wichtige Beistoffe enthalten, die dem Wirkstoff u.a. den Eintritt in die pflanzliche oder tierische Zelle erleichtern. Die vorliegenden Industriestudien arbeiten überwiegend mit dem weniger wirksamen, isolierten Wirkstoff Glyphosat und verharmlosen die Auswirkungen der Pestizide auf die menschliche Gesundheit. Gleiches gilt nach Erkenntnissen von Forschern der Wiener Universität für Bodenkultur für Regenwürmer, bei denen eine starke Abnahme der Fortpflanzung und der Aktivität festgestellt wurde. Regenwürmer leisten aber einen unverzichtbaren Beitrag zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. – Dr. Helmut Röscheisen


Leserbrief zu „Bin ich jetzt islamophob?“ von Marco Stahlhut

Auch in Deutschland kann ich die Zuneigung zu meinem Mann nicht immer und überall offen zeigen, ohne dass mich dabei ein mulmiges Gefühl überkommt. Herr Stahlhut mahnt zurecht eine längst überfällige Debatte an. Leider hat sich in Deutschland die ultimative Polarisierung der Meinungen durchgesetzt, die zwischen dem von den Linken vertretenen Stereotyp der schutzbedürftigen, schwachen Minderheit und der von den rechten ausgegebenen, menschenfeindlichen Pauschalverurteilung aller Muslime hin und her pendelt. Kurz: Entweder ist man Gutmensch oder Nazi. Eine differenzierte Sichtweise, die die soziokulturellen Manifestationen des Islam kritisch diskutiert, und dabei den Respekt von den Menschen wahrt, wird leider auch von keiner politischen Partei vertreten. Diese Lücke in der politischen Debattenkultur ist meines Erachtens die zentrale Ursache für das Erstarken der politischen Ränder. – Till Buchmann


Leserbrief zu „Ohne Werte ist Europa nichts“ von Heinrich August Winkler

WERTE sind Europas Basisqualität! In einem Punkt hat der von mir sehr geschätzte Herr Winkler recht: Es sieht in der Tat so aus, als könnten nur die liberalen Demokratien das europäische Projekt retten. Allerdings störe ich mich an dem Wort „Projekt“ – und ich störe mich daran, dass in diesem und vielen anderen Beiträgen oft die alten Denkmuster bemüht werden. Die Europäische Union muss, und da hat Macron recht, neu erfunden werden, um bei einer breiten Bevölkerung auf Akzeptanz zu stoßen. Und da geht es nicht um Werte (diese setze ich als Basisqualität voraus), sondern um ein solides Fundament, das nur durch gemeinsame Grundvoraussetzungen geschaffen werden kann. Die Bürger werden hinter Europa stehen, wenn sie den Sinn erkennen und, vor allem, fühlen. Es kann nicht sein, dass große Unternehmen mit hohen Subventionen und (je nach Mitgliedsland) mit niedrigen Steuern rechnen können, die „einfachen“ Arbeiter und Angestellten jedoch wenig Chancen haben, an ihrer Steuererklärung etwas zu „drehen“. Und das ist nur ein Beispiel. Um Europa auf Dauer zu retten muß es das Ziel sein, die Vereinigten Staaten von Europa mit starken, autonomen Regionen zu schaffen: Übergreifende Themen (Finanz-, Steuer-, Wirtschafts-, Verteidigungs- und Sozialpolitik) müssen gemeinsam verantwortet, lokale Themen hingegen unbürokratisch vor Ort in den Regionen gelöst werden. Bürgernah! Die Nationalstaaten in ihrer jetzigen Form sind nicht mehr zeitgemäß! – Jörg Buntenbach


Leserbrief zu „No sex, please!“ von Patrik Schwarz

Ihr Autor schreibt: „In Gruppendiskussionen ist das Thema nicht gut aufgehoben.“ Damit ist alles gesagt. Wie auch in anderen Bereichen, in Deutschland wütet der Bär. Die halbe Nation ist verrückt geworden. Die intimste Sache der Welt trägt man nicht auf dem Jahrmarkt aus. Damit meine ich die Lehranstalten. Das sollten die Eltern, die vertrautesten Menschen für ein Kind, übernehmen. Und wer das nicht gebacken bekommt, kann ja durchaus Hilfe bei den Experten holen, und das sollten die Eltern sein. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Wo der Hammer hängt“ von Dietmar H. Lamparter et al.

Die Leitfrage in den Unterzeilen der Überschrift Ihres Artikels lautet „Wie patriotisch muss ein Konzern sein?“ – und führt in die Irre. Vaterländische Gesinnung verlangt nicht einmal Martin Schulz, wenn er den Siemens-Chefs eine asoziale Gesinnung vorwirft. Der Politiker sorgt sich um die gesellschaftlichen Verhältnisse in strukturschwachen Regionen, Joe Kaeser dagegen fragt nach der Firmenstrategie mit höchstmöglichem Profit. Dieses Denken hat „systemische Ursachen“, wie der zitierte Konjunkturforscher Gustav Horn zutreffend feststellt. Die Forderung nach einer Diskussion zwischen Politik und Wirtschaft über „gemeinsame Werte“ führt zu einem fortgesetzten Aneinander-Vorbeireden. Für die Profitorientierung eines Unternehmens steht nicht die „Moral … auf dem Prüfstand“ (Josef Wieland, Wirtschaftsethiker), sondern ausschließlich die Renditeerwartung der Kapitaleigner. Moralische Werte wie die Bereitschaft zu teilen, Dankbarkeit für die Bereitstellung einer funktionierenden Infrastruktur, die Ausbildung eines leistungsfähigen Nachwuchses und die Hilfe der Politik bei der Anbahnung internationaler Staatsaufträge oder gar die Rücksicht auf die Lebensgrundlagen unseres Globus interessieren Konzernstrategen nicht die Bohne. Das Verfassungsideal eines am Allgemeinwohl orientierten Wirtschaftens scheiterte schon immer an der Verfassungswirklichkeit, in der sich die Eigentümermacht über die Lebensinteressen der Menschen hinwegsetzt. Die freche Zustimmung des „christlich-sozialen“ Ministers Schmidt zur Fortsetzung der Umweltvergiftung mit Glyphosat ist nur ein aktuelles Beispiel für das Wirken der politisch Mächtigen im Dienste der Wirtschaftslobby. – Viktor Rintelen


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ von Larissa Hofmann und Thomas Lohr im ZEIT Magazin

Gerne lese ich das Zeitmagazin! Die Kolumne „Fernbeziehung“ jedoch erstaunt mich immer wieder aufs Neue mit den oberflächlichen Texten und einer Endlosschlaufe der gleichen Thematik ohne Tiefe und Schärfe. Die Fotos sind schön, das stimmt! Aber es gibt so viele interessante Menschen (und sicher auch Fotografen) die etwas zu sagen haben. Auch meine zeitungslesenden Töchter (16, 20) wundern sich wöchentlich mit mir. – Madeleine Girard


Leserbrief zu „Ohne Werte ist Europa nichts“ von Heinrich August Winkler

Herr Prof. Winkler führt große Klage über den miserablen Zustand Europas und schreibt in seinem Aufsatz viele Worte über die Werte Europas, die nicht eingehalten werden. Dabei hätte sich Herr Prof. Winkler nur an die Aussagen von Matteo Renzi, ehemaliger Ministerpräsident Italiens erinnern müssen, der einmal in Brüssel dem staunenden Publikum sagte, dass „an der Einhaltung von ein paar Regeln Europa nicht scheitern dürfe“. Er war so mutig, öffentlich zu sagen, was die die Einhaltung des Wertekanons und die abgeleiteten Regeln für die meisten Regierungen in EU-Europa bedeuten: Viel Geld für uns – das andere ist nur beschriebenes Papier!

Herr Winkler schreibt weiter, dass „ganz unklar sei, was Macron mit der europäischen Souveränität meint“. Der EU-Kommissions-Präsident J. C. Juncker gab in einem Ferseh-Bericht über Macron (ZDF, 28.11.2017) die Antwort, in der er die Sorbonne-Rede von Präsident Macron am 26.09.2017 so kommentierte: „Zwischen den Zeilen meint Herr Macron immer Frankreich – die französische Republik“. Daniel Vernet, der ehemalige diplomatische Korrespondent von Le Monde in Deutschland hat es in den neuziger Jahren in einem Essay für die DIE ZEIT auf den Punkt gebracht: Frankreich will in der Welt leuchten und Europa – vor allem Deutschland! – solle ihm die Mittel dafür liefern. Und auf einer Reise nach Griechenland erklärte der französische Präsident neulich, dass Frankreich eine größere Rolle in der Welt anstrebe. Es wird zuerst von Frankreich gesprochen, dann erst von Europa!

Herr Winkler verweist auch auch darauf, dass Frankreich ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates ist und Atomwaffen besitzt. Damit hebe es sich deutlich gegenüber Deutschland ab. Diese beiden „Attribute einer Weltmacht“ verdankt Frankreich zum einen der Nachsicht von W. Churchill, F.D. Roosevelt und Josef Stalins bei der Vereinbarung über die Gründung der UNO auf der Konferenz von Jalta 1945. Es war „Trittbrettfahrer“ bei den drei Siegermächten des Zweiten Weltkrieges. Die Finanzierung der Entwicklung seiner Atombombe verdankte es den Subventionen aus der EWG-Kasse. In der globalen politischen Auseinandersetzung sind diese Attribute nichts wert. Die „Wirtschaft ist alles“, wie schon Ludwig Erhard oder Bill Clinton betonten und Ludwig XIV wusste.

Es braucht im Übrigen keine „selbstkritische Aufarbeitung der Gründe für das hegemoniale Auftreten in der Flüchtlingspolitik“ durch die deutsche Bundesregierung. Sie sind doch bekannt: Am 31.10.1938 campierten viele jüdische Menschen bei Kälte und Regen im Niemandsland der Grenze zwischen Polen und dem Großdeutschen Reich. Deutschland hatte die polnischen Juden abgeschoben, Polen ihre Aufnahme verweigert. Eine ähnliches Schauspiel sollte sich im September 2015 an der ungarischen und deutsch-österreichischen Grenze nicht wiederholen. Die Wochenschaubilder von damals wären von den Medien unserer „Freunde in Europa“ mit Sicherheit instrumentalisiert worden. Klar ist, dass es in keinem EU-Staat eine „strategisch durchdachte Flüchtlingspolitik“ gibt und vieles ist aus dem Ruder gelaufen ist, wegen einer bestehenden „Verweigerungshaltung“.

Erstaunt kann man nur über die Festellung von Herrn Winkler sein, „dass die einstigen Kolonialmächte, sich mit der Integration einer großen Zahl von Menschen aus ihren ehemaligen Überseegebieten überfordert fühlen“. Die französische Regierung fordert sogar, dass sie bei der Lösung der Probleme in ihren ehemaligen Kolonialgebieten von Deutschland militärisch unterstützt werden, u.a. mit dem Argument, dass die deutschen Weihnachtsmärkte dadurch sicherer werden. – siehe Mali! Was gibt uns Frankreich dafür? Wir haben unsere Erfahrungen mit der Verteidigung Deutschlands am Hindukusch!

Herr Winkler behauptet, dass es „keine deutschen Alleingänge mehr geben darf“. In einem SPIEGEL-Interview hat Herr Winkler sogar behauptet, dass „Europas Interessen deutsche Interessen sind“. Die Abstimmung mit den anderen europäischen Staaten sei ein Imperativ deutscher Politik. Diese Behauptungen ignorieren völlig, dass es weder gemeinsame europäischen Interessen noch gelebte Werte gibt. Und was die Abstimmung und Vereinbarungen mit Frankreich angeht, so sei hier an die Worte von Eduard III an Kaiser Karl IV (14. Jahrhundert) erinnert: „Warum verbündet ihr euch nicht mit uns. Die Franken (Franzosen!) fordern alles und geben nichts“ . Bei der Besetzung des Vorsitzenden für den Militärausschuss der Europäischen Verteidigungsunion Anfang Dezember verhinderte die französisches Regierung die Berufung eines deutschen General in diese Position entgegen aller getroffener Absprachen. Wenn es 2019 um die Besetzung der Positionen von dem Präsidenten der EU-Kommission und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank u.a. geht, sollte die deutsche Bundesregierung immer daran denken, dass man sich auf keine Absprachen mit französischen Regierungen verlassen kann. F.J. Strauß kündigte schon 1958 alle gemeinsamen Rüstungsprojekte mit Frankreich, weil sich Präsident Charles de Gaulle nicht an Vereinbarungen hielt. Bundeskanzler Helmut Kohl stimmte sein „10-Punkte-Programm zur Deutschen Einheit“ vom 28.11.1989 auch nicht mit dem Präsidenten Frankreich Francois Mitterand ab. Er wußte warum und tat gut daran! – Reinfried Brunsch


Leserbrief zu „Eine Frage der Ära“ von Bernd Ulrich

Die Verherrlichung einer Nur-Machtpolitikerin geht weiter. Eines noch sehr fernen Tages, vielleicht in acht oder zehn Jahren, wird es jedoch tatsächlich einen Auszug aus dem Kanzleramt geben. Allerdings nicht mit dem fernen Ziel Uckermark, sondern in die Nachbarschaft: nach Bellevue… – Dr. Andreas Schäfer


Leserbrief zu „Warum sind die nur so glücklich?“ von Matthias Geis

Exakt diese Einstellung unterscheidet die Grünen von den Liberalen um Christian Lindner. Sie haben gefighted, sie haben verhandelt und konnten nicht nur Kompromisse erzielen sondern der Union auch Zugeständnisse abverlangen. Es ist ein beachtlicher Erfolg, weil sie ihre eigene Identität gewahrt haben. Weil sie Prioritäten gesetzt haben in diesem Kampf um die ersten und besten Plätze. Bei der FDP hatte ich nur das Gefühl, das es ihnen eben um diesen Abbruch ging. Weniger darum eine handlungsfähige Regierung aufzubauen sondern vielmehr nur darum, dazwischen zu grätschen. Christian Lindner hat die Schuld doch weniger bei sich und seiner Partei gesucht, dafür bei den Anderen. Das ist nicht richtig. Sondierung heißt auch Zugeständnisse eingehen, zu verzichten, aber auch standhaft zu bleiben. Dafür haben die Özdemirs, Trittins und Eckhardts ein großes Lob verdient! – Yves Pulst


Leserbrief zu „Ohne Werte ist Europa nichts“ von Heinrich August Winkler

Herr Winkler listet Vorschläge zur Stärkung europäischer Gemeinsamkeiten auf. Natürlich geht es ums Konkrete. Wenn Alleingänge einzelner Staaten vermieden werden sollen, geht es allerdings auch ums Grundsätzliche. Und da lautet die Frage: Was sind unser aller Gemeinsamkeiten, unabhängig von Kulturen, Traditionen, Zivilisationen, Religionen und Sozialisationen. Denn ohne konsensfähige Werte ist unser Menschsein nichts – zumindest aber höchst gefährdet. Die Bereitschaft zum unvoreingenommenen und ergebnisoffenen Diskurs über diese Frage sehe ich – was das Grundsätzliche angeht – als zu wenig beachtet bzw. in den Gesellschaften ankommend an. Wenn der weiteren Zersplitterung unserer Welt in sich gegenseitig abgrenzende Bereiche und Regionen Einhalt geboten werden soll, gehört also die Ursachen- und Motivforschung bezüglich unseres eigenen Verhaltens unbedingt dazu. Und wenn es diesbezüglich Vorbehalte oder sogar Ängste vor möglichen Ergebnissen gibt, dann kann das auch damit zusammenhängen, dass man Dinge über sich selbst entdecken könnte, die mit den eigenen Selbstbildern nicht übereinstimmen. Dabei gehören Zweifel, Irrwege, Täuschungen, Schattenseiten und neue Erkenntnisse dazu, wenn wir unsere Leben nicht als konstruierte Idealisierungen zum exklusiv eigenen Vorteil auffassen wollen. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Wer lebt im Dunkeln?“ von Laura Cwiertnia

Jeden Tag ein Bericht über Armut in Deutschland. 1 Mio. Kinder in Armut, Alleinerziehende in Not, zunehmende Altersarmut, Stromabschaltungen. Eine Schade für das „reiche“ Deutschland. Gleichzeitig gibt es genügend Mitbürger, die meinen die Welt zu retten, indem sie für ungebremste Armutszuwanderung plädieren und sich moralisch über Andersdenkende erheben. Die Zeche dafür zahlen jedoch die kleinen Leute. Die Konkurrenz im Niedriglohnsegment wird durch die Armutszuwanderung genauso wie der Engpass bei bezahlbaren Wohnraum verschärft. Die in großen Teilen gleichen Weltretter wollen die Senkung des Solidaritätszuschlags! Mein Gegenvorschlag: Eine deutliche Erhöhung des Soli für die Besserverdienenden, um die Armut in Deutschland zu beseitigen. Wenn dann noch Geld übrig ist, retten wir damit die Welt. – Rainer Funke


Leserbrief zu „Bin ich jetzt islamophob?“ von Marco Stahlhut

Mit Interesse habe ich Ihren Beitrag gelesen. Ich verstehe sehr gut ihren Ansatz die Kritik an der Homophobie, die von islamisch sozialisierten Menschen kommt, nicht als antiislamisch verstanden zu wissen. Es geht schliesslich um in westlicher Gesellschaft verbriefte Rechte. Anzumerken ist aber, dass die gesellschaftliche Akzeptanz der LGBT-Rechte bei uns hauptsächlich durch die Kirchen behindert wurde und immer noch wird. Ob die beharrlich steigenden Kirchenaustrittszahlen die Kirchen dazu zwingen, sich zu öffnen oder ob die Veränderung wirklich von innen kommt, soll jeder für sich selbst entscheiden. Jedenfalls sieht für mich „etwas aus Überzeugung zu verändern“ anders aus, besonders wenn man letztlich durch das Gesetz zur Veränderung gezwungen wird, andernfalls man Diskriminerungsklagen fürchten müßte.

Was mir aber in unserer Gesellschaft fehlt, ist genau die Diskussion darüber, ob eigentlich Glaubensgemeinschaften zu einem toleranten Umgang miteinander sorgen oder ob sie im Gegenteil dazu Konflikte sogar anheizen. Der Block der Konfessionslosen ist in Deutschland inzwischen der größte, daher sollte die Diskussion schon erlaubt sein, inwiefern die Kirchen, islamischen Verbände, jüdische und andere religiöse Gemeinschaften zwar toleriert werden sollten, aber sich dazu auch ganz klar von Diskriminierung glaubhaft nach aussen distanzieren und vor allem diese Haltung nach innen pädagogisch vermitteln müssen. Nur so wäre eine Befriedung denkbar. Das muss vom Gesetzgeber gefordert werden, damit es Gewicht hat.

Solange das nicht passiert, ist es für mich daher notwendig, antiislamisch bzw. antikirchlich zu argumentieren. Es geht nämlich genau um die in diesen Religionen vermittelten Werte, die diskriminieren. Solange Religionen durchweg positiv dargestellt werden, solange interessiert sich ein konformer Anhänger auch nicht für Minderheiten und deren Schutz. Als Konfessionsloser empfinde ich z.B. Sätze wie „Der Islam gehört zu Deutschland“ deswegen beängstigend, weil er durch die Hintertür der Toleranz islamischer Gemeinschaften die gesellschaftliche Akzeptanz der LGBT zurückwirft. Gehen sie versuchsweise Hand in Hand mit Ihrem Freund durch Klein-Istanbul in Mannheim, dann wissen sie, was ich meine. – Karl Welti


Leserbrief zu „Höcke hat Besuch“ von Jana Simon

Ich bin eher rot-grün und, wahrscheinlich altersbedingt, vielleicht in manchen Fragen auch rechts-konservativ. Aber was sich die Aktivisten und Hintermänner vom „Zentrum für politische Schönheit“ erlauben ist menschenverachtend. Abgesehen davon , dass der losgetretene mediale Rummel der AfD und ihren Anhängern wieder in die Hände spielt, hat ein Tötungsaufruf – an wen er sich auch immer richtet – mit Rechtstaatlichkeit und Demokratie nichts zu tun. Das ist schlicht menschenverachtend und man macht sich gemein mit denen, die man bekämpft.

Weder die Zweckentfremdung von Mietraum, noch die private Bespitzelung unliebsamer Andersdenkender sind probate Mittel, um politische Frustrationen abzubauen. Ich würde mich auch sofort mit meinen Nachbarn solidarisieren, damit diese ihre Meinung äußern können, die Bewertung dieser Meinung würde ich aber dem Wähler überlassen. Der Gipfel jedoch ist, dass eine Schule – noch dazu eine Walldorfschule – einer solchen Gruppe ein Forum bietet. Das ist Indoktrination in Reinkultur. Die Spenden sollten daher besser nicht an dieses „Zentrum für zukünftige Anarchisten“ gehen, sondern an die demnächst arbeitslosen Siemens-Mitarbeiter. – Harold Klein


Leserbrief zu „Mehr Experimente!“ von Matthias Krupa

Matthias Krupka fragt, was gegen eine Minderheitsregierung spricht. Die Antwort: Die Größe unseres Parlaments. Wir leisten uns das zweitgrößte Parlament dieser Welt (nach China). Je größer ein Parlament desto schwerfälliger der Entscheidungsfindungprozess, es sei denn, es bestehen Regierungsverhältnisse wie in China. Minderheitsregierungen funktionieren gut in Staaten mit kleinen Parlamenten. Bevor in Deutschland über eine Minderheitsregierung nachgedacht wird, müsste zunächst einmal das Parlament radikal verkleinert werden. Daß in Zukunft ein solches Gesetz verabschiedet wird, ist kaum zu erwarten. Eine Minderheitsregierung bei der Größe unseres Parlaments halte ich für nahezu handlungsunfähig; sie würde in kurzer Zeit zu Neuwahlen führen. Entweder GroKo oder gleich Neuwahlen. Die FDP wurde ihrer Verantwortung nicht gerecht. „Jamaika“ wäre ein gutes und spannendes Experiment gewesen. – Soenke Maria Laser


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Auch in diesem Artikel wird die private Krankenvers. überzogen dargestellt. Es stimmt nicht, dass jeder Privatver- sicherte im Einbettzi. . untergebracht ist. Es gibt mehre Möglichkeiten sich zu versichern: 1. Einen Tarif,der einer Pflichtvers. entspricht. 2. 2-Bettzi. mit Chefarztbehandlung (gehört leider zusammen). 3. Zusätzlich noch das Einbettzi. Bessere Termine habe ich auch nicht bekommen. Es wird nicht mehr gefragt, ob man privat oder gesetzlich versichert ist. Das Beste wäre, jeder Versicherte würde eine Rechnung bekommen, damit die unkontrollierten Abrechnungs- betrügereien aufhören, und es würde sehr viel Geld gespart. – Karin Mertens


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Nach vielen Jahren freiwillig privat versichert bin ich heute „Zwangsmitglied“ der Privaten Kranversicherung, nebst seit Jahren nicht gegen Gehalt mitarbeitender Ehefrau(ehrenamtlich im sozialem Umfeld). Aus Altersgründen kann ich mich nicht mehr „freiwillig“ versichern. Ich könnte den Beitrag verringern, aber nur unter erneutem Zwang, jeweils einen „Allgemeinmediziner“ einzuschalten vor dem Facharzt, außer Frauenleiden,Zahnarzt oder Augenarzt.Gegen allerdings erhöhten Beitrag gegenüber den gesetzlich Versicherten könnte ich auch in die Klasse ähnlich der gesetzlich Versicherten abwandern. Ehrlich gesagt: Ich halte das Ganze offensichhtlich für verfasssungswidrig, wieso merkt oder sieht das kein Journalist oder gar Politiker so? Immer wieder Lobby? – Hubert Ganser


Leserbrief zu „Ohne Werte ist Europa nichts“ von Heinrich August Winkler

In der Ausgabe hat mich der Titel: “ Ohne Werte ist Europa nichts“ persönlich sehr beunruhigt, denn das große Bild, das die Entfernung des Sterns von England zeigt, haben wir während unseres Besuches in Dover am 3. Oktober diesen Jahres, erschreckend selbst erlebt und fotografiert. Die Welt ist sowieso in Unruhe, und weil das so ist, müssen wir in Europa stabil bleiben was nur in Gemeinsamkeit gelingen kann. Ich hoffe immer noch, dass England vom Brexit zurück tritt, denn ein gemeinsames Europa ohne England und seiner Werte, ist in seiner Stabilität undenkbar. Außerdem sind die „Angelsachsen“ unsere Verwandten und sollten in schwierigen Familienangelegenheiten fest zusammen halten, darum wäre es zu empfehlen, auch die zweite Strophe unserer Europahymne zu beachten in der uns Friedrich von Schiller ans Herz legt, eines Freundes Freund zu sein. – Rosemarie Hennemeyer


Leserbrief zu „Gegen allen Fanatismus” von Alexander Cammann

Dass Theodor Mommsen sich so entschieden gegen den Antisemitismus gewehrt hat, ehrt ihn. Dadurch ist aber nicht Kritik an Mommsens Aussagen in dem Hauptwerk Römische Geschichte verboten. Mommsen verherrlicht kritiklos den römischen Imperialismus mit allen Kollateralschäden, um einen modernen Begriff zu gebrauchen. Zitat: “ Kraft des Gesetzes, daß das zum Staat entwickelte Volk die politisch unmündigen, das zivilisierte die geistigt unmündigen Nachbarn in sich auflöst, Kraft dieses Gesetzes . . . so sehr Naturgesertz . . . Gesetz der Schwere . . .war die italische Nation . . . befugt die zum Untergang reifen griechischen Staaten des Ostens sich untertan zu machen und die Völkerschaften niedriger Kulturgrade im Westen . . . durch ihre Aussiedler zu verdrängen . . “
In Analogie dazu würdigt Mommsen den europäuischen, besonders englischen Kolonialismus und Imperialismus der Neuzeit in Asien, Australien, Afrika und Amerika. Zitat: . . . ausgedehnte barbarische Landschaften mit dem Stempel seiner Nationalität bezeichnet und geadellt hat und fortwährend bezeichnet und adelt.“ Heute bezeichnen wir dieses Adeln eher als Genozid und ethnische Säuberung. Der kanadische Premier hat sich gerade für diesen Kolonialismus entschuldigt.Heute würde wahrscheinlich Theodor Mommsen von seiner damaligen Meinung abrücken. Die Verherrlichung Caesars und die unwürdige Bewertung des „Advokaten“ Cicero ist auch diskutierbar. – Karl-Georg Mix


Leserbrief zu „No sex, please!“ von Patrik Schwarz

Mit großem Interesse habe ich dir aktuelle Debatte in der “ZEIT“ zum Thema Aufklärung verfolgt. Dass der Artikel “No sex, please“ von einem Zeit Redakteur kommt, schockierte mich schon etwas. Sie glauben tatsächlich, dass man die Aufklärung von Kindern aus dem Schulunterricht nehmen soll. Aber wer soll sie denn machen? Viele Eltern haben keine gute Strategie, wann, wie und womit sexuelle Aufklärung erfolgen soll. Auch viele Kinder möchten nicht unbedingt diese Thema mit den Eltern besprechen. Es ist vor allem vollkommen natürlich mit Gleichaltrigen über Sexualität zu sprechen. Beide Formen der Aufklärung ergänzen sich ja. Es muss kein Entweder oder Oder sein!
Die Kinder sind außerdem im Biologieunterricht mit dem Thema Fortpflanzung von Tieren beschäftigt. Wenn man aber die menschliche Fortpflanzungn und Sexualität aus dem Schulunterricht verbannt, dann wird das für die Kinder erst recht zum Problem. Aufklärung auf “freiwilliger“ Basis in einer Sex-AG ist auch ein schlechter Witz. Die extrovertierten, coolen und neugierigen Schüler mögen da wohl hin gehen. Aufklärung muss aber alle erreichen und das mit einem “Mindeststandard“. Über diesen, also über genaue Inhalte und Form, kann man gerne debattieren. Auch die Lehrer müssen selbstverständlich fit gemacht werden. Aber den Rückschritt in die eigen vier Wände oder “Aufkläung on demand“ sollten wir nicht anstreben. – Tobias Tenenbaum


Leserbrief zu „Sex nach Vorschrift“ von Lea Frehse

Anscheinend hat die Autorin viel Recherchezeit aufgebracht und wirft doch etwas Grundlegendes durcheinander: Prostitutionsgegnerinnen wie Sabine Constabel fordern eben kein Verbot der Prostitution, sondern ein Sexkaufverbot wie u.a. in Schweden, Irland und Frankreich. In dem sogenannten nordischen Modell wird nicht die prostituierte Frau bestraft, sondern der Sexkäufer. Das Sexkaufverbot ist in jedem Fall wirksamer gegen Menschenhandel und die vielfache Ausbeutung ausländischer Frauen als der liberalisierte deutsche Prostitutionsmarkt. Informationen, die in dem Artikel fehlen, sind u.a. zu finden auf: www.rotlichtaus.de oder www.uib.no/sites/w3.uib.no/files/blatter_bestraft_die_freier_februar2016_0.pdf. – Antje Langethal


Leserbrief zu „No sex, please!“ von Patrik Schwarz

In Ihrem Artikel stellen Sie eindeutig Ihre Meinung über den Sexualunterricht der Zukunft vor. Sie glauben, dass Kinder sich alle Informationen über Sex aus dem Internet holen können und darum keine Unterstützung mehr von der Schule brauchen oder nur, wenn sie es möchten. Nun kann ich aus meiner Erfahrung sprechen, dass man sich keinesfalls endlos mit Pornos und dergleichen in seiner kindlichen Freizeit beschäftigt. Mit meinen 21 Jahren habe ich nun zwar schon ein paar Jahr Abstand zu der heutigen Jugend, jedoch glaube ich nicht, dass man alle über einen Kamm scheren kann. Auch heute gibt es Kinder, die sich nicht mit sexuellen Inhalten beschäftigen. Mein einziger Kontakt in diese Richtung war die „bravo“. Dort erfuhr man schonmal, ob mit dem Körper alles normal ist oder freute sich, wenn man etwas wusste. Pornos empfand ich als sehr abstoßend. Diese können auf keinen Fall zu einer sexuellen Aufklärung beitragen! Oft wird kein Kondom benutzt und die Frau/en müssen sich den Männern unterwerfen. Dieses Verhalten machen sich die Jungen zu eigen. Somit kann niemals eine Gesellschaft heranwachsen, die Gleichberechtigung als oberstes Ziel sieht.

Grundbegriffe müssen gelehrt werden. Oft hörte ich von Freundinnen, deren erster Freund nicht wusste, welcher ihrer Eingänge nun der richtige sei. Die weiblichen Geschlechtsteile sind sehr sensibel und können nicht so behandelt werden, wie man es oft in Pornos zu sehen bekommt. Mit dem männlichen Orgasmus endet der Film und die Frau hat Pech, wenn sie noch nicht soweit war. Dieses Bewusstsein darf sich nicht in den Köpfen der künftigen Generation festsetzen. Zu meinem Glück hatte ich in Bayern sogar öfters Sexualunterricht. Natürlich schämt man sich die Genitaliendarstellungen zu sehen, doch nach einigen Minuten legt sich das Gefühl und man möchte mehr erfahren. Wenn dann noch in der 10. Klasse bei dem Thema gelacht wurde, machten die Lehrer klar, dass es in unserem Alter nichts mehr zu lachen gibt. Zweimal war auch ein Verein an meiner Schule, der besonders uns Mädchen über die Periode aufklärte und bezüglich Sex unser Selbstvertauen stärkte. Danach erhielten wir Broschüren und Heftchen, die ich noch einige Jahre danach las, um beispielsweise nachzuschlagen, was Petting bedeute.

Die Hemmschwelle so etwas zu googlen ist groß. Eltern können kontrollsüchtig sein und den Browserverlauf des Handys aufrufen. Ich war froh nicht solche Eltern zu haben, kam aber auch nicht auf die Idee das zu googlen (auch weil es noch keine internetfähigen Handys gab). Doch wie soll man etwas googlen, von dem man nicht mal weiß, dass es das gibt? Welchen Jungen interessiert es wie die Periode abläuft? Noch viele junge Männer wissen heutzutage nicht wie das abläuft und ekeln sich vor einer der natürlichsten Sache der Welt. Darum muss im Schulunterricht erklärt werden wieso Frauen ihre Periode haben, wie ein Baby entsteht, wie man das verhindern kann und welche Anlaufstellen es gibt, wenn man doch schwanger wird. Ohne diese Bildung hätte ich mich zu sehr auf mich allein gestellt gefühlt und hätte nicht das Selbstbewusstsein wie heute. Die Peinlichkeit mit den Eltern darüber zu reden ist um einiges Größer. Hier zieht das gleiche System wie bei psychischen Erkrankungen, die auch lieber mit jemand Externen besprochen wird als mit Vertauten, weil die Scham zu groß ist.

Gleich von Anfang an hatte ich bei Ihrem Artikel das Gefühl, dass Sie denken, im Sexualunterricht würde über Sexpraktiken oder Lust gesprochen werden. Das wäre nicht akzeptabel, denn das ist auch nicht vermittelbar und muss von jedem selbst erkundet werden. Ihr Vorschlag einer AG, bei der sich Kinder aussuchen, ob sie es besuchen oder nicht würde nicht funktionieren. Ja, die Neugierde ist groß, aber auch die Hemmschwelle sich bewusst dafür zu entscheiden. Die Teilnehmer würden nach so einem Kurs von ihren „unwissenden“ Freunden überrannt werden, denn unter Freunden bespricht man eigentlich alles. Das hierbei kein gleichmäßiges und vollständiges Wissen übertragen wird, liegt auf der Hand. Einige meiner männlichen Freunde erzählten, dass sie niemals Sexualunterricht hatten oder sich bewusst davor gedrückt haben. Dann kann man nur noch hoffen, dass diese Person zu Gleichberechtigung, Empathie, Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen erzogen wurde und nicht gewalttätiges Machogehabe aus Pornos übernimmt. „Aufklärung on deman“ ist mit Ihrem Vorschlag der Selbstständigkeit nicht gewährleistet. In jedem Schuljahr ein paar Zusatzstunden Sexualunterricht könnte das leisten. So sollte sich niemand davor drücken können. Gewecktes Interesse kann dann durch googeln noch weiter vertieft werden. – Valeria Schulte-Niermann


Leserbrief zu „Endlich ehrlich“ von Fritz Habekuss

Ein ethischer Umgang mit Tieren die in den Käfigen der Versuchslabore dahinvegetieren und der qualvollen Experimentierwut mancher Forscher ausgesetzt sind ist schlicht und einfach unmöglich. Darüber kann auch kein sogenanntes Leitbild hinwegtäuschen, das wohl eher dazu dienen soll Tierversuche salonfähig zu machen anstatt endlich unnötiges Leiden zu beenden und Alternativmethoden zu nutzen. Die absurde Praxis Hodengewebe von kastrierten Affen in Mäuse zu transplantieren um die männliche Unfruchtbarkeit zu erforschen erscheint in Zeiten von Überbevölkerung und Hungersnöten überflüssig oder gar unsinnig. Dass sich jemand der solche Experimente durchführt als Tierschützer darstellt ist eine Beleidigung für alle engagierten Menschen, die unnütze Grausamkeiten in Tierversuchslaboren aufdecken und zu Recht kritisieren. Herr Schlatt würde wohl kaum das Skalpell, sofern überhaupt von Nutzen bei sich selbst anlegen, ethischer fänden die Affen in seinen Laboren dies sicher. – Kerstin Strömmer


Leserbrief zu „Es ist aus“ von Susan Djahangard

Die junge Frau hatte Pech mit ihrem Fairphone-Handy; das tut weh: Schade! Tatsächlich gibt es leider auch Rückschläge bei der Entwicklung innovativer Technik. Andere betreiben allerdings bereits das zweite Fairphone nacheinander problemlos. Aber ihr letzter Satz!? Haben denn Handynutzer keine ethischen Ansprüche? Bewertet sie geschmeidigen Konsum höher als nachhaltiges Verbraucherverhalten? Liebe Jugend: möchten wir dorthin? Zurück in die offenen Arme von Google anstatt zu etwas Kritischerem? Diesel-Euro 4 statt innovative Antriebe? Bild statt ZEIT? Nochmals: Schade! – Thomas Braun


Leserbrief zu „No sex, please!“ von Patrik Schwarz

Bin so sehr einverstanden mit Ihren Ausführungen ! „Warum muten wir den Kindern“  diese multisexuelle Generalbeschulung der entspr.Lehrpläne  zu ? Sehr entschieden unterstütze ich die Verteidigung der Intimität ,für die Sie plädieren,und die die Begriffe/Größen :  Liebe + Scham nicht nur kennt, sondern im Zentrum hat. Hierzu ein kleiner “ Frühsommermorgentraum“- der exakt so vor 45 Jahren stattgefunden hat. (Kl. Beitrag zum Advent 2017,in dusteren und kalten Tagen :

Im Sommer 1972 lebte ich in der Altstadt in Tübingen.  Manchmal ging ich sonntagmorgens -wenn das Städtle noch schlief – an den Neckar. So auch an jenem Sonntag, – ein luftiger Sommermorgen. Ich bestieg einen am Ufer festgemachten Stocherkahn unter der großen Trauerweide, machte mirs drin gemütlich, ließ mich vom Neckar schaukeln,von der Sonne bescheinen,von den Vögeln besingen, vom Lüftle umschmeicheln.   Dann kam ein schmaler stiller Junge – wohl Student – an den Kahn , machte wortlos die Kette frei, bestieg den -offens. seinen-  Kahn, fragte nichts, erklärte nichts -und fuhr mit mir los! Ich selbst wollte die „Andacht“ (offensichtlich nicht nur meine, sondern vielleicht auch seine? – wortlose beidseitige Meditation ?) auch nicht stören und genoß einfach, in der Morgensonne auf dem Fluß gefahren zu werden. unter Platanen und Trauerweiden, entlang am „Seufzgerwäldle“(„wo dia Liebespärle so schee seufzgeret…“), eine ganze Strecke flußaufwärts und dann wieder zurück zur Weide. Kein Wort fiel die ganze Zeit – ich wollte den Zauber nicht stören (er vielleicht auch nicht? -ich habe es nie erfahren).   Dann machte er den Kahn wieder fest  und verschwand . Immer wenn ich jetzt nach Tübingen komme , stellt sich ein Lächeln ein – oder zumindest ein Schmunzeln. Für mich ist es eine Geschichte gegen den angeblich allgegenwärtigen Sexismus. Das Leben  und  die Liebe  können manchmal auch ganz einfach sein… – Esther Burke


Leserbrief zu „Studium der Befreiung“ von Kehinde Andrews

Der Beitrag hat mich wegen seiner gewaltverherrlichenden und rassistischen Ausrichtung schockiert! So etwas darf nicht unwidersprochen stehen bleiben; dass manche Argumentation unverständlich bleibt, kommt hinzu. Auch hierzulande hatten die RAF-Terroristen seinerzeit das Gefühl, einen gerechten Kampf zu führen und genossen damals durchaus eine gewisse „klammheimliche“ Sympathie nicht weniger fortschrittlicher Denker. Doch kenne ich zum Glück niemanden, der heute noch einen Euphemismus formulieren würde der Art: „…sahen sich genötigt, sich zu bewaffnen, nachdem ihnen Gewalt angedroht worden war.“ Wenn aber Andrews so über Demonstranten für „einen Black-Studies-Studiengang“ schreibt, scheint eine deutliche Verherrlichung der „guten“ Bewaffnung auf, und ich frage mich: Darf die ZEIT den Gegnern des staatlichen Gewaltmonopols eine Plattform bieten?

Die Ausführung: „…[Gewisse] Studenten sind an britischen Hochschulen zwar leicht überrepräsentiert … .Ihre Abschlüsse sind schlechter, was dazu führt, dass die Arbeitslosenquote unter … [ihnen] deutlich höher ist als unter …[anderen]“ ist recht banal. Nahezu überall ist die Arbeitslosenquote der schlechten Absolventen höher als die der guten, und in nahezu allen Ausbildungen ist der Anteil weniger Talentierter und weniger Ambitionierter höher als der der Überdurchschnittlichen (siehe Gauß´sche Normalverteilung)! Skandalös aber ist es, wenn der Misserfolg ausdrücklich mit dem Merkmal „schwarze Studenten“ verbunden wird! Hier scheint eine platt rassistische Argumentation auf, und ich frage mich: Darf die ZEIT offenem Rassismus eine Plattform bieten?

Herr Andews schreibt: „Universitäten entstehen aus der Kluft zwischen der intellektuellen Elite und der Welt, die sie erforschen“. Mir fällt mir es schwer, das nachzuvollziehen. Ich hielt Universitäten für Orte der Forschung und Lehre, im Idealfall zweckfrei dem Fortschritt dienend. Wenn aber die Universität aus jener Kluft entsteht, ist mir völlig unverständlich, wie „…Black Studies…diese Trennung auf[hebt]…“, ohne die Universität zu zerstören, die doch gerade daraus entsteht! Wahrscheinlich kann ich Andews´s Gedankengängen nicht folgen, weil ich nicht zu den Überdurchschnittlichen zähle. Ich hätte mir aber gewünscht, dass ein ambitionierte Co-Chef sich müht, auch so kleinen Lichtern wie mir seine „Black Studies Association“ verständlich zu machen. – Wolfgang Auth


Leserbrief zu „Wer sind Sie?“ von Mišel Rakvin

„Die Zeit“ hat sich über viele Jahre den Ruf erworben, ausführlich und in gepflegter Sprache das gesellschaftliche Geschehen zu kommentieren und einzuordnen. Diesen hochwertigen Journalismus weiß eine treue Leserschaft zu schätzen. Aber: Was ist von einer viertelseitigen Darstellung eines Mannes zu halten, der nur ein Geck ist und nicht mehr. Ist das für Ihre Leser relevant, dass sich jemand in seiner ganzen Schönheit im Stadtbild präsentiert, sich „inszeniert“, nicht durch die Stadt läuft, sondern „flaniert“ und als „Lakai“ seiner Frau auftritt, d.h. ursprünglich als „herrschaftlicher Diener“, heute wohl eher als „Mensch, der sich willfährig für die Interessen anderer gebrauchen lässt“ (gemäß Duden). Solche Darstellungen sollten Sie doch eher den Magazinen überlassen, die Stars und Sternchen garniert mit vielen bunten Bildern präsentieren und andere Maßstäbe für ihr Produkt anlegen. – Diethard Kleinschmidt


Leserbrief zu „Ohne Werte ist Europa nichts“ von Heinrich August Winkler

Heinrich August Winkler hat einen wichtigen Beitrag geliefert. Aber selbst einem so großen Autor unterlaufen Unzulänglichkeiten: Er gehört zu den wenigen Autoren, die wissen, dass Artikel 7 des EU-Vertrags zwei Alternativen enthält, eine, die an Einstimmigkeit im Europäischen Rat gebunden ist und in letzter Konsequenz zur Aussetzung des Stimmrechts eines Mitgliedstaats führen kann. Die andere führt über eine Mehrheit von vier Fünfteln im Ministerrat und gelangt damit zur Feststellung, dass „…die eindeutige Gefahr einer schwerwiegenden Verletzung der in Artikel 2 genannten Werte durch einen Mitgliedstaat besteht.“ Ob das tatbestandsmäßig eine ausreichende Beschreibung der Lage in Polen oder Ungarn wäre, müßte noch geprüft werden. Das Europäische Parlament wirkt nicht mehr nur mit an der Bestellung des Präsidenten der EU-Kommission durch den Europäischen Rat, sondern es wählt ihn auf Vorschlag des Europäischen Rats. Dabei muss letzterer das Ergebnis der Wahlen zum Europäischen Parlament berücksichtigen. Diese durch den Lissabon-Vertrag geschaffene Rechtslage stellt gegenüber der vorhergehenden Situation eine wesentliche Veränderung des institutionellen Gleichgewichts dar.

Das Europäische Parlament hat über die europäischen Parteien und die von ihnen aufgestellten Spitzenkandidaten gezeigt, dass es die ihm eingeräumte Macht zu nutzen weiß. Es setzt damit durch, dass das Votum der Wähler nicht mehr vom Europäischen Rat ignoriert werden kann. Winkler erkennt richtig, dass die vertraglich vorgeschriebene degressive Proportionalität die Arbeitsfähigkeit des Europäischen Parlaments gewährleistet. Es ist auch richtig, dass damit das Prinzip „one person, one vote“ nicht berücksichtigt wird. Wäre das Europäische Parlament der alleinige Gesetzgeber der Union, wäre dies inakzeptabel. Dem ist aber nicht so. Er übersieht, wie auch regelmäßig Dieter Grimm, dass das Europäische Parlament im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren und im Haushaltsverfahren die Gesetzgebungsbefugnis gemeinsam mit dem Rat ausübt. Und wie stimmt der Rat, die Staatenkammer, ab? Nicht etwa mit je einer Stimme pro Staat, sondern mit einer doppelt qualifizierten Mehrheit, die sich aus den abgegebenen Voten von 55% der Vertreter der Staaten und einer Bevölkerungsmehrheit von 65% zusammensetzt, die hinter den abgegebenen Stimmen stehen muss. Dieses Mehrheitserfordernis gleicht die Bevorzugung der kleineren Mitgliedstaaten im Europäischen Parlament aus. Es (über)kompensiert sie. Die Zusammensetzung der beiden Teile des Gesetzgebers wirkt nach dem System der kommunizierenden Röhren und erzielt ein ausgewogenes Ergebnis, das über die verschiedenen Vertragsänderungen gewachsen ist.

Die Ausführungen zu den vorgeschlagenen transnationalen Listen erstaunen. Gerade beginnt sich der Konstitutionelle Ausschuss des Europäischen Parlaments über die Möglichkeit der Ausgestaltung transnationaler Listen zu beugen, die im Rahmen des Brexit aus den wegfallenden Sitzen des Vereinigten Königreichs gebildet werden könnten. Aber Winkler weiß schon, dass der Wähler dadurch gezwungen sein könnte, Parteien wie den Fidesz oder Forza Italia zu unterstützen. Das hängt doch wohl zunächst einmal davon ab, wie man die Wahl aus den transnationalen Listen ausgestaltet.

Warten wir es ab. Ein gemeinsamer Ausschuss der nationalen Parlamente der Euro-Zone würde uns in einem zentralen politischen Bereich zurückführen in die Zeit vor der ersten Direktwahl des Europäischen Parlaments: Irgendwo ist immer Wahl und die Abgeordneten geben verständlicherweise dem Wahlkampf Vorrang. Auch kollidieren immer wieder Euro-Zonen-Termine mit wichtigen nationalen Abstimmungen. Das nicht direkt gewählte Europäische Parlament litt nicht nur an mangelnden Kompetenzen, sondern auch an einer sehr instabilen Besetzung. Die nationalen Parlamente sollten sich auf ihre vornehmsten Aufgaben konzentrieren: die Kontrolle der nationalen Exekutive und die nationale Gesetzgebung. Das schließt darüber hinausgehende Zusammenarbeit nicht aus. Aber die Legitimation der Arbeit der Euro-Gruppe muss durch das Europäische Parlament erfolgen. Winklers Feststellung, dass Europa ohne Werte nichts ist, wird in ihrer Richtigkeit durch die vorstehenden Unzulänglichkeiten leider etwas getrübt. – Dr. Dietmar Nickel


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Nein, Frau Nienhaus, bitte nicht so an der Oberfläche kratzen. Ich weiß nicht, wie Sie versichert sind, aber wir gesetzlich Versicherten erleben Termine von zwei Monaten. Das ist nicht mehr eine Frage von Komfort, wie Sie es nennen, gegenüber dem Privatpatienten, wenn man erkrankt ist! Dort gibt es dann auch gern höherwertige Behandlungsformen. Punkt zwei: es bleiben viele Deutsche mittlerweile in der gesetzlichen Versicherung, weil sie Angst vor den Beitragsgrößen im Alter haben. Viele habe auch gern die Vorteile der Privaten in jungen Jahren genossen und möchten dann, wenn es teuer wird, zurückkehren. Punkt drei: Beamte haben einmal die Beihilfe des Arbeitgebers benötigt, weil sie als Laufbahnbeamte in jungen Jahren deutlich weniger verdienten als in vergleichbaren Berufen der Privatwirtschaft. Heute steigen Absolventen der Verwaltungsschulen sowie erst recht der Hochschulen vergleichsweise hoch ein. Da ist der Begriff der Beihilfe ein Lacher. Krankenkasse und Altersversorgung gehören da dringend auf den Prüfstand. – Walter Stupp


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Ein ausgezeichneter Artikel von Frau Pinzler, herzlichen Dank. Gift für die Felder durch Glyphosat und andere Pflanzenschutzmittel, Braunkohle zur Verstromung, schmutzige Dieselfahrzeuge. Die Reihe klimaschädlicher Industrieprodukte oder Produktionsweisen ließe sich leider locker fortsetzen. Die Bürger spüren, dass es so nicht weiter geht, aber es geschieht nichts. Die daran verdienenden Unternehmen und ihre Lobbyverbände, dazu gehören leider auch Gewerkschaften wie IG Metall und IG Bergbau und Energie und deutsche Minister wie Herr Schmidt oder Herr Dobrindt tun alles, dass veraltete aber lukrative Produktionsweisen und Produkte weiter unsere Umwelt schädigen können. Wie sagte Bert Brecht dem Sinne nach so treffend: Wer über bestimmten Entwicklungen nicht seinen Verstand verliert, hat keinen zu verlieren…. – Hartmut Bäumer


Leserbrief zu „Her mit der Bürgerversicherung?“ von Uwe Jean Heuser und Lisa Nienhaus

Bei allem Wohlwollen für Gerechtigkeit und gegen eine Klassengesellschaft: Die Bürgerversicherung wird in unserer „pseudo“’sozialen Marktwirtschaft das Gesundheitssystem verteuern und nur vordergründig gerechter sein (Letzteres drückt sich allenfalls in einer früheren Terminvergabe für Privatpatienten aus. Relevante Fälle mit notwendiger Intervention und guter Therapie-Prognose werden i. a. auch bei gesetzlich Versicherten kurzfristig versorgt). Die Mechanismen sind von Frau Nienhaus aufgezeigt. Das Problem der Gesundheitssystem-Finanzierung liegt nicht auf der Einnahmen-, sondern Ausgaben-Seite. Bei uns existiert eine Überflussmedizin! Anders ausgedrückt: ein Ausgaben-Problem werden wir bei zunehmenden Patienten-Ansprüchen immer haben, aber die Einnahmen lassen sich steuern.

Vermindern lassen sich Ausgaben, indem man sie gemäß Definition für das „medizinisch Notwendige“ über die GKV reglementiert und alles darüber Hinausgehende in Form von freiwilliger privater Zusatzversicherung gegenfinanziert. Zu dieser -privaten- Zusatzversicherung können sämtliche Diagnostik und Therapieformen gehören, deren Plausibilität bzw. Effektivität sich nicht klar aufzeigen lässt (niederländisches System). Dazu muss ein Katalog erarbeitet werden. Der Bürger muss dafür also eine gesetzliche Pflichtversicherung eingehen und optional eine Zusatzversicherung abschließen, entweder individuell gestaltbar oder in Form von Leistungsblöcken. Hier kommt der Wettbewerb ins Spiel. „Überflüssige“ medizinische Leistungen und Kosten müssen auf dem Privatsektor (Individuelle GesundheitsLeistungen u.a.) abgegolten werden. – Dr. Martin Grau


Leserbrief zu „No sex, please!“ von Patrik Schwarz

Herr Schwarz möchte die Sexualaufklärung gerne aus der Schule verbannen. Lehrkräfte und Sexualpädagogen machen jedoch keine Aufklärung aus irgendeinem Selbstzweck. Nein, sie sollen Kindern und Jugendlichen helfen, ein selbstbestimmtes (Sexual-)leben aufzubauen. Sie sollen sie vor sexuellen Übergriffen warnen und die Gefahren des Pornokonsums aufzeigen. Sie haben eine pädagogische Ausbildung und sind den Schülern gegenüber seriös und neutral, eben ohne richtungsweisende Erwartungen, wie Eltern oder Freunde sie haben könnten. Für manche Jugendliche ist die Schule der einzige Quell offener und seriöser Aufklärung. Nur genau diese Jugendlichen würden gerade nicht in diese von Herrn Schwarz vorgeschlagene „Sex-AG“ gehen. – Lutz Hermanns


Leserbrief zu „No sex, please!“ von Patrik Schwarz

In der Schullandschaft hat man heute die Richtung verloren. In der Berufsschulklasse unseres Enkels hat die Lehrerin im Deutschunterricht mitgeteilt, dass es ab sofort keine Bewertung (Note) mehr in Deutsch gebe, es genüge, wenn der Sinn dessen, was man zum Ausdruck bringen wolle, einigermaßen verständlich rüberkommt – ein Offenbarungseid. Dafür weiß mein Enkel ziemlich genau jede Stellung beim Sex präzise zu benennen. Grausam!! – Bernhard Warkentin


Leserbrief zu „Ohne Werte ist Europa nichts“ von Heinrich August Winkler

Ihre Grundthese bedarf Beifall: Innerhalb dieses einst so rechtsstaatlich geprägten Kreises entwickelten sich in den letzten Jahren einige Staaten zu illiberalen, antidemokratischen Nationen, die letztlich die in den europäischen Verträgen festgeschriebenen Werte mit Füßen treten – oder dies zumindest gerne würden. Indes: Während Sie Herrn Bundesverfassungsrichter Grimm a.D. bezüglich des Demokratiedefizits zitieren, sagte Herr Bundesverfassungsrichter Siegfried Broß a.D. mal, dass besonders in den östlichen Staaten die alte, häufig korrupte Garde, noch existiert – die Verankerung demokratischer Werte innerhalb dieser sich erst entwickelt. Es ist insofern schwierig, ein Verlorengehen der Werte zu diagnostizieren, wenn diese nie gesellschaftlich verankert waren.

Gegenteilig zu Ihrer Konstatierung, dass die Vorkämpfer des vereinten Europas “[e]ine Überwindung der Nationen [… nicht an]strebten”, sagte bereits einer der Gründerväter, Jean Monnet am 5. August 1943: “Es wird keinen Frieden in Europa geben, wenn der Wiederaufbau der Staaten erneut auf der nationalen Souveränität beruht […].” Gerade das Transzendieren dieser Nationalstaaten war ursprünglich das Ziel des europäischen Projekts. Dass dieses heute immer schwieriger wird, liegt mehrheitlich am Vergessen der leibhaftigen Qualen, die rein nationale Interessen, welche zwangsläufig im Krieg enden, hervorrufen. Wir sollten die Bürger Europas an diese Werte erinnern, nicht lediglich ihr Abhandenkommen monieren. Ihre abschließende Bemerkung bezüglich der zukünftigen Entwicklung indes gibt Hoffnung: Es ist noch nicht zu spät. – Tobias Pollmann


Leserbrief zu „Gift für die Felder“ von Petra Pinzler

Ich habe gerade den artikel „gift für die felder“ gelesen ich hab geglaubt fakenews wäre was für bild und trump usw. wenn deuch das regelmässig passiert, mag ich euch nicht mehr – theo leusing


Leserbrief zu „Es ist aus“ von Susan Djahangard

Susan Djahangards Artikel „Es ist aus“ wird in seiner Beschreibung als subjektiv, persönlich und streitbar beschrieben und so subjektiv und damit wertlos ist die geschilderte Erfahrung leider auch und für eine fast ganzseitige Publikation in meiner Lieblingswochenzeitung aus meiner Sicht nicht geeignet. Ich habe beruflich viel mit Smartphones zu tun und Frau Djahangards Bericht ließe sich nach meinen Erfahrungen problemlos in ähnlicher Weise auf andere Geräte übertragen: mein erstes Android Gerät hängte sich immer auf, wurde nach wenigen Jahren auch nicht mehr supportet. Ein iphone, welches ich später bekommen hatte, hatte massive Akku-Probleme – und man kann den Akku ja bekanntlich nicht wechseln. Die neustens Samsungs explodierten und so weiter.. So What? ist deswegen Apple oder auch Samsung weniger stylisch, weniger beliebt, weniger „wertvoll“ als Firma?

Wieso werden hier Ansprüche auf Basis einer Einzelerfahrung an eine kleine Initiative gestellt, die auch die ganz großen im Einzelfall nicht erfüllen? Ich verwende privat seit rund 4 Jahren ein Fairphone, alles in Ordnung passt prima, nur mein Akku musste nach 3 Jahren getauscht werden. Sicher, wer moralisch-ethische Ansprüche Ansprüche an Konsumgüter hat, ist immer angreifbar, aber wenn eine Begründung, dass „mein ethischer Anspruch an ein Smartphone den Interessen als Handynutzerin zum Opfer gefallen ist“ auf Basis einer Einzelerfahrung ausreichend ist, kann man in einer ähnlichen Argumentation auch sagen: Mein ethischer Anspruch an die Klimaziele ist meinen Mobilitätsansprüchen als Inidviduum zum Opfer gefallen und damit jährliche Kreuzfahrten, Weltreisen und PS-Starke SUVs rechtfertigen.

Oder die alles andere als faire Produktion unserer Textilkleidung. Wie kurzsichtig ist das denn und wieso bietet die Zeit hier ein solches Podium? Ich will dabei die Erfahrungen der Autorin nicht abstreiten, der Gesamtkontext und vor allem der Schlusssatz haben eine fatale Wirkung, daher enttäüscht mich diese Art des am Ende doch unreflektierten Journalismus extrem. Wir brauchen positive Beispiel um etwas zu verändern, nicht negative Einzelfälle. – Dr. Frank Dillmann


Leserbrief zu „Es ist aus“ von Susan Djahangard

Als mein Nokia N73 so langsam seinen Geist aufzugeben begann, laß ich in der ZEIT einen Artikel über das Fairphone. Ich hatte mir vorher noch gar keine Gedanken gemacht, mir ein Smartphone zuzulegen, aber dann ohne zu zögern eins bestellt. Bis auf den heutigen Tag hatte ich keinen technischen Aussetzer (und auch keine Spinn-web-App). Dass es Fairphone nicht hinbekommen hat, Android zu aktualisieren, ist mehr als ärgerlich, wenngleich ich die Vorgehensweise verstehen kann. Ich hätte dann allerdings erwartet, dass Fairphone den FP1 – Käufern das neue Gerät zu dem Preis des FP1 anbietet, ein neues muss man sich ja über kurze oder lange sowieso zulegen – noch funktionieren die meisten Apps. Das habe ich Herrn van Abel auch geschrieben. Ich bin gespannt, ob ich noch eine positive Antwort erhalte. Ansonsten gibt es zum Glück noch eine deutsche Alternative. – Rüdiger Weigel