03. August 2017 – Ausgabe 32

Leserbrief zum Kunstmarkt

Ästhetik ist eine Begleiterscheinung jeder menschlichen Tätigkeit“.  ( Zitat von Joseph Beuys ) Als ich im Feuilleton las, das sie nun den Kunstmarkt im Wirtschaftsteil führen, konnte ich mich eines Schmunzeln nicht erwehren. Wenn sie einen Bereich der Kunst, nämlich den des Kunstmarktes der Wirtschaft zurechnen, dann könnte man mit gleichem Recht die gesamte Wirtschaft ins Feuilleton bringen, denn jede Tätigkeit hat ihre Ästhetik, auch wirtschaftliche, und gehörte somit laut J. Beuys ins Feuilleton. Überlegen sie noch einmal ob da nicht ein unnötiges Hin- und Hergeschiebe stattfindet das niemandem nutzt.

Lassen sie die Wirtschaftsleute doch bis ins Feuilleton vordringen, und zeigen sie ihnen dort journalistisch das Kunst eine andere, höhere Ebene und Aufgabe hat als nur die des schnöden, monetären. Ich habe im Internet ein wenig recherchiert, dabei fand ich heraus das laut WTO 2015 weltweit Waren im Gesamtwert von 15.985 Milliarden Dollar exportiert wurden. Der internationale Kunsthandel hatte 2010 ein Volumen 43 Milliarden Dollar. Das sind 0,26%, wenn man das Volumen des Weltexportes zugrunde legt. Damit ist Kunst nur ein Nische, finanziell und wirtschaftlich gesehen. Wenn man die neueste Entwicklung bei den Ablösesummen im Profi-Fußball sieht, müssen sie demnächst wohl den Sport aus dem Feuilleton nehmen, und in den Wirtschaftsteil setzen. – Gert Besner


Leserbrief zum Titelthema „Wetter – Das größte Rätsel der Welt“

Ein schwülheißer Sommertag. Die S-Bahn aus Frankfurt nähert sich in strahlendem Sonnenschein dem Darmstädter Hauptbahnhof. Blickt man nach links vorne aus dem Fenster, sieht man in ca. 1 km Entfernung ein Gewitter über Darmstadt stehen, rechts hinten steht in etwa 3 km Entfernung ein weiteres Gewitter. Und aufmerksame Menschen können in größerer Entfernung rechts vorne den Amboss eines großen Gewitters sehen. In einer Gruppe junger Männer sagt einer: „Wenn die heute früh nicht wieder so ‚rumgelogen hätten, dass es Gewitter geben wird, hätte ich mir für den Abend noch etwas vorgenommen“. Ihr Dossier hat leider die Qualität der Aussage des jungen Mannes. Für ‚Die Zeit‘ nicht akzeptabel.- Dr. Erdmann Heise


Leserbrief zu „Dass es einfach Wahsinn war“ von Jan Ross

Es ist immerhin ein Fortschritt, dass die Zeit sich mit der Geschichte  der “Dritten Welt” beschäftigt. Dafür danke ich Ihnen. Wenn Sie aber  einen Artikel über die Teilung Indiens schreiben, dann sollten Sie sich aber nicht an die bescheidenen Maßstäbe des Augstein –Spiegels halten – diese Zeitschrift wird nie eine vernünftige Auslandsberichterstattung zu Stande bringen-sondern an die der NZZ.  Da Sie sich mit den  Auswirkungen auf die heutigen Beziehungen zwischen Hindus und Muslimen beschäftigen, hätten Sie auf die Politik des indischen Premiers Modi eingehen müssen- einer der  einflussreichsten  Politiker der Bharatiya Jananta Partei -.

Sie hätten  sich auch mit seiner Mitgliedschaft in der Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) seit 1971 beschäftigen müssen, einer Organisation, die nach dem Vorbild von Mussolinis Schwarzhemden aufgebaut ist. Seit Modis Regierungsantritt hetzt die RSS ungehindert verstärkt gegen Muslime und und andere Religionen, auch gegen Christen. Auch ein genauere Darstellung des  Gulbarg Massakers wäre notwendig  gewesen. Ihre Ausführungen in Ihrem Artikel über Arundhati Roy  sind schlichtweg unzutreffend. Tatsache ist, dass Muslime – wahrscheinlich muss ich mit Rücksicht auf die “Political Correctness “ der ZEIT Islamisten sagen- in der Nähe dieses Ortes einen Zug mit Hindupilgern in Brand gesteckt haben. Dabei sind 50 Hindus bei lebendigem Leib verbrannt.

Als Reaktion  darauf hat ein Hindu Mob, nicht gehindert  von Premierminister Modi, 3 Tage lang in diesem Ort Jagd auf Muslime gemacht. Über 1000 Muslime wurden ermordet; tausende von Muslimfrauen vergewaltigt. Vielleicht hätten Sie einmal den Hindu lesen sollen; da hätten Sie die notwendigen Informationen erhalten. Eine der wichtigsten Bücher zu diesem Konflikt ist das von Kushwant Singh: “Train to Pakistan”.  – Ulf Hanel


Leserbrief zu „Swing State“ im ZEIT Magazin von Christoph Amend

Gratulation zu Swing State – als großer Liebhaber von Blue Note bin ich gleich auf den Cover abgefahren- sehr gut gemacht! Ich habe das Heft heute schon einigen meiner Jazz-Freunde empfohlen. Der Text und die Sprache von Ulrich Stock sind lesenswert ! Hervorragend die 10 Schritte zum Jazz – alle Punkte kann ich dick unterstreichen. Werde ich ausschneiden und entsprechend bei Bedarf verteilen! Ich habe vor Wochen fast eine Nacht nach einem Konzert hier in Essen mit einem jungen Leipziger Jazz Pianisten, den ich zur Übernachtung zu uns eingeladen hatte( denn bei  d e r  Gage sollte er noch ein Hotelbett zahlen – ne)  über den Zustand der aktuellen deutschen Jazz-Scene diskutiert. Vieles in Ihrem Artikel habe ich wiedergefunden. Also mir ist nicht Bange um die Zukunft des Deutschen Jazz ! Zuletzt: mir hat Bernd Ulrichs Interview mit Michael Wollny über “ Nachtfahrten“ auch sehr gut gefallen. Auf Ulrich Stocks Fortsetzung “ über die anderen dann später “ freue ich mich heute schon! – Dr.Frank Steinhardt


Leserbrief zu „Klarer klären“ von Cathrin Caprez

Zuerst möchte ich Ihnen danken, dass Sie das Thema Abwasserbehandlung aufgreifen und das Thema an uns Bürger herantragen. Sie sollten aber auf folgende Hinweise achten, damit dieses Thema und die mit der Abwasserbehandlung verbundene Problematik auch richtig dargestellt wird.

1.Das fängt schon mal bei der Namensgebung der Technik an: “Kläranlage” bzw “klarer klären”. Diese Anlagen klären nicht sondern bauen einen Teil X an Feststoffen und an gelösten organischen Stoffen (die Fracht) ab, und leiten das so in der Fracht geminderte Abwasser in offene Fließgewässer ab. Diese Gewässer (Flüsse…Bäche) müssen dann mit ihrer eigenen Gewässerbiologie mit dem Rest an organischen Stoffen “fertig werden”. Kurz gesagt: klar ist dieses ablaufende Wasser einer Abwasserbehandlungsanlage (Kläranlage?) nicht!

2.Die Abwasserbehandlungsanlage selbst produziert eine Belastung im abfließenden Abwasser: nämlich Keime. Diese Keime generieren sich im biologischen Behandlungssystem der Anlage und fließen mit dem abfließenden Wasser in die offenen Fließgewässer und verkeimen diese, so dass diese Gewässer nicht mehr umfassend dem Menschen zum Baden verfügbar sind. Dabei spielen auch Medikamentenrückstände und Hormone im abfließenden Wasser eine Rolle, wie das in ihrem Bericht gesagt wird. Sie vergessen aber die Verkeimungsproblematik!

3.Die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert schon seit vielen Jahren, dass die offenen Gewässer dem Menschen wieder zur Verfügung stehen müssen und hatte dazu ein Limit für 2015 gesetzt und hohe Strafen den Kommunen angedroht. Die Kommunen hatten nichts Besseres zu tun, als sofort beim Bund rückzufragen, ob der Bund, im Fall von Strafen, dafür aufkommen würde.

4.Warum die Kommunen so “aufgeregt” reagierten? Weil dem bisherigen Behandlungssystem –in der ZEIT-Graphik die Bereiche 1,2 und 3- die Behandlung “4”, man nennt das auch die vierte Reinigungsstufe, nachgerüstet werden muß. Und die Technik dazu steht bereit mit Membranfiltration und UV-Oxidation und weiteren Möglichkeiten. ABER diese vierte Reinigungsstufe wird viel an Invest- und vor allem an Betriebskosten auslösen. DENN die gebauten Abwasserbehandlungsanlagen kennzeichnen sich alle mit der Eigenschaft “zentral..groß..große Abwasermengen behandeln”. Und durch diese Größe ergeben sich auch die Kostenfolgen für die vierte Reinigungsstufe!

5.Man muß fragen, ob wir nicht zu diesem System der Abwasserbehandlung, also WC..Schwemmkanalisation..zentrale Kläranlage, eine Alternative haben (müssen).

Und die gibt es!!!

5.1Einmal können kleine Kläranlagen (200 EW) das Wasser exakt so behandeln wie große Anlagen. Damit wäre mit diesen Kleinanlagen eine Dezentralisierung der Abwasserbehandlung möglich, also in der Nähe des Entstehens der Abwasser. Da es sich dann bei dezentralen Anlagen auch um deutlich geringere Abwassermengen handelt, würde eine technische vierte Reinigungsstufe in den Kosten deutlich niedriger ausfallen OEDR es können diese behandelten Abwasser nach Verlassen der Behandlunsganlage auch versickert werden. Damit entfällt diese vierte Reinigungsstufe, weil nun der Boden mit seinen BAkterien diese Aufgabe übernimmt.

5.2 Komplett weg vom Schwemmsystem und damit vom WC und umrüsten auf VC, auf Vacuumtoiletten. VC bekannt aus Flugzeug und Zug. Die Fäkalien werden an den Häusern –ähnlich wie unser Müll- in Containments erfasst und zeitzyklisch abgesaugt und dann einer Verwertung zugeführt (Energie und Düngemittel).

Ich möchte noch ergänzen, dass wir dringend über unsere ethische Verantwortung nachzudenken haben! Denn das WC-System funktioniert mit Wasser und zwar mit dem Lebensmittel Trinkwasser. Klar gesagt: Wir scheißen in ein Lebensmittel, um dann mit großem Energieaufwand das damit erzeugte Abwasser wieder zu “reinigen”. Wir sind Brunnenvergifter!!!

Dabei entlassen wir das so geschändete Trinkwasser in Bach..Fluß..Ozean und wundern uns, wenn unsere Trinkwasserspiegel abnehmen (konkret im Saarland!!!). Denn Gott Vater lässt nun mal das über dem Ozean verdunstende Wasser nicht zielgenau dort abregnen, wo wir unser Lebensmittel Trinkwasser fördern. – Franz Steiner


Leserbrief zu „Wie nachhaltig ist die Euphorie um den Frauenfußball?“ von Judith E. Innerhofer in ZEIT Österreich

Gestern habe ich im Frauenfußball ein richtiges Spektakel gesehen. Leidenschaft und Begeisterung, keine blöden Gesänge und tierische Laute.  Nun „vor 21 Stunden“ Kommentar (Frank Hellmann) über die Torhüterinnen. Wie schlecht muß man drauf sein um aus einer guten TV-Zeit am Abend ein Haar in der Suppe zu finden ?

Dazu noch Frau Neid. Die hatte eine Lobby und dies ermöglichte ihr an ihrem Posten zu kleben. Wäre sie schon bereit gewesen nach der vorletzten WM ihren Hut zu nehmen (denke nur an ihr unwürdiges Verhalten gegenüberBirgit Prinz) hätte Steffi Jones Zeit für ein Team gehabt, die einen modernen Fußball aber reifer für die Zeit spielen könnten. So etwas braucht Zeit.  Was habe ich 50 Jahre im Männerfußball für Müll gesehen oder die letzten 3 Minuten  der Deutschen Mannschaft vor dem Abpfiff-ein Geschiebe im „Hinterland“ bis der Schieri endlich abpfeift. Sehe seit 2016 keinen Herrenfußball mehr.

Aber spätestens bei den Einschaltquoten in Zukunft werden die Medien den Damen wieder das „Beinchen lecken“ und dann gibts das Genörgel nicht mehr. Vielleicht spielen aber Fürstenwalde oder Germania Halberstadt einen Weltfußball, wer weiß !!! Ein Hoch dem weltoffenen Deutschen Gartenzwerg ! – Christine Braßat


Leserbrief zum Titelthema „Wetter – Das größte Rätsel der Welt“

Ihre Gegenüberstellung der Trefferwahrscheinlichkeiten der Wettervorhersagen des „Wetterpropheten“ und des DWD spricht jedem Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen Hohn. Nicht nur, dass die vorgeblich 80% Trefferquote des Bauern Jägerhuber bestenfalls „gefühlt“, die Zahlen des DWD jedoch statistisch untermauert sind. Darüber hinaus kann Herr Jägerhuber sicherlich nur für seine nähere Umgebung und nur für den kommenden Tag eine halbwegs sichere Prognose abgeben – selbst wenige Stunden vor einem aufziehenden Gewitter wird er nicht zuverlässig vorhersagen können, ob mit Orkanböen oder starkem Hagel zu rechnen ist oder es bei einem der üblichen Gewitter bleibt. Wenn er zwischen den Jahren seine Prognose für das nächste Jahr erstellt, so wird diese bestenfalls die Qualität eines Orakels haben, dessen Auslegung man dann jeweils an das aktuelle Wettergeschehen anpassen kann, um auf eine hohe Trefferquote zu kommen. Insofern ist Ihre Aussage, die Trefferquote des DWD bei langfristigen Prognosen sei niedriger und die Behörde „offenbar unzuverlässiger als ein Rentner aus Oberbayern mit einem kaputten Messgerät“ nicht nur fragwürdig, sondern schlichtweg unzulässig.

Warum übrigens haben Sie nicht auch ihn eine Woche vorher nach einer Wettervorhersage an ihrem Redaktionsschluss gefragt, meinetwegen für seinen Balkon?  – Kurt Kroneberger


Leserbrief zu „Mail an einen Freund“ von Marc Brost und Philipp Fritz

In Polen findet eine Revolution statt, deren Träger die rechtsextremistische Partei >Recht und Gerechtigkeit< ist. Das Ziel besteht in der Abschaffung der Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit, der „Nationalisierung“ der Wirtschaft, der „Repolonisierung“ der Medien und des Schulsystems, schließlich in der „Umerziehung“ weiter Teile der Gesellschaft zum „patriotischen“ Polen (nicht Bürger). Für Vielfalt, Liberalität und Kooperation ist in diesem System genauso wenig Platz wie für Zivilgesellschaft. Es werden Homogenität, obskurer Provinzialismus und Konfrontation angestrebt sowie „äußere“ Feinde gesucht.

Da jede Revolution die Umdeutung von Begriffen und die „Umpflanzung“ des Bewusststeins voraussetzt, kommt ideologisch konformen „Journalisten“ wie Cezary Gmyz eine wichtige Rolle zu. Schwarz soll nun weiß sein, weiß schwarz; parallele Fakten werden produziert und Menschen diffamiert. In diesen Kontext gehören Versuche, „Fremde“ als Bedrohung der „westlichen Zivilisation“ zu präsentieren. Folglich zeichnet sich die sog. Flüchtlingsdebatte im sog. rechtskonservativen Metier durch die Vereinfachung komplexer Sachverhalte und Engstirnigkeit aus, die Diskussion bestimmen schierer Hass, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, wohingegen Empathie und gute Kenntnisse der Migrations- und Integrationsprozesse Mangelware sind. Hier lassen sich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen: Ressentiments gegenüber Deutschland, die die Kaczyński-Partei seit Jahren pflegt, können bequem mit Stimmungen gegen Flüchtlinge und Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika verbunden werden.

Der Zeit-Redakteur Adam Soboczynski  hat leider Recht, wenn er in der vorletzten Ausgabe (Nr. 31) Ihres Wochenmagazins schreibt: „Das Land ist in größter Gefahr.“ – Dariusz Adamczyk


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

Für Herrn Pletter zum Thema Mütterrente:

Das Bundesverfassungsgericht hat 1992 dem Gesetzgeber aufgegeben, die Leistung der Mütter  bei der Rente zu honorieren. Herausgekommen ist die sogenannte Mütterrente, ein „Rentenpunkt“  für ein Kind, also der Rentenanspruch wie für ein Jahr Erwerbstätigkeit bei mittlerem Einkommen. Auch wenn das inzwischen auf das Doppelte erhöht ist: es bleibt ein erbärmlicher Lohn. 22,5 Kinder wären nötig, wenn eine Mutter damit eine Durchschnittsrente verdienen sollte!  Und von den höher bewerteten Kindern, die nach 1992 geboren sind, wären immer noch 15 erforderlich.

Noch erbärmlicher sind die Kommentare, die den Müttern das Recht auf diese Leistung absprechen wollen, weil sie „systemfremd“ sei. Dann sind auch die Kinder systemfremd, weil ihre Aufzucht von dem System nicht honoriert wird. Peinlich ist auch, wenn behauptet wird, viele Mütter hätten diese Leistung gar nicht nötig. – Hat jemals einer gefragt, ob der Rechtsanwalt sein Honorar nötig hat oder der Aktionär seine Dividende? Es geht doch nicht um Almosen, die nach Bedürftigkeit verteilt werden! Es geht um (noch längst nicht) gerechte Entlohnung der Leistung, die unser Land so dringend braucht wie nichts sonst. – Dr. Jürgen Schröder


Leserbrief zu „Das Bundesdieselamt“ Heike Faller, Simon Kerbusk und Claas Tatje

Bundesdieselamt ist gut. Der Beitrag ist wohl sehr gut recherchiert worden. Das kann sich sehen lassen.  Zum Thema möchte ich gern wissen: Wie stellen sich die Gegner das eigentlich in der Praxis vor.?  Wenn es Einschnitte geben soll, was ja durchaus seine Berechtigung haben kann, dann wird es wieder mehr Arbeitslose geben. Da die Autobranche in Deutschland eine Schlüsselrolle spielt, werden es nicht wenige sein. Darüber würde ich gern von der Gegenseite etwas hören wollen. Darüber hinaus würde es auch alle anderen Autofahrer tief treffen.  Wenn sie so wollen, das ganze Land wäre damit gelähmt.  Für mich ist das alles nur Theorie. Das die Politik darum kämpft, daß es nicht dazu kommt ist allzu verständlich. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Verfluchtes Wetter“ von Caterina Lobenstein

Ihre Gegenüberstellung der Trefferwahrscheinlichkeiten der Wettervorhersagen des „Wetterpropheten“ und des DWD spricht jedem Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen Hohn. Nicht nur, dass die vorgeblich 80% Trefferquote des Bauern Jägerhuber bestenfalls „gefühlt“, die Zahlen des DWD jedoch statistisch untermauert sind. Darüber hinaus kann Herr Jägerhuber sicherlich nur für seine nähere Umgebung und nur für den kommenden Tag eine halbwegs sichere Prognose abgeben – selbst wenige Stunden vor einem aufziehenden Gewitter wird er nicht zuverlässig vorhersagen können, ob mit Orkanböen oder starkem Hagel zu rechnen ist oder es bei einem der üblichen Gewitter bleibt. Wenn er zwischen den Jahren seine Prognose für das nächste Jahr erstellt, so wird diese bestenfalls die Qualität eines Orakels haben, dessen Auslegung man dann jeweils an das aktuelle Wettergeschehen anpassen kann, um auf eine hohe Trefferquote zu kommen. Insofern ist Ihre Aussage, die Trefferquote des DWD bei langfristigen Prognosen sei niedriger und die Behörde „offenbar unzuverlässiger als ein Rentner aus Oberbayern mit einem kaputten Messgerät“ nicht nur fragwürdig, sondern schlichtweg unzulässig.

Warum übrigens haben Sie nicht auch ihn eine Woche vorher nach einer Wettervorhersage an ihrem Redaktionsschluss gefragt, meinetwegen für seinen Balkon?

Ihre unterschwellige Unterstellung, der DWD sei wegen seiner schlechten Vorhersagen Schuld am Tod der Opfer von Wetterkatastrophen erinnert doch sehr an die italienischen Richter, die vor einigen Jahren Erdbebenforscher zu Gefängnisstrafen verurteilten, weil diese ein schweres Erdbeben mit vielen Todesopfern nicht vorhergesehen hatten. – Kurt Kroneberger


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

Um einen abgenutzten, sinnleeren Politikerspruch zu verwenden:

„Ich habe schon immer gesagt,“ daß es nicht rechtens sein kann, wenn eine regionale Partei so starken Einfluß auf die Bundespolitik hat. Gerade, wenn sie so krachledern daherkommt.

Was würden die anderen Bundesländer sagen, wenn eine hessische Splitterpartei bestimmen würde, daß fortan jedes Kantinenessen Handkäs mit Musik beinhaltet? – wie wunderbar ;-) –

Wie kann eine Lokalpartei so die Bundespolitik bestimmen? Wie verträgt sich das mit dem Föderalismus? Warum bringt das unsere Verfassungsrechtler nicht auf den Plan?

Und es gibt keine Möglichkeit diese Partei nicht zu wählen. Ein konservativer Wähler, der nicht zu den AfD-Rattenfängern abdriften will, wählt zwangsläufig die Krachkedernen mit. Für mich zumindest ein Grund dieses Jahr kein konservativer Erstwähler zu werden… – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Nicht nur Trumps Schuld“ von Bernward Gesang

Mit der Teilung der Wirtschaftsbereiche in der EU seit 2005 in ein EU-weites CO2-Handelssystem einerseits und eine verbleibendes nationales Restsystem für andere Treibhausgase und CO2 in den übrigen Sektoren haben die Europäer ein CO2-Regime erfunden, das nur noch für den Restbereich nationale Ziele ex post überprüfbar macht. Für das Handelssystem wird die vorab fixierte europäische Mengenobergrenze im Zieljahr strikt eingehalten: Das gilt auch für die gesamte Braun- und Steinkohle in den EU-Staaten, die in Verstromung oder Eisen- und Stahlindustrie etc. eingesetzt wird.

Schade, dass ein Mannheimer Uni-Professor diese seit 2005 gültigen Spielregeln nicht kennt. Er hätte dann auf Probleme mit den jeweils nationalen Restbereichen, wo definitiv zu wenig erfolgt, hinweisen müssen.  – Prof. emeritus Dr. Wolfgang Ströbele


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

„Wow! Roman Pletter hat der CSU aber eingeschenkt!“ – so der erste Gedanke beim Lesen des Artikels. Dann aber erinnert man sich, dass das Bundeskabinett ja noch aus anderen Ministern besteht. Werden sie alle von der CSU am Nasenring herumgeführt? Wir erinnern uns, dass wir auch noch eine Kanzlerin mit Richtlinienkompetenz haben. Hat sie damit nicht eine besondere Verantwortung für die Gestaltung der Politik der Bundesregierung?

Allerdings hat Frau Merkel gerade den „Dieselgipfel“ gemieden und wandert lieber in Südtirol. Vielleicht will sie mit alledem nichts mehr zu tun haben.  Dennoch will sie dem Volk auch in der nächsten Legislaturperiode „noch einmal dienen“.  Warum eigentlich?

Wenn Roman Pletter recht hat, sollten wir vielleicht einmal unser ganzes politisches System hinterfragen. Die Wähler haben entschieden, dass die CSU die kleinste Gruppe in der Regierungskoalition stellt. Wenn sie dennoch „die Wirtschaftspolitik der Regierung ruinieren“ kann, dann ist vielleicht etwas faul in unserem System. – Klaus Grieshaber


Leserbrief zu „Wie sexistisch ist die Uni?“ von Anna-Lena Scholz

Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob die Autorin selbst Wissenschaftlerin ist. Sollte dies der Fall sein, hat sie sich und ihren Bericht mit der Aussage „Die Wissenschaft hat ein Sexismus-Problem. Empirisch belegen lässt sich das bislang kaum.“ selbst diskreditiert.

Bei aller berechtigten Kritik am Wissenschaftsbetrieb: Wer Anekdoten und (anonyme?) Beiträge in den ach so sozialen Medien über wissenschaftliche Empirie stellt, hat im Wissenschaftsbetrieb nichts zu suchen. – Ralf Wambach


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

Der Ton macht bekanntlich die Musik! Man muss ja den Bundesverkehrsminister nicht unbedingt mögen und kann bezüglich seiner Person durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Seine Arbeit auf der Titelseite mit Unsinn zu bezeichnen ist arrogant und anmaßend. Dass die CSU die Wirtschaftspolitik der Regierung ruiniert wird außerdem nicht schlüssig dargelegt. Muss kritischer Journalismus so wortgewaltig auftreten und die Akteure der Politik diffamieren?  – Wolfgang Clas


Leserbrief zu „Überstehen ist alles“ von Elisabeth von Thadden

Vielen Dank für Ihre Buchanalyse des Ivan Krastev, was mich dazu führt, das Buch zu kaufen. Er scheint meine Sprache zu sprechen. Ich habe immer darum geworben, mit den Osteuropäischen Staaten pfleglicher umzugehen. Besonders die Medien sind schnell dabei, den Stab über diese Länder zu brechen. So sehe ich das auch mit Russland. Eine Demokratie nach westlichen Muster lässt sich nicht überall verwirklichen. Dazu gehört auch Russland.  Ich lebe auch in einem Staat den man in Deutschland „Autokratie“ nennen würde. Dort fühle ich mich wohler, freier und sicherer als hier in Deutschland.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der Unterwanderer“ von Fritz Habekuss

Mit großem Interese habe ich Ihren sehr ausführlichen und informativen Text zu den Regenwürmern gelesen.

Aber dazu habe ich eine wichtige Frage:

Zitat in Spalte 3, 2. und 3. Absatz.  … „Doch im Gegensatz zu Nordamerika bedeckten die Eiszeitgletscher den alten Kontinent nur teilweise.“

„Die Würmer überlebten in Mittel- und Südeuropa“, … .

Nach mir bekannter Lehrmeinung war auch der nordamerikanische Kontinent nie ganz mit einem Eispanzer bedeckt.

Die, im Gegensatz zu Mittel- und Nordeuropa,  sehr artenreichen Wälder Nordamerikas werden m.W. damit erklärt, dass Flora und Fauna aufgrund der längenparallel verlaufenden Gebirge nach Süden „ausweichen“ konnten und nach Rückzug des Eises wieder nordwärts wanderten.

In Europa war dies wegen der vorwiegend breitenparallel verlaufenden Gebirgszüge so nicht möglich. Ein Teil der Pflanzenwelt konnte nach Rückzug des Eises in Mittel- und Nordeuropa den Raum nördlich der Alpen nicht wieder erobern.

Wenn diese Erklärungen zutreffen, dann ist es unerklärlich, warum gerade der Regenwurm den nordamerikanischen Kontinent postglazial nicht auch – wie in Europa – wieder besiedelt hat.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir den von mir empfundenen Widerspruch auflösen könnten. – Dr. Artur Behr


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

“Wenn möglich, bitte wenden”, schreiben Sie mit Unterton “Ist der Elektromotor wirklich die Lösung?”.

Dann sage ich Ihnen: Beginnen Sie doch bitte “Nochmal von vorn”, wie es die DIE ZEIT auf der Titelseite vom 20.Juli bekannte!!!

Orientieren Sie sich bitte an diesem Vorsatz der DIE ZEIT, die Autolobypolitik in Deutschland nicht mehr mitzutragen!

Ihr Unterton, der die E-Motorik etwas fragwürdig erscheinen lässt (lassen soll?), ist einfach falsch! Technisch falsch! Und Sie sollten tunlichst gute journalistische Recherche betreiben, bevor Sie von Strom aus Kohlekraftwerken und Umweltproblemen der Batterieherstellung schreiben!!!

Bitte nehmen Sie sich dazu das Ergebnis einer Expertengruppe aus Jülich vor, dass diese im Auftrag der Bundesregierung erstellt hat. Dort können Sie fachlich fundiert nachlesen, wie E-Mobilität erfolgen wird und wie die Planungen dazu vorliegen: Wasserstoff! Dann brauchen Sie nicht mehr über Kohlekraftwerke und Batterienprobleme nachdenken!!! Gehen Sie los! Dieses Expertenpapier liegt bei der Bundesregierung vor. Nehmen Sie Einblick und berichten Sie dann darüber!!!

Des weiteren sollten Sie sich tunlichst mit dem Krankmachfaktor “Verkehrslärm” befassen. Ein Verbrennungsmotor hat nicht nur ein Abgaskrankmachproblem, sondern macht Lärm. Wenn Sie das einmal beurteilen wollen, dann lassen Sie doch einmal ein E-Auto an sich vorbeifahren. Oder sehen Sie sich im TV einmal das Autorennen E-Formel an!!!

Also: Das E-Auto löst alle Probleme um Krankheiten aus Abgas und Lärm! Das E-Auto löst nicht die Probleme des individuellen Autoverkehrs. Gute ZEIT! – Franz Steiner


Leserbrief zu „Die Nachmacher“ von Larissa Kikol

Carla Gottlieb schrieb bereits 1976 in ihrem Buch „Beyond modern art“: „Nach einem Jahrhundert der Förderung  einer Philosophie des Ästhetismus, dreht ihr die Kunst den Rücken zu: Nach dem Streben die Sinne zu stimulie- ren, strebt sie jetzt danach, wieder den Verstand zu adressieren“. Der amerikanische Concept-Künstler Joseph Kosuth sagte: „Die Kunst besteht folglich nicht in der Herstellung  von in einer besonderen Weise verfassten Formen und Objekten, sondern in der Erweiterung des Kunstbegriffs“,  wie Mario Perniola in seinem Buch „Die Kunst und ihr Schatten“ schrieb. Jeff Koons hat übrigens selbst zugegeben, dass die Künstler der Gegenwart ihre Kreativität verloren haben.  Die Kunst als Geldanlage ist nichts Neues: Investmentbanken wie die Chase Manhattan Bank oder die Citibank  beraten ihre Kunden schon lange.

Die Citibank hatte sogar einen Werbeslogan: „The acquisition of art is itself an  art“ (Ankauf von Kunst ist Kunst an sich). Es ist eine Tatsache, dass auf dem Kunstmarkt Millionen (eigentlich sind  es Milliarden!) umgesetzt werden. Christian Herchenröder schrieb in seinem Buch „Kunstmärkte im Wandel“: „Die siebziger Jahre waren das Jahrzehnt,  in dem die Union Kunst und Markt noch ungetrübt war. Die in Museen, Ausstellungen, Messen und Auktionen propa- gierte Kunst wurde zum Religionsersatz, der Preis zum Nimbus. Die achtziger Jahre wurden zum Jahr-zehnt der Spe- kulation, in dem nur noch der Marktwert zählte, die Kunst sich in ihrem Preis erst zu vollenden schien. Die neunziger  Jahre sind die Periode, in der die Kunst ihren Geist aufgibt. Sie wird in ihrer nur noch dem Konsum huldigenden  Marktpräsenz zu einem Objekt der Luxusgüterindustrie, zu einem jederzeit austauschbaren und verwertbaren Artikel…

Es wächst auch die Abhängigkeit von Wirtschaftszyklen, von den Aktienmärkten, von Wechselkursen.“  Die Frage „Was macht ein Objekt zur Kunst?“, kann man ziemlich einfach beantworten: Wenn das Objekt in einer Kunst- galerie ausgestellt wird. Im Falle von Bethan Huws waren es Yvon Lambert in Paris, Leo Koenig in New York, White- chapel Gallery in London und Galerie Tschudi in der Schweiz. Und in Deutschland ist es die Barbara Gross Galerie in  München.  Bethan Huws ist übrigens nicht die erste und nicht die einzige, die die Nachahmungen von Duchamp gemacht hat.  Der Amerikaner Mike Bidlo hat das Urinal „Origins oft he world“ und das „Bottle Rack“ schon vor ihr gemacht. Die Duchamp’sche Tradition führen Künstler wie Sherrie Levine, die eine Kopie des Duchamp’schen Urinal aus Bronze  gemacht hat, oder Robert Gober mit zwei Urinalen aus Metall fort. – Igor Fodor


Leserbrief zu „Das Bundesdieselamt“ Heike Faller, Simon Kerbusk und Claas Tatje

Die Bundesrepublik verkommt immer mehr von einer Demokratie zur Lobbykratie. Es ist ja nicht nur die kriminelle Vereinigung Automobilindustrie, die unserer Regierung zeigt, wo´s langgehen soll; auch Energiekonzerne, Zigarettenindustrie und Pharmafirmen ziehen die Strippen, an denen unsere Politiker hängen. – Dr. Peter Dodel


Leserbrief zur Grafik „Kachel-Puzzle“ von Matthias Schütte und Christoph Drösser

15 verschiedene 5-Ecke zum Parkettieren, interessant.

Leider bleibt unerwähnt, dass man mit JEDEM (beliebigem) Dreieck und auch mit JEDEM (beliebigem) Viereck eine Fläche ohne Lücke füllen kann:

mathematisch lässt sich das gut über die Winkelsumme zeigen – oder man probiert es einfach mal mit Schere und Papier aus. Gleich lange Seiten müssen aneinander gelegt werden.

Viel Spaß! – Hans Ewald Bickelmann-Frey


Leserbrief zu „Ein Leben auf Pump“ von Stefan Schmitt

Es wird wieder einmal verschwiegen, dass der „Erdbelastungstag“  hauptsächlich wegen des Wachstums der Erdbevölkerung nach vorne rückt.

Allein deren Wachstum von etwa 5,0 Mrd. im Dezember 1987 auf derzeit mehr als 7,5 Mrd. Menschen würde den erstmals für den 19. Dezember 1987 ermittelten „Erdbelastungstag“ schon auf heute Ende August im Kalender vorrücken lassen, wenn denn der Verbrauch an Ressourcen pro Kopf heute noch genau so groß wäre wie 1987.

„Als Spezies hängt unsere Zukunft davon ab“, ob wir also außer dem Lebensstil auch unsere eigene Vermehrung in den Griff bekommen. – Klaus-Joachim Oehms


Leserbrief zu „Der letzte Auftritt“ von Arne Storn

auch Sie interpretieren den spruch „nihil nisi bene“ nicht sauber. auch wenn Sie sich damit in leider oft bester gesellschaft befinden.   „über die toten nur gutes sagen“ ist nicht richtig. „bene“ ist adverb nicht adjektiv und bedeutet: gut – anständig .   d.h. man kann durchaus von verstorbenen über deren fehler, vergehen, missetaten berichten, solange sie der wahrheit entsprechen. man soll es nur „bene“ – auf anständige art und weise tun.   das ist ein kleiner, feiner – aber sehr bedeutender unterschied.! – Johannes Müller


Leserbrief zu „Die feinste Göre“ von Katja Nicodemus

Der Nachruf auf Jeanne Moreau von K. Nicodemus war großartig. Ich habe schon lange keine so beeindruckende, „lebendige“ Erinnerung gelesen. Merci! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Der Unterwanderer“ von Fritz Habekuss

Sie schreiben so trefflich „Jeder Eingriff in ein Ökosystem, und sei er noch so klein, kann Folgen haben, die nicht absehbar sind – das Beispiel der Regenwürmer illustriert dies auf dramatische Weise.“ Wie wahr. Doch müsste es – statt kann – nicht genauer heißen „… wird Folgen haben …“? Die Invasion ist gestartet und damit unumkehrbar. Ähnliches wird uns langfristig mit der Anpflanzung von genveränderten Pflanzen ereilen. Niemand – wirklich niemand – kann heute ermessen, wie diese Veränderungen das hochsensible Zusammenspiel von Flora und Fauna zu unserer aller Schaden beeinflussen werden. Niemand hätte dies je von einem Wurm gedacht. – Brigitte Hannig


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

Angesichts der fulminanten Ausgewogenheit des Leitartikels von Roman Pletter, erlaube ich mir, Ihnen vorzuschlagen, auch das Design der Zeit etwas anzupassen. Gut wäre auch, wenn Herr Pletter seinen komplexen Satzbau reduzieren würde, um die Syntax an den Inhalt anzupassen: form follows function. – Dr. Ralf Weskamp


Leserbrief zu „Die Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark

Ein ganzseitiger Artikel in der Zeit gegen Artikel, die in einer anderen Zeitung erschienen sind! Das Ganze mit Fremdwörtern gespickt, also schwer verständlich, sprich schwer wissenschaftlich anmutend.

Das machte mich stutzig und ich habe diese Artikel gelesen. Taten das auch die verantwortlichen Redakteure? Wohl kaum, denn sonst hätten sie diesem unseriösen Gezänk keinen Raum gegeben in einer ehemals unabhängigen Zeitung!

Wenn dies die neue Richtung der Zeit ist, verzichte ich auf sie- nach Jahrzehnten! – Irmela Künne


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Interessanter Artikel, wenn auch teilweise mit Extremszenarien beladen wie z.B.  „Würden die Elektroautos ausschließlich mit Kohlestrom geladen, dann …“.

Die Sachlage erinnert doch sehr an die Sechzigerjahre, als die Deutsche Bahn elektrifiziert wurde. Weg von den Dampf-Loks /Dampferzeugen auf den fahrenden Loks, hin zu modernen Elektro-Loks / Dampferzeugen in stationären Großkraftwerken. Die Vorteile sieht heute jeder sofort ein. Ich verstehe gar nicht, dass dieser Vergleich in der aktuellen (Diesel)Diskussion nicht schon längst in der Öffentlichkeit aufgetaucht ist …

Die Verbrennungsmotoren sind „Explosionsmaschinen“, basierend auf dem uralten Kanonenprinzip. Als Dipl.-Ing. der E-Technik habe ich Hochachtung vor den Ingenieursleistungen vornehmlich der Maschinenbauer, die das Kanonenprinzip in den Verbrennungsmotoren perfektioniert haben. Aber: Es sollte Jedem einleuchten, dass man (Umwelt)Probleme effektiver und umfassender zentral, also bei den ca.  130 deutschen Groß-Kraftwerken lösen kann als dezentral bei rund 45 Mio PKW´s auf deutschen Straßen. Vergleich s. oben mit der Bahn-Elektrifizierung. Auch das Problem des Recycelns von Batterien wird sich durch Spezialfirmen an wenigen zentralen Stellen professionalisieren lassen.

Deshalb sind Elektroautos, mit Strom aus modernen Kraftwerken oder Ökostrom geladen, der Weg in eine bessere Zukunft. Der Gewinn an Lebensqualität, gerade in Großstädten und an Hauptstraßen, wäre gigantisch. Man denke dabei nur an die Verbannung der Autos bei der Einführung von Fußgängerzonen. Und ganz nebenbei: Es würde wieder still in unseren Städten; wie herrlich! – Wilhelm Sölter


Leserbrief zu „Helfen oder Abschotten?“ von A. Böhm et al.

Waere ich Bundeskanzlerin,  haette ich es wie in der ehemaligen DDR gemacht. Auslaender als Gaeste behandeln,  die studieren und sehr begrenzt arbeiten duerfen, um sich Kenntnisse anzueignen. Danach, z.B. nach spaetestens 3 Jahren,  geht es zurueck in die Heimat,  um diese mit den erworbenen Kenntnissen, besser aufbauen zu koennen. – Karin Lutter


Leserbrief zu „Wie sexistisch ist die Uni?“ von Anna-Lena Scholz

Die Universtät ist so sexistisch, wie Frauen es zulassen. Frauen als ewige Opfer von männlichem Chauvinismus? Das scheint mir eine verzerrte Wahrnehmung der Realität zu sein. Im Übrigen, allein die -gefühlt 500- Lehrstühle für Gender Studies deuten auf einen akademischen Durchmarsch der Frauen hin. Und es wird beispielsweise bereits gewarnt vor einer Feminisierung des Faches Medizin. 65 bis 70 Prozent der zum Medizinstudium Zugelassenen sind Frauen, die aber später als Ärztinnen nicht selten „nur“ halbtags arbeiten, was  eine ausreichende medizinische Versorgung der Bevölkerung gefährden könnte, besonders in Krankenhäusern. – Therese Deitermann


Leserbrief zu „Wie sexistisch ist die Uni?“ von Anna-Lena Scholz

Es wäre doch aufschlussreich, auch einmal die Frauen jener Gruppe zu befragen, die ihren Ehemann in der Studienzeit kennen gelernt haben. Und was hätten wohl Hillary Clinton und  Michelle Obama zu diesem Thema beizutragen? – Ekkehard Scheven


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

Endlich! Dieser und andere Beiträge in den letzten Zeit-Ausgaben beleuchten mal schonungslos die Regierungspolitik. Politische Nachhaltigkeits-Strategie wurde ja bisher eher kritisch gesehen. Wie kam es zu diesem Wechsel? Angedeutet aber nicht explizit ausgesprochen wurde auch die wichtigste Aufgabe einer heutigen Regierung: Erhaltung der Artenvielfalt; dem Immunsystem dieses Planeten ! R. v. Weizsäcker hat es ausgesprochen:“ Gibt es eine größere Aufgabe als die Schöpfung zu bewahren, damit die Nachwelt geschützt wird. Ich kenne keine.“ Ich auch nicht. – Dr. Ronald Mulsow


Leserbrief zu „Stufe zwei“ von Gero von Randow und „Dass es einfach Wahsinn war“ von Jan Ross

>> Gleich in 2 Beiträgen der ZEIT-Ausgabe Nr. 32 vom 3. August 2017 zeigen die Autoren G. von Randow und Jan Ross, wie zwei in der Mitte des vorigen Jahrhunderts im asiatischen Raum geschaffene Probleme – die Teilung Koreas nach dem 2. Weltkrieg und die Teilung des indischen Subkontinents nach dessen Entlassung aus der britischen Kolonialherrschaft – noch heute die Weltpolitik belasten. Letzteres könnte sogar zu einem Atomkrieg zwischen Nordkorea und den USA führen. Angesichts der Persönlichkeitsstrukturen beider Staatschefs ist die Gefahr eines „Big Bang“ tatsächlich groß.

Der Subkontinent – die Teilstaaten Indien und Pakistan besitzen ebenfalls Atomwaffen – wird von Jan Ross zu Recht als „geopolitische Gefahrenzone“ eingestuft.

Beides soll doch zweifellos eine große Gefahr für den Weltfrieden insgesamt bedeuten. Niemand kann sich mehr gemütlich zurücklehnen wie zu Goethes Zeiten und meinen: „Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten weit in Asien die Völker aufeinander schlagen.“ Deshalb ist es jetzt im Fall Korea Pflicht und Verantwortung zunächst der Nachbarstaaten China, Japan und Russland, vermittelnd einzugreifen und die Provokateure Kim Jong Un und Trump zur Vernunft zu bringen. Letztlich ist die leider immer weniger wirksame UNO gefordert.

Das alles auf diplomatischen Wegen zu befördern, wäre aber dringende Aufgabe der europäischen Außenpolitiker.

Dennoch werden auch beide zeitgeschichtlichen Darstellungen wohl kaum die dazu notwendigen Aktivitäten bei der politischen Klasse auslösen.

Mein Vorschlag an die beiden genannten Autoren ist daher, nicht nur die Gefahrenregionen so zu benennen, und damit hat sich’s, sondern aus ihrer Sicht doch einmal Szenarien zu entwerfen, in denen alle von dort ausgehenden möglichen Folgen für den Globus und die Menschen in den einzelnen Ländern ausführlichst dargestellt werden.

Vielleicht wäre dies ein guter Weg, die potentiell Betroffenen wirksamer anzusprechen, soll heißen, das Fürchten zu lehren, und sie so endlich aus der Lethargie aufzurütteln. Möge der Vorschlag auf guten Boden fallen! – Hans Anhoeck


Leserbrief zu „Die Schule braucht mehr Zeit“ von Julia Bernewasser

Ich habe an einer kleinen ländlichen Dorfschule mit damals insgesamt 92 SchülerInnen eine Ganztagsschule in offener Form (additives Modell) gemeinsam mit dem Kollegium aufgebaut, um der Schule ein langfristiges Profil zu geben.

Mit viel Idealismus und Herzblut sowie einer großen Anzahl an Arbeitsstunden und Überzeugungskraft, gegen einige Widerstände lief die neue Ganztagsgrundschule im Schuljahr 2012/13 mit 36 SchülerInnen an. Folgende Fakten spielten dabei eine nicht unwesentliche Rolle: Dieser Ganztag funktionierte nur dank dem großen Engagement der örtlichen Vereinsstrukturen und „qualifiziertes“ pädagogisches Personal kann sich ein solch kleines System durch die geringe Budgetierung gar nicht leisten. Zum Thema Finanzierung der Sachmittel und benötigten Räumlichkeiten, die laut Schulbaurichtlinien noch nicht einmal eine pädagogische Küche oder ein PC- Raum vorsehen, gibt folgende Zahl Aufschluss. Im Mai 2017 wurde der Ganztagszweig mit den „neuen Räumlichkeiten“ eingeweiht. – Eine Rektorin


Leserbrief zum Titelthema „Wetter – Das größte Rätsel der Welt“

Offensichtlich sind Sie vom Deutschen Wetterdienst über den Rollmops geschoben worden und das in mehrfacher Hinsicht.

Beispiel: Lt. Artikel besitzt der DWD 192 Wetterstationen. Diese Zahl ist richtig. Im Artikel behauptet der DWD, dass er mit diesen 192 Wetterstationen ein Netz mit einer Maschenweite von 2,8 km realisieren kann.

Nach Adam Ries kann das nicht stimmen. Deutschland hat lt. Wikipedia eine Fläche von ca. 357385 Quadratkilometern. Wenn die Maschenweite 2,8 km ist, dann beträgt die Fläche dieses Pixels 2,8 mal 2,8 = 7,84 Quadratkilometer.

Wenn man nun das Staatsgebiet von 357385 Quadratkilometern durch diese Pixelgröße teilt, erhält man die Zahl 45585, d.h. um eine Maschenweite von 2,8 km zu realisieren, müsste der DWD 45585 Wetterstationen besitzen, hat aber nur 192 Stück. Wenn man davon ausgeht, dass diese 192 Stück gleichmäßig verteilt sind, beträgt die tatsächliche Maschenweite 43,14 km. Dies kann man berechnen, indem man die Staatsfläche durch 192 teilt. Das ist dann die Pixelgröße. Für die Maschenweite muß dann die Quadratwurzel gezogen werden. Mit so wenigen Wetterstationen kann unmöglich das Geländeprofil Deutschlands wetterdatenmäßig wirksam in die Simulationen einfließen, aber bekanntlich haben Gebirgszüge, Wälder, dichte Stadtlandschaften, große Flüsse und Seen usw. einen großen Einfluss auf das lokale Wettergeschehen, da die Thermik sehr unterschiedlich ist und Gebirgszüge Einfluß auf Windrichtungen und Wolkenbewegungen haben. Die Thermik beeinflusst z.B. ob Wolken abregnen oder nicht. „Kalte“ Flächen wie zum Beispiel größere Seen und Wälder begünstigen das Abregnen, ebenso ein „Stau“ an den Gebirgen.

Eine weitere Unkorrektheit ist die Behauptung, dass daer DWD eines der dichtesten Netze von Wetterstationen auf der Welt besitzt. Man braucht zur Widerlegung nicht einmal das Ausland bemühen. Angeblich hat Kachelmann weit über 1000 Wetterstationen in Deutschland.

Die angebliche Präzision von Vorhersagen durch den DWD selbst sind so wahr wie ein sauberer Diesel (ohne Harnstoff-Katalysator) oder die Verbrauchsangaben der Automobile. Jeder in Deutschland weiß, dass die Wetterprognosen des DWD sehr ungenau sind und auch schlechter als vor einigen Jahrzehnten.

Warum sind die Wetterprognosen so ungenau, insbesondere die örtliche Auflösung der Wetterprognosen? Das kann sehr einfach beantwortet werden. Der DWD hat in der Vergangenheit sein ehemals viel dichteres Netz von Wetterstationen vermutlich aus Kostengründen radikal verkleinert und verlässt sich jetzt auf Satellitenbilder und Radar. Mit diesen sehr wenigen Eingangsmesswerten wird dann eifrig auf einem Großrechner simuliert. Eine solche Simulation kann jedoch nicht besser sein als die Eingabemesswerte. Fazit: Durch die sehr wenigen verbliebenen Wetterstationen in Deutschland haben die Simulationen auf dem Großrechner nicht mehr viel mit der Realität zu tun, d.h. die Simulationen sind nur noch eine von der Wirklichkeit abgehobene virtuelle Realität. – Dietmar Wünsche


Leserbrief zu „Ich habe einen Diesel gekauft“ von Ma Ximilian Kalkhof und Lisa Nienhaus

hat es die Zeit nötig, sich so pauschal und allgemein nichtssagend in die Gruppe der Hetzer gegen den Diesel einzureihen? Es ist keine Mär,  dass die Ad-Blue-Technik den Ausstoß von Stickoxiden bis zu 90 % reduziert. Den Schlusssatz Ihres Artikels hätten Sie sich sparen können. Die Ad-Blue Technik wird erfolgreich schon seit mindestens 2005 eingesetzt (zunächst bei Nutzfahrzeugen) und z. B. von VW auf den Markt gebrachte Pkws wurden „beim letzten Mal“ wegen des hohen Preises nicht gekauft und nicht wegen erwiesener Untauglichkeit, Schadstoffe zu reduzieren. Dass der Diesel wesentlich weniger das Treibhausgas CO2 ausstößt ist, erwiesen. Dennoch wird die Erzeugung von Kohlestrom in Deutschland so gut wie nicht diskutiert. Stattdessen soll der Deutsche jetzt Elektroautos kaufen – angetrieben von klimaschädlichem Kohlestrom?! – Michael Platz


Leserbrief zu den Berichten im Wirtschaftsteil über Diesel

  • „Das Bundesdieselamt“
  • Die Dieselrepublik „Wenn möglich, bitte wenden“
  • Die Dieselrepublik „Ich habe einen Diesel gekauft“

Wir werden, dies sowohl als Konsumenten und Kunden, aber auch als Bürger und Wahlberechtigte augenblicklich von Diskussionen zu den Themen E-Mobilität, alternative Antriebstechnik, Dieselmotor vs. Benzinmotor und grundsätzliche Verkehrsentwicklung in unsäglichem Maße überhäuft und von einer Qualität, die einer zielführenden Themenaufarbeitung nicht gerecht wird – diese Diskussionen zwischen den in diesen Themen involvierten Personen, Personengruppen, Unternehmensleitungen und Politikern offenbaren ohne Frage oftmals sehr obskure Inhalte und Betrachtungsweisen.

Was sich vermissen lässt, ist die Hinwendung zu einer sachbezogenen und offenen Auseinandersetzung mit den herausfordernden Themen, denen sich die Gesellschaft insgesamt zu stellen hat – hier sind wir weit entfernt von einer zielführenden Auseinandersetzung, was uns auch der „Dieselgipfel“, dessen personelle Besetzung bereits wieder geeignet war, dem bisherigen Verhaltensmuster Folge zu leisten; auch wieder ein Paradestück von Lobbyismus oder auch Klüngelpolitik.

Grundsätzlich möchte ich an dieser Stelle an einen Vortrag von Herrn Daniel Goeudevert zum  Thema „Verantwortung des Managers in einer sich verändernden Gesellschaft“ erinnern; diese Themenstellung lässt sich ausdrücklich auch auf die Verantwortung des Politikers in einer sich verändernden Gesellschaft erweitern.

Als die wirtschaftliche Orientierung den „Shareholder-Value“ fokussierte, blieben Werte wie „Customer-Value“ und „Environmental-Value“ aus der Strecke – ein nachhaltiger „Shareholder-Value“ ist letztendlich nur unter Beachtung auch anderer Werte erreichbar, was uns in der „Dieselthematik“ erkennbar vor Augen geführt wird.

Rufen wir uns diese Diskussion in unser Bewusstsein, dann lässt sich die Art und Weise der zur Schau getragenen Themenbewältigung doch nur darauf zurückführen, dass Politik und Wirtschaft in einem schädlichen Umfang ein gemeinsames Thema zum Nachteil der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, aber auch in überregionaler Ebene, verursacht und zu vertreten haben und dabei sind, sich weiterhin nicht  den Realitäten stellen zu wollen. Die Frage ist, ob die Akteure es nicht besser wissen oder ob sie es nicht besser wissen wollen. Für ihr Verhalten sind die maßgeblichen Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen – dies erfordert unser Rechtssystem.

Namentlich als Vertreter der politischen Ebene ist hier zweifelsfrei Herr Alexander Dobrindt zu nennen, der während seiner Amtsführung schon mehrfach eine in Zweifel zu ziehende Tätigkeit an den Tag legte, und der vollmundig erklärte, welche Ergebnisse vom Dieselgipfel er erwarte und wir erwarten dürfen – andere Politiker sprangen auf den Mitteilungszug auf und erklärten uns die Erwartungshaltung und dass dieser Gipfel keine Kaffeerunde werden würde.

Auf der anderen Seite erklärten uns die Autohersteller und Verbandsvertreter, zu welchen Schritten sie bereit seien und wie sie die Problemstellung lösen werden.

Nun, der Gipfel ist beendet und die Ergebnisse kennen wir!!!!!! Hauptsache, wir haben wieder einmal „gegipfelt“!!!!! Weiter sind wir auf jeden Fall nicht gekommen.

Tatsache ist doch, und dies müssen wir sehen, dass mit den Abgaswerten der Dieselmotoren getäuscht und gelogen wurde – Tatsache ist aber auch, dass dieses Täuschen und Lügen flankiert von behördlicher Seite begleitet wurde – es bedurfte erst der Vorgehensweise der Amerikaner, aus welchen Gründen auch immer, um dieses verwerfliche Spiel aufzudecken und Verantwortungen zuzuweisen. Dafür sind die Akteure, wozu auch die Politiker zählen, zur Verantwortung zu ziehen.

Ist jedoch die Verteufelung des Dieselmotors angebracht und geht die Auseinandersetzung nicht an der Realität vorbei;  ist sie nicht unvertretbar schädlich für den Standort Deutschland und das Image der deutschen Wirtschaft insgesamt?

Der Aberwitz zeigt sich schon in der Grenzwertdefinition – die EU hat einen Grenzwert von 0,04 Milligramm je Kubikmeter Luft definiert, an unseren Arbeitsplätzen sind dagegen 0,95 Milligramm zulässig.

Herr Prof. Thomas Koch vom KIT erläutert auch, dass es zwar richtig sei, dass der Benzinmotor 3 bis 4% weniger CO2-Emissionen pro Energiegehalt verursacht – durch den geringeren Kraftstoffverbrauch eines Dieselmotors jedoch schneidet der Dieselmotor in dem Emissionsvergleich um 15% besser ab; diese Situation scheint in der Diskussion jedoch absolut keine Rolle zu spielen.

Bleibt doch nur das Fazit, dass wir gegenwärtig den Dieselmotor zur Erreichung der gesetzten Klimaziele noch unverzichtbar brauchen.

Allein hier zeigt sich, dass die Auseinandersetzung an der Sache vorbeigehend geführt wird.

Wir müssen uns ausdrücklich mit dem Thema einer alternativen Antriebstechnik beschäftigen – Deutschland ist ein Automobilstandort, den wir selbstverständlich auch kaputtreden können – hier nämlich senden die derzeitigen Diskussionen und das Auftreten der Akteure die absolut falschen Signale aus.

Dieses Thema eignet sich nicht für stimmungsmachende Wahlkampfauftritte und Stammtischpolitik; es ist einfach absurd, wenn Gedankenmodelle über Abwrackprämien und ähnlicher Unfug in die Diskussion eingebracht werden.

Ja, wir brauchen alternative Antriebstechnik – wir brauchen aber auch eine grundsätzlich zielführende Verkehrspolitik. Es geht m.E. an der Realität vorbei, wenn wir heute die Großartigkeit der E-Mobilität erläutert bekommen.

Es wäre angebracht, wenn die großen Experten der Politik uns auch mit den Wahrheiten der E-Mobilität konfrontieren würden, sofern sie sich selbst damit tatsächlich beschäftigt haben. Es steht sicherlich außer Frage, dass wir für das E-Auto auf Batterien angewiesen sind – hier mögen die Akteure dann die Frage beantworten, welche Umweltbelastungen alleine bei der Produktion und Entsorgung der Lithium-Ionen-Batterie entstehen – bereits dadurch wird der Vorteil eines E-Autos vom Batterie-Nachteil signifikant überlagert. Auch sollte nicht übersehen werden, dass gegenwärtig der Strom des „sauberen“ E-Autos noch in Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen produziert wird.

Auch müssen wir uns hinsichtlich der Batterieproduktion auch  in den Themenkreis hineindenken, wer den ausschlaggebenden Zugriff auf die erforderlichen Rohstoffe hat – Deutschland und Europa auf jeden Fall nicht.

Zweifelsfrei ist die bisherige Verbrennungstechnologie vom Auslauf tangiert – dieser Tatsache müssen wir uns, auch im Interesse unserer Kinder und Enkelkinder, stellen und genau dort setzt auch die Verantwortung der Gesellschaft mit ihren tragenden Akteuren ein.

Ein Übergang in eine neue Technologie jedoch bedarf Anstrengung und Zeit – hier bedarf es einer zielführenden Strategie, die nicht von wahlkampftaktischen Ausrichtungen geprägt ist und auch nicht von kurzsichtiger Gewinnmaximierung.

Die ehrliche Auseinandersetzung macht es auch erforderlich, dass eine neue Technologie, an der ja bekanntermaßen gearbeitet wird, zwangsläufig auch zu Umwälzungen am Arbeitsmarkt führt, gepaart mit den Umwälzungen aus der Digitalisierung und der Industrie 4.0, führt – darüber jedoch hüllen sich unsere Akteure in erstaunliches Schweigen.

Wir haben eine energiepolitische Kehrtwende in Deutschland erlebt, die ohne strategische klare Ausrichtung vollzogen wurde – wir wissen, welche Themen daraus unnötigerweise entstanden sind. So bleibt zu hoffen, dass unsere zuständigen Personen, Personenvereinigungen, Wirtschaftsvertreter und nicht zuletzt unsere Politiker in der anstehenden Themenaufbereitung mehr Weitblick an den Tag legen als bisher. – Karl-Heinz Dommes


Leserbrief zu „Der Unterwanderer“ von Fritz Habekuss

Erst konnte ich es nicht glauben (Fake News). Aber das ist ein Fall für ‚The Donald‘! – Harald Schuster


Leserbrief zu „Wie es wirklich ist… sechs Minuten lang nicht zu atmen“ von Anna von Boetticher und Daniel Kastner

Ich empfehle dringend, den Artikel „….sechs Minuten lang nicht zu atmen“, 3.8. 17, S. 58, zu ergänzen, bzw. zu korrigieren. Der Grund: wer das so versucht, wie beschrieben, kann ertrinken.

Im Text heißt es: „bevor ich ins Wasser eintauche, atme ich ein paar Minuten lang..“ Hier gilt es zu erklären, dass dieses Verhalten fast schon die klassische Form der Hyperventilation ist. Dieses mehrere Minuten lange Überatmen (es ist im Artikel nur leicht eingeschränkt durch „ruhig“) bringt nicht mehr Sauerstoff (Sättigung normalerweise fast 100%), sondern es wird vermehrt Kohlendioxyd abgeatmet. Der Einatemreflex reagiert  aber auf den Anstieg  der Kohlensäurespannung im Blut, die aber ist durch die Überatmung abgesenkt. Eine plötzliche Bewusstlosigkeit kann als Folge des Sauerstoffmangels  auftreten und ist als Schwimmbad-Blackout sowie bei Apnoetauchern wohl bekannt. – Klaus Zieglmeier


Leserbrief zu „Verräterische Sprache“ von Felix Dachsel

Ist das schon jüdischer Humor? Das palestinische Volk im Kampf um seine Freiheit und gegen ständige Demütigung u. Unterdrückung wird des Terrorismus bezichtigt. Israelis haben in Ostjerusalem u. in den Westbanks nichts zu suchen. – Hartmut Bernecker


Leserbrief zu „Erst mal verdächtig“ von Christopher Lauer

Beim Lesen des Artikel fragt man sich, ob der Autor sein Demokratie-Verständnis im ehemaligen Ostblock erlernt hat. Wenn eine Partei oder irgend eine andere Interessengruppe ein Volksbegehren zu einem Zweck startet, die Mehrheit für etwas zu bekommen, was die Abgeordneten vorher abgelehnt haben, dann ist das keine Aushöhlung der Demokratie, sondern ein legitimes Mittel. Genau so funktioniert die direkte Demokratie in der Schweiz, und wie der Autor zugeben werden muss: nicht schlecht.

Dass nämlich die Entscheide der Politik sich selten am Willen des Volkes orientieren, dürfte bekannt sein, und Volksbegehren, Initiativen Referenden wurden geschaffen, um genau dem Einhalt zu gebieten. Oder soll beispielsweise in der Türkei die Opposition aufhören, mit allen Mitteln gegen die Regierungsentscheide Erdogans anzukämpfen, nur weil diese vom Parlament abgesegnet wurden? Deutschland braucht mehr solche mutigen Menschen und Institutionen, die den gewählten Volksvertretern die Grenzen aufzeigen, wenn diese das Volk nicht mehr vertreten. Der von Automobil-Industrie und Politik gemeinsam verursachte Diesel-Skandal zu Lasten der Bevölkerung lässt grüssen. – Andi Pfaff


Leserbrief zu „Die Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark

Wenn ich den Beitrag „Die Verleumdung“ richtig verstehe, hat die ZEIT den beiden Autorinnen einen Raum zur Verfügung gestellt, damit sie die Sinnhaftigkeit ihres universitären Tuns rechtfertigen und zugleich alle anderen als undifferenzierte und nichtzuendedenkende Pseudo-Feministinnen oder Chauvinisten disqualifizieren können. Die Argumentation von Butler und Hark kommt dabei ohne alle Belege und Beispiele aus und ihr Richtigkeitsanspruch begründet sich nur aus der „richtigen Haltung“, die die beiden Genderforscherinnen anscheinend für sich gepachtet haben.

Ja, schlimmer noch: Ich sehe die beiden Lehrstuhlinhaberinnen in einer Echokammer der Realitätsferne gefangen. Exemplarisch ist für mich folgender Satz in dem Artikel: „Wie wir also einen nicht-rassistischen, anti-sexistischen Diskurs führen können, der zugleich ein nicht-sexistischer, anti-rassistischer Diskurs ist.“ Da frage ich mich, ob mein patriarchalisch-sexistisch-rassistisches Gehirn in seiner Borniertheit ein Verstehen dieser Aussage verhindert oder ob er als Appell an die Leserinnen und Leser gemeint ist, das Denken an sich aufzugeben. Die Seite in der ZEIT wäre besser dafür genutzt worden, die realen Rollen- und Identitätsprobleme von Männern und Frauen darzustellen. – Dr. Bernhard Burchert


Leserbrief zu „Wie sexistisch ist die Uni?“ von Anna-Lena Scholz

Ein Beitrag, der wohl weniger einer objektiven Analyse verpflichtet zu sein scheint als der Vorstellung, ein satirisches Bild zu zeichnen von Wissenschaft und Forschung:

  • der monistische Blick auf das Sexualverhalten – als Sexismus apostrophiert – der männlichen Insassen der Universität und ihres Wissenschafts- und Forschungsbetriebs wird gepflegt und gleichzeitig die Männerdominanz in leitenden Positionen beklagt
  • *diese Blickverengung impliziert:
    • ein vergleichbares Verhalten von Frauen gegenüber Männern gibt es nicht
    • wären Frauen in leitenden Positionen des Wissenschafts- und Forschungsbetriebes, gäbe es ein „Sexismusproblem“ nicht.

(Auch wenn beides nachweisbar sich als haltlos erweisen würde, hätte die Autorin ihren Blick nicht von vornherein eingeengt.)

  • gleichzeitig wird der dem Wissenschafts- und Forschungsbetrieb, einschließlich des Lehrbetriebes, zugeschriebene Anspruch der Selbstdisziplin, gebrandmarkt als „übersteigert“ kritisiert, Diese Tugend walze alles nieder, was „irgendwie privat, körperlich, emotional“ erscheine.
  • Der Widerspruch der Kritiken wird nicht aufgedeckt. Nicht dargelegt, dass es DIE NICHTEINLÖSUNG des Anspruchs der Selbstdisziplin, der kognitiven Kontrolle des Sexualtriebs, der eigenen Gefühle und des Verhaltens ist, was das als Sexismus bezeichnete Verhalten ermöglicht.
  • Es ist einfach logisch falsch, „Sexismus“ und den Anspruch der Selbstdisziplin, der kognitiven Kontrolle der Emotionen,gleichzeitig zu kritisieren.
  • Deshalb sind auch die Schlussfolgerungen falsch: Es muss gerade nicht mit diesem Anspruch gebrochen werden, sondern Fehlverhalten – ob von Männern oder Frauen ist unerheblich – angeprangert werden.
  • Stattdessen wird von „Forschergeist“ in Männerkörpern gesprochen – man stelle sich diesen Geist einmal bildlich vor, wie er in „Männer- und Frauenkörpern“ sein Unwesen treibt……
  • So als ob all dies noch nicht  genug wäre, versteift sich die Verfasserin des Artikels zur Aussage „Sexismus prägt DIE Wissenschaft.“ (Hervorh. R. E.), ohne jeglichen Beleg hierfür vorzuweisen, z. B. für die Mathematik, Naturwissenschaften etc. etc..
  • Soll man sich tatsächlich die unsinnige Frage stellen, ob für eine gewonnene Erkenntnis es maßgeblich ist, ob sie Produkt eines „Geistes“ in einem Männer- oder Frauenkörper war?

Einseitige Sichtweisen entbehren meist nicht einer gewissen Komik, gleichwohl solche Sichtweisen gepaart mit Dogmatismus häufig in menschliche Katastrophen mündeten.

Gerade dies hat Hannah Arendt in ihren Vorlesungszyklen zum Urteilen in vorzüglicher Weise analysiert.    – Rainer Egold


Leserbrief zum Titelthema „Wetter – Das größte Rätsel der Welt“

Wir Meteorologen hören also auch in „DIE ZEIT“ wieder mal die  Yellowpress-Einleitung und -Ausblick mit dem weisen, bärtigen Wetteramateur der alle Wetterdienstverfahren in Frage stellen kann. Ist das wirklich Ihre Meinung? Kann er mit seinen Regionalanzeichen in ganz  Deutschland z.B. Flugwettervorhersagen machen?

Oder das Wetter in höheren Luftschichten jetzt und vorhersagend bestimmen? –, Es geht aber wieder mal um Beamtenbashing und Anprangern des Öffentlichen Dienstes und seiner engagierten Mitarbeiter und um die verfluchten Wetterauswirkungen auf uns! Damit verspielen Sie leider unsere Führungsrolle bei den europäischen Wetterdiensten – P. LANG


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

Vielen Dank für den ungeschminkten Leitartikel v. R. Pletter DIE ZEIT, 72 (2017), 32, 1, doch was steht hinter den einzelnen Verfehlungen und der Kumpanei von Politik, Industrie und sogar Kirche (VW-EKD) u. a. beim Dieselskandal:

Es ist die verkommene Kultur der Ausführenden. Kultur heißt: Werte und Bildung und im Einzelnen Wahrheit, Wissenschaft, Weisheit, Gewissen, Gerechtigkeit, Ethik,  u. a. m..  Sie sind zunehmend verkommen und werden verbrochen durch Lügen, Gier und Gewissenlosigkeit. Schuld daran trägt unsere sog. Elite, deren Versagen die kulturlosen Ausführenden in die Positionen setzt, weil sie selbst kulturlos ist…

Jeder in unserer Gesellschaft  ist für die Erhaltung und Verteidigung der Werte an seinem Platz verantwortlich, notfalls auch mit ‘nein-niemals-nein’. – Dr. ‘non plag’ Hans-J. Schumann


Leserbrief zu „Verfluchtes Wetter“ von Caterina Lobenstein

Das Titelthema „Wetter“ war umfangreich, jedoch sehr einseitig. Seitdem  der Mensch das Wetter selbst global massiv manipuliert, sind die Meteorologen  immer weniger in der Lage, es so gut wie noch vor 20 oder 30 Jahren  vorauszusagen. Es ist unverständlich, warum Frau Lobenstein diesen Aspekt  komplett ignoriert.   Es gibt eine Reihe von (meist US-)Patenten, die darauf hinweisen, daß es intensive Bestrebungen in Wissenschaft, Militär und sonstigen  Interessentenkreisen gibt, das Wetter gezielt im eigenen Sinne  zu manipulieren.

Das US-Militär weist offen darauf hin, wie umfassend  es z.B. bis 2025 das Wetter als Waffe zur Effektsteigerung seiner Militärmacht beherrschen will. „Weather as a Force Multiplier:  Owning the Weather by 2025“ heisst das Whitepaper.  Man braucht nicht tief zu schürfen, um herauszufinden, daß das  Thema Wettermanipulation keineswegs nur den verschwörungssüchtigen  Hirnen paranoider Internet-Junkies entspringt. Schon vor dreißig Jahren, am 18. Mai 1977, ratifizierte die UNO  eine Konvention über das Verbot des „militärischen oder anderweitig  feindlich gesinnten Einsatzes von Umwelt-Modifikationstechniken“. „Doch diese Konvention hinderte die Verteidigungsexperten nicht daran, mit den ‚ungeheuren‘ Möglichkeiten der Wettermanipulation zu experimentieren“, berichtete das ZDF in seinem Beitrag „Geheime militärische Experimente“ am 19.  März 2002.  Im Frühjahr 2006 war es ungewöhnlich nasskalt in Mitteleuropa.

Erst am Tag  des Fußball-WM-Eröffnungsspiels ging über Deutschland wieder mal sichtbar  die Sonne auf. Von Stund an herrschte Bilderbuchwetter mit  Hochsommertemperaturen, bis die WM vorüber war. Wer steckte dahinter? Der Wettergott oder irdische Wetterbastler? Am 2. Juni 2006 hatte der deutsche Wirtschaftsprofessor Wolfgang Maennig (Uni Hamburg) in einem  NTV-Interview gefordert: Damit die Fußball-WM angesichts des Dauertiefs nicht buchstäblich „ins Wasser fällt“, solle dem Wettergott ins Handwerk gepfuscht werden. Heranziehende Schlechtwetter-Fronten könnten jeweils morgens zwischen drei und sechs Uhr „abgeregnet“ werden. Maennig schätzte die Kosten für diese „problemlos machbare“ Methode auf „etwa zehn  Millionen bis maximal 40 Millionen Euro bei ständiger Tiefdrucklage“.

Angesichts der WM-Investitionen von drei Milliarden sei dies doch ein  „äußerst geringer Betrag“. „Das gilt vor allem zum gesellschaftlichen  Nutzen, der aus herrlichem Sommerfest-Wetter bei der WM entstehen würde.  Mit dem „Welsbach-Patent“ soll gegen die Klimaerwärmung gewirkt werden. Das von speziellen Flugzeugen versprühte Bariumsalz oxidiert in der Atmosphäre  zu Bariumoxid, welches Kohlendioxod an sich bindet. Das Kohlendioxid,  einer der Hauptfaktoren der Erderwärmung, wird auf diese Weise  „neutralisiert“.Das Aluminiumpulver erfüllt bei der Ozonerzeugung eine  entscheidende Doppelfunktion: In einem technisch komplexen Verfahren  strahlt das Aluminium sowohl UV Licht ins Weltall zurück,  sowie es auch Erdwärme mittels der „Welsbachpartikel“ in Infrarotwellen  umwandelt. Die Infrarotwellen werden von der Erde weggelenkt, und bewirken dabei eine merkliche Abkühlung der Erdoberfläche.  Bariumsalz und Aluminiumpulver bilden zusammen ein diffuses elektrisches  Feld.

Dieses Feld wird dann mit gesendeten niederfrequenten (sog. VLF-)  Radiowellen „aufgeladen“. Die nachfolgenden elektrostatischen Entladungen, sogenannte „trockene Stürme“ erzeugen dabei künstliches  Ozon, welches das Ozonloch dann notdürftig zu stopfen vermag. Im Jahrhundertsommer 2003 waren solche Gewitter ohne jeglichen Niederschlag  in Europa ungewöhnlich häufig.  Ein Polymer-Gemisch dient als Trägersubstanz und gewährleistet die  Bindung des Bariums, sowie des Aluminiumpulvers. Die wegen des  Polymers entstehenden, deutlichen Schlieren verraten beim Sprühen  den Chemtrail-Einsatz genauso wie die weissblaue Einfärbung des  Himmels in Richtung des Horizontes! Dank der Polymer-Mischung können sich die Sprühpartikel gemäss Wortlaut des „Welsbach-Patentes“  bis zu einem Jahr lang in der Luft suspendiert halten.

Die Millionen von Tonnen künstlicher Nanopartikel in der Atmosphäre, die im Zuge des Chemtrailing versprüht wurden und den einst blauen Himmel weiß erscheinen  lassen, zeigen ihre Wirkung. Das Wetter spielt total verrückt. Den Rest besorgt dann HAARP, riesige Antennenfelder, die elektromagnetische Wellen freisetzen, um die Ionosphäre aufzuheizen, wodurch die Rippenmuster am Himmel entstehen. Es ist Zeit, dass über dieses durch Wettermanipulaton „verfluchte Wetter“ und dessen  offensichtliche Gesundheitsrisiken in der breiten Öffentlichkeit  diskutiert wird, statt dessen dass gesagt wird, wie klein doch der Mensch vor  dem Wetter sei.  – Pia Beer Hameln


Leserbrief zu „Wie sexistisch ist die Uni?“ von Anna-Lena Scholz

Danke, Danke, Danke für Euren Bericht „Wie sexistisch ist die Uni?“!!

Es braucht viel mehr dieser Artikel und eine offene Diskussion, um den Sexisums a publik zu machen, b ein Bewusstsein dafür zu schaffen und c etwas im Bewusstsein/Verhalten der Menschen (denn selbst Frauen sehen leider manchmal nicht den Sexismus darin) zu verändern.

Auch mir ist während meiner Studienzeit (2000-2007) Sexisums begegnet:

Wir interviewten einen Professor für die Fachschaft, der wörtlich meinte „was die männlichen Studenten im Studium durch Genialität machen, müssen die Frauen durch Fleiß und Disziplin erreichen“. Wir hatten es auf Tonband, als wir es dann drucken wollten, behauptete er, dass so nie gesagt zu haben.

Genau wie befreundeten Doktorandinnen, denen einzig und allein auf Grund der Tatsache, dass sie Frauen (und damit potentielle Mütter) waren, in ihrer Forschung diskriminiert wurden. Ihre Forschungsaufgaben wurden anderen übertragen. Angestellten Mütter, die aus der Elternzeit wiederkehrten, wurde ihr Arbeitsplatz verwehrt.

All das sind Skandale. Leider greifen sie in einer Männerwelt, einen Teil der Männer an, so dass diese Diskusionen immer wieder abgetan wurden.

DANKE! Dass Sie sich diesem Thema widmen. Es ist wirklich an der Zeit. – Dr. Jeannine Eisenmann


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Meines Erachtens ist die Endlosschleife der Larissa & Thomas-Story nichtssagend, ermüdend und langweilig.

Wenn man es als Hauptaufgabe einer Beziehung ansieht, ob man in London, Berlin, New York oder wo auch immer sowie überhaupt zusammen lebt, ist doch etwas faul… Haben diese jungen Leute keine anderen Probleme?

Ich kenne sehr viele gut ausgebildete junge Menschen, Doktoranden teilweise, die ums Überleben (finanziell gesehen) kämpfen müssen, sich von Praktikum zu einem befristeten Anstellungsverhältnis zum nächsten hangeln müssen und gern anfangen würden, eine Familie zu gründen…

Bitte hört auf damit! Die Fotos finde ich ebenfalls nicht erwähnenswert… – Katrin Fischer


Leserbrief zu „Das Käppi der Macht“ von Kilian Trotier

Sich soweit wie möglich selbst treu bleiben, sich seiner Wurzeln bewusst sein, die Bodenhaftung nicht verlieren. Gewiss keine schlechten Voraussetzungen für Integrität und Spürsinn im allzu oft abgehobenen, virulenten Politzirkus. Wahre Größe kommt bekanntlich ohnehin von innen. – Ira Bartsch


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

Bravo, bravo,bravo! Endlich wird einmal mit der bayerischen Mischpoke abgerechnet! Jeden Satz, jedes Wort des Artikels von Roman Pletter kann und möchte ich unterschreiben. Danke der Redaktion auch für den Mut, diesen Artikel auf die erste Seite zu setzen und das zur genau richtigen Zeit! – Volker Krause


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Sie hbnen sehr kurz gegriffen was soll denn an den BAB’s passieren wenn tausende von e -Auto aufzuladen wären. Was ist mit  steigenden Güterverteilungverkehr LKW und 10 verschiedene Parkettdienste in ländlichen Regionen.

Das ist alles nur Spinne das zweit Auto an der eigenen Photovoltaik aufladen zur Arbeit zum Arzt oder Apotheke das ist Ok alles andere Unsinn. Warum nicht Erdgas gibts im Übermaß und ist 100% Immisionsfrei .Aber die Berufspoliticker Kaste kann weder Denken noch beraten lassen .

Mann muß auch jemanden weh tun,Thempolimith ,keine Grossfahrzeuge , Alleinfahrer ,SUV,Limosienen und Sportwagen in die Innesnstadt lassen – Harald Ulrich Dipl.-Ing. Architekt


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

Schade für die vertane Chance die Titelseite mit „Qualität“ zu versehen. Resultat für die Ausgabe Nr. 32: Stümperhaft und abstoßend.

Bin kein CSU-ler und sympathisiere keineswegs mit der Bayern-Community. Doch müssen sich Politiker alles gefallen lassen ? Warum um Gotteswillen stellen sich noch Menschen für eine politische Aufgabe zur Verfügung, sicher nicht um von einem „Schreiberling“ ungerechtfertigt niedergemacht zu werden.

An anderer Stelle schreibt ein Zeit-Kollege: Demokratie erfordert den Willen zu Gründlichkeit, Komplexitätstoleranz, Kompromissbereitschaft.

Gilt das nur für Politiker oder auch für die Journalie ? Bitte kein „Pletter“ mehr auf die Titelseite – es gibt ja noch das Magazin!! – Karl Steidle


Leserbrief zu „Nicht nur Trumps Schuld“ von Bernward Gesang

Weder Trump noch die deutsche Energiepolitik ist schuld, daß wir die „Klimaziele“ nicht erreichen.Zunächst muß man feststellen, daß bei uns von Seiten der Politik keine klaren Vorgaben für den Ausbau von Kraftwerkskapazität bestehen. Zum Zweiten ist noch lange nicht erwiesen, daß es eine globale Erwärmung durch unsere Emissionen gibt. In den vergangenen 20 Jahren ist trotz Erhöhung der CO2- Emission die Temperatur nicht gestiegen. Wenn wir aber doch einen Klimawandel durch CO2 unterstellen, dann ist die Forderung nach einer Dekarbonisierung weltweit berechtigt. Allerdings stellt sich dann die Frage, wie dies ohne Einsatz der Kernenergie funktionieren soll. Gaskraftwerke sind langfristig keine Lösung, weil die Gasvorräte nicht reichen und weil zudem auch bei der Gasverbrennung unzulässig viel CO2 ausgestossen wird.

Durch stärkeren Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen in Deutschland kommt man auch nicht weiter, weil die maximal notwendige Leistung durch grüne Energie bereits längst erreicht ist. Wegen dieser Überkapazität können neue Anlagen teilweise nicht mehr betrieben werden. Die Energiewende ist gescheitert. Eine Abhilfe gäbe es nur durch Speichern der Energie, was aber in dem notwendigen Umfang technisch und ökonomisch nicht machbar ist. Abschließend weise ich darauf hin, daß in diesem Artikel nur bestehende Forderungen und fragwürdige Studien zitiert werden, aber keine Anregung aufgezeigt wird.

Die Kanzlerin kann den Klimaschutz nicht gewährleisten, aber sie könnte die Gestaltung von Leitlinien für die künftige Energiepolitik unseres Landes veranlassen. – Dr. Helmut Kiendl


Leserbrief zu den Berichten im Wirtschaftsteil über Diesel

Selbst wenn ich keinen Diesel besäße, was ich tue, selbst wenn dieser nicht durch den Staat subventioniert würde, was er durchaus wird, selbst wenn ich als Verbraucher nicht wieder die Zeche für verfehlte Politik zahlen möchte, was ich tun werde, fiele mir auf, dass dieses Thema in puncto Klimaschutz, so es den denn gibt, einen absoluten Nebenkriegsschauplatz darstellt, mehr noch, nicht mehr ist als eine willkommene Ablenkung für ein Versagen aller politischen Parteien, auch der in einem Ihrer Beiträge so hochgelobten Grünen.

Ich wohne, arbeite und fahre Auto in NRW – wie Sie gleich leicht erkennen werden.

Solange es täglich am Kamener Kreuz kilometerlange Dauerstaus gibt, die sich zu 90% aus LKW’s osteuropäischer Provenienz bilden – also aus Ländern, die von Abgasnormen bis heute nichts wissen, wäre jede Maßnahme, die dazu führen würde, auch nur 20% dieser heizdieselbetriebenen Klima- und Straßenkiller direkt hinter der Grenze auf einen Zug zu verfrachten, der von ganz im Osten der Republik bis ganz in den Westen der Republik und wieder zurückfährt, sinnvoller als wirklich alle im Kontext mit „Dieselgate“ erwogenen, Zeitungen und soziale Netzwerke flutenden Vorschläge. Vielleicht könnte sich ja eine Partei wie die Grünen daran erinnern, dass eine glaubwürdige und vor allem gemeinwohlorientierte Klimapolitik mehr Wählerstimmen bringt als die jetzt ohnehin obsolet gewordene Forderung nach der Ehe für alle als Voraussetzung für eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene.

Im Übrigen machen meine Familie und ich – klischeegerecht – gerade Urlaub in der Schweiz, wo solch ein Modell schon funktioniert. – Matthias Hake


Leserbrief zu „Dass es einfach Wahsinn war“ von Jan Ross

Mit ganz großem Interesse habe ich Ihren Bericht gelesen. Art und Umstände, wie die transition durchgeführt wurde, waren mir nicht bekannt. Dankenswerterweise berichten Sie Details über Geschehnisse und Entscheidungen danach, anhand derer die tragische Entwicklung dieser Region nachvollziehbarer wird.

Verständlich, daß die Monstrosität der verübten Grausamkeiten tief im kollektiven Bewußtsein steckt und die Aufarbeitung nur ganz peu a peu möglich ist. Hoffentlich kann die Ausstellung einen wirkungsvollen Beitrag dazu leisten. Die schwierige Aufarbeitung erinnert mich an die hiesige Nachkriegszeit. Wenn ich bedenke, daß ich den Dimmer an meiner Nachttischlampe aus den Händen des ehemaligen Staatssekretärs von Goebbels, Dr. Werner Naumann (später Quandt!-Konzern), geschenkt bekommen habe während meiner früheren Täigkeit, kann man sich auch Fragen stellen. Berichte über trouble in dieser Region werde ich künftig anders aufnehmen. Die Stellung und Behandlung von Frauen in (weiten?) Teilen der indischen Gesellschaft, hat mich bisher immer besonders erschüttert. Das bringe ich nicht in Verbindung mit der transition! – Mara Sagemüller


Leserbrief zu „Das Bundesdieselamt“ Heike Faller, Simon Kerbusk und Claas Tatje

Das Diesel-Desaster, „Lehrstück aus dem Autoland“ auf den Punkt gebracht:

  1. massenhafte Körperverletzung und Naturschädigung durch verantwortungslose Konzerne; 2. monströses Regierungsversagen aufgrund mangelnden Rückgrats;
  2. enormer Glaubwürdigkeitsverlust hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit des angeblichen Öko-Weltmeisters.

Mit einem Diesel-Gipfelchen samt kosmetischem Software-Updating gelangt man nicht ins Freie. Derweil wandert die Bundeskanzlerin in der vermutlich abgasarmen Südtiroler Bergwelt. Krisenmanagement als Chefsache sieht anders aus. – Ludger Gaillard


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Nach der Lektüre Ihres Artikels frage ich mich, wie es mit der in Ihrem Artikel wenig diskutierten Verantwortung von Politik und Verbrauchern im Dieselskandal aussieht. Während ein profitables Unternehmen selbstverständlich Produkte produziert, die am Markt nachgefragt werden, hat die Politik die Aufgabe, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass die Produkte keinen Schaden anrichten und gesellschaftlich von Nutzen sind. D.h. die Politik sollte eine nachhaltige, zukunftsorientierte Zielsetzung formulieren und durchsetzen, die sich an dem Stand von Wissenschaft und Technik orientiert und die in umfassender Weise das Gemeinwohl berücksichtigt. In wachsendem Maße scheint eine solche, wertegesteuerte Politik zunehmend einer interessengetriebenen Lobbypolitik gewichen zu sein.

Ähnlich verhält es sich mit dem kaum erkennbaren Verantwortungsbewusstsein sehr vieler Fahrzeughalter, die Jahr für Jahr größere und leistungsstärkere Fahrzeuge nachfragen, ungeachtet bedrohlicher Klimaveränderungen, durch Fahrzeugemissionen verursachter Gesundheitsschäden und unzähliger, in den Kriegen um Ölressourcen getöteter Menschen.

Neben den mit Elektrobatterien betrieben Elektrofahrzeugen, einer nicht zwingend zum Erfolg führenden Technologie, ist als umweltschonendere und auf lange Sicht wahrscheinlich auch erfolgversprechendere Alternative die Wasserstofftechnologie zu nennen. Hierbei würden die Fahrzeuge mit wasserstoffgespeisten, emissionsfreien Brennstoffzellen betrieben, die, anders als die derzeit verfügbaren E-Fahrzeuge, kein Reichweiteproblem hätten und keine zeitraubenden Auftankzeiten erfordern würden.

Der Wasserstoff für diese Fahrzeuge würde durch die Elektrolyse von Wasser erzeugt, wobei der hierfür erforderliche Strom z.B. aus überschüssiger Elektroenergie stammen könnte. Auf diese Weise würde gleichzeitig ein Beitrag zur Energiespeicherung aus Stromerzeugungsanlagen geleistet werden. Der so erzeugte Wasserstoff könnte in Pipelines und Tanks, wie bei Gas und Öl, transportiert werden und durch Um- bzw. Ausbau des vorhandenen Tankstellennetzes genutzt werden. Zu dieser Thematik hat Rudolf Bölkow (Stichwort: Flugzeugbau) bereits vor Jahrzehnten interessante zukunftweisende Arbeiten vorgelegt.

Es ist mir ein Rätsel, warum die seit über 60 Jahren technisch angewendete Brennstoffzellentechnologie bisher nicht zur Massentauglichkeit entwickelt wurde. Grundlegende technische Probleme können es wohl nicht sein, da mittlerweile sehr erfolgreich U-Boote (HDW) Busse und Schiffe (z.B. in Hamburg) und auch Pkw’s (z.B. von Toyota) mit Brennstoffzellen betrieben werden. So ist davon auszugehen, dass dem Wasserstoff neben der „konventionellen“ Elektromobilität zukünftig eine größere Bedeutung zukommen wird, vorausgesetzt das Kartell aus kurzsichtigen Politikern, innovationsfeindlichen Managern und Gewerkschaftern der Automobilindustrie sowie von ignoranten Verbrauchern wird durchbrochen. – Rolf Gaedicke


Leserbrief zu „Falsches Versprechen“ von Harro Albrecht

Zum Vertrauen in der Medizin gehört auch das Vertrauen auf die Verlässlichkeit und die Unbedenklichkeit von Arzneimitteln. Eigenanbau von Cannabis war bisher nicht die Lösung des Versorgungsproblems und kann es zukünftig auch  nicht sein, genauso wenig wie der Bezug aus zweifelhaften Quellen, wie er in den Niederlanden geduldet wird.

Denn Cannabis ist nicht gleich Cannabis. Die Palette der wirksamen Inhaltsstoffe variiert erheblich in Abhängigkeit vom verwendeten Saatgut, den Wachstumsbedingungen (Licht, Wärme, Boden, Düngung etc.) und der Aufbewahrung bzw. Lagerung nach der Ernte.

Bei selbst gezogenen Pflanzen, mehr noch bei illegaler Ware kennt man weder die Konzentration der wirksamen Inhaltsstoffe (allein bezogen auf das Delta-9-THC variiert die Konzentration von 1% bis 16%, Tendenz steigend), noch weiß man womit die Pflanzen belastet (Wachstumsförderer, Insektizide, Herbizide) und / oder kontaminiert sind (Pilz- und Bakteriensporen), insbesondere wichtig, wenn man die Droge inhaliert (vergl. Monographie Inhalativa in Ph.Eur.).

Welchen Stellenwert diese Punkte haben, hat Arno Hazekamp bereits im Jahr 2006 in einer Studie für die Universität Leiden dargelegt. Durchgängig findet sich die Problematik auch in gängiger Literatur zu diesem Thema (etwa Michael Backes „Cannabis Pharmacy“, American Herbal Pharmakopeia 2013, Monography Cannabis Inflorescence etc.).

Wenn die Auswahl der Droge allein über den Preis erfolgt, setzt man die falschen Prioritäten für die Gesundheit der Anwender. Das sieht man in den Niederlanden, wo viele Anwender nach wie vor den billiger angebotenen Hanf aus zweifelhaften Quellen im Coffeshop dem teureren aber sauberen vorziehen. Die gesundheitlichen Folgen sind nicht untersucht, wohl weil es sich bei den Anwendern um morbide Patienten handelt. Auch darum sollte sich die Medizin kümmern. – Klaus Debring


Leserbrief zu „Die Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark

Was nur hat die ZEIT veranlasst, einen derart selbstgerechten, um die Zurschaustellung der eigenen moralischen Überlegenheit bemühten Artikel zu bringen, der nichts anderes tut, als KritikerInnen der Autorinnen die „Zurschaustellung eigener moralischer Überlegenheit“ vorzuhalten? Eine ordentliche Reportage zu den bizarren moralisch verbrämten Grabenkämpfen in den Genderstudies oder ein öffentliches Streitgespräch unter den, sagen wir, KampfhähnInnen wäre für die Leserinnen sehr viel informativer. – Stefan Hirschauer


Leserbrief zu „Verräterische Sprache“ von Felix Dachsel

Endlich mal ein erfreulicher Artikel über das Palästinensich – israelische Verhältnis. Der Autor fordert die deutsche Außenpolitik auf, Ross und Reiter zu nennen. Wann begreifen unsere Außenminister (bis vor kurzem Herr Steinmeier und jetzt Herr Gabriel), dass Druck auf die palästinensische Führung mit Worten der Wahrheit und von finanzieller Seite her wirksame Mittel wären, zu einer Deeskalation beizutragen? – Dr. Christian Wermann


Leserbrief zur Deutschlandkarte: „Die Kürzesten Ortsnamen“ von Laura Edelbacher und Friederike Milbradt

Es ist ja schon witzig, was Sie sich für Themen vornehmen! Aber wie schreiben Sie Plau mit 3 Buchstaben, und warum haben Sie Oy nicht gefunden, das in Bayern liegt und größer ist als die 2 Buchstaben vermuten lassen? – Tim Günther


Leserbrief zu „Swing State“ im ZEIT Magazin von Ulrich Stock

Vielen Dank für den interessanten Artikel. Schön, daß die Jungen den Jazz entdecken, und künftige Konzerte keine reinen Rentnertreffen mehr sind. Meiner Generation fallen beim Thema Jazz die Namen von Joachim-Ernst Berendt und Inge Brandenburg ein. Er, der Jazzpapst der 1960er Jahre. Sie, die beste deutsche Jazz-Sängerin dieser Zeit, beerdigt 1999 in einem Armengrab in München. Ich höre SwissJazz aus unserem Nachbarland. Die Schweiz – nicht alles ist Käse.  – Bernd Roller


Leserbrief zu „Brust raus, Alter!“ von Bjørn Erik Sass

Dieser Artikel Ist eine bodenlose Unverschämtheit.

Wer oder was gibt einem offensichtlich bzw. ‚offenschrieblich’ noch pubertierenden Fünfzigjährigen („meine Blicke werden über Dekolletés schweifen“; „Bikini-Frauen“) das Recht, mich, einen 78jährigen, und eine große Zahl meiner Altersgenossen kumpelhaft mit ‚Alter’ anzureden und mir vorzuschlagen, ein alter Gockel mit „Brust raus“ zu werden, der „noch mehr Gas beim Charmieren“ gibt und nicht einmal merkt, wenn er verlacht wird? Welcher Ressortchef akzeptiert einen solchen Artikel in dem flachbauchige Ältere als „Porree-Menschen“, „eine Schar Groupies“ und – zeitgemäße (?auch ZEITgemäße?) Glanzleistung – als „Schisser“ verunglimpft werden? Fällt das für heutige ZEITredakteure etwa in die angesprochene neue Kategorie, die „Scheißegaligkeit“, die ‚Respekt‘ ersetzt?

Ich habe das Glück zu den Älteren zu gehören, die noch mit dem Fahrrad zu ihrer (bei mir 7 km entfernten) Arbeitsstelle fahren und dabei auch eine kurze Bergaufstrecke bewältigen können. Andere sind schon gebrechlicher. Aber für uns alle ist dieser Artikel eine große Beleidigung.

Seit circa 65 Jahren bin ich ZEITleser, habe mich manchmal geärgert, war nicht immer einverstanden, aber insgesamt war und ist die ZEIT für mich immer eine lohnende Lektüre gewesen. Und ich werde sie auch nicht wegen dieses unsäglichen Artikels abbestellen. Aber meine dringende Bitte an die verantwortlichen Redakteure: Verschonen Sie uns in Zukunft mit solchem Schund und auch mit ganzseitigen Gockel- oder Hamsterbildern.

Ihr erzürnter Leser und „Mensch der an sich glaubt“ –  auch ohne Gockelbauch. – Dr. Ludger Reuke


Leserbrief zu „Verräterische Sprache“ von Felix Dachsel

Ist das schon jüdischer Humor? Das palestinische Volk im Kampf um seine Freiheit und gegen ständige Demütigung u. Unterdrückung wird des Terrorismus bezichtigt. Israelis haben in Ostjerusalem u. in den Westbanks nichts zu suchen. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Anbei ein Leserbrief zu einem Artikel, der mir gefiel, weil er versucht, die Alternative Verbrennungsmotor / Elektromotor zu beleuchten und bewerten. Die Länder Schweden, Frankreich und England werden darin erwähnt wegen ihres entschiedenen politisch getriebenen Ausstiegs aus der Nutzung von Verbrennungsmotoren als Antrieb von PKWs.

Ich habe den Eindruck, dass ihre Autoren einen gut nachvollziehbaren Grund dieser Länder nicht kennen: die Verringerung ihrer Importe von Mineralöl und Treibstoffen; das wäre sowohl betriebswirtschaftlich wie volkswirtschaftlich günstig. Ich vermute, den meisten Ihrer Leser ist dieser Grund auch nicht bekannt.

Die von mir erwähnte Wechseltechnik ist an sich nichts Schwieriges, eine herausnehmbare Batterie ist schnell ersetzt, und „Tankintervalle“ von einigen hundert Kilometern wären sicher akzeptabel. Die Batterieentwicklung ist aber noch nicht so weit. – Maurus Tacke


Leserbrief zu „Kosmopoliten“ von Fritz Habekuß

Stimmt es, wenn der Autor in seiner engagierten Einleitung schreibt: „Eine Art ist weder gut noch böse, sie ist einfach da. Denn Natur hat keine Intention.“? Müsste es nicht heißen: …, weil „Natur“ nicht nach menschlich-moralischen Kriterien arbeitet. Gut und böse sind Kategorien, die Menschen für ihr Überleben in der „Natur“ entwickelt haben. „Natur“ hat also „keine Intention“ nach menschlicher Vorstellung.

Wohl aber eine eigene nach eigenen Kriterien: eine Überlebensintention, die sich nach jeweils gegebenen Möglichkeiten richtet. Deshalb ist eine Art (oder besser Lebensform) nicht „einfach da“, sondern entwickelt sich nach meist unglaublich langen und verlustreichen „Selektions-“ oder Anpassungsprozessen, dem auch der Mensch seine Entstehung verdankt. Das scheint der Verfasser auch zu wissen, wenn er an anderer Stelle davon spricht, dass neue invasive Bewohner vielen vorhandenen Arten die Zeit nimmt, „sich daran anzupassen“, weil jedes Ökosystem sehr viel Zeit braucht, um sich in jenem gnadenlosen Ausleseprozess  wechselseitig so zu stabilisieren, dass für alle Arten in diesem System ein Überleben gesichert ist. Daher stimmt auch: „Fast immer ist es der Mensch, der Lebensgemeinschaften durcheinanderbringt…“ – Doch nicht  nur „oft aus Gedankenlosigkeit“ oder „manchmal mit Absicht“ oder „immer ohne genügend Verständnis“ für die biologischen Zusammenhänge.

Sondern weil er die „Natur“  immer schon den eigenen Interessen untergeordnet, sich „als Herrscher und nicht als Bewahrer“ begriffen hat. Um diesem Anspruch absoluten Nachdruck zu verleihen, hat er sogar behauptet, dies in göttlichem Auftrag zu tun, der z. Z. der Entstehung der Bibel sogar schriftlich festgehalten wurde: 1. Mose 1,28 „ … und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über … alles Getier…“ Zu Recht nennt der Autor diese Sichtweise „nicht nur naiv, sie ist auch gefährlich“. Doch sie beschränkt sich nicht auf „eine kleine, aber wachsende Minderheit“ von „Naturschützern“, sondern ist schon immer die der „invasivsten Art“ der Evolution, des „Kosmopoliten“ Mensch. – Eckhard Heumann


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Eben lese ich den Artikel „Wenn möglich, bitte wenden“ in ihrer Ausgabe vom Donnerstag, 3. August 2017 zum Thema Elektromobilität. Darin finde ich eine für mein Verständnis seitens der Zeit ungewohnt unsachliche Argumentation, indem Sie schreiben, dass – würden heute auf einen Schlag alle geschätzt 45 Millionen Autos in D durch Elektroautos ersetzt, diese den gesamten heute erzeugten Ökostrom aufbrauchen würden und für „Waschmaschinen und Toaster“ nur noch schmutziger Strom übrig wäre.

Dem ist entgegen zu halten, dass – würde heute auf einen Schlag aller in D erzeugter Strom nachhaltig und ökologisch erzeugt, es genug sauberen Strom für alle dann geschätzt 45 Millionen Elektroautos geben würde. Oder irre ich mich da?! – Jürgen Spang


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

In Ihrem Artikel werden im Detail die kritischen Aspekte der BEVs beleuchtet, ohne jedoch die dramatische Dynamik im Bereich der Batterieentwicklung und -kosten, der weiteren, stationären Nutzung in Fahrzeugen eingesetzter Batterien, oder des Recyclings solcher Batterien zu erwähnen. Gerade der stationäre Einsatz von Batterien als Unterstützung der erneuerbaren Elektrizitätserzeugung wird in der nahen Zukunft eine erhebliche Rolle spielen.

Wichtig ist auch, daß jede Verbesserung bei der Umveltverträglichkeit der Elektrizitätserzeugung den bereits im Verkehr befindlichen BEVs zu Gute kommt, während das ICEV bis an sein Lebensende die gleiche CO2-Bilanz pro km aufweist. Darüber hinaus kann schon heute jeder Verbraucher entscheiden, welche Art der Elektrizitätserzeugung er unterstützen will, mit seiner Wahl des Versorgers oder der eigenen Solaranlage auf dem Dach. Es braucht sicherlich mehr Druck, im wahrsten Sinne des Wortes „von der Straße“ um eine auch in der Zukunft konkurrenzfähige Mobilitätsindustrie in Deutschland zu erhalten. Wie man beim Dieselgipfel sehen konnte, scheint die Industrie noch immer ihre Energien hauptsächlich in Rückzugsgefechten zu verschwenden. – Stefan Frembgen


Leserbrief zu „Die Schule braucht mehr Zeit“ von Julia Bernewasser

Man kann den Bogen auch überspannen  und die Kinder noch nach ihrem Unterricht  in ihrer Freizeit mit zu vielen Lernanforderungen  belasten. In der unterrichtsfreien Zeit sollten sie genügend Gelegenheit haben, sich zu entspannen, miteinander  zu spielen, sich zu bewegen, kreativ tätig zu sein etc. Auch Kinder brauchen ihre Freiräume  und wollen nicht  mit vorgegebenen Programmen überschüttet werden.

In der Regel gelingt es Erziehern recht gut, die originären kindlichen Bedürfnisse im Rahmen der  Betreuung angemessen  zu berücksichtigen und auch Kinder aus bildungsärmeren Familien zu fördern.  Das  Engagement  der Ehrenamtlichen  ist nach meinen Erfahrungen ebenso  anzuerkennen.

Was die Hausaufgaben betrifft, so sollten diese  im Unterricht so vorbereitet werden, dass Schüler sie in der Regel ohne fremde Hilfe lösen können. Da werden es doch wohl auch Nicht-Lehrer  schaffen,  ihre Betreuungskinder bei den Hausaufgaben angemessen zu begleiten, Fragen zu beantworten, Tipps zu geben, Gelerntes abzuhören etc.

Wichtig ist natürlich, dass zwischen den außerunterrichtlichen Betreuern und den Lehrern  ein regelmäßiger Austausch erfolgt  und es besondere Ansprechpartner gibt.

Außerunterrichtliche Betreuung hilft vielen Schülern. Dennoch sollte sie zeitlich nicht übertrieben werden, sehnen sich doch die allermeisten Kinder  danach, viel Zeit mit ihren leiblichen Eltern zu verbringen und ihr Zuhause zu genießen. Es muss vermieden werden, dass Kinder  durch ein Zuviel an Fremdbetreuung das Gefühl bekommen, lästig zu sein und abgeschoben zu werden. – Gabriele   Gottbrath


Leserbrief zu „Jesus und die Algorithmen“ in Christ und Welt

Werden Gebete überflüssig – so eine zentrale Frage des o.g. Beitrags. Eine wichtige Frage – aber dahinter liegt eine noch wichtigere:

Wie halte ich es mit meiner Freiheit – der Freiheit, die mir Gott geschenkt hat?

Jeder Algorithmus ist von Menschen gemacht und das auch dann, wenn inzwischen auch Maschinen programmieren. Das Wertesystem, das dahinter liegt, das die Eingangsdaten in positiv, neutral und negativ bewertete Ereignisse sortiert, ist von Menschen anhand einer Lebensphilosophie geschaffen worden. Wenn ich mich auf die Algorithmen verlasse und mindestens eine letzte Kontrolle durch meinen eigenen Kopf, durch das Gebet vor Gott und durch die Frage: „Wohin soll mein Weg führen?“ unterlasse, dann mache ich mir das – oft unbekannte – hinter den Algorithmen liegende Wertesystem zu 100% zu Eigen.

Will ich das?

Wenn das Wertesystem z.B. davon ausgeht, dass alles das, was mir in der Vergangenheit gut getan hat, auch künftig gut für mich ist, dann verhindert es ggf. jede Veränderung. Gerade aber in einer ggf. risikobehafteten Veränderung könnte ja mein Weg weiterführen. Viele Menschen, die für bahnbrechende Veränderungen zum Guten verantwortlich waren, haben eine in diesem Sinne „gebrochene“ Biografie. Kein Algorithmus kann solchen Menschen die Prognose bzw. die Entscheidungen vorschlagen, die im Rückblick z.B. zu einem Quantensprung an Erkenntnis (Wissenschaft), zu einer wegweisenden Gotteserfahrung (Glauben), zu einer Wendung im Zeitgeschehen durch ein risikoreiches Engagement (politisch, sozial, künstlerisch, …) geführt haben, raten. Denn für die Mehrheit der anderen Menschen wäre diese Empfehlung in vergleichbarer Situation töricht, ja sogar für denselben Menschen wäre eine solche Empfehlung in zahlreichen äußerlich vergleichbaren Situationen töricht gewesen.

Wenn wir unsere Freiheit, d.h. unser jeweils persönliches Ringen um „gut und böse“, um „nützlich und schädlich“, um „sozial und asozial“, um „gerecht und ungerecht“, um „liebevoll und lieblos“, um „mitmenschlich oder egoistisch“, um „im Sinne Jesu oder entgegen Jesu Botschaft“ oder anders formuliert: „mit Jesus oder gegen ihn“ aufgeben und stattdessen den Algorithmen vertrauen, dann haben wir das Menschsein als verantwortliches und fühlendes, als freies und von Gott beseeltes Wesen aufgegeben und einen uns unbekannten Schöpfer der Algorithmen als Gott stattdessen angenommen.

Die ähnliche Abkehr von einer (vor Gott) verantwortlichen Freiheit vollzieht übrigens auch der, der sich nur unter Gleichgesinnten bewegt – sei es im realen Leben oder in den sg. sozialen Medien. Wir brauchen auch die Mitmenschen, die anders denken als wir selbst, die uns in Frage stellen und u.U. auch nerven. Nur so können wir eigene Irrtümer oder Fehlhaltungen erkennen und die eigene Sicht schärfen und reif werden lassen. Und das gilt m.E. für unsere Überzeugungen in allen Bereichen: Wirtschaft, Politik, Glauben, Kultur, Freizeitgestaltung,  … – Tilmann Wolf


Leserbrief zu „Swing State“ im ZEIT Magazin von Ulrich Stock

Dieser Beitrag hat mich sehr gefreut. Als Kenner der Jazzszene , der schon fast ein halbes Jahrhundert dabei ist, unterstützt die jungen Menschen, die sich für Jazz entschieden haben. Es wäre gut, wenn dieser Trend auch anhalten würde. Ich habe da meine Zweifel. Die einzige Jazz-Professorin aus Bochum ( Name fällt mir im Moment nicht ein) hat vor etlichen Jahren gesagt: „Jazz in Deutschland wird immer eine elitäre Musik bleiben. Das Interesse ist mal stärker und mal weniger. Anders als in den nordischen Staaten und in Holland oder Paris. Ich habe bei den vielen Jazz – Festivals , die selbst in kleinen Orten stattfinden, fast immer die gleichen Leute entdeckt. Es gibt eine feste Gemeinde, die wahrlich nicht klein ist.

Mein Lieblingsort ist Burghausen in Bayern. Dort habe ich alle Jazzgrößen aus den USA erleben dürfen. Der Deutsche Till Brönner hat dort in den später 80ern seine ersten Gehversuche begonnen. Heute ist er ein Star aber nur weil er die Jazzszene weitgehend verlassen hat. Burghausen ist auch bei den Jazzgrößen aus USA sehr beliebt . Mir hat All Forster mal gesagt:. „Das liegt an der heimlichen Atmosphäre und die gute Betreuung.“ Mit dem neuen Jazz (Weltmusik) in Deutschland kann ich nicht viel anfangen. Mein Jazz ist nach wie vor der Bebop und auch der progressive Swing. Oskar Peterson sieht das ähnlich. Jazz muß swingen. Aber das heißt nicht, daß ich den heutigen Jazz ablehnend gegenüber stehe. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Swing State“ im ZEIT Magazin von Ulrich Stock

Ein grandioser Artikel, der mich vom ersten Satz in seinen Bann zieht. Er macht neugierig auf neue Musiker und Klänge, die wir entdecken und hören sollten. Seine Hommage an den Jazz ist berührend zu lesen und wird unvergessen bleiben. Es lebe der Jazz und Ulrich Stock. Mehr davon! – Jörn Schledermann


Leserbrief zum Titelthema „Wetter – Das größte Rätsel der Welt“

Sehr schöner, inhaltlich interessanter Artikel, gute, neue Informationen, eine Lanze für den dwd! Dennoch liegt Simbach nicht in BaWü, sondern im „tiefsten Niederbayern“, am Inn. Kleine Korrektur musste sein… P.S.: Braunsbach schon.. – Brigitte Meyer


Leserbrief zum Politik-Teil

Ich habe erhebliche Bedenken, ob die Weltsicht, die in der aktuellen Ausgabe der gedruckten Ausgabe dem Anspruch der Leser wirklich genügen kann.  Ausnahmsweise will ich dazu einen Brief schreiben.

Es werden Themen relativ weitschweifig und wenig tiefgründig abgehandelt und im wesentlichen mit Argumenten, die jeder ZEIT-leser schon lange kennt, beschrieben. Weit weg von Überlegungen, Ideen oder Vorschlägen, die langfristig eine Änderung bewirken könnten.

„Ein Leben auf Pump“ über den Raubbau an der Erde, am sog. Dispo-Tag. Zitat:“ Gelänge es jetzt noch, den Dispo-Moment jedes Jahr um 5 Tage hinauszuzögern, wir wären zur Jahrhundertmitte wieder im grünen Bereich.“  Das ist, Pardon für Kleinkinder, ja sehr tröstlich,  angesichts der auch in ihrer Zeitschrift beschriebenen Zustände in allen Länder und auf allen Ebenen aber Illusion.

„Verschenkte Jahre“ die CSU ist an allem schuld, weil sie sich mit Lobbyisten (beispielsweise die  Autoindustrie, leider eines der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland) verbündet. Ein kurzer Blick in die Vergangenheit zeigt die Gefahr auf, wenn die Politik sich nicht um die Industrie kümmert, bzw. unterstützt: Verlust von Produktion und Wissen der Foto- und Bürogeräte und -maschinenindustrie an Japan in der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders; das gleiche droht nun der Autoindustrie. Weil sie für die Mütterrente ist, die für mehr Gerechtigkeit unter den Mütter-Generationen sorgen soll (Warum werden noch immer Jahrgänge ausgegrenzt?). Weil die PKW Maut sinnlos sei, obwohl sie als eine Maßnahme für  mehr die Gleichbehandlung/-gerechtigkeit der EU Bürger bei der Nutzung der Autostraßen stehen soll (finanzielle Gewinne sind doch Nebensache). Milde wird dann angemerkt, dass die generelle Kürzung der Arbeitszeit von der SPD propagiert wurde.  Wenn mit  Recht der überbordende Lobbyismus verurteilt wird, der z.B. Innovationen behindert, sollte man auch unsere kapitalistischen Wirtschaftsstruktur kritisieren.

„Helfen oder Abschotten“ ein Thema, das sicher nicht mit Beschreibung von einigen Dilemmata tiefgründig abgehandelt werden kann. Es fehlt z.B. das Dilemma der des unfairen Welthandels oder ebenso wie in fast allen Zeitungen und politischen Reden der Hinweis auf die eigentliche Ursache der (bevorstehenden) Völkerwanderung: der essentielle Unterschied zwischen den Kulturen bei der Bewertung der Würde des Menschen. Jede Mutter und jede Familie übernimmt mit der Entscheidung zur Konzeption und Geburt die Verantwortung für das Leben ihres Kindes. Im Mittelalter Europas wusste man nicht so recht wie man das managen kann. Die damaligen Zustände und Folgen sind bekannt. Heute kann niemand mehr behaupten, dass er davon nichts weiß, in allen Länder wird darüber aufgeklärt. Wer sich darum nicht kümmert, nimmt in bestehenden oder drohenden ökonomischen und sozialen Situationen für seine Nachkommen ein elendes Dasein bis hin zum frühen Tod billigend in Kauf. Für das Elend der Kinder und spätere Asylsuchenden sind zunächst einmal  nicht die Europäer oder der Welthandel sondern jede Familie selbst Schuld. Diese Tatsachen entbinden uns allerdings nicht von unserer Aufgabe  im Mittelmehr Leben zu retten und Verbrecherbanden, die die Not ausnutzen, zu bekämpfen. Ihr Vorschlag ist naiv , Zitat: „Dabei würde Vorausschau helfen, den Druck aus dem Asylsystem zu nehmen -Migrationspartnerschaften…jedes Jahr eine bestimmte Zahl von Migranten aufzunehmen.“ Diesen minimalistischen Rat nennt man einen Tropfen auf dem heißen Stein. Es ist schlichtweg zu einfältig davon auszugehen, dass die Völkerwanderung ausbleiben wird, auch wenn keine wirklichen Konzepte zu ihrer Vermeidung existieren, wie von ihnen ja konstatiert.

„Schlimmer als Chaos“ Kein Wort oder eine kurze Andeutung dazu, wieso in den USA die Argumentation “america first“  begeistert aufgenommen, trotz des teilweise grotesken Verhaltens -vor und nach der Wahl- seines/er Protagonisten, nämlich wegen der Folgen des globalen Wirtschaftssystems.  Eigentlich haben wir uns in die inneren Angelegenheiten eines Staates nicht einzumischen, würden es aber allzu gerne tun, wie z.B. im Iran, und in der Türkei sonderbarerweise dagegen nicht in Saudi Arabien. Die eigentliche Gefahr geht doch von den angedrohten wirtschafts- und außenpolitischen Maßnahmen und dem lächerlichen Eindruck der USA auf andere Weltmächte aus, die die Situation auch ausnutzen. Wieso glaubt die USA beispielsweise, und die Medien ebenso, dass Interkontinentalraketen von Nordkorea unvermittelt mit oder ohne Atombombe auf  Nachbarstaaten geschickt werden; in kurzer Zeit würde Nordkorea zerstört werden können. Soviel Vernunft muss man dem selbstsüchtigen Diktator und seinem System noch zubilligen. Südkorea begreift das hoffentlich. – Prof. Dr. Dieter Karch


Leserbrief zu „Ab ins Büro!“ von Josef Joffe

Heimarbeit ist sch…wierig – sagte der Feuerwehrmann. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zum Titelthema „Wetter – Das größte Rätsel der Welt“

Danke für den ausführlichen Artikel über den Stand der Wettersimulation.

Es ist mir durchaus bewusst, dass das in Ihrer Zeitschrift kein wissenschaftlicher Artikel sein kann, aber 2 Punkte hätte man schon deutlicher herausstellen können:

Rechengenauigkeit: nach meinem Wissen schaffen auch die besten Rechner nur 64 Stellen hinter dem Komma. Da es sich bei der Wettersimulation um Milliarden von Rechenoperationen handelt, können sich so auch numerische Ungenauigkeiten aufschaukeln Knotenabstand und reale Erdoberfläche: Sie schreiben, der minimale Knotenabstand betrage 2,8 km. Damit kann man z.B. den realen Verlauf von Gebirgen nicht nachbilden, man denke hier nur an die Düsenwirkung des Gardasees, der im oberen Bereich deutlich schmaler als 2,8 km ist. Eine Halbierung des Knotenabstandes ergibt mindestens eine Verachtfachung (da 3 Dimensionen) der Anzahl der erforderlichen Rechnungen. – Dr. D. Ringer


Leserbrief zu „Wie sexistisch ist die Uni?“ von Anna-Lena Scholz

Ein nie endendes Thema. Die Männer verstehen die Frauen nicht und die Frauen verstehen die Männer nicht. Das wird oft unerwähnt gelassen. Die Männer trauen sich nicht, weil es immer noch anstößig ist einer Frau auf direkte Art seiner Geilheit Ausdruck zu verleihen. Der eine mehr, der andere weniger. Viele Männer haben eine perverse Ader, besonders im Alter.

Vom Mittelalter gibt es „perverse“ Zeichnungen und Skulpturen. Die darauf hinweisen wie geil das schon in diesen Zeiten vor sich ging. Wenn sie die Frage des Anstandes ins Spiel bringen, dann ist das durchaus angebracht. Die Wahrheit ist aber auch, die billige Anmache gehört zu der Geilheit des Mannes. Manche Frauen gehen auch darauf ein. Andere Frauen mokieren sich. Wenn das Ziel dennoch erreicht worden ist, stellt sich oft die beste Liebesnacht heraus.

Den Beitrag hat eine Autorin geschrieben. Einen Mann würden sie kaum dafür finden. Und wenn doch, dann hätte der Beitrag vor lauter Heuchelei keinen Wert . Ein Leser muß das halt übernehmen.   – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Swing State“ im ZEIT Magazin von Ulrich Stock

Hier ein kleiner Leserbrief zu dem hervorragenden Artikel ‚Swing State‘ von Ulrich Stock im aktuellen ZEITmagazin:

Seit rund 100 Jahren gibt es den Jazz, seit über 70 Jahren die ZEIT.

Jazz höre ich – regelmäßig – , die ZEIT lese ich – mehr oder weniger regelmäßig – seit über 30 Jahren. Doch einen so hinreißenden Artikel über Jazz habe ich bislang in Ihrer Zeitung nicht gelesen. Einzigartig, wie es dem Autor gelingt, die Emotionalität dieser Musik in Sprache zu übertragen. Und: Der Jazz gehört nicht nur zu Deutschland, der Jazz gehört auch ins Feuilleton. ‚Zugabe!‘ möchte man rufen. Bitte mehr Jazz in der ZEIT! – Hartmut Kuipers


Leserbrief zu „Das Bundesdieselamt“ Heike Faller, Simon Kerbusk und Claas Tatje

Das von Faller, Kerbusk und Tatje vorgelegt Dossier ist ein Glanzstück investigativen Journalismus, wie es dem Leser nur selten in Der Zeit (oder woanders) geboten wird. Je tiefschürfender und präziser die Recherche, um so erschreckender der Blick hinter die Kulissen unserer Institutionen. In gefährlichen Zeiten, wird die Demokratie von Innen geschwächt. – Louis Hay


Leserbrief zu „Wie sexistisch ist die Uni?“ von Anna-Lena Scholz

Hier mein (hoffentlich) Sexismus-freier Kommentar. Dass so manche Präposition, obwohl streng geschlechtsneutral sächlich gemeint, immer noch so männlich-dominant klingt, ist ein bedauerliches Manko der deutschen Sprache, das schonungslos offenlegt, welchen komplexen Herausforderungen sich der Kampf gegen den alles verschlingenden Sexismus immer wieder stellen muss.

Das putzige Geschichtchen zum Eröffnung des Artikels ging schon in dem DDR in verschiedenen Versionen an meinem Universität herum, als ich noch Vorlesungen gehalten habe. Wir haben damals, das Frau-Mensch wie das Mann-Mensch, allerdings herzlich darüber gelacht. Bei uns ging das irgendwie noch, wir kannten zwar das Sozialismus, das Kommunismus, das Marxismus-Leninismus, aber Sexismus? Kein Ahnung. Es standen sich die Geschlechter (oh Gott, nun ist mir doch ein sexistisches Ausrutscher

passiert) auch noch nicht sich ständig belauernd und anklagend gegenüber. Möglicherweise lag das daran, dass beide Seiten wohl auch etwas Spaß mit- und aneinander haben wollten. Heutzutage ist letzteres Vermutung, öffentlich getan, allein schon ein fettes Zivilprozess und ein dreiwöchiges Spiegel-Serie wert.

Es wird langsam an das ZEIT, allgemein-menschliches Dämlichkeit von Sexismus unterscheiden zu lernen und ihm auch anders zu begegnen, bevor uns Diskussionen dieses Artes endgültig das Hirn wegblasen und das letzte Rest gesunden Menschenverstandes im Umgang miteinander rauben.

Das sollte intelligenten Leuten, wie sie das Universität (hoffentlich) nach wie vor beherbergt, heute nicht schwerer fallen als uns vor 30 Jahren in dem DDR. – Dr. Matthias Wagner


Leserbrief zu „Helfen oder Abschotten?“ von A. Böhm et al.

Die Autoren des Artikels haben zwar viel Interessantes zusammengetragen, eine Lösung oder einen praktikablen Lösungsansatz jedoch nicht präsentiert.

Ich habe sicher auch keine Lösung. Einmal, weil ich sicher nicht klüger bin als die Autoren, vor allem aber, weil ich wahrscheinlich ein Populist bin – also ein Mensch der meint wie die Masse des Volkes zu denken.

Deutlich formulierte es die Sächsische Zeitung am 04.08.17 was einen Populisten aus-zeichnet : der Populist argumentiert nicht rational, lügt nach Herzenslust, bedient sich der Logik eines Kleinkindes, hetzt nach Herzenslust und hält Nachdenken für Gift.

Nun versuche ich es doch einmal mit Nachdenken.

 

  1. Autoren : vom Chaos 2015 ist kaum noch etwas zu spüren, unabhängig von der Ein- stellung gegenüber der Migration. Vom Chaos der Überflutung ja. Was ist mit dem Chaos auf dem Wohnungs- und  Arbeitsmarkt ? Nur bezogen auf Migranten mit Asylrechtsstatus. Viel schlimmer – und stetig steigend – ist das Chaos um die Behandlung abge-     lehnter Asylbewerber. Sind es aktuell 500.000 oder 800.000 ?? Deren letztlich amtlicher Status in der Regel schon bei Grenzübertritt abzusehen war. Aber, es herrscht der Grundsatz : einmal Deutschland – immer Deutschland. Ist es Hilfe oder Abschottung, wenn ein Staat durch konsequente Rückführung in das Herkunfsland signalisiert : Die Werbung der Schleuser ist falsch. Nur müßte dazu die deutsche Außenpolitik aktiver werden
  2. Migrationspolitische Erwägungen in Bezug auf die Religion. Darauf gehen die Autoren nicht ein.  Über das Thema Religionsfreiheit braucht nicht gesprochen zu werden. Wohl aber    über die bei uns praktizierte Trennung von Staat und Kirche und die Einstellung der Migranten zu diesem Thema. Die Autoren gebrauchen den Begriff „milde Formen der Abschreckung“. Für einen Moslem ist es zwar eine Todsünde das Gesetz über den Koran zu stellen, doch sollte die Aufklärung darüber, daß dies im Land der    Träume – Deutschland gilt, mit ein Ziel der Aufklärungspolitik sein. Ich kann mir jedenfalls schwer vorstellen, daß der Vorsteher einer Moschee Oberbürgermeister meiner Stadt wird (s.h. Duisburg wo sich ein solcher als Kandidat aufstellen läßt, weil der deutsche Staat meint seine Gesetze würden in einem  überwiegend von Muslimen bewohnten Stadtteil gelten) Wer muß helfen – wer darf abschotten Die Autoren meinen mit ihrer Frage Europa, in erster Linie Deutschland – wenn es gegen oder für die Migranten geht. Sind wir nicht aber alle Bestandteil einer Welt- gemeinschaft ? Für eine Notlage gilt, wahrscheinlich weltweit, Blut ist dicker als Wasser Wieso gilt das nicht für Muslime, warum zieht es so viele in Länder der von ihnen   so verhaßten Christen ? Warum schotten sich muslimische Länder gegen ihre Not leidenden Nachbarn ab ? Gibt es im Koran kein Gebot der Nächstenliebe ? Sind in  erster Linie die christlich geprägten Länder Schuld an der Not z.B. in Syrien, Soma- lia, dem Irak oder Eriträa. Müssen die christlich geprägten Länder helfen wenn Sunniten, Schiiten, Wahabiten oder die sonstigen hunderten verfeindeten Isla-  mischen Glaubensgruppierungen sich nur als Feinde kennen und sich gegenseitig nur mit Not und Elend überziehen. Müssen wir es hinnehmen, daß sie den Haß und die Gewalt, mit dem sie sich überziehen in unser Land tragen (Attentäter Hamburg zur Polizei : ich wollte euch nicht angreifen, ich will Christen angreifen) ? Folglich : Abschotten durch kontrollierte Aufnahme – helfen durch Unterstütung bei der Selbsthilfe. Als Theorie, die Praxis lehrt etwas anderes : der Handel mit Öl und anderen Bo- denschätzen überstimmt jede Notlage. Internationele Konzerne überschwemmen Afrika mit Trockenmilch und Hühnerfleisch und machen mit damit verbundenen    Preisen den einheimischen Markt kaputt. Wir beziehen Kartoffeln und Rosen aus Länden Afrikas, die trotz Trockenheit dafür ein Vielfaches an Wasser benötigen (gegenüber dem was bein uns eingesetzt wird). Kartoffeln aus Ägypten oder Eriträa aus unsren Regalen verbannen hilft mehr als Tausenden Migranten Asyl zu gewähren
  3. Die Politik braucht schnelle Lösungen – Verhinderung der AfD Wenn das die Lösung ist, dann können wir die Demokratie doch gleich abschaffen. Die Partei „Die Grünen“ bestehen jetzt 37 Jahre und haben immer noch ein großes Problem mit sich und anderen zivilisiert umzugehen. Dagegen hat die AfD mit ihrem Alter von 4 Jahren schon einige Reinigungsprozesse durchgemacht. Ja, es muß noch einiges geschliffen werden, doch sind nicht auch die anderen Parteien das Problem. In einer Demokratie bei Meinungsverschiedenheiten nicht mitein- ander reden – abwegiger geht es nimmer. Natürlich muß die AFD in den Bundestag – zum Anfang am Besten mit 10 %
  4. Integration – unter Wahrung der Gerechtigkeitspflichen !!!! Das Wie wird in Broschüren und Kursen vermittelt. Diese Kurse sollten für Politiker Pflicht werden. Nicht als Doppelstunde – nein, als Monatskurs. Pflichtkapitel : Probleme nicht erst anfassen wenn Sie ein Flüchtling anspricht ; Integrationsmaßnahmen beginnen mit der Anerkennung als Flüchtling ; wann ver- liert ein Flüchtling seinen Status ; Grenzen der Geduld ; Konsequenzen bei Verletzung der Pflichten zur Integration  Muß sich ein Oberbürgermeister rechtfertigen wenn er entscheidet, zum Wohle der Bevölkerung und der Integrationswilligen, einen 25-fach Intensivtäter in eine  weniger „lukrative“ Einrichtung zu verlegen ?
  5. Kontrolle der Migrationsströme Die Bereitschaft zur Aufnahme von Migranten ist in allen europischen Ländern nicht sehr ausgepägt. Warum das so ist läßt sich leicht an den Erfahrungen der ehema- ligen Kolonialländer ablesen : Ghettobildung, Kriminalität etc. (aus verschiedensten Ursachen). Nicht in diese Gruppe gehört Ungarn, die aber aus jahrelanger nega- tiver Erfahrung mit den Sinti und Roma schöpfen. Unabhängig davon sollte es in der Entscheidung eines jeden Staates bleiben wieviel und welche Flüchtlinge er aufnimmt. Die jetzige Diskussion über Kontin- gente ist eh nur ein Feigenblattgerede. Ob Ungarn oder Polen je 5.000 oder 50.000 aufnehmen ist doch egal. Da verstehe ich Hr. Orbans Weigerung nicht. Kasernieren darf er die Flüchtlinge nicht – da sind sie doch sowieso, bei den Lei- stungen die sein Land bieten kann, nach spätestens 1 Woche in Deutschland. Also : Guten Willen zeigen und dann Schultern zucken – eben Politiker sein.
  6. Wird es wieder passieren ? So kurz wie die Frage – die Antwort : Ja Oder hat die Poltik etwas gelernt ? Kontrolle der Einreisenden – nein. Jeder kommt und geht wie er will Einreise mit Papieren – nein   jeder kommt und sagt : hier bin ich Konsequenz bei Falschabgaben oder Kriminalität – nein Datenabgleich der Erfassungsstellen – nein Konsequente Abschiebung oder Verhaftung von Gefährdern – nein Abschiebehaft statt Duldung (Kanadisches Modell) – nein Einbeziehung der Bevölkerung – nein   (siehe Einleitung : Der Populist) Verträge mit Herkunfsländern über Rücknahme – nein. Aktionen auf internationaler Ebene zur Eindämmung der Fluchtursachen – nein. Schon allein die Feststellung mit „nur“ 200.000 Flüchtlingen in 2017 sei Normalität eingetreten ist mehr als Beschönigung. Solange jeder, zur Integration bereit oder nur zu kriminellen Handlungen angereist, die Grenze ohne Kontrolle überschreiten kann, ohne jede Konsequenz dafür, daß er illegal kommt, ggf. ohne Papiere und mit dem Grenzübertritt das lebenslange Aufenthalsrecht mit Grundsicherung erwirbt, wird diese Zahl eher mehr statt weniger werden. Mit dieser Grundaussage wird auch ein Einwanderungsgesetz zum Witz. Dazu passt die Aussage eines (ich glaube irakischen) Außenministers zu seinem deutschen Kol-    legen : wie soll ich denn mein Land aufbauen wenn ihr mir meine besten Leute wegnehmt. Gespaltenes Deutschland zum Thema Migration. Die Autoren schreiben, daß der Ansatz, Migranten aufzunehemn, schwer zu vermitteln ist. Dazu die Ergänzung, daß Beführworter und Gegner sich gegenseitig etwas recht geben könnten. Könnte sein.    Ist aber nicht gewollt. Siehe noch einmal Einleitung : Was ist ein Populist. Wenn ich denke- bin ich dann ein Populist. Bisher habe ich vermieden in der Politik tätig zu werden und trotzdem meinem Abiturthema nicht untreu zu werden . „ und handeln sollst Du so, als hing von dir und deinem Tun allein das Schicksal ab der deutschen Dinge und die Verantwortung    wär dein   (in meinem kleinem Rahmen) – V. Langer

Leserbrief zu „Wie sexistisch ist die Uni?“ von Anna-Lena Scholz

Ihr Artikel nimmt mit dem systemischen Sexismus an Hochschulen ein wichtiges und aktuelles Thema auf. Leider ist seine argumentative Linie jedoch von haarsträubenden Fehlern behaftet und inhaltliche Tiefe sowie Informationsgehalt schaffen keine Perspektiven, die ein tieferes Verständnis des Themas ermöglichen oder gar den einzelnen ermächtigen in seinem Umfeld nach Lösungen zu suchen. So bleibt er nichts anderes als eine Fassade aus „Clickbait“, hinter der sich gähnende Leere befindet.

Sexismus erregt die Gemüter und genau deshalb muss ein Medium wie DIE ZEIT hier fundierte Informationen liefern, sonst begünstigt sie aktiv die gleichen Argumentationslinien, die die großen Vereinfacher unserer Zeit so gerne verfolgen, auf deren Phrasen gerade in DIE ZEIT doch Antworten erwartet werden. In der Hoffnung, dass Sie diesen Brief persönlich zu Gesicht bekommen möchte ich Ihnen meine Kritikpunkte an Ihrem Artikel gerne näher erläutern.

Der Titel des Artikels lautet „Wie sexistisch ist die Uni?“. Der Leser darf hier nun Belege für oder wider der These „Sexismus existiert an Universitäten“ erwarten und dann eine argumentative Gewichtung dieser Belege um schließlich zu einem Urteil zu gelangen, wie sexistisch die Uni denn nun sei (wenn überhaupt, denn die tendenziöse und reißerische Note im Titel trägt nun nicht gerade zur neutralen Betrachtung des Themas bei). Eine genauere Definition was „die Uni“ denn nun sein soll folgt aber nicht. Meinen sie nun Studierende, Doktoranden, Akademische Mitarbeiter, Professoren, Verwaltungspersonal, Hausmeister, Hochschulräte, Ministerialbeamte, Universitäten, Fachhochschulen, Duale Hochschulen? Ebenso bleibt eine Präzisierung des Begriffs Sexismus aus.

Sind hier Übergriffe gemeint (strafrechtlich relevant), sind Strukturen gemeint (Geschlechterverhältnisse, Absolventenzahlen, Gehaltsstrukturen) oder geht es um das Arbeits-, Forschungs- und Lehrklima (Witze, Jargon, Mobbing)? Jede einzelne Nuance des Begriffs „Sexismus“ und jeder Bereich des Begriffs „Universität“ bringt andere Prämissen, Probleme und Lösungsansätze mit sich. Hier keine Präzisierung durchzuführen schadet der Argumentationskraft des Artikels schon zu Beginn.

Ihr Belege für Sexismus beschränken sich auf Fallbeispiele und eine nicht representative Studie (was sehr verwunderlich ist, fördert doch eine kurze Suche in den gängigen wissenschaftlichen Datenbanken eine Vielzahl an Studien zum Thema zu Tage). Ein Fallbeispiel kann zwar belegen, dass etwas existiert, jedoch keine Aussage machen über Ausmaß und Qualität des Phänomens. Hier offenbart Ihr Artikel seine größte Argumentative Schwäche: Sie haben überhaupt keine Argumente um die Titelfrage anzugehen oder das Thema eingehender zu beleuchten. Sie kritisieren die Interpretation von Sexismus als anekdotische Einzelfälle und listen im selben Atemzug drei anekdotische Einzelfälle völlig unterschiedlicher Ausprägung auf. Alle Belege kommen von „Expertinnen“, deren Aussagen aber auch keine weitere Fundierung haben als ein „vertrauen sie mir, ich bin Expertin“ (aufzulisten wie viele Studierende und Lehrende ein Fachbereich hat macht eine Aussage nicht mehr oder weniger wichtig oder relevant, es macht nur deutlich, dass sie keine Zahlen zum Thema haben und dankbar waren hier irgendetwas Zählbares in den Artikel einbringen zu können). Der einzige Beleg für das Ausmaß von Sexismus bleibt „78 Prozent der Professoren sind männlich“ („immer wieder landeten entsprechende Vorfälle auf ihrem Tisch“ ist leider kein Beleg, es gab sicherlich auch immer wieder Vorfälle, die genau das Gegenteil von Sexismus darstellten; auf das Verhältnis der beiden kommt es bei einer Bemessung des Problems an).

Der Mangel an Belegen macht es Ihnen dann leider unmöglich, die Gegenargumentation zu entkräften. Dass es sich um Einzelfälle handele kann nur durch einen quantitativen Datenpunkt entkräftet werden. Auch ein Zusammenhang mit der Institution kann nur durch einen quantitative Datenpunkte belegt werden. Ansonsten bleiben es eben leider doch Einzelfälle, was die Einzelfälle nicht besser macht und genauso als Grund verstanden werden sollte die Einzelfälle zu bekämpfen, aber die Methode und der Zusammenhang zur Institution sind dann eben völlig anders. Hier wäre journalisitische Recherche gefragt gewesen, denn ob tatsächlich ein Zusammenhang mit der Institution besteht ist doch ein höchst brisantes Thema. Mit Ihrer Beschreibung der männlichen Abwehrreaktionen tun Sie leider genau das, was Sie an ihnen kritisieren.

Sie stellen der Mehrheit der Männer in Abrede, dass Sexismus in ihrem Umfeld kein Thema ist. Natürlich könnten Sie argumentieren, dass hier keine genügende Sensibilisierung stattgefunden hat, was sicher richtig ist (und Sie zur Sensibilisierung hätten nutzen können), dennoch könnte es weite Teile des gesellschaftlichen Lebens (insbesondere des akademischen Lebens) in denen Frauen tatsächlich auf dem Vormarsch sind und Vorwürfe von Sexismus daher tatsächlich als abwegig empfunden werden. Hier hätte sie Hintergrunde zur Sensibilierung für das Thema durch Gegenüberstellungen wie: „Wie viele Männer glauben denn, dass Sexismus in ihrem Umfeld vorkommt – Wie viele Frauen erleben ihn?“

beleuchten können. Zahlen zum Geschlechterverhältnis bei Abiturienten, Studierenden, Doktoranden, Akademischen Mitarbeitern und Professoren zusammen mit den Tendenzen in den letzten Jahren wären ebenso gute Möglichkeiten gewesen um aus der Spirale von Schuldzuweisung und Missverständnissen auszubrechen. Denn gerade der Trend der letzten Jahre zeigt doch ob sich etwas verändert oder nicht. Vielleicht sind Frauen an der Spitze (Professuren) noch hochgradig unterrespräsentiert, die Neuberufungen fallen jedoch weit zu ihrem Vorteil aus. Vielleicht sehen die Frauen, die an der Spitze mit Sexismus zu kämpfen haben leider nicht, dass unter ihnen in vielen Feldern die Mehrheit der Doktoranden und Post-Docs weiblich ist? Oder dies ist eben genau nicht der Fall aber männliche Mitstreiter für Gleichberechtigung bleiben passiv, weil ihnen diese Information fehlen. Diese Faktoren sind doch ein weit größerer Indikator ob es gelingt Sexismus zu bekämpfen als wie oft einer Frau auf dem Campus hinterhergepfiffen wird. Leider liefern sie hierzu keinerlei Informationen und auch keine Lösungsansätze.

Das Ende ihres Artikels wirkt ein bisschen aus dem Zusammenhang gerissen. Plötzlich kommt der gesellschaftliche Schwenk, es werden Medien und ein Klima, in dem, dominiert durch „übersteigerte Selbstdisziplin“, „persönliche Empfindungen“ als hinderlich gelten, kritisiert. Sie liefern hier leider keinerlei Beleg für diese Thesen.

Ebenso erschließt sich nicht, was sie damit sagen wollen. Wollen sie die „männliche Rationalität“ hier gegen die „weibliche Emotionalität“

ausspielen? Wollen sie den „Männerkörper“ an sich für Sexismus verantwortlich machen? Und wieso stellen sie am Ende des Artikels fragen, die doch genau In ihrem Artikel hätten diskutiert werden sollen?

Sie befördern mit dem letzten Teil Ihres Artikels eine dunkle Wolke herauf, die sich nicht wesentlich von der Panikmache der Verschwörungstheoretiker unterscheidet: „Wie genau wird ihr Trinkwasser auf gefährliche Stoffe untersucht? Werden sie vom BND überwacht? Ist ihr Nachbar mit dem IS im Bunde?“ Genau auf dieser Linie bewegen Sie sich am Ende des Artikels.

Zu guter Letzt die Schlussfolgerung, dass Sexismus die Wissenschaft präge. Sie ziehen diese Schlussfolgerung ohne Erläuterung der Begriffe, ohne Belege und ohne Argumentationsstruktur, die von den Belegen zu einer Schlussfolgerung führen könnten. Damit bleibt Ihr Artikel leider inhalts- und wirkungslos. – Simon Renner


Leserbrief zu „Erst mal verdächtig“ von Christopher Lauer

Während wir Länder wie Polen, Ungarn und Türkei wohl zurecht für die Untergrabung der Justiz, das Einschränken der Wissenschaft und das massenhafte Einsperren von Oppositionellen und Journalisten kritisieren, lassen wir recht unbemerkt, dafür aber sehr schnell unsere eigenen Freiheitsstandards von gewählten Politikern abbauen. Man hat an öffentlichen Plätzen Kameras aufgehängt, obwohl damals schon klar war, dass es Kriminalität nur in Nebengassen verlagert. Unsere Kommunikation wird immer länger und umfassender gespeichert. Fluggastdaten werden von unseren Politikern sehr unbekümmert anderen Geheimdiensten zu Verfügung gestellt. Gleichzeitig ist bekannt, dass die der Verwaltungs- und Polizeibehörden bei der Verfolgung von Terroristen und Straftätern mehrfach geschludert haben. Wie ist der Kreislauf aus ständigem Rufen nach Verschärfung und mehr Überwachung nach jeder Amok-Tat, jedem Terror- Anschlag oder Krawallen zu durchbrechen? Zuerst einmal durch eine wirklich kritische Aufarbeitung der eigenen Versäumnisse von Politik und Sicherheitsbehörden. Ebenso der Frage, ob die Behörden mit ausreichend Personal ausgestattet worden sind und ob die Behördenkommunikation in einem  föderalem Staatensystem zeitgemäßg ist. Vlt. am wichtigsten: Durch eine tiefgreifende Werte-Debatte, die klar macht, dass es absolute Sicherheit einfach niemals geben wird und unsere freiheitlichen Grundrechte stets vor den allgemeinen  Wehrreflexen zu schützen sind. Diese Werte-Diskussion zu führen und auszuhalten, wäre Aufgabe eines Innenministers, anstelle  wenig durchdachte Werte-Beiträge in der Bild-Zeitung zu platzieren.  Christopher Lauer muss man außerdem danken, dass er in diesem Artikel die schädliche Rhetorik („Videoaufklärung“) aufdeckt. – Benedikt Lenzer


Leserbrief zu „Die Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark

Ich weiß nicht,  wer von Ihnen für die Entscheidung verantwortlich war, das üble Pamphlet von Butler und Hark gegen Alice Schwarzer zu veröffentlichen. Deshalb wende ich mich an die Redaktion als ganze.

Dass Sie diesen dreisten Essay veröffentlichen, verschlägt mir die Sprache. Er erschöpft sich in negativen Zuschreibungen und Beschimpfungen gegen A. Schwarzer und entzieht sich gänzlich der Verpflichtung, die negativen Urteile zu belegen und argumentativ zu begründen. Stattdessen folgt besinnungslos Schimpfkanonade auf Schimpfkanonade.  Der Text ist ein einziges Pamphlet besinnungslos zuschlagender verbaler Gewalt.  Beide Autor-X  tun genau das, was Sie  A. Schwarzer zu Unrecht  vorwerfen: nämlich beschimpfen, denunzieren, stigmatisieren, zuschlagen. Nur eines tun sie nicht: hinsehen, hinhören, Unterschiede wahrnehmen und zur Sprache bringen, argumentieren, differenzieren, kritisieren.  Sie projizieren hemmungslos was in ihnen ist, auf Frau Schwarzer und prügeln dann auf ihre eigene phobische Projektion ein in dem irren Glauben, ihre falsche Projektion hätte auch nur entfernt etwas mit Frau Schwarzer und deren Kritik an der totalitären, extrem patriachalen  islamistischen  Ideologie zu tun, der als beinharter Ursprungsideologie Judenhass und übrigens auch jener Rassismus, der die Menschen nach Gläubigen Ungläubigen/Abgefallenen,die zum wahren Glauben existenziell unfähig seien, konstitutiv eingeschrieben ist.

  1. hierzu die vielen kritischen Aufsätze von mir und andern Autoren im www.Kritiknetz.de

zu J. Butler siehe: Judith Butler und Theodor W. Adorno im historisch-gesellschaftlichen Kontext – http://bit.ly/1SfsMJh

Kurz: der Text ist weit unter dem Niveau der Kritik und damit auch unter dem Niveau einer Zeitschrift und Zeitung, die für sich in Anspruch nimmt, ein „Qualitätsmedium zu sein. Ist das denn niemandem in Ihrer Redaktion aufgefallen? Und wenn, warum nur gab es keinen  Proteststurm in Ihrer Redaktion gegen das Ansinnen, diesen Text zu veröffentlichen und dafür auch noch zwei Seiten zu Verfügung zu stellen? Was sagt es über „die Zeit“, dass sie in der Weise mitmachend agiert. Nach ca. fünfzigjährigem  Abonnement  bestelle ich „die Zeit“ hiermit ab. – Prof. Dr. Heinz Gess


Leserbrief zu „Swing State“ im ZEIT Magazin von Ulrich Stock

Mit Begeisterung habe ich den Leitartikel des letzten Zeit Magazins gelesen. Als Programmgestalter des Jazzclub Armer Konrad – benannt nach einem Bauernaufstand im Remstal vor gut 500 Jahren – spricht er mir aus dem Herzen. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich dieser „Trend“, dass junge Jazzliebhaber in unseren Club kommen auch hier fortsetzt.

Meine Frage ist nun, ob Sie einverstanden sind wenn wir eine pdf des Artikels erstellen und diese dann auf unserer website zum „nachlesen“ einstellen. Oder gibt es einen Link auf die website der Zeit den wir verwenden können? Wir sind ein komplett ehrenamtlich organisierter Jazzclub der seit 37 Jahren in Weinstadt Beutelsbach aktiv ist.

Ich freue mich auf eine hoffentlich positive Antwort von ihnen… – Luz Weber


Leserbrief zu „Verräterische Sprache“ von Felix Dachsel

„leider“ bin ich noch im Urlaub und somit kann ich Ihnen keinen ausführlichen Leserbrief schreiben. Nur so viel: danke, danke, danke für den o.g. Artikel. Auch ich hätte mir gewünscht, dass der Außenminister sich klarer positioniert. Noch bedrückender aber empfinde ich die Pressemitteilungen (und hier vor allem die Überschriften) vieler seriöser Zeitungen und Fernsehsender, die Opfer und Täter vertauschen, zumindest aber die einen verharmlosen und die anderen tadeln.

Ich würde gern mehr von Ihnen lesen. – Katharina Kaminski


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Es mag ja ein schönes Sprachbild sein, wenn Sie behaupten, ohne Tsunami sei der Ausstieg aus der Atomenergie nicht möglich gewesen. Hierbei unterschlagen Sie allerdings, dass die Rot-Grüne Bundesregierung unter Kanzler Schröder eben diesen Austieg einvernehmlich mit der Industrie festgelegt hatte. Dies wurde leider von Schwarz-Gelb ohne Not wieder kassiert um wenig später – und jetzt kommt der Tsunami ins Spiel – Hals über Kopf wieder verkündet zu werden. Dieses laienhafte Hin und Her ist leider ziemlich teuer für den Steuerzahler! – K-H Noack


Leserbrief zu „Das Bundesdieselamt“ Heike Faller, Simon Kerbusk und Claas Tatje

Aus diesem Regierungshandeln leitet sich das Versprechen der Bundesregierung vor der Bundestagswahl 2017 ab:

Das Renteneintrittsalter wird für Frauen und Männer auf 64 Jahre gesenkt. Das Renteneintrittsalter wird aus dem durch das Geburtsjahr bestimmten Alter und dem Faktor 0,8 berechnet. – Sabine Heideler


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Der Elektromotor ist langfristig zweifelsohne die Lösung. Vielen Dank für den guten Artikel der sich kritisch mit der komplexen Problematik auseinandersetzt. Ich würde mir wünschen im Anschluss das wichtige Thema „Fertigung der Akkus“ (Sie nennen es Batteriezellen) tiefergehend zu betrachten. Politik und Automobilindustrie müssen hierzu nicht nur besser zusammenarbeiten sondern eine gemeinsame Strategie entwickeln. Für eine effiziente und damit langfristig wettbewerbsfähige Produktion in D-oder Europa sind Milliarden Investitionen (heute) erforderlich.

Dieselgate kostet aber (zu) viel Geld und verhindert diese Investitionen Industrieseitig. Wenn nicht umgehend gehandelt wird, erleben wir ein vergleichbares Desaster wie bei der LCD/OLED Bildschirmentwicklung und der Fertigung. Der LCD-Bildschirm wurde in D erfunden und entwickelt. Fabriken dafür gibt es heute nur in Fernost. Als Folge ist die deutsche UE (TV-Hersteller) nahezu vollständig von der Bildfläche verschwunden. Der Automobilindustrie (und damit der deutschen Wirtschaft) entgeht eine gigantische Wertschöpfung und sie verliert viele Arbeitsplätze, wenn die Energiequellen des zukünftigen E-Autos nur aus FE kommen. – Wolfgang Clas


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Mir stinkt’s – und wie! Politiker, die vor den Autokonzernen einknicken, Konzern Manager, denen jegliches Gespür für gesellschaftliche Verantwortung fehlt und dann noch Presse -/TV, denen unisono auch nichts besseres einfällt, als in das wohlfeile Geschrei von der Dieselvergiftung einzustimmen. Als „Sahnehauebchen“ wird uns dann Norwegen mit seinem Elektroauto Boom präsentiert! Zur Verdeutlichung: Norwegen hat rund 5,2 Mio Einwohner (davon leben allein in Oslo knapp 700.000) und produziert 98% seines gesamten Stromverbrauchs aus eigener Wasserkraft – der Fahrzeugbestand dürfte bei ca. 2,4 Mio liegen…. Deutschland hat 82 Mio Einwohner und einen PKW-Bestand von ca. 46 Mio. – soviel zur Größenordnung!

Ansatzweise und auesserst zaghaft (warum nur??)wird auf die massive Recourcenverschwendung wertvoller Erden  für die erforderliche Batterietechnik zur „sauberen“ E-Mobilitaet hingewiesen und dabei ist der Diesel nach wie vor der effizienteste und mit der bereits vorhandenen Technik auch saubere Antrieb. Allerdings muss diese Technik ohne faule Kompromisse unverzüglich eingebaut werden, selbstverständlich auch in die vorhandenen Kfz. mit Euro 5 oder noch mangelhafter Euro 6 Zulassung! Es ist zum Mäuse melken! – Reinhard Mayer


Leserbrief zu „Brust raus, Alter!“ von Bjørn Erik Sass

Die folgenden Zeilen wurden in der Hoffnung geschrieben entweder gedruckt oder direkt an Herrn Sass weitergeleitet zu werden, um notwendige Aufklärungsarbeit zu leisten.

Der Text von Herrn Sass ist sexistisch und verherrlicht die Vergewaltigungskultur. Hier ein paar Auszüge, um meine Punkte zu verdeutlichen. “Bikini-Frauen”: wahrscheinlich meint er Menschen im Bikini, bei denen er sich herausnimmt deren Geschlecht zu identifizieren, um sie dann zu objektifizieren. Herr Sass nutzt diesen Ausdruck ganz bewusst, da er später deklariert, dass der Vorbild-Mann in seinem Text nicht die Frauen mustert sondern die Bikinis. Sass ver-herr-licht (!) hemmungslose (“ohne Hemmungen”), eindringliche (“ohne Eile”) und militaristische (“Patrouille”) Sexualisierung von Frauen als “weise” und “vorbildhaft”. Männer, die meinen an “das Gute zu glauben”, die “Welt zu verschönern” und “Swing unter die Leute zu bringen”, indem sie sich erdreisten andere Menschen, insbesondere Frauen, als Objekt zum Aufgeilen, zum Betätscheln und zum Flirten zu definieren und dieses Verhalten auch noch durch verharmlosende und frauenfeindliche Texte zu legitimieren, sind weder Hamster noch Gockel, sondern vergleichslos scheiße.

Ingenieur, Autor, Hamster oder Hahn – Herr Sass, ihre Sicht auf Frauen ist verwerflich, es ist weder ein Spiel, andere Menschen zu objektifizieren, noch macht es sie jünger. Es ist eine komplette Fehleinschätzung von Ihnen – jedoch sehr strategisch, um die eigenen Gelüste ohne Konsens an anderen auszuleben – dass das Anstarren von Dekolletees, das Sprechen in einer Oktave tiefer und die Gott gleiche Wahrnehmung von Ihnen selbst (“[…] denn ich allein verkünde, wann der nächste morgen naht“), Frauen jemals ein “Er findet mich hübsch-Gesicht” oder ihnen eine sie anhimmelnde Schar Groupies beschert.

Wenn sie unbedingt nach Vorbildern und einer Zukunft suchen, in der sie sich selbst mehr schätzen können, dann sollten sie aufhören sich selbst über ihre sexistischen Denk- und Verhaltensweisen zu definieren und anderen ein gutes Vorbild sein, indem sie keinerlei Druckmedien durch Ihre frauenfeindlichen und Vergewaltigungskultur verherrlichenden Texten verschwenden. – Martha Emilie Ehrich


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Wie konnte man glauben nicht erwischt zu werden, wenn so viele davon wussten? Aus Rohöl lässt sich nicht nur Benzin gewinnen, auch ein hoher Anteil ist Diesel. Mit Elektrizität fahren: gut– wenn es genügend Ladestationen gibt und die Elektrizität nicht aus Kohle oder gar aus Braunkohle gewonnen wird. Was ist mit den LKWs, alle fahren mit Diesel und die im Ausland zugelassenen gar unzulässig ohne Ad Blue. Systematische Kontrollen? Wird bei Feinstaubalarm der Bau von Stuttgart 21 angehalten? Warum dürfen Schiffe noch immer Rohöl mit hohem Anteil von Schwefel betrieben werden? Bei Feinstaubalarm sind E-Autos auch nicht besser. Kontrollen ja, Dieselverbot nein. – Jörg Bensinger


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Diesel + Harnstoff/Strom – mobile Individualzukunft?!

Dieses Harnstoffzeug muss auch getankt werden können. Einmal tanken & für immer alles gut funktioniert nicht. Haben jetzt schon ALLE Tankstellen auch Harnstoff zum Tanken vor Ort? Nein? Es ist absehbar, da wird es als nächstes klemmen.

Aus Nutzermund erfuhr ich, dass die vorhandenen Harntankstellen bisher überraschend wenig angenommen werden. Das sollte sich jetzt ändern.

Solange die Dieselfahrzeuge alle nur parken wäre das alles gar kein Problem!

Sehen wir es positiv, um nicht doppelt rumbuddeln zu müssen, werden jetzt einfach an allen vereinheitlichten Stromtankstellen auch Harnstoffzapfstellen eingerichtet. Gute Idee?! Kümmert sich die Politik um diese Umsetzung? Start: jetzt. – Martina Jandeck


Leserbrief zu „Die Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark

Herzlichen Dank für und Congratulations zu Eurer ausgezeichneten und wahnsinnig wichtigen und notwendigen Intervention in der Zeit!

In verschiedenen Kontexten habe ich in letzter Zeit natürlich – wie sicher alle – wild über die Situation, und wie man sich dazu positinieren kann, diskutiert. Toll, dass Ihr jetzt einen Anfang gemacht habt! Der Text ist großartig, vor allem gefällt mir, dass Ihr nicht in die Defensive geht, sondern deutlich macht, was hier passiert. Und in gewisser Weise schlagt Ihr die Reflexhaften mit Ihren eigenen Waffen (Adorno … ;-)). Chapeau!

– Auf dass darauf viel kritische, konstruktive und dialogische Auseinandersetzung folgt! – Dr. Julia Roth


Leserbrief zu „Die Schule braucht mehr Zeit“ von Julia Bernewasser

Es schreibt Ihnen ein gebeutelter Vater von 3 Schülern. Jede Schule kocht ihr eigenes Süppchen. Durch Ihre autarke Stellung lässt sich das nur sehr schwer machen. Selbst in einem Bundesland gibt es zuhauf Unterschiede. Meine Erfahrungen sagen mir, längere Schulzeit bringt gar nichts. Gelernt wird, egal wer was favorisiert, so oder so zu wenig. Es reichen eigentlich die Vormittagsstunden bis zum Mittag. Das lässt sich aber nur durchsetzen. wenn man sich von der Anti-Autorität verabschiedet. Da das nicht zu erwarten ist, fuscht jede Schule für sich weiter rum. Ein konzentrierter Unterricht ist nur in wenigen Schulen möglich. Die meisten Lehranstalten davon liegen in Bayern und Sachsen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark

Was ist bloß in die „Zeit“ gefahren? Warum darf die Überschrift einer sehr polemischen und primär moralisch attackierenden Reaktion auf Kritik an Strömungen der Gender Studies „Die Verleumdung“ heißen? Ein erbitterter Streit tobe unter „Feministinnen.“ Verwendet die „Zeit“ plötzlich das generische Femininum? Schon im Einstieg schieben Hark und Butler ihre Kritiker/innen in Richtung „autoritär grundiertes Ressentiment“ und „Verfemung“. Warum lässt die „Zeit“ solche Unsachlichkeiten durchgehen?

Wer das EMMA-Dossier nicht gelesen hat, versteht den Artikel sowieso nicht, denn es wird sich nicht die Mühe gemacht, die Leser(innen) erst einmal mit den Kritikpunkten an den soganannten „queer gender studies“ bekannt zu machen.

Wenn man die Beiträge aus der Rubrik „Denkverbote“ in EMMA Juli/Aug. hingegen gelesen hat, findet man nach Lektüre des Pamphletes „Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark kaum Bezugspunkte zu den Texten. Wieder und wieder klagen die Autorinnen an, die Emma-AutorInnen betrieben „bashing“ und „eine Grammatik der Härte,“ „Zurschaustellung eigener Überlegenheit.“ Wodurch? Womit?

Emma-Autor V. S. Vukadinovic, studierter Gender-Wissenschaftler und heute Habilitand in Geschichtsdidaktik, etwa bemängelt ein empirisches Manko der neuen Wissenschaft von den Geschlechtern, die sich kaum mit brenzligen Problemlagen wie der Gewalt im Deutschrap, dem Geschlechterbild von Moscheenpredigern oder den in westl. Gesellschaften zum Jihad aufbrechenden Jugendlichen beschäftigen. Dazu gibt es natürlich Forschung, aber nicht aus den Zentren der „gender studies“, sondern eher aus den Fächern (die natürlich auch über Geschlechterverhältnisse arbeiten). Hark ist immerhin Soziologin, hätte also eigentlich vom Fach her das Rüstzeug für empirische Forschung, müsste sie zumindest kennen. Aber auch ich sehe nicht nur in ihrer Publikationsliste in dieser Beziehung Fehlanzeige. Im Artikel werden auch kaum empirische Studien zu aktuellen Problemlagen genannt.

Und Judith Butler hat uns in „Gender trouble“ tatsächlich zu vermitteln versucht, auch das biologische Geschlecht sei diskursiv konstruiert. Man weiß bei ihr leider sehr oft nicht, auf welcher Ebene des Metaphorischen sie sich eigentlich bewegt.

Wurde innerhalb der queer gender studies mal richtiggestellt, warum sie sich die Idee der Performanz von kulturellem Geschlecht, des „doing gender“ zuschreiben darf und ihr das wieder und wieder in Hunderten von Aufsätzen als originäre Leistung bestätigt wird? Statt einmal zu konstatieren, dass es Harold Garfinkel und Erving Goffman in den sechziger/siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts waren, die das soziologische Denken über Geschlecht in diese Richtung gelenkt haben?

Meiner Erfahrung nach, hängt die Güte der gender studies meist mit ihrer Fachnähe zusammen. Wenn sie mit ihren Fächern in Verbindung geblieben sind, findet natürlich auch Debatte statt. Lann Hornscheidt beispielsweise habe ich nie auf linguistischen Tagungen gesehen. Viele ihrer Thesen und Vorschläge, so auch die, ein Unterstrich in einer Personenreferenz evoziere Vorstellungen von Transsexuellen, sind linguistisch unsinnig.

Es gibt viel Stoff für Debatten. Aber bitte nicht im Stil des Zeit-Artikels von Hark und Butler.

Wir brauchen weiterhin in den Sozial-, Geistes- und Lebenswissenschaften Genderforschung, aber möglichst in offener Auseinandersetzung und auch innerhalb der klassischen Fächer wie Soziologie, Ethnologie, Linguistik etc. – Helga Kotthoff


Leserbrief zu „Verräterische Sprache“ von Felix Dachsel

In der Ausgabe 32 druckten Sie einen hervorragenden Artikel „Verräterische Sprache“ auf Seite 51 – er hätte auf die Seite 2 gehört. Auf diese Sprachtäuschungen kann man gar nicht oft genug hinweisen! Weiter so, aber dann weiter vorne im Blatt ! – Dirk-Uwe Spengler


Leserbrief zu „Helfen oder Abschotten?“ von A. Böhm et al.

Die Autoren versuchen sich in einer Bestandsaufnahme der Flüchtlingspolitik, scheitern jedoch schon an den fundamentalen Definition, was ein Flüchtling ist!

Es fehlt schon an einer eindeutigen Wortwahl. Mal ist von Flüchtlingen, mal von Migranten, dann ist von einer notwendigen Migrationspartnerschaft die Rede.

Es muss klar zwischen Flüchtlngen, die auf Grund von im Asyrecht definierten Gründen (Krieg, politische Verfolgung,…) Anspruch auf Asyl haben und illegalen Migranten (Wirtschaftsflüchtlinge) unterschieden werden.

Ein anerkannter Asylant ist ist kein Migrant! Er hat ein zeitlich begrenztes Bleiberecht, solange die Verhältnisse im Herkunftsland ein Rückkehr verhindern. Daher geht es nicht vorrangig um Integration sondern um eine angemessene Versorgung und Ausbildung, so dass eine erfolgreiche Rückkehr möglich ist. Genau so wurde es während des Balkankrieges gehandhabt.

Illegale Migranten sind jedoch nach Möglichkeit an der Einreise zu hindern oder so bald wie möglich zurückzuführen.

Hier gab es 2015/2016 schwerwiegende Versäumnisse. Man ließ 1 Mio Flüchtlinge nach Deutschland kommen, von denen maximal ein Drittel asylberechtigt war. Der Rest waren illegale Migranten, deren Rückführung praktisch unmöglich ist.

Eine zielgerichtete Einwanderungspolitik/Migrationspartnerschaft dagegen zielt auf Einwanderer mit geeigneten Qualifikation ab. – Rainer Funke


Leserbrief zu „Wenn möglich, bitte wenden“ von Dirk Asendorpf et al.

Auf die einzelnen Bürger kommt es an!

Auf Vertreter der Autoindustrie und verantwortungslos nachlässige Politiker, die die miesen Machenschaften bestimmter Autokonzerne gewähren ließen, zu schimpfen ist verständlich und berechtigt. Und doch greift es zu kurz. Denn dass eine derart gefährlich hohe Menge an gesundheitsgefährdenden Schadstoffemissionen in die Luft gerät, liegt nicht nur an den mittlerweile aufgedeckten Tricksereien, sondern auch am Fahrstil vieler Auto- und LKW-Fahrer. Diese müssten sich, wenn ihnen an einer Verbesserung der Luftqualität wirklich gelegen ist, folgende Fragen gefallen lassen: Warum muss ich mit mindestens 180 km/h über die Autobahnen brausen? Zwingt mich denn einer von den feigen deutschen Politikern, die sich – im Unterschied zu fast allen EU-Ländern – kein Tempolimit einzuführen trauen, dazu, dass ich so rase?

Warum setze ich wenige Meter vor dem Übergang von der zwei- zur einspurigen Fahrbahn zu einem gefährlichen Überholmanöver an, das mich und andere Verkehrsteilnehmer zum abrupten Bremsen und damit zur unnötigen Erzeugung von Feinstaub zwingt? Warum beschleunige ich wie ein Formel 1 Weltmeister, wenn ich doch sehe, dass ich ein paar Sekunden später ohnehin halten muss? Warum halte ich nicht genügend Abstand zum Verkehrsteilnehmer vor mir, um nicht dauernd bremsen zu müssen? Warum handle ich also nicht vorausschauend? Warum fahre ich nicht sparsam, wo ich doch sowohl die Umwelt als auch meinen Geldbeutel ein wenig schonen könnte. Bei der Beantwortung dieser Fragen wird man wohl feststellen, dass mit einer vorausschauenden, ruhigeren, rücksichtsvolleren Fahrweise eine Fahrt eventuell mal ein paar Sekunden oder Minuten länger dauern kann, aber man seine Bremsen und v.a. die Umwelt schont und dabei noch Geld spart. Ich schätze, dass sich dadurch die Spritkosten und auch der Schadstoffausstoß um 20% bis 40 % reduzieren ließen. Um das zu schaffen, brauchen wir doch keinen Politker oder Vertreter der Autoindustrie, sondern lediglich unseren Verstand und ein Quäntchen Bürgersinn! – Martin Stenzenberger


Leserbrief zu „Die Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark

Nach der Lektüre des Artikels von Butler/Hark hab ich den Artikel von Vukadinovic in der EMMA gelesen, um etwas mehr über die Hintergründe zu erfahren. Und ich muss sagen: Den Text von Vukadinovic konnte ich gut nachvollziehen. Er deckt sich mit meinen – zugegeben eher wenigen – Beobachtungen bzw. Erfahrungen im Kontext der Genderdiskussion. Vor allem die beiden von ihm dargelegten Aspekte der fehlenden gesellschaftspolitischen Relevanz und der teils zum Selbstzweck gewordene Streit um pc leuchten mir ein.

Die Antwort von Butler/Hark geht auf diese in meinen Augen berechtigte Kritik nicht ein. Stattdessen wird auf einem akademischen Niveau kritisiert („empirische Belege“). Und der Diskurs wird abgewürgt („Eigentlich haben wir keine Zeit für solche Scheingefechte“). Das alles zeigt, wie wenig Erneuerungsfähigkeit vorhanden ist, wie sehr der Bezug zur Gesellschaft fehlt und wie sehr sich die arrivierte Szene um sich selbst dreht. In dem ganzen Artikel von Butler/Hark fand ich nicht ein Argument oder ein Beispiel dafür, warum das, was sie machen, für Menschen außerhalb ihres wissenschaftlichen Zirkels relevant sein sollte.

Ich halte die Gender-Studies prinzipiell für wichtig. Deshalb sollte die Kritik, die an sie herangetragen wird, nicht einfach abgebürstet, sondern ernst genommen werden – auch wenn hier teils harte Vorwürfe im Raum stehen. Aber neue Impulse, wie ich sie in dem Artikel von Vukadinovic erkenne, täten dieser Disziplin in meinen Augen sehr gut. – Dr. Ing. Philipp Dechow


Leserbrief zu „Helfen oder Abschotten?“ von A. Böhm et al.

„Fluchtursachen bekämpfen“ und „den Zugang zu billigen afrikanischen Rohstoffen sichern“ – wie es in den Freihandelsabkommen der EU mit Afrika steht – ist nicht miteinander vereinbar. Beide Absichtserklärungen zu vertreten bedarf Orwell’scher Doppeldenk-Qualitäten. Zudem lässt der reiche „Westen“ weiterhin ungehindert mehr als 1000 Milliarden Dollar pro Jahr aus korrupten Quellen armer Länder in seine Märkte einfließen, Tendenz zunehmend.

Wie sollen sich arme Länder positiv entwickeln, wenn sie ihre Rohstoffe zu Spottpreisen abgeben müssen, wenn ihre Vermögensbestände dauerhaft in die ohnehin schon reichen Länder abfließen und Korruption durch das Angebot einer sicheren Geldanlage im Ausland unwiderstehlich attraktiv wird? – Dr. Christian Voll


Leserbrief zu „Verschenkte Jahre“ von Roman Pletter

Verschenkte Jahre? Es sind leider Jahrzehnte verfehlter Wirtschaftspolitik, weil federführend durch die Unionsparteien, eine schwache SPD und schwache Opposition es zugelassen hat, dass die Verteilung der Lasten und des Gewinns aus Arbeit völlig asymmetrisch aus dem Ruder gelaufen sind. Eine große Gruppe Beschäftigter in der Wirtschaft mit Verdiensten bis zum Durchschnittslohn (ca.40% aller Beschäftigten) haben unsere Exportweltmeisterschaft überhaupt erst möglich gemacht hat, trotzdem ist Ihr Arbeitsgewinn ständig gesunken. Gerade einmal ca.35% bleibt Ihnen nach Abzug aller Staatsabgaben vom sauer verdienten Euro, trotzdem sind sie von der Altersarmut bedroht. Alle anderen Gruppen (Selbständige, Beamte, Politiker, sogar hoch bezahlte Angestellte) zählen zu den stetigen Gewinnern, sie dürfen von jedem „verdienten“ Euro nunmehr bis zu ca. 70% behalten.

Warum begreift die Politik nicht, dass eine gut und gerecht entlohnte Basis das Fundament unserer Wirtschaft und Demokratie ist?? Es droht nun brüchig zu werden!!! – Dipl.Ing.Dipl.Wirtsch.Ing. Volkhard Ehlert


Leserbrief zu „Verfluchtes Wetter“ von Caterina Lobenstein

In Ihren sehr anschaulichen Bericht haben Sie ja einen obligatorischen Widerspruch eingebaut. Sie beschreiben, wie chaotisch das Wetter ist und dann möchten Sie vom Wetterdienst wissen, wie das Wetter am 1.8. um 20 Uhr ist, “ob wir im Regen nach Hause gehen werden (was wir hier in Hamburg gewohnt sind)”. Eine Gewohnheit hat doch  sehr viel mit Ordnung zu tun und wenig mit Chaos. Aber ich nehme an, Ihre Bemerkung ist ein zwanghaftes Klischee vieler Journalisten, die immer (man kann es fast nicht mehr hören) meinen, Hamburg und Regen gehören einfach zusammen.

Nun zu einem anderen Punkt, der nur indirekt mit Ihrem Bericht zu tun hat: Sie schreiben, daß die Meteorologen alle drei bis vier Jahre einen noch schnelleren Supercomputer brauchen. Hierzu habe ich ein Zitat aus dem Hamburger Abendblatt vom 31. Dezember 1991 (!) unter der Überschrift: “Meeresforscher schlagen Alarm. Versinkt der Norden im Eis?”  Am Schluß des Artikels sagt der Hamburger Ozeanograph Jens Meincke “Für die komplizierten Wechselwirkungen werden noch größere Rechner benötigt, erst dann läßt sich sagen, ob Nordwesteuropa seinem Schicksal noch entgehen kann”.

Diese größeren Rechner gibt es inzwischen, und sie haben errechnet, daß es keine dicken Eisschichten über Nordeuropa, sondern immer dickere Wärmeschichten geben wird. Und wenn es demnächst wieder noch größere Rechner geben wird, was dann? In seiner Chaosbeschreibung ist Herr Ritter vom Wetterdienst glaubwürdig ehrlich, während die Klimatheologen in Potsdam verkünden, daß es wissenschaftlich nur  allgemein akzeptiert ist, daß der Klimawandel menschengemacht ist. Das ist zwar möglich, aber nicht glaubwürdig, auch im Hinblick auf die  vielen Klimaänderungen, die die Erde seit ihrem Bestehen schon erlitten hat. – Klaus Haack


Leserbrief zur Grafik „Kachel-Puzzle“ von Matthias Schütte und Christoph Drösser

In der Rubrik Wissen der Ausgabe der Zeit vom 3. August 2017 fand ich eine sehr interessante Grafik mit der Überschrift Kachel-Puzzle. Ich glaube das 16. Fünfeck gefunden zu haben. Die Definition dieses Fünfecks ist ähnlich der des 4. in der Grafik. Jedoch muss d bei diesem Fünfeck nicht gleich e sein, der Winkel B darf dafür auch größer 90 Grad oder kleiner 90 Grad werden. Anbei eine Skizze des besagten Fünfecks. – Florian Sixt


Leserbrief zu „Der Deutschlandverdreher“ von Philipp Fritz

Der Artikel wäre weitaus lesenswerter, wenn auch etwas Selbstkritik mit dabei wäre. Der Mord an einer zum Christentum konvertierten Afghanin in Prien taucht in den Massenmedien kaum auf, auch über Angriffe auf Christen in Berlin wird ungern geschrieben. Natürlich, der Täter von Prien hat bisher nicht gestanden, dass religiöse Motive ausschlaggebend waren. Aber stellen wir uns vor, in einem kleinen Ort wäre der einzige Flüchtling vom Vorsitzenden des Schützenvereins ermordet worden. Wäre das nicht in allen Zeitungen ein großes Thema?

Cezary Gmyz mag übertreiben, aber er wäre nicht so erfolgreich, wenn in seinen Anschuldigungen nicht ein Körnchen Wahrheit wäre – oder sogar ein Korn.  – Jan Alexander


Leserantwort auf den Leserbrief von Hermann Weigmann

Sie haben einen Vergleich gewählt, der nicht ganz sauber war. Es wäre ungefähr so als wenn Sie den Vergleich mit einem Chefarzt gemacht hätten. Ich weiß natürlich auch: in Deutschland werden gern solche Vergleiche gezogen. Was halten Sie von einer umfassenderen Ausbildung, die zu diesen Unterschieden führt. Ein Fondsmanager (ich war mal einer) hat in der Regel ein sehr umfangreiche Ausbildung hinter sich gebracht. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Brust raus, Alter!“ von Bjørn Erik Sass

Als ich den Ausdruck Schisslaweng las, war ich überrascht. Ich dachte an meine längst verstorbene Mutter, die hin und wieder vom Schisslaweng sprach. Sie war 1919 im Schanzenviertel auf die Welt gekommen, dort, wo der ehemalige Schlachthof mit den angrenzenden Betrieben die Menschen ernährte. Dieser Ausdruck scheint sich nur im Norden unserer Republik durchgesetzt zu haben. – Danke Herr Sass für Ihren schönen Artikel. – Monika Ampferl


Leserbrief zu „Helfen oder Abschotten?“ von A. Böhm et al.

Sieben ZEIT-Redakteure verständigen sich darauf, Merkels neurliche Beliebtheit u.a. „mit ihrer deeskalierenden Art“ zu erklären. Hat es nicht eher damit zu tun, dass sie selbst eigene Entscheidungen vergessen machen will, sie verharmlost oder vollständig revidiert, je nach Akzeptanz bei der vermuteten Mehrheit der Wähler? Bei anderen Parteien würde man sich nicht scheuen, eine solche Politik als Populismus zu brandmarken.

Einst öffentlich wirksam abgelichtet mit knalligem Anorak vor hellblau schmelzendem Gletscher, später knallhartes Beharren auf höhere Abgaswerte deutscher Autos, in politischen Hinterzimmern; Erst „mit mir keine PKW-Maut“, dann unauffällige Zustimmung dazu. Früher Atomkraft als alternativlose Brücke zur Energiewende, später plötzliches Abschalten der Atomkraftwerke und, weniger öffentlich, Inkaufnahme höherer CO2-Werte durch Kohlekraftwerke; 2015 christliche Flüchtlingspolitik im Scheinwerferlicht, 2017 unchristliche Abschiebkultur, möglichst unbemerkt. Auch ihre Ablehnung der „Ehe für alle“ ohne ernsthaften Versuch, für ihre eigene Überzeugng zu kämpfen, ist nur ihrem Bestreben geschuldet, „dran zu  bleiben“, an der Macht.

DIE ZEIT macht aus solch widersprüchlicher Politik mit ihren halben oder allenfalls vorläufigen Lösungen eineTugend. Die Zeit wird uns die Rechnung präsentieren; bei dramaitscher Ironie schon in der nächsten Legislaturperiode – unter Merkel. – Johannes Kettlack


Leserbrief zu „Die Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark

Ich lese seit nunmehr fast 20 Jahren regelmäßig die Zeit, früher die Print-Ausgabe, jetzt im online-Format. Ich habe 10 Jahre lang Philosophie studiert und arbeite am philosophischen Seminar einer deutschen Universität. Zudem bin ich als Übersetzerin und Autorin tätig. Ich möchte hiermit mein Entsetzen über Ihr nicht sonderlich positives Beitragen zu der unsäglichen „Debatte“ (die keine wirkliche Debatte ist) kundtun, die Gender-Themen betrifft. Mit Verlaub: Die Geisteswissenschaften haben in diesem Land hart zu kämpfen. Sie sind permanent von Budgetkürzungen bedroht oder betroffen. Alle großen Zeitungen, dazu gehört auch die Zeit, lassen differenzierte, sachorientierte Debatten immer mehr vermissen und greifen stattdessen zu Polemiken, die zwar Auflagenzahlen erhöhen mögen, weil sich eine große Zahl an Menschen in diesem Land, die sich aus irgendwelchen Gründen „zurückgelassen“ fühlen, damit identifizieren können, die aber nicht dazu beitragen, den Verfall der Debattenkultur abzuwehren bzw. wieder auf einen besseren Weg zu bringen. Das gilt ganz im allgemeinen, und es gilt im besonderen bzgl. der sog. „Gender“-Debatte.

Letzte Woche haben Sie einen Text von Judith Butler und Sabine Hark publiziert, der zugangsbeschränkt war, nun stellen Sie, NICHT zugangsbeschränkt, die Zusammenfassung eines Interviews mit Alice Schwarzer auf Ihre Seite. Was Schwarzer über Texte bspw. von Butler (die eine Philosophin ist!!) behauptet, ist populistisch, simplifizierend und falsch, und es ist einfach nur traurig, dass die ZEIT einer bekanntermaßen populistischen, deutlich nach rechts grölenden Publizistin derart viel Raum einräumt. Als gäbe es nicht ernsthafte Denker und Denkerinnen in diesem Land, die sich, JA, auch mit Geschlechtertheorien beschäftigen! Was die Gender-Debatte dringend braucht, ist nicht immer mehr Polemik und Bashing, sondern eine ernsthafte, differenzierte Auseinandersetzung. Dass Butlers „Unbehagen der Geschlechter“ nach seinem ersten Erscheinen in Deutschland 1995 einer geradezu infamen populistischen Hetze ausgesetzt war, an der sich bis heute nicht viel geändert hat, verrät vor allem eins, nämlich eine unerträgliche intellektuelle Rückständigkeit in diesem Land und einen populistischen Konservativismus, den die Zeitungen, so auch die ZEIT, leider immer mehr mit tragen und befördern. Butlers zweites Buch, „Körper von Gewicht“, hat sie im übrigen in erster Linie als Reaktion auf die DEUTSCHE Rezeption ihres ersten Buches verfasst, von dem sie dort im Vorwort sagt, sie habe sich „von der Rezeption anderswo deutlich unterschieden“.

Als Wissenschaftlerin und Philosophin (ich arbeite übrigens nicht in einem „Genderforschung“-Kontext) kann ich diese unerträglich simplifizierende populistische Debatte mit Alice Schwarzer als Leitfigur (zu der sie unter anderem von Ihnen gemacht wird, indem Sie ihr soviel Raum geben) nicht mehr ertragen. Warum, zur Hölle, versuchen Sie nicht mal, eine andere Schneise durch das Thema zu schlagen? Warum z.B. bitten Sie nicht eine Reihe von Wissenschaftlern, sich zu äußern? Es dürfte an den vielen kulturwissenschaftlichen und auch literaturwissenschaftlichen Instituten und Seminaren in diesem Land kaum einen Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin geben, der/die Butler nicht gelesen hat, Männer übrigens genauso wie Frauen. Vermutlich hat von denen nur keiner Lust, sich von sich aus einzumischen, solange die Debatten auch von Ihrer Redaktion aus immer wieder nur um Alice Schwarzer kreisen (von der ich nicht wüsste, dass sie irgendeinen theoretischen Beitrag zu irgendwas geleistet hätte) und derart populistisch aufgehängt sind. Es ist wirklich an der Zeit, einmal darauf hinzuweisen, dass Butlers Theorie eine philosophische Theorie ist und dass die Vorwürfe, die z.B. Schwarzer ihr macht, ähnlich absurd sind, als würde man über Kant sagen, seine Unterscheidung zwischen Ding an sich und Erscheinung habe nichts mit der Wirklichkeit zu tun oder würde diese gar abschaffen wollen.

Ganz ehrlich, für mich ist das Schwarzer-Interview der ZEIT ein Anlass, ernsthaft zu überlegen, meine ZEIT-Lektüre komplett einzustellen und in Zukunft nur noch den Guardian zu lesen. Das alles ist sehr Deutsch, auf eine Weise, die durchaus nicht gut ist. Es hat Gründe, warum der Gender-PayGap in Deutschland so hoch ist wie in keinem anderen europäischen Land, und warum bisher alle feministischen Theoretiker, die Europa hervorgebracht hat, aus Frankreich kamen. In Deutschland ist man immer sofort einem infam operierenden Mob ausgesetzt, den die Zeitungen, leider auch Sie, allzugern mit bedienen.

Traurig. – Lilian Peter


Leserbrief zu „Wie sexistisch ist die Uni?“ von Anna-Lena Scholz

Frau Scholz beschreibt vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Die Geringschätzung, Abwertung oder Verächtlichmachung für Leistungen, Forschungsfragen und kreative Erkenntniswege von Frauen geschieht noch subtiler und unverschämter als es die ausgewogenen Worte von Frau Scholz zu erkennen geben. Meine Wahrnehmungen stammen aus der nicht-professionellen Begleitung einiger Studentinnen bei ihren akademischen Abschlussarbeiten. Das Perfide ist, dass die genannten Mechanismen alle hochwirksam, aber kaum dokumentierbar sind, weil sie in scheinbar nebensächlichen Bemerkungen auftreten. Vermutlich bewirken neben dem kulturellen Sexismus zwei weitere Faktoren diese menschliche Zerstörungsarbeit: Zum einen eine männliche Psyche auf dem Stand eines Pubertierenden, der „seine“ Wissenschaft behandelt wie seine Spielzeugeisenbahn – mit der bekanntlich Mädchen nicht spielen dürfen -, und eine Fachrichtung, die aus unterschiedlichen Gründen methodenneurotisch daherkommt (aber nach Aussagen von führenden Vertretern in der ZEIT derzeit nahezu irrelevant ist) und umso mehr Wert auf den männlichen Gral – und auch Kral! – der Erkenntnis legt. Ermöglicht und befördert wird dies nicht nur durch „publish or perish“-Prioritäten oder (vermeintliche) Exzellenz-Initiativen, sondern durch das erbärmliche Schattendasein, das die Hochschuldidaktik noch mehr als vor vierzig Jahren fristet. Höchste Zeit für einen Aufstand der Studierenden (vor allem weiblich). – Rainer Nolte


Leserbrief zu „Gefährlich flexibel“ von Steven Hill

Nun gibt es viele gruende sich selbstaendig zu machen. also als frei berufler zu arbeiten. Ein grund ist das deitsche renten system, denn kaum ein moderner mensch kann heire auf eine ungebrochen arbeitsleben zurueck blicken.

Das das renten Niveau auf ca 48% vom bereinigten neto lohn gesunken ist, ist ein raub am vermoegen der arbeitnehmer

Diese enteignung von der arbeitzleistung der arbeitnehmer die braf ihrer sozialen verantwortung ohne murren nachkommen. was tut der staat zur sicherung der eigenen beanten und angestellten im oeffentlichen Dienst nix. der staat plündert die kassen zum erhalt seiner unrentablen bis zur betruegerrischen faulheit seiner beamten zu bezahlen. welch ein luxsus die Pensionen von ca 70% zu garantieren

Fuer einen personnenkreis der nie im leben mit arbeitslosigkeit konfrontiert wird. Hir muss der staat auch seinen bedinsteten klar sagen ihr muesst euch im alter etwas einschraenken. wenn der arbeitnehmer der freien wirtschaft sich mit 48%beguegen muss, kann vom beamten auch erwartet werden das er mit dem gleichen renten Niveau auskommen kann. die Solidarität der arbeitnehmer ist keine Einbahnstraße. das viele selbstaendige oder teil selbstaendige sich auf andere weise eine altersvericherung schaffen auf die der marode staat nicht zu greifen kann versteht sich von selbst.

Sicherlich ist es schoen fuer jeden kuenstler wen die kuenstler sozial versicherung fuer alle pflucht wird.. denn noch sind es die staatlichen einrichtungen die kuenster nicht fuer ihre auftrite anstaendig bezahlen. kuenstler die in der kuenstler sozial versicherung sind bekommen erst gar keine auftrits gelegenheit und wenn doch wird das honorar gedrueckt bis zur nul summen grenze.

Ich habe meine auftritte in schuhlen und museum immer als werbe veranstaltung also ohne gewinn abgerechnet. Keiner hat interesse den versagern des staates weiter mit seinen saurer verdienten geld zu fuettern.

Liebe beamte sorgt euch selber um eure alterssicherung und greift nicht weiter auf daas vermoegen anderer zurueck die euch und eure arbeit erst ermoeglichen ein sorgen freies berufsleben zu gestalten. – christian knaut


Leserbrief zu „Die Verleumdung“ von Judith Butler und Sabine Hark

Als Mann – und damit vermutlich aus Sicht der Kontrahenten Außenseiter in der Auseinandersetzung um die „richtige“ Emanzipationsstrategie für alle Nicht-Männer –  leuchtet mir der Aufruf des Artikels zu Differenzierung und Sachlichkeit ein. Es gibt nicht „den Feminismus“ und „das Gendering“, und Flügelkämpfe sind sicher dem gemeinsamen Emanzipationsinteresse nicht dienlich, wie Butler und Harker zu Recht betonen.

Stutzig macht mich daher in dem Artikel, dass den Feministinnen um Schwarzer das Verantwortungsgefühl, für eine bessere Welt zu kämpfen, abgesprochen wird, da diese angeblich für eine grenzenlose Meinungsfreiheit eintreten, in der alles erlaubt sei. Hier wäre ein bisschen mehr Demut vor der Gegenposition angebracht: vielleicht sehen Schwarzer und Co. einfach die Meinungsfreiheit stärker bedroht als sexuelle Minderheiten und fassen ihre Beiträge daher mit gleichem Recht als Beitrag zu einer besseren Welt auf wie die Autoren des Artikels ihre eigenen Äußerungen.

Auch die Beschreibung sämtlicher Erscheinungsformen des Patriarchats als „zerstörerisch“ und daher „zu bekämpfen“ schreckt mich durch seine Aggressivität ab. Hier lassen es die Autoren eindeutig an der von ihnen zu Recht geforderten Differenzierung fehlen. – Dr. Dirk Kerber


Leserbrief zu „Die Schule braucht mehr Zeit“ von Julia Bernewasser

Oh, PISA!!?

Die Artikel ‚Schule braucht mehr Zeit‘ und ‚Die Vorstellungen gleichen Märchen‘ (Zeit, Nr. 32) veranlassen mich, Ihnen diese Zeilen zu senden. Als ehemaliger Schulleiter einer Haupt- und Realschule in Hamburg zeigen mir beide Artikel, wie vordergründig Schulreformen angedacht und vor allen Dingen durchgeführt werden.

Mit der Einführung von Ganztagsschulen in größerem Maßstab in den 90er Jahren wurden diese Schulen ausreichend mit Lehrerstunden versehen, so dass diese praktizierbare und übertragbare Ergebnisse erarbeiten konnten. Ein Ergebnis war die Rhythmisierung des Unterrichts, d.h. dass Lehrkräfte Kontexte aus dem Vormittagsunterricht in anderer Form nachmittags aufarbeiten konnten. Doch leider haben diese ersten Ganztagsschulen 60% ihrer Ganztags-Stundenzuweisung (in Hamburg) an andere Schulen abgeben müssen (ab 2007). Die guten pädagogischen Ideen wurden mit einem Male wieder zunichte gemacht. Hilfskräfte – wie Sie sie nennen, überschwemmten den Nachmittag. Von der Idee, Chancengleichheit annähernd zu realisieren, mussten wir aus Gründen der nicht vorhandenen Ressourcen Abstand nehmen. Hauptsache die Schule hat ein Angebot bis um 16,00h!

Da kamen die ersten PISA-Tests gerade zur rechten Zeit –  so dachten wir! Aber was passierte, Fächer, die sich nicht abtesten lassen, fielen aus dem Stundenkanon (Werken, Nadelarbeit, Hauswirtschaft). Der Englisch-Unterricht wurde massiv ausgeweitet, mit der Folge, dass Deutschland nur noch nach der Abiturientenquote schielte. Wo blieb das Lernen für das spätere Leben? Hauptschulen wurden zu Restschulen erklärt, weil in ihnen die Schüler verblieben, für die der praxisorientierte Unterricht eine große Bedeutung hatte, konnten sie hier doch oftmals Erfolge erzielen. Zur gleichen Zeit wurden keine Lehrkräfte mehr für diese Fachbereiche an den Universitäten ausgebildet. Fachräume wurden zu Klassenräumen und Mensen umgebaut. Auf diese Weise haben wir die Hauptschule selbst abgewirtschaftet, so dass sie schließlich abgeschafft werden konnte. Die Schüler waren aber immer noch da.

Wir schaffen neue Reformen, durch die die Chancengleichheit gewährleistet werden soll; doch wir wissen nicht so recht, ob diese neuen Systeme (Zweigliedrigkeit) dafür geeignet sind. Es werden pädagogische Allheilmittel formuliert, allesamt in Fremdworthülsen verpackt. So soll die Reform für eine breite Bevölkerung schmackhaft gemacht werden, denn Begriffe wie Individualisierung, Inklusion, Binnendifferenzierung hören sich wissenschaftlich an, verkleistern aber die pädagogischen Schwierigkeiten, die vor Ort evident sind. Inzwischen hat man das Gefühl, dass die Stadtteilschulen (Gemeinschaftsschulen) die Rolle der früheren Hauptschulen übernommen haben. Nur eine pädagogische Antwort, was und wie diese ‚Restschüler‘ lernen sollen, entwickeln wir nicht.

Die Wirtschaft klagt, dass der Handwerkernachwuchs ausbleibt beziehungsweise zu wenige Voraussetzungen mitbringt – oh, welch ein Wunder!!!?

Unsere Schulen bereiten die Schüler nicht wirklich auf die Welt im produzierenden Gewerbe vor, denn diese Welt gibt es nicht mehr im Fächerkanon. Früher hat ein vernünftiger Werkunterricht dazu geführt, dass sich Talente auf diesem Gebiet entwickeln konnten oder dass zumindest Interesse für bestimmte Handwerksbereiche geweckt werden konnten – heute gibt es den theorielastigen Arbeitslehreunterricht mit zwei Betriebspraktika, das ist alles….

Wir reden immer wieder von Nachhaltigkeit, doch wenn am Hosenbund ein Knopf fehlt, dann wird eine neue Hose gekauft, weil wir den Knopf nicht mehr annähen können.

Wir reden von gesunder Ernährung, nur wo wird diese gelehrt? In den Familien findet sie nicht mehr statt, in den Schulmensen schon gar nicht! Sie wird heute theoretisch im Biologieunterricht erklärt – oh wie wunderbar!

Wir begnügen uns damit, dass die Abiturientenquote auf fragwürdige Höhen geschraubt wird und die PISA-Ergebnisse im internationalen Ranking endlich bessere Tabellenplätze versprechen.

Ich schreibe Ihnen dieses, da ich der Meinung bin, dass die Presse deutlicher die Finger in die Wunden des Systems legen muss. Ist PISA wirklich alles? Was soll Schule? Sind die großen Systeme von heute wirklich eine pädagogische Heimstatt für die Kinder, die aus nicht so behüteten Familien kommen? Ist es ein Wunder, dass wir immer mehr auffällige Schüler betreuen müssen? Wo bleibt die Ruhe und Gelassenheit im Unterricht, wenn sich der Schüler von Stunde zu Stunde auf neue Lehrkräfte einstellen muss. Wie soll sich so eine Bindung zwischen Lehrkraft und Schüler bilden, eine Bindung, die ganz besonders unsere benachteiligten Schüler benötigen. Ich kann diese Fragestellungen ellenlang fortführen, (angefangen bei der Frage: welchen Ausbildungsweg beschreiten die Pädagogen-Ausbilder an den Universitäten? Über: sind kompetenzorientierte Lehrpläne wirklich eine Antwort auf eine zeitgemäße Bildung? Oder: Betreiben wir die Inklusion für die Schulzeit oder für das Leben in der Gesellschaft? Bis zu: wann richten wir wieder einen Bildungsrat ein, der uns wie in den 70er Jahren Wege in eine zeitgemäße Didaktik und Methodik aufzeigt)… nur dann würde dieser Brief wahrscheinlich nicht mehr gelesen werden.

Oh, PISA, wohin hast Du uns nur gebracht??? – Wolfgang Deppe-Schwittay


Leserbrief zu „Das Bundesdieselamt“ Heike Faller, Simon Kerbusk und Claas Tatje

Was mich erstaunt, dass diese Machenschaften von Autokonzernen und Vertretern der Exekutive (es gibt eine Gesetzgebung zur Luftreinhaltung, aber wir wenden sie nicht wirklich an) nur für Diesel-PKW publik geworden sind. Es ist doch einfach zu verlockend: AdBlue Tank einbauen und einfach nur gelegentlich benutzen. Macht mehr Dreck, aber spart eine Menge Geld. Erlöschen der Allgemeinen Betriebserlaubnis? Ach, merkt doch keiner. Diese Idee haben die Hersteller von Diesel LKW und Bussen noch gar nicht gehabt? Und damit ihrer Kundschaft einen Kostenvorteil im Wettbewerb mit der Eisenbahn vorenthalten? Eisenbahn, das sind übrigens die Streber, die heute schon 90 % ihrer Verkehrsleistung mit Elektrotraktion fahren. Und deren Bahnindustrie so wenig innovativ ist, dass sie heute Dieselfahrzeuge baut, die die gesetzlichen Grenzwerte einhalten.Langweiler. – Ulrich Wenkemann


Leserbrief zum Titelthema „Wetter – Das größte Rätsel der Welt“

  1. Es ist nicht unbedingt sinnvoll, Reality-Elemente des Fernsehens (im Zeitalter von Herrn Trump) in eine (deutsche) angesehene Wochenzeitung einzuspeisen. Zumal Sie suggerieren, daß das Wetterverständnis eines der Atmosphäre wohlwollend zugewandten Herrn (Jägerhuber) mehr Wert sei als steuerfinanzierte Computerleistung.

Der Wert der Bauernregeln, die aus den Bauernköpfen stammt, täglich auf Feldern und Weiden der Atmosphäre ausgesetzt, ist unumstritten. Diese „Regeln“ sind über Generationen in den Familien der Landwirte weiter gegeben worden.

  1. Sie scheren alles über einen Kamm. Wir leben hier in der Westwindzone. Und nicht in den Innertropen oder in den polaren Bereichen des Nord- oder Südpols. D.h., in der Regel haben wir es mit stratosphärisch angetriebenen Luftmassen zu tun, die von Westen nach Osten wandern. In der Regel, aber außerhalb der Regel entstand die Wirkung von Chernobyl. Wie gesagt: außerhalb dieser Regel. Wenn Sie mit der Treffergenauigkeit des DWD argumentieren, müssen Sie Wetterlagen unterscheiden. Wir haben immerhin im Deutschen Sprachraum die Möglichkeit, nach „Wetter, Witterung und Klima“ zu differenzieren. Andere Sprachen haben das nicht und es gibt Witterungssituationen wo der DWD-Rechner in Offenbach quasi 100% Treffsicherheit erreicht. Andere Großrechner, etwa der des Meteorological Office in Bracknell (UK) oder Météofrance in Paris ebenso!! (aber das hat Sie offenbar nicht interessiert). Man tauscht sich übrigens aus. Keine Wettervorhersage wird herausgeben ohne Vergleich und Abgleich mit den Nachbardiensten.
  2. Warum haben Sie lediglich Bodo Ritter interviewt und ausgequetscht? Aus meiner Sicht hätte die journalistische Sorgfaltspflicht geraten, daß Sie noch weitere Wetterdienst-Wis-senschaftler für Ihren Dossier-Artikel zu Rate gezogen hätten. Eine kleine Kollegenkonferenz vielleicht? Im Übrigen lärmen nicht die leise arbeitenden Großcomputer, sondern deren Kühl-anlagen, die die Verlustleistung abführen müssen.
  3. Gitter: Es war sicherlich sinnvoll auf die Gitter und deren Auflösung zu zoomen, womit Herr Ritter Sie offenbar sehr beeindruckt hat. Nun, die Zwischenräume zwischen den Gitterpunkten müssen parametrisieret werden und diese Parametrisierung wird vorangetrieben zwischen dem DWD, und der Forschung. Ich weise ausdrücklich darauf hin: diese Parametrisierung: Und hier gibt es tatsächlich Probleme, die mit dem Klimawandel zusammen hängen.

Teilnehmer gefällig:

ULP Strasbourg, alle meteorologischen Institute in Deutschland, Uni Basel, Die DLR mit ihren Flugzeugen, Die Luftwaffe mit Ihren Phantom- und Tornado-Wärmebildkameras.

  1. Quasi journalistisch kriminell empfinde ich, daß Sie in Ihren kursiven Einschüben auf die Hamburger Wetterentwicklung, oder in ihrem Zusammenhang nicht auf das ECMWF hingewiesen haben. Je nach Wetterlage ist die Prognose einfach, oder man muß handwerklich weiter kommen:
  2. ECMWF: Weil wir in der Forecast Probleme haben, hat die EU in Reading bei London das European Center of Medium Range Weather Forecast aus der Taufe gehoben. Wir zahlen da 14 Mio € jährlich rein. Nach dem Brexit müssten dann Sie sich um die mittelfristige Wettervorhersage kümmern! Mit Ihrem Freund Ritter (;-))))

Übrigens, hat man das Ihnen nicht gesagt?  Langfristige Prognosen dürfen nicht an die Nachrichtenagenturen weiter gegeben werden. Stellen Sie sich vor, DWD und ECMWF errechnen an einem Jahreswechsel feuchte Juli und August des Folgejahres für Süddeutschland. Die Bildzeitung sorgt dann dafür daß dann im Allgäu und im Schwarzwald nicht gebucht wird.

  1. Die physikalischen Vorgänge in der Atmosphäre sind nicht chaotisch!!! Unsere Lufthülle wird von physikalischen Gesetzen gesteuert, ausgehend von den Hauptsätzen der Thermodynamik. Die mathematische Aufgabe der Wettervorhersage hat iterative Lösungen von Differenzialgleichungen in 9 atmosphärichen Niveaus zur Folge, in die Elemente der Chaostheorie eingespeist werden müssen.

Ihr Artikel hat mich wirklich etwas zornig gemacht. Das Thema ist sensibel und die Zeit hätte es eigentlich nicht nötig, es mit dem reißerischen Titel: „ Wetter, das größte Rätsel der Welt“ aufzumachen. Und dann geht es mit unverstandener (Atmosphären)-Physik und dem boulevardhaften Einspeisen von Herrn Jägerhuber weiter. Nein, damit wurden Sie dem Thema nicht gerecht, überhaupt nicht. – Lutz Jaeger


 

 

27. Juli 2017 – Ausgabe 31

Leserbrief zum Titelthema „Das Leben der Reichen“

Die Überschrift der letzten Ausgabe und der zugehörige Beitrag klingen vielverprechend. Leider erfahren wir nicht viel Neues. Wie weit die Reichen Deutschlands monetär vom Rest der Gesellschaft entfernt sind beruht auf reinem Zufall, wie sie mit dem Reichtum umgehen ist höchst unterschiedlich und lässt keine klaren Schlussfolgerungen auf fehlende Bodenhaftung zu. Fakt ist: die Öffnung neuer Absatzmärkte im Zuge der Globalisierung seit der Jahrtausendwende war für die exportorientierten Mittelständler ein Himmelsgeschenk. Ohne grosses Zutun explodierten Gewinne und verfielfachten sich Vermögen. Spiegelbildlich profitierten in den neuen Märkten diejenigen Personen überproportional, welche zufällig an den richtigen Schaltstellen sassen oder gut vernetzt waren, die Namen bekannter Oligarchen in Russland oder China stehen dafür exemplarisch.

Eine solche Fügung kann sich durch eine zufälliges Ereignis aber auch rasch ins Gegenteil drehen, wenn das soziale Gefälle untragbar geworden ist und sich ein Funke entzündet, der in Umbruch oder Revolution endet. Auch dann stehen die Reichsten im Scheinwerferlicht und werden vermutlich die ersten sein, welche ihr gesamtes Vermögen wieder verlieren (in China’s derzeitiger Säuberungsaktion ist das teilweise der Fall).

Aber glücklicherweise müssen wir uns mit diesen Verteilungsfragen nicht beschäftigen, dafür sorgt in der Regel die Natur: die erste Generation schaffts, die zweite erhälts und die dritte verpulverts wieder, mahnt ein altes Sprichwort. Alternativ dazu und einiges facettenreicher können wir die Buddenbrooks wieder einmal aus dem Regal ziehen und deren Aktualität bestaunen. Was gibt es mehr dazu zu sagen? Letztendlich ist’s ja nur Geld, nicht mehr und nicht weniger. – Alexander Mueller


Leserbrief zum Titelthema „Das Leben der Reichen“

Der auf der Titelseite groß angekündigte Bericht „Das Leben der Reichen“ entpuppt sich als Hofberichterstattung auf dem Niveau von Bunte und Gelbes Blatt. In der Hauptsache Dönekes über die Reichen, garniert mit ein paar gut bekannten Tatsachen („über die Reichen ist wenig bekannt“). Sie wissen doch sicher auch, was z.B. in der TAZ stand (TAZ Nr. 5391 Seite 17 vom 25.11.1997 : )

„Das Bundesamt für Statistik führt alle fünf Jahre bei 50.000 Haushalten die „Einkommens- und Verbrauchsstichprobe“ durch. Die Teilnahme ist freiwillig. Wer ein Einkommen über 35.000 Mark im Monat hat, wird nicht befragt. Das ist seit den sechziger Jahren vom Gesetzgeber so gewollt. „Die politischen und wirtschaftlichen Eliten in Deutschland haben offensichtlich kein großes Interesse daran, die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums offenzulegen. Es liegt die Vermutung nahe, daß die Polarisierung der Einkommen und Vermögen bewußt verheimlicht wird.“

Wieso nennen Sie nicht Ross und Reiter, statt nur allgemein zu „bedauern“, dass es keine Daten gibt? Ihr  Artikel hat so wenig Tiefe, dass er keinesfalls in den Wirtschaftsteil gehört, sonder eher in den Teil Z, den man dann ungelesen entsorgen kann.

Ist das die Art von Artikel, mit der Sie die „Rekord-Reichweite bei Entscheidern“ erreichen? Dann gute Nacht. – Norbert Bolz


Leserbrief zu „Die da oben“ von Laura Cwiertnia

Man muss nicht reich sein und ein gestörtes Verhältnis zum Staat haben, um sich über die Verwendung von Steuern zu ärgern. Ich würde es sehr begrüßen, wenn ich 50 % meiner Steuern „spenden“, d. h. über die Verwendung selbst bestimmen könnte. Wenn wir das könnten, würde wahrscheinlich nicht mehr so ein ärgerlicher Unsinn passieren, dass Unsummen in einem niemals fertig werdenden Flughafen  (BER) versenkt werden, dafür aber nicht genug Geld da ist, um marode Brücken und Schulgebäude zu sanieren und genügend Lehrer und Zusatzkräfte für Inklusionsunterricht und Deutsch-Kurse für Flüchtlingskinder einzustellen. Steuern sind leider ein Stück weit Entmündigung, nicht nur für die Reichen.  – Dr. Sabrina Hausdörfer


Leserbrief zu „Martins Flucht“ von Matthias Geis

Richtig: Schulz wird es nicht „richten“; aber auch richtig: Merkel wird es auch nicht „richten“. Jede „Lösung“ des Wohlstandsgefälles liegt soweit links, dass selbst der Linken der Angstschweiß ausbrechen würde.

Aber keine Angst: Deutschland ist rechts und die G 20 auch, und so bleibt nur eines: Die Grenzen dicht machen. Dies ist jedoch so grausam, dass es keiner aushält, selbst die rechten Christen nicht also wird es kommen wie es kommen muss: So dicht wie möglich und :Schön reden! (plus Schuldzuweisungen an andere zb. Schlepper oder Hilfsorganisationen). Und das – schönreden – haben Sie ja dann auch getan. – Dieter Herrmann


Leserbrief zu „Martins Flucht“ von Matthias Geis

Ich bin von Ihrer Berichterstattung enttäuscht.In Nr. 30 formulöieren Sie den hohen Anspruch, nicht immer mit dem Strom zu schwimmen : artikel „Mit dem Strom.“Mit deisem Anspruch stimmt Ihre Berichterstattung zu SPD – Kanzlerkandidat Martin Schulz nicht überein.Vielmehr schreiben Ihre Redakteure Martin Schulz seit Wochen runter . Das ist gerade der Main – Stream in den Medien.Der Gipfel ist  der Artkel „Martins Flucht“, der schon an Gemeinheit grenzt. Schon die Head – Line „Martins Flucht “ ist diffamierent,Sie verniedlicht den Kandidaten und spricht Ihm Seriosität ab.Sie sollten vielleicht einmal in unserer Verfassung nach lesen. Gewählt werden Parteien und deren Programme. Davon findet man bei Ihnen nichts , statt dessen eine anscheinend gegebene Konkurrenz zweier Kandidaten .Schade. – Eckhard Busch


Leserbrief zu „Die da oben“ von Laura Cwiertnia

Köstlich! Es ist ein wichtiges Wahljahr für Deutschland und die ZEIT dekliniert alle wichtigen Themen durch. Heute waren die Reichen und der Rest von uns ein Thema. Übrigens passend zu den Geschehnissen anlässlich des G 20-Gipfels in Hamburg. Dort haben die Nicht-Reichen und die Klassenkämpfer es den Reichen wieder einmal gezeigt. Denn Armut macht wütend!

Ganz besonders schlimm ist die Erkenntnis, dass „Deutsche Spießbürger“ und Besitzlose es den Reichen/Wohlhabenden nicht gönnen, anders zu sein, als sie selbst. Eine nimmer enden wollende Erkenntnis, welche nicht nur den Deutschen zu eigen ist. „Pro und Contra“ des Ist-Zustands zu diskutieren, ist daher müßig!

Sie, liebe Frau Cwiertnia, haben scheinbar den Kern der Sache bei Ihren Recherchen für den gut geschriebenen Artikel entdeckt: Armut ist uninteressant, bietet keine Arbeitsplätze und schafft keine Kulturen und keinen Fortschritt in und für die Gesellschaft.

Mein Vorschlag für Sie: Reportagen und Aktivitäten zur Milderung des von Ihnen beschriebenen Zustands im Wahljahr könnten lauten: Interesse an PANCASILA ( Sanskrit = Die Fünf Prinzipien) , eine Alternative zu den Slogans des z.B. „Dorfschulzen aus Würselen“ und anderer Schelmen in der Politik. Und für Sie und die ZEIT: „Ihr seid ein Nichts im Ganzen, wenn Ihr ihm nicht dient  – sowohl als Nehmende als auch als Gebende!“ CARPE  DIEM!!!!!!! – Dieter H. Sommer


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Seit geraumer „Zeit“ lese ich ich gern und mit viel Interesse ihre Beiträge und Kolumnen.

Wenn ich Sie in Diskussionen wie z.B.: im Presseclub verfolge, empfinde ich Sie als einen kritischen, intelligenten und überaus kundigen Teilnehmer, dessen Ansichten und Schlussfolgerungen ich größtenteils folgen kann.

In ihrem letzten Artikel beschleicht mich das Gefühl, daß Sie – aus Frust vor fehlenden und notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen – einen sehr  lobhudelistischen  Artikel verfasst haben.

Erstens denke ich, dass auch die Grünen über eine marginale Bedeutung in einer zukünftigen Regierung nicht hinauskämen. Zu glauben, daß sie – mit 6-7% eine wichtige Weichengeber-Rolle spielen könnten, halte ich für sehr optimistisch.

Zweitens sehe ich in der jetzigen Führung allenfalls Mittelmaß. Ich empfinde Herrn Özdemir, Frau  Göring Eckhard oder Herrn Hofreiter nicht gerade als Avantgarde, die wäre aber nach Ihrem Artikel nötig. Die Zerstrittenheit der Flügel in der Partei macht die Sache auch nicht einfacher.

Darüber hinaus habe ich die kleinen Missgeschicke, wie etwa die Haltung einiger Grünen zur Pädophilie, massive Fehleinschätzungen bei der Bildungspolitik (Stichwort NRW ) oder der doch auch überhastete Ausstieg aus der Kernenergie (die heutigen Probleme wären die Gleichen), oder die schrillen Rufe nach Volksbefragungen, von denen man heute, zu recht. so nichts mehr hört, vergessen.

Bezüglich der Umstellung des Automobil Verkehrs auf Elektrotechnik muss gesagt werden, daß viele Fragen noch nach Antworten suchen. Woher kommen die Rohstoffe für den Antrieb, wie gewinnt man die Bevölkerung für diese Technologie ( fehlende Reichweite etc.) was ist mit der Infrastruktur und woher kommt der Strom. Eine Frage, die noch gar nicht richtig auf dem Radar ist, wie werden die Batterien entsorgt, die nach 3-5 Jahren ihre Schuldigkeit getan haben?

Was wir jetzt brauchen sind die richtigen Foren, in denen die ganzen Fragen umfassend behandelt werden können. Da sollten auf jeden Fall auch Grüne mitwirken, genauso wie alle anderen relevanten gesellschaftlichen Gruppen.

Entscheidungen, die daraus resultieren, müssen dann im Bundestag, frei und ohne Koalitionszwang, getroffen werden.

Dabei ist mir die Vorgehensweise von Frau Merkel deutlich lieber als die der Grünen, bei denen ich die Sorge habe, daß sie vor lauter Aktionismus,schnell auch mal in die falsche Richtung laufen. Frei nach dem Motto von Mark Twain: Als wir das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen es zu erreichen. – Hannes Schwake


Leserbrief zu “ Was Lehrer lernen müssen“ von Martin Spiewak

Ich las den Titel, den Artikel und weiß am Ende nicht, was Lehrer denn nun lernen sollen. War’s das, was Sie wollten? – Ansonsten verweise ich auf „Das bleibt, wenn ihr geht“ – Jeanette Otto – oder auch „Fürsten unter sich“ – Christine Prussky – in derselben ZEIT-Ausgabe. Wenn Sie meinen, daß nur wissenschaftlich Bewiesenes auch gelehrt werden darf, dann müßte doch jeder Mensch, sei er Lehrkraft oder Lernender, erst einmal als existent wissenschaftlich bewiesen sein. – Mich graust es vor dieser Entwicklung, die offensichtlich Erziehungswissenschaften oder Unterrichtsmethodiken nicht als Wissenschaft sieht, sondern wieder den Nürnberger Trichter einführen möchte. – Hanna Leinemann


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gielsemann

Sie mögen schüchtern sein, jedoch war ich selten so amüsiert, berührt und angetan wie beim Lesen Ihrer Reportage im neuen Zeit-Magazin. Dafür möchte ich Ihnen sehr herzlich danken. Sie sind ein ganz toller Schreiber und haben mir schon manches Mal aus der Seele gesprochen; Ich bitte, etwaigen Pathos zu entschuldigen. – Ulrike Settelmeyer


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gielsemann

Ich habe Ihren Artikel im Zeit Magazin eben am Frühstückstisch gelesen. Offensichtlich sind Sie nicht der Typ der gerne redet. – Ist doch egal, Sie können umso besser schreiben! Ich habe Ihren Text sehr genossen und er hat mir diesen recht trostlosen Morgen sehr aufgehellt. – D. Leimkühler


Leserbrief zu „An den Grenzen der Macht“ von Alice Bota Und Sebastian Bolesch

Frau Bota führt auf Seite 15 den Kampf gegen die Lüge. Natürlich ist Russland Partei, wenn ein Land mit russischer Vergangenheit in die EU gezogen und durch eine Außengrenze vom vorherigen Partnerland abgetrennt werden soll.

Die Ukraine lebt mit dem Tropf von EU und IWF und am dortigen Umsturz war Deutschland zusammen mit den USA sehr aktiv beteiligt. Das zu erwähnen gehört zu journalistischer Ehrlichkeit. – Hartmut Winterfeldt


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Welch wunderbares Beispiel für unsere „soziale“ Marktwirtschaft. Im Endeffekt werden die entsprechenden Lobbies einen „Deal“ (das Unwort des Jahres) aushandeln, der mal wieder der Wirtschaft – oder allgemein den Stärkeren – politikunterstützt hilft. Die Autoindustrie wird „too big to fail“ sein, also gibt es staatliche Hilfen auf Kosten des Steuerzahlers, damit Aktionäre ihre Dividende behalten und Manager ihre Boni. So wie bei den ach so armen Banken.

So wie bei der Energieumlage, die Wohlhabenden ihren Strom auf dem Dach auf Kosten der Nichthausbesitzer oder weniger bemittelten Hausbesitzer finanziert. So wie die „Abwrackprämie“ (ein Wort, das definitiv in der Abschaffung von Lobbies Einzug halten sollte!) diejenigen begünstigte, die sich sowieso ein neues Auto leisten konnten. Hat eigentlich jemand mal gezählt, wie oft sich Ludwig Erhard schon im Grabe umdrehen mußte bei Erwähnung der „sozialen“ Marktwirtschaft? Kotz… – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Der Artikel bringt es auf den Punkt: Die Republik bräuchte – nicht zuletzt als Korrektiv – mehr grün-alternative Politik. Nur ist die offenbar kaum mehr zu finden, was weniger an schwachen Wahlergebnissen als an grüner Regierungsschwäche liegt – denn neben großspurigem Wortgeklingel ökologischer Bauart hat sich die Partei unheimlich still und leise zur liberalen Bauherrnunion gemausert. Korrektiv? Fehlanzeige oder eher: Fehlzündung. Das Problem ist nicht moralische Langeweile, sondern träges Moralversagen zu vieler grüner Spitzenkräfte. – Dr. Torsten Schwan


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Ist es nicht immer schon so, dass die Politik eine willfährige Magd der Wirtschaft ist? Alle politischen Entscheidungsträger kuschen, sobald ein durch ihre Entscheidung betroffener Wirtschaftszweig mit dem Abbau von Arbeitsplätzen droht, denn Arbeitnehmer sind Wähler. ln Sonntagsreden wird die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gepredigt (warum fällt mir da Heinrich Heines,,Ein Wintermärchen“ ein?), dabei sind doch die Auswirkungen einer verfehlten Klima- und Energiepolitík, eines unerträglichen Umgangs mit den sogenannten NUTZ- Tieren und einer daraus resultierenden Grundwasserverseuchung offensichtlich.

lgnoriert wird diese Kenntnis aber häufig mit,,alternativlosen Sachzwängen“, die es nicht erlauben, eine andere Politik zu betreiben. Auch mit einer Regierungsbeteiligung der Grünen als Juniorpartner einer Regierungskoalition wäre es lediglich graduell anders, vielleicht gäbe es mehr Menschen mit einem mehr,,grünem“ Bewusstsein. Schließlich muss man aber auch hilflos zugeben, dass nur Deutschland an den von Bernd Ulrich gelisteten Folgen der Umweltsünden nichts Wesentliches ändern kann. Die Frage ist aber, ob eine mittelfristig andere, nachhaltige Politik die bislang schon angerichteten Schäden beheben kann. lch sehe nicht, dass sich etwas ändern wird.

Es bleibt die menschliche Gier (die Autoindustrie macht es aktuell vor, davon waren es die Banken), die einer Änderung im Wege steht. lch erkenne keine Ansätze für eine umweltverträgliche Lebensführung, der Fetisch heißt Wachstum, dem auch die Umwelt Tribut zahlen wird. Wasser, Luft und Nahrung, die fundamentalen Bestandteile des Lebens, sind, wo nicht Mangelware, so mit Schadstoffen behaftet, dass Artensterben und ökologische Degradation die Folge sind. Hoffnung, dass sich was ändert? Es gibt keine, ob mit oder ohne die Grünen in einer Regierung. – Dipl. Kfm., Dipl. Volksw. Udo lffländer


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Sie haben völlig recht und sprechen mir aus der Seele. Eine grüne Regierungbeteiligung wäre unbedingt notwendig und schon lange notwendig gewesen.

Eins haben Sie in Ihrem Artikel aber vergessen: Die Bundesgrünen haben eine Regierungsbeteiligung immer wieder selbst abgelehnt, wenn sie mit CDU/CSU oder FDP hätten koalieren können (Jürgen Trittin: „Es fährt kein Schiff nach Jamaika!).

Aus ideologischen Gründen versagen sich die Bundesgrünen, in einer schwarz-grünen Koalition grüne Themen in die Regierungpolitik einzubringen. Ich halte das für verantwortungslos, immerhin steht die Zukunft unseres Planeten auf dem Spiel. – Dr. Matthias Staiger


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Der o.g. Artikel von Bernd Ulrich stellt aus meiner Sicht eine recht plumpe Wahlkampfhilfe für die „Grünen“ dar. Nicht das Erscheinungsbild der Partei und ihrer Protagonisten seien Schuld am gegenwärtigen Abstieg der „Grünen“ sondern die „ökophobe Gesellschaft“. Nach meiner Wahrnehmung beschäftigen sich die „Grünen“ schon seit einiger Zeit nur noch periphär mit Umweltthemen.

Gesellschaftspolitik und Minderheitenpolitik scheint die Partei mehr zu interessieren. Ich denke, die Blockade der „sicheren nordafrikanischen Herkunftsländer“ hat den Abwärtstrend in der gesellschaftlichen Zustimmung beschleunigt und nicht eine angeblich ausgemachte Ökophobie. Das Erscheinungsbild z.B. der NRW Grünen war einfach jämmerlich.

Da wo Umweltschutz konkret hätte betrieben werden können, z.B. beim Thema „Datteln 4“, haben sie aus Gründen des Machterhaltes urgrüne Prinzipien fallen gelassen. Die Aussage des Artikels, daß ein grünes Element für die Ökologie positiv wäre, kann ich nur unterstreichen. Daß das aber durch „Bündnis90/Die Grünen“ in letzter Zeit verkörpert worden wäre, kann ich nicht erkennen. Die Grünen sind keine Opfer einer Ökophobie, sondern ihrer eigenen, von Umweltschutzthemen abgewandten Politik. Es läßt sich sehr schön an den beiden Landtagswahlen in NRW und in Schleswig-Holstein erkennen, daß der links-ideologische Flügel in NRW gescheitert ist und die mehr am Menschen angelehnte Politik in Schleswig-Holstein erfolgreich war. Grüne sind in vielen Landesregierungen vertreten und müssen nicht als machtlos dargestellt werden.

Mein Fazit zum Artikel: Reine Wahlkampfhilfe, nicht auf die wahren Gründe des gegenwärtigen Zustands der Grünen eingehend.  – Jürgen Siemon


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Kommen Sie doch mal zu uns in den Schwarzwald, wo ehemals unberührte, einzigartige Landschaften auf den Höhenzügen mit einer Unzahl an hochsubventionierten über 200 m (!) hohen Windrädern inmitten von Landschaftsschutzgebieten systematisch  „verspargelt“ werden. Ist das etwa die „sanfte“ Energiewende, die Sie den Grünen unterstellen? – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gielsemann

Danke für Ihren Beitrag „Mein Leben als Igel“. Ich habe ihn mit Vergnügen gelesen. Nein, nicht aus dem Gefühl der Überlegenheit heraus, sondern mit Spaß an Ihren aussagkräftigen Situationsschilderungen und Ihrem Wortwitz.

Auch ich hatte früher manchmal Phasen von Schüchternheit (in der Dimension aber nicht mit Ihrem Dauerzustand vergleichbar).

Rückwirkend betrachtet waren sie Ausdruck von Unsicherheit wegen einer vermeintlichen Unterlegenheit. Aber irgendwann habe ich endgültig begriffen, dass ich mich vor niemand verstecken muss und sollte. – Horst Winkler


Leserbrief zu „Das bleibt, wenn ihr geht“ von Jeanette Otto

Ein schöner und berührender Bericht über die Inklusion, der einen Weg zeigt, wie sie vielleicht funktionieren kann. Es wurde allerdings nur über die Inklusionsschüler geschrieben. Das zeigt eines der Probleme der Inklusions auf und macht mich dann doch nachdenklich, ob wirklich alle profitieren können. – Stefan Hofmann


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gielsemann

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin nicht schüchtern. Also, eher nicht. Aber mein Zweitname lautet Ingeborg und so fühle ich mich bemüßigt Ihnen zu schreiben…  Das ist der eine Grund.

Der zweite besteht darin, dass Ihr Artikel im neuesten Zeit-Magazin das Beste ist, das ich seit langem gelesen habe! (Und ich lese viel und regelmäßig!) Ich musste immer wieder lachen, mal laut, mal leise, eine solche Freude war es mir, Ihren Gedankengängen zu folgen (z. B. die Sache mit dem koketten Frechdax oder „ein Ornitholge meiner selbst“ oder mit Ingeborg und ihrem Herzchen-Smiley natürlich – ach, es gibt viel zu viele Stellen, die ich alle köstlich fand, als dass ich sie hier aufzählen könnte!). In jedem Abschnitt fanden sich so viele Kostbarkeiten!

Sie mögen schüchtern sein – und Sie haben offensichtlich viel, viel Humor – und Selbstironie. Das ist wunderbar, finde ich. Ganz herzlichen Glückwunsch zu diesem Meisterwerk und alles, alles Gute für Sie und Ihre Familie! – Carola Ingeborg Eißler


Leserbrief zu „Martins Flucht“ von Matthias Geis

Ohne die Ereignisse des Spätsommers 2015 wieder aufrollen und schon gar nicht die überfallartige Ausrufung einer “Willkommenskultur” in Deutschland durch Regierung und Medien thematisieren zu wollen , nur ein paar von der Kanzlerin bisher  nicht beantwortete dringliche Fragen: Wollte die Kanzlerin das Dublin – Abkommen der EU wirklich aufkündigen mit ihrem Alleingang? Ist sie dieses Risiko sehenden Auges eingegangen? Wer beide Male mit NEIN antwortet, muss aber zugleich die Folgefrage an die Kanzlerin richten: Warum hat sie sich bisher nicht für diese in unübersichtlicher Lage begangene Fehlentscheidung verantwortet und sich nicht erklärt, sondern weiterhin dem Erfordernis einer Obergrenze, einer Begrenzung von Migration pro Jahr,  widersprochen – auch  im Konflikt mit der eigenen Partei und v.a. der CSU Seehofers?

Zum wiederholten Male. Bis heute. Der erstaunliche Befund, schaut man sich in Politik und Medien um: Selbst in Wahlkampfzeiten kann Merkel weiterhin fast unwidersprochen darauf bestehen, dass es mit ihr keine Obergrenze gebe. Der EUGH hat jetzt Dublin als  geltendes Rechtssystem der EU – Mitgliedsstaaten im Umgang mit Migration bestätigt. Solange sich diese nicht auf neue Regeln verständigen, bleibt Dublin geltendes Recht. Wer die Herrschaft des Rechts  aufs Spiel setzt, setzt pro domo  – gegen alle anderen  – geltendes Recht außer Kraft. Dieses außergesetzliche Handeln bleibt auch dann ein Rechtsbruch, wenn man für sein Handeln den Ausnahmezustand reklamiert.

Die jetzt vorliegende Einführung “mildernder Umstände” durch den EUGH für Merkels Kurzschluss- Handlung im Spätsommer 2015 –  von ihm euphemistisch als “Solidarität” bezeichnet – wirkt etwas bemüht und fügt sich auch nicht so recht dem zu verhandelnden Kasus und erst recht nicht dem empirisch zu konstatierenden Sachverhalt des Spätsommers 2015. Tatsache ist, dass das europäische Grenzsystem durch politischen Willkürakt der Kanzlerin außer Kraft gesetzt worden ist und damit praktisch auch das Schengensystem.  Die Folgen dieser Fehlentscheidungen zu regulieren,  politische Alternativen vorzuschlagen, um diese Alternativen  dann auch zur Wahl zu stellen, gilt den Medien anderswo in Europa als politische Chance, das Wahlvolk zum Mitmachen zu motivieren, politische Handlungsoptionen zu diskutieren, dem Wahlgang Bedeutung zu geben. Und nicht zuletzt die Wahlbeteiligung zu erhöhen.

In unserer Qualitätspresse (als Bsp. Die ZEIT) titelt stattdessen der renommierte Matthias Geis: Martins Flucht – Die globale Ungerechtigkeit wäre das richtige Thema für die SPD. Doch ihr Kandidat weicht lieber aus” Ist dieser Vorschlag nicht eher geeignet für  eine Expertenrunde  mit Teilnahme von  Herfried Münkler , Julian Nida – Rümelin und Hans – Peter Schwarz? Aber wie soll das gehen für die verbleibenden zwei Monate als SPD – Wahlkampfthema? Welch eine ungeheure Fehleinschätzung der verbleibenden Zeit, soll die Implementierung der Wählerschaft mit notwendigen Informationen nicht zu kurz kommen.  Anders gefragt: Will Matthias Geis  die SPD mit dieser (zu) weit greifenden Wahlkampf- Thematik völlig vernichtet sehen? Was für ein abwegig naiver Vorschlag in Wahlkampfzeiten! Und weiter:  Wer sich einem politischen Streitthema zuwendet  – wie jetzt Martin Schulz –  stellt sich, er flieht nicht. Und natürlich will er auch – legitimer Weise – die Kanzlerin stellen! Wenn es Matthias Geis in seinem Beitrag wirklich um einen Verhaltenskodex für Wahlkämpfer geht, warum attackiert er gerade den SPD – Frontmann und wofür eigentlich?

Dass  er das Thema Migration – auch als Wahlkampfthema – nicht auslässt? Dass er es zuspitzt auf die Fehlleistungen der Kanzlerin?  Für die meisten Wähler ist dieses Thema offensichtlich dominant. Italiens Küstenhäfen zeigen überdies, dass der Migrationsdruck perspektivisch nicht etwa abnimmt, sondern zunehmen wird. Und dass sich die Themen Migration, soziale Gerechtigkeit und Staatsbürgerschaftsrecht schneiden, dafür bietet gerade Italien jetzt reichlich Anschauungsmaterial. Der Süden Italiens leidet schon seit Jahren unter hoher Jugendarbeitslosigkeit, um die 50%! Diese europäische Problematik gehört jetzt erst einmal auf die Agenda. Nicht nur auf die der EU. Gerade wg. der Defizite deutscher Flüchtlingspolitik ist hier eine Menge  wieder gut zu machen.

Deshalb ist Schulz nach Italien gereist.  Diese Europa eigene Problematik ist in den verbleibenden zwei Monaten in den Fokus zu stellen. Matthias Geis dagegen moniert im Wahlkampf das Fehlen eines  Jahrhundert – Themas:  Die globale Ungerechtigkeit. Jedenfalls wendet er sich polemisierend gegen Martin Schulz: “Nun erhofft er sich mit ein bisschen Panikmache und Schuldzuweisung beim Flüchtlingsthema eine zweite Chance”, und er insinuiert und moniert, dass Schulz das Fass “Flüchtlingskrise” im Wahlkampf  nicht weiter schön verschlossen hält. Eine recht merkwürdige Haltung für einen Politik – Redakteur der größten deutschen Wochenzeitung – etwa zwei Monate vor dem BT – Wahltermin. – Klaus D- Lubjuhn


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd UlrichDie sonst so lesenswerten Beiträge des Herrn Ulrich stehen im harten Kontrast zu einer anscheinend überfälligen Selbstbefriedigung, u.a. endlich über angebliche Verfehlungen deutscher Agrarwirtschaft zu schwadronieren. Endlich, so scheint es, darf er schreiben, was Allgemeinunwissen zu sein scheint und legitim scheint, weiter verbreitet zu werden.

Die Bienen verschwinden („unsere wichtigsten Erntehelfer“) so schrieb er u.a.. Welche Nutzpflanzen in diesem Lande außer Obst, das unter Dumpingpreisen aufgrund von Überproduktion erzeugt wird, wird nach seiner Meinung von den „Erntehelfern“ erzeugt? Evtl. hilft es Wissen zu erlangen, in dem man durch die Lande fährt und den Bauern bei der Ernte zuschaut, die dieser Tage ohne Erntehelfer eingebracht wird.

Es scheint Mainstream zu sein, alternative Fakten zu verbreiten. –  R. Seevers, Syke


Leserbrief zu „ERROR“ von Dirk Asendorpf

Im Kontrast zum häufig recht dürftigen Auftritt des WISSEN Resorts der ZEIT ein höchst kompetenter Beitrag.

Die Ursache solcher Schwächen liegt in der Unfähigkeit vieler Menschen, in – wie ich das nennen – geschlossenen Systemen zu denken; oder – wie man es auch umschreiben könnte – Systeme, Zusammenhänge, Folgerichtigkeiten, Zwangsläufigkeiten zu erfassen, zu erkennen, zu beherrschen. Ich halte es für fragwürdig, dass oder ob man das lernen kann – logisches, strukturiertes Denken. Ich hab‘ das während vieler Jahrzehnte genau so in den Ingenieurs-Disziplinen beobachtet. Logisches Denken und Arbeiten ist nach meiner Beobachtung in den Ingenieurs-Disziplinen kein Zulassungs-Kriterium; und auch während der Ausbildung sind kaum die wünschenswerten Stolpersteine in der Ausbildung unauffällig mit eingebaut, die zu einer entsprechenden Selektion führen müssten – wie auch? – wenn es selbst unter den Ausbildern keine Gewähr für die Verfügbarkeit solcher Mindest-Voraussetzungen gibt.

Ich selbst erinnere den eher spaßigen und peinlichen, in Wirklichkeit aber wahrlich lästigen, gar skandalösen Fall, bei dem ein höchst-klassiges Fahrzeug einer der bekannten Deutschen Nobel-Marken (damals als Leihwagen) vollständig inkapazitiert wurde durch eine einzige Birne in der Bremsleuchte, die da nicht hingehörte. Machen Sie es mal einem Laien plausibel, warum die Ansprache der Bremsleuchte über die wahrlich komplexe Fahrzeug-Elektronik erfolgen muss – statt schlicht über einen mit dem Bremspedal, allenfalls mit einer anderen mechanischen, funktionsrelevanten Komponente der Bremsanlage verbundenen Schalter.

Dieser Einbau der „Birne“ möglicherweise gar durch einen Laien, der sich selbst geholfen hatte, wäre zu verhindern gewesen, wenn solch‘ ein Einbau – wie wir in der Umgangssprache sagen – idiotensicher verunmöglicht wäre. Die Franzosen haben für diese ja bei uns auch ständig eingesetzte Methode der Verhinderung von – beispielsweise – fehlerhaften Anschlüssen den Begriff détrompeur. Mir ist ein äquivalenter Ausdruck in der Deutschen Sprache nicht bekannt.

Détrompeur…. oder wie immer wir es nennen wollen, sollte durchaus ein Ausbildungsfach an den Hochschulen sein – zumal in der Ausbildung von Software Entwicklern – vulgo: Programmierern!

Im Grunde genommen handelt es sich bei dem von Ihnen angesprochenen Thema um zwei Ebenen – das System-Denken, wie erwähnt; und – zweitens – um die Beherrschung der Programmiersprache. Eine Sprache kann man lehren und lernen. Das schließt aber beim Nutzer der Sprache noch lange nicht sprachliche Mängel und Schwächen aus – Orthographie, Grammatik, Interpunktion, etcetc. Fehler dieser Art lassen sich mit den entsprechenden Prüf- (= Logik-) Programmen abfragen – mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch finden. – Das Auffinden von System-Schwächen ist indes eher reine, clevere, hell-wache, sehr aufwendige Handarbeit.

Hier noch ein geradezu klassisches Beispiel für leichtfertig mangelhafte System-Analyse. Bedeutende Verteidigungs-Einrichtungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs waren mit beeindruckender Artillerie-Feuerkraft ausgestattet – Atlantikwall, die Schweizer Grenzverteidigungs-Anlagen; sie erwiesen sich als nutzlos – weil sie nicht nach „hinten“ schießen konnten – dahin, wo die Luftlandetruppen des Feindes landeten, oder hätten landen können. – Hans von Schack


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Der Autor macht im Artikel (zu Recht) seinem Ärger Luft, über die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität in diesem Land. Aber warum hört er nach Diesel, Fleisch und Kernenergie auf? Weil wir uns am Ende des Tages erschöpft auf die Couch setzen und Es gut sein lassen wollen. Wahrscheinlich hat Steven Hawking mit seiner Prognose Recht, dass der Menschheit nur noch 100 Jahre auf diesem Planeten bleiben. Aber warum melancholisch werden ob der ganzen erschütternden Prognosen, wenn ich auf der nächsten Seite der Zeit erfahre, dass ich den neuen Mercedes 220 Diesel :) für nur 539€/Monat leasen kann.  – Johannes Stockerl


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Ich bitte Sie um Ihre Telefonnummer!

Denn einen Feldhasen zu erblicken, ist in Deutschland abseits urbaner Gebiete so schwer nicht. Daß man in einem Artikel wie dem Ihren unterschwellige Dramatik bemüht, ist nachvollziehbar. Jedoch ist die Entwicklung der Population der Feldhasen dazu schlecht geeignet.

Eine wenig aufwendige Recherche bei einschlägigen Verbänden – zum Beispiel dem WILD-Monitoring – hätte hier genügt. – Dr. Martin-Christoph Henes


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Erstaunlich die Zeit kann sogar verhältnismäßig nah dem Skandal der Korruption und Erpressung der Politk durch die Autoindustrie kommen.

Also Wählen müssen wir nicht mehr gehen die Vorstaende der Automobilindustrei bestimmen inzwischen allein den Kanzler Nachdem die Banken Kastriert sind.In der Logik ist Mutti ja im abseits denn VW bestimmt die Politik insbesonder der SPD von Schroeder,Weil jetzt Schulz und Daimler die Gruenen und den Kretschmar und BMW den Dobrint so alles im Griff auf dem sinkenden Schiff.

Statt Gipfel der Diesel Strategie und weitere Subventionen gehöhren die Manager Verhaftet und Angeklagt und Ihre Komplizen in der Politik  mindest abgewählt aber Punktgnauer wg. Beihilfe oder Mittäterscaft gleich mitangeklagt .

Die These von Ihrem Kollegen Bernd Ulrich das die Grünen das richten ist ebenso Falsch wie Unbewiesen  Berd Ulrich ist wohl Fan oder Mitglied der Grünen  untragbar für eine Objektive Presse . Es ist nicht auszuschliessen das die Gruenen inn der Bundespolitik Obsolet werden bei dem Spitztduo sehr berechtigt und nachvollziehbar.

Die von den Gruenen sicher angetriebene und von Frau Merkel dilletantisch und im ergebnis falsch weiter geführte Energiewende ist gescheitert im Ergebnis steig die Umweltverschmutzung weil nur noch Kohle verstromen dafür wird Braunkohle und Importkohle aus Suedamerika wo die Natur überall dafür zerstörrt wird.

Ich habe Ihrem Kollegen geschrieben  und sende Ihnen das weiter ,ich denke sie sollten im Haus mal das ausdisqutieren ich bin gern bereit mit Ihnen allen und Herrn de Lorenzo das mal zu erörtern .Ich halte die Verweigerung der Interlektuellen ( wo sind die Zornigen Alten Männer H.S ist ja leider gestorben )  sich mit den Vakum der Politikkaste der Berufspolitiker die 4 Jahre weiter versorgt sein wollen auseinanderzusetzen und über das Jahr 2030 hinaus zu denken und vernünftige Strategien zu entwickekn. – Harald Ulrich Dipl.-Ing.


Leserbrief zu „Wer hat die Hosen an?“ von Michael Thumann

Abgesehen davon, dass schon die Überschrift in ein anderes Zeitalter gehört, nämlich in die Zeit, da nur Männer Hosen trugen und den starken Mann markieren mussten in der Beziehung , finde ich die knappe Männerbadehose einfach nur geschmacklos.

Wenn Sie eine normale Hose eingesetzt hätten, wäre die Überschrift noch tolerabel gewesen, die tragen seit langer Zeit auch die Frauen. So gewinnt man den Eindruck es ginge nur um Männergeschichten, dabei ist die Freiheit aller Menschen in der Türkei bedroht und unsere Politiker lassen sich, zum Glück auf diese Machogesten nicht ein. – Christa Schmid


Leserbrief zu „Ich bin raus“ von Stefan Schmitt

Durchaus nachvollziehbar, der Kirchenaustritt mangels religiösen Bewusstseins. Daraus den Schluss zu ziehen, dass, wer Mitglied der Kirche ist, nur noch nicht ausgetreten ist, zwar auch, aber nur unter der Voraussetzung, dass alle Kirchenmitglieder die Befindlichkeiten von Herrn Schmitt teilen. Dies jedoch ist mehr als fraglich. Zur Kirchenmitgliedschaft gehört zumindest die Bereitschaft zu finanzieller Solidarität, die als Motiv Glauben voraussetzt. – Christoph Schuster


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gielsemann

Keine Angst. Ich möchte Sie weder kennenlernen noch einen Mail-Kontakt oder irgend sowas in der Art. Ich möchte nur weiterhin Texte von Ihnen lesen. Ihr Text über Ihre Schüchternheit war groß! Richtig groß!
Das wollte ich Ihnen als Nicht-Schüchterne und Nie-Leserbrief-Schreiberin sagen. – Sabrina Lincke


Leserbrief zu „Die Rote Flora nervt“ von Ulrich Greiner in ZEIT:Hamburg

`AARGH` war die meine erste und auch die bleibende Reaktion auf Ihren  Artikel zur Roten Flora. Und  die zweite , dass ich mein Abo bei der ZEIT  deswegen kündigen möchte. ich kann nicht verstehen, wie man in einer Zeitung, die sich wie aktuell  `das leben der Reichen` titelt und oft das Elend der Welt, das leider  oftmals viel mit diesen Reichen und Mächtigen zutun hat, zum Thema hat  und sich als links.liberal geriert, so einen verkniffenen kleingeistigen  angstvoll bürgerlichen, die Stadt weiter spaltenden  Kram schreiben  kann, der den Geist von de Maiziere und Altmaier in sich trägt, oder die  Ihren?

Das ist einfach nur AARGH! Da ist ja die MOPO und Abendblatt  aufgeklärter und differnzierter.  Auch mir standen nach dem schrecklichen G20 Wochenende die Haare zu  Berge war und bin bis heute schockiert und wenn ich einen der  Rotfloristen in den Tagen danach getroffen hätte, hätte ich ihn mir  liebendgerne vorgeknöpft. Ich bin keine `Anhängerin` der  Flora, auch  wenn ich vor 20 Jahren dort gewesen bin, aber ich möchte, dass  es so  einen Ort wie die Flora weiter geben kann, auch wenn die attitudes von  einigen der Macher nerven. Auch mir geht die Selbstherrlichkeit, deplazierte Arroganz und  Selbstüberschätzung der Autonomen /Floristen oft genug gegen den Strich  und nach dem Randale-Wochenende hätte ich mir auch mehr Selbstkritik  und Demut von den führenden Köpfen gewünscht.

Obwohl man inzwischen  weiß, dass die `Randale` zum großen Teil nicht von den Autonomen aus dem  Umfeld der Flora ausging, trotzdem trägt sie auch Verantwortung für  einen Teil der Geschehnisse. `Unerträglich`sind für mich trotzdem nicht  die Floristen. `Unerträglich ist, wie die Flora seitdem zum Gegenstand  von medialer und politischer Hetze gemacht wird, wie die Geschehnisse  rund um den Gipfel verdreht und benutzt werden, wie die Politiker  argumentieren,und dass ein  Herr Dudde noch im Amt ist. Das ist ´Unerträglich `und  skandallös. Wie man auch inzwischen weiß, hat die Strategie der Polizei  auch einen nicht unerheblichen Anteil an der Eskalation, von ihren  Übergriffen auf Unbeteiligte und friedliche Demonstranten mal ganz zu  schweigen. Darüber sollten Sie schreiben. Unerträglich ist,dass Sie mit Ihrem und einigen anderen  Artikeln vor allem aus dem Hamburg-Teil Ihrer Zeitung der (un)rechten Meinungsmache auch noch in den  Mund schreiben. Ich sehe die  politische Haltung und die daraus  abgeleiteten Aktionen der Roten Flora durchaus kritisch zum Teil sogar  fragwürdig, aber dass das `System` des entfesselte Kapitalismus, gegen  das sie angeht und -steht, an allen Ecke und Enden krankt und  selbstzerstörerische Tendenzen hat, ist ja wohl auch an vielen Ecken und  Enden dieser Welt sichtbar. Wie und in welchem Rahmen man dagegen  Widerstand leistet und leisten kann ist ein schwierige Frage.

Mit ein  paar Luftballons ist es sicher nicht getan. Was ist krimineller? Leerstehende Höuser zu besetzen, die von Ihren  Besitzern als Spekulationsobjekten benutzt werden in Zeiten von einem  Mangel an bezahlbarem Wohnraum, oder das Handeln der Hausbesitzer und  der Politik, die das erlaubt? Nur weil es die Gesetze erlauben, heißt  das nicht, dass es aus anderer Sicht nicht kriminell ist. War es nicht  richtig, das Gängeviertel zu besetzen und die Bauten vor dem Abriss zu  bewahren? Die Stadt Frankfurt hätte jetzt, Ironie der Geschichte,kein  sündhaft teures Altbau-Westend, wenn in den 70ern die Häuser nicht  besetzt geworden wären.  Frau Deuflhard hat Recht. Die Flora ist ein Monument des Widerstands.  Vielleicht ist sie nicht mehr  `zeitgemäß`,  was Ihrer Argumentation,  dass sich Künstler und Kreative gerne im Dunstkreis des Hippen bewegen,  widersprechen würde. Aber was ist `zeitgemäß`? Ein weiterer Budni oder  Dat Backhus, die Hamburger Variante von Starbucks in den Räumen?  Vielleicht ist es vielmehr der `Dunstkreis der Freiheit`, den ein Ort  wie die Flora noch immer attraktiv macht. Freiheit die zu einm raren Gut  wird in der heutigen sicherheits,-und kommerzfanatischen Zeit. Sie  zeichnen ein Bild der Flora, in dem es den Machern nur um Zerstörung  geht, tatsächlich ist die Flora vor allem ein unkommerzielles  Kulturzentrum, in dem Konzerte stattfinden, unkommerzielle  Soliveranstaltungen, die sonst nirgendwo stattfinden könnten.

Es gibt  eine Volksküche, eine Selbsthilfewerkstatt, etc pp. Am nächsten  Wochenende zum Beispiel findet die QUEERFLORA statt, ein Party zugunsten  LesbischSchwuler Projekte.   Wann sind Sie, oder sind Sie jemals in der Roten Flora gewesen? Wie wäre es , wenn Sie und die gesamte Hamburg -Redaktion mal einen  Ausflug dorthin unternehmen, bevor Sie sich mit den Krakeelern weiter  gemein machen. Eine ´Rumpelkammer` wie Sie es nennen, ist manchmal kein so schlechter  Ort. Man kann dort interessante Dinge wieder-finden. Würde Ihnen  vielleicht auch gut tun. – Judith Düsberg


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Großartig: Die ZEIT und insbesondere der Autor dieses Artikels entdecken grüne Alternativen zur bisherigen Politik der Kanzlerin! Ziehen sogar „die bittere Bilanz einer politischen Havarie“! Die ist so klar und faktenbasiert, dass ein Leser-Wähler sie durchaus als Weckruf nicht nur an und für die Grünen, sondern auch an die Kanzlerin verstehen kann, über andere Koalitionen nachzudenken als jene, die überwiegend dem Machterhalt dienen und einem fast risikolosen Weiterregieren.

Dies ist umso wichtiger,  je klarer sich abzeichnet, dass mit der SPD und ihrem ebenso glücklos wie ungeschickt agierenden Kanzlerkandidaten kaum erfolgversprechende Regierungsalternativen zu erwarten sind. Nach den vielen sozialdemokratischen Hinweisen zur sozialen Gerechtigkeit benötigt allerdings auch das Sozialprofil der Grünen noch einige Nachhilfe, um vor allem gegenüber den „Dienstleistern der Unternehmen“ erfolgreich punkten zu können. – Eckhard Heumann


Leserbrief zu “ Über freies Schreiben und die Schere im Kopf“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Lassen Sie bitte ihr „bis auf weiteres“ nicht zu lange währen. In der heutigen Zeit wird viel zu wenig politisiert und konstruktiv gestritten. Politik Al correctness ist ein hohes Gut aber das Abgleiten in Ängstlichkeit um mögliche Mikroaggressionen nimmt uns eine Streit Kultur zur Weiterentwicklung.

Ich war sicher nicht immer ihrer Meinung, habe sie aber geschätzt und also eine Bereicherung unserer Meinungsvielfalt wahrgenommen. Und war ich Ihrer Meinung hatte ich einen Bruder im Geiste, der eloquent zugespitzt hat.

Berauben Sie mich nicht einer kleinen Freude, in dem sie ihre Gedanken zu lange an vielleicht Terrassenbegrünung oder Blumenkübeln verschwenden.

übrigens, das mich einer ihrer Kolumnen zu Tränen rührte werde ich ihnen als Mann der älteren Generation selbstverständlich nicht verraten.

Kurz gesagt viel Freude beim Durchstöbern politisiert Themen. Sollten sie sich doch langweilen, denken sie an mich. – Georg von Boyen


Leserbrief zu „Wir sind auf uns gestellt“ von Joschka Fischer

Ich danke für ihren Artikel: objektiv, zeitgemäss, realistisch,und belehrend.  – Alessandro Massaro


Leserbrief zu „Sie nennen es Wahlkampf“ von Peter Dausend und „Martins Flucht“ von Matthias Geis

Schulz und die SPD haben es nicht verdient, zum 2. Mal in Folge in einem Leitartikel ’niedergeschrieben‘ zu werden. Hier tritt eine Partei mit Gestaltungswille an, es ist nicht so, das in unserem Land kein Verbesserungsbedarf besteht. Welche Themen bringt die CDU auf’s Tablett?

Ich sehe nicht, was die CDU – ausser Merkels bekanntes Gesicht und somit die Illusion von Sicherheit, manchmal auch ‚alternativlose Schluckaufpolitik‘ – zu bieten hätte. Bitte hierzu mal einen Leitartikel.

Oder kann es sein, das die SPD mit ihren Themen doch einen Nerv trifft, wir verwöhnten, bequemen Deutschen uns dadurch einfach gestört fühlen, und Schulz somit in diversen Artikeln klein geschrieben werden sollte?

Dausend spricht das ja auf Seite 5 im Artikel über den Wahlkampf von Stefinger, CSU offen aus: Diese Nichtinhalte findet Dausend ‚lässig‘.

Wahrscheinlich bin ich ein paar Jahre jünger als Geis und Dausend, und habe einen Sohn – der vieles, was heute versäumt wird, wird ausbaden dürfen -, so das ich Visionslosigkeit und mangelnden Gestaltungswillen tatsächlich mindestens leichtsinnig finde.

Wohin diese Art der Politik geführt hat, blitzt zumindest im Artikel von Ulrich auf Seite 3 auf. – Christina Brieger


Leserbrief zum Titelthema „Das Leben der Reichen“

Die Zeit, die Zeitung für die Reichen, befragt für ein Titelthema die

Dienstleister: was ein akrobatischer Akt! Ungefähr so wie die Deutsche Bank sich nun wieder Privatkunden besorgt, indem sie kleinere Banken kauft und die Filialen schließt. Kann leider seit der Studienzeit vor 40 Jahren auf die Lektüre Eurer Zeitung nicht mehr verzichten, aber es wird immer lustiger. – Manuel Plücken


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Danke für Ihre treffende Beschreibung der „schein-ökologischen“ Politik der letzten Jahre, sowie des Zustands der Partei der Grünen.

Wie überall im Leben kommt es auf die innere Haltung an: Handele ich aus Opportunismus gelegentlich ökologisch oder ist die Bewahrung der natürlichen Ressourcen mir eine Herzensangelegenheit, für die ich auch dann eintrete, wenn mir dadurch persönliche Nachteile entstehen.

Solange noch ein Funken Hoffnung besteht, dass die Grünen ihr Kernthema „Erhaltung des Lebens auf der Erde“ nicht aus den Augen und dem Herzen verliehren, ist eine Mitregierung der Grünen unverzichtbar.

P.S. Auch außerhalb der politischen Parteien suchen Menschen und Institutionen nach Lösungen für die immer sichtbarer werdenen Fehlentwicklungen. Kennen Sie die politischen Forderungen 2017 der GLS Bank (in der Anlage)? Bereits vor 40 Jahren hat mein „grüner“ Erdkundelehrer darauf hingewiesen, dass Schäden in der Natur auf Kosten der Gemeinschaft in einer Marktwirtschaft nur durch konsequente Anwendung des Verursacherprinzips (ehrliche Preise) vermieden werden können. Er wurde von der Mehrheit seiner Kollegen und Schüler nur belächelt. – Christine Tischer


Leserbrief zu “ Was Lehrer lernen müssen“ von Martin Spiewak

Evidence – based journalism…., das wäre doch auch mal einen Versuch wert beim Schreiben über die Realitäten im Tätigkeitsfeld anderer Berufsstände. DAS Berufsverständnis DER Lehrer – angeblich weitgehend in der Breite noch immer gänzlich wissenschaftsbefreit, nur wenigen helfe Wissenschaft „bei der Arbeit“…evidence – based geht auch in den Medien differenzierter, insbesondere wenn zuvor das zu untersuchende Phänomen ‚lernen‘ präzisiert worden ist. Was genau z.B. lerne ich am Gymnasium , egal ob ich 8 oder 9 Jahre die Schule besuche, wie im Artikel behauptet, was aber nicht oder nur unzureichend? – Martin Hoffmann


Leserbrief zu „Sommer, Sonne, Risiko“ von Katrin Schmiedekampf

Ich lese gerade den Artikel ‚Sommer, Sonne, Risiko‘ und werde so wütend, dass ich Ihnen kurz eine Rückmeldung geben möchte. Die Autorin vermittelt den Eindruck, als wäre allein ein zu erwartendes Bußgeld das Risiko, welches man gegen eine mögliche Ersparnis monetär abwägen muss. Die Betitelung der Farbabstufung rosa schlägt setzt noch einen drauf: ‚das lohnt sich: hier können Sie ruhig ein paar Tage früher los, wenn sie ein Schnäppchen finden‘. Wie um Himmels Willen kommt die Zeit dazu, solcherlei Empfehlungen auszusprechen, in einem Artikel in dem auch LehrerInnen zitiert werden, die von immer dreisterem Elternverhalten berichten? Der moralische Aspekt dieses Fehl- und falschen Vorbildverhaltens von Eltern wird vollkommen ausgeblendet, ebenso die Reflexion der Frage, warum solche Bußgelder überhaupt verhängen werden und was an dieser Art Reiseplanung sonst noch anstößig sein könnte. Wie so oft hilft die einfache Frage: will ich, dass das alle so machen? Und wie wäre es, wenn ein ebenso an die Schulferien gebundener Lehrer einmal ein paar Tage früher in die Ferien gehen würde, weil es günstiger für ihn und seine Familie ist…

Ehrlich, solche Artikel bitte nicht in der Zeit, das könnt ihr besser.  – Anika May


Leserbrief zu ZEIT:Hamburg

Zwei Paginierungen (in meinem Fall Hamburg-Beilage) sind doof. – Dr. Helmut Kroll


Leserbrief zu „Zu lange ignoriert“ von Susanne Kaiser

Ich glaube auch, dass die Handelsvertraäge nicht fair sind. Sie  bevorzugen immer den Stärkeren, der Schwächere muss sich fügen. Es  erübrigt sich darüber zu klagen und Fairness einzufordern. Hier muss  sich etwas ändern, wenn jemals die Menschen am Ort gehalten werden sollen.  Aber ich habe ein Anliegen, Ich weiß zu wenig über diese Vertrtäge,  andere sicherlich auch. Können Sie da nicht mal recherchieren und mehr  darüber schreiben. Es lohnt sich bstimmt, die generellen  Ungerechtigkeiten aufzuzeigen und dann einzelne Problem auch zu schildern. – Jürgen Kirschning


Leserbrief zu „Tanz der Tugendwächter“ von Hanno Rauterberg

Vielen Dank für diese treffende Analyse! Die fortgesetzte philosophische Entmündigung der Kunst, wie sie Arthur Danto benannte und beklagte, hat definitiv einen neuen Höhepunkt erreicht. So bedurfte es keines Propheten, um mit der Finanz- und auch der Flüchtlingskrise eine Masse an institutionellen Kunstausstellungen mit äusserst fragwürdiger ästhetischer Qualität vorherzusagen. Nennen wir es also beim Namen, was uns da als Kunst verkauft werden soll: Sozio-, Öko- und Politkitsch aller Art. Die Vermeidung ästhetischer Fragestellungen scheint übrigens systemisch, so sieht man sie auch bei Ausschreibungen zu Stipendien oder Wettbewerben: ohne Bezug zu Tagesthemen hat der Künstler kaum eine Chance. Formale Kriterien? Meistens Fehlanzeige! Nicht wenige Künstler passen sich dem an, weil es für die Karriere förderlich ist. Bleibt zu hoffen, dass Artikel wie der Ihre zum Umdenken anregen! Kunst dreht sich in erster Linie um Formgebung, es ist ihr Wesen, ihr Kern. Man kann es nicht oft genug wiederholen. – Peter Braunholz


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Pardon, aber die Aussagen sind teilweise völliger Unsinn.

Erstens verliert sich die grüne Verbotspartei fast ausschließlich auf bedeutungslosen Nebenschauplätzen und ist kaum in der Lage, die wirklichen Probleme auch nur zu thematisieren, geschweige denn zu lösen. Zweitens gibt es nur wenige Länder, die im Hinblick auf erneuerbare Energie so aktiv sind wie Deutschland und die Kohlenemissionen anderen Staaten überlässt. Drittens ist es nicht nur die deutsche, sondern die globale Autoindustrie, die sich seit jeher durch die Weltwirtschaft trickst. Und viertens zählt Deutschland nicht unbedingt zu den fleischintensiven Volkswirtschaften, da liegen im Verbrauch respektive Produktion andere Länder deutlich voran.

Ein solches Maß an Desinformation ist einem Qualitätsmedium nicht würdig.   – Mag. Martin Behrens


Leserbrief zu „Wir sind auf uns gestellt“ von Joschka Fischer

Meine verbliebenen Kenntnisse aus dem Erdkundeunterricht sagen mir, dass Russland ein Teil von Europa ist (nicht aber die Türkei). Ich habe noch nirgendwo gelesen oder gehört, dass angedacht wurde, Russland in die EU zu integrieren. Starke Argumente sprechen bei der gegenwärtigen politischen Konstellation dafür. Sind die, die dagegen sprechen unüberwindbar? Würden die Russen ablehnen? Kulturell und wirtschaftliche gehört Russland eher an unsere Seite als mancher angedachte Kandidat.

Die Schwächung der EU durch den Verlust Englands erfordert in der Tat eine gewaltige Frischzellentherapie. Angesichts der Querelen mit Polen und Ungarn ist eine Reduzierung auf einen verlässlichen Kern in der EU die weniger schöne Alternative. Die Probleme in der Ukraine wären vielleicht einfacher zu lösen. Das Zusammenkommen von Rohstoffen und technischem know how könnte eine rasante Wirtschaftsentwicklung einleiten. Wir sollten nicht vergessen, dass Russland eine Atommacht und in der Weltraumtechnologie führend ist.

Deutschland würde aus der ungeliebten Führungsrolle erlöst, zusammen mit Frankreich entstünde ein politisches Gewicht, dass in der globalisierten Welt eine Rolle spielen könnte. Eine solche Allianz müsste keineswegs gegen den Westen gerichtet sein, sie könnte aber einem Herrn Trump auf Augenhöhe begegnen.

Ich würde mich in einer EU mit Russland als Partner sicherer fühlen. – Dr. Raban Grundmann


Leserbrief zu “ Über freies Schreiben und die Schere im Kopf“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Haben sie es tatsächlich geschafft, diese grün-linken Meinungspolizisten und ihre shit Storm Trolle, sie sturmreif zu schießen. Wir wissen doch, dass dies nur die schreiende Minderheit ist (noch). Warum werfen Sie das Handtuch und versagen meiner und vielen andere Menschen, die Ihre Meinung teilen und froh sind, das sie ausgesprochen wird, jetzt deren Stimme. Sie haben das gerade in letzter Zeit so gut beschrieben, Wahnsinn Wahnsinn genannt.  Nichts hassen diese Fundamentalisten doch so sehr, wie die Ironie und den Spiegel der Lächerlichkeit. Und glauben Sie ja nicht, das man Sie jetzt in Ruhe lässt. Erst wenn Ihre Texte auf deutschem Schlagerniveau sind oder Sie völlig schweigen, könnten Sie damit rechnen.   Ich mache mir langsam Sorgen um unsere Demokratie.  Wie soll sich da noch etwas ändern? Wenn der Klügere immer nachgibt, wer wird dann bald das Sagen haben?  Das hatten wir doch alles schon, mehrmals in unterschiedlichen Varianten, doch mit stets den gleichen Methoden.  – Dr. Bernhard Jung


Leserbrief zu „An den Grenzen der Macht“ von Alice Bota Und Sebastian Bolesch

Legte grade etwas verärgert das aktuelle Dossier beiseite. Das stereotype Russlandbashing mag ja gegenwärtig im Trend liegen, aber von ‚Der Zeit‘ erwarte ich grundsätzlich eine etwas ausgewogenere

Berichterstattung- alles andere ist ihrer unwürdig. Bota und Bolesch sollten sich ihre ersten Meriten möglicherweise in einer anderen Rubrik er-arbeiten.

Einseitigkeit ist zumeist eines der ersten Indizien von Starrsinn und Erstarrtheit, ich hoffe daß mir meine Zeit, allem Mainstream zum Trotz, weltoffen und objektiv-liberal erhalten bleibt. – Berthold Merkt


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Matthias Wissmann, oberster Lobbyist der Automobilindustrie, behauptet, das NOX-Problem der Dieselautos lasse sich mit einem Software-Update lösen: eine Reduzierung um 25% sei möglich. Naiv zu glauben, oder dreist wider besseren Wissens zu behaupten, dass die Ingenieure unter dem Druck der Ereignisse plötzlich so viel intelligenter sind als damals bei der Motorenentwicklung. Die bereits 2013 von Audi-Technikern an den Vorstand gerichteten Warnungen, wie jetzt (hoffentlich gerichtsfest nachweisbar) herauskam, zeugen davon, dass man genau wusste was man tat. Renommierte Motorexperten sagen schon immer, dass eine emmissions-optimierte Steuerung der Abgasanlege mit nicht unerheblichen Nachteilen bezüglich Verbrauch, Leistung und Wartung/Lebensdauer einhergeht, wenn man die Abgasanlage nicht entsprechend aufrüstet. Das beantwortet die Frage, warum die Schummelsoftware überhaupt installiert wurde.

Eine neue Motorsteuerung, die auf eine Verbesserung der Abgaswerte auch im Strassenbetrieb abzielt, wird also – allenfalls in abgeschwächter Form – o.g. Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Die Hersteller behaupten etwas anderes, ohne Beweise vorzulegen, geschweige denn Garantien abzugeben. Es handelt sich also um eine neue billige Mogelpackung, die angeboten wird, um eine echte Nachbesserung, nämlich eine kostenträchtige Hardware-Nachrüstung, zu vermeiden.

Der Bundesverkehrsminister und die Hersteller halten die jetzt drohenden Fahrverbote für eine schlechte Lösung. Vielleicht würden diese Leute das in einem anderen Licht sehen, würden sie einmal, wie es mir an einem feucht-kalten Dezembertag in Berlin-Neukölln erging, zwei Kleinkinder im Buggy zur Kita bringen. Da schlängelt man sich durch den dichten, mehr stehenden als fahrenden Berufsverkehr; ein Grossteil der Autos, mit Dieselmotor und Mogelsoftware ausgestattet, stösst seine NOX-beladenen Abgase genau auf der Höhe aus, aus der die Kleinen ihre Atemluft beziehen.

Auch wenn diese Angelegenheit im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stinkt: das Geld, das die Hersteller durch Nichteinbau funktionierender technischer Lösungen sparen, stinkt in ihren Augen offenbar nicht. – Dr. Rainer Greffrath


Leserbrief zu „Und zack, ist das Geld da!“ von Cathrin Gilbert

lhre Autorin Cathrin Gilbert scheint immer am Ball zu sein. Thomas Fuhrmann sollte die Kollegen auf dem Platz lieber abziehen. Das ist für mich Geldverschwendung. Keiner will das hören, was da oft für ein Quatsch geboten wird. Die Spieler wollen das nicht und die meisten Zuschauer auch nicht. Wenn das ZDF sparen will, wogegen nichts einzuwenden wäre, dann sollte sie damit anfangen.  Und die Berichterstattung ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

Es wäre ratsam, nur Sportjournalisten zu engagieren die auch die Fußballregeln kennen. Zum Beispiel: Die liegen fast immer beim Handspiel falsch.  Die Schiedsrichter sollten auch auf den Prüfstand. Die gehen mir zu großzügig mit den Regeln um. Die meisten Tacklings sind regelwidrig.  Die Folge sind die unverhältnismäßig hohen Spielausfälle der Kicker. Abgesehen davon, daß die Fußballkultur darunter stark gelitten hat. Das sollte Thomas Fuhrmann auch als seine Aufgabe sehen, wenn er von  Kritik spricht. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der Prozess“ von Christine Lemke-Matwey

In keinem anderen Land dieser Erde liegen diese beiden Bereiche weiter auseinander als in Deutschland. Schaut man aber genauer hin, liegen beide Bereiche in keinem anderen Land dieser Erde inniger zusammen als in Deutschland.

Beethoven, die 9. Symphonie, ist nichts zum Feiern, wenn dabei die Realität als Barbarei „Barbarei“ gelassen wird. Der Text Schillers ist revolutionären Geistes! Die Musik Beethovens auch! Bei Wagner ist es nicht wesentlich anders. Wagner hat am Ende, bei der Götterdämmerung das Volk erwartet, und der König kam. In der Götterdämmerung erstirbt die gesamte alte Welt, die Welt der Falschheit und des Betrugs, der falschen Verträge und der falschen Schwüre, der falschen Karrieren und der falschen Beziehungen. Bis in die Religion hinein geht dies. Danach, im Untergang, aus dem Untergang dieses Falschen ersteht die Utopie einer Neuen Welt. Der Ring zeigt die Genese dieses Falschen auf, seine Strukturen und seine Realitäten. Darin ist Wagner kein „Rechter“ gewesen, sondern  ein Aufklärer. Von den Nazis wurde er okkupiert.

Der Kapitalismus heute ist ein Saustall. Niemand kann die Eurokrise und die Potentiale darin, die Potentiale der Destruktivität weltweit leugnen. Wer heute nach Bayreuth fährt und „Kultur“ feiert, ist nicht recht bei Sinnen. Dieses „deutsche Syndrom“, sich in Schale zu werfen, nach oben zu streben aber nach unten zu treten, ist ein Meisterwerk übelster Art. Jede Kritik heute am Kapitalismus wird in Deutschland mundtod gemacht. Alleine das ist gegen-kulturell. Kultur ist nicht das, was über den Dingen steht, was die Barbarei verschleiert und wie eine metaphysische Blase ins Jenseits des Politischen erhebt, sondern Kultur ist immer nur inmitten der Politik, inmitten der Wirklichkeit. Es gibt keine Zwei-Welten-Theorie, es sei denn, eine verlogene.

Merkels Auftritt in Bayreuth, und nicht nur da, ist das „Deutsche Syndrom“ – man will feiern! „Wir haben es schon wieder einmal geschafft“! Wer Kritik am Falschen übt, wird als Pöbel abgekanzelt. Aber eine Kultur der Verschleierung ist allemal keine Kultur, sondern Verschleierung.

Wie viele falschen Verträge gibt es zwischen Putin und Trump? Wenn der Westen – insgesamt – ökonomisch nicht auf falschen Verträgen basierte, gäbe es keinen einzigen Welt-Flüchtling! Oder?

Was also treibt diese Frau in Bayreuth? Es ist eine Farce. Lächerlich ist, wer so ins Offenkundige hinein-lügt. Und dieses Lügen in die Abgründe des Seins hinein ist eben keine Kultur, so „kulturell“ sie auch immer sie sich gibt.

Kurzum: weder an Beethoven nach an Bach noch an Wagner noch an Hegel nach an Marx noch an Platon ist je etwas zu feiern.

Sondern all dies ist einzig und alleine im realen Kontext des Seins zu prüfen und dann ist darauf Ausschau zu halten, ob dieses Sein seinem Begriffe, dem nämlich des Rechtes und dem der Wahrheit, entspricht oder nicht. Diese kritische Distanz von Sein und Schein, von Sein und Wesen wäre einer politisch-kulturellen Geste, oder eines politisch-kulturellen Textes, oder einer politisch-kulturellen Aussage und Perspektive wert: dieses aber gibt es von Merkel nicht. Dazu reicht dann doch die intellektuelle Kapazität, die moralische Dignität nicht.

Und das, und nur das ist das „Aufmarschieren“in Bayreuth in seinem wirklichen Grunde. – Roman Caspar


Leserbrief zu „Und zack, ist das Geld da!“ von Cathrin Gilbert

„Ein bemerkenswertes Interview das punktgenau enthüllt, wie es um den Sportberichterstattung im ZDF – aber ebenso in der ARD – bestellt ist. Im halbseitigen Gespräch mit dem Leiter der Sport(?)-Redaktion des ZDF kommt das Doping-Problem in einer Zeile und Olympia in zwei Sätzen vor – der Rest dreht sich einzig und allein um Fussball: Bundesliga, Champions League, Relegation, Confed-Cup, Nations-Cup usw. usw. Kein einziges Wort über Basketball, Eishockey, Handball, Tennis, Volleyball oder über eine andere Sportart. Genauso fühlt es sich in der Sport(?)berichterstattung von ARD und ZDF an und ein weiteres Mal wird klar, welche Sportart die öffentlich-rechtlichen Gebührenzahler finanzieren: ausschließlich FUSSBALL! Herzlichen Dank für so viel Pluralität!“ – Holger Kintscher


Leserbrief zu “ Was Lehrer lernen müssen“ von Martin Spiewak

In Ihrem Beitrag würdigen Sie den Beruf des Lehrers auf eine Weise herab, die nicht zu akzeptieren ist, da sie einen ganzen Berufsstand diskreditieren und ihn auf die Ebene von angelernten, nicht professionell handelnden Akteuren stellen.   In Ihrem Beitrag behaupten Sie, ein Lehrer unterrichte, „wie er es irgendwann einmal im Studium gelernt“ habe. Nach dem Studium finde also keine weitere berufliche Qualifikation mehr statt, was schlicht und ergreifend falsch ist.   Damit vermitteln Sie den Eindruck, dass ein ganzer Berufsstand seinen Aufgaben ohne wissenschaftliche Berufsausbildung nachgebe, wohingegen die von Ihnen hoch geschätzten Mediziner ihren Beruf nach wissenschaftlichen Methoden ausübten.   Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Lehrer nach dem wissenschaftlichen Studium ein Referendariat auf der Grundlage von wissenchaftlichen Erkenntnissen absolvieren und dass sie auch in ihrer beruflichen Tätigkeit danach an Fortbildungen teilnehmen, die auf der Grundlage ständig aktualisierter wissenschaftlicher Erkenntnisse stattfinden. – Birgit Gnoyke


Leserbrief zu „Martins Flucht“ von Matthias Geis

Warum wird eigentlich immer nur  die SPD dazu aufgerufen, daß weltweite Solidarität zu üben sei, daß das Wohlstandsgefälle zwischen den überaus unterschiedlichen  Volkswirt- schaften der Welt, zwischen in der Moderne immerhin  angekommenen Staaten einerseits  und den sogenannten „failed states“, also staatlichen Mißgeburten,  andererseits, aufzuheben sei ??   ^Willy Brandt läßt grüßen, er sagte schon in den 6oer Jahren des vorigen Jh., der Kalte Krieg werde bald  vom Nord-Süd-Konflikt abgelöst .Der Mann hat ja total Recht behalten.-  N U R :  die SPD ist nicht die Heilsarmee Deutschlands und schon gar nicht der Welt. Ludwig Erhard hätte zu seiner Zeit gesagt: wir brauchen eine formatierte Gesellschaft, die mutige Entscheidungen fällt. War Erhard  etwa ein Naivling?   ^^ Die heutige bundesrepublikanische Gesellschaft hat ganz klare Interessen, nämlich ihren Wohlstand , fast militärisch,   gegenüber Übergriffen von außen zu verteidigen. ^^ Die Bundesrepublik heute,  2017 ,  ist kollektiv-psychisch eine große Schweiz. D i e s   ist doch das Faktum.   Martin Schulz kann unmöglich g e g e n  eine generelle Bewußtseinshaltung der Bundesrepublikaner die Interessen der Beseitigung  „globaler Ungerechtigkeit“ vertreten. Wo – auf welchem Planeten –lebt eigentlich Zeit-Autor Matthias G e i s  ??  ^^ Journalistisch ehrlich wäre es von Matthias Geis gewesen, mit sofortiger Wirkung die Bildung des Weltstaates zu verkünden. Das tut aber Geis eben  nicht.   Dies ist journalistisch unaufrichtig. Und deshalb werden immer mehr Bürger sich von der traditionellen  Journalistik abwenden, weil hier Positionen vertreten werden, die vielleicht in philosophischen Oberseminaren noch möglich sind, aber nicht in der breiten °postmodernen°  Öffentlichkeit. Wer kapiert eigentlich, daß Bürger ihre eigenen Interessen haben ??    Auch die Bürger der Bundesrepublik Deutschland? – Es schreibt hier aber bitte  kein Vertreter der  A f D ! – Sigurd Schmidt


Leserbrief zu “ Was Lehrer lernen müssen“ von Martin Spiewak

In Ihrem Artikel „Was Lehrer lernen müssen“ schreiben Sie direkt zu Beginn von dem Arbeitsalltag einer Lehrkraft ohne jegliche Leitlinien und einem Unterrichten ohne die Verpflichtung einer Rechenschaft.

In NRW verhält es sich z.B. an Gymnasien so, dass vor wenigen Jahren ein Paradigmenwechsel zu kompetenzorientiertem und exemplarischen Lehren und Lernen stattgefunden hat, der beinhaltete, dass die Kernlehrpläne und schulinternen Curricula sämtlicher Fächer überarbeitet wurden. Der Weg war ein solcher des Landes über die Bezirksregierungen bis in die einzelnen Kollegien der Schulen. Basis für diese Entwicklungen ist das kontinuierliche Reflektieren eben jener methodischen Standards als Leitlinien des eigenen Unterrichts.

Ein Instrument der Rechenschaft der Schulen über die eigene Arbeit ist die in regelmäßigen Abständen durchgeführte Qualitätsanalyse. Externe Kräfte analysieren über einen längeren Zeitraum differenziert das System einer Schule und decken hierbei Defizite auf, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu beheben sind.

Es kann sich lohnen, sich ein differenziertes Bild vom heutigen Arbeiten an Schulen zu machen – um dann womöglich festzustellen, dass sich doch Einiges gewandelt hat seit der Zeit, als man selbst mal Schüler war. – Sarin Aschrafi


Leserbrief zu „An den Grenzen der Macht“ von Alice Bota Und Sebastian Bolesch

Alice Bota und Sebastian Bolesch, An den Grenzen der Macht. Russland war nie eine Großmacht und schon gar nicht eine Weltmacht! Die UdSSR war eine Weltmacht, nicht Russland. Diese beiden Begriffe, wurden wärend des kalten Krieges

und werden heute immer noch, von den westlichen Medien aus Dummheit, Ignoranz oder bewußt befolgter Polemik immer wieder gleichgesetzt.

In sehr vielen Bereichen wie Bildung, Kultur, Sport, Politik und nicht zuletzt Wirtschaft waren die Beiträge der vielen Nationen in der UdSSR beim Aufstieg zur Weltmacht größer als das der Russen. Denn dort herrschte damals wie heute, wie die Lettlandrussin Sweta treffend feststellt, Bardak (Unordnung).

Den Beweis däfür lieferte die Völkerwanderung in der damaligen UdSSR, die mit den heutigen weltweiten Flüchtlingsströmen vergleichbar ist. Die Russen flüchteten in die Randgebiete der UdSSR, weil die Lebensbedingungen dort um Vielfaches besser warer als in der Großrepublick Russland. Daher die große Anzahl der wirtschaftsflüchtigen  Russen in der Ukraine, Baltikum, im Kaukasus oder Kasakstan und auch im Zentralasien. Ich als ehemaliger Bürger der UdSSR ( von 1949 bis 1960) kann sagen,dass die Nationalität in der UdSSR keine trennende Bedeutung hatte, das könnten die EU Bürger von den damaligen UdSSR Bürgern noch lernen!

Im übrigen Frau Bota, ihre Beweisführung, was sie auch immer beweisen wollten, steht auf sehr wackligen Füßen. Ich kann genau das Gegenteil beweisen und muß nur die entsprechenden Menschen befragen. Dafür ließe sich leicht Mehr finden, als Sie befragt haben. – Adolf Schröder


Leserbrief zu „Wir sind auf uns gestellt“ von Joschka Fischer

Fischer schreibt: „Deutschland verstand sich nicht als Teil des Westens. Seit der Reichseinigung von 1871 war die Frage seiner Zugehörigkeit Gegenstand großer kultureller Debatten.“

Dabei hatte er nur einen Absatz vorher selbst dargelegt, dass die Geburtsstunde des Westens als Wertegemeinschaft im Jahr 1941 liegt, beim Abkommen zwischen Roosevelt und Churchill in der Anti-Hitler-Koalition. Dieser Widerspruch hätte Fischer eigentlich auffallen müssen.

Allerfrühestens zeichnet sich so etwas wie „der Westen“ (oder eine Vorstufe davon) seit 1914 ab, nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, als die Fronten klar waren. Vor 1914 hatte Deutschland überhaupt kein Problem damit, Teil eines westeuropäischen Mächtekonzerts zu sein. Im Gegenteil, es war eine Selbstverständlichkeit. Nur hatte die kulturelle Verortung das deutsche Kaiserreich nicht davor bewahrt, trotzdem in den Zangengriff zwischen Frankreich und das russische Zarenreich zu geraten. Großbritannien kam dies nicht ungelegen, bot sich damit doch die Gelegenheit, das gefährlich prosperierende Deutschland als Konkurrenten zu bekämpfen.

Als was für eine Staatsform die konstitutionelle Monarchie des deutschen Kaiserreichs mit seiner wachsenden Parlamentarisierung zu klassifizieren war und welches kulturelle Selbstverständnis die Deutschen möglicherweise pflegten, war den Entente-Mächten völlig wurscht – das sieht man schon am Bündnis mit dem despotischen Zarenreich. Alles was Frankreich von Deutschland wollte, war Elsaß-Lothringen und vielleicht ein paar zusätzliche Kolonien, Russland trachtete – wie immer – nach Expansion seines Machtbereichs gen Westen, Großbritannien schließlich packte die Gelegenheit beim Schopfe, den als Bedrohung empfundenen deutschen Machtstaat auszuschalten.

Wenn Joschka Fischer hier Thomas Manns „Betrachtungen eines Unpolitischen“ als Beleg für seine ideengeschichtlichen Thesen anführt, hätte er auch gerne das Entstehungsdatum dieser Schrift nennen dürfen: Es war eben nicht 1871, nicht 1885, auch nicht 1907, sondern: 1915 begonnen, 1918 erstveröffentlicht. Die Aussonderung Deutschlands aus der internationalen Staatengemeinschaft (und dem später daraus hervorgegangenen „Westen“) war Kriegspropaganda der Entente, die den deutschen Patrioten Thomas Mann zutiefst gekränkt hatte.

Manns trotzige Replik war der reichlich missglückte Versuch einer „Gegenpropaganda“, den er besser unterlassen hätte, denn er lieferte der Gegenseite nur Munition. Thomas Mann selbst hatte sich später davon distanziert!

Derweil enthält es ein gerüttelt Maß an Heuchelei, wenn das damals oligarchisch regierte England im Nachhinein zum „Mutterland der Demokratie“ hochstilisiert wird:

Auch das vermeintlich so undemokratische Deutsche Kaiserreich hatte ein Parlament (den Reichstag), eine Verfassung und sogar ein allgemeines, gleiches, geheimes und direktes Wahlrecht für Männer, das somit liberaler und fortschrittlicher war als das seinerzeit gültige britische Zensuswahlrecht, welches sogar noch ausgrenzender war als das alte preußische Dreiklassenwahlrecht, bei dem die ärmeren Bevölkerungsschichten wenigstens eine minder ausschlaggebende Stimme hatten, die in England überhaupt gar nicht wählen durften.

Der berühmt-berüchtigte „deutsche Sonderweg“, auf den Fischer anspielt, ohne ihn direkt zu benennen, begann mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs, genau genommen erst mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten. – Henning Wiele


Leserbrief zu „Deutliche Worte“ von Jörg Lau

Deutschland hatte aus vielen guten wie nachvollziehbaren Gründen eine besondere, durchweg positive Beziehung zur Türkei.

Bis Präsident Erdogan Mitte des letzten Jahres die Zeit für gekommen sah, sich grenzenlos als fundierter Anti-Demokrat zu outen.

Vor einem Monat dann diese Ankündigung Erdogans: Bekomme er aus Deutschland nicht die Leute, die er fordere, nehme er sich eben Deutsche in der Türkei.

Diesen vermeintlich „nur“ impertinenten Worten lässt er offensichtlich nun Taten folgen.

So drängt sich nach den vielen hinlänglich bekannten Maßlosigkeiten des türkischen Präsidenten die mitnichten nur polemische Hypothese auf, dass die „politische“ Geiselnahme lediglich bislang ausschließlich als ein würdeloses und perfides Macht- instrumentarium des Terrors erkannt und genannt werden musste.

Man möchte den beteiligten Politikern bilateral, allen voran freilich Erdogan, zurufen: „Runter von den Bäumen, auf der Stelle!“

Auf die ohnehin seltene Einhelligkeit von EU und/oder NATO kann Deutschland derweil lange warten, ist doch etwa den Italienern das Gefühl alleiniger Ohnmacht (hinsichtlich der Mittelmeerflüchtlinge) kein gänzlich unbekanntes.  – Matthias Bartsch


Leserbrief zu ZEIT Österreich

In Ihrem Beitrag zur Ausstellung „Ferdinand II. 450 Jahre Tiroler Landesfürst“ auf Schloss Ambras in Innsbruck ist Ihnen ein „dynastischer“ Fehler unterlaufen. Der Vater von Erzherzog Ferdinand war nicht Kaiser Ferdinand II, sondern Kaiser Ferdinand I, seine Mutter war Anna von Böhmen und Ungarn. – Mag. Helga Marchhart


Leserbrief zu „Es gibt immer eine Lücke“ von Ulrich Schnabel

auch ein solcher Beitrag ist in der heutigen chaotischen Zeit von Belang. Wer das hinbekommt, verlängert sein Leben. Ich versuche es ständig. Ganz gelungen ist das mir bisher nicht. Dafür gibt es im Alltag zu viele Baustellen, über die man sich aufregen könnte. Sobald ich deutschem Boden verlasse, gelingt mir das besser. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Deutliche Worte“ von Jörg Lau

Mit seinem Grundton, die Bundesregierung positioniere sich endlich gegenüber der Türkei und Polen, hat ZEIT-Leitartikler  Jörg  Lau zweifellos die richtigen Worte gefunden. Es geht darum, daß sich Deutschland weiterhin im Westen selbst behaupten muß, also demokratische und rechtsstaatliche Grundwerte- nicht zuletzt auch die der Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative – nicht zur Disposition stellen kann, nur weil sich Autoritarismen an vielen Stellen der westlichen Welt einnisten.  Allerdings hätte Jörg Lau auch auf die zurzeit größte  außenpolitische Baustelle der Bundesrepublik eingehen müssen, nämlich das neuerlich höchst delikate  Verhältnis zu den USA .

Denn auch auf dem Feld der Handelspolitik muß Deutschland seine Interessen klar vertreten.  Es kann nicht weiter hingenommen werden, daß man die Bundesrepublik wegen der Außenhandelsüberschüsse ständig vorführt. Die Leistungsungleichgewichte zwischen  den unterschiedlichen Volkswirtschaften in der Weltwirtschaft gründen überhaupt nicht in irgendwelchen gemutmaßten Manipulationen der deutschen Exportwirtschaft sondern in strukturellen Defiziten anderer Volkswirtschaften, die ständig über ihre Verhältnisse leben. Der Vorwurf deutscher wirtschaftlicher Hegemonie muß vom Tisch!! – Sigurd Schmidt


Leserbrief zu „Martins Flucht“ von Matthias Geis

„Martins Flucht“ in Ihrer letzten Zeitausgabe ist ein ziemlich manirierter Aufmacher. Am Ende des Artikels steht:“gut so“. Ist das wirklich so? Nein.

Ist der Artikel hilfreich? Ja, für die, die Gefangene dieses „gut so“ sind, und wie „Die Zeit“ dieses „gut so“ schon längst verinnerlicht zu haben scheinen.

Was fehlt Herrn Schulz denn wirklich?

Auf Seite 31 der gleichen „DieZeit“-Ausgabe Nr. 31 steht es. Es ist Humor. Zumindest zeigt Herr Schulz ihn nicht hinreichend. Humor ist unwiderstehlich. Sogar die Medien kann man damit neutralisieren. Gerhard Schröder hat das manchmal gezeigt. Große Politiker des Nachkriegsdeutschlands besassen ihn auch, den Humor. Denn ohne ihn ist Politik unerträglich. – Dr. Arwed Wagner


Leserbrief zu „Ist es jetzt endlich vorbei?“ von Bettina Schulz

Meines Erachtens ist der ganze Tenor des Artikel falsch.Es ist nicht vorbei im Gegenteil der Chrash ist unvermeidbar.Unser Staatsverschuldung, offene Bürgschaften,Offene Pensionen nicht Bezahlter Aushandelsüberschuße summieren sich auf mindestens.4000 Mrd. mit tatsächlich weiteren Steigerungen es ist nichts getilgt. Das bei immenser Verschuldung der Bürger inDeutschland und einer sehr geringen Eigentumsquote unter 35 %  und das in Verbindung mit Ungelösten Renten und Armutsfrage eines Deutschen Präkerates von 25 % hinzu kommt die lang anhaltende Allimentierung  von 2.5 Mio Migranten zur Zeit p.A 40 Mrd. Tendens steigend durch weiter Migranten und Nachzug. D,as ist unlösbar auch weil €uropa unregierbar Führungsunfähig ist.Die Verschuldung der Südländer führt weiterhin dazu das der Staat das bezahlen muß ,der Rettungschirm nicht funktionier und Zweifel auch viel zu klein ist siehe Italien.

10 Jahre nach den nicht gemachtm Zusammenbruch ist durch die Unsinnige Null % Zins Politik auf dem Holzweg.

ES führt dazu das fast alle Banken am Abgrund stehen von DB,Commerzbank,SPK und auch die Banken der Autokonzerne die Massenhaft Auto zurückkaufen werden müßen.Auch das ein gefährlicher fehler 50 % aller prouzierten Auto bleiben In den Autokonzernen bei Opel sogar 70 %.

Der Brexsit führt in Resteuropa nicht zu Gewinn sondern Verlusten jamand muß für den Nettozahler einspringen müßen raten sie mal wer das bezahlen muß.

Es sind zuwenig Bänker entfernt worden es werden von diesen doch wieder Blasen gemacht ob an der Börse ob Immobilienblase ;Verbraucher und Autokredite.

Das kann nicht gut gehen wenn man alles nur mit Buchgeldern beazahlt .Banken sind eben nicht sicher man muß nur in die Gestalteten Bilanzen der Banken z.B. DB schauen und die Krise kommt bald nach der Wahl in Deutschland,Östreich und Italien und wenn 2019 klar wird das der Brexit nicht zu Handeln ist weil irgend eines der Europäischen Länder da nicht mitmacht.

Die Null Prozent der EZB die keine Demokratische Legimentierung hat Dragi macht was er will und insbesonder das Aufkaufen der Schulden und das Gelddrucken wird das Vertrauen in den €uro zerstörren. Das wird Schlimm ,sehr bald.  – Harald Ulrich Dipl.-Ing


Leserbrief zur Deutschlandkarte “ Sehenswertes an Autobahnen“ von Laura Edelbacher und Matthias Stolz

über die touristischen Unterrichtungstafeln kann man ja denken was man will. Aber sie sollten wenigstens etwas zeigen, das es auch gibt. Und was gibt es: Mindestens eine Unterrichtungstafel, die auf eine verschwundene Sehenswürdigkeit hinweist. Am „Eingang“ zum Allgäu sind auf einer Tafel die idyllische Landschaft, Berge, Weiden, Allgäu halt, abgebildet. Und was weidet auf den Weiden auf der Tafel? Kühe weiden dort, freundlich den Betrachter betrachtend, Idyll Idyll. Betrachtet nun der Betrachter die Allgäuer Weiden, was sieht er dort nicht? Genau, Kühe. Die weiden nämlich schon seit vielen Jahren nicht mehr, sondern stehen ihr ganzes Kuhleben lang im Stall, auf die Weiden dürfen sie einen einzigen Blick werfen, aus dem Viehtransporter heraus, der sie zum Schlachthof bringt.

PS: Ich sehe dieses Schild immer an der A 96, München-Lindau. Vielleicht gibt ja noch weitere t.U., die auf Verschwundenes verweisen? – Charlotte Schaffarz


Leserbrief zu „Wer hat die Hosen an?“ von Michael Thumann

Die Beziehungen zwischen Ankara und Berlin durchschreiten ein tiefes Tal. Die Geduld in Berlin, sich unaufhörlich von Ankara beschimpfen und beleidigen zu lassen, zerrinnt. Dennoch gibt es besonnene Stimmen – wie  die des ZEIT-Autors Michael Thumann –die zur Nüchternheit und zur „coolness“ raten oder direkt aufrufen. Das ist vernünftig!!   Man kann die deutsch-türkische Relation insofern als asymmetrisch bezeichnen, als die Türkei einige Trümpfe in der Hand hat, die Deutschland nicht vorweisen kann.

Dies ist die geopolitische Rolle der Türkei als Anker Klein-Asien. Dies ist die Mitgliedschaft der Türkei in der NATO, zweitgrößtes Militärkontingent nach den USA. Dies sind deutlich über 3 Mio türkischstämmiger Menschen in der Wohnbevölkerung Deutschlands.  U n d   –nicht zu vergessen – eine Schlüsselrolle der Türkei in der Flüchtlings-und Migrantenpolitik!!!  . Deutschland hat natürlich auch einen großen historischen  “stake“  in der Türkei als geachtete Wissenschafts-,  Kultur-  und  Wirtschaftsnation, die bisherigen Türkeiurlauber aus Deutschland, wenn jetzt auch weniger, nicht zu vergessen. ^^ Womöglich genügt schon eine  deutliche Unterkühlung der Beziehungen im gegenseitigen Gesprächsverkehr , um Präsident Erdogan daran zu erinnern, daß sein unmittelbarer Nachbar Rußland ganz andere Karten gegenüber der Türkei ausspielen kann. Allein schon die Herrschaft Rußlands über das Schwarze Meer muß die Türkei nötigen, diese  „offene“ Flanke durch feste Vertragsvereinbarungen mit der EU abzusichern.

Für die Bundesrepublik wird es darauf ankommen, daß die Türkeifrage nicht mit der Muslimfrage bzw.einer Koranisierung der Welt  vermischt wird, obgleich es da natürlich schon Zusammenhänge gibt. Auch Erdogan wird nicht die Verwestlichung der Türkei im Zuge der enormen Reformen von Atatürk rückgängig machen wollen und können.  Es gilt auch in den Blick zu nehmen, daß sich derzeit der  I R A N  wieder in einer neuen Phase von Verwestlichung befindet, so daß eine Re – Orientalisierung der Türkei  überhaupt keinen Sinn macht!  ^^ Die deutsche Innenpolitik muß darauf hinwirken, daß die hier in der Bundesrepublik lebendenden und  hart arbeitenden , türkischstämmigen , Mitbürger nicht in das Schlamassel der Beziehungen zwischen Ankara und Berlin unsinnig hineingezogen werden. Allerdings müssen sich die türkischstämmigen Mitbürger auch mehr vom Erdogan“s  Regierungsstil distanzieren !! – Sigurd Schmidt


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Von welchen Grünen spricht Herr Ulrich hier? Doch nicht die Grünen, die in 11 Landesregierungen seit vielen, vielen Jahren vertreten sind – darunter Baden-Württemberg und Niedersachsen als die Auto-Standorte schlechthin? Oder meinten Sie die Grünen, die durch ihr Votum für eine flächendeckende Waldabholzung zugunsten nicht funktionstragender Windräder (fehlende Einspeisungsmöglichkeiten) dafür sorgen, dass Natur und damit  die genannten Rotmilane auf der Strecke bleiben? Oder sprachen Sie von den Grünen, die durch ihre verqueren Ideologie-getriebenen Debatten Blockaden errichten, wo immer es geht? Vielleicht erfahren wir das in einem weiteren Artikel. Bis dahin bin ich der Meinung, dass solch eine an der Realität vorbei gehende Parteienwahlwerbung auch in der linksliberalen ZEIT nichts zu suchen hat.  – Lisa Werle


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Ich stimme Ihnen weitgehend zu, komme aber um zwei Widerworte nicht herum.

Der PKW-Diesel, als üble Dreckschleuder seit über 50 Jahren bestens bekannt, verdankt seine atemberaubende Karriere nicht unwesentlich der grünen Fixierung auf die Senkung des  CO2-Ausstoßes von Fahrzeugen. Allein, realistisch gerechnet, ist die Einsparung minimal und wird durch Fahrzeuggewicht und andere Negativ-Effekte fast vollständig aufgesaugt. Das war von Anfang an bekannt. Das von zumindest Teilen der Grünen fröhlich transportierte Lieschen-Müller-Argument, der Diesel verbrauche ja weniger und sei deshalb umweltschonender, war schon immer blanker Unsinn, wurde aber von der Industrie als unschätzbarer verkaufsfördernder Slogan genutzt. Das heutige Desaster ist ein wunderbarer Beleg dafür, welche unbeabsichtigten Folgen die Fixierung auf Einzeleffekte und eine solcherart begründete politische Begünstigung technischer (Schein-)Lösungen immer wieder so mit sich bringen. Hatten sich die Grünen in Ihrer Regierungsverantwortung ernsthaft für die Angleichung der Mineralölsteuer von Dieselkraftstoff eingesetzt? Ist mir nicht bekannt. Dies wäre aber wahrscheinlich die wirksamste Strategie gewesen, den PKW-Diesel von der Straße zu bringen. Deshalb bitte die eigene Rolle und die eigenen Versäumnisse etwas realistischer bilanzieren.

Der Abstieg der Grünen begann, als sie sich von Kernthemen, die der potentielle Wähler als tatsächliche Verbesserung seines Lebensgefühls empfinden konnte (Umwelt, Naturschutz, Verpackungsflut, meinetwegen auch Atomkraft und Dosenpfand) umorientierte zu solchen, die dieses Gefühl, um es mal milde auszudrücken, nicht so recht aufkommen ließen: Gender-Wahn, Ernährungs-‚Beratung‘, Antidiskriminierungs-Sprachregelung, Politik als in Geschichte übersetzte Moral,  Migration als Bereicherung eines Landes im demografischen Delirium . Während erstere Zielstellungen die Gesellschaft insgesamt eher zusammenwachsen ließen, trugen letztere nicht unerheblich zur Spaltung der Gesellschaft und zum Terrainverlust in der bürgerlichen Mitte bei. – Dr. Matthias Wagner


Leserbrief zu “ Was Lehrer lernen müssen“ von Martin Spiewak

Was Martin Spiewak als Wissenschaftsjournalist über den Beruf des Lehrers schreibt, ist an Polemik kaum zu überbieten – es erinnert an die Verunglimpfung durch Gerhard Schröder, der 1995 die Lehrer als „faule Säcke“ bezeichnet hat – und kann eigentlich nur mit seinen eigenen Erlebnissen, die er während seiner Schulzeit in den Siebzigerjahren als traumatisch empfunden haben mag (siehe hierzu www.youtube.com/watch?v=J1zTbDVGEg4) erklärt werden. Der heutige Lehrer besucht (in seiner Freizeit!) mehr Fortbildungen denn je, sein Unterricht wird durch Fremdevaluation, die Aufsichtsbehörde, bei Unterrichtsbesuchen, von der Schulleitung und nicht zuletzt durch die immer kritischere Elternschaft ständig beurteilt. Die Ergebnisse seiner Arbeit werden durch Vergleichsarbeiten, zentrale Abiturprüfungen etc. ständig transparent gemacht. Es kann also keine Rede davon sein, dass er keine Rechenschaft über seine Arbeit ablegen müsse, da er sein Geld sowieso bekomme. – Eberhard Haiß


Leserbrief zu „Schrumpfende Kirchen“  von Evelyn Finger

Das Problem ist nicht neu. Die MItglieder sterben weg, neue wachsen nicht nach. Warum?

Wir leben im 21. Jahrhundert. Das Neue Testament ist knapp 2.000 Jahre alt und entspricht dem Bewusstsein der Menschen zu dieser Zeit.

Im Jahre 30 ist Christus mit der Jordantaufe auf dieser Welt erschienen und brachte unter anderem einen Impuls mit, der es den Menschen ermöglichte, ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln. Bis dahin lebte der Mensch in einer Gruppeseele.

Das Bewussstsein des heutigen Menschen hat sich im Zuge der Evolution weiter entwickelt. Diese Tasache haben die Kirchen verschlafen. Diese leben immer noch im 4. Jahrhundert, zeitgleich mit Augustinus, der Vieles von sich gegeben hat, das heute keine Bedeutung mehr hat.

Würden die Kirchen eine Lehre anbieten, die nicht nur zu glauben, sondern mit handfeste Fakten, die zu verstehen sind, sähe die Welt anders aus.

Nur vor diesen Fakten, die ein solides Hintergrundwissen liefern könnten, fürchten sich die Kirchen wie der Teufel das Weihwasser, und stehen da mit leeren Hämden.

in dem Beitrag DIE ZEIT 2016 Nr. 53 wird die ganze Hilflosigkeit der Kirche offenbar. Für eine offene Diskussion fehlt jedoch der Mut. – Immo Richter


Leserbrief zu “ Über freies Schreiben und die Schere im Kopf“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Das ständige beleidigen und diffamieren von Politiker und sogenannten Kapitalisten hat doch Methode. Die Bürger haben das längst erkannt, bis auf wenige. Der Ruf der Journalisten ist doch längst ramponiert. Von denen nimmt keiner ein Stück Brot mehr, bis auf wenige. Ihre Ratschläge für kommende Kollegen ist bei Ihnen in guten Händen.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu “ Was Lehrer lernen müssen“ von Martin Spiewak

… „Rechenschaft für seine Arbeit muss ein Lehrer keine ablegen, sein Geld bekommt er sowieso.“ …

Das trifft sicherlich für einige Lehrkräfte zu, offenbar auch für etliche Journalisten – wie den Autor des Artikels, Herrn M. Spiewak. – Dr. Artur Behr


Leserbrief zu „Die Rote Flora nervt“ von Ulrich Greiner in ZEIT:Hamburg

Diese Wutschrift ist derart unausgegoren, dass es einem beim Lesen den Dampf aus den Ohren treibt. Herr Greiner hat die hoch angesehene Frau Deuflhard mit einem einzigen Zitat zur Klassensprecherin der hiesigen Kreativszene erklärt – dafür mag er von anderer Seite das geradezu erbettelte Feedback erhalten.

Herr Greiner läuft darüber hinaus – sicherlich ungewollt – Gefahr, das eigene Nest zu benetzen, wenn er die `notorisch innovative Klasse´ pauschal zu Flora-Fans `brandet´ und damit auch seinem Arbeitgeber, also der Woche für Woche von kreativen Köpfen getexteten, bebilderten und gestalteten ZEIT indirekt unterstellt, `weniger harmlose Vertreter der Kunst- und Kreativszene´ zu beschäftigen.

Das Gängeviertel wurde übrigens besetzt, als in Hamburg die von Ole von Beust geführte,  die Rote Flora wie auch die Hafenstraße tolerierende CDU regierte. – Stefan Albers 


Leserbrief zu „Martins Flucht“ von Matthias Geis

Gleich auf Seite 1 Ihrer neuen Ausgabe betreiben Sie über Matthias Geis  ein übles Schulz-Bashing. Wo sind Sie hin geraten? Ist Ihnen eine  Bundeskanzlerin, die, tausendmal fotografiert, sich weltweit mit der  politischen Prominenz trifft, die alle Probleme aussitzt oder sie  höhnisch kommentiert (wenn sie nicht nur herumstottert, wie bei der  Frage nach der Ehe für Schwule und Lesben), die in Symbiose mit den  Industriebossen lebt und das verbrecherische Betragen der Autoindustrie  immer nur geduldet, womöglich unterstützt, auf jeden Fall mit  verschuldet hat, wirklich lieber als ein ehrlicher Wahlkämpfer, der das  dringende Flüchtlingsproblem anspricht, um Italien zu entlasten, und  deswegen auch vor Ort zu finden ist? Was soll diese höhnische Haltung  gegenüber der SPD, die alle beachtlichen Leistungen des Parlaments in  der jetzt zu Ende gehenden Legislaturperiode erbracht hat? Sind acht  Jahre Merkel nicht endlich genug? (Hatte nicht auch Frau Merkel einmal  geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden?)  – Nithart Grützmacher


Leserbrief zu „Du versuchst nur zu überleben“ von Sonja Hartwig

Was macht diese Frau alles durch. Sie wird viel Mitleid ernten. Ich kann ihr Verhalten dagegen weder verstehen noch akzeptieren. Diese selbstzerstörerische  Energie die diese Frau auf sich nimmt hat eher krankhafte Züge. Warum bloss in aller Welt nimmt sie pdas auf sich? In der gleichen Ausgabe, Seite 32 berichten Sie von einer Frau, die ihr helfen könnte. Irene Dische hat mich sehr imponiert mit ihrer Haltung.  Es ist in der Tat ein ungewöhnliches Gespräch.  Vielleicht nimmt Ash Erdogàn mit Irene Dische Kontakt auf um ihr Leben zu retten.   Ihr Erlebnis mit der Frauenzeitschrift „Emma“ fand ich göttlich. So ist die Emanzipation noch nie erklärt worden……. Einfach herrlich! – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Es gibt immer eine Lücke“ von Ulrich Schnabel

Abgesehen davon, daß dieses Gespräch insgesamt sehr interessant war, hat mich eine Äußerung geradezu euphorisiert. Liebe Frau Dische; der Satz, den Sie der „Emma“ gesagt haben: „Moment, ich muß mal schnell meinen Mann fragen.“ war so genial, daß ich (metaphorisch gesehen) Sie dafür küssen könnte. Die Klammer steht natürlich nur wegen der politischen Korrektheit. – F. Kronberg


Leserbrief zu “ Was Lehrer lernen müssen“ von Martin Spiewak

Selbst Sie sollten problemlos erkennen können, daß die Behauptung, Gymnasiasten lernten in 8 Jahren ebenso viel, wie in 9 Jahren schlichter Blödsinn ist. Sie können sinnvoll behaupten, die Schüler würden in beiden Varianten mit all dem, was diese „Wissenschaftler“ für wichtig halten, vertraut gemacht. In den albernen „Studien“, auf die Sie sich da berufen, wurde ganz offenkundig nicht einmal versucht, den Mehrwert des 9. Schuljahres zu ermitteln. Das hat mit Wissenschaft nicht das Geringste zu tun. Da wurde mit einem ganz bestimmten Ziel „geforscht“ und der Ansatz, wie auch die Methodik so hingebogen, daß dieses Ziel auch erreicht wurde.-  F. Kronberg


Leserbrief zum Titelthema „Das Leben der Reichen“

Ich fühle mich durch das Titelthema der dieswöchigen Zeit irregeführt. Ein riesiger Aufmacher mit dem berühmten Silbertablett und dann innen nur eine 2seitige Reportage, die zwar nett zu lesen ist, das Thema aber nur an der Oberfläche kratzt und auch noch fast zur Hälfte aus Fotos besteht. Wo sind die Hintergrundberichte, wo die Statements von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Verbänden zur Ungleichheit und etwaigen Wiedereinführung der Vermögenssteuer (und das so kurz vor der Wahl)? Wo sind internationale Vergleiche, wo die Berichte über Superreiche in den USA, China, Russland? Alleine eine Reportage über das Ausufern von Gated Communities wäre sinnvoll gewesen. Wo ein Statement eines Richters des Bundesverfassungsgerichtes zur (angeblichen) damaligen Abschaffung der Vermögenssteuer, wo ein Interview mit einem Wissenschaftler? Da wäre mehr aus dem Thema rauszuholen gewesen. Sind Ihnen die Ideen ausgegangen? – Horst Deinert


Leserbrief zu „Regt euch auf!“ von Katharina Heckendorf und Lisa Nienhaus

Nur zwei Fragen folgend zum Abgasbetrug und Kartellverdacht der Deutschen Autohersteller:  Wann und mit wieviel Milliarden Euro unseres Steuergeldes muessen wir die korrupte Deutsche Autoindustrie  „retten“? – Dr Robert Etges


Leserbrief zum Titelthema „Das Leben der Reichen“

Zum Bericht über die Reichen in Deutschland möchte ich wie folgt mein Statement abgeben: Mir erschließt sich nicht der Sinn, in einer Zeitung, wie Ihrer, solchen Abhandlung zu veröffentlichen. Wo ist der Sinn des Ganzen und was soll es bewirken? Neiddiskussionen kennzeichnen bereits seit Jahren die öffentliche Diskussion in unserer Gesellschaft. Das Reiche nicht gleich Reiche sind, kommt sehr wenig im Bericht zur Kenntnis. Entgegen Ihrer Interpretation , dass in den USA der Reichtum öffentlicher ist, kann ich nur erwähnen, dass die ärmere Bevölkerung in den USA zwar auch neidisch zu den Superreichen aufsieht, aber mehrheitlich mit der Prämisse, alles dafür zu tun, um auch dort hin zu kommen. In Deutschland herrscht nach meiner Meinung das Denken, dass die da oben doch was abgeben könnten, ich aber nicht mehr für mich tun brauche.

Darüber hinaus sehe ich die Trennung innerhalb unserer Gesellschaft nicht nur zwischen zwei Polen ,sondern zwischen vielen gesellschaftlichen Gruppierungen. Wer zum Mittelstand gehört uns gut situiert sein Leben genießt, hat kaum Verständnis und Einfühlungsvermögen zu der Gruppe , die zu den Geringverdinern gehört und absoluten Abstand zu den außerhalb der Arbeitsgruppe befindlichen Menschen. Beamte sehen ihre Pensionsgeschenke als das ihnen gehörende an und begreifen die Aussagen von Rentnern aus der sogenannten freien Wirtschaft in keinster Weise. Wer in heutige moderne Siedlungen sieht, erkennt sehr häufig, dass sich bis auf die direkten Nachbarn die Menschen nicht kennen und auch nicht kennen lernen wollen.

Das bedeutet, dass mit Ausnahmen, die es immer gibt, unsere Gesellschaft in Einzelgruppen dividiert, und nicht nur die reichen sich abschotten.. Ich Laufe meines Berufslebens habe ich viele Reiche als Auftraggeber kennen gelernt und es waren sehr selten abgehobene Snobs darunter. Als Abschluss sehe ich eine Vermögenssteuer und eine höhere Erbschaftssteuer als nicht rechtens an. – Jürgen Müller


Leserbrief zu „Regt euch auf!“ von Katharina Heckendorf und Lisa Nienhaus

Wie kann es in der ganzen Diskussion und Aufregung um die Dieselmotoren sein,  daß in der Bundesrepublik Deutschland die Energie-Steuer auf die Kraftstoffsorte „Diesel“ nach wie vor um 20 ct geringer ist als auf Benzin?

Hätte „politik“ nicht schon längst  die Steuersätze angleichen  und diese völlig ungerechtfertigte und zusätzliche Förderung der Kfz-Industrie in Höhe von jährlich mehreren Milliarden Euro aus allgemeinen Steuergeldern längst stoppen müssen?

Bei anderen – vor allem umweltorientierten Vorhaben- stellt sich „politik“, wenn es um Subventionierung geht, immer scheinheilig auf den Standpunkt , die Förderung müsse „technikneutral“  erfolgen.

Stattdessen werden nach wie vor weiterhin steuerliche Begünstigungen für Kfz mit Dieselmotoren von bestimmten „politikern“ gefordert. Solche Vorgehensweisen tragen in höchstem Maße zur Zerstörung des Vertrauens der Bürger in die „politik“ bei und beschädigen das „Gemeinwohl“ in verheerender Weise anstatt es, wie es versprochen wurde,  zu fördern! – Helmut Federmann


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

In der Demokratie hat die Opposition die Aufgabe, Fehler der Regierung aufzudecken, anzuprangern und bessere Lösungen anzubieten. Die Grünen hätten damit alle Möglichkeiten gehabt, den Abgas-Betrug aufzudecken und die Regierung zur Durchsetzung bestehender Gesetze und Verordnungen zu zwingen.

Konkret: Extrem schlechte Luft beispielsweise am Stuttgarter Neckartor war bekannt. Die Grünen hätten etwa dort die weit über dem Grenzwert liegende Stickoxidkonzentration messen können; dann hätten sie dem dringenden Verdacht nachgehen können, daß die Abgaswerte von vielen Dieselfahrzeugen unzulassig sind. Dazu wären lediglich Abgasmessungen an mehreren Fahrzeugen im Fahrbetrieb und der Vergleich mit den Prüfstandswerten nötig gewesen. Der Aufwand hierfür ist nicht groß. Nach solchen Beweisen hätten die Grünen weitere Untersuchungen und die Durchsetzung bestehender Gesetze erzwingen können. Dies wäre ihnen als Opposition sogar leichter möglich gewesen, als wenn sie als Juniorpartner in einer Regierung durch Koalitionszwänge eingeschränkt gewesen wären. Der Wunsch „Grüne in die Regierung“ ist daher im Hinblick auf den Abgas-Skandal kontraproduktiv. Die Grünen haben in der Opposition als Kontrolleur hier genauso versagt wie die Regierung.

Diese Vorwürfe verblassen jedoch völlig vor dem perfiden Handeln der Abgas-Betrüger, einem Verhalten, das kaum jemand für möglich gehalten hatte und welches das traditionell große Vertrauen in die deutsche Industrie schwer beschädigt hat.  – Prof. Dr.-Ing. Joachim Fruböse


Leserbrief zu “ „Wer lacht, hat keine Angst“ von Ulrich Schnabel

Humor hat etwas Befreiendes, manchmal nur für einen Augenblick!

In den 80er Jahren, als Demenz noch keine Volkskrankheit war, besuchte ich eine alte Patientin, deren kognitive Einbußen schon weit fortgeschritten waren. Um ihre Orientierung zur Person zu prüfen fragte ich sie: bin ich der Doktor oder der Pfarrer? Wie aus der Pistole geschossen antwortete sie: beides!

Wir mußten beide lachen. Für sie war es ein kurzer Ausbruch aus ihrer in die „andere Welt“, für mich eine Bestätigung „aus Narrenmund“ für meine Doppelfunktion als Hausarzt!

Schon jetzt entschuldige ich mich bei allen „Kognitiv Eingeschränkten“  (s. a. „Tanz der Tugendwächter“ in der selben Ausgabe) und bekenne freiwillig: ich bin ein „Potentiell Dementer“! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gielsemann

Sie sind ein sehr introvertierter Mann – mit einem außerordentlichen Schreibtalent!  Die geneigte Leserin dankt.

PS: An diesen Zeilen habe ich eine gewisse Weile gefeilt, Bemerkungen ergänzt und wieder gestrichen. Ich wollte Zustimmung und Verständnis zu Ihrem Thema formulieren und persönliche Niederlagen erläutern, musste aber die Flut von ähnlichen Gedanken zu Ihren verwerfen. Diagnostizierende Vermutungen hatte ich auch schon aufgestellt, für überflüssig wie das Hupen auf einer verstopften Kreuzung erklärt und habe schließlich den Leserbrief radikal gekürzt. Meine Amygdala hielt es so für besser. – Stephanie Zuber


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gieselmann

Danke für diese außerordentlich mutige, sensible und brillante Veröffentlichung und somit Bewusstmachung einer sehr persönlichen, aber wie ich meine, durchaus auch gesamtgesellschaftlich repräsentativen Symptomatik.

Endlich sacht mal eener wat!

Nicht zufällig einer, der (zumindest journalistisch-) kommunikativ so hervorragend ausgebildet, geübt und leistungsfähig ist, dass sich die (weibliche Fraktion der) ZEIT um ihn bemüht. Ein selten (relativ) Glücklicher unter den (uns) vielen Unglücklichen.

Am anderen Ende des Spektrums schaffen es allzu viele nur bis zur jugendlichen „Betriebsstörung“ vor einem fahrenden Zug. In der Mitte dominiert die große schweigende und selbstständig handlungsunfähige Mehrheit. (Ich selbst schaffe es immerhin zu einem unbeholfenen Leserbrief.)

Hinzufügen möchte ich ein mir fehlendes Fragezeichen. Und zwar hinter Ihr „Wissen“, dass diese besagte Schüchternheit „neurochemische Ursachen“ hat. Wir kommen ja ursprünglich alle aus einem Zustand nahezu paradiesischer Geborgenheit und Verbundenheit.

Zwischen dem und unserer heutigen Verfassung muss doch irgendetwas geschehen sein:

Hinter der Isolation eine Isolierung, hinter der Disharmonie eine Störung, hinter der Wunde eine Verletzung, hinter dem Vertrauensdefizit ein Vertrauensverlust, hinter der Angst eine Verängstigung liegen.

Vielleicht ist es doch sinnvoll und lohnenswert, nicht nur entsprechende Recherchen wieder aufzunehmen, sondern auch neue, positivere Erfahrungen zu suchen.

Als Einstieg empfehle ich die Lieder(texte) von Bettina Wegner, z. B.

https://www.lyrix.at/t/bettina-wegner-lied-fur-monika-oder-brigitte-585

Vielleicht darf ich zum Schluss aufgrund meiner sieben Jahrzehnte „Erfahrung in der Schüchternheitsbranche“ noch eine kleine Korrektur vorschlagen. Sie schreiben abschließend: „Ich bin in mich selbst verliebt. Aber das beruht nicht auf Gegenseitigkeit.“ Wie wär’s mit: Wir sind in uns selbst verliebt. Und das beruht durchaus auf Gegenseitigkeit?

Eigentlich ist das kein Korrektur-, sondern ein Erweiterungsvorschlag. Vom „Entweder-oder“ zum „Sowohl-als-auch“. Wir alle sind ja sowohl eigenständige und begrenzte Ichs als auch untergeordnete Teile des verwobenen und grenzenlosen Ganzen („Holons“).

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ verkündete einst einer als genialen Leitsatz.

Dass er es selbst nicht geschafft hat, sich daran zu halten und sich schon in jungen Jahren vor den Zug seiner Zeit geworfen hat, heißt ja nicht, dass dieser Leitsatz grundsätzlich falsch und nicht zielführend ist.

„Egal wie, ein Mann allein hat keine verfluchte Chance nicht“, konstatierte E. Hemingway in „Haben und Nichthaben“. (Eine Frau, ein/der Mensch an sich auch nicht.)

Aber: „Was einer allein nicht schaffen kann, können viele miteinander schaffen“, bewiesen unter anderen F. W. Raiffeisen und Genossen.  Und nun auch Sie zusammen mit dem ZEITmagazin. Bravo! – Hans-Jürgen Tlusty


Leserbrief zu „Es gibt immer eine Lücke“ von Ulrich Schnabel

Der Terroranschlag von New York war am 11.09.2001 und nicht 9/11 !!!!! Die vielen Terroranschläge danach , wird niemand mehr in der Erinnerung bleiben, dazu sind es zu viele! !!!! Und es werden noch mehr! !! Aber wenn schon in der Öffentlichkeit stehen möchte, sollte man auch korrekt sein ! – Petra Karikas


Leserbrief zu „Halbherziger Finanzminister“ von Felix Rohrbeck

Finanzminister Schäuble ist doch nicht halbherzig! Kleinst- und Teilrentenbezieher werden seit 2005 gnadenlos besteuert, was das Zeug hält. Egal, ob man in Deutschland beschränkt oder unbeschränkt steuerpflichtig ist. Wer nicht das nicht kapiert oder sofort pariert, wird mit  hohen Säumniszuschlägen belegt, auch wenn die „weltweiten Einkünfte“ gerade mal die Höhe einer Mindestrente erreichen. Als dies

2012 bekannt gemacht wurde, hat der Bund deutscher Steuerzahler gegen diese nachträglich und ohne Übergangslösung eingeführte  Belastung der Rentner geklagt, von wegen Rechtsicherheit. Herausgekommen ist meines Wissens nichts, ich bekomme nach wie vor Steuervorschreibungen.

Also da kann man schon Nachsicht mit ein paar Steuertricksern haben, das fehlende Geld bekommt man ohnehin von denen, die sich nicht wehren können. – Mag. Afra Margaretha


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gieselmann

Bitte richten Sie Herrn Gieselmann aus, dass ich seinen Artikel liebe. 😊  – Celine Loibl


Leserbrief zu „Die da oben“ von Laura Cwiertnia

Die Zeit, die Zeitung für die Reichen, befragt für ein Titelthema die Dienstleister: was ein akrobatischer Akt! Ungefähr so wie die Deutsche Bank sich nun wieder Privatkunden besorgt, indem sie kleinere Banken kauft und die Filialen schließt. Kann leider seit der Studienzeit vor 40 Jahren auf die Lektüre Eurer Zeitung nicht mehr verzichten, aber es wird immer lustiger. – Manuel Plücken


Leserbrief zur Artikelbetextung

Als Abonnent, neu gewonnen, versuche ich zu verstehen, warum Ungleichheiten zwischen Artikelbetextung in der Inhaltsübersicht und der tatsächlichen Artikelüberschrift bestehen.

Nachfolgend sind einige Beispiele aufgeführt.

 

  1. I)       06.2017

1)      Seite 1 – Ist das Auto am Ende –

a.)    Auf der Titelseite wird Geschmack gemacht – auf einen Beitrag der ohne Seitenhinweis angekündigt wird. In der Inhaltsübersicht wird man aufgrund des Hinweises „Wirtschaft“, der auf der Titelseite dem Geschmackshappen beigegeben ist, fündig. Auf Seite 17 werde ich verwiesen.

b.)    Warum wird hier nicht der Titel des „Aufmachers“ wiederholt?

 

  1. II)    07.2017

1)      Seite 72:

a.)    Im Inhaltsverzeichnis wird auf den Artikel „Feinstaub –  Der illegale Handel mit Autoplaketten über Facebook blüht / von Isabell Beer 25“ verwiesen.

b.)    Nach Umblättern auf die Seite 25 finde ich zu meiner Überraschung diese Betitelung nicht. Stattdessen erscheint folgende Überschrift “ Eine Dreckschleuder sieht Grün“. Erst dem  Untertitel  sind Bestandteile aus der Inhaltsankündigung zu entnehmen.

Uwe Bärwaldt


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gieselmann

Ein vergnügliches journalistisches Kabinettstückchen. Gratulation! – Rainer Rheude


Leserbrief zu „Wir sind auf uns gestellt“ von Joschka Fischer

Joschka Fischers Definition des Westens erscheint plausibel ebenso wie die Analyse der historischen Konstellationen, die das „Ende des Westens“ herbeigeführt haben. Womöglich muss die Reihenfolge der „Ereignisse“ – das Jahr 1989 als politische Zäsur und 2008 als ökonomischer Bruch infolge der Finanzkrise – erweitert werden: Nicht der Kollaps des Monopolsozialismus ermöglichte diese neue Phase der Globalisierung, sondern umgekehrt: Die enorme Beschleunigung des Welthandels und der globalen Finanz- und Kapitalströme, die als Reaktion auf die Krise in den 1970er Jahren von den angelsächsischen Kernländern vorangetrieben, neuen Medien/Technologien begleitet und von der Herausbildung einer neuen Arbeitsteilung flankiert wurde, trug zum Zusammenbruch des Monopolsozialismus bei.

Weniger überzeugend hingegen sind die Schlussfolgerungen und Handlungsoptionen, vor allem in Bezug auf den Begriff >Sicherheit<, die sich aus der Analyse ergeben. Hier lässt der Beitrag viele Fragen offen. Wie definiert sich eigentlich Sicherheit unter den Bedingungen des frühen 21. Jahrhunderts? Steht wieder der „Russe“ vor der Tür? Und wenn ja, worin konkret bestehen nun die Gefahrenzonen im Osten: Sind das Hackerangriffe und Cyberkriege oder „eingefrorene“ Konflikte im post-sowjetischen Machtbereich? Wie ist den Bedrohungen zu begegnen, die von gescheiterten Staaten an der südlichen und südöstlichen Peripherie der Europäischen Union ausgehen und massive Migrationströme „produzieren“? Wie soll Deutschland seine globalen geoökonomischen Interessen wahren? Und schließlich: Liegt die größte Gefahr doch nicht darin, dass die Europäische Union von innen implodiert?

Solange diesbezüglich keine klaren Prioritäten vorliegen, die ebenfalls Rücksicht auf die bestehenden Ressourcen und finanziellen Kapazitäten der Bundesrepublik nehmen, geht jeder Text kaum über die gängigen Plattitüden ehemaliger Amtsträger hinaus. – Dariusz Adamczyk


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Ihr Bericht über die Manipulationen im Zuge des sogenannten Dieselskandals ist in der Hinsicht sicherlich richtig, dass die Autoindustrie gemeinsam mit der Politik sehr lange miteinander kumpaniert haben. Was ich aber in Ihrer Darstellung vermisse, ist die faktische Aufarbeitung der Schadstoffverursacher. Das der Diesel als dreckig bezeichnet wird, ist platte Meinungsmache, da alle Verbrennungen nicht sauber sind.

Nicht erwähnt wird, dass die Diesel PKW gerade einmal 50 % des CO 2 Ausstoßes verursachen im Vergleich zu den Haushalten und lediglich 10 % im Vergleich zu Kraftwerken. Beim NO x Ausstoß hat die Autoindustrie seit 1990 66 % reduziert. beim Feinstaub liegt der Straßenverkehr bei 15 % ,die Industrie und Landwirtschaft bei 61 % und die Haushalte fast in Größe des Autoverkehrs Wenn man also Verbote aussprechen will, stellt sich die Frage, ob auch die Schornsteine kalt gestellt werden sollen. Darüber hinaus würde eine Umstellung von Diesel auf Benziner die CO 2 Bilanz verschlechtern, ohne, dass die NO x Bilanz sich groß verbessert.

Elektrofahrzeuge sind zur Zeit noch keine Alternative, da erstens die Produktion eines Akku so viel CO 2 verursacht, wie ein mittlerer PKW in 7 Jahren ausstößt. Dazu kommt noch, dass die Infrastruktur in unserem Land noch Jahre ,wenn nicht Jahrzehnte benötigt, um 40 Millionen PKW elektrisch zu versorgen. Resümee: Gut über Fehler der Industrie zu berichten, aber bitte immer faktisch aufarbeiten. –  Jürgen Müller


Leserbrief zu „Martins Flucht“ von Matthias Geis

Es ist sehr schön, dass Sie die globale Ungerechtigkeit ansprechen und (auch auf der Titelseite) die Geld-Elite in Deutschland kritisieren. Zu Bekämpfung der globalen Ungerechtigkeit müssen aber in die Politik und die sie beratenden Makroökonomik wesentlich neue Impulse einfließen. Es ist ja noch weitgehend Konsens, dass die Politik die Wirtschaft nicht steuern sollte, weil das die Märkte besser könnten. Daher könnte die SPD mit diesem Thema wohl kaum punkten. Es nehmen ja auch die Hungernden weltweit nicht an der Bundestagswahl teil. Was notwendig ist, versuche ich in meinem Ende Mai 2017 erschienenen Buch ‚Im Licht der Geldströme‘ darzustellen. Es muss geklärt werden, wie viel Politik und wie viel Markt heute notwendig sind, um Gerechtigkeit herzustellen und auch die Umwelt zu retten. Die ‚Zeit‘ bekam schon im Juni eine Benachrichtigung vom Verlag, und ich würde mich freuen, wenn Sie dazu eine Rezension veröffentlichen würden. – Hans Oette


Leserbrief zu „Am laufenden Band“ von Mirko Borsche im ZEIT Magazin

EMS wurde in USA entwickelt und war die Abkürzung  für „Electrical  Muscle Stimulation“. Das kann man auch ins Deutsche übertragen: EMS =  Elektrische Muskel-Stimulation“. Das Wort griechische Wort für Muskel („myo“) ist im Englischen nur als Vorsilbe zusammengesetzter  Wörter gebräuchlich ( z.B. myoglobin). Die Bezeichnung der (Hamburger?) Firma Bodystreet ist sinngemäss und  nicht ganz falsch, aber doch sehr ungewöhnlich – vielleicht soll sie  etwas „interessanter“ klingen? Elektro….?  Ich trainiere EMS einmal wöchentlich seit 7-8 Jahren, aber mit einem  Trainer, und bin mit fast 83 Jahren ziemlich fit, allerdings trainiere  ich zusätzlich noch zweimal wöchentlich je 60-80 Minuten in einem  Fitness-Center.  Ihre Kolumne jede Woche im ZEITmagazin lese ich immer mit Interesse. – Wolfgang Ritter


Leserbrief zu „Die da oben“ von Laura Cwiertnia

Mit Interesse habe ich Ihren obigen Artikel gelesen – das Thema scheint die ZEIT  in letzter Zeit besonders zu bewegen – zu Recht.

Ihre Beobachtungen teile ich, den Analysen für die Ursachen der Abgrenzungstendenzen von „reich und arm“ fehlt meiner Ansicht nach ein ganz wichtiger Punkt:

auch unter den sogenannten „Reichen“ ( wie schwer alleine dieser Status zu definieren ist, erläutern Sie selbst) gibt es große Unterschiede im gesellschaftlichen Verhalten. Ich denke es hängt zum großen Teil wie eigentlich in allen Gesellschaftsschichten von der Erziehung und der Vermittlung von Werten durch die Eltern ab. Wenn Sie schreiben, dass sich die Kohorte der Reichen in Deutschland größtenteils aus dem Bereich des gewerblichen Mittelstands mit seinen vielen Familienunternehmen bildet, dann mag das sogar zutreffen. Jedoch gibt es auch dort gewaltige Unterschiede in der Größe der Betriebe. Und genau von der Größe hängt es ab, ob ein Unternehmer noch den direkten Kontakt zu seiner Gesambelegschaft hat, deren soziale Settings und Bedürfnisse kennt. Diese „Reichen“ sind noch nah an der Basis dran und verhalten sich in den meisten Fällen wie „normale“ Bürger aus dem Mittelstand, entsprechend werden auch ihre Kinder sozialisiert. Da, wo Betriebsgrößen einen Kontakt zu den Belegschaften nicht mehr zulassen oder nur noch von Managern wahrgenommen werden, ist das soziale Klima und Verständnis ein ganz anderes.

Ich denke, Sie sprechen wirklich über dieses berühmte Prozent, was in letzter Zeit gerne bemüht wird. Solche Ausreißer wird es auch in sozialen Marktwirtschaften immer wieder geben, daran sollte man aber seine politische Energie nicht verschwenden oder gar eine neue Neiddebatte anstoßen.

Gegen eine Superreichensteuer oder Gehaltsobergrenzen in Form eines maximalen Faktors auf den geringsten Lohn eines Unternehmens habe ich nichts einzuwenden, da liegt sicher Optimierungspotential. 100%ige Gerechtigkeit wird es nie geben, aber deren Ausmaße sollten begrenzt werden.

Gerade aber bei der Erbschaftssteuer auf vitale Unternehmen schließe ich mich der jetzigen Regelung an, sie verhindert das Ausbluten des für unsere Volkswirtschaft so wichtigen Mittelstands. – Dietrich Junker


Jetzt ist der Kairos da – der günstige Zeitpunkt einer Entscheidung, dessen ungenutztes Verstreichen nachhaltig sein kann!

Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al. und zu „Regt euch auf!“ von Katharina Heckendorf und Lisa Nienhaus

In diesem Moment sollten gesellschaftlich relevante Weichen gestellt werden, die auf der Basis vernetzten Denkens aufbauen. Wer als aufgeweckte Person das letzte viertel Jahrhundert mit Blick auf Klimaveränderungen Revue passieren lässt, der erkennt die Brisanz des momentanen Augenblicks. Der anstehende große Auftrag kann jetzt optimal erfüllt werden, da der sensible Moment für Veränderungen aktuell vorhanden ist. Der Verlogenheit der Automobilindustrie, unterstützt durch rückwärtsgewandte Politik, muss mit Neuem begegnet werden. Wer das Gesamte im Blick hat -die Liebe zum Nächsten und auch die neu gewonnenen Freunde aus fernen Urlaubszielen- den lässt die Klimaerhitzung nicht kalt. Wer sich mit den vielfältigen Auswirkungen eines sich wandelnden Klimas eingehend beschäftigt, merkt, dass uns in diesen Zeiten nur ein Preis auf Kohlendioxidemissionen, möglichst samt sozialverträglicher Klimadividende, aus der Misere hilft. Er erkennt neben den sozialen auch die dramatischen wirtschaftlichen Auswirkungen eines verpassten Kairos. Alles Abwarten käme uns Menschen auf der Erde unsäglich teuer. Wer bisher dachte dass eine kleine Korrektur ausreicht, erkennt jetzt das eine Umkehr unumgänglich ist.  – Annette Schulze


Leserbrief zu „Martins Flucht“ von Matthias Geis

Mutig ist Martin Schulz, wenn er vor (neuer) Flüchtlingskrise warnt. Mutig und ehrlich. Jeden Tag machen sich irgendwo auf der Welt rund 30.000 Menschen auf den Weg. Sie fliehen vor Krieg, Verfolgung, Hunger. Sie wollen ganz einfach leben. Überleben. Dorthin, wo das möglich ist. Zum Beispiel zu uns nach Deutschland. Stacheldraht vor Ungarn, Geld für Erdogan und libysche Geschäftemacher werden sie auf Dauer nicht aufhalten können. Italien und Griechenland schaffen es nicht. Das weiß nicht nur Martin Schulz. Das wissen alle. Doch die meisten haben Angst, mit der Wahrheit die Wahl zu verlieren. Mut hat die SPD in ihrer langen Geschichte immer wieder zeigen müssen. –Werner Bohn


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Auf einen solchen Artikel habe ich lange gewartet; nicht aus parteipolitischen Gründen, sondern weil der Finger auf große Fragen und Aufgaben hinsichtlich der Zukunft unserer Kinder und Enkel zeigt, die der Markt alleine NIE wird lösen können. Aber trotz den offensichtlichen Herausforderungen schauen wir wie gebannt auf die Konjunktur und vordergründig gute Nachrichten aus der Wirtschaft lassen ein wohliges aber sehr trügerisches Gefühl der Sicherheit aufkommen.

Wenn Deutschland seinen selbst auferlegten Beitrag zum Klimaschutz nicht liefert, welches Signal sendet es damit an die internationale Gemeinschaft?

Die nationalen Beiträge zum Klimaschutz des Paris-Abkommens zielen auf die Zeit bis 2030. Die Wissenschaft ist sich einig, dass Paris ein guter Anfang ist, die internationalen Anstrengungen sich nach 2030 aber deutlich steigern müssen, um das 2 Grad Ziel zu erreichen.

Deutschland beginnt seinen Langsteckenlauf hin zu einem stabilen Klima und zu einem Stopp des Artensterbens in Badelatschen mit einem großen Eis in der Hand. Und die anderen Länder – einschließlich der USA unter Herrn Trump – schauen genau hin. – Christian Voll


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Der Dieselskandal und die Verwicklung der meisten PKW-Hersteller in diesen kann nicht oft genug angeprangert und kritisiert werden. Allerdings sollten die Fakten dazu in der Berichterstattung nicht fehlerhaft sein. Diese sind von den Fachleuten bereits so häufig durchgekaut worden, dass auch ein Redakteur wie Bernd Ulrich, der wahrscheinlich auf dem Gebiet der Technik noch einen gewissen Nachholbedarf benötigt, diese lückenlos kennen sollte.

Wenn er nämlich berichtet, dass Dieselmotoren weniger Kohlendioxid ausstoßen (als Ottomotoren), dafür allerdings mehr Stickoxide und Feinstaub, dann ist die Aussage zum Feinstaub schlicht falsch. Weil nämlich (im Gegensatz zu Ottomotoren) in Dieselmotoren seit ca. zehn Jahren Partikelfilter zur Vermeidung von Ruß vorgeschrieben sind, gibt es bei Ottomotoren derartige Vorschriften (noch) nicht. Aus diesem Grund blasen moderne Ottomotoren derzeit fast zehn Mal mehr Feinstaub in die Luft als Dieselmotoren mit den vorgeschriebenen Rußfiltern. Natürlich gibt es noch Uralt-Dieselmotoren ohne Partikelfilter, diese sind aber eindeutig in der Minderzahl.   – Dr. Jörg Wauer


Leserbrief zu ZEIT im Osten

Unter der Rubrik ZEIT im Osten den Beitrag  „Männer im Porzellanladen“ . Siocher sind Sie an Meinungen und Reaktionen Ihrer Leser interessiert. Deshalb sende ich Ihnen heute meine Meinung dazu und würde mich freuen,  wenn Sie diese auch veröffentlichen würden um so vielleicht eine  Diskussion zu eröffnen. Selbstverständlich freue ich mich auch über  Ihre direkte Antwort oder die der Autorin.  – Hans-Peter Jakobson


Leserbrief zu “ Über freies Schreiben und die Schere im Kopf“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Nach Lektüre der letzten Martenstein-Kolumne habe ich mich entschlossen, unpolitische Martenstein-Kolumnen künftig in Buchform zu erwerben. Ich schaue mir das noch 3…4 Wochen an und apelliere an Sie, in der Zwischenzeit mit Martenstein klarzukommen, es wäre doch zu schade, wenn diese kritische Stimme sich nicht mehr politisch äussern würde, weil es ihr verleidet worden ist. Das kann auch nicht Ihr Ziel sein. – Frank Hofstedt


Leserbrief zu „Die da oben“ von Laura Cwiertnia

Als ,,Dienstleister“ der Eltern – seien diese nun sehr vermögend, vermögend, Normal- oder Geringverdiener – sieht sich die Schule Schloss Salem bei ihrer pädagogischen Arbeit ausdrücklich nicht.

Im Übrigen halten wir uns an die Maxime Kurt Hahns, unseres Gründers: ,,Erlöst die Töchter und Söhne der Reichen und Mächtigen vom entnervenden Gefühl der Privilegiertheit.“

(übersetzt aus „The Seven Laws of Salem“, in Hahn, K.: Salem. 1930, Seiten 1-3.) – Bernd Westermeyer

Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Mit ihrem jüngsten Artikel ‚Mit den Grünen wär das nicht passiert‘ erreicht ihr Blatt wieder einen Höhepunkt bezüglich der Denkweise ‚Alles grün und gut‘.

In den letzten Wochen drucken Sie Artikel, die das Prinzip der Gemeinschaftsschule respektive Gesamtschule und das Prinzip der Inklusion propagieren (und von einer Mutter aus der FDP eine Art PID-Partei kreieren lassen). Alles rot-grüne Ansätze, die mehr Ideologie denn Bildungsqualität bedeuten würden. Als Arbeiterkind durfte ich in Baden-Württemberg sogar auf das Gymnasium gehen und später gar promovieren.

Wer hat denn in der BRD das Umweltministerium gegründet? Federführend waren dies FDP-Größen. Etwas mehr Zurückhaltung täte auch der hanseatischen ‚Zeit‘ gut, wenn sie in Wahlkampfzeiten nicht als grüne Welle wahrgenommen werden möchte. – Peter Menke


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Die Zustandsanalyse von Bernd Ulrich ist messerscharf. Verantwortlich für den beklagten Zustand sind Lobbyismus und die zur Parteienoligarchie (de)generierte Demokratie. Lobbyisten wollen das für sich Erreichte bewahren, Parteigranden wie die auf-Sicht-fahrende Kanzlerin Merkel, der biedere Jurist und Schwarze-Null-Finanzminister Schäuble, der Obergrenzenprediger Seehofer, der pseudojugendliche FDP-Chef Lindner, die ängstlichen Agenda 2010-Altfunktionäre der SPD den Wähler nicht verschrecken: Die Eliten aus Wirtschaft und Parteien (re)agieren ohne Phantasie, Mut und Esprit. Und der Bürger/Wähler? Dem ist’s grad recht, denn aus dem Volk der Dichter und Denker ist längst eine von der täglichen Hektik und Angst getriebene Masse der Bedenkenträger und Besitzstandswahrer geworden.

 

Ja, die Energiewende wäre mit den Grünen freilich besser gelaufen, vieles andere aus genannten Gründen nicht. – Jörg Goldkamp


Leserbrief zu „Wer hat die Hosen an?“ von Michael Thumann

Wenn der Autor am Schluss seines Beitrags das Prinzip Hoffnung bemüht, dann ist ihm wohl die Zustimmung der Mehrheit in Deutschland sicher. Für die Politik gilt jedoch: „Wartet nicht auf bessere Zeiten“ – soviel Schadensbegrenzung wie möglich, aber ohne faule Kompromisse.

Der Hinweis im letzten Satz auf „eine Türkei nach dem Ende von Recep Tayip Erdogan“ könnte leicht missverstanden werden als eine Hoffnung auf einen türkischen Lee Harvey Oswald . Das aber wäre fast russisches Roulette. – Armin Steinmüller


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Ich kann Herrn Ulrich nur gratulieren zu diesem hervorragenden Artikel über die Ignoranz und Selbstgefälligkeit der deutschen (Auto)Industrie, das Versagen deutscher Umweltpolitik und die Verdrängungsleistung der Deutschen, die sich für umweltbewusst halten. Weiter steigende CO2-Emissionen und Feinstaubbelastungen mit all ihren dramatischen ökologischen und gesundheitlichen Folgen zeigen wie dringend wir eine Umweltpolitik bräuchten, die ihren Namen verdient und nicht nur wirkungslose Kosmetik betreibt.  Dies übrigens auch, wie Bernd Ulrich aufzeigt, um langfristig ökonomischen Schaden zu verhindern. Dafür bräuchten wir allerdings Politiker, die sich nicht ausschließlich als Dienstleister deutscher Unternehmer verstehen, sondern sich dem Allgemeinwohl verpflichtet fühlen.  – Andreas Schwarz


Leserbrief zu „Das bleibt, wenn ihr geht“ von Jeanette Otto

Ausgerechnet Bremen, der Stadtstaat mit den schlechtesten Schulen. Inklusion ist der verkehrte Weg. Nicht Fisch nicht Fleisch. Eine Gruppe der Schüler wird der Verlierer sein. Human ist das alles nicht. Die das glauben, sind in einer Generation groß geworden, die das Lernen für überflüssig hielten.

Bayern oder Sachsen sind die Vorbildländer für eine richtige Schulreform. Dort werden die behinderten Schüler bedeutend  besser ausgebildet. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gieselmann

Schreiben Sie ein Buch! Ich möchte es gerne lesen. Ob Ihres Textes gibt es diesbezüglich ihrerseits keine Ausreden. – Helmut Reinthaler


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Es gibt zum Thema Automobilindustrie im Moment wahrlich viel zu kritisieren.

Da frage ich mich, warum Sie ausgerechnet nochmal die Pension der nach 13 Monaten ausgeschiedenen VW-Managerin aufbringen müssen. Jeder Informierte weiß doch, dass sie die nicht für die Zeit bei VW bekommen hat, sondern sich diese bei Daimler erarbeitet hatte und bei einem Wechsel nicht darauf verzichten wollte. – auch wenn der Betrag insgesamt hoch ist: Welcher andere Angestellte in Deutschland würde denn bei einem Wechsel auf die erarbeitete Betriebspension verzichten, wenn das nicht vom neuen Arbeitgeber kompensiert würde oder sich anderweitig lohnte? Wenn ein Vorwurf fällig ist, dann doch an diejenigen, die der Meinung waren, es lohne sich, die Dame für fix 12 Mio. € plus Gehalt einzustellen. – Carola Kamuff


Leserbrief zu „Das kosmische Vergehen“ von Jens Jessen

Als Abspannsitzenbleiberin habe ich gelesen, dass es „St. Peter’s Voice“ war, die am Ende zur russischen Gräfin spricht, das nur zur Ergänzung der hervorragenden Rezension. – Petra Unger


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Ein erfreulicher Artikel, nicht wegen der apostrophierten „Grünen“, sondern weil er in Punkto deutsche Umweltpolitik Klartext redet, so zusammenfassend und deutlich, wie selten. Und dennoch ist diese Bilanz traurig. Nur ein Punkt: das ewig angeführte Lied der Fleischlobby (allen voran der Landwirtschaftsminister), vom billigen Fleisch, das wir, die Verbraucher, ja so wollten, ist billig und falsch. Das billige Fleisch, das wahnhafte Fleischessen ist ja nur möglich, weil es den Herstellern unter Vernachlässigung von Klima, Grundwasser, Boden, Tierwohl, Artenvielfalt und Landschaftsbild gesetzlich ermöglicht wird, so zu produzieren. Nicht der Verbraucher ist „Schuld“, nicht mal der einzelne Landwirt, sondern der Gesetzgeber, der entgegen seinem Eid, der ihn dem Gemeinwohl verpflichtet, alle diese Gesichtspunkte vernachlässigt! Heute fuhr ich mit dem Rad eine alte Strecke, die ich seit einem Jahr nicht mehr gefahren bin. Wieder neue Großställe, einer neben dem anderen, wie Reihenhäuser in der Landschaft, ein neuer riesiger weßer Kasten, links und rechts Maisfelder ohne Grünstreifen – das ist die schleichende Veränderung unserer Natur in eine Landschaftswüste. – Dr. Friedrich Koch


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gieselmann

Ich fand Ihren Artikel sehr interessant. Seit längerer Zeit beschäftige ich mich mit Astrologie und suche immer wieder Fälle, um mein Wissen zu erweitern. Vielleicht kann es für Sie spannend sein, sich mit den sozialen Faktoren im Horoskop beschäftigen und mit dem Thema Angst, für das verschiedene Zeichen oder auch Konstellationen typisch sind.

Die sozialen Faktoren sind: Der Aszendent / das erste Haus (Auftreten in der Welt), das siebte Haus (welche Art von Beziehungen man eingeht), Venus (Beziehungen und Werte), Mond (emotionale Prägung / Wohlfühlen) und Merkur (Informationsbeschaffung/-verarbeitung und Kommunikation).

Eine Besetzung insbesondere der Zeichen Steinbock, Fische, Jungfrau, aber auch Skorpion können mit einer Neigung zu bestimmten Ängsten verbunden sein. Ebenso eine Besetzung des sechsten, achten und zwölften Hauses. Dies gilt auch für Konstellationen zwischen den sozialen Faktoren und Neptun, Saturn, Pluto und/oder Chiron. Schauen Sie doch mal nach, ob sich aus der Kombination dieser Möglichkeiten etwas Auffälliges ergibt. Zur Erstellung von Geburtshoroskopen gibt es allerlei Programme im Netz.

Bemerkenswert an Ihnen finde ich, dass Ihr Ausdrucksvermögen sehr ausgeprägt ist, Sie aber offenbar Angst haben, etwas Dummes zu sagen. Dies würde ich mit Merkur und Saturn in Verbindung bringen. Beim Merkurprinzip geht es um Informationsbeschaffung, Analyse und Kommunikationsverhalten. Wo Saturn-Einfluss besteht, gibt es besondere Schwierigkeiten oder auch besonders hohe eigene Ansprüche, die dazu führen können, dass man durch Erfahrungen des Mangels, die kompensiert werden sollen auf diesem Gebiet enorm hohe Leistungen vollbringen kann. Unlust, die überwunden werden muss, (wirtschaftlicher) Zwang,  Erfahrungen der Begrenztheit und Konflikte mit Autoritäten können zu einer Entwicklung besonderer Stärken führen.

Die besonders schüchternen Menschen, die ich kenne, haben einen Steinbock-Aszendenten oder Saturn am Aszendenten. Typisch wäre auch ein großer Einfluss von Fische/Neptun/dem zwölften Haus.

Übrigens verbringen Löwen-Männchen die meiste Zeit des Tages einzelgängerisch. Sie laufen die Grenzen des Reviers ab und pinkeln Markierungen, um andere Rudel am Eindringen zu hindern. Sonst liegen sie gern im Kreis ihrer Lieben faul in der Sonne herum. An der Jagd beteiligen sie sich in der Regel nicht. (Sagt meine Tochter, die am liebsten Dokus über Löwen schaut.) – Claudia Herbst


Leserbrief zu „Die Rote Flora nervt“ von Ulrich Greiner in ZEIT:Hamburg

weil fast schon alles, aber dann doch nicht von jedem gesagt wurde, versuche ich mal ein Gegenrede zum Aufreger von Ulrich Greiner. Zwei Dinge haben mich gestört an dem Artikel, so dass ich nicht mich einfach nur ärgern wollte, sondern etwas dagegen setzen muss. 1. Die ständige Rede vom rechtsfreien Raum (oder Räumen); 2. die Verwendung der Broken Windows-Metapher. Letzteres zuerst: Die Broken-Windows-Theorie ist schon unter Kriminologen heftig umstritten, für das, was sie erklären will:

Verfall, Kriminalität, neuer Verfall, wenn der alte nicht aufgehoben wird, dann Verfall der Hauspreise, sozial schwache kommen in die Wohnviertel, die dann in der amerikanischen Heimat der Theorie nicht mehr das sind, was sie mal waren – möglicherweise reich, weiß, oder zumindest ordentlich, ohne zu einer vermeintlichen Kriminalität hochstilisierten Unordentlichkeit, manchmal auch darüber hinaus. Ich ahne worauf Sie hinaus wollen, doch ist die Broken Windows-Theorie nicht so recht passend für die Flora und die rechtsfreien Räume. Die Sternschanze wird eher teurer als billiger und vom Verfall der Preise kann dort bestimmt nicht geredet werden.

Damit komme ich zum 2ten Punkt: Dem rechtsfreien Raum. Dieser ist das Schreckgespenst im Zusammenhang mit der Flora seit ewig und ich frage mich, worin er denn bestehen soll und was, wenn es denn tatsächlich so sein soll, so schlimm daran sei? Zunächst interessiert mich, was frei von Recht ist? Der Raum? Der hat zumindest eine rechtliche Absicherung in den Besitzverhältnissen durch eine Stiftung. Die Handlungen innerhalb des Raumes durch seine Nutzer? Mag sein, dass es dort Handlungen gibt oder Absprachen zu Handlungen, die an anderer Stelle strafrechtsrelevant, sind, das aber ist kein Alleinstellungsmerkmal der Roten Flora. Die Rote Flora darf sich Sachen rausnehmen und diese werden nicht geahndet, wie Sie kritisieren. Es findet eine Duldung durch die Grünen und andere Sympathisanten statt. Das kann gut sein und ihre Kritik des zugedrückten linken Auges mag zutreffend sein. Man könnte es aber auch unter Verhältnismäßigkeit fassen, denn als Mittäterschaft, als kluge oder weniger kluge Politik. Die aus dem Ruder gelaufene Demonstration vom 21.12.2013 ist nicht allein auf die Demonstranten zurückzuführen, sondern auch auf die Strategie der Polizeiführung. Die anschließende Gefahrengebietshysterie und der angebliche Überfall auf die Davidwache (es gab ihn so nicht) waren Mittel, um die Gefährlichkeit zu untermauern, die so nicht stattgefunden hat. Den Gegner (was ein unpassendes Konzept in diesem

Zusammenhang) stark zu machen, hilft auch der Polizei. Das ist weder neu, noch geistreich, aber in dieser Stadt seit Jahren ein bewährtes Konzept.

Und wenn nun doch ein rechtsfreier Raum in der Roten Flora bestehen sollte, den zu dulden sich der Senat nicht länger leisten kann – hat allerdings noch fast jeder Senat seit fast 30 Jahren irgendwie hinbekommen – warum sollte dann Räumung und Vertreibung des Raumes und seiner Nutzer das einzige Mittel sein? Selbst aus Polizeisicht muss es andere geben. Und da sie ja die Broken Windows-Theorie in diesem Zusammenhang bemüht haben, wo sind denn die anderen vielen von Recht unberührten Räume, die wir zu befürchten haben? Sie meinen sicher nicht den NSU und den Verfassungsschutz einiger Bundesländer (nicht Hamburg in diesem Fall), oder? Oder die Büros HSH Nordbank, oder anderer Finanzinstitute,  die sich hart an oder jenseits der Grenze von Recht bewegt haben, wenn es darum ging ihren Profit zu mehren? Ich glaube auch nicht.

Vielmehr stört die Rote Flora das Wohlbefinden vor allem der Leute, die da nicht wohnen und wahrscheinlich auch nicht ausgehen, also in der Sternschanze oder auf St. Pauli. Die Linken, die Radikalen, die ihnen den Finger zeigen, die sich zu ihren Gegner erklären (genau so Quatsch wie andersherum) und ihre Vorstellungen von Ordnung nicht teilen. Wehret den Anfängen, so könnte das Motto sein.

Sie wollen einen Neuanfang – gute Idee! Aber warum nicht gemeinsam mit der Flora? Die Zeiten, so ahne ich es, sind so günstig wie nie zuvor.

Nicht räumen, reden wäre eine gute Idee. Sein lassen, und weniger Aufmerksamkeit, so dass sich nicht alles um den ehemals gelben Bau dreht, der wie ein Bollwerk gegen das System wirken mag, um den herum das System (wenn man den Begriff denn mag) aber seit 30 Jahren weiter besteht, sich entwickelt und das auch weiter tun wird.

Ich stimme Ihnen zu, dass räumen keine Option ist, wenn auch anderen Überlegungen heraus. Ich stimme Ihnen in so einigen Dingen zu in Ihrer Analyse (u.a. Ihren Gedanken zur notorisch innovativen Klasse), würde aber dafür plädieren, das Gerede von den rechtsfreien Räumen zu lassen, denn es ist ein leeres Argument, dass eine Moralpanik evoziert, wo keine ist und die keiner wirklich lange mitgeht. Ein Aufreger, den man mit einem Dialog in der Zukunft besser aus der Welt bekommt, einem wirklichen Neuanfang, auch im Verhältnis der Hamburger und ihrer Autonomen. Eine Aufgabe für alle, nicht nur für die Flora.

So, langt jetzt. Ich bin übrigens nicht in irgendeiner Weise mit der Flora verbunden, aber so unerträglich ist das alles auch nicht und es gibt tatsächlich Wichtigeres für diese Stadt, daher diese Widerrede. – Dr. habil. Nils Zurawski


Leserbrief zu “ Über freies Schreiben und die Schere im Kopf“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Ich bin ein großer Fan Ihrer Kolumne und bitte Sie eindringlich, dass Sie sich weiter – wie bisher auch – politisch äußern. Sie sind nämlich eine der wenigen Außnahmen in einem Heer von naiv, verblödeten, ideologisch verblendeten Journalisten. Bitte lassen Sie uns, Ihre Leser, nicht mit den Jakob Augsteins dieser Welt alleine !! :-) – Holger Kreitinger


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Ganz vorsichtig wollte ich anfragen – geht es noch lange weiter mit der melancholischen Fotofernbeziehung von Larissa und Thomas? Ich muss doch jede Woche sehr weinen, wenn ich den beiden vom Schicksal so sehr Gebeutelten bei ihrer anspruchsvollen Liebe auf immer wieder so große Distanzen zuschaue. Immerhin, sie konnten sich gerade bei einer Hochzeit in der Toskana ein wenig erholen, aber gewiss steht das nächste Shooting in NewYorkRioTokio schon auf der Agenda und dann war es das wieder mit Ruhe und Tanz unterm Vollmond, die Ärmsten.

Wie gut wir es doch alle haben in unserer Standardzweisamkeit, in der wir vielleicht zwischen Celle und Uelzen oder Ingolstadt und Pfaffenhofen pendeln und uns zum Glas Wein im Garten treffen, anstatt auf die Einladung zu einer Toskanahochzeit warten zu müssen. Aber diese wunderschöne Selbsterkenntnis allwöchentlich auf Kosten des gestressten Fotografenpaares zu erlangen, erscheint mir doch etwas ausbeuterisch. Vielleicht könnten Sie ja die Fotos bringen und auf die Texte verzichten (zumindest dann, wenn die Fotos sich voneinander unterscheiden)? Dann hätten die beiden wenigstens ein klein bisschen weniger Arbeit und wir wären nicht gar so mitgenommen vom Schicksal anderer Leute.  – Katrin Düringer


Leserbrief zu „Das bleibt, wenn ihr geht“ von Jeanette Otto

Der Bericht über die Bremer Abschlussklasse erzählt von ermutigenden Erfahrungen, großem Engagement und einem wertschätzenden Klassenklima. Schule sollte grundsätzlich als intensive Zeit gemeinsamen Lebens und Lernens für Kinder und Jugendliche ebenso wie für Pädagoginnen und Pädagogen verstanden und gestaltet werden. Inklusion kann so zur Selbstverständlichkeit werden.

Der Begriff „Inklusionskind“, der üblicherweise der Beschaffung der Personal- und Ausstattungsressourcen dient, sollte jedoch unbedingt vermieden werden. Inklusion bedeutet Dazugehören, eine Abgrenzung und Unterscheidung in Kind und „Inklusionskind“ beschädigt die Würde des Kindes und die pädagogische Haltung. Jedes Kind hat das Recht, eine wohnortnahe Schule zu besuchen und nicht eine „Inklusionsklasse“ besuchen zu müssen. Wir kommen dem Grundgedanken von Inklusion ein beträchtliches Stück näher mit der Erkenntnis: Ein Kind ist ein Kind. – Susanne Hoeth


Leserbrief zu „Martins Flucht“ von Matthias Geis

Werter Herr Geis- 1967 hielt ein UN- Vertreter an der Universität Rostock vor uns Studenten einen Vortrag über Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaft auf dem Afrikanischen Kontinent. Fazit: Ohne staatliche Geburtenkontrolle, eventuell sogar Zwangssterilisation von Männern und Frauen ab drei Kindern, wird es auf dem Kontinent keinerlei Fortschritt geben, da die Bevölkerungsexplosion alle Maßnahmen der Regierungen verpuffen lassen werden.

Wie recht er doch hatte!  Diese Überbevölkerung ohne Perspektive ist heute auf dem Weg nach Europa, zu den Nutzniesern einer immer noch andauernden ökonomischen Ausbeutung ihrer Länder. – Dr. med. Klaus Kantor


Leserbrief zu „An den Grenzen der Macht“ von Alice Bota Und Sebastian Bolesch

Endlich lässt jemand die Menschen zur Wort kommen, die womöglich bald Opfer der derzeitigen imperalistischen russischen Außenpolitik werden oder es schon geworden sind.

Es ist eigentlich unbegreiflich, dass viele dt. Journalisten (leider auch bei der ZEIT) und Politiker (DIE LINKE, AfD) bis heute die Taten (Menschenrechtsverletzungen, Zerschlagung der freien Presse, Führen von Angriffskriegen, usw.) von Putin auch noch versuchen zu rechtfertigen oder zu verharmlosen. Mit einer grenzenlosen Naivität ist dies wohl nicht mehr zu erklären.

Liebe Frau Bota, lassen Sie sich bitte nicht von den vielen (gesteuerten) negativen Reaktionen und Drohungen, die Sie wahrscheinlich bald erhalten werden oder schon bekommen haben, nicht entmutigen. – Holger Kreitinger


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Nein, die Gesellschaft beginnt nicht „ökophob“ zu werden, wie Bernd Ulrich behauptet. Die Menschen sehnen sich geradezu nach einer wählbaren „Partei der ökologischen Sache und der langen Sicht“, fällt es doch dem letzten Autofreak auf, dass heute kaum noch Insekten auf dem Nummernschild kleben, wenn man über die Autobahn heizt. Aber die Wähler nehmen den Grünen eben nicht mehr ab, dass ihr Hauptanliegen eine lebenswerte Umwelt für Insekten, Vögel und anderes Getier ist. Vielmehr befürchtet man eine Politik im Stil von Vogelhäuschen-Verbieten – das Futter könnte ja einigen versprengten Zaunammern zugute kommen, die sich gendermäßig so gar nicht korrekt verhalten, brütet und füttert das arme Weibchen doch ganz allein. Pfui, Ihr Zaunammern! Vogelhäuschen sind erst dann wieder erlaubt, wenn Ihr umerzogen seid. „Was die Volkspädagogik angeht, so muss man auf die Grünen gewiss immer ein Auge haben (…)“, schreibt Bernd Ulrich. Ja, das muss man und nicht nur darauf. “Angesichts der zionistischen Greultaten [sic] verblassen die Nazigreul [sic]”, stammt halt nicht von der AfD, sondern stand so einmal im Grünen-Kalender und „Victory to the Intifada“ schaffte es 2004 aufs grüne Wahlplakat. – Dr. Pia Teufel


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Keine Frage, die ‚Forderung‘ des derzeit noch amtierenden VW- Vorstandsvorsitzenden nach  finanzieller Staatshilfe für die Umstellung auf E- Mobile ist in der Tat impertinent und gehört in den Bereich der Satire.

Allerdings ist es gerade einmal 18 Monate her, da haben Redaktionsmitglieder Ihrer von mir ansonsten sehr geschätzten Zeitung vehement für eine mit Steuergeldern finanzierte Prämie zum Kauf von E- Mobilen argumentiert. Wohlgemerkt, für ein immer noch nicht marktreifes Produkt mit lausiger Ökobilanz, denn in Deutschland werden E- Mobile weiterhin zu 70% mit ‚dreckigem Strom‘ betankt.

Die von der Autoindustrie geforderte und 2016 von der Regierung eilig und gehorsam beschlossene Prämie von € 4.000,- je Fahrzeug wurde bekanntlich zum Rohrkrepierer, der Verkauf von E- Mobilen ging im selben Jahr um 7,7% zurück.

Fazit: Was für VW gilt sollte auch für den freien Markt gelten: Keine Vernichtung von Steuergeldern für unsinnige Subventionshilfen! – Michael Deil


Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gieselmann

Mann oh Mann. erlauben Sie mir diese Worte. Jeder ist ja irgendwie schüchtern, wenn er auch nicht wahrhaben will. Selten habe ich Worte der Schonungslosigkeit und Ehrlichkeit so Hand in Hand gehen gehen. Ich habe den ganzen Artikel lang gebrüllt, hysterisch gelacht und geweint.. Was schrieb Sienkiewicz als Einleitung zu eins seiner Bücher.“ Dieses Buch wurde mit einem beträchtlichen Aufwand an Arbeit geschrieben, um die Herzen der Mitmenschen zu erheben“. Wenn ihnen das auch egal ist, Herr Gieselmann. Irgendwie, glaube ich, haben sie das geschafft. Merci beaucoup ! – Eggenfelden


Leserbrief zu „Wir sind auf uns gestellt“ von Joschka Fischer

Großartig, Joschka Fischer, darauf habe ich schon lange gewartet, dass Sie, als einer der Träger der Schröder-Regierung, der Mann mit  d e m außenpolitischen Profil dieser Epoche, sich endlich zu Wort meldet, um diejenigen zu unterstützen, die nüchtern, sachlich informiert, begründet und in selbstverständlicher Verantwortung für unser so notwendiges Europa ihre ganze Kraft,  ihren Verstand und – ja – letztlich auch ihre diplomatischen Erfahrungen  und ihre ganze Persönlichkeit in diesen Existenzkampf unserer Gesellschaft einbringen. Sie wären für mich (einem Mitglied der SPD) der Mann, der aufgrund seines selbstgestalteten politischen Profils als Kanzler der Bundesrepublik Entscheidendes dafür leisten könnte, dass ein „zu reformierendes Europa“ sich seinen Platz in der globalisierten Welt erobert und behaupten kann. In dem Falle wäre es sehr interessant, zu beobachten, welche Rolle Sie im einzelnen  einem verantwortungstragenden Deutschland in repräsentierter Bescheidenheit aber konsequenter Stärke zudenken werden. Glück auf! Nicht die Partei ist heute wichtig, sondern die Persönlichkeit. – Roland Vogelhaupt


Leserbrief zu „Nie ohne Bescheißen“ von Thomas Assheuer

Ich bin mit Ihrem Artikel nicht ganz einverstanden und möchte Ihnen gerne eine Rückmeldung geben, in der Hoffnung, dass ich Sie damit unterstützen kann

Das Auto ist sicher ein Paradebeispiel für einen Mythos im Sinne von Barthes. Den Mythos nur mit der äußeren Erscheinung des Autos zu begründen, ist freilich viel zu kurz gegriffen, aber sie erwähnen ja selber, dass das „Markengesicht“ auch Prestigefaktor und Gefühl umfasst.

Wenn Sie aber schon einen Philosophen in einen Zusammenhang mit der Krise der Automobilindustrie und des Kapitalismus bringen wollen, dann könnte man das auf viel deutlichere Weise machen (Stoff genug für ein Dossier).

Zitat von Barthes (Quelle: Wikipedia): „Das Widerwärtige im Mythos ist seine Zuflucht zu einer falschen Natur… „. Und da liegt der Hund begraben! Es liegt in der Natur eines Verbrennungsmotors, Abgase zu erzeugen und CO2 zu produzieren. Die Käufer wollen sich aber nicht mit den negativen Folgen ihrer Fahrerei auseinandersetzen. Wichtig ist ihnen das Image der Marke und des Fahrzeugs und das Gefühl im Auto sicher und frei zu sein oder bei anderen als sportiver Junggeselle, leistungsfähiger Manager, bedrohlicher Macho, starker Beschützer oder auch nur als Mensch, der zur Mitte der Gesellschaft dazugehört (!) wahrgenommen zu werden. Viel zu lange haben sich viel zu wenige dafür interessiert, was aus dem Auspuff rauskommt. Die Automobilindustrie hat den Mythos mit Kräften gefördert und die Natur des Autos nicht zum Thema gemacht (das Ziel war, viel Geld zu verdienen und das hat mit dem Mythos hervorragend geklappt). Aber der Käufer hat auch nie (oder viel zu

selten) etwas anderes gefordert. Man kann nur hoffen, dass die Wahrnehmung möglichst vieler Menschen gereinigt und von dem Mythos Auto befreit wird.

Sie meinen, dass die Plattformstrategie Ausdruck der Mythisierung des Autos ist. Da muss ich widersprechen. Die Plattformstrategie ist eine Voraussetzung für die effiziente Herstellung von Fahrzeug-Varianten in großer Stückzahl. Wenn unterschiedliche Fahrzeuge auf einer gemeinsamen Plattform hergestellt werden, kann man diese auf dem gleichen Fließband fertigen und muss nicht mehrere Bänder bauen. Werden gleiche Teile in unterschiedliche Fahrzeuge eingebaut, kann man diese in größeren Stückzahlen bestellen und hat geringere Kosten bei Einkauf, Lager und Ersatzteilhaltung. Es ließen sich noch mehr vernünftige Gründe anführen, hinter denen leider keine großartige philosophische Theorie steckt, sondern nur banales praktisches Denken. Ich gebe zu, dass die Plattformstrategie die Mythisierung von massenhaft hergestellten Fahrzeugen einfacher (weil billiger) macht. Meines Erachtens ist das Entstehen und Vorantreiben des Mythos aber in Verkaufsstrategien, Fahrzeugdesign und Werbung zu suchen und hat mit der Bildung von Plattformen höchstens am Rande zu tun.

Noch etwas zu den fürchterlich geheimen Geheimabsprachen der Autoindustrie. 60 Arbeitskreise in 1000 Sitzungen, wie sie schreiben.

Wie „geheim“ kann denn das noch sein? Wenn sie ihrem Chefredakteur ein Geheimnis mitzuteilen haben, berufen sie dann auch erst mal einen Arbeitskreis mit vier Sitzungsterminen ein?

Das andere ist: warum werden Absprachen in der Industrie erst mal grundsätzlich verteufelt? Keiner weiß genau, was abgesprochen wurde (war ja ein geheimes Geheimnis), aber schlimm muss das auf jeden Fall gewesen sein. Die Autoindustrie muss man wohl nicht besonders in Schutz nehmen, aber eine Vorverurteilung ohne gesicherte Informationen ist auch in diesem Fall schlechter Journalismus. Es gibt abgesehen davon ausreichend viele gute und dem Gemeinwohl zuträgliche Gründe, um in der Industrie Absprachen zu treffen.

Dass nämlich „freier Wettbewerb“ oder „der freie Markt“ automatisch die besten Produkte hervorbringt, ist wieder ein Mythos. Auf diesen Mythos sind in dem Artikel allerdings sie als Autor reingefallen. Die Annahme, dass in gegenseitigem erbittertem Kampf (sie schreiben „mörderischer

Wettbewerb“) die für die Allgemeinheit oder den Einzelnen besten Ergebnisse erzielt werden, ist schlichtweg falsch. Ich kann das nicht weiter ausführen und verweise auf anerkannte und ideologiefreie Bücher der Volkswirtschaftslehre. Widersprüchlich ist, dass sie im weiteren Verlauf des Artikels dann selber feststellen, dass verschiedene Mythen des Konstruktes „Kapitalismus“ von der Automobilindustrie gerade zerstört werden. Ich weiß nicht, ob das für Leser des Feuilletons als bemerkenswert erscheint. Aber das nehme ich als Hinweis, dass viele kluge Leute offensichtlich nicht ausreichend über die grundlegenden Wirkmechanismen in der Wirtschaft Bescheid wissen. Da muss man der Automobilindustrie ja noch dankbar sein, dass sie durch ihre unverschämten Vorgehensweisen hilft, den Mythos Kapitalismus weiter zu zerstören. Ich bin nämlich ganz der Meinung von Barthes, dass man sich nicht von einem Mythos täuschen lassen sollte.

Die „Zeit“ kann nämlich etwas, das nur sie in ihrer Unabhängigkeit und mit ihren hervorragenden Schreibern tun kann und immer wieder auch tut:

hinter die Kulissen blicken und losgelöst vom oberflächlichen Berichten des Tagesgeschehens die Natur der Dinge aufdecken und Mythen zerstören. Das ist für mich das Wichtigste an der Zeit und in diesem Sinne bitte ich Sie weiterzumachen. – Andreas Matt


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Krise der deutschen Autoindustrie als „produktiver Zustand ?“   Die deutsche Autoindustrie muss sich umstellen, indes die Frage erlaubt sei, ob der Weg zur Elektromobilität nur mittels und ausschliesslich durch die Batterie der richtige Weg ist. Ich bezweifle dies doch sehr.   Völlig übersehen wird das Potential der Brennstoffzelle und der Umsetzung von „grünem Wasserstoff“ mittels dieser in elektrische Energie. Der „grüne Wasserstoff“ ist das ideale Speichermedium für überschüssigen  regenerativen Strom aus Sonne + Wind.

Mischformen als Hybrid, der einerseits die Batterieleistung nutzt und beim Ende ihrer Ladekapazität einfach auf Treibstoff wie Wasserstoff umschalten lässt. Damit lassen sich kurze aber eben auch Langstrecken umweltfreundlich bewerkstelligen.   Japan setzt darauf, im Jahr 2020 zu den Olympischen Spielen eine Hydrogen-Society zu sein, ein wasserstoffbasiertes System, welches in unterschiedlichen Anwendungsfällen, Branchen und Industriene Energie produziert und sinnhaft  umsetzen lässt, also Strom, Wärme, aber auch Kälte und via Co2-Absorbierung (Methanisierung = Verbindung Co2 mit Wasserstoff)  Energie erzeugen lässt, saubere. Wir haben 400.000 km Gasleitungen – der perfekte Speicher von H2 bis zur Rückverstromung.   Die Autoindustrie und ihre Zulieferer müssen sich umstellen – je schneller, umso besser.

Die Batterie ist ein kleiner Teil der Lösung, aber eben nicht der ganze. Denn: Batterien werden immer mehr Energiedichte haben, im Preis fallen und mehr Reichweite schaffen. Soweit, so gut. Wenn es das Wort „aber“ nicht gäbe.   Batterien haben notwendige Bestandteile wie Kobalt und Lithium, die hohe CO2-Kosten bei deren Produktion erzeugen – unabhängig von Umweltschädlichen Prozessen beim Abbau. Und: diese Bestandteile sind nur in wenigen Regionen der Welt abbaubar….Kongo, Bolivien, Chile…. Also neue Abhängigkeiten. Dann das Problem der Entsorgung – wie hoch ist der Anteil, der wirklich recyclebar ist ? Batterien nehmen mit der  Leistung an, z.B. wenn ein KFZ (Auto, Bus, LKW etc.) diese Energiequelle für Heizung (Winter) oder Klimaanlage (Sommer) nutzt. Auch hier  bietet sich die Brennstoffzelle als „Range-Extender“ an, denn damit lässt sich die Batterieleistung ausgedrückt im Radius „vermehrfachen“.

Warum dann nicht besser gleich auf Wasserstoff setzen ?  Bin im Thema seit 17 Jahren drin und Mitglied der Wasserstoffgesellschaft Hamburg e.V. ( www.h2hamburg.de) = wir haben dort ein  Positionspapier entwickelt, welches die riesigen Chancen beleuchtet, die die deutsche Industrie – vor allem die Autoindustrie – mit der Brennstoffzelle und „grünem Wasserstoff“ hat. Die Politik muss es nur noch verstehen und Gas geben = Förderung…….1000 H2-Tankstellen In 3 Jahren – Förderung von Brennstoffzellen-Hybrid-Fahrzeugen, Förderung der Erforschung leistungsfähigerer Elektrolyseure (diese wandeln mittels Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff um); die Zukunft ist heute = Wasserstoff ist die Kohle der Zukunft (Jules Verne)  – Sven Jösting


Leserbrief zum Titelthema „Das Leben der Reichen“

Schön, dass hinter dem Artikel über die Reichen gleich der über cum-cum und cum-ex kommt, denn das haben sie dann doch wohl überhört die Dienstleister: Trotz gewaltiger Finanzkraft (Macht) ist für die allermeisten das wichtigste Ziel: Mehr davon. Das ist das Gesetz des Begehrens (Sie wissen schon:“I can get no …“) . Und Sie sind bereit dies gegen die Gesellschaft (Allgemeinwohl) durchzusetzen. (Manch einer spricht sogar von Klassenkampf von oben). – Dieter Herrmann


Leserbrief zum Titelthema „Das Leben der Reichen“

Wohl ein Sommer-Thema, ein ewiges Thema, aber durchaus ein reflexionswürdiges … aber dazu doch einige ergänzende Überlegungen, auch wenn diese selbstverständlich für einen Leserbrief zu lang sind. Statt „Reichtum“ (was ist das?) beschreiben zu wollen, wäre wohl stärker über „das Vermögen“ zu debattieren … was wir alles Können, wenn wir Wollen. Sollen wir nebst Armut auch Reichtum bekämpfen wollen? Oder das kostbare Substrat möglichst (gemeinverträglich!) pflegen?

Armut ist zu bekämpfen. Und was tun wir mit Reichtum?

Missbrauch ist gewissermassen menschlich. Der Sozialschmarotzer mit tiefergelegten vier Breitfelgen ist dumm, der Reichtumsprotzer obszön. Aber obszön ist Eyecatcher, und aus afrikanischer Perspektive ist bereits ein Leben im Camp um eine europäische Grossstadt jener Traum, dem auch LeserInnen der Yellowpress beim Blick auf Prinzen und Prinzessinnen nachhängen und den Barbie ins Kinderzimmer transportiert. Fast alle Verfassungen garantieren Eigentum, das Deutsche Grundgesetz das Erbrecht, und die US-Verfassung Pursuit of Happiness ... für Barbie?

Globalisierung ist demographisch Ausprägung des physikalischen Grundprinzips der kommunizierenden Röhren, und der Druck zu einem weltweiten Ausgleich wird noch zunehmen. Dabei könnten die Reichen selbst bei höherer Steuerlast weniger betroffen sein als der Mittelstand und die Ärmsten, die sich bei tieferen staatlichen Leistungen trotz höherer Steuerlast für Reiche noch weniger leisten könnten bzw unter schlechteren Leistungen zB des Gesundheitssystems zu leiden hätten. Man erkennt die Entwicklung des britischen Gesundheitssystems und politische Ängste in traditionellen Demokratien.

Die Frage ist, ob ein bisschen mehr glamouröse Charity oder höhere Steuern unser so komfortabel etabliertes System retten. Echter Einsatz für Dritte ist diskret und die Wohltätigkeitsgala bloss Eyecatcher. Auch echter Wohlstand, ob erarbeitet oder ererbt, ist wenig sichtbar. Wer sein schlechtes Gewissen ob zuviel Reichtum allzu öffentlich kompensieren muss, hat bereits etwas falsch gemacht: Echter Reichtum hat Stil und auch in Zeiten der öffentlichen Selbstdarstellung und -entblössung Diskretion. Dem Prinzip der kommunizierenden Röhren wird man nicht entweichen können – „Physik“ lässt sich nicht aushebeln, und keine Grenzsicherung – nicht die bellende Dogge im Garten und nicht Erdogan am Bosporus – wird etwas daran ändern können, dass Wasser still, aber gewaltsam durch jede Ritze dringt. Gewalt ist zwar primitiv, aber gerade deshalb effektiv. Ob sich weltweit effektiv etwas gegen die primitive Effizienz von Gewalt ausrichten lässt, ist zweifelhaft, aber Wasser und Bildung wären Kernthemen für pursuit of happiness der gesamten Menschheit. Wer wirklich „happy“ ist, ist weniger gewalttätig. Und wer (wirklich) glücklich (und nicht nur reich) ist, müsste spüren, dass sich Glück mit Teilen vervielfachen lässt.

Reichtumsbetrachtung bzw die Betrachtung von Reichen kippt rasch ins Nominelle, das allerdings (man betrachte die afrikanischen Migranten) relativ ist. Der europäische Mittelständer ist global gesehen schon fast obszön reich; sein nominelles Kapital ist allerdings meist stark gebunden und sein „Happiness-Faktor“ deshalb durchaus nicht euphorisch; wir pflegen einen eher skeptisch-vorsichtigen Lebensstil. Der westliche Wohlstand lässt sich nicht durch Kappen des Wohlstands, sondern nur durch effiziente Verteilung auch der ökonomischen Ressourcen retten. Das war schon immer die Intention von Steuern. Diese sind ein Zwangs-Teilen, weshalb Steuernzahlen nur sehr beschränkt glücklich macht. Und der Steuerwettbewerb ermöglicht deshalb Glücksgefühle, für die man Berater teuer bezahlt. Das macht weder die Reichen noch die Armen reicher, aber die Berater können in der Hierarchie aufsteigen.

Asset protection, nämlich das Anliegen, sein Vermögen vor geschiedenen GattInnen, dem Fiskus und den Erben zu isolieren und ihm möglichst ewiges Überleben zum Nutzen der Verwalter dieser Vermögen zu ermöglichen, entspricht zwar dem „Eichhörnchen-Prinzip“: vor dem Winter möglichst viele Nüsse zu vergraben. Dem Eichhörnchen nutzen nur jene, die es selbst wieder findet, und aus den nicht gefundenen Nüsschen werden an denselben Stellen nur wenige zu Bäumen auswachsen können. Ob man seine Nüsschen in Panama oder sonstwo vergraben bzw den dortigen Eichhörnchen überlassen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Effektiv ist das allenfalls temporär zur minimierenden „Steueroptimierung“. Tatsächlich ist eine Steuer, die Liquidität aus wenig liquidem (vor allem: im Unternehmen gebundenen) Vermögen abschöpft, trotz nominellem Reichtum ein Problem. Und das deutsche Erbschaftssteuersystem ist und bleibt ein Problem, weil jede Privilegierung von Unternehmenserben unfair ist (da wird in der Tat einem altertümlichen Dynastiedenken gefrönt, denn die Geschichte zeigt, dass nicht jeder erstgeborene Thronanwärter thronwürdig ist) und anderseits die Steuergerechtigkeit verlangt, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit angemessen zu berücksichtigen. Das „Vermögen“ bestimmt – in jeder Hinsicht – die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Es zu besteuern ist deshalb nicht falsch. Falsch ist aber, die Liquidität in einem einmaligen, zufälligen und kaum planbaren Zeitpunkt, nämlich beim Tod, abzuschöpfen, weshalb denn auch jene Deutschen, die ihr Vermögen nicht in panamaische Hände geben mögen, weiterhin die jährlich anfallende schweizerische Vermögenssteuer der deutschen Erbschaftssteuer vorziehen; die Steuer ist nicht höher als die Verwaltungs- und Absicherungskosten anderwärts. Sie nehmen dafür sogar weiterhin in Kauf, in der Schweiz Wohnsitz haben zu müssen …  – Prof. Dr. P. Breitschmid


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Vielen Dank Herr Ulrich für diesen ausgezeichneten Artikel!! Er spricht uns aus der Seele. Bitte weiter so. – U.Hartmann-Forcat


Leserbrief zu „Die Rote Flora nervt“ von Ulrich Greiner in ZEIT:Hamburg

Nach Karl Valentin hat jede Sache drei Seiten. Eine Vorderseite, eine Rückseite und eine komische Seite. Ulrich Greiner hat sich für die Komische entschieden. Vorderseits findet er die Rote Flora und ihre Anhänger unerträglich. Rückseitig notiert er: „Das Zentrum zu schließen hilft auch nicht.“ Da bleibt dann wirklich nur die dritte Möglicheit. Die schildert er – zum Teil wenigstens – in glühenden Farben. Erstens: Bei Räumung der Roten Flora würden Autos in Blankenese und Barrikaden in Pöseldorf brennen. Autos soll es ja in Blankenese geben – aber Barrikaden in Pöseldorf? Zweitens: Wird die Rote Flora geräumt, wird es Verletzte geben.

Da ist sich Herr Greiner sicher. Drittens: Mit der Räumung wird ein allgemein bekannter Zufluchtsort für sozial  Schwache beseitigt. Das ist wirklich zu befürchten.  Viertens: Gegen die Räumung werden sich viele Rote Flora-Sympathisanten wehren. Das ist nicht von der Hand zu weisen.  Vermutung, Befürchtung und Erfahrung mischen sich hier schon vortrefflich. Dann legt Herr Greiner so richtig los.  Die sympathisierenden Touristen aus Husum und Würzburg  – kamen sympathisierende Touristen zum G20-Gipfel nicht auch aus Italien, Spanien, Griechenland und Russland? – findet der Autor einleuchtenderweise nicht so entscheidend. Die Werbeleute, Grafiker, Modemacher und Gebrauchskünstler, die Kreativen – die sind für alles, was zu befürchten ist, verantwortlich. Die Zunft der Zeitungsmacher, Journalisten, Reporter, sich selbst, zählt er nicht dazu.

Er sieht sie und sich mehr auf der handwerklich unschuldigen Seite.  So geht das weiter und weiter, bis mitten hinein in die Politik. Warum auch nicht? Die hat ja beide Hände im Spiel, die linke wie die rechte.  Gegen Schluss geht es noch einmal hin und her. Theoretisch findet Ulrich Greiner die Räumung der Roten Flora geboten, also notwendig. Für praktisch hält er sie nicht. Die Sache würde wohl noch viel schlimmer, was anzunehmen ist.  Wer jetzt die Lösung des Problems erwartet,  befindet sich unversehens in einer Rumpelkammer. Zitat: „In jedem noch so aufgeräumten Haus gibt es irgendwo eine Rumpelkammer… eine Rumpelkammer muss ab und zu aufgeräumt werden…Die Zeit für eine Neuordnung der Roten Flora ist jetzt.“ Basta.  Über die Neuordnung nachdenken? Vorschläge machen, Irrtümer und vielleicht Dummheiten inbegriffen? Das sollen doch, bitte schön, andere machen. – Peter Gudelius


Leserbrief zu „Nie ohne Bescheißen“ von Thomas Assheuer

Die Autoindustrie produziert nicht nur Mythen, wie schon Roland Barthes feststellte, sondern auch mit ihren aktuellen Machenschaften  Botschaften an die Menschen: Wenn schon die Großkonzerne so offensichtlich und skrupellos bescheissen, und nicht mal von der Politik dafür verurteilt werden, dann ist es doch legitim  wenn auch wir uns so verhalten. Es kommt einem Aufruf zum gesamtgesellschaftlichen Bescheissen gleich, das hineinreicht bis in unsere Privatsphären. Dafür sollten sich die Verantwortlichen auch entschuldigen, dass sie dieses Gift unter die Menschen gestreut haben. – Robert Eisch


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Endlich einmal jemand, dem der Kragen geplatzt ist. Endlich jemand, der mit der Mär aufräumt, dass Frau Merkel als Physikerin die Dinge immer „vom Ende her“ betrachtet. Das Gegenteil ist der Fall, oder wie Bernd Ulrich es ausdrückt: „zu spät, zu wenig – und dann holterdiepolter“. Sicherlich hat sich Frau Merkel in ihrer langen Amtszeit viele Verdienste erworben,  aber ihr teilweise fundamentales Versagen gehört auch zu ihrer Bilanz. Das eklatanteste Beispiel ist die Flüchtlingspolitik. Nachdem das Schengen-Abkommen beschlossen war, hätte jeder, der die Dinge „vom Ende her“ betrachtet , sich fragen müssen, was daraus resultieren könnte.  Es war bekannt, dass im Nahen Osten Millionen von Flüchtlingen unter schwierigsten Umständen leben, es war auch bekannt, dass es die modernen Kommunikationsmöglichkeiten erlauben, innerhalb kurzer Zeit eine große Menge von Menschen zu mobilisieren. Die Erfahrung zeigte auch,  dass sich in kurzer Zeit kriminelle Strukturen bilden können, wenn aus der Not von Menschen Kapital zu schlagen ist. All dies musste auch Frau Merkel bekannt sein, doch welche Folgerungen wurden daraus gezogen? Keine – Deutschland hatte ja keine Außengrenze! Wo ist also das Problem?

Unter dieser sträflichen Ignoranz leiden wir noch heute. Noch heute sind unsere Aufnahmestellen nicht in der Lage, das Anliegen von Asylsuchenden in angemessener Zeit und in rechtlich einwandfreier Weise zu behandeln. Das Beispiel des Bundeswehrsoldaten, der ohne Sprachkenntnisse als Syrienflüchtling anerkannt wurde, ist symbolisch für den Zustand dieser Behörden. Ein anderes Beispiel ist das Bundesheer, wo sich schon zwei Bundesminister –mehr oder weniger ohne Erfolg – abgearbeitet haben, um die größten Defizite in der Ausrüstung und der Struktur „bei den Soldatinnen und Soldaten“ zu beseitigen. Ist dies schicksalhaft, so dass die Kanzlerin keinerlei Verantwortung zu tragen hat? Einzig bei dem „Autogipfel“ scheint Frau Merkel „vom Ende her“ zu denken. Anstatt dort teilzunehmen, zieht sie es vor, in den Südtiroler Alpen zu wandern. Wahrscheinlich wird der Gipfel nur Verlierer produzieren. Sie wird dann nicht dabei sein.

Nun hat Frau Merkel für sich beschlossen, „dem Volk noch einmal dienen zu wollen“. Die Müllberge, die danach abzutragen sind, werden bestimmt nicht kleiner. – Klaus Grieshaber


Leserbrief zu „Nie ohne Bescheißen“ von Thomas Assheuer

Leider vergisst T.A. in seinem Artikel darauf einzugehen, warum der Beschiss überhaupt ans Tageslicht kommen konnte, nämlich durch die Aufteilung zwischen Regulativ und Kontrolle auf der einen Seite und den Produktionsmitteln auf der anderen, die in kapitalistischen Systemen i.A. in unterschiedlichen Händen liegen. In den realen sozialistischen Systemen liegen beide beim Staat und daher bleibt der Beschiss dort auch unentdeckt, außer das System bricht als gesamtes auseinander, wie eben aktuell in Venezuela zu beobachten ist.

Im Übrigen hält das Land Niedersachsen eine Sperrminorität an VW – aber, wie üblich bei staatlichen Stellen, solange der Euro fließt ist alles paletti… „Ganz ohne Bescheißen“ geht beim Staat eben gar nichts, nur sind die Politiker naturgemäß nicht so ehrlich. – DI Helmut Biely


Leserbrief zu „Kampf um den Dollar“ von Jutta Hoffritz

Es wäre m. E. hochinteressant, die Entwicklung der russischen staatlichen Banken und der Oligarchen-Banken nach dem Zusammenbruch der SU im Vergleich zu der in ZEIT Nr.31, Seite 17 geschilderten Entstehung des US-Amerikanischen Staatsbanken-Systems zu beurteilen.

Über einen dementsprechenden Artikel wäre ich sehr erfreut. – Gerhard Hestermann


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Als häufiger Leser der ZEIT schätzte ich bisher die neutrale Berichterstattung und die treffenden Kommentare zur Lage.

Der o.g. Artikel hätte jedoch nicht besser von der „Führungsriege“ der Grünen geschrieben werden können. In diesem Fall hätte ich mir auch die Parteizeitung zusenden lassen können.

Ihre Meinung hierzu würde mich interessieren. – Werner Mack


Leserbrief zu „Hoffen auf Trudeau“ von Jochen Bittner

Entweder irre ich mich ganz gewaltig, oder in Ihrem Beitrag ist eine gegensätzliche Aussage enthalten:

– In der zweiten Spalte, oberster Abschnitt, wird ausgeführt:  „Überquert man die Grenze hingegen illegal, …..; hat man das Recht auf ein Asylverfahren“.

– In der letzten Spalte, 3. Abschnitt von unten, steht:  „Anders als in den USA werden illegale Einwanderer in Kanada nicht geduldet und vom Arbeitsamt absorbiert, sondern verhaftet und abgeschoben“.

Was stimmt denn nun? – Dieter Schuster


Leserbrief zu ZEIT Leo

Danke für die Veröffentlichung der Bilder vom Malwettbewerb.
Die Werke geben einen wundervollen Einblick in die Welt unserer jungen Talente und Künstler.

Wöchentlich musiziere ,tanze und singe ich als Musikpädagoge mit über 200 Kindern in der elementaren Musikerziehung und Sprachförderung .

Diese beiden Seiten sind auch eine tolle Motivation für das pädagogische Fachpersonal, mit dem ich zusammenarbeiten darf. – Tobias Steeb


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Der Lobesbeitrag von Bernd Ulrich über die Grünen ist unverhohlene, penetrante Wahlwerbung für diese Partei. So kurz vor einer Bundestagswahl ist das skandalös. So etwas darf es nicht geben und kommt hoffentlich nie wieder vor. Fairerweise müssen Sie jetzt auch anderen Schreibern vor der Wahl noch Gelegenheit geben, im Blatt Wahlwerbungsartikel für die anderen Parteien zu platzieren. Auch für die Linke und die AFD. Gebe es bei den Grünen eine Hall Of Fame, Ulrich wäre die Aufnahme sicher. Besonders irritierend ist, dass viele Journalisten, die sich bestimmt für überaus tolerant und liberal halten, offenbar überhaupt nichts gegen die Verbots-, Regulierungs- und Bevormundungsmentalität der Grünen einzuwenden haben. – Klaus-Dieter Marquardt


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Viele Analysen aus dem Artikel von Bernd Ulrich kann ich durchaus unterstützen, insbesondere auch die Kritik an dem Verhältnis zwischen Politik und Autolobby. Aber warum lässt sich der Autor auf plumpe Schlagworte ein, mit denen man ständig aus den Medien bombardiert wird? „Der Diesel ist tot“, oder „Diesel wird künftig in etwa so populär sein wie frittierte Innereien.“ Welch eine Panikmache! Der Diesel ist eine hervorragende Technik, nur haben die Hersteller es lange versäumt, ihre Möglichkeiten voll einzusetzen. Die Lösung soll ein vollständiges Ende der Verbrennungsmotoren in nur wenigen Jahren sein, wie die Grünen es schon gefordert haben? Ist das reine Ideologie oder Naivität? Man mache sich doch einmal Gedanken über den Energiemix, aus dem die dann gigantische Menge an Elektroenergie herkommen soll, Stromnetze, Ladestationen, Reichweiten etc. Und kleine Anmerkung am Rande: Feinstaub ist auf Grund der Feinstaubfilter kein Thema des Dieselmotors mehr! – Dr. Hans-Gerd Lehmann


Leserbrief zu „An den Grenzen der Macht“ von Alice Bota Und Sebastian Bolesch

Erst einmal Lob für Frau Alice Bota. Interessanter Bericht über ihre Erkenntnisse/Erlebnisse, die sie auf ihrer Reise entlang der Westgrenze von Rußland  gesammelt hat.   Läßt es Ihr Budget für das Rußland-Büro noch zu, Frau Bota zu einer bestimmten Zeit auch  zu den anderen Grenzen der früheren Sowjetrepubliken reisen und berichten zu lassen ? Kasachstan und die 4 mittelasiatischen Republiken. Außerdem China und Mongolei. – Hartmut Wagener


 Leserbrief zu „Mein Leben als Igel“ von Dirk Gieselmann

Dirk, weißt du, wo ich die Geschichte über dein Igelleben gelesen habe? In der Bahn, alleine, auf dem Weg in eine andere Stadt, um dort alleine ein Museum zu besuchen. Wenn du nun annimmst, es mit einer älteren Dame namens Ingeborg zu tun zu haben: Nein, ich bin 28 und empfinde eine tiefe Zuneigung für alles, was einfach da ist, spachlos, und mich so schüchtern, wortkarg oder introvertiert sein lässt, wie ich es eben gerade bin.

Schüchtern zu sein habe ich schon oft als Makel empfunden – egal ob mit dreizehn oder dreiundzwanzig Jahren. Diese Momente gibt es auch immer wieder, man scheint aus ihnen nie völlig herauszuwachsen. Aber umso schöner überraschen mich die Momente, in denen alles ganz anders ist: Wenn ein Abend mit Kollegen so nett ist, dass ich nicht gehen möchte. Wenn ich bei einem Vorstellungsgespräch ins Plaudern komme und selbstbewusst und locker von mir erzähle. Wenn ich immer seltener denke, mir Worte zurecht legen zu müssen, weil es schon viele Male auch ohne geklappt hat. Und ich habe gelernt: Je öfter man eine vermeintlich unangenehme Situationen im Kopf durchspielt und je konkreter man sie sich ausmalt, umso gehemmter steht man am Ende da, weil man sich selbst schon ausgiebig davon überzeugt hat, völlig zu versagen. Das Drehbuch des eigenen Scheiterns schreiben wir selbst.

Ein Gedanke, der mir sehr hilft: Die Anderen sind auch nur Menschen, keine Feinde. Irgendwie trägt doch jeder seinen Rucksack mit Ängsten, Sorgen, Unsicherheiten und Zweifeln mit sich herum, der von Lebensjahr zu Lebensjahr noch ein bisschen dicker und schwerer wird. Und während du darüber nachdenkst, dass die Aneinanderreihung deines Vor- und Nachnamens phonotaktisch ungünstig ist, ärgert sich dein Gegenüber vielleicht über sein Plappermaul, sein zu lautes Lachen, seinen missverständlichen Humor oder weiß der Teufel was. Irgendwas ist immer.

Und dann gibt es ja noch so viele Dinge, die wir richtig gut (und oft ein bisschen besser als die Lauten) können: Schreiben, zuhören, träumen, völlig im Moment versinken, kreativ sein, einen oder zwei Schritte weiterdenken, uns in andere hineinfühlen, zu unserem Wort stehen… Und wer einmal das Herz eines Schüchternen erobert hat, kann sich sehr glücklich schätzen.

(Apropos: Schüchterne in Dating-Apps wäre ein Kapitel für sich.)

In diesem Sinne: Danke für deinen Text. Und bleib so, wie du bist! – Laura


Leserbrief zur Grafik „Vogelstimmen“ von Sven Stillich und Matthias Schütte

Mit der deutsche Sprachgeschichte hat es DIE ZEIT wohl nicht so. Dem Umstand vedanken wir eine neue Sprache oder einen neuen Dialekt, heißt es doch: „krägeln“ sei eine „niederhochdeutsche“ Form vom „Krächzen“ der Blauracke. Diese Mischform des üblichen Gegensatzes von Nieder- und Hochdeutsch war bisher noch nicht bekannt. Im Gegensatz dazu ist DIE ZEIT im Angelsächsischen ja überaus kompetent. Aber vielleicht sollte sie doch etwas mehr auf ihre weniger weltgewandten Leser Rücksicht nehmen, die nicht das Glück hatten, an englischen oder amerikanischen Eliteuniversitäten zu studieren oder zu lehren, auch nicht die Möglichkeit haben, regelmäßig zwischen den Weltstädten Hamburg, London und New York zu pendeln. Neben einem nicht immer ausreichenden englischen Wörterbuch empfiehlt sich bei der Lektüre DER ZEIT ab und zu auch eine detaillierte Kenntnis der Regeln des Fußballspiels. Das musste ja auch Angela Merkel erfahren. Ihre Befähigung als Kanzlerkandidatin wurde ja 2005 von einigen davon abhängig gemacht, ob sie die „Offside“-Regel kannte … – Reinhold Schröder


Leserbrief zu „An den Grenzen der Macht“ von Alice Bota Und Sebastian Bolesch

Der Beitrag von Alice Bota spiegelt gut die Befindlichkeiten bestimmter Teile der Bevölkerung

in den angrenzenden Ländern zu Russland wider. In  geringerem Maße jedoch nur den nicht unerheblichen Teil russischer Einwohner. Die komplizierte Lage in der Ostukraine und die Krimannexion durch Russland gäbe es wohl nicht, hätten die blutigen “Maidan –Proteste”unterstützt von den USA und anderen westlichen Staaten zum Sturz der Regierung Janukowytsch geführt.

Bei der Fragestellung im russischen Außenministerium hätte ich mir gewünscht,  die EU  und einen Beitritt zu ihr ins Gespräch zu bringen. Ist der europäische Teil Russlands doch um ein Vielfaches größer als das kleine Stückchen Europa der Türkei.

Mir scheint, dieser Reisebericht war angelegt den Nachweis zu führen, wie schlecht, böse und gefährlich Russland ist.. Bezeichnend dafür , den ehemaligen Außenminister der UDSSR Molotov zu nennen

“Sein Bild wirkt in diesem Ministerium nicht allein wie

ein Stück Vergangenheit. Sondern wie gerahmte Kontinuität”

 

Das klinkt stark nach Expansionsbestrebungen Russlands in heutiger Zeit. Ist dem so? Moltov hatte mit Hitlers Außenminister Rippentrp im Auftrage Stalins über die Aufteilung Europas verhandelt.

In der Ahnen-Galerie der Außenminister der UDSSR befanden sich sicherlich auch Andrej Andrejewitsch Gromyko und Edward Schwardnadse. Es wäre  besser gewesen sie zu kommentieren.  – Karl-Heinz Ollek


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Vielen Dank, Bernd Ulrich, für die wunderbaren Worte im Artikel „Mit den Grünen wär das nicht passiert“! Nicht nur in der Politik, sondern auch im Alltag gilt ökologisches Handeln mittlerweile dazu, aber es gilt genau gleich ZU SPÄT! Und vor allem VIEL ZU WENIG!! Bin ich froh, dass Bernd Ulrich einmal deutlich das Gefühl ausdrückt, dass mich die ganze Zeit beschleicht: in den Augen vieler Mitmenschen (und der eigenen Kinder….) wirkt man allzu schnell besserwisserisch und oberlehrerhaft, dann pendelt man sich halt  auf irgendeine undefinierbare Mitte ein. Ist ja uncool, jede unnütze Autofahrt, übertriebene Flugreise und aus Bequemlichkeit unterlassene Mülltrennung zu kommentieren oder zu besprechen, ganz zu schweigen vom massiven Fleischverzehr durch sommerlichen Grill-Wahn vor meinen Augen. Dabei müsste doch allen klar sein: „Bei der Ökologie liegt die Wahrheit nicht in der Mitte, sie schwimmt in den Flüssen, sie schwebt in der Luft, sie nistet in unseren Lungen und Knochen.“

Aber was tue ich jetzt? Nicht mehr nur Privat-Ökologin sein, nach aussen missionieren, besserwisserischer werden? Oder den Grünen beitreten…. – Mahalia Kelz


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Ist Die Zeit jetzt das offizielle Zentralorgan der Zeit??? Ich bin seit 50 Jahren Abonnent der Zeit, noch einmal eine solche offene Wahlwerbung für eine Partei, dann war es!!! Bernd Ulrich war lange Büroleiter der Grünen im Bundestag und ich denke, er gehört nach wie vor dazu. So einem einseitigen Redakteur die Selbstglorifizierung einer solchen ideologischen Bevormundungspartei zu überlassen, ist für kritische Leser ein Schlag ins Gesicht. Ich bezahle meine Abo-Gebühr nicht für eine so unverschämte Wahlwerbung der Grünen. Ich würde mich gerne mit dem Unsinn von Ulrich auseinandersetzen, dafür reicht der Rahmen dieses Briefes nicht. – Siegfried Park


Leserbrief zu „Ausgebrannt“ von Moritz Baumstieger

Für diese wunderbaren, einfach nur brillant treffenden Zeilen und Reflexionen, danke ich Ihnen von Herzen!

Die umfassende komplexe Betrachtung dieses Themas ist Ihnen ganz ganz super gelungen – eine echte Bereicherung für die Die Zeit Ausgabe No 31;-) bzw. all diejenigen Menschen, die das Privileg haben, Ihre Zeilen lesen zu dürfen!!! Ganz großes Kompliment – Britta Hermle-Geibel


Leserbrief zu „Kampf um den Dollar“ von Jutta Hoffritz

Untertitel zur Karikatur:

……, eine Hydra mit zwölf Köpfen – einem (sic!) für jeden Bundesstaat.

Also, entweder: ..mit einem für jeden Bundesstaat,

oder:  …einer für jeden Bundesstaat,

oder: … einen für jeden Bundesstaat.

Möglicherweise ist als Bewohner des deutschsprachigen Raumes südlich der Benrather Linie, und somit diesseits der herzynischen Wälder, ein etwas anderer Sprachgebrauch üblich. Aber die Distinktion direktes und indirektes Objekt gibt es da wie dort.

Tja, der Dativ ist nicht nur dem Genetiv sein Tod. – Dr. Christian Armbruster


Leserbrief zu „Ausgebrannt“ von Moritz Baumstieger

Danke, lieber Herr Baumstieger, für den großartigen Beitrag „Ausgebrannt“! Danke!!! Es grüßt Ihre Leidensgenossin – Susanne Dietrich


Leserbrief zu „Wir sind auf uns gestellt“ von Joschka Fischer

Dank an Joschka Fischer! Dank an Die Zeit! Sehr weise gedacht und klar formuliert. Unverschämte Bitte: Möge der Verlag in die Zukunft Europas investieren und diesen Essay zur Pflichtlektüre aller Politiker machen. Denn leider gibt es nur einen Joschka Fischer. –  Johann Ernst


Leserbrief zu „Schrumpfende Kirchen“  von Evelyn Finger

Wenn die katholische Kirche an ihren überkommen Dogmen festhält, von denen in der Bibel nichts zu lesen ist (z.B. Zölibat, auf Männer beschränkte Ämter), und die evangelische Kirche sich mit politischen Aussagen so einseitig positioniert (z.B. gegen dritte Startbahn in München, Werbung für Homoehe in Berlin) und das nicht mit der Bibel begründbar ist, dann müssen sich diese Organisationen nicht wundern, wenn viele Mitglieder sich weigern, das mit ihren Beiträgen zu unterstützen

Würden sich die Kirchen mehr auf die Interpretation der Bibel konzentrieren, wäre das vielleicht ein Anreiz zur Selbstreflexion, auch wenn man selbst ein Zweifler ist. – C. Voss


Leserbrief zu „Falsche Freunde“ von Armin Langer

Ich beziehe mich auf zwei Deteils in Ihrem Artikel:

  1. Es gäbe keine christlich-jüdische Tradition.
  2. der Kongress christlicher Führungskräfte beherberge fundamentalistische deutsche Christen

zu 1.: meinen Sie das ernst oder möchten Sie auf die sehr stark belastete Tradition hinweisen? Nur zwei Banalitäten: Jesus war ein Jude und Christen und Juden lesen zum Teil die gleichen Bücher. Gibt es zwei andere Weltreligionen, die so eng verbunden sind?

zu 2.: der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer, deren Mitglied ich bin, unterstützt den Kongress christlicher Führungskräfte. Zu Ihrer Behauptung würde ich mir mehr Details wünschen, ich würde dem gern nachgehen. – Christian Voss


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Wenn die obersten Chefs der Autoindustrie so lügen und betrügen,  dann wird auch in unteren Ebenen gelogen, ich hatte schon immer den Verdacht, daß in Vertragswerkstätten unnötiges repariert und berechnet wird, jetzt  ist mir die Sache klar – es ist so ! Jetzt lasse ich mein Auto : Audi 80 – Benziner –  22 Jahre alt – seit drei Jahren  in einer Hinterhofwerkstatt reparieren – zu meiner großen Zufriedenheit. – Hans Jürgen Krohn

Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Gerade erst hat eine Studie der Presse Versagen in der Flüchtlings-Berichterstattung attestiert, da tappen Sie und Ihre Mitbewerber schon wieder in die nächste Falle, diesmal beim Dieselskandal. Den Vogel schoss der ARD-Energieexperte Jürgen Döschner ab, der markig twitterte, die deutsche Automafia vergase jedes Jahr 10.000 Unschuldige. Von der entglittenen Wortwahl (für die sich der „Experte“ nachher entschuldigen musste) abgesehen, kam bei ihm offenbar auch nicht die Frage auf, wie solche Zahlen zustande kommen. Lässt sich der Tod von 10.000 Menschen monokausal auf die stundenweise erhöhten Stickstoffdioxidwerte an manchen Straßen zurückführen? Und wenn an diesen (vermutlich bald entvölkerten) Straßenzügen jährlich 10.000 Menschen an bis zu 100 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft sterben, wie muss es dann erst an Arbeitsplätzen zugehen, bei denen der Gesetzgeber 950 Mikrogramm im Stundenmittel zulässt?

Aber anstatt solche Fragen zu klären, ergehen sich die meisten Journalisten lieber in Polemik (auch Ihr Kollege Peter Dausend konnte dieser Versuchung nicht widerstehen), schallverstärken unreflektiert geifernde Pressemitteilungen der weiß Gott hinterfragbaren Deutschen Umwelthilfe (DUH) und schwadronieren über die ach so dummen deutschen Autobauer, die ja mit ihrer Diesel-Fixierung völlig die Zeichen der Zeit verpeilt hätten, anstatt auf E-Mobilität zu setzen. Dass die mit jedem Auto Geld verdienen, während das gern als Leuchtturm angeführte Unternehmen Tesla bei jedem Fahrzeug Tausende Dollar Verlust macht – geschenkt. Dass eine globalisierte Wirtschaft in immer größeren Schweröl-Pötten Waren um die Welt wälzt, die Lkw auf den Autobahnen Stoßstange an Stoßstange fahren und in jeder Sekunde jeden Tages angeblich eine Million Menschen in Flugzeugen sitzen – ebenfalls geschenkt. Die Botschaft, die ankommt, lautet: Wenn der Deutsche erst begriffen hat, dass E-Autos der Heilsbringer sind, wird das Klima gerettet und die Luft wieder sauber.

Der Deutsche aber ist bockig und setzt weiter auf Verbrenner: Im Juli waren von 283.080 verkauften Pkw gerade mal 1.820 reine E-Autos und 9.800 Hybridfahrzeuge. Offenbar misstraut er den Versprechen der mit ÖPNV, Bahncard und Car-Sharing jonglierenden urbanen Avantgarde, zu der auch viele Journalisten zu gehören scheinen. Vielleicht hat er keine Lust auf Dienstreisen und Urlaubsfahrten mit mehrstündigen Ladeunterbrechungen. Vielleicht schreibt ihm sein Arbeitgeber die Wahl des Wagens vor (2/3 aller Pkw sind Geschäftsautos, und da werden sparsame Diesel nunmal geschätzt). Vielleicht misstraut er der Ökobilanz von E-Fahrzeugen, die im Betrieb keineswegs klimaneutral sind, solange über die Hälfte des deutschen Stroms aus Braun- und Steinkohle oder Atomkraft erzeugt wird, und für deren Akkus Rohstoffe unter fragwürdigen Bedingungen in der dritten Welt gewonnen werden. Vielleicht wäre er der E-Mobilität auch gar nicht abgeneigt, um beispielsweise die statistisch 2 x 16,9 km Weg pro Arbeitstag zurückzulegen, die dank kurzer Distanzen und hoher Stauanteile eine Paradedisziplin des elektrischen Fahrens wären und bei 18,4 Mio. Pendlern ein gigantisches CO2-Einsparpotenzial böten, wofür es allerdings möglichst billige Kleinstmobile und Roller bräuchte statt wuchtiger und teurer Teslas.

 

Fragen über Fragen, aber in Funk, Fernsehen und Presse gibt es statt Information überwiegend Indoktrination, gewürzt mit gehässig-höhnischen Seitenhieben auf die deutschen Automobilhersteller, als sei das eine randständige Clique Krimineller und nicht etwa der direkte oder indirekte Brötchengeber jedes siebten deutschen Arbeitnehmers. Hersteller, die betrogen haben, werden zur Rechenschaft gezogen werden, Nachtreten ohne Ball kann man sich sparen.

Deshalb meine Bitte an Sie: Machen Sie es besser, gehen Sie den Dingen auf den Grund und überlassen Sie das Moralisieren jenen „Journalisten“, denen sich der Bürger finanziell leider ohnehin nicht entziehen kann. – Dirk Ramackers


Leserbrief zu „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Endlich Urlaub, ab zu Mirower See. Auf der Terrasse des Bootshauses die Zeit lesen, wunderbar. Ich komme zum Artikel  „Mit den Grünen wäre das nicht passiert“, schaue zum Himmel und sehe den Rotmilan.

Nach dem Seeadler oder der Blindschleiche auf dem Bürgersteig hatten Sie ja nicht gefragt. – Claudia Kühnherz-Schulz


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Auto-spezifische Klüngelwirtschaft

Politik und Wirtschaft funktionieren in aller Regel am besten, wenn die beiden Parteien sich um ihre Belange kümmern. Wachsen die beiden Einheiten allzusehr zusammen, entsteht Klüngelwirtschaft. Swissair steht in der Schweiz sinnbildlich dafür und aktuell liesse sich die Dieselaffäre in Deutschland exemplarisch dazu nehmen. Noch lassen sich die Dimensionen der Vertuschungen nicht wirklich abschätzen. Doch eines ist klar, die Politik in Deutschland hat sich allzusehr in die Arme der hiesigen Autoindustrie geworfen. Die aktuelle Emanzipationswelle der verschiedenen Parteiexponenten wirkt mit Blick auf die Affäre, der Vertuschungen und Klüngeleien unglaubwürdig und heuchlerisch. Es spricht nichts gegen eine vernünftige Industriepolitik, aber die Nähe zwischen Autoindustrie und Politik in Deutschland ist im hohen Masse ungesund und wie die Dieselaffäre eindrücklich belegt, auch nicht nachhaltig. Die aktuell geforderten und in einigen Ländern teilweise bereits beschlossenen Verbote von Verbrennungsmotoren in Autos sind wiederum überzogen und reine Symptompolitik. Leider ist diese Herangehensweise der Politik mehr und mehr das Standardprozedere. Problem taucht auf, Symptom wird bekämpft und Ursache bewusst ignoriert. Dabei können die Politiker noch auf das schnelle Vergessen der Wähler zählen. Zumindest bist dasselbe Problem wieder auftaucht. Und dann? Sie wissen schon. Standardprozedere… – Pascal Merz


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Soweit bekannt: 15 Mio. PKW sind als Dieselfahrzeuge in Deutschland zugelassen. Davon sollen 5,3 Mio. nachgerüstet werden.

Ergänzungsfrage: 1. Warum wird uns verschwiegen, wieviel Diesel-LKW, Diesel-Omnibusse, Traktoren, und wieviel Eisenbahnloks wieviel Binnenschiffe in Deutschland zugelassen und Hausbrand, Industrie und Landwirtschaft, wieviel Stickoxyde diese ausstoßen bzw. produzieren?

  1. Die Messwerte z.B. in München beziehen sich auf Fahrstraßen, die besonders vom Verkehr frequentiert werden. Hier fehlt die exakte Aufteilung, welche diese Kategorien von Fahrzeugen und wie viel diese zur Zeit der Messung Stickoxyde ausgestoßen haben.
  2. Welchen Einfluss auf das dort entstehende Stickoxyd hat die Verkehrslenkung? Fließender Verkehr und Staus aufgrund von??? Z.B. Überlastung der Straßen? (Verkehrsunfälle nicht berücksichtigt)
  3. Welchen Einfluss auf die Stickoxydbelastung hat der ausländische Durchreiseverkehr bei PKW, LKW, Omnibus, Eisenbahn und Binnenschiffen?
  4. Welche Grundbelastung an Stickoxyd erzeugt die Natur? Welche ist von Haus aus gegeben?
  5. Im Hinblick darauf, dass die Erzeugung von Benzin und auch Diesel zum Großteil auf Crackvorgänge in den Raffinerien beruhen, wie verteilt sich da der Stickstoffgehalt vom Grundstoff Erdöl auf Benzin und Diesel und andere Ölprodukte?
  6. Was kann die Erdölindustrie, wie seinerzeit beim Schwefelgehalt, schon dagegen tun? Oder schläft sie, weil sie nicht behelligt wird? (Causa Proxima)
  7. Warum geht man hier bei der Diskussion und Regelung des Problems nicht von der „Causa Proxima Regel“ sondern von der Causa Remota aus?
  8. Was hier inszeniert wird, ist Volksverhetzung pur! Anstatt sachlich richtig und vollständig zu informieren. Muss sich z.B. erst die AfD darum kümmern?

So betrachtet, kann es Klagen vor Gericht noch geben, welche ganz andere Angeklagte treffen kann, als heute angenommen und betrieben wird. – Ludwig Stemmer


Leserbrief zu „Sie nennen es Wahlkampf“ von Peter Dausend und „Mit den Grünen wär das nicht passiert“ von Bernd Ulrich

Sowohl der Beitrag von Peter Dausend (S. 5) als auch derjenige von Bernd Ulrich (S. 3) beschreiben– aus je unterschiedlichen Perspektiven – ausgesprochen zutreffend die politische Gesamtlage einer Gesellschaft, die in ihrer personalisierten Form (als Wählerinnen und Wähler) mehrheitlich gelangweilt die nächste Bundestagswahl abwartet, um dann wiederrum mehrheitlich das zu wählen, was man bzw. frau in den vergangenen 12 Jahren immer wiederkehrend gewählt hat: eine Politik des zu spät und des zu wenig. Eine Politik,  die ad hoctorisch, selbstgefällig und vollkommen perspektivlos agiert. Dies mit dem Begriff ‚politischer Mittelmäßigkeit‘ zu betiteln wäre noch allzu euphemistisch für eine Ideen-,  Konzept- und Zukunftslosigkeit, die jedoch zwischenzeitlich derart en vogue ist, dass  jede inhaltliche Diskussion mangels zu hohem  Anspruch an das eigene Denkvermögen und zu geringer „Unterhaltungswertigkeit“    kommunikativ – und damit mehrheitlich – kaum mehr anschlussfähig erscheint. In einer solchen von dumpfer Inhaltslosigkeit geprägten Lage reichen die Feriengrüße eines CSU-Kandidaten schon, damit dieser ohne allzu große Schwierigkeiten wieder gewählt wird.  Jene, von Ulrich beschriebene Bequemlichkeit der Öffentlichkeit führt zunehmend zu der benannten Realitätsblindheit; allerdings nicht nur gegenüber ökologischen, sondern ebenso gegenüber sozialen Missständen in der bundesdeutschen Gesellschaft: Altersarmut, Armut von Alleinerziehenden, eine redundant unechte Darstellung der realen Arbeitslosenzahlen. An all dies und viel mehr hat sich eine breite gefällige Mehrheit in diesem Land längst gewöhnt; man/frau ist ja (noch nicht) selbst davon betroffen…

Zwei Jahre nach ihrem brillanten Wish-you-were-here-Album legten Pink Floyd noch einmal nach: Mit ihrem genialen und oft unterschätzen  Animals-Album (1977). Darin befinden sich in dem Stück sheep (Schafe) jene geradezu prophetischen und  mahnenden Zeilen: „Harmlessly passing your time in the grassland away. Only dimly aware of a certain unease in the air. Meek and obedient, you follow the leader down well trodden corridors“ . Was man in etwa wie folgt übersetzen kann: Harmlos vertreibt ihr euch die Zeit auf der grünen (oder aktuell: grün eingetünchten) Wiese. Nur ganz schwach gewahr einer gewissen Unruhe in der Luft. Lammfromm und folgsam folgt ihr dem Anführer über ausgetrampelte Wege. Die vier Jungs von Pink Floyd waren ihrer Zeit stets weit voraus. Das gilt auch für das Cover der Animals-LP. Es zeigt die Londoner Battersea-Power-Station in einer im Jahr 1977 von Abgasen verdreckten Umgebung. Das Kohlekraftwerk Battersea wurde  sechs Jahre später endgültig stillgelegt. Es war den Londonern zu schmutzig und nicht mehr zeitgemäß.  Die Geschichte des Battersea-Kraftwerks und seiner Stilllegung könnte als  Lernbespiel für die bundesdeutsche Automobilbranche und für die sie derzeit immer noch schützende Bundespolitik dienen. Wenn man denn lernen möchte…- Prof. Dr. Manfred Borutta


Leserbrief zu „Ist es jetzt endlich vorbei?“ von Bettina Schulz

Der Rückblick auf zehn Jahre Finanzkrise, die in Deutschland am 30. Juli 2007 durch die in Schieflage geratene Düsseldorfer Industriekreditbank ( IKB) ausgelöst wurde, kulminiert in den beiden Fragen: Sind die Banken heute sicherer? Und: kann so eine Krise noch mal eintreten?  Die Antworten lauten: die Banken und das Finanzsystem sind derzeit sicherer, aber die Finanzkrise ist auch heute noch nicht überstanden, denn ein GAU an den Finanzmärkten ist aus den verschiedensten Gründen möglich, obwohl sich die Kreditinstitute heute an strengere Regeln halten und vor allem eine stärkere Eigenkapitalausstattung im Verhältnis zu ihren Risiken vorhalten müssen (Basel III).  Die IKB hatte sich mit sogenannten „Subprime-Krediten“, US-Hypothekenkrediten mit geringer Qualität, verspekuliert und musste mit mehreren Rettungspaketen im Wert von  fast 10 Milliarden Euro gerettet werden.

Es gab damals drei Fehleinschätzungen zur Stabilität der Investmentbanken: Einerseits zogen  die von den Banken extra gegründeten außerbilanziell geführten Zweckgesellschaften ihre Liquiditätsgarantien und kamen so zurück in die Bankbilanz, was die IKB über die „Rhineland-Funding“  zu Fall gebracht hat. Andererseits zogen die Investoren der Zweckgesellschaften ihre Kreditversicherungen (Credit Default Swaps), sodass die American Insurance Group  (AIG) in einer riesigen Rettungsaktion in den USA vor der Pleite gerettet werden musste. Und drittens hatte niemand damit gerechnet, dass Investment- und Schattenbanken, Versicherer und das ganze Finanzsystem in Gegengeschäften derart miteinander  vernetzt waren.

Angesichts einer Gesamtverschuldung von Staat und Privatwirtschaft weltweit in Höhe von rd. 270 Prozent der Wirtschaftsleistung ist das Finanzsystem gegen einen erneuten Sturm keineswegs gefeit, zumal man sich bei den jüngsten Rettungsaktionen italienischer Banken locker über die neuen Regeln der EU-Bankenunion hinweggesetzt hat. Das ungelöste Problem der gegenseitigen Abhängigkeit von Banken und Staaten bleibt ein weiterer großer Schwachpunkt des internationalen Finanzsystems, das durch die Geldpolitik der EZB noch angeheizt wird.  Es  bestehen daher keine guten Aussichten für die Hoffnung, dass die Krisenanfälligkeit des internationalen Finanzsystems „vorbei ist“! – Hans-Henning Koch


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Zum wiederholten Male kritisieren Sie (zu recht) nicht nur die Diesel-KFZ der Autoindustie, sondern auch die Dieselfahrer. (siehe auch: Feinstaub-Plaketten-Plagiate) Ich finde die Argumentation sehr unscharf. Ich war Fahrer eines 3-Liter-Autos. Mein Auto hatte keine 3 Liter Maschine, sondern 3 Liter

Verbrauch:

Ich fuhr einen Smart. Der bekam keine grüne Plakette,- da habe ich ihn verlustreich verkaufen müssen. Ein Porsche Cayenne Diesel kriegt freilich eine, obwohl er ein vielfaches an Dreck rausschleudert. Täglich fahren die Leute mit aufgeblasenen Blech-Monstern zur Arbeit, SUV & Co, aus Freude am im Stau-Stehen.

Warum korrigiert die Politik nicht einfach den Einfluss der Lobbyisten und besteuert diese Panzer viel stärker? Das täte der Umwelt gut,  und auch der Außendienstler „mit Bandscheibe“ dürfte weiter in seinem Audi SQ7 rumfahren, denn es wäre ja nur ein Dienstwagen. – Stefan Bauer


Leserbrief zu „Die da oben“ von Laura Cwiertnia

Der lange Artikel bietet ein bisschen Klatsch und Tratsch und einige wenige Fakten, leider versucht Frau Cwertnia nicht das Problem zu erforschen oder von verschiedenen Seiten zu betrachten, denn dann könnte ein Diskurs in Gang kommen, der Ihrem Blatt würdig wäre und man würde nicht im voyeuristischen Schauder hängenbleiben, für den ich mir dann übrigens den Artikel deutlich üppiger bebildert wünschen würde.

Den Reichen hinter ihren Hecken und langen Zufahrten wird die Abkehr vom Leben der anderen vorgeworfen. Was sollen sie denn anderes tun? Jenseits der Gefahr von Entführungen bleiben die Reichen lieber unter sich, weil ihnen ein feindliches Klima entgegenschlägt. Wer reich ist, hat von anderen gestohlen, wer reich ist, soll abgeben, der hat’s ja. Der Artikel sucht zu „beweisen“ die Reichen seien mindestens abgehoben, wenn nicht gar verkommen. Der Begriff der Elite ist in Deutschland ein negativer (betrachten wir hier zunächst nur den selbst erarbeiteten Reichtum), und das ist sehr schade. Mit Gleichmacherei versuchen wir die Elitebildung zu verhindern, bremsen die Besten, damit der Abstand zu den anderen nicht zu groß wird. Dem Standort Deutschland geht damit Initiative verloren, Ideen, Energie. Anstatt Eliten einzubremsen, sollten wir uns mit dem Begriff der Gemeinschaft befassen, „it takes all sorts to make a world“. Die Elite ist ohne Basis nicht möglich und hat im Gegenzug der Basis zu nutzen und zu dienen. Die Arbeitsplätze, die „Reiche“ in ihren Unternehmen schaffen, seien kurz erwähnt. Natürlich müssen Steuern bezahlt werden, auch mehr und gerechter, als heute, aber genommen wird mit Respekt gegenüber den Gebenden. Würden wir so denken und erziehen hätten wir viel weniger Probleme mit Leistung und Reichtum, weniger hohe Hecken entlang der Straßen und vermutlich auch eine gesündere Verteilung des Besitzes innerhalb der Gesellschaft.

Für das ererbte und nicht erarbeitete Vermögen wird die gesellschaftliche Einordnung schon schwieriger. Die erwähnte „Million von der Tante“ katapultiert den Erbenden schon in die Top 10% der Besitzenden in Deutschland, zu denen man ab knapp 470.000 EUR Vermögen gehört (Bundesbank 2014). Und jetzt? Soll der plötzlich Vermögende, der nicht durch Arbeit und Erfolg in diese Situation hineinwachsen konnte, so tun, als hätte er nichts und weiterleben wie vorher? Wenn der finanzielle Abstand nicht zu groß ist und der Betroffene diese „Heuchelei“ durchhält, behält er vielleicht sogar seine Freunde. Anhand der Lottomillionäre lässt sich das doch prima ablesen. Also doch lieber die Million nehmen, in ein Reichenviertel umziehen und eine hohe Hecke vor’s Haus pflanzen? Letztendlich gibt es weniger Gegenwind, wenn sich der Reiche angemessen verhält, das heißt den Erwartungen der anderen entsprechend- und dazu gehört derzeit eine hohe Hecke.

Zur von Frau Cwertnia beklagten Abkehr der Reichen vom Leben der anderen ist zuletzt noch zu sagen, dass es doch gerade gut ist, dass Reiche heute nicht mehr in einfachen Pensionen wohnen und einfache Wohnungen kaufen, sondern sich in Luxushotels einmieten und Luxuswohnungen kaufen. Die preiswerteren Angebote bleiben so doch eher denjenigen erhalten, die sich das Luxushotel nicht leisten können. Es besteht geradezu eine gesellschaftliche Verpflichtung der Reichen ordentlich Geld auszugeben, und so die Wirtschaft anzukurbeln und von preiswerten Segmenten Nachfragedruck zu nehmen.

Neiddebatten bringen uns nicht weiter. Jeder muss gelernt haben, dass das Brot aus Korn gemacht wird, dass angepflanzt und durch harte Arbeit geerntet werden muss. Erfolg kommt durch Fleiß und Arbeit und führt zu einer größeren Verantwortung, die wahrgenommen werden will. Reichtum ist nicht unumkehrbar.

Die entscheidende Frage ist doch, wie wir unsere Gesellschaft in ihrer Zusammensetzung und damit auch die Fraktion der „Reichen“ sehen und folglich behandeln (wollen). – Jan Schuth


Leserbrief zu „Autos – Politik“ von Peter Dausend et al.

Wenn die Schadstoffmessung auf dem Prüfstand ausreicht, wie kann dann das Kraftfahrtbundesamt Volkswagen verpflichten ein Software-Update aufzuspielen? Wenn der Hersteller zum Update verpflichtet ist, darf er dann eine Verschlechterung der Sache wie erhöhten Kraftstoffverbrauch in Kauf nehmen? Wenn das Update technisch sicher keine Verschlechterung der Sache darstellt, warum gibt dann der Hersteller dem Verbraucher gegenüber keine rechtsverbindliche Garantie-Erklärung ab? Wenn dann der Verbraucher unter Androhung der Stilllegung seines doch formal so korrekt zugelassenen Autos zum Update verpflichtet wird, kann dann der Verbraucher auf dem Schaden, im schlimmsten Fall einem Werkstattfall mit einem Auto das nicht mehr zuverlässig fährt, sitzen bleiben? Ist das der „Aufschlag“ von der Frau Hendricks bei Dunja Hayali gesprochen hat oder die endgültige Klärung, die sich Herr Dobrindt wünscht?

Der Erfolg eines Software-Updates ist mehr als fragwürdig. Kaufprämien, das sollte uns gerade am Welterschöpfungstag am 02.08.17 bewusst sein, befeuern einen zusätzlichen Ressourcenverbrauch. Und es würde nicht weiter verwundern, wenn der Fond für „nachhaltige Entwicklung“ und die Fördergelder zur Umstellung auf E-Mobilität letztendlich der Industrie zugute kämen. Wie aber sieht eine echte Lösung aus?

Wenn der Schadstoffausstoß von Dieselautos verkehrswidrig zu hoch ist, dann gefährdet das die Umwelt und Gesundheit von Menschen. Wenn das Leben von Menschen gefährdet ist, muss ein Rückruf der Autos innerhalb kürzester Zeit, wie bei fehlerhaften Bremsen erfolgen. Bei so einem Rückruf ist selbstverständlich, dass die Bremsen nicht nur ein paar Prozent besser funktionieren, sondern voll funktionsfähig sind. Insofern müssen die Grenzwerte der jeweiligen Euro-Norm ohne Wenn und Aber erfüllt werden, ohne dass das Auto hinterher „mit angezogenen Bremsen fährt“. Dies ist offensichtlich nur mit einer verpflichtenden Hardware-Nachrüstung erreichbar. Damit wäre Verbrauchern, Bürgern und Umwelt gleichermaßen geholfen. – Ein/e Leser/in


 

 

20. Juli 2017 – Ausgabe 30

Leserbrief zu „Im Zweifel für den Selbstzweifel“ von Maximilian Probst

Es ist die große Ironie des Textes, dass der Autor von Selbstzweifeln völlig ungestört scheint. So schreibt Mounk explizit, dass er keine Rückkehr zum unkritischen Geist der 50er Jahre wolle. Das aber übergeht der Autor, weil er verärgert über die Kritik an „seinen Idolen“ und „seiner Bewegung“ ist. Das zeigt sich auch in seiner Aufzählung vermeintlicher Sündenböcke, bei denen er „Gutmenschen“ und „Flüchtlinge“ nennt, nicht aber die Hassgegner der eigenen Seite wie „der Westen“ oder „die Marktwirtschaft“. Merke: eigene Kritik ist kritisches Denken, Kritik an den eigenen Positionen ist die Suche nach Sündenböcken. Was hat das mit Selbstzweifeln zu tun? Die sucht man im Text jedenfalls vergeblich.  – Jan Alexander


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

Danke für die (Print)-Veröffentlichung dieses Beitrages, heute auf der Titelseite. Es ist sehr gut, dass die Automobilindustrie und die Verantwortlichen bei der Aufsicht (einschließlich der Regierung) ohne Umschweife klar und deutlich kritisiert werden. Und: „Die Zeit hat diese Sicht lange mitgetragen“. Fähigkeit zur Selbstkritik ist eine hohe Tugend. – Rob Maris


Leserbrief zum Wochenmarkt „Mousse au Chocolat“ von Elisabeth Reather im ZEIT Magazin

Eine schöne Idee ein einfaches Rezept für eine Mousse au Chocolat zu präsentieren und dazu eine englische Kochkolumne vorzustellen. Aber ich habe eine Anmerkung: man sollte das Wasser, über dem die Schokolade geschmolzen wird, auf keinen Fall kochen lassen! Wenn Schokolade zu heiß wird verbrennt sie, also auch das Wasserbad nur leicht erhitzen (40°C) und die Schololade langsam darüber schmelzen.

Ich habe diesen Fehler selbst gemacht und war etwas enttäuscht von einem Rezept im Zeitmagazin, dass genau dieses Vorgehen empfohlen wird.  – Thilo Stumpf


Leserbrief zu „Verdienen wir an Griechenland?“ von Lisa Nienhaus

„Wir wüßten es nicht genau?“ Es ist wie es ist:

Dass die Schulden Griechenlands zurückgezahlt werden, ist kaum zu erwarten, auch kaum möglich. Fällige Darlehn werden doch nur gegen neue mit immer längeren Laufzeiten getauscht. In Bilanzen müssten die Werte deswegen halbiert werten. Nur in den Staatshaushalten dürfen sie noch zum Nennwert stehen. U.a. damit Herr Schäuble seine schwarze Null verteitigen kann. Deswegen wehrt es sich so vehement gegen einen Schuldenschnitt.

Fair wäre es, Griechenland wieder die Drachme einführen zu lassen, es weiter von der EU zu unterstützten (etwa die Drachme auf etwa 50% zu halten), aber es seine eigenen Entscheidungen wieder selbst treffen zu lassen.

Verdienen tut allenfalls die Exportindustrie, von der Rüstung bis zu den Automobilen, die Griechen nur über Target2-Pump bezahlen können. – Gerhard Schroeder


Leserbrief zu „Börsenschreck Christian Lindner?“ von Mark Schieritz

Am allerwichtigsten wäre es wohl, dass die FDP mit Christian Lindner wieder in den Bundestag einzieht, um jene EURO-Politik, die Herr Schieritz mit „Kompromisse finden“ und „Gesicht wahren“ offensichtlich als notwendig erachtet, als das zu benennen, was sie in Wirklichkeit ist, nämlich eine Politik des „Durchwursteln“ und der geduldeten Regelverstöße zu Lasten der Steuerzahler und Sparer. – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Downtown Teheran“ von Christine Lemke-Matwey

Dass die Produzenten der US-Fernsehserie „I Dream of Jeannie“ sich Ende der Sechzigerjahre von der Uniform der Iran-Air-Stewardessen inspirieren ließen, ist schlicht unmöglich, weil die Damen bis 1979 keinen Schleier und kein Kopftuch trugen. Siehe die beigefügten Fotos! – Jürgen Thiede


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

Die Automobilindustrie hat Jahrzehnte lang den Umstieg auf alternative Energien boykottiert und schlussendlich den Wandel verschlafen. Ein Elektroauto ist nicht einfach ein herkömmliches Auto, bei dem man den Motor austauscht und das Getriebe weg lässt. Hier muss komplett neu gedacht werden. Dazu ist die konservative Automobilindustrie meiner Erfahrung nach nicht in der Lage. VW, Mercedes etc. wird es ähnlich ergehen wie Siemens bei der Mobiltelefonie, Kodak bei der Digitalfotografie oder Nokia durch die Smartphones. In den kommenden zehn Jahren werden wir weltweit einen kompletten Wandel der Mobilitätsindustrie erleben. Es ist nicht einmal sicher, ob das Elektroauto das Rennen macht, vielleicht boomen Personen-Drohnen oder noch revolutionäreres. – Martin Novotny


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Eigentlich kann ich Ihren Artikel unterschreiben. Ein Ergänzung hätte ich aber. Ich selber bin der Meinung, es geht bei uns ungerecht zu.

Warum? :

1.)         In meiner früheren Firma, ich bin inzwischen verrentet, waren die Putzfrauen früher bei der Firma angestellt und haben Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. In den 90ziger Jahren wurden diese ausgelagert. Jetzt wurden Putzfirmen beschäftigt, die ihre Kräfte mit Kleinbussen Abends aus der Rhön herbeigeschafft haben. Für 2 Stunden Putzen haben diese 10 DM damals bekommen und waren 4 Stunden unterwegs dafür. Sozialversicherungsbeiträge haben diese natürlich nicht gezahlt. Inzwischen werden sie hoffentlich den Mindestlohn bekommen nominell.

Die Pförtner waren früher Mitarbeiter, die aus irgendwelchen Gründen die Schichtarbeit nicht mehr schaffen konnten und nun auf diesem Posten ihr Gnadenbrot bekamen. Inzwischen sind es alles Angestellte von Sicherheitsdiensten mit Stundentarifen.

Das hier eingesparte Geld wird in erhöhte Vorstandsbezüge gesteckt, weil diese Herren es so dringend brauchen. Inzwischen ist das Auslagern von Tätigkeiten zur Norm geworden. ( Das sich die Gesellschaft für diese Entwicklung nicht schämt, ist für mich nicht zu verstehen.)

2.)          Die Scheinselbständigkeit zwingt Zeitgenossen, sich auf ihr eigenes Risiko hin zu verschulden. Und nachher fahren sie wie die Bekloppten z.B. Pakete für die Post aus, um überhaupt auf ihre Kosten zu kommen. Der dadurch bedingte billige Paketversand macht größere Umsätze bei den Versendern möglich. Der Staat sorgt für Geschäfte bei den Internetversendern!!!!

3.)         Während Österreich z.B. die Altersvorsorge für Angestellte und Beamte zusammengeführt hat, ist dies bei uns nach wie vor getrennt. Mit dem Ergebnis, das die Bezüge in Österreich spürbar höher liegen als in Deutschland.

4.)        Geringverdiener können sich in Zukunft in vielen deutschen Städten keinen Wohnraum mehr leisten. Sie bewegen sich auf einem Niveau von Personen, die in ihrem ganzen Leben noch nie gearbeitet haben und zum Schluss aber ähnliche Bezüge erwarten können.

5.)        Um vor Gericht sein Recht zu erstreiten, muss man gut betucht sein. Arme Zeitgenossen haben nicht das Geld, ihr Recht zu erstreiten.

Bisher verkaufen wir im Jahr noch für 200 Mrd. € Automobile. Unsere hochbezahlten Automobil-Vorstände haben es aber nicht für nötig befunden, dieses Geschäft abzusichern. Durch den Dieselskandal und die Elektromobilität wird dieses Geschäft in nicht allzu ferner Zukunft spürbar zusammenschrumpfen. Wenn dieses Geld nicht mehr da ist, wird  manches anders aussehen.

Die Idee der SPD war eigentlich gut. Man hat nur 3 Fehler gemacht: Die Zeit ist noch nicht reif dafür. Man hat das Thema nicht so aufgearbeitet, das sich eine Mehrheit davon angesprochen fühlte. Der Mann, Martin Schulz, ist nicht überzeugend. – Reiner Püschel


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

Ich bin mit Ihrer Meinung völlig einverstanden, aber der Harnstoff ist so widerlich wie auch andere chemische Produkte, seien es Waschmittel, Nagellackentferner, Düngemittel etc. Der widerliche „Harn“ im Harnstoff führt u.a. dazu, daß  die 5-20% Harnstoff in Hautpflegemitteln verschämt zu „Urea“ werden. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu „Die Frau im Haus“ von Cathrin Gilbert

Obwohl ich kein Freund vom Frauenfußball bin, schaue ich mir doch mal ein Spiel an, um zu wissen, wie die Frauen Fußball spielen. Ich kann alles bestätigen, was Ihre Autorin Cathrin Gilbert schreibt. Sie sollten nicht die Männer imitieren. Nicht nur weil der Vergleich hinkt, sondern auch wegen der vielen Fehler, die auch bei den Männern zu sehen sind. Fast alle weiten Pässe kommen nicht an. Bei den Eckbällen ist es nicht viel anders. Das Gefühl für solche Pässe ist verloren gegangen. Viel zu weit, viele Bälle landen im aus. Das ist auch bei den Frauen zu beobachten. Die Torschüsse ist ein Jammertal.  All das habe ich auch bei den Frauen festgestellt. Entweder zu hoch oder daneben. Die Trainer sind das Übel.  – Gunter Knauer


Leserbrief zum Titelthema „Hauptsache, Ego“

Hallo – was geschieht?: BER !

Systemtechniker wissen um die Probleme komplexer Systeme. Als überzeugte/gelernte Teamarbeiter leisten sie sich keine Egoismen. – Klaus-Eberhard Braatz


Leserbrief zu „Rote Chucks und Wohlstandsbauch“ von Johannes Dudziak

Im Artikel über Union Berlin von Herrn Dudziak heißt es heute, Hansa Rostock würde in der Regionalliga spielen. Dem ist nicht so. Hansa spielt in der bundesweiten 3. Liga. Sollte man auch ohne Wikipedia wissen, wenn man bei Ihnen auf der Seite über Fussball im Osten schreiben darf. – Sebastian Draeger


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

In der aktuellen Ausgabe der ZEIT las ich zunächst den Artikel über den „Gleichklang der Medien“, die Flüchtlingsproblematik betreffend. Danach las ich den Artikel über die SPD mit Martin Schulz.

Nun wundere ich mich doch sehr, wie sich alles wiederholt zum Thema Gleichklang der Medien.

Zur Zeit findet ein SDP – Schulz-bashing in fast allen Medien statt. Auch ich hatte vom Programm der SPD weitreichendere Reformen erwartet.  Wie wäre es wenn Sie die SPD ermuntern würden, mit Mut dringende Reformen anzugehen, mit konkreten Vorschlägen bitteschön. Meckern kann schließlich jeder.

Übrigens: Auf eine taktierende Kanzlerin ohne Zukunftsvision habe ich auch keine Lust. Sie werden mir antworten, dass die ZEIT sehr ausgewogen berichtet. Stimmt, so ausgewogen wie die Kanzlerin! – Christa Zimmermann


Leserbrief zu Prominent ignoriert „Belastung Kind“ von GNR.

Die Menschheit ist zur Zeit dabei, sich durch zu viele Nachkommen selber abzuschaffen. Reproduktionsverzicht ist nicht das letzte, aber anscheinend das größte Tabu. Würde es endlich fallen, hätten wir vielleicht noch eine Chance. – Sabine Brandenburg-Frank


Leserbrief zu „Keiner war’s gewesen“ von Charlotte Parnack

Es gibt Millionen Zeugen. Das Fernsehen hat es möglich gemacht.  Diesmal nutzten keine Rechtfertigungen. Es macht es nur noch schlimmer. Die SPD reitet sich immer mehr in die Bedeutungslosigkeit. Martin Schultz erfindet die Ungerechtigkeit in unserem Lande. Deutschland strahlt über Europa hinaus.  Obwohl auch die CDU Mist gebaut hat. Ich denke da nur an unsere Bildung und Flüchtlingspolitik. Aber das haben die Wähler überraschender Weise mitgetragen.  Was ist das alles für ein Personal.  Diese Partei habe ich mal gewählt.  Solange solche Leute wie Oppermann die Politik maßgeblich mit gestaltet hat, der ein vertrauliches Gespräch in seiner Partei breitgetreten hat und einen Politiker  über die Klinge hat springen lassen, von dem kann man sich doch nicht regieren lassen.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Musterschüler“ von Arnfrid Schenk und Martin Spiewak

Deutschland wird nie nach der Pfeife Erdoğans tanzen, auch wenn er sich dadurch unverstanden und verraten fühlt und glaubt in seiner Ehre gekränkt zu werden. Kein Politiker Deutschlands wird  jemals versuchen unabhängige Gerichte zu beeinflussen und damit den deutschen Rechtsstaat auszuhebeln, nur um Erdoğan einen Gefallen zu tun. Deutsches Recht wird in Deutschland immer Recht bleiben! Da kann der türkische Präsident sagen was er will und kopfstehen. Es wird sich daran nie etwas ändern. Erdoğan muss lernen Deutschland zu respektieren! Sonst beweist er nur, dass die Aussage „Man kann Erdoğan nur von seiner eigenen Wahrheit überzeugen!“ stimmt. Es mag auch auf Erdoğan zutreffen, dass, wenn er sein Selbstwertgefühl von der Ehre abhängig macht, die ihm entgegengebracht wird, er seinen wahren, inneren Wert nie finden wird.

Erdoğan beherrscht das kleine Einmaleins des Diktatorentums perfekt. Wer für mich ist, ist für Gerechtigkeit, für die türkische Bevölkerung und für die Türkei! Wer gegen mich ist, ist ein (Gülen-) Terrorist! Deutschland schützt Gülen-Anhänger und Gülen Schulen, deshalb ist Deutschland für Erdoğan wahrscheinlich „Terroristenland“ und „Terroristenparadies“! Zumindest schützt Deutschland, seiner Meinung nach, Terroristen! Erdoğan betreibt-möglicherweise-mit dieser Unterstellung schon „politischen Ehrenmord“ an Deutschland. Auge um Auge, Ehre um Ehre sozusagen.

Die Türkei ist nicht alleine auf der Welt und deshalb unter anderem auch von Deutschland abhängig. Deshalb muss sich Erdoğan nach der Decke strecken. Nur in der Türkei darf er in den Himmel wachsen und über Halbmond und Sterne bestimmen. Wer aber nach den Sternen greift, verliert oft seine irdische Heimat und zertritt dabei den Garten, in dem wir alle leben. Es gibt noch andere Sprichwörter, die sich Erdoğan zu Herzen nehmen sollte. „Je höher man steigt, desto tiefer fällt man (früher oder später).“ wäre so eines. Ikarus könnte ein Lied davon singen. Hochmut kommt immer vor dem Fall! – Ing. Egon Hofer


Leserbrief zu „Unser Lehrer Doktor Blex“ von Christian Schweppe

Ich bin perplex, weil es den Typ, den Doktor Blex verkörpert, noch immer gibt. Mein Lehrer (vor über 40 Jahren!) hieß Prof. B., er war ein hochbegabter Techniker und bewunderte die „technikfreundlichen Nazis“, obwohl sein Vater, nach einem Aufenthalt in einem Konzentrationslager, gezeichnet und todkrank, verstarb. Wie er das unter einen Hut bringen konnte, ist mir bis heute ein Rätsel. Am liebsten stritt er mit einem sozialdemokratischen Politiker und Kollegen darüber, ob Stalin oder Hitler der größere Verbrecher gewesen sei. Blex erinnert mich frappant an Prof. B. Dr. Blex könnte sein Bruder sein. „Unter den Nazis konnten Techniker schalten und walten wie sie wollten, da wurden sie noch gewürdigt und konnten deshalb auch Besonderes leisten!“, war einer der Lieblingssprüche von Prof. B. Von den beiden damaligen Großparteien in Österreich, mit ihrem Parteibuchzwang in die Enge getrieben, sympathisierte er schon mit der FPÖ, bevor es Jörg Haider gab.

Ich hatte sofort ein Déjà-vu der besonderen Art, als ich über Dr. Blex las. Besonders hochbegabte Menschen schließen manchmal von ihren hohen Kenntnissen in einem Spezialfach auch auf ihre außerordentliche Menschenkenntnis und auf eine allumfassende „Weltkenntnis“, was ein fataler Fehler ist! Manche hochbegabte Menschen haben in ihrer Persönlichkeit viele kleinkindhafte Anteile, die sie leider manchmal mit Allmachtsfantasien auffüllen. Dr. Blex scheint mir so ein Mensch zu sein. Er hält seinen Kopf hin für eine Ideologie der AfD, die er nie ganz verstehen wird. Aber sie macht ihn, den kleinen Außenseiter plötzlich ganz groß und bedeutend. Die AfD verleiht ihm quasi Flügel! Sie macht ihn glauben, dass ausgerechnet er die Welt retten kann und auch wird. – Ing. Egon Hofer


Leserbrief zu „Keiner war’s gewesen“ von Charlotte Parnack

Das ist seit vielen Jahren typisch für die Nachbeurteilung von aus dem Ruder gelaufene Großereignisse: Politiker, Polizei und Gott weiß, wer noch, sind schuld, bloß nicht die Radaumacher, die haben ja „bloß reagiert“. Als eine der ersten hat Frau Kipping versucht, die Schuld für die Krawalle der Polizei in die Schuhe zu schieben. Jetzt springen viele auf diesen Zug auf, leider auch DIE ZEIT. Die Krawalle werden dazu benutzt, Vertreter des Staates „in die Pfanne zu hauen“. Ganz pauschal. Das macht offensichtlich Spaß. Aber im Ernst: hätte die Polizei in die Menge geschossen, wär’s auch nicht recht gewesen.

Die Demokratie tut sich sehr, sehr schwer mit Leuten, die sich nicht an die demokratischen Regeln halten, besonders, wenn sie als Masse auftreten. – Günther Lettau


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Seit Monaten suche ich einen interessanten Gedanken oder ein sehenswertes Foto auf den Seiten, die das Zeitmagazin Ihnen dieses Jahr zur Verfügung stellt (und für die Ihnen vermutlich Honorar bezahlt wird) – bisher vergeblich. Passiert in Ihrem Leben nichts, das spannender ist, als die Frage Berlin, London oder doch New York?

Liebes Zeitmagazin,

gibt es tatsächlich keine zeitgenössischen Fotografen, denen es egal ist, was „modern“ wirkt; und es nicht „toll“ finden, nichtssagende Details oder ihre eigenen Füße zu fotografieren?

Diese beiden Seiten sind Woche für Woche so belanglos, dass es fast schon weh tut. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Fotografie-Reihe fortgesetzt würde. Aber bitte auf etwas höherem Niveau. – Claudia Wagner


Leserbrief zu „Recht und Hetze“ von Birgit Hofmann

Mit großem Interesse habe ich den Beitrag: Recht und Hetze von Birgit Hofmann gelesen.

Bei der jüngsten Durchsicht unserer Familiendokumente bin ich auf Korrespondenz meines Großvaters gestoßen, die sich mit der Suche nach den jüdischen Wurzeln seiner Familie befasst, die bis ins 18. Jhrh. zurückreichen. Hierbei stieß er auch auf das Problem des latenten Antisemitismus in Bayern um die Jahrhundertwende 1899/1900. wie folgende Kopie zeigt.

Mein Großvater entstammt  einer bereits in dritter Generation im Jahr 1800 nobilierten jüdischen Familie, die in hohe protestantische Kreise geheiratet hatte.

Als seinerzeit, 1899,  junger Leutnant der Bayerischen Armee hat ihn dieser Schmähbrief (s.u.) mit „Fahrkarte nach Jerusalem ohne Rückkehr“ offenbar sehr getroffen. Der anonyme Absender des Brief kam aber wohl aus seiner unmittelbaren Umgebung. Er hat diesen Brief mit Kuvert zu seinen Akten genommen, sodass er jetzt auf seine Enkel kam.

Seine Familie spiegelt die in Ihrem Betrag behandelte Thematik bis in die 30er Jahre des 20. Jhrh. sehr treffend wider, weshalb Sie diese Information vielleicht interessiert. – Prof. Dr. med. H. J. Diesfeld


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Ihr Artikel „Bloß starke Worte“ trifft es genau, und dass es so ist, nach meiner Meinung: auch ganz gut so. Meine Sorge ist weiterhin, dass die Wahlbeteiligung, weil alles so schön ruhig verläuft, wieder zurück gehen wird. Deshalb wird die Liedbegleitung zum Wahlkampf nach Kräften verstärkt! – Winfried Huyer-May


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Danke Frau Hildebrandt, Sie beschreiben das „Dilemma“ der SPD sehr treffend. Wenn Schulz im Zusammenhang mit der Politik der Bundeskanzlerin vom Anschlag auf die Demokratie redet, verschweigt er sehr gerne, dass seine Partei diese Politik maßgeblich mitgestaltet.  Der Ausdruck  „Anschlag auf die Demokratie“ passt aber eher zu einer Maßnahme, die ein SPD-Kanzler ergriffen hat: die Abschaffung der Parität bei den Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung.  Auch darin liegt ein „schmutziges Geheimnis“ der SPD – nur glaubt Schulz wohl, das sei doch längst vergessen. Da irrt er aber.

Würde Schulz, was er sagt ehrlich meinen, dann hätte er die SPD dazu bringen müssen, noch  in der jetzigen Koalition  ein Gesetz einzubringen, dass  die Teilung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder einführt und alle die entlastet, denen jeder Cent, den sie für die Zusatzversicherung ausgeben müssen, fehlt.

Dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich den Beitrag geteilt haben, das war ein Baustein unserer sozialen Marktwirtschaft, den die SPD zur Seite geräumt hat. Und sie hat damit die getroffen, die sich nicht wehren können. Soziale Gerechtigkeit fängt für mich damit an, erkannte Ungerechtigkeiten abzuschaffen.  So lange diese Ungerechtigkeit nicht abgeschafft ist, muss mir keiner von sozialer Gerechtigkeit und Chancenkonten reden.

Mir hat dieser Tage eine Frau ihren Rentenbescheid gezeigt: Rente: 272,22 € –  KrVers 19,87 €  – Zusatzbeitrag 2,99 € – Pflegeversicherung 6,40 €. Bleiben: 242,96 €.

Natürlich kann man jetzt sagen – die 2,99 € hätten der Frau auch nicht aus der Falle geholfen, aber man kann das auch anders sehen. EON hat im ersten Quartal 2017 über 3 Mrd. € verdient. Gäbe es die paritätische Verteilung der Kosten, wären es vielleicht nur 2,9 Mrd. € gewesen, hätte man das den Aktionären nicht zumuten können?   – Karl-Heinz Niwek


Leserbrief zu „Unser bedrohtes Gold“ von Andreas Sentker

Schön, daß Sie schreiben wie die Fruchtfolge vernachlässigt und die Chemieindustrie Ihren Teil beiträgt – aber das ist, was die Komplexität des Themas angeht zu dünn:

Kein Wort zu nachhaltiger Landwirtschaft, zu Maßhalten etc. Kein Wort zur gesellschaftlichen Dimension des Desasters mit der industriellen Landwirtschaft, zur schleichenden Vergiftung unserer Lebensmittel und zum Zustand der Böden durch Kunstdünger und schwere Maschinen.

Hier hätte noch ein großer Artikel dazu gehört, ein Appell an unsere Vernunft und unser Einkaufsverhalten! – Peter Stephan


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

neben der exzessiven Gewalt von vermutlichen „Intensivtätern“  war ich erschüttert, über den Mangel an Fürsorge dieses Staates für seine Polizeibeamte.

Ich nehme nicht an, dass ein Staatssekretär oder irgendeine Person seines Mitarbeiterstabes auf einem Fußboden neben seiner Dienstausrüstung schlafen musste.

Oder sind Ihnen derartige Meldungen bekannt? Sind denn die Polizeikräfte, die diesen Staat sichtbar gegenüber den Bürgern – auch gegenüber den gewaltbereiten – vertreten,   Menschen zweiter Klasse?

Welche Erfahrung wird also ein solcher Polizist von diesem Gipfel mitnehmen? Wie wird er künftig  sich und seinen Wert – und die Bedeutung seiner Arbeit für unser Gemeinwohl  – einschätzen?

Was hat das für langfristige Auswirkungen auf den Zusammenhalt in dieser Gesellschaft ,  auf die Motivation  heutiger und künftiger Generationen von Polizisten? Gleichzeitig weiss ich, dass auch andere Beamte, die nicht gerade an der Spitze der Hierarchie stehen, ähnliche Umgangsweisen erfahren.

Auch sie fragen sich, welchen Wert diese Gesellschaft ihrer Arbeit beimisst und wie loyal sie einem Arbeitgeber sein müssen, der ihnen gegenüber einen derartig eklatanten Mangel an Fürsorge erkennen lässt.

Ich denke, dieses Thema müsste  in aller Offenheit  und in breiter Öffentlichkeit diskutiert werden.  Auch hier geht es um „das Thema Gerechtigkeit“ des SPD Kanzlerkandidaten. Die Ungleichheiten sind eben auch vom Staat als Arbeitgeber verursacht. Warum berichtet darüber niemand? – Dr.C.Heusgen-Schloter 


Leserbrief zu „Recht und Hetze“ von Birgit Hofmann

Solange ich zurückdenken kann gibt es kein Gesetz, das den Hass vieler Menschen gegen Juden beseitigen könnte. Ähnlich geht es den Romas und Sintis (Zigeuner). Die Juden sind in den Augen vieler Menschen  „Unmenschen“. Und die „Zigeuner“ sind arbeits-und lernscheu.  Ich selbst habe mit Juden keine guten Erfahrungen gemacht. Und trotzdem würde ich keinen Juden hassen wollen.   – Gunter Knauer


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

Die Berichterstattung zu Gewalt und deren Folgen jedweden ideologischen Hintergrundes ist offensichtlich ein einträgliches Geschäft.

Politik versucht sich zu profilieren, viele Menschen bekommen Angst, Polizei, Staatsschutz und Geheimdienste werden ausgebaut, Medien sind ganz vorne präsent und berichten gerne live. Einiges scheint wie Frontberichterstattung. In manchen Beiträgen ist von Krieg und Schlachten die Rede.

Dabei wären die Fakten schlicht zu betrachten. Unabhängig von der Ideologie der jeweiligen Täter bzw. Täterinnen, seien es Autonome, Linke, Rechte – sie bekennen auch in HH dabei gewesen zu sein- , Islamisten, Hooligans – auch der Versuch kann strafbar sein-… – Polizisten/innen üben manchmal ebenfalls Gewalt aus -, bleibt im bundesrepublikanischen Rechtsstaat eine Tat eine Tat, ein/e Täter/Täterin ein/e Täter/Täterin, ein Opfer ein Opfer, ein Delikt ein Delikt bzw. eine Straftat. Aus meiner Sicht haben die verfassungsmäßig agierenden „Sicherheitsdienste“ alle Bürger zu schützen, für Sicherheit zu sorgen und Straftaten zu verfolgen. Anhand der Beweislage urteilen dann Gerichte über Täter/innen.

Jede Tat ist unabhängig von ihrem ideologischen Hintergrund zu verfolgen und zu ahnden. Eventuelle Unterstützer/innen sind entsprechend der gesetzlichen Regelungen ebenso verantwortlich.

So gesehen sollte am Beispiel der Roten Flora in Hamburg bewiesen werden, wer, wann, wie, für wen, welche Tat unterstützt hat. Die Polizei ist auch in Hamburg ihrer Schutzpflicht nur unzureichend nachgekommen. Inwieweit den Opfern geholfen werden kann, bleibt unergründlichen. Materielle Schäden sind ersetzbar, seelische oder traumatische Erfahrungen bleiben für viele offen. Der Vertrauensverlust ist massiv. Auf diesem Hintergrund sollte die Situation auch bezüglich der Roten Flora und anderen Zusammenhängen bzw. Zusammenschlüssen betrachtet werden. In jedem Fall scheint mir für den gesellschaftlichen Frieden ein integrierendes Vorgehen unbedingt erforderlich. – Rolf Scheyer


Leserbrief zu „DIe Start- Up Omas“ von Jens Tönnesmann

Völlig unkritisch wird in ihrem Beitrag gefühlte 100 mal der Begriff „Oma“für Anfang 50 jährige hart arbeitende ,  mies bezahlte  Frauen verwendet…mag sein,dass es in der „Gründerszene „so Brauch sein mag.,aber warum adaptieren sie unkritisch diesen Quatsch?.ich finds respektlos und herabsetzend.ICh bin stolz,wenn mich meine drei EnkelInnen “ Oma“ nennen.Aber nur die.Nicht Opa Tönnenmann. – Tina Kohaus


Leserbrief zu „Geduldete Gewalt“

„Wir sind die Kirche“ und der Aufschrei von Gewalt und Missbrauch in der katholischen Kirche. Gewalt und sexueller Missbrauch nicht nur unter dem Bistumsleiter Gerhard Ludwig Müller. Wegschauen und Verheimlichen im Ordinariat. Aus der Zeit N° 30.   Was bedeutet dieses auf Gott bezogen?  Gesetzt und Freiheit  Das Gesetzt ist der Ausfluss der Weisheit und der unteilbaren Einheit Gottes. Das Gesetzt ist ewig, wie der, von dem es ausgegangen. Gesetzlosigkeit würde jede Freiheit unmöglich machen, da diese nur in der Vollkommenheit zu finden ist. Das ewige Gesetz verwandelt sich uns zu Gesetzen, dem Bedürfnis der unvollendeten Schöpfung entsprechen.  Gesetz ist, dass jeder Geist die Vollkommenheit seiner Individualität erreicht, dass gewordene Vollkommenheit sich nicht mit ewiger Vollkommenheit vermischen kann. Gesetze sind: Arbeit und Sühne, Solidarität der Geister und all die Naturgesetze, deren Verwandlung mit jener der Natur verbunden ist. Die Liebe ist die Vollendung der Gesetze. Durch die Gesetzesführung erreicht der Geist seine Vollkommenheit, und diese erhebt ihn über alle Gesetze, da die Vollkommenheit der Liebe und der Erkenntnis sein Führer geworden; sie erhebt ihn über die Gesetze, weil er in den Lichtkreis des höchsten Gesetzes eingetreten ist. Aber die Gesetze wirken weiter, Welten führend und erlösend.   Ihr könnt nicht verstehen, was wahre Freiheit ist; sie ist Geistesgröße, schöpferische   Kraft, Erkenntnis-Vollendung, Liebesvollkommenheit.

Dem Geist, der die wahre Freiheit errungen, ist jeder Fehler, jeder Irrtum, jeder unklare Begriff unmöglich. Nach Euren Begriffen von Freiheit müsste diese in ihrer Vollendung 1  alles möglich machen; doch Freiheit ist nicht Gesetzlosigkeit, und dem Gesetz seiner Wesenheit entwächst kein Gesetz.

Die Einheit des Vollendeten Geistes besteht darin, dass das Gleichgewicht all seiner Kräfte oder Wesenheitsmerkmale, wie Erkenntnis, Weisheit, Wille, Tatkraft, Freiheit, vollkommen ist; dass keine dieser Kräfte anders als in der Liebe, durch die Liebe geleitet sind, da der Geist relative Liebe geworden, wie Gott absolute Liebe ist. Durch diese geistige oder eigenschaftliche Vollendung des Geistes hat auch sein Stoffliches oder Elementares die Vollkommenheit erreicht, die ich mit Wesenheitsvollendung bezeichnen möchte.

Diese Wesenheit ist einfach, reines Element, dem ewigen Gesetz der Anziehungskraft von Gleichen auf Gleiches unterworfen oder (um einen klareren Begriff zu geben) in den Lichtkreis der Führung und Wirkung dieses Gesetzes eingetreten durch das Ausscheiden aller unreinen, nicht ewigen Stoffe, die sich im Laufe seiner Turnusse in niedere Sphären mit ihm verschmolzen haben.   „Da diese Einfachheit, dieses vollkommene Gleichgewicht aller ewigen Kräfte des Geistes sein Endziel und Ursache der Wesenheitsvollendung ist, wäre es der Katholischen Kirche immer wieder zuzurufen: << Seid einfach, widerspruchslos, klar und wahr! >>  Soweit es der Stufe der Katholischen Kirche möglich ist, strebt jetzt schon dieses Gleichgewicht der in Euch nun zur Entwicklung ewiger Kräfte an.

Strebet, ringet, erweitert das Feld eurer Erkenntnis durch die Kraft und macht eurer wahren Güte, und findet darin den Beweis, dass die Vollendung des Geistes in seiner Einheit liegt. –   Die Schöpfung Gottes und Ihr Schicksal findet Ihr auch unter „Weisheit:  11,20-21.  Nur so könnt Ihr der Frevel der Gewalt und Notzucht an Schutzbefohlenen unterbinden und verhindert.   Die Ehelosigkeit (Keuschheit) ist nicht Gottgewollt, sondern eine Administration der katholischen Kirche zur Züchtigung des Priesters. Gott hat es anders definiert und gewollt.   „So werdet Ihr ungläubig den Kopf schütteln, wenn ich behaupte, dass in der ganzen irdischen Natur und bei allen Lebewesen vorhandene Gesetzte der Verbindung des Männlichen mit dem Weiblichen auch in der geistigen Schöpfung in demselben Umfang gilt und gelten muss. Denn die Materie ist ja bloß eine Verkörperung des Geistigen. Also bloß ein anderer Zustand des Geistes, der die Geistigen Gesetze nicht aufhebt, sondern sie bloß in einer der Materie angepassten Weise wirksam werden lässt.  Solche füreinander geschaffene Geisterpaare nennt man „Duale“.

Das bedeutet so viel wie: „Zwei, die Zusammengehören“. „Blicke auf alle Werke des Höchsten: immer sind es zwei und zwei (= Paare), eins zum anderen gehören“ (Sirach: 33,14). – Dass sie die Ehen die im Himmel geschlossen wurden.  – Von diesem Gesetz der paarweisen Verbindung des Männlichen mit dem Weiblichen ist bloß Gott ausgenommen.  Dieses Gesetz gilt auch von dem als erstes Geschöpf Gottes ins Dasein getretenen Sohn Gottes“, den die Katholische Kirche fälschlich „Christus“ nennt. Von allen geschaffenen Geistern gilt das Wort der Bibel:  – „Mann und Weib erschuf er sie“ und das andere Wort: „Wachset und mehret euch!“ Christus – ist der Höchsten Geist, den Gott in seiner Allmacht schaffen konnte.  2    Er ist in allem sein vollkommendes Ebenbild, soweit ein geschaffener Geist die Vollkommenheit des Schöpfers besitzen kann. Darum nennt ihn Paulus mit Recht „ein Ebenbild des unsichtbaren Gottes und den Erstling der ganzen Schöpfung“ (KoI. 1.11) Christus ist also nicht Gott, wie Sie heute lehren, sondern der als erster geschaffene „Sohn Gottes“, sein höchstes und vollkommenste Geschöpf.

Nun noch zu Ihrer Kirche:   Paulus nannte diese große Gemeinschaft der Geister auch „Kirche“.  – „Gott hat alles geordnet unter seine Füße und ihn gesetzt zum Haupt über die gesamte „Kirche“, welche sein Leib ist und die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“ (Ephes. 1,22-23).“   Christus ist das Haupt des Leibes – der „Kirche“ (KoI. 1,18). – „Die Kirche“ ist also die Gemeinschaft der gottestreuen Geister unter dem Königtum Christi. Das Wort „Kirche“ bedeutet „Herrschaft des Herrn“. Der richtige Begriff „Kirche“ hat also mit Ihrer irdischen Kirche und religiösen Gemeinschaften nichts zu gemein. Das alles ist Menschenwerk aus menschlichen Irrungen entstanden und vergänglich, wie alles Menschliche.“  Schlusswort:   Nichts ist so wie es ist, und dennoch versucht die Katholische Kirche ein Mäntelchen über das Übel zu ziehen, statt Buße zu tun. Schon der Frevel an der Bibel durch Weglassen eines ganzen Buches, sowie verfälschen in den Büchern um zu herrschen und zu züchtigen. Das heutige Christentum ist eine Irrung von teils Fehlern durch ˜nderungen von Teilen in Psalmen oder falscher Übersetzung aus dem Griechischen.  Diese Beweisführung wäre hier zu umfangreich und war hier auch nicht das Thema, kann aber woanders weitergeführt werden. Die Priester, Bischöfe oder auch Kardinäle mit Ihrem Papst, werden sich, wenn sie ihren materiellen Köper verlassen in der Geistigen Welt, wo sie nur noch ihren Astralleib haben verantworten müssen.

Je nach Schwere der Tat, werden sie in einem dunklen Verließ ohne Licht sein, bis sie bereit sind zu dienen. Diene dem, den Du verletzt hast. Erbitte um Gnade und Verzeihen, so wird Dir geholfen. Du wirst das Licht erblicken und erste Erkenntnisse der Reue und Zuversicht spüren.   Die Lehre Christi und das heutige Christentum.   Sehet zu, dass euch niemand gefangen nehme durch die sogenannte „Wissenschaft“, sowie durch die törichten und irreführenden Lehren, die sich auf menschliche Überlieferungen stützen und von den bösen, die Welt beherrschen Geistermächten herrühren, aber mit der Lehre Christi nichts gemein haben. (KoI. 2,8.)  Herr Müller hören und vollenden Sie die grundlegende Lehre des wahren Christentums, dass nicht Menschen aus sich nicht Wahrheitskünder sein können.  Ich weiß, dass würde ein Erdbeben in der Katholischen Kirche gleichkommen, wenn Sie die Lügen durch Wahrheiten ersetzen müssten. Die Macht, die Zucht, die Torheit.   Mit Paulus Worten. Wolfgang Grundmann


Leserbrief zu „Ein Leben lang vortanzen“ von Jana Gioia Baurmann und Marcus Rohwetter

Interessant ist, daß es letztlich zwei „Angebote“ zum Erfolg gibt.

Da ist die schnelle Version der Casting shows mit den 15 Minuten des Ruhms und da sind die unzähligen Seminare zur persönlichen Weiterentwicklung, die einem sagen: wer 10.000Stunden in einem Gebiet investiert, wird zum Meister.

Aber beiden ist gleich, daß letztlich nur die Veranstalter profitieren. Sie profitieren davon, daß jeder schnell zum einfachen Erfolg will und bereit ist andere dafür zu bezahlen, entweder mit teuren Seminarkosten oder mit dem Verlust der persönlichen Würde.

Keines von diesen „formulas“ kann Meister produzieren. Der Violinvirtuose muß stundenlang im Kämmerchen üben. Ebenso der Meistermaler oder erstaunliche Bildhauer. Ein Stephen Hawking kam nicht aus Bohlens Händen und die Stones waren nicht bei Britain’s got talent.

Die Eitelkeit der Welt… – Wolfgang Michel


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

Über den Artikel ärgere ich mich sehr. Er lässt jeglichen Maßstab für Recht vermissen. Wie kommt man denn auf ein fremdes Dach oder Gerüst? Sicher nicht ohne Hausfriedensbruch. Und dem Dach tut unfachmännisches Betreten auch nicht gut – Sachbeschädigung. Das sind Straftatbestände! Und was will ich auf dem Dach? Randale möglichst ohne Risiko miterleben. Das ist für mich – zumindestens geistig – Mittäterschaft. Die „klammheimliche Freude“ von 1968 lässt grüßen. Und ob die Flasche nun einen Molly enthielt oder nicht – der Flaschenwurf reicht schon. Und dass die Polizei dann hart vorgehen muss – soll sie vielleicht eine indivifuelle Gesinnungsprüfung vornehmen? „Mitgegangen – mitgehangen“ sagt das Sprichwort.

Unterstützt die Polizei in euren Artikeln, damit nicht Zustände wie in Entwicklungsländern bekommen! – Martin Müller


Leserbrief zu „Wollt ihr Beef?“ von Daniel Haas

Vielen Dank für Ihren Text! Ernsthafte und positive Auseinandersetzungen mit Hip-Hop sind spärlich in ernstzunehmenden Publikationen. Ich bin Philosophie-Student, Anfangs zwanzig aus der Schweizer Mittelschicht und habe dementsprechend vordergründig mit Hip-Hop ebenso wenig am Hut, wie Sie. Mit 15 stiess ich, dem Internet sei dank!, auf dieses wunderbare Genre. Anders als bei Ihnen war es bei mir A Tribe Called Quest’s Peoples Instinctive Travels and the Paths of the Rhythm und dann Nas doch die Emotionen die das auslöst passten haargenau zu Ihrer Beschreibung. Ich hatte Gänsehaut beim Lesen, vielen Dank für das!

Ich möchte nur etwas sagen: Der Gangster-Rap hat für mich teilweise auch etwas Plumpes in seiner Ventilfunktion. Würde sich Rap auf dies beschränken, hätte meine Faszination irgendwann nachgelassen. Irgendwann hat man ja das Phallus-Gerede und das „Ich bin der Grösste“ gehört. Aber, das ist, in meinen Augen nicht der Fall. Ich finde im Rap Analysen, Einsichten und Haltungen vorgetragen, die ich in dieser Intelligenz und Kraft in keiner anderen Musikrichtung je erlebt habe. Das wäre, was ich in Ihrem Text bemängeln würde. Es beschränkt sich nicht aufs Auslassen von Aggressionen, auch wenn dies, ich stimme Ihnen zu, ein fundamentaler Teil ist.

Es gibt Rap, der sich intellektuell und künstlerisch überhaupt nicht verstecken muss, sondern mit literarischen Werken und zeitgenössischer Kunst mithalten kann.

Vielleicht liegt das Grösste am Rap genau in der Verbindung dieser beiden Ebenen, wie es in der Jay-Z Zeile antönt. Wenn die Kraft und Aggression mit Intelligenz gepaart wird erreicht Hip-Hop etwas, was ich sonst nur ganz selten finde. – Pablo Hubacher Haerle


Leserbrief zu „Warum nicht das große SZ?“ von Jens Jessen

Lieber Herr Jessen, allein diese kurzen Zeilen waren die 5. 1O Euro für Ihre Zeitung wert. Einfach Klasse ! Vielen Dank, mit freundlichen Grüss( am besten mit te aestsch)en – Uwe Büssing


Leserbrief zu „Warum nicht das große SZ?“ von Jens Jessen

„…früher …behalf man sich mit der Kombination von S und Z,…“  Fraktur und Courrentschrift  hatten ein rundes s am Silbenende , und ein langes s am Silbenanfang; das ß ist eine Ligatur aus dem langen s mit dem in diesen Schriften 2bogigen z.  So ist SZ kein Behelf, sondern eine logische Umsetzung  dieser Ligatur in die Großbuchstaben. – Paul Zwirchmayr


Leserbrief zu „Der unnütze Vergleich“

Sie schreiben, dass im vergangenen Sommer alle Autofahrer auf deutschen Straßen zusammengerechnet 5,4 Jahre im Stau saßen.

Es gibt in Deutschland 36 Millionen Autofahrer. Aus diesen beiden Angaben ergibt sich, dass der durchschnittliche Autofahrer im vergangenen Sommer nur

5 Sekunden im Stau saß. Und dass höchstens 1% der Autofahrer länger als 10 Minuten im Stau saß. Glückliches Deutschland! – Jörg Eisfeld


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Mit Erstaunen habe ich gerade Jochen Bittners Text „Mit dem Strom“ über die Studie zur Flüchtlingsberichterstattung gelesen. Im vergangenen Jahr habe ich meine Masterarbeit im Fach „Friedens- und Konfliktforschung“ über den medialen Flüchtlingsdiskurs in Deutschland geschrieben und im Rahmen dessen die Berichterstattung der SZ und der FAZ untersucht. Meine Ergebnisse stimmen mit den vorab von Jochen Bittner zusammengefassten Kernaussagen der Studie nicht überein. Hier einige zentrale Zitate aus meiner Arbeit:

„Beide Zeitungen begreifen die Situation als „Krise“ und als immense politische Aufgabe. Damit sind die Gemeinsamkeiten aber auch schon beinahe erschöpft. Wenn die SZ und FAZ beide Zeitungen der „Mitte“ sein sollen, dann muss diese publizistische Mitte sehr breit sein, da die Berichterstattungen in ihren politischen Einschätzungen, Analysen und Forderungen kaum weiter auseinander gehen könnten.“

„Für Jasper von Altenbockum sind die hohen Flüchtlingszahlen das größte Problem in der Geschichte der Bundesrepublik. Laut Heribert Prantl war die Änderung des Asylgrundrechts Anfang der 1990er auch hinsichtlich der heutigen rechtsextremen Radikalisierung der „wohl folgenschwerste Irrtum in der politischen Geschichte der Bundesrepublik“. Die enorme Relevanz des Flüchtlingsdiskurses dürfte damit belegt sein – ebenso die diametralen politischen Ausrichtungen der FAZ und der SZ. Beide Zeitungen ähneln sich (…) aber darin, dass bei ihnen die Flüchtlinge selbst als AkteurInnen mit eigener, über die Flucht hinausgehender Handlungskompetenz kaum eine Rolle spielen.“

„Die Berichterstattung der FAZ, die drastische Töne gegen den Flüchtlingszuzug anschlägt und fortlaufend die angebliche Überforderung der deutschen Politik und Gesellschaft anspricht und anprangert, trägt damit ihren Teil zu einem aufgeheizten Diskurs bei (…)“ – Frederik Schäfer


Leserbrief zu „Die Frau im Haus“ von Cathrin Gilbert

Ihre sprachlichen Vorbehalte gegen die Kapitänin sind nicht nachvollziehbar. Gibt es im Duden, wird übrigens auch (so wie das Ihnen vermutlich auch nicht geläufige Wort Vorständin) in anderen Branchen verwendet: Luft- und Schifffahrt, die Vorständin gibt’s heute überall. Wie sehr fünfzigerjahremäßig kann man eigentlich in einer großen Wochenzeitschrift heutzutage schreiben?  Erstaunlich, dass der verantwortliche Chef-Redakteur das abgesegnet hat. (Ein schönes Zeugnis für Pressefreiheit, insofern bin ich begeistert!) Ja, Frauenfussball ist anders, deswegen aber nicht unbedingt schlechter. Der Unterhaltungswert dieser Spiele ist für mich nicht geringer als der der männlichen Kollegen. Frauen spielen Fußball, weil es ihnen Spaß macht, so wie sie auch alle anderen Sportarten betreiben. Mit Ihrer Einstellung dazu sollten Sie vielleicht zu Hause bleiben, Mann und Kinderchen  (falls vorhanden) bekochen und betutteln und Ihren Töchtern  (falls vorhanden) zwecks fortschreitender Emanzipation unbedingt das Fußballspielen verbieten. Schreiben Sie bitte in Zukunft, worüber immer Ihnen beliebt, aber lassen Sie das mal mit dem Frauenfußball.  – Dr. Sabrina Hausdörfer


Leserbrief zu „Unser bedrohtes Gold“ von Andreas Sentker

Ist das Ihr Ernst, ihr journalistisches Vermögen: Artikel in der Rubrik WISSEN, die zwar informieren, sonst jedoch nur Fragezeichen hinterlassen? Oder war das ein Sprengsatz, hingeworfen, damit die Leserschaft aufgerüttelt wird und, wie bei mir, den Impuls ausgelöst, sich ernsthaft damit zu befassen?

Über den Zustand des Weizenanbaus und die Bedrohung durch Pilzerkrankungen informieren Sie – oberflächlich. Da außer Züchtungen keine Lösungen in Sicht scheinen, liegt die Schwere auf BEDROHUNG. Leider schauen Sie nur auf den konventionellen Anbau. Wo bleiben die ökologischen Formen des Weizenanbaus und wie sieht es dort aus? Nach meinen Recherchen gibt es dort auch Sorge mit dem Gelbrost…[siehe: file:///C:/Users/LOL_SK~1/AppData/Local/Temp/versuchsbericht_oekolandbau_lwk_2014.pdf; 22.07.2017]
Nichts desto trotz bekomme ich ein einseitig ungutes Gefühl, Ihre Artikel zu lesen. Es erinnert mich an den Umgang mit Menschen, die „nicht ins System passen“. Anstatt das Bildungssystem, die Lebensgestaltungsmöglichkeiten dynamisch anzupassen, wird auch in der konventionellen Landwitschaft weiterhin auf Agrarindustrie gesetzt. Es müssen die Pflanzen angepasst werden durch Züchtung, oder – so ganz haben Sie als Autoren es anscheinend nicht gewagt auszusprechen – durch Gentechnik, sei sie auch grün. NEIN, nicht die Pflanzen und passenden Fungizide müssen entwickelt werden. Die Landwirtschaft muss sich entwickeln, und zwar „zurück“ zum Gleichgewicht des Lebens, zu Permakultur, zu alten Wissen, dass ortsangepasst war. Ich muss hier in Mitteleuropa kein Getreide aus den Staaten essen. Mir möchten Produkte aus hiesigem Anbau reichen,  und ich freue mich, wenn BäuerInnen sich wieder an Hirse, Leinkraut, Linsen und Einkorn „wagen“. Für mich heißt es, sich an neue, „alte“ Rezepte zu wagen und einen saisonalen Speiseplan.

Gibt es Zusammenhänge zu den „Weizen-frei“Moden in der Nahrungsmittelindustrie und den Gesundheitsmedien und den Ertragsausfällen im Weizenanbau?

Sie schauen in ihren Berichten nur auf Quantitäten, nicht auf Qualitäten. Es wird, trotz der Weizenhysterie im „Gesundheits-Ernährungssektor“, sicherlich hauptsächlich Weizen verzehrt. Hier ist nicht nur auf die Mengen zu schauen, sondern auf das: In welcher Form? Wie ist der Ernährungszustand der Menschen, die Produkte aus Weizenauszugsmehl essen – müssen? Wo sind die Menschen, die noch eigen angebauten Weizen direkt verarbeiten und davon leben? Wo sind die Menschen, die vom Anbau leben aber dennoch Weißmehl /Kunstmehl kaufen und essen? Wie geht es den Menschen, die nur noch Produkte aus Weißmehl verzehren? Wo sind Zusammenhänge zu finden zwischen der Qualität und dem Gesundheitszustand der Menschen – physiologisch (Zähne, Darmerkrankungen) und psychologisch?

Im weiteren scheinen Sie keine Ideen recherchiert zu haben, wie die Landwirtschaft die Pilze eindämmen kann (außer den genannten, die Sie als zu kurzlebig bezeichnen), noch welche anderen Möglichkeiten bestehen. Weizen ist nicht immer weltweit das Lebensmittel nr.1 (?) gewesen. Wovon, also, könnten wir denn noch satt werden? Was sind regional typische „Sattmacher“ gewesen?
Vielleiche BERUHIGT das die Kundschaft (dies WISSEN hat ja einen wirtschaftlichen Faktor), wenn sie wissen, woraus sie z.B. ein Brot backen können, wenn kein Weizen zu Verfügung stünde.
Ihre Berichte wirken etwas wie dahingeworfen.  Schade. Gleiche Problematik besteht ja mit „unserer“ Banane. Das hat die Süddeutsche einmal veröffentlicht. Bringen Sie doch all diese globalen Probleme mal zusammen und finden sie den Kern.

Die Zukunft ist „BIO“, oder gar nicht, „befürchte“ ich. –  Birgit Lehnert


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Für einen Vielleser der Tages- Wochen- und Monatspresse (Cicero) ist das Ergebnis der Studie nicht überraschend.  Als hätten sich die Kollegen miteinander abgesprochen. Für mich ist der Deutsche Journalismus ohnehin nicht mehr ernst zu nehmen. Ihre Wochenzeitung scheint eine Ausnahme zu sein. Ich frage mich, was vermitteln die Hochschulen der Journalisten für eine Lehre.? Das hat ja schon DDR-Format. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Kollegen in den elektronischen Medien es besonders toll treiben. Ich habe mir abgewöhnt, die unsäglichen politischen Talk-Shows anzuschauen. Auch die Politik hat sich von der Berichterstattung einfangen lassen. Wenn das so weiter geht, es stehen ja noch Millionen Flüchtlinge vor der Tür, wird Dr. Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ noch recht bekommen.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Das journalistische Credo von Hanns Joachim Friedrichs war bekanntlich: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“

Fraglos ein höchst beachtenswerter Leitsatz, aber auch, wie sich besonders in der Berichterstattung im Jahr 2015 über die Flüchtlingskrise gezeigt hat, ein durchaus nicht zu unterschätzender Anspruch an die Medien.

Kurzum, ehrliche Selbstkritik ist gut und sollte eine dementsprechend faire Anerkennung und Aufarbeitung finden. – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Ob die SPD selbst nicht glaubt, dass es in Deutschland ungerecht zugeht, möchte ich mal dahingestellt sein lassen; (mehr) soziale Gerechtigkeit auf der thematischen Metaebene lediglich als zustimmungsheischende Nebelkerze?!

Sicher ist jedoch, das Motiv verfängt nicht, es kann nicht verfangen in Zeiten, in denen nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern weltweit große Unsicherheit, Spannung und Aufruhr herrschen.

Umstände, die grundsätzlich für (erfahrene) AmtsinhaberInnen votieren lassen.

Und Sicherheit und Vertrauen werden, trotz des Missmanagements in der Flüchtlingskrise, in Deutschland mit „M e r k e l“ buchstabiert.  – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Rote Chucks und Wohlstandsbauch“ von Johannes Dudziak

Vor kurzem zog ich erst aus Rostock weg, aber an eines kann ich mich noch sehr genau erinnern.

Der FC Hansa Rostock spielt in der 3. Bundesliga, ebenso wie Carl-Zeiß Jena, Halle, Chemitz, Zwickau, Magdeburg und Rot-Weiß Erfurt!!!!!!!!! – Dr. Franziska Bürglen


Leserbrief zu „Wollt ihr Beef?“ von Daniel Haas

In diesem Fall mal ausnahmsweise per ‚Du‘: mit Hip-Hop kann ich gar nichts anfangen, aber Dein Text ist grandios. Ganz feines, intensives, aufrichtiges Stück!  Ich mag sehr, wie Du schreibst. Danke dafür!  – Sylvia Heinlein


Leserbrief zu ZEIT Hamburg

Schreibt Euch das hoffentlich hin und wieder jemand? Das  die Illus zu den Veranstaltungshinweisen im Hamburg-Teil kleinegroße Kunst sind? Denn das sind sie ja! Jedesmal hingerissen – Sylvia Heinlein


Leserbrief zu „Jedes Gramm tötet“ von Thomas Fischermann und Angela Köckritz; und „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

„Zeitungen waren eher Volkserzieher als kritische Beobachter“ steht im ersten Artikel über die Flüchtlingskrisen-Berichterstattung. Gleich der nächste, ansonsten sehr gute Artikel über den Weg des Kokains enthält geradezu ein Lehrbeispiel wie man Meinung hinbiegt statt objektiv zu berichten. Da heißt es über die Hamburger Container-Prüfanlage: „Die Hamburger Anlage schafft es, 8 Container pro Stunde zu durchleuchten …

Das ist nicht viel angesichts der 4,5 Millionen Container, die jährlich im Hamburger Hafen ankommen. … In einer globalisierten Weltwirtschaft mit ihrem ungeheuren, ununterbrochenen Warenstrom … kann kein Zollamt und keine Polizei den Transport eines Handelsguts unterbinden.“

Klar, denkt sich da der Leser der zu faul zum nachrechnen ist, da kann man nichts machen. Also Handy raus, 4,5 Millionen geteilt durch 365, geteilt durch 24 macht 514 Container pro Stunde. Das ist die Zahl die man mit 8 vergleichen muss, und die beeindruckt schon deutlich weniger.

Mit nur 6 Anlagen statt einer könnte man immerhin schon knapp 10% der Container überprüfen. Wenn das für ein Land mit dem internationalen Handelsvolumen von Deutschland unmöglich ist, dann will man nicht. – Frank Hrebabetzky


Leserbrief zu „Jedes Gramm tötet“ von Thomas Fischermann und Angela Köckritz

Sie sind in der Regel aufwendig und anschaulich gestaltet. Leider ist es häufig schwierig, Texte und Zahlen zu erkennen. Beispiel: Die Zeit n° 30 „Jedes Gramm tötet“. Symbole, Text und Zahlen dunkelrot auf schwarzem Untergrund oder 1 mm große weiße Buchstaben. An Platzmangel kann es nicht liegen, wenn allein für das Thema 150 mm, die Hälfte des gesamten Platzes für die Grafik, verwendet werden. Es wäre wünschenswert, wenn die Grafiker auf bessere Lesbarkeit achten würden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass ihre Arbeit nicht dem eigentlichen Zweck der Informationsvermittlung dient. – Eberhard Seiler


Leserbrief zu „Keiner war’s gewesen“ von Charlotte Parnack

Das Hamburg nach den schweren Krawallen beim G20 Gipfel nicht zur Ruhe kommt ist nachvollziehbar. Allerdings trägt Ihr, nach meiner Ansicht, sehr einseitige Artikel zur Erhellung nicht viel bei. Es ergibt sich fast der Eindruck die „Polizeigewalt“ sei an diesem Desaster schuld.

Die alleinige Verantwortung bei der Politik, Polizei und Scholz zu suchen ist zwar einfach greift aber zu kurz. Wer sind „die Chaoten“ und welche Krise ist ihrerseits zu managen?

Als Ressortleiterin Hamburg und Hamburgkennerin wäre eine differenziertere Berichterstattung von Ihnen und ihren mitarbeitenden Kollegen, gerade in der Zeit, wünschenswert gewesen. – Markus Rupp 


Leserbrief zu „Unser bedrohtes Gold“ von Andreas Sentker

Der Artikel über den Weizen ist hochinteressant. Aber wie glaubwürdig sind wirklich die Fakten, wenn mich schon mit dem Schulwissen von vor 50 Jahren eine Aussage stutzig macht:

China ist mit Abstand der größte Weizenexporteur der Welt und dann kommt Indien! Ich denke, das muss dem Verfasser beim Korrekturlesen auffallen, dass mit dieser Aussage etwas nicht stimmen kann. Ich habe mich noch nie mit dieser Problematik befasst, aber ich kann mir nur vorstellen, dass es sich um die Produktionsmengen handelt. – Dr. Andreas Lippold


Leserbrief zu „Unser Lehrer Doktor Blex“ von Christian Schweppe

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung. Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei. Die Sportschule der Bundeswehr. Das nordrhein-westfälische Landgestüt. Heinrich Windelen. Richard Winkels. Hans Günter Winkler und seine „Wunderstute“ Halla. Paul Spiegel. Paul Schallück. Und eine historische Altstadt zum mit der Zunge schnalzen. – Ich bin ein wenig stolz, Warendorfer zu sein. Im Wesentlichen zumindest. Und jetzt kommt Blex. Auch wenn er nicht Warendorfer ist, sondern „nur“ im gleichnamigen Kreis lebt: jede Erwähnung des Namens „Warendorf“ in Ihrem (ausgezeichneten) Beitrag versetzt mir einen Stich.

Sicher: Er wird eine schwere Kindheit und Jugend gehabt haben bei all den kruden Ideen, die der AfD-Mann so vertritt. Trotzdem kann aus ihm ja noch etwas werden, was ihn legitimierte, mit den Granden der Stadt in einem Atemzug genannt zu werden. Als Physiker und Mathematiker wäre er etwa prädestiniert, Astronaut beim ersten bemannten Flug zum Mars zu werden. Einzige Bedingung: ein One-Way-Ticket. Mach‘ hin, NASA! Es eilt! – Franz-Georg Elpers


Leserbrief zu „Was Ehre bedeutet“ von Peter Dausend

Bei manchen in der Öffentlichkeit Tätogrn scheint irgendwie nicht durchzusickern, was ihre wirklichen Qualitäten sind, nämlich: keine. Dazu gehört zum Beispiel Herr Mehdorn, der überall gnadenlos gescheitert ist und eben auch unsere Windmacher-Uschi. Sie hat in jedem ihrerJobs ein paar sehr Öffentlichkeitswirksame , aber nutzlose Scheinaktivitäten entwickelt: bestes Beispiel: ihre „Abschaffung“ der Altersarmut für ein paar tausend Betroffene. Wann wird man diese Polit-Windbeutel*In wohl endlich aus dem Verkehr ziehen? – Reinhart Groebe


Leserbrief zu „Schickt Kriegsschiffe!“ von Ulrich Ladurner

Ihr Aufruf zur Bekämpfung des Menschenschmuggels, durch den Einsatz von Kriegsschiffen, an die EU darf wohl als eine sarkastische Parodie auf naive, machiavellistische Forderungen von Rechts verstanden werden.

(Siehe da die Versuche der faschistoiden „Identitären“ Booten mit hilfesuchenden Passagieren im Mittelmeer den Weg zur Küste abzuschneiden.)

Wie sonst sollte sich Ihre Intention zur Verfassung des Artikels einordnen lassen, in dem es doch so eindeutig scheint, dass der Zusammenhalt der European Union sich durch gemeinsame, gewaltsame Aktionen stärken ließe, nach außen, wie innen.

Es scheint als würden Sie durch das Anwenden des Täter-Opfer-Schemas auf die, doch sehr komplexen Gefüge zwischen „Migrantenschindern“ und deren „Opfern“, diesen einen humanitären Konflikt in schwarz-weiß aufzwingen wollen.

Man könnte meinen Sie würden partiell rechts-neo-liberale Ansichten teilen, die einen Einreisestop von unseren Mitmenschen fordern, da von „diesen“ ein „öknonomisches und menschliches Gefahrenpotenzial“ ausgehen würde.

Geht es hier, in Ihrem Artikel, darum den Migranten und Mitmenschen die sich in einer Notlage befinden Alternativen aufzuweisen und Sie aus lebensbedrohlichen Gefahrensituationen zu retten oder verbirgt sich darunter schier der Wunsch danach die Stimmen der Hilfesuchenden verstummen zulassen indem man Ihnen den Weg ins vermeintlich bessere und/oder sicherere Leben erschwert.

Kann es tatsächlich in einer Diskussion von Mensch zu Mensch und in Anbetracht der katastrophalen humanitären Lage in Libya und den vom Krieg geschüttelten Ländern darum gehen wie man den Strom der Menschen in die Länder der Europäischen Union stoppt?
Informieren Sie sich doch bitte einmal über die Gelder die in „Institutionen“ wie Frontex fließen oder wie es mit dem europäischen, besonders dem deutschen Rüstungsexporten steht, bevor sie Mittel zur Bekämpfung des „Menschenschmuggels“ einfordern. – Penelope Brinkmann


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Anstatt konstruktive Kritik einer Studie zu nutzen, erweckt der Beitrag den Eindruck, der Autor argumentiere aus persönlicher Betroffenheit heraus mit subjektiven Einzelwahrnehmungen gegen wissenschaftliche Ergebnisse.

Da die Kritik unreflektiert und ohne Bemühung einer inhaltlichen Auseinandersetzung abgeschlagen wird, erscheint mir die infundierte Diffamierung der wissenschaftlichen Arbeit der Forscher als höchst problematisch. Eine Studie für ihre bewusste Fallauswahl zu kritisieren, zeugt von einem naiven Missverständnis grundlegender Forschungslogik. Daraufhin das Auslassen bestimmter Medien aufgrund der Vollständigkeit zu kritisieren und im Abschluss dann ein empirisch unbelegtes, willkürlich vorgebrachtes Beispiel als Einwand zur Demontage der Studie anzubringen (Gastbeiträge in der FAZ), ist schlichtweg unprofessionell und anmaßend.

Zwischen den Zielen liest sich der Artikel, als sei der Forschungsbericht verzerrt, fehlerhaft und subjektiv. Dadurch lehnt der Autor Kritik an der Rolle der Medien ab und weist jegliche Verantwortung von der Branche. Ein Armutszeugnis für ein sonst reflektiertes Medium. – Katharina Korczok 


Leserbrief zu „Keiner war’s gewesen“ von Charlotte Parnack

Entsetzen und großer Ärger packte mich beim Lesen Ihres Artikels und auch Ungläubigkeit über so viel „klammheimliche Freude“ bei der Demontage unseres Bürgermeisters Olaf Scholz!

Folgende Fragen stellten sich mir dabei:  Wer trägt die Verantwortung und Schuld für

Verletzte Menschen durch Steinwürfe, Flaschenwürfe, Molotow-Cocktails, Zwillengeschosse u.a.  Verängstigte Menschen durch Bedrohung z.B. im Linienbus und durch brennende Straßenbarrikaden und das Abfackeln von Autos.  Das  Demolieren von Fensterscheiben und sinnlose Zerstörung von Geschäften und privatem Eigentum.  Und das Herbeiführen von bürgerkriegsähnlichen Zuständen in einigen Teilen Hamburgs.  Für die Beschädigung des Ansehens Hamburgs als Gastgeber?

Wer hat die Autonomen und Chaoten eingeladen, in Hamburg zu „demonstrieren“ durch brutales Brandschatzen und Demolieren?  Weder der Bürgermeister Olaf Scholz, der Innensenator Andy Grote noch die Polizei tragen meiner Meinung nach die Schuld für diese unsäglichen Dinge, das wäre eine Verkehrung von Ursache und Wirkung!

Die politische und menschliche Verantwortung liegt bei Befürwortern von z.B. „Wellcome to hell“ ( nomen est omen!), ua, den Autonomen und Chaoten, den offenen und heimlichen Unterstützern des „Schwarzen Blocks“, die unser Recht auf Versammlungsfreiheit schamlos missbraucht haben und dafür gesorgt haben, dass friedliche und berechtigte Demonstrationen aus dem Fokus der Aufmerksamkeit gerieten!

Zum Thema „ Gerade einmal 186 Festnahmen habe es gegeben….und zu wie vielen Verurteilungen es kommen wird, ist offen“, sei angemerkt: Natürlich ist das offen, denn wir leben- Gott sei Dank- in einem Rechtsstaat und sind froh, dass bei uns keine Verhältnisse wie z.B. in der Türkei herrschen, wo eine derartige Lage sicher anders ausgegangen wäre!

Sicher sind auch Fehler auf Seiten von Olaf Scholz und der Polizei Fehler passiert, das hat er ja auch bestätigt und sicher wird das auch Konsequenzen haben müssen. Der werfe den ersten Stein, der ohne Fehler ist…..!

Wenn ich den Tenor Ihres Artikels richtig begriffen habe, erwarten Sie von Olaf Scholz, dass er zurücktreten solle!

Damit hätten die Autonomen und Chaoten wenigstens einen Erfolg zu buchen, wo es ihnen schon nicht gelungen ist, den G 20 Gipfel zu verhindern oder entscheidend zu stören! Möchten Sie das wirklich?

Ich finde es sehr  verantwortungsvoll, wenn Olaf Scholz Hamburgs Bürgermeister bleibt und das Thema „G 20 Gipfel“ mit seinem Stab sachgerecht und nüchtern aufarbeitet  und aus Fehlern lernt zum Nutzen unseres Landes. – Ricarda Lindner


Leserbrief zu „Wir wollen ein Zeichen setzen“ von Marcus Rohwetter

„Ich habe mich immer gefragt, wie das gehen konnte, dass man sich für den Bau von Atomkraftwerken entschied, obwohl man nicht wusste, wo man mit dem Atommüll bleiben sollte. Man weiß es bis heute nicht. Jetzt weiß ich aber, wie man sich dafür entscheiden konnte. Volvo-Chef Hakan Samuelsson zeigt es im Interview. Kurz gesagt: Man springt auf, auf den Zug der Verkaufserfolge. Was mit den Altwagen ist, „müssen wir berücksichtigen, wenn es so weit ist.“ Boah, wie cool. Die Atomindustrie hat ihr Problem mit dem Atommüll gerade extrem billig an den Staat verschleudert. Da werden künftig wohl viele Volvos vor Rathäusern abgestellt werden. Warum installieren eigentlich Autowaschanlagen Ölabscheider??? So ein Blödsinn…“ – Heinz Plaggenborg


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

„Zeitungen waren eher Volkserzieher als kritische  Beobachter. Stimmt das?“ schreibt Jochen Bittner im Lead.

Nein, das  stimmt so nicht. Wenn in einem christlichen Land, ausgelöst durch eine christliche Bundeskanzlerin, ein Strom fliesst, der versucht, die Gebote der christlichen Nächstenliebe praktisch umzusetzen, indem sie Flüchtlinge willkommen heisst, so ist das ein positiver Strom! Wenn die grossen Medien sich von diesem Strom mitreissen lassen und über die Flüchtlinge und deren HelferInnen engagiert berichten, so ist das eine gute  Sache, so ermutigen sie die Bürger, mitzumachen. Deutschland hat diese Flüchtlingswelle gut gemeistert. Das Land steht heute wirtschaftlich nicht schlechter da als vor der Einwanderungswelle. Die Hartz-4 Empfänger bekommen nicht weniger Sozialhilfe als vorher und sind auch nicht obdachlos geworden. Deutschland ist immer noch das wohlhabendste Land der EU! In der Schweiz haben wir keine Kanzlerin, die einen solchen positiven Strom hervorruft. Bei uns werden die ankommenden Flüchtlinge den Kirchen und den Linken überlassen. Die neutralen Bürger schliessen Augen und Ohren und gehen auf Distanz. Darum ignoriere ich seit einigen Jahren die Schweizerpresse und lese nur noch deutsche Zeitungen, insbesondere die ZEIT. – Verena Keller


Leserbrief zu „Ein Leben lang vortanzen“ von Jana Gioia Baurmann und Marcus Rohwetter

Warum eigentlich noch Schule. Mario Barth macht es vor, wie man richtig Sprüche kloppt. Statt in die Schule zu gehen, sollten sie jede Gelegenheit wahrnehmen um ihn bei seinen vielen Auftritte mit 60 – 70 Tausend Zuschauern in den Sportarenen zu beobachten.  Mir hat mal eine Lehrerin in einer Realschule gesagt: „Auf Rechtschreibung legen wir keinen Wert mehr – die Schüler sollen das selbst herausfinden .“ Für mich ist das der Untergang des Abendlandes. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Musterschüler“ von Arnfrid Schenk und Martin Spiewak

M u s t e r l e h r e r   aus den ehemals befreundeten „Musterschülern“ einer Abkehr vom Kemalismus/Laizismus der Türkei mögen inzwischen nämliche Musterlehrer geworden sein.  Beider Ziel ist womöglich das gleiche geblieben. Jedenfalls legt keiner der beiden verifizierbar etwas anderes dar.   Dasselbe galt/gilt für ihre jeweiligen Anhänger auf hochrangigen Stellen der Administration und Justiz.  Wenn Gülen und seine Anhänger heute für Kemal Atatürk unterwegs sein wollen, mögen sie dies nachvollziehbar zeigen.  –  Frank Müller-Thoma


Leserbrief zu ZEIT Hamburg

Schade, dass auch die Zeit mitmacht bei der Aufwertung dieses Selbstdarstellers. Dabei war die Überschrift doch eigentlich schon sehr zutreffend: Diesen Künstler kann man sich schenken! Wie wahr! – Sabine Gebhardt-Blunck


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

„Niemand glaube der Partei ….., dass es in Deutschland und Europa zutiefst ungerecht zugehe“ schreiben Sie. Ich schon: Zur Gerechtigkeit gehoert doch, dass Leistung sich lohnen muss, oder ?  Wer leistet mehr: ein Fond-Manager oder eine Krankenschwester ?  Und wer von beiden verdient mehr ?  Also: geht es gerecht zu ? – Hermann Weigmann


Leserbrief zu „Unser Lehrer Doktor Blex“ von Christian Schweppe

Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Unser Lehrer Doktor Blex“ gelesen. Leider hat das Interesse im Laufe des Artikels nachgelassen. In Klasse 9 wird in NRW noch keine Integralrechnung unterrichtet und das Siegel lautet „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ und nicht „Schule ohne Hass“. Da ich selbst Lehrer bin, habe ich diese beiden Details zufällig bemerkt. Durch solche Ungenauigkeiten verliert leider der ganze Artikel an Glaubwürdigkeit und Gewicht, denn man fragt sich unwillkürlich, ob die anderen Schilderungen (die man nicht zufällig selbst beurteilen kann) genauso ungenau beschrieben sind. Schade bei einem solch interessanten Thema. – Dr. Daniel Brenner


Leserbrief zu “Linke Magie” von Thomas Assheuer

Ein Beitrag in Ihrer letzten Ausgabe hat mich furchtbar verärgert; die Gründe dafür möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Im Feuilleton schreibt Herr Assheuer (Linke Magie): „Tatsächlich beweist Gewalt in demokratischen Verhältnissen immer nur eins: einen Mangel an Fantasie.“ Die Arroganz, die aus diesem Satz klingt, hat mich geschockt.

Ohne die gewalttätigen Ausbrüche in irgendeiner Form gutheißen zu wollen- eine pauschalierende Aussage, wie Herr Assheuer sie dort getroffen hat, wird der Situation und den Menschen in diesem Land in keinster Weise gerecht. Festhalten und anmerken möchte ich daher folgendes: Zunächst: Gewalt, in Form von Notwehr, ist durchaus erlaubt, man beachte dazu nur das StGB. Des Weiteren stellen sich jedoch vor allem folgende Fragen:

Ab wann handelt es sich überhaupt um Gewalt? Physische Gewalt ist relativ klar abzugrenzen, und bei deutschen Gerichten hinlänglich definiert worden. Aber nicht nur die zweite Reihe Rechtsprechung des BGH macht deutlich, dass es Formen von Gewalt gibt, die nicht so offensichtlich erkennbar sind. Wenn man das Ganze jetzt auf die Spitze treiben möchte: Beispiele prekär lebender Bürger in Deutschland gibt es hinlänglich. Wo beginnt da die Gewalt, der psychisch vermittelte Zwang, der als körperlich empfunden wird? (Ich bin mir bewusst, dass dies nicht die Reichweite ist, die der BGH im Sinn hatte, aber mir geht es darum, darauf hinzuweisen, dass Macht-, und damit Abhängingkeitsverhältnisse in Gesellschaften komplex sind, und in dieser Debatte nicht außer Acht gelassen werden dürfen).

Wenn wir davon ausgehen, dass wir in einer Demokratie leben, uns freiwillig in diese begeben haben, und innerhalb ihrer Grenzen Mittel und Wege haben, unseren Unmut auszudrücken: ab wann sind diese Wege dann als unzulänglich zu bezeichnen? Diese Frage setzt schon viel früher an: wer nach Rousseaus Idee vom Gesellschaftsvertrag einen Pakt zwischen Regierenden und Regierten annimmt, der muss auch zugeben, dass mittlerweile die Regierten in das Machtverhältnis hineingeboren werden. Junge Generationen entscheiden nicht mehr über grundlegende Strukturen des Staates, und selbst wenn noch solche getroffen werden (Stichwort: Brexit) ist dies oft auch eine Entscheidung der älteren Generation, die insbesondere eine noch nachwachsende Generation betreffen wird. In diesem Verhältnis nun soll austariert werden, wie lange die Bürger mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln ihre Kritik an der Politik ausdrücken können sollen, Kritik, die nicht reiner Selbstzweck sein soll, sondern dazu beitragen, die Gesellschaft so zu verändern, das jene, die sie ausmachen, in ihr Leben wollen und können. Wenn nun aber diese Kritik über Jahre nicht gehört, über Instanzen hin abgewehrt wird: wann ist dann das Ende der institutionalisierten Gegenwehr erreicht?

Und drittens: wie weit darf diese Gewalt dann gehen? Und wie weit darf die Gegenseite gehen, um diese Gewalt einzudämmen, ob sie nun berechtigt sei oder nicht?

Ich möchte hiermit weder die Gewalt der Polizei noch des schwarzen Blocks in irgendeiner Weise kommentieren, weder noch, weder legitimieren oder kritisieren.

Vielmehr möchte ich meinen Unmut über Herrn Assheuers Aussage kundtun, die für das Niveau, das ich von der Zeit gewöhnt bin, eindeutig zu pauschal ist, zu abwehrend, zu sehr von oben herab.

Fantasielosigkeit kann in der G20-Debatte ohne viel Auflesen beiden Seiten vorgeworfen werden (dies ist aber ein anderes Thema)- eine derartige Debatte abzuwiegeln, indem man eine Seite qua jenem Vorwurf versucht, mundtot zu machen: das ist allerdings nun wirklich fantasielos.

Vielen Dank jedoch für die sehr ertragreichen Diskussionen, die sich ob der Lektüre dieses Beitrags ergeben haben.  – Gesine Heger


Leserbrief zu „Unfreiheit ist immer spießig“ von Thomas Assheuer

Die arme, arme Frau Müller, Nobelpreisträgerin, eine verbitterte Frau,  die für ihre persönliche Geschichte ( Vater ehemalige SS und Alkoholiker, die Mutter mit 20 Jahre alt, sie selbst als 5-6 jährige soo alt) den Sozialismus in Rumänien beschuldig. Sie wäre in der europäische Demokratie genauso verbittert geworden.

Dagegen Herr Borodziej. Er sucht keinen Schuldigen sondern lebt das Leben so wie es sich ihm bietet. Die zwei Intellektuellen die kaum unterschiedlich sein können. – Gostimirka Radulovic


Leserbrief zu „Wir wollen ein Zeichen setzen“ von Marcus Rohwetter

Nachdem mich gestern schon in unserem örtlichen Tageblatt das gescheiterte „Meditationstreffen“ von Klägern vor dem Flensburger Landgericht zum Schmunzeln gebracht hatte, wurde mein Lesevergnügen durch das Foto auf Seite 20 noch gesteigert. Dabei war es weniger das Foto als vielmehr der Hinweis, dass sich darauf der Volvo links befand. Man hätte ihn ja evtl. mit dem Rentier rechts verwechseln können, auch wenn von „konventionellem Antrieb“ die Rede war. – U.Blaffert


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

Wenn der Pulverdampf sich gelegt hat hat, kommen die Schlaumeier aus der Deckung. Aufgrund der bekanntgewordenen und mühsam recherchierten Ereignisse der letzten 14 Tage stellen Sie die verantwortlichen Herren Krösser und Meyer besserwisserisch an den Pranger:

  • war es nicht absehbar
  • warum war die Polizei nicht dort
  • haben sie nicht damit gerechnet
  • auf wievielen Häusern standen Leute
  • es ist doch seltsam
  • warum hat es so lange gedauert

Hätten Sie das alles vorher auch schon gewusst?

Hier haben Frau Merkel und Herr Scholz versagt, als sie durchgesetzt haben, den G20-Gipfel inmitten der Schanze stattfinden zu lassen. Ich baue ein Haus auf einem Vulkan und beschwere mich hinterher bei den Maurern und Fensterbauern, wenn mir der ganze Kasten um die Ohren geflogen ist? Jeder vernünftig denkende Mensch hätte wissen müssen, dass diese Standortwahl im Chaos endet.

G20 ist ein Unikat und nicht mit den 1.Mai-Krawallen zu vergleichen. Noch so viele „biedere“ Streifenpolizisten aus den Bundesländern hätten gegen die internationale Stadtguerilla keine Chance gehabt. Ich kann nur hoffen, dass Sie sich im Vorwege gegen den Standort Hamburg /Messehallen ausgesprochen haben.

Ansonsten hätte ich mich an Ihrer Stelle bei diesem Interview wie ein Pharisäer gefühlt. – Klaus-F. Krone


Leserbrief zur Grafik „Behindertensport“ von Cyprian Lothringer und Jürgen Bröker

Diese Grafik ist sehr gelungen. Interessant ist die Entstehungsgeschichte der Paralympics. In diesem Zusammenhang vermisse ich jedoch den Hinweis auf die ebenfalls zur Zeit stattfindenden Deaflympics in Samsun/Türkei.

Mein Kollege ist Torwart in der Gehörlosen-Handballnationalmannschaft und nimmt gerade an den Meisterschaften teil.

Die ersten Deaflympics gab es in Paris im Jahr 1924….. doch die Paralympics gibt es erst seit 1960 in Rom. Aufgrund der etwas schwierigen Verständigung führen die Gehörlosen ihre eigenen olympischen Spiele durch.  – Marion Fuhrken


Leserbrief zu „Urteil der Befangenen“ von Ulrich Schnabel

Für mich ist der o.g. Artikel hervorragend gelungen : an den Fakten orientiert, zur Diskussion führend, um Lösungen bemüht.

Denn über die Person Christoph Klein hinaus muss das Problem der internen Ethikkommissionen und die Schaffung externer Kommissionen angegangen werden.

Der von Herrn Schnabel erwähnte Alain Fischer und einige wenige andere Kollegen/innen, mit (kinder)ärztlicher Prägung und belegbarer Expertise im Bereich der kurativen Therapie primärer Immundefekte, könnten glaubwürdige Gutachter sein. Fachfremde Gutachter sind von den komplexen Fragestellungen schnell überfordert. Oder, was noch problematischer ist,

wollen Schaden von forschenden Ärzten, der Universität, dem Klinikum und der Kinderklinik abwenden (Urteil der Befangenen).

Ich würde sehr gerne mit Herrn Schnabel in Kontakt kommen. Darf ich Sie freundlich bitten, mir auch die Kommentare zu dem Artikel zugänglich zu machen ? – Bernd H.Belohradsky


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

Deutschland ganz vorn auf der Betrügerskala, wenn es darum geht, Autos für die Zukunft zu bauen – warum nur?

Nachdem die großen Energiekonzerne die Zukunft verschlafen haben – unterstützt von der Politik – geht es bei den deutschen Autobauern nun auch darum, ob sie in der Lage sind, eine konkurrenzfähige Zukunftstechnik so rechtzeitig zu entwickeln, dass die klugen Asiaten nicht an ihnen vorbeiziehen.

Schuld daran ist die Politik, die im Kuschelkurs mit der Industrie alles tut, den notwendigen Fortschritt zu lähmen anstatt sich um die Gesundheit der Menschen zu kümmern.

Es gibt nur noch eine Zukunft. Wer voll auf saubere Autos und erneuerbare Energien setzt, hat gewonnen. Deutschland war einmal super und kann es wieder werden, wenn die Politik endlich begreift, dass es keine zwei Lösungen gibt. Der Klimawandel ist ohne Mitleid und schreitet täglich voran. Und auch ökonomisch ist nichts sinnvoller, als sich schleunigst auf den Weg in eine CO2 freie Zukunft zu machen. – Andrea Karsten


Leserbrief zu „Schickt Kriegsschiffe!“ von Ulrich Ladurner

Sie schreiben: Wenn es nicht so traurig und beschämend wäre, müsste man lauthals lachen.“ —  Wie recht sie haben !! In den beiden letzten Absätzen ihres Artikels schreiben Sie, was man machen sollte.  Davor schreiben Sie aber, dass die Regierungen Konsequenzen fürchten. Welche Konsequenzen meinen Sie  und welche wären es nicht wert, gegenüber den Menschenschmugglern erfolgreich zu sein? Ich würde mich freuen, dazu Ihre Informationen zu erhalten. – Hubert Ludorf


Leserbrief zu „Das ist völlig absurd“ von Marcus Rohwetter

Allein dieser Beitrag zeigt mir wie Deutschland heute funktioniert. Das Fernsehen macht die Menschen völlig meschugge. Wer ständig mit der Welt telefoniert weiß ziemlich genau, was einem in Deutschland erwartet.  Nichts lässt sich heuzutage in Deutschland telefonisch erledigen. Das Leben ist zur Warteschlange verkommen.  Bitten sie um Rückruf, der nie erfolgt, ist nur eine Untugend. Das scheint aber kaum jemanden zu stören. Heute wird das alles hingenommen, obwohl im Alltagsgespräch darüber wie die Rohrspatzen geschimpft wird. Irgendwann kann sich das alles nicht mehr halten. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Schickt Kriegsschiffe!“ von Ulrich Ladurner

Was konkret sollte ein vielleicht 1000 Meter vor der libyschen Küste patrouillierendes Kriegsschiff unternehmen, wenn von dort ein paar Schlauchboote voller Migranten ablegen? Die Boote leck schießen oder zum Kentern bringen? Ich fühle mich an Peter Friedrich erinnert, der in einer Talkshow einmal meinte, die starke griechische Marine müsste den Migrantenstrom zu den griechischen Inseln doch leicht unterbinden können. Könnte es sein, dass es Probleme gibt, für die es einfach keine akzeptablen Lösungen gibt? – Dr. Wolfgang Salzert


Leserbrief zu „Wollt ihr Beef?“ von Daniel Haas

Der Artikel „Wollt ihr Beef?“ von Daniel Haas in der jüngsten ZEIT (Nr. 30, 20.07.2017, S. 50f) hat mein besonderes Interesse und meinen Widerspruch geweckt. Daher schicke ich Ihnen im Anhang einen Leserbrief mit der Bitte um wohlwollende Prüfung. – Joachim Schieb


Leserbrief zu Janosch im ZEIT Magazin

Schon lange, ganz lange wollte ich Dir einen Brief schreiben. Du kommst mich ganz treu jede Woche besuchen und ich fertige Dich Gleichermaßen an der Tür ab und habe keine Zeit und keinen Kopf Für Dich. Weißt Du, Janosch, ich bin es leid, mich andauernd zu entschuldigen Und zu rechtfertigen, obwohl vieles ganz unverzeihlich ist. Aber das ist halt auch die Situation mit allem, was diese bei mir Auslöst an Ängsten und Panik.

Ich war mal bekannt dafür, daß ich die Ruhe selbst bin und bleibe gerade in hakeligen und brenzligen Situa- Tionen, selbst bei Feueralarm, wo andere kreischend und panisch Durcheinanderrennen und deshalb die Tür statt auf- zuschließen.   Siehste, deshalb gehe ich nur schnell und zügig, renne aber nicht, um die Tür nach draußen auch nicht zu verpassen.   Das habe ich erst  vor drei Jahren erlebt in einem wirklichen und Wahrhaftigen Wasserschloß. Da standen sie alle kreischend vor Einer Tür, die sie gerade erst selber zugesperrt hatten.  „Und  dann kamst Du“, heißt es in einem Schlager.

Stimmt nicht. Dann kam  ich. Damals noch relativ souverän. Im Nu warn alle Draußen.   Wie ich jetzt darauf gekommen bin, weiß ich beim besten Willen nicht. Wahrscheinlich interessiert es Dich auch nicht.   Aber Dir ist vielleicht aufgefallen, daß ich tunlichst das Wort „Streß“ Vermieden habe. Ich mag dieses Wort nicht und es wird überhaupt Viel zu oft und falsch verwendet. Finde ich. Das klingt mit dem „Srt“ und “ß“ schon so nervtötend und anstrengend. Ich brauche dieses Wort nur zu hören, schon ist er da, der Streß.   Wie oft mußte ich mir das anhören und unterstellen lassen, wo ich Nur einen vollen Tag und viel zu tun hatte. Der „S…“ fängt erst an Mit dummen Bemerkungen und nervtötenden Menschen. Beim Tun kommt es eigentlich nur auf das „wie“ an, das darüber Entscheidet, ob es als anstrengend oder ganz unterhaltsam, vielleicht sogar vergnüglich empfunden wird.   Oder?

Was meinst Du, Janosch. Deinem Wondrak habe ich ja einmal den VORSCHLAG gemacht, ob wir Nicht einmal zusammen kochen können. Entweder was von mir oder Was von ihm, oder nacheinander beides. Weißt Du, ich will ja nicht auf  den Putz hauen, aber noch vor vier Jahren Hat ein junger Sozialpädagoge, der als Betreuer arbeitete, schlank,  dunkel Und überhaupt unverschämt gut aussehend, und der ein paar mal ein Paar nicht unkomplizierte Rezepte, meine Rezepte, mit mir kochte, und dem ich auch Regieanweisungen geben  mußte, der hat also gefunden, daß es richtig Spaß macht mit mir.   Ich weiß ja immer noch nicht,, wie es weitergeht,  aber vielleicht findet Sich irgendwann,, irgendwo, irgendwie eine Küche und Gelegenheit, daß wir beide, Du und ich und Wondrak schicke Rezepte ausprobieren und schauen können, Ob  es uns zusammen auch Spaß macht. Und ob  es dann  auch schmeckt.   Was meinst Du?

Nebenbei könnte ich auch mein verlottertes Spanisch auffrischen.   Ich bin zu faul, hochzuscrollen und nachzulesen. Aber ich glaube, ich habe Mich vom Anfang dieses Briefes weit entfernt.   Warum ich Dir nicht früher und noch davor öfter geschrieben habe: Schreiben, mit der Hand und einem Kuli Briefe schreiben, – das fällt mir Seit einiger Zeit (= ungefähr ein Dreivierteljahr) sehr,  sehr schwer..   Ich habe  einfach nicht mehr die Ruhe und Konzentration dazu.   Bin, so rein theoretisch, und oft auch in echt, ständig  auf der Flucht.  Ständig sprungbereit.   Weißt Du, Janosch, und das kannst Du auch dem Wondrak sagen:   Ich wußte manchmal nicht mehr, wer wie wo was ist.

Und wenn man sich mit Gerichten, Gutachtern und Schlichtungsstellen Und sonst noch allen möglichen Ärzten und ihren Wachhunden herum- Streiten muß und  sich verteidigen gegen all die scheußlichen Sachen, die sie über mich behaupten, – dann werden all die lieblichen  Gefühle immer wieder erstickt und für später aufgehoben. Leicht ist das nicht.   Und…….ach, Scheißspiel. Weißt Du, daß erst vor nicht allzu langer Zeit einer dieser Gutachterärzte Behauptet hat, man müsse mich noch viel länger einsperren, weil ich  Unberechenbar sei? Und es ist erst zwei Wochen her, daß eine andere Gutachterärztin Mir mit der Forensik drohte, wenn ich noch mal mit  dem Stock rum- Fuchtle. Falls Du das nicht weißt: Forensik ist der Psychoknast. Mann, ich  wußte gar nicht, wie kriminell      ich inzwischen    Nun mal ehrlich: Wie findest du das: Das große Kind in Washington, das so gerne die Welt als Sandkasten Betrachtet,, in dem man fröhlich und planlos rumschaufeln kann, hat erst kürzlich einem nicht ganz kriegsunlüsternen Land für sage und schreibe 300 Milliarden Kriegsgerät verkauft. (in Worten: dreihundert Mrd.)  Der läuft bzw. jettet umweltunfreundlich immer noch herum. Wird sogar mit allen (militärischen) Ehren empfangen von den Anderen, die die Welt so in etwa unter sich aufgeteilt haben.

Und ich? Mich sperrt man ein. Ich mag ja manchmal ein loses Mundwerk haben, was in diesen Unseren Zeiten nicht ganz ungefährlich ist und ein paar radikale Ideen. Aber mich umzusetzen – das habe ich eigentlich immer Friedlich versucht. Auf meine Art.   Wenn man davon absieht,, daß ich in der letzten Zeit ziemlich oft Türen zugeknallt habe. Mit Karacho und ziemlich laut.   Bin schon abgemahnt worden deswegen. Seis drum.   Ja, lieber Janosch, jetzt habe ich mich wieder verfranst.  Eigentlich sollte es um Liebe gehen.   Wondrak hat mich ja gewarnt letztes Jahr im Frühjahr, daß die Ganze Schreiberei ja doch zu nichts führt. Wie recht er hatte. Ich hätte wohl doch auf ihn hören sollen.   Also,, um Liebe sollte es gehen.

Jetzt mache ich das mit Dir wie die Fernsehbosse bei ihren Serien mit Dem Publikum. Wenns am spannendsten ist, höre ich auf..     Das ist, lieber Janosch, kein böser Wille und erst recht keinen Koketterie. Biestig bin ich nur Leuten gegenüber, die mich – als Frau vor allem – Verletzt haben oder von denen zu erwarten ist, daß sie es unausgebremst Bald tun würden. Dich mag ich.  Und du warst immer gut zu mir.   Es ist nur so: Es ist acht  Uhr abends und außer einem Müsli früh habe Ich heute noch nichts gegessen. Mein Magen ist schon ganz verkrampft. Außerdem ist gerade der Toni nach Hause gekommen, mein Gastgeber. Der würde Dir auch gefallen.

Er ist ein alter Schulkamerad,  Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche, ein guter, denke ich, und war immer, solange ich ihn kenne, ein kleiner Philosoph. Er malt und liebt die Literatur und die Poesie.   Wir kennen uns nun seit über einem halben Jahrhundert. Und sind uns immer mal wieder begegnet. Und haben uns immer was zu sagen gehabt.   So, nun schlaf  gut heute und vergiß mich nicht, ob ich  das nun verdient Habe oder nicht.   Morgen oder am Sonntag schreibe ich weiter. Kannst Dich schon drauf freuen.  – Beate S.. alias Syrte B., auch Luise genannt


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Auch in der ZEIT habe ich viele schönfärbende Artikel zur Flüchtlingsproblematik gelesen, die viel mit der Einstellung der Verfasser, wenig mit der Wirklichkeit zu tun hatten. Nie hätte ich aber gedacht, daß die ZEIT kritische Meinungen zur Flüchtlingspolitik der Kanzlerin unterdrückt. Diesen Vorwurf macht der angesehene Soziologe und Journalist Paul Scheffer in der SZ, Ausgabe vom 01.02.2016: „Nach einem Interview mit einer großen liberalen Wochenzeitung gab es Interventionen, die ich so noch nie erlebt habe. Fragen wurden nachgeschoben, die Merkel verteidigten, die Journalisten sollten sich mehr von meinen Aussagen distanzieren. Am Ende lehnte ich die Veröffentlichung ab, das erste Mal in 30 Jahren. Und das war nicht die einzige solche Erfahrung.“ Daß natürlich die ZEIT gemeint war, bestätigte mir einer Ihrer Redakteure. – Karl-Heinz Eckert


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Danke für Ihren Bericht über die Studie der Rolle der Medien in der Flüchtlingskrise. Diese Studie spiegeltt offensichtlich die weit verbreitete Meinung der schweigenden Mehrheit der potentiellen Wählerschaft.

Es ist anmaßend, dem Durchschnittsbürger, der den Laden am Laufen hält, den gesunden Menschenverstand, das gesunde Empfinden von Gerechtigkeit, von Möglichem und Unmöglichen abzusprechen. Das geschah und geschieht leider immer noch sehr verbreitet. Damit wurden Teile unserer Gesellschaft regelrecht vergiftet und gespalten. Man redet nur noch im vertrauten Kreis miteinander, nicht öffentlich, nicht einmal in größeren Kreisen von Bekannten.

Ihre Aussage vor der eigentlichen Veröffentlichung: „Die Studie liest sich bisweilen so, als hätten die Wissenschaftler dem Wunsch hinterher geforscht, die Branche am Kragen zu packen und einmal kräftig durchzuschütteln.“  halte ich nicht für besonders gut. Meine Meinung möchte ich mir ohne Vorgaben selbst bilden.

Als persönliche Meinungsäußerung über die Studie ist dagegen nichts zu sagen. Der Gebrauch der reflexiven Aussage tendiert nach meiner Auffassung zur Verallgemeinerung und damit zur Vorgabe für künftige Leser.

Ich hoffe, Sie bewahren sich Ihren unvoreingenommenen Blick auf den Alltag und bin auf weitere Ergebnisse Ihrer Arbeit gespannt. – Reinhard Schmolling


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

Ich war nahe dran, als langjähriger Abonnent der DIE ZEIT, zu kündigen. Ich mußte in den letzten Jahren immer wieder feststellen, wie einseitig (und ich sage, damit manipulativ) in der ZEIT (leider auch in allen anderen Zeitungen in Deutschland) über die E-Mobilität als erforderliche Alternative zum Verbrennungsmotor geschrieben wurde. Es war vom Inhalt immer so, mit etwas “gehobenem Niveau”, die bierseeligen Stammtischdiskussionen zu bedienen bzw. das Geschwafel der Autoindustrie und ihrer Lobbyisten zu printen!   Und nun das! Von Ihnen, von Herrn Heuser, auf der Titelseite der DIE ZEIT!!!!

Es ehrt Sie! Ich bin stolz auf Sie, dass Sie die Kurve bekommen haben und “(N)noch mal von vorn” beginnen (wollen) und sich Ihrer bisherigen Unverantwortlichkeit stellen und sagen: “Die ZEIT hat diese Sicht lange mitgetragen”. Nun machen Sie das auch und informieren Sie die Bürger –und die deutschen Autofahrer- über die Erfordernis der E-Mobilität. Und das nicht nur, weil die deutsche Autoindustrie sonst diesen Markt verliert sondern und vor allem, wegen der wahren Gründe.   Und zu diesen Gründen erinnere ich Sie und bitte Sie dazu entsprechend investigativen Journalismus einzusetzen:   Die Verbrennungsmotoren sind nicht in erster Linie wegen dem CO2 und dem globalen Klima abzuschaffen, sondern, weil deren Verbrennungsrückstände mit NOx, mit Ruß / Feinstaub und mit Lärm uns krank machen.

Das CO2-Thema ist nachrangig, weil man allein durch das Stillegen von Kohlekraftwerken dazu viel erreichen würde. Und genau daran hängt sich ja die Autoindustrie fest: Sie argumentiert nur mit CO2 (zB. aktuell mit dem Diesel) und bringt eifrig die CO2-Bilanz der Batterieherstellung in die Meinungsbildung! Es sind die Krankmacher Abgas und Lärm (!!!) die von den Verbrennungsmotoren emittiert werden und uns zwingen, die Verbrennungsmotoren abzuschalten. Dazu kann man beim Bundesgesundheitsminister auch Angaben in Zahlen und Fakten bekommen. Und an dieser Problematik ändert auch kein Erdgasmotor oder Motoren mit Biogas etwas! Es sind nach wie vor Verbrennungsmotoren. Und wenn Sie den Lärm einmal einschätzen wollen, den die Verbrennungsmotoren emittieren (es sind nämlich nicht die Laufgeräusche der Reifen!!!), dann sehen Sie sich doch einmal Formel-E-Rennen an!!!!

Und hinsichtlich der E-Mobilität mit den gebetsartig immer wieder vorgetragenen (und von den Journalisten wiederholten… siehe letzten Beitrag im SPIEGEL!!!) Abwehrargumenten der Autolobbyisten, wie Reichweite, Ladestellen, CO2-Bilanzen der Batterieherstellung usw., muß doch endlich aufgegriffen und publik gemacht werden, was man unter E-Mobilität versteht: Nämlich den Einsatz von Wasserstoff über Brennstoffzelle zur Versorgung des E-Autos (siehe Toyota Mirai und weitere). Anders gesagt, die Batterie als Energieversorger ist bestenfalls als Brückentechnologie anzusehen.

Man kann also heute ein E-Auto mit Batterie kaufen, wenn der Hersteller garantiert, bei Umsetzung der Wasserstofftechnik dieses Auto mit Wasserstofftank und Brennstoffzelle nachzurüsten.   Zum Stand dieser Wasserstofftechnik recherchieren Sie doch bitte mal die Studie einer Expertengruppe aus Jülich, die im Auftrag der Bundesregierung zum Thema Wasserstoff und E-Auto erstellt worden ist. Sie werden staunen!!!   Danke für Ihren Mut, sich für das “Mittragen” zu bekennen und damit zu entschuldigen!!! Weiter mit dem Mut (denn die Autoindustrie wird bei Ihnen anklopfen!!!) “Noch mal von vorn”! – Franz Steiner


Leserbrief zu ZEIT im Osten

Ich muss gestehen, dass mich Ihre Argumente gegen die Ehe etwas ueberrascht und verwirrt haben. Viele richten sich gegen das Brimborium bei der Hochzeit, das aber fuer eine Ehe nun wirklich nicht noetig ist (und das man deshalb auch nicht als Argument gegen die Ehe benutzen sollte), sondern im Ermessen der Beteiligten liegt . Mein Mann und ich haben vor fast 25 Jahren standesamtlich mit 5 Gaesten (inkl. Trauzeugen) geheiratet, beide unseren Namen behalten, und die Ehe nie bereut. Es gab kein weisses Kleid, keine Hochzeitstorte, und davor auch keinen Kniefall o.ae. Inwiefern ist uebrigens „Mein Freund“ weniger besitzergreifend als „Mein Mann“? Fuer mich ist die Ehe das Versprechen auch noch fuereinander einzustehen wenn es Probleme gibt, und zwar ein verbrieftes Versprechen, was das Risiko beinhaltet, dass mein Partner es einfordert, wenn es mir vielleicht nicht mehr passt und ich einfach verschwinden will.

Was die wirtschaftlichen Argumente angeht: Niemand zwingt eine Ehefrau mit dem Arbeiten aufzuhoeren, nur weil sie verheiratet ist. Bequemlichkeit hat ihren Preis – und manchmal kann er sehr hoch sein. Ausserdem ist eine nicht verheiratete Frau ohne eigenes Einkommen ja wohl noch schlechter abgesichert, oder?

Bzgl. des Ehegattensplittings fand ich die beiden Beitraege in der letzten Zeit sehr lesenswert – ein Familiensplitting waere wohl hoechste Zeit.

Dass der Hochzeitstag der schoenste Tag des Lebens sein soll, fand ich immer schon ziemlich seltsam – denn es heisst fuer mich, dass es danach schlechter wird. Wenn das die Erwartungshaltung ist, sollte man vielleicht lieber die Finger von der Ehe lassen. – Sabine Moehler


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

Als ich Ihren Artikel von Seite 5 über die Studie gelesen hatte, habe ich mich wirklich geärgert oder war vielmehr enttäuscht.

Ich halte die Zeit, die ich – mit Unterbrechungen- seit meiner Jugend lese, für qualitativ sehr hochwertig: nicht nur als kritische Wochenzeitung, als Informations- und auch intellektuelle Unterhaltungszeitung, v.a. aber halte ich sie auch in besonderem Maße für ein Bildungsmedium.

Ich sehe Ihre Aufgabe u.a. darin den Leser in Form von verschiedenen Textarten wie Interviews, Grafiken, Hintergrundberichten usw. über Themen zu bilden, sie zu beleuchten und zu erläutern und zwar aus verschiedenen Perspektiven.

Eine umso größere Chance bietet sich Ihnen da, wenn Sie bereits vorab Einblick in eine Materie erhalten, wie in dem Falle in die Studie.

Ein sachlicher Hintergrundbericht (wer hat und warum wurde die Studie gemacht, welche sind die Thesen, die Argumentation) mit sich anschließender Diskussion wären da genau richtig gewesen.

An Stelle dessen liest sich Ihr Artikel wie ein Schuldeingeständnis (obwohl noch nicht ein Mal Teil der Studie als Wochenzeitung) mit sofortiger Abwehrtaktik in Form von Angriff und Suche nach Fehlern in der Argumentation der Forscher.

Das ist eine völlig einseitige Berichterstattung und führt den Leser in die Irre.

Natürlich muss die Studie kritisch geprüft werden, aber man muss auch so fair sein und eine gute Argumentationsführung herausstellen. Nur so ist eine umfassende Information des Lesers möglich.

Da muss ich leider ausnahmsweise (die Zeitung ist journalistisch gesehen, meiner Meinung nach, auf einem ganz niedrigen Niveau, ich abonniere sie lediglich auf Grund der regionalen Kulturinformationen) den Artikel dazu in meiner Tageszeitung „Nürnberger Nachrichten“ loben, der zumindest ansatzweise versucht die Studie transparent darzustellen (um sich im letzten Absatz dann wieder zu preisen, aber das gehört in einen anderen Leserbrief…).

Ich hoffe Sie nehmen als seriöse Zeitung beim nächsten Mal lieber eine solche Studie her, um a) den Leser vielseitig aufzuklären und b) zu prüfen, ob im eigenen Hause journalistischer Nachholbedarf besteht und wie diesem begegnet werden kann. –  Anna Markl


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Was mich verdrießt, ist der Mangel an souveräner kritischer Distanz mancher Journalisten, so Tina Hildebrandt in ihrem Artikel „Bloß starke Worte“. Mir fällt das Märchen ein vom Hasen und dem Igel: nicht etwa der behäbig abwartende, schlaue, aber doch falsch spielende Igel wird in den Focus genommen. Die herabsetzende Kritik, ja, den Spott erfährt der sich mühende, der „liefernde“ Hase. – Elmar Drossmann


Leserbrief zu „Die Gesellschaft wird zum Computer“ von Adrian Lobe

Vielen Dank an Adrian Lobe für seinen klugen Artikel „Die Gesellschaft wird zum Computer“. Bitte schreiben Sie weiterhin solch aufschlußreiche und kritische Artikel für die ZEIT. – Christopher Hagen


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Zwar teile ich Ihre Meinung, dass die Kanzlerin die SPD nicht fürchten muss aber das liegt nicht daran, dass es im Land nicht etwa ungerecht genug zugeht. Die SPD und Schulz hatten schon das richtige Thema beim Wickel, nur leider fütterten sie den Hype des anfänglichen Vertrauensvorschusses nicht nach und wurden nicht konkret genug bei den möglichen Maßnahmen.

Dabei hätte ein einziger konkreter Vorschlag von Schulz gereicht, um zu zeigen, dass ihm die Gerechtigkeit ein wirklich ernstes Anliegen ist: Entfernung der Sozialabgaben aus den Lohnkosten und stattdessen Umfinanzierung einer Mindestrente und Mindest-KV für alle Bürger über Steuermittel (z.B. Mwst., Gewinnsteuer!), diese Maßnahme kann relativ preisstabil (ohne nennenswerte Inflation!)erfolgen.

Die Gerechtigkeitsfolgen dieser Maßnahme:

  1. Endlich würden die notwendigen Staatsabgaben von allen und damit sozial gerechter getragen werden( heute wird schon der Durchschnittslohnempfänger mit ca. 65% Abgaben (incl. Arbgbeiträge und Mwst.) belastet und erhält im Alter oft nur die Mindestrente, dagegen tragen Bezieher von Höchsteinkommen nur eine Last von ca.30-40% und würden im Alter bei Bedürftigkeit auch die Mindestrente und KV bekommen!!)
  2. Zusätzliche eigene Beiträge für die Rente würden diese über die Mindestrente steigern, damit wäre endlich auch der Nutzen eigener Beiträge wieder für alle erkennbar und leistungsgerecht!!
  3. Die Entfernung der Sozialbeiträge aus den Lohnabgaben würde die durchschnittlichen Lohnkosten um ca.45% senken, dadurch wäre wieder „Luft geschaffen“ für leistungsgerechte Lohnsteigerungen!
  4. Die erhebliche Lohnkostensenkung würde darüber hinaus eine deutliche Wettbewerbssteigerung bedeuten, die allen Bürgern, dem Staat und der Umwelt zugute kommen würden, durch
    1. Höhere Beschäftigung, mehr Jobangebote, geringere Arbeitslosigkeit, weniger Bedürftigkeit
    2. Besseres Verhältnis zwischen ArG und AN, da weniger Unterschied zwischen Brutto- und Nettolohn.
    3. Eine deutliche Wohlstandssteigerung, die Allen zugute kommt.
    4. Eine deutliche Verringerung des künstlich aufgeblähten Außenhandels, der sich nur bei hohen Lohnkostenunterschieden lohnt (Beispiel: hier gefangene Krabben werden in Marokko gepult, hin und her transportiert, exportiert und wieder importiert), dadurch
      • Weitere Beschäftigungssteigerung
      • Senkung der Umweltbelastung durch Wegfall von Transporten
      • Wegfall der ungerechten Möglichkeit für Unternehmer durch Einsparung von Sozabg. Gewinne zu erzielen.
      • Bereinigung des Außenhandels zur ökonomischen Vernunft.

Dipl.Ing.Dipl.Wirtsch.Ing. Volkhard Ehlert


Leserbrief zu „Bloß starke Worte“ von Tina Hildebrandt

Sie schreiben, die SPD müsse sehr viel grundsätzlicher gegen Merkel antreten.

Mit ihrem renten- und steuerpolitischen Konzept bspw. tritt die SPD sehr wohl grundsätzlich gegen Merkel an.

Die Frage ist nur, warum scheint das die breite Masse nicht zu interessieren. Meine Antwort: Merkel hat Deutschland in ein politisches Wachkoma versetzt, welches Schulz zu Recht als demokratiefeindlich bezeichnet hat.

Ich würde mir allerdings sehr wünschen, dass die Medien, so auch die ZEIT, die Menschen aus diesem Wachkoma aufrütteln. Wenn wir nämlich so weitermerkeln, kommt in 10 bis 15 Jahren das große Heulen und Zähneklappern. – Matthias Gruner


Leserbrief zu „Unfreiheit ist immer spießig“ von Thomas Assheuer

Bitte empfehlen Sie der Nobelpreisträgerin Herta Müller, sie möge sich auf ihre Prosa beschränken, denn wenn sie Fakten berichtet, sind diese teilweise weit von den Tatsachen entfernt. Ich gestatte mir, nur wenige Behauptungen der Dame zu nennen. „Rumänien war völlig abgeschottet…. Es kam niemand hinein“.  Ich war sehr oft zum Wandern in den Karpaten. „Wir hatten Schuhe aus Pappe“. Sicherlich war diese aus Schilfrohr vom Donaudelta gefertigt und so haltbar. „Bauern fanden immer wieder menschliche Skelette in ihren Mähdreschern“. Die waren sicher  mit schönenden Mähwerken versehen, sonst hätte man höchstens Knochenreste gefunden. Es ist grober Hass erforderlich, um solchen Nonsens zu verbreiten. Es könnte aber auch sein, der „Adler der Karpaten“ hat auch Hirne aus Pappe fertigen lassen und Frau Müller wurde eines davon implantiert, natürlich unter Zwang. – Rudolf Müller


Leserbrief zu „Unser Lehrer Doktor Blex“ von Christian Schweppe

Für die Veröffentlichung des anliegenden Leserbriefes (online und print) bin ich dankbar. Falls Sie ihn verwenden wollen, würde ich mich über einen kurzen Hinweis freuen. – Franz-Georg Elpers


Leserbrief zu „Unser Lehrer Doktor Blex“ von Christian Schweppe

Zum Artikel  „Unser Lehrer…“  an Herrn Schweppe:

Haben Sie etwas schlampig recherchiert ? Seit wan wird in der 9.Klasse Integralrechnung gelehrt ?

PS: Der Vergleich mit RAF und AfD hinkt extrem: Die RAF mordete und bombte und war keine wählbare Partei. Die AfD ist nicht verfassungsfeindlich und in Parlamenten vertreten. – A.Lienhard


Leserbrief zu „Geduldete Gewalt“

In der Ausgabe Die Zeit vom 20. Juli 2017  auf der Seite „Glauben und Wissen“, auf der es um das Thema körperliche und sexuelle Gewalt bei den Regensburger Domspatzen geht, veröffentlichen Sie abschließend in relativ großen roten Lettern in einer von 4 Zeilen  den Satz: „547 Domspatzen-Schüler wurden Opfer körperlicher und oder sexueller Gewalt“  Dabei verschweigen Sie, dass es sich bei den genannten 547 Fällen von „Missbrauch“ zu 91% um körperliche (zudem um historisch einzuordnende) und nicht um sexuelle Gewalt handelt. Dies unterscheidend hervorzuheben hätte ich Ihres Blattes würdig empfunden. Im vorliegenden  (aufbauschenden)  Verfahren – und das betrifft auch die Gestaltung der übrigen Zeilen – unterscheiden Sie sich leider nicht von der Boulevard-Presse.  – Johannes Loose


Leserbrief zu „Die Frau im Haus“ von Cathrin Gilbert

Endlich! Da habe ich aber eine gefühlte Ewigkeit drauf warten müssen, bis mal ein großer Artikel mit Foto einer Fußballerin in der ZEIT erscheint. Ich hoffe, das ist keine Eintagsfliege zur EM!!!! Würde mich sehr freuen über eine Fortsetzung zu unseren tollen Spielerinnen, auch außerhalb einer Meisterschaft. – Sigrid von Swieykowski


Leserbrief zu Prominent ignoriert „Belastung Kind“ von GNR.

Zum Thema Bevölkerungswachstum wird darin ein „schwedisches Umweltinstitut“ zitiert. Ich konnte die Meldung nicht finden. Könnten Sie mir die Quelle mitteilen? – Guido Lüchters


Leserbrief zu „Geduldete Gewalt“

Im Abschlussbericht zu den Domspatzen heißt es: „Bischof M. muss als oberstem Repräsentanten des Bistums eine klare Verantwortung für die strategischen, organisatorischen und kommunikativen Schwächen im Aufarbeitungsprozess zugeschrieben werden.“ Dies gilt insbesondere für einen fehlenden Opferkontakt auf Augenhöhe. Wie glaubwürdig ist es, immer wieder auf das Sündenbewusstsein einzelner Gläubiger zu insistieren und sich andererseits selbst der eigenen Verantwortung zu enthalten? – Markus Stutzenberger


Leserbrief zu „Unser bedrohtes Gold“ von Andreas Sentker

Dem verdienstvollen Artikel über den weizenvernichtenden „Schwarzrost“ stelle ich vergleichend den Essay Gottfried Benns „Gebührt  Carleton ein Denkmal?“ im ersten Band der vierbändigen Limes-Ausgabe 1959 gegenüber und frage mich, ob die von Benn beschriebenen und bei den Tartaren und Kirgisen gefundenen Weizensorten, mit denen der Amerikaner Carleton den verheerenden Weizen-Halmrost vor 1929 besiegt hat, auch heute noch im traditionellen Züchtungsverfahren erfolgversprechend eingesetzt werden könnten gegen den modernen „Schwarzrost“? – Dietrich Bauer


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

In diesem Artikel sind einige altbekannte Wahrheiten neben haarsträubendem Unfug zu finden. Es beginnt mit den Untertiteln:

„Die deutsche Autoindustrie hat sich unmöglich gemacht.“ Das ist nicht neu, aber richtig. „Jetzt muss sie den Motor neu erfinden.“ Was für ein Unfug, geeignete Elektromotoren sind reichlich vorhanden, und zwar schon lange. „Das kann sie auch.“ Seit wann erfindet die deutsche Autoindustrie Elektromotoren? Das sind doch wohl andere!

„Wahrscheinlich wurde nicht nur bei Stickoxiden getrickst, sondern auch beim Ausstoß von CO2, nicht nur beim Diesel sondern auch bei Benzinern.“ Wieso wahrscheinlich, es ist doch längst erwiesen, dass die Verbrauchswerte in der Praxis nicht erreicht werden, als Vergleichswerte sind sie trotzdem brauchbar.

Zur allgemeinen Beschimpfung der Dieselmotoren: Die Industrie hat es geschafft, Dieselmotoren zu entwickeln, die weitaus sparsamer und sauberer sind als Benziner, allerdings zunächst nicht in Deutschland. In Frankreich wurden bereits Diesel-PKW mit Partikelfiltern in großer Stückzahl verkauft, als deutsche Autobauer behaupteten, das wäre technisch nicht möglich. Der SCR-Katalysator bei PKW wurde in Deutschland erst eingebaut, als er bei LKW schon längst Standard war. Das Verhalten der deutschen Autoindustrie und die schützende Hand der Politik ist der eigentliche Skandal, hier gebe ich dem Autor recht.

Über technische Sachverhalte sollte er lieber nicht schreiben. Widerwillig muss er einräumen, dass man den Diesel durch konstruktive Maßnahmen durchaus sauber bekommen kann. Und macht sich durch hanebüchene Aussagen endgültig lächerlich: „Und die Fahrer müssen dauernd den widerlichen Harnstoff nachfüllen.“ Bevor man solchen peinlichen Unfug schreibt, könnte man sich im Internet informieren.

Zitat Wikipedia: Reiner Harnstoff ist ein weißer, kristalliner, geruchloser, ungiftiger und hygienisch unbedenklicher Feststoff, der sich gut in Wasser löst. Mit einem Produktionsvolumen von etwa 200 Millionen Tonnen pro Jahr ist er eine der meisthergestellten Chemikalien. Die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation führt Harnstoff als in Salben und Cremes angewandtes, keratolytisches und hautanfeuchtendes Mittel bei trockenen, rissigen und juckenden Hautzuständen.

Also bitte, noch mal von vorn! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Unser bedrohtes Gold“ von Andreas Sentker

Müsste es in der zweiten Zeile der Statistik „Die größten Importländer“ nicht Indonesien statt Italien heißen?

Siehe https://de.statista.com/statistik/daten/studie/165145/umfrage/groesste-weizenimporteure-weltwei/ . – Hans-Jürgen Tlusty


Leserbrief zu „Der große Abriss” von Laurent Pech und Ma Ximilian Steinbeis

Reform der Justiz in Polen

 – Das Parlament hat Gesetze über den Aufbau der ordentlichen Gerichten, den Landesgerichtsrat und den Obersten Gerichtshof verabschiedet. Die vom Parlament verabschiedeten Gesetze strebten eine Reform des Gerichtswesens an, die eine Antwort auf die Erwartungen eines überwiegenden Teils der Gesellschaft gibt und deren Hauptziel darin besteht, das öffentliche Vertrauen in die Gerichte wiederherzustellen. Gemäß der polnischen Verfassung wurden die Gesetze anschließend an den Präsidenten der Republik Polen weitergereicht, der angekündigt hat, das Gesetz über den Aufbau der ordentlichen Gerichtsbarkeit zu unterzeichnen und gegen die beiden anderen Gesetze ein Veto einzulegen. Der Präsident kündigte außerdem an, er werde eigene Initiativen zur Reform des Landesrats für Gerichtswesen und des Obersten Gerichtshofs unterbreiten.

– Die Maßnahmen der polnischen Behörden zur Reform der Justiz erfolgen aus der Unzufriedenheit der Gesellschaft mit der derzeitigen Funktionsweise der Gerichte. In einer Demokratie sind die einzelnen Staatsorgane verpflichtet, auf der Grundlage und im Rahmen des Rechts u.a. über gesetzgeberische Aktivitäten und die Richtungen der Politik des Staates zu entscheiden. Mit den eingeleiteten Maßnahmen sind die Vertreter der Gesellschaft, d.h. die Abgeordneten und Senatoren, dieser Verpflichtung nachgekommen. Es ist zu erwarten, dass die Arbeiten an der Reform fortgesetzt werden.

– In Anbetracht dessen empfehlen wir den Kritikern der Reform der Justiz in Polen eine größere Zurückhaltung bei der Beurteilung von Maßnahmen, die von einzelnen Organen der Republik Polen unternommen werden. Der Stil und die Intensität der kritischen Stimmen vonseiten einiger Medien und politischen Kreise ist als unangemessen zu betrachten. – Mateusz ŻMIJEWSKI


Leserbrief zu „Der große Abriss” von Laurent Pech und Ma Ximilian Steinbeis

Was bringt es in der EU Sachfragen zu diskutieren, wenn sich Mitglieder nicht an die Grundwerte einer offenen Gesellschaft halten?

Gleichschaltung der Judikative muss doch zwangsläufig einen Ausschluss aus der EU zur Folge haben, sonst kann man in Sachfragen doch gar nicht weiterkommen!

Diejenigen, die die polnische Regierung unterstützen, müssen auch die Konsequenzen spüren. Die Theorie versteht die Mehrheit doch gar nicht. Wahrscheinlich würde die Mehrheit der Deutschen sie auch nicht verstehen. Aber wenn ich für ein europäisches Land wieder ein Visum brauche und nicht mehr Teil des Binnenmarktes bin, das verstehe ich besser, zumindest spüre ich es sehr schnell. Dann kann ich weiter marschieren oder meine Entscheidung überdenken. – Christian Voss


Leserbrief zu „Rote Chucks und Wohlstandsbauch“ von Johannes Dudziak

Mir als überzeugtem Hanseaten aus Rostock ist bei der Lektüre über den Verein UNION Berlin beinahe das Herz stehen geblieben.

In Ihrem „Artikel Rote Chucks und Wohlstandsbauch“ versetzen Sie den erfolgreichsten NORD/OST Verein Hansa Rostock in die Regionalliga !!!!!!!

Nun haben sich Teile unserer Fanschaft zwar nicht immer so benommen wie man das erwarten kann, aber wir sind nicht strafversetzt worden und spielen (leider noch immer) in der 3. LIGA. Sollte Union

wie in Ihrem Artikel beschrieben wirklich in die 1. Liga aufsteigen übernehmen wir gerne deren Platz in der 2. Liga. – Jens Thater


Leserbrief zu „Börsenschreck Christian Lindner?“ von Mark Schieritz

Diese aber sorgt für Aufregung, denn sie legt nahe………..“ Bitte, erläutern Sie mir, worauf sich die beiden im Singular stehenden Verben „sorgen“ und „legen“ beziehen. – Edgar Kuse


Leserbrief zu „Das asoziale Dorf“ von Alard von Kittlitz

Gerade habe ich das Buch „The Circle“ von Dave Eggers gelesen. Scheint ein Fortsetzung von dem zu sein, was facebook dort im Silicon Valley beginnt. Warum merkt das Niemand????

Ihnen ein schönes und nicht transparentes Wochenende. – Ingrid Lange


Leserbrief zu “Voll aufs Dach“ von Oliver Hollenstein

Der Artikel verwendet neun mal den Begriff „Autonome“. Wäre es nicht angebrachter, diese gewaltbereiten und brutalen Randalierer wenigstens mal mit einem „sogenannten“ zu versehen oder andere Bezeichnungen für solche Negativ-Idealisten zu finden, die sich einzig und allein deshalb in die Opferrolle begeben, um sich eine Berechtigung zum Zuschlagen zu basteln? Zur Selbstdarstellung klingt „autonom“ natürlich besser als fanatisch, extremistisch oder fundamentalistisch – aber haben die auch ’ne eigene Müllabfuhr und psycho-soziale Anlaufstelle? – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu “Linke Magie” von Thomas Assheuer

Ja, es stimmt, die Auswüchse des Kapitalismus, die Orientierungslosigkeit der Menschen durch die Nachrichtenflut und der mitunter schädigende Einfluss der Sozialen Netzwerke sind schier erdrückend und führen dazu, dass der Einzelne, wie es in dem Artikel heißt, isoliert wird und das alles ihn „… unfähig macht, eine alternative Lebensform zu finden“.

Aber andererseits gibt es in unserem Staat eine gewaltige Anzahl von helfenden Institutionen, angefangen von den berufsvorbereitenden Maßnahmen für Jugendliche, Hilfen bei jeglicher Krankheit und Sucht, das breite Angebot des staatlichen sozialen Netzes, Selbsthilfegruppen, Gesprächskreise, Familienhilfe und was sonst noch alles.

Man müsste sich allerdings, wenn man derart vom Leben enttäuscht ist, auf den Weg machen, diese Hilfen anzunehmen und zu nutzen, anstatt sich im Selbstmitleid einzurichten. Wie habe ich an anderer Stelle in dieser Ausgabe gelesen? „Selbstmitleid ist immer abgrenzend“, eine Art von „umgekehrter Arroganz“.  Gewalt und Gesetzlosigkeit dürfen nicht länger als Folge eines nicht gelungenen Lebensentwurfs oder mit linker Ideologie betrachtet werden. – Brigitte Meidl-Kern


Leserbrief zu ZEIT im Osten

Es  brennt uns unter den Nägeln,  als erfahrene und nach 20 Jahre immer noch sehr verliebte Ehemenschen unser Statement zu den provokant geschriebenen Artikel abzugeben.  Zudem arbeiten wir noch tagtäglich zusammen im selben Haus und haben drei Kinder. Wir feiern alle 10 Jahre ein großes und fast jeden Tag ein kleines Fest.

Das Thema Ehe wird hier von zwei Menschen besprochen, die fast eine Generation jünger sind als wir. Kinder tauchen gar nicht auf. Die Ehe wird als nutzlose Hülle, das Hochzeitsfest als Ernüchterung angesehen.  Frauen begeben sich durch die Eheschließung in Abhängigkeiten, für die sie im Fall der Scheidung bestraft werden. Sie werden zum Eigentum des Mannes. Aber wo ist der Unterschied zwischen „meinem Mann“ und „meinem Freund“? „Mein“ steht vor beiden Begriffen und meint – jedenfalls im Kontext sich Liebender – nichts anderes als  Verbundenheit. Wenn daraus ein Eigentumsdenken wird, ist etwa falsch gelaufen – mit oder ohne Trauschein.  Ja, das Ehegattensplitting gehört abgeschafft – stattdessen wirkliche steuerliche Vergünstigungen für Familien mit Kindern -, aber doch nicht die Ehe!

Ihr lieben Leute, muss jetzt die Ehe dafür herhalten, dass Ihr meint, dass man sie nicht leben kann? Woran liegt die ernüchternde Tatsache von hohen Scheidungsraten und finanziell unterversorgten Frauen nach der Scheidung? An der Institution Ehe? Quatsch. Es hat doch ganz viel damit zu tun, was jeder einzelne zunächst einmal aus Verantwortung für sich selbst bereit ist zu lernen. Eine wichtige Erkenntnis ist die, dass das Leben und damit auch eine Beziehung, ob nun verehelicht oder nicht, eine Entwicklungsreise ist (schlag nach bei Kirkegaard: die Ehe ist und bleibt die interessanteste Entdeckungsreise, die der Mensch unternehmen kann!).  Kann man sich dann sich selbst zumuten, dann kann das mit der Ehe sehr wohl, inklusive des Hochzeitsfest, wunderbar sein. Und viel tiefer und fester als eine Lebensabschnittsgemeinschaft, die von vornherein auf Trennung angelegt ist, wenn irgendeine Kleinigkeit nicht (mehr) passt. Wir werden die ernüchternden tatsächlichen Verhältnisse nicht durch Abschaffung einer alten Tradition ändern, sondern nur, wenn die Inhalte neu definiert werden. Und das muss jeder selbst tun und aus der Trägheit herauskommen, die entsteht, wenn man sich unter Selbstaufgabe in eine Beziehung fallen lässt.

Man sollte es aber auch nicht soweit kommen lassen, dass man nur nicht geschieden wird, weil man wie die zitierte Helene Klaar sagt noch nicht kotzen muss, wenn der Partner zur Tür hereinkommt. Vorher wahrnehmen, reden, zärteln, jedenfalls nicht „einfach“ aushalten ist für die abwechslungsreiche Reise gefragt. Allerdings muss man auch mal was aushalten, so wie schlechtes Wetter. Der Blick darauf ist entscheidend.

Die Ehe ist ein Bekenntnis aus Liebe. Und die braucht Segen. Und Arbeit daran. Und Dankbarkeit. Und auch dieser Kommentar ist ein eheliches Gemeinschaftswerk! Nur Mut, es kann funktionieren, das mit der Ehe und auch sonst das Leben! – Gabriele  Wagner und Andreas Seeck


Leserbrief zu „Wollt ihr Beef?“ von Daniel Haas

in Ermangelung eines Zeit-Online Abos und aufgrund der sich daraus ergebenden Unmöglichkeit, Ihren Artikel „Wollt ihr Beef“ im Netz zu kommentieren, wende ich mich mit diesem kleinen Leserbrief an Sie.

Den Umstand, dass Sie in Ihrem Artikel das sehr komplexe Phänomen Hip Hop auf den Teilaspekt des sogenannten Gangsta bzw. Street Rap reduzieren und auch diesen lediglich sehr verkürzt darstellen (kein Wort von der Drogen- und Gewaltverherrlichung, der szeneüblichen Misogynie, Homophobie und zahlreichen anderen, mindestens diskutablen, Ingredienzien dieses Genres), möchte man in erster Instanz zu Ihren Gunsten auf die Natur des knappen Artikelformates zurückführen.

Ein kleines Element lässt einen jedoch an diesem apologetischen Ansatz und allgemein an einer wirklich intensiven Auseinandersetzung mit der Materie zweifeln (andere Varianten wären: mangelnde Text- bzw. Englischkenntnisse oder zumindest unsaubere Recherche): Sie schreiben über einen der größten Stars der Szene, Nasir ‚Nas‘ Jones, dieser posiere auf dem Cover seines Erstlingswerkes ‚Illmatic‘ aus dem Jahre 1994 vor der Gebäudekulisse seines Heimatviertels, der Bronx. Seltsamerweise schreibt die Fachzeitschrift Intro den selben Humbug, was wirklich verwundert, denn jeder, der sich einigermaßen intensiv mit besagtem Künstler auseinandergesetzt hat, weiß, dass dieser aus Queensbridge stammt, dem größten Wohnsiedlungskomplex für vornehmlich afroamerikanische Einwohner der Vereinigten Staaten, östlich von Manhatten befindlich und daher nicht einmal ansatzweise benachbart mit der im Nordwesten Manhattens gelegenen Bronx, der Wiege des Hip Hop. Erstgenannter Ort hat eine Reihe von legendären Solokünstlern und Gruppen hervorgebracht (MC Shan, Marley Marl, Mobb Deep, Tragedy Khadafi, Cormega – um nur einige zu nennen).

Hätten Sie Jones‘ Musik ansatzweise studiert, wäre ihnen sicherlich nicht entgangen, dass dieser in einer Vielzahl seiner Texte voller Lokalpatriotismus ‚QB to the fullest‘ skandiert – und das von Anbeginn seiner Karriere, bis zum heutigen Tage. In der Hoffnung Sie zu einer Richtigstellung animiert zu haben, verbleibe ich

Mit einem freundlichen Peace I’m out

P.S. Eine kleine musikalische Geschichtsstunde:

https://www.youtube.com/watch?v=DYN8AX3Xk6sGabriel Medrea M.A.


Leserbrief zum Titelthema „Hauptsache, Ego“

Hätte ihr Titel nicht eher „Am liebsten ohne Würde“ heißen müssen? Ich sehe eher einen globalen, nicht neuen Trend, die persönliche Würde für ein angebliches „höheres Ziel“ zu prostituieren. In einer überreizten Gesellschaft findet immer derjenige am meisten, wenn auch manchmal nur kurze Beachtung, wer sich am lautesten und geschicktesten zum Kasper macht, während unsere Leistungsgesellschaft ihre Kinder zum Frühstück frisst. Ihr Artikel veranschaulicht auch sehr schön die Macht des Fernsehens und die damit einhergehende, wenn auch hierzulande milde, Propaganda und ihre sozial-kollektiven Auswirkungen. Da ich an einer Zeit immer mehrere Wochen lese, ja, ich gehöre zu den Langsam Lesern, war diese Ausgabe eine gute Wahl. – S.C.Pleil


Leserbrief zu „Jedes Gramm tötet“ von Thomas Fischermann und Angela Köckritz

Korrektur: „el Chapo“ Hat natürlich den Familiennamen ( los apellidos) Guzmán Leon. Lo siento. – Ch. Armbruster


Leserbrief zu “Noch mal von vorn“ von Uwe Jean Heuser

Ein bei E-Autos bislang nicht hinreichend berücksichtigtes Problem sind die Käuferschichten. E-Autos (auch Hybrid-Fahrzeuge) liegen preislich im Bereich der oberen Mittelklasse. Der ADAC hat kürzlich in einer statistischen Auswertung festgestellt, dass 80% und mehr der Neuzulassungen in diesem Segment auf Firmenfahrzeuge fallen. Ein Eindringen in den Privatkundenbereich findet mehr oder weniger erst statt, wenn die Fahrzeuge in den Unternehmen wieder ausgemustert werden. Der Grund ist relativ leicht festzustellen: muss ein Privatkunde für ein Neufahrzeug 50 T€ bezahlen, kostet das gleiche Fahrzeug ein Unternehmen nach Abzug der Vorsteuer und nach Abschreibung etwa die Hälfte. Privatkunden schlage daher erst dann zu, wenn die Preisdifferenz durch das Alter des Fahrzeuges zumindest teilweise ausgeglichen ist.

Das hat Auswirkungen auf die Einführungsphase solcher Fahrzeuge. Zum einen müssen sich Betriebseigenschaften der Fahrzeuge und notwendige Infrastrukturmaßnahmen zuvörderst am Bedarf des gewerblichen Kunden orientieren, zum anderen ist aufgrund des Flaschenhalseffekts mit einer längeren Anlaufphase bis zum Steigen der Fahrzeugzahlen zu rechnen. Die heute verfolgte Strategie, hauptsächlich bestimmte Privatkundenbereiche zu bewerben, die mit den mangelhaften Nutzungsmöglichkeiten leben können, oder per Hau-Ruck-Aktionen wie Fahrverboten einen kurzfristigen Umstieg mit Gewalt erzwingen zu wollen, gehen völlig in die falsche Richtung und führen eher in eine wirtschaftliche Katastrophe als eine Neuorientierung. – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Sie wollen 3400 Kilometer nach Aleppo laufen. Für den Frieden. Kann das gut gehen?” von Carolin Pirich und Björn Stephan

Vielen Dank für den Bericht, der viel über Planung, Engagement und öffentliche Wahrnehmung erzählt. Mir ist wieder mal klar geworden, dass für ein wirkliches Ergebnis mehr erforderlich ist als guter Wille, symbolträchtige Bilder und Presse.

So eine Veranstaltung ist nämlich ein Marathon – und zwar über Jahre und Jahrzehnte. Das alles steht Syrien und seinen HelferInnen noch bevor, wenn sich dort wieder eine Zivilgesellschaft etablieren sollte. Wir wissen das, denn mein Mann und ich begleiten seit 1999 ehrenamtlich Projekte in Bosnien; auch mehr als 20 Jahre nach Dayton laufen wir immer noch Marathon. Und in diesem Jahr wortwörtlich (ok, wir laufen nicht, wir radeln …):

Unter dem Motto „Balkanroute rückwärts – Chancen statt Flucht“ werden mein Mann und ich im September 1500 Kilometer nach Bosnien radeln und dabei durch sechs Länder kommen. In unserer Reisedokumentation werden wir die Reiseroute als Migrationsraum schon seit Jahrhunderten er-fahrbar machen. Mit dabei: ein Buch mit Grüßen an die Kinder in Bosnien – denn diese Reise ist als Spendenlauf angelegt. Sponsorengelder gehen ohne Abzüge in die Projektarbeit. Unsere Reisekosten tragen wir privat.

Unsere #HolidayChallenge2017 ist vielleicht ein wenig nüchterner – dennn sie hat Realitätsbezug.

Sie ist weniger spontan – aber dafür besser geplant (und wir haben immer noch unzählige Unwägbarkeiten wie z.B. den mörderischen Straßenverkehr und Reisen durch Gebiete, von denen es nur schlechtes Kartenmaterial gibt … vom Wetter einmal ganz zu schweigen; 40 Kilo Gepäck, ein Zelt und zwei Schlafsäcke – wir werden ziemlich flexibel sein. )

Wir sind nicht jung und schön – aber dafür älter und gelassener und trainieren seit Monaten (mal abgesehen davon, dass ich Diabetes habe, ist mein Mann im April / Mai  bereits 2500 Kilometer von unserer Haustür bis nach Palermo geradelt …)

Wir sind Idealisten – aber seit 1999 wissen wir, dass neben viel Begeisterung und Herzblut diese Arbeit einen langen Atem, Geld, und fachlich professionelle Unterstützer braucht.

Der Nachteil: Bei unserer Abreise gibt es keine Pauken und Trompeten, keine Pressekonferenz und keine wehenden Fahnen. Zu unspektakulär? Zu vernünftig? Ein bischen Medienecho täte uns jedoch gut. Denn: Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich für die „vergessenen Kinder Bosniens“ – und sind ein Beispiel dafür, wie man auch mit kleinem Budget und viel Herzblut sehr vieles bewegen kann. Aber man muss dranbleiben.

Und planen, planen, planen. – Dr. med. Ulrike Blatter


Leserbrief zum Wochenmarkt „Mousse au Chocolat“ von Elisabeth Reather im ZEIT Magazin

Ehrlich gesagt: vor 20 Jahren suchte ich allwöchentlich nach einem Artikel von Bartholomäus Grill. Zu dieser Zeit waren die Artikel auch von anderen Autoren derart spannend, dass ich regelrecht dem Donnerstag entgegen fieberte.

Diese Funktion hat nun Ihr Wochenmarkt übernommen (und bislang auch die Kündigung meines Abos verhindert…Sorry, es gibt auch heute noch tolle Artikel, aber sie sind seltener geworden).

Die Rubrik „Mail aus…“ ist verschwunden, aber ich erinnere mich an eine von Alice Bota, in der sie sinngemäß folgendes sagte: „Wenn man in Moskau fein essen gehen möchte, isst man georgisch.“

Meine Frage an Sie: Hätten Sie Lust einmal in der georgischen Küche zu stöbern um vielleicht ein feines Rezept für den Wochenmarkt zu finden?

Die Walnuss- und Granatapfelerntezeit steht bevor, dass würde doch wunderbar passen.

Ihnen herzlichen Dank für die (fast) wöchentliche Bereicherung unseres Speiseplans. Übrigens: Wenn Sie mal als Autorin im Politikressort erscheinen, finde ich die Artikel besonders lohnend, nicht zuletzt wegen Ihrer ganz eigenen Sprachstils. – Beate Eschbach


Leserbrief zu „Wollt ihr Beef?“ von Daniel Haas

Nein ich will keinen „Beef“ mit Ihnen! und ich muss Ihnen zugutehalten, dass irgendwann im Laufe des Textes eine Warnung  kam, man möge hier aufhören wenn es zu heftig sei… Shit, ich habe es nicht gemacht und mir diesen Text bis zum Ende durchgelesen… Ach was wäre das ein toller Beitrag in unserer damaligen Schülerzeitung geworden, „Mensch schaut mal, da hat der Daniel Hip-Hop entdeckt, viel Spaß auch!“ Aber in der ZEIT im Jahr 2017, ein Text in dem Sie die Musik und die Menschen  dafür abkanzeln das die Mädels Sie nicht toll fanden, autsch!

Dann AC/DC und Guns N´Roses als Beispiel für Rockmusik im allgemeinen  zu nehmen ist so billig und schwarz weiß, kaum zu glauben… Ich wollte mir schon beinahe die Mühe machen und etliche Gegenbeispiele aufzählen, aber da las ich das Sie jetzt auch „Beef“ mit Bob Dylan haben, soviel Blödsinn ist kaum zu  ertragen! Auch, ist die teils herausragende Musik von Janis Joplin nicht deswegen schlecht, nur weil Ihre verlassene Frau Mutter diese rauf und runter hörte, in einer Situation wo „Cry Baby“ wohl recht passend war!

Nein, da ist ein trotziges Kind im Körper eines erwachsenen welches nicht verkraften konnte das die jungen Frauen lieber mit den „Kreidler“ und Flanellhemden Jungs ausgegangen sind und das obwohl (denn ein intellektueller sind Sie schon, gell!?) Sie Rilke zitieren konnten! Folgende Vorschläge, zum einen arbeiten Sie Ihre Kindheit/Jugend bei Psychologen auf erfreuen sich weiterhin so grandioser Textzeilen wie „ i am not a businessman, I am a business man“ aber verschone Sie den Rest der Menschheit mit Ihren Thesen zur Rockmusik! Merke, man wird nicht dadurch cooler weil man Mucke von coolen Jungs hört, sondern weil man cool ist oder nicht! Ab dafür! – Herbert Schmidt


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Ich beziehe mich auf Ihren Artilkel „Mit dem Strom“ vom 20.7.2017 indem Sie sich grämen,nicht in der Studie erfasst worden zu sein.Ich nöchte sie darüber beruhigen alles das dort behauptet wurde, trifft voll inhaltlich  auf sie zu und da hilft auch nicht ein Feigenblatt Gastkonmmentare ab,Schade,ich hatte davor ein bessere Meinung über Sie,aber schließlich haben Sie nur das gemacht,was schließlich fast alle,mindestens die Meisten, auch gemacht haben,sich ohne Wenn und Aber,Bedenken und Sachgründe hinter das merkelsche, wir schaffen das, gestellt.Dies war eine Gleichschaltung,die an die Medien in der früheren DDR erinnert hat,und dies umso erstaunlicher,wie klare Interessen Deutschlands, unabhängig von den Flüchtlinge, geschädigt wurde.

Dies im Einzelnen:

es ist ohne jeden Zweifel der Brexit darüber befördert worden,eine Ausssage, die von Britten im Sender Phönix ( Presseclub,Diskussion über das Verhältnis Britten.-Deutsche) und jüngst von Nida-Rümelin gemacht wurden.Pikant dabei ist,das das nur 53% dafür waren, das Ausländerproblem war zentral,so das sich realistisch die These ergibt.Merkel hat den Brexit befördert,wenn nicht gar entschieden.

Es hat die Trennung zwischen den Deutschen gegeben,sie haben sich bei den über mehrere Monate andauernden Strom über die ungeschützten Grenzen wie ausgeliefert gefühlt,so als gebe es ein grundgesetzlich verbürgtes Recht auf Schutz der Bevölkerung durch den Staat nicht,Darüber ist die AFD von 4 auf über 20% gestiegen und ist in völlig unsachlicher Weise wie vogelfrei attackiert worden,extremer als die AFD ist zweifellos die Linke,was man so hinnihmt.

Der mächtigste Staat,Deutschland, hat auch die größte Verantwortung in der EU.Aber statt die reichlich ungelösten Fragen anzugehen.hat das hehre,reine Deutschland den anderen noch ein zusätzliches mit auf den Weg gegeben und dies im vollen Wissen,die, wie der übergroße Teil der Welt sind dagegen.Geschlossene sichere Grenzen,nur geregelte,einvernehmliche Zuwanderung im Austausch mit illegal Zugwanderten, Kriegsschiffe auch in die Hoheitsgewässer Lybiens wie das neulich bei Ihen zu lesen war,das ist die einzig durchsetzbare Lösung.Oder Sie stellen ernsthaft die Barmherzigkeit über Deutschland und die EU.Moralische Politik gebe es nicht,habe ich neulich beim Historiker Winkler gelesen,Das war wohl vor 2015.Und nicht zu vergessen,was machen wir denn mit den restlichen 65 Millionen,nehmen wir die auch auf?

Nun zu den Flüchtlingen:

es hat sich von 15 auf 16 in einem Jahr,die Zahl der Nichtsesshaften allein im Berlin von 10000 auf 17000 gesteigert,es ist die Zahl der Falangisten deutlich nach oben gegangen(um nicht missverstanden zu werden.dies sind lalls unschuldige Opfer), und wahrscheinlich ist,  das wird sich fortsetzen,womöglich steigern,Sie haben zu 2/3 keine Berufsausbildung und nur eine geringe Schulbildung.Natürlich werden Sie enie Konkurrenz um die Billig Jobs,die Inustrie,die Wirschadft erwarteet von ihnnen nicht mehr viel.Von der Sorte kommen aber in diesen jahr wieder 200000 ins Land.Ein heute 30 Jähriger Flüchtlicng hat wenn er den fleißig bei der Stange bleibt,was ungewohnt und hart ist mit 30 das Wissen was ein 15 Jähriger im Land geborener hat.

Hinzu kommt die Weltsanschaung der Islam,über den mi Wohlanständigkeit viel an Illusoinen genärt wird.Wenn 50% sagen die Scharia gehe für sie vor dem Grundgesetz ist das gefährlich.In Scharia und Koran werden Kinderbehe,die Unterordnung der Frau,die Tötung für den Fall das einer einen Moslem von seinem Glauben abbringt gefordert und das Schlimme ist, Kritik an Glaubenssachhen ist nahezu ausgeschlossen.  Dabei werden durch den Glauben fast 100% des Lebens geregelt.

Das Sie das nicht veröffentlichen,nehme ich mal als selbstverständlich,auch das ihr sehr sympathische Di Lorenzo bekennder Christ ist ist in Ordnung,nur das sie eine solche Politik oder Meinung in toidernsten Fragen veröffentlichen und dies fast gegen den Rest der Welt,das verwundert.Zwei prominente Franzosen sagen es sei die Schuld über den Holocaust und jetzt könne sich Deutschland frei kaufen.Wenn das so ist dann macht mich schon fast krank,das nur der Holokaust genannt wird und wo bleien denn die 25 Millionen umgebrachten Russen,.die Zigeuner.auch die Deutschen Homos.Bibelforscher,Kommunisten,Missgeburten.Dies alles ist wahr,wenn aber von deutscher Geschichte geredet wird,sollte man sehen,das der Laden 1000 Jahre alt ist, und man sollte auch sagen,heute im Luther-Jahr,es hat auch wie bei den Anderen Gutes und Glanzvolle gegeben .  – Gernot Petzold


Leserbrief zu Prominent ignoriert „Belastung Kind“ von GNR.

Tut mir leid, die Ironie dieser Meldung ist diesmal komplett an mir vorbeigegangen. Die Studie stellt nur etwas fest, das eigentlich evident, aber hierzulande offenbar eine „no go area“ ist. – Regina Stolzenberg


Leserbrief zu „Keiner war’s gewesen“ von Charlotte Parnack

Es wird zwar über vereinzelte Übergriffe der Polizei gegen „Demonstranten“ berichtet, doch die Tatsache, dass die Hamburger Innenstadt verwüstet wurde, wird irgendwie bagatellisiert. Auch ist es mehr als erstaunlich, dass viele der üblichen Verdächtigen aus dem Ausland angereist sind und man sie nicht präventiv aus dem Verkehr gezogen hat. Überhaupt ist die Relation zwischen den Verhafteten und der Gesamtzahl der Randalierer eine denkbar ungünstige, zumal die meisten kurzfristig wieder freigelassen wurden.

Ohne politische „Rückendeckung“, die fast an Inszenierung grenzt, hätte der Vorfall in dieser Form vermutlich gar nicht stattfinden können. – Mag. Martin Behrens


Leserbrief zu „Mit dem Strom“ von Jochen Bittner

Die Medien haben 2015 in Sachen Merkel und die Flüchtlinge derart versagt, dass man es nicht für möglich gehalten hätte. Falsche Romantik hat Deutschland zwei Weltkriege beschert. Und, unglaublich, wieder dominierte die Romantik den Verstand. Die maßgebenden Medien wirkten, als sei ihnen von Merkel das „Gehirn“ gewaschen. Keines forderte ihren Rücktritt. In keinem anderen EU-Land wäre ein Regierungschef noch im Amt, wenn er im Alleingang rechtswidrig seinem Land so geschadet hätte. – Klaus Scheffler


Leserbrief zu „Unser Lehrer Doktor Blex“ von Christian Schweppe

Wie kann man das verstehen?

Einmal mehr wird bei der Lektüre dieses Artikels die Hoffnung zunichte gemacht, die Beweggründe und speziell die Erregung von Anhängern der AfD verstehen zu können. Herr Spex scheint, wie manche andere, eine zutiefst widersprüchliche Persönlichkeit zu sein.

Einerseits sollte er als Physiker und Mathematiker eine rationale Denkweise gewohnt sein. Andererseits unterstützt er eine von Gefühlen, leider hauptsächlich von Hassgefühlen, geleitete Denkweise. Auch mit der erwähnten Anhängerschaft an die Kernenergie passt das nicht zusammen. Als solcher müsste er es doch hassen, wenn sich Leute von blinden Gefühlen statt von rationalen Überlegungen leiten lassen. Und dann unterstützt er eine Bewegung, die genau das tut.

Schade eigentlich, dass es so schwer zu verstehen ist, was solche Menschen bewegt. Das positive an seiner Situation ist, dass die Schüler nun davor bewahrt bleiben, solchen Ansichten ausgesetzt zu sein.

Zum Schluss eine persönliche Bemerrkung: ich als Physiker befürworte ebenfalls die Kernenergie. Herr Spex erzeugt wahrscheinlich bei deren Gegnern den Verdacht, die Befürworter müssen alle bekloppt sein. dagegen möchte ich mich verwahren, es fiele mir nicht im Traum ein zuim Befürworter der AfD zu werden, das käme mir völlig absurd vor. – Dr. G. Zeyer, Bochum


Leserbrief zu „Monsieur Macron hat einen Plan“ von Georg Blume

In dem Artikel wird von Herrn Blume unter anderem der „Pariser Ökonom jüdischer Abstammung Elie Cohen“ erwähnt. Es erschließt sich mir auch nach mehrmaligem Lesen keinerlei sinnvoller inhaltlicher Zusammenhang für die Nennung der „Abstammung“ von Herrn Cohen. Mich würde interessieren, welchen Mehrwert der Autor dem Leser damit bieten möchte, zumal er dies bei anderen Personen in dem Artikel unterlässt. Ähnliches gilt für die „Grafik: Behindertensport“ im Ressort WISSEN: Dort wird der „deutsch-jüdische Neurochirurg Sir Ludwig Guttmann“ genannt. Soll die zusätzliche Glaubensangabe dem Leser etwas über den Text hinaus vermitteln? Die beiden genannten Artikel stehen nur exemplarisch für immer wieder zu findende vergleichbare Fälle von Gedankenlosigkeit(?). – Hans-Dieter Brinkmann


 

 

29. Juni 2017- Ausgabe 27

Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Ich hab mein Auto verkauft! Fahre umweltbewußt mit Treckingrad, MTB, Tandem oder Rennrad, bin kein Dobrind Wähler. – Konrad Hagendorn


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Das menschliche Dasein ist geprägt von paranoiden und irrationalen Verhalten und kriminelle Energie in der Wirtschaft gehört in vielen Branchen zum Geschäftsmodell. Über Jahrzehnte hat die Automobilindustrie betrogen mit Einverständnis der Politik.

Jetzt vollzieht die DUH durch ihre Klagen den Rechtsstaat und nun sind alle beteitigen Überrascht. Die Dummen sind am Ende die Besitzer von Dieselfahrzeugen. Aber auch diese haben sich selber ausgetrickst, weil sie naiv und gutgläubig waren. Alternativen gibt es ja bereits seit langen , Hybrit, Autogas, Erdgas.

Überings das gleiche gilt auch für die Ofenindustrie. – Dieeter Klaucke


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Gerne dürfen sich Menschen lieben und füreinander einstehen. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Dafür bedarf es aber keiner Institution der „Ehe“. Die Ehe ist eine Erfindung Gottes, nicht des Staates. Dies ist der Rahmen, in dem nach Gottes Ordnung eine sexuelle Vereinigung stattfinden darf, und zwar ausschließlich zwischen Mann und Frau. Alles andere nennt er Unzucht und Hurerei. Nicht die Liebe zwischen Mann und Mann oder von Frau zu Frau ist vor ihm ein Gräuel und Sünde, sondern deren geschlechtliche Vereinigung.

Die derzeitige Entwicklung war absehbar und in Kapitel 1 des Römerbriefes längst vorhergesagt. Statt dass sich Politiker auf ihre „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ besinnen (Präambel Grundgesetz), glauben sie der Lüge und nicht der frei machenden Wahrheit. Kirchenobere blasen teils ins gleiche Horn und rechtfertigen dies noch mit „christlicher Lehre“. Dies ist bereits Teil des Gerichts Gottes. „Der HERR löst die Gebundenen und macht die Blinden sehend; aber die Gottlosen lässt er verkehrte Wege gehen.“ – Werner Gerberich


Leserbrief zu „Über Berliner Engpässe“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Neulich habe ich festgestellt, dass wir beide Jahrgang 1953 sind und zur selben Zeit in Mainz in die Schule gegangen sind, ich freilich nur am popeligen Gutenberg. Auf alle Fälle, so etwas verbindet. Und so habe ich den letzten Jahren eher erstaunt als empört Ihren Wandel vom liberalen, geistreichen  Spötter zum konservativen Altherren-Meckerer verfolgt. Seis drum, das geht uns allen ja mehr oder weniger so, und witzig waren Ihre Texte ja allemal.

Jetzt aber habe ich heute morgen im Bus Ihren Text über Berliner Engpässe gelesen. Das mag ja mehr oder weniger stimmen, und natürlich: Satire darf alles, auch kräftig überzeichnen. Eines aber darf nicht sein: Demokratisch gewählte Politiker mit rotlackierten Faschisten wie Herrn Maduro auf eine Ebene zu stellen. Der lässt auf seine Bevölkerung schießen und plant einen Staatsstreich. Und vor allem die Not der Menschen in Venezuela gleichzusetzen mit bürokratischem Unvermögen in Berlin. Da, Herr Martenstein, haben Sie in Ihrer Altmänner-Rage jegliches Maß und jeglichen Anstand verloren.

Wir hatten jahrelang ein ZEIT-Abo. Im Frühjahr haben wir es gekündigt, aus ganz praktischen Gründen: Wir leben jetzt einen Großteil des Jahres im Ausland. Seitdem habe ich die ZEIT hin und wieder am Kiosk gekauft, so wie auch heute morgen. Aber jetzt will ich Ihre rechtsnationale Meckerecke nicht länger mitfinanzieren. Tschüss, Martenstein, tschüss, ZEIT! – Jochem Kahl


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Nun also eine Abstimmung ohne Fraktionszwang. Dabei wird fahrlässig übersehen, dass Homosexualität ihren Ursprung in der Kindheit hat, wo die Seele tief verletzt wurde und niemand dafür Sorge trug, dass das Kind sich natürlich entfalten konnte.

Diese Belastungen können bei Jugendlichen die Entwicklung zum Frau- bzw. Mannsein unterdrücken, sodass sie in der Homosexualität ihre Identität suchen und die mit dem homosexuellen Partner erlebte Zuflucht fälschlich als Liebe empfinden – die Belastungen tragen sie jedoch weiter mit sich herum. Durch die Ehe für alle wird über diesen Zustand „Lebenslänglich“ verhängt, darf es ein Zurück in ein heterosexuelles Leben in dieser Ideologie auf keinen Fall geben.

Hier wird diktatorisch mit Denkverboten gearbeitet, dass einem Angst werden kann! Doch niemand hat das Recht, Homosexuellen zu verbieten, ihren Lebensstil zu ändern und die eigene Biographie seelsorgerlich aufzuarbeiten. Dies wäre jedoch nötig, um ein glückliches Leben auf Dauer zu ermöglichen, ist doch z.B. ein Mann, der seine Homosexualität überwindet, ein Mann, der seine eigene Natur zurückgewinnt. Die vom Fraktionszwang befreite Abstimmung wirkt darum als nachhaltiger Glücksverhinderer, sollte der Bundestag sich dafür entscheiden. – Joachim Kretschmann


Leserbrief zu „Die drei Tode des Helmut Kohl“ von Matthias Geis und Tina Hildebrandt

Es ist in meinen Augen mehr als peinlich, was sich familiär und  öffentlich hinter den Kulissen des Begräbnisses um Helmut Kohl abspielt. Mir zeigt es, dass er nie der war, den er vorgab zu sein: ein großer  Staatsmann und Mensch. Wer sich beleidigt zurückzieht, weil er sich strafbar gemacht und darum  den Ehrenvorsitz seiner Partei verloren hat, kann nicht groß sein. Hat er etwa in der Spendenaffäre geglaubt, dass für ihn geltende  Gesetze nicht gültig sind? Er konnte froh sein, dass er so milde davon  gekommen ist. Mit dem Zirkus, den nun in Nachfolge seine Familie veranstaltet und der  auch Teil seines Wirkens ist, wird Helmut Kohl für mich endgültig  demaskiert.  – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

seit einer gefühlten Ewigkeit bin ich Abonnentin der ZEIT. Als erstes greife ich immer zum Magazin – Harald Martenstein möchte ich nicht missen, Janosch erfreut mich oft, auch das Interview auf der letzten Seite lese ich jeweils mit Interesse. Alles dazwischen ist natürlich von unterschiedlichem (manchmal auch gar keinem) Interesse für mich, was jedoch nicht weiter erwähnenswert ist, da das Heft ja nicht für mich speziell gemacht ist…

Seit geraumer Zeit gibt es jedoch EINES, was regelmäßig mein absolutes Unverständnis weckt und ich dies hiermit kundtun will: die Beiträge von „Thomas und Larissa über ihre Fernbeziehung“. Meiner Meinung nach könnten sie sich getrost damit begnügen, ihren Austausch auf der privaten Ebene zu lassen. – Elisabeth Koch


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Sie veröffentlichen eine zwölfseitige Beilage zum Sonnen- und Edelstaat Türkei. Sicher gegen gutes Geld. Das macht die Sache noch schlimmer. Aus Überzeugung können Sie doch nicht Herrn Erdogan so unterstützen, der aufs Haar genau bei seinem Weg zurvtotalen Macht den Spuren Adolf Hitlers folgt. Haben Sie schon den Nanen Ycel und den anderer inhaftiertet Journalisten gehört? Uns Sie verkaufen Ihr Gewissen für mieses Geld!

Da ich alles, wirklich alles Türkische aktuell boykottiere, muss ich in Zukunft auf Ihr Blatt verzichten und freue mich dabei, wenigstens in Kleinem Ihren Gewinn aus dem Gewissensverkauf zu schmälern. Ich werde nach Kräften im Freundeskreis Stimmung gegen Ihr Blatt machen. – Lutz Landorff


Leserbrief zu „Das Anfängle“ von Urs Willmann

Auf der auf S. 30 des genannten Beitrags zu findenden Karte mit Bezugspunkt Schwäbische Alb muss es statt „Neu-Ulm“ „Ulm“ heißen. Ich bin seit einem halben Jahrhundert ZEIT-Leser, und habe natürlich Verständnis dafür, dass ZEIT-Artikel zunehmend mehr den allgemeinen Bildungsverfall widerspiegelt – auch in WISSEN. Nur: Ulm mit Neu-Ulm zu velwechsern, werch ein Illtum! – Prof. Dr.theol. Dr.phil.habil. Dipl.-Psych. Hans-Peter Heekerens


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Das Titelthema der ZEIT („Ist das Auto am Ende“) hat uns auch umgetrieben, und wir haben einen lustigen kurzen Clip dazu gemacht der eine Alternative zu den gängigen Meinungen zum Thema Selbstfahrende Autos und künstliche Intelligenz aufzeigt. Er ist durchaus im Inhalt auch ernst gemeint: Wie sieht die Sache aus der Sicht der Maschinen aus?

Der Clip (hier) ist schon ein kleiner Internet Hit (>300 000 views) was nicht zuletzt an dem Soundtrack liegt, der von einem künstlichem Japanischen Popstar (Hatsune Miku) eingesungen ist.

Es gibt auch ein Interview mit der AI dazu.

Und mit Text. Vielleicht wäre das ja etwas für Euch, da es ja zum aktuellen Thema gut passt?  Würde uns freuen! – Henrik Mauler


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Seit Jahren lese ich immer wieder Ihre hochwertige Zeitung und habe es nie bereut, heute ist es das erste Mal. Ihre Anzeigenbeilage hat mich sehr verärgert, was haben Sie sich dabei nur gedacht? Dass Sie über die Türkei berichten, auch unter verschiedenen Aspekten und mit verschiedenen Ansichten ist in Ordnung. Aber ein solches Werbeblatt beizulegen in der derzeitigen aufgeheizten Stimmung, in dem für attraktive Investitionskonditionen geworben wird, Investitionssicherheit ohne Rechts- und Planungssicherheit? für Deutsche? etwa im Gefängnis? Dazu wird noch Bodrum beworben und ein angeblicher Boom von erneuerbaren Energie. Da hat Sie dieses Mal Ihr sonst sehr bewährtes Fingerspitzengefühl völlig verlassen. Gute Besserung! Ich bin dennoch guter Hoffnung. – Achim Schick


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Kann es sein, dass Ihr Artikel „Zum Glück ein Ja!“ eigentlich für die vorletzte Seite des politischen Teils der aktuellen ZEIT bestimmt war?

Interessieren würde mich, um wieviele Menschen in Deutschland geht es, die heiraten wollen, ohne das bisher zu können? Darüber war bisher nichts zu lesen.

Und: Welche Umfragen zeigen, dass ‚mehr als zwei Drittel der Deutschen‘ – so steht es bei Ihnen – die Ehe für alle befürworten?

Schon bemerkenswert, welches Thema derzeit alle anderen verdrängt!  – Elke Bossbach-Trog


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Keine Frage, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften stehen die gleichen Rechte und Pflichten zu wie heterosexuellen. Das wird zurecht gefordert und auch von den höchsten deutschen Gerichten gestützt. Aber Kinder zu zwingen, ( ohne Chance,  das verantwortlich mitentscheiden zu können ) per Adoption in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft groß werden zu müssen, ist Kindesmissbrauch ! Kinder sind keine „frei verfügbare Masse“ zur Befriedigung durchaus verständlicher Wünsche nach Kindern. Sprechen wir es direkt an: gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind für die evolutionsgeschichtliche Entwicklung der Menschheit eine Fehlentwicklung. Bei allem Mitgefühl für Kinderwunsch, den betroffenen Kindern nützen keine gleichgeschlechtlichen Partner als Elternvorbilder. Sie werden also in ein nicht normales Elternbild gezwungen. Aber Eltern sind die vorangige Vorbilder für Kinder.

Es ist dringend zu wünschen, dass die Politik und höchste deutsche Gerichte Kinder vor diesem Missbrauch schützen ! – Udo Bauer


Leserbrief zu „Das Bodensee-Labor“ von Anna-Lena Scholz

Als Illustration zu dem Artikel über die Lindauer Nobelpreisträgertagung bringen Sie ein Foto von einem hübschen Ort, bei dem es sich allerdings nach meiner unmaßgeblichen Schätzung nicht um Lindau handeln kann (ich tippe auf Sipplingen). – Robert Meßmer


Leserbrief zu „Wenn es nicht mehr läuft“ von Burkhard Strassmann

Mit Interesse habe ich gerade Ihren Artikel in der neuesten Ausgabe der ZEIT, Rubrik Wissen, gelesen. Ihre Erlebnisse in der Apotheke kann ich nicht nachvollziehen: Sie erhalten vom Arzt ein grünes Rezept, das eindeutig kein Kassenrezept ist (Kassenrezepte sind rot) und die Apothekerin ist irritiert über die Verschreibung? Klar doch, grüne Rezepte sind nur zugelassen für das Verordnen rezeptfreier, also nicht verschreibungspflichtiger Medikamente. Später erkennt die Apothekerin angeblich ihren Irrtum. Ich frage mich: Hat da nicht eher der Arzt geirrt, weil er zum falschen Rezeptformular gegriffen hat?

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall, dass Tadalafil Ihnen hilft und Sie sich wieder gesund fühlen können. – Reinhild Berger


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Ich wundere mich immer wieder, dass in der Diskussion um die „Verkehrswende“ die öffentlichen Verkehrsmittel überhaupt keine Rolle spielen. Als ob Fahrverbote alternativlos wären, wie Dieter Reiter behauptet! Kurzfristig, mag sein – aber um das Problem (das ja nicht nur in der Stickoxidbelastung in Großstädten liegt) umfassend anzugehen, sollte die Politik auch umfassend erfinderisch werden und außerdem den Mut aufbringen, an das Menschenrecht auf Individualverkehr (ja, so kommt mir das bisweilen vor) zu rühren.

Mein erster Vorschlag dazu wäre: Dienstwagennutzung sinnvoll regeln. Gerade in den Großstädten, die jetzt um Fahrverbote ringen, sind es doch die Dienstwagenfahrer, die mit ihren viel zu großen Dieselwagen die Luftverschmutzung befördern – aus deren Sicht verständlich, denn jede Busfahrkarte, so günstig der Tarif und die Verbindung auch sein mögen, kostet sie mehr als die Dienstwagenfahrt. Diese ökologisch katastrophale Anreizstruktur aufzulösen halte ich für dringend notwendig – und für wesentlich fairer, als einseitig eine Gruppe von Menschen, nämlich diejenigen, die sich privat einen Diesel gekauft haben, für eine Problemlage zu bestrafen, die eigentlich die gesamte Gesellschaft zu verantworten hat. – Franziska Neuner


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Heute ist ein Jubeltag – und ich nenne mein Kind…

..Volker!

Welch ein kluger Schachzug, Gesetze in Abstimmung zu bringen, die längst überfällig und mehr als gerecht sind, unter der Prämisse der möglichen Koalitionspartnerschaft. Kann das bis zur Wahl nicht so weitergehen? Zum Beispiel wären säuglingsgerechte gegen-Null-Grenzwerte für Nitrate im Grundwasser überfällig. Das ginge, wenn es legalisiert werden würde, dass alle Kosten, auch Folgekosten, die durch chemisch belastende, das ökologische Gleichgewicht zerstörende Landwirtschaft auf die Verursacher abgewälzt werden könnten. Gleiches könnte für die Stromproduktion, die Verpackungsindustrie, etc. gemacht werden. Und die Verbraucher, die doch angeblich all diese Produkte möchten? Nun, legt die Kosten einfach auf die Endverbraucherpreise um. Dann werdet Ihr sehen, wohin das führt.

Danke, Volker. Christian oder Martin sind nicht so mein Fall, auch wenn es sinnvoll ist, wenn man gute Ideen übernimmt. – Birgit Lehnert


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Unglaublich, was unter dem Umweltdeckmäntelchen für eine Umweltsauerei angestrebt wird: 15 Millionen Diesel-Autos! Sollen die einfach so weggezaubert werden? Ersetzt durch 15 Millionen Neuwagen? Rohstoffe für 15 Millionen Karosserien, 15 Millionen Akkuzellen, 15 Millionen Motoren, 15 Millionen Bremsen, 15 Millionen Getriebe, 15 Millionen Inneneinrichtungen, 15 Millionen mal Fahrzeugelektronik etc.

Wo bitteschön werden diese Rohstoffe auf der Welt geplündert und verarbeitet? Wo werden die anfallenden Abfälle gelagert? Wie stark wird allein dadurch die Umwelt belastet? Wieviel CO2 wird dadurch unnötig verbraucht (auch da gibt es übrigens Grenzwerte und Klimaziele)?

Und auch die Benzinautos sondern giftige Abgase aus, darüber wird gar nicht diskutiert. Wer profitiert am Ende davon? Die Autoindustrie! 15 Millionen neue Fahrzeuge verkaufen für geschätzt 450 MILLIARDEN Euro (bei einem Schnitt von 30.000€/Fahrzeug)!

Die Politik sollte dafür sorgen, dass strenge Änderungen im Abgasverhalten die Fahrzeughersteller (mit-)tragen (z.B. umsonst Filter einbauen). Zweitens bedeutet es, dass wir – leider Gottes – diese höheren Stickoxide und den Feinstaub ertragen müssen, damit wir die Welt nicht mit jedem Messwert, der überschritten wird, noch schneller vor die Wand fahren. Sollten dazu bestehend Paragrafen in der EU geändert werden müssen, wäre es nicht das erste Mal.

Sie erwähnten ja im Artikel stellvertretend die Weber-Grills, nicht jedoch die modernen Holzpelletheizungen, die einst gefördert und gelobt, wohl morgen auch mit einem Katalysatorbann rechnen müssen.

Sorry, der Leserbrief ist etwas lang geraten und schwer zu kürzen. Falls er nicht gedruckt wird, hoffe ich auf ähnliche Reaktionen in kürzerem Wortlaut oder einer ausführlicheren Recherche Ihres Reporterteams, die sich mit den o.a. Konsequenzen beschäftigt. – Thomas Schall


Leserbrief zu „Das Bodensee-Labor“ von Anna-Lena Scholz

In der aktuellen Ausgabe passt mal wieder ein Bild nicht  ganz zum Artikel bzw. führt die Leserschaft auf eine falsche Fährte…und zwar beim Bodensee-Labor

Das Bild zeigt weder Lindau noch die Insel Mainau sondern einen Teil des Überlinger Sees… es dürfte sich im Vordergrund um Ludwigshafen handeln… – Jörg Henker


Leserbrief zu „Die Politik und die Droge“ von Antonia Hufnagel

schreiben geringe Mengen Cannabis würden in Deutschland nicht strafrechtlich verfolgt. Die Verfolgung durch die Hintertür „Führerscheinentzug“, wie in ihrem Artikel 2014 beschrieben, ist deutlich schlimmer und von meiner Auffassung vom Rechtsstaat nicht gedeckt. Dies gilt insbesondere für den demütigenden Prozess der MPU. – Adrian H.


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

12 Seiten uneingeschränktes Werben für ein Land dessen Bewohner mehrheitlich einem repressiven System ihre Stimme gegeben haben, zu bewerben, befremdet mich ungeheuer. Wie gut, dass ich über Jahrzehnten dieses Land bereisen durfte also es noch den kemalistischen Geist besaß. Heute kann ich dem NEUSULTAN  und seinem unverschämten Gebahren, gerade auch Deutschland gegenüber, kein Entgegenkommen und kein Verständnis entgegen bringen. – Barbara Fritz Leonberg


Leserbrief zu „Moin, moin!“ Charlotte Parnack

Sie haben völlig recht Frau Parnack, der Gipfel in Hamburg steht uns gut zu Gesicht. Teilnehmer und Gegner sind Teile eines demokratischen Prozesses und, dass sich die Welt im deutschen „Tor zur Welt“ trifft, passt. Aber es sind nicht wesentlich die Demonstranten, die für die Durchführung einen Ausnahmezustand erzwingen, sondern besonders die heute gegebene terroristische Bedrohung, für die ein solches Ereignis geradezu eine ideale Plattform darstellt.

Um die gegebenen Gefahren und die damit verbundenen extremen Sicherheitsmaßnahmen zu mindern wäre ein leicht zu sichernder Ort wie z.B. ein Kreuzfahrtschiff eine willkommene Alternative. Dies könnte militärisch abgeschottet werden, lediglich die An- und Abreise erforderte noch besondere Maßnahmen. Ein solches Schiff böte auch ausreichend Raum und Komfort für alle Teilnehmer inkl. der Presse und um den demokratischen Ansprüchen gerecht zu werden, könnten Sprecher der NGOs mit eingeladen sein. Organisatorisch bliebe das vorsitzende Land verantwortlich, die Kosten dürften eher erheblich geringer sein. – Wolfgang Clausmeyer


Leserbrief zu „Danke, Axl“ von Andreas Bock

Seinerzeit in einem katholischen Internat aufgewachsen und höchst aufrührerisch mit dem T-Shirt von Guns N’Roses herumgelaufen, welches die Totenschädel der Bandmitglieder auf einem Kreuz zeigt (Appetite for destruction), habe ich mich sehr über den Artikel gefreut und konnte auch viele Parallelen zu meiner Jugend erkennen J.

Eine kleine Unklarheit aufgrund der Erwähnung von The Cure. Meinte der Autor Friction Records (gibt’s auch) oder eher Fiction Records? – Uli Wahl


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Für die heutige Beilage „Turkey Discover the Potential“ habe ich wenig Verständnis. Einer Begründung bedarf es an dieser Stelle und zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht. – Uwe Frey

Leserbrief zu „Nicht mit mir“ von Arbion Gashi

A. Gashi sagt offen, was er in Deutschland sieht, wenn er schreibt, was er vom „Verhältnis, das wir in unserer Gesellschaft untereinander pflegen, Muslime und Nichtmuslime“, hält: einen potentiellen islamischen Staat, in dem neben Muslimen auch Nichtmuslime wie Christen, Atheisten und andere Randerscheinungen, also „Nichtmuslime“, vorkommen (dürfen). Wer, wie Gashi, Deutschland als eine Gesellschaft von Muslimen und Nichtmuslimen bezeichnet, will einen islamischen Staat. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zur Anzeige „Smarter Mittelstand“

Da „Die Zeit“ selbst verantwortlich zeichnet für die in ihr geschaltete Anzeige „Appell an den digitalen Pragmatismus“, sei ihre Redaktion gefragt, seit wann Unterschriften „getätigt“ werden. Ich dachte, dass Unterschriften außerhalb des Einflussbereichs von Verwaltungsgrundschulen immer noch „vollzogen“ würden; offenbar ist dieser Einflussbereich aber größer, als von mir erwartet. Ich erinnere mich, dass es seinerzeit in der Sexta für derart gröbste sprachliche Unbeholfenheit einen nassen Schwamm an den Kopf gab (eine heutzutage vielleicht zu recht verbotene päagogische Maßnahme, die wir damals freilich einer förmlichen 6 vorzogen); heute kommt man damit, breit grinsendes Konterfei inklusive, in eine von der Zeit gesponsorte Anzeige in der Zeit.

Tempora mutantur, und „Die Zeit“ im Speziellen, wie es scheint. Nach längerer Pause vor die Frage gestellt, ob ich sie nicht wieder dauerhaft abonnieren wolle, kann die Antwort nach 2 Wochen Lektüre nur höflichst lauten: „Fuck off, you bloody bastards!“  Ich habe nichts dagegen, mich mal unter meinem Niveau zu amüsieren, aber mich darunter informieren möchte ich lieber nicht! Und der Grund ist beileibe nicht nur die Grinsepeteranzeige. Blättern Sie doch selbst mal durch Ihr knappes Wirtschaftsbuch und Sie finden: Interview mit adretter Businessfrau und -witwe. Die zeitenbedingt eingegangene „Welt im Spiegel“ hätte das in ihrer meist lesenswerten Rubrik „Kurz und uninteressant“ verwurstet, doch „Die Zeit“ bringt es fertig, für solchen Personalityquark eine ganze Seite hinzuschwärzen, nur damit sie sie nicht mit wissenswerten Wirtschaftsnachrichten füllen muss. – Herbert Albrecht


Leserbrief zu „Völkische Nachtgedanken” von Adam Soboczynski

Zu Ihrem sprachlich-intellektuell (Dietl? Kujau?) etwas improvisierten Sieferle-Kommentar anlässlich von Safranskis Apologie:

  1. Hatten Sie auf dem Koblenzer Gymnasium (ich war Koblenzer Eichendorffler) kein Latein, so dass Sie der seltsame Nominativ Germania nicht stört?
  2. Safranski habe ich viel gelesen: aber ein scharfer, origineller Denker war er nie.
  3. Mich wundert diese seltsame Stereoptypie: böse Deutsche (alle?) und Gottes zum Massentod auserwähltes Volk. Theodizee Fehlanzeige! Bei Susman u.a. kann man üble Rechtfertigungen für Gottes Benutzung „der“ Deutschen (SS) für Prüfung oder Strafe lesen. So wie ja auch Jesus „ermordet“ werden musste, zwecke Erlösung. Bloß von wem?
  4. Ist Ihnen (und anderen) bewusst, dass für jeden der 6 Mio Juden (einmal als feste Ziffer angenommen) mehr als ein Deutscher unfreiwillig sterben musste? „Denn alle Schuld rächt sich auf Erden“ !? Es gab also eine SYNTHANASIE.
  5. Hitlers Nerobefehle behandelten die Deutschen als verworfene Rasse, wie die Juden nur zum Untergang tauglich. Die Neonazis wären alle ungeboren! Warum sehen sie das nicht?
  6. Warum haben die Deutschen nicht das eigene Leben und Eigentum vor Hitlers Wüten zu bewahren versucht? Wie also sollten sie dann 6 Mio Juden in Polen und Rußland „retten“ (wollen)? Und wie bitte? Schreiben Sie mal eine kontrafaktische Handreichung? Die müsste es doch lange geben…
  7. Kennen Sie Polens Geschíchte seit 1933 gut? Dann informieren Sie uns doch bitte genau über Pilsudskis Ersuchen an die Franzosen, gleich zu Beginn Deutschland zu besetzen!  Daladier lehnte ab. Die Franzosen wollten keinen Ärger. Dagegen offenbarte Goebbels 1940, dass er als frz. Premier Hitler nicht hingenommen hätte, sondern 1933 eingeschritten und evtl. einmarschiert wäre: die gegen Frankreich in Mein Kampf gerichteten üblen Seiten seien inakzeptabel gewesen! Da hatte der poln. Chef doch eine gute Idee, die selbst Goebbels gebilligt hätte. Jammerschade, nicht?  – Guido Kohlbecher

Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Ehe für Alle – Politik ohne Debatte

Dafür haben wir nicht gekämpft. Gleiche Rechte für alle, aber doch nicht ohne gesellschaftlich-politische Debatte. Man sollte die Institution Ehe und die staatliche Einmischung an sich in Frage stellen! Die Chance ist vertan. Ergebnis einer Politik ohne Debatte. – Felicitas Hentschke


Leserbrief zu „Eine letzte Umarmung“ von Henry Kissinger

Bemerkenswert der Nachruf von Henry Kissinger auf Helmut Kohl da er in Stil und Inhalt ziemlich abweicht von dem was bisher in deutschen Blättern zum Tode des Einheits-Kanzlers zu lesen war. Klar, viele deutsche Meinungsmacher seiner Epoche rieben sich nur zu gerne an seiner vermeintlichen Durchschnittlichkeit und Bräsigkeit die ihn zu einer leichten Beute von Spott und Hohn machten.

Das müssen Spitzenpolitiker eben aushalten und Kohl war ja ein Meister im Wegstecken und Aussitzen.  Ob das Strauß war oder Augstein, sie kämpften gegen den schwarzen Riesen aus Oggersheim an wie  Don Quijote gegen die Windmühle. Erst als Kohl das politische Meisterstück der deutschen  Wiedervereinigung vollbrachte ging einigen Kritikern allmählich ein Licht auf. Ich erinnere mich an ein Foto, wo Kohl mit dem amerikanischen Präsidenten Bush und seinem  Außenminister Baker in Washington zusammen saß : Man spürte förmlich die vertrauensvolle Atmosphäre die diese drei Politiker verband. Kissinger spricht in seinem Nachruf gerade diese Fähigkeit Kohls an, mit  seine Loyalität und seiner verlässlichen außenpolitischen Orientierung amerikanische Präsidenten zu  überzeugen.

Verblüffend sicher auch für Kohls deutsche Interpreten der Hinweis Kissingers auf dessen hohe Intelligenz. An Kissingers Nachruf erkennt man leicht die umfassende Sicht und Analytik des gelernten  Historikers und das hebt ihn so wohltuend ab von deutschen Kommentaren, die eher die vielen verpatzten  Gelegenheiten anklingen lassen (vielleicht ungewollt) den wahren Kohl zu erkennen. Mit Kissinger und Kohl erlebten wir 2 bedeutende Politiker die auch beide den Beruf des Historikers wählten bevor die Politik sich  ihrer bemächtigte.

Daraus den Schluss zu ziehen, dass Politiker mehr Erfolg haben wenn sie geschult sind in  historischen Zusammenhängen zu denken ginge aber zu weit. – Klaus Reisdorf


Leserbrief zu „Moin, moin!“ Charlotte Parnack

… und Tschüüß!

Die G20-Maschine fällt in Hamburg ein. Und die Autorin sieht „die Welt in all ihren Facetten zu Gast“. Leider ist dies nicht „die Welt“, es sind nur ein paar Tausend hoch schutzbedürftige Elitenmitglieder. „Die Welt“ sieht glücklicherweise auch anders aus. Und die Elite ist nicht Gast der Stadt, sondern der staatseigenen Elite. Gäste lädt sich nicht nur der Hamburger anders ein.

Zieht sich die Stadt zurück? Ja, und sie tut gut daran, denn der erste Schritt, die Okkupation der Stadt durch „Gäste“ und geschätzt 15.000 Sicherheitskräfte – importierte Body Guards nicht mitgerechnet -, ging von „der Stadt“ als Institution aus. Diese „Stadt“ hat weite Bereiche ihrer Stadt gleich zur sicherungsbedürftigen, also bürgerfreien Zone erklärt. Da müsste sich der Bürger schon gegen „seine Stadt“ wenden. Aber dazu ist der Hamburger mehrheitlich traditionell zu hanseatisch. Der Rückzug ist ein Abwinken, es geht schon vorbei. Was hätte man auch von diesen „Gästen“, wäre man offener? Zu einem Schampus mit gehobenen Diplomaten auf einer Außenalster-Terrasse würde es eh nicht kommen (gehört man nicht zum absoluten Upper-Circle der Stadt-Elite).

Warum also Hamburg und nicht Helgoland? Nicht weil es weniger weltstädtisch wäre. Sondern wegen der landschaftlichen Erosion. Ein Gipfel ist keiner deutschen Insel zu gönnen. Besser in der Tat diese Idee: ein ausgedienter Flugzeugträger. 3.000 Mann (und Frau) fasst der zu Einsatzzeiten. Da müssten die Delegationen schrumpfen, was der Verhandlungsverdichtung nur gut täte. Die Presse wäre so ausgeschlossen? Flugzeugträger treten immer im Verband auf. Ein ordentliches Journalisten-Beiboot täte es da wohl. Und die Vertreter der Zivilgesellschaft? Die Autorin meint wohl die resolutionsbewehrten NGO-Lobbyisten, die den 3.000 Medienvertretern Forderungskataloge im Dutzend vorzulegen gewillt sind. Die 3.000 müssen schließlich Futter bekommen. Und sie klauben es auf, es müssen ja Tausende von Seiten und Sites gefüllt werden. Aber dieses Pamphlete-Überreichen könnte digital effizienter abgewickelt werden.

Die Autorin redet auch von einer „Chance“ für die Stadt. Erklärt diese aber noch weniger, als von einem landläufigen Politiker erwartet werden kann. Zustimmungspflichtig jedoch ihr Aufatmen: Die Polit-Elite trifft sich in Deutschland. Und nicht in Ankara, Moskau, Washington, um nur ein paar aktuelle No-Go-Areas zu nennen. Aber warum Hamburg? Und nicht eine frisch aufgeschlagene Zeltstadt in der Uckermark? Die hinterher als Flüchtlingscamp mit besonderer Ausstattung weiterverwendet werden könnte. Auch ausgediente Kasernen rings um Neumünster hätten eine Chance verdient. Real-Life-Effekte – natürlich durch Gruppenpsychologen moderiert – täten den Delegationen vielleicht gut. Das blumig-blasige Beschlüssefassen nahezu aller „Gipfel“ könnte etwas griffigere Konsistenz gewinnen.

Warum klebt die Autorin also so sehr an Hamburg, wenn sie selbst zugesteht, der Gipfel beschere „im besten Fall“(!) nur Stau. Sie ist Leiterin der Hamburg-Redaktion der ZEIT. Sie ist gleichsam dienstverpflichtet. Was soll sie schreiben, wenn die BILD schon genüsslich über den saudischen König (Gast) berichten kann, der gleich mit Thron anreist und für den das Vierjahreszeiten-Hotel umgebaut werden muss? Sie hatte halt keine Chance. – Jo Wüllner


Leserbrief zu „Bella figura“ von Olaf Unverzart

Aufgrund der Fotos zerschrammter Autos die keinen stören im aktuellen Zeitmagazin, möchte ich anregen einmal die widersprüchlichen Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Schäden die andern zugefügt werden zu beleuchten,  zu thematisieren und gegenüberzustellen?  Daß würde vermutlich eine ganz ZEIT füllen.

Bei Schäden am Auto wird sofort die Maschinerie  Polizei, Anklage, Gericht, Strafe, in Gang gesetzt. Es kommt niemand ungestraft davon auch wenn es nur Kleinigkeiten wie Kratzer sind. und wie ists bei Schäden an öffentlichen Einrichtungen?  Vielleicht ein „macht doch nichts“ ist ja lustig, Spiegel, Blumenbeete oder Ruhebänke zu zerstören.

Schäden durch  Steuer-, Unternehmens- oder Bankberater, die oft erhebliche Vermögensschäden verursachen. Schäden an Leib und Gesundheit durch Prügeleien, ärztliche Fehler, auch hier folgt selten eine Strafe. Schäden an Ware die durch falsche Behandlung (Paketversand) leichtfertig verursacht werden.

Schäden an der Gesellschaft durch politische Fehlentscheidungen? Schäden an den Sozialkassen, weil sich private Firmen bereichern?

Die Liste dürfte noch weiter fortzuführen sein.

Niemand steht zu solchen Fehlern,gibt sie zu „a hab ich etwas falsch gemacht“  obwohl jeder gewerbliche eine Haftpflichtversicherung haben muß (Privatleute sollten eine haben) Wäre es nicht anständig in allen Bereichen Fehler zuzugeben, dazu zu stehen und den Schaden zu beheben?

Positiv über solche geregelten Fälle in den Medien berichten? – Elisabeth Hoffmann


Leserbrief zu „Nicht mit mir“ von Arbion Gashi

In der Tat sind keine Entschuldigungen wichtig, sondern dass die Imame aufhören, die Scharia zu verkünden. Die islamischen „normalen Mörder“ unterscheiden sich jedoch von den nicht-islamischen dadurch, dass sie ihre Tat stets mit dem Ruf „Gott ist groß“ begleiten. Da kommt man dann ins Grübeln, ob es vielleicht doch mit dem wunderbaren Koran zu tun hat. – Werner Koetz


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Die Debatte über die „Ehe für alle“ beinhaltete weit mehr als die Frage nach der rechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher und gegengeschlechtlicher Paare. Die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare hätte durch eine Änderung im Adoptionsgesetz vollumfänglich der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt werden können. Das wäre sehr einfach und ohne viel Aufhebens durchführbar gewesen.

Die Debatte um die „Ehe für alle“ wurde aber dominiert von einer semantischen Komponente: Haben gegengeschlechtliche Zweier-Paare ein Monopol auf die Begrifflichkeit der „Ehe“? Sympbolisiert dieses Begriffs-Monopol eine Art Überlegenheitsgefühl gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren? Kommt im Beharren auf diesem Begriffsmonopol nicht eine unerträgliche Arroganz zum Ausdruck?

Ein grundsätzliches Merkmal von Sprache ist es, unterschiedene Wörter für unterschiedliche Begrifflichkeiten zu verwenden. Dies ermöglicht erst eine differenzierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Inhalten.

Einige Wörter (z.B. „Arzt“ oder „Fernsehen“) stellen dabei Kategorien dar, die durch Doppelwörter oder vorangestellte Eigenschaftswörter (z.B. „Kinderarzt“ oder „digitales Fernsehen“) in nah verwandte Begrifflichkeiten differenziert werden. Liegen die Begrifflichkeiten weiter auseinander, werden meist verschiedene Wörter verwendet.

Die semantische Frage hinter der Diskussion um die „Ehe für alle“ ist und war, wie nahe miteinander verwandt gegengeschlechtliche und gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind. Bei einem engen inhaltlichen Verwandtheitsgrad würde sich das gleiche Grundwort anbieten, bei grundsätzlichen Unterschieden wären zwei verschiedene Wort üblich und für die differenzierte Betrachtung hilfreich.

In vielen Belangen sind gleich- und gegengeschlechtliche Partnerschaften offensichtlich sehr ähnlich. Zwei Menschen, die sich lieben, erklären dem Staat in verbindlicher Weise ihre Partnerschaft. Dazu schließen sie einen Vertrag miteinander und erhalten eine staatliche Förderung der Partnerschaft. Auch die liebevolle Erziehung von Kindern scheint beiden Arten von Paaren möglich.

Die Zeugung von Kindern dagegen ist innerhalb einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft offensichtlich nicht möglich. Gegengeschlechtliche Eigenschaften sind zwar keine hinreichende, aber (außerhalb des Klonens) offensichtlich eine notwendige Voraussetzung für die Zeugung von Kindern. Die Möglichkeit zur Zeugung von Kindern wird gegengeschlechtlichen Paaren nur durch krankhafte Zustände verwehrt. Die Frage, vor die Gesellschaft nun steht (oder stand) ist:

Ist dieser Unterschied so bedeutsam, dass gegen- und gleichgeschlechtliche Partnerschaften unterschiedliche Namen verdient haben? Oder ist dieser Unterschied eher eine Randnotiz, die im Bedarfsfall durch die Voranstellung eines Adjektivs klargestellt werden kann.

Die Entscheidung darüber wurde heute vom Parlament, auch unter Berufung auf eine überwältigende Mehrheit in Umfragen, getroffen.

Nach dem heutigen Tag lässt sich feststellen: Entscheidend für die Begrifflichkeit ist allein die verbindliche Paarbildung. Ob ein Paar die Möglichkeit hat, Kinder zu zeugen oder nicht, ist durchaus ein Aspekt, aber kein so gewichtiger, als dass er der seinen Niederschlag in der Wortbildung finden würde.

Manche mögen in dieser Ansicht eine Überinterpretation sehen. In diesem Falle hätte man sich aber durchaus auf die rechtliche Gleichstellung gegen- und gleichgeschlechtlicher verbindlicher Lebensgemeinschaften konzentrieren können. Der Duden hätte dafür seine Begriffsdefinitionnicht  ändern müssen. – Christian Voll


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Nö, Herr Dausend, so möchte ich den Satz nicht stehen lassen: „Und daß auch Konservative weltoffen sein müssen, wenn sie noch mithalten wollen.“ Wie anmaßend! Nach meiner Erfahrung sind Koservative sehr häufig , was man gemeinhin weltoffen nennt.

Wenn sie zu einem bestimmten, für viele Menschen lebenentscheidend wichtigem Thema anderer Meinung sind, wird ihnen diese Weltoffenheit sogleich abgesprochen? Ich habe in meiner Jugend in einer europäischen Hauptstadt schon früh schwule Bekannte und auch Freunde gehabt, kein Problem.

Was mich jetzt irritiert, ist die Frage, woher die zu adoptierenden Kinder kommen sollen, das bedarf doch einer Nachfrage und Diskussion? Wenn es nicht genug Kinder gibt, die zur Adoption freigegeben sind (was wohl sein könnte), sollen dann Samenspender und ggfs. Leihmütter zur Vefügung stehen? Das schwerwiegende Problem sehe ich darin, daß man garnicht wissen kann, ob viele Kinder mit dieser evtl. doppelt “ anderen Situation „, also 2 Väter/Mütter und einem unbekannten Elternteil zurecht kommen können. Insofern empfinde ich den zwar verständlichen Kinderwunsch als einen großen Egoismus. Ich weiß nicht, ob die Erkenntnis, daß man meist im Leben nicht alles haben kann, so veraltet ist, daß man damit auch zu den hoffnungslos abgehängten Konservativen gehört? – Margret Berendt


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Der besondere staatliche Schutz der rechtlichen Lebensgemeinschaft von Mann und Frau (seit alters „Ehe“), die seit unvordenklicher Zeit bis heute durch ihre Verbindung die Voraussetzung für Nachkommen und damit für die Stabilität und die Fortdauer der staatlichen Ordnung sorgen, soll gesetzlich ohne zusätzlichen greifbaren Nutzen für die  Allgemeinheit ausgedehnt werden auf die Minderheit, die in einer gleichgeschlechtlichen Verbindung diese Voraussetzung nicht schaffen und auch nicht mit Beteiligung einer oder eines Dritten garantieren können.

Ist nicht offensichtlich, dass in einem für die Allgemeinheit wesentlichen Punkt ungleiche Arten von Lebensgemeinschaften gleich behandelt werden sollen? Wählt hier der Gesetzgeber nicht ein falsches, nämlich unangemessen überschießendes und letztlich ungeeignetes Mittel zum Minderheitenschutz, indem er die Mehrheit derjenigen, die die Voraussetzung für den staatlichen Fortbestand schaffen, keiner besonderen Rechtstellung mehr für würdig hält?  – Jürgen Klose


Leserbrief zu „Die goldenen Teelöffel der Demokratie“ von Benedikt Erenz

danke für ihren beitrag.

köstlich, wie sie die von offizieller seite postulierte bedeutung des fürstlichen edelmetalls “im konzert der internationalen politik des ausgehenden 18. jahrhunderts” an ihrem eigenen furor zerschmelzen lassen.

die geschichte der bewegung und auch des kampfes für demokratie in deutschland stärker zu würdigen, ist vor einigen wochen schon einmal in der zeit gefordert worden. und das sehr zu recht, wie ich finde.

in unserer erinnerungskultur ist noch immer das brandt-wort nicht erfüllt: “mehr (geschichte der) demokratie wagen!”. – gesa pansch


Leserbrief zu „Kommt eine neue Studentenrevolte?“ von Anant Agarwala und Stefan Schirmer

Unter der Überschrift „Kommt eine neue Studentenrevolte?“ steht dick gedruckt:

An ersten Hochschulen machen Aktivisten mobil.  Was soll diese militaristische Wortwahl? Sie haben vor, zu demonstrieren, nicht vor, in den Krieg zu ziehen. – Wolfgang Burkhardt


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Gestatten Sie mir als gelegentlicher ZEIT-Leser sowie auch als Betroffener heute die folgenden Ergänzungen zu Ihrem aktuellen Diesel-Artikel in der ZEIT vom 29.06.2017, von denen ich meine, dass sie in Ihrem Artikel auch hätten thematisiert sein müssen :

Eingangs hoffe ich erst einmal, dass man mir an einem nicht allzu fernen Tag nicht die Zu-und Abfahrt als Anwohner zu meinem Haus in der Stadt Wiesbaden verbietet oder beschwert.

Ich fahre einen BMW PKW 320 d x, Quattro, 177 PS, Sechsgang-Automatik, 4er grüne Plakette, fünf Jahre jung, Neupreis um die 40 TSD Euro, Stadtverbrauch cirka 8,5 Liter. Bisher absolut ein Auto der Vernunft.

Die Umweltgesamtbilanz (!) eines bezingetriebenen Porsche Cayenne, mit dem eine Mutter fast täglich ihr Kind bis vor die Schulklassentafel in die Stadt fährt, um anschließend zum Tennis zu fahren, ist bei einem

Stadtverbrauch von cirka 26 Litern (!!!) auf einhundert KM wohl nur unwesentlich besser, wenn überhaupt.

Weiterhin will ich anmerken, dass hier im Rhein-Main-Gebiet täglich hunderte von Flugzeugen für die Mallorcareise zum Ballermann ihre Abgase herausblasen, dass  ferner zwischen den sogenannten

Umweltstädten Wi/MZ der Schiffsverkehr auf dem Rhein den Schweröldreck in die Luft bläst, und dass  in der Stadt noch über Jahre stinkende Dieselbusse Abgase produzieren.

Bevor man die Anwohner mit ihren Diesel-PKW mit Beschwernissen drangsaliert, sollte m.E. nach auch erst der Andienungs-bzw. der kleine Lieferverkehr, der Paket-und Postzustellverkehr und vor allem auch der Taxiverkehr entsprechende Begrenzungsauflagen erhalten.

Auch wären vorab erst alle Heizungsanlagen in  öffentlichen Gebäuden auch in dieser Stadt genauer zu überprüfen. Unlängst war zu lesen, dass die Heizungsanlage einer Schule in Wiesbaden nicht mehr richtig einreguliert werden kann.

Eine Optimierung der grünen Welle überall in der Stadt und auch anderswo und deren Anpassung an wechselnde Verkehrsbelastungen wäre darüber hinaus auch so ein Thema.

Vor Jahren hat man hier mit dem LKA und dem Stat. Bundesamt, der DBV und anderen häßlichen Kästen diverse Querriegel in der Nähe des Hauptbahnhofs gebaut, und schon damals hatte man Bedenken

wegen einer schlechteren Stadtbelüftung am tiefsten Punkt der Stadt. Es hat aber nicht interessiert.

Die Messstellen befinden sich im Übrigen nicht selten gleich neben den Bushaltestellen. Dass die Werte dort schlecht sind, ist doch wohl logisch.

Nun war erst kürzlich  irgendwo auch zu lesen, dass der Kreuzfahrtschiffsverkehr weltweit mehr Dreck durch das Schweröl ausstößt, als der gesamte PKW-Verkehr in der Bundesrepublik.

Die Anwohner in einigen Großhäfen schließen deswegen gelegentlich die Fenster ihrer teuren Eigentumswohnungen am Wasser, weil der Gestank sonst unzumutbar ist.

Wie man den  gesamten Verkehr auf Stromantrieb umstellen will und gleichzeitig alle Kernkraftwerke abschalten will, bleibt unklar. Vielleicht kommt der Steckdosenstrom für die  PKW künftig erst einmal aus Kohlekraftwerken, von denen ja noch etliche in Betrieb sind.

LKW vornehmlich aus dem südöstlichen Ausland versauen mit unerlaubten Abschaltvorrichtungen die Luft und niemand kontrolliert das richtig.

Bleibt ferner auch festzustellen, dass es derzeit weltweit keinen einzigen Strom-PKW gibt, Tesla eingeschlossen, der im Winter, im Dunkeln, bei eingeschalteten Zusatzscheinwerfern, bei eingeschalteten Scheibenwischern, bei eingeschalteter Klimaanlage, bei eingeschaltetem Radio, eine Reichweite von mehr als einhundert Kilometer hat.

Die gleichen  Leute, die vor Jahren erzählt haben, dass man Diesel-PKW statt Benziner kaufen soll, weil effizienter und also niedriger im Verbrauch, reden jetzt über Auflagen, die sie den Dieselfahrern aufdrücken wollen, bevor sie die anderen Maßnahmen forcieren, was anscheinend aber wohl weniger einfach durchzusetzen ist.

Diese Leute sind m.E. nach für eine sich anbahnende bundesweite gigantische Geldvernichtung und eine schleichende Teilenteignung verantwortlich, ohne dass sie dafür je in die Verantwortung genommen werden.

Und Schadenersatz durch die Hersteller – wie in den USA – gibt es hier sowieso auch nicht. Eher muss man die Nachrüstung, so eine möglich wird, sofern sie überhaupt angeboten wird, weil die Hersteller ja lieber wieder andere Neuwagen verkaufen wollen, als PKW-Halter vermutlich selbst bezahlen, während die betrügerischen Vorstände diverser Autohersteller weiterhin ihre Millionengehälter beziehen.  – Dr. Ingrid u. Peter Burkard


Leserbrief zu „Die drei Tode des Helmut Kohl“ von Matthias Geis und Tina Hildebrandt

Endlich mal ein sachlicher Artikel ohne kitschige Helden Verehrung (hallo Stern) und Zynismus. Diese Mann erteilte mit Mitterand den Auftrag für Frieden in Europa an kommende Generationen. Dieser schritt hatte groesse. Übrig bleibt ein Mann, der sich mit irritierender Hartnäckigkeit im klein-klein seiner unversoehnlichkeit verrannte. Hoffentlich hängt der von ihm ernannten nachlassverwalterin, Maike richter-kohl nicht irgendwann ihre Rolle als grashueterin seines Freund/Feind schemas wie ein muehlstein um den Hals. – Marion Rissart


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

für mich ist es kein Glück. Ich habe nichts gegen Partnerschaften gleichen Geschlechts. Wenn es aber um eine Adoption geht, dann sehr wohl. Ein Kind, das ohne Mutter groß wird hat später Probleme, die kaum noch reparabel sind. Sie neigen zur Rohheit und werden oft Kriminell. Das ist keine steile These sondern festgestellt worden. So ist es auch bei Kindern von „Rabenmüttern“. Wer selbst Kinder hat, kann das ausserdem sehr gut beurteilen. Die SPD versucht jetzt den Koalitionspartner in die Enge zu treiben. Aus reiner Not. Ich bin ziemlich sicher, das Pendel wird auf die SPD, spätestens bei der Wahl, zurückschlagen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Zum Glück ein Ja!“ von Peter Dausend

Haben wir einen ‚Freiheitlichen Demokratischen Rechtsstaat’ oder ‚Parteiendiktatur’?

Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949 steht:

Art.1 (1)

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“.

Art.4 (1)
„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen

Bekenntnisses ist unverletzlich“.

Art.6 (1)
„Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“.

Art.38 (1)
„Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages … sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“.

Das Versprechen der Ehe in der katholischen und evangelischen Kirche heißt:
„Ich verspreche Dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet“.

Verträge werden heute nach Bedarf gebrochen. Gesetze werden so ausgelegt, dass sie haftungslos und straflos umgangen werden können. Maßstäbe des Lebens werden je nach Standpunkt und Deutungsrahmen unterschiedlich ausgelegt. Zunehmend werden Eheversprechen gebrochen, wächst die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter, mit allen Belastungen für die Kinder und die Gesellschaft. Das Grundgesetz ist bis heute durch 52 Gesetze in über hundert Fällen geändert worden. Nicht der ‚Freiheitlich Demokratische Rechtsstaat’ richtet seine Politik nach dem Grundgesetz aus, sondern die ‚Parteiendiktatur’ ändert das Grundgesetz nach Bedarf der augenblicklich angesagten Politik. Wenn die Bundeskanzlerin Merkel öffentlich das Abstimmungsverhalten der CDU/CSU-Bundestagabgeordneten freigibt bestätigt sie, dass es einen gesetzeswidrigen Fraktionszwang gibt.

Maßstäbe des Lebens sind seine Motivationssysteme. Die intensivste Motivation ist die Liebe. Das meiste, was wir im Alltag tun, ist direkt oder indirekt dadurch motiviert, dass wir wichtige Beziehungen zu anderen Menschen gewinnen und erhalten wollen. Anerkennung, Zuwendung und Toleranz sind wichtige Motivationen. Ein Absturz der Motivationen des freiheitlich demokratischen Rechtsstaates hat einen negativen Einfluss auf das soziale und kriminelle Verhalten der Gesellschaft.

 

Nach dem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz’ waren und sind noch heute alle zivilen, nationalen, europäischen und weltpolitischen Kompromisse möglich. Ein Handel ist gut, wenn beide Seiten gewinnen. Wir haben vorrangig Pflichten zu erfüllen statt Rechte einzufordern. Die eigene Freiheit endet da, wo die Freiheit des Anderen beginnt. – Otto Einsporn


Leserbrief zu „Die drei Tode des Helmut Kohl“ von Matthias Geis und Tina Hildebrandt

Kohl war einsame Klasse. Im Gegensatz zu vielen Kollegen und  Journalisten. Auch einige Autoren Ihres Blattes waren dabei. Einen Kohl wird es so schnell nicht wiedergeben. Der Mann stand mit den meisten Journalisten auf dem Kriegsfuß. Und das zurecht. Der hat alle auflaufen lassen.

Die Rache dafür waren dann die Beiträge. Für die Altvorderen war Kohl zur Hassfigur auserwählt. Das hat sich besonders bei der Spendenaffäre gezeigt. Für mich hat er richtig gehandelt. Ein Ehrenwort bricht man nicht. Bei der heutigen Generation wäre das kein Makel gewesen. Daran erkennt man, wie versaut die heutige Generation ist. Kohl hat für Deutschland mehr getan als alle anderen Bundeskanzler vor ihm und auch nach ihm. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Jetzt mal mit Gefühl“ von Stefan Schirmer

Welchen Erkenntniswert verspricht die ganzseitige (!) Beschreibung des Werbehipsters von Matt auf Seite 2 des Politikteils? Aha, ein Deko-Steinway im entmieteten Berlin Mitte Haus, echte Kirchenlampen, Kinoauto im Wohnzimmer und – jaaaa – ein Smoking Boob: Wahnsinn!!! Die letzten ernsthaften Autoren scheinen die Zeit endgültig verlassen zu haben, der personenzentrierte Life-Style-Journalismus der Turnschuhautoren hat sich endgültig durchgesetzt. Übrigens ist das Werbeplakat des die CDU pimpenden Millionärs reichlich gewöhnlich. – Dr. Christopher Woitkewitsch


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Dass die Automobilhersteller tricksen und schummeln, das ist schon richtig und gehört seitens der Gerichte entsprechend geahndet. Gleichwohl halte ich es nicht in erster Linie für ein technisches Problem, das gelöst werden muss, sondern für ein politisches.

Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wieso bei der Verkehrsplanung der Automobilverkehr so priorisiert wird. Sei es durch das Angebot an öffentlichen Parkplätzen, der stellenweise den Raum für Fußgänger und Radfahrer sehr begrenzt, oder sei es durch eine Verkehrsführung, die innerstädtisch Stadtviertel zum Teil vierspurig zerschneidet.

Hinzu kommen Grünphasen für Fußgänger, die am Autoverkehr orientiert sind und zum minutenlangen Verweilen am Straßenrand nötigen, wenn man nicht bei Rot die Straßenseite wechseln möchte. Ganz zu schweigen von dem Lärm durch Motoren und Reifen, der ein gesundheitliches Risiko darstellt.

Das Problem in den Städten, wo man in den seltensten Fällen wirklich ein Auto braucht, ist vor allem, dass dort einfach zu viel Auto gefahren wird. Und das politisch auch so gewollt ist.  – Markus Dietrich


Leserbrief zu „Eltern gegen Lehrer“ Angelika Dietrich

Nicht selten seien es angehende Lehrer, die ihre verpatzte Prüfung rechtlich anfechten würden. Welche Funktion hat dieser Hinweis am Ende des Artikels von Angelika Dietrich? Soll er beweisen, dass (angehende) Lehrer weder bessere Menschen sind noch außerhalb gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen stehen? Wer hätte das je bezweifelt?! Oder zeigt die Autorin gar versteckt ihre Schadenfreude über den vermeintlichen Bumerang, von dem viele Lehrer zu Recht getroffen werden, wenn Eltern rechtlich gegen Entscheidungen von Lehrkräften vorgehen? Einmal mehr wird die Thematik „Gewalt gegen Lehrer“ nicht sachgerecht aufgearbeitet. Wie objektiv und zielführend wäre es, würde ich der Autorin unterstellen, sie würde in ihrem Artikel lediglich aus ihren individuellen Erfahrungen als Mutter ihre Schlüsse ziehen? – Stephanie Harkcom


Leserbrief zu „Eine letzte Umarmung“ von Henry Kissinger

Ein wunderbarer Beitrag von Henry Kissinger über Kohl. Besser kann man es kaum sagen. Kissinger gehört für mich schon immer zu den Ausnahmeerscheinungen in der Weltpolitik. Der Mann hat Kohl verstanden. Obwohl vom Habitus völlig unterschiedlich. In der Ssche aber haben sie sich bestens verstanden.

Wie armselig sind dagegen die meisten Politiker. Heute wird gestritten über völlig belanglose Dinge, die keinen vernünftigen Menschen interessieren.  Die Medien zerreissen sich über Erdogàn oder Trump und ich weiß nicht mehr über wem das Maul. Eine kleinkarierte Politikkultur zum weglaufen.  So kann man Europa auch kaputtmachen.  Deutschland ist ganz unten angekommen und keiner merkt es. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Lt. Medieninfo ist es Horst Seehofer zwar gelungen die bayer. Autohersteller dazu zu bewegen, Nachrüstungslösungen für betroffene Dieselautos zu entwickeln. Anscheinend konnte man sich jedoch nicht über die Kostentragung einigen ….

Da eine Lösung der Problematik von Seiten der Verursacher (Autofahrer, Autoindustrie, Behörden, …) nicht in Sicht ist, könnte man sich ja auf die Suchr nach den Vorteilsziehenden begeben: In München mussten die Grenzwerüberschreitungen gestern veröffentlicht werden, damit kann der Nutzen von Abgasreinigungsmaßnahmen ganz konkret den Anwohnern dieser stark befahrenen Straßen zugeordnet werden. Wie etwa mir: Berufstätige, alleinerziehende Mutter von drei Kindern, schwerbehindert, ohne (!) eigenes Auto. Es könnten doch alle potentiell gesundheitlich von Abgasreinigungsmaßnahmen Profitierenden wie ich verpflichtet werden, eine Abgabe an einen Luftreinhaltefond zu zahlen. Mit dem Geld könnten dann vom SUV über Luxuskarossen bis hin zur alten Dreckschleuder alle Dieselautos nachgerüstet werden.

Mein Sohn und seine Hortfreunde, der Grundschulhort ist 50 m vom Mittleren Ring entfernt, hätten davon zwar nichts mehr, denn die von Seehofer geplanten Maßnahmen bringen erst in fünf Jahren max. 20 % Verbesserung, wenn alle mitmachen, vielleicht …. . Oder wäre ein Fahrverbot doch besser? – I. Sachs


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Was die eigentlichen Ursachen der Luftverschmutzung angeht, habe ich eher das Gefühl, das stark übertrieben wird. Wie so oft durch die Politik und Medien. Keiner kann in die Zukunft sehen. Alles nur Annahmen. Ich bin eher skeptisch, ob das alles so stimmt.  Wenn man in das Thema eintaucht kommen einen erst recht Zweifel. Die Wissenschaft ist auch zerstritten. Ist der Mensch der Hauptverursacher wie uns immer suggeriert wird. Vor etwa 1500 Jahren gab es auch schon einen massiven Klimawandel. Zu dieser Zeit konnte wohl kaum der Mensch das verursacht haben. Heute sollen circa 3% der Menschen dafür verantwortlich sein Ihre Autoren werden das doch auch wissen. Oder schreiben sie über ein Thema wovon sie keine Ahnung haben? Das kann ich mir kaum vorstellen – besonders dann nicht, wenn sie für die „Zeit“ schreiben. Warum in aller Welt wird das in ihren Beiträgen nicht aufgegriffen.? – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Über Berliner Engpässe“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Die schärfste und treffendste Satire braucht  „nur“ die Realitäten zu protokollieren.So wie hier von  Martenstein! Danke:  Denn meine Enkeltochter (nun mit  Urenkel) hat all das genau so in Berlin-Mitte erleben müssen.  – Prof. Dr. Hahn Husum


Leserbrief zu „Wie lange darf ich noch fahren?“ von P. Fritz et al.

Selten habe ich einen so schlecht recherchierten und geschriebenen Artikel gelesen.

Herrn Klinger zu allgemeinen Fragen der Rechtsordnung zu befragen („Das Gesetz gilt für alle“) ist zynisch oder einfach nur dumm. Die Passantenbefragung ist kindisch und die weitere Argumentation contra Diesel/Verbrennungsmotor phrasenhaft von Spiegel/Focus/Bild abgeschrieben.

Und dabei gäbe es soviel Aspekte des Themas zu beleuchten, als da wären:

– Die Deutsche Umwelthilfe – ein Verein mit ca.250 Mitgliedern und einem Jahres Budget von ca. 8 Millionen Euro, der einen wesentlichen Teil seines Budgets durch Abmahnverfahren generiert (laut Wikipedia) – kann ein solcher Verein im Interesse der Allgemeinheit agieren oder nur aus Eigeninteresse?

Spaßig zu sehen, wenn so ein Abmahnverein zur Abwechslung mal die Regierung vor sich her treibt und nicht pickligen File-Sharer oder kleinen Homepage-Betreiber um Taschengeld bringt. Spaßig, bis einem klar wird, dass hier Steuergeld beansprucht und verschwendet wird.

Wieso tut sich das Justizministerium so schwer professionelles Abmahnen, also das bewußte Ausnützen der schwachen Gesetzgebung zum eigenen finanziellen Vorteil, als sittenwidrig zu kennzeichnen?

– Eine untätige Politik und Verwaltung, die es seit Jahrzehnten versäumt hat alternative Verkehrskonzepte für Städte zu entwickeln, die Bevölkerungsmässig aus den Nähten platzen – wo sind die Ideen?

– Sind Dieselmotoren tatsächlich „dreckig“? Wer verdient eher eine blaue Umweltplakete, der 3 Liter Lupo (Diesel) oder der V12 Ferrari (Benzin)?

Eine echte undogmatische Gegenüberstellung von der Produktion über den Betrieb bis zur Entsorgung wäre wünschenswert.

– Eine Landbevölkerung, die es wegen mangelnder Infrastruktur in die Städte zieht und die dann merkt, daß auf der Königsstraße ganz andere Umweltbelastungen bestehen als im Schwarzwald. Wenn die Stadtbevölkerung dann demnächst wieder aufs Land zieht, werden dort die Kohlekraftwerke stehen, die den Strom für die städtische E-Mobilität liefern. hat dann irgendjemand etwas gewonnen?

– Die Alternative, die zum Verbrennungsmotor propagiert wird (Elektroauto), hat heute eine verheerende Umweltbilanz. Könnte sich lohnen mit dem Umstieg doch zu warten bis eine echte Alternative besteht?

– Kann der Streit um die Glühbirne und der Umstieg auf die nicht ausgereifte Technik der Energiespar-Lampe mit samt der (noch immer anhaltenden) Quecksilberverseuchung tausender deutscher Haushalte als Beispiel gelten wie man es nicht machen sollte?

All dies sind Fragen, die in einem journalistisch erarbeiteten Artikel eines Qualitätsmediums mit dem Thema „Wie lange darf ich noch fahren?“ beantwortet werden sollten.

Ihr Artikel beantwortet jedoch nicht einmal die Frage, die er sich selbst in der Überschrift stellt. – Dominic Schüler


Leserbrief zum Titelthema „Ist das Auto am Ende?“

Nein, weder ist das Auto am Ende noch sind es seine derzeitigen Antriebsquellen mit weiterhin viel Entwicklungspotenzial!

Keine Frage: Die Reinhaltung der Atemluft ist ein absolut übergeordnetes Ziel, aber warum geht man bei dessen nachhaltiger Realisierung nicht zuerst an die bekannten und viel ergiebigeren Hauptverursacher?

Beispiel CO2: Das gesamte Verkehrsaufkommen ist nur zu 13% an der gesamten CO2- Emission beteiligt.

Auch das E- Mobil, die grüne Wunderwaffe, verlagert die Emissionsquelle bekanntlich nur von der Innenstadt zum (Kohle-) Kraftwerksschornstein: Kein wirklicher Beitrag zur Rettung des Weltklimas.

Beispiel Feinstaub: Hier hat der gesamte Straßenverkehr einen Anteil von 12%, überwiegend durch Reifen- und Bremsenabrieb. Diesel- PKW sind seit Jahren mit Feinstaubfiltern seriell bestückt, moderne Benzin- PKW werden jetzt ebenfalls folgen.

Beispiel Stickoxide:  Der vorsätzliche Betrug einiger Automobilhersteller beim Nachweis der NOx- Emissionswerte, übrigens seit 2008 der EU- Kommission und dem deutschen Verkehrsministerium bekannt, darf nicht zu dem Trugschluss führen, dass es sich um ein unlösbares Problem handelt. Die im Vergleich zum Benziner höheren NOx- Emissionswerte beim Diesel sind längst seriell durch die Kombination von Sammel- und SCR- Katalysatoren hinsichtlich der gesetzlichen Grenzwerte beherrschbar und bezahlbar.

Fazit:

Ein Fahrverbot für PKW oder abstruse Geschwindigkeitsabsenkungen im Stadtbereich sind blinder Aktionismus und haben somit keine zielführenden Auswirkungen. Oder geht es den resoluten Fahrverbots- Befürwortern beim Diesel- Mobbing in Wahrheit nur um ein Hinauszögern des drohenden Verkehrsinfarktes? – Michael Deil


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Solange deutsche Journalisten in türkischen Gefängnissen sitzen, empfinde ich eine 12 (!)seitige Werbe-Beilage der Türkei in der ZEIT als unverschämt und völlig deplaziert. – Dr.Karin Varchmin-Schultheiß


Leserbrief zu „Das Mistvieh“ von Amrai Coen und Stefan Willeke

Wenn sich der WWF nach diesem Artikel nicht ein neues Tier als Aushängeschild sucht, ist er für mich gestorben. Das ist alles widerlich!

P.S. ich erwarte, daß die Kanzlerin beim G20 Gipfel im Handstand pinkelt, um Herrn Xi zu beeindrucken. Brüll & auf-dem-Boden-wälz… – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Über Berliner Engpässe“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Gestern las ich in der Berliner Zeitung,daß  am Mittwoch,den 28.6., also einen Tag vor dem Erscheinen der ZEIT Nr. 27, in Berlin ein Studentenwohnheim mit 129 Mikro-Apartments fertiggestellt worden ist . Mit dem Bau von weiteren 780 soll demnächst begonnen werden.

H.Martenstein schreibt …“fertig ist trotzdem noch keine (Wohnung). Ende des Jahres soll das  Versprechen…endlich eingelöst werden,mit 129 Wohnungen.“

Da hat er sich also vertan ,der Herr Martenstein  und wer weiß ,wie oft er sich mit den übrigen  „Berliner Engpässen“  vertan hat , nur um auf dieser Stadt rumhacken zu können.

Ein bisschen bei der Wahrheit sollte man schon bleiben, meine ich. – Dr.Irmingard Weise


Leserbrief zur Werbebeilage „Turkey Discover the potential“

Wie äußerst befremdlich: Der aktuellen Ausgabe in Österreich ist Beilage, die das „Potenzial“ der Türkei nicht genug lobhudeln kann, beigelegt.

Wie passt das zu all den Berichten über das autoritäre Regime der Türkei? Wie passt das zu Massenentlassungen, Unterdrückung von Meinungen und Einrichtung eines autoritären Staates? Wie passt das zu ihren redaktionellen Artikeln über die massiven Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit sowie der Verhaftung von nicht regimetreuen Journalisten in der Türkei?

Auch DieZeit macht für Geld scheinbar alles. Rückgrat zu zeigen ist offensichtlich keine Frage von DieZeit. Ich bin versucht zu sagen: Schämen Sie sich!!!

Es wäre sehr freundlich, wenn Sie mich als Abo-Leser hinkünftig von derartiger Propaganda verschonen und ein Qualitätsmedium bleiben würden, das sich auch wie ein solches verhält. – Doris Jagersbacher-Kittel


Leserbrief zu „Gestrandet… in Salzgitter“ von Christopher Piltz

Ich bin total gerührt von ihrem Artikel. Als Eingeborene muss ich mir seit 30 Jahren anhören, in Salzgitter möchte ich nicht tot über den Gartenzaun hängen. Auf unsere Geschichte können wir nicht stolz sein, also ist jeder auf seinen kleinen Stadtteil stolz. Oder auf das Mütterzentrum. Ich gehöre zu den Gründerinnen und bin seit 30 Jahren dabei. Ich hätte Sie gern auf einen Café in unserem Garten eingeladen. Es passieren nämlich gerade wieder sehr spannende Dinge. Das Gebäude wird erweitert, damit noch mehr Menschen in unser öffentliches Wohnzimmer kommen können.

Das Bild ist besonders gelungen, ich wollte es mir sofort ausdrucken ging aber nicht. Ich lese die Zeit online und werde morgen versuchen eine Papierausgabe zu kaufen. Vielen Dank für den sehr gelungenen Artikel – Sabine Genther


Leserbrief zu „Der große Unterschied“ von Mark Schieritz

Bei allen derzeitigen Diskussionen um Steuergerechtigkeit werden zwei erhebliche steuerliche Privilegien, die insbesondere Wohlhabenden zugute kommen, nicht in Frage gestellt. Da ist einmal der Vorteil der Nichtbesteuerung der ersparten Miete bei selbstgenutztem Wohnungseigentum und zweitens, die Befreiung sogenannter Freiberufler von der Gewerbesteuer.

Grundsätzlich sind alle Lebenshaltungskosten wie z.B. die Miete aus versteuertem Einkommen zu zahlen. Besitzt eine Familie z.B. 500.000 € und investiert diese in selbstgenutztes Wohnungseigentum dann unterliegt der Ertrag aus dieser Investition (ersparte Miete) hierzulande nicht der Einkommensteuer. Investiert die gleiche Familie das Geld z.B. in Aktien und wohnt zur Miete, dann sind die entsprechenden Erträge zu versteuern und die Miete aus dem versteuerten Einkommen zu begleichen. Um diese Ungerechtigkeit zu vermeiden wird z.B. in den USA mit „deemed income (angenommenes Einkommen)“ gearbeitet, d.h. die ersparte Miete unterliegt der Einkommensteuer.

Jeder Gewerbetreibende (z.B. Handwerker, Fabrikant, Händler) unterliegt in Deutschland der Gewerbesteuer; nicht aber Freiberufler wie Ärzte, Rechtsanwälte. Hier wird ungerechtfertigter Weise bestimmte geistige gegenüber körperlicher Arbeit steuerlich begünstigt. Ein Privileg, das sich die damals herrschende Elite vor langer Zeit zugeschanzt hat. Dies ist nicht zu rechtfertigen. Jede unternehmerische bzw. selbständige Tätigkeit sollte gleich behandelt werden.

Die Abschaffung beider Privilegien würde die Steuerbasis verbreitern und mehr Gerechtigkeit schaffen. Allerdings wäre ein Aufschrei der Betroffenen zu erwarten und dies sind große Gruppen.  – Ernst Lothar Helwig


 

13. Juli 2017 – Ausgabe 29

Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Wollen Sie Ihre Noch-Leserin wirklich für dumm verkaufen, wie Sie es im heutigen ersten Absatz Ihres Leitartikels tun? Haben Sie noch weitere Vorschläge von Diktaturen parat, wie man mit Massen umgeht, wie man Städte entleert?

Ich bin offen gestanden entsetzt. – Ingrid Witthuhn


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

G 20 – Gipfel Mächtige der Gegenwart kommen zusammen Wesentliches an Gemeinsamkeiten wird am Rande gestreift Kernprobleme werden umschifft  Wie anders zeigen Demonstranten, was im Menschen steckt: Das Feuer, die Finsternis, der Grimm, der Zorn Niederungen des Menschseins entladen sich im blinden Ausufern, in sich rechtfertigender, diffuser Staatsgewalt, in Ignoranz Außer Acht lassen von Gegenwartsproblemen, wie infernalische Destruktion, bestimmen das „Gipfeltreffen“ Finsternis überschattet Licht; Zorn herrscht über gemeinsam leben wollen: Die Menschheit sägt am Ast, ohne fliegen zu können Tag für Tag zur Nacht für immer… – Berthold Heppt


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo und „Gipfel des Terrors“ von Josef Joffe

Auf Giovanni di Lorenzos Schnappsidee, man hätte, wie es die chinesische Regierung 2016 in Hangzhou vorgemacht habe, Hamburg mit verbilligten Ferienpark-Tickets für die Dauer des G20-Gipfels zu einem Drittel entvölkern können, hat Josef Joffe die richtige Antwort gegeben: So wie die Chinesen, die jeden festnahmen, der die Absicht gehabt haben könnte zu demonstrieren, „können Demokraten nicht handeln“.

Da könnte di Lorenzo auch den Umgang der Regierung Erdoğan mit Bürgerprotesten als Vorbild hinstellen. Unrealistisch ist Joffes Vorstellung, solche Gipfel ließen sich aus den Großstädten nach Sizilien verlegen: Taormina, eine Stadt mit 10.000 Einwohnern, kann unmöglich 10.000 Mitglieder von 20 Delegationen aufnehmen.

Damit hat Joffe allerdings recht: In einem liberalen Staat kann die Polizei Gewaltausbrüche wie in Hamburg genauso wenig verhindern wie den islamistischen Terror. Doch wer gibt jedem G20-Gegner das Recht, von der Versammlungs- und Meinungsfreiheit ohne Rücksicht auf die Freiheit und die Sicherheit der Einwohner Hamburgs Gebrauch zu machen? – Jürgen Thiede


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

In der Ausgabe unmittelbar nach dem G20 Treffen sucht man vergeblich nach Berichten über den eigentlichen Gipfel. Gab es keine Ergebnisse? Dann ist der Aufwand einer solchen Zusammenkunft tatsächlich absolut ungerechtfertigt. Oder sind auch für die Zeit Bilder von brennenden Barrikaden so viel interessanter als alles andere?

Warum stürzen sich alle auf die „Linke Gewalt“ anstatt die globalen, zukunftsweisenden Themen zu fokussieren? Von der Zeit habe ich eine wesentlich breiter aufgestellte Berichterstattung erwartet: die Vielfalt der Demonstrationen, der „Gipfel für globale Solidarität“, Inhalte des G20 Treffens…alles nicht berichtenswert? – Friederike Preuschen


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?” und „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Es ist „Sommerloch“ und alle Medien widmen sich den Krawallen in Hamburg. Hat denn niemand Empathie und Interesse zu fragen warum es „Oppositionelle“ gibt? Was läuft hier aus dem Ruder?

Da kommen die reichste Länder der Welt zusammen und beraten wie sie ihre Macht weiter ausbauen können. Der Rest der Welt wurde abgehängt. Besser wären die Themen in Rahmen der  UNO besprochen worden. Oder glauben Sie, dass das alljährliche Bilderberg-Treffen (Gruppe der reichsten Personen der Welt) sich mit soviel Medien-Präsenz beraten würde?

Und dann kommt die First-Lady der USA daher und verspricht Arbeitsplätze in Afrika zu schaffen, vor allem für Frauen und Mädchen. Klingt sehr edel und karitativ. Aber, nachdem die Herstellung von Kleidung in Bangladesch ein Geschmäckle bekommen hat, sucht die internationale Industrie nach Länder in der es sich noch billiger produzieren lässt, z.B. in Äthiopien. Und wer stellt sich die Frage warum es so viele Arbeitslosen und Unterbeschäftigten in Afrika gibt? Die waren doch allen in der Landwirtschaft beschäftigt. Nach Land-Enteignung durch internationale Investoren (land-grabbing) und durch Klimawandel sind diese Frauen in den Städten getrieben worden. Um dort zu überleben würden sie sich sogar freiwillig versklaven lassen!

Apropos Klimawandel: Der Ort Hamburg war sehr klug gewählt worden. Auch Hamburg, wie heute schon Bangladesch, wird bei steigenden Meeresspiegel unter Wasser stehen und Hunderttausenden „Deutschstämmige“ zu Wirtschafts-Flüchtlinge machen.

Und im Schatten der G20-Gipfel wurde am Vorabend noch schnell ein Abkommen mit Japan unterschrieben, dass alle andere Verträge im Schatten stellt. Die USA wollen TTIP und auch TPP nicht, und wissen warum. Denn die Abkommen stehen für Geheimverhandlungen, Paralleljustiz für Großkonzerne und eine Aushöhlung von Umwelt- und Verbraucherstandards. Die EU hatte es bei den Verhandlungen um den Freihandels-Pakt mit Japan sehr schwer. Denn Japan befürchtet Billig-Agrarimporte aus der subventionierte EU-Markt, die die regionale Landwirtschaft in Japan zerstören könnte.

Und wer verteidigt den Länder Afrikas gegen Billig-Importe? Da arbeitet in Italien ein Flüchtling auf den Tomaten-Farmen, die in seine Heimat den Bauern den Garaus machen. Und in den Häfen Ostafrikas stehen neben den Sack Hilfsgetreide, ein Sack mit Export-Reis für Asien.

Meinen Sie immer noch, die 20 größten Industrieländer machen alles richtig, und der G20-Gipfel soll ein Zeichen setzen von „weiter so“?

Wir allen sollen die Ursachen und Wirkungen überdenken ! – Mark Spoelstra


Leserbrief zu „Das alles tut mir leid“ von Charlotte Parnack und Heinrich Wefing

Es wäre schade um einen tüchtigen, erfolgreichen und beliebten Ersten Bürgermeister (und doppelt schade, weil er damit auch ein Opfer anarchistischer Gewalttäter würde),

aber Olaf Scholz sollte zurücktreten. Seine katastrophale (und bei einem nüchternen und erfahrenen Politiker völlig unverständliche) Fehleinschätzung zum G20-Gipfel mit einer total mißratenen Wortwahl („Hafengeburtstag“) berauben ihn der Autorität, die er für sein Amt (und erst recht für die Aufarbeitung des Desasters) benötigt. Von diesem Ansehensverlust wird er sich – anders als die Teflon-Kanzlerin –  nicht mehr erholen.

Er würde sich, seiner Partei und dem Ansehen der Politiker einen Gefallen tun, wenn er bald zurückträte. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Die Gewaltexzesse in Hamburg kann man m.E. nicht mit links oder rechts bezeichnen, weil es Leute waren, die keinerlei Ordnung akzeptieren, genau wie bei den Fußballkrawallen. Die einen haben nichts mit Politik, die anderen nichts mit Sport zu tun. Dass es immer öfter zu solch gewalttätigen Krawallen kommt ist ein Zeichen dafür, dass unser Erziehungs- und Bildungssystem mit seiner übertriebenen Laxheit versagt, damit müssten sich die Politiker von links bis rechts auseinandersetzen. – Bernd Roth


Leserbrief zu „Deutschlandkarte: Bilder auf Gullydeckeln“ im ZEIT Magazin

Im aktuellen Magazin zeigen Sie auf Seite 10 in ihrer Deutschlandkarte Bilder auf Gullydeckeln. Einen einmaligen Gullydeckel haben Sie leider vergessen: Den Mecklenburger Gullydeckel auf der Ratzeburger Domhalbinsel vor dem Ratzeburger Dom mit dem Wappen Mecklenburg-Vorpommerns.

Silvester 2016 wurde in der fast tausendjährigen Geschichte des Ratzeburger Domes zum historischen Datum: Der Dom verlor seine Reichsunmittelbarkeit. Nach Gründung der Nordkirche deutete sich an, dass jegliche Ausnahmen und Sonderregeln beseitigt würden; die wohl bemerkenswerteste Ausnahme lag auf der Domhalbinsel in Ratzeburg. Ein Domprobst einer mecklenburgischen Domkirchengemeinde in der ehemaligen Grenzstadt Ratzeburg, in der eine Pröpstin für den Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg residiert. Zu DDR-Zeiten rund um den Dom herum eine mecklenburgische Exklave.

Als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation existierte, war das Organ, welches die Länder, Bistümer usw. unmittelbar vor dem Kaiser vertrat, der Reichstag.

Er hatte etwa 100 Mitglieder und unterteilte sich in die Weltliche und die Geistliche Bank, bzw. in Viril- und Kuriatstimmen.

Nach der Säkularisation der Bistümer Schwerin und Ratzeburg in Fürstentümer durch den Westfälischen Frieden 1648 kamen diese beiden Landesteile zu Mecklenburg, und aus dem 5-Felder-Wappen wurde ein 7-Felder-Wappen.

Mecklenburg war auf dem immerwährenden Reichstag (ab 1521 bis 1806) in Regensburg mit 4 Stimmen vertreten: Der Stimme für Mecklenburg-Schwerin, der Stimme für Mecklenburg-Güstrow (fiel 1701 an Meckl.-Schwerin), der Stimme für das Bistum/Fürstentum Schwerin (fiel 1648 an Meckl.-Güstrow) und der Stimme für das Fürstentum Ratzeburg (fiel 1648 an Meckl.-Schwerin und war die einzige Stimme für Mecklenburg-Strelitz).

Die Stimme des Fürstentums Ratzeburg, die aus dem Bistum (dem Dom) von Ratzeburg kam, begründete also die Reichsunmittelbarkeit von Mecklenburg-Strelitz. Daraus resultierte dann 1806 bei Auflösung des Reiches die Souveränität von Mecklenburg-Strelitz, ohne die auch die Erhebung zum Großherzog unmöglich gewesen wäre.

1803 kam es auf dem Reichstag zum sogenannten Reichsdeputationshauptschluß – im Prinzip die Vorstufe der Auflösung des Reiches 1806. Es kam zur umfangreichen Säkularisation. In der Folge kam es zu einer Vielzahl von Verträgen. Die vermögensrechtlichen Folgen der Enteignungen kirchlicher Güter stellen noch heute in Form der Staatsleistungen ein staatskirchenrechtliches Problem dar. Da durch die Bildung der Nordkirche eine Umstrukturierung stattfindet, geht der Dom aus der ELKM nach Lauenburg und verliert damit den Status der Reichsunmittelbarkeit, den ihm Westfälischer Friede und Reichsdeputationshauptschluss gegeben haben. Er fällt damit vermutlich aus der Patronage des Landes Mecklenburg-Vorpommern an Schleswig- Holstein. Es ist letztlich eine Folge des Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 – der Abtretung des Domhofes, die jetzt auch hinsichtlich der kirchlichen Organisation umgesetzt wird.

Der Historiker Dr. Rajko Lippert fasst zusammen: „Für das Herzogshaus Mecklenburg-Strelitz hat dieser Dom durch seine Stimme auf dem immerwährenden Reichstag eine herausragende Bedeutung. Der Dom war das Stein gewordene Symbol der Souveränität. Ohne ihn hätte es weder eine Königin Sophie Charlotte von Großbritannien noch eine Königin Luise gegeben, niemals hätte es Ehen mit den „großen Thronen“ Europas – England, Russland, Preußen – gegeben.“ – Felix Evers


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Es ist erstaunlich, wie Sie als unabhängiger Journalist die Rhetorik der Entscheider in Politik und Polizei verteidigen. Von der Zeit, auch noch eine Hamburger Zeitung, erhoffte ich mir viele kritische Nachfragen zum G20-Gipfel in der neuen Ausgabe. Jegliche Kritik an der Polizei jedoch pauschal als „ahnungslos und verblendet“ darzustellen verhindert jegliche differenzierte Einschätzung der Geschehnisse schon auf der Titelseite. Gleichzeitig hat dieses Thema nichts mit der grundsätzlich Eignung einer Großstadt als Gastgeber zu tun. Mit Ihrer Einschätzungen einen anderen Ort zu wählen gebe ich Ihnen Recht, unabhängig davon muss der Einsatz der Polizei immer hinterfragt werden dürfen. Emotionslos und auf Fakten basierend.  – Felix Liebl


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Nach dem überraschenden Votum für einen Brexit ließ Herr di Lorenzo in einem Leitartikel verlauten, dass man sinngemäß die Sorgen der Bürger ernst nehmen müsse, und es einer gewissen Neuausrichtung des Diskurses bedürfe.

Nach etwa einem halben Dutzend Seiten zu den G20-Krawallen ist mir allmählich klar, worauf sich dies unter anderem beziehen mag.

Schließlich scheint mir diese Berichterstattung quantitativ die Beleuchtung von so unwichtigen Ereignissen wie der Frankreich- oder US-Wahl zu übertreffen – zumindest in Bezug auf eine Ausgabe.

Selbstverständlich ohne die Fehler der Polizeiführung oder Repressionen gegen Journalisten zu thematisieren. Ein Schelm,wer das auf den Druck von Rechtsaußen zurückführt.

Auch wenn Sie mehrheitlich in Hamburg leben und arbeiten mögen, bitte ich doch um eine Wahrung der Verhältnismäßigkeit. Letztlich handelt es sich eben nur um schwere Ausschreitungen ohne Tote. Alle darüber hinausgehenden Bezeichnungen verhöhnen die wahrhaftig Leidenden dieser Welt. – Nathanael Häfner


Leserbrief zu „Ich muss kein Klavierkonzert geben“ von Henning Sußebach und Stefan Willeke

Die Tatsache, dass H. Süßebach und S. Willeke dem selbstverliebten, laut Selbsteinschätzung „besten Übungsleiter der Balltreterei in Deutschland“, ehemaligem „Lautsprecher der Liga“und „Weltmeister im Selbstvermarkten“ P. Neururer eine journalistische Bühne geben und damit dem „Inszenierer Neururer“ auf den Leim gehen, ist sicherlich der jetzigen „Sauren-Gurken-Zeit“ im Fußball-Geschäft geschuldet.

Da ich P. Neururer mehrmals im Golfclub begegne und ihn somit ein wenig kenne, wundert es mich, dass dieses boulevardartige Interview in der renommierten und seriösen „Zeit“, die ich etwa 50 Jahre im Abo wöchentlich lese, erscheint. Dem Selbstmitleid ob seiner Arbeitslosigkeit könnte P. N. selbst Abhilfe leisten, indem er sich als „Diplom-Sportlehrer“ dem Schuldienst zur Verfügung stellen würde. Dieser Dienst an der Gemeinschaft dürfte dem Herrn N. aber sicherlich gehalts- und renommeemäßig zu popelig sein. Ich trage die Hoffnung, dass ich zukünftig in der „Zeit“ von ähnlich platten Beiträgen verschont bleibe, um auch weiterhin die Lektüre genießen zu können. – Norbert Göllner


Leserbrief zu „Mal nicht so entspannt!“ von Luisa Jacobs

Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich kann das total bestätigen: da besteht absolut Redebedarf! Aber gleich mal vorweg: Ihre Freundin hätte dann doch nicht nach London fliegen müssen oder 200€ zahlen müssen. Dazu gibts die wirklich tollen Zentren für Sexuelle Gesundheit und Familienplanung in Berlin. Die machen das super souverän und alles anonym. Kostet wenn man was verdient 10€, als Studi kostenlos, dauert eine Woche bis zum Testergebnis. Ich mache das einmal jährlich, man muss sich nicht rechtfertigen, die Ärzte sind locker. Die machen ein kleines Beratungsgespräch aber das ist gar nicht belehrend. Ich hab bis jetzt immer was dazu gelernt. Sie machen auch Vergleichstests mit Partner. Man muss auch nicht lange warten.

Ansonsten muss ich auch sagen, wenn man offen darüber spricht wird man echt schief angeguckt. Auch meine Hausärztin war letzens leicht irritiert, wo ich sie mal gefragt habe. Ich frage mich auch schon lange, wieso Frauenärzte das nicht anbieten. Bei Frauen ist die Ansteckungsgefahr auch höher, weil wir die Flüssigkeiten länger speichern.

Ich frage mich auch, wieso Leute in Beziehungen da immer nur Schultern-Zuckend sagen “ passt schon“ Der Beziehungsstatus hat doch nichts mit der Ansteckungsgefahr zu tun! Erst bei Schwangerschaft wird routinemäßig ein Test gemacht.

Ich versuche bei Typen immer zu kommunizieren, „dann und dann war mein letzter Test und bei dir so?“ Bei mir kam dann schonmal die Antwort „Ich schlafe ja nicht mit hunderten“ Was soll das?

Wie es in Groß Britannien läuft finde ich Super!  Es ist auch so paradox: auf der einen Seite haben wir vergleichsweise viel offensivere Sexwerbung und auch sonst behaupten wir ja nicht grade prüde zu sein. Aber der Schein trügt. Mich nervt das voll.

Danke für den Artikel!  – Friederike Aps


Leserbrief zu „Eine Dreckschleuder sieht Grün“ von Isabell Beer

Die Umweltzonenschilder kann man getrost abräumen und die Kontrollen beenden.
Die Umweltzonen dienten der Absatzförderung von Fahrzeugen, die mit Schummelsoftware legal Grün sehen. Wer sich mit der grünen Plakette vom Internet-Dealer dem politischen Zwang zum Neuwagen entzieht, fährt preiswert Grün, auch geschummelt, aber nicht unbedingt die größere Dreckschleuder. – Holger Heimann


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Auf der Straße waren die Autoanzünder und die Steinewerfer und auch die friedlichen Demonstranten.

In der Elbphilharmonie saßen die Hände- und Füßeabhacker, die Auspeitscher und gelegentlich auch Kopfabhacker, die Länderbombardierer und Menschenrechtsverächter und die Kollaterialschadenverursacher, die Ignorierer von UN-Resolutionen, die Entscheider einer Weltwirtschafts(hunger)ordnung und die Formulierer von Tier(quäler)schutzgesetzen.

Beide Gruppen erhalten ihren Lohn: Die Kleinen jagt man, den Großen serviert man Champagner und Beethovens Hymne an die Freude.

Wer sich aber jetzt beeilt, dem politischen Gegner quasi die Pflastersteine der Randalierer in die Jackentasche zu schieben, der betreibt das Geschäft der wirklich großen Verbrecher und stellt im übertragenen Sinne den Radikalen die Molotowcocktails für den nächsten G20-Gipfel schon heute bereit.

Angebracht wären wahrhaftige Ursachenforschung und ernste Lösungssuche statt die demonstrative Vortäuschung eines durchschaubaren Tugendbürgertums. – Klaus Lachetta


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

In den Medien wurde in den letzten Tagen nach meinem Eindruck wesentlich mehr über die Krawalle als über die G 20 – Konferenz selbst berichtet. Ob das berechtigt war, mag man unterschiedlich beurteilen.  Den Vogel schießt jetzt aber die ZEIT in ihrer Nummer 29 vom 13.7. ab. Wenn ich richtig sehe – und ich habe die Zeitung hierzu mehrfach durchgesehen -, gibt es darin keinen einzigen Artikel darüber, was bei der Konferenz herausgekommen ist. Sie mögen vielleicht der Meinung sein, das sei nicht viel oder gar nichts. Falls das so sein sollte, würde ich dafür aber gern wenigstens eine Begründung lesen. Ohne jeden entsprechenden Hinweis fühle ich mich ausgesprochen schlecht informiert. Das ist kein Ruhmesblatt für Ihre Zeitung! – Dr. Jürgen Raecke


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Der Vergleich zwischen Hamburg und Hangzhou hinkt mehr als nur ein wenig!

Fazit Ihres Vergleichs und mit Einschränkung Ihres Beitrags wäre, dass man derartige Gipfeltreffen demnächst nur noch in Diktaturen  (China) oder ähnlich undemokratisch strukturierten Ländern (Türkei) durchführen sollte! Davon gibt es ja unter den G20-Ländern einige!

Besser wäre es, derartige Treffen vielleicht auf einem Kreuzfahrtschiff  (Arosa o.ä) durchzuführen! Die verfügen meistens auch über einen Hubschrauber-Landeplatz und könnten in genügender Weite von allen Ufern vor Anker gehen!

Mit dem Geld, das der Gipfel in HH gekostet hat, könnte die BReg ein solches Schiff sogar kaufen und immer wieder nutzen! – Dr. Wolf Günther


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Der Kommentar von Giovanni di Lorenzo spielt den Ball in die richtige Richtung. Denn den G20-Gipfel hätte man niemals in Hamburg abhalten dürfen, da bereits der G8-Gipfel 2001 in Genua sehr deutlich gezeigt hat, dass man bei einer derartigen Veranstaltung mitten in einer Großstadt niemals wirklich die Sicherheit der Normalbevölkerung garantieren kann. Zudem stimmt das von etlichen Politikern jetzt zur Selbstverteidigung angeführte Argument, wonach nur eine größere Metropole über die nötigen Kapazitäten verfügen würde, um eine solche Zusammenkunft auszurichten, schlicht nicht, da gerade in der jüngeren Vergangenheit auch von einigen anderen G20-Gastgebern deutlich kleinere Orte ausgewählt wurden. Deshalb erfordert eine glaubwürdige Selbstreflexion der Politik vor allem, dass man sich ehrlich eingesteht, dass die Idee als solche der entscheidende Fehler war! – Rasmus Ph. Helt


Leserbrief zu „Am Kaffeetisch mit …Hundertjährigen“ von Felix Dachsel, Jan Ludwig und Gene Glover

Nach der Lektüre von diesem Interview, ist der Wunsch viel älter zu werden als vielleicht 80 Jahre, entschwunden. Sehr deutlich kommt zum Vorschein, wie sehr die Lebensqualität im hohen Alter stark abnimmt. Die Fähigkeit von Hören und Sehen ist stark vermindert. Die schwerste Beeinträchtigung, besteht dadurch, dass man für alles auf fremde Hilfe angewiesen ist – für’s Essen, Trinken, Waschen und den Gang zur Toilette. Und die Ansprache der Menschen um die Hundertjährigen, die hört sich an wie bei einem 3 – 4jährigen Kind. Wer das nicht glauben mag, soll sich unter die Geburtstagsgäste einer hundertjährigen Geburtstagsfeier mischen und aufmerksam zuhören, was und wie gesprochen wird.

Sachlich und nüchtern betrachtet lassen im hohen Alter alle Fähigkeiten stark nach: Auch jener der oben im Kopf noch ganz klar ist, hat grosse Einschränkungen in seinem Körper darunter. Nicht zu sprechen von den täglichen «Begleitern», den Gebrechen und Schmerzen an Körper und Gliedern.

Die Gesellschaft ist stark gefordert, sich mit der immer grösseren Zahl von Menschen in sehr hohem Alter auseinanderzusetzen und jenen Lösungen anzubieten, die nicht mehr können, die nicht mehr wollen und jene die nur noch den einen Wunsch haben, gehen zu können. Abends einzuschlafen und morgens nicht aufzuwachen. Sie haben diesen Wunsch, weil sie spüren, fühlen und sich bewusst sind, dass sie einem Zustand entgegentreibenden den sie nicht mehr als lebenswert annehmen können. Diesen Menschen sollten wir zu Hilfe eilen. Es fordert uns heraus, es wäre aber mitmenschlich. – Ernst Seiler


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Nicht nur linkslastige deutsche Experten halten den deutschen Exportüberschuss für zu groß und für unvorteilhaft sondern auch renommierte deutsche Ökonomen wir Hans-Werner Sinn. Es stimmt zwar, dass Deutschland den Wechselkurs des Euro nicht beeinflussen kann. Jedoch hat Deutschland eine gleichwertige Stellschraube wie die Beeinflussung des Wechselkurses verfügbar in Form von maßgeschneiderten und schrittweisen Absenkungen der MwSt-Erstattungen für Exporte, was etwa wie folgt aussehen könnte:

Die Möglichkeit mit multiplen erwünschten Auswirkungen wäre, die Bundesregierung per Gesetz zu ermächtigen, schrittweise, generell oder branchenorientiert oder mit Einzelfallmaßnahmen, die Mehrwertsteuererstattung für Exporte abzuschmelzen (und bei Bedarf auch wieder anzuheben) UND die Exportindustrie darüber zu informieren, dass es Ziel der Maßnahmen ist, durch entsprechende Erhöhung der Preise auf den Exportmärkten die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse zu reduzieren, und, dass die Verringerung der MwSt-Erstattungen so lange verstärkt wird, bis der gewünschte Erfolg eintritt.

Die erwünschten Nebeneffekte dieser Maßnahme wären die Erzeugung vorwiegend aus dem Nicht-EU-Ausland finanzierter massiver Finanzmittel der Bundesregierung, welche für dringende Investitionen in Bildung und Infrastruktur verwendet werden könnten.

Absehbare Kritik dieser Maßnahmen seitens der Exportindustrie und Gewerkschaften entbehrt jeglicher vernünftiger Grundlage, da hier nur ein Teil der übermäßigen Export-Erleichterungen schrittweise wieder zurück genommen würde, welche die Industrie durch die Einführung des Euro gewonnen hat im Vergleich zu einer Situation, in der Deutschland die DM behalten hätte. Und all das ohne zusätzliche Schulden, lediglich unter teilweiser Einforderung der besseren, höheren Preise, die die Exportindustrie in einer fortdauernden DM-Situation erzielt hätte. So könnte die Bundesregierung eine gezielte Aufwertung der eigenen Währung simulieren. – Dr. Hergen Heinemann


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Ich bin langjähriger ZEIT-Leser und normalerweise großer Fürsprecher Ihrer Zeitung. Der aktuelle Titelbericht „Block und Beton“ irritiert mich jedoch erheblich (und hoffentlich nicht nachhaltig, siehe meine Erwartung unten).

Vor zwei Wochen schrieb C. Parnack („Moin, Moin“), dass „Deutschland […] kaum einen geeigneteren Austragungsort für den G20-Gipfel als Hamburg  [hat]“. Der gesamte Artikel relativiert und verharmlost m.E. zudem potentielle Belastungen, die auf die Stadt und die Bürger zukommen können deutlich. Nach dem Motto: Stellt Euch nicht so an, Hamburger!

Aktuell titelt G. di Lorenzo dagegen: „…wenn man festhält: Eine offene Großstadt ist der falsche Gastgeber“. Nach dem Lesen des Artikels dachte ich nur noch an das Fähnchen im Wind. Kein Wort im Artikel zu dem deutlich abweichenden und die vermeintlich ängstlichen Hamburger anklagenden Titel vom 28.06.2017.

Gleichzeitig verurteilte die ‚Elbvertiefung‘ (in meinem Sinne) vor ein paar Tagen massiv die seinerzeit noch fehlende Entschuldigung von Olaf Scholz.

Liebe ZEIT: Diese beiden Titel passen nicht zueinander! Ich erwarte von Ihnen  eine entsprechende Einordnung der beiden Titel in der nächsten ZEIT. – Alexander Thoben


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

NachDenkSeiten – Die kritische Website

„Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.“

Albrecht Müller · Mittwoch den 12. Juli 2017

Auf unsere Beiträge zu G 20 kamen viele, auch weiterführende Lesermails. Diese werden wir zusammenstellen und in den NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern zugänglich machen. Vorweg heute die Stellungnahme einer Reihe von Geschäfts- und Gewerbetreibenden des Hamburger Schanzenviertels, die auf Facebook gepostet worden war. Es ist ein interessantes Dokument, das zu lesen sich lohnt.

STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE

Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern.

In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der Polizei gerungen.

Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.

Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels.

Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert.

Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen und das Pflaster aufgerissen wurde.

Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden.

Tagelang.

Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Zum Höhepunkt dieser Auseinandersetzung soll in der Nacht von Freitag und Samstag nun ein „Schwarzer Block“ in unserem Stadtteil gewütet haben.

Dies können wir aus eigener Beobachtung nicht bestätigen, die außerhalb der direkten Konfrontation mit der Polizei nun von der Presse beklagten Schäden sind nur zu einem kleinen Teil auf diese Menschen zurückzuführen.

Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel oder Bushido- Konzert über den Weg laufen würden als auf einer linksradikalen Demo.

Es waren betrunkene junge Männer, die wir auf dem Baugerüst sahen, die mit Flaschen warfen – hierbei von einem geplanten „Hinterhalt“ und Bedrohung für Leib und Leben der Beamten zu sprechen, ist für uns nicht nachvollziehbar.

Überwiegend diese Leute waren es auch, die – nachdem die Scheiben eingeschlagen waren – in die Geschäfte einstiegen und beladen mit Diebesgut das Weite suchten.

Die besoffen in einem Akt sportlicher Selbstüberschätzung mit nacktem Oberkörper aus 50 Metern Entfernung Flaschen auf Wasserwerfer warfen, die zwischen anderen Menschen herniedergingen, während Herumstehende mit Bier in der Hand sie anfeuerten und Handyvideos machten.

Es war eher die Mischung aus Wut auf die Polizei, Enthemmung durch Alkohol, der Frust über die eigene Existenz und die Gier nach Spektakel – durch alle anwesenden Personengruppen hindurch –, die sich hier Bahn brach.

Das war kein linker Protest gegen den G20-Gipfel. Hier von linken AktivistInnen zu sprechen wäre verkürzt und falsch.

Wir haben neben all der Gewalt und Zerstörung gestern viele Situationen gesehen, in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen. Die anderen Vermummten die Eisenstangen aus der Hand nahmen, die Nachbarn halfen, ihre Fahrräder in Sicherheit zu bringen und sinnlosen Flaschenbewurf entschieden unterbanden. Die auch ein Feuer löschten, als im verwüsteten und geplünderten „Flying Tiger Copenhagen“ Jugendliche versuchten, mit Leuchtspurmunition einen Brand zu legen, obwohl das Haus bewohnt ist.

Es liegt nicht an uns zu bestimmen, was hier falsch gelaufen ist, welche Aktion zu

Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt.

Dass diese nachvollziehbare Wut sich am Wochenende nun wahllos, blind und stumpf auf diese Art und Weise artikulierte, bedauern wir sehr. Es lässt uns auch heute noch vollkommen erschüttert zurück.

Dennoch sehen wir den Ursprung dieser Wut in der verfehlten Politik des Rot-Grünen Senats, der sich nach Außen im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse sonnen möchte, nach Innen aber vollkommen weggetaucht ist und einer hochmilitarisierten Polizei das komplette Management dieses Großereignisses auf allen Ebenen überlassen hat.

Dieser Senat hat der Polizei eine „Carte Blanche“ ausgestellt – aber dass die im Rahmen eines solchen Gipfels mitten in einer Millionenstadt entstehenden Probleme, Fragen und sozialen Implikationen nicht nur mit polizeitaktischen und repressiven Mitteln beantwortet werden können, scheint im besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von Macht und Glamour vollkommen unter den Tisch gefallen zu sein.

Dass einem dies um die Ohren fliegen muss, wäre mit einem Mindestmaß an politischem Weitblick absehbar gewesen.

Wenn Olaf Scholz jetzt von einer inakzeptablen „Verrohung“, der wir „uns alle entgegenstellen müssen“, spricht, können wir dem nur beizupflichten.

Dass die Verrohung aber auch die Konsequenz einer Gesellschaft ist, in der jeglicher abweichende politische Ausdruck pauschal kriminalisiert und mit Sondergesetzen und militarisierten Einheiten polizeilich bekämpft wird, darf dabei nicht unberücksichtigt bleiben.

Aber bei all der Erschütterung über die Ereignisse vom Wochenende muss auch gesagt werden:

Es sind zwar apokalyptische, dunkle, rußgeschwärzte Bilder aus unserem Viertel, die um die Welt gingen.

Von der Realität eines Bürgerkriegs waren wir aber weit entfernt.

Anstatt weiter an der Hysterieschraube zu drehen sollte jetzt Besonnenheit und Reflexion Einzug in die Diskussion halten.

Die Straße steht immer noch, ab Montag öffneten die meisten Geschäfte ganz regulär, der Schaden an Personen hält sich in Grenzen.

Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten welcher Reaktion geführt hat.

Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht.

Der für die Meisten von uns Gewerbetreibende weit größere Schaden entsteht durch die Landflucht unserer Kunden, die keine Lust auf die vielen Eingriffe und Einschränkungen durch den Gipfel hatten – durch die Lieferanten, die uns seit vergangenem Dienstag nicht mehr beliefern konnten, durch das Ausbleiben unserer Gäste.

An den damit einhergehenden Umsatzeinbußen werden wir noch sehr lange zu knapsen haben.

Wir leben seit vielen Jahren in friedlicher, oft auch freundschaftlich-solidarischer Nachbarschaft mit allen Formen des Protestes, die hier im Viertel beheimatet sind, wozu für uns selbstverständlich und nicht-verhandelbar auch die Rote Flora gehört.

Daran wird auch dieses Wochenende rein gar nichts ändern.

In dem Wissen, dass dieses überflüssige Spektakel nun vorbei ist, hoffen wir, dass die Polizei ein maßvolles Verhältnis zur Demokratie und den in ihr lebenden Menschen findet, dass wir alle nach Wochen und Monaten der Hysterie und der Einschränkungen zur Ruhe kommen und unseren Alltag mit all den großen und kleinen Widersprüchen wieder gemeinsam angehen können.

Einige Geschäftstreibende aus dem Schanzenviertel

  •  BISTRO CARMAGNOLE
  •  CANTINA POPULAR
  •  DIE DRUCKEREI – SPIELZEUGLADEN SCHANZENVIERTEL
  •  ZARDOZ SCHALLPLATTEN
  •  EIS SCHMIDT
  •  JIM BURRITO’S
  •  TIP TOP KIOSK
  •  JEWELBERRY
  •  SPIELPLATZ BASCHU e.V.
  •  MONO CONCEPT STORE
  •  BLUME 1000 & EINE ART

Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben. – Dr. med. Anna Stoliaroff


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Gemeinsames Gedenken und Feiern kann man nicht auf dem Verordnungsweg erzwingen. Der 14. Juli ist nun allerdings überhaupt kein Tag, der als gesamteuropäischer Feiertag in Frage käme. Denn er steht nicht nur für bürgerliche Befreiung, sondern auch für den Beginn einer beispiellosen Steigerung inner- wie zwischenstaatlicher Gewalt in Europa. Es wurden in den Zeiten des Ancien Regimes nie so viele Menschen verfolgt und getötet, wie nach der Französischen Revolution. Nie hat es mehr Ausbeutung und Ausbeuter gegeben, als nach der politischen Emanzipation des Bürgertums. Dagegen waren die Exzesse des früher herrschenden Adels bedeutungslose Eskapaden. Nein, Herr Erenz, diese „Revolution“ kann keine Grundlage europäischen Selbstverständnisses sein. – Josef Riga


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?” und „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Ich freue mich über den Leitartikel von Giovanni di Lorenzo und ärgere mich über den Titel „Wie viel Gewalt steckt in der Linken?“ Mit diesem Titel arbeiten Sie jenen Ideologen in die Hände, die „Gewalt“ mit „links“ und infolgedessen „links“ mit „Gewalt“ assoziieren. – Hans Fink


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Genau das ist es, was Sie beschrieben haben: Monster-Veranstaltungen wie der G-20-Gipfel sind in einer Stadt wie Hamburg nicht möglich – jedenfalls nicht zu akzeptablen Bedingungen und „Preisen“. Unbegreiflich, dass das ein Olaf Scholz einfach nicht kapiert und trotz seiner katastrophalen Fehleinschätzung nicht zurücktreten will. So verkommen seine „Entschuldigung“ und der Begriff von der politischen Verantwortung zu wertlosen Leerformeln. Das wiederum steigert den Verdruss an unseren Politikern. – Christoph Lütgert


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert“ von GRN.

Das grosse Eszet …

… ist eine sogenannte Ligatur, bestehend aus dem „langen“ S und dem angehängten Z aus der Zeit der Frakturschriften. Dieses Wissen scheint verloren gegangen zu sein. Abscheulich allerdings ist der Anblick eines in VERSALIEN eingebauten ß. Dieses muss mitnichten von Grafikern neu gestaltet werden. Es ist in den meisten gängigen Schriften vorhanden. Sinngemäss richtig wäre die Schreibweise BUSZE, sollte man mit der korrekten Deutung von BUSSE in einem normal verständlichen Satz Problem haben. – Interessant zu wissen, dass die Schweizer mit dem Verzicht des ß überhaupt keine Probleme haben! Woran das wohl liegen mag?

Tragisch der Anblick, wenn ein Fußballer beispielsweise namens GROB – äh GROß – in den Nebelschwaden etlicher Bengalis verschwindet … – Udo Göckler


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Den Artikel finde ich wichtig, weil er die hohe Lebensqualität auch in Gegenden Deutschlands thematisiert, die nicht großstädtisch oder zentral sind. In der Tat ist das eine der großen Stärken unseres Landes, dass es bei allen Herausforderungen durch die Demographie keine Gegenden gibt, aus denen alle weg wollen.

Herr Schieritz nennt in seinem Beitrag den Länderfinanzausgleich als Ausgleichsinstrument. Das greift zu kurz. Es ist unser funktionierender und quicklebendiger Förderalismus. Egal ob im Saarland, in Rheinland-Pfalz, entlang der Außengrenzen, an der Küste oder im Bayerischen Wald, bei uns können die Bürger Ihren Lebensraum gestalten, im Ort, auf Ebene des Landkreises und im eigenen Bundesland. Dadurch entsteht Identifikation und daraus erwächst Engagement. Während in den europäischen Zentralstaaten Verwaltung, Wissenschaft und Kultur sich nach Leistung und Geltung konzentrieren, gibt es in Deutschland eine vor Ort gestaltete Buntheit. Das macht das Leben lebenswert und dabei entstehen ganz unterschiedliche Strukturen.

Ähnlich ist das im Bereich der Wirtschaft. Unsere Struktur mit vielen Klein- und Mittelbetrieben sowie die große Vielzahl von Familienunternehmen ist das Rückrat unseres Wohlstands. In unserem Land übernehmen viele Menschen Verantwortung und insbesondere die föderale Struktur eröffnet dazu Möglichkeiten.

Deshalb wäre es wohltuend, wenn weniger auf den Föderalismus geschimpft würde und auch in der Zeit ein Loblied auf unsere föderalen Strukturen gesungen würde. Viele Freunde von mehr Bundeseinheitlichkeit glauben, dass bspw. im Bildungsbereich durch Vereinheitlichung insgesamt ein höheres Niveau erreicht werden könnte. Die Erkenntnisse aus der Mathematik zur Berechnung von Durchschnitten legen dagegen nahe, dass eine Vereinheitlichung eher auf dem mittleren, dem Durchschnittsniveau endet. Insofern sollten wir uns mehr über die Unterschiede freuen. Wenn wir stärker die Verantwortlichkeit für gute oder schlechte Lebensbedingungen – in der Kommunal-, in der Landes- und in der Bundespolitik – sichtbar machen, können die Bürger in ihren jeweiligen Wahlentscheidungen die Verantwortung verteilen.

Nicht vergessen darf man bei der Analyse allerdings, dass wir eine hervorragende Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage haben. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Chancen für die Bürger großartig. Insofern ist neben der föderalen Struktur auch unsere soziale Marktwirtschaft eine wesentliche Grundlage für den großen sozialen und gesellschaftlichen Frieden. – Markus Keller


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert“ von GRN.

„…die Einführung des großen ß, das die Typografen erst noch zeichnen müssen.“

Da ist DIE ZEIT aber nicht auf der Höhe der Zeit! Seit über 100 Jahren gibt es typografische Entwürfe für ein großes ß (sog. Versalie) in verschiedenen Schriften. Auch 2006 hat man noch einmal einen Anlauf genommen, als sich die Einführung als Großbuchstabe (2008) abzeichnete. Im DDR-Duden steht es schon 1957 auf dem Titelblatt: „DER GROßE DUDEN“.  Näheres siehe Wikipedia unter „Großes ß“. – Burckhardt Großbach


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Die Kommentare, Beobachtungen und Interviews samt Bildern sind große Klasse. Vielen Dank.

Eine klassische Situation ist eingetreten: Eine große und gut gerüstete Übermacht, hier die deutsche Polizei, verliert die Aktions-Hoheit. Der gerichtlich genehmigte Zelt-Übernachtungsplatz im Volkspark wird im voraus als Ursache einer Gefährdung benannt.

Trotzdem ist im Volkspark keine ausreichende Staatsmacht vor Ort um bürgerkriegsähnlichen Zuständen vorzubeugen und eine guerillaähnliche Taktik zu verhindern. Wenn 20 000 mit modernster Technik gerüstete Polizisten nicht ausreichen, sind Prioritäten falsch gesetzt. Hochmut kommt vor dem Fall. – Reinhold Pollet


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Gut, dass ich nicht der einzige bin, dem dieser Zusammenhang zwischen Länge der Vorwahl und der eigentlichen Rufnummer in seiner Jugend aufgefallen ist. Dieser Zusammenhang ist aber zwangsläufig, da die Richtlinie E.164 der Internationalen Fernmelde-Union (ITU) genau das vorschreibt.  Diese Richtlinie geht übrigens schon auf Regeln aus den 1960er Jahren zurück, so dass Ihre Jugend auch noch locker davon erfasst sein sollte. – Christian Faulhammer


Leserbrief zu „Wie schließt man einen Zoo?“ von Martin Spiewak

Vielen Dank für den sehr interessanten Artikel.

Meine siebenjährige Nichte sagt zu diesem Thema:

„Wenn wir die Zoos schließen, wären die Tiere frei, und das fände ich schön. Aber wenn es keinen Zoo gäbe, würden Kinder vielleicht denken, ein Erdmännchen wäre bloß ein Fantasywesen in Harry Potter oder so. Ein Python entstünde, wenn man falsch auf einer Querflöte bläst. Und Kugelfische wären die Munition für ein Unterwassergewehr.“

Persönliche Anschauung vermag eben mehr als Tierfilme und -bücher. – Burkhard Schwarzkopf und Tanja Holz


Leserbrief zu „Die Schreibhälse“ von Petra Pinzler

Als langjähriger und begeisterter Leser der „Zeit“ frage ich mich, ob ihr nicht ein Stück Objektivität und der Blick in die Zukunft verloren geht. In mehreren Ausgaben wird der Dieselmotor als das Übel der Welt beim Umweltschutz dargestellt und seine Schädlichkeit für den Menschen beschrieben, ohne exakte Argumente zu liefern, die sich aus dem dauernden  „Dieselbashing“auch nicht herleiten lassen.  Sicherlich hat der Dieselmotor,   wie andere Antriebsquellen auch,  Auswirkungen auf Umwelt und Mensch, die es so weit wie möglich zu vermeiden gilt. Auch haben Teile der Automobilindustrie sich beim Diesel ins moralische Abseits -eine juristische Bewertung will ich nicht vornehmen- gestellt, wenn Abgaswerte offensichtlich nicht stimmen.Da ist nichts zu beschönigen.  Stattdessen soll jetzt für den privaten PWK-Verkehr die E-Mobilität der Heilsbringer sein und  von Abgaswerten  befreien.

Das ist nur die halbe Wahrheit und Augenwischerei  zugleich. Dass die E-Mobilität begrenzt ist, die Leistung und Reichweite des Fahrzeuges sinkt sobald Verbraucher wie Licht, Heizung, Klimaanlage betätigt werden, erläutern Sie nicht.  Auch nicht, dass Strom nicht flächendeckend abrufbar ist, er nicht aus der Steckdose kommt, sondern zum großen Teil aus Braunkohlekraftwerken, erwähnen Sie höchstens  immer nebenbei, abgesehen davon, dass Windenergie nicht „gelagert“ werden kann, um Millionen privater PKW mit Strom zu versorgen. Wer genau schädliche NOX-Emissionen verursacht und in welchem Umfang das den „Diesel“ betrifft – m.E. sind es ca. 1/3 – legen Sie nicht nur versteckt  offen. Nein!  E-Mobilität ist zur Zeit  Augenwischerei. Wenn schon der Umweltschutz und die menschliche Gesundheit im Mittelpunkt zu stehen haben – und nicht wirtschaftliche Interessen der E-Mobilität – dann sind ,dringend folgende Fragen zu beantworten.

  1. Wie lange haben wir noch Rohstoffe auf dieser Erde, um Batterien für Autos zu bauen und wollen wir den Planten dabei ausplündern?
  2. Wohin mit den alten verbrauchten Batterien? Nach Gorleben, dann ist Krach vorprogrammiert!

Solange diese Fragen nicht beantwortet sind habe ich kein Vertrauen in E-Mobilität, wirtschaftlich und umweltpolitisch sinnvoll ja oder nein. Jetzt sind technische Innovationen beim Diesel gefragt, die der Automobilindustrie  abverlangt werden müssen und die diese auch liefern kann, denn das Knowhow ist vorhanden. Das die Umsetzung von neuen Abgaskonzepten beim Dieselmotor teuer ist bin ich gern bereit in Kauf zu nehmen, um meinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Von anderen Verbrennungsmotoren, die mit Wasserstoff oder Gas betrieben werden,   und deren Zukunft berichten Sie nicht und stellen auch die Entwickelungsmöglichkeiten  von diesbezüglchen  Alternativen nicht dar, wurden  Konzepte schon auf der EXPO 2000 angeboten. Vielleicht denken Sie auch einmal über diese Möglichkeiten nach. Ich jedenfalls fahre meinen PKW-Diesel der neusten Generation zunächst weiter und warte auf den kommenden Fortschritt, denn mit 80 Litern Verbrauch auf 1000 km  Strecke bin ich vom Motorkonzept überzeugt. – Holger Dreyer


Leserbrief zu „Ergebt euch. Oder flieht!“ von Christian Fuchs

Der Bericht über den Putsch in der Türkei hat mich nur bestätigt. Schon vor einem Jahr habe ich gesagt: Erdogan hat viel aus der Geschichte der Deutschen (Adolf Hitler) gelernt. Wie der Führer hat er ein Talent die Massen für sich zu gewinnen, sich und seine Machenschaften dabei zum Wohl des Volkes darzustellen. Dabei die tatsächlichen Absichten aber wirkungsvoll zu verschleiern. Wenn das Volk erst einmal begriffen hat, wie es manipuliert wurde ist es für eine Umkehr leider zu spät. Jede Opposition ist eingesperrt oder ausgereist.

Die Entlassung von Führungskräften in allen Bereichen (Militär, Polizei, Justiz, Presse, Hochschulen und Schulen, etc.) sorgt letztendlich dafür das auch keine Opposition mehr nachwächst.Kim Jong Un würde zustimmen und sagen: „Alles richtig gemacht“. Allen in Deutschlan lebenden Türken die  Erdogan gewählt haben, würde ich raten der Bundesrepublick Deutschland schnell den Rücken kehren, damit sie in ihrer türkischen Heimat schnell in den Genuß ihrer getroffenen Wahl kommen. Sie sollen nicht verpassen, wenn ihr Erdogan die Türkei wieder groß macht. Das im Untersuchungsbericht nichts neues zu Tage kam verwundert nicht, der Überfall Polens 1939 war genauso real wie dieser türkische Putschversuch. Meiner Meinung nach ein gut inzeniertes Theater durch Erdogan, was ihn auch zu dem Ausspruch verleitete: „Das das ein Geschenk Gottes sei“. Wie alle Despoten neigt er zur Selbstüberschätzung.

Wenn wir uns die Konsequenzen seines Handelns mal auf die Bundesrepublick Deutschland umlegen, wird man erkennen wie tiefgreifend schon jetzt die daraus entstehenden Konsequenzen sind. Das dieses Land noch immer NATO-Partner  ist, beweist nur wie gut Herr Edogan die schwachen (demokratischen) westlichen Regierungen eingeschätzt hat. Die Flüchtlingskrise kam da zur rechten Zeit. – Heinrich Behre


Leserbrief zu “Google und die Frau am Herd“ von Eva Wolfangel

Frau Wolfangel beschreibt gut den Stand der Technik in der Künstlichen Intelligenz: Das Maschinelle Lernen ist deshalb so mächtig, weil die Maschine aus unseren Daten ohne großes Zutun lernt (Übersetzen, Bilder klassifizieren, Autofahren, etc.), indem sie sich quasi selbst programmiert. Dabei spiegelt die Maschine unsere Welt dann ungefiltert und ohne Garantie für normativ gewünschtes Verhalten wider. Wenn viele Texte von Frauen in Aufsichtsräten oder auf dem Bau handeln würden, dann ergäben sich hier starke Assoziationen. Wenn normale Autofahrer ein autonomes Auto trainieren würden, dann würde es wohl zu schnell und zu dicht auffahren.

Die wissensbasierten Expertensysteme auf der anderen Seite können gewisse gute Eigenschaften garantieren, sind aber aufwändig zu programmieren und skalieren nicht. In der Forschung arbeiten wir längst an der Hypothese: Die kognitiven Systeme der Zukunft sollen dann die Macht der Daten mit der Kraft des Wissens vereinen. Diese Systeme können dann hoffentlich auch erklären, warum sie in bestimmten Situationen wie handeln und noch wichtiger — man wird sie leichter korrigieren können. – Dr. Aljoscha Burchardt


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Schuld ist, wer nicht verhindert – oder überhaupt erst ermöglicht -, dass Eskalation entstehen kann. Es lohnt sich, nach den Motiven der Entstehung zu fragen: Wessen Gewalt zieht welche Gewalt nach sich? Die einen verhielten sich, wie sich ein Outcast eben verhält. Die anderen hatten das Monster ja selbst kreiert.

P.S. Es ist eine psychoanalytische Erkenntnis, dass alles Verdrängte mit doppelter Wucht zurückkehrt! – Joachim Westphalen


Leserbrief zu „Nichts für arme Leute“ von Jan-Martin Wiarda

Gegenüber dem Bezugsartikel sollten Sie richtigstellend Folgendes bringen:

In Zeiten der Fake News sollte die seriöse Presse doch zumindest wörtliche Zitate korrekt bringen. Es steht keineswegs wie Wiarda behauptet – im Grundgesetz, dass Privatschulen nur genehmigt werden dürfen, wenn „an ihnen ‚eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird'“, vielmehr heißt es für diesen Fall dort in Art. 7 Abs. 4 Satz 3: „Die Genehmigung ist zu erteilen, […]“. Dass die Genehmigung zu versagen ist, sieht nur der folgende Satz 4 vor, und zwar für den Fall, dass „die wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Lehrkräfte nicht genügend gesichert ist.“ Man mag mit den Auslegungskünsten der (Verfassungs-) Juristen trotzdem dem Satz 3  ein „Sonderungsverbot“ entnehmen können, kann aber dafür nicht den Wortlaut des Grundgesetzes anführen.  – Prof. Dr. Michael Sachs


Leserbrief zu „Goodbye, Humboldt?“ von Josef Joffe

Herr Joffe schreibt mit Bezug auf Künstliche Intelligenz, die Literatur baue “eine andere Brücke zur Wahrheit, als ein Ingenieur sie je konstruieren könnte”. Hier liegt die weit verbreitete Annahme zugrunde, dass es auf der einen Seite die Fachexperten gibt und auf der anderen Seite die Ingenieure.

Wir propagieren als Leitmotiv die menschzentrierte Künstliche Intelligenz, bei der alle Intelligenz vom Menschen ausgeht und dann aber erweitert wird. So kann in der Zukunft ein Literaturwissenschaftler etwa tausende von Büchern in allen möglichen Sprachen nach bestimmten Figuren untersuchen, ein Krebsforscher zehntausende von Patientengeschichten nach bestimmten Krankheitsverläufen auswerten oder ein Archäologe bestimmte Stilkennzeichen in allen Fundstellen der Welt suchen.

Das erfordert in der Tat, wie Herr Hoffe schreibt, eine sehr gute (Allgemein-)Bildung aufseiten der Fachexperten und der Ingenieure und eine interdisziplinäre Kooperation. Maschinen sind wie Kinder — sie brauchen gute Lehrer, über die sie hinauswachsen können. – Dr. Aljoscha Burchardt


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Endlich einmal eine frische Idee für die alten, bis her unlösbaren Probleme. Allerdings ist wohl die Kuba/USA-Lösung nicht 1:1 umsetzbar auf Afrika/EU. Es sind viel zu viele Staaten involviert mit unterschiedlichen Interessen. Mir stellen sich vorerst folgende Fragen:

– Mit welchen Staaten Afrikas vereinbart man Quoten? Kann eine geographische Grenze z.B. der 5. nördliche Breitengrad sein?

– Voraussetzung wäre wohl, daß die EU vorher festsetzt, wie viele Migranten sie insgesamt aufnehmen will (Obergrenze!).

– Voraussetzung ist natürlich auch, daß alle Quotenmigranten einen gültigen und nicht gefälschten Paß haben.

– Trotzdem wird es weiterhin illegale Migranten geben. Wohin will man diese zurückschicken, wenn ihre Herkunft nicht geklärt werden kann?

– Und ein sehr schwieriges Problem: Wie erfolgt die Aufteilung auf die einzelnen EU-Staaten?

Wäre es nicht viel einfacher und radikaler. wenn die EU einen Fährdienst einrichten würde, der die Migranten gegen eine geringe Vergütung, notfalls auch kostenlos, von Nordafrika nach Europa bringt unter der Voraussetzung, daß nur Reisende mit einwandfrei gültigen Papieren an Bord gelassen werden. Wer keine Papiere hat, muß in Afrika bleiben. Gleichzeitig werden alle Rettungsmaßnahmen im Mittelmeer, gleichgültig ob Frontex oder NGO eingestellt. – Klaus Haack


Leserbrief zu „Museen & Galerien“

Warum taucht in Ihrer Übersicht “ Museen & Galerien“ eigentlich nie ‚Kiel‘ auf? – Kurt Tschenett


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Karl Popper hat in seinem Buch „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ den Rechtsstaat, dem sich alle fügen, als eine der wichtigsten Grundlagen einer Demokratie beschrieben.

Das gilt freilich für die (wechselnden) Mehrheiten genauso wie für die (wechselnden) Minderheiten in einer demokratischen Gesellschaft.

Wer also des Denkens mächtig ist, kann zu keiner Zeit ein Interesse haben an in Aufruhr und Gewalt eskalierenden Demonstrationen, an rechtsfreien Zonen und Anarchie, de facto an der Infragestellung der rechtsstaatlichen Ordnung und Gewalten(zu)teilung.

Für den Riot in den Straßen und die Trolle im Internet hingegen stellen (Lebens)Frust und blinder Hass auf „das System“ das konstituierende Element ihrer pathologischen Ideologie und Kampfbereitschaft dar.

Doch mit emotionalen Provokationen und martialischen Auftritten können keine politischen Ziele allgemein glaubwürdig und anerkannt verfolgt werden. Wer Gewalt anwenden muss um seine Werte durchzusetzen hat nichts, das wert wäre, errungen zu werden. Aus diesem Grund stellt sich natürlich die Frage nach öffentlich vernehmbaren Stimmen linker Politiker und Intellektueller, die den ideologischen Fanalsetzungen während der Hamburger Chaos-Tage entschieden hätten widersprechen können, nicht zuletzt, um eine kommunikative Deeskalation zwischen den Ordnungskräften und den diversen Gruppierungen zumindest jenseits des Schwarzen Blocks (und somit jenseits der Vernunft) zu versuchen.

Das gilt umso mehr, als dass wir in Deutschland in einer der bewährtesten Demokratien leben dürfen. Hier gilt das Primat des Wortes, der Meinungsfreiheit im verbalen Austausch, obgleich zugegebenermaßen auch die Erkenntnis Jean Pauls (1763-1825, dt. Schriftsteller): „Sprachkürze gibt Denkweite“ bisweilen mehr Beachtung finden sollte.

Die sicherheits- und ordnungsrelevante Aufarbeitung des diesjährigen G20-Gipfels steht nun an, und man darf leider getrost von einem regen Wechsel an gegenseitigen Schuldzuweisungen ausgehen. Die Aufarbeitung der politischen Inhalte inklusive der (normativen) Abschlusserklärung erfolgt auf höherer Ebene, hoffentlich aber nicht weniger ambitioniert und zielorientiert – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Der Autor stellt am Anfang des Artikels die Frage „Darf man einen Rewe-Supermarkt plündern und kurz und klein schlagen?“.

Der Rest des Testes widmet sich dann ausführlich den Möglichkeiten und Aspekten einer „Abwägung“ dieser (und ähnlicher) Fragen.

Das ist falsch. Die richtige Antwort lautet: nein. – Ulrich Korsch


Leserbrief zu „Die Tatortreinigerin“ Sebastian Kempkens und „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Heute möchte ich Ihnen ausdrücklich danke für zwei „positive“ Artikel.

Die Ereignisse von Hamburg haben mir persönlich zugesetzt und meine Sorge um diese Land und seine Menschen noch weiter verstärkt.

Deshalb haben mir Ihre Artikel „Die Tatortreinigerin“ (Politik S. 5) und „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ (Politik Seite 9) gut getan und mich gefreut. Dies einfach zwischendurch. – Manuela Strotmann-Engel 


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Die Ereignisse um den G 20-Gipfel in Hamburg werden in diesem Artikel zynisch missbraucht, um eine globale und pauschale Anklage gegen „die Linke“ loszulassen, wie sie von der Rechten seit je und zunehmend auch in Mainstream-Medien zu vernehmen ist. Und wieder einmal mit der gleichfalls ebenso uralten wie absurden Unterstellung: Wenn ähnliche Gewaltübergriffe von Demonstranten verhindert werden sollen, muss man linke Kapitalismuskritik abschaffen, weil diese die „Ideologie“ ist, die solche Gewalt erzeugt. Wurden nicht einst z. B. Adorno und Habermas als „Überbau“ von Baader-Meinhof diffamiert?

Und dieses demagogisch vorgetragene antilinke Ressentiment hüllt sich hier in die Form eines langen Artikels, in dem nicht mit einem einzigen Satz auf den bisherigen Wissens- bzw. Unwissensstand zu den Gewalt-Vorfällen in Hamburg eingegangen wird: Was für extremistische Personen und Gruppen genau haben Gewalt ausgeübt? Das einzige, was dazu bisher klar ist: zweifellos nicht „die Linke“. Aber wenn linke Personen und Gruppen, sind das solche, die überhaupt jemals ernstzunehmende politische Kapitalismuskritik artikuliert hätten?

Haben dabei eventuell auch agents provocateurs mitgewirkt? Vor allem:

In welchem Maße ist Polizeigewalt von vornherein unverhältnismäßig und vielleicht rechtswidrig eingesetzt worden?

Das durchgehend Demagogische dieses Artikels lässt sich an vielen Stellen aufdecken. Ein Beispiel: Die Zuschreibung der „apokalyptischen“ Diffamierung des zu bekämpfenden Gegners als „das schlechthin Böse“ ist bekanntlich keine linke Rhetorik, sondern eine Erfindung des George W. Bush, der für die Handlungen, die er mit dieser Erfindung und vielen Lügen legitimierte, vor dem Internationalen Strafgerichtshof der UNO wegen des Verbrechens illegaler Aggressionskriege angeklagt werden müsste. In der gleichen demagogischen Weise, wie er die in Marketing-Sprache aufgezählten Errungenschaften des Kapitalismus anpreist, reiht Mangold Beispiele für eine angebliche „Dämonisierung“ des Kapitalismus durch „die Linke“, um deren Gesellschaftskritik, einschließlich der in seinem eigenen ZEIT-Feuilleton oft vorgetragenen, lächerlich zu machen:

Alles, „was irgendwie unschön ist“, schiebe sie dem bösen Kapitalismus in die Schuhe und nicht – wie es Konservative und Apologeten seit je gemacht haben – der condition humaine.

Dass zu genau dieser Sorte von Ideologen und Demagogen ab sofort auch Herr Mangold zu zählen ist, hoffentlich mit beruflichem Aufstieg in den Vorstand einer wirklich schönen Stiftung, geht aus seinem freudigen Schlussbekenntnis hervor, die Gewalt-Ereignisse in Hamburg hätten „das System stabilisiert“ und die Polizei beliebt gemacht. – Norbert Mecklenburg


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Auf den Seiten 3 bis 5 der Ausgabe vom 13.07. wird des öfteren der Begriff „Riot“ ohne Erklärung der Bedeutung dieses nicht deutschen Wortes wie selbstverständlich verwendet. Es mag für die (jungen?) Verfasser der Artikel selbstverständlich sein, dass „man“ den Begriff und seine Bedeutung allgemein kennt.  (Ich kannte ihn nur im Zusammenhang mit der Moskauer Girl-Band Pussy Riot  und erahnte seine Bedeutung nur. Um ihn nachzuschlagen, war mir dies nicht wichtig genug.) Ist es für die Redaktion schon selbstverständlich , dass alle Leser die Bedeutung englischer (nicht alltäglicher) Vokabeln kennen müssen? Wenn nicht, schulen Sie doch bitte Ihre jungen (so bis 45 Altersjahre) Mitarbeiter entsprechend. – Joachim Kramer


Leserbrief zu „Über Distanzierungen und Gemeinsamkeiten“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Sie schreiben „Den einen hatte ein stramm linker Biodeutscher geschrieben …“.

Es kann ja sein, dass ich Ihre Ironieebenen nicht auf die Reihe bekomme, aber ich empfinde den Begriff „Biodeutscher“ als abwertend und beleidigend durch die Gleichsetzung von mir mit Biogemüse oder Biofleisch etc.

Darüber hinaus transportiert der Begriff die Vorstellung, dass die biologische Abstammung von Menschen keine Rolle spielt bzw. spielen darf und damit implizit eine Befürwortung von Massenzuwanderung, bei der ethnische und kulturelle Herkunft keine Rolle spielen (dürfen).

Ich habe nun die Einschätzung, das würde unser Land massiv verändern und zwar in einer Weise, die meinen persönlichen Interessen nicht förderlich wäre.

Vielleicht ist Ihnen der Begriff „Biodeutscher“, natürlich auch „Biodeutsche“, da hätte ich Ihnen ja fast ein unkorrektes Email zugemutet, ja bei Gelegenheit eine Kolumne wert, mit der ich mich dann gerne auseinadersetzen würde. – Reiner Felkel


Leserbrief zu „Kann die SPD das noch drehen?“ von Matthias Krupa

Ein neuer Laserbrief zu ’kann die SPD das noch drehen?’

z. B. mit ‘alte Zöpfe sofort abschneiden’:

1. der Bart muss ab!
2. Genosse/in muss weg! – Dr. Hans-Joachim Schumann


Leserbrief zu „Goodbye, Humboldt?“ von Josef Joffe

In seiner Eigenwerbung hätte Herr Joffe neben Euklid und Platon auch noch Sokrates bemühen können: „ένα ξέρω ότι δεν ξέρω τίποτα“! Diese Bemerkung des bedeutenden alt-griechischen Philosophen hat nichts an seiner Aktualität verloren, ungeachtet der Tatsache, dass sowohl Wilhelm als auch Alexander von Humboldt großes geleistet haben. – Jürgen Rohlfshagen


Leserbrief zu „Heute ein König“ von Gero von Randow

Frankreich überrascht den Nachbarn Deutschland mit dem Feuerwerk einer quasi politischen Revolution seiner Institutionen, im Präsidentenamt und in der Assemblée Nationale. Daß Emmanuel Macron im Alter von 39 Jahren an die Macht in Paris gelangt ist , ist im wesentlichen dem Tatbestand zu verdanken, daß das System der US-amerikanischen primaries, also den frz.  „primaires“,  der de Gaulle“schen 5. Republik übergestülpt wurde.

Die „détresse“ und der „pessimisme“ , also Traurigkeit und Pessimismus in Sachen Zukunftszuversicht,  haben dem Frankreich der letzten zwei Jahrzehnte einen Art °Marasmus°  beschert, also zumindest einen  ziemlich heftigen psychischen Kräfteverfall.^  Nun baut Macron  an einer neuen °grandeur de la France°, wobei er als Ziel vor Augen hat, die „exception  culturelle francaise“ von ihrer alten Patina einer ehemaligen Weltmacht zu befreien und nun als leuchtendes Reformprojekt einer sozialliberalen „brave new world“ erstrahlen zu lassen. ^^

Politologisch handelt es sich bei der „République en marche“ um eine „Bewegung“ und dieses Wort ist nun leider im deutschen Geschichts-Bewußtsein mit den aller/negativsten Konnotationen besetzt. Deshalb erklärt sich auch die Vorsicht deutscher Kommentatoren des zeitge-nössischen Frankreichs , Emmanuel Macron bereits zu früh in den Olymp eines vollständigen Erneuerers Frankreichs zu erheben. – Sigurd Schmidt


Leserbrief zu „Anti.Autoritär“ von Yascha Mounk

Neue Romantik statt Neuer Rechte?

Der junge Polit-Theoretiker Yascha Mounk gibt vor, ein pädagogisches Rezept gegen die „Neue Rechte“ zu haben: „Vertrauen statt Kritikfähigkeit“ und „Patriotismus statt Nihilismus“. Dieses Rezept ist grundfalsch, da auch schon Mounks Analyse grundfalsch ist. Schlimmer noch: Mounks Rezept spielt gerade denen in die Hände, deren Methoden damit eigentlich bekämpft werden sollten. Mounk spielt das Spiel der Neuen Rechten mit: Die Gegenaufklärung. Gefühl statt Verstand.

Die politischen und gesellschaftlichen Probleme der heutigen Zeit haben Ihre Ursache nicht in zuviel, sondern, wie bisher auch, in mangelnder Kritikfähigkeit. Wir hinterfragen nicht zuviel, sondern immer noch viel zu wenig. Wir sind immer noch viel, viel zu denkfaul! DARAN krankt die Pädagogik, damals und heute. Kaum einer macht sich die Mühe, zumindest zu versuchen, die Dinge konsequent zu Ende zu denken. Die Mehrheit der Menschen ist mit der vorgeblich einfachen und vorgebliche offensichtlichen Lösung zufrieden, die dem angeblich so gesunden Menschenverstand entspräche. Alternativlose „Vernunft“! Das gilt nicht nur für die Neuen Rechten, das gilt auch für Politiker aller Couleurs, das gilt für Pädagogen, das gilt auch für die meisten Hochschuldisziplinen, die sich wissenschaftlich nennen. Unser Problem: Die vorgeblichen Lösungen der Neuen Rechten sind besonders einfach und geistig bequem.

Die „Fakten“ haben allein die Funktion, das Weltbild zu festigen, Sicherheit vorzugaukeln. Wäre die Kritikfähigkeit der Menschen etwas ausgeprägter, fielen sie nicht darauf herein. Der wissenschaftliche Analphabetismus ist erschreckend! Das gilt besonders hinsichtlich der Naturwissenschaften. Selbst viele Wirtschafts-„Wissenschaftler“ träumen immer noch von einem ewig möglichen Wachstum. Die Katastrophe des menschenverursachten Klimawandels wäre längst gebannt, wenn Politiker und Wirtschaftswissenschaftler früher auf die Naturwissenschaftler gehört und nicht alles besser gewusst hätten. Wir brauchen jetzt nicht noch mehr Gegenaufklärung! Wir brauchen dringend eine Aufklärung 2.0, eine Aufklärung, die selbstreflektierend ist, die akzeptiert, dass der Mensch kein rationales Wesen sein kann. Gefühl UND Verstand! Das aber setzt ausreichend Muße und Mut voraus – zum unvoreingenommenen Erforschen der eigenen Gefühlswelt und zum anschließenden Nachdenken!

Die Pädagogik war übrigens als Ganzes nie antiautoritär: Ohne Autorität wäre kein Unterricht möglich, gestern nicht und heute auch nicht. Es wird vielleicht nicht mehr geschlagen, die Erziehungsmethoden wurden subtiler. Früher wie heute zeichnet sich ein guter Lehrer durch seine Persönlichkeit aus. Und durch seine Bereitschaft, zusammen mit den Schülern dazuzulernen. Durch seine Offenheit gegenüber der Welt. Diese Offenheit ist nicht ohne ein gerüttelt Maß an Kritikfähigkeit zu denken: der Welt und sich selbst gegenüber.

Blindes Vertrauen in den Staat und in die staatlichen Institutionen war noch nie angebracht und ist es auch heute nicht: Klimawandel, Dieselskandal, TTIP, um nur ein paar wenige Beispiele aufzuzählen: Sie sind Ausdruck von Lobbyismus und demokratiefreier Machtstrukturen. Die repräsentative Demokratie ist erstarrt. Sie hat damit ihre Zukunftsfähigkeit verloren. Wir brauchen dringend neue und ergänzende Formen der Demokratie, z.B. Losen statt Wählen. Was immer gern vergessen wird: Demokratie ist kein Zustand, Demokratie ist ein Prozess. Und daher immer anstrengend! Vertrauen kann man nicht in der Schule lernen, sondern nur durch eigene Erfahrung: Die Institutionen müssen immer wieder zeigen, dass sie das Vertrauen wert sind.

Was wir nicht brauchen: einen neuen Patriotismus. Auch keinen „moderaten“. Es gibt keinen „moderaten Patriotismus“, genauso wenig, wie es eine „moderate“ Schwangerschaft gibt. Patriotismus ist zudem ein künstliches Gefühl, ein Ersatz-Gefühl, dass fehlendes Selbstvertrauen, fehlende Selbstgewissheit ersetzen soll. Es ist eine Krücke, die auf einen Mangel hinweist. Man kann einzelne Menschen lieben, eventuell noch eine Gruppe von Menschen, man kann einen Ort, eine Stadt und eine Region lieben. Ein „Vaterland“ zu lieben aber deutet auf eine psychische Störung hin, die keine scharfe Grenze zum Nationalismus hat. „Patriotismus“ setzt eine Einheit und damit eine Einheitlichkeit voraus, die es in Wirklichkeit nicht gibt. „Patriotismus“ setzt ein Drinnen und ein Draußen voraus – Freund und Feind. Es gibt aber nur eine Menschheit. „Ein Europa der Vaterländer“ – das ist die schwarze Propaganda der Neuen Rechten, die letztlich zum Krieg führt. Mounks Aufsatz ist ein Ausfluss nicht unbedingt der „Neuen Rechten“, aber zumindest der Neuen Romantik. Und die war schon einmal ein (ungewollter) Wegbereiter in den Wahnsinn nationalistischer Diktaturen. – Volkmar Heitmann


Leserbrief zu „Was Terroristen antreibt“ von Stefan Weidner

Meines Erachtens machen Sie es sich viel zu einfach. Zwar haben Sie Recht, wenn Sie die ungerechte Weltordnung (eine zugegebenermaßen tatsächlich sehr „schwer erträgliche Realität“) dafür verantwortlich machen, dass sich Menschen radikalisieren. Als alte Linke würde ich das in jedem Fall unterschreiben.

Ihr Fehler liegt jedoch darin, dass Sie sich ausschließlich auf diese Ursache konzentrieren und radikale islamistische Propaganda als Verursacher von Terrorismus kategorisch ausschließen. Beide Realitäten existieren leider nebeneinander und machen daher die Bekämpfung islamistischen Terrors umso schwerer.

Was geschieht zum Beispiel gerade in der neuen fortschrittlichen Moschee in Berlin, in der Sunniten, Schiiten, Männer und Frauen gemeinsam beten sollten und die auch anderen Religionen sowie Atheisten offen stehen sollte? Die Leiterin der Moschee erhielt über

100 Morddrohungen, gegen sie wurde eine Fatwa ausgesprochen, denn eine solche Offenheit wird von den Vertretern des Steinzeit-Islamismus nicht geduldet. Mittlerweile finden Gottesdienste in der Moschee nur noch unter schwerstem Polizeischutz statt.

Ich bin unbedingt für eine multikulturelle, offene Gesellschaft und habe mich in den vergangenen 2 Jahren immer wieder ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert. Leider musste ich jedoch realisieren, dass viele arabischstämmige, islamische Flüchtlinge mich als Frau nicht respektieren wollen. So wurde ich abends in der Berliner U-Bahn von einer Gruppe alkoholisierter arabischer Jugendlicher begrapscht. Sehr oft werde ich auf der Straße aggressiv angeglotzt. Beim letzten Sprachcafé in Berlin-Zehlendorf, das dazu dient, Flüchtlingsfamilien in Kontakt mit Helfern zu bringen und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, saß ich mit einer syrischen Familie am Tisch. Das erste, was der Familienvater mir im Beisein seiner Tochter und seiner verschleierten Frau sagte, war, dass er in Syrien 4 Frauen hatte und die auch gern hier hätte. Dabei grinste er mich dreckig an. Sicher können Sie sich vorstellen, dass ich mich in dieser Situation alles andere als wohl gefühlt habe…

Ich rate Ihnen: Fragen Sie die Frauen aus ihrem Bekanntenkreis, ob sie schon ähnliches erlebt haben! Und lesen Sie Alice Schwarzer. Ihre Analyse scheint mir vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen und der Erfahrungen vieler meiner Freundinnen und Kolleginnen leider nach wie vor höchst zutreffend sein. – Martina Weitendorf


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Die Legitimität von Gewalt ist bei Protestierenden bisweilen ambivalent besetzt. Leider vermeidet der ZEIT Artikel hier eine eindeutige Stellungnahme. Der Autor kokettiert gar mit diesem Thema, da “ es schön, aber auch ein bißchen langweilig ist, jetzt alle Gewalt zu verurteilen.“ In einer Subsumierung diverser Szenarien von Gewalt wird dem Leser subtil auch die Lust an der Gewalt vermittelt. Nicht einmal der Versuch einer rationalen Ursachenforschung gerade in demokratischen Staaten, wo die „Zustände unerträglich“ sein sollen. – Dr. Matthias Euler


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

„Ein bisschen langweilig, dass jetzt alle die Gewalt verurteilen“, findet Iloma Mangold. So einfach möchte er es der (den) Linken nicht machen und sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, ihnen ihre Kapitalismuskritik mal so richtig um die Ohren zu hauen. „Die Linke“ und RAF-Terror und Karl Marx, alles in einen Sack und feste druff, wer wird da gleich nach differenzierterem Urteil rufen?

Nach Adorno ist AUTONOMIE die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen. Es ist in diesem Sinne ein Hohn, wenn sich die hirnlosen, von blinder Zerstörungswut und Hass getriebenen kriminellen Rabauken, die in Hamburg, vermummt wie Gangster, Steine auf Menschen werfen, Autos in Brand setzen und Schaufenster einwerfen, A u t o n o m e  nennen. Schon gar nicht autonome Linke mit einer dezidierten politischen Meinung sind sie. Wenn überhaupt, sind diese Leute zu vergleichen mit Hooligans und grölenden Neonazi-Horden vor Asylbewerber-Unterkünften.

Das alles weiß Mangold natürlich, weshalb bei seinem Feuilleton-Beitrag sehr durchsichtig ist, woher der Wind weht und vor allem wohin. Der Beifall des Kapitalismus-affinen schwarzgelben Lagers ist ihm gewiss – auch ein bisschen langweilig oder? – Uwe Blaase


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Bezüglich der Gewalttaten im Rahmen der Demonstrationen zum G 20 Gipfel, beschäftigen mich 2 Fragen, welche nicht gestellt wurden.

Hat ein Bürger der Bundesrepublik Deutschland, welcher sich mit einer solchen Gewalt , gegen den Staat stellt, nicht jedes Recht verloren? Mir gehen zwei Gedanken durch den Kopf. Wenn jemand sich auf diese Art und Weise gegen den Staat stellt, hat er jegliches Recht auf finanzielle Unterstützung durch den Staat verwirkt. Arbeitslosengeld , Hartz 4 , und Rentenversicherung sollten für einen längeren Zeitraum ausgesetzt werden.

Darüber hinaus sollte man den Gesamtschaden, durch die Anzahl der Überführten und Verurteilten teilen, und zurückerstatten lassen.

Die zweite Frage ist etwas schwierig, da ich die Gesetzeslage in dem Bereich nicht genau verstehe. Aber ich bin davon überzeugt, das sich diese Frage sehr viele Menschen in Deutschland stellen. Wenn ein Polizist mit Stahlgeschossen aus einer professionellen Zwille, für mich eine Waffe, beschossen wird, warum schisst er nicht zurück?

Es wurden Grenzen der Gewalt überschritten und die Bundesrepublik Deutschland muss reagieren. Mit härteren Strafen oder den Polizisten mehr Rechte geben.

Es ist ein Wunder das in Hamburg niemand ums Leben gekommen ist. Muss es erst wieder soweit kommen, bevor die Politik reagiert ? Ich hoffe nicht. – Michael Gerstendorf


Leserbrief zu „Ein breites Feld“ von Carolin Würfel und Heike Faller im ZEIT Magazin

Endlich nimmt sich auch das Zeit-Magazin dieses zukunftsweisenden Themas an. Eine Aussage, die sich auf den zweiten Blick, als gar nicht so ironisch erweist.

Angefangen von der, in Mittelstandtoiletten zu 100%, vertretenen Aufforderung im Sitzen zu pinkeln, über das unsägliche Penetrationsbashing des ausgehenden letzten Jahrtausends, mit dem sich eine ganze Männergeneration auseinandersetzen musste, sind wir also nun beim manspreading gelandet. Geht´s noch!

Ganz abgesehen davon, dass Frauen in der U-Bahn mit ihren „Handtaschen“ und mit lässig übereinander geschlagenen Beinen (gegenüber) auch sehr raumgreifend unterwegs sind, wird man bei Bedarf in der Regel Platz machen.

Interessant zu lesen, dass oft Feministinnen und Genderexpert*innen hinter den Forderungen nach Benimmtafeln stehen. Würde mich wundern, wenn diese Personen sich scheuten, Platz zu nehmen.

Dem, nicht selten öffentlich geförderten, Männerhass, ist nichts zu blöde oder banal.

Was lassen sich die Männer denn noch alles gefallen. Aus der dümmlichen Mutti in der Werbung, ist heute der tollpatschige Mann geworden. Und wir Männer lachen mit. Unbeholfene Komplimente darf sich noch ein Georg Clooney oder sonst ein Sahnetörtchen erlauben. Jeder andere muss um seine Kariere fürchten.

Männliche Instinkthandlungen werden diskreditiert und noch schlimmer, der Lächerlichkeit preisgegeben.

Der alte, weiße Mann ist zum Übel schlechthin geworden. Wer mal darüber nachdenkt, welche Eigenschaften in unserer kulturellen Entwicklung der letzten Jahrzehnte in „Ungnade gefallen“ sind, dem wird schnell klar, dass nahezu alle männlich konnotiert sind. Dies war zum Teil notwendig, aber es wird Zeit das Geschlechter- Gerechtigkeits- Pendel abzubremsen.

Ich bin sicher, Frau Faller trifft mit ihren Schlussgedanken den Nagel auf den Kopf. Es sind die Abgehängten, die Trump oder AfD wählen, aber es sind nicht die finanziell, sondern die kulturell abgehängten. – Michael Breining


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Wie es der Artikel von Mariam Lau ‚Moralische Panik‘ auf der Seite 1 der ZEIT geschafft hat, ist mir ein Rätsel. Es ist abenteuerlich, den Deal zwischen den USA und Kuba als Blaupause für ein Abkommen Europas mit Nigeria zu empfehlen. Kuba: ca. 11,5 Mio Einwohner (Tendenz abnehmend), 65% Weiße / 18% Mestizen, hochentwickeltes Bildungssystem

Nigeria: ca. 200 Mio Einwohner (Tendenz Verdoppelung bis 2050), 100% Schwarze, Alphabetisierung 60% Dazu noch der verunglückte Vergleich mit dem Türkeiabkommen: bekanntlich wollen die Migranten nicht nach Griechenland, sondern nach Nordeuropa, und dieser Weg ist durch die Schließung der Balkanroute versperrt. – Renate Ehrich


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Die G20-Bilanz verdichtet sich bei mir auf wenige Sätze und Fragen: trotz aktuell dürftiger Ausbeute sind solche Gipfeltreffen wichtig, auch – weltweiter Beachtung wegen. Der Aufwand ist hingegen in nicht vertretbare galaktische Dimensionen gestiegen – ein weiterer Aspekt, Protestwillen zu aktivieren.

Das Sicherheitskonzept der Hamburger Veranstaltung zwingt sicherlich Fragen zu stellen: Haben Verfassungsschützer versagt – über zu kriminellem „Protest“ bereite Bürger keine alarmierenden Signale erhalten. Die eklatanteste Auswirkung ist im Hinblick auf bevorstehende Wahlen darin zu sehen, dass Bilder einer staatsfraulich charmanten Kanzlerin, wenngleich keine glanzvollen Erfolge einfahrend, vorrangig sie stärken,… negative Schlagzeilen dagegen die SPD schwächen – auch weil Hamburgs Erster Bürgermeister in medialer Auswertung erlebter Randale nicht cleverargumentierte.

Drastisch ausgedrückt hieß das Ergebnis der Sache: Den vormaligen Koalitionspartner lässt Frau M. freudvoll ins Messer laufen, obwohl sie es war, die den Gipfel in die Hansestadt brachte.-  klaus heyde


Leserbrief zu „Der Mob“ von S. Kempkens

Der Mob, die Kriminellen, die Stadtviertel von Hamburg ruiniert haben, scheinen in der Tat besonders stark gewüstet zu haben. Das haben auch andere bemerkt. Ich will mich über diese Menschen nicht weiter auslassen. Es sind alle ein Produkt der Politik und der Intellektuellen.

Selbst bei einem solch massiven Versagen der Politik scheint es keinerlei Konsequenzen für die Verantwortlichen zu geben. Wir selbst lassen es ständig zu, daß die fehlgeleiteten Menschen an Größe zunehmen.

Der Anfang dieser Zerstörung der guten Sitten hat bereits in den 68er Jahren begonnen. Wer das als einzig vernünftiges Zusammenleben für Frieden und Wohlstand ansieht, kann nicht richtig im Kopf sein. Es wird eines Tages heißen: Der Friede ist zwar bewahrt worden, aber nur, weil die Menschen in ihren Ländern sich selbst umgebracht haben oder Sie liessen sich umbringen.  – Gunter Knauer


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

„Versteckte Zustimmung

Trumps Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen ist nicht nur ein „Sieg“ Trumps und seiner amerikanischen Unterstützer, sondern weltweit auch ein „Sieg“ großer Teile der Wirtschaft und der Konsumenten, die beide auf Handlungsebene der Logik des privaten und volkswirtschaftlichen Wirtschaftswachstums folgen.

Im Gegensatz zum energieaufwendigen Wirtschaftswachstum  wären ein nachhaltiges Wachstum in Form von Wissen und Reflektionsfähigkeit, technische Kompetenz in Form von Energiereduzierung, soziales Wachstum in Form von Solidarität und Liebe, ein Wachstum der Mobilität  in Form von Stärkung der Eigenbewegung und der Ersetzung des motorisierten Individualverkehrs durch öffentliche Verkehrsmittel, eine Stärkung der Natur im Erdzeitalter des Anthropozäns  eine reale Option für die Zukunft der Erde und der Menschheit.“ – Dr. Boje Maaßen


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Ein Schelm wer böses dabei denkt, daß so viele Ehemalige von Goldman&Sachs in wichtigen Positionen sitzen (z.B. Herr Draghi).

War und ist doch das Mantra von GS und Anderen: nur Schulden sind gut.

Aber warum?

Wer Schulden macht, begibt sich in Abhängigkeit und ist somit manipulierbar. Die beste Voraussetzung auf Kosten anderer Geld zu „verdienen“. – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Der Mob“ von S. Kempkens

Ich fand es etwas schade, dass Die Zeit die Einsatzberichterstattung ihrer Online-Redaktion nicht ausgewertet hat. Es wurde in dieser deutlich, dass die Polizei eine Entscheidung traf, die Randalierer in ‚ihr eigenes Viertel‘ zu drängen, damit sie dieses verwüsten würden – womit man sich das Problem der Dachschützen selbst einhandelte. Wäre es nicht kriegstaktisch klüger gewesen, die Autonomen von ihrem Rückzugsgebiet abzuschneiden. In Berlin zum 1. Mai kontrolliert die Polizei den Kern von Xberg 36 von Anfang an, und Straßenkämpfer werden nach außen abgedrängt. Leute wie Dudde, die hart durchgreifen wollen, wie Schönbohm einst in Berlin, sind zum Scheitern verurteilt, weil sie eben hauptsächlich staatliche Macht demonstrieren wollen. Dass man nun die Schanze opferte, um zerstreute Sachbeschädigung in bürgerlicheren Vierteln zu verhindern, ist dann vielleicht das Pendant zu dem „Zynismus“ der Autonomen, die den Kampf in die Reichenviertel tragen wollten? – Matthias Meindl


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Warum nicht als Feiertag der Tag der Unterzeichnung der Römischen Verträge? Und warum dagegen der Tag der Erstürmung der Bastille? Ein Pariser Mob stürmte die Bastille, befreite eine Handvoll Gefangener und ermordete die Besatzung, zog anschließend mit deren abgeschlagenen Köpfen triumphierend durch die Stadt. Dies als europäischer Festtag? Ich sehe hier keinen Zusammenhang mit der Erklärung der Menschenrechte vom 26. September. Warum nicht dieser Tag als Feiertag? Oder gar die erweiterte Erklärung von Olympe de Gouges von 1791? Ich weiß hier leider nicht das genaue Datum, aber vielleicht lässt sich das herausfinden? Aber grundsätzlich bin ich für den Vorschlag von Priya Basil. Für den Europagedanken wäre ein gemeinsamer Feiertag sicher eine gute Sache. – Helga Bertsch-Messerschmied


Leserbrief zu „Mal nicht so entspannt!“ von Luisa Jacobs

Luisa Jacobs meint es sicher gut. Mehr Präzision hätte dem Artikel allerdings gut getan. Die Übertragung von Hepatitis A wird ebenso wenig von Kondomen verhindert wie die von Krätze oder Filzläusen. Das weiß die Autorin vermutlich. Warum belässt sie es nicht bei den anderen, gewiss ernsthaften Infektionen? Die Wahrscheinlichkeit für eine HIV-Infektion ist heute bei heterosexuellen, nicht extrem promiskuitiven Partnern sehr gering. Eine befreundete Ärztin, die eine HIV-Praxis leitet, hat ihrem Sohn nur eine Broschüre als Aufklärung gegeben. Diese Mutter dürfte wohl wissen, was sie tut. Müssen wir also reden? Gewiss. Aber vielleicht sollte das Thema eher die HPV-Schutzimpfung für Jungen sein. – Dr. med Mike Juraschek


Leserbrief zu „Goodbye, Humboldt?“ von Josef Joffe

Josef Joffe führt in seinem Artikel aus, dass Bildung im Gegensatz zu Ausbildung den runderen Menschen hervorbringt. Nur, welche Bildung soll das sein? Wenn, wie Joffe hervorhebt, unter Bildung hauptsächlich universitäre Bildung verstanden wird, frage ich mich, wie Intellektuelle wie J.S.Mill oder M.Montaigne, um nur einige zu nennen, ohne diese Art von Bildung bis heute einen gewissen Einfluss aus das Geistesleben ausüben können.

Mill schreibt z.B. in On Education, dass der Lernende Fächer wie Geschichte sehr gut aus dazu geeigneten Büchern erlernen  kann.Weiter frage ich mich, wenn man in die Leserbriefecke mancher, meistens konservativer Zeitungen, zu Themen wie der Ehe für alle schaut, ob der Unterschied so mancher promovierten oder habilitierten Menschen zum Mob auf der Straße nur in der geschliffeneren Sprache besteht? Wie also ist Bildung überhaupt messbar? Durch einen Abschluss von Uni X ?

Bringt die steigende Studentenzahl überhaupt gebildetere,interessantere, klügere Menschen hervor oder lernen die Studenten nur, um einen Job zu ergattern, der zum jährlich erneuerten Sportwagen und der VIP-Lounge im Stadion nebst Mitgliedschaft im örtlich angesagten Golfclub führt?Werden die Geisteswissenschaften nicht immer mehr in den Universitäten an den Rand gedrängt, verkleinert, geschlossen ? Hannah Arendt sprach von Gräben, die sich auftun, wenn sich Menschen geistig immer weiter von den anderen entfernen. Karriereförderlich ist das auch nicht. Warum also soll sich ein Mensch bilden? Die Freude daran, dass man bestimmte hochgeistige Texte wenigstens im Ansatz durchdringen kann, ist kaum mit jemand anderen zu teilen. Um mit Joffe zu schließen, bin ich dankbar, dass Menschen die Ergebnisse langer Denkarbeit in Bücher einfließen lassen, die ich mir leihen oder kaufen kann. Da ich nicht studiert habe, komme ich so gut wie gar nicht in ein Gespräch mit gebildeten Menschen.

Also bleibt mir nur das Lesen. – Michael Schmitz


Leserbrief zu „Der Präsident diktiert” von Can Dündar

Sehr aufschlussreich, auch dieser Artikel (s.u. meine spontane Reaktion auf das Interview selbst, i.e. mein Leserbrief daraufhin)

Die erdogansche Entgleisung zum „du“ gegenüber Herrn di Lorenzo findet Can Bey offenbar nicht mal sooo erwähnenswert. Schon klar, was sind sprachliche Feinheiten gegenüber inhaltlichen Keulen?

Und trotzdem…. – erna apfelbacher


Leserbrief zu „Das alles tut mir leid“ von Charlotte Parnack und Heinrich Wefing

Nun stellt sich die frage waren die gewalttaetet Ev. Christen oder katolische Fanatiker? oder gar Atheisten die die weltordnung der glaeubigen christlichen ordnung stuerzen wollen.denn muslime koennen es nicht sein die sich mit den radikahlem randalieren der roten flora zusammen geschlossen haben.

Denn im koran steht kein moslem darf einen andeten menschen schaden zu fuegen. – christian knaut


Leserbrief zu „Fühlt sich übel an“ von David Berger

GENAU SO !!!

Ja, es gibt ihn ganz offenbar, den „neuen sekulären Dogmatismus, der im Gewand der Toleranz auftritt, aber nur eine Wahrheit gelten läßt“.

Und er nimmt mir jede Chance, gegen AfD-ler zu argumentieren, die sich genau darüber aufregen und das für den Mainstream halten. Was er meiner Erfahrung nach aber gottseidank nicht ist.

*seufz und doppelseufz*  que faire?

Zumindest in der ZEIT scheinen „ohne ideologische Scheuklappen“ Denkende eine Platform zu finden. *hoff und dreifachhoff*

es ist mir durchaus bewusst, dass ich, wenn ich Schwulen gegenüber zwiegespalten bin, das zu tun hat mit meiner (erzkatholisch-)sexualfeindlichen Erziehung. Weil ich offenbar NICHT GANZ DAS tiefsitzende VORURTEIL ausradieren kann, dass Schwule nur Sex haben um des Sex Willen, ohne „innere Anteilnahme“

ABER spätestens als ich das Wort „Kotstecher“ las (und nachgoogelte, weil ich es, natürlich, nicht kannte) war mir schon klar, dass Leute, die solche Begriffe erfinden, IN JEDEM FALL die größeren Ärsche, sorry, sein müssen. Wirklich: UNGLAUBLICH !!! – Rena Rappel


Leserbrief zu „Achte auf deine Körperhaltung“ von Nina Pauer

Es müßte eher auf den Lebenswandel unserer Gesellschaft heißen. Der Deutsche neigt zum Extremismus. Wenn ich durch die Straßen der Großstätte laufe, dann sehe ich fast nur dickleibige Menschen. Manche sind es übermäßig. Weniger Essen, und das möglichst gesund tun und etwas Bewegung verspricht ein langes Leben in Gesundheit.

Alles andere ist Tinnef. Leistungssport ist ungesund. Das ist wissenschaftlich belegt.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „In der Truzburg“ von Christoph Twickel

Nun all diese berichte um gewalt wo bleiben jene aber tausende die fridlich in hambuge ihr recht verteidigt haben ihre meinug fridlich kund zu tun.

Nun hat sich die rohte flohra zur schaltzentrale der gewalt des hasses mal wieder entpupt. das hat nix mit meinungfreiheit und erst recht nix mit dem christlichen glauben in deutschlab zu tun. denn gewalt wird auch bei den ev. lutherischen christen denen ich seit meiner geb. 1956 ANGEHÖRE. UND AUCH NIX MIT DEM KATOLISCHEN GLAUBEN zuTUN.

WO BLEIBEN DIE 2GOSSEN WELT RELIGION, DIE SICH VON IHREN GEWALTTÄTER DISTANZEN.

Auch wenn sich die gewaltarter nicht aufs Christentum berufen. glaeubige aller religioen distanziert euch gegen gewalt. Denn es gibt sie auch bei den christen die gewalt in der kirche predigen die gewalt in der familie dulden und foerdern. Es gibt auch die frauen die gewalt foerdrrn und dulden in den frauen haesern und behoerden schulen und kindergaerten. Denn ohne dises netzwerk der stillen Hilfe des immer noch ns Sympathisanten in behoerden polizei gerichte. Koennten sich rechts radikale gewalttaeter nicht staendig aus der schlinge des staates erfolgreich ihrer Verantwortung entziehen. Die schlaegertrups der rechtsradikalen und auch links werden aus der wirtschaft und der bevoeölkerrung gespeisst der deutschen.

Zeig euch ihr demokraten zeigt flage zeigt euren demokratischen ungehorsam. Zeigt eure fridlichen staerken  – christian knaut


Leserbrief zu „Über Distanzierungen und Gemeinsamkeiten“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Danke, Herr Martenstein, für diese Kolumne. Besonders für den 5. Abschnitt, in dem Sie dafür plädieren, nicht „Islamkritiker und Moslemhasser“ „in einen Topf zu werfen“. Schließlich gebe es viele Muslime, die Islamkritiker sind.

Mir fällt eine ebenso falsche und dumme Gleichsetzung ein, die anscheinend überall salonfähig ist und viele Anhänger in Politik und Gesellschaft hat, nämlich die Gleichsetzung von Israelkritik und Antisemitismus. Dabei gibt es genügend Juden (z. B. „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Israel und Palästina“) oder Friedensgruppen in Israel, die heftige und berechtigte Kritik an der Politik Israels, vor allem an der Besatzungspolitik, üben und deshalb als „Israelhasser“ und „Antisemiten“ bezeichnet und dämonisiert werden. Dabei haben sie den Wunsch, die israelische Gesellschaft vor Verrohung zu bewahren und die Werte des jüdischen Glaubens durchzusetzen (vgl. Rolf Verleger: m“Israels Irrweg“).

Lieber Herr Martenstein, schreiben Sie doch einmal eine Kolumne über dieses Thema. Sie werden merken, dass Sie sofort gesellschaftlich geächtet sind, denn hierzulande gibt es eine starke „Israellobby“, die unter allen Umständen und mit großem finanziellen Aufwand verhindern will, dass über die Besatzungsprobleme und die unmenschliche Behandlung der Palästinenser („Ungeziefer, Schlangen, brecht ihnen die Knochen!“) berichtet wird. – Gertrud Reber


Leserbrief zu „Fühlt sich übel an“ von David Berger

Ist gut, wenn Leute wie David Berger zu Wort kommen und sich verteidigen dürfen. Die Hosianna und kreuzige ihn Rufe gibt es seit es die Menschheit gibt. Mögen sich für David Berger das  Hölderlins Zitat „Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch“ bewahrheiten. Es ist sehr unfair, wie man mit ihm in letzter Zeit umgegangen ist. Er schreibt  mit Leidenschaft und Brillanz gegen die Irrtümer seiner Zeit an, und verkündet seine Meinung, die für viele  unbequem ist.   Es gibt kaum eine Sache an der, er  sich nicht seine Finger verbrannt hat. Bei uns gilt für viele Linksextremismus nur als unvermeidlichen Kollateralschaden einer mit linken Bewußsein ausgestatteten Spaßgesellschaft. Die Demokratie ist nie vollkommen und braucht immer der Diskusssion. Was ist dann wenn viele Meinungen ausgegrenzt werden . Wer Meinungen unterdückt beseitigt nicht die Extreme sondern schafft sie erst. Danke das David Berger sprechen konnte.

Es bringt die Ferienzeit mit sich , dass man oft auf Zeitungen stößt, die man vorher nicht kannte oder gelesen hat. wie ich die

philosophia perennis

Die Zeit kenne ich schon lange. Durch die „Zeit“ wurde ich auf meine spätere Arbeitsstelle aufmerksam.

Wer heute eine wirkliche kontroverse Position vertritt wird sogleich Skandalgeschrei zu vernehmen, so hat es einmal Jens Jessen einmal in der „Zeit “ formuliert und Gräfin Dönhoff hat einmal gesagt, Wir müssen wieder lernen , dass abweichende Meinungen nicht unbedingt der Bosheit entspringen,sondern auch nur Argumenten , vielleicht nur einen anderen Lebensgefühl.Eine kämpferische Demokratie darf nicht nur gegen ihre Feinde , sondern muss auch für ihre Freiheit kämpfen. Wenn es bloß darumginge, alle Meinungen auf der Mitte des politischen Zentrums zu begrenzen, was wäre da der Unterschied zur Diktatur.“

Heute hat ein Leser 2 Drittel der „Zeit“ im Lesesaal auf Borkum enwendet.  Es ehrt natürlich  die „Zeit“ dass ihr soviel Interesse entgegengebracht wird. Aber nicht auf dieser Weise. Peter Haertling , dem Jens Jessen den Nachruf widmete , lernte ich einmal auf einer Lesung kennen. Er hatte damals auch für den Schriftstellerverein, einen Aufruf gegen Bernd Engelmann verfasst, als Engelmann sich sehr schäbig gegen Frau Drewitz verhalten hatte. Darüber habe ich auch mit Peter Chotjewitz gesprochen, den ich gut kannte. – Eckhard Krause


Leserbrief zu „Über Distanzierungen und Gemeinsamkeiten“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Wir haben es verstanden. Sie finden Muslime irgendwie doof. Die meisten zumindest. Vielen Dank für diese Meinungsäußerung. Ich kenne auch doofe Muslime.

Wenn ich jedoch donnerstags beim Aufschlagen des Zeitmagazins bei Ihrer Kolumne lande, denke ich jedes Mal, dass ich aus Versehen ein altes Exemplar in der Hand habe. Es befällt mich diese unendliche Müdigkeit.

Mich würde mal eine Kolumne über ein anderes Thema interessieren, das Ihnen so an einem langen Tag durch den Kopf geht oder in den Medien begegnet. Gibt es da denn gar nichts? Falls Ihnen nichts einfällt, hier eine selbstverständlich unverbindliche Liste von möglichen Themen für die verbleibenden 24 Donnerstage des Jahres:

Neues Auto Ihres Nachbarn, Insektensterben, Windenergie, Situation der Presse in Ungarn, Situation der Gerichte in Polen, verschissene Bürgersteige in Großstädten, Vermögensverhältnisse von Macron, Vermögensverhältnisse von Donald Trump, zu verregneter Sommer, zu milder Winter, Fahrradhelme, Produktionsbedingungen in der Textilindustrie, Korruptionsskandale in Brasilien, Diskussionskultur in politischen Talkshows, Blitzermarathon, Comeback der Vinyl-Platte, Comeback der FDP, Geschenke für Leute die schon alles haben, Dieselskandal, Trend zum Schottergarten in Neubaugebieten, Palmöl, vegane Ernährung, Twitternachrichten von Regierungssprechern, neue Haarpflegeprodukte in Ihrer Lieblingsdrogerie.

Na los: Tun Sie mal was Verrücktes! Bringen Sie etwas Farbe in Ihren tristen Alltag! Geben Sie sich einen Ruck und schreiben Sie über etwas anderes! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Der Präsident diktiert” von Can Dündar

Was schreibt den Ihr Autor für einen Nonsens.? Unparteiischen Journalismus in Deutschland. Da lachen selbst die Hühner in Omas Garten. Unabhängige Medien: wo sind die? Welches Land meint Ihr Autor? – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Eine Woche nach seinem Ende beherrscht der G20-Gipfel mit allem Drum und Dran nun schon die Berichterstattung in den Medien. Sogar zu einem Eklat kam es deswegen in der TV-Sendung Maischberger, indem der prominente CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach wegen des unqualifizierten Geschwätzes der Diskussionsteilnehmerin Jutta Ditfurth empört die Runde verließ.  Chefredakteur G. di Lorenzo wagte nun in dem Beitrag „Block und Beton“ etwas zaghaft festzustellen und begründet dies auch, dass es keine Kapitulation vor Gewalttätern sei, wenn nicht eine offene Großstadt wie Hamburg als Tagungsort gewählt würde.

Regelrecht verwegen preschte dagegen sein Kollege, Mitherausgeber J. Joffe, vor, indem er in der gleichen „ZEIT“-Ausgabe („Gipfel des Terrors“) vorschlägt, solche Treffen auf ein Kreuzfahrtschiff zu verlegen.

Solcher Vorschlag, der inzwischen auch von anderen Journalisten geäußert wurde – ich selbst hatte die Idee schon lange bevor sie in den Medien auftauchte, aber leider nicht urheberrechtlich schützen lassen – kann und muß von jedem rational Denkendem nur unterstützt werden. Demonstrationen als „Elixier der Demokratie“ (Joffe) darf angesichts der zu erwarten gewesenen verbrecherisch-terroristischen Aktionen  des „schwarzen Blocks“ kein höherer Wert beigemessen werden als dem unbedingten Schutz der Bürger und ihres Eigentums.

Und was haben die „reinen“ Demonstrationen eigentlich bewirkt? Absolut nichts! Der Gipfel war zwar nicht ganz umsonst (Kontakt Putin-Trump), aber das lange fertige Programm wurde abseits jedes Außeneinflusses routinemäßig abgespult, und nächstes Jahr wird es wieder einen G20-Gipfel geben, aber in der Bundesrepublik Deutschland erst wieder in 20 Jahren.

Die Kosten des Schutzes der Veranstaltung vor den  Terroristen und die der angerichteten materiellen Schäden mögen berechenbar sein, die gesundheitlichen und psychischen Schäden der Opfer bleiben dagegen unentschuldbar! Eventuelle Rücktritte von versagt habenden Politikern würden am angerichteten Dilemma nichts ändern. – Hans Anhoeck


Leserbrief zu „Anti.Autoritär“ von Yascha Mounk

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass die Erziehung zum Gehorsam die Grundlage für den Nationalsozialismus bildete. Ich glaube aber, dass es bei der Betrachtung dieses Phänomens einige blinde Flecken gibt.

Zu erst einmal kann ein Bildungswesen nicht für sich allein autoritär sein. Dazu muss immer auch die elterliche Erziehung autoritär sein – zumindest bei einem Großteil der Bevölkerung. Eine nicht autoritäre Erziehung – die natürlich nicht zwangsläufig antiautoritär sein muss – wird zum Beispiel keine autoritären Lehrer hervorbringen.

Dann glaube ich, dass Erziehung zum Gehorsam und autoritäre Erziehung nicht dasselbe sind. Und da versteckt sich auch die Begründung, warum auch gebildete Menschen sich von Populisten blenden lassen. Wir erziehen unsere Kinder nicht mehr autoritär, jedenfalls die meisten, aber immer noch zum Gehorsam. Weil das viel subtiler ist als „du machst was ich sage, sonst gibt’s Schläge!“.

Kindern wird hier nicht zugestanden, selbst zu wählen, was für sie richtig ist. Selbst ihre Empfindungen werden ihnen oft aberkannt.

Ersteres zeigt sich im Schulsystem, in dem alle dasselbe lernen müssen, ohne Rücksicht auf Stärken, Schwächen und Vorlieben. Dann kommt hinzu, dass die Schüler durch die Notenvergabe abhängig sind vom Wohlwollen des Lehrers.

Zweiteres beginnt schon früh mit Kleinigkeiten: „jetzt wein‘ doch nicht, das hat doch nicht weh getan!“.

Und last but not least: wir haben hier Schulpflicht! Wenn immer in die Schule müssen, gleichgültig welche anderen Lebensthemen gerade anstehen, nichts mit Erziehung zum Gehorsam zu tun hat, weiß ich nicht, was dann.

Aber da dies alles völlig selbstverständlich ist, wird es gar nicht mehr gesehen. Ich meine, da muss man ansetzen, wenn man das wirklich möchte: mündige Bürger.  – Franziska Reichert


Leserbrief zu “Kanzler von Kösching” von Peter Dausend

Zuerst dachte ich mal wieder an die äußerst eifrigen Köschinger Genossen, als ich von dem Besuch des Kanzlerkandidaten in Kösching erfuhr. Doch der wahre Grund seines Besuches könnte doch tiefer liegen.

Noch tiefer, als nur eine Tradition zu wahren.

Vielleicht erhoffte er, hier in Kösching etwas zu lernen:

Als im Frühjahr 2014 die Kommunalwahlen anstanden, regierte in Kösching bereits zwölf Jahre Herr Schöner (CSU). Die SPD-Kandidatin Andrea Ernhofer machte Wahlkampf mit einem vernünftigen Programm, dem plakativen Spruch „Andrea putzt Schöner“, unter anderem auf roten Putzeimern aufgedruckt, und gewann in der Stichwahl deutlich, obwohl sie weder mit ausgeprägtem Charisma, noch mit deutlich erkennbaren Führungsqualitäten punkten konnte.

Wer wird hier die Parallelen leugnen können?

Schulz braucht jetzt nur noch den richtigen Spruch auf das passende Präsent gedruckt, dann kann ihm nichts mehr passieren…

Übrigens gehört meine Wahlheimat Kösching zu den Orten, in denen es sich besonders angenehm lebt. Besuch von Kanzlerkandidaten braucht man dazu gar nicht. – Frauke Heins


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Anders als Sie meine ich, dass der G 20 in einer offenen Großstadt wie Hamburg nicht nur  durchgeführt werden kann, sondern auch richtig angesiedelt ist. Politik betrifft nun einmal  zuerst die Polis und dann erst die Provinz. Warum soll letztere ausbaden, was ersterer nicht  gelingt?

Nach meiner Einschätzung gab es drei Fehlerquellen:

  1. Die grundsätzliche Einstellung zur Größe und zum Risikopotenzial der Veranstaltung: Es war kein Hafengeburtstag und ein struktureller Personenschutz der Delegationen ist kein umfassendes Sicherheitskonzept.
  2. Die Unterbewertung der Veranstaltung führte zu operativen Fahrlässigkeiten, wie z.B. der fehlenden Absicherung von Gerüsten und Baustellen sowie der mangelhaften Absicherung von Wohngebieten.
  3. Die tendenziell negative Einstellung der Sicherheitsbehörden und Teilen der Politik zum Grundrecht der Versammlungs- und Meinungsfreiheit führte zu einem unnötig provozierenden Konfrontationskurs gegenüber auch dem friedlichen Teil der Demonstranten, z.B. in der Frage  der Camps.

Eine offene, liberale, demokratische Stadt hätte aus Anlass einer Veranstaltung mit breit  gefächerter internationaler Beteiligung auch jene aus ebenso breit gefächerten Regionen   willkommen heißen können, die andere als die vom G 20 zu erwartenden politische Signale  fordern.

So hätte  z.B. eine seitens der Stadt organisierte Zeltstadt auf der großen Stadtparkwiese, in  der angereiste Demonstranten kostenlos einen Schlafplatz erhalten, sich allerdings wie in  jedem Hotel hätten anmelden müssen, zugleich ein positives, deeskalierendes Signal  gesendet und eine Möglichkeit geschaffen, allgemeine Voraussetzungen für das Bewahren  der öffentlichen Sicherheit ( zu schaffen. Das wäre mit Sicherheit billiger und Image fördernder  gewesen als die kreativitätsfreie Starrsinnigkeit, die die Behörden, vorweg die Polizeiführung,  im Vorfeld des G 20 an den Tag legte. Aber wie hätten sie auch darauf kommen sollen? Für  die Sicherheit eines gewöhnlichen Hafengeburtstag bedarf es eben auch nur der  Hafengeburtstagsroutine – außer natürlich für den Personenschutz der G 20 Delegationen und ihrer Chefs.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Her Scholz von seinem Amt als Erster Bürgermeister zurücktreten müsse.  – Peter Schmitz


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Für meinen Geschmack verharmlost Herr Mangold mit seiner einfühlsamen und verständnisvollen Argumentation die Terror Tage und Nächte von Hamburg. Auch die journalistische Zuspitzung, es sei „ein bisschen langweilig, dass jetzt alle die Gewalt verurteilen“ scheint mir – selbst in einer linksliberalen Zeitung – mißglückt zu sein. – Dr. Werner Milota


Leserbrief zu „Anti.Autoritär“ von Yascha Mounk

Das ist wirklich eine steile These, die Harvard-Dozent Yascha Mounk vertritt. Sie passt auch prima zum 68’er-Bashing, das aktuell schwer angesagt ist. Allerdings hat die Sache einen gewaltigen

Schönheitsfehler: Sie ist zu theoretisch und argumentiert aus dem Elfenbeinturm heraus. Kaum anzunehmen, dass der Autor seine eigenen Kinder in eine deutsche Schule schickt. Ich begleite als Mentorin SchülerInnen der Mittelstufe und sehe die Ursachen der beklagten Misere

woanders: zu wenig fundiertes Wissen über unsere Demokratie. Lehrer, die auf Filmchen statt auf Unterricht setzen, Arbeitsblätter, die seit zehn Jahren unverändert kopiert werden und Schüler, die das Thema „Parlamentarische Demokratie“ nach der Klassenarbeit ad acta legen.  Ich diagnostiziere „Abfrageritis“ statt „Hinterfrageritis“. Fragen Sie mal Azubis im Handwerk über ihr politisches Wissen. Da tun sich Abgründe auf. Die aktuellen Verwerfungen der politischen Landschaft sind irritierend bis gefährlich. Aber sie haben auch einen positiven Aspekt:

Immer mehr junge Menschen interessieren sich (wieder) für Politik. Und das ist gut so. – Dr. med. Ulrike Blatter


Leserbrief zu „Mild und in Moll“ von Jens Jessen

Nachruf auf Peter Härtling

Ist es eigentlich beim Tod eines Schrifttellers notwendig, ihn nochmals einzuordnen in literaturhistorische Schubladen?  Ihn zu beurteilen, wie ein Schulmeister?

Als Leserin ist mir diese Einordnung nicht wichtig. Ich las die Texte von Peter Härtling, weil sie mich in meiner Seele erreicht haben. Ich verwende bewusst den Begriff „Seele“, weil er in meinem Leben nicht in Misskredit geraten ist. Nicht nur in Herrn Jessens Nachruf wurde die Lyrik  Peter Härtlings  kaum gewürdigt. Sie ist für mich das Wesentliche in seinem Werk .

Mein Nachruf als Leserin enthält die Dankbarkeit für Peter Härtlings genauen und ganz eigenen Umgang mit der Sprache und für seinen Mut, die Schwere des Daseins in allen Lebensphasen zu benennen.  – Anne Grillenberger


Leserbrief zu „Was Terroristen antreibt“ von Stefan Weidner

Mit dem Beitrag erreicht die ZEIT leider einen neuen Tiefpunkt. Denn die Thesen Stefan Weidners liegen irgendwo zwischen absurd und postfaktisch. Absurd ist, dass Weidner seine Häme über den Verweis auf europäische Werte mit Katar begründet. Ja, das Land ist eine Diktatur, es ist religiös intolerant (vgl. http://www.statistiker-blog.de/archives/religiose-toleranz-statistik/5038.html) und beutet trotz seines Wohlstandes die Arbeiter dort aus. Es ist aber weder europäisch noch christlich noch arm. Natürlich kann man die Politik Europas kritisieren, auch hierzulande ist nicht alles perfekt. Aber gerade das Beispiel Katar zeigt, dass es mit Freiheit, Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit in anderen Regionen noch schlechter aussieht.

Europa und seine Werte für die Situation in Katar oder Nordafrika verantwortlich zu machen ist eine absurde Umkehrung der Realität. Zumal Islamismus nicht in erster Linie eine Reaktion auf Armut ist. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass er – wie sein Bruder, der europäische Faschismus – oft aus der Mitte der Gesellschaft kommt. Wenige Länder sind religiös so intolerant wie die Golfstaaten und wenige sind so reich. Was wir an den europäischen Werten – oder besser den Werten der Aufklärung – haben werden viele erst merken, wenn sie verloren sind. Einen Vorgeschmack bietet ein Blick auf die reichen aber dennoch unfreien Länder am Golf – wenn man die Situation dort richtig interpretiert.  – Tilman Weigel


Leserbrief zu „Die Farbe der Macht“ von Mirko Borsche

Tillmann Prüfer schreibt in seiner Stil-Kolumne, rote Schuhe gehörten „zur Standardgarderobe eines Papstes“ und die markante Farbe solle „an das Blut und die Kreuzigung Christi erinnern.“ Als Beleg dient ihm die Praxis Benedikts XVI., der seinerzeit auffällige rote Schuhe trug.

Ob Joseph Ratzinger dabei jene Erinnerung im Sinn hatte? Eine solche Obszönität sollte man ihm nicht unterstellen, denn es war für ihn einfach nur ein ästhetisches Vergnügen. Isso.

Dass man Standards aber auch verändern kann, beweist Papst Franziskus nicht nur mit seinen schwarzen Schuhen. Der Teufel trägt Prada und fährt keinen Lada. Dada. Frohes Schaffen! – Hans Joachim


Leserbrief zu „Deutschlandkarte: Bilder auf Gullydeckeln“ im ZEIT Magazin

Ihre Deutschlandkarte muss neu gezeichnet werden! Sowohl Warnemünde als auch Cuxhaven verfügen über besonders hübsche Kanaldeckel. Beweis liegt bei. Schöne Grüße aus Köln (Wappengeschmückte Gullydeckel) – Petra Trinkaus


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Die Beiträge zu den Hamburger Gewaltereignissen in der ZEIT-Nr. 29 vom 13. 7. 2017 legen eine klare Antwort nahe auf die Leitfrage, wie viel Gewalt in der Linken steckt: Nämlich keine. Herr Joffe bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt: “Wir nennen sie ‘Linksextremisten’, passender wäre ‘Terroristen’ … Die Gewalt ist das Ziel, die Verwüstung das Motiv, die Machtdemonstration der Kick”.

Die wahren Linken werben um Zustimmung zu nachhaltigem Wirtschaften, zu verlässlicher Daseinsvorsorge durch das Gemeinwesen, zu Friedenspolitik und vielem mehr. Die heutige Linke hat den Irrwegen der Vergangenheit abgeschworen, etwa der “Diktatur des Proletariats”, der “Stadtguerilla”-Strategie oder der “Gewalt gegen Sachen”-Symbolik. Der demokratische Sozialismus verlöre seine politische Legitimation, wenn er in massenfeindliches Sektierertum zurückfiele. Selbsternannte Selbstbestimmte (sog. “Autonome”), die voller Selbstverliebtheit Bürgerkrieg spielen, sind asoziale Kriminelle, keine Linken. – Viktor Rintelen


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Bei aller Sympathie für den breitgefächerten Artikel überrascht mich die wie selbstverständlich eingeschobene These: “Verantwortlich für militante Taten sind nur die Täter”. Doch damit nicht genug, mit gnadenloser Überheblichkeit wird noch nachgelegt, “darüber muss nicht diskutiert werden”. – Doch, es muss, sogar dringend.

Leider urteilt der Autor hierbei vorschnell über einen Sachverhalt, der immer noch nicht ausführlich genug behandelt worden ist. Schließlich agieren hier, ähnlich wie beim Thema Volksverhetzung,  neben den anarchischen Praktikern jene, die diese Auswüchse organisieren. Es bleibt zu prüfen, ob nicht bereits das Verhalten des Veranstalters von “Welcome to Hell” vor und während der Demonstrationen den Straftatbestand des Landfriedensbruchs (§ 125 StGB) bzw. des besonders schweren Falles des Landfriedensbruchs (§ 125 a StGB) erfüllt. Hier heißt es, dass bereits, wer auf die Menschenmenge einwirkt, um ihre Bereitschaft zu solchen Handlungen (Plünderung, Gefahr von Tod und schwerer Gesundheitsschädigung für andere) zu fördern, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden kann.

Somit stellt sich die Frage, warum die Justiz nicht bereits im Vorwege, also nach der schwammigen, aber für die Empfänger der Botschaft unmissverständlichen Ankündigung potenzieller Straftaten durch den Veranstalter, spätestens aber zu Beginn der Demonstrationen, konsequent auf die nunmehr schlüssige Bereitschaft zur Ausübung und im Ansatz begangener Straftaten aus dem Kreis der gewaltbekannten Täter (Schwarzer Block) konsequenter reagiert hat. Wofür sonst haben wir die Gesetze?

Man darf gespannt sein, wie sich die Politik, stets geübt in sophistischem Wortgedrechsel und unterstützt von einem geneigten Justizapparat, auch zukünftig aus der Verantwortung stiehlt. –Ulrich Strohauer


Leserbrief zu „Kann die SPD das noch drehen?“ von Matthias Krupa

Martin Schulz, die Zweite.

Der erste Anlauf des großen SPD-Programmatikaufschlags ist kläglich gescheitert, die Partei dümpelt weiter 20% hinter der Union. Jetzt versucht Schulz also erneut einen Befreiungsschlag, aber leider ist eigentlich nichts Neues von ihm zu hören. Das Chancengeldkonto für jeden, der ins Berufsleben einsteigt: Gefüllt mit 20 000 Euro hört sich ja auf den ersten Blick spannend an, ist aber völlig untauglich in der Praxis. Erstens wäre eine enorme Bürokratie nötig. Zweitens würden auch Menschen viel Geld erhalten die es gar nicht benötigen. Drittens ist dem Betrug Tür und Tor geöffnet, wenn man dieses Geld auch für „ehrenamtliches Engagement“ verwenden kann, so wird eine neue „Ehrenamtsindustrie“ entstehen, die nur auf dieses Geld spekuliert. Viertens wird es den Steuerzahler Milliarden kosten.

Schulz fordert ferner eine „Investitionspflicht“ für den Staat. Ich glaube, Herr Schulz muss sich keine Sorgen machen, dass der Staat sein Geld nicht ausgibt, woher sonst kommen denn die Milliarden Schulden, die der Staat angehäuft hat? Frau Merkel hat richtig reagiert, indem sie sagt, der Staat muss schneller investieren und Bürokratie abbauen. Das ist in der Tat der richtige Weg.

Bei einem Vorschlag von Herrn Schulz muss ich ihm aber Recht geben. Er fordert, dass EU-Länder, die unsolidarisch bei gemeinsamen europäischen Aufgaben wie der Bewältigung der Flüchtlingsaufnahme sind, EU Gelder gestrichen werden können. Dies ist richtig, es kann nicht sein, dass einzelne Länder nur Rosinenpickerei betreiben und die Lasten anderen aufladen. Hier muss die EU in der Lage sein, auch harte Mittel wie das Einfrieren von Regionalisierungsgeldern oder von Zuschüssen für die Landwirtschaft durchzusetzen. – Marco Altinger


Leserbrief zu „Heiter bis glücklich“ von Claire Beermann im ZEIT Magazin

Heiter bis glücklich stimmt mich das Bild in meinem Kopf, von Kindern bei der Einschulung mit dieser Eis-Schultüte in der Hand; davon träumend, was die nächsten Tage / Jahre wohl so bringen wird und ob sie wirklich mal in echt so ein großes Eis essen werden. – Steffi


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Überspitzt gesagt feiern Sie in Ihrem Artikel den Kapitalismus für die Gleichstellung der Frau, sehen aber keinen Zusammenhang zwischen dem Kapitalismus und einer Sinnleere, wie sie mit der Verwandlung von wirklich ALLEM in Waren einhergeht? Zunächst ist natürlich jeder Mensch für seine eigene Sinngebung selbst verantwortlich.

Insgesamt würde ich die Schwerpunkte jedoch genau anders setzen. Demokratie und das Engagement Vieler haben den Weg zur Gleichstellung der Frau geebnet, und Demokratie ist auch mit anderen Wirtschaftssystemen denkbar, wenn auch aktuell nur in der Theorie, nicht in der Praxis. Außerdem erinnere man sich, dass die Frauen in der nicht kapitalistischen DDR ein wenig emanzipierter waren als ihre westlichen Schwestern. Und der verschärfte Materialismus, gegen den zurzeit kein Kraut gewachsen ist, geht sehr wohl Hand in Hand mit mit dem ach so alternativlosen Kapitalismus. – angela paap


Leserbrief zu „Das alles tut mir leid“ von Charlotte Parnack und Heinrich Wefing

Ich bin gebürtiger Hamburger, lebe aber schon seit über 30 Jahren in Mailand/Italien. Natürlich fühle ich mich trotzdem meiner geliebten Vaterstadt nach wie vor sehr verbunden und habe mit einigem Entsetzen regen Anteil genommen an den furchterregenden Ausschreitungen des Mobs und des Schwarzen Blocks während des G20 Gipfels in Hamburg.

Schon im Vorfeld fragte ich mich, ob und wie es der Stadt Hamburg wohl gelingen könnte, die üblichen gewalttätigen Ausschreitungen zu verhindern, die seit Jahren jede große politische Veranstaltung dieser Dimension in Europa begleitet.

Deshalb war ich sehr beruhigt in der Presse Ihre Versicherungen zu lesen, daß

  • die Hamburger sich keine Sorgen machen müßten
  • ihre Sicherheit sei garantiert
  • die Polizei sei gut vorbereitet und werde mit 20.000 Kräften für einen geregelten Ablauf des Gipfels sorgen
  • Gewalttaten und unfriedliche Kundgebungsverläufe würden von vornherein unterbunden werden
  • Es werde viele Leute geben, die sich am 9. Juli wundern würden, daß der Gipfel schon vorbei sei

Mit anderen Worten, Sie verbreiteten in vielen Veranstaltungen und Interviews die zweifelsfreie Zuversicht, dass der G20 Gipfel in Hamburg ohne Gewalttaten einen friedlichen Verlauf nehmen werde.

Leider haben die Ereignisse in der vergangenen Woche dann jedoch in dramatischer Weise erwiesen, daß Ihre Zuversicht und Ihr Sicherheitsversprechen naiv und voreilig waren.

Ich habe im Fernsehen und in Pressedokumentationen mit großer Bestürzung regen Anteil an den erschreckenden Ereignissen genommen und fühte mich erinnert an ähnliche Gewalttaten, die in den Vorjahren bei vielen anderen politischen Events in Europa an der Tagesordnung waren.

Deshalb wunderte ich mich auch, daß Sie in den darauffolgenden Tagen immer wieder folgende Statements zur Verteidigung ihrer Sicherheitsversprechen im Vorfeld des Gipfels machten:

  • Ausschreitungen dieses Ausmasses seien nicht vorhersehbar gewesen
  • man habe nicht mit einem guerillaartigen Vorgehen radikaler und marodierender Straftäter gerechnet
  • Das für den Gipfel vorbereitete Sicherheitskonzept sei auf eine asymetrische Krawallführung nicht eingestellt gewesen
  • Eine derart exzessive zerstörerische Gewalt habe es in diesem Ausmaß in Hamburg und in anderen deutschen Städten noch nicht gegeben

Die Logik dieser Verteidigungslinie, sehr geehrter Herr Bürgermeister, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es handelte sich ja bei dem G20 Gipfel in Hamburg nicht um eine provinzielle rein deutsche oder hamburgische Veranstaltung, sondern um einen hochpolitischen internationalen Event. Mir bleibt völlig schleierhaft, warum sich Ihr Sicherheitsteam während der 18 – monatigen Vorbereitungszeit nicht mit den Risiken und Ausschreitungen bei ähnlichen Veranstaltungen im europäischen Ausland vertraut gemacht hat.

Diese sind ja weithin dokumentiert und einsehbar und stellen eine Blaupause für die brutalen Ereignisse dar, die Hamburg in der letzten Woche erleiden mußte. Ich nehme an, daß Sie das Ihnen vorgestellte und von Ihnen genehmigte Sicherheitskonzept hinterfragt und abgelehnt hätten, wenn Sie und Ihr Sicherheitsteam sich während der Vorbereitung mit den denkwürdigen Ereignissen bei internationalen politischen Events  in anderen europäischen Städten vertraut gemacht hätten.

Hierzu hätte bereits ein Blick auf die zahlreichen Dokumentationen in youtube ausgereicht – und natürlich hätte ich erwartet, daß die zuständigen deutschen Behörden und Ihr Sicheheitsstab diese bedrohlichen Ereignisse als eine   sehr naheliegende Warnung für den Ablauf des G20 Gipfels in Hamburg in ihr Sicherheitskonzept eingebaut hätten.  Ich selbst habe vor 2 Jahren erlebt, wie dieselben marodierenden Banden während der Eröffnung der Expo 2015 Teile der Innenstadt Mailands  in Brand gesetzt und zerstört haben.

Das Muster dieser Ereignisse war identisch wie jetzt in Hamburg – der Black Block marodierte mit  extremer Gewalt und derselben Guerilla Taktik wie in Hamburg – dazu gehörte die sogenannte asymetrische Krawallstrategie ebenso wie das  Ablegen der schwarzen Vermummung beim Wechsel in andere Locations in der Stadt.  Ich erlaube mir, Ihnen zur Ansicht einige Video – Links zuzusenden, die beispielhaft belegen, daß die Abläufe in Hamburg keine nicht planbare Überraschung darstellten sondern bei einem Blick über die Grenzen durchaus vorhersehbar waren.

Dem Beobachter der Lage stellt sich da natürlich die Frage nach der Professionalität der Sicherheitsvorbereitungen Ihres Stabs in Hamburg und nach Ihrer  eigenen  Glaubwürdigkeit   Ich erlaube mir, eine Kopie dieser mail auch an das Magazin DER SPIEGEL und an DIE ZEIT zu senden. – Detlef H. Schnetzer


Leserbrief zu „Eine Dreckschleuder sieht Grün“ von Isabell Beer

Wenn ich solche Berichte lese, verliere ich zunehmend das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit unseres Staates. Die Durchsetzung von Regeln und Gesetzen scheint nur noch bei Normalbürgern (Arbeitnehmer, Rentner und vielleicht noch kleineren Betrieben) zu funktionieren. Hier ist alles strengstens reglementiert: Steuern, Sozialabgaben, … . Alle anderen können offensichtlich ungestraft machen, was Sie wollen. Betrugsfälle wie hier beschrieben werden kaum verfolgt. Und Konsequenzen braucht niemand zu fürchten.

Reiche und und Konzerne können selber entscheiden, ob, wo und wie viel Steuern sie zahlen wollen.

Autokonzerne können über Jahre (in Europa) ungestraft Abgaswerte manipulieren. Dem deutschen Kunden wird von der Regierung die Möglichkeit von Sammelklagen verwehrt.

Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Es ist deprimierend. – Rainer Funke


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Der Autor hat das eigentliche Problem zwar unterhalb der Überschrift genannt, aber seine Meinung dann nicht klar begründet. Deshalb muss ihm widersprochen werden. Wenn  in demokratischen Rechtsstaaten zukünftig keine solchen Gipfeltreffen mehr stattfinden könnten, hat die  Internationale der militanten Kämpfer gegen den globalen Kapitalismus einen Sieg errungen. Das hätte fatale Folgen. Viele junge Menschen könnten sich nach diesem Erfolg den überall in Europa agierenden gewalttätigen Gruppen anschließen. Man sollte nicht vergessen, dass nach dem Sieg der Terrormilizen des islamischen Staates sich Tausende junger Moslems nach Syrien und dem Irak aufmachten und durch ihren Einsatz dem Terrorregime  Dauer und eine religiöse Scheinlegitimation verliehen. – Armin Steinmüller


Leserbrief zum Titelthema „Die Anbetung des Körpers“

Warum wird unten in der Sektion Z das männliche Geschlechtsteil in seiner eigentlichen Form als Penis dargestellt, das weibliche jedoch nicht? Die Vagina erscheint als schwarze Fläche, warum? Sie verdient genauso eine Darstellung wie der Penis. Ich halte es für enorm wichtig, dass beide Geschlechtsteile gleichwertig dargestellt werden. Dies ist viel zu oft nicht der Fall. In Schulbüchern zum Beispiel sind Vaginas oft nur ein Strich.

Als Konsequenz wissen Mädchen wie auch Jungen zu wenig über das weibliche Geschlechtsorgan, empfinden Scham und werten es gegenüber dem männlichen ab. Ich wünsche mir mehr Wertschätzung gegenüber diesem wichtigen Organ und Mut zur Darstellung. Mädchen und Frauen sollten stolz sein. Warum haben Sie diese Darstellungsform gewählt? – Hannah Hübner


Leserbrief zu „Nichts für arme Leute“ von Jan-Martin Wiarda

Auf den Kopf gestellt

Forscher vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) behaupten, Privatschulen unterlaufen das Sonderungsverbot – mit Duldung der Länder. Dass ihre Folgerungen in der Skandalisierung von Privatschulen als „Reichenschulen“ münden, verwundert nicht, denn sie stellen die falsche Frage und verwechseln Ursachen und Effekte. Wer sich mit dem Sonderungsverbot beschäftigt, sollte wissen, dass die Bundesländer eine grundgesetzliche Institutsgarantie der Privatschulen, also eine staatliche Finanzierungspflicht zu erfüllen haben. Doch die von der öffentlichen Hand gezahlte Finanzhilfe ist vielfach so gering, dass sie die tatsächlichen Schulbetriebskosten deutlich unterschreitet. An fast allen Privatschulformen liegen die von Privathaushalten durch Schulgeld zu kompensierenden Finanzierungslücken über der verfassungsrechtlichen Sonderungsschwelle. In Berlin decken die vom Senat an die Privatschulen überwiesenen Beträge je nach Schulform nur etwa 50 Prozent bis 60 Prozent der tatsächlichen schulbetrieblichen Vollkosten. Das ist der eigentliche Skandal. Und dass Privathaushalte diese Lücke kompensieren (müssen oder können), freut und entlastet den Staat, der somit auch den Preis sozialer Kohäsion bestimmt. – Helmut E. Klein


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo

Ist es nicht eigenartig, daß unsere uniformierten Staatsbürger den Staatsgästen den Rücken zuwenden müssen, um dabei ihre Waffen und Schilde gegen die eigene Bevölkerung zu richten. Gegen jene, die (egal welcher Couleur) im September eine hohe Wahlbeteiligung sichern sollen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind unter den Schutzleuten Sympathisanten derer, die sie qua Amt zurückweisen. Entsetzen, Bestürzung, Bedauern über Ereignisse sind längst vor deren Eintreten formuliert und bei den jeweiligen Sprechern hinterlegt. Also, die Gewaltereignisse sind kalkulierter, realistischer Bestandteil der Planung einer Schau der Eitelkeiten von Ladenden und ihrer Gäste. Diesmal auf Kosten der Hamburger Bevölkerung. Verletzte, brennende Autos, geplünderte Geschäfte sind ebenso vorhersehbar wie von den Betroffenen nicht versicherbar.

Kurz: Warum „G20“ nicht auf Helgoland feiern? Ähnlich einer Epidemie werden die Einwohner evakuiert, für 3-5 Tage in die Sterne-Hotels an der Alster chauffiert, alles inklusive . An der Sicherung des Inselfriedens mit Kriegsschiffen, Flugzeugträgern, U-booten und Hubschraubern dürften Geladene je nach Demonstrationsbedürfnis teilhaben. Für mitreisende Partygäste wird sich bestimmt eine Wiese für ein Kultur-Happening finden.

Sollte der Vorschlag zu martialisch erscheinen, wie wäre es mit einer Insel in der Südsee. Als Friedensgeste könnte sie von den Verursachern zunächst dekontaminiert werden und anschließend als Kulturerbe fungieren.

Für diesmal ist es zu spät, aber es gibt immer ein nächstes Mal. – Wolfgang J.Reitinger


Leserbrief zu „Anti.Autoritär“ von Yascha Mounk

Wenn es erforderlich wird muß man auch Klartext sprechen können. Die Ideologie ist vorwiegend was für  Wissenschaftler oder Intellektuelle. Untauglich für den Gebrauch.

Ich bin nach der Lesart nicht wissenschaftlich gebildet. Meine Universität ist mein Zuhause und meine Erfahrungen durch die vielen Reisen. Ähnlich wie bei den Humboldts.

Wer an der Universität Harvard lehrt muß was auf den Kasten haben. Aber nur in der Theorie. Wenn ich meine Söhne so erzogen hätte, wären sie heute nicht so erfolgreich durchs Leben gegangen. Eine Lehranstalt ohne Autorität kann nicht vernünftig geführt werden. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Als Querdenker, der viel und gerne mit seiner linken Tochter debattiert, möchte ich Ihnen gern folgende Überlegung zu den verschiedenen G20-Krawall-Artikeln mitteilen:

Nach meiner meiner Einschätzung ist der Kapitalismus kein System, sondern nur die Summe über die Gier in uns allen.  Wenn also ein linksautonomer Steinewerfer einen Supermarkt plündert, dann ist das ein Akt kapitalistischer Gewinnmaximierung. Er nimmt sich soviel wie möglich und versucht dafür so wenig wie möglich herzugeben.  Klassischer Kapitalismus.  Wenn ein anderer Linksautonomer dem Ladenbesitzer hilft, den Laden zu beschützen, dann ist das ein kommunistischer Akt. Denn er verlangt ja vom Ladenbesitzer keine Gegenleistung dafür.  Natürlich schrecken uns die Konsequenzen, die von den Handlungen der Staatenlenker hervorgerufen werden, gerne ab. Aber was hat das mit Kapitalismus zu tun?

Ist der einflussreiche Xi Jinping nicht der Vorsitzende einer kommunistischen Partei? Und ist Herr Erdogan jetzt wirklich ein Kapitalist? Gibt es irgendwo ein Land, in dem es keinen Kapitalismus gibt? Und sei es nur ein Schwarzmarkt? Oder gibt es ein Land, in dem es keine kommunistisch-sozialistischen Handlungen gibt? In den USA, dem Lieblingsfeind vieler Kapitalismuskritiker, gibt es z.B. ganz viel ehrenamtliches Engagement und sehr viel Hilfsbereitschaft untereinander, ohne das Gegenleistungen eingefordert werden.

Nein, für mich gibt es immer überall einen schwarzen Block, der es einfach ablehnt, dass jemand über ihn bestimmt, und der meint, das Recht zu haben, sich einfach das nehmen zu können, was ihm grad gefällt. Das ist aber keine Kapitalismuskritik, sondern einfach nur Selbstgefälligkeit.  – Ralf Seyfried  

Leserbrief zu „Liebe Grüße“ von Antje Von Stemm

Schöne Ideen gibt`s da zum Thema „endlich mal wieder was Handschriftliches“! Hier trotzdem eine elektronische Rück-Post. Die Beiträge und Ideen haben mir wie gesagt gut gefallen, nur die Luftballongrüße gehen natürlich gar nicht. Was passiert denn mit den (geschätzt 95%) Luftballons, die nicht gefunden werden? Die bleiben in Bäumen hängen, liegen auf Wiesen und Feldern rum, fallen in Flüsse und Seen. Und was passiert dort mit den Plastikfetzen? Bestenfalls rotten sie vor sich hin, wofür sie viele Jahre brauchen. Ist ja Plastikmüll. Sie können aber auch vielen Tieren zum Verhängnis werden. Wildtiere und Vögel, die sie zu schlucken versuchen, die sich in den Fetzen verheddern, sterben langsam und qualvoll. Die Tiere ersticken oder verdursten und verhungern. Diese geplatzten Luftballons sind doch nichts anderes als all der andere Plastikmüll, der auch die unsäglichen riesigen Müllinseln in den Ozeanen bildet und dort die Natur bedroht.

Ich und bestimmt viele andere Naturschützer wären Ihnen dankbar, wenn Sie dahingehend Aufklärungsarbeit leisten könnten. – Charlotte Schaffarz


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag? Die Antwort ist zunächst ernüchternd: Weil Europa keine Nation ist! Europa ist im besten Fall eine Union mehrerer Nationen, allerdings eine Union, beruhend auf gemeinsamen kulturellen Werten, die einen so hohen Wert haben, dass allein schon diese Werte einen gemeinsamen Feiertag rechtfertigen. Leider werden diese Werte aber nur selten klar formuliert.

Man könnte dadurch fast meinen, Europa wäre nur eine Wirtschaftsunion. Es ist daher auch kein Wunder, dass das europäische Solidaritätsgefühl derzeit noch auf schwachen Füßen steht. Aber Benedikt Erenz hat in seinem Artikel einen wertvollen Hinweis gegeben, einen Hinweis auf wichtige Daten der europäischen Geschichte. Allerdings würde ich statt des 14. Juli eher dafür plädieren, den 26. August zum europäischen Nationalfeiertag zu machen.

Denn es war der 26. 08. 1789, als erstmals in Europa von der französischen Nationalversammlung die Menschenrechte verkündet wurden. Es wäre sowieso höchste Zeit, diesen Tag endlich mehr zu würdigen und immer wieder an diese Erklärung zu erinnern, in der in einer genial einfachen, populären, emotionalen und doch auch rationalen Form einige der wichtigsten Grundsätze der europäischen Werte, der Aufklärung und des Humanismus formuliert wurden. Umso mehr, da schon in der Einleitung dieser Erklärung darauf hingewiesen wird, dass man diese Prinzipien nie vergessen möge, weil, wie es dort heißt, eben das Vergessen und die Missachtung der Menschenrechte die entscheidenden Ursachen für alle politischen Missstände seien.

Man kann einwenden, selbst die Französische Revolution habe sich doch schon bald über die Erklärung des 26. August hinweggesetzt. Ja, leider stimmt das und leider hat auch ganz Europa die Menschenrechte immer wieder ignoriert und in zwei Weltkriegen alles andere als Menschenrechte kultiviert. Aber wäre das nicht ein Grund mehr, uns des 26. August immer wieder zu erinnern und diesen Tag endlich gebührend zu feiern, auch deshalb, weil am Ende doch die Menschenrechte siegten und Europa zu einer Einheit fand? Und selbst wenn diese Einheit und mit ihr auch die Menschenrechte heute wieder in Gefahr sind, dann ist das ein Grund mehr, diesen Tag zum europäischen Nationalfeiertag zu machen! – Dr. Rupert Biedrawa


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Mein Kompliment: Ihr Artikel „Es ist doch nur ein Twingo“ ist wirklich gut durchleuchtet. Ich bin so froh, dass Sie sich nicht mit nur einer Perspektive zufrieden gegeben haben. Viele Stimmen kamen zur Sprache. Das nenne ich guten Journalismus!

Ein Artikel, der sich wirklich lohnt zu lesen und der in mir etwas geöffnet hat. MERCI!! – Gabriele Callegari


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Durch die Krawalle bei der G20 wurden Linke bis hin zu den Grünen wieder einmal ins Abseits gestellt. Falls es Krawallanten nicht geben würde, müsste man sie erfinden, um Protestierende zu kriminalisieren. Das Feindbild «Islamisten» wurde nach den G20 durch das alte Feindbild «Linke» ergänzt. Die Fiktion der islamistischen Terrorbedrohung, die Elias Davidsson in seinem Buch Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung dokumentierte, wurde aufgewärmt durch die Bedrohung unserer Demokratie von links. Sofort wurde nach den G20 Krawallen eine noch schärfere Überwachung der linken Szene gefordert. – Heinrich Frei


Antwort auf den Leserbrief von Heinz Krüger über „Ehe für alle“

Wenn Herr Krüger seine offensichtliche Homophobie durch Zitate aus einem „heiligen Buch“, das die Aussagen eines übersinnlichen Wesens wiedergibt, zu rechtfertigen versucht, dann ist das eine Sache. Eine ganz andere aber ist es, dass die ZEIT diesem gefährlichen Unfug auch noch Platz auf ihrer Leserbriefseite einräumt. Mir ist jedenfalls deutlich wohler, wenn unser Parlament seine Beschlüsse nicht unter dem Einfluss des Glaubens an ein abstruses, allmächtiges aber irgendwie seit 2000 Jahren verschwundenen Wesens diskutiert oder gar fällt.  – Priv.-Doz. Dr.-Ing. Dipl.-Inform. Andreas Zabel


Leserbrief zu „Was Terroristen antreibt“ von Stefan Weidner

Stefan Weidner ist nicht der einzige, der es weiss. Wir alle wissen es:

Dass am Ausgangspunkt unserer mäandernden Gewaltmärsche durch die Labyrinthe der Teil- und Detaillösungen EINE Frage beantwortet werden muss, die den Kompass gleichsam ausrichtet: wie wollen wir leben? – Thomas Haase


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Der Artikel suggeriert eine Naturgesetzlichkeit, die keine ist. Dass nämlich das Gegenteil der deutschen Ausgabenzurückhaltung eine enthemmte Verschuldung sei. Die scheinbar einfache Lösung für die lernunwilligen Länder aus dem Süden: Nieder mit den Löhnen! Alle Macht dem Angebot! Wenn in Frankreich oder Athen die Straßen brennen, wundert man sich. Dabei wäre ja genug Geld da. Steueroasen, in denen sich hinterzogenes Geld mit dem aus dem organisierten Verbrechen und dem aus der Terrorfinanzierung mischt, gilt es mit aller Härte trocken zu legen. Der Markt muss gebändigt werden. Wir sollten ihm die Stütze der Demokratie – eine kritische Mittelschicht – nicht durch die Erpressbarkeit Mithilfe prekärer Beschäftigung (moderner Sklaverei) als Opfer darreichen – Johannes Stockerl


Leserbrief zu „Aussortiert bei H&M“ von Kolja Rudzio

Es ist kein Trost für die betroffenen H&M Mitarbeiter, aber es soll noch mehr Unternehmen geben , die mit ähnlichen Verfahren vorgehen.Oft leicht zu erkennen mit dem Test, es wird immer am meisten davon geredet von dem, was nicht vorhanden ist. Wenn  ein Unternehmen übermässig herumprahlt mit Teamgeist,wir sind alle auf Augenhöhe ect.,dann ist Vorsicht geboten. Es bleibt eben dabei,mit minimalen Einsatz ,den höchsten Profit Und das geht nur auf dem Rücken der Mitarbeiter.Weltweit, in diesem Sinne herrscht schon echte Globalisierung. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Der unnütze Vergleich“

Sie reproduzieren den Vergleich (Google Maps) der 150tägigen Haft des Journalisten Deniz Yücel in türkischen Gefängnissen mit der 60maligen Dauer einer Wanderung von Goslar nach Templin. Dieser Vergleich ist nicht nur unnütz, er ist zynisch und menschenverachtend.

Eine Aussage über die Dauer seiner und anderer Häftlinge Haft gehört wöchentlich auf die erste Seite Ihrer wöchentlichen Ausgabe der „Zeit“. Das wäre eine den realen Bedingungen entsprechende redaktionelle Form der Berichterstattung. – W. Sieveking


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Ich musste den Artikel auf der Titelseite von Mariam Lau mehrfach lesen. Ich konnte einfach nicht glauben, dass Sie sogar auf der Titelseite einen solch widersprüchlichen und – sorry – unausgegorenen Artikel veröffentlichen.

Zu Beginn wird die ganze Palette der furchtbaren Aspekte aufgezeigt bis hin zu der neuen, unbelegten Erkenntnis, dass hier die europäische Mafia (was ist das?) ihre Finger im Spiel hat. Dann wird die unfähige Politik abgekanzelt und das Dilemma skizziert um dann darzulegen, wo die einzig denkbare Lösung liegt. Und dann wird es kurios: Nicht durchgeführte Abschiebungen führen zur Enttäuschung? Bei wem? Entwicklungshilfe führt dazu, dass sich noch mehr Menschen – nicht die Ärmsten ! – auf den Weg machen? A ha !? Den Gedanken habe ich noch nicht gedacht, musste Frau Lau vordenken. Dann kommt die Aufklärung, woran Nigeria Interesse hat. Spannend, jetzt wird es interessant. Eine Denkfabrik – das ist ja ihre Aufgabe – hat für uns und für Frau Lau vorgedacht. Wenn wir also 20.000 Nigerianer und Nigerianerinnen absprachegemäß dem Beispiel Kuba / USA folgend aufnehmen, wird alles gut.

Was glaubt Frau Lau wohl, wie das in der Praxis funktioniert? So eine Art Green Card? Kann sie sich annähernd vorstellen, wie in Nigeria darauf ein Run mit Bestechung und Vetternwirtschaft losgeht und davon ausschließlich gut ausgebildete Leute mit Geld und Beziehungen profitieren? Meint sie wirklich, dass Nigeria solche Optionen fair anbietet? Und hat sie bedacht, dass gerade Menschen, die aufgrund ihrer Ausbildung dringend im Land selbst gebraucht werden, nach Europa wollen? Aber nein, es kommen ja Devisen ins Land und das auch noch von 40.000 Illegalen, deren Herkunft schleierhaft bleibt. Afrika ist Paria? Dann das (Tot)Schlagwort postkolonial ! Klar, Europa und der Westen knechten Afrika und lassen es einfach nicht zu, dass dort Überbevölkerung, Bildungsarmut, fehlende Infrastruktur und grassierende Korruption bekämpft wird.

Dass die Gründe in den Ländern selbst liegen können, ist einfach nicht denkbar. Zum Schluss dann der Hammer: der Deal mit der Türkei als Vorbild ! Frau Lau, ich erinnere an ihre Anmerkung zur europäischen Mafia. Was ist denn mit der Ausbeutung der Syrer, Afghanen und anderen durch die türkische Mafia? Oder gibt es die nicht? Ich habe diverse Reportagen gelesen / gesehen, wie diese Leute in allen Formen massiv ausgebeutet werden. Und das muss als Vorbild herhalten? Ja, gut, ist ja nicht die europäische Mafia, dann können wir uns ja wieder schlafen legen.

Im Ernst, ich habe keine Lösung und sicher nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen oder gepachtet. Aber die riesengroße europäische Herausforderung mit Migration, die uns noch Jahre und Jahrzehnte beschäftigen wird, mit „20.000 Nigerianern“ zu lösen, ist bestenfalls furchtbar naiv. Selbst wenn solche Kontingente dann auch für Libyen, den Süd-Sudan, Äthiopien, Elfenbeinküste etc. geschaffen würden, wäre des für den Migrationsdruck aus Afrika nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und eine gemeinsame europäische Politik, die dies überhaupt erst möglich machen könnte, ist in unerreichbarer Ferne, Stichwort Ungarn, Polen.

Also um zum Eingangsstatement zurück zukommen. Liebe ZEIT Redaktion, denkt nach und diskutiert besser noch einmal, bevor ihr solchen – ich wiederhole mich – unausgegorenen Schmarrn auf die Titelseite setzt. – Martin Wischott


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Wie vermutlich die meisten Bürger dieses Landes war ich entsetzt  über die blinde Zerstörungswut Linksradikaler in Hamburg während des G20-Gipfels,worüber in den Medien,wie auch in der ZEIT, berichtet wurde.Besonders geärgert hat mich ,dass die Organisatoren dieser gewaltsamen Demonstrationen danach versucht haben,der Polizei oder ausländischen Extremisten für das entstandene Chaos die Schuld zuzuschieben, obgleich sie doch selbst diese Randalierer aus ganz Europa  eingeladen haben.Ebenso haben Vertreter der LInkspartei in diese Kerbe geschlagen. Wie schäbig und feige! Zuerst schürt man Hass und Hetze, ist dann aber nicht bereit, die Verantwortung für die Zerstörungen und die Gewalttaten zu übernehmen, ganz abgesehen von den politischen Auswirkungen.

Und ich stimme den Ausführungen in der ZEIT völlig zu, wenn Sie auf der Titelseite u.a. schreiben, dass die Ausschreitungen beim G20-Gipfel links-ideologisch munitioniert waren. – Marianne Frank


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Spät kommt er, doch er kommt – Ihr Blick und der manch eines ZEITredakteurs in die Zukunft! Bisher schien er vernebelt durch eine vom Überschwang an Weltoffenheit und Willkommenskultur beschlagene rosarote Brille! Verbal abgestraft wurde ich, als ich vor 2 1/2 Jahren schrieb: wenn wir immer nur Menschen aufnehmen, wird sich in den Fluchtländern überhaupt nichts ändern; was sich allein fundamental verändert, ist Europa, ist Deutschland. Bei „Europa“ habe ich geirrt:  die Mehrzahl der demokratischen europäischen Staaten weigert sich, am deutschen Asylwesen zu genesen!

Primär verantwortlich für das Beilegen der Konflikte und das Schicksal der Menschen in den vorderasiatischen und afrikanischen Staaten sind die Arabische Liga und die OAU! Sie stehlen sich aus ihrer Verantwortung und machen uns Europäer zu Hehlern der von ihren Territorien aus operierenden Schleuserbanden!

Der Vorschlag eines politischen Laien: unsere Weltoffenheit zeigen wir nicht durch fortwährende Aufnahme von Menschen aus den Konfliktregionen unserer Erde, sondern, indem wir den Fluchtländern Hilfe beim Aufbau einer Infrastruktur anbieten und investieren. Die Arbeit soll zu den Menschen kommen und nicht umgekehrt! Als Gegenleistung erwarten wir eine effektive Geburtenkontrolle und die Rücknahme ihrer geflüchteten Bürger. Deutschland, besser ganz Europa, bietet jungen Menschen aus den potentiellen Fluchtländern einen qualifizierten Ausbildungsplatz an, zeitlich begrenzt, mit der Verpflichtung zur Rückkehr in ihre Heimatländer. Dort sollen sie die erworbenen Kenntnisse zu ihrem und ihrer Gesellschaft Nutzen einbringen. Nebenher lernen sie dabei eine europäische Sprache und unsere Lebensart kennen, vielleicht schätzen, und verlassen das Gastland – mit etwas Glück – als Freunde! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Aussortiert bei H&M“ von Kolja Rudzio

Keine Lust mehr auf Buhmänner

Ich oute mich: Ich bin böse, unmoralisch und vielleicht auch ein wenig ansteckend. Ich kaufe regelmäßig bei H&M und Aldi ein und das –Achtung!- sogar ziemlich gern. Aber äußere ich so etwas halbwegs öffentlich, werde ich wie eine Aussätzige behandelt. Dabei ist es nicht so, dass ich mir nicht etwas höher Preisiges leisten könnte- ich WILL es nur einfach nicht. Ich habe eben andere Prioritäten im Leben und finde nicht, dass ich nennenswerte Abstriche an Qualität und Design mache, wenn ich dort kaufe.

Das könnte nun ganz allein meine private Angelegenheit sein, wenn sich nicht in letzter Zeit ein Artikel nach dem anderen über die vermeintlich verheerenden Arbeitsbedingungen dieser Konzerne die Klinke in die Hand geben würden. Das Rad wird dabei nicht neu erfunden. Bangladesch hatten wir schon- und bevor es allzu sommerlich still wird, müssen eben die innerdeutschen Zustände bei H&M herhalten. Dass damit nicht nur permanent die ‚Billig-konzerne‘ diskriminiert werden, sondern auch der Kunde, scheint den Redakteuren nicht weiter von Belang. Die Vorteile von H&M und Co passen eben nicht in den Puls der Zeit.

Missstände aufzuklären ist eine Sache, Einseitigkeit die andere. Kaum einer schreibt über die Arbeitsbedingungen anderer Bekleidungsketten im höheren Preissegment. Dabei unterscheiden die sich oft in keinster Weise von den stets genannten Buhmännern. Ich habe jahrelang für eine Modekette der gehobeneren Klasse gearbeitet.

Was mangelnde ‚Pinkelpausen‘ anbelangt, könnte man sowieso weit ausholen: Gastronomie, Medizinbereich, etc. Aber das muss wohl so. Besuche ich hingegen die hiesige Filiale von H&M finde ich fast immer einige Damen in angeregtem Gespräch vertieft, von mangelnden Pausenmöglichkeiten kann hier nicht die Rede sein.

Und wenn dann noch etwas ganz publikumswirksames her muss, wird tatsächlich zitiert, man müsse auch im Krankenstand noch arbeiten, da man als „Stundenlöhner“ nicht wisse, ob genügend Arbeit nachkomme. Selten so gelacht, wurde doch keine zwei Sätze zuvor noch behauptet, dass sei ja eben das Problem, dass zu wenige Personal für zu viel Arbeit da sei.

Das H&M wohl auch Vorteile habe, kann mir nicht allein aufgefallen sein, die Verkaufszahlen geben mir recht. Nur traut sich das kaum einer mehr zuzugeben, nach dem ‚Shitstorm‘ der letzten Jahre auf den Konzern. Ein Umdenken wird damit offensichtlich nicht erreicht, weder auf Seiten der Anbieter noch der Kunden, da keinerlei Umsatzeinbußen in Sicht sind.

Solange genau die, die am lautesten vegan und nachhaltig schreien, in einem unbeobachteten Moment wieder einmal zu H&M huschen, nur um „mal eben schnell ein paar Basics einzukaufen“, wird der Modemarkt kein anderer werden- warum auch? Nur öffentlich zugeben sollte man es nicht. – Anca Herzog


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Über wen oder was redet Ijoma Mangold? Er spricht auf jeden Fall nicht von Menschen, die in unserem Wirtschaftssystem unverschuldet arbeitslos geworden sind oder von prekären Mehrfachjobs leben und ihren Kindern kaum die materiellen Voraussetzungen einer erfolgversprechenden Bildungsbiografie bieten können. Diese Menschen, die, grob geschätzt, in Hamburg ca. 30% der Bevölkerung ausmachen, waren in den G-20-Tagen wohl kaum auf einer Demo zu sehen, weil sie sich missachtet und abgemeldet fühlen.

Mangold ist belesen, er gibt zunächst den Superkritiker des Kapitalismus, um ihn ein paar Absätze später als die beste Politik- und Wirtschaftsform überhaupt darzustellen. Er tut geradezu so, als habe er ernsthaft reale Probleme der Wirtschaftsform erörtert und im Handstreich widerlegt, um einer nicht genau eingegrenzten Gruppe junger Leute und alter „Linker“ den Vorwurf zu machen, ein übertriebenes Feindbild des Kapitalismus entwickelt zu haben, das den ideologischen Überbau von linker Gewalt darstellt. Er selber kommt selbstredend ohne Ideologie aus. Jedoch nicht diese zahlenmäßig überschaubaren jungen Bürgerleute sind das Problem, die in den G-20-Tagen schwere Verbrechen begangen haben und ansonsten ihre Karrieren weiterbauen werden, weil sie unentdeckt bleiben.

Nicht sie sind das Problem und noch weniger sind es ihre „Antikapitalista“-Rufe auf den besagten Demos. Die sehr vielen hingegen sind das Problem, die keine Stimme haben, in Deutschland und Europa so wenig wie in vielen Regionen der Welt, in denen das Kapital, dieses steuervermeidende scheue Reh, seine Anlagemöglichkeiten sucht, um dann zu verschwinden, wenn es die Regionen ökonomisch, ökologisch und politisch ruiniert hat. – Ernst-Wilhelm Otte


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Grundsätzlich müssen nach meiner festen Überzeugung Begegnungen von Regierungen und Staatenlenkern in großen Städten demokratischer Staaten stattfinden, wie bereits oft geschehen, um zu gewährleisten, dass die Bevölkerung von ihrem Grundrecht der Meinungsfreiheit und der Demonstrationsfreiheit Gebrauch machen kann und Journalisten darüber berichten können (und zwar 5.000 und nicht nur 50 auserwählte!) Auch muss es möglich sein, dass Nichtregierungsorganisationen daran teilhaben und ihre Meinung äußern dürfen.

Sie Berichten vorwiegend über den Krawall und den schwarzen Block ­ über das genutzte Demonstrationsrecht Vieler lese ich bei Ihnen wenig.

Einen kausalen Zusammenhang zwischen dem G20 und den verabscheuungswürdigen unmenschlichen, militanten Krawallen sehe ich nicht. Daher bin ich zum Beispiel auch der Meinung, dass Bundesligaspiele immer mit Zuschauern stattfinden sollten, da ich zwischen Fußball und Krawall auch keinen kausalen Zusammenhang sehe!

Kausale Zusammenhänge, die unser sofortiges Einschreiten fordern sehe ich jedoch zu hunderten. (Bsp. Autofahren und die massive Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung, wenig Mittel für Bildung und das Abhängen großer Gesellschaftsgruppen, Altersarmut, Einsparungen und Gesundheitsvorsorge, das Gleiche gilt für das Fliegen, die Energieversorgung mit Kohle und Kernkraft u.v.m.)

Auch das über ein Jahrzehnt Zurückfahren der Stellen bei der Polizei, deren völlige Überlastung und deren völlig unzureichende Bezahlung wäre bei den Hamburger Krawallen ein kausaler Zusammenhang.

Wer also will mir hier durch die Hintertür einen Zusammenhang einflüstern, der nicht da ist?

Die zu vernehmenden Forderungen, die ein Stück unserer neuen Empörungskultur entspringen und die von manchen Medien unterstützt werden haben einen sehr politischen, einerseits auf die Bundestagswahl bezogenen bis hin zu rechtspopulistischen Hintergrund. Die Forderungen staatliche Konferenzen auf Inseln, Flugzeugträger o.ä. zu verbannen haben m.E. demokratiefeindlichen Charakter und sind nicht gut überlegt.

Ja, G20 höhlt für mich ein zu großes Stück der Kompetenzen der Vollversammlung der Vereinten Nationen aus, dies kritisiere ich scharf.

Die globale Finanzwirtschaft lässt Staaten und ihre demokratischen Entscheidungen schwächer werden und langfristig an Bedeutung verlieren. Auch das ist zutiefst demokratiefeindlich. Aber G20 verbannen?

Über die anonymen Krawaller habe ich selbst noch keine Meinung, kein klares Bild. Ich stelle mir nur die Frage, wer eigentlich auch ein Interesse an dem Krawall haben könnte und an diesem Bild, welches Hamburg und der Bundesrepublik damit international und national abgibt? Da habe ich ein paar noch sehr unreife Ideen. Hinter den Aktivitäten dieser Krawaller stehen keine politischen, menschlichen Aspekte, das ist wie im Fußballstadion, auf der Autobahn oder nachts in der dunklen Straße.

Das Bewerten Olaf Scholz´ Handelns darf die freie Meinungsäußerung natürlich gern, ist aber grundsätzlich falsch, da dies kein Alleingang war.

Ich wünsche mir sehr, dass der zivilisierte Teil unserer Gesellschaft dieses G20 Wochenende in Ruhe, besonnen und unter Berücksichtigung aller Zusammenhänge diskutiert.

Zu unserer etwas degenerierten Kommunikations- und Denkkultur empfehle ich als Lesestoff sehr: Carolin Emcke / Gegen den Hass / ISBN: 978-3-10-397231-3 Roger Willemsen / Wer wir waren/ Zukunftsrede / Herausgegeben von: Insa Wilke/ ISBN: 978-3-10-397285-6 – Michael Reuter


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert“ von GRN.

Eine Revolution bewegte die orthographische Welt, und fast keiner bemerkte es: Die Einführung des großen ẞ , das kleine ß existiert ja schon seit langer Zeit  ( in deutschen Landen vollgemerkt !)

Ich kam von meinen Eltern den Nachnamen „Heß“, und dies steht in der Geburtsurkunde und begleitet mich nun seit 56 Jahren.In nachfolgenden Dokumenten wie Personalausweis, Reisepass oder Führerschein wird immer der Geburtsname verwendet.

Schon beim frühen Schüleraustausch nach Frankreich gab es Sprech- und besonders Schreibprobleme bei franz. Lehrern, Gasteltern und Freunden – denn dieses ß gibt es auf keiner franz. Tastatur. Aber man bewältigte die Hürde mit der Schreibweise „Hess“.

Im späteren Leben, besonders in den USA, gab es schon fragende Blicke bei Einreise oder Flug-Checkin, weil im oberen Teil des Reisepasses Heß stand und sonst immer nur Hess. Nun gut, ich hatte immer meine Erklärung parat.

In Mexiko, bei Eröffnung eines Bankkontos, endete das Verständnis trotz Erklärung in fließendem Spanisch. Bei Bancomer heiße ich seit Jahren Senor „Heb“, denn das fehlende ß wurde durch b ersetzt. Ähnlich erging dokumentarisch es in China oder in Kuba, aber da bin ich ja selten.

Mit der jüngsten Entscheidung, dem kleinen ß einen großen Bruder ẞ offiziell zu geben, gibt etwas Freude. Aber in der Praxis ist es mühsam, den kleinen Bruder einzutippen. Der Hinweis von www. deutsch-online-lernen.com (siehe unten) ist nett gemeint. Aber zum einen hat mein Laptop keinen NUM-Block, und was wäre denn der Ascii-Code für das große ß? –  HANS J. Heß


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Ob die Vorschläge für eine Lösung reichen, kann nur bezweifelt werden. Die meisten der z.Zt. gemachten Vorschläge sind eher „palliativer“ Art. Diese Maßnahmen müssen  zwar auch verfolgt werden, sie sind notwendig, aber nicht hinreichend. Denn vom Nukleus des Problems sind sie sehr weit entfernt.

Und der ist, dass die Menschen sich im wesentlichen wieder selbst helfen können müssen statt sich in Perspektivlosigket zu ergehen, um dann zu fliehen. Jeder von uns würde es nicht anders machen.

Das bedeutet, dass je nach Lage vor Ort Strukturen geschaffen werden müssen, die das Umfeld wieder zu einer zukunftsfähigen Heimat machen. Das ist natürlich ein Riesenprozess, der unendliche Geduld, Mittel und Maßnahmen erfordert. Das ist von „uns Reichen“ als Gesamtheit gefordert. Heimat ist da, wo Zukunft möglich ist.

Entscheidende Fragen des Lebens sind seltener mit Entweder-Oder, sondern meist mit Sowohl-Als auch zu beantworten. – Ernst Hankammer


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Mit großer Genugtuung im Ergebnis wie in der Begründung habe ich Ihren Artikel „Böser, böser deutscher Export“ gelesen, und frage mich, warum noch Niemand oder kaum Jemand sich in der niveauvollen Medienszene klar für die deutsche Finanzpolitik ausgesprochen hat. Man braucht sie ja nicht als Ganzes zu befürworten. Aber solide Finanzen sind nun einmal für ein gestaltendes politisches Handeln unerläßlich: „Ohne Moos nix los“. Die „Manövriermasse“ des Haushalts dürfte ohnehin noch gering genug sein. In den letzten rd. 30 Jahren betrug sie nach meiner Kenntnis nur um die 10%. Alles Andere waren vorgegebene Ausgaben. Ich kann auch nicht erkennen, daß Deutschland sich mit seinem Exportüberschuß den eigenen Wohlstandsast absägt, auf dem das Land derzeit komfortabel sitzt. Denn das Bruttosozialprodukt eines Landes ist ja keine nach oben begrenzte Masse, in der sich lediglich ein Verteilungskampf bewegt und dafür sorgt, daß jedes Mehr des Einen notwendig ein Weniger beim Anderen mit sich bringt. Vielmehr kann der Erfolg des Einen auch einen Vorteil beim Anderen nach sich ziehen, wie die Beispiele der baltischen Staaten und inzwischen anscheinend auch von Portugal und Spanien zeigen.

Die z. T. unsäglichen Angriffe gegen Merkel und Schäuble speziell während der Griechenland-Krise erschienen mir, von Nuancen abgesehen, unverständlich bis unverschämt. Es wurde mit Varoufakis ein neuer Star am Medienhimmel geboren, der nach meinem Eindruck vor allem das Versagen der griechischen Politik und Gesellschaft kaschieren wollte und sollte (keineswegs nur das der Regierung Tzipras, sondern auch jenes zahlreicher Vorgänger-Regierungen), und ich darf für mich in Anspruch nehmen, kein Reiter des hohen Rosses zu sein. Hollande wollte auf ähnlicher Klaviatur spielen, nur eben mit deutlich mehr Piano, glücklicherweise ohne Erfolg. Ich behaupte auch ohne wissenschaftliche Recherche, also als bloßer Politik-Interessierter, daß die meisten finanziellen Probleme in der EU länderindividuell hausgemacht sind, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Gleichwohl gibt es natürlich auch in Deutschland auf einigen Finanzfeldern Nachhholbedarf: Die von Schulz angesprochenen Investitionslücke in der Infrastruktur – nur ist der SPD-Kandidat schon wieder dabei, das Kind mit dem Bade auszuschütten und zu übertreiben, eine große Steuerreform à la Kirchhof mit der Beseitigung nahezu aller Ausnahmen – damit würde vermutlich mehr Sozialpolitik de facto geleistet als mit jeder anderen vorgeschlagenen Sozialreform, um nur zwei Beispiele zu nennen. Bloß scheint das Niemand so recht zu erkennen. Na ja, ein Notgroschen für Steuerberater wäre dann auch fällig.

Schäuble muß man nicht sympathisch finden, aber er macht insgesamt einen richtig guten Job. Keiner, so mein Eindruck, kann ihm auf diesem Gebiet etwas vormachen, und nur Wenige vermögen ihm das Wasser zu reichen. Diese Unangreifbarkeit macht unbeliebt. Umso wichtiger finde ich, daß Jemand wie Sie ihm in der Sache Recht gibt, wenn ich Ihre Zeilen richtig verstanden habe.

Das einzige Haar in der Suppe: Der Titel hätte nicht so reißerisch zu sein brauchen. „Böser deutscher Export oder vernünftige Finanzpolitik?“ z. B. hätte es auch getan. Das ändert nichts an meiner Hochachtung für Ihren Beitrag. – Rolf Heeger


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Lasst uns Europa feiern!

Selbst wenn wir nur die 28 Nationen der Europäischen Union betrachten, ist Europa eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Die vielen Sprachen, die unterschiedlichen Charaktere, 28 Nationalfeiertage. Die vielen „Familienkräche“, nicht mal eine einheitliche Währung – 9 Länder bestehen auf eigener Münze. Das Europaparlament, mal in Brüssel, mal in Straßburg – also eigentlich mittendrin und doch unwirklich weit von der Wirklichkeit entfernt, zu allem „Überfluss“ die Kommission in Brüssel. Auch das noch!

Wo ist der Grund zum Feiern? Ach ja, die Reisefreiheit, keine Passkontrolle, kein Zoll. Darüber kann man sich freuen – aber feiern? Und die anscheinend unüberbrückbaren Unterschiede zwischen den armen und den reichen Ländern? Auch kein Grund.

Damit kommen wir zum Kern des Problems. Zur Lösung kommen wir gleich. Europa versteht sich in allererster Linie als ein Wirtschaftsunternehmen, als Konzern,  der dem „shareholder value“ verpflichtet ist. Aber wer außer den Aktionären liebt schon einen Konzern? Selten genug die Menschen, die für ihn arbeiten. Europa als Geldmaschine – das ist das Problem.

Wenden wir uns der Lösung des Problems zu. Die lässt sich in einem kurzen Satz zusammenfassen: Europa ist mehr als Geld. Unter dieser Zeile wurde der folgende Beitrag am 30. Juni 2016 verfasst und in einer der großen Tageszeitungen veröffentlicht:

„Europa hat  sich kleiner gemacht als es ist. Am 23. Juni hat sich die Mehrheit der britischen Bürger für LEAVE entschieden, raus aus der EU, der Europäischen Union. Statt 28 Staaten nur noch 27. Einer weniger. Aber das hat genügt. Die Welt steht kopf. Jedenfalls wird das so berichtet.

Die Briten haben sich gar nicht gegen Europa entschieden, nur gegen die EU. Das ist ein großer Unterschied. Europa ist mehr als die Europäische Union. Politik und Wirtschaft haben das offenbar nicht begriffen. Das ist das Trauerspiel, das jetzt auf allen Bühnen aufgeführt wird.

Armes Europa, dessen Reichtum die Briten infrage stellen! Es geht nur ums Geld. Wie viel verlieren wir? Wie viel gewinnen wir? Das fragen sich die Politiker aller Länder, die Wirtschaftsmanager sowieso. Europa – die Geldmaschine. Ist das wirklich alles?

Sollte das so sein, dann haben wir wirklich ein Problem. Denn die Geldmaschine arbeitet nicht für alle und jeden. Sie arbeitet vor allem für die, die schon alles haben.

Zu dumm, dass wir das erst jetzt begreifen. Die Herren Kohl und Mitterand haben die Sache wohl so – guten Glaubens hoffentlich – eingefädelt: der EURO würde schon alles regeln. Irrtum! Europa ist mehr als Geld.

Seinen wahren Reichtum verdankt Europa seiner Kultur. Kein anderer Kontinent reicht an diese Vielfalt heran. Das geht seit unendlichen Zeiten so. So viele Länder, so viele Dichter, Schriftsteller, Maler, Philosophen, Wissenschaftler – ein Reichtum ohnegleichen. Die Goethes und Schillers, die Kafkas und Brechts, die Kästners, Kleists, die Shakespeares, die Sartres, Prousts, Flauberts, die Gides, Maupassants, Balzacs und alle die anderen? Die Bachs, Mozarts, Beethovens, die Strauß. Die Dürers und Brueghles, Picasso und Baselitz. Die Einsteins, um die Wissenschaft zu erwähnen, auch die Freuds und Jungs. Sie sind der Reichtum Europas, unser Reichtum.

Es wird Zeit, dass wir uns zusammenreißen und darüber reden und nicht über Geld. Sogar Tante Minchen ist hier weiter als die Politik. Als sie, ohne Passkontrolle und damit ohne Grenze nach Frankreich, Italien, Dänemark und sonstwohin in Europa reisen konnte, da hat Tante Minchen festgestellt, dass die Franzosen und alle anderen genauso sind wie sie, genauso nett und genauso unerträglich. Grenzenloses Europa.

So klein fängt Kultur an und entwickelt sich im Laufe der Zeit zum Großen. Daran sollten wir denken und nicht ans Geld. Das können wir dann immer noch machen. Auf die Reihenfolge kommt es an.“

Europas Kultur – wenn das kein Grund ist, zu feiern!

Und nun Benedikt Erenz mit seiner Frage „Warum hat Europa keinen National-feiertag?“ vor wenigen Tagen in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Der Autor fragt nicht nur, er gibt auch eine Antwort – eine Antwort, die dem Thema neuen Schwung gibt, eine Antwort, die den wahren Werten Europas die Aufmerksamkeit verschafft, die sie verdienen, die Aufmerksamkeit von Millionen und Abermillionen Bürgern in allen Ländern. Ein europäischer Nationalfeiertag? Ja, genau das – auch wenn es auf den ersten Blick nicht besonders logisch klingt, weil es doch so viele Nationen in Europa gibt. Aber genau das, die vielen kleinen Kulturen, machen Europas Reichtum aus.

Ein europäischer Nationalfeiertag, ein Tag, an dem alle Europäer frei haben – ist das nicht nur ein Trick? Große und kleine Reden werden geschwungen, denen sowieso niemand zuhört. Nein, da steckt mehr drin. Wenn alle Europäer einen gemeinsamen Feiertag haben, egal was sie damit anfangen, dann muss es ja wohl etwas geben, das über das eigene Land hinausgeht, das mit allen anderen Ländern und ihren Menschen verbindet.

Wer jetzt an „honey is good for trapping“ denkt oder „mit Speck fängt man Mäuse“, was aufs selbe hinausläuft, sollte nicht die Nase rümpfen. Verführung, die zu etwas Gutem führt, ist nicht nur erlaubt, sondern notwendig.

Und wenn hier eine Idee verführerisch ist, dann ist es der Vorschlag von Benedikt Erenz: Der 14. Juli soll der Europäische Nationalfeiertag werden. Der und kein anderer.

Ist das nicht Frankreichs Nationalfeiertag? Ja. Der wird von staatswegen in Paris mit viel Pomp zelebriert. In der Provinz aber wird er gefeiert, dass es nur so kracht. Da freut sich jeder, dass er Franzose ist, nicht nur Bretone  oder einer aus der Normandie, der Auvergne, von der Côte azur, so wichtig das auch sonst sein mag.

Dieser und kein anderer Tag soll es sein. Am 14. Juli 1789 wurde die Bastille gestürmt, Triumph der französischen Revolution. Liberté. Egalité, Fraternité – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Alles das, wonach wir heute noch streben.

Dieser Tag überstrahlt alles, jeden anderen Nationalfeiertag. Wir haben diesen Tag noch nicht? Richtig. Dann nehmen wir ihn uns jetzt – diesen einen Tag im Jahr!  – Peter Gudelius


Leserbrief zum Titelthema „Die Anbetung des Körpers“

Gott ist tot. Nation, Stand, Klasse und Rasse sind als sinnstiftende Großerzählungen erledigt oder von der Geschichte ad acta gelegt worden. Zuletzt hat es die Arbeit, die Familie, ja sogar die Liebe erwischt. In postmodernen Zeiten geben auch sie keinen Halt mehr. Der letzte Zufluchtsort des heimatlosen Individuums scheint der eigene Körper zu sein. Denn der Körper – besonders der junge Körper – enttäuscht nicht.

Mit etwas Willensstärke lässt er sich nach dem eigenen Bilde formen (laut Fitnessjargon: „definieren“). Dazu bedarf es nur Training (und/oder der Plastischen Chirurgie). Das Individuum wird zum Schöpfer seiner selbst. Training verzaubert die entzauberte Welt. Die sinnstiftende Instanz ist nicht mehr transzendent/extern, sondern nach einer langen Reise endlich beim Ego angekommen (siehe Einleitung).

Aber auch der Körper birgt noch zu viel Enttäuschungspotential. Das wissen vor allem die Alten. Darum wird man hier nicht stehen bleiben und Enttäuschungsresistenteres suchen. Bieten sich da nicht die Gene an, mit dem Genom-Editing als Fitness-Programm der Zukunft?  – Michael Holz


Leserbrief zu „Ein breites Feld“ von Carolin Würfel und Heike Faller im ZEIT Magazin

Es ist ein interessantes Phänomen, gerade in den USA, daß einerseits staatliche Bevormundung verpönt ist, aber dann nach solchen Einschränkungen wie gegen „manspreading“ gerufen wird.

Können die Menschen sich nicht mehr äußern bzw. behaupten?

Wenn jemand meinen persönlichen Toleranzbereich verletzt, sei es durch furzen, rauchen oder spreading (übrigens durchaus ganz geschlechtsunabhängig), dann sage ich etwas – ich BEHAUPTE mich.

Genauso, wie mir die Bevormundung zu vegetarischem Kantinenessen auf den Geist gehen würde, würden mich jegliche „Benimmregeln“ stören.

Es scheint, wo die wirklich wichtigen Probleme der Menschheit (Verschmutzung, Einkommensschere, Unterbezahlung von Frauen etc.) gar nicht mehr angegangen werden, dort bringt die Ersatzhandlung der Zurechtweisung zumindest etwas Trieberleichterung. – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Die Qunitessenz aus  dem Artikel von Mark Schieritz:“Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ beschreibt er deutlich  im ersten Satz seines letzten  Absatzes:

“ SO SCHLIMM SIND W I R NEOLIBERALEN GAR NICHT“

Es passt! – Hans-Sieghard Runkel


Leserbrief zu „Die Tatortreinigerin“ Sebastian Kempkens

Die maßlose Untertreibung für die Beschreibung, dass der Zustand der Stadt (andrerseits maßlose Übertreibung, es waren höchstens einzelnen Stadtteile) sie an  einen Bürgerkrieg erinnern, lässt vermuten, dass die junge Frau kein Interesse an Nachrichten außerhalb ihres europäischen Radius hat. Sie kann in ihrem Poloshirt ja gerne mal in eine Einrichtung für psychologische Beratung für Kriegsflüchtlinge besuchen und das Gelächter über ihre Angst und Vorstellung von Bürgerkrieg erfahren. Hoffentlich macht sie das nicht nur noch trauriger, wie könnte man damit noch umgehen? Die Angst „um ihre schöne Stadt“ ist sicherlich eine Angst, der wir uns unbedingt annehmen sollten. Wieso gibt die Zeit solchen Menschen überhaupt eine Plattform für ihre Selbstinszenierung? – Diana Böhm


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Bitte halten Sie doch bei Ihren Lösungsvorschlägen oder Aufzeigung von Möglichkeiten ein bisschen davon fest, was ebenso wichtig und richtig und nun immer mehr von eigentlich offenen, sagen wir liberalen, intellektuellen Zeitungen und Medien unerwähnt bleibt:

Das peinliche Nicht-Zusammenhalten und –arbeiten der EU haltet immer noch an und dazu werden, auch von Ihnen bisher nicht sehr viele Lösungsvorschläge gebracht bzw. aufgezeigt.
Dies wäre nicht nur sehr wohl die moralische Vorraussetzung, sondern es wäre auch eine Notwendigkeit um Ihre Vorschläge möglicher Lösungen umsetzen zu können.
Eine demokratische Aufteilung unter den EU-Staaten der Flüchtlinge und der damit verbundenen Herausforderungen, würde nämlich ebenso einen enormen Zeitgewinn bringen.

Ich will sie nicht verlieren unsere in Europa einzigartigen, fortschrittlichen und für mich einzig richtigen Grundwerte des Menschseins – und ich hoffe auch für Sie ist das so, auch deshalb lese ich die Zeit: sie muss sich nicht absolut links präsentieren und kann auch rechten Gedanken nachgehen, etwas abgewinnen, ihm etwas zu gestehen… Aber Grundwerte wie unsere sollten weder ständig links noch rechts zugeordnet werden. Selbst ein Herr Strache würde vermutlich (hoffentlich) einen Algerier vor seinen Augen nicht sterben lassen…..warum? Weil er auch Europäer ist und diese Grundwerte eigentlich injiziert bekommen hat.
BITTE vergessen Sie deshalb nicht dieses Thema der Diskrepanz zwischen Werten, aber schlechter Zusammenarbeit in der EU in zumindest einem kurzen Satz und offen gestanden in eigentlich jedem Artikel zu diesem permanenten und präsenten Thema klar zu formulieren. Einfach nicht unerwähnt lassen.

Es braucht nur einen kurzen Satz um eine klare Grundhaltung zu zeigen, ohne dabei Meinungsfreiheit einzubüßen. Das Nachgehen und selbst ein Gutheißen, auch von rechts angedachter Lösungsvorschläge kann niedergeschrieben und als möglicherweise gut geheißen werden. Grundwerte sind in Europa eigentlich weder nur links noch rechts und sollten daher immer erwähnt werden.  – Thomas Hüttl


Leserbrief zu „Gipfel des Terrors“ von Josef Joffe

Dies ist mein erster Leserbrief. Als jahrelanger Abonnent der Zeit bin ich für die völlig unausgewogenen Artikel des Herausgebers Joffe immer wieder peinlich berührt. Nichts gegen den Rest, die liberalen Ansprüche, die Pro-und Contra-Streitigkeiten usw.

Im Vergleich der Berichte zu G20 und den Hintergründen zwischen Spiegel und Zeit ist die Zeit nur peinlich. An oberster Stelle Josef Joffe. Dieser Herausgeber ist für mich ein Widerspruch zum Anspruch der Zeit. Derartig staatstragend, dass die Verfassung keine wichtige Rolle spielt. Ich schaue ins Feuilleton und erhoffe von Ijoma Mangold Inspiration.

Nach 2 Spalten ist mir klar, dass der Autor inhaltlich nichts zu bieten hat und lieber mit der Sprache ls mit den Inhalten kokettiert.Herr Joffe: Die Autonomen sind keine Blindgänger, sondern meistens intelligente Menschen, die diverse Benachteiligungen erfahren haben und denen die Verfassung heilig ist. Sie wollen Gerechtigkeit und greifen zu den falschen Mitteln.

Die Provokationen der Staatsgewalt waren eindeutig dokumentiert. Hier wurde der Bürger, wie fast immer seit der Gründung der BRD, zum Vollpfosten erklärt. Dies ist Aufgabe der Pressefreiheit. Die anderen Gewalten zu überwachen. Hier hat die Zeit, für mich unerklärlich, total versagt. Der Chefredakteur ist nicht schuldlos.

Hamburg war eine Zäsur. Die Linken müssen ihre durchgeknallten (depressiven) Mitgänger endlich ausgrenzen. Gewalt war nie eine Option. Denn Gewalt ist Primat des Staates.  Diejenigen, die Gewalt befürworten, sind nur verzweifelt und es widert sie die allgegenwärtige Ungerechtigkeit an.

Wenn Olaf Scholz den Begriff Polizeigewalt derartig negiert, hat er alle Aufgaben nieder zu legen. Eine derartige Provokation liberaler Menschen ist nicht zumutbar. Damit hat er dem Projekt „Regierung“ der SPD unglaublichen Schaden zugefügt.

Mein Abonnement steht auf der Kippe. Herr Joffe hat mich mit seinem Fetisch Amerika immer wieder irritiert. G20 hat mich bzgl. der Berichterstattung über diverse Widersprüche in der Zeit völlig enttäuscht.

Der Spiegel war für mich das Krawallblatt – die Speerspitze der Demokratie. Die Zeit versuchte verschiedene Meinungen verständlich zu machen.

Seit G20 in Hamburg habe ich leider das Vertrauen verloren, dass die Zeit wirklich an investigativer Recherche interessiert ist. Joffe sei Dank. – Uwe Paul


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Seit mehr als 50 Jahren lese ich wöchentlich die ZEIT um eine breite Ausgewogenheit meiner Meinungsbildung zu sichern. In letzter Zeit habe ich mit wachsender Irritation die zunehmenden Bemühungen verschiedener Schreiber verfolgt, Anarchie, Linksterror und Zerstörung der demokratischen Grundlagen zu legitimieren.

Teile der Kommentare vor und nach dem Hamburger Gipfel übersteigen nun das für mich akzeptable Maß endgültig – nicht zuletzt auch der entwürdigende Versuch blindwütige Randalierer moralisch in die Nähe der Attentäter gegen Hitler zu rücken.

Ich werde nicht dazu beitragen, das Wirken von Demokratiezerstörern sowie ihrer geistigen Vordenker und Helfershelfer zu fördern. Deshalb kündige ich hiermit mein Abonnement zum Ende des laufenden Bezugsjahres und bitte um Rückbestätigung.

Mit Bedauern, Wehmut und verärgertem Unverständnis, dass die maßgeblichen Gremien der ZEIT diese Entwicklung toleriert oder sogar wohlwollend unterstützt haben, grüße ich zum letzten Mal nach Hamburg – Erich Reiter


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

In der aktuellen ausgabe nr.29 suche ich vergeblich nach einem bericht,  der sich mit dem „alternativen gipfel zur weltwirtschaftspolitik“  befasst -. habe ich was übersehen, oder ist das so, dass man randale machen muss,  um wahrgenommen zu werden? – k.schmiedek


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert“ von GRN.

Schön, dass man sich wieder  dem  etwas vernachlässigten  ß zuwendet!

Die letzte  Rechtschreibreform hat bisweilen für einige Unsicherheiten gesorgt. So glaubte so mancher, dass es das  „ß“ gar nicht mehr  gäbe. Noch heute entdeckt man  Schreibweisen wie etwa „Strasse, Füsse oder mit freundlichen Grüssen.“ Es scheint  , dass entsprechende Rechtschreibregeln nicht bewusst sind:  ss nach kurzem Vokal, aber ß nach langem Selbstlaut. Dies betrifft auch den s-Laut vor einem t. Beispiel:  Er isst  gern Süßes.

Dass nun ein großes ß eingeführt werden soll, ist zu begrüßen, sorgt es doch   vor allem bei  Namen und Bezeichnungen für exakte  und  eindeutige Schreibweisen. Nicht gut allerdings, dass in den Fällen weiterhin SS möglich ist.

Vernünftige Rechtschreibregeln, die vor allem nicht dauernd verändert werden, sind wichtig.

Wichtiger aber ist, dass erstens der Stellenwert der Rechtschreibung erhalten bleibt und zweitens  das Training der Rechtschreibkompetenzen nicht vernachlässigt wird, insbesondere in der Schule.

IN DEM SINNE VIEL SPA ẞ BEIM SCHREIBEN !

So gelingt jetzt schon  das  große Eszett auf dem Laptop:

diese 4 Zahlen  und Buchstaben tippen: 1E9E

danach  auf die ALT  Taste  und gleichzeitig  auf den Buchstaben  c  drücken!

Das war übrigens eine Information auf der Kinderseite der WAZ  vom 30.06.2017 – Gabriele   Gottbrath


Leserbrief zu „Gipfel des Terrors“ von Josef Joffe

Killerwale (genauer Schwertwale) sind bekanntlich hochintelligent, kooperativ und ernaehren sich raeuberisch auch von Robben, die ihrerseits gnadenlos Fische dezimieren. Ihr Vergleich hinkt also… Herzlich! – Prof Reinhard Renneberg


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei als Vorbild für weitere Abkommen heranzuziehen, erscheint mir vollkommen unangebracht. Ich empfehle Ihnen hierzu die Lektüre des Essays von Beate Klarsfeld und Benjamin Abtan in der Welt vom 6.7.2017, „Wir brauchen Erdogan nicht“. Abkommen mit autokratischen Präsidenten oder korrupten Regierungen helfen weder den Flüchtlingen noch der EU. Die Empfehlung eines „kühlen Interessenpokers“ ist ebenfalls unangebracht.

Eine andere Agrar- und Wirtschaftspolitik der EU und anderer Länder, z.B. der USA und China ist überfällig. Nach wie vor verschlingt die Agrarpolitik der EU ein Drittel der finanziellen Mittel oder sogar mehr. Die Überproduktion der Agrarindustrie wird gefördert und damit prekäre Arbeitsplätze und das Elend der Tier hierzulande. Lagerung und Export nach Afrika werden ebenfalls subventioniert und zerstören die lokalen Märkte und somit die Existenz der örtlichen Erzeuger. Aber dafür wird dann natürlich das nächste Hilfsprogramm aufgelegt. Fischereiflotten der EU, Chinas und anderer Länder überfischen die Fanggründe afrikanischer Fischer. So wird den Menschen jede Perspektive im eigenen Land zunichtegemacht. Hier einen „kühlen Interessenpokers“ zu empfehlen, ist m.E. zynisch. – Wilfried Bebber


Leserbrief zu „Aussortiert bei H&M“ von Kolja Rudzio

Wenn man sein Image pflegen will, müssen Außenwerbung und Innenwirkung zusammen passen. Das scheinen Ihre Manager nicht verstanden zu haben. Ganz schnell zu entsprechenden Seminaren (z.B. ArbeitszeitG) anmelden. Übrigens auch zu solchen, die das BetrVG zum Inhalt haben! Ich konnte jedenfalls meine Frau überzeugen, erst mal nicht mehr bei Ihnen zu kaufen. – Bernd Buschmann 


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Allerdings hätte ich eine Frage bzgl. G20:   In der letzten Ausgabe waren u.a. die Krawalle in Hamburg zum Thema.   Wurden in einer der vorherigen Ausgaben – also vor meinem Abo –  auf die einzelnen Positionen der G20-Teilnehmer, soweit der Presse bekannt,  wie auch  zumindest auf die wesentlichen Kritikpunkte mancher NGO  zu diesen Verhandlungsthemen der betreffenden politisch Verantwortlichen näher eingegangen und zudem erörtert?

Ich denke,  es dürfte schon  zu einer recht informativen, (möglichst) wertneutralen, objektiven Zeitung wie der Ihren  einfach dazugehören,  dass sie wie z.B. in der obigen Angelegenheit  Pro und Contra aufzeigt (also keine einseitige Berichterstattung- wohlgemerkt),  so dass man als LeserIn doch insofern ziemlich gut informiert wird,  was bei anderen Medien  leider nicht unbedingt der Fall ist, – und verbleibe mit freundlichen Grüßen – Marina Vogel


Leserbrief zu „Kann die SPD das noch drehen?“ von Matthias Krupa

Man muss dem „Zukunftsplan“, den Martin Schulz präsentiert hat, nicht in allen Punkten zustimmen.  Aber Schulz und die SPD demonstrieren damit wenigstens etwas, was man in den vergangenen Jahren in Deutschland leider vermisst hat: den beherzten Willen, etwas zu gestalten und unser Land zukunftsfest zu machen.  Im Gegensatz dazu steht Kanzlerin Merkel.  Ihr bisheriges Agieren im Wahlkampf wirkt alles andere als angriffslustig, teilweise sogar regelrecht lustlos.

Sie macht keine Anstalten, sich aus der Reserve locken zu lassen.  Ihre Wahlkampfstrategie scheint erneut hauptsächlich in einer „asymmetrischen Demobilisierung“ zu bestehen, insbesondere durch ihr Vermeiden von Stellungnahmen zu kontroversen Themen.  Merkel muss sich den Vorwurf gefallen lassen, sich (bis jetzt) wieder einmal dem Wahlkampf zu entziehen.  So lange ihre Taktik wirkt, wird die Kanzlerin sie auch anwenden.

Dies ist das Hauptproblem von Kanzlerkandidat Schulz, der die Amtsinhaberin gerne aus der Reserve locken würde, sie jedoch nicht richtig zu fassen bekommt.  Die Demokratie lebt von der Debatte, Merkel jedoch vermeidet alle inhaltlichen Debatten.  Dabei liegen die wichtigen Themen auf dem Tisch: Von der Bekämpfung der (A)ltersarmut bis zur (Z)ukunft der Arbeit.  Eine vage Hoffnung gibt es für Schulz und die SPD allerdings noch.  Ich bin gespannt, ob die Bürger in Zeiten einer aufgewühlten politischen Stimmung Merkels „Wahlkampf-Desinteresse“ dauerhaft goutieren werden.  Die Zahl der unentschlossenen Wähler ist nach den aktuellen Umfragen mit 60 Prozent außerordentlich hoch.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die SPD in den kommenden Wochen noch einen Teil dieser Unentschlossenen für sich gewinnen kann.  Denn unabhängig von den parteipolitischen Präferenzen wäre es gut für unsere Demokratie, wenn Merkel nicht wieder völlig kampflos obsiegen würde. – Alfred Kastner


Leserbrief zu „Die Schreibhälse“ von Petra Pinzler

Die Energieraute

Angeblich sollen wir Deutschen ja alles so gut planen können und so überaus organisiert sein. Es ist allerdings völlig unverständlich wie unorganisiert und dilettantisch der Wechsel zur Elektromobilität angegangen wird.

Da treffen sich ein paar Ministerpräsidenten und verabschieden Allgemeinplätze als „Absichts“erklärung und die Industrie jammert nur über möglichen Arbeitsplatzverlust (DAS Totschlagsargument schlechthin!).

Wo bleibt die Planung?

Warum setzt sich die Bundesregierung nicht mit allen relevanten Entscheidungsträgern aus Industrie, Politik und Wissenschaft zusammen, um ein tragfähiges Konzept zur Elektromobilität zu erstellen? (Beim Atomausstieg ging ähnliches ja auch).

In den 1970er Jahren hat Kalifornien – heute die achtgrößte Wirtschaft -den Abgaskatalysator verpflichtend eingeführt. Um im Markt zu bleiben, haben damals alle Autohersteller nachgerüstet und Katalysatoren verwendet.

Wenn nun Deutschland, als viergrößte Wirtschaft eine ähnlich verbindliche Regelung für Elektroautos einführen würde, würden sicherlich viele Hersteller nachziehen.

Doch höre ich schon die Unkenrufe, daß das doch Arbeitsplätze kostet und man so etwas nicht im nationalen Alleingang durchziehen könne. BLABLABLA…

Warum nicht einfach Standards eruieren und sie dann festlegen?

Z.B. die Pflicht, daß alle Elektroautos nicht nur geladen werden können (möglichst mit einem Standard an Strom und Ladesteckern), sondern daß die Batterien auch austauschbar sind. Z.B. an einer Tankstelle (das würde den Tankstellenpächtern neue Geschäfte bringen und Arbeitsplätze gingen hier NICHT verloren).

Warum nicht jetzt verbindlich einen Standard festlegen auf dem dann aufgebaut werden kann?

Als Bill Gates sein Betriebssystem entwickelte, konnte sich niemand einen größeren Speicher als 640Kb vorstellen. Alle Innovationen drehten sich lange darum dieses Manko auszugleichen.

Warum macht man genau die gleichen Fehler jetzt wieder bei der Elektromobilität? Da gibt es mindestens drei Standards der Stromversorgung und der entsprechenden Ladestecker – WARUM?

Wieder kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen und es fehlt an vorausschauenden Vorgaben, die verbraucherfreundliche Innovationen fördern. (eine Eigenschaft, die der Politik, die nur marktkonform auf die „Bedürfnisse“ der Märkte reagiert immer mehr abgeht!)

Wann lernen Politik und Wirtschaft endlich vorrausschauend zu denken und zu entwickeln und nicht einer Entwicklung hinterherzurennen, bzw. nur nachzukitten, wenn wieder etwas schief gelaufen ist? – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Ein Argument wird nicht dadurch besser, dass man es wiederholt“ von Johanna Rahner

Es ist wahrscheinlich nicht nur für mich erstaunlich, mit welcher Arroganz manche Theologen sich mit pseudowissenschaftlichen Themen beschäftigen, die heutzutage nur mehr Kopfschütteln verursacht.. Angesichts der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse seit Kopernikus gehen den Religionen langsam aber stetig immer mehr glaubwürdige Argumente ab. Das hat nichts mit links oder rechts zu tun! Die Behauptung Gott habe das Universum in 7 Tagen geschaffen. wobei er sich am 7.Tag quasi von den Strapazen erholt hat, löst – dezent gesagt – mitleidsvolles Lächeln aus. Mit den orientalischen Märchen vom Verweis aus dem Paradies, von der Erbsünde, von einem Weiterleben nach dem Tod (Auferstehung), von einem paradiesischen Himmel und einer schrecklichen Hölle usw. Liebe weltfremde Theologen aller Religionen: Das frisst heute niemand mehr.

Der Prozess vom strengen Glauben über den Zweifel zur Gewissheit, nämlich der Ablehnung der orientalischen Märchen, findet seit dem Stauferkönig Friedrich Bararossa statt: authentica habita („Wir wollen es wissen“, der Startschuss für die ersten Universitäten). Es sollte seit 800 Jahren genug Zeit gewesen sein, um das zu begreifen! – Johann Ernst


Leserbrief zum „Kunstmarkt“ im Wirtschaftsteil

Ehrlich gesagt, wenn ich das Wort „Kunst“ (im Sinne moderner Kunst) höre, kräuseln sich mir die Zehnägel. Und nun auch noch im Wirtschaftsteil! Soll damit ein neue Marke der gesellschaftlichen Dekadenz gesetzt werden, wenn gezeigt wird, wie irgendwelche Leute, die nach5 Geldspeichern keine Lust mehr haben, den 6. zu bauen, ihren Überfluss in Schund investieren?

Bitte nehmen Sie das wörtlich: Schund! Künstler ist heute anscheinend jemand, der keinerlei Schamgefühl besitzt, irgendein primitives Gedaddel in die Welt zu setzen, dass für das jeder Handwerker seinen Gesellen- oder Meisterbrief verliert, und gleichzeitig das Glück hat, Leute zu finden, die vom Fehlen des Schamgefühl so beeindruckt sind, dass sie ihn protegieren, bevor die weiß bekleideten Leute mit den Ich-hab-mich-lieb-Jäckchen ihn in die nächste Anstalt verfrachten. Wenn ein zugekiffter Künstler Spaghetti bolognese an die Wand klatscht, ist es Kunst, wenn Erna Müller aus der Plattenbausiedlung das macht, eine Sauerei? Nein, danke!

Früher wurden Künstler vom Publikum beauftragt, weil sie Außergewöhnliches zu Stande brachten, heute – und da schauen Sie sich den Plebs auf den Kunstauktionen doch an – kauft das Publikum nicht, was ihm gefällt, sondern das, was ihnen ein „Experte“ mit „Kunstsachverstand“ empfiehlt, Preis und seine eigene Marge gleich inbegriffen. Was ein Quark! Für mich muss ein Künstler etwas Außergewöhnliches können, und da kann man mit Recht heute sehr skeptisch sein. Sehr treffend hat das Joseph Beuys auf den Punkt gebracht. Er konnte! Es gibt Filmdokumente, die das belegen. Von ihm stammt aber auch die Aussage „Warum soll ich mich anstrengen, wenn ich mit Müll mehr Geld verdienen kann?“ – und bekannt ist überwiegend sein Müll. Erhellend auch das zweibändige Werk „Skulptur“ aus dem Taschenverlag, dass die Werke bis zur Moderne für sich selbst sprechen lässt und sachliche Kommentierungen liefert, während bei moderner Kunst etwa in Art eines Unglücks, bei dem dem Künstler ein Leimtopf umkippte und die Werkzeuge am Arbeitstisch fixierte – hochkant gestellt ein „außergewöhnliches Beispiel moderner Kunst“ – die Sprache um so pompöser wird, je lächerlicher das Kunstwerk ist, und bezüglich des Pompösen selbst NS-Literatur schließlich locker in den Schatten stellt.

Bei einer meiner Nichten hängt ein gerahmtes Bild an der Wand. Eine meiner Schwägerinnen, ihres Zeichens kunstinteressiert und Kunstlehrerin, fragte „Oh, ein (Druck eines) Jackson Pollock?“. Nein, sorry, ist ein echter Nele, 4 Jahre, Kindergartenarbeit. Ist schön, passt an die Stelle, aber wer Millionen dafür ausgibt, weil ein bestimmter Name dran steht, hat wohl bei der Vergabe des Gehirns während des göttlichen Schöpfungsakts vergessen, „hier!“ zu rufen. – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Entzündete Seele“ von Max Lebsanft

KOPF UND ODER NICHT KÖRPER . ‚Im Kopf oder im Körper‘ ist nur dann eine Frage, wenn es optionale Antworten gibt. Doch die gibt es nicht. Denn, was wäre der Kopf anderes, wenn nicht Körper bzw. ein Teil von demselben? Die Depression muss nicht erst ‚jetzt zu einer rein körperlichen Erkrankung umdefiniert werden‘. Das Fragezeichen im Text sollte schon lange durch ein Ausrufezeichen ersetzt worden sein.

Es kann nur beibehalten werden, wenn der Kopf als Teil des Körpers in Frage steht. Die Antwort ist, es ist korrekt, dass Sigmund Freud die Ursache der Depression im psychischen Erleben verortet hat. Es ist aber auch korrekt, dass Sigmund Freud die Ursache des psychischen Erlebens in der Biologie des Menschen und also dessen Körper verortet hat, also in der Biologie, die den Menschen nicht als nachträglich zusammengesetzte Einheit aus Geist, Körper und Seele verstanden haben will, sondern als voraussetzende Einheit aus organischen Komponenten, wie Herz, Nieren, Hirn, Magen, Darm und dergleichen und, wenn man so will, Geist und Seele bereits verstanden hat. – Leonard Pengler . Dipl.Rer.Nat.Univ.


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Was ich in den vielen Berichterstattungen vermisse, ist die Erörterung von Ursachen für die Ausschreitungen und Ergebnissen der Gipfel-Beratungen. Stattdessen viel Diskussionen, auch in den Talkshows, über Verläufe, Wirkungen und Schuldzuweisungen.

Ursache von Gewalt: Das soziale Problem – Kaputtes Elternhaus? Fehlende Kanalisierung jugendlicher (männlicher) Potenz? Zu wenig körperliches Austoben (Sport!), zu Hause und in den Schulen?

Ursache von linker Gewalt: Dominanz der kapitalistischen Banken- und Finanzwelt mit ihrer Steuerflucht und ihren unerträglichen Managergehältern und Boni – kein wirklicher politischer Wille?

Ergebnisse des G20-Gipfels: warme Luft – wer hat was mit wem vereinbart? Wo und bis wann in Syrien bitte der Waffenstillstand? Das alles ohne Konkretes. Ohne Verbindlichkeiten.

Oder ist das alles nicht mehr interessant? – Dr. Martin Grau


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Nach der Lektüre der letzten Ausgabe der ZEIT könnte man den gewalttätigen G20-Randalierern geradezu gratulieren: Sie bestimmten nicht nur während des Gipfels die Schlagzeilen, sondern haben es auch geschafft, dass eine Qualitätswochenzeitung ausführlich über die Ausschreitungen berichtet, aber nicht einen einzigen Artikel über (sachliche) Kritik und (Nicht-)Ergebnisse des Gipfels bringt!

Angesichts so mancher Redundanzen in den Artikeln frage ich mich zudem, ob nicht vielleicht doch Platz für diese alternativen Themen gewesen wäre? Dem Ganzen setzt Josef Joffe die Krone auf, indem er die Randalierenden zu „Terroristen“ adelt. Das ist genauso überdreht wie bei autokratischen Staatslenkern, die durch diese Terminologie Feindbilder schaffen wollen.

Dies war kein Terror, denn dazu hätte eine psychologische Komponente gehört. Und dass die Hamburger sich dauerhaft terrorisiert oder traumatisiert fühlen, kann man nicht behaupten. Im Gegenteil: Sie können sich erleichtert zurücklehnen, da in diesem Jahrhundert sicher kein G-Gipfel mehr in Hamburg stattfinden wird. – Dr. Jörn Bullwinkel


Leserbrief zu „Block und Beton“ von Giovanni di Lorenzo und „Gipfel des Terrors“ von Josef Joffe

Ich bin erschrocken und verwundert, dass Herr Joffe derartig wenig  differenziert so einen Artikel in ZEIT schreibt. Von vielen unterschiedlichen Medien wurde festgestellt und auch  beschrieben, dass offensichtlich die Motivation und die Gemengelage der  gewaltbereiten Menschen in HH nicht allein im Linksextremismus zu  suchen ist. Es sind auch die abgehängten, ausgegrenzten,  perspektivlosen Menschen und auch Menschen, die einfach genug haben von  der unsäglichen Politik der G20. Die vermeintlich einfach Lösung von Herrn Joffe, derartige Gipfel auf  Inseln zu verbannen, hat m.E. mit Klugheit wenig zu tun. Zitat Joffe: „Das Problem ist die Bühne…“ Nein, Herr Joffe, das  Problem ist die Politik, die immer mehr Menschen ins Abseits drängt. – Elisabeth Behrends


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Ein hübscher Rundumschlag, dachte ich anfangs, während ich Ihren Artikel las, einigermaßen überrascht darüber, dass in Ihrem Artikel nicht gleich der „Volkszorn“ über die Zerstörungsakte „linker“ „gewaltbereiter“

Akteure hereinbrach. Das klang erst einmal richtig analytisch. Aber dann auf Seite 40 musste das Ding wohl doch schnell fertig werden. Erstens, wir haben keinen Kapitalismus, sondern in Deutschland und vielen anderen G20-Staaten eine mehr oder weniger soziale Marktwirtschaft. Indes hat das individuelle Unglück sehr wohl etwas mit den entsprechenden, sich verschärfenden Arbeitsverhältnissen zu tun. Es wird zumindest in Deutschland immer schwieriger, einen Job so zu machen, dass man dabei nicht ausbrennt. Das System lässt immer weniger Reserven zu. Zweitens bleiben Sie bei der Behauptung, es könne kein System geben, das uns mit Glück und Liebe versorgt, eine Begründung schuldig. Ich glaube zwar auch nicht an ein zukünftiges Schlaraffenland, aber wer weiß, wozu künftige Machthaber und deren Unterstützer mal fähig sein werden? Drittens müssen Sie mir doch einmal den Begriff „willkürliche anarchistische Gewalt“

erklären. Ich erlebe ja immer wieder, dass JournalistInnen den Begriff „Anarchie“ in die Chaos-Ecke packen, wo er nun wirklich nicht hingehört.

Informieren Sie sich doch bitte darüber, was der Begriff bedeutet, bevor Sie ihn verwenden. Der Artikel hatte so erfrischend angefangen. Schade. – Jochen Roddewig


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Als langjährige, meist tägliche Leserin eurer Print- und Online-Angebote habe ich schon länger den Prozess beobachtet, wie eure Ausrichtung sich Stück für Stück immer weiter nach rechts verschoben hat in Richtung eines vornehmlich den neoliberalen Status Quo als lobenswerte Selbstverständlichkeit hinnehmenden, mit Merkel sympathisierenden, linke Positionen und Kritik immer leiser und seltener äußernden „Mitte“-Blattes, das sich bewusst fast ausschließlich an eine Leserschaft der Vielverdienenden und Sehrvielverdienenden richtet. Und doch gab es für mich weiterhin gute Gründe, weiter ‚Zeit‘ zu lesen: ich hatte den Eindruck, dass die ‚Zeit‘ immer noch (gerade in den Print-Ausgaben) eine Art unabhängigen Gegenpol bereitzustellen versuchte, zu dem Meinungsbildungsmonopol von Schweinekonzernen wie Springer mit der bewussten Volksverdummung durch ‚Bild‘, zu den sich vorschnell verbreitenden (Fehl-)Urteilen und Halbwahrheiten in den Headlines und Posts auf den sozialen Medien, usw. – doch nun, seitdem ich eure sogenannte Berichterstattung über den G20-Gipfel verfolgt habe (insbesondere die furchtbar einseitigen und schlichtweg empörend ignoranten Beiträge in der ‚Elbvertiefung‘ und auch die News auf Zeit Online) bin ich leider an dem Punkt angekommen, dass ich mein Abo nicht verlängern werde. Die Zeit App habe ich eben gelöscht und die ‚Elbvertiefung‘ werde ich auch deabonnieren, denn ich kann dieses undifferenzierte Geschwafel nicht mehr hören und es macht mich nur noch wütend.

Wie kann es sein, dass eure Darstellung der Ereignisse in Hamburg so undifferenziert war und ist? Wie kann es sein, dass ausgerechnet ihr (!) – mein geliebter verblassender Gegenpol – diesen lächerlichen medialen Zirkus mitmacht, diese plötzliche Hexenjagd auf die ‚autonomen Linken‘, die ‚Linksradikalen‘ und ‚linken Gewalttäter‘ die angeblich für die Vandalismus-Exzesse des Freitag verantwortlich gewesen sein sollen, was vollkommener Unsinn ist, wie jeder gesehen hat, der selbst vor Ort war, wie ich es war – ich verweise an dieser Stelle auch noch einmal auf den offenen Brief diverser Ladenbesitzer im Schadenviertel, den ihr selbst erwähnt habt. Überhaupt dieser Hohn, solch offensichtlich nicht mit politischen Aktionen vergleichbare Ausbrüche sinnloser Zerstörungswut besoffener Idioten politischen Aktivisten in die Schuhe schieben zu wollen; das ist ein Fehler, den ich von der ‚Bild‘ erwartet habe, von euch nicht.

Wie kann es sein, dass ihr euch nicht die Mühe gemacht habt, umfassend zu analysieren und darüber zu berichten, wie hier gezielt durch eine Kombinationen aus politischen und organisatorischen Schachzügen und  Polizei-Strategie ein Spektakel inszeniert wurde, das von den Medien eine ganz bestimmte Berichterstattung provozieren sollte? Wieso fallt ihr darauf herein? Wie kann es sein, dass ihr euch derartig instrumentalisieren lasst? Wie konntet ihr die massive, grenzüberschreitende Gewalt und die vielgestaltigen Grundrechtsverletzungen durch die staatliche Autorität weitgehend unhinterfragt lassen? Merkt ihr nicht, dass hier versucht wurde, die Situation so eskalieren zu lassen, dass die Menschen Angst davor bekommen, demonstrieren zu gehen – oder wollt ihr es einfach so nicht aussprechen? Wie könnt ihr auch die mangelhaften inhaltlichen Ergebnisse des Gipfels (wenn sie überhaupt erwähnt werden), so unkritisiert stehen lassen, Merkel einfach so davonkommen lassen? Ich könnte hunderte weiterer dieser rhetorischen Fragen stellen, aber ich fürchte, dass ich die Antwort kenne: ihr seid mittlerweile so weit nach rechts gerutscht, dass ihr im Zweifelsfall eben auch bereit seid, euch an der Volksverdummung mit zu beteiligen, durch unvollständige und undifferenzierte Berichterstattung und die Auswahl der Themen. Ich bin so, so, so sehr enttäuscht – dies ist der Moment, da ich mich schweren Herzens von der Zeit abwende. – L. Beringer


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Schon immer war mir klar, dass es in der katholischen Kirche so richtig zur Sache geht. Jeder Pastor hat seine „Haushälterin“ oder ist in der Organisation von Messdienern oder Knaben-Kirchenchöre aktiv. Und so schuf sich die christliche Heuchlerbande ihr eigenes Paradies auf Erden, in denen jeder unter dem „Schutze von Gottes Wort“ seine Triebe und perversen Bedürfnisse ausleben konnte. Es verhielt sich wie in der Physik bei der dunklen Materie: Jeder Physiker weiß, dass es sie gibt, doch sie wurde noch nie nachgewiesen!!

Insofern hatte sich auch die Gesellschaft mitschuldig gemacht, die sich das über Jahrzehnte oder Jahrhunderte anschaute. Die Kirche sollte über gewisse Verbote von Ehe und Familie nachdenken. Sich an einem Kind zu vergehen ist für mich das schlimmste Verbrechen überhaupt.

Ein normales Familienleben schützt zwar nicht vor pädophilen Schandtaten, trägt aber zu Normalität in dieser Struktur bei. Wäre doch was, wenn die Geistlichen „ihr Glück nicht mehr selbst in die Hand nehmen bräuchten!“ – Kurt Nickel


Leserbrief zu „Der Mob“ von S. Kempkens

Die Frage : “ Wieviel Gewalt “ beantwortet sich von selbst. Die gegenseitgen Schuldzuweisungen der Politiker nach den peinlichen Krawallen in Hamburg sind einfach dumm und zeugen von der Hilflosigkeit der etablierten Parteien.  Diese Parteien sind blind und agieren “ defensiv an der Wand “ , wenn es um Antifa und linken Mob , aber auch um die kommenden Gefahren aus dem Terror-Umfeld von Islamisten geht.  Anstatt hier mal was effektives zu tun , hetzen und diffamieren Politiker sowie Pfarrer und Pastoren in Richtung AFD.  Wann endlich handelt die CDU nach ihrem “ C “ in ihrem Parteinamen? –  Erwin Chudaska  Dipl.Ing.


Leserbrief zu „Warum hat Europa keinen Nationalfeiertag?“ von Benedikt Erenz

Bei aller Sympathie für Herrn Erenz Furor für den 14. Juli 1789 als Gründungsdatum des modernen, freien Europas und damit als möglichen Kandidaten für einen Festtag aller Europäer, muss nun ich als Beamtin der Europäischen Kommission Einspruch erheben. Und zwar nicht nur, weil eine solche Umwidmung und Aneignung eines französischen Nationalfeiertags wohl weder in Frankreich, noch in den übrigen Mitgliedsstaaten auf viel Gegenliebe stoßen und eher kontraproduktiv wirken würde. Vielmehr muss ich widersprechen, da es einen solchen Tag tatsächlich schon gibt, nämlich den Europa-Tag am 09. Mai.

Dieser Tag dient dem Gedenken an die Erklärung Robert Schumans im Jahre 1950, die in die Gründung der Montan-Union mündete. An diesem Tag haben die meisten EU-Beamten frei (und verzichten dafür auf einen anderen gesetzlichen Feiertag in Belgien, um  dem immer wieder gerne bemühten Bild des überbezahlten Müßiggangs keine Steilvorlage zu liefern) und es finden zahlreiche Feierlichkeiten und Veranstaltungen rund um Europa und seine Institutionen statt, nebst dem Tag der offenen Tür aller Brüsseler Institutionen an einem Wochenende kurz vor oder nach dem eigentlichen Europa-Tag. Ich für meinen Teil würde mich jedenfalls sehr freuen, diesen Tag zukünftig mit dem gesamten Demos Europas zu begehen! – Alexandra Pötz


Leserbrief zu „Böser, böser deutscher Export“ von Uwe Jean Heuser

Uwe Jean Heuser greift die Debatte über die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse auf und weist Kritik vom Economist zurück.

Wer den Economist aufmerksam gelesen hat, stellt fest, dass dieser durchaus Verständnis für die Entstehung der Überschüsse zeigt, aber nun andere wirtschaftspolitische Maßnahmen fordert. Recht hat er! Dass viele Akteure in dieser Diskussion eigene Interesse verfolgen ist unstrittig und dass die Bundesregierung nicht einfach per Dekret den Leistungsüberschuss abschaffen kann, übersehen auch viele Kritiker.

Dennoch: bereits in den ersten Studiensemester VWL lernen Studierende, dass eine ausgeglichene Leistungsbilanz ein sinnvolles langfristiges wirtschaftspolitische Ziel darstellt. Die Kehrseite des Leistungsbilanzüberschusses ist das Kapitalbilanzdefizit, was nichts anderes heißt, als dass die Investitionen in Deutschland im Durchschnitt zu niedrig sind. Auch wenn Merkel sagt, dass Geld nicht das Problem sei, gibt es weiterhin zahlreiche Kommunen und Bundesländer, deren Geldnot durchaus ein reales Problem ist. Mindestens ebenso wichtig sind aber private Investitionen von Unternehmen und die eigentlich (sehr beunruhigende!!) Frage hinter den Exportüberschüssen ist, warum private Unternehmen so wenig in Deutschland investieren. Anstatt aktiv zu schweigen, sollte die Bundesregierung hierauf konkrete Antworten liefern um den Wirtschaftsstandort Deutschland für die Zukunft zu sichern. Die Kritik vom Economist einfach abzutun ist somit fahrlässig. – Dr. Malte Ehrich aus Mölln


Leserbrief zu „Kann die SPD das noch drehen?“ von Matthias Krupa

Martin Schulz statt Angela Merkel bedeutet nur „Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold“ statt „Wir schaffen das“. Vom Regen in die Traufe, könnte man auch sagen, weshalb man zum kleineren Übel tendiert. Wenn die Kanzlerin aber darüber hinaus meint, man müsse für die EU und deren Problemwährung „Opfer“ – etwa als Fangbaum in Form der Aufnahme vieler nach Europa kommender Sozialtouristen oder als Finanzierungszentrum für marode Mitgliedsstaaten der Eurozone – bringen, scheint der Bogen endgültig überspannt. Tante Angela fühlt sich scheinbar für die ganze Welt zuständig, vergisst aber die Menschen im eigenen Land. Bedauernswertes Deutschland. – Mag. Martin Behrens


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Ich finde es peinlich und unangemessen, den Ausschreitungen und der sinnlosen Gewalt anläßlich der G20-Krawalle mit „Stauffenbergs Anschlag auf Hitler“ eine gewisse Legitimität geben zu wollen.

Distanziert führen Sie weiter aus: wenn man der Meinung ist, dass das Doppelgespann aus Demokratie und freiem Markt zu unerträglichen Zuständen führt, dann sind auch ungewöhnliche Gegenmaßnahmen angemessen. Ich bezweifle, dass Sie ebenso distanziert reagieren, wenn man der Meinung ist, dass das Doppelgespann aus Demokratie und freier Meinungsäußerung sowie freier Presse zu unerträglichen Zuständen führt, dann auch ungewöhnliche Gegenmassnahmen angemessen sind.

Zum Glück erleben wir in Deutschland mit dem Doppelgespann aus Demokratie und freier Gesellschaft nach meiner Meinung keine so unerträglichen Zustände, dass ungewöhnliche, gewalttätige Gegenmaßnahmen der Bürger angemessen sind. – Dr. Herbert Powelz


Leserbrief zum Thema “Wie viel Gewalt steckt in der Linken?”

Mythos Schwarzer Block

„Was sind das alles für Versager in Politik und Polizeiführung“ hört und liest man richtigerweise.

Wie aber sind die selbsternannten Sicherheitsexperten und sich ständig wiederholende Kommentatoren oder oft schlecht recherchierende Journalisten zu dem Thema zu bewerten?

„Gewalttätig wie selten“ ist die überwiegende Meinung.

Ich vergesse nicht den erstmalig so herunterprasselnden Steinhagel 1968 am Tegeler Weg in Berlin. Vor allem nicht die völlig überraschenden Maikrawalle 1987 mit den mehreren neben mir brennenden SEK-Kollegen!!

Später Molotowcocktails und Gehwegplatten von Dächern in der Mainzer Straße, die glücklicherweise in den Mannschaftswagen stecken blieben. Danach das Hochkämpfen auf die Dächer mit Spezialkräften. Und es gab noch Schlimmeres, beispielsweise in Frankfurt…

Der Schwarze Block? Na und…kann man packen!! Wo aber bleiben die zeitgerechten wirksamen Hinweise der Besserwisser für mögliche technische/taktische Maßnahmen?

Es gibt Lösungen, stattdessen muss man wieder Schwerverletzte und Tote unter den Beteiligten erwarten!

Von einem in Hamburg eingesetzten SEK-Leiter wird aufgeregt berichtet, der Schusswaffengebrauch sei für sie freigegeben worden. Was ist daran denn nur meldewürdig?? – Lothar Ebert


Leserbrief zu „Moralische Panik“ von Mariam Lau

Seit zwei Jahren muss ich es ertragen, dass Sie gebetsmühlenartig von “Flüchtlingskrise” reden, wo wir doch vielmehr eine “Krise des Flüchtlingsschutzes” haben. Jetzt stellen Sie den Deal zwischen der EU und der Türkei (dessen Präsident “den Verrätern die Köpfe abreißen” will!) als leuchtendes Beispiel hin zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen. Es reicht. Da hilft nur noch abbestellen.” – Angela Baer


Leserbrief zu „Mein Haus, mein Auto, meine Provinz“ von Mark Schieritz

Furtwangen, eine Kleinstadt von etwa 10 000 Einwohnern, 45 km von Freiburg entfernt , liegt auf 850 m Höhe im Südschwarzwald – mit entsprechend rauem Klima und ohne Bahnanschluss. In Freiburg wird entsetzt reagiert,: „Da kann man doch nicht wohnen“ – in diesem kulturlosen Badisch-Sibirien.

Aber. ich bin jedes Mal froh, wenn ich „aus dem Tal, sprich dem lauten, überfüllten, stickigen Freiburg auf meine grünen Höhen mit der unvergleichlichen würzigen Luft in unser Haus am Hang, das ich mir in dieser Lage in Freiburg nie leisten könnte, zurückkehren kann.

Was macht die „Provinz“ so lebenswert, dass ich mich nicht abgehängt fühle?

Wie schon erwähnt – die grüne Umgebung, die reine Luft, Arbeitslosenquote extrem niedrig durch eine gut aufgestellte mittelständische Industrie und viele Handwerksbetriebe, bezahlbarer Wohnraum, sich kümmernde Nachbarschaft, kulturelles Leben durch Vereine und die renommierte Fachhochschule ( jetzt University), Vorhandensein sämtlicher Schularten, – und, wie im Augenblick, erträgliche Sommer mit kühlen Nächten, worum uns im Zuge des Klimawandels sicher noch viele „Täler“ beneiden werden.

Ich kann nur alle genervten Großstädter auffordern – kommt nach Furtwangen! – Kerstin Cornelissen


Leserbrief zu „Eine Dreckschleuder sieht Grün“ von Isabell Beer

Durch ihren Bericht in der Zeit-Ausgabe vom 13.07.2017 entsteht der Eindruck, die geschilderten Vorkommnisse wären in der Autobranche ein großes Problem. Die Feinstaubplakettenproblematik betrifft ja (fast) ausschließlich nur Dieselfahrzeuge. Natürlich ist der Handel mit Feinstaubplaketten illegal und nicht zu akzeptieren! Aber man sollte meines Erachtens die Wertigkeit solcher Vorkommnisse genauer prüfen. Was uns ( ich betreibe seit fast 20 Jahren eine freie KFZ-Werkstatt ) viel mehr Sorgen bereitet würde ich Ihnen gerne einmal mitteilen. Ich bin fest davon überzeugt, das der Großteil der Bürger/Verbraucher/Autofahrer schockiert ist wenn berichtet wird wie es zugeht im „Autoland“ Nr. 1: Es ist branchenintern bekannt, dass es KFZ-Ingenieure gibt die z.B. die Hauptuntersuchung durchführen ohne das betreffende Fahrzeug gesehen zu haben! Es fahren wahrscheinlich Zehntausende Fahrzeuge durch unser Land die ich als Verkehrsunsicher einstufen würde. Wir haben als redliche Handwerker keine Ansprechpartner wenn wir über Jahre Mißstände erleben.

Ich würde gerne berichten wie auch die großen Organisationen wie z.B.

TÜV oder DEKRA plötzlich aktiv werden wenn erhebliche Mängel an Fahrzeugen kurz nach der „Mängelfrei“ bestandenen HU festgestellt werden. Wir haben in unserer Werkstatt einige Fahrzeuge repariert und in einen sicheren Zustand gebracht bei denen die Kosten komplett von den eben genannten Prüforganisationen übernommen wurden. Spannend ist sicher auch das Thema „Schadenssteuerung “ der KFZ-Versicherer. Ich kann darüber berichten wie bewußt Zahlungen verzögert werden, wie man als Betrüger dargestellt wird( seitens der Versicherungen ),teilweise werden Rechnungen um minimale Eurobeträge gekürzt, es ist ein Kampf David gegen Goliath!

Und anstatt die großen Probleme anzugehen, werden wir mit völlig unsinnigen Vorschriften konfrontiert, die wir als letzter dieser Kette umsetzen müssen. Aktuell ist da das Thema Scheinwerferrichtlinie zu nennen, ebenso werden wir gezwungen bis zum Jahreswechsel 2018/2019 völlig intakte Bremsenprüfstände gegen angeblich „Manipulationssichere, weil mit Schnittstelle versehene“ Prüfstände auszutauschen. Als hätten wir anhand der Unfallzahlen einen Grund solchen Irrsinn durchzuführen!

Mit klarem Menschenverstand kann man solche Dinge nicht nachvollziehen. Wenn ihrerseits Interesse besteht darüber einen größeren Bericht zu verfassen bin ich gerne bereit mit meinem Wissen und der Erfahrung der letzten Jahre zu dienen. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zur Grafik: „Über den Wolken“ von Carolin Eitel und Christoph Drösser

Mit Interesse habe ich die Grafik auf der Grundlage Ihrer Recherchen über den Flugverkehr studiert. Mich würde dazu die Frage interessieren, wie viele Fluggäste aus Deutschland für ihre Ferienflugreisen den CO2- Ausstoß kompensieren und ob sich dabei im Verbraucherverhalten in dem von Ihnen untersuchten Zeitraum eine Veränderung feststellen lässt. Vielleicht gibt es Quellen, die Ihnen zugänglich sind. In Zeiten der Klimakrise gehört meines Erachtens der Aspekt der Kompensation zum Thema „Über den Wolken“ dazu, und es würde mich freuen, wenn die Zeit ihn auch auf ihren Reiseseiten ins allgemeine Bewusstsein bringen würde. Dies nicht zuletzt, um alternative Formen des Reisens zu fördern. – Claudia Belles-Fünfgeld


Leserbrief zu „Goodbye, Humboldt?“ von Josef Joffe

In der letzten Ausgabe der ZEIT las ich Ihren Artikel „Goodbye, Humboldt?“ und habe mich sehr darüber gefreut. So wie Sie das Humboldt’sche Bildungsideal beschreiben, verstehe ich es und genauso wie Sie, bin ich der Meinung, dass es gerade in Zeiten, in denen sich alles immer ändert, darauf ankommt, die eigenen Ansichten auf ein stabiles Fundament zu stellen. An einigen Punkten möchte ich gerne einhaken:

Ich glaube, dass sich das amerikanische Modell nicht so einfach nach Deutschland übertragen lässt, auch wenn hier Universitäten vorangehen, zudem liegt das Problem der zu schmalen Bildung nur zum Teil in der Übernahme des Bachelor-Systems. Lehrende in Deutschland zeichnen sich in erster Linie durch hervorragende fachliche Qualifikationen aus. Dass diese hochspezialisierten Fachkräfte nicht ohne weiteres in der Lage sind breite Bildung zu vermitteln, versteht sich von alleine – sie lehren das, was sie am besten kennen und das sind nun mal in die eigenen wissenschaftlichen Nischen. Am Ende braucht es also einen komplett neuen Lehrkörper, der die Art der Bildung, die Ihnen und mir vorschwebt, den jungen Erwachsenen nahe bringt. Im Übrigen lässt sich das Problem der Schmalspur – Ausbildung auch innerhalb das von den Studierenden gewählte Fach verlegen. Auch hier wird oft Spezialwissen von Spezialisten vermittelt, ohne vorher eine stabile Grundlage zu schaffen, zumindest im Medizinstudium (was ich kenne).

Ob sich die breite Masse der Studierenden dann für die Höhen der humanistischen Bildung begeistern lässt, bezweifele ich leider. In vielen universitären Veranstaltungen, die ich besucht habe, wird jedes Thema wird nur unter der Frage „Was bringt mir das?“ betrachtet, Themen ohne unmittelbaren Nutzen werden als Zeitverschwendung abgetan. In einem solchen Klima implizites (also letztlich nicht unmittelbar zur Anwendung kommendes) Wissen zu vermitteln, stellt sicherlich eine Herausforderung dar. Hier stellt sich auch die Frage was eigentlich genau in einem „Studium Generale“ vermittelt werden soll. Welche Felder müssen behandelt werden und nach welchen Kriterien werden diese ausgewählt (Interessen der Studierenden oder Lehrenden?, Forderungen aus Wirtschaft oder Politik?, usw.)? Letztlich muss auch diskutiert werden, ob tatsächlich nur akademisches Wissen im engeren Sinne vermittelt werden soll, oder ob z. B. handwerkliche Fähigkeiten auch auf den Lehrplan gehören, interessant sind dazu auch die Artikel in der vorletzten Ausgabe der ZEIT, in denen verschiedene Autoren ihre Version der idealen Universität beschreiben. – Mattias Vollmer


Leserbrief zu „Mal nicht so entspannt!“ von Luisa Jacobs

Da sich mein Kommentar auf ein Bild in Ihrer Zeitung bezieht (und zwar das Titelbild der „Zeit zum Entdecken“ N°29), schicke ich Ihnen anstelle eines Leserbriefs ein Leserbild.

Ich würde mich freuen, damit zur Diskussion beizutragen! – Sarah Gorenflos


Leserbrief zu „Es ist doch nur ein Twingo“ von Ijoma Mangold

Alle sind gegen die Gewalt? Aber nur so, dass man sie nicht hört. Wo sind sie denn, diejenigen, die bei jeder Friedens-, Antiatomwaffen- und Abrüstungsdemo ganz vorne mitmarschieren? Die Gewerkschaften, die Linken, die Kirchen, die Friedensforschungsinstitute? Die sich so gerne in der Zeitung auf der Titelseite sehen? Nichts. Tauchstation. Weg. Wenn die nur ein kleines Fünkchen Glaubwürdigkeit hätten, dann müsste von Ihnen ein Aufschrei durch die Medien gehen, den Deutschland noch nicht gesehen hat. Stattdessen: Funkstille. Kapitulation vor der Gewalt. Die kannste alle in der Pfeife rauchen, und es würde nicht mal schmecken, ehrlich. – Martin Loser


 

 

06. Juli 2017 – Ausgabe 28

Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Ich weiß sie sind genauso ein mensch wie ich, wie mein Nachbar und wie die gesamte Weltbevölkerung. Ich weiß sie sind nicht besser als die gesamte Weltbevölkerung, ich weiß aber das sie ein sehr sehr gieriger, bösartiger und ein egoistischer mann sind der sich nicht unter Kontrolle hat. Sie sind wirklich so ein schlechter mensch das sie sich sogar über andere menschen stellen, diese menschen leiden und weinen jeden tag. Aber warum das ganze? Genau, wegen einem mann. Wegen ihnen Herr Erdogan.

Sie haben es wirklich geschafft, die gesamte Welt hat angst. Aber Respekt? Nein das nicht, wer sollte Respekt haben vor ihnen? Ich hoffe nichtmal eine fliege. Gehasst von vielen und und von ein paar Menschen bekommen sie noch gezwungene liebe, das nennt man doch ein erfülltes leben oder? Wie sehen sie das? Sind sie glücklich? Oder sind sie ein alter, Depressiver mann mit massiven Problemen? Glauben Sie wirklich das menschen im guten an sie denken wenn sie eines Tages nichtmehr sein sollten? Zu viele fragen und keine Antworten. Wissen sie das sehr viele menschen denken das sie kein herz haben?

Wissen sie das es Menschen gibt die ihr Familie seid Monaten nicht gesehen hat weil sie im Gefängnis sitzen, wegen ihnen? Obwohl sie nur eine Meinung haben die nun wirklich nicht übertrieben dargestellt ist oder sie in ein schlechtes licht rücken, nein Herr Erdogan sie sind es schon längst und diese menschen sagen nur das was Millionen von menschen am liebsten sagen würden. Sie tragen wirklich so wenig selbstliebe, sind so unsicher und haben so wenig Selbstbewusstsein das sie mit so einer Kritik nicht leben können, das ist sehr schade denn jeder mensch sollte sich selbst lieben. Aber bei ihnen kann ich das verstehen, wer möchte sie schon lieben außer ihre laufburschen, ihre Frau und ihre „Anhänger“ darüber kann man doch nur lachen oder?

Diesen ganzen menschen die sie komplett verarschen und angeblich stärken, sind entweder sogenannte „fake Anhänger“ oder einfach dumm. Ich hab glatt vergessen, wie blöd sind sie eigentlich das sie in unserem schönen Deutschland sprechen dürfen? Wir dürfen es doch genauso wenig in ihrem Land? Wenn sie so unbedingt reden wollen dann möchten wir das selbe. Obwohl, möchte man wirklich den türkischen Hitler reden hören? Ich glaube nicht, einen schönen tag noch Herr Erdogan. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Nicht immer nur Lächeln“ von Raoul Löbbert

Kardinal Müller  hatte eigentlich alle die Eigenschaften, die dem sog. Papst Franziskus fehlen. Er ist gebildet, diplomatisch, einfühlsam, willensstark, eloquent, tüchtig, schön. Er wäre somit die perfekte Kompensation für die Defizite seines Papstes gewesen.

Die Katholiken auf der Welt brauchen keinen Papst, der möglicherweise in einigen Jahren die darkrooms segnet. Hoffentlich ist bald wieder eine Papstwahl! – Alexander Gruber


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Ich finde es ein super Interview, vielen Dank dafür. – Birgit Kasimirski


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Man reibt sich bei der Lektüre des Beitrags von Heinrich Wefing verwundert die Augen: Die Behauptung, die Eheöffnung sei im Huruck-Verfahren durchgesetzt worden und es mangele an einem ausreichenden Diskurs über dieses Thema, kann nur aufstellen, wer die letzten 15 Jahre verschlafen hat.

Seit Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft 2001 und der seit dem gleichen Jahr zu beobachtenden Eheöffnung in anderen Ländern wurde das Thema breit diskutiert. Ab 2010 gabe es zahlreiche Initiativen im Bundesrat und Bundestag hierzu. In dieser Legislaturperiode lagen seit 2013 entsprechende Gesetzentwürfe vor.

Eine umfassende Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages fand im September 2015 statt. Von den Debatten in allen Medien ganz zu schweigen. Es gibt wohl nur wenige Themen, die inner- und außerparlamenatarisch jemals breiter debattiert worden wären – so langwierig und kleinteilig, dass Deutschland auf dem besten Wege war, sich damit in der westlichen Welt zum Gespött zu machen. – Dr. jur. Sven Kerkhoff


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Wie lange müssen wir uns von diesem Nazi und Faschisten Erdogan noch beleidigen lassen.Für diesen menschlichen Schädling gehört ein Einreiseverbot nach Deutschland! – Detlef Schönfeld


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Die hegemonische Zustimmung für die Ehe für Alle ist ein hochwertiges Gut, sie zeigt wie offen wir für die Liberalität des Individuums sind und dass die Geselschaft bereit ist sich zu wandeln – nicht bloß, wenn sie dazu gezwungen ist sich den Umständen anzupassen (wie beim Klimawandel), sondern auch von sich selbst heraus neues zu schaffen.

Die „Versprengten“ erhalten meiner Ansicht nach ihren Titel zurecht, denn was spricht denn gegen die Ehe für Alle? Es gibt keine economische, gesellschaftliche oder steuerliche Nachteile es ist jeglich der Wunsch nach Selbstbestimmung (will ich ein Kind adoptieren oder nicht) und die Verantwortung die man mit dem/der Lebenspartner/Lebensparternin.

Die erzkonservativen sagen ihnen ginge altbewertes verloren, was ein Trugschluss ist, denn für sie ändert sich ja nichts, und was wäre denn, wenn wir uns immerzu am Anker des Bewahrten festhalten würden, wenn wir nichts neues zulassen wollen (wie Heute bei den Geflüchteten – Grenze dicht, Augen zu!) sondern nur an dem festhalten was wir kennen – wir säßen wohl alle noch unbehelligt auf einem Baum. – Gregori Six


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Mich interressiert nicht wie diese Abstimmung über die Ehe für alle zustande gekommen ist, mich interessiert auch nicht wie Kanzlerin Merkel abgestimmt hat und warum. Es geht mir darum, dass im 21. Jahrhundert immer noch die Grundsätze der Kirche in gesellschaftspolitischen Angelegenheiten herangezogen werden. Warum ist dieser Begriff Ehe so wichtig?

Geht es wirklich nur um den Traditionsbegriff oder auch um die Privilegien, die damit verbunden sind? Ist es nicht ein Unding, dass verheiratete Personen quasi per Gesetz über die anderen Menschen gestellt werden. Es ist fast schon so, als wären unverheiratete weniger wert. Dabei übernehmen alleinerziehende mindestens genauso viel Verantwortung, und auch unverheiratete Paare übernehmen Verantwortung und stehen für den anderen ein.

Wenn Deutschland ein interkulturelles Land werden möchte, dann wird die Heranziehung der Grundsätze der Kirche auf Dauer nur schwer beibehalten zu sein. In einigen Punkten sind die Religionen einfach zu verschieden. Deshalb bin ich einerseits der Meinung, dass Kirche und Staat strikt getrennt werden sollen. Aber anderereits wird die Debatte dann immer sehr schnell auf die Sicherheit des Staates gelenkt. Dennoch, religiöses gehört ins Private. Ich weiß nicht, ob das eventuell eine sehr linke Ansicht ist. Sei es drum.

Ich frage micht aber auch, wie christilich Deutschland eigentlich ist und wie unsere Werte zustande gekommen sind. Wahrscheinlilch wird bei näherer Beschäftigung mit diesem Sachverhalt sehr schnell klar, das es in vielen Bereichen alles einen christlichen Ursprung hat. Als besonderes Beispiel ist hier u.a. die Nächstenliebe zu nennen. Doch vielleicht muss sich Deutschland klar werden, wie seine Zukunftt aussieht und was es möchte. Vielleicht wird an dieser Debatte auch einfach eine grundsätzliche Herausforderung dieser Zeit deutlich. Auf einer anderen Art und Weise auch bei der sog. Flüchtlingsfrage.

Es ist gut, dass sich die religiöse Sicht bei der Abstimmung nicht durchgesetzt hat. Denn fortschrittliche Zeiten erfordern fortschrittliches Denken. Und die Freiheit des Einzelnen, so zu Leben wie er es für richtig hält, muss über konservativen Werten stehen. Für mich ist die Freiheit das wichtigste Gut. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Dass Sie mit Herrn Erdogan ein Intervew geführt und als Sprachrohr fungiert haben, finde ich absolut nicht gut. Ich werde diese ZEIT-Ausgabe nicht lesen. – A. Beuermann


Leserbrief zu „Wenigstens sind sie schlecht im Kricket“ von Oliver Fritsch

Ich kann den von Ihnen vertretenen „Genie-Kult“ nicht nachvollziehen. Man vermag sich gar nicht auszumalen, welche Kränze Spielern  wie Goméz und Müller bzw. Özil und Kroos tagtäglich geflochten worden  wären, wenn sie auch nur eins der jeweils drei Tore erzielt hätten, die Goretzka, Stindl und Werner geschossen haben bzw. nur eins der „Assists“ geleistet hätten, wie sie z. B. von Draxler und Werner kamen – Schlagzeilen, Superlative und Fotos in Jubelpose.

Der Confederations Cup und die U21-Europameisterschaft haben gezeigt, dass deutsche Nationalmannschaften auch (oder gerade) ohne diese vermeintlich unverzichtbaren, von den Medien gehätschelten (überschätzten?) Platzhirsche gegen starke Gegner ansehnlich und erfolgreich zugleich spielen können. Löw hat nun die Qual der Wahl. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Gelegentlich lese ich die Zeit ausführlich, manchmal nur online Nachrichten. Vor dem G20 Gipfel geben Sie im Interview dem türkischen Präsidenten eine Plattform, seine politischen Meinungen darzustellen. Warum?

Im Internet lese ich nach, dass heute Vertreter von amnesty international bei einem Seminar in der Türkei verhaftet worden sind. Kürzlich sah ich im TV Interview einen türkischen Richter, der aus dem Amt gejagt wurde wie zahllose andere Juristen – ohne Anklage, ohne Recht aus Verteidigung. Er floh mit seiner Familie nach Deutschland und lebt hier nun quasi incognito. Es gab die Berichte über die hunderte inhaftierte Journalisten. Reicht dies alles nicht?

Ich kann wirklich nicht verstehen, dass Sie als Vertreter einer liberalen Presse diesem arroganten, selbstherrlichen Mann ein Forum bieten müssen.

Türkische Demonstranten, die für Gerechtigkeit eintreten und einen Marsch organisiert haben, bezeichnet er als „Terrroristen“. Jetzt verlangt er in Deutschland Rederecht – nachdem er alles hier beschimpft und mit Nazi-Vergleichen überzogen hat. Was soll dann eine solches Interview? Wem nützt es???

Das möchte ich als Bundesbürger (Pensionär 71 Jahre alt) einmal loswerden. – Hans-Heinrich Busse


Leserbrief zu „Busunglück“ im ZEIT Magazin von Janosch

Leider ist die sonst immer sehr herzerfrischende Glosse von Janosch diesmal ziemlich unpassend: Autobusreisen, sich auf das Ziel freuen, sodass man gar nicht mehr ankommen muss. Alle wären gerne angekommen. –  Geelke Braun


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Dein Artikel was das Beste, Persönlichste, Intensivste,  Entlarvendste, Berührendste und sprachlich Beeindruckendste dass ich jemals zum Thema Inklusion lesen durfte.

Vielen Dank dafür und Dir und Deiner Familie alles Gute. – Thomas Schossig


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Großes Potential versprach das Interview mit Recep Tayyip Erdoğan. Leider wurde ich enttäuscht. Nicht durch Hr. Erdogan, sondern durch Hr. di Lorenzo, der das Interview zu seiner persönlichen Fehde macht. Hierdurch wird die Chance verspielt, mehr über den „Diktator“ Erdogan zu erfahren. Plump greift Hr. di Lorenzo immer wieder das Thema Deniz Yücel auf, welches natürlich seine Berechtigung hat, aber Hr. Erdogan zwingt immer wieder seine Antwortsalven abzufeuern. Journalistisches Feingefühl um jemanden aus der Ecke zu holen sie anders aus, da hätte ich von einem Journalist und Autor in der Position des Chefredakteur der Zeit u.v.m. deutlich mehr erwartet. – Dipl. Ing. (FH) Michael Rossi


Leserbrief zu “Ihr Kampf” von Christian Staas

Ihren sorgfältigen Bericht über die Nazissen-Autobiographien (die Umfrage als solche war mir bekannt) vom 6.7.17 habe ich mit Interesse gelesen. Die Erfindung eines „Hitolaus“ ist ja wirklich irre.

Da ich mich in der NS-Materie seit vielen Jahren gut auskenne, habe ich eine ganze Reihe von Fragen an die Fachwissenschaft gesammelt, die in der Feuilletonöffentlichkeit oder Knopps ZDF-History-VHS nicht auftauchen. Sie nennen Falters NS-Wählerforschung: ich habe ihm gerade geschrieben, dass ich da immer die Angaben zu den hohen Prozentzahlen der Nichtwahlberechtigten vermisse. Denn die unter 20jährigen haben nie (schon gar nicht nach dem 5.3.33) wählen können, mussten aber die üblen Folgen der letztlich Hindenburgischen Willkürentscheidung für Hitler mittragen: HJ, BdM, RAD, Militärpflicht und Kriege, in denen 5,3 Mio Soldaten starben und ca. 400000 Bombenopfer, dazu eine bis heute ungewisse Zahl von Vertriebenen (Koselleck nannte 2005  ca. 1,5 Mio). Ich habe selber noch im Bombenkeller gezittert.

Falter hat mir einige Buchhinweise gegeben, ohne genaue Angaben zu meiner Frage.

Wissen Sie, dass am 29.1.33 in Berlin das Gerücht eines Schleicher-Staatsstreichs kursierte, bei dem Hindenburg nach Neudeck „entführt“ werden sollte? Hitler bot SA dagegen auf. Die Entscheidung für Hitler am nächsten Tag dürfte auch unter diesem Druck geschehen sein, so wie ihn am 28.2.33 die blind geglaubte NSDAP-Behauptung, die KPD habe mit dem Brand den schon geplanten Putsch eingeleitet, zur Unterschruft unter die verhängnisvolle , bis 1945 (verfassungswidrig!) geltende NVO mit der Aufhebung der Grundrechte verleitete. Der Mann war senil: wie konnte er Hitler ernennen, der doch seit Jahren die Abschaffung von Parlament, Parteien und Demokratie propagierte? Wollte auch Hind. genau das? Wie Hugenberg, Papen etc.?

Zur Sprache :

ELIMINIEREN im Sinne von Töten, Ausrotten ist eine anläßlich von Goldhagens Buch 1996 eingeschleppte falsche Übersetzung: leider können die Deutschen nur mäßig Englisch und Deutsch immer schlechter. Wann immer es bei uns ein gleichlautendes Wort gibt, wid die englische Bedeutung hineinprojiziert und unsere eigene so gestört. Auch etwa bei Evidenz (in der Medizin für Belege, Beweise) und Expertise (für Kompetenz, Sachverstand) ist das offensichtlich.

Unser Wort für eliminate wäre (das ebenfalls euphemistische!) LIQUIDIEREN oder deutlich : AUSMERZEN.

Dumm war auch die Nicht-Übersetzung von collateral: da hätten wir doch ein schönes „Begleitschaden“ gehabt!

Wenn Sie mal etwas Aufregendes zum NS lesen wollen , empfehle ich Ihnen (und anderen bei Ihnen zeitgeschichtlich Interessierten) das so gut wie unbekannt gebliebene hervorragend sortierte  und kommentierte  Dokumentar-Werk :

Autoren über Hitler. Von Günter Scholdt. Antiquarisch manchmal günstig zu haben. Über 900 Seiten über 400 Autoren.

Hat die ZEIT eine Hausbibliothek? Dann sollten Sie rasch für diese Anschaffung sorgen. – Guido Kohlbecher


Leserbrief zu „Nicht immer nur Lächeln“ von Raoul Löbbert

Die Artikel Löbbert/Finger malen ein Bild, das typisch ist für das Gezänke zwischen politischen Parteien. Und ich dachte, es handelt hier um eine Religion! – Dr. Salvatore Algieri


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Präsidiale Denke und Lenke

Das Interview Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit dem Staatspräsidenten der Türkei (DIE ZEIT vom 6. Juli) bietet authentische Einblicke in die Denke und Lenke von Recep Tayyip Erdogan.

Diese mögen einer Vertiefung zur besseren Verständigung der Türkei mit dem Westen/Deutschland dienlich sein.

Besonders bedeutsam ist gewiss die Denke, wer als Journalist mit einer Organisation wie der PKK spricht/dies publiziert oder Anhänger von Gülen ist, sei als „Terrorist“ zu verfolgen.

Auf den Vorhalt von Giovanni die Lorenzo, dass Erdogan Im Falle Yücel deutlich gemacht hat, Yücel werde nicht nach Deutschland überstellt, solange er (Erdogan) im Amt ist, stellt Erdogan nicht in Abrede, dass eine derart dezidierte Vorverurteilung geeignet sein kann, das Urteil der türkischen Justiz zu lenken. Vielmehr antwortet Erdogan nurmehr mit dem sprachlichen Dreh, er könne der Justiz keine „Anweisungen“ erteilen.

Dabei ist sicher auch bezeichnend, dass Erdogan „nicht daran glaubt, dass es irgendwo auf der Welt unabhängige Medien gibt. Sie bewegen sich dahin, wo der Wind weht.“

Solch ein Glaube mag Schritt für Schritt zu einer vom „Wind“ gelenkten Demokratie beitragen. Dabei mag der Windmacher, der „den Westen“ deftig abqualifiziert und Deutschland „politischen Selbstmord“ prognostiziert, noch nicht als „Diktator“ zu bezeichnen sein. Gleichwohl bestimmt auch das wiederholte öffentliche Engagement für die Einführung der Todesstrafe die Denke und Lenke Erdogans signifikant.

Die Sensitivität in Sachen Terrorismus mag Erdogan auch zu der Meinung geführt haben, wer bei  ein Interview mit einem „Terroristen“ dessen Äußerungen publiziere, leiste „Beihilfe für die Gedanken der Terroristen“; dies sei „ein Verbrechen“. Zudem erklärt Erdogan irrtümlich, dies werde „von den Anklageorganen überall auf der Welt so bewertet.“

Dieser Irrtum hat den türkischen Präsidenten womöglich mit dazu bewogen, im Kurdenkonflikt  anders zu reagieren als etwa Präsident Santos im Friedensprozess mit der FARC.

Was den Kurdenkonflikt betrifft, ist allerdings schon länger eine besondere Sensitivität der Türkei nachvollziehbar. Bereits vor der Präsidentschaft von Erdogan wird bei hochrangigen Gesprächen in der Türkei erklärt, dass besonders sensible Reaktionen der türkischen Administration und Justiz im Hinblick auf ca. 50.000 in diesem Konflikt zu Tode gekommenen Menschen differenzierter verstanden werden mögen.. – Frank Müller-Thoma


Leserbrief zu „Ich lese alles“ von Jana Gioia Baurmann

„Sie ist cool und anteilnehmend, professionell und spontan, nachdenklich und instinktsicher?“

Gerade das ist sie eben nicht. Sie kann nicht mit Menschen, sie kann überhaupt keine Nähe herstellen. Ihre Reportagen sind absolut oberflächlich.

Die Familie ist ihr heilig? Was für ein dummer Satz. Sie schreibt ein Buch über ihren Hund und läßt sich den Namen des Köters auf den Arm tätowieren? Geht’s noch blöder? So eine Frau will mir die Welt erklären?

Das ist ein großes Mißverständnis, wie damals bei Alfred Biolek. Biolek galt ja als Meister der Unterhaltung, aber er war ein eitler Schwätzer, der sich immer in den Vordergrund stellte. Elke Heidenreich hat in der ZEIT mal eine treffende TV-Kritik über ihn geschrieben.

Ich erinnere mich da besonders an eine Kochsendung mit Jo Zawinul. Biolek hatte keine Ahnung, wen er da zu Gast hatte.

Oder nehmen wir Jörg Thadeusz, auch ein Mann, der sich durch seine Sendungen stammelt, aber völlig ungeeignet ist für seinen Job. Schauen Sie sich mal die Sendung mit Anke Engelke an, die seine Unfähigkeit mit zwei Sätzen erledigt. – Rainer Baumann


Leserbrief zum Titelthema des ZEIT Magazins „Im diplomatischen Dienst“

Unerträglich finde ich in der Ausgabe vom 6.Juli, dass in dem Beitrag “ Wie aus Fremden Leute werden“, die Marken und Bezugsquellen der Kleidung angegeben werden.

Schon seit langem stört mich, dass das Zeitmagazin immer wieder zur Modezeitung verkommt, aber die letzte Ausgabe setzt allem die Krone auf. – Albert Hullen


Leserbrief zu „Die Unperfekten“ von Anna von MünchhausenPerfekt geht nie. Eine passende Lösung für alle gibt es nicht. Leben ist  immer durcheinander und lässt sich nicht mit Terminkalender durchplanen.  An jedem liegt es, aus dem Durcheinander das Beste zu machen. Also  durchwursteln. Jeder auf seine Weise. Jeder macht seine Geschichte selber. Mal mit Glück, mal ohne. Meistens durcheinander – eben wie’s  Leben ist:  Ich (Jg. 62) habe studiert, nach M.A. Redaktionsvolontariat an einer  lokalen Tageszeitung absolviert, feste Stelle als Lokalredakteurin, mit  33 das erste Kind bekommen, zwei Jahre später das zweite, zwei Jahre  später das dritte. Alles Wunschkinder. Mein Mann war der  Besserverdienende, logisch: Ich übernehme die von allen (Politik und  Gesellschaft) ver-/mißachtete Rolle.War nicht meine Lieblingsrolle,  doch alternativlos für mich und die drei Jungs, hab zwischendurch  schlechtbezahlt als Freie weitergeschrieben.  Eine gleichaltrige Freundin hat nach dem Studium als festangestellte  Lektorin in einem großen Buchverlag gearbeitet. Sie hat zwei Söhne. Ihr  Mann ist freiberuflicher Fotograf, d.h.: sein Einkommen war unsicher,  seine Arbeitszeiten nicht planbar. Also hat sie ihren Job weitergemacht,  bei der Kinderbetreuung hat er sich mit seiner Mutter und  Schwiegermutter arrangiert.  Andere haben gar keine Kinder – wegen Karriere. Wieder andere haben  Kinder und Enkelkinder und leben alle zusammen auf ihrem Bauernhof – die  Alten im Altenteil-Haus nebenan, die „Mittleren“ im Haupthaus unten, die  Jungen, die gerade Kinder bekommen haben, im Haupthaus oben. Eigentlich  beste Bedingungen für alle: Einer ist immer da, die Kinder zu hüten, zu  erziehen, die Alten zu versorgen… irgendwer kocht Suppe macht  Marmelade, Wäsche, Garten usw. findet „nebenbei“ statt. Geht alles.  Perfekt ist nie was. Glücklich und unglücklich sind sie alle. Tauschen  würde keiner. Das Leben ist, wie es ist.  Sauer bin ich auf den Staat, die Politik, die Gesellschaft, auf die  Leute, die mich abschätzig „Nur-Hausfrau“ nennen. Fassungslos bin ich im  Blick auf das bisschen Rente, die mir zugebilligt werden wird und mir  bleibt die Luft weg, wenn meine Jungs (21, 19 und 17) zu diesem Thema  sagen „kein Unterschied zu armen Ländern; dort gilt Kinderreichtum als  Altersabsicherung.Auf uns musst du zählen können.“ Deutschland ein  Entwicklungsland?  „Rabenmutter“ übrigens scheint ein urdeutsches Wort zu sein (das  Grimm’sche Wörterbuch zitiert Literatur aus dem 16. Jahrhundert, es gibt  Verweise auf „KIndesmörderin“ und im 16. Jh. gibt es auch den  „Rabenvater“.); was Entsprechendes kennen Freunde aus England,  Frankreich, Chile, Polen, Russland und Ungarn nicht. Sie alle sagen „Ihr  Deutschen seht es zu verkrampft. Nehmt es lockerer. That’s life.“ – Sabine Wilms


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Zurecht spricht Herr Wefing von einem faulen Frieden. Schon zu Beginn der Flüchtlingskrise habe ich, bildlich gesprochen ,die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gesagt, da ist etwas faul im Staate D. Konzeptlosigkeit wurde allein von Bayerns Ministerpräsident der Kanzlerin vorgeworfen. Das war auch meine erste Reaktion. Ich erwarte als Bürgerin vor allen Dingen Kompetenz und

Vorausplanung, gerade deshalb, weil das Thema ja mit Händen zu greifen war in den Jahren zuvor. Wir kennen alle die politischen Entwicklungen seitdem. Haben wir nur noch Politiker  mit der Haltung von Parvenues? Der zweite Schlag, unselig von der Kanzlerin provoziert, über die Köpfe ihrer ambivalenten CDU hinweg, ist die  unwürdige  Abstimmung im Parlament vor einer Woche. Nicht die 80 Prozent  Zustimmung in der Bevölkerung darf eine Kanzlerin zu  einem solchen Griff in die Trickkiste verleiten. Ein fauler Gestank macht sich breit. Wenn nach dem Grundgesetz  nur Mann und Frau eine Ehe eingehen können, wir es aber hier mit zwei Partnern gleichen Geschlechtes zu tun haben, und ein Geschlechtsakt hier notgedrungen ein Fake sein muss, dann ist die Frage ,warum  man eine künstliche Teilung in eine verfassungsmäßige und eine parlamentarisch abgestimmte Eheauffassung begründen möchte. Man dreht so lange an dem Ding , bis es verdreht ist. Warum einen Fake als Ehe bezeichnen? Es muß eine Bezeichnung geben, und die gibt es ja schon:Eingetragene Partnerschaft mit allen Rechten. Außer Adoption. Aus der Psychologie wissen wir, wie wichtig der gegengeschlechtliche Elternteil für die Entwicklung der Geschlechtsidentität des Kindes ist. Auch hier wieder das Thema Grenzen.

Noch einmal die Frage , was ist faul im Staate D?  Alle diese Verdrehungen führen zu Verklumpungen auch im Staat, wie Herr Wefing richtig sagt Ein Homosexueller, der Kinder mit in die Beziehung bringt, bleibt der Vater – oder die Mutter in lesbischen Beziehungen. Der homosexuelle Partner bleibt der Lebens- partner , er kann weder Mama noch Paparollen übernehmen. Das ist ehrlich dem Kind gegenüber.So einfach ist das. Kinder nicht adoptieren zu können in homosexuellen Beziehungen ist die natürliche Konsequenz der Fakten: zwei Männer sind nicht Mann und Frau.

Woher kommt diese Verdrehung? Wenn wir an die in der EU viel beschworene Aufklärung denken, so wissen wir, dass diese Licht und Schattenseiten hat. Freiheit, Gleichheit ,Brüderlichkeit. Alles richtig. Denken wir aber auch daran, wie diese Revolution endete? IN MIlIONENFACHEN HINRICHTUNGEN durch die Guillotine! Heute arbeiten wir als Gesellschaft daran,auszubuchstabieren, was daran Idealisierung ist, und was Wahrheit. Das ist das, was wir heute zu lernen haben. Das ist das ,was uns die Flüchtlingskrise und die` Ehe für alle`(was für ein unseliger Ausdruck) lehren soll. – Lioba Gold- Spätling


Leserbrief zu „Busunglück“ im ZEIT Magazin von Janosch

Erst durch diese Notiz ist mir die Perfidie des Janosch-Cartoons zum Bewusstsein gelangt. Jedoch ist Ihrer durchaus pietätvollen Absicht entgangen, dass das Wort „Bus“ in der einen oder anderen Verbindung in derselben Nummer der „Zeit“ 8mal und im „Zeitmagazin“ 4mal vorkommt, wobei Wortzusammensetzungen wie „Reisebus“ besonders anstößig erscheinen müssen (unberücksicht bleiben solche Fälle, in denen die Buchstabenfolge „bus“ Bestandteil anderer Wörter ist, wie „Bush“ oder „Cottbus“).- In den in dieser Hinsicht vorbildlichen USA wäre so etwas sicherlich nicht vorgekommen!  – Jürgen Wißner


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Seit Jahren schätze ich die ZEIT und auch Ihre eigenen Beiträge – aber die aktuelle Ausgabe werde ich nicht, wie sonst üblich, in unseren Seminarräumen auslegen …

Politiker dürfen und sollen den Gesprächsfaden nicht abreissen lassen – warum aber gewährt die Redaktion diesem Mann Erdogan ein Interview (!), räumt seinen Gedanken diesen breiten Raum ein und bringt obendrein sein Gesicht auf den Titel?? Das ist doch nur Wasser auf Erdogan’s Mühlen …

Ich bin entsetzt. – Ingo Traub


Leserbrief zur Werbeanzeige „Turkey – Discover the potential“

Wenn ich die ZEIT aufschlage, sehe ich mir zuerst die letzte Seite an, die Inhaltsübersicht. Bei der Ausgabe vom 29.6. erblickte ich – keine Übersicht. Als ich die die letzten zusammenhängenden Seiten herausnahm und umdrehte, denn vielleicht war ja bei der Sortierung etwas schiefgelaufen, blickte ich links oben auf die Worte ‚Turkey Discover the potential‘.

Die ZEIT macht Werbung für die Türkei? In welcher Rubrik? Wieso und wozu also? Nach einer kleinen Weile entdeckte ich das ganz kleine Wort ‚Anzeige‘. Ein Blick über die Überschriften bestätigte, der ZEIT lag eine umfängliche Werbebeilage (Forschung, Investitionen, Kultur etc.) für die Türkei bei, getarnt als normaler Zeitungsteil, an prominenter Stelle.

Ich wundere mich über die Aufdringlichkeit einerseits, den Inhalt andererseits. Wie kommt es, dass ein Land, in dem schon Zehntausende angebliche Regimegegner in Gefängnissen verschwanden, darunter auch ein Kollege von der WELT, ein Land, in dem die Todesstrafe wieder eingeführt werden soll, ein Land, in dem ‚anonyme Anzeigen an der Tagesordnung‘ sind, in meiner bevorzugten, abonnierten Wochenzeitung beworben wird? – Stefanie Striegl


Leserbrief zu „Drei Minijobs? Vergiss es!“ von Jens Tönnesmann

Bemerkenswert, dass Peter Tauber,  (noch ?) Generalsekretär der CDU, die Gerechtigkeit, eine der vier Kardinaltugenden der katholischen Kirche und eins der Prinzipien des Humanismus, dem  ökonomischen Prinzip der Vollbeschäftigung nachordnet.

Ist Martin Schulz doch der bessere Christ? – Dr. W. Mittag


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Ich bin mit Ihnen einig, daß zu wenig gestritten wird. Ob die Ehe für alle ein Glück für die Betroffenen ist, bin ich mir nicht so sicher, denn das ist ein großes Wort für die geringfügige Verbesserung, die die homosexuellen Paare jetzt erfahren. Die Möglichkeit der Adaptation betrifft allemal nur wenige. Gesetzlich waren sie der bürgerlichen Ehe seit 2002 gleichgestellt. Aber das Wort Glück beinhaltet natürlich Emotionen. Wenn also die Homosexuellen glücklich sind, dann stehen dem aber die weniger glücklichen Empfindungen der Menschen gegenüber, die eine andere Auffassung von dem Wort Ehe haben. Für die Katholiken ist es ja ein Sacrament.

Weiter: Wenn Sie ein Thema diskutieren wollen, dann ist es hilfreich oder sogar unabdingbar, wenn die Beschreibung eines Themas präzise ist. Bisher war das gegeben. Das Wort Partnerschaft beschrieb die rechtliche und steuerliche Situation einer homosexuellen Gemeinschaft, das Wort Ehe die bürgerliche und christliche, vielleicht auch verfassungsrechtliche Bedeutung einer Gemeinschaft. Das neue Gesetz verwischt das, und sein Zustandekommen trägt nicht dazu bei, daß man gute Gefühle hat.

Nun zu dem von Ihnen behaupteten Zugewinn an Liberalität. Worin soll der bestehen. Im Standesamt konnten bereits jetzt beliebige Personen ihre Ehe/Partnerschaft registrieren lassen. Was können sie jetzt mehr? Adoptionsanträge einreichen. Haben Sie das als Zugewinn gemeint?

Ansonsten darf ich jenseits des aktuellen Themas hinzufügen, daß ich Ihre Artikel gerne lese und meistens ähnlich oder gleich denke. Aber das gilt auch, wenn ich nicht mit Ihnen einig bin. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu Rezepten im ZEIT Magazin

Immer mal finde ich in der ZEIT kritische Beiträge zum Thema Tierhaltung, Fleischkonsum etc.
Immer finde ich im ZEITMAGAZIN Rezepte. Aber fast keines davon ist vegetarisch oder gar vegan. Das widerspricht sich.

Angemessen und zielführend waäre, den Lesern Alternativen anzubieten. Es müssen und sollten nicht ausschließlich vegetarische/vegane Rezepte sein, aber doch ein deutlicher Prozentsatz. Mir scheint ein Drtittel angemessen. – Iman Schwäbe


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Ihr Chefredakteur zeigt mir sehr deutlich, wie teilweise Behauptungen aufgestellt werden, die so nicht stimmen.  Das ist ein Paradebeispiel deutscher Journalisten warum der Ruf bei den Bürgern nicht der Beste ist. Er lädt dazu ein, das viele Bürger von „Lügenpresse“ spricht.  Es stimmt ja nicht, wenn Giovanni di Lorenzo behauptet, die Printmedien sind in allen politischen Richtungen unterwegs.  Es gibt über 300 Tageszeitungen und wenn ich großzügig schätze sind vielleicht 20% dem konservativen Lager zuzurechnen. Davon sind allein in Bayern über 10% zu Hause.  Und wenn ich die elektronischen Medien nehme, dann sieht das Bild noch viel einseitiger aus. Die Redaktionen in den Sendeanstalten sind fast alle „Links“ einzuordnen.

Die Bevölkerung ist es nicht, die Mehrheit ist konservativ ausgerichtet. Allein diese Tatsache zeigt mir die Gesinnung des Autors. Bayern ist das Bundesland, das die besten Zahlen von allen Bundesländern schreibt. Sachsen (auch konservativ) kann mit Bayern mithalten. Die westlichen Printmedien berichten ohnehin nur am Rande über das wunderbare Land. Und wenn, ist es nur negativ besetzt. Die Rechten sorgen für Aufmerksamkeit. Das war’s dann auch.  Ich weiß gar nicht, ob Ihr Blatt jemals einen sächsischen Minister interviewt oder sonstige Beiträge geschrieben hat. Vielleicht täusche ich mich auch. Wenn doch, dann war es die Ausnahme. Unsere Bundeskanzlerin ist gerade dabei, Deutschland abzuschaffen. Sie werden darüber schmunzeln. Ich meine es aber Ernst. Die Flüchtlinge werden ungebrochen weiter nach Deutschland wollen.

Wir werden weiter Flüchtlinge aufnehmen und der Terror gehört zwischenzeitlich zum Alltag. Was ist das denn für eine Politik.?  Die ganze Welt staunt zwischenzeitlich über unser Land und weiß gar nicht so recht das einzuordnen. Ich lebe von Zeit zu Zeit in Singapur. Dort ist man sprachlos. Dort hat eine große politische Persönlichkeit (der Name fällt mir im Moment nicht ein) das Land zum Wohlstand geführt, der höher ist als in Deutschland. Armut kennt man kaum. Kriminalität ist so gut wie nicht vorhanden. Dieser Staatsmann hat der westlichen Demokratie schon vor vielen Jahren auf Dauer keine Chance eingeräumt. Ich bin etwas vom Thema abgekommen. Herr Erdogàn wäre auch nicht unbedingt mein Freund. Was mich aber am meisten ärgert, ist die Tatsache. daß auch Sie den Putsch in der Türkei überhaupt nicht in Ihre Überlegungen einbeziehen. Alle Medien verschweigen das. Das war überhaupt der Grund warum er die bekannten Maßnahmen unternehmen müsste.  Und Ihr Kollege von der Welt hat sich mit Terroristen eingelassen und sie quasi verteidigt. Das konnte ein vernünftiger Staatschef nicht ungestraft lassen.

Über das Maß kann man durchaus streiten und mir gefallen die Zustände in der Haft, die er erleiden muß auch nicht. Stellen Sie sich vor, in Deutschland würde das eigene Militär einen solchen Putsch auch unternehmen. Was wäre da los. Ausschließen kann man das auch nicht.  Mein älterster Sohn war im Offizierungsrang auch bei der Bundeswehr. Der hat mir schon vor  20 Jahren gesagt, das viele Soldaten mit den Nationalen sympathisiert haben. Heute werden viele der AfD nahe stehen. Die Bundeswehrsoldaten waren in der breiten Bevölkerung lange Zeit unbeliebt. Die Helden waren die Kriegsdienstverweigerer.  Wer in Uniform in den Heimaturlaub fuhr wurde diskriminiert.  Auch habe ich den Eindruck, das viele Journalisten gar nicht wissen was sie schreiben. Und Andere tun es aus Opportunismus. Das ist auch nichts für mich.

Ich bin fest davon überzeugt: Deutschland hätte in einem solchen Fall nicht anders reagiert. Wenn nur leiseste Verdacht bestanden hätte mit den Putschisten zu sympathisieren wäre für ihn auch Haft fällig gewesen.   Es regt mich schon lange auf, wie in Deutschland berichtet wird.

Das ist auch der Grund, warum ich eigentlich Deutschland den Rücken gekehrt habe, und ich kenne viele Leistungsträger die das auch so sehen. Und das mit steigender Tendenz. Ehrlich gesagt, sehe ich keine gute Zukunft für Deutschland. Die Politik hat die Bürger längst überfordert. Was ist das den für ein Zustand mit Terror leben zu müssen. Die Politik denkt gar nicht daran irgendetwas zu ändern. Der Innenminister hat das den Bürger bereits mitgeteilt. daß sie sich darauf einzurichten haben. Was ist denn das für eine Politik? Mein gesunder Menschenverstand kann das nicht mehr verstehen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was versprechen Merkel und Schulz den…“ von Philipp Fritz Und Mark Schieritz

Merkel verspricht Entlastungen für Gutverdiener, Immobilienbesitzer und Unternehmer, Schulz dagegen will mehr für Geringverdiener und Rentner tun. Trotzdem wählen diese mehrheitlich CDU. Vielleicht liegt es daran, dass die SPD im Gegensatz zur CDU auch mehr für Zuwanderer und Griechen tun will. Und das ist bei den „kleinen Leuten“ halt recht unpopulär. Daraus folgt eigentlich, dass Intellektuelle, die sich ein wenig soziales Gewissen und Mitmenschlichkeit bewahrt haben, nicht CDU wählen dürften. – Dr. Peter Dodel


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Laut Definition vom Begriff Terror heißt es: Der Terror ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen.

Nach der Aussage von Herrn Erdogan ist ein Interview eines Reporters mit einem Terroristen bereits selbst ein terroristischer Akt, der zur Verhaftung von Reportern führte.

Das bedeutet, dass die Zeitredakteure Glück haben, heil aus der Türkei zurück gekommen zu sein, da sie mit einem Staatsterroristen gemäß der obigen Auslegung gesprochen haben.

Das die Kurden mit Gewalt auf die Repressionen der türkischen Unterdrückung reagierten ,hat auch mit dem absolut kurzsichtigen Manövern der westlichen Staaten zu tun, die einmal nach dem ersten Weltkrieg den Kurden einen eigenen Staat ( wie auch den Arabern) zusagten ,aber nichts taten, als die Türken ihr Territorium wieder durch Gewalt zurückholten.

Das Gespräch mit Herrn Erdogan tropft von Falschaussagen und Angriffen gegenüber der EU .

Man kann nur hoffen, dass die Regierungen entsprechend reagieren, wobei ich da keine große Hoffnung habe, da die Türkei ein NATO Staat ist.

Ich betone, dass ich eine große Anzahl von Türken nicht nur kenne ,sondern auch diesen auf Augenhöhe begegne, doch sollte es immer in Erinnerung bleiben, dass Demokratie zwar nicht , wie man in Israel sieht, das non plus Ultra ist, aber Diktatur ob links oder rechts immer gegen Menschen ausgerichtet ist. – Jürgen Müller

Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Schade, dass Sie Herrn Erdogan nicht den Begriff Terrorist um die Ohren gehauen haben. Erdogan mag ja Recht haben, wenn er sich auf eine unabhängige Justiz beruft. Aber er war es doch bzw seine AKP die die Gesetze so gemacht haben, dass jede missliebige Person als Terrorist aus dem Verkehr gezogen werden kann. Da ist ein direktes Eingreifen Erdogans gar nicht mehr notwendig. – Rüdiger Weigel


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

Es ist wohltuend, nach der Ära des Herrn Ackermann und seiner direkten Nachfolger  einen CEO der Deutschen Bank zu erleben, der sich sachlich und selbstkritisch und  dennoch absolut loyal zu seinem Haus und dessen Mitarbeitern äußert. (Es war allerdings nicht nur die Attitüde Ackermanns allein, sondern auch die ihm entgegen- gebrachte Ehrerbietung, die seine Auftritte und Ausführungen oft schwer erträglich machten.) Und dennoch: John Cryan kündigt mit Blick auf die Boni an, dass man „dieses Jahr zu regulärer Bezahlung zurückkehren“ wolle. Zurück – heißt das etwa, dass wieder Bonuszahlungen fällig werden, die von kurzfristigen und oft flüchtigen Geschäfts-   ergebnissen und Kennzahlen abgeleitet werden? Dass es Zielvereinbarungen gibt, die nur wenig mit einer nachhaltigen positiven Geschäftsentwicklung zu tun haben?  Zu fragen, ob es bei miserabler Performance auch einen Malus geben wird, hieße wohl, allzu blauäugig zu sein. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zum „Wochenmarkt“ im ZEIT Magazin von Elisabeth Reather

Vielen Dank für Ihre tollen Rezepte, die ich schon mehrmals mit Erfolg nachgekocht habe. Beim Cheesecake (ZEIT Magazin vom 6. Juli 2017) habe ich ein Problem:

Bei den Zutaten stehen 2 x 200 g Sahne – Heißt das, es kommen insgesamt in die Masse 400 g Sahne, dann hätten Sie das doch gleich so angegeben? Kommen 200 g Sahne vielleicht zum Schluss noch oben drauf? Hier bitte ich um einen kleinen Tipp. – Dr. Maria Lang


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Vielen Dank für die Veröffentlichung von Joscha’s Brief! Es ist so wichtig, Menschen wie ihr einen öffentlichen Platz und somit Stimme zu geben.

Auch ich habe die Ausstellung von der sie schreibt (touchdown) in der Bundeskunsthalle besucht. Schade, dass darüber in der ZEIT nicht berichtet wurde (zumindest ist mir das nicht aufgefallen). http://www.touchdown21.info/de/seite/7-ueber-uns.html

Ich könnte mir auch gut vorstellen, regelmäßig ein Plätzchen in der ZEIT für O-Ton-Berichte finden; ähnlich, wie Sie ja auch Kindern bei leo solch einen Platz einräumen oder Lesern, die schreiben, was ihr leben reicher macht. Warum nicht regelmäßig eine Seite von Menschen mit Behinderung gestaltet?

Siehe auch http://ohrenkuss.de

http://raul.de/leben-mit-behinderung/warum-es-nicht-ausreicht-inklusion-zu-wollen-von-der-bewusstwerdung-zur-akzeptanz-und-aktion/

Damit könnte man Ängste und viele falsche Vorstellungen abbauen und auch selbst einen Beitrag zur Inklusive leisten. Die ZEIT als BARRIEREfreier Raum… – Antonia Manderla


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers

Es ist mir durchaus bewusst, dass selbst ein Professor für Öffentliches Recht in einem Feuilleton-Artikel „Juristisches“ leicht verständlich machen will. Aber es hilft alles nichts: Der Bundestag hat keine „Ehe für alle“ beschlossen, sondern lediglich die „Heirat für alle“.

Durch das Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts bekommt ein Ehepaar Frau-Frau gerade nicht die gleichen Rechte wie ein Ehepaar Frau-Mann, weil das Abstammungsrecht in § 1592 BGB nicht geändert wurde. Dies sollte auch einem Professor für Öffentliches Recht nicht entgangen sein.

Leider kommt es in Notariaten durchaus vor, dass Erbscheine nach verstorbenen Kindern beantragt werden müssen (wenn sie z. B. über ein von den Eltern und Großeltern geschenktes Vermögen verfügen). Ist das Kind in eine Ehe aus Frau und Mann hineingeboren worden, erben Ehefrau (Mutter) und Ehemann (Vater) zu gleichen Teilen als gesetzliche Erben zweiter Ordnung. Wäre das Kind jedoch in eine Ehe aus Frau und Frau hineingeboren worden, würde die Mutter die Hälfte erben, die andere Hälfte die Familie des Vaters. Die Ehefrau der Kindesmutter ginge leer aus, selbst wenn von ihr das Vermögen stammen sollte, das das Kind zu vererben hat.

Umgekehrt ist es natürlich genauso: Ist ein Kind in eine Ehe aus Frau und Mann hineingeboren („aus der Ehe hervorgegangen“), fällt das Erbe des Ehemannes der Kindesmutter und dem Kind zu. Ist ein Kind in eine Ehe aus Frau und Frau hineingeboren, fällt das Erbe der Ehefrau der Kindesmutter zwar zur Hälfte der Kindesmutter zu (Ehegattenerbrecht und Zugewinnausgleich), die andere Hälfte bekommt jedoch nicht etwa das Kind, das von beiden Ehefrauen erzogen wurde, sondern die Familie der Ehefrau.

Da das Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts nicht alle Folgen und Wirkungen der Ehe für Ehepaare gleichen Geschlechts eröffnen wollte, kommt es weder darauf an, ob die „Ehe“ auch aus Mann-Mann und Frau-Frau bestehen kann oder wie Familie definiert wird („ehelich“ oder „nichtehelich“). Der Gesetzgeber wollte – wie sich aus der Begründung des Bundesrats zum Gesetzentwurf ausdrücklich ergibt – ein Adoptionsrecht etablieren. Die Bildung einer „ehelichen“ Familie, in der es eine vermutete (widerlegbare) Verwandtschaft zwischen dem Ehepartner der Kindesmutter und dem zur Zeit der Ehe geborenen Kind gibt, soll es nach dem Willen des Gesetzgebers (= der Mehrheit des Bundestags und des Bundesrats) nicht geben.

Es ist daher keine Frage, ob die Ehe für Paare gleichen Geschlechts geöffnet werden kann, sondern ob eine Personenverbindung von Paaren gleichen Geschlechts, der nicht alle ehelichen Folgen und Wirkungen zugebilligt wird. Kann eine solche Personenverbindung „Ehe“ genannt werden, wenn sie nicht alle möglichen Folgen und Wirkungen (einschließlich der widerlegbaren Verwandtschaftsbeziehungen) wie eine Ehe hat.

Ist es wirklich (verfassungsrechtlich) hinnehmbar, dass ein Kind, das in eine Ehe von Frau und Mann hineingeboren wird, anders behandelt wird, als ein Kind, das in eine Ehe von Frau und Frau hineingeboren wird?

Mich erstaunt, dass auch in der öffentlichen Anhörung zum Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts sich die Sachverständigen um diesen Punkt nicht bemüht haben. Ist es ein praktisches Problem, das in einer „höheren“ Ebene einfach verloren geht? Dass Kinder in eingetragene Lebenspartnerschaften von zwei Frauen geboren werden, kommt doch auch vor und versucht in Anwaltsbüros und Notariaten für Schwierigkeiten bei der Ermittlung der Ansprüche und vor allem bei der Vermittlung der Sachverhalte an die Mutter und ihre Lebenspartnerin.

Es wird von SPD, Grünen, Linken die „Ehe für alle“ versprochen und Sie berichten freudig darüber. Werden Sie auch berichten, wenn Ehefrauen, Kindesmütter und Kinder vor dem Scherbenhaufen stehen? Die spätere Polemik gegen die untätige Politik könnten Sie allen wirklich ersparen, wenn Sie das Gesetz zur Öffnung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts nicht von Professoren für Öffentliches Recht, sondern von Professoren für Familien- und Erbrecht prüfen lassen.  – Manfred Koopmann


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Leserbrief veröffentlichen würden:

Jedes Mal, wenn ich einen Artikel über das Elend in Afrika lese schäme ich mich. Bei diesem in der Zeit ging es mir wieder so. Ich sitze in der Bahn nach Düsseldorf und bin froh, dass die Klimaanlage funktioniert, denn draußen sind es 30 Grad. Der Artikel erzählt die Wirklichkeit der Menschen auf der Insel Buthony, die langsam verhungern. Ich schaue auf und empfinde meine Umwelt als unwirklich. Wie in einem Film sehe ich meine Mitmenschen, die mit sich selber beschäftigt sind. Jugendliche, die in ihr Handy sprechen, Wortfetzen erreichen mich, wo geht die nächste Party? Ein neun jähriger Junge namens James kämpft gerade im Südsudan dafür, dass seine Familie nicht verhungert, Wind, Regen, Krankheiten und Krieg ausgesetzt. Wie Abertausende mit ihm.

Ich sitze in der Bahn und stöhne über 30 Grad. Ist mir mein Glück auf diesem Teil der Erde geboren worden zu sein eigentlich je bewusst geworden?

Wie so oft bin ich tief getroffen vom dem Schicksal fremder Menschen, möchte helfen, doch sobald die nächste Begegnung mich ablenkt, ist die Welt außerhalb meiner eigenen auch schon wieder in den Hintergrund gerückt.

Diesmal nicht beschließe ich!

Ich bin 35 Jahre alt und seit Jahren politisch desinteressiert. Das war einmal anders. Ein Blick auf Hamburg zeigt, dass viele Menschen sich engagieren und Zeichen setzten wollen. In unserer aktuellen weltpolitischen Lage mehr als nötig! Und viele bewirken etwas – ohne Gewalt! Doch wo bin ich die ganze Zeit über? Interessiert mich auch nur die nächste Party? Bin ich so abgestumpft?

Was mich gerade treibt dies hier zu veröffentlichen ist mein Wunsch mich diesmal nicht abzulenken und mich einzusetzen. Den ersten Schritt zu gehen. Angetrieben werde ich von etwas was alle Menschen auf dieser Erde vereint, egal welche Hautfarbe, welchen Glauben oder politische Überzeugung sie haben.

Dem Wunsch nach Glück und Zufriedenheit, nach Nähe und menschlicher Wärme. Nach Liebe! Ich kann meine Augen verschließen, resigniert sagen: Was kann ich schon ausrichten? Was verändern?

Ich weiss es nicht! Aber ich habe eine Stimme, zwei Hände und die Möglichkeit meine Ziele als freier Mensch zu verfolgen. Ich habe Liebe in mir und die kann ich weitergeben.

Ich habe starke Zweifel, dass ich in einer Welt glücklich sein und es bleiben kann, in der ich weiter die Augen davor verschließe was um mich herum passiert und nicht einmal versuche etwas Gutes zu bewirken und sei es noch so klein, noch so aussichtslos!

Ob ich nur mein Gewissen beruhigen will? Vielleicht, doch wenn ich es schaffe nur einem Menschen zu helfen, dazu beitragen kann, dass ein Kind nicht verhungert muss und eine Frau nicht vergewaltigt wird, ist es dann nicht egal? Und ist das dann nicht die beste Investition in mein Leben, in meine Zukunft und in eine bessere Welt?

Zusammen sind wir stärker!

Solltest du dich angesprochen fühlen, möchtest du auch etwas unternehmen, dann lass es uns zusammen tun! Melde dich! Wenn Sie dem Aufruf nicht veröffentlichen dürfen, streichen Sie es nach zusammen sind wir stärker. Meinen Namen dürfen Sie veröffentlichen. Vielen Dank und weiter so! – Daniela Lemper


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Zunächst einmal Gratulation Ihnen zur Ausgabe vom 6.7.17 vor allem (!) wg. des sensationellen Interviews mit Erdogan. Lange hat „DIE ZEIT“ in der deutschen und internat. Medienlandschaft nicht mehr ein derartig häufiges Zitieren erreicht.

Erst wollte ich über den nur boulevardartigen Aufmacher protestieren. Dann wurde mir  aber der köstliche Hintersinn und die Ironie klar, die Sie damit auslösen. Der Mann wird es in seiner Egozentrik und Eitelkeit noch nicht einmal merken, wie „man“ sich mit der Absurdität des Satzes über ihn amüsiert, sondern von einer derartigen Hervorhebung in einem angesehenen Weltblatt sehr geschmeichelt sein. – Dr. Claus Richter-Haffelder


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Das was gerade in Hamburg passiert, lässt sich kaum in Worte fassen. Man hat den Eindruck, im Kriegsgebiet zu sein – solche Bilder kennt man aus den Syrienberichten. Wenn Spiegel Online wieder einmal titelt „Polizei setzt Wasserwerfer ein“ oder „Straßenschlachten zwischen Polizei und Demonstranten“ wird mir ganz schlecht. Es wird – allein durch die Überschrift – ein völlig falsches Bild gezeichnet. Wenn ich dann noch kritische Sätze über das Vorgehen der Polizei lese und Diskussionen darüber, wer die Gewalt initiiert, kann man seine Aggression kaum noch bändigen.

In Hamburg setzen derzeit über 20.000 unglaublich gut ausgebildete Polizisten ihr Leben aufs Spiel, um den Gipfel zu ermöglichen, aber auch – und das wird oft vergessen – die friedlichen Demonstranten zu schützen. Diese Polizisten sind junge talentierte Menschen mit einer sozialen Ader.

Talentiert, weil sie sonst niemals die unglaublich schwierigen Auswahltests bei der Polizei bestanden hätten. Es sind hohe Hürden zu nehmen, sowohl sportlich als auch kognitiv und psychisch. Denn im Beruf der Polizei ist man täglich den Aggressionen des Gegenübers ausgesetzt, die bei solchen Ausschreitungen ihren Höhepunkt finden. Das muss man erstmal schaffen – sich immer an das Gesetz zu halten und die Ruhe zu bewahren, auch wenn ein Kollege gerade erblindet ist, weil die Hitzewelle eines Böllers in seinem Kragen in den Helm gestiegen ist und die Netzhaut verschmort hat. Und das ist nur eine Geschichte von vielen. Da wird man wütend, wenn die Medien berichten, es gäbe keine „Schwerverletzten“. Ich bewundere es, wie die Polizisten angesichts solch massiver Angriffe dennoch professionell bleiben. Denn es muss so schwer sein, in diesen Momenten, aber auch im beruflichen Alltag nicht den Glauben an die Menschlichkeit zu verlieren.

Ja und sozial, weil sie ihr Leben für verhältnismäßig geringe Gegenleistungen riskieren. Das betrifft das Gehalt, aber auch die Arbeitsbedingungen. Schichtdienst, massenweise Überstunden und keine freien Wochenenden sind die Realität. Jetzt während des Gipfels lautet der Modus: 20 Stunden Arbeit, 3 Stunden schlafen, 20 Stunden Arbeit. Man riskiert nicht nur durch die Arbeit selbst sein Leben, sondern ruiniert sich auch seine Gesundheit. Das nimmt man nur in Kauf, wenn man seinen Beruf wirklich liebt und einem guten Zweck dienen möchte – einem freiheitlichen Rechtsstaat, in dem den Bürgern ein friedliches Leben ermöglicht wird.

Aber an wen richten sich diese Zeilen? An autonome gewalttätige Randalierer, die jeglichen Bezug zur Realität verloren haben und vermutlich in den radikalen Gruppierungen das erste Mal im Leben Anschluss gefunden haben nach einer schweren Kindheit und Jugend? Nein – diesen Leuten möchte ich nur sagen, dass sie gern auswandern können in Länder, die ihrem postulierten Ideal näher kommen. China, Kuba, Russland. Kommunistische Länder mit rechtsfreien Zonen. Sie dürfen auch gern mal Luft in Kriegsländern schnuppern und sehen, wie sich Gewalt anfühlt, der man ausgesetzt ist, ohne etwas tun zu können.

Nein, die Nachricht richtet sich an den linksgerichteten Ottonormalbürger. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man das Urteilsvermögen und die Professionalität der Polizei bei solchen Gipfeln in Frage stellt. Politische Gesinnung hin oder her – ihr solltet euch einmal mit den jungen Polizisten unterhalten, die dort ihren Job machen. Und endlich verstehen,  dass diese Menschen unseren höchsten Respekt verdient haben. An wen wendet ihr euch, wenn bei euch eingebrochen wurde? Oder eure Tochter vermisst wird? An eure linken Freunde, mit denen ihr in der Szene abhängt und die immer einen guten antikapitalistischen Spruch auf Lager haben? Denkt mal drüber nach. – Sarah Voelkel


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Man kommt sich vor wie in einem B-Movie aus Hollywood: Da taucht aus den anatolischen Weiten ein selbsternannter Muskelmann auf, der sein Land auf einen Weg führt, an dessen Ende ein faschistoides Regime zu befürchten ist. Gleichzeitig denunziert dieser Mann die Deutschen als Nazis und sagt Deutschland den Selbstmord voraus. (Und niemand hierzulande weist ihn energisch in seine Schranken!)

Wie wäre es mit einem anderen Drehbuch? Wir lassen den Mann ins Land, auf dass er eine seiner Geifer-Reden halten kann, und nehmen ihn gleich anschließend wegen Hasspropaganda als Terroristen fest. Sollten dann Teile der hiesigen türkischen Gemeinde auf die Straße gehen, wäre das eine willkommene Bestätigung für die Terrorismus-Anklage. Mit der Anklageschrift und dem Prozess könnten sich die Strafverfolgungsbehörden selbstverständlich viel Zeit lassen.

Ach ja, ist ja alles nur Film… – Martin Lipka


Leserbrief zu “Rekord-Reichweite bei Entscheidern“

Wer sind denn Entscheider, das es für die extra so eine große Annonce gibt? Und was ist mit den anderen Lesern? Sind wir keine Meldung wert? – Angelika Adler


Leserbrief zum Titelthema des ZEIT Magazins „Im diplomatischen Dienst“

Der Beitrag ‚Im diplomatischen Dienst‘ im ZEIT Magazin zu deutsch-türkischen Beziehungen bzw. Freundschaften hinterläßt bei mir Kopfschütteln und auch Ärger. In welcher Welt leben denn die Autoren? Da wird ein an sich interessantes Thema zu Werbezwecken für Luxusklamotten mißbraucht und damit entwertet. Peinlicher geht’s nimmer!!! – Jürgen Hilleke


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Auf ein Wort an Sie als Leser: Alle Jahre wieder singt man an Weihnachten andächtig in warmen Stuben „Ihr Kinderlein kommet“. Wenn Sie diese Zeilen lesen können, so stehen drei Dinge fest: 1. Sie sind auch einmal eines dieser Kinder gewesen; 2. Sie hatten einen Vater und eine Mutter; 3. Bei einer Homoehe hätte es Sie nie gegeben! Übrigens stellt Fremdzeugung keine belastbare Grundlage für eine gesunde Gesellschaft dar, darum kann es auf Dauer nur einen Weg geben: Zurück zur Natürlichkeit, denn jeder Mensch hat ein Recht auf seine mit der Geburt geschenkte heterosexuelle Natur, auch wenn diese durch nicht selbst verschuldete Umstände unterdrückt wurde. Homosexuellen hier alle nur erdenkliche Hilfen zu geben sollte Programm der Parteien, ja unserer Gesellschaft als ganzes sein! Ihnen diese zu verweigern und als Ersatz die Homoehe aufzudrücken ist eine klare Verweigerung des elementaren Grundrechtes auf individuelle Selbstbestimmung, denn niemand darf Homosexuellen verbieten, ihren Lebensstil zu ändern und eine natürliche Familie mit Vater und Mutter zu gründen! – Joachim Kretschmann


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Selten hat mich ein Beitrag so berührt wie „Joscha, weiblich 13 Jahre alt, Autistin. Und das hab ich zu sagen:“.

Dieser sollte für die „Heinis von der FDP“ und alle Inklusionsgegner zur Pflichtlektüre werden. Eine solch starke Persönlichkeit gibt Hoffnung und wäre auch etwas für Ihre Rubrik „Was mein Leben reicher macht“ :-) – Oliver Theede


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

In Ihrem Artikel in der Zeit vom 6.Juli ist Ihrer Datenquelle ein böser Fehler unterlaufen.

Die beiden Satellitenbilder in Ihrem Artikel sollen in Pink die Abholzung in den Jahren 2001 und 2015 zeigen. Selbst für einen Laien ist erkennbar, dass die allermeisten im rechten Bild in Pink dargestellten Flächen schon 2001 im linken Bild als helle Flächen vorhanden sind. Die Interpretation des linken Bildes ist mit Sicherheit falsch. Hier sind es die hellen und nicht die pinkfarbenen Fächen, die die Abholzung erkennen lassen.  Das bedeutet, dass die  massive Abholzung schon sehr viel  früher stattgefunden hat, was auch bekannt ist. Daten darüber liegen bei der Secretaria de Ambiente (SEAM) in Paraguay vor.

Ich habe zwischen 1992 und 1998  ein Umweltprojekt im Chaco geleitet, dass die Grundlagen für die Umweltgesetzgebung erarbeitet hat. Dazu gehörte natürlich auch die Problematik der Entwaldung. Mein Spezielgebiet war die Interpretation von Satellitendaten für geowissenschaftliche Zwecke. Ich gehe davon aus, dass es bei der Verarbeitung der von Ihnen dargestellten Satellitenbilder zu einer falschen Codierung von „Wald“ gegenüber „Nichtwald“ gekommen ist.

Wahrscheinlich ist ein schlauer Kopf im Chaco irgendwann auf die Idee gekommen, aus dem Holz, das man früher nach der Rodung verbrannt hat, Holzkohle herzustellen.

Die Holzkohleproduktion ist also eine Marginalie bei der Betrachtung der großen Umweltprobleme im Gran Chaco Americano. Falls es Fragen geben sollte, stehe ich gerne zur Verfügung. – Wolfgang Kruck


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Menschlichkeit (Anlehnung Thomas Mann 1930)

Auf einmal bekommen sämtlicher Hass und Frustration ein Ventil und es herrscht Ausnahmezustand. Ob vor Ort oder auch fernab des Geschehens, jeder meint plötzlich Stellung beziehen zu müssen. Aber geht es darum Seite zu beziehen? Geht es nicht eigentlich an diesem Wochenende um Weltpolitik?

Es ist bewundernswert, dass der Anschein erweckt wird, die junge Generation hätte ihre Politikverdrossenheit abgelegt und würde wieder wahrliches Interesse hegen.  Hitzige Diskussionen mit vorgefestigte Meinungen werden über soziale Medien geführt, ohne dass auch nur der kleinste Anschein entsteht, dass sich die Menschen da wirklich miteinander unterhalten würden. Geht es in den Diskussionen um Politik? Heißt Politik in einem demokratischen Land nicht einander zuzuhören? Anstatt einander zu beleidigen, körperlich zu schaden oder den Besitz Anderer böswillig zu zerstören. Dieser Artikel soll mit Absicht keine Seite beziehen. Er soll ein Appell sein an alle Bürger, die Teil der deutschen Demokratie sind. Wir sehen aktuell wie sehr man eine Bevölkerung auch auf höchstem Niveau spalten kann. Die Idee der Demokratie hat aber wenig mit physischer oder verbaler Gewalt zu tun. Wo versteckt sich dieses genannte Interesse an Politik an diesem Wochenende, an dem doch so viele Menschen meinen Stellung beziehen zu müssen? Wo bleiben die sachlichen Unterhaltungen? Wo bleibt die Umsetzung des Rechts auf friedliche Demonstration? Wo bleibt das wahrliche Interesse an unserem Gegenüber? Wo bleibt die Menschlichkeit in dieser Zerstörungswut von allen Seiten? – Loisa Drozdoff


Leserbrief zu „Die Unperfekten“ von Anna von Münchhausen

Bei mir ist die Mehrfachbelastung Familie und Beruf über 60 Jahre her.  Es erschreckt, dass sich in diesen Jahrzehnten nichts geändert hat,  mit Ausnahme der Einrichtung von Kitas bzw. Öffnungszeiten von Kindergärten.

Dennoch möchte ich berufstätige Mütter ermutigen, diese nervenaufreibende Zeit auf jeden Fall durchzustehen. Es zahlt sich aus!

Eine eigene Rente zu haben und dadurch  unabhängig zu sein, ist eine wertvolle Ausbeute der stressigen früheren Jahre. Auch ein gesteigertes Selbstwertgefühl, vermittelt durch Arbeit außer Haus, bleibt im Alter erhalten und kann in manchen Situationen des letzten Lebensdrittels von Nutzen sein. Dafür lohnt es, sich eine begrenzte Zeit schief anschauen oder als Rabenmutter titulieren zu lassen! Deshalb: Mütter macht weiter so! “ – Brigitte Kästle


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Der Titel Ihres Artikels beschreibt, wie die Ideologie die Wahrnehmung verengt. Sie gehen sich dabei selber auf den Leim: Eingangs des Artikels stellen Sie die Frage, warum Gläubige kein Problem mit Daltons Atommodell oder der Quantenphysik hätten, nur die Evolutionstheorie würde kritisiert. Warum das so ist ist einfach zu beantworten: Gläubige Menschen sind keineswegs dumpf wissenschaftsfeindlich, sondern entwickeln aus den gegebenen Fakten andere Hypothesen. Im Fall der Quantenphysik ziehen sie die Schlussfolgerungen der Mainstream- Wissenschaft nicht in Zweifel, beim Thema Evolution sehr wohl. Denn die Evolutionstheorie steht auf sehr wackeligen Beinen. Es gibt viele ungelöste Probleme, und ihre Anzahl steigt mit fortschreitender Zeit. Ich nenne nur die Themen Missing Links, minimale Komplexität, die Widersprüche zum 2. Hauptsatz der Thermodynamik und zu den Grundsätzen der Informationswissenschaft. Zur Erinnerung: Eine Hypothese kann nur als wissenschaftlich anerkannt werden, wenn sie nicht im Widerspruch zu anderen anerkannten Hypothesen steht.

En passant behaupten Sie, dass die Erde nicht der Mittelpunkt der Welt ist. Und wenn sie nun doch der Zweck der ganzen Schöpfung ist? Ihre Sicht ist rein ideologisch. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur muss man das deutlich sagen und nicht so tun als ob alle, die anders denken, „zartbeseelt“ und „eingeschnappt“  sind  oder Angst um ihr Selbstwertgefühl haben, weil sie dann nicht mehr so wichtig wären. Sie vermuten hinter der Weltsicht der Kreationisten also ein psychologisches Problem, ohne sich jemals mit Argumenten auseinander zu setzen. Sie reden von rationalem Erkenntnisgewinn, der angeblich objektiv die Evolutionstheorie beweist. Das ist jedoch eine reine Behauptung.

„Wir schlagen uns auf die Seite der Wissenschaft, trotz der offenkundigen Absurdität mancher ihrer Konstrukte … denn wir können einen göttlichen Fuß in der Tür nicht zulassen.“ – Prof. Dr. Richard C. Lewontin (09.01.1997, Evolutionsbiologe, The New York Review) – Kay Mees


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Da ich Frau Topcu als ausgezeichnete deutsche Stilistin kenne und sie wohl bei der Übersetzung des Interviews beteiligt war, finde ich es seltsam, daß man Erdogan auf Deutsch so holprig reden läßt. Dündar bekommt jede Woche ein exzellentes Deutsch zugesprochen, aber Erdogan muß reden wie mein Änderungsschneider. Ist denn sein Türkisch so schlecht? – Alfons Raith


Leserbrief zu „Die Bank war im Zeitgeist gefangen“ von Lisa Nienhaus und Arne Storn

Bis zur 2. Frage habe ich es geschafft: Erfahre, dass die Deutsche Bank im Zeitgeist gefangen war! Eine faszinierende Erkenntnis. So könnte man doch auch eine 12-jährige (Zeitgeist-) Periode charakterisieren: Enthaftung auf der ganzen Linie. Den Rest des Interviews spare ich mir. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Die Beispiele in Ihrem Artikel über den starken Staat sind konkret und gut recherchiert, so wie ich es an der Zeit schätze. Allerdings steht der Artikel im Wirtschaftsteil, Ihre Beispiele stammen aber bis auf Venezuela nicht aus dem wirtschaftlichen Bereich.

Sie hätten erwähnen sollen, dass starke Staaten in aller Welt Firmen daran hindern, Leiharbeiter 16 Stunden täglich arbeiten zu lassen und rechtlos bis hin zum Sklaventum zu behandeln. Unternehmen haben keine humanen Ideen. Sie kennen nur Zahlen. Gewinnzahlen sind ihre Aufgabe. Menschenrechte zu achten, dazu muss sie der Staat zwingen. – Claudia Stursberg


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

So.so: „Für die Unternehmensbilanz von Google ist das Unglück der Welt ein Glücksfall „.Desgleichen für die weltweiten Rüstungshersteller und -lieferanten.Als Unternehmer sind sie mit ihrer Bilanz einzig ihren Aktionären und nicht irgend so einem Hungerleider auf einer einsamen Insel mitten im Sumpf verpflichtet. Kapitalismus a gogo eben.

Solche weinerlichen Artikel ohne den Fokus auf Schuld-und-Schuldige zu richten werden schon andernorts ins BILD gesetzt. – Wolfgang Burkhardt


Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Hier meldet sich ein versprengter Konservativer zu Wort. Als “reaktionär“ oder „homophob“ lasse ich mich aber dennoch nicht bezeichnen. Dazu haben wir zu viele homogene Paare in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, deren Lebensweise wir absolut tolerieren und respektieren, gemäß dem Grundsatz „Jeder soll nach seiner Facon selig werden“. Ich bin mir ganz sicher, dass mittlerweile ein Großteil der Bevölkerung so denkt. So gesehen ist es richtig, zu behaupten, die Republik war nie grüner, wie das Herr Wefing in seinem Artikel tut. Grün ist sie mir deshalb aber noch lange nicht, vor allem dann, wenn man miterlebt, wie deren Repräsentanten mit manchen zukunftsorientierten Entscheidungen umgehen.

Wie kompromisslos jetzt die „Ehe für alle“ im Parlament durchgepeitscht wurde.  Der Konfettiregen nach der Abstimmung hatte für mich etwas Peinliches. Ich tue mir nach wie vor schwer, eine Partnerschaft zwischen zwei Gleichgeschlechtlichen als „Ehe“ zu bezeichnen. Man hätte sicher auch eine Bezeichnung finden können, die dem Wunsch derer, die eine solche Partnerschaft eingehen wollen, gerecht wird. Und das auch mit allen Rechten, die einer Ehe eingeräumt werden

Die Bezeichnung „Ehe“ sollte aber einer Beziehung, bestehend aus Mann und Frau, vorbehalten bleiben. – Günther Stadtmüller


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Man könnte jetzt natürlich einen intelligenten Einwurf machen, etwa, kann man Frankreich und Russland hinsichtlich der staatlichen Durchdringungstiefe vergleichen? Oder könnte es nicht eigentlich sein, dass der Staat in Deutschland viel stärker ist als in Russland, aber angesichts eines Artikels, der nicht einmal eine Arbeitsdefinition von Etatismus hat, ist das vergebene Liebesmühe. Eine Frage nur: Ist das letzte Treffen der Ayn-Rand-Lesegruppe ein bisschen zu feuchtfröhlich ausgefallen? – Matthias Meindl


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Dein Erfahrungsbericht schlägt an Inhaltsdichte und Ausdruckskraft den Durchschnitt journalistischer Arbeiten -auch mancher Artikel in der ZEIT- um Längen. Die Tatsache, dass du systemimmanent daran gehindert statt unterstützt wirst deine Stärken zur vollen Blüte zu entwickeln, treibt mir Tränen des Zorns und der Scham in die Augen.

Scham und Zorn darüber, dass ich selbst als politisch aktive Person nicht in der Lage bin dafür zu sorgen, dass du später selbstverständlich eine Universität besuchen oder an einer Universität lehren kannst, auch ohne „eine drei in Mathe“. Leider ist unser gesamtes Bildungssystem -auch für die „Normalen“- in sich korrupt. Im Sinne von unehrlich. Es gibt ein „Bildungssystem der schönen Worte“ und ein „Bildungssystem der praktischen Umsetzung“. In erster Linie ist es ein Verfahren, die Menschen die es durchlaufen, nach verschiedenen Kriterien zu selektieren. Beginnend in Krippe und Kindergarten, in dem „soziale Kompetenzen vermittelt“ werden, genauer gesagt das, was der mainstraem gerade unter sozialer Kompetenz verstehen mag. Das ändert sich ja logischerweise laufend. Ich glaube zwar kaum, dass heutzutage noch jemand annimmt, soziale Kompetenz würde mit dem Rohrstock oder Züchtigungen anderer Art vermittelt. Bei mir, 60 Jahre jung, war das durchaus noch „akzeptierter Standard“. Ob der mainstraem dieser Ansicht wieder verfällt kann keiner vorhersagen. Die Gegenaufklärung boomt und kommt derzeit forsch voran.

Die ganze Schizophrenie der „Inklusionsdebatte“ beschreibst du ja unübertroffen plastisch mit dem Dilemma „körperbehindert – geistig behindert“. Debattiert wird selbstverständlich „politisch korrekt“, die Bescheide der zuständigen Behörden sind dann nur noch „politisch“. Als ob ein Mensch in seine körperlichen und seine geistigen Anteile aufgespalten werden könnte.

Ich würde mir wünschen, liebe Joscha, von dir künftig mehr zu lesen. Über deine Art die Welt zu sehen. Durch Augen, die anders sehen können als „gewöhnliche“ Augen. Es ist ein großes Geschenk für uns „Normierte“, dass du in der Lage bist, dabei so präzise mit uns „verbal zu kommunizieren“. – Monika Fath-Kelling


Leserbrief “In den Sümpfen des Hungers” von Wolfgang Bauer und Andy Spyra

Vielen Dank für den wirklich großartigen Artikel; die Idee, die Arbeit einer Hilfsorganisation mit der Reportage vor Ort so zu vermischen/zu parallelisieren ist stilistisch genial und ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon einmal gelesen zu haben.

Informativ und anrührend bis zur Schmerzhaftigkeit ! – Jürgen Kamenschek


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

Die Forderung, das Ehegattensplitting abzuschaffen, führt schon seit Jahrzehnten zu einem Totstellreflex von Politikern aller Couleur und ist daher kontraproduktiv. Es ist politisch nicht durchsetzbar, Leuten ohne Not etwas wegzunehmen. Man kann aber Benachteiligten endlich das geben, was ihnen zusteht. Das hat die Diskussion um die Ehe für Alle gezeigt.

Sie hat aber auch in hoffentlich politisierender Weise deutlich gemacht: Ehe und Familie driften immer weiter auseinander. Ein Drittel aller Kinder wird unehelich geboren. Das sind 238 000 pro Jahr. Dazu werden jährlich 132 000 Kinder zu Scheidungskindern. Die Eltern all dieser Kinder zahlen Steuern wie Singles und finanzieren damit indirekt den Splitting-Gewinn kinderloser Ehepaare. Die so entstehende Benachteiligung nicht ehelicher Kinder verstößt gegen GG § 6, Abs.5 und hat ein viel größeres Ausmaß als die, die gerade zu Recht vom Bundestag aufgehoben wurde. Die Lösung liegt auf der Hand: Zusätzlich zum Ehegattensplitting – und nicht stattdessen! – muss ein adäquates Kindersplitting her, mit dem Eltern ihrer gemeinsamen Verantwortung beim getrennten Erziehen besser gerecht werden können. – Peter Röhling


Leserbrief zu „Was, wenn es knallt?“ von Marc Widmann

Vielen Dank für diesen klaren und vorausschauenden Artikel. Darin beschreiben Sie Herrn Dudde, den Einsatzleiter der Hamburger Polizei als einen Mann, der hart gegen sich und Andere ist.

Und er hat das Recht auf seiner Seite.

Aber seine Strategie ist nicht aufgegangen.

Wer glaubt, gewaltbereite Demonstranten durch massive Polizeipräsenz, Härte und Einschreiten bei den kleinsten Rechtsverstößen, beeindrucken zu können, ist naiv.

Deeskalation geht anders, setzt aber wohl Empathie und die Fähigkeit voraus, auch einmal einen Gang zurück schalten zu können. Und so trägt die Polizei m.E. Mitverantwortung für die Bilder der Gewalt, die um die Welt gehen. – Dr. Claus E. Krüger


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

Der Qualitätsunterschied in der Argumentation ist beträchtlich zu Gunsten von Kolja Rudzio. Der Beitrag von Frau Nienhaus ist emotional geprägt und zu sehr mit eigener Ideologie durchsetzt. Eine bessere Recherche hätte dem Artikel gut getan. – Klaus Grasenick


Leserbrief zu „Das Fuck-off-Konto“ von Nina Pauer

„Es ist immer wieder schön, lebensbejahende und tatsächlich emanzipierte Frauen wie Nina Pauer zu sehen. Die eigenmächtig denken und zu realistisch sind, um sich weder den irreführenden, unrealistischen Sirenen der sogenannten Feministinnen noch irgendwelchen einfachgestrickten Männern hingeben. Die dank ihres Selbstvertrauens und ihrer Lebenserfahrung zu klug sind, um auf absurde, die eigene souveräne Verantwortung absprechende Botschaften und Partner hereinzufallen. Frauen, die vermutlich standhafter mit beiden Beinen im Leben stehen als Feministinnen oder wenig mannhafte, nicht ernstzunehmende Männer.

Frauen, die über zu viel ‚Hausverstand‘ verfügen, als dass sie das Leben naiv als bunten, vielversprechenden Wunschkatalog betrachteten, in dem einem/einer alles zufliegt ohne das eigene, selbständige Handeln.
Hut ab, vor solchen Frauen! Wahrlich eine ‚Pauer‘-Frau, diese Nina Pauer. – Christoph Schwalb


Leserbrief zu „Die Unperfekten“ von Anna von Münchhausen

Ihr Artikel „Die Unperfekten“ hat mir sehr gut gefallen. Als ich Mitte der 90’er-Jahre zwei Kinder bekommen habe, hat sich niemand in der Lokalredaktion, in der ich damals gearbeitet habe, darum geschert, ob ich danach wieder einsteigen möchte. Geschweige denn, mit mir über irgendwelche Arbeitszeitmodelle gesprochen. Schwanger war gleich gehirnamputiert – unbrauchbar – weg vom Fenster. Es hat 20 Jahre gebraucht, bis ich da wieder anknüpfen konnte, wo ich einst aufgehört habe. Mit viel Glück, Fleiß und Ehrgeiz ist mir sogar noch so etwas wie eine „Karriere“ im Journalismus gelungen.

Da habe ich mir gesagt, das darf meinen jungen Kolleginnen nicht passieren. Wenn jemand gut im Job ist, dann behält er diese Qualifikation. Punkt! Vor mir sitzen nun auch die jungen 30 Jahre alten Frauen, die nicht wissen, wie sie alles mit Kindern und Karriere auf die Reihe bekommen sollen. Mein Rat: Ihr müsst Euch selbst mit der Lösung wohl fühlen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder schnell die Situation akzeptieren, wie sie ist. Und wenn dazu gehört, dass Mama montags und dienstags den ganzen Tag zur Arbeit fährt, dann ist das so. Davon geht die Welt nicht unter. – Sabine Hildebrandt


Leserbrief zu „Wer kümmert sich?“ von Jeannette Otto

Alleinerziehende arbeiten gar nicht oder in Teilzeit. Paare mit Kindern, wie das geschilderte, haben offensichtlich mehr Reserven, um ganztags zu arbeiten.

Deren Lamentieren über zu wenig Zeit ließe sich recht einfach lösen!  Ganztags arbeitende Alleinerziehende kommen wohl kaum auf die Idee, ein Musikinstrument zu lernen, oder gar, die ‚Zeit‘ zu lesen. – Karin Jäger


„Die Ehe für alle“ wurde m.E. nur von allen Parteien begrüßt ,weil sie Angst hatten Wähler zu verlieren, d.h. Posten und Ämter.

Die Parteien haben  entweder keine  wirklichen Themen für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft oder springen einfach auf den Zug und Trieb   der Machtehaltung   auf. Wir haben wirklich genug andere Probleme zu lösen!!!

, also Egoismus der Schwulen und Lesben in reinster Form ohne an die Folgen zu denken.

Wer aber hat an die möglichen Adoptivkinder und ihre Fragen gedacht:

Was sind Väter und Mütter? ????? Warum gibt es Frauen und Männer? ???? W kommen die Kinder her????? Werden zukünftig  Kinder gezüchtet und meistbietend versteigert  ????? – Bernd Sprankel


Leserbrief zur Grafik: „Einkommensverteilung“

die Grafik heißt Einkommensverteilung, tatsächlich wird aber die Verteilung der Einkommenssteuer dargestellt. Weiterhin wird dann der Eindruck vermittelt, was für die Einkommenssteuer ja wohl auch so zutrifft, als würde die reiche Minderheit den Staat übermäßig finanzieren. Tatsächlich hat sie aber auch übermäßig eingenommen. Was ich vermisst habe: Wie hoch ist das Einkommen, wieviel Prozent davon werden als Steuern gezahlt?

Weiterhin: Wesentlich für das Steueraufkommen ist die Mehrwertsteuer (neben weiteren Steuern). Wenn man darstellen möchte, wieviel der einzelne aus den jeweiligen Gruppen zur Steuerlast beiträgt, sollte dieser Teil nicht fehlen, da auch die ärmsten, die keine Lohn- oder Einkommenssteuer zahlen, ja immerhin 19% Mehrwertsteuer (überwiegend) zahlen, damit steigt der Steuersatz auf das Einkommen. Diese Steuer nimmt aber mit zunehmendem Einkommen ab, weil zunehmend weniger davon ausgegeben wird, man kann daher nicht sagen, es träfe alle gleich.

Da bezogen auf die Haushalte dann auch noch die Zahl der Steuerpflichtigen steigt (Mehrwertsteuer zahlen auch Kinder ohne Einkommen), ergibt sich eine weiter Verschiebung.

Ich würde mich freuen, wenn es in der Grafik weniger einseitig zuginge, wenn tatsächlich Einkommensverteilung und Gesamtsteuerlast bezogen auf diese Verteilung erkennbar würden. – Bernd Schütze


Leserbrief zu „Leserbrief zu „Noch Zwei Bier für Europa“ von Moritz Von Uslar

Ich bin  von Moritz von Uslar angenehm überrascht.  Nach dem vernichtenden Artikel No. 1 über DU-Marxloh vor einigen Wochen, ist  seine Eloge über Elmar Brok  beachtlich lieb, harmonisch und dazu auch  Europe-minded. War das bewußt/unbewußt, daß in den Fragen oder von Brok in den Antworten nicht einmal sein langjähriger Kollege im EU-Parlament, Martin Schulz, erwähnt wurde ? – Hartmut Wagener


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Vielen Dank für ihre Berichterstattung. Folgender Leserbrief dazu:

  1. Ein friedliches Politikertreffen gleich welcher Art -auch G20- ist durch eine Demokratie zu ermöglichen. Wo denn sonst?
  2. Politik kann man das ganze Jahr über machen. Es ist erbärmlich, mit AntiG20 Demos, die Mitmenschen zu nerven.
  3. Gewalt in dieser Form ist Terrorismus!
  4. Terrorismus ist nicht  Demonstrieren und mit keinem Menschenrecht legitimiert.
  5. Die Krawalle waren angekündigt und eindeutig vorhersehbar.
  6. Vielen Dank an die philosophischen Urteile der diversen Richter, die diesen  Krawalltourismus ermöglicht haben. Die Demos hätten niemals in der Stadt genehmigt werden dürfen. Hier würde theoretisches Recht über Realismus gestellt. Wer verklagt die weltfremden Richter auf Schadenersatz und Volksverhetzung?
  7. Selbst der dööfste Terrorist sollte nach Baader-Meinhof wissen, daß auf diesem Weg kein Blumentopf zu gewinnen ist. 8 – 10 Tausend Krawallterroristen aus ganz Europa. Was für eine lächerliche Zahl gegen 450 Mio Europäern.
  8. Jeder Staat hat mit aller Konsequenz die Sicherheit seiner Bürger zu schützen und zu gewährleisten. Sonst ist das Gewaltmonopol des Staates sinnlos. Das gilt für Legislative, Exekutive und Judikative!
  9. Die Polizei ist zu bedauern. Eine Unverschämtheit und völlige Verkehrung von Ursache und Wirkung, der Polizei Provokation, geschweige denn Schuld zu geben. Straftat bleibt Straftat. Und „Gewaltnichtablehner“ wie z.B. Frau Laqueur müssen sich Ihrer Verantwortung und Nähe zum Terrorismus bewußt sein. Die Grünen Senatoren, die sich jetzt absetzen, wirken auf mich wie feige Opportunisten, die Gewaltverherrlichung und Demokratiezersetzung betreiben. Grüne = Verfassungsfeinde?
  10. Hafenrandstraße, Schanze, Gängeviertel und nun G20. Die Hamburger SPD steht für rechtsfreie Räume. Ein Depp, wer arbeitet, Steuern zahlt und wählen geht. Der Scholzsenat hat einmal mehr bewiesen: er kann Beton, aber nicht Mensch. – Gerd Scheunemann

Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Was haben das Schicksal eines türkischen Arztes und einer russischen Professorin mit den Zuständen in einer französischen Kita zu tun? Aydin Karagöz Existenz wird von dem Diktator Erdogan vernichtet. Er muss unter lebensbedrohenden Umständen fliehen. Putins staatliche Willkür droht Olga Obrastsowas Eigenheim zu zerstören.

Judith Ickowicz beklagt, dass die Tür der Kita nach einer halben Stunde vor ihrem weinenden Sohn ins Schloss fällt. Wer zwingt Frau Ickowicz, ihren Sohn in die Kita zu geben? Der Etatismus Emmanuel Macrons?

Von 55 Wochenstunden Kinderbetreuung träumen hier zu Lande viele Eltern. – Jacqueline Gies


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers und „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Es ist zu hoffen, dass dem BVerfG das ohne die erforderliche Vorbereitung auf den massiven politischen Druck einer interessierten Minderheit beschlossene Gesetz über die „Ehe für alle“ zur Überprüfung unter allen rechtlichen Blickwinkeln vorgelegt wird. Das Argument, niemandem werde durch das Gesetz etwas genommen, ist irreführend, weil die Gleichstellung der Verbindungen von Mann und Frau einerseits und gleichgeschlechtlichen Paaren andererseits das Bewusstsein für die Bedeutung nachkommender Generationen für die dauerhafte Stabilität der staatlichen Ordnung (weiter) schwächt. Die Demographiedebatte, die sich durch Zuziehende  nicht erledigt, zeigt deutlich, dass dieser Gesichtspunkt nicht vernachlässigt werden darf. Er wird von  den Verfechtern des Gesetzes übersehen. Sie nehmen ausschließlich die Sicht der Gruppe von Mitbürgern ein, die sich für eine Partnerschaft ohne eigene Nachkommen entscheiden. Als dem allgemeinen Wohl verpflichtete parlamentarische Mandatsträger müssten sie aber bei ihren Entscheidungen stets das Wohl der Gesamtheit im Blick  haben.

Triftige Gründe für eine Gleichstellung gibt es nicht. Den besonderen Schutz der Ehe (Art. 6 GG) brauchen gleichgeschlechtliche Paare nicht. Die Freiheit entsprechend ihrer persönlichen Veranlagung und aus Liebe zusammenzuleben, garantiert ihnen wie allen Paaren das Grundrecht auf die Entfaltung der Persönlichkeit und wird auch bereits gesetzlich geregelt. Ohne Eherecht unterliegen sie keiner Benachteiligung.  Durch ein Liebesverhältnis wird kein gesetzliches Merkmal der Ehe erfüllt. Durch einen Gesetzesbeschluss kann die allgemeine gesellschaftliche Anerkennung der Gleichstellung nicht erreicht werden, weil so die offensichtliche Tatsache des wesentlichen Unterschieds zwischen einem gleichgeschlechtlichen Paar und einem Paar verschiedenen Geschlechts nicht verdeckt werden kann. Die Gleichstellung und vor allem die gleiche Benennung der zwei wesentlich verschiedenen Arten von Partnerschaften ist wahrscheinlich kontraproduktiv zu dem möglicherweise verfolgten Gesetzeszweck der allgemeinen Wertschätzung der homosexuellen Partnerschaft, weil sich ein großer Teil der Bürger so nicht ernst genommen fühlen dürfte.

Hingegen gibt es gute legitime Gründe, die auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau (bisher: Ehe) rechtlich besonders zu behandeln, indem ihre Entstehung und ihr Fortbestand durch besonderen Schutz gewährleistet wird, wie er in Art 6 GG garantiert wird: Die Frau erhält  durch den rechtlichen Rahmen der Ehe Absicherung und Schutz, wenn sie wie in der Regel Mutter wird. Ohne eheliche Bindung des Mannes steht sie rechtlich allein mit ihren Kindern und braucht bekanntlich häufig an dessen Stelle die Hilfe des Staates. Eine Frau, die sich für  eine lesbischer Beziehung entschieden hat, wird aus dieser heraus nicht Mutter und braucht keinen entsprechenden besonderen rechtlichen Schutz. Dem männlichen Partner der Mutter sichert das Eherecht den Einfluss auf die Erziehung seines Nachwuchses und den Kontakt zur nächsten Generation, was in beiderlei Hinsicht indirekt von Vorteil für die Allgemeinheit ist.

Die Entscheidung für eine gleichgeschlechtliche Lebensbeziehung schließt prinzipiell Nachkommenschaft aus und hat deswegen  nicht den für die staatliche Ordnung wichtigen Vorteil einer Beziehung zwischen Mann und Frau zur Folge. Manche empfinden diese Konsequenz sicher als schmerzlich. Das Eherecht kann aber nicht helfen. – Jürgen Klose


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Zu Deinem Artikel kann ich nur sagen: Beeindruckend. Du bist wirklich 13?

In Deinem Text stellst Du mir die Frage nach meinem IQ. Ich weiß, dass Du davon nichts hälst, ich auch nicht. Doch da Du nun mal gefragt hast, möchte ich auch antworten: Ein Test ergab mal 90, ein anderer 140 Punkte. Macht in der Mitte 115. Auch nur eine Zahl, ach was, wohl eher eine Ziffernfolge.

Die 90 war ein offizieller Test, die 140 einer, den ich, unter Einhaltung der Regeln, allein und „ungestört“ von Erwartungen, gemacht habe. Ich bin prüfungstechnisch offenbar total behindert. Interessiert aber niemanden. Mich auch nicht mehr. Mit 54 kann einem das dann nämlich auch ziemlich egal sein. Nur abschlusstechnisch sieht’s bei mir echt mau aus. Muss ich mit leben, geht nicht anders.

Das Du manche Dinge nicht unterscheiden kannst finde ich sehr interessant, dass Du das auch weißt und beschreiben kannst, noch viel interessanter. Da merkt man mal wieder, wie wir Menschen viel zu selbstverständlich durch die Welt tapern und meinen, dass das Ding in unserem Kopf uns die Welt zeigt, wie sie ist. Aber eigentlich wissen wir das überhaupt gar nicht und können’s auch gar nicht wissen, denk‘ ich.

Aber das ist ein anderes Thema. Nur eins vielleicht noch: Was wissen „normale“ Menschen schon davon, was sie alles nicht unterscheiden können, wo sie „gleichgültig“ sind? Auf der anderen Seite: Gibt’s das überhaupt, „normale Menschen“? Oder ist das auch nur so eine Idee wie mit den IQ-Ziffern oder doch eine Frage der Gleichgültigkeit? – Volker


Leserbrief zum „Kunstmarkt“

Wenigstens die Werke der Literatur, des Schauspiels und der Musik dürfen sich noch darüber freuen, im Feuilleton der „Zeit“ auf ihren künstlerischen Wert hin betrachtet und besprochen zu werden. Nicht mehr gelten soll dies für Antiquitäten, vor allem aber auch für die Malerei, die abgehandelt unter der Überschrift „Kunstmarkt“ in den Wirtschaftsteil der „Zeit“ gerutscht ist. Zugegeben, interessant ist es schon und immer eine Nachricht wert, welche sensationellen, schwindelerregenden Preis Spitzenlose auf den internationalen Auktionen erzielen, aber ist das ein Grund, Giovanni di Lorenzo auf seinem persönlichem Weg von der Leidenschaft – Leidenschaft für was? Doch wohl für die Kunst an sich. Er wagt es nicht einmal mehr auszusprechen. Zu billig!? – zum Interesse am Marktwert zu folgen? Ist nicht dieser vermeintliche Reifungsprozess, der den Kunstmarkt über die Kunst stellt, in Wahrheit ein Abstieg, ein Hinabschleudern der bildnerischen Kunst in die schnöde Welt des Mammons? Beschämend ist es für ein Medium wie die „Zeit“, das sich immer noch im Ruf eines der führenden Bildungsblätter stehend wähnt, die Diskussion über Kunst an sich als überholt zu betrachten, auf die Betrachtung der Wechselwirkungen von Kunst und Gesellschaft vollends zu verzichten und stattdessen die Begeisterung für Malerei auf ihren Geldwert zu fokussieren.

Schon seit langem beobachte ich mit großem Bedauern eine entsprechende Verhunzung des Zeit-Magazins, in dem immer wieder ganz beliebige Themen für Werbeauftritte der Modeindustrie missbraucht werden. Beliebig werden die Themen allein dadurch, dass mit der Zeit der Eindruck sich verfestigt hat, der Inhalt der Berichte sei tatsächlich zweitrangig geworden hinter den Uhr- und Modemarken, denen hier eine Plattform geboten wird, ihre Fabrikate vorzustellen, wie zuletzt wieder im aktuellen Beitrag „Was die Politik von deutsch-türkischen Freundschaften lernen kann.“

Wenn sich in den vielen Jahren, in denen ich der „Zeit“ als Abonnent die Treue gehalten habe, immer mal Beiträge fanden, mit deren Inhalt ich keineswegs einverstanden sein konnte, war mir das selten eine Rede oder einen Einspruch wert und zuweilen sogar recht willkommen, wo es doch auf der Hand liegt, dass man mehr an der Kontroverse, an der Auseinandersetzung mit anderslautenden Meinungen wächst als an fortlaufender Bestätigung der eigenen. In diesem Sinne wird mir vielleicht eines Tages sogar noch ein Licht aufgehen, warum Sie Erdogans Ansichten über Deutschland nicht im Innenteil in aller gebotenen Ausführlichkeit ausbreiten, sondern es dem Wirrkopf erlauben, Deutschland seine selbstmörderischen Absichten auf der Titelseite um die Ohren zu hauen. Spricht daraus etwa Eitelkeit, von einem „Großen“ gnädig ein Interview gewährt bekommen zu haben?

Denn Eitelkeit ist neben aller politischen, kulturellen und redaktionellen Intelligenz, die Giovanni di Lorenzo in sich bündelt, vor allem das Markenzeichen, das die „Zeit“ auf einen in meinen Augen gefährlichen Pfad führt. Diese bürgerliche Saturiertheit teile ich nicht, dass ich Kunst so sehr auf ihren Geldwert beschränkt sehen will, dass der Wirtschaftsteil für sie angemessener scheint als das Feuilleton, und es schüttelt mich vor Widerwillen, wenn Berichte über gesellschaftspolitisch relevante Themen mit modischem Kinkerlatz verbrämt werden.

Es sind dies grundsätzliche Diskrepanzen, die sich zwischen uns aufgetan haben, und mich (uns) nach Jahrzehnten als „Zeit“-Leser durchaus veranlassen könnten, ganz schnell sich einem anderen Wochenmagazin zuzuwenden, wenn nicht Ihrerseits der Wille nach einer Korrektur deutlich erkennbare Folgen zeitigt. – Christine und Torsten Steinberg


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Zu dem Beitrag von Joscha Röder ( S.49 f. ) kann ich nur eins sagen : Meine Hochachtung ! Nur weiter so ! Viele liebe Grüße an sie ! –  H.G. Rummel


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Vor allem dem letzten Abschnitt dieses Artikels kann ich mit vollem Herzen zustimmen: Zu studieren,“ wie das Leben sich seinen Weg sucht“, kann uns wirklich zum Staunen, zur Demut, zur Ehrfurcht und zur Einordnung in ein großes Ganzes führen.

Doch dass wir damit weder den Ursprung noch ein Ziel (so es das denn gibt) des irdischen Lebens kennen, das vermisse ich in Darlegungen von Evolutions-Vertretern immer wieder.

Und dass Menschen aller Zeitalter (so weit wir davon Zeugnisse haben) und aller religiösen Vorstellungen nicht nur eine Kraft, ein Wesen, sondern deren mehrere erfahren, studiert und verehrt haben – also nicht nur die Kraft der Biologie, sondern auch die der Anima Mundi oder die des Taos zum Beispiel – das sollten wir als Nachfahren der Menschheit dieses religiösen Weg-Abschnittes nicht einfach zur Seite wischen. Die für mich eher dümmliche Erklärung, dass die Menschen früher sich eben einen Gott erfunden haben, weil sie einen Lückenbüßer brauchten

für all das, was sie sich nicht erklären konnten und was ihnen Angst machte, die geht leidet oft einher mit der Evolutions-Theorie.

Ich sehe das so: Mit den Überlegungen Darwins und vieler nachfolgender Forscher haben wir Thesen, um das „Gewand des Lebens“ zu erforschen, Nicht weniger und nicht mehr! – Heide Marie


Leserbrief zu „Doc Deutschland“ von Harro Albrecht

Der Verfasser Harro Albrecht betrachtet den weltweit freien Zugang zu Verhütungsmitteln sowie zu sicheren Abtreibungen als wichtige Maßnahmen der Gesundheitspolitik, um die Müttersterblichkeit zu reduzieren. Das halte ich aus folgenden Gründen für äußerst fragwürdig:

Hormonelle Verhütungsmittel erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt oder eine Hirnblutung zu erleiden. Zudem stehen sie im Verdacht, das Risiko für Brustkrebs zu erhöhen. Außerdem können sie zu Depressionen und zum Libidoverlust führen.

Abtreibungen erhöhen ebenfalls das Riskio, an Brustkrebs zu erkranken. Außerdem kann eine Abtreibung zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen. Nicht zu unterschätzen ist zudem das Post-Abortion-Syndrom.

Für die ungeborenen Kinder ist eine Abtreibung definitiv keine gesundheitsfördernde Maßnahme.

Was Mütter in den Entwicklungsländern stattdessen brauchen, sind qualifizierte Hebammen, hygienisch einwandfreie und medizinisch angemessen ausgestattete Entbindungseinrichtungen sowie Aufklärung über den weiblichen Zyklus, um selbstbestimmt und ohne Druck seitens der reichen Länder die Natürliche Empfängnisregelung anwenden zu können. Der finanzielle Aufwand dafür dürfte nicht höher liegen als der für die flächendeckende Beschaffung von Verhütungsmitteln und  Durchführung von  sicheren  Abtreibungen, für die ebenfalls mehr und besser ausgestattetes medizinisches Personal und entsprechende Einrichtungen erforderlich wären.

Die Geburtenrate in den ärmeren Ländern ist übrigens in erster Linie deswegen so hoch, weil leider  viele Kinder schon im Kindesalter sterben. Könnten die Frauen sich darauf verlassen, dass ihre Kinder aufgrund verbesserter medizinischer Maßnahmen das Erwachsenenalter erreichen, würden sie nicht mehr wie bisher aus der Not heraus so viele Kinder bekommen. – Annette Wiesen


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Warum nennen Sie keine Produkte beim Namen, in denen Holzkohle aus Südamerika drin ist? So ist der Artikel für die Katz.  – Bert Moritz


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Es ist bemerkenswert, dass es der ZEIT gelungen ist, gerade jetzt ein Interview mit Herrn Erdogan zu führen. Leider macht es aber nur genau das noch einmal deutlich, was man ohnehin annehmen konnte: Herr E. ist ein egozentrischer, engstirniger, brutaler Diktator, der sich nur von „Terroristen“ umgeben fühlt und mit Lakaien umgibt. Trotz seiner gegenteiligen Darstellung ist er ein waschechter Diktator, der niemandem anderen zutraut, dieses Land zu führen, und die in einer Demokratie übliche Unterstützung bzw. Korrekturen seines Handelns durch ein Parlament als völlig unnötig empfindet. Dass er die Worte Demokratie, Menschenrechte, Pressefreiheit usw. auf eigene Art deutet, wurde noch einmal erschreckend deutlich.

Was mich allerdings wunderte war, dass Sie die Kritik des Herrn E. an der Entscheidung der Bundesregierung, ihn in Deutschland nicht reden zu lassen, nicht zum Anlass nahmen, auf den nicht gestatteten Besuch deutscher Paralamentarier in Incirlik zu sprechen zu kommen. Überhaupt wurde das ganze beschämende Thema, dass unsere Soldaten einen NATO-Partner verlassen und „umziehen“ müssen, total ausgespart. Aber dessenungeachtet danke ich Ihnen für dieses schonungslos entlarvende Interview. Das Unwohlsein, dass Herr E. bei Ihrem Besuch verströmte, wurde beim G 20-Gipfel auch noch für jedermann sichtbar. Das Problem ist nur: was helfen uns diese Erkenntnisse? – Peter Kania


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

s ist außerordentlich erfreulich, dass Sie den türkischen Präsidenten Erdogan zu einem Interview gewinnen konnten. Leider ist m.E. das Interview nicht völlig gelungen. Vier Punkte möchte ich hervorheben:

 

  • Erdogan bezeichnet jeden, der nicht seine Meinung teilt, als Terroristen. M.E. hätte intensiver nachgefragt werden müssen, was Erdogan überhaupt unter einem Terroristen versteht.

 

  • Ganz unakzeptabel war die Gleichsetzung von Kurden und PKK. Hier bestand Anlass, diese automatische Gleichsetzung aufzubrechen und Fragen nach dem Krieg zu stellen, den die türkischen Streitkräfte in den südöstlichen Landesteilen insgesamt gegen die kurdische Bevölkerung geführt haben und wohl noch führen.

 

  • Der stereotype Hinweis von Erdogan auf die Unabhängigkeit der Justiz war mehr als befremdlich in einem Umfeld, das durch die Entlassung von Tausenden von Richtern gekennzeichnet ist.

 

  • Erdogan verweist auf „eigene Gebote und Regeln“ der Türkei. Im Interview hätte darauf hingewiesen werden sollen, dass die Türkei als Vertragsstaat der europäischen Menschenrechtskonvention an einen europäischen Rechtsstandard gebunden ist.

 

Ich verkenne nicht, dass es bei einem so selbstherrlichen Interviewpartner sehr schwierig ist, bei den heiklen Punkten wirksam nachzubohren. Aber für den ‚flüchtigen Leser konnte der Eindruck entstehen, dass die Türkei sich in vollem Einklang mit den gemeineuropäischen Rechtsvorstellungen hält. – Professor Dr. Dr. h.c. Christian Tomuschat


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers

„Ehe für alle“ kann auch so verstanden werden dass alle z.B. über achtzehn Jahre alten Menschen verheiratet sein müssen. Die Ehetauglichkeit wird dann von einer speziellen Abteilung der TÜV-Stellen überprüft, oder von einer Behörde, oder von einer Abteilung bei den Amtsgerichten, z.B. – Erwin Ott


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Wir haben auch ein Kind mit Behinderung, Mondbeintod im rechtem Handgelenk, links liegt der Verdacht vor und ein inoperabler Hirntumor (Astrozytom II).

Die Odyssee mit dem Nachteilsausgleich haben auch wir erlebt. Die fehlende und mangelnde Unterstützung von Regel-Schule und Behörden. Die fehlende Empathie von Mitschülern und maßlos überforderten Lehren – besser Leerkörpern.

Ich bitte Sie der Familie Röder unser Mitgefühl auszudrücken. – LVR-Schule Anna-Freud-Schule, Alter Militärring in Köln und unsere Tochter kann dort ihr Abitur sicher erreichen.

Wir haben bisher nur positive  Erfahrung mit der AFS-Köln machen dürfen. Beim Thema Nachteilsausgleich sind Dinge möglich die an unserer alten Regelschule nicht möglich, nicht vorstellbar waren.

Vielleicht findet Joscha hier eine schulische Heimat und Zukunft, ein Versuch ist es Wert. – Roland Voß


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Das Interview von G. di Lorenzo mit dem Möchtegern-Sultan-Pascha Erdogan hat gezeigt, wie schwierig es ist, ein substantielles Gespräch mit diesem zu führen. Danke dafür. Offenbar wird in diesem Interview die intellektuelle Dürftigkeit und der politische Unverstand des neuen Führers der Türkei. Ein Verdienst Ihres Chefredakteurs. Chapeau! – Helmut Schmitz


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Mit verschiedenen Emotionen habe ich ihr hervorragendes Interview mit dem türkischen Staatspräsidenten gelesen.

Sie haben journalistische Arbeit auf allerhöchstem Niveau geleistet. Dafür haben sie meinen aufrichtigen Respekt. Machen sie auch in Zukunft weiter so. Menschen, wie Sie, sind in der heutigen Zeit von enormer Bedeutung. – Janik Trappe


Leserbrief zu „Stimmt’s?“ von Sunil Mahendran

Vor einem halben Jahrhundert war ich vom bayerischen Schuldienst für einge Jahre beurlaubt, um an der deutschen Schule in Windhoek (damals noch Südwestafrika, heute Namibia) zu unterrichten. Eines Morgens fand ich auf der Straße vor dem von uns bewohnten Haus ein Chamäleon. Es war einfarbig dunkelgrau wie der Asphalt, und das nächste Auto hätte es leicht überfahren können, ohne etwas zu bemerken. Da nahm ich das Tier, setzte es in die Hecke vor dem Haus und ging den Fotoapparat holen. Nun fand ich mein Objekt beinahe nicht mehr, denn es war jetzt grün-weiß-schwarz gefleckt: Grün wie die Blätter, weiß wie das durchscheinende Sonnenlicht, schwarz wie die Schatten. Nachdem ich Fotos gemacht hatte, sperrte ich das Reptil in eine Schachte aus hellbraunem Karton, um es meinen Schülern zeigen zu können. Als ich im Klassenzimmer die Schachtel öffnete, war das Chamäleon einfarbig hellbraun wie der Karton.

Kein Jägerlatein! Was stimmt nun wirklich? – Dr. Paul Gerhard Meyer


Leserbrief zu „Noch Zwei Bier für Europa“ von Moritz Von Uslar

Diese Lobeshymne auf Elmar Brok hätte auch etwas kürzer sein können. Man sieht, welche Mühe der gute Autor gehabt hat, eine ganze Seite zu füllen. – Dr. Salvatore Algieri


Leserbrief zu „Sein tiefer Fall“ von Evelyn Finger

Die Katholiken des Bistums  Regensburg waren froh, als sie ihren Bischof  Müller „loswurden“ ,der Laien und Priester  allzu lange  drangsaliert  hatte. Letztere konnten  sich auch  nicht ausreichend zur  Wehr setzen, da zum Gehorsam  verpflichtet und somit seinem rigorosen Dogmatismus  ausgesetzt.  Interessant wäre zu  erfahren, wie viele Gläubige  während seiner Amtszeit der  Kirche den Rücken gekehrt  haben. Unter Benedikt  durfte er dann noch  viele Jahre jede Reformbewegung als Inquisitor torpedieren und seinen rückwärtsgewandten  vorkonziliaren Atavismus  pflegen. In den Lebenserinnerungen  von  Hans Küng, „Erlebte Menschlichkeit“, beschreibt dieser ihn  prägnant  folgendermassen;„Als Bischof unbeliebt, als Theologe  ohne  Relevanz, als Ökumene  Verantwortlicher  eine  Belastung, als Präfekt der  Glaubenskongregation ist dieser  bornierte  Scharfmacher  fehl am Platz.“Er besass die Arroganz, der katholischen Reformbewegung eine  „parasitäre Existenz „ vorzuwerfen.(s.587ff,.ebd.  Küng)

. Dem ist nichts hinzuzufügen,   ausser Papst Franziskus  zu gratulieren, dass  er  die Gelegenheit  genutzt hat , diesen hardliner zu  entmachten. Empfehlen möchte  man  Kardinal  Müller Rückzug in ein  Kloster zu Gebet  und  Meditation, wenn er  -was ich bezweifele- wegen fehlender Demut  dazu  fähig ist. Zu lange war er von seiner Mission überzeugt, den direkten Draht nach „oben „ zu haben, und das geht dann häufig mit einem Realitätsverlust einher Ein tiefer  Fall, dabei glaubte er sich dem Himmel  so  nahe. – Dr.med. Walter Ecker


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

Der Streit zwischen Kreationisten und Evolutionisten um die Deutungshoheit unserer Schicksale ist bereits durch den ersten Satz der Thora bzw. der Bibel beantwortet: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Das heißt eben nicht, dass ein allmächtiger Hegemon in einem universell-totalitären und einmaligen Schöpfungsakt die Welt erschaffen hat, sondern dass wir Menschen die Frage nach Ursprung und Wirkungsweisen des Lebens nicht abschließend beantworten können.

In dem Sinn ist die in Genesis 1,1 gemachte Aussage ein Geniestreich der oder des Verfassers, der uns erstens davor bewahren soll, uns über unergründliche Dinge den Kopf zu zerbrechen, und uns zweitens auf standardisierte Weltdeutungsmuster festzulegen um mit solchen Illusionen hausieren zu gehen. Es sei denn, wir setzen Gott auf die Anklagebank (Warum hast du bloß die Welt erschaffen?), um uns als seine Verteidiger aufspielen zu können. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „G20 auf See!“ von Josef Joffe

Die Meinungsfreiheit ist ein derart hohes Gut in unserer westlichen Welt, dass es deren besonderen Betonung unter von demokratischen Grundsätzen überzeugten Menschen nicht bedarf – allerdings großer Wachsamkeit und stets deren Verteidigung.

Eine gute Zeitung zeichnet sich durch die Vielfalt und die unterschiedlichen Meinungen in den veröffentlichten Artikeln aus. Das trifft – glücklicherweise schon seit Jahrzehnten – auf die „Die Zeit“ zu.

Als das Niveau Ihres Blattes gefährdend empfinde ich fast sämtliche Artikel auf der Meinungsseite im Politikteil von Josef Joffe. Ein erschreckendes Beispiel ist sein Text in der Ausgabe vom 6. Juli 2017 (G20 auf See!). Von welch` selbstüberschätzender Arroganz und von Verachtung geprägter Überheblichkeit zeugt die böswillige Charakterisierung der für die Sicherheit der Veranstaltung abgeordneten Polizisten als „Büttel“. Würde er diese Bezeichnung auch wählen, wenn Polizisten sein Eigentum oder seine leibliche Unversehrtheit in einer Gefahrenlage geschützt hätten?

Ich weiß, Joffe ist Herausgeber der „Zeit“ und genießt deshalb wohl gewisse Privilegien in Hinsicht auf Meinungsäußerung. Als einen Schmuckstein im Kreis der Herausgeber – denke ich z. B. an Marion Gräfin Dönhoff und Helmut Schmidt – würde ich ihn aber keineswegs ansehen.

Sehr gut vorstellen kann ich  mir Ihre Verzweiflung, wenn Sie im Anblick eines Joffe-Artikels die Löschtaste betätigen möchten ihn aber zähneknirschend passieren lassen müssen.

Mein Rat kann nur lauten: Jojo sollte zukünftig nur noch Berichte über Fahrten durch die Toskana (oder ähnlich genussreiche Landstriche) mit einem exklusiven PKW und in Begleitung eines weiblichen Mitpassagiers schreiben. Dabei kann immer noch genügend Dummes, aber nicht so verheerend Schlimmes angerichtet werden.

PS.: Zur Klarstellung: ich bin kein Polizist oder in irgendeiner Weise mit der Innenbehörde verbunden. – Günther Fischer


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Warum bekommt die Holznutzung (in diesem Fall Holzkohle) den schwarzen Peter? Sie nennen die Hauptgründe für die Flächenumwandlung, die Sojaproduktion für die Fleischproduktion und die direkte Fleischproduktion (hauptsächlich für gehakte Produkte).

Solange die Verwaltung der Landresourcen(Land- und Forstwirtschaft) sowie die Judikative in den 3 genannten Ländern nicht ohne Korruption funkioniert, wird sich nichts ändern.Argentinien befindet sich zur Zeit in einem schwierigen „Entbindungsprozess“.

Gerade die punktuelle Nutzung des Chacowaldes: Pfosten,Schwellen,Tannin und hauptsächlich die Holzkohleherstellung hat be-und verhindert, daß es zu großflächigen Rodungen kam.Ausnahme Paraquay in Gebieten der Menoniten.

Die Förderung punktueller, kleinflächiger Nutzung behindert den Drang zu großflächigen Umwandlungen und reduziert die Abwanderung der Bevölkerung in die Großstädte.

Die Kampagnen gegen Tropenholznutzung und wie jetzt gegen Holzkohle aus dem Chacowald haben in vielen Fällen nicht genutzt, sondern im Gegenteil zu einer Beschleunigung der Flächenumwandlungen geführt.

PS: Habe 11 Jahre in Projekten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Argentinien gearbeitet, davon 5 Jahre im Chaco. – Günter Besold


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers und „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Die Redewendung: “ Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ weist darauf hin,daß alle unsere Handlungen,die aus dem Denken,Wünschen und psychischen Affekten her- aus geschehen, eine Reaktion nach sich ziehen im Sinne der Aussage von Jesus: „Was ihr sät werdet ihr ernten.“ Es betrifft die Handlungen, die aus karmischen oder jetzt weltlichen Gründen entstehen. Davon ausgenommen sind reine Handlungen, welche von der göttlichen, bedingungslosen Liebe zum Wohle der Menschen,Tiere und der Welt getätigt werden. Diese beiden Ebenen zu unterscheiden ist manchmal nicht leicht.

Man muß sich also fragen, was das Ziel der Egowünsche und das Ziel der göttlichen Seele, die nicht mit der Psyche verwechselt werden darf, eines jeden sein soll – also eine Gewissensfrage der Seele und die Wunschebene des Egos. Als spirituell ausgerichteter Mensch wünscht sich die Seele nach der langen Reise  durch die vielen Inkarnationen die Wiedervereinigung mit Gott. Für ein Leben mit diesem Ziel gibt es eine Wegbeschreibung in Form der seit der Schöpfung bestehenden Vedi- schen Schriften, in welchen klar dargelegt wird,in welcher Weise man das Leben gestalten sollte, sozusagen eine “ göttliche Grundordnung“ für das Individuum, das Familienleben und die Gesellschaft. Dabei sollte das tragende Fundament die bedin- gungslose, Ego-freie Liebe gelebt werden.

Nach dieser „Urordnung“ sollten Ehen zwischen Mann und Frau “ arrangiert“ werden im Spirituellen Sinne, um durch möglichst geringes gemeinsames Karma diese bedingungslose Liebe überhaupt zu ermöglichen, welche für eine dauerhaft gelingende Partnerschaft eine wichtige Voraussetzung ist. Beide Partner vertrauen auf die göttliche Führung und haben die Verschmelzung mit Gott zum Ziel. Beide sind füreinander da, möglichst ohne sich emotional  zu sehr aneinander zu binden.  Die weltliche Variante einer Eheschließung ist die falsch verstandene „Ehe für alle“ in Bezug auf eine bisexuelle Ehe. Denn dort ist die Basis des Egos die psychische Welt der Gefühle und Wünsche.

Die verbindende Liebe ist karmisch, meist in Form einer Verliebtheit und gleichzeitiger Bedürftigkeit im Sinne von: „Ich liebe Dich,weil ich Dich brauche.“ Es wird eine Verschmelzung auf der weltlichen Ebene angestrebt. Das eigentliche Spirituelle Ziel der Seele – Gott – spielt keine Rolle mehr. Diese Menschen bleiben im Weltlichen „hängen“, es sei denn, daß sie aus Unzufrie- denheit und  zunehmenden Spannungen nach den Ursachen forschen und erkennen, daß niemand Gott,der innerlichst in jedem Lebewesen wohnt,ersetzen kann und be- ginnen,sich mit dem Sinn des Lebens auseinander zu setzen.

Tun es beide, werden  beide Seelen miteinander reifen können. Homosexuelle Paare könnten nach den Vedischen Schriften keine Ehen eingehen, weil sie nicht der „Göttlichen Urordnung“ ( dem „Dharma“) entsprechen und damit „un- natürlich sind ,d.h. nur aus menschlichem Wunsch heraus geboren wurden. Es fließt kein göttlicher Strom, wenn beide Pole plus/plus oder minus/ minus geschaltet werden. Warum ein Leben auf diese Weise verschwenden? – Dr.med Gertrud Perach


Leserbrief zu „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“ von Giovanni di Lorenzo

Hello there. I am a teacher living in Turkey. I got kicked out a year ago. Furthermore, without any judicial administrative or judicial interrogation. Unfortunately, in Turkey courts do not look at our cases. Newspapers and many journalists are acting together with the government. Thank you for your Erdogan interview and for asking those who can not be asked. Please report more about human rights violations in Turkey. I am sorry for my English.
Have a good day works. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zum Titelthema „Deutschland begeht Selbstmord“

Ich finde es sehr unpassend, dem Diktator Erdoğan mit seinem  unsäglichen Zitat auf der Titelseite eine Bühne zu geben, dreimal so  groß wie das Foto daneben von Angela Merkel mit ihrer treffenden  diplomatischen Aussage. Zur Zeit wird der große „Adalet Marşı“, der  Gerechtigkeitsmarsch der türkischen Opposition,  von Ankara ausgehend in Istanbul erwartet. Der hätte es verdient, ganz groß auf das Titelbild gesetzt zu werden. – Susanne Ugurel


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

In der ZEIT vom  6.7.2017 entdeckte ich den “ Z – Beitrag“  von Joscha Röder.  Diese junge Frau, „weiblich, 13 Jahre alt, Autistin“, hat viel  mehr zu sagen,  als ich,  „männlich, 66 Jahre alt, Jurist,  persionierter Geschäftsführer eines grossen Rentenver-  sicherungsträgers“,  es jemals vermag !

Im sog. Ehrenamt als Vorsitzender der  LAG-Selbsthilfe Baden-Württemberg mühe ich mich  oft erfolglos ab , um Inklusion zu erklären. Dabei  sind Menschen mit besonderen Fähigkeiten – wie  Joscha Röder – eine so  unglaubliche Bereicherung  für die Gesellschaft.

Mein Bitte  : darf die LAG – Selbsthilfe BW  den „Z – Artikel“  mit Ihrem –  vor allem aber mit dem Einverständnis von  Joscha Röder in unserer Mitgliederzeitschrift für die  unsere 6o Selbsthilfeverbände behinderter und  chronisch kranker Menschen und deren Ange-  hörigen ungekürzt abdrucken? – Hubert Seiter


Leserbrief zu ZEIT im Osten

Ich wundere mich jede Woche darüber, dass Sie in der Kopfzeile immer  noch auf „MIT ZEIT IM OSTEN“ und daneben auf „Mit 3 Seiten ZEIT im Osten“ hinweisen.  Im Jahr 18 nach der Wiedervereinigung dürfte es selbstverständlich  sein, dass Sie auch aus dem Osten Deutschlands berichten. Berlin  gehörte und gehört auch zu dem Osten, zählt dabei aber wohl nicht mit.

Die Begrenzung auf 3 Seiten für den Rest-Osten ist dabei willkürlich  aber auch häufig zu lang.  Über Ihre Stellungnahme würde ich mich freuen. – Helmut Mattern


Leserbrief zu “Ihr Kampf” von Christian Staas

Mir war völlig klar als älterer Mitbürger, daß die Nachfolgegeneration nur ein unrealistisches Bild von Hitler-Deutschland zeichnen konnten. Die Zustimmung fast aller Bürger war an der Tagesordnung und zwar, wie Sie richtig schreiben, aus allen sozialen Milieus.

Die Familien hatten seit dem 1. Weltkrieg nur Leid und Armut erfahren. In Hitler sahen sie den Retter. Wenn sie so wollen, Hitler kam zur rechten Zeit.

Eine lange Zeit vor und während des Krieges konnten die Bürger für damalige Verhältnisse einigermaßen im Wohlstand leben. Das Unternehmertum konnte in luxuriösen Verhältnissen Leben.

Die Arbeitslosigkeit ging erheblich zurück – auch während des Krieges. Die Judenvernichtung wurde unter der Decke gehalten. Lediglich die Lager waren bekannt.

Die Generalität hat Hitler auch am Ende des Krieges nicht widersprochen. Und wenn doch wurde ohne Verfahren standrechtlich erschossen. Die Generalität wußte spätestens in den frühen Jahren von 1944 daß der Krieg verloren war.

Damit ist alles gesagt. Kurz und bündig. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „G20 auf See!“ von Josef Joffe

Zum Verständnis: „Zwei Büttel für jedes Delegationsmitglied“; damit meinen Sie  hoffentlich nicht die Polizistinnen und Polizisten, die zu diesem Ereignis für Sichertheit im A uftrag der Politik sorgen sollten. Ich dies jedenfalls nicht . Denn es gab eine Zeit, da habe ich die ZEIT wegen ihrer Sprache begonnen zu lesen. Wenn Sie nun die, die für unser freiheitlich demokratische Grundordnung mit Leib und Leben einstehen, sich dafür mitunter heftig beschimpfen lassen dürfen und zum Teil mehrer hundert Überstunden vor sich herschieben, selbst in der ZEIT so diskreditieren, finde ich dies empörend. Ich hoffe dies alles nicht aus ihrer Feder so lesen zu müssen und bitte um vERGEWISSERUNG. – Matthias Ortmann


Leserbrief zu „Wenigstens sind sie schlecht im Kricket“ von Oliver Fritsch

Ihr Autor beschreibt ganz ordentlich die Situation wie ein Spitzenspiel zu laufen hat. Die Krux ist nur,  das beherrscht auch die A-Mannschaft nicht, bis auf ganz wenige Ausnahmen.

Der Deutsche Fußball hat immer darunter gelitten – und das ist noch heute so -, die Technik und Raffinesse fehlt. Aber auch bei den anderen Mannschaften ist es nicht viel anders. Die Südländer sind davon am wenigsten betroffen.

Wirkliche Genies gibt es vielleicht nur eine Handvoll im ganzen Fußballgeschäft. Die Deutschen haben keinen einzigen davon. Die gewinnen durch Robustheit und eisernen Arbeitswillen. Besonders in der heutigen Zeit sind bei der brutalen Spielweise diese Eigenschaften wichtiger. Ein Pele oder Maradona könnten heute nicht mehr so glänzen. Wer auf schönen Fußball Wert legt, kann das bei uns nicht finden. Es gibt bei dem einen oder anderen Spieler vielleicht einige Ansätze davon, aber mehr auch nicht.

Ich gehöre zu den Schöngeistern. Deswegen interessiert mich der Fußball heute kaum noch, bis auf Europa- und Weltmeisterschaften.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Gleich vier Autoren arbeiten sich daran ab. Das ist zu begrüßen, weil es langsam zu einer Gefahr für die Bürger wird. Die Bevormundung nimmt nie dagewesene Formen an, zumindest seit 1949. Die Staatsdiener kommen mit  dem Tempo gar nicht mehr nach. Überall werden Beamte gesucht.. Und trotzdem gerät der Rechtsstaat in Verruf. Das jüngste  Beispiel hat gezeigt, das selbst 20 000 Ordnungshüter nicht mit 100 Kriminellen fertig werden.  Die Lachnummer des 21. Jahrhunderts.  Der ganze Apparat scheint zu schwerfällig (körperlich wie geistig) zu sein.

Falsche Rekrutierung und Ausbildung sind zu erkennen. Eine gefährliche Entwicklung bahnt sich da an. Wie will unser Staat jemals mit den wirklich gefährlichen Menschen fertig werden, wenn er schon mit einer gewöhnlichen regionalen Auseinandersetzung große Probleme hat.  Die Verantwortlichen reimen sich eine Taktik zusammen, die nur in den Köpfen der Beamten einen Sinn machen, aber völlig untauglich für die Wirklichkeit. Die „Gutmenschen“ sind dafür untauglich – sie sind eher zu einer Plage geworden. Mehr Staat wird unser Land weiter lähmen  und vom Wohlstand können wir uns verabschieden. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der mächtige Staat“ von Georg Blume , Alice Bota , Thomas Fischermann und Michael Thumann

Besten Dank für die beiden Artikel. Schön, dass gleich anschliessend John Cryan den «Zeitgeist» bemühen darf, um das grandiose Versagen «seiner» Bank und der Finanzwelt insgesamt zu erklären (oder vielleicht eher zu entschuldigen?). Der «Zeitgeist» wurde aber doch von den Allerbesten der seinerzeitigen Elite bestimmt, oder waren es vielleicht doch nicht die «Allerbesten»?

Der «Zeitgeist» der «Privatisierung» hat übrigens nur wenig Gemeinwohl geschaffen und wenn doch materielles «Wohl», nur für einen kleinen Kreis. Die Staatsquote als Mass für Etatismus resp. «Verschleuderungen» aller Art ist halt ideologisch belastet. Die skandinavischen Staaten dürften z.B. vor lauter «Verschleuderung» gar nicht mehr existieren, tun sie aber dennoch und gar nicht mal so schlecht. Machen die etwas falsch?

Ich will da nicht weiter polemisieren, aber den durchaus ideologisch aufgeladenen Artikeln entgegen halten, dass die «Privatisierung» des Staates (Infrastruktur z.B.) und die Sache mit der in die «Freiheit» entlassenen Finanzwelt Probleme geschaffen hat, die dann der Staat (wieder) zu lösen hatte. Auf Staatsaufträge verzichten meines Wissens auch bloss weniger Unternehmen, welche eigentlich? Das könnte eine Fragestellung für einen durchaus interessanten Artikel sein.

Ein seinerzeit  renommierter Banker hat zudem mal sinngemäss vermerkt, er würde sich schämen, staatliche Hilfe zu beanspruchen, also…? Das «Platzieren» von Staatsanleihen hat er aber möglicherweise nicht gemeint. Die Finanzindustrie braucht ja den (finanziell) schwachen und «kranken» Staat, um sich an ihm auf Kosten der Steuerzahler «gesund» zu verdienen. – Oskar Gröflin


Leserbrief zu „Drink für jede Lebenslage“

Leider musste ich mit Bedauern feststellen, dass die Rubrik: Drinks für jede Lebenslage eingestellt worden ist. Das finde ich sehr schade. Die Rubrik habe ich sehr gerne gelesen und fand sie jedes Mal sehr unterhaltsam.  – Daria Madejska


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

Oh weh! Wie glaubwürdig ist so ein „Pro und Contra“, wenn die eine genau das Gegenteil des anderen behauptet, wenn also schon die zugrundeliegenden Fakten nicht stimmen können?

Frau Nienhaus bringt zwei Beispiele, bei denen die beiden Ehepartner zusammen 100.000 Euro verdienen, und legt dar, dass im einen Fall (100.000 + 0 Euro Verdienst) über 8.000 Euro Steuervergünstigungen fällig würden, im anderen (60.000 + 40.000) aber nur 400 Euro. Da stimmt wohl jeder zu, dass dann das Ehegattensplitting ungerecht erscheint.

Herr Rudzio aber (ich lerne gerade, dass „Kolja“ hier ein männlicher Vorname ist) führt das Gegenteil aus: „Genau darum geht es beim Ehegattensplitting. Es sorgt dafür, dass Ehepaare mit gleich hohem Einkommen gleich besteuert werden, egal wie viel der eine oder andere zum Einkommen beiträgt.“

Ja – was gilt nun? Hat das denn um Gottes Willen niemand mehr gegengelesen? Warum gibt in einem solchen Fall nicht der eine seinen Beitrag der anderen (der Gegnerin, wenn man so will) zu lesen und umgekehrt?

Des Rätsels sachliche Lösung dürfte natürlich sein, dass die annähernde Gleichbesteuerung erst NACH den von Frau Nienhaus angeführten Steuervergünstigungen erreicht wird. Das aber wird nirgends erwähnt. Ups! Trifft dies zu?

Wenn ja – was wäre auf dieser Basis für ein fruchtbarer Streit möglich gewesen! Dann dürfte sich freilich die Mehrheit der Leser*Innen auf die Seite Herrn Rudzios schlagen.

Das gegenseitige Lesen vor Veröffentlichung unterbleibt in solchen Fällen bei Ihnen offenbar häufiger. Das hinterlässt selbst in weniger krassen Fällen beim Leser immer den schalen Beigeschmack, dass keiner auf die Argumente des anderen eingeht. Man ist dann so klug als wie zuvor.

Als langjähriger Publizist darf ich Ihnen für künftige Fälle vielleicht den Vorschlag machen, statt solcher Beiträge ein Streitgespräch unter der (stillschweigenden oder expliziten) Moderation oder Interviewleitung eines Dritten zu publizieren. Das haben in Ihrer Zeitung vor etlichen Wochen ein körperlich eher kleiner (Henning …) und ein sehr großgewachsener Kollege praktiziert. Dafür haben Sie zu Recht Lob von den Lesern bekommen, denn das war wirklich kurzweilig, amüsant und lehrreich zu lesen.

Im übrigen tut es gut zu wissen, dass es in Ihrer Redaktion Befürworter und Gegner bestimmter Sachverhalte gibt. Nur leider beim Thema „Homöopathie“ scheint es noch kein Befürworter in Ihren erlauchten Kreis geschafft zu haben – weswegen hierbei erst die Leserbriefe für eine annähernd ausgewogene Darstellung sorgten. Das finde ich bei einer Zeitung Ihres Formats und Rufs ganz unbefriedigend – Hanno Herzler


Leserbrief zu „Fernbeziehung“ im ZEIT Magazin

Am Anfang fand ich es ja noch ganz interessant, die Fernbeziehung der beiden Fotografen zu verfolgen. Aber das Konzept dahinter ist inzwischen doch sehr ausgelutscht. Die Message ist immer die gleiche: „Ich bin irgendwo im Ausland, natürlich da, wo Du gerade nicht bist, nie bin ich zuhause, immer nur auf irgendwelchen Flughäfen und fernab von daheim (…weil wir ja beide so international sind…) und kaum bin ich zuhause, muss ich schon wieder weg und selbst wenn wir uns mal sehen, muss natürlich immer die Kamera dabei sein und ständig geknipst werden, auch wenn wir gemeinsam unterwegs sind…… Sorry, aber das nervt nur noch. Wenn wenigstens die Fotos für die Allgemeinheit interessant wären… – Burkhard Blüm


Leserbrief zu „Was versprechen Merkel und Schulz den…“ von Philipp Fritz Und Mark Schieritz

Bei Ihrer Analyse der „Wahlprogramme“ von SPD und CDU (letzteres kann ja eigentlich kaum als solches bezeichnet werden, aber egal!) fällt mir auf, dass keine Pläne für den Klimaschutz angegeben werden. Haben Sie oder die Parteien nicht aufgepasst?

Zur Erinnerung: Wir haben KEINE Zeit mehr für Diskussionen, wir müssen JETZT SOFORT die klimaschädlichen Emissionen MASSIV reduzieren, wenn wir noch eine Chance haben wollen, das unwiderrufliche Abkippen des Klimas zu verhindern. Bei allem Verständnis für die anderen Themen: Die werden bald niemanden mehr interessieren, wenn es nur noch um das nackte Überleben angesichts von Katastrophen, Kriegen, Fluchtwellen, … geht!

Ich übertreibe? Garantiert nicht!

Politiker, die dieses Thema heute ausblenden oder als „Randthema“ behandeln, sind in meinen Augen unfähig oder opportunistisch, beides für politische Ämter disqualifizierende Eigenschaften. Ein Platz in den Geschichtsbüchern ist ihnen jedoch sicher. – Dr. Jörn Lütjens


Leserbrief zum Titelthema des ZEIT Magazins „Im diplomatischen Dienst“

Ich habe mich ja schon daran gewöhnt, dass das Zeit-Magazin zu mehr oder weniger wichtigen Anlässen (wie jetzt zur fashion-week) mit doppelseitiger Werbung überfüllt ist. Dass aber eine ernstgemeinte Titelgeschichte, wie die zu den deutsch-türkischen Partnerschaften, dafür missbraucht wird, für Mode zu werben – das ist wirklich schwach.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich keine einzige Zeile des Artikels lesen wollte, weil die Bildunterschriften (…trägt ein Hemd, ein Sakko und jeans von Polo Ralph Lauren…) in ihrer Belanglosigkeit kein allzu hohes Niveau versprachen. Hoffentlich setzen Sie zukünftig wieder die Trennung von journalistischem Inhalt und Werbung durch – denn ich nehme an und hoffe sehr, dass solch banale Fotostrecken auch von Ihnen nicht ernsthaft als journalistische Arbeit angesehen werden. – Severin Höhmann


Leserbrief zu „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Ich bedanke mich für Ihren ausführlichen Bericht vom Bord der sea-eye, der das ganze Dilemma der Mittelmeerroute aufzeigt. Wie wurde die Balkanroute unterbunden? Nur durch angemessene Gewalt! So wird auch die Mittelmeerroute nur durch angemessene Gewalt still gelegt werden können!

Mein Vorschlag: die Geretteten werden von Kriegsschiffen aufgenommen, dort medizinisch und auch sonst gut versorgt (Kleider und Essen) und dann an die lybische Küste zurückgebracht und dort ausgesetzt. Nur so können die Geschäfte der Schleuser kaputt gemacht werden und die Versuche unterbunden werden, übers Mittelmeer illegal nach Europa zu gelangen. – Dr. Friedrich Abel


Leserbrief zu „Ich lese alles“ von Jana Gioia Baurmann

Muß man die Frau kennen.? Hab ich was verpasst. Wer guckt schon morgens in die Röhre.Mein Medium ist die „Zeit“ und das alte Dampfradio. Das Fernsehen dient mir nur als Reisejournal. Die Welt ins Wohnzimmer zu bekommen – einfach herrlich. Die Dame auf den ersten Blick, scheint zu den „Gutmenschen“ zu gehören. Die zwischenzeitlich zur Plage geworden sind. Ohnehin nichts für mich. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was heißt Ehe für alle?“ von Christoph Möllers und „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing

Die homosexuelle Ehe ist der heterosexuellen Ehe gleichgestellt worden. Damit ist sie aber nicht dieselbe Ehe, sie ist ihr nur gleichgestellt worden. Der Unterschied zwischen beiden Arten der Ehe beruht nicht nur auf der Wortinterpretation ( die gleiche Ehe ist nicht dieselbe Ehe ), beide Arten haben auch unterschiedliche Funktionen: Kinder werden in der Regel in der heterogenen Ehe geboren, in der heterosexuellen Ehe eher nicht. Aus diesem Grund ist auch für die Rentenversicherung die heterogene Ehe von überragender Bedeutung. – Dr.Winfried Grabitz  


Leserbrief zu „Ich bin Joscha, weiblich, 13 Jahre alt, Autistin. Und das habe ich zu sagen:“ von Joscha Röder

Als ich zur Schule ging – das war in den 50er- und 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts – , habe ich nie einen behinderten Menschen gesehen oder gar kennengelernt. Die waren alle gut versteckt in Heimen oder besonderen Schulen (wir sprachen da von „Hilfsschulen“).

Über Deinen Beitrag in der ZEIT habe ich mich gefreut wie Bolle. Was Du zu sagen hast, beleuchtet wie ein (Geistes-) Blitz die Situation behinderter Kinder und ihren Anspruch auf Unterstützung und Förderung.

Ach ja, noch etwas: der Heini von der FDP wird von vielen Menschen nur „Bambi“ genannt, weil er so brav und lieb und nett aussieht wie das berühmte kleine Rehkitz in dem ollen Zeichentrickfilm. Aber vielleicht ist er gar nicht so lieb und nett, wenn er jetzt die alten Hilfsschulen wieder einrichten will. Sein richtiger Name ist also vielleicht gar nicht so wichtig. – Michael


Leserbrief zu „Kann Grillen Sünde sein?“ von Fritz Habekuss

Auch ich grille gerne und kaufe die Holzkohle im Supermarkt. Aber vor diesem Hintergrund muss ich das wohl überdenken. Gelegenheit bietet sich auch in meiner Umgebung. Im Taunusort Idstein-Eschenhahn wird in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Natur auf der Spur – Meilerfreunde Eschenhahn“ aus ca. 15 – 20 Raummetern lokal gewachsenem Buchenholz auf traditionelle Art Holzkohle erzeugt und an Interessierte verkauft.  Wie heißt es doch so treffend: „Global denken – lokal handeln“! – Norbert Schwenk


Leserbrief Zu “Ehegattensplitting Abschaffen?” von Lisa Nienhaus und Kolja Rudzio

JA! Ich möchte die Argumentation von Frau Nienhaus um einen weitereren Aspekt ergänzen: Der Staat als Gemeinwesen ist auch aus rein wirtschaftlichen Gründen darauf angewiesen, dass es Kinder gibt. Denn diese finanzieren die Rentenversicherung langfristig. Ehe allein genügt nicht. Ein Staat mit vielen Ehen aber ohne Kinder ist nach 1 – 2 Generationen bankrott. – Norbert Schwenk


Leserbrief zu „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Leserbrief zu „Fauler Frieden“ von Heinrich Wefing und „Sollen wir sie sterben lassen?“ von Mariam Lau

Bin ich schon homophob, wenn ich die völlige Gleichstellung aller denkbarer Ehen mit der herkömmlichen ablehne? Bin ich schon Rechtspopulist oder Rassist, wenn ich die gegenwärtige deutsche Asylpolitik ablehne?

(Grüne) Minderheiten bestimmen die Richtlinien der Politik für die Mehrheit (s. a. einen kürzlich erschienenen ZEIT-Artikel). Ist es nicht beschämend, daß die einzige wahrnehmbare Alternative eine mit 7% vor sich hindümpelnde AfD zu sein scheint?

Solange kein Mitglied unserer Totalkoalition-Elite (ToKo) sich traut, mir als einem Bürger dieses Landes eine Antwort auf meine Frage zu

geben: wie soll Deutschland in 10, 20 Jahren aussehen? – wenn die „obergrenzenlose“ Immigration anhält (ein Blick übers Mittelmeer genügt!), wenn Familiennachzug und – zuwachs sich dazugesellt, wenn Ausweisung nicht konsequent vollzogen, ja geradezu als Menschenrechtsverletzung angeprangert wird? – solange erwarte ich für die Zukunft ein polyethnisches, multikulturelles Parallelgesellschaftenland! Sollte dies das angestrebte Ziel der gebetsmühlenartig von uns Bürgern eingeforderten Toleranz, Weltoffenheit, Willkommenskultur sein?

Vor mehr als 2 Jahren schon habe ich die fehlende Streitkultur beklagt, die zu der beschriebenen „Verklumpung der Mitte“ geführt hat, über die sich der Merkel-Mehltau immer weiter ausbreitet. Warum also sollte ich mit meiner jetzigen Zukunftsprognose nun völlig falsch liegen?

Ein(e) (junge(r)) Politiker(in), die/der ohne ideologische Scheuklappen beherzt das heiße Eisen Asyl und Immigration anpackt, um daraus nicht leere Worthülsen, sondern Nägel mit Köpfen und Werkzeug mit dem – alten – Qualitätssiegel „made in Germany“ zu schmieden, würde die verkrustete ToKo so aufmischen wie der Fuchs den Hühnerstall, wie Macron Frankreich! Dabei genügt es schon, daß die Federn fliegen! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

In meiner Auseinandersetzung mit den vatikanischen Hegemonie – Bestrebungen einerseits und dem Bio-Logos der Naturwissenschaften andererseits habe ich mein evolutionäres Glaubensbekenntnis entworfen:

Ich glaube an die Evolution. Ich glaube an die evolutionäre Einheit allen Lebens und allen Seins.

Ich glaube nicht an den alttestamentarischen Kriegsgott Jehova, den Herrn.

Ich glaube nicht an die magischen Märchen des Glaubensbekenntnisses der Staatskirche, obwohl diese Märchen wie alle Märchen auf einen tiefen psychologischen Sinn hinweisen.

Ich glaube, dass ein evolutionärer Humanismus den Wahn aller abrahamischen Religionen und Konfessionen irgendwann durchlichten wird. – Albert Bier


Leserbrief zu „Hegemonie statt Biologie“ von Stefan Schmitt

„Was ist das bloß mit der Evolutionstheorie, dass sie manche Gemüter so erhitzt?“ Mit dieser Frage beginnt der Artikel unter dem Titel „Hegemonie statt Biologie“ in der „Zeit“ Nr. 28.Und sie ließe sich von der anderen Seite genauso stellen. Was ist es, dass sich Gemüter gleich erhitzen, wenn man die Evolutionstheorie nicht als alleinseligmachende Theorie erachtet. Wie kommt es, dass diese Fragen dazu herhalten muss, die jeweiligen Vertreter anhand ihrer Stellung zur Evolutionstheorie in Gut und Böse einzuteilen? Nein, ich mag die Herren Trump und Erdogan nicht. Trotzdem halte ich es nicht für redlich, den moralischen Wert ihrer Politik aufgrund ihrer Einstellung zur Evolutionstheorie zu bewerten und damit auch im selben Aufwasch alle anderen, die sie ablehnen, moralisch zu diskreditieren.

In me