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Das geteilte Land

 

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Es ist ein bisschen so, als ob nie etwas gewesen wäre: 25 Jahre nach dem Fall der Mauer sind die Spuren der Teilung aus dem Straßenbild nahezu vollständig verschwunden. Auf den ersten Blick ist aus zwei Staaten einer geworden. Wo verlief die Grenze? So genau ist das nicht mehr zu sagen.

Doch die Grenze gibt es noch heute. Ziemlich genau dort, wo sie real existierte, ist Deutschland weiter zweigeteilt. Bis heute, 25 Jahre nach dem Ende der erzwungenen Teilung, gibt es gravierende demographische und ökonomische Ungleichgewichte, dazu unterschiedliche Lebensgewohnheiten.

Wir haben uns auf die Suche gemacht nach Daten und Zahlen, die – oft unerwartet, manchmal kurios – von Kontrasten erzählen. Gefunden haben wir für unsere Longform-Reportage Das geteilte Land zahlreiche Statistiken, die auf verblüffende Weise verdeutlichen: Die DDR mag Geschichte sein. Ihre Umrisse sind noch heute zu erkennen. Drei Beispiele: Wäschetrockner? Im Westen weit verbreitet, im Osten kaum. Eine Waffe besitzen? Interessiert in Ostdeutschland nur wenige. Das Haushaltseinkommen? Immer noch deutlich niedriger im Osten. Paul Blickle vom ZEIT ONLINE-Infografik-Team erklärt in diesem Video, wie die Visualisierungen entstanden sind.

Wie erleben Sie, ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer, das Zusammenleben in Deutschland? Sehen Sie sich heute noch ausdrücklich als Ostdeutsche(r), als Westdeutsche(r)? Ist das wichtig? Wenn ja, was bedeutet das für das Land insgesamt?

Wir interessieren uns sehr für Ihre Perspektive und freuen uns auf die Debatte in den Kommentaren.

62 Kommentare

  1.   Thomas Schnitzer

    @18
    „Wer seine Wäsche auf die Leine hängt statt sie in den Trockner zu werfen, lebt nachhaltig und auch, sorry, in gewisser Weise bescheiden.“

    Wenn man die rosa Brille absetzt, kann man es auch Rückständigkeit oder zu wenig Geld für die Energiekosten eines Trockners nennen.

    „Die Waffenbesitzquote zeigt eine gewisses Maß an Friedensliebe […], vielleicht auch Pazifismus. Waffen sind also weniger wichtig bzw stärker abgelehnt, das hat vlt auch historische Gründe – der Westen hat die Weltkriegserfahrung schneller überwunden bzw weggedrängt.“

    Auch das kann man erklären ohne zu verklären. Privater Waffenbesitz ist in Diktaturen nämlich grundsätzlich ein Problem für den Staat, weil die Bürger sich dann wehren könnten.

    Diese Notwendigkeit gibt es in demokratischen Systemen schlichtweg nicht, so dass privater Waffenbesitz in freien Gesellschaften nicht grundsätzlich verboten werden muss.

    Nicht umsonst billigen die USA als einer der Staaten mit der größten individuellen Freiheit seinen Bürgern privaten Waffenbesitz grundsätzlich mit der Begründung zu, sich damit auch vor staatlicher Willkür schützen können.

    Somit gibt es schlichtweg nach 40 Jahren Diktatur keine Waffen in Privathand, weil es keine mehr in den Familien gibt, während es sich in Westdeutschland durch eine ununterbrochene Tradition teilweise um Erbstücke handelt, die einfach weitergegeben werden.

  2.   arnster

    Interessant ist auch, was nicht gefragt wurde. Beispiel:
    – Wielviel Grund- und Boden in Ostdeutschland ist in westdeutschen Besitz und umgekehrt?
    – Vielviel Spitzenpersonal in Ostdeutschland ist aus Westdeutschland und umgekehrt?

    etc. pp.

    Mit der o.g. Auswahl der Autoren, begeben sie sich teilw. auf Bild-Niveau, paßt sich damit der BIldung der Mehrheit an.