Das Blog der Köche, Gastronomen und Gourmets

Neugierig bleiben!

Von 6. Mai 2008 um 12:25 Uhr

Der Kollege Ottenbacher aus Asperg war essen in der Arnsbourg bei dem großartigen Koch George Klein. Unter anderem gab es Rohe Auster mit Cola-Schaum und Limonengelee. Meine Sache sind solche Gerichte und Experimente gar nicht und trotzdem muss so etwas sein:

Es geht um die Neugierde, die den Kindern schon ausgetrieben wird und die allgemein als Laster gehandelt wird. Die Menschheit wäre aber ohne diesen Aspekt heute noch auf Steinzeitniveau. Ein Wissenschaftler ohne Neugierde hat seinen Beruf verfehlt. Ein Koch den nicht die Neugierde umtreibt ebenfalls.

Deshalb sind alle neuen Kreationen für unseren Beruf wichtig, ob sie Bestand haben werden, das ist eine andere Geschichte. Bei der Zutat Coca-Cola habe ich gewisse Zweifel. Für mein Verständnis sind solche Kombinationen zu weit von der Natur entfernt. Aber, müssen alle Köche Naturköche sein wie ich? Bestimmt nicht. Mir ist, und das jetzt nochmal subjektiv obendrauf, die Molekularküche zu sehr mit der Chemie der Nahrungsmittelindustrie behaftet.

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Das stimmt mich nachdenklich. Wenn nicht “Naturkoch”, was denn dann? Sie sind doch sonst radikaler?! Das klingt ja fast wie Joghurtwerbung: “Jetzt mit noch mehr Erdbeergeschmack!”
    Neugier auf Limonengelee könnte ich mir ja noch vorstellen, auf den Cola-Schaum aber nicht. Genauso wenig würden Sie doch Olivenöl in einem Kartoffelsalat verwenden!
    Bei der Neugier stimme ich Ihnen zu, wenn Sie die natürliche Neugier meinen. Eben Limonengelee – was soll daran nicht okay sein?
    Wenn es aber “Limonengelee mit Anchovismayonnaise und mit Stickstoff aufgeschäumt” hiesse, dann wäre meine Neugier schlagartig weg! Lieber Vincent, bei Cola-Schaum verbietet es sich Ihnen doch auch von vorn herein.

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    • 6. Mai 2008 um 14:20 Uhr
    • Klaus
  2. 2.

    Neugier, ja. Effekthascherei, nein.

    Mir sind solche Mätzchen zu anstrengend. Auch ein japanisches Ambiente im Elsass finde ich reichlich ridikül.
    (Es sei denn, es IST ein japanisches Restaurant.)

    Als Praxiseinrichtung für asiatische Körpertherapie von mir aus, aber in einem gehobenen französischen Restaurant?

    Und diese zwanghafte Fusion, von allen Ecken der Welt etwas auf den Teller bringen zu müssen, das zeugt doch eher von Mangel an Fantasie, als von kreativer Neugier.

    Es ist, wie wenn man eine neue Stadt entdecken möchte und dann feststellen muss, dass nichts Lokales mehr da ist. Ausser die austauschbaren Laden- und Restaurantketten, die jede Fussgängerzone zu einer billigen Kulisse degradieren.

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  3. 3.

    Ja, Claudio: Bon!

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    • 6. Mai 2008 um 17:24 Uhr
    • Klaus
  4. 4.

    Ich glaube es sind immer die gleichen Fragen, die sich jeder täglich stellen sollte: Wer bin ich, wo bin ich und wo will ich hin.

    Ich kenne nicht viele Köche, die sich darüber ernsthaft Gedanken machen. Bei vielen Einstellungsgesprächen, erfahre ich: “Ich will ein berühmter Koch werden!” Von gutem Koch, beseeltem Berufsleben hört man selten was. Diese Typen, deren Berufsziel Promi (für mich ein Schimpfwort) ist, die schicke ich dann gleich nach Hause.
    Gruß, Vincent

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  5. 5.

    Herzlichen Glückwunsch!

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    • 6. Mai 2008 um 18:11 Uhr
    • Klaus
  6. 6.

    Herr Stromberg,
    melden Sie sich hier auch einmal? Aus meiner Sicht wäre dies eine gute Gelegenheit!

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    • 6. Mai 2008 um 18:16 Uhr
    • Klaus
  7. 7.

    Man kann ja von Herrn Strombergers Speisekarte und Werbung halten was man will, aber keiner ist dazu gezwungen seine Lokalität zu besuchen. Ich für meinen Teil finde, Herr Stromberger ist der perfekte “Gegenpol” hier.
    Wer nichts Neues ausprobiert, wird keine neuen Erfahrungen machen, und wer seine Auster nicht in Cola tunken will, brauch das ja nicht zu tun.

    Ein innovatives Restaurant hat im Elsaß die gleiche Berechtigung wie anderswo. Zumal es dort wahrhaftig genügend gute, bodenständige Lokalitäten gibt.

    Und wer seinen Kartoffelbrei mit Muskat, sein Steak mit Pfeffer und Weihnachtsgebäck mit Zimt würzt, hat wohl kaum einen Grund über “Fusion von allen Ecken der Welt” zu schimpfen.
    Hat da nicht Zitronengras und Chili die gleiche Berechtigung?

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  8. 8.

    Mir ging es nicht um Herrn Strombergs Speisekarte. Ich kenne die gar nicht. Mir fiel nur – einmal mehr – auf, dass er sich hier noch nie zu Wort gemeldet hat.

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    • 7. Mai 2008 um 13:16 Uhr
    • Klaus
  9. Kommentar zum Thema

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