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„Mein Leben als Gemüsehändler“

 
6.00 Uhr gekauft - 8.30 Uhr im Lädle - 9.00 Uhr in der Küche

Neben den Restaurants, dem Hotel und dem Weinberg Tauberhase betreiben wir auch noch einen kleinen Gemüseladen in der ehemaligen Dorfschmiede von Weikersheim. Zwei bis drei mal pro Woche fährt mein Vater, meine Frau oder ich zum Erzeugergroßmarkt nach Nürnberg. Kochinterressierte Gäste können auch mitfahren, allerdings ist die Abfahrtszeit um 4.30 Uhr nicht jedermanns Geschmack. Kurz vor 6.00 Uhr sind wir dann auf dem Großmarkt und klappern die einzelnen Erzeuger ab. Hier der Spezialist für Bamberger Hörnchen, dort der Kräuterexperte, nebenan wird ausschließlich Kresse verkauft. Den besten Biopaprika gibt es hier, Freilandsalate dort. Man ist ständig im Stress. Allerdings wissen die Erzeuger und die Händler, dass wir nur beste Qualität kaufen und deshalb ihren Preis bezahlen und nicht über den Preis diskutieren, wenn die Qualität stimmt.
Dienstag früh geht es auch schon wieder los, wer will mit ? 🙂

Morgenstund hat Kräuter im Mund (ca. 6.00 Uhr)
Nur für Hartgesottene: Wassermelonenmassaker im Sonnenaufgang
Hurra, die Tomatenzeit beginnt!
Im Güldenen Schein: die kleinen Pfifferlinge
Der beste Paprika aus dem Knoblauchsland (PS: Frau Scherzer beliebt nicht zu scherzen)
Richtig geil: diese Himbeern muss ich haben
Seltener als Trüffel: Bamberger Hörnla, Neue Ernte!
Grüne Abteilung
Johanni rot - Spargel tot
Cool: Eiszapfen

Pfundsgemüse
Ein altes Hohenloher Rezept ist das Pfundsgemüse, diese Zubereitung dient dazu Geschmack und Kraft des Sommers zu konservieren. Eine Art „Instant- Gemüsebrühe“ vergangener Jahrhunderte, wenn man eine schwache Grundbrühe hat, einfach etwas Pfundsgemüse zugeben und schon schmeckts besser. Man kann damit auch Nudelgerichte, Risottis, Kartoffelzubereitungen jeder Art ( Püree, Suppe, Salate, etc.) und Soßen „tunen“. Auch eine Tomatensoße ist mit Pfundsgemüse ultra schnell gekocht: Würfeltomaten aus der Dose oder Tomatensaft erhitzen, etwas Pfundsgemüse zufügen, frische Kräuter; zack – bumm fertig.

Pfundsgemüse-Rezept
Zutaten:
500 g Karotten
500 g Zwiebeln
500 g Tomaten
500 g Lauch
500 g Petersilie
500 g Sellerie (Knolle + Kraut)
500g Meersalz

Zubereitung:
Das Gemüse putzen und klein würfeln. Zusammen mit der Petersilie durch den Fleischwolf drehen. Die Masse mit dem Salz vermengen. Alles über Nacht durchziehen lasssen. Dann in Gläser abfüllen, gut durchkühlen lassen und anschließend mit Sonnenblumenöl gut bedecken. Nun die Gläser verschrauben. Das Suppengewürz ist kellerkühl ein Jahr haltbar.

Nicht vergessen: Blumen mitbringen für Mutti

11 Kommentare

  1.   dschungelmann

    hallo!
    ich lebe seit jahren in thailand und muss mir immer gekoernte gemuesebruehe aus europa mitbringen lassen , da hier nichts der art erhaeltlich ist,um tolle suppen und sossen zu machen. Nun werde ich euer rezept mal probieren. Danke fuer den tip. Das hoert sich echt gut an. Ich denke das ich das
    pfundsgemuese hier aber einfrieren muss oder zumindest kuehlen.
    Gruss
    andreas


  2. Die Uhrzeit ist nicht das Problem, ich bin selbst in einer „Frühaufsteher-Brache“, aber die Entfernung…
    Schöner Bericht!

  3.   Dirk Esser

    Hallo Andreas,

    wenn Du das ganze (da bleibt das Öl natürlich weg) dann bei ca. 80° C im Ofen trocknest (ev. über Nacht) und dann noch durch den Mixer jagst, hast Du ein Pulver, das lange haltbar ist. Die Verbrauchsration lagere ich im Kühlschrank und den Rest friere ich ein.

    LG

    Dirk

  4.   Katharina Wandelmaier

    Hallo,beschäftige mich mit alter sizilianischer Küche.Dabei fand ich die Konservierungsmethode mit Salz.
    Dabei werden z.B. Chilies geputzt, mit reichlich Salz bedeckt und über Nacht gepresst.So werden sie trocken und haltbar,je nachdem vor Bedarf mit oder ohne Salz (abwaschen) hacken und verwenden.Geht auch mit zuvor gewässerten (Löst das Bittere der weißen Haut)Zitronenschalen.
    Hab’s zwar nicht probiert,ist aber von der Methode für andere Gemüse auch denkbar.
    Katharina

  5.   Cornelia

    Hallo!

    Nehmen Sie 500 g geputztes oder 500 g ungeputztes Gemüse als Basis?

    Herzlichen Dank!


  6. Einen schönen guten Abend Frau Cornelia Stegmüller,

    Ungepuztes Gemüse. Bitte bedenken Sie, dass der Hohenloher an Sich zur Sparsamkeit verdammt ist, daher werden die Karotten dünn geschält (Sparschäler 🙂 ) , die Zwiebelschale kann zum Färben von Brühe oder Ostereiern verwendet werden. Bei der Tomate nur den Sterz raus, den Lauch längs halbieren, gut waschen und die Wurzel entfernen. Bei der Petersilie (vorzugsweis glatte) die Blätter grob abschneiden und die Hauptstengel nicht verwenden. Die Sellerieknolle wieder dünn schälen, das dazugehörige Kraut sehr gut waschen und komplett verwenden (für die extra Portion Power).

    Viel Vergnügen mit Pfundsgemüse.

    Grüßle aus dem Taubertal
    Jürgen Koch


  7. Der Sparsame scheint doch zu putzen 😉

    Und die Frage zu 5 illustriert den Blogbeitrag „Sind wir schon so weit?“ ganz prächtig. Kann man sich als erwachsener Mensch die Frage „Will ich geputztes oder ungeputztes Gemüse in meinem Essen haben?“ nicht selbst beantworten???

    Was die Frage „Geputzt oder Ungeputzt?“ noch erstaunlicher macht:
    Im Rezept steht
    „Zubereitung:
    Das Gemüse putzen …“

    Ja, wir sind soweit …..

  8.   Vogelfrau1954

    Liebe Reallast,

    es geht darum, ob das angegebene Gewicht für „vor“ dem Putzen oder „nach“ dem Putzen (also Entfernen von Blättern, Schalen etc.) steht. Also brutto oder netto sozusagen – insofern ist die Frage völlig berechtigt.

  9.   Ute

    Wein u. Schwein! Sehr schönes Schild *herzlich lach*

    Ich würde jederzeit so früh aufstehen und mitfahren – leider bin ich mit Wohnsitz im Aachener Raum einfach zu weit weg *seufz*

    Viele Grüsse,
    Ute


  10. Bamberger Hörnla seltener als Trüffeln? Die gibt’s doch in Oberfranken auf jedem Markt …