Das Blog der Köche, Gastronomen und Gourmets

Weikersheim – Berlin – Barcelona – Peking

Von 1. Dezember 2012 um 19:10 Uhr

Wenn ich aus meinem schönen Hohenlohe in die große Hauptstadt reise, freue ich mich darauf, Dinge zu sehen, die ich daheim in dieser Form nicht habe. Wir in Hohenlohe haben zwar den höchsten Anteil an Biobetrieben in Europa, aber eben dafür deutlich weniger Szenekneipen, Clubs oder dauerhaft geöffnete Cocktailbars.

Also gesagt, getan, habe ich ein paar Adressen rausgesucht, die vom Küchenstil asiatisch und/oder iberisch angehaucht waren. Hier ein paar Eindrücke:

Hot Spot – traditioneller Chinese mit beeindruckender Weinkarte. Lassen Sie sich nicht abschrecken vom 70.-Jahre Look, der einer ehemaligen Brauerei-Gaststätte ähnelt. Die chinesische Küche ist schmackhaft, traditionell und sehr vielfältig (Bestellung natürlich nach Nummern). Noch vielfältiger ist die Weinkarte, die einen wirklich von den Socken haut. Nach einem ausgiebigen Vormittag in Potsdam, der richtige Ort, mit einem ausgesuchten Riesling den späten Nachmittag einzuläuten.

Gesellig geht es zu in der Kreuzberger Bar „Raval“. Viele junge Frauen hatten das aktuelle Buch „Ein Tag in Barcelona“ des Miteigentümers Daniel Brühl dabei. So war es ein lustiger Anblick zwischen all den verschiedenen Tapas  überall das gleiche Buch herumliegen zu sehen. Hoffentlich hatten die Frauen auch genügend Aufmerksamkeit für die hervorragenden, authentischen Tapas.  Die reizende Clara Gartner vom Service empfahl mir zum Abschluss der Tapasorgie einen Kräuterlikör aus Ibiza

Clara mit „Hierbas Ibizenas Mari Mayahs“

Schwierig zu finden ist die Tausend-Bar, aber zur großen Verwunderung meiner Frau fand ich den Sesam-Öffne-dich-Knopf. Hat man erstmal die Einlasskontrolle geschafft (mit Kochjacke oder Trachtenjanker komme ICH überall rein), gibt es in der Bar noch den Backroom „Cantina“. Ausschließlich mit Reservierung bekommen Sie dort eine frische leichte „asian-ibero-american-cuisine“.

Dann ging es ins Dos Palillos (2 Stäbchen). Hier lässt Albert Raurich (Küchenchef des berühmten elBulli von 1997-2007) asiatische Tapasmenüs zubereiten. Die Köche und Köchinnen servieren gut gelaunt und erklärend an einer langen Theke.

Höhepunkt unseres Ausflugs war der Besuch bei meinem Kollegen Tim Raue, der mit seiner asiatisch inspirierten Hochküche schon seit Jahren Furore macht. Wenn Sie sich seiner famosen Küche annähern wollen, reservieren Sie für mittags. Er kocht ein spannendes Lunchmenü, das äußert fair bepreist ist.

Wenn nicht jetzt, WAN TAN? DIM SUM BEI TIM

Vertrauen Sie voll und ganz den Empfehlungen des Sommeliers André Macionga. Es gibt auch offene Raritäten (z.B.88er Vouvray), die der aromenintensiven Küche Paroli bieten können. Sein Lieblingswein ” ‘ES IST WIE ES IST.EIN ABEND MIT ANDRÉ MACIONGA’ von Horst Sauer Eschendorf” kommt natürlich aus Franken, woher denn sonst!

Dermaßen angeregt freute ich mich auf die Wiederkehr ins Hohenloher Land.

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Respekt, da kann ick als Berliner nich meckern! Gute Wahl.

  2. 2.

    31 Posts von 3 Köchen seit dem Beginn des Jahres ~ knapp 1 Beitrag pro Monat und Koch.

    Schöne Weihnachten und viel Lust für das nächste Jahr die Leser mit mehr Stoff zu erfreuen.

    Dirk Esser

    • 19. Dezember 2012 um 20:25 Uhr
    • Dirk
  3. 3.

    p.s. Vincent Klink, der auch mal hier geschrieben hat, veröffentlichte in diesem Jahr alleine 68 Beiträge auf seiner HP.
    http://www.wielandshoehe.de/de/Jahr+2012.html

    • 19. Dezember 2012 um 20:34 Uhr
    • Dirk
  4. 4.

    #3
    Verehrter Herr Esser.

    Herr Klink hat ein Privileg. Er schreibt ein Tagebuch. Damit ist er, zumindest õffentlich, keinen Kommentaren, etc. ausgesetzt.
    Ich kann unseren Bloggern nachfühlen, dass sie sich, bei den leider stark zugenommenen, wenig den angebotenen Themen zugewandten Reaktionen, zurückhalten.
    Schön wäre, wenn es wieder ein Blog der Köche, Gastronomen und Gourmets wird.
    Es liegt allein an uns, den Lesern! Wir müssen durch entsprechende Kommentare unseren Einfluss, inbes. auf die Destruktiven, nehmen.

    Hagen Badner

  5. 5.

    Verehrter Herr Hagen,

    wo wenig gebloggt wird, gibt es wenig zu lesen und zu kommentieren. Aber das ist vermutlich wie bei dem Problem mit dem Huhn oder dem Ei (bezüglich der Frage was zuerst da war).
    Meine Intention mit #2 und 3# war es, den Umfang der bislang meist erfreulichen Beiträge zu erhöhen.
    Da ich aus Ihrem Kommentar ein ähnlich gelagertes Ansinnen zu erkennen hoffe, wären wir schon zu zweit ;-)

    Weiterhin schöne Festtage

    Dirk Esser

    • 25. Dezember 2012 um 13:10 Uhr
    • Dirk Esser
  6. 6.

    Grüß Gott miteinander,

    zu meinen guten Vorsätzen für das neue Jahr gehört durchaus eine Erhöhung der Frequenz hier, ich hab den besten Willen dazu.
    Es ist tatsächlich so, dass es im Alltag manchmal nicht besonders einfach ist, den Kopf für einen guten Beitrag hier frei zu haben. Der Wille und das Bemühen ist auf jeden Fall vorhanden.
    Mit manchem dämlichen Kommentar lebe ich wohl, dazu ist mein Fell dick genug. Das sehen aber nicht alle so, die hier schreiben. Ich meine damit nicht die reflexhaften Angriffe der militanten Vegetarier, sondern vor allem diejenigen Kommentatoren, die im Vorübergehen unter einen Beitrag einfach ihren Mostrich schreiben, ohne sich überhaupt die Mühe gemacht zu haben es richtig gelesen zu haben.
    Das soll aber keine Ausrede sein, ich werde mich bemühen, denn im Grunde bereitet es mir große Freude hier überhaupt schreiben zu dürfen!

    Mit allen guten Vorsätzen wünsche ich der geschätzten Leserschaft einen gelungenen Rutsch! Ihr Christian Mittermeier

  7. 7.

    Nei tempi andati tutto era meglio!

    • 26. Dezember 2012 um 16:50 Uhr
    • bruddler aus bologna
  8. 8.

    Anche gli anziani!!!

  9. Kommentar zum Thema

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