Das Blog der Köche, Gastronomen und Gourmets

Geiz isst Gaul

Von 15. Februar 2013 um 22:48 Uhr

Der Skandal brodelt und Volkes Meinung kocht über: ein paar Ganoven haben arglosen Verbrauchern Pferdefleisch als Rindfleisch untergejubelt. Ohne Frage ein Betrug, der bestraft gehört.

Die Bundesverbraucherministerin will nun auch gleich entschlossen handeln und der Sache mit aller Härte nachgehen. In England hat man schon erste Verdächtige eingesperrt und Hersteller- und Handelsfirmen zeigen sich an und mit dem Finger auf einander. In gewohnter Vollkasko-Manier wundern sich Verbraucher, warum es für 1,79 Euro pro Portion Fertiggericht nicht gefälligst vollständige Sicherheit gibt.

Offenbar ist Pferdefleisch in manchen Ländern billiger als Rindfleisch, was zu diesen Betrügereien verführt. Doch nur weil es weniger Geld kostet, ist es noch lange nicht weniger wertvoll. Ganz im Gegenteil:

Pferd hat einen eigenständigen Geschmack und eine einzigartige Textur, es ähnelt eher Wild als Rind. Wie bei jedem Fluchttier hat das Fleisch einen erhöhten Glykogengehalt, dadurch schmeckt es etwas süßlich. Der Eisenanteil ist übrigens doppelt so hoch wie bei Rind, dafür enthält es weniger Kalorien und ist magerer. Es lässt sich auf vielfältige Weise verarbeiten und zubereiten, sei es als Steak, Gulasch, Sauerbraten oder Wurst.

Welches Stück sich für welche Zubereitung eignet hängt von mancherlei Faktoren ab: Alter, Rasse, Fütterung, Art und Dauer der Reifung spielen dabei eine wichtige Rolle. Im Grunde ist es aber wie bei Rindern: das Fleisch von Fohlen enthält weniger Bindegewebe und viele Teile eignen sich zum Kurzbraten als Steak oder Medaillon, wie eben beim Kalb. Dafür liefert ein ausgewachsenes oder gar älteres Pferd mehr Teile zum Schmoren, dabei wird das Bindegewebe weichgekocht und das Fleisch schmeckt kräftiger.

Vorbehalte gegenüber Pferdefleisch sind wohl in der Tatsache begründet, dass mittlerweile Fleisch überhaupt in vielen Theken zu belanglosem, anonymisiertem Gewebe geworden ist. Kaum ein Verbraucher, der eine Putenbrust kauft, hat dabei noch das lebende Tier vor seinem geistigen Auge. Beim Pferd jedoch bekommt das Fleisch plötzlich ein Gesicht und es wird klar, dass es von einer lebenden Kreatur stammt. Das ist schizophren, insbesondere in einer Gesellschaft, die sich selbst als aufgeklärt versteht. Aber das ist ein Thema für einen neuen Beitrag.

Hier ein Rezept für Pferdebraten:

Brasato vom Pferd mit Fenchel und Vanille

Zutaten
Zubereitung
3 kg Pferdefleisch zum Schmoren von Schulter oder Keule, bevorzugt Mittelbug oder dicke Schulter
3 mittelgroße Möhren
100 g Sellerie oder Petersilienwurzel
200 g Zwiebeln
3 EL Tomatenmark
1 Liter guter Rotwein
Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt,
Sternanis, Zimtstange,
und ½ Vanillestange
etwas Pflanzenöl zum Anbraten
1 großer Bräter

Das Gemüse waschen, schälen und klein würfeln (1 cm Kantenlänge). Die Gewürze grob mörsern. Das Fleisch rundum gut anbraten, herausnehmen und zur Seite legen. Danach im selben Bräter das gewürfelte Gemüse rösten, bis es Farbe nimmt. Das Tomatenmark zugeben und bei moderater Hitzezufuhr umrühren und für weitere Röststoffe sorgen. Zwischendurch immer wieder mit dem Rotwein ablöschen, diesen Vorgang 5 bis 6 mal wiederholen. So entstehen Farbe und Aroma für eine tolle Soße.

Die Gewürze in ein Tee-Ei füllen, mitsamt dem Pferdebraten in den Bräter geben. Mitsamt dem restlichen Rotwein und so viel Wasser begießen, bis der Braten zu ungefähr einem Drittel in Flüssigkeit liegt. Bei 160 °C in den Ofen schieben und alle 45 min das Fleisch wenden.

Die Gardauer beträgt ca 3 Stunden, abhängig vom verwendeten Fleischteil. Fertig ist der Pferde-Brasato, wenn sich eine Fleischgabel oder ein Spieß ohne großen Widerstand einstechen lässt.

Während der Garung immer den Flüssigkeitsstand im Auge behalten und – falls notwendig – mit Wasser auffüllen.

Fenchel

4 Fenchelknollen
Salz, Pfeffer, Thymian,
etwas Pflanzenöl zum Anbraten

Den Fenchel in schmale, gleich große Segmente von Stiel zu Wurzel schneiden und bei geringer Hitze in einem weiten Topf anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Thymian abschmecken.

Geschmorte Möhren

5 Möhren, geschält
5 Zweige Thymian
Wenig Pflanzenöl
Salz, Knoblauchzehe nach Geschmack
Alufolie

Die Möhren längs vierteln und immer 4/4 mit einem Zweig Thymian, ggf. etwas Knoblauch und einem Teelöffel Öl auf ein ca Din A 5 großes Stück Alufolie legen und flach von allen Seiten einschlagen. Im Ofen mit dem Braten für die letzte halbe Stunde der Zubereitung mitbacken.

Fertigstellen

Den Pferde-Brasato aus dem Bräter nehmen und kurz warmstellen. Geschmack und Konsistenz der Soße prüfen und nachschmecken. Möhren auspacken, Fenchel nochmal kurz erhitzen.

Anrichten

Den Fenchel in der Mitte eines flachen, vorgewärmten Tellers drapieren, die Möhren daneben. Den Pferde-Brasato in fingerdicke Scheiben schneiden, auflegen und mit Soße übergießen. Dazu schmeckt prima ein gutes Glas Rotwein. Möglicherweise derselbe, mit dem gekocht wurde.

Preis für Pferdefleisch (für gewerbliche Abnehmer und zzgl. Umsatzsteuer)
Pferdebug 6,65 € / kg
Pferdeoberschale 7,50 € / kg
Pferdefilet 21,00 € / kg
Pferderoastbeef, Steakfleisch 14,00 € / kg
Die Preise verstehen sich zzgl. 7 % USt.
Lieferung erfolgt gegen Vorkasse.
Versandkosten per Postpaket, inkl. Kühlung:
bis 10 kg+6,90 €
bis 20 kg + 13,80 €

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Die Nahrungsmittelphobien betreffend ist doch inzwischen eigentlich alles gesagt bzw geschrieben worden. Eine neue Dimension zeigt sich jedoch, wenn ausgerechnet die, die den ganzen Nahrungsmittelabfall der Supermärkte tolerieren, wegen geringfügiger Verfälschungen von Analog-Lasagne sich zu Verbraucherschutzratzingern aufblähen wollen.

    • 15. Februar 2013 um 23:38 Uhr
    • schneckenschleim
  2. 2.

    Hätten wir eine ausgeprägtere Lust auf Pferdefleisch, müsste dies erst gar nicht als lebendes Abfallprodukt durch Europa gekarrt werden und heimlich in der TK-Lasagne zurückkommen.

    Pferdelasagne stell ich mir im übrigen ganz köstlich vor.
    Mal testen…

    • 16. Februar 2013 um 09:01 Uhr
    • Heike von Au
  3. 3.

    Da gebe ich meiner Vorschreiberin recht. Eine Lasagne werde ich auch mal testen. Aber erstmal den Brasato. In Italien, vorzugsweise in der Gegend um Ferrara, gilt Pferdefleisch als Delekatesse.

    • 16. Februar 2013 um 12:02 Uhr
    • Freundin des guten Geschmacks
  4. 4.

    „Delikatesse“, pardon!

    • 16. Februar 2013 um 12:03 Uhr
    • Freundin des guten Geschmacks
  5. 5.

    Trapp,Trapp

    Fohlengulasch für 8 Personen

    1500 g Fohlengulasch
    1200 g Zwiebeln
    250 g Margarine
    200 g Tomatenmark
    500 ml Rotwein
    2 Knoblauchzehen (nach Belieben)
    2 Lorbeerblätter
    8 Nelken
    Pfeffer und Salz

    Vorbereitung:
    1.Zwiebeln schälen und in Halbringe schneiden
    2.Knoblauch schälen und zerdrücken
    3.Gulasch mit Pfeffer und Salz würzen

    Zubereitung:
    1.Margarine schmelzen,die Zwiebeln zugeben und glasig schwitzen
    2.Tomatenmark unterrühren und weiter anschwitzen, Farbe nehmen lassen
    3.Mit Wasser ablöschen,Gulasch und Gewürze zugeben
    4.In der Backröhre bei 190 C° circa 2,5-3 Stunden schmurgeln,
    immer wieder mit Wasser auffüllen
    5.Kurz vor dem Garpunkt den Rotwein zugeben
    6.Eventuell mit Stärke binden

    Dazu passen Knödel,Klöße,Teigwaren und das jeweilige Saisongemüse.

    Ich habe am Sonntag,d. 10.2.2013 dieses Rezept im Eigenversuch
    getestet.Das Fohlengulaschfleisch kostete pro Kilo 7,80 €.
    Das Pferdegulasch ist je nach Angebot noch preiswerter.

    • 16. Februar 2013 um 12:09 Uhr
    • Der alte Koch
  6. 6.

    Zu den Preisangaben hätte mich auch ein Link zum Händler gefreut …

    • 16. Februar 2013 um 13:39 Uhr
    • Henning
  7. 7.

    zu 6. Ich kann Ihnen nur eine kleine Freude bereiten.

    Die Pferdemetzgerei meines Vertrauens hat leider keine Homepage.

    Hier nun die Adresse:
    Metzgerei Heinzmann
    Gerichtstraße 22
    42651 Solingen
    Tel.0212 10773

    Es gibt noch eine weitere Pferdemetzgerei in Solingen ohne Homepage.
    Krebs-Funccius
    Grünstraße 11
    42697 Solingen
    Tel.0212 77506

    http://www.hitzegrad.net führt auch Pferdefleisch

    • 16. Februar 2013 um 14:34 Uhr
    • Der alte Koch
  8. 8.

    Thilo Sarrazin schreibt in seinem Buch, mann solle den Bedürftigen einen Kochkurs vermitteln, statt Tafeln zu betreiben. Das sehe ich auch so.
    Es ist unnötig, auch selbst 1,79 Euro für ein fragwürdiges Produkt auszugeben. Wenn wir uns die Kilopreise für Frischgemüse und Geflügel
    ansehen, kann man auch für wenig Geld ein schmackhaftes Frischgericht zubereiten. Wir müssen nur bereit sein, für unsere Genüsse etwas mehr zu tun, als einen Beutel aufzureissen.

  9. 9.

    Wozu eigentlich die ganze Aufregung? Die Leute sollen doch froh sein, dass ihnen teures Pferdefleisch angeboten wird. Es hätte uns nun wirklich schlimmer treffen können mit irgendwelchen Chemiemischungen, die aussehen und schmecken wie Fleisch, aber ungefähr soweit davon entfernt sind wie eine Holzuhr von einem Mikrochip.

    Müssen wir uns wirklich so darüber echauffieren, dass wir Pferd als Rind verkauft bekommen? Bei 3-Liter-Autos, die 5 Liter verbrauchen oder Energiesparhäusern, die keine sind, kräht doch auch kein Hahn.

    • 17. Februar 2013 um 12:05 Uhr
    • AV
  10. 10.

    Auch wenn wir fürs Essen mehr bezahlen wird es Betrüger geben. Dann steigt eben deren Marge.

    • 17. Februar 2013 um 12:19 Uhr
    • Schinkenjoe
  11. 11.

    Tiere sind nicht zum Essen da.

  12. 12.

    Pferdefleisch ist sehr lecker. Es gab Zeiten da war es normal auch Pferdefleisch zu kaufen. Das auch in einer anderen Zeit in der es Massentierhaltung und Fresswirtschaft noch nich gab. Fertiglasagne und ähnliches beteichne ich als Fressen, ekelhaftes Gemisch aus Fertigzutaten und Geschmacksverstärkern. Da kann der Verbraucher auch gleich eine Dose Hundefutter aufmachen. Einfach weniger Fleischkonsum und eine Beschränkung der einzelnen Produkte würde helfen. Wozu braucht jemand überhaupt 40zig verschiedene Produkte mit fast identischem Inhalt?

    @Halsflasche
    Ja ja, das ist eine religiöse Ansicht und hat mit der Natur an sich nichts zu tun. Wenn Sie das so sehen dürfte der Mensch das Tier in keinster weise benutzen. Sprich im Zoo einsperren, vor den Karren spannen, oder zum spazieren an die Leine legen.

  13. 13.

    Zu 8.: Ich glaube nicht, dass Herr Sarazin eine Vorstellung davon hat, wie schwer es ist, ohne Kochtöpfe über einer brennenden Mülltonne ein „schmackhaftes Frischgericht“ zuzubereiten. Aus meiner Sicht ein guter Grund, seinen menschenverachtenden Zynismus nicht auch noch weiter zu verbreiten.

    • 17. Februar 2013 um 12:39 Uhr
    • m-k
  14. 14.

    @denkeschon

    das hat mit religion nichts zu tun. Religion ist was fiktives, Tiere sind real.

    Mit dem Zoo hast du Recht.

  15. 15.

    @Karlos111: Thilo Sarrazin hat überhaupt keine Ahnung, was es heißt, vernünftig zu kochen! Er ist doch gerade derjenige, der die Billigst-Lebensmittelmasche als Maßstab nimmt! Seine man kann von ALGII -Leben Masche baut auf fetttriefenden Billigstleberkäse und Bratwurst auf – und enthält trotzdem noch zu wenig Kalorien!

    Man kann sich – auch bei wenig Fleischkonsum – von ALGII eben NICHT vernünftig ernähren bzw. kann man dies nicht, wenn man auf einigermaßen gescheite Haltungsbedingungen (betrifft auf Eier, Milch, Käse) und Anbaubedingungen wert legt.

    Aus welchen Quellen kommt denn ihr angeblich so preiswertes Frischgemüse und vor allem Geflügel? Wissen Sie, wie ihr Hähnchen für 2,95 € gelebt hat? Und dann von Genuss sprechen?

    Hinter solchen Kommentaren steckt eine ähnliche Arroganz, wie sie eben auch ein Sarrazin an den Tag gelegt hat. Der mit Sicherheit nicht mal 2, 3 Monate (2, 3 Tage bei an sich voller Vorratskammer und Tiefkühltruhe reicht nicht!) von ALG II gelebt hat.

    Ich habe praktische Erfahrung – und die letzte „Tüte“ vor mehr als 15 Jahren gekauft.

    Wann haben Sie wie lange von 128 € pro Monat gelebt? Oder von 230 € für 2 Personen? Inklusive ALLES, was in den Komplex Ernährung gehört? Also auch Mehl, Zucker, Gewürze, Öl, Kaffee, Tee, sonstige Getränke… Und unter Berücksichtigung, dass der Energieposten im Regelsatz witzigerweise weil Durchschnitt (und damit Kantinenesser mit eingerechnet!) nicht mal darauf ausgelegt ist, dass man selbst kocht.

    ALG II = Tütenaufreissen = müssen nur mal Koche lernen ist populistische unterste Schublade!

    • 17. Februar 2013 um 12:43 Uhr
    • roland_s
  16. 16.

    Ich habe nichts gegen Pferdefleisch und esse keine Fertiggerichte. Mich regt aber der Vorwurf an den Verbraucher auf, dass er für wenig Geld keine Sicherheit erwarten darf. Was den Hersteller betrifft, ist das richtig. Geld regiert nun mal die Welt. Dass aber von der Politik, sprich Gesetzgeber, das große Geschrei immer erst hinterher kommt und dann im Sande verläuft zeigt doch, wer die Ziele vorgibt. Ich erwarte jedenfalls, dass auch für 10 Cent auf der Verpackung steht was drin ist.

    • 17. Februar 2013 um 12:47 Uhr
    • Klieme
  17. 17.

    Empört euch!

    Statt das gefundene Pferde“fressen“ als solches umzudeklarieren, um es wenigstens Kaufinteressierten und mittellosen günstig anzubieten werden diese Nahrungsmittel nun zig-tonnenweise vernichtet.
    Es reicht doch, wenn jetzt jeder weiß, was damit los ist und nun freiwillig selbst entscheiden kann, ob er das kaufen will

    Angesichts des weltweiten Hungernotstand ist diese hyperaktivistische Massenvernichtungsorgie von unverdorbenen Lebensmitteln an Perversion nicht mehr zu überbieten!
    Bezeichnend ist, dass das überhaupt nicht kritisch hinterfragt wird…

  18. 18.

    Klar sind Tiere zum Essen da! Genauso wie alles andere was lebt! Nur von Steinen & Mineralien kann man sich ja schlecht ernähren^^

    • 17. Februar 2013 um 12:51 Uhr
    • Sander Cohen
  19. 19.

    Du bist
    was Du isst

    • 17. Februar 2013 um 12:51 Uhr
    • iphaidros
  20. 20.

    @11

    Sagen Sie das doch mal einem Löwen oder einem Wolf, Bären, Fuchs, Adler oder Mauersegler. Das Tiere nicht zum Essen oder sonstiger Verwendung da sind (Perversionen außen vor gelassen), ist einen mehr als fadenscheinige Ansicht.

    • 17. Februar 2013 um 12:54 Uhr
    • AV
  21. 21.

    „In gewohnter Vollkasko-Manier wundern sich Verbraucher, warum es für 1,79 Euro pro Portion Fertiggericht nicht gefälligst vollständige Sicherheit gibt.“

    Diesen Satz halte ich, gelinde gesagt, für eine Frechheit.

    Produzenten und Handel haben dafür zu sorgen, dass in den von ihnen angebotenen Waren Qualität und vor allem das, was drauf steht, enthalten sind, und zwar unabhängig vom Preis! Davon kann doch keinesfalls abgewichen werden!

    In einem Gesellschaftssystem, in dem „Wettbewerb“ und „Wachstum“ als heilige Kühe gelten, wetteifert man nun einmal darum, die Preise auf dem Markt zu unterbieten. Allerdings ist das, was mit den derzeit diskutierten Lebensmitteln geschieht, unlauterer Wettbewerb. Und das muss geahndet werden.

    Ich wehre mich dagegen, dass man die Schuld dafür allein den Kunden unterschiebt, kriminell sind doch die Netzwerke, die die Nahrungsmittel herstellen bzw. vertreiben und die Institutionen, die diese Wirtschaft offenbar mangelhaft kontrollieren.

    Zudem finde ich diese Diskussion von einem ziemlich hohen Ross herunter geführt: Ich lebe in einem laut Regionalzeitung als „Stadtteil mit verfestigter Armut“ eingestuften Bezirk. Hier leben jene Billiglöhner und Arbeitslosen, die Opfer der Wettbewerbsgesellschaft geworden sind, weil sie als Arbeitskräfte nun mal teurer sind als die Wanderarbeiter in den chinesischen Produktionsstätten für unsere Textilien etc. Diese Menschen sind mit ihrem Niedrigeinkommen darauf angewiesen, zu minimalen Preisen einzukaufen.

    Und unsere Schulküche, in der die Kinder dieser Armen täglich gespeist werden, ist – wenn ich es richtig wahrnehme – ebenso immer wieder neu zum Sparen gezwungen …

  22. 22.

    Es ist wunderbar arrogant auf dem ALGII-Bezieher rumzuhacken. Nur ist der doch gar nicht das Problem!

    Über fehlende Qualität des 1,79 Fertiggerichtes regt sich doch nicht der ALGII-Bezieher auf, sondern derjenige, der sich problemlos besseres leisten könnte! Das sind dann gerade die, die dem ALGII-Bezieher meinen vorschreiben zu wollen, wie der zu kochen hat und ihm Lehrstunden erteilen wollen, selbst rennen sie aber auch zu ALDI, Lidl und Co und schreien, wenn das Schweinefleisch mehr als 5 Euro und das Rind mehr als 10 Euro pro Kilo kostet – in der Erwartungshaltung, wenn nicht täglich, dann doch Minimum 5 Mal die Woche Fleisch auf dem Tisch zu haben.

    Lebensmittel werden von den Verbrauchern nicht Wert geschätzt. Das ist so. Das ist aber ein flächendeckendes Problem!

    Wir sollten die ganzen Agrarsubventionen kappen. Stattdessen gibt es nur noch stark (Mengen und Zeit) begrenzte Zuschüsse, wenn vernünftige Haltungs-/ Produktionsbedingungen erfüllt werden. Und um Himmelswillen jeden Cent Subvention dafür abschaffen, dass (simulierte oder tatsächliche) Transporte aus der EU raus und rein gefördert werden. DAS ist der Irrsinn.

    Von den ersparten Milliarden könnte man nicht nur Umstellung auf nachhaltigen Anbau gerade auch in Struktur schwachen Regionen locker fördern, sondern man könnte auch sozial Schwachen finanzieren, dass die dann hoffentlich auch preis-WERTEREN (und damit teurer als jetzt) Lebensmittel von diesen auch bezahlt werden können. Und meinetwegen, wo Bedarf ist, auch ein Kochkurs extra. (Der am Ende der Liste steht) Aber dann bitte auch flächendeckende Zwangskoch- und Einkaufskurse bspw. gegen die Wegwerfmentalität und warum man keine Erdbeeren im Dezember braucht.

    DAS wäre vernünftig. Geht halt nur jeden was an und eignet sich nicht für populistisches Bashen auf Schwächere. Man müsste selbst ran. Ist doof.

    • 17. Februar 2013 um 12:55 Uhr
    • roland_s
  23. 23.

    Betrug gibt es auch im Gourmet Restaurant, dieser hat wenig mit einem vermeindlichen Preisdruck oder zu günstigen Preisen zu tuen.
    Zudem widersprechen sie ja indirekt der Regierung welche sich alle Mühe gibt einem Kleinrentner, H4 Empfänger, Alsylsuchenden oder Leiharbeiter unter 5€ Std lohn Vorzurechnen das er sich von ca 5€ am Tag „Gesund“ ernähren kann.
    Dafür nimmt man sicher auch Pferdefleisch oder gar „Schlimmeres“ in der „Billig Food“ hinter der gespielten „Empörungs Fassade“ in Kauf, denn sie wird benötigt um diese „Lebenshaltungs“ Berechnungen aufrecht erhalten zu können und deshalb nicht die Leistungsempfängersätze Erhöhen zu müssen.
    Wie diese gespielte „Empörungs Fassade“ schon Bröckelt sieht man an der Dreistigkeit mit welcher Hersteller- und Handelsfirmen den Betrug Rechtfertigen und dabei noch teilweise Zustimmung bekommen.
    Sollte aber eine Gewerkschaft für mehr Lohn in Deutschland Streiken ist dies schion fast ein verbrecherischer Klassenkampf in unseren Lobby korrumpierten Medien.

    • 17. Februar 2013 um 12:55 Uhr
    • Mika B
  24. 24.

    Liebe Redaktion,
    ich finde es albern, dem „Skandälchen“ mit Rezepten zu trotzen. Dies wird nicht der Letzte sein. Schuld ist niemandm ausser einigen kriminellen Elementen – lächerlich! Die „Aldisierung“ der Gesellschaft – alles müssen wir haben und möglichst billig, die Kommunal- und Regionalpolitk die an ihren Ortsrändern Krebsgeschwüre von Gewerbeparks genehmigen, Bundes- und Landespolitik die glauben durch längere Ladenöffnungszeiten mehr Wachstum generieren zu können, die Supermarktketten die ihre Lieferanen dazu zwingen ihre Prodkukte zu Dumpingpreisen herzustellen, die Lieferanten die diese Spiele mitmachen, Landwirtschaft die auf Teufel komm raus produziert – im Zweifel lieber mal wegwerfen als weniger zu produzieren. Wir alle sind an diesem Elend dran Schuld. Es regt mich nicht auf, dass es diese Skandale gibt, es regt mich auf, dass sich keiner an seine eigene Nase fasst.

    • 17. Februar 2013 um 12:56 Uhr
    • Erhard Wallenfels
  25. 25.

    „In gewohnter Vollkasko-Manier wundern sich Verbraucher, warum es für 1,79 Euro pro Portion Fertiggericht nicht gefälligst vollständige Sicherheit gibt“

    Meiner Meinung nach ein sehr dummer Satz.

    Wie viel Geld muss ich als Verbraucher denn auf den Tisch legen, damit sich der Hersteller / Produzent an die Gesetze hält?

    Also um auf solche Gedanken zu kommen, muss man schon ziemlich Schräg drauf sein.

    Hier geht es um Betrug, um Täuschung!

    Völlig egal, was der Artikel kostet – Der Hersteller hat sich an Recht und Gesetz zu halten und das muss der Staat durchsetzen.

    Betrug darf nicht so einfach sein und er darf sich nicht Lohnen.

  26. 26.

    „Herr Ober, da ist Schimmel in meiner Lasagne!“

  27. 27.

    Ich halte den Kommentar für sehr treffend.

    Die Verbraucher heute wollen einfach keine Verantwortung übernehmen; nicht mal für Ihre Kaufentscheidung. Woher soll denn bitte der günstigste Preis resultieren, wenn nicht aus minderer Qualität? Fleisch ist heute ohnehin schon viel zu billig; der Realpreis beträgt im Vergleich zu 1950 nur noch rund 1/5 (http://de.wikipedia.org/wiki/Fleisch).

    Den Leuten, die Fleisch essen, müsste es doch eigentlich außerdem egal sein, ob es Rind oder Pferd ist. Es macht doch keinen Unterschied ob Rind oder Pferd. Oder ist der Unterschied einfach, dass der durchschnittliche Verbraucher dem Pferd emotional gefühlt näher steht (Seine Tochter hat bsplw. eines und darum darf er es nicht essen) und dem Rind eben nicht (er kennt keinen der eine Kuh hat und darum ist es ok, die zu essen egal wie es der so ging in Ihrem Leben)? Wenn ich Fleisch esse, dann muss es mir konsequenterweise egal sein, was für ein Tier es ist.

    Wer von den Helden hier, die davon überzeugt sind, dass der Mensch zum Fleischessen gemacht sei, weil er ein starker und mutiger Jäger ist, hat denn schon mal selbst ein Rind oder Pferd getötet und zerlegt? Oder wer von denen wäre denn dazu bereit (und in der Lage) überhaupt ein Tier zu töten? Der Fleischkonsum würde vermutlich um min. 95% zurückgehen, wenn die Leute die Tiere selber zur Strecke bringen müssten…das ist nämlich eine ziemlich unangenehme Angelegenheit.

    Die Verbraucher wollen nichts damit zu tun haben, wie das Fleisch auf den Teller kommt – aber hinterher beschweren Sie sich dann, wenn es nicht das ist, was sie wollten. Schön bequem diese rumdum sorglos Verbraucher-Strategie…Das Ergebnis von Tier + Schlachtung = Fleisch im Kühlregal passt vielen nicht. Lieber xxxxx + Blumen auf der Wiese = Fleisch im Kühlregal.

    Kümmert Euch gefälligst wieder mal darum, was Ihr esst liebe Verbraucher!

    • 17. Februar 2013 um 13:42 Uhr
    • Peak Flow
  28. 28.

    Was drauf steht, muss auch drin sein, der Preis spielt keine Rolle.
    Ja, so einfach ist das.
    Die Relativierungsversuche einiger hier sind mal wieder erschreckend. Ich darf mich nämlich auch wundern, wenn ich einen Ananas Fruchtbecher kaufe, aber die Hälfte billige Äpfel sind. Solche Ausflüchte zeigen nur wie verkommen unsere Gesellschaft wirklich ist. Scheinbar ist alles erlaubt, denn die Erhabenen wissen eh was überall abgeht, und nur die „Dummen“ kaufen so etwas und sind dann selbst dran schuld.

    Auch witzig, dass einige Artikel sagen, dass Pferdefleisch teurer ist, während andere sagen, dass es spottbillig ist.

    Ich glaube kaum, dass die Hersteller teureres Fleisch benutzen um Geld zu sparen… Mal drüber nachdenken…

  29. 29.

    Warum hinterfragen wir Konsumenten nicht mal, in was für einer Art und Weise wir uns versorgen bzw. besser gesagt versorgen lassen(zerzörte Umwelt, gequälte Tiere, ausgebeutete Arbeitskräfte als Nebenprodukt?). Doch in unserer Wohlstands-Schlaraffenwelt hat scheinbar gefälligst alles verfügbar zu sein, ohne dass Konsument sich groß Gedanken machen muss. Wehe, es läuft aber was schief, dann regt man sich kurz gewaltig auf, um bald darauf wieder in seinen Konsumtrott zurück zu fallen und gedankenlos weiter zu leben bzw. zu mampfen wie bisher. Im Gesundheitswesen sieht es doch auch nicht besser aus, aber es wird weitergeaast wie bisher. Wenn ich dadurch krank werde,sollen die Ärzte mal zusehen, dass sie mich wieder gesund kriegen, wofür bin ich denn in der Krankenkasse? Dass diese Vollkaskomentalität, in der alle anderen Verantwortung haben nur ich als Verbraucher scheinbar nie, führt uns immer tiefer in ein finanzielles und gesellschaftliches Fiasko. So können wir noch lange über Lebensmittelkontollen und betrügerische Hersteller dikutieren, ändern wird sich nur wenig, weil sich auch die Mentalität der sogenannten Verbraucher nicht ändert. Wetten, dass wir spätestens in einigen Monaten wieder über einen neuen Skandal diskutieren?

  30. 30.

    @17 – Ich war vorgestern für 10 Minuten 100% auf Ihrem Weg, dann habe ich diesen Gedanken verworfen, denn es wäre keine Abschreckung für die Betrüger, wenn es für die Lieferanten heisst: „Der Supermarkt muss das umdeklarieren und ich zahle ein Bußgeld“.
    Nein, alle Lieferungen waren nicht vertragsgemäß und müssen zurück gegen Gutschrift. Gegen den Rohfleischlieferanten wird geklagt, gegen die anderen ggf. ermittelt. So stets im Gesetz und so bekommen wir die Betrüger vom Markt.

  31. 31.

    Gratulation für die geniale Überschrift! Zum Schreien. Mit der Kalauerei ist die ZEIT damit auf taz-Niveau angelangt.

    „In gewohnter Vollkasko-Manier wundern sich Verbraucher, warum es für 1,79 Euro pro Portion Fertiggericht nicht gefälligst vollständige Sicherheit gibt.“

    Heißt: ein wenig Risikobereitschaft kann man schon erwarten? Vollständige Sicherheit ist bei uns für reiche Leute. Das Prekariats-Gesindel soll sich gefälligst mit falsch deklariertem oder mit Gammelfleisch oder mit Salmonellen oder sonstwas verseuchtem Fleisch begnügen.

    • 17. Februar 2013 um 14:00 Uhr
    • oranier
  32. 32.

    @Halsflasche
    Tiere sind nicht zum essen da …. ich werde es meiner Katze ausrichten, wenn sie mal wieder auf der Pirsch ist.

  33. 33.

    Da kann der Verbraucher auch gleich eine Dose Hundefutter aufmachen. “

    Hat sich schon einmal jemand den Spaß gemacht und die Kilopreise für Hundefutter und Fleisch an der Fleischtheke verglichen?

    Da kann man schnell feststellen, dass ein Kilo Hundefutter auch schon mal bei 20 € liegen kann.

    • 17. Februar 2013 um 14:41 Uhr
    • Carloc
  34. 34.

    Angenehm, dass die Zeit sich nicht an die Meute der Skandlisierungs-Journalisten heftet. Zum Thema Pferdefleisch: In meiner Zeit als harter Vegetarier von über 30 Jahren haben ich mich schon mal zu Pferdefleisch überreden lassen.
    Es gab noch kein Bio und Pferde wurden nicht zur extra zur Fleischgewinnung degradiert…. Wenn ich jetzt so nachdenke, beiße ich doch lieber in Lebendiges.

    • 17. Februar 2013 um 14:42 Uhr
    • Bartels Klaus-Michael
  35. 35.

    Witzig, dass im Fall der Lasagne das Pferdefleisch (gesundheitlich eher unbedenklich) als Riesenproblem empfunden wird, der ebenfalls verbaute Analogkäse (gesundheitlich ziemlich bedenklich) aber nicht. Die 0,7% echter Käse in der Lasagne sind wohl eher als homöopathische Zugabe anzusehen. Auch mit dem Formvorderschinken (zusammengeklebte Fleischreste – die letzte Stufe der Verwertung) auf der Pizza oder im Kühlregal sowie mit allen möglichen Kreationen aus dem Sortiment der chemischen Zusatzstoffe freunden sich die Leute problemlos an.

    „Vollständige Sicherheit ist bei uns für reiche Leute. Das Prekariats-Gesindel soll sich gefälligst…“

    Wer Billigstessen in der Pappschale kauft, der weiß, dass er eine Mogelpackung mit niedrigster Qualitätsstufe im Wagen hat. Ich habe als Student in knappen Monaten auch mal auf Hartz-4-Niveau gelebt und wäre trotzdem nie auf die Idee gekommen, derartige Abartigkeiten in mich reinzustopfen. Wer ein kleines Nahrungsmittelbudget hat, der sollte auf Tiefkühlware ganz verzichten und regionale sowie saisonale Kost einkaufen. Kohl, Kartoffeln und Co können mit ein wenig investierter Zeit sehr lecker schmecken. Wenn es knapp war, gab es eben nur einmal die Woche ein kleines Stück Fleisch, dann aber trotzdem aus guter Quelle. Es gibt Menschen, die schuldlos in die Armut gefallen sind. Schuldlose Lethargie gibt es dagegen nicht…

    • 17. Februar 2013 um 14:59 Uhr
    • eras
  36. 36.

    Wissen Sie wo das essen teuerer ist? In Großbritannien. Dort ist viel mehr Pferdefleisch verkauft worden. Nicht hier. Hier sind die Ausmaße größer.

    Das gerede man muss nur mehr Geld ausgeben ist selbstkasteiung die mit der Realität nichts zu tun hat.

  37. 37.

    Meine Güte – meine Güte- meine Güte. es ist doch nicht zu glauben. Da bin ich extrem abgestossen von diesem Lebensmittelskandal Vers.1.000 und ärgere mich ebenso über die wirren und unglaublichen Schlagzeilen und Leserbriefe.

    Natürlcih ist in einigen Gegenden Pferdefleisch durchaus ein Lebensmittel.

    Wer glaubt den aber, das in den Fertigessen das beste vom Pferd gemixt wurde??????

    Es sind SCHLACHTABFÄLLE!! Durch Krankheiten und Tiermedikmanente belastetes Fleisch! Mir würde da weder ein Rezept noch sonst etwas einfallen!!

    Ebenso unglaublich: der Bürger/Verbraucher hat mal wieder die Schuld, weil er ja alles immer billiger haben möchte!!

    Der Handel macht die Preise!! Und diesem Handel ist es wohl relativ egal, wo das Lebensmittel herkommt und was es überhaupt ist!

    Mich regen diese falschen Schuldzuweisungen maßlos auf!

    Die derzeitige Politik betreibt Betroffenheit-danke für nichts!!

  38. 38.

    @ Kommentar 5:
    Babies isst man nicht!

    Zum Artikel:
    Wer diesen Horrorkram im Supermarkt kauft, ist selbst schuld. Wer glaubt, jeden, oder jeden zweiten tag Fleisch essen zu müssen, hat eh einen an der Waffel. Wer sich gutes, sicheres Fleisch nicht leisten kann, der muss, wie schon erwähnt, mit dem Risiko leben, nicht das zu verzehren, was auf der Verpackung steht. Oder er muss seinen Fleischkonsum ändern. 1x die Woche?! Ich esse höchstens 1x die Woche Fleisch: Neuland, Hermanns Dörfer oder hier vom Bioladen um die Ecke. Von einem Biobauern aus Brandenburg. Ja, da zahlt man dann halt mal einen 10er. Aber dafür schmeckt es und ich weiß, was ich da esse.

    cheers

    • 17. Februar 2013 um 15:12 Uhr
    • Panic
  39. 39.

    Gier ist unersättlich! Dieses passiert auch, wenn ein Fertiggericht € 17,79, vielleicht sogar noch eher!

    • 17. Februar 2013 um 15:19 Uhr
    • Charly Nickel
  40. 40.

    Merkwürdig,
    bei Schawarma muss jedes Zitat stimmen, bei Lasagne ist Euch selbst der Inhalt egal .
    Wir essen wohl alles was uns vorgesetzt wird , Hauptsache billig.
    Weder in der Politik noch in den Medien besteht doch ein ernsthaftes Interesse unsere Kost zu verbessern.
    Auch ein verbindlicher Herkunftsvermerk der Zutaten auf dem Endprodukt würde helfen.

    Zur Tiefkühlware gibt es schon lange thermische Kontrollmarken die die Unterbrechung der Kühlkette anzeigen.
    Warum sind sie immer noch nicht vorgeschrieben ?
    Aus meiner Erfahrung möchte ich behaupten, die 1/2 der Tiefkühlwaren sind nicht einwandfrei.
    Aber auch wenn der Topf überkocht ist das Essen nicht mehr zu genießen.

    • 17. Februar 2013 um 15:23 Uhr
    • Hans-Zei
  41. 41.

    Nochmal an „halsflasche“:
    Wie bitte schön hätte dann die Evolution des Menschen vor sich gehen sollen ?
    Wir Menschen sind die Nachfahren von fleischfressenden Wesen.
    Daran kommen wir nicht vorbei.
    Das Essen von rein vegetarischer Kost wäre für unsere Altvorderen
    eher schädlich gewesen.

    • 17. Februar 2013 um 15:36 Uhr
    • juerfi
  42. 42.

    Was immer auffällt bei Lebensmittelskandalen ist, dass so wenig infrage gestellt wird, wie Fleisch ( andere Lebensmittel übrigens auch ) eigentlich normaler Weise produziert wird: Industriell – also auf maximalen Ertrag ausgerichtet. Die Tiere werden da gnadenlos in Zucht, Fütterung, Haltung, Schlachtung und Verarbeitung „angepasst“, um es mal vorsichtig auszudrücken. Da kommen dann billig zu habende Erzeugnisse bei heraus und das ist der eigentliche Skandal. Klar gehört es strafrechtlich verfolgt, wenn ein x für ein u verkauft wird, denn es handelt sich um Betrug. Aber diese Empörung wird schnell verpuffen – das in meinen Augen wirklich Schlimme, nämlich diese unsägliche Art von
    blindem Konsum, das wird leider bleiben.

  43. 43.

    Herzlichen Dank für den erfrischenden Artikel!

    • 17. Februar 2013 um 15:49 Uhr
    • Wiener
  44. 44.

    Das Problem ist doch ein ganz anderes.
    Pferde aus Ostblockländern (z.B. Rumänien) dürfen – zurecht – mittlerweile nicht mehr eingeführt werden aufgrund von schwerwiegenden Viruserkrankungen.
    Diese Vorfälle sind vor allen Dingen Pferdebesitzerin bekannt und haben in den letzten beiden Jahren zu einigen Untersuchungen durch Ämter und Tiertötungen geführt, denn Heilungsmethoden gibt es bis dato nicht.

    Natürlich ist das Pferd ein Nutztier wie Rind und Schwein auch.

    Die Wahrscheinlichkeit, das ein Pferd mit Medikamenten behandelt wird, die es für den menschlichen Verzehr ungeeignet machen, liegt um ein Vielfaches höher als beim Rind und Schwein.

    Wer also möchte ruhigen Gewissens Pferdefleisch essen, dass eigentlich für den menschlichen Verzehr ungeeignet ist????

    Nicht ohne Grund gibt es schon lange die Regel des Pferdepasses in der alle Medikamentengaben eingetragen werden müssen.
    Auch bei diesen Debatten gibt es zu viele schwarze Schafe, die schlachten ohne Nachzudenken und für Menschen ungeeignetes Fleisch in Umflauf bringen.

    Späße und Pferdefleischrezepte hin oder her, aber wer würde freiwillig und wissentlich z.B. Rindfleisch von Tieren essen, die nachweislich in einem Stall mit Rinderwahn gelebt haben, essen?

    Oder wer ist die Schweine des Bauern aus einer Region, in der vor kurzem noch die Schweinepest herrschte?

    FREIWILLIGE VOR und guten Appetit!

    Also bitte immer erst Hirn einschalten, sich fachkundig machen und dann so tun als gehöre man zu den Menschen, die OHNE BEDENKEN Pferdefleisch essen und damit zu Volkshelden zählen??

    Hier gehts nicht um ein Verniedlichen oder Amüsieren sondern um einen Skandal, der wieder mal zeigt wie skrupelos Menschen sind und das Leben anderere Menschen aufs Spiel setzen!

    • 17. Februar 2013 um 15:50 Uhr
    • Caro
  45. 45.

    „Pferdefleisch ist gesunder und schmeckt besser als das Schlachtvieh aus der Massentierhaltung. Es ist auch gesunder und wohlschmeckender als der steril verpackt Fraß in Tiefkühltruhen, weil die beliebten Keulen, Schinken und Brüste der Sonderangebote viel mehr Medikamente enthalten als ein Gaul, der zu Lebzeiten liebevoll gestriegelt wurde, um den Metabolismus halbwüchsiger Fräuleins zurecht zu rütteln.“ …sagt Siebeck. Und er hat Recht.

    • 17. Februar 2013 um 16:19 Uhr
    • Jeeves
  46. 46.

    Mir scheint die Einzigen die sich darüber aufregen sind Politiker.
    Ob Pferd oder Rind , in so einer Lasange schmeckt das eh keiner mehr.

    Insofern ist die Hoch -Stilisierung zu einem Lebensmittel “ skandal“ ein rein politisches profilieren.

    Klar wird „Pferd“ vermutlich ein klein wenig günstiger hergegangen sein als die Kuh, aber es ist weder schädlich noch geschmacklich minderwertig.

    Also schnappt euch die bösen Buben die sich hier eine goldene Nase verdient haben, aber lasst den Skandalquatsch.

    • 17. Februar 2013 um 16:20 Uhr
    • Klaus Witter
  47. 47.

    *Thilo Sarrazin schreibt in seinem Buch, mann solle den Bedürftigen einen Kochkurs vermitteln,*
    ….dann sollte Herr Sarrazin mitwirken, dass in der Schule das Kochen wieder ein Pflichtfach für ALLE ist, so wie es zu seiner-meiner Jugend war….
    Wer nicht weiß, wie das Kochen funktioniert, nie Warenkunde etc erfahren hat, wie bitte soll ein Mensch kochen können??
    Ich kenne ne Menge Frauen, die Jg 1968 und später sind, die nie das Kochen gelernt haben, weder in der Schule, noch zu Hause, da war ja gerne auch der Trend „mein Kind soll es besser haben als ich“, so tötet man das Interesse der Kinder und Jugendlichen auch und später beklagen die selben Menschen gerne diesen Mangel… welche Ironie, ein Schelm, der böses denkt!!

  48. 48.

    Da kann ich dem Kommentar Nr. 35 von eras nur zustimmen. Die empfohlene Höchstmenge für den Fleischverzehr liegt bei ca. 350 g pro Woche, x 52 Wochen = 18,2 kg aufs ganze Jahr gerechnet. Da der deutsche Verzehr bei über 80 kg pro Kopf liegt, ist es kein Wunder dass es so viele Übergewichtige und Kranke bereits in der Jugend gibt. Das ewige Gejammere über den armen, getäuschten Konsumenten hilft überhaupt nicht weiter. Wie wäre es mal mit Nachdenken über den Gesamtzustand der Nahrungsmittelerzeugung, nicht nur hier bei uns sondern z.B. Südamerika oder in Afrika, denn dort werden großenteils die Futtermittel für unsere Tiermastbetriebe angebaut. Teilweise unter sehr schlimmen Bedingungen für Mensch und Natur, nur damit hier bei uns die 80 kg Fleisch pro Kopf in den Theken liegen. Doch darüber denken nur wenige Konsumenten nach und den allermeisten ist es total egal, diese Realiät hinter der Massenfleischerzugung wird gerne verdrängt, denn Mitleid hat man höchstens für sich selber übrig. Als Rentner kann ich selbst auch keine großen Sprünge beim Einkauf machen, da heisst es eben Phantasie entwickeln, ganz bewusst einkaufen und kochen und keine Lebensmittel mehr in den Müll. Es gibt so unglaublich viele köstliche und gesunde Speisen ohne Fleisch und vor allem macht es auch noch Spaß und fördert zudem die Kreativität.

  49. 49.

    Ich finds seltsam, dass uns nun ploetzlich ueberall mitgeteilt wird, dass man Pferd essen kann und wie gut das sei oder schmecke. Es klingt fuer mich wie eine (unbewusste) Verharmlosung des aktuellen Fleischskandals. Ich bin zwar kein 100%-Vegetarier, aber rate jedem Fleischesser an, mal beim Schlachten zuzuschauen und mitzumachen. Das hilft etwas hinweg ueber die Abstraktheit, mit der wir uns beim Fleischkonsum so gern ueber das Leiden von Tieren hinweghelfen.

    • 17. Februar 2013 um 17:31 Uhr
    • hairy
  50. 50.

    Zu 8. Der übliche Sarrazin Mist. „Man“, gemeint ist ja wohl der Staat (wahlweise Bundesland, Kommune, die Arbeitsagentur) betreibt keine Tafeln. Das sind in der Regle Freiwillige, die Lebensmittel aus Spenden verteilen, meist Ware, die sonst weggeworfen würden.
    Einen Kochkurs für Interessierte anzubieten, könnte das Angebot der Tafeln ergänzen, nicht ersetzen.

    • 17. Februar 2013 um 17:54 Uhr
    • no-panic
  51. 51.

    Nach der Überschrift und den ersten Sätzen habe ich mich eigentlich auf einen Artikel gefreut der sich kritisch mit der Konsumgesellschaft auseinander setzt, welche durch den gedankenlosen Wunsch nach immer billigeren Fleisch den derzeitigen Skandal begünstigt hat. Als dann aber Kochrezepte erläutert wurden war ich zugegebener Maßen doch recht enttäuscht…

    • 17. Februar 2013 um 17:55 Uhr
    • Xarx
  52. 52.

    Zum Artikel: Es geht weder darum, daß Pferdefleisch schmeckt oder gesund ist, sondern um eine handfeste Verbrauchertäuschung und darum, daß dieses billige Pferdefleisch, welches zur Anwendung kam, mit Medikamenten belastet war.
    Ich wollte das Heulen nicht hören, wäre dieses Fleisch in der Lasagne beim Nobelitaliener gelandet…….

    • 17. Februar 2013 um 17:56 Uhr
    • no-panic
  53. 53.

    Mag ja sein, dass man für 1,79 € keine bahnbrechende Qualität erwarten kann. Es ist aber ein Trugschluss, zu glauben, mit steigendem Preis sei die Qualität sichergestellt. Mit steigendem Preis steigt für mich als Verbraucher aber auch das Risiko, dass mir der Billigplunder eben mit einem ordentlichen Aufschlag untergejubelt wird. Und genau davon gehe ich – misstrauisch wie ich bin – aus, wenn ich auf der Suche nach einem Fertiggericht bin. Statt am Preis oder der vermeintlichen Zutatenqualität orientiere ich mich da lieber am Geschmack, den kann ich wenigstens zuverlässig beurteilen.

  54. 54.

    Na, na Herr Mittermaier, überlassen Sie mal das Sinnieren um die Zusammenhänge zwischen Kaufkraft und Qualität der angebotenen Lebensmitel den Pferden, die ja bekantlich den größeren Kopf haben. Bleiben Sie schön bei Ihren Töpfen und verschonen Sie den Rest der Welt mit der bräsigen Propaganda um die angebliche Geizgeilheit, die in der Zeit so gerne verbreitet wird. Wenn die Marge gleichwelchen Produktes ständig zu steigen hat, was mittlerweile überall der Fall ist, seien es nun Würstchen oder Mobiltelefone, müssen die Qualität ebendieser Produkte, sowie der Lohn derjenigen, die die Produkte herstellen eben sinken, damit auf der anderen Seite der Profit kräftig steigen kann. Große Konzerne wie Nestle werden deshalb auch nicht müde mit derselben Polemik zu verkünden, Trinkwasser sei ebenfalls viel zu billig, genauso wie man bei EON behauptet der Strompreis werde und müsse ebenfalls kräftig steigen.

    • 17. Februar 2013 um 18:07 Uhr
    • landab
  55. 55.

    „Bleiben Sie schön bei Ihren Töpfen und verschonen Sie den Rest der Welt mit der bräsigen Propaganda …“
    Was, Herr oder Frau landab, sind Sie denn für ein(e) unverschämte(r) Flegel(in)? Ihre Formulierungen sind doch widerwärtig.

    • 17. Februar 2013 um 23:43 Uhr
    • schneckenschleim
  56. 56.

    Chili im Pferdefleisch von Don Alfonso ?

    http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/lebensmittel/pferdefleisch157.html

    Die Behörden sollten sich jetzt einmal um den Rinder-Fond in Gläsern
    kümmern.Vielleicht werden darin auch DNA Spuren vom Pferd gefunden.

    • 17. Februar 2013 um 23:50 Uhr
    • Der alte Koch
  57. 57.

    Liest sich interessant!
    Da mir die Ofen-Schmorerei nicht so sehr liegt: hat jemand Erfahrung mit dem Dampfkochtopf?

    • 18. Februar 2013 um 08:52 Uhr
    • vf
  58. 58.

    Vor einiger Zeit haben meine Kinder unwissentlich Lasagne di Cavallo der GutundGünstig – Reihe erstanden und nur ein paar Bissen gegessen.
    Obwohl ich eine der wenigen übriggebliebenen was-gekocht-wurde-wird-gegessen-Mütter bin, habe ich es nach dem Probieren nicht übers Herz gebracht, sie den Kindern ein zweites Mal zuzumuten.

    Und das lag nicht am Pferdefleisch, das die Kinder sonst so lieben…das konnte man aus diesem Matsch nicht herausschmecken.

  59. 59.

    „Thilo Sarrazin schreibt in seinem Buch, mann solle den Bedürftigen einen Kochkurs vermitteln, statt Tafeln zu betreiben. Das sehe ich auch so.“

    Genau und wenn die kein Brot haben, dann sollen die doch Kuchen essen.

    Sicherlich werden sich die Bedürftigen freuen, wenn kochen lernen. Dann bräuchten sie ja nur noch die Zutaten…

  60. 60.

    Hallo alter Koch, warum nehmen Sie Margarine? Auf dieses Industriefett verzichte ich grundsätzlich.
    Was soll denn die ganze Aufregung? Wer braucht Fertiggerichte? Wer braucht unleserliche, endlos lange Zutatenangaben?
    Unverpackte Lebensmittel frisch aus der Region eingekauft, das Fleisch vom Metzger meines Vertrauens und das ganze selber zubereitet, da bleibt wenig Raum für Betrug. Billiger ist es dazu, weil ich nichts für die Dienstleistung der Zubereitung bezahlen muß und Müll kommt auch deutlich weniger in den gelben Sack. Zugegeben es macht mehr Arbeit, aber der Gewinn an Lebensqualität ist mir das wert.
    Wenn ein paar Verbraucher diesen „Skandal“ nutzen und wieder selbst kochen, dann hat die Sache sogar noch etwas gutes.

    • 18. Februar 2013 um 20:48 Uhr
    • Dirk Esser
  61. 61.

    Sehr geehrter Herr Esser !

    Aus alter Gewohnheit nehme ich Margarine.
    Über 50 Jahre verfahre ich so. Bisber waren die meisten Gäste zufrieden.Ich bin kein Sternekoch oder Slow Food-Aktivist.
    Für meine bescheidenen Ansprüche reicht eben Margarine.
    Ich hätte auch Hotelbutter schreiben können.

    Wenn Sie mein Rezept nachkochen wollen, verwenden Sie ganz einfach das Fett Ihrer Wahl.

    • 18. Februar 2013 um 23:32 Uhr
    • Der alte Koch
  62. 62.

    Sehr geehrter alter Koch,

    Sterneküche hin oder Slow Food her, die Industrie hat uns diese gehärteten Fette wider bessere Wissen Jahrzente lang als gesund verkauft…da bin ich einfach nachtragend 😉
    Beim Anbraten könnte ich mir Butterschmalz oder auch Pferdeschmalz gut vorstellen. Wobei die Margarine preislich natürlich niedriger liegt.
    Weiterhin gutes Gelingen beim Kochen.

    • 19. Februar 2013 um 00:47 Uhr
    • Dirk Esser
  63. 63.

    Der Skandal ist doch das nicht das nicht Zutaten im Gericht stehen die auf der Verpackung stehen. Es ist Betrug. Daher geht der Artikel, genauso wie alle Artikel die verlangen die Verbraucher sollten mehr Geld ausgeben, am Thema vorbei.

    Die Betrügereien mit Lebensmitteln sind eben eine der negativen Auswirkungen des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs. Es ist ja nicht so als hätte Wettbewerb nur positive Effekte.

    „Thilo Sarrazin schreibt in seinem Buch, mann solle den Bedürftigen einen Kochkurs vermitteln, statt Tafeln zu betreiben. Das sehe ich auch so.
    Es ist unnötig, auch selbst 1,79 Euro für ein fragwürdiges Produkt auszugeben. Wenn wir uns die Kilopreise für Frischgemüse und Geflügel
    ansehen, kann man auch für wenig Geld ein schmackhaftes Frischgericht zubereiten.“

    Bei den Tafeln wird doch hauptsächlich Frischgemüse ausgegeben. Kochen müssen die Leute das schon selbst. Kochkurse für Kinder gibt es auch.

  64. 64.

    Toll! Sie haben es leider nicht verstanden! Es gibt zwei Probleme, eins davonverschweigen Sie leider und das ist das Gravierendere!
    1) Die Verwendung von Pferdefleisch ohne dies auf der Verpackung zu deklarieren.
    2) Der Verkauf von Pferdefleisch, das nicht zum menschlichen Verzehr geeignet ist! Und dies ist das größere Problem, da das Fleisch teilweise massiv mit Medikamenten belastet war, die für den Menschen gefährlich sein können! Leider haben Sie diesen Punkt vergessen/übersehen/ignoriert…
    Natürlich ist Pferdefleisch lecker, aber nicht wenn es mit Medikamenten verseucht ist!

  65. 65.

    Die von pekkas sockenpumpe beschriebenen Probleme sind nicht von der Hand zu weisen, wobei ich mich, was das erste Argument betrifft, gerne wiederhole: bei dem Gesamtabfall, der uns von der Nahrungsmittelindustie zugemutet wird, empfinde ich diese Mal-Deklaration als geradezu zu vernachlässigend.
    Was Ihren Punkt 2) betrifft, bin ich Ihnen ob Ihres Insider-Wissens dankkbar. Vielleicht könnten Sie dies für alle nochmals verdeutlichen: welches genau sind die Medikamente, die bei Pferden eingesetzt werden und die beim Menschen gefährlich werden können? Und – zu unserer Beruhigung – werden diese Medikamente werden bei Tieren, die wir – ob nun zu Recht oder nicht – gewöhnlich verspeisen nicht eingesetzt?

    • 19. Februar 2013 um 23:22 Uhr
    • schneckenschleim
  66. 66.

    Das ist ja echte Pferdekacke, daß sich die Texte nicht korrigieren lassen!
    – zu vernachlässigen. das d mu0 weg
    – vorletzte Zeile: nach Medikamente, das werden muß weg

    • 19. Februar 2013 um 23:28 Uhr
    • schneckenschleim
  67. 67.

    Das Mediament, das bei Schlachttieren nicht eingesetzt werden darf, ist in Deutschland als Ambene zugelassen. Der Wikstoff heißt Phenylbutazon.
    Die im Fleisch gefunden Mengen waren im www leider nicht zu finden. Vermutlich sind sie so niedrig, dass für unerwünschte Wirkungen nicht genug Substanz vorhanden ist.
    Natürlich hat auch eine geringe Menge nichts in Lebensmitteln zu suchen.

    Die unerwünschten Wirkungen sind erheblich: (http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Phenylbutazon)
    Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Blutverluste, die eine Blutarmut verursachen können, Wassereinlagerungen, allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Erregung, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit. Selten sind schwere Blutbildungsstörungen wie eine Agranulozytose möglich.

    http://www.ellviva.de/Gesundheit/Ambene-Tabletten-Dosierung.html

    Dosierung für Ambene Tabletten
    Behandlung von Morbus Bechterew und lang anhaltender Entzündung mehrerer Gelenke (Polyarthritis):

    Zu Beginn der Behandlung werden je nach Schwere der Erkrankung täglich zwei bis drei Tabletten (entsprechend 400 bis 600 Milligramm Phenylbutazon) empfohlen. In den folgenden Tagen genügen meist täglich ein bis zwei Tabletten (entsprechend 200 bis 400 Milligramm Phenylbutazon).

    Behandlung von Gichtanfällen:

    Zu Beginn werden einmalig zwei Tabletten (entsprechend 400 Milligramm Phenylbutazon) gegeben, anschließend alle zwölf Stunden eine Tablette (entsprechend 200 Milligramm Phenylbutazon) über drei Tage. Wenn eine weitere Therapie erforderlich ist, sollte die Dosis für weitere drei Tage auf eine Tablette täglich (entsprechend 200 Milligramm Phenylbutazon) verringert werden.

    Die Dosierung ist so niedrig wie möglich zu wählen, insbesondere bei älteren Patienten. Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit während oder nach einer Mahlzeit eingenommen. Die Behandlungsdauer sollte eine Woche nicht überschreiten.

    • 20. Februar 2013 um 00:52 Uhr
    • Dirk Esser
  68. 68.

    @Dirk Esser: Herzlichen Dank für Ihren Kommentar!

  69. 69.

    Die unerwünschten Nebenwirkungen des Phenylbutazon, verehrter Herr Esser, können in der Tat erheblich sein. Verdauungsbeschwerden wie Üblkeit, Durchfall und Blutverluste, die eine Blutarmut verursachen können … gelten doch für alle sogenannten NSAR bzw NSA, sie sind sogar die häufigsten Nebenwirkungen dieser Substanzgruppe, zu der auch Voltaren oder Ibuprofen (z.B. enthalten im Nurofen Kindersaft) gehören. In diesem Fall spielt jedoch eindeutig die Dosis eine wichtige Rolle; und selbst wenn Sie einen ganzen Zossen, den man mit Ambene gefüttert hat, vertilgen würden, sollten Sie, die Nebenwirkungen betreffend, nicht in Sorge sein.
    Was die Agranulozytose betrifft – und das war ja der Hauptgrund, weshalb dieses an sich potente Mittel nicht mehr mit voller Breitseite bei allen beliebigen Beschwerden der Wirbelsäule eingesetzt werden sollte – will ich mich, was Dosis/Wirkung betrifft, nicht festlegen. Da scheinen mir, was die Häufigkeit (falls in diesen seltenen Fällen das Wort „häufig“ überhaupt sinnvoll ist) die allergischen Reaktionen entscheidender.

    Viel, viel häufiger als die allergischen Reaktionen auf Phenylbutazon sind jedoch allergische Reaktionen auf Antibiotica. Und damit kommen wir zum eigentlichen Grund meines Schreibens. Sie werden in keinem Supermarkt in Deutschland Putenfleisch (aus üblicher Haltung) finden, in dem nicht Rückstände von Antibiotica zu finden sind. Haben Sie diesbezüglich Frau Aigner schon mal mit markigen Worten gehört: „Dös ist eine Sauerei!“ ? Haben Sie überhaupt Frau Aigner bei Lebensmittelskandalen, die in den letzten Jahren gar nicht so selten waren, so häufig und so entschieden und so sendungsbewußt erlebt?
    Eine bessere Böckin als Gärtnerin als Frau Aigner konnte man doch kaum finden; und diese relativ belanglose Pferdefleischgeschichte – natürlich sind das Lumpenhunde, die aus Profitgier Nahrungsmittel verfälschen, auch wenn der „Schaden“ ausnahmsweise ein zu vernachlässigender ist – nimmt sie liebend gerne zum Anlaß, sich als Verbraucherschützerin aufzublähen, die sie nicht, überhaupt nicht und nichtmal garnicht ist. Für die Abfütterung der Bevölkerung durch miesesterSupermarktqualitäten ist sie mitverantwortlich. Alle Bemühungen von Organisationen wie Slow Food etc kümmern sie nicht im geringsten; die Verheißungen der Nahrungsmittelindustie sind ihr Credo.
    Wären Hunde- oder Katzenfleisch im Menschenfertigfutter aufgetaucht, sie hätte noch mehr frohlockt.
    Ich habe mich nun bißchen in Rage geschrieben, aber das darf ja auch mal sein. Aber dieses Gerede: ja Pferdefleisch, das wär schon schlimm, vor allem jedoch der Medikamente wegen … falsch, unsere ganzen Schlachttiere, die wir für kleines Geld in niederträchtigen Märkten erstehen, sind medikamentenverseucht. Das publikumswirksame Auftreten der Politiker, die sich im Großen und Ganzen einen feuchten Kehricht um unsere Nahrungsmittel kümmern, nichts als billiges und eigentlich leicht zu durchschauendes Ablenkungsmanöver.
    Armes, armes Ferdchen

    • 22. Februar 2013 um 22:25 Uhr
    • schneckenschleim
  70. 70.

    Lieber Schneckenschleim,

    nach ca. 1 Min. Recherche bei Slow Food, habe ich folgenden Link gefunden:
    http://www.slowfood.de/aktuelles/aktuelles_2013_artikelseiten/go_mad/
    Wie schon in meinem Beitrag Nr. 60 beschrieben, gibt es geniale Mittel gegen Industriefutter: Unverpackte Lebensmittel frisch aus der Region eingekauft, das Fleisch vom Metzger meines Vertrauens und das ganze selber zubereitet, da bleibt wenig Raum für Betrug.

    Gutes Gelingen und guten Appetit.

    Dirk Esser

    • 23. Februar 2013 um 23:01 Uhr
    • Dirk Esser
  71. 71.

    @Dirk Esser, #70: So isses, und so mache mersch 😉

    In Sachen „Verbraucherministerin“ sei aus gegebenem Anlaß wieder einmal daran erinnert, daß Frau „Ilsebilse keiner willse, kam der Koch, nahm sie doch“ Aigner laut ihrem eigenen Lebensauf auf ihrer „aigenen“ Websait „Seit 1995 Vizepräsidentin des Landesverbandes Oberbayern im Bund
    Deutscher Karneval“ ist. Sie verpaßt wohl immer regelmäßig den Aschermittwoch. Deswegen ist sie allweil so narrisch beieiander.

  72. 72.

    Entdecke die Möglichkeiten

    Nun hat es das große schwedische Möbelhaus auch erwischt.Mir war schon immer der Name Köttbullar nie ganz geheuer.

    • 25. Februar 2013 um 19:49 Uhr
    • Der alte Koch
  73. 73.

    Klingt irgendwie nach Scheißbollen, oder?

    • 25. Februar 2013 um 23:41 Uhr
    • schneckenschleim
  74. 74.

    Aber Herr Schneckenschleim, was schreiben Sie denn für vulgär-widerliche Beiträge?

  75. 75.

    Da hätte ich doch ehr mit Elch und/oder Sägespänen gerechnet 😉

    • 26. Februar 2013 um 18:22 Uhr
    • Dirk Esser
  76. 76.

    Probiert mal Fodue Chinoise mit Pferd. Ganz vorzüglich!

  77. 77.

    tja, Herr Harfensänger, da haben wir als Pubertierende – hoffentlich erträgt das Mr.Timeisout – immer gesagt: Witztle g’schissa.

    • 1. März 2013 um 00:13 Uhr
    • schneckenschleim
  78. 78.

    Gewußt wo zu 6

    Die 2 Brüder von Venlo haben diese Woche Pferdebraten für 4,99 € das Kg im Angebot.
    http://www.2bruder.com
    Das istzwar der Preis im Einzelhandel.Im Großhandel wird der Preis
    sicherlich noch günstiger sein. Da in den euopäischen Ländern die Verzehrgewohnheiten unterschiedlich sind,ist auch die Wertigkeit der Lebensmittel unterschiedlich.Das machen sich die Einkäufer zu Nutze und schlagen zu.
    Auch religiöse Speisevorschriften tragen ihren Teil dazu bei.
    z.B. Aal ist in der Türkei verpönt.Aber er wird zu Steinhuder Aal
    geadelt.(Legal)

    • 1. März 2013 um 05:52 Uhr
    • Der alte Koch
  79. 79.

    Wir sind begeisterte Pferdefleisch und Wurstgeniesser. Leider gibt es in D wenig Pferdemetzgereien. Deshalb fuhren wir gerne ins Elsass. Das uns am wohschmeckenste Angebot (zusätzlich Wild aus eigener Jagd) erhielten/erhalten wir bei einer Pferdemetzgerei in Rüti in der Nähe des Züricher Sees. Auch ein größerer Umweg lohnt sich wenn man in der Gegend ist.

  80. 80.

    @Ignorant

    Haben Sie noch Adressen von Pferdemetzgereien im Elsaß? Die Atommeiler von Fessenheim sind in Sichtweite meines Wohnortes.

    Schönes Wochenende

    • 1. März 2013 um 15:17 Uhr
    • Dirk Esser
    • 3. März 2013 um 17:57 Uhr
    • Hochzeitsbaum
  81. 82.

    und wenn wir gar nichts mehr bezahlen? Steigt dann die Qualität etwa?

    • 4. März 2013 um 18:50 Uhr
    • Dirk Esser
  82. 83.

    Liebe Empörer,

    der bisher festgestellte Anteil an Pferdefleisch in den untersuchten proben innerhalb Deutschland liegt bei 2 Promille.
    Von Betrug, gar Skandal kann keine Rede sein.

  83. Kommentar zum Thema

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