Es geht auch ohne Fernsehen

Barack Obama diskutiert auf Google+ mit Bürgern

Von 31. Januar 2012 um 16:53 Uhr

Vergangene Woche rief das Weiße Haus die US-Bürger auf, über Google+ oder YouTube Fragen an Präsident Barack Obama zu senden. Aus mehr aus 130.000 Einsendungen wurde eine kleine Auswahl getroffen, die Obama gestern Abend in einem Livestream versuchte zu beantworten.

Nun ist es nicht neu, dass Politiker versuchen, über Formate wie YouTube oder soziale Netzwerke mit den Bürgern in Kontakt zu treten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das im vergangenen November bereits versucht – mit mäßigem Erfolg. Denn außer einstudierten Floskeln kam der Meinung vieler Zuschauer nicht viel dabei herum.

Zumindest hier hat sich Obama besser geschlagen. Nicht zuletzt auch, weil das Format ein anderes war: Statt lediglich die Fragen zu beantworten und das Video mit den Antworten ins Netz zu stellen, konnten die Fragesteller mit den meisten Stimmen über die Handout-Funktion von Google+ direkt mit dem Präsidenten chatten. Die Vorteile dieser bi-direktionalen Kommunikation liegen auf der Hand: Sie bietet die Möglichkeit einer Diskussion. So konnten die Fragesteller jeweils bei den Antworten Obamas nachhaken – und ihm tatsächlich die ein oder andere interessante Aussage, zum Beispiel zum Einsatz von Dronen, entlocken.

Zu den weiteren Themen gehörten Visa-Bestimmungen, SOPA, die Occupy-Bewegung sowie die steigende Arbeitslosigkeit. Keine einfachen Themen, was viele Zuschauer durchaus lobten. Mike Masnick von Techdirt fasste die Aktion wie folgt zusammen: “Es war zwar kein Durchbruch, aber zumindest ein Beweis, dass auch ranghohe Politiker zunehmend neue Technologien zu nutzen wissen.”

Hier der komplette Mitschnitt:

Kategorien: Netzfilm
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ich finde es schade das die Zensur der Fragen, der das Thema Cannabis zu Opfer gefallen ist, nicht thematisiert wird. Vor allem bei dem Ausmaß!
    Hierzu zitiere ich das Hanfjournal:


    Nachdem jedoch der mit Abstand an erster Stelle gewählte Frageblock von Norml nach der Notwendigkeit der Legalisierung aufgrund zuvieler Menschen in Gefängnissen, wieder als “unangemessen” geschlossen wurde, versuchten andere Fragesteller mit Umformulierungen das Thema Marihuana weiter voran zu treiben.

    Nach weiteren Beitragslöschungen gaben sich die Administratoren des youtube-Auftritts des Weissen Hauses jedoch irgendwann geschlagen, so dass am Ende der Abstimmperiode eine riesige Summe von Unterstützern alle anderen Fragen in den Hindergrund drängte.

    Mit insgesamt 21.000 youtube-Nutzern, die nun von Barack Obama eine Antwort auf die Steuer und Gefängnisfrage erwarten, steht diese Zahl in fünfacher Menge jeder anderen auf dem Portal gestellten Frage an den Präsidenten entgegen.

    Von 160 gestellten Fragen waren 105 auf die Reform der Marihuanagesetze bezogen; zusammengerechnet erhielt das Thema somit insgesamt 74,000 Unterzeichner.”

    Antworten

    • 2. Februar 2012 um 11:32 Uhr
    • Michael
  2. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)