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Literarischer Kurzfilm: „Tungu“

 

Die Tage schrieb mir Marc Rühl von der Hochschule für Gestaltung in Offenbach eine E-Mail. Er hat einen in Zusammenarbeit mit dem Autor und Buchpreisträger Georg Klein einen Kurzfilm produziert, der vorzüglich in dieses Blog passt.

Basierend auf einer Kurzgeschichte aus Kleins Erzählband Die Logik der Süße handelt Tungu von dem Aufeinanderprallen eines indigenen Volkes, der Tungu, mit Botschaftern der modernen Zivilisation. Die nämlich machen bei ihrem zweiten Besuch im abgelegenen Regenwald eine zunächst unerklärliche Entdeckung: Nichts ist mehr von der früheren Tanzkultur der Tungu geblieben. Stattdessen huldigen sie einem neuen Gott – und fünf mysteriösen Symbolen. Die Forscher stehen vor einem Rätsel. Aber nicht sehr lange.

In gewisser Weise folgt Tungu einem alten Dilemma der ethnologischen Feldforschung. Es geht um die Frage, inwiefern ein Kontakt mit der Zivilisation indigene Völker beeinflusst – und vielleicht auch „verdirbt“.

Rühl und Klein haben sich dieser Thematik auch stilistisch angenommen: Die im Hintergrund vorgetragene Erzählung (von Klein selbst gesprochen) wird durch eine experimentelle und düstere Bildsprache, einer interessanten Mischung aus Computereffekten, Aquarellen und Animation ergänzt, die dem Mysterium der Tungu – und deren Verfall – angepasst scheint. Was zunächst etwas schwerfällig beginnt, entwickelt im Verlauf der acht Minuten schnell eine eigene Dynamik, nicht zuletzt auch wegen der Frage, was die Tungu denn nun zu ihrem Kulturwandel bewegt hat. Die Antwort wird hier natürlich nicht verraten.

Hier gibt es noch einen Blick hinter die Kulissen und Informationen über die Entstehung.