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Netzfilm der Woche: „Kabeljau mit Zyankali“

 

Eine Atmosphäre, die sofort greifbar ist. Glaubwürdige Figuren. Und ein „unerhörter Moment“. All dies macht einen guten Kurzfilm aus. All dies erfüllt Kabeljau mit Zyankali von David Gesslbauer. Ein nervöser Mann (Nils Malten) im zerschlissenen Anzug kommt zu spät zu einem romantischen Restaurantbesuch mit seiner Freundin (Merle Collet). Auf die Nachfrage, was passiert sei, druckst er herum, bevor er sich doch entscheidet, es zu erzählen. Es folgt eine ziemlich abstruse Geschichte, die nur noch getoppt wird von der unerwarteten Reaktion seiner Freundin. Plötzlich sind die Zuschauer gefragt: Ist das alles wahr, kann das überhaupt sein? Und vor allem: wieso?

Der Film, entstanden an der Filmakademie Baden-Württemberg, ist ein Lehrstück in Sachen Reduktion: Der sofortige Einstieg, die Single-Location im Restaurant, der Dialog des Paars, der problemlos in einem Take gefilmt sein könnte, ziehen sofort rein in die Geschichte. Die Absurdität der Situation, der Kontrast zwischen dem zerzausten Protagonisten und der Kerzenlichtstimmung, rufen nach Auflösung, doch Gesslbauer gelingt es in gerade einmal sechs Minuten, mit den Erwartungen der Zuschauer gleich mehrfach zu spielen. Das Ende kommt so schnell und unerwartet wie der Einstieg – und ist auch deshalb ebenso konsequent wie gelungen.

11 Kommentare

  1.   B. Folda

    Gelöscht. Wir freuen uns über konstruktive Kritik, nicht über Pöbelei. / Die Redaktion

  2.   R. Wackermann

    Hmm, klar, Kurzfilm ist schwierig. Vor allem heutzutage wo es Kurzfilme an jeder Ecke gibt. Wo die Erwartungen eh schon hoch sind, wo sie vom Artikel auch noch gesteigert werden.
    Trotzdem ist die Idee sicher gut — aber etwas dünn. Ziemlich sogar.
    Auch ein Kurzfilm sollte ohne Erklärung auskommen. Dieser hier bleibt dem Zuschauer zu viele Antworten schuldig und hinterlässt ein „hä??“…

  3.   T.Reiter

    vielleicht ist es generell schwierig heutzutage karaktere mit biografie zu verkaufen wenn die schauspieler selbst die ausstrahlung von büroangestellten aus frankfurt-eschborn haben


  4. Diese Kurzfilmempfehlung lässt mich ausnahmsweise mal kalt. Oder nein, stimmt auch nicht. Ich wollte eigentlich schon nach der Hälfte wegklicken und habe mich bis zum Ende gezwungen. Aus der Geschichte mag ja was zu machen sein, aber die schauspielerische Leistung finde ich leider unterirdisch.


  5. Die Mundharmonika ist sehr geil!!!

  6.   Luc

    gelungener Kurzfilm, tolle Dialogführung und sympathischer Darsteller.

  7.   Fred

    Tolle Leistung! Kurz und knackig und die schauspierische Leistung finde ich vor allem am Ende großartig! Sehr eigen und überzeugend!


  8. guter Film, bravo !

  9.   Daniel

    Ich mag Kurzfilme – habe bei den verschiedensten selbst mitgewirkt.

    Dieser ist allerdings nur ein mittelmässiger Hochschulfilm. Warum er hier so hochgelobt wird, ist mir ein Rätsel.

    Die Schauspieler sind streckenweise eher nur durchschnittlich, wenn auch gewisse Momente besonders bei dem jungen Mann aufblitzen.

    Die Idee ist recht originell, das Timing des Schlusses stimmt im Bezug auf den zu langen Mittelteil leider nicht.

    Aus Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, ohne Budget einen Film zu realisieren und ich finde diesen Film nicht schlecht – als das was er ist!!! Nur finde ich, es gibt besseres, was die „ZEIT“ vorstellen könnte, das ist alles.

    Aber grundsätzlich finde ich es schön und sehr begrüßenswert, dass der Blick der Öffentlichkeit mehr auf die hierzulande völlig untergehende Form des „Kurzfilmes“ gelenkt wird!

    Gerne mehr davon – aber bitte mit seriöserer Besprechung. Diese hier vermittelt den Eindruck, der Verfasser sei mit den Mitwirkenden befreundet oder habe wirklich wenig Ahnung vom Handwerk des Filmemachens…


  10. […] Zeit Online hat diesen Film letzte Woche zum Netzfilm der Woche gekürt. (Link: Zeit Online) […]

 

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