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Netzfilm der Woche: „Dripped“

 
© Chez Eddy
© Chez Eddy

Manhattan in den fünfziger Jahren. Jack ist ein Kunstliebhaber mit der Ambition, eines Tages selbst berühmt zu werden. Doch Kunst kommt in seinem Fall nicht nur von Können, sondern auch von Klauen. Auf der Suche nach Inspiration greift Jack zu drastischen Mitteln: Er stiehlt die Werke großer Meister und verspeist sie – in der Hoffnung, eins mit ihnen zu werden. Doch was ist, wenn alle Kunst verschwunden ist?

Dripped (2011), der animierte Kurzfilm von Léo Verrier, hat einen beachtlichen Festivallauf hinter sich. Er gewann mehrere Preise und stand 2012 sogar auf der Shortlist für den Oscar.

Sowohl die Geschichte als auch der Titel von Dripped sind eine Hommage an das Leben und Werk des amerikanischen Expressionisten Jackson Pollock. Der suchte zu Beginn seiner Karriere ebenfalls nach Inspiration in den Werken Picassos, Mirós und im Kubismus. Doch erst Mitte der vierziger Jahre perfektionierte er seinen eigenen Stil: Mit der sogenannten Dripping-Technik ließ er Farbe auf die Leinwand auf dem Boden tropfen und stieg mit dieser Form des Action Paintings zu einem der bekanntesten US-Künstler der damaligen Zeit auf – bevor er mit nur 44 Jahren verstarb.

Verrier verarbeitet nicht nur Pollocks Karriere. Sein Film ist eine Ode an Kreativität und Schaffenskraft. Der individuelle Animationsstil, das Retro-Setting und der exzellente Jazz-Soundtrack von Pablo Pico machen Dripped zu einem erfrischend anderen Animationsfilm. Mit zahlreichen Referenzen aus der Kunstgeschichte und surrealen Sequenzen erinnert er daran, dass sich Individualität und Inspiration nicht ausschließen, sondern in den meisten Fällen ergänzen.

2 Kommentare


  1. Es ist für mich völlig unverständlich,dass diese für mich dämliche,nur dekorative
    Dripperei von Jack the Dripper immer noch hartnäckig für große Kunst gehalten wird.-
    Pollock war eine große Begabung -und seine frühen Werke sind durchaus kraftvoll-
    wo er sich noch an Picasso orientierte –
    seine Dripperei sehe ich als Ausdruck eines durch Alkoholismus völlig ausgebrannten Gehirns.–


  2. Du meine Güte, wie kann man so ignorant sein? Picasso bemerkte einmal sinngemäß das folgend: „… er könne nicht chinesisch Sprechen, würde aber deshalb nicht auf die Idee kommen, die Existenz dieser Sprache zu leugnen!“

 

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