Es geht auch ohne Fernsehen
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Animation

“Fives”: Die WM-Geschichte in 5-Sekunden

Von 12. Juni 2014 um 16:42 Uhr

fives

Noch wenige Stunden, dann beginnt die Fußball-WM in Brasilien. Unter großen Protesten möglicherweise. Mit tollem Fußball hoffentlich auch. Da ich persönlich die kommenden vier Wochen für die Kollegen aus der Sportredaktion im Einsatz sein werde, geht das Netzfilmblog quasi in die Sommerpause. Aber keine Sorge, gänzlich still wird es auch hier nicht bleiben.

Zur Einstimmung auf das Turnier gibt es eine nette Kollaboration zwischen dem Kunst- und Kulturblog It’s Nice That und der Agentur INT Works. Das Projekt Fives sammelt denkwürdige Szenen aus der Geschichte der Fußballweltmeisterschaft – in kurzen, knackigen 5-Sekunden-Animationen.

Roberto Baggios verschossener Elfmeter 1994, Zinedine Zidanes Kopfstoß, die “Hand Gottes”, Oktopus Paul und die denkwürdigen Frisuren der Kolumbianer in den Achtziger Jahren: Fußballfans wissen natürlich, was gemeint ist. Für alle anderen gibt es zumindest einige witzige und kreative Animationshappen. Mein Favorit ist übrigens Rivaldos Schauspieleinlage während der WM 2002. Hoffen wir, dass uns Zuschauern wenigstens das erspart bleibt.

Alle weiteren Filme gibt es hier. In diesem Sinne: Sport frei!

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“Today Was A Good Day (On The Internet)”

Von 3. Juni 2014 um 11:17 Uhr

Die meisten Digital Natives dürften Ice Cubes Song It Was A Good Day aus dem Jahr 1992 nicht mehr kennen, aber Animation Domination bringt den Song mal auf den neusten Stand der Technik: Es geht um Snapchat, Twitter, Reddit, Nicholas Cage, PewDiePie und Doge – also um alles, was eben an einem guten Tag im Netz so anfällt.

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Was ist eigentlich die “Vernetzte Öffentlichkeit”?

Von 18. April 2014 um 17:53 Uhr

…fragen Mario Sixtus und der Grafiker Alexander Lehmann, die im vergangenen Sommer bereits ein Erklärvideo zu den Plänen der Drosselkom erstellt hatten. Die weiteren Fragen, die aufgegriffen werden: Wie gehen wir mit den neuen Informationen um, was ist eigentlich eine Filterbubble, und welche Rolle spielen die großen Unternehmen wie Facebook und Google oder die klassischen Nachrichtenmedien in diesem System?

Das Video ist in Kooperation mit der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen entstanden, die auch eine passende Broschüre zum Thema herausgibt.

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Kurzfilm “Sintel”: Content-ID strikes again

Von 7. April 2014 um 16:50 Uhr

Am Wochenende konnte man ihn wieder riechen, den Copyright-Bullshit im Netz. Es ging dabei um den animierten Kurzfilm Sintel, ein Projekt der Blender Foundation. Blender ist eine 3D-Software, die im Vergleich zu ähnlichen Produkten gratis, da Open Source ist. Als sogenannte Open Movies fördert Blender immer wieder Filmeprojekte, die anschließend unter eine Creative-Commons-Lizenz ins Netz gestellt werden. Wir hatten ebenfalls bereits Filme des Projekts vorgestellt.

Auch Sintel unterliegt einer solchen Lizenz, und das schon seit fast vier Jahren. Umso erstaunter waren die Zuschauer, als am Wochenende plötzlich eine Meldung auf YouTube erschien, dass Sony den Film habe herunternehmen lassen – auf Basis eines Urheberrechtsanspruchs.

Was war passiert? Wie Techdirt und Cartoon Brew dokumentieren, hat Sony Teile des Film offenbar für ein Produktvideo genommen, um die 4K-Technik neuer Fernsehgeräte aufzuzeigen. Das ist legitim, denn Sintel darf auch für kommerzielle Projekte genutzt werden.

Das Problem mit Content-ID

Was dann folgt, ist einmal mehr der fragwürdigen Content-ID-Technik YouTubes geschuldet. Sony nämlich ließ ihr Video in der Content-ID-Datenbank registrieren. Die automatische Erkennung erkannte anschließend Teile von Sintel und nahm den Film präventiv aus dem Netz. Das Original wurde also als ein Urheberrechtsverstoß gemeldet.

Da auch Sony erkannte, dass dies nicht so wirklich rechtens ist, ist Sintel inzwischen wieder auf YouTube verfügbar.

Die Geschichte zeigt aber einmal mehr das Problem mit automatischer Copyright-Prävention. Immer wieder gibt es Meldungen über Fälle, in denen das System die falschen Inhalte sperren ließ. Erst im vergangen Jahre meldeten viele Gamer, dass ihre Videos geflaggt wurden, weil sie Spielszenen enthielten. Dann gab es Fälle, in denen sich Major Musiklabel offenbar an freien Liedern bedienten. Und auch die Nasa kam bereits in den Genuss, von Dritten gemeldet worden zu sein.

Ein Problem dieser Vorangehensweise: Es liegt in den Händern der Original-Uploader, anschließend zu beweisen, dass sie nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Die großen Label und Konzerne bekommen quasi zunächst immer erstmal Recht gesprochen. Und die Antworten von YouTube und Mutterkonzern Google auf die Einwände sind fast schon traditionell lethargisch. Vielleicht auch, weil die Unterhaltungsindustrie Content-ID noch stärker vorantreiben möchte. Fälschliche Verstöße wie im Fall von Sintel werden wir wohl noch häufiger sehen.

Der Film selbst ist übrigens immer noch sehr sehenswert – und mit komplett freier Software entstanden.

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Kurzfilm: “Shelved”

Von 3. April 2014 um 17:03 Uhr

Roboter ersetzen die Menschen, so heißt es in der Regel. Im animierten Kurzfilm Shelved der Media Design School aus Auckland ist es genau andersrum: Hier sollen zwei hämische Roboter eines Versandhauses gefeuert werden. Das Problem: Die ach-so-intelligenten Roboter wissen nicht, um welche es sich genau handelt – und möchten natürlich trotzdem den “Boss-Man” beeindrucken.

Shelved sei eine Hommage an die frühen Filme von Kevin Smith, sagen die Macher – und tatsächlich erinnern die völlig nutzlosen Blechbüchsen ein wenig an die bekifften Protagonisten aus Clerks.

(via)

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Kurzfilm: “A Girl Named Elastika”

Von 2. April 2014 um 13:40 Uhr

Spaß mit Büroutensilien: Elastika ist jung und lebensfroh und rast somit von einem Abenteuer ins nächste. Das alles mit einer Pinnwand, Stop-Motion und einem schmissigen Soundtrack. A Girl Named Elastika ist eine preisgekrönte Arbeit von Guillaume Blanchet.

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Kurzfilm: “From Dad to Son”

Von 26. März 2014 um 18:31 Uhr

Der Kasseler Filmemacher Nils Knoblich schreibt uns, dass sein animierter Kurzfilm From Dad to Son inzwischen den Weg ins Netz gefunden hat. Es geht um eine Geschichte, die aus der Antike datiert: Ein Bauer trauert um seinen Sohn, der im Gefängnis sitzt und ihm deshalb nicht beim Bestellen der Felder helfen kann. Doch dann kommt dem Sohn eine Idee, wie es vielleicht doch geht…

So alt die Geschichte sein mag, so kreativ ist die Umsetzung: Eine Stop-Motion-Animation aus Papier, im dezenten Schwarz-Weiß gehalten. Das ist simpel und funktioniert vielleicht genau deshalb so gut für diese kleine Anekdote. Das denken offenbar auch andere: From Dad to Son lief auf 130 Festivals und gewann dabei 12 Preise.

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Netzfilm der Woche: “Fathoms”

Von 23. März 2014 um 09:26 Uhr

Auf den ersten Blick erzählt der animierte Kurzfilm Fathoms eine klassische Endzeitgeschichte. Die jugendliche Sam driftet mit ihrem Kater Hippo und Ziehvater Evan in einem zusammengeschusterten U-Boot durch die überfluteten Überreste New Yorks. An der Oberfläche tosen elektrische Stürme. Es geht nicht bloß ums Überleben. Es geht darum, den Sinn in einer scheinbar sinnlosen Welt zu finden.

Konzept-Art (© Mografi)

Konzept-Art (© Mografi)

Auf den zweiten Blick ist Fathoms persönlicher. Der Animationsfilmer Joe Russ hat den Film als Hommage an seinen Vater konzipiert. Der starb an Krebs, als Russ 17 Jahre alt war. Sechs Jahre lang arbeitete Russ  an Fathoms, die Storyboards und die Animationen erstellte er in seiner Freizeit, an Abenden und Wochenenden. Über eine Kickstarter-Kampagne konnte er den Film schließlich fertigstellen. Die Entwicklung hat er in einem Blog dokumentiert.

Dieser Kontext ist wichtig, denn er gibt Fathoms eine zweite Deutungsebene. Die Protagonistin im Film trauert nämlich ebenfalls um ihren Vater. Kurze Rückblicke bringen die Zuschauer an dessen Krankenbett. Der Abschied im Film wird zum verspäteten Abschied des Filmemachers von seinem Vater. Die überfluteten Reste Brooklyns im Film zeigen bekannte Bauwerke des Viertels, die Russ auf seinem täglichen Weg zur Arbeit passierte.

All das erzählt der Regisseur mit einem Animationsstil, der ein wenig an Videospiele erinnert. Die Figuren sind kantig, im Fachjargon Low-Poly genannt, die Farben wechseln je nach Situation von Blau in ein bedrohliches Rot oder warme Pastelltöne. Diese Details trösten dann auch über die an einigen Stellen etwas langatmige Geschichte hinweg. Fathoms ist auch auf den dritten Blick ein gelungenes und ergreifendes Hobbyprojekt.