Das Label DFA ist vor allem durch Bands wie The Rapture, LCD Soundsystem (das Hauptprojekt von Labelgründer James Murphy) und Black Dice in den Nuller Jahren bekannt geworden. In diesem Jahr feiert das Label seinen zwölften Geburtstag, was die Red Bull Music Academy zum Anlass nahm, eine kurze Dokumentation über die New Yorker in Auftrag zu geben. Hinter dem exzellent geschnittenen Film stecken die Macher der im Ton ganz ähnlichen Kurzdoku A Brief History of John Baldessari.
Die Macher von Blank on Blank suchen alte Interviews mit Künstlern und bereiten sie neu auf. Schicke Idee, dachten auch die Verantwortlichen vom US-Sender PBS. Und so gibt es jetzt ausgewählte Interviews des Projekts nicht nur als Audio, sondern auch in reduzierter schwarz-weiß Animation auf YouTube. Hier die neuste Folge mit den Beastie Boys aus dem Jahr 1985, davor erzählt Jim Morrison noch etwas über die Vorzüge von Übergewicht.
Etwas Live-Musik an diesem Wochenende gefällig? Wie wäre es mit dem Coachella Festival, dass seit gestern in Indio, Kalifornien stattfindet und das komplett und live auf YouTube übertragen wird? Das kann zwar nicht die Sonne, Bier und Mosh-Pits ersetzen, ist aber trotzdem ein sehr schöner Service, den man sich auch von anderen großen Festivals wünschen könnte.
Zurzeit ist es noch früh am Morgen in Kalifornien, der Live-Stream geht deshalb erst heute Abend weiter. Bis dorthin gibt es aber alle Auftritte und kleine Interviews von gestern im “Reabroadcast”, und da waren immerhin prominente Namen wie Johnny Marr, Beach House, Metric, Blur und die Yeah Yeah Yeahs dabei.
Den kompletten Live-Timetable gibt es auf der YouTube-Seite. Das Festival geht noch bis Montag, hier erstmal neun Stunden Musik von der Hauptbühne am Freitag:
Die Berliner Musikerin Danja Atari hatte vor drei Jahren für ihr Soundcultures-Projekt Polen, Tunesien und Portugal bereist, um auf eigene Faust und ohne großes Budget einen Einblick in die dortige Musikszene zu geben, mit Beteiligten zu sprechen und Eindrücke einzufangen.
Die Idee von Soundcultures geht nun weiter und Danja war dafür in Rumänien, genauer gesagt in Bukarest unterwegs. Dort spricht sie mit Musikern aus der Manele-Szene, einem Musikgenre, das zwar modern, aber gleichzeitig in der traditionellen, rumänischen Folk-Musik verwurzelt ist. Schöne Sache. Danjas nächster Stopp wird Island sein.
Während Webvideo und Livestreams immer wichtiger werden, versuchen auch Musiker und Veranstalter neue Formate und Blickwinkel zu finden, um Konzerte angemessen auf den Bildschirm zu übertragen. Jack White etwa hat vergangenes Frühjahr ein Konzert gegeben, das unter der Regie von Gary Oldman live ins Netz gestreamt wurde. Einen anderen Ansatz, der die Zuschauer am Bildschirm noch näher ins das Geschehen einbezieht, verfolgt Beck.
Vergangene Woche gab der Sänger eine Coverversion des David Bowie Klassikers Sound and Vision zum Besten, die auf YouTube (s.u.) inzwischen auch schon rund 345.000 Abrufe hat. Wie versprochen, liefert der Musiker jetzt eine aufwändige, interaktive 360°-Version der zehnminütigen Performance nach. Auf der Website haben die Besucher die Möglichkeit, von jedem Platz im Raum auf die Bühne in der Mitte des Raumes zu blicken, auf der Beck steht. Das 160-köpfige Begleitorchester ist an den Seiten hinter dem Publikum untergebracht.
Spannend ist, dass per Webcam (wer eine hat) die Kopfbewegungen der Zuschauer verfolgt werden können: wer den Kopf leicht nach rechts oder links bewegt, verändert damit auch seinen Blickwinkel im Raum. Man kann sich also buchstäblich im virtuellen Konzertsaal umdrehen, was sich wiederum auch auf den Sound auswirkt, der dann natürlich jeweils aus einer anderen Richtung kommt. Das Ganze ist nicht vollständig ausgereift, funktioniert aber insgesamt recht gut und ist eine spannende Herangehensweise an die Übertragung von Konzerten (und anderen Liveinhalten) im Netz.
Wie Wiredberichtet, war die Aufnahme allerdings alles andere als leicht für Aufnahmeleiter Chris Milk. Er erfand dafür sogar eine eigene Technik, um die binaurale Aufnahme aus jeder Position im Raum gewährleisten zu können.
Hinweis: Die SD-Version des Projekts ist qualitativ wirklich nicht allzu gut, die HD-Version dauerte dagegen fast zwanzig Minuten zum Laden bei meiner Verbindung. Aber es lohnt sich.
Das Album If You’re Feeling Sinister aus dem Jahr 1996 gilt als eines der Besten der britischen Indie-Pop-Band Belle & Sebastian, und heute gemeinhin als Klassiker des Genres. Das Online-Musikmagazin Pitchfork hat deshalb unlängst eine einstündige Dokumentation produziert, die hinter die Entstehungsgeschichte der Platte blickt.
Schmissige Nummer von der neuen Foals Platte Holy Fire und ein schönes Video obendrein. Wollen doch mal sehen, ob wir diese Rubrik nicht regelmäßig bringen können.
Als “musikalische Videoexperimente” bezeichnen Collective Cadenza ihr Projekt. Collective Cadenza, kurz CDZA, das sind eigentlich drei junge Herren aus New York: Joe Sabia, der “Video-Typ”, bringt jahrelange Erfahrung in der Erstellung von Online-Inhalten mit. Michael Thurber ist ein Absolvent der renommierten Julliard School und professioneller Musiker. Matt McCorkle, der Mann für den Sound, ist von Haus aus Musikproduzent. Rein zufällig haben sie sich vor einigen Jahren kennengelernt. Nach einigen gemeinsamen geschäftlichen Projekten hatten sie im Herbst 2011 schließlich die Idee, auch mal etwas zum Spaß zu machen, das ihre Liebe zu Musik und Webvideo verbindet.
Herausgekommen ist dabei ihr Opus No. 1: “Die Geschichte von Liedtexten, die gar keine sind”. Eine Auswahl der bekanntesten “Ahh Ahh Ahhs” und “Na Na Nas” von den Beatles bis zu Blink 182, exklusiv vorgesungen:
Nach dem Erfolg des Videos überlegten die drei Macher, wie sie diese Idee noch weiter und besser ausführen können. Und sie wurden schnell fündig. Seit Frühjahr vergangenen Jahres veröffentlichen CDZA in regelmäßigeren Abständen Videos mit professionellen Musikern und Sängern, die vor allem, aber nicht ausschließlich, Medleys sind und nicht selten eine kreative Choreografie und zusätzliche Requisiten enthalten, wie etwa in der “Geschichte der missverstandenen Songtexte”.
Die Videos von CDZA sind viral gerade deshalb so erfolgreich, weil sie die alte Idee des Medleys in einer Weise darstellen, die gleichermaßen kreativ wie einnehmend ist. Der Zuschauer merkt, dass sich die Leute Gedanken gemacht haben und darüberhinaus talentiert sind. Gepaart mit genügend Witz kommt das offenbar an: Über 7 Millionen Abrufe zählt der Kanal inzwischen.
Längst haben CDZA aber nicht nur Medleys im Repertoire, sondern auch eigene Kompositionen wie das Mark Zuckerberg Musical. Und für ihr neustes Opus No. 16 haben sie sich einen Klassiker der Sitcom-Geschichte geschnappt: Den Titelsong von Der Prinz von Bel-Air, einmal durch sämtlich Sprachen des Google-Translators gejagt und anschließend gerappt. Quasi eine neue Form der stillen Post.
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