Es geht auch ohne Fernsehen
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Kurzfilm

Kurzfilm: “Chillr”

Von 24. Oktober 2014 um 13:52 Uhr

Tinder, Grindr, Cuddlr: Wie viele Apps für die verschiedensten Arten zwischenmenschlicher Beziehungen brauchen wir eigentlich noch? Die Wisch-und-Weg-Kultur der Smartphone-Generation scheint bisweilen groteske Züge anzunehmen. Doch wo ein Hype ist, sind auch die Parodien nicht weit. Und somit wären wir bei: Chillr! Der App für die richtig coolen Typen. Also die richtig coolen, oder in ihren eigenen Worten: “The world’s largest mobile network of rad pals who are hella down to hang”.

(via)

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Leben mit Untertiteln: “Odile et Michel”

Von 3. September 2014 um 10:00 Uhr

Untertitel, man muss sie lieben, man kann sie hassen. Zum einen möchte man ja nicht gute Kurzfilme verpassen, nur weil sie etwa auf Dänisch sind. Zum anderen stören die klobigen Textbalken auch immer etwas das Vergnügen. Der französische Kurzfilm Odile et Michel von Danny Sangra greift dieses Phänomen auf, und zwar auf eine Art und Weise, die nicht nur überraschend, sondern auch ziemlich clever ist.

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Emmy-Awards: “Barely Legal Pawn”

Von 20. August 2014 um 12:09 Uhr

Eines muss man den Emmys lassen: In Sachen kreative Skits und Videos haben sie die Typen vom Kino (sprich: die Oscars) abgehängt. Fünf Tage vor der diesjährigen Verleihung dürfen die beiden Breaking Bad Hauptdarsteller Bryan Cranston und Aaron Paul mal ein wenig die Hype-Trommel rühren. In dem sechsminütigen Kurzfilm Barely Legal Pawn begegnen sie als zwielichtige Pfandhaus-Besitzer Julia Louis-Dreyfus, die ihren Seinfeld-Emmy verkaufen möchte, was aber nicht ganz so einfach ist. Zum Schluss dreht sich die kuriose Angelegenheit dann doch noch etwas hin zum düsteren Breaking-Bad-Stil. Naja, ein bisschen wenigstens. In jedem Fall zeigen die Emmys, wie man clever für eine Verleihung der besten TV-Inhalte wirbt – mit den Preisträgern in ihrem Element.

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Netzfilm der Woche: “Where Do Lilacs Come From”

Von 17. August 2014 um 08:00 Uhr
© Matthew Thorne

© Matthew Thorne

Einen “Abschied in Zeitlupe” nannte der Vater des australischen Filmemachers Matthew Thorne einst die Alzheimer-Krankheit, unter der seine Großmutter litt. Thorne beschreibt diese Szene aus seiner Jugend auf der Crowdfunding-Seite seines Kurzfilms Where Do Lilacs Come From sehr genau, denn sie war es, die ihn inspiriert hatte. Im Film geht es um Michael und seinen Vater Chris, der an Demenz erkrankt ist – und der versucht, sich an seine verstorbene Ehefrau zu erinnern.

Das schwere Thema platziert Thorne in die sonnige australische Stadt Gold Coast. Where Do Lilacs Come From wechselt dabei immer wieder zwischen den Aufnahmen in Chris’ großem, aber weitgehend verlassenen Haus – auch das eine Metapher für die Krankheit – und den befreiten Erlebnissen aus seiner Kindheit und Jugend.

Doch Thorne nutzt nicht nur klassische Rückblicke, sondern blendet die verschiedenen Zeitebenen übereinander. Plötzlich erscheinen in der Küche des Hauses alle Protagonisten an verschiedenen Punkten ihres Lebens, Erinnerungen und Homevideo-Aufnahmen überlagern sich und greifen einander auf. Dieser Effekt wirkt bisweilen verwirrend für die Zuschauer, erfüllt aber einen Zweck: Er soll den zerstreuten Erinnerungsprozess des Alzheimer-Patienten Chris widerspiegeln.

Natürlich bleibt das alles fiktiv, Thorne kann sich der Krankheit nur mit den Mitteln eines Filmemachers nähern. Doch mit nur wenig Dialog und einer umso beeindruckenderen Schauspielleistung von Joe Feeny als Chris, ist Where Do Lilacs Come From ein ebenso persönliches wie sanftes Porträt eines Abschieds.

Kurzfilm “Floating”

Von 14. August 2014 um 08:27 Uhr

Musikvideos und Kurzfilme haben viel gemeinsam, und das liegt nicht nur an der begrenzten Länge. Beide erzählen eine Geschichte, die meist in medias res beginnt und die Zuschauer gleichzeitig nicht allzu verwirren sollte. Sie sind beide meist pointiert – und sie nutzen häufig Symbole und Allegorien. Auch Greg Jardin hat so manches Musikvideo in seinem Portfolio, was man auch seinem Kurzfilm Floating anmerkt.

Die Geschichte zweier Ballonwesen in der Großstadt, die unbeachtet von den Menschen um sie herum versuchen, sich zu treffen, funktioniert nämlich auch ohne Dialog und erzählt gleichzeitig eine symbolhafte Geschichte des Suchens, des Zerbrechens und des Findens.

Kategorien: Kurzfilm

Skaten in Asien: “The Journey of the Beasts”

Von 6. August 2014 um 14:05 Uhr

Als wir vergangenes Jahr mit Sebastian Linda sprachen, hatte der Filmemacher aus Dresden gerade seinen kurzen Skateboardfilm The Revenge of the Beasts auf Vimeo gestellt. Seitdem ist viel passiert. Linda hat unter anderem ein Porträt über einen amerikanischen Dirigenten in Ostdeutschland gedreht, für The Revenge of the Beasts gewann er vor einigen Wochen den Deutschen Webvideopreis. Zudem hat Linda zu Beginn des Jahres per Crowdfunding nach Unterstützern für den nächsten Teil seiner Beasts-Reihe gesucht. Mit Erfolg: Über 7.500 Euro kamen letztlich zusammen.

Das Ergebnis ist jetzt im Netz zu sehen. The Journey of the Beasts begleitet Linda und seine befreundeten Skater auf einer Reise durch Asien. Mit rund 30 Minuten ist er nicht nur der längste Film der Reihe, sondern auch der ambitionierteste: Teils Skatefilm, teils Roadtrip, teils Travelogue wechselt The Journey of the Beasts zwischen rasanten Tricks auf den Brettern, Zeitlupen- und Zeitraffern, Interview-Schnipseln und ziemlich beeindruckenden Aufnahmen der Menschen und Natur vor Ort. Dabei geht es vor allem um das Entdecken: der alten Leidenschaft des Skatens, aber auch neuer Orte.

Der Film ist nicht nur sehenswert, er untermauert auch Lindas Position als den aktuell besten deutschen Skateboard-Filmer. Denn er zeigt abermals, wie man aus dem klassischen Genres mit der richtigen Geschichte immer wieder etwas neues herausholen kann.

Kategorien: Kurzfilm, Netzfilm

Kurzfilm: “Mars One Way”

Von 30. April 2014 um 09:16 Uhr

Das Leben auf dem Mars, heute noch eine Fiktion, doch möglicherweise eines Tages Realität. Im Kurzfilm Mars One Way sind wir schon weiter: 200.000 Menschen haben sich auf eine Mars-Mission beworben, um in Gruppen zu je vier Menschen die Reise anzutreten. Doch es gibt einen Haken: Es gibt nur einen Hinflug und keine Rückkehr. Der Kurzfilm stellt die Bewerber in Form einer fiktiven Reality-Show vor, und zeichnet nebenbei ein sehr menschliches Porträt über das Aussteigen und Träumen.

Kategorien: Kurzfilm

“Iwwerzwersch” – Breaking Bad im Saarland

Von 2. April 2014 um 13:54 Uhr

Eigentlich dachten wir, die besten Breaking-Bad-Parodien seien spätestens mit Breaking Bad Jr. durch, aber jetzt kommt noch ein Nachzügler aus, aufgepasst, dem Saarland. Dort leben der Metzgermeister Walter Weiss und der etwas schluffige Jesse Brinkmann. Sie finden sich zusammen, um illegal Schweinskäs im großen Stil zu kochen – denn Walters Zahnarztrechnung ist sonst nicht zu bezahlen.

Was folgt, dürften die Fans der erfolgreichen US-Serie natürlich kennen. Walter und Jesse verlagern ihre Produktion in einen alten Wohnwagen und suchen nach einem Abnehmer für die fettige Delikatesse. Unter dem Decknamen Iwwerzwersch (der “Überzwerg”) entwickelt sich Walter zum Mysterium – und lockt damit gleichzeitig die beiden Polizisten Helmut Recht und Werner Ordnung auf den Plan.

Die knapp zwölf Minuten bieten wunderbaren Dialekthumor (Untertitel in Hochdeutsch gibt es natürlich auch), der ein wenig an Sinnlos im Weltraum oder den sächsischen Kurzfilm SIMPLYClever erinnert. Doch die Sprache ist nur ein Teil des Gags. Tatsächlich ist Iwwerzwersch recht aufwändig und liebevoll produziert und versucht sogar, die für Breaking Bad so typische Farbpalette zu kopieren.

Iwwerzwersch ist außerdem ein Quasi-Nachfolger der Webserie Recht & Ordnung über zwei saarländische Polizisten, die auch im Film auftauchen. Die Serie gibt es auch auf YouTube, und wurde von der Produktionsfirma Goreholio erstellt.

“Eisch benn der, wo dat Zeisch hey kocht”!

(via)

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