Es geht auch ohne Fernsehen
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Virals

Amazon Echo (Early Beta Version)

Von 10. November 2014 um 16:16 Uhr

Kein anderes Unternehmen haut in so einem schnellen Tempo neue Produkte raus wie Amazon: Streaming Sticks, Set-Top-Boxen, unerfolgreiche Smartphones, Tablets, E-Book-Reader und jetzt einen sprechenden Zylinder namens Echo, der gewissermaßen ein Smartphone ohne Telefonfunktion ist. Das sprachgesteuerte Gerät soll dem Konzern natürlich vor allem eines bescheren: Mehr Umsatz mit Musik oder Produkten, die man einfach mündlich bestellen kann. Ein No-Click statt One-Click-Prinzip sozusagen.

Das PR-Video von Echo ist schon ziemlich witzig in seiner gestelzten Art und Weise, aber der YouTuber Barri Manifold setzt noch einen drauf: Er hat die Echo-Stimme namens Alexa ein bisschen realistischer gemacht als passiv-aggressive AI: “Alexa, what time is it? – It’s time for you to calm the fuck down.”

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“87 Bounces”: Fliegt ein Basketball durch Hollywood

Von 17. Oktober 2014 um 13:23 Uhr

87bounces

Da steht er nun mit seinen short Shorts, den weißen Arm- und Stirnbändern und einem nigelnagelneuen Basketball auf dem Platz. Kurz gedribbelt, dann zum Dunk angesetzt wie einst Michael Jordan und – meilenweit an Korb und Brett vorbei. Das kann passieren. Was jedoch nur im Netz passiert, ist dass der Ball dann eine etwas kuriose Reise durch die Filmgeschichte unternimmt und dabei für so manche Überraschung sorgt.

Es ist schon trickreich, was sich die Animationsfilmer des französische Studios HOTU für 87 Bounces ausgedacht haben. Prinzipiell folgt der kurze Clip der Tradition des Supercuts. Doch sie haben nicht einfach ähnliche Filmszenen zusammengeschnitten, wie es die traditionellen Supercuts tun. Erst durch den Basketball, der mit Spezialeffekten in die Filmszenen eingefügt wurde, bekommen diese einen thematischen Zusammenhang.

87 mal springt der Ball durch mindestens 25 Filme (im Abspann werden nur 24 aufgelistet, aber Forrest Gump fehlt zum Beispiel), darunter Kult-Klassiker wie The Big Lebowski und Star Wars und einige neuere Titel wie The Wolf of Wall Street und Man of Steel. Dass aus der Idee ein viraler Hit wurde, war vermutlich abzusehen. Die Animationsfilmer wird es freuen. Nur der unglückliche Hobby-Basketballer sucht vermutlich noch immer nach seinem abtrünnigen Ball.

(Film auf Vimeo / via)

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25 Jahre Couch-Gags bei den “Simpsons”

Von 9. Oktober 2014 um 09:14 Uhr

Der sogenannte Couch-Gag gehört zu den Simpsons wie Duff Bier und Krusty Burger. 554 Episoden der Serie gibt es mittlerweile und ebensoviele individuelle Intros. Der Couch-Gag der vorletzten Folge, animiert von Don Hertzfeld, gilt schon jetzt als ein Klassiker. Doch wie schneiden die anderen 553 im Vergleich ab? Ein YouTube-Video lässt einfach mal alle gleichzeitig laufen, was zu einer irgendwie faszinierenden Kakofonie führt.

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Blockbuster mit Stock-Videos nachgestellt

Von 12. September 2014 um 16:29 Uhr

Die Stockfotografie sorgt immer mal wieder für Heiterkeit. Wer kennt nicht noch die Women Laughing Alone with Salad? Der Anbieter Dissolve zeigt jetzt, was mit den gestellten Fotos und Clips sonst noch alles machen kann: Szenen aus Filmklassikern nachstellen etwa. Erkennen Sie alle?

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Fußballfloskeln wörtlich genommen

Von 22. Juni 2014 um 14:30 Uhr

Neuer dirigierte seine Abwehr, Kroos spielte in der Schaltzentrale, Götze schickte Müller mit steilen Pässen in die Spitze, doch die Abwehr Ghanas klebte förmlich an ihm und ließ lange Zeit nichts anbrennen. Es dauerte bis nach der Pause, als sich Götze in die Luft schraubt und die Kirsche über die Linie bugsiert. Am Ende klingelte es allerdings auch im deutschen Kasten und Neuer musste den Ball gleich zweimal aus seinem Netz fischen, bevor Klose der Ausgleich gelang. An der Seitenlinie stand kochte Joachim Löw innerlich. Nach dem Spiel muss er einigen Spielern mal ordentlich den Kopf waschen.

So ähnlich lässt sich das zweite Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien beschreiben. Der Fußball ist voller Floskeln, die weder den Sportjournalisten, noch den meisten Fans inzwischen auffallen. Den Machern der Sendung mit der Maus allerdings schon. Sie kamen auf die ebenso einfache wie geniale Idee, die Fußball-Floskeln wörtlich zu nehmen – und das alles in ein Video zu packen. Das Ergebnis ist großartig: Eine fünfminütige Satire der schönsten Fußballfloskeln. Chapeau, liebe Kollegen des WDR!

Was ihr leider nicht verstanden habt, ist das Embedden von YouTube-Videos zu erlauben. Aber das kann ja noch werden. Den Clip gibt es jedenfalls hinter dem Bild und mehr von der Maus zur Fußball-WM hier.

Die berühmte Doppelsecchs (© Screenshot/WDR)

Die berühmte Doppelsechs (© Screenshot/WDR)

(via)

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“Arst Arsw” – “Star Wars” alphabetisch

Von 4. Juni 2014 um 11:44 Uhr

Star Wars ist zurzeit wieder schwer angesagt. Erst am Montag tauchten die ersten Bilder der Dreharbeiten von Episode VII auf, die Ende 2015 in die Kinos kommen wird. Die Fans analysieren natürlich jedes Detail akribisch.

Andere begnügen sich dagegen mit den alten Episoden, den Klassikern also. Ich bin immer wieder erstaunt über die Mühe, die sich Fans machen, um Supercuts oder kuriose Edits ihrer Lieblingsfilme zusammenzuschneiden. Star Wars ist keine Ausnahme: Mash-ups mit Star Trek oder Tarantino, unzählige Coverversionen, Minecraft-Parodien und natürlich beeindruckende Fanprojekte wie Star Wars Uncut oder das aktuelle Kitbashed, in dem Star Wars mit seinen Einflüssen zusammengeschnitten ist, fallen mir spontan ein.

Und dann gibt es noch die echten Nerds. Welche, die den Scroll zu Beginn der Filme in HTML5 programmieren. Oder welche, die sämtliche Szenen aus Star Wars ihrer Länge nach sortieren.

Die neuste beeindruckende Arbeit in dieser Kategorie: Arst ArswStar Wars in alphabetischer Reihenfolge. Richtig gelesen, YouTube-Nutzer Tom Murphy VII hat sich den ersten Teil der Star-Wars-Saga gegriffen und sämtliche Dialoge in alphabetischer Reihenfolge aufgeschlüsselt.

Fun Facts: Der Film enthält nur 43:05 Minuten gesprochenes Englisch, bestehend aus 1.695 verschiedenen Wörtern. Und das Wort “Lichtschwert”? Kommt nur ein einziges Mal vor. Hach, Internet!

(via)

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“The Origin of Memes”

Von 8. April 2014 um 10:14 Uhr

“Shut Up And Take My Money”, “This is Dog”, “Am I The Only One Here?” – das klingt nach Songtiteln mittelguter Indierockbands, aber natürlich handelt es sich dabei um mehr oder weniger bekannte Memes im Netz. Der YouTube-Kanal Top10Memes hat die Videos und Filmszenen, die diesen Memes zugrunde liegen, nun zusammengeschnitten. Und ich muss gestehen, auch wenn ich alle Memes kenne, war mir der eine oder andere Original-Kontext noch unbekannt.

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Virale Videos: Gut gefälscht ist halb erfolgreich

Von 13. März 2014 um 16:05 Uhr

                    fake

Es sind vier Buchstaben, die früher oder später unter Videos, Bildern oder Texten im Internet auftauchen: F-A-K-E. Fake! Eine Fälschung also, ein Trick, ein Schwindel, alles rein erfunden, heiße Luft, ein Satz mit X. Was bei einigen Kommentatoren scheinbar von reflexartiger Paranoia herrührt, hat gute Gründe. Denn je mehr Begeisterungspotenzial Inhalte im Netz bergen, desto kritischer wird in Zeiten von Photoshop und Spezialeffekten die Masse.

Auf YouTube lässt sich dieses Phänomen zurzeit gut beobachten. Einige der größten viralen Hits der letzten Wochen sind nämlich nichts weiter als gestellt, geflunkert und getrickst. Was in der Werbebranche schon lange eine bekannte Technik ist, scheint immer häufiger auch auf YouTube überzugreifen. In den meisten Fällen ist das harmlos. Ärgerlich aber ist es, wenn die Inhalte nicht eindeutig als Werbung oder erfunden erkennbar sind. Stattdessen werden die Zuschauer zum Klickvieh gemacht. Müssen wir deshalb jedes erfolgreiche Video künftig noch genauer hinterfragen?

Der Ping-Pong-Roboter

Wie irreführende Videos das Publikum im Netz verstimmen, erfährt gerade der Augsburger Roboter- und Anlagenbauer Kuka. Anfang Februar veröffentlichte das Unternehmen ein YouTube-Video. Der Tischtennis-Star Timo Boll forderte darin einen Roboter der Firma zu einem Duell heraus. Sofort kamen die Erinnerungen an die Duelle zwischen Garri Kasparow und dem Schachcomputer Deep Blue in den Neunzigern auf; der Kampf Mensch gegen Maschine und die Frage, ob ein Roboter tatsächlich mit der menschlichen Athletik mithalten kann.

Tatsächlich hat Kuka einen Roboter gebaut, der Tischtennis spielen kann. Etwas, das aber auch schon andere mit bescheideneren Mitteln hinbekommen haben (Update: Auch dieser Roboter ist fake). Was es allerdings nicht gab, ist ein richtiges Match. Es handelte sich um eine Werbeaktion. Am 11. März, dem Zeitpunkt des mutmaßlichen Duells, eröffnete Kuka nämlich eine neue Fabrik in China. Timo Boll war dabei, allerdings nicht zum Tischtennis spielen, sondern vor allem zum Händeschütteln. Denn schon einen Tag vorher veröffentlichte die Firma das Video des Aufeinandertreffens mit dem Roboter.

In dem vierminütigen Clip stolpert Boll zunächst dilettantisch vor den Schlägen des scheinbar übermächtigen Roboters. Nach und nach kämpft er sich zurück ins Spiel und gewinnt schließlich 11:9. Das Video trieft vor orchestraler Bombast-Musik, wilden Kamerafahrten und Zeitlupe. Es endet mit einer augenzwinkernden Botschaft: “Kuka – nicht die Besten im Tischtennis. Aber die besten Roboter.”

Über zwei Millionen Menschen sahen das Video bereits. Die Hälfte der Bewertungen und Kommentare sind negativ. Die Zuschauer fühlen sich zu Recht veräppelt. Das Unternehmen versprach etwas, dass es nicht gab: Ein ernst gemeintes Match zwischen Boll und dem Roboter.

Der fremde Kuss

Auch ein zweites virales Video hat Probleme mit der Authentizität. 37 Millionen Mal wurde First Kiss in nur vier Tagen bereits auf YouTube gesehen – es ist das erfolgreichste Video der Woche. Die Künstlerin Tatia Pilieva hat darin 20 fremde Menschen zusammengebracht und sich gegenseitig küssen lassen. Der Untertitel: “Und du glaubst Speed Dating ist peinlich?”

Abgesehen davon, dass die Aktion bloß ein Abklatsch der Videoserie Basorexia ist, hat First Kiss natürlich die Zutaten für einen viralen Hit: Es weckt Emotionen, erinnert an den eigenen ersten Kuss, ist gleichzeitig etwas peinlich und doch irgendwie leidenschaftlich. Da kann mal schon mal darüber hinwegsehen, dass es sich um Branded Content handelt, also von einem Unternehmen in Auftrag gegeben wurde.

Das Modelabel dahinter macht daraus auch gar keinen Hehl. Gleich zu Beginn des Videos erscheint der Markenname. Die meisten Zuschauer und Medien scheint das nicht weiter zu stören. Das muss es auch nicht unbedingt: Schließlich kann die Aktion ja dennoch authentisch sein.

Sie ist es nicht. Für das Video der gut angezogenen Menschen wurden nämlich keine 20 Männer und Frauen auf der Straße eingesammelt. Es handelt sich um Models und Schauspieler. Die hätten sich, so eine Sprecherin der Modemarke, vorher allerdings weder gekannt noch gewusst, um was es bei dem Dreh geht. Entsprechend “echt” seien die Reaktionen im Video.

Andere, wie Amanda Hess von Slate, bezweifeln das. Sie glaubt, dass der Clip niemals so viral erfolgreich gewesen wäre, wenn er durchschnittlich aussehende Menschen zeigen würde. Das Video hätte einen anderen Dreh bekommen, hin zu einer unfreiwilligen Komik und weg von der mutmaßlichen Romantik der semiprofessionellen Küssenden. Vor allem aber widerspräche die Entstehung der Grundthese des Videos, sagt Hess: Es suggeriere die Schönheit zweier sich küssender Menschen. Tatsächlich zeige es aber die Schönheit von Models, die das spielen.

Der Wolf im Hausflur

Nicht jedes Fake-Video muss für ein Produkt stehen. Der US-Talkshowhost Jimmy Kimmel etwa hat die Videos inzwischen für sich entdeckt und sorgt auf YouTube immer wieder für virale Hits.

Vergangenes Jahr ließ er eine junge Frau beim Twerken über eine Kerze fallen und Feuer fangen. 15 Millionen Mal wurde das Video angeklickt. Doch es war gestellt. Ebenso wie die Handyaufnahme der Rodlerin Kate Hansen. Sie hatte bei den Olympischen Spielen in Sotschi mutmaßlich einen Wolf in ihrem Flur gefilmt. Es war aber nur ein wolfsartiger Hund, wie Kimmel einige Tage später in seiner Show zugab.

Für Kimmel sind die Videos gleichermaßen Comedy-Futter wie Medienkritik. Nur allzu willig gingen die großen Websites und Blogs auf die Videos ein und übernahmen sie ungeprüft. Verpackt als harmloses Homevideo scheinen sie schließlich keinen Absender mit versteckten Motiven zu haben. Das Beispiel zeigt, wie schwer es geworden ist, “echte” Videos von gestellten zu unterscheiden.

Der Trip zurück in die Zukunft

Ein klarer Fall ist dagegen das Produktvideo des Hoverboards, das inzwischen 12 Millionen Klicks hat. Die Fans von Zurück in die Zukunft wissen natürlich sofort, worum es geht: Die Hoverboards sind Skateboards ohne Räder, die über dem Boden schweben. Seit Jahren sind sie Kult im Netz, tauchen doch regelmäßig Berichte über die bevorstehende Veröffentlichung auf.

Die Macher der fiktiven Firma HUVr zeigen in dem Clip den neuesten Prototypen des Hoverboards. Der Schauspieler Christopher Lloyd, der in Zurück in die Zukunft den Professor Doc Brown spielt, fährt stilecht mit einem DeLorean vor und lüftet das Produkt. Die Skateboard-Legende Tony Hawk und der Musiker Moby testen ihn gleich aus und schweben etwas ungelenk über der Straße. Ihr Fazit: eine echt coole Sache. Und so intuitiv.

Kaum etwas vermittelt den Eindruck, dass es sich bei dem Video tatsächlich um ein echtes Produkt handelt. Der Ton ist zu ironisch, die Aufnahmen zu schräg. Es ist ein Jux, für den sich das Comedy-Portal Funny or Die einige Tage später verantwortlich zeigte. Die Kommentatoren auf YouTube nahmen es größtenteils sportlich. Dennoch entschuldigte sich Tony Hawk inzwischen bei den Zuschauern: Einige hatten das Video tatsächlich ernst genommen.

Hätten sie doch bloß auf die “Fake!”-Rufer gehört. Die sind zwar ebenso nervig wie die gefälschten Werbeclips im Netz, liegen immer häufiger aber richtig.

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